K I N D E R K A T E C H I S M U S I
Katechismus für kleinere Kinder
zum Unterricht in der christlichen Lehre
In Anlehnung an den Kleinen Katechismus
Dr. Martin Luthers
Zusammengestellt
von
Roland Sckerl
Durmersheim
2010
Vorwort
Dieser „Kinderkatechismus“ ist gedacht als Hilfe vor allem für die Eltern in der Unterweisung ihrer kleinen Kinder im christlichen Glauben. In erster Linie sind dafür die Fragen und Antworten zu verwenden, die Bibelstellen dienen nur der Bekräftigung, wenn die Kinder nachfragen, wo das in der Bibel steht, die biblischen Geschichten zur Erläuterung der Antwort anhand der Bibel. Sie können den Kindern auch erzählt werden.
Es ist bei diesem Kinderkatechismus an Kinder der Altersgruppe ab etwa zwei oder zweieinhalb Jahren gedacht bis etwa vier oder fünf Jahren. Für die älteren Kinder, ab vier oder fünf Jahren bis acht oder zehn Jahren, ist dann der Kinderkatechismus II gedacht. Danach kann dann der „Kleine Katechismus, in Frage und Antwort gründlich ausgelegt“, für den Unterricht zur Vertiefung verwendet werden.
Der Herausgeber
1. Wer bis du? Ich bin ein sündiger Mensch.
Ps. 51,7: Siehe, ich bin aus sündlichem Samen gezeugt, und meine Mutter hat mich in Sünden empfangen.
Eph. 2,3: Wir waren Kinder des Zorns von Natur.
2. Wer hat dich erschaffen? Gott
Ps. 139,14: Ich danke dir darüber, dass ich wunderbar gemacht; wunderbar sind deine Werke, und das erkennt meine Seele wohl.
3. Was hat Gott noch erschaffen? Gott hat alle Dinge gemacht.
1. Mose 1: Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde. Und die Erde war wüst und leer, und es war finster auf der Tiefe; und der Geist Gottes schwebte auf dem Wasser. Und Gott sprach: Es werde Licht! Und es ward Licht. Und Gott sah, dass das Licht gut war. Da schied Gott das Licht von der Finsternis und nannte das Licht Tag und die Finsternis Nacht. Da ward aus Abend und Morgen der erste Tag. Und Gott sprach: Es werde eine Feste zwischen den Wassern, und die sei ein Unterschied zwischen den Wassern. Da machte Gott die Feste und schied das Wasser unter der Feste von dem Wasser über der Feste. Und es geschah also. Und Gott nannte die Feste Himmel. Da ward aus Abend und Morgen der andere Tag. Und Gott sprach: Es sammle sich das Wasser unter dem Himmel an sondere Örter, daß man das Trockene sehe. Und es geschah also. Und Gott nannte das Trockene Erde, und die Sammlung der Wasser nannte er Meer. Und Gott sah, dass es gut war. Und Gott sprach: Es lasse die Erde aufgehen Gras und Kraut, das sich besame, und fruchtbare Bäume, da ein jeglicher nach seiner Art Frucht trage und habe seinen eigenen Samen bei ihm selbst auf Erden. Und es geschah also. Und die Erde ließ aufgehen Gras und Kraut, das sich besamte, ein jegliches nach seiner Art, und Bäume, die da Frucht trugen und ihren eigenen Samen bei sich selbst hatten, ein jeglicher nach seiner Art. Und Gott sah, dass es gut war. Da ward aus Abend und Morgen der dritte Tag. Und Gott sprach: Es werden Lichter an der Feste des Himmels, die da scheiden Tag und Nacht und geben Zeichen, Zeiten, Tage und Jahre; und seien Lichter an der Feste des Himmels, dass sie scheinen auf Erden. Und es geschah also. Und Gott machte zwei große Lichter: ein groß Licht, das den Tag regiere, und ein klein Licht, das die Nacht regiere, dazu auch Sterne. Und Gott setzte sie an die Feste des Himmels, dass sie schienen auf die Erde und den Tag und die Nacht regierten und schieden Licht und Finsternis. Und Gott sah, dass es gut war. Da ward aus Abend und Morgen der vierte Tag. Und Gott sprach: Es errege sich das Wasser mit webenden und lebendigen Tieren und mit Gevögel, das auf Erden unter der Feste des Himmels fliege. Und Gott schuf große Walfische und allerlei Tier, das da lebet und webet und vom Wasser erreget ward, ein jegliches nach seiner Art; und allerlei gefiedertes Gevögel, ein jegliches nach seiner Art. Und Gott sah, dass es gut war. Und Gott segnete sie und sprach: Seid fruchtbar und mehret euch und erfüllet das Wasser im Meer; und das Gevögel mehre sich auf Erden. Da ward aus Abend und Morgen der fünfte Tag. Und Gott sprach: Die Erde bringe hervor lebendige Tiere, ein jegliches nach seiner Art: Vieh, Gewürm und Tier auf Erden, ein jegliches nach seiner Art. Und es geschah also. Und Gott machte die Tiere auf Erden, ein jegliches nach seiner Art, und das Vieh nach seiner Art und allerlei Gewürm auf Erden nach seiner Art. Und Gott sah, dass es gut war. Und Gott sprach: Lasst uns Menschen machen, ein Bild, das uns gleich sei, die da herrschen über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über das Vieh und über die ganze Erde und über alles Gewürm, das auf Erden kriecht. Und Gott schuf den Menschen ihm zum Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn; und schuf sie ein Männlein und Fräulein. Und Gott segnete sie und sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und mehret euch und füllet die Erde und macht sie euch untertan, und herrschet über Fische im Meer und über Vögel unter dem Himmel und über alles Tier, das auf Erden kriecht. Und Gott sprach: Sehet da, ich habe euch gegeben allerlei Kraut, das sich besamet, auf der ganzen Erde, und allerlei fruchtbare Bäume und Bäume, die sich besamen, zu eurer Speise, und allem Tier auf Erden und allen Vögeln unter dem Himmel und allem Gewürme, das da Leben hat auf Erden, dass sie allerlei grün Kraut essen. Und es geschah also. Und Gott sah an alles, was er gemacht hatte; und siehe da, es war sehr gut. Da ward aus Abend und Morgen der sechste Tag.
4. Warum hat Gott denn alle Dinge erschaffen? Er hat sie aus göttliche Güte, Gnade und Liebe heraus erschaffen.
5. Wie können wir etwas über Gott lernen? Gott hat sich selbst offenbart.
6. Wie hat sich Gott offenbart? Gott hat sich in der Natur und in seinem Wort offenbart.
7. Was offenbart uns Gott über sich in der Natur? Durch die Natur lerne ich, dass es einen Gott gibt, der allmächtig und allweise ist; durch das Gewissen, dass er außerdem gerecht und heilig ist.
Röm. 1,19-20: Denn dass man weiß, dass Gott sei, ist ihnen offenbar; denn Gott hat es ihnen offenbart damit, dass Gottes unsichtbares Wesen, das ist, seine ewige Kraft und Gottheit, wird ersehen, so man des wahrnimmt an den Werken, nämlich an der Schöpfung der Welt, also dass sie keine Entschuldigung haben.
Röm. 2,14.15: Denn so die Heiden, die das Gesetz nicht haben und doch von Natur tun des Gesetzes Werk, dieselbigen, dieweil sie das Gesetz nicht haben, sind sie sich selbst ein Gesetz damit, dass sie beweisen, des Gesetzes Werk sei beschrieben in ihrem Herzen, sintemal ihr Gewissen sie bezeuget, dazu auch die Gedanken, die sich untereinander verklagen oder entschuldigen.
8. Und was offenbart er uns darüber hinaus in seinem Wort? In seinem Wort offenbart er uns seine Gnade und Liebe in Jesus Christus zu allen Menschen.
2. Tim. 3,15: Weil du von Kind auf die Heilige Schrift weißt, kann dich dieselbe unterweisen zur Seligkeit durch den Glauben an Christus Jesus.
9. Wo allein haben wir Gottes Wort heute? Seit der Zeit Jesu Christi und seiner Apostel haben wir Gottes Wort allein in der Heiligen Schrift, der Bibel.
Eph. 2,19.20: So seid ihr nun nicht mehr Gäste und Fremdlinge, sondern Bürger mit den Heiligen und Gottes Hausgenossen, erbaut auf den Grund der Apostel und Propheten, da Jesus Christus der Eckstein ist.
10. Wie viele Götter gibt es? Es gibt nur den einen wahren Gott.
1. Kor. 8,4: Es ist kein anderer Gott als der einige.
11. Wer ist dieser wahre Gott? Er ist der dreieinige Gott.
2. Kor. 13,13: Die Gnade unsers HERRN Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen.
12. Was heißt: Gott ist dreieinig? Gott ist ein Wesen; in diesem einen Wesen aber sind drei Personen.
13. Wer sind die Personen? Gott Vater, Sohn und Heiliger Geist.
14. Wo ist Gott? Gott ist überall (Allgegenwart).
Ps. 139,7-10: Wo soll ich hingehen vor deinem Geist und wo soll ich hinfliehen vor deinem Angesicht? Führe ich gen Himmel, so bist du da. Bettete ich mir in die Hölle, siehe, so bist du auch da. Nähme ich Flügel der Morgenröte und bliebe am äußersten Meer, so würde mich doch deine Hand daselbst führen und deine Rechte mich halten.
15. Seit wann gibt es Gott? Gott ist ohne Anfang; er ist schon immer gewesen.
Psalm 90,2: Herr Gott, du bist unsere Zuflucht für und für. Ehe denn die Berge wurden und die Erde und die Welt geschaffen wurden, bist du, Gott, von Ewigkeit zu Ewigkeit.
16. Wer war der erste Mensch, den Gott erschaffen hat? Adam.
17. Wie war dieser erste Mensch nach der Schöpfung? Er wurde zum Ebenbild Gottes erschaffen.
1. Mose 1,26.27: Und Gott sprach: Lasst uns Menschen machen, ein Bild, das uns gleich sei, die da herrschen über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über das Vieh und über die ganze Erde und über alles Gewürm, das auf Erden kriecht. Und Gott schuf den Menschen ihm zum Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn; und schuf sie einen Mann und eine Frau.
18. Was heißt das: Gottes Ebenbild? Adam war vollkommen gut, vollkommen gerecht und heilig, mit vollkommener Naturerkenntnis und einem freien Willen.
Eph. 4,24: Ziehet an den neuen Menschen, der nach Gott geschaffen ist in rechtschaffener Gerechtigkeit und Heiligkeit.
19. Ist Adam so gut geblieben? Nein, er sündigte und verlor dadurch Gottes Ebenbild.
1. Mose 3: Und die Schlange war listiger denn alle Tiere auf dem Felde, die Gott der HERR gemacht hatte, und sprach zu dem Weibe: Ja, sollte Gott gesagt haben: Ihr sollt nicht essen von allerlei Bäumen im Garten. Da sprach das Weib zu der Schlange: Wir essen von den Früchten der Bäume im Garten; aber von den Früchten des Baumes mitten im Garten hat Gott gesagt: Esset nicht davon, rühret es auch nicht an, dass ihr nicht sterbet! Da sprach die Schlange zum Weibe: Ihr werdet mitnichten des Todes sterben; sondern Gott weiß, dass, an welchem Tag ihr davon esst, so werden eure Augen aufgetan, und werdet sein wie Gott und wissen, was gut und böse ist. Und das Weib schaute an, dass von dem Baum gut zu essen wäre und lieblich anzusehen, dass es ein lustiger Baum wäre, weil er klug machte, und nahm von der Frucht und aß und gab ihrem Mann auch davon, und er aß. Da wurden ihrer beiden Augen aufgetan und wurden gewahr, dass sie nackend waren, und flochten Feigenblätter zusammen und machten ihnen Schürze. Und sie hörten die Stimme Gottes des HERRN, der im Garten ging, da der Tag kühl worden war. Und Adam versteckte sich mit seinem Weibe vor dem Angesicht Gottes des HERRN unter die Bäume im Garten. Und Gott der HERR rief Adam und sprach zu ihm: Wo bist du? Und er sprach: Ich hörte deine Stimme im Garten und fürchtete mich, denn ich bin nackend; darum versteckte ich mich. Und er sprach: Wer hat dir’s gesagt, dass du nackend bist? Hast du nicht gegessen von dem Baum, davon ich dir gebot, du solltest nicht davon essen? Da sprach Adam: Das Weib, das du mir zugesellet hast, gab mir von dem Baum, und ich aß. Da sprach Gott der HERR zum Weibe: Warum hast du das getan? Das Weib sprach: Die Schlange betrog mich also, dass ich aß. Da sprach Gott der HERR zu der Schlange: Weil du solches getan hast, seiest du verflucht vor allem Vieh und vor allen Tieren auf dem Felde. Auf deinem Bauch sollst du gehen und Erde essen dein Leben lang. Und ich will Feindschaft setzen zwischen dir und dem Weibe und zwischen deinem Samen und ihrem Samen. Derselbe soll dir den Kopf zertreten, und du wirst ihn in die Ferse stechen. Und zum Weibe sprach er: Ich will dir viel Schmerzen schaffen, wenn du schwanger wirst; du sollst mit Schmerzen Kinder gebären; und dein Wille soll deinem Mann unterworfen sein, und er soll dein Herr sein. Und zu Adam sprach er: Dieweil du hast gehorchet der Stimme deines Weibes und gegessen von dem Bäume, davon ich dir gebot und sprach: Du sollst nicht davon essen; verflucht sei der Acker um deinetwillen; mit Kummer sollst du dich drauf nähren dein Leben lang. Dornen und Disteln soll er dir tragen, und du sollst das Kraut auf dem Felde essen. Im Schweiß deines Angesichts sollst du dein Brot essen, bis dass du wieder zu Erde werdest, davon du genommen bist. Denn du bist Erde und sollst zu Erde werden. Und Adam hieß sein Weib Eva, darum dass sie eine Mutter ist aller Lebendigen. Und Gott der HERR machte Adam und seinem Weibe Röcke von Fellen und zog sie ihnen an, Und Gott der HERR sprach: Siehe, Adam ist worden als unsereiner und weiß, was gut und böse ist. Nun aber, dass er nicht ausstrecke seine Hand und breche auch von dem Baum des Lebens und esse und lebe ewiglich: da ließ ihn Gott der HERR aus dem Garten Eden, dass er das Feld baute, davon er genommen ist, und trieb Adam aus und lagerte vor den Garten Eden den Cherub mit einem bloßen hauenden Schwert, zu bewahren den Weg zu dem Baum des Lebens.
20. Was ist Sünde? Sünde ist jeglicher Ungehorsam gegen Gottes Gesetz.
1. Joh. 3,4: Wer Sünde tut, der tut auch Unrecht; und die Sünde ist das Unrecht.
21. Wo findest du Gottes Gesetz? Vor allem in den Zehn Geboten.
22. Wann hat Gott diese Gebote gegeben? Ursprünglich hat er sie allen Menschen in der Schöpfung in das Gewissen gegeben. Dann hat er sie in zwei Steintafeln Mose beim Auszug des Volkes Israel am Horeb gegeben.
2. Mose 19,1-20,20: Im dritten Mond nach dem Ausgang der Kinder Israel aus Ägyptenland kamen sie dieses Tages in die Wüste Sinai. Denn sie waren ausgezogen von Raphidim und wollten in die Wüste Sinai; und lagerten sich in der Wüste daselbst gegen dem Berg. Und Mose stieg hinauf zu Gott. Und der HERR rief ihm vom Berge und sprach: So sollst du sagen zu dem Hause Jakob und verkündigen den Kindern Israel: Ihr habt gesehen, was ich den Ägyptern getan habe, und wie ich euch getragen habe auf Adlersflügeln und habe euch zu mir gebracht. Werdet ihr nun meiner Stimme gehorchen und meinen Bund halten, so sollt ihr mein Eigentum sein vor allen Völkern; denn die ganze Erde ist mein. Und ihr sollt mir ein priesterlich Königreich und ein heiliges Volk sein. Das sind die Worte, die du den Kindern Israel sagen sollst. Mose kam und forderte die Ältesten im Volk und legte ihnen alle diese Worte vor, die der HERR geboten hatte. Und alles Volk antwortete zugleich und sprachen: Alles, was der HERR geredet hat, wollen wir tun. Und Mose sagte die Rede des Volks dem HERRN wieder. Und der HERR sprach zu Mose: Siehe, ich will zu dir kommen in einer dicken Wolke, auf dass dies Volk meine Worte höre, die ich mit dir rede, und glaube dir ewiglich. Und Mose verkündigte dem HERRN die Rede des Volks. Der HERR sprach zu Mose: Gehe hin zum Volk und heilige sie heute und morgen, dass sie ihre Kleider waschen. und bereit seien auf den dritten Tag. Denn am dritten Tage wird der HERR vor allem Volk herab fahren auf den Berg Sinai. Und mache dem Volk ein Gehege umher und sprich zu ihnen: Hütet euch, dass ihr nicht auf den Berg steiget, noch sein Ende anrühret; denn wer den Berg anrühret, soll des Todes sterben. Keine Hand soll ihn anrühren, sondern er soll gesteinigt oder mit Geschoß erschossen werden; es sei ein Tier oder Mensch, so soll er nicht leben. Wenn es aber lange tönen wird, dann sollen sie an den Berg gehen. Mose stieg vom Berge zum Volk und heiligte sie, und sie wuschen ihre Kleider. Und er sprach zu ihnen: Seid bereit auf den dritten Tag, und keiner nahe sich zum Weibe. Als nun der dritte Tag kam und Morgen war, da hub sich ein Donnern und Blitzen und eine dicke Wolke auf dem Berge und ein Ton einer sehr starken Posaune. Das ganze Volk aber, das im Lager war, erschrak. Und Mose führte das Volk aus dem Lager Gott entgegen; und sie traten unten an den Berg. Der ganze Berg aber Sinai rauchte, darum dass der HERR herab auf den Berg fuhr mit Feuer; und sein Rauch ging auf wie ein Rauch vom Ofen, dass der ganze Berg sehr bebete. Und der Posaunen Ton ward immer stärker. Mose redete, und Gott antwortete ihm laut. Als nun der HERR hernieder gekommen war auf den Berg Sinai, oben auf seine Spitze, forderte er Mose oben auf die Spitze des Berges, und Mose stieg hinauf. Da sprach der HERR zu ihm: Steig hinab und zeuge dem Volk, dass sie nicht herzubrechen zum HERRN, dass sie sehen, und viele aus ihnen fallen. Dazu die Priester, die zum HERRN nahen, sollen sich heiligen, dass sie der HERR nicht zerschmettere. Mose aber sprach zum HERRN: Das Volk kann nicht auf den Berg Sinai steigen; denn du hast uns bezeuget und gesagt: Mache ein Gehege um den Berg und heilige ihn. Und der HERR sprach zu ihm: Gehe hin, steige hinab; du und Aaron mit dir soll heraufsteigen; aber die Priester und das Volk sollen nicht herzubrechen, dass sie hinaufsteigen zu dem HERRN, dass er sie nicht zerschmettere. Und Mose stieg herunter zum Volk und sagte es ihnen. Und Gott redete alle diese Worte: Ich bin der HERR, dein Gott, der ich dich aus Ägyptenland, aus dem Diensthause, geführt habe. Du sollst keine andern Götter neben mir haben. Du sollst dir kein Bildnis noch irgendein Gleichnis machen weder des, das oben im Himmel, noch des, das unten auf Erden, oder des, das im Wasser unter der Erde ist. Bete sie nicht an und diene ihnen nicht. Denn ich, der HERR, dein Gott, bin ein eifriger Gott, der da heimsucht der Väter Missetat an den Kindern bis in das dritte und vierte Glied, die mich hassen, und tue Barmherzigkeit an vielen Tausenden, die mich liebhaben und meine Gebote halten. Du sollst den Namen des HERRN, deines Gottes, nicht missbrauchen; denn der HERR wird den nicht ungestraft lassen, der seinen Namen missbraucht. Gedenke des Sabbattages, dass du ihn heiligest. Sechs Tage sollst du arbeiten und alle deine Dinge beschicken; aber am siebenten Tage ist der Sabbat des HERRN, deines Gottes. Da sollst du kein Werk tun, noch dein Sohn, noch deine Tochter, noch dein Knecht, noch deine Magd, noch dein Vieh, noch dein Fremdling, der in deinen Toren ist. Denn in sechs Tagen hat der HERR Himmel und Erde gemacht und das Meer und alles, was drinnen ist, und ruhte am siebenten Tage. Darum segnete der HERR den Sabbattag und heiligte ihn. Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren, auf dass du lange lebest im Lande, das dir der HERR, dein Gott gibt. Du sollst nicht töten. Du sollst nicht ehebrechen. Du sollst nicht stehlen. Du sollst kein falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten. Lass dich nicht gelüsten deines Nächsten Hauses. Lass dich nicht gelüsten deines Nächsten Weibes, noch seines Knechts, noch seiner Magd, noch seines Ochsen, noch seines Esels, noch alles, das dein Nächster hat. Und alles Volk sah den Donner und Blitz und den Ton der Posaune und den Berg rauchen. Da sie aber solches sahen, flohen sie und traten von ferne; und sprachen zu Mose: Rede du mit uns, wir wollen gehorchen, und lass Gott nicht mit uns reden, wir könnten sonst sterben. Mose aber sprach zum Volk: Fürchtet euch nicht; denn Gott ist gekommen, dass er euch versuchte, und dass seine Furcht euch vor Augen wäre, damit ihr nicht sündigt.
23. Wie lautet das erste Gebot? Ich bin der HERR, dein Gott. Du sollst keine anderen Götter haben neben mir.
24. Was heißt das? Wir sollen Gott über alle Dinge fürchten, lieben und vertrauen.
Joh. 17,3: Das ist das ewige Leben, dass sie dich, dass du allein wahrer Gott bist, und den du gesandt hast, Jesus Christus, erkennen.
25. Wie lautet das zweite Gebot? Du sollst den Namen des HERRN, deines Gottes, nicht missbrauchen, denn der HERR wird den nicht ungestraft lassen, der seinen Namen missbraucht.
2. Mose 3,13-15: Mose sprach zu Gott: Siehe, wenn ich zu den Kindern Israel komme und spreche zu ihnen: Der Gott eurer Väter hat mich zu euch gesandt, und sie mir sagen werden: Wie heißt sein Name? was soll ich ihnen sagen? Gott sprach zu Mose: ICH WERDE SEIN, DER ICH SEIN WERDE. Und sprach: Also sollst du den Kindern Israel sagen: ICH WERDE SEIN hat mich zu euch gesandt. Und Gott sprach weiter zu Mose: Also sollst du den Kindern Israel sagen: Der HERR, eurer Väter Gott, der Gott Abrahams, der Gott Isaaks, der Gott Jakobs, hat mich zu euch gesandt. Das ist mein Name ewiglich, dabei soll man mein Gedenken für und für.
2. Mose 15,3: Der Herr ist der rechte Kriegsmann. Herr ist sein Name.
26. Was heißt das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, dass wir bei seinem Namen nicht fluchen, schwören, zaubern, lügen oder trügen, sondern denselben in allen Nöten anrufen, beten, loben und danken.
27. Wie lautet das dritte Gebot? Du sollst den Feiertag heiligen.
28. Was heißt das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, dass wir die Predigt und sein Wort nicht verachten, sondern dasselbe heilig halten, gerne hören und lernen.
Luk. 11,28: Selig sind, die Gottes Wort hören und bewahren.
29. Wie lautet das vierte Gebot? Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren, damit es dir wohl gehe und du lange lebst auf Erden.
30. Was heißt das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, dass wir unsere Eltern und Herren nicht verachten noch erzürnen, sondern sie in Ehren halten, ihnen dienen, gehorchen, sie lieb und wert haben.
1. Mose 47,11-12: Aber Joseph schaffte seinem Vater und seinen Brüdern Wohnung und gab ihnen ein Gut in Ägyptenland am besten Ort des Landes, nämlich im Lande Ramses, wie Pharao geboten hatte. Und er versorgte seinen Vater und seine Brüder und das ganze Haus seines Vaters, einen jeglichen, nachdem er Kinder hatte.
31. Wie lautet das fünfte Gebot? Du sollst nicht töten.
32. Was heißt das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, dass wir unserm Nächsten an seinem Leibe keinen Schaden noch Leid tun, sondern ihm helfen und fördern in allen Leibesnöten.
1. Mose 4,3-16: Es begab sich aber nach etlichen Tagen, dass Kain dem HERRN Opfer brachte von den Früchten des Feldes, und Abel brachte auch von den Erstlingen seiner Herde und von ihrem Fetten. Und der HERR sah gnädig an Abel und seine Opfer; aber Kain und sein Opfer sah er nicht gnädig an. Da ergrimmte Kain sehr, und seine Gebärde verstellte sich. Da sprach der HERR zu Kain: Warum ergrimmest du, und warum verstellet sich deine Gebärde? Ist’s nicht also? wenn du fromm bist, so bist du angenehm; bist du aber nicht fromm, so ruhet die Sünde vor der Tür. Aber lass du ihr nicht ihren Willen, sondern herrsche über sie. Da redete Kain mit seinem Bruder Abel. Und es begab sich, da sie auf dem Felde waren, erhub sich Kain wider seinen Bruder Abel und schlug ihn tot. Da sprach der HERR zu Kain: Wo ist dein Bruder Abel? Er sprach: Ich weiß nicht; soll ich meines Bruders Hüter sein? Er aber sprach: Was hast du getan? Die Stimme deines Bruders Bluts schreiet zu mir von der Erde. Und nun verflucht seiest du auf der Erde, die ihr Maul hat aufgetan und deines Bruders Blut von deinen Händen empfangen. Wenn du den Acker bauen wirst, soll er dir fort sein Vermögen nicht geben. Unstet und flüchtig sollst du sein auf Erden. Kain aber sprach zu dem HERRN: Meine Sünde ist größer, als dass sie mir vergeben werden möge. Siehe, du treibest mich heute aus dem Lande und ich muss mich vor deinem Angesicht verbergen und muss unstet und flüchtig sein auf Erden. So wird mir’s gehen, dass mich totschlage, wer mich findet. Aber der HERR sprach zu ihm: Nein, sondern wer Kain totschlägt, das soll siebenfältig gerächt werden. Und der HERR machte ein Zeichen an Kain, dass ihn niemand erschlüge, wer ihn fände. Also ging Kain von dem Angesicht des HERRN und wohnte im Lande Nod, jenseits Edens, gegen Morgen.
33. Wie lautet das sechste Gebot? Du sollst nicht ehebrechen.
34. Was heißt das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, dass wir keusch und züchtig leben in Gedanken, Worten und Werken und ein jeglicher sein Gemahl liebe und ehre.
1. Mose 39: Joseph wurde hinab in Ägypten geführt; und Potiphar, ein ägyptischer Mann, des Pharao Kämmerer und Hofmeister, kaufte ihn von den Ismaeliten, die ihn hinab brachten. Und der HERR war mit Joseph, dass er ein glückseliger Mann wurde; und war in seines Herrn, des Ägypters, Hause. Und sein Herr sah, dass der HERR mit ihm war; denn alles, was er tat, da gab der HERR Glück zu durch ihn, also dass er Gnade fand vor seinem Herrn und sein Diener ward. Der setzte ihn über sein Haus, und alles, was er hatte, tat er unter seine Hände. Und von der Zeit an, da er ihn über sein Haus und alle seine Güter gesetzt hatte, segnete der HERR des Ägypters Haus um Josephs willen, und war eitel Segen des HERRN in allem, was er hatte, zu Hause und zu Felde. Darum ließ er alles unter Josephs Händen, was er hatte; und er nahm sich keines Dinges an, weil er ihn hatte, denn dass er aß und trank. Und Joseph war schön und hübsch von Angesicht. Und es begab sich nach dieser Geschichte, dass seines Herrn Weib ihre Augen auf Joseph warf und sprach: Schlafe bei mir! Er weigerte sich’s aber und sprach zu ihr: Siehe, mein Herr nimmt sich nichts an vor mir, was im Hause ist; und alles, was er hat, das hat er unter meine Hände getan; und hat nichts so groß in dem Hause, das er vor mir verhohlen habe, ohne dich, indem du sein Weib bist. Wie sollt ich denn nun ein solch groß Übel tun und wider Gott sündigen? Und sie trieb solche Worte gegen Joseph täglich. Aber er gehorchte ihr nicht, dass er nahe bei ihr schlief noch um sie wäre. Es begab sich der Tage einen, dass Joseph in das Haus ging, sein Geschäft zu tun, und war kein Mensch vom Gesinde des Hauses dabei. Und sie erwischte ihn bei seinem Kleid und sprach: Schlafe bei mir! Aber er ließ das Kleid in ihrer Hand und floh und lief zum Hause hinaus. Da sie nun sah, dass er sein Kleid in ihrer Hand ließ und hinaus entfloh, rief sie dem Gesinde im Hause und sprach zu ihnen: Sehet, er hat uns den hebräischen Mann hereingebracht, dass er uns zuschanden mache. Er kam zu mir herein und wollte bei mir schlafen; ich rief aber mit lauter Stimme. Und da er hörte, dass ich ein Geschrei machte und rief, da ließ er sein Kleid bei mir und floh und lief hinaus. Und sie legte sein Kleid neben sich, bis sein Herr heim kam, und sagte zu ihm eben dieselben Worte und sprach: Der hebräische Knecht, den du uns hereingebracht hast, kam zu mir herein und wollte mich zuschanden machen. Da ich aber ein Geschrei machte und rief, da ließ er sein Kleid bei mir und floh hinaus. Als sein Herr hörte die Rede seines Weibes, die sie ihm sagte und sprach: Also hat mir dein Knecht getan, ward er sehr zornig. Da nahm ihn sein Herr und legte ihn ins Gefängnis, da des Königs Gefangene innen lagen; und er lag allda im Gefängnis. Aber der HERR war mit ihm und neigte seine Huld zu ihm und ließ ihn Gnade finden vor dem Amtmann über das Gefängnis, dass er ihm unter seine Hand befahl alle Gefangenen im Gefängnis, auf dass alles, was da geschah, durch ihn geschehen musste. Denn der Amtmann über das Gefängnis nahm sich keines Dinges an; denn der HERR war mit Joseph, und was er tat, da gab der HERR Glück zu.
35. Wie lautet das siebte Gebot? Du sollst nicht stehlen.
36. Was heißt das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, dass wir unsers Nächsten Geld oder Gut nicht nehmen noch mit falscher Ware oder Handel an uns bringen, sondern ihm sein Gut und Nahrung helfen bessern und behüten.
Micha 2,1.2: Weh denen, die Schaden zu tun trachten und gehen mit bösen Tücken um auf ihrem Lager, dass sie es früh, wenn's licht wird, vollbringen, weil sie die Macht haben. Sie reißen Äcker an sich und nehmen Häuser, welche sie gelüstet; also treiben sie Gewalt mit eines jeden Hause und mit eines jeden Erbe.
37. Wie lautet das achte Gebot? Du sollst kein falsches Zeugnis reden wider deinen Nächsten.
38. Was heißt das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, dass wir unsern Nächsten nicht fälschlich belügen, verraten, nachreden oder bösen Leumund machen, sondern sollen ihn entschuldigen, Gutes von ihm reden und alles zum besten kehren.
1. Könige 21,1-19: Nach diesen Geschichten begab sich’s, dass Naboth, ein Jesreeliter, einen Weinberg hatte zu Jesreel, bei dem Palast Ahabs, des Königs zu Samaria. Und Ahab redete mit Naboth und sprach: Gib mir deinen Weinberg, ich will mir einen Kohlgarten draus machen, weil er so nahe an meinem Hause liegt. Ich will dir einen bessern Weinberg dafür geben; oder, so dir’s gefällt, will ich dir Silber dafür geben, so viel er gilt. Aber Naboth sprach zu Ahab: Das lasse der HERR ferne von mir sein, dass ich dir meiner Väter Erbe sollte geben! Da kam Ahab heim Unmuts und zornig um des Worts willen, das Naboth, der Jesreeliter, zu ihm hatte gesagt und gesprochen: Ich will dir meiner Väter Erbe nicht geben. Und er legte sich auf sein Bett und wandte sein Antlitz und aß kein Brot. Da kam zu ihm hinein Isebel, sein Weib, und redete mit ihm: Was ist’s, dass dein Geist so Unmuts ist und dass du nicht Brot isst? Er sprach zu ihr: Ich habe mit Naboth, dem Jesreeliten, geredet und gesagt: Gib mir deinen Weinberg um Geld; oder, so du Lust dazu hast, will ich dir einen andern dafür geben. Er aber sprach: Ich will dir meinen Weinberg nicht geben. Da sprach Isebel, sein Weib, zu ihm: Was wäre für ein Königreich in Israel, wenn du so tätest? Stehe auf und iss Brot und sei gutes Muts! Ich will dir den Weinberg Naboths, des Jesreeliten, verschaffen. Und sie schrieb Briefe unter Ahabs Namen und versiegelte sie mit seinem Petschier; und sandte sie zu den Ältesten und Obersten in seiner Stadt, die um Naboth wohnten. Und schrieb also in den Briefen: Lasset ein Fasten ausschreien und setzet Naboth oben an im Volk. Und stellet zween loser Buben vor ihn, die da zeugen und sprechen: Du hast Gott und dem Könige gesegnet. Und führet ihn hinaus und steiniget ihn, dass er sterbe. Und die Ältesten und Obersten seiner Stadt, die in seiner Stadt wohnten, taten, wie ihnen Isebel entboten hatte, wie sie in den Briefen geschrieben hatte, die sie zu ihnen sandte. Und ließen ein Fasten ausschreien und ließen Naboth obenan unter dem Volk sitzen. Da kamen die zween losen Buben und stellten sich vor ihn und zeugten wider Naboth vor dem Volk und sprachen: Naboth hat Gott und dem Könige gesegnet. Da führten sie ihn vor die Stadt hinaus und steinigten ihn, dass er starb. Und sie entboten Isebel und ließen ihr sagen: Naboth ist gesteinigt und tot. Da aber Isebel hörte, dass Naboth gesteinigt und tot war, sprach sie zu Ahab: Stehe auf und nimm ein den Weinberg Naboths, des Jesreeliten, welchen er sich weigerte, dir um Geld zu geben. Denn Naboth lebt nimmer, sondern ist tot. Da Ahab hörte, dass Naboth tot war, stand er auf, dass er hinabginge zum Weinberge Naboths, des Jesreeliten, und ihn einnähme. Aber das Wort des HERRN kam zu Elia, dem Thisbiten, und sprach: Mache dich auf und gehe hinab Ahab, dem Könige Israels, entgegen, der zu Samaria ist. (Siehe, er ist im Weinberge Naboths, dahin er ist hinabgegangen, dass er ihn einnehme.) Und rede mit ihm und sprich: So spricht der HERR: Du hast totgeschlagen, dazu auch eingenommen. Und sollst mit ihm reden und sagen: So spricht der HERR: An der Stätte, da Hunde das Blut Naboths geleckt haben, sollen auch Hunde dein Blut lecken.
39. Wie lautet das neunte Gebot? Du sollst nicht begehren deines Nächsten Haus.
40. Was heißt das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, dass wir unserm Nächsten nicht mit List nach seinem Erbe oder Hause stehen noch mit einem Schein des Rechts an uns bringen, sondern ihm dasselbe zu behalten förderlich und dienstlich sein.
41. Wie lautet das zehnte Gebot? Du sollst nicht begehren deines Nächsten Frau, Knecht, Magd, Vieh oder alles, was er hat.
42. Was heißt das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, dass wir unserm Nächsten nicht seine Frau, Mitarbeiter oder Vieh abspannen, abdringen oder abwendig machen, sondern dieselben anhalten, dass sie bleiben und tun, was sie schuldig sind.
1. Tim. 6,6-10: Es ist aber ein großer Gewinn, wer gottselig ist und lässt sich genügen. Denn wir haben nichts in die Welt gebracht, darum offenbar ist, wir werden auch nichts hinausbringen. Wenn wir aber Nahrung und Kleider haben, so lasset uns begnügen. Denn die da reich werden wollen, die fallen in Versuchung und Stricke und viel törichter und schädlicher Lüste, welche versenken die Menschen ins Verderben und Verdammnis. Denn Geiz ist eine Wurzel alles Übels, welches hat etliche gelüstet, und sind vom Glauben irregegangen und machen sich selbst viel Schmerzen.
43. Wie fasst Gott diese Gebote zusammen? Du sollst lieben Gott, deinen HERRN, von ganzem Herzen, von ganzer Seele, mit ganzem Gemüt und aller deiner Kraft. Und du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.
44. Was sagt denn Gott von diesen Geboten? Er sagt also: Ich, der HERR, dein Gott, bin ein starker, eifriger Gott, der über die, so mich hassen, die Sünde der Väter heimsucht an den Kindern bis ins dritte und vierte Glied; aber denen, so mich lieben und meine Gebote halten, tue ich wohl in tausend Glied.
45. Was heißt das? Gott droht zu strafen alle, die diese Gebote übertreten; darum sollen wir uns fürchten vor seinem Zorn und nicht gegen solche Gebote tun. Er verheißt aber Gnade und alles Gute allen, die solche Gebote halten; darum sollen wir ihn auch lieben und vertrauen und gerne tun nach seinen Geboten.
46. Woher weißt du also, was Sünde ist? Aus dem Gesetz oder den Geboten Gottes.
Röm. 7,7: Die Sünde erkannte ich nicht außer durch’s Gesetz.
47. Was ist denn die Strafe für die Sünde? Der Tod.
Röm. 6,23a: Der Tod ist der Sünde Sold.
48. Was ist denn der Tod? Der erste Tod ist der geistliche Tod oder die Trennung von Gott; der zweite Tod ist der leibliche Tod oder die Trennung von Seele und Leib; der dritte Tod ist der ewige Tod oder die ewige Trennung von Gott oder die Verdammnis.
49. Was ist also die Folge von Adams Sünde? Durch Adams Sünde kamen die Sünde und der Tod zu allen Menschen. (Erbsünde und Erbverderben)
50. Warum betrifft Adams Sünde alle Menschen? Weil wir als Adams Nachkommen alle nach Adams Ebenbild sind.
1. Mose 5,3: Und Adam war 130 Jahre alt und zeugte einen Sohn, der war seinem Bilde ähnlich, und hieß ihn Seth.
51. Müssen daher alle Menschen um ihrer Sünde willen ewig sterben? Eigentlich ja. Aber Gott der HERR hat aus seiner Liebe, Güte und Barmherzigkeit alles getan, damit alle Menschen vom ewigen Tod errettet werden können.
Joh. 3,16: Also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingebornen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben habne.
52. Wie können wir denn von Sünde und Tod errettet werden? Allein durch Jesus Christus.
Joh. 3,36: Wer an den Sohn glaubt, der hat das ewige Leben; wer dem Sohn nicht glaubt, der wird das Leben nicht sehen, sondern der Zorn Gottes bleibt über ihm.
Apg. 16,32: Glaube an den HERRN Jesus Christus, wo wirst du und dein Haus selig.
53. Wer ist Jesus Christus? Er ist Gottes Sohn, wahrer Gott von Ewigkeit.
Joh. 1,1-4: Am Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort. Dasselbige war im Anfang bei Gott. Alle Dinge sind durch dasselbige gemacht, und ohne dasselbige ist nichts gemacht, was gemacht ist. In ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen.
54. Was ist Jesus Christus außerdem? Er ist wahrer Mensch, empfangen von dem Heiligen Geist und geboren aus der Jungfrau Maria.
Luk. 1,26-38: Und im sechsten Monat wurde der Engel Gabriel gesandt von Gott in eine Stadt in Galiläa, die heißt Nazareth, zu einer Jungfrau, die vertraut war einem Manne mit Namen Joseph vom Hause David; und die Jungfrau hieß Maria. Und der Engel kam zu ihr hinein und sprach: Gegrüßt seist du, Holdselige! Der HERR ist mit dir, du Gebenedeite unter den Frauen. Da sie aber ihn sah, erschrak sie über seine Rede und gedachte: Welch ein Gruß ist das? Und der Engel sprach zu ihr: Fürchte dich nicht, Maria; du hast Gnade bei Gott gefunden. Siehe; du wirst schwanger werden im Leibe und einen Sohn gebären, des Namen sollst du Jesus heißen. Der wird groß und ein Sohn des Höchsten genannt werden, und Gott der HERR wird ihm den Stuhl seines Vaters David geben. Und er wird ein König sein über das Haus Jakob ewiglich, und seines Königreichs wird kein Ende sein. Da sprach Maria zu dem Engel: Wie soll das zugehen, sintemal ich von keinem Manne weiß? Der Engel antwortete und sprach zu ihr: Der Heilige Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten; darum auch das Heilige, das von dir geboren wird, wird Gottes Sohn genannt werden. Und siehe, Elisabeth, deine Verwandte, ist auch schwanger mit einem Sohn in ihrem Alter und gehet jetzt im sechsten Mond, die im Geschrei ist, dass sie unfruchtbar sei. Denn bei Gott ist kein Ding unmöglich. Maria aber sprach: Siehe, ich bin des HERRN Magd; mir geschehe, wie du gesagt hast. Und der Engel schied von ihr.
55. Hat Jesus jemals gesündigt? Nein, er allein ist absolut gerecht.
1. Petr. 2,22: Christus hat keine Sünde getan.
56. Was hat Jesus Christus für alle Menschen getan? Er hat uns erlöst, erworben und gewonnen von allen Sünden, vom Tod und von der Gewalt des Teufels durch sein heiliges teures Blut und sein unschuldiges Leiden und Sterben.
1. Petr. 1,18-19: Wisset, dass ihr nicht mit vergänglichem Silber oder Gold erlöst seid von eurem eitlen Wandel nach väterlicher Weise, sondern mit dem teuren Blut Christi, als eines unschuldigen und unbefleckten Lammes. (siehe: Passionsgeschichte)
57. Wodurch hat Gott der Vater das bestätigt? Indem er Jesus Christus am dritten Tag wieder auferweckt hat von den Toten und damit gezeigt, dass Jesus Christus den Tod und auch die Ursache der Todes, die Sünde, überwunden hat.
Röm. 4,25: Christus ist um unserer Sünde willen dahingegeben und um unserer Rechtfertigung willen auferweckt.
Luk. 24,1-12: Aber an der Sabbate einem sehr frühe kamen sie zum Grabe und trugen die Spezerei, die sie bereitet hatten, und etliche mit ihnen. Sie fanden aber den Stein abgewälzt von dem Grabe und gingen hinein und fanden den Leib des HERRN Jesus nicht. Und da sie darum bekümmert waren, siehe, da traten zu ihnen zwei Männer mit glänzenden Kleidern. Und sie erschraken und schlugen ihre Angesichte nieder zu der Erde. Da sprachen die zu ihnen: Was suchet ihr den Lebendigen bei den Toten? Er ist nicht hier, er ist auferstanden. Gedenket daran, wie er euch sagte, da er noch in Galiläa war, und sprach: Des Menschen Sohn muss überantwortet werden in die Hände der Sünder und gekreuzigt werden und am dritten Tage auferstehen. Und sie gedachten an seine Worte. Und sie gingen wieder vom Grabe und verkündigten das alles den Elfen und den andern allen. Es war aber Maria Magdalena und Johanna und Maria, des Jakobus Mutter, und andere mit ihnen, die solches den Aposteln sagten. Und es deuchten sie ihre Worte eben, als wären’s Märchen, und glaubten ihnen nicht. Petrus aber stand auf und lief zum Grabe und bückte sich hinein und sah die leinenen Tücher allein liegen und ging davon; und es nahm ihn wunder, wie es zuginge.
58. Was hat Jesus Christus für alle Menschen erworben? Er hat Gott mit der Welt versöhnt und uns die Rechtfertigung des Gottlosen, also die Vergebung der Sünden allein aus Gnaden um Seines Verdienstes willen erworben.
2. Kor. 5,17-21: Darum, ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur. Das Alte ist vergangen; siehe, es ist alles neu worden. Aber das alles von Gott, der uns mit ihm selber versöhnt hat durch Jesus Christus und das Amt gegeben, das die Versöhnung prediget. Denn Gott war in Christus und versöhnte die Welt mit ihm selber und rechnete ihnen ihre Sünden nicht zu und hat unter uns aufgerichtet das Wort von der Versöhnung. So sind wir nun Botschafter an Christi Statt; denn Gott vermahnt durch uns. So bitten wir nun an Christi Statt: Lasset euch versöhnen mit Gott! Denn er hat den, der von keiner Sünde wusste, für uns zur Sünde gemacht, auf dass wir würden in ihm die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt.
59. Wodurch hat Jesus Christus das getan? Er hat das für uns getan durch sein Opfer, das Vergießen seines heiligen teuren Blutes und sein unschuldiges Leiden und Sterben. Dadurch hat er für alle Menschen die Gerechtigkeit erworben, die vor Gott gilt.
Jes. 53,4-6: Fürwahr, er trug unsere Krankheit und lud auf sich unsere Schmerzen. Wir aber hielten ihn für den, der geplagt und von Gott geschlagen und gemartert wäre. Aber er ist um unserer Missetat willen verwundet und um unserer Sünde willen zerschlagen. Die Strafe liegt auf ihm, auf dass wir Frieden hätten, und durch seine Wunden sind wir geheilt. Wir gingen alle in der Irre wie Schafe, ein jeglicher sah auf seinen Weg; aber der HERR warf unser aller Sünde auf ihn.
60. Wodurch wird uns Christi Verdienst zugeeignet? Durch das Werk des Heiligen Geistes.
Joh. 16,5-15: Nun aber gehe ich hin zu dem, der mich gesandt hat; und niemand unter euch fraget mich: Wo gehest du hin? sondern dieweil ich solches zu euch geredet habe, ist euer Herz voll Trauerns worden. Aber ich sage euch die Wahrheit: Es ist euch gut, dass ich hingehe. Denn so ich nicht hingehe, so kommt der Tröster nicht zu euch; so ich aber gehe, will ich ihn zu euch senden. Und wenn derselbige kommt, der wird die Welt strafen um die Sünde und um die Gerechtigkeit und um das Gericht: um die Sünde, dass sie nicht glauben an mich; um die Gerechtigkeit aber, dass ich zum Vater gehe, und ihr mich hinfort nicht sehet; um das Gericht, dass der Fürst dieser Welt gerichtet ist. Ich habe euch noch viel zu sagen; aber ihr könnet’s jetzt nicht tragen. Wenn aber jener, der Geist der Wahrheit, kommen wird, der wird euch in alle Wahrheit leiten. Denn er wird nicht von ihm selber reden, sondern was er hören wird, das wird er reden, und was zukünftig ist, wird er euch verkündigen. Derselbige wird mich verklären; denn von dem Meinen wird er’s nehmen und euch verkündigen. Alles, was der Vater hat, das ist mein; darum hab’ ich gesagt: Er wird’s von dem Meinen nehmen und euch verkündigen.
61. Wie macht das Heilige Geist das? Er macht dies durch die Gnadenmittel, die Christus eingesetzt hat.
62. Welches sind diese Gnadenmittel? Es ist das Evangelium in Wort, Taufe und Abendmahl.
Joh. 20,21-23: Da sprach Jesus abermals zu ihnen: Friede sei mit euch! Gleichwie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. Und da er das sagte, blies er sie an und spricht zu ihnen: Nehmet hin den Heiligen Geist! Welchen ihr die Sünden erlasset, denen sind sie erlassen, und welchen ihr sie behaltet, denen sind sie behalten.
Joh. 3,5: Wenn jemand nicht geboren wird aus Wasser und Geist, so kann er nicht in das Reich Gottes kommen.
Luk. 22,19-20: Und er nahm das Brot, dankte und brach’s und gab’s ihnen und sprach: Das ist mein Leib, der für euch gegeben wird; das tut zu meinem Gedächtnis. Desselbengleichen auch den Kelch nach dem Abendmahl und sprach: Das ist der Kelch, das neue Testament in meinem Blut, das für euch vergossen wird.
63. Was bewirkt der Heilige Geist damit? Durch das Gesetz bewirkt er die Buße und durch das Evangelium entzündet er den rechtfertigenden Glauben an Jesus Christus, den Heiland der Welt.
64. Was ist Buße? Buße umfasst die Erkenntnis der Sünden aufgrund des Gesetzes und die Traurigkeit des Herzens über die Sünden (Reue).
65. Was ist der rechtfertigende Glaube? Das herzliche Vertrauen auf Jesus Christus als meinen Heiland und Erlöser.
Röm. 10,10: Denn so man von Herzen glaubt, so wird man gerecht.
66. Wie wird das auch genannt, wenn der Heilige Geist den Glauben in einem Menschen entzündet? Das ist die Wiedergeburt oder Geburt von oben oder Geburt aus Gott oder die Bekehrung.
Joh. 1,12.13: Wie viele ihn aber aufnahmen, denen gab er Macht, Gottes Kinder zu werden, denen, die an seinen Namen glauben. Welche nicht von dem Geblüt noch von dem Willen des Fleisches, noch von dem Willen eines Mannes, sondern von Gott geboren sind.
67. Wer wirkt die Wiedergeburt oder Bekehrung in einem Menschen? Gott allein durch die Gnadenmittel, ohne jegliches menschliche Mitwirken.
Eph. 2,5: Da wir tot waren in Sünden hat er uns samt Christus lebendig gemacht (denn aus Gnaden seid ihr selig geworden).
68. Kann denn ein Mensch gewiss sein, dass er erlöst ist? Ja, aufgrund des Evangeliums Christi.
1. Joh. 5,13: Solches hab’ ich euch geschrieben, die ihr glaubt an den Namen des Sohnes Gottes, damit ihr wisst, dass ihr das ewige Leben habt, und dass ihr glaubt an den Namen des Sohnes Gottes.
69. Was ist die Frucht des wahren Glaubens? Gute Werke und das Abtöten der Neigung und Versuchung zur Sünde.
Eph. 5,9: Wandelt wie die Kinder des Lichts! Die Frucht des Geistes ist allerlei Gütigkeit und Gerechtigkeit und Wahrheit.
70. Was sind gute Werke? Solche Werke, die wir gemäß dem Willen Gottes, aus Liebe und Dankbarkeit zu ihm und zu seiner Ehre tun.
71. Ist die Frucht des Glaubens jemals vollkommen? Nein, in diesem Leben bleibt sie unvollkommen. Erst im Himmel wird sie vollkommen sein.
Röm. 7,18: Denn ich weiß, dass in mir, das ist, in meinem Fleisch, wohnt nichts Gutes. Wollen habe ich wohl, aber vollbringen das Gute finde ich nicht.
72. Warum sind wir auch als Christen noch nicht vollkommen? Weil wir auch als Christen immer Gerechte und Sünder zugleich sind und darum täglich Buße und Vergebung benötigen.
73. Wer ist denn Gottes Volk? Nur diejenigen, die von Herzen an Jesus Christus als ihren Heiland glauben, aber auch wirklich alle, die an Jesus Christus glauben.
Apg. 5,14: Es wurden aber je mehr zugetan, die da glaubten an den HERRN, eine Menge der Männer und der Frauen.
74. Wie wird die Schar der Gläubigen auch genannt? Die Kirche oder die Gemeinschaft oder Gemeinde der Heiligen.
75. Wo kannst du diese wahre Kirche finden oder erkennen? Sie ist gewiss da, wo Gottes Wort rein und unverfälscht gepredigt und die Sakramente gemäß Christi Einsetzung verwaltet werden.
1. Tim. 3,15: Die Gemeinde des lebendigen Gottes, ein Pfeiler und eine Grundfeste der Wahrheit.
76. Wie werden Wort und Sakrament daher auch genannt? Sie sind die Kennzeichen der Kirche.
77. Wem hat Jesus Christus Wort und Sakrament (die Schlüssel) verliehen? Allen, die an ihn als ihrem Heiland glauben, einem jeden Christen.
Joh. 20,21-23: Da sprach Jesus abermals zu ihnen: Friede sei mit euch! Gleichwie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. Und da er das sagte, blies er sie an und spricht zu ihnen: Nehmet hin den Heiligen Geist! Welchen ihr die Sünden erlasset, denen sind sie erlassen, und welchen ihr sie behaltet, denen sind sie behalten.
1. Petr. 2,9: Ihr aber seid das auserwählte Geschlecht, das königliche Priestertum, das heilige Volk, das Volk des Eigentums, dass ihr verkündigen sollt die Tugenden des, der euch berufen hat von der Finsternis zu seinem wunderbaren Licht.
78. Was machen daher die Christen einer Gegend gemäß Gottes Ordnung, die einig sind in der Lehre? Sie versammeln sich, um gemeinsam die Schlüssel der Kirche zu verwalten. (Ortsgemeinde)
Apg. 2,42: Sie blieben aber beständig in der Apostel Lehre und in der Gemeinschaft und im Brotbrechen und im Gebet.
Apg. 2,47: Der HERR aber tat hinzu täglich, die da selig wurden, zu der Gemeinde.
79. Wer ist das Haupt der Kirche? Allein Jesus Christus, der HERR..
Eph. 2,22: Gott hat Christus gesetzt zum Haupt der Gemeinde über alles.
80. Wie beschreibt Jesus Christus das Verhältnis zu seiner Kirche? Einer ist euer Meister, Christus, ihr aber seid alle Brüder (und Schwestern) (Matth. 23,8).
81. Wie steht die Gemeinde mit ihrem Heiland und HERRN Jesus Christus in Verbindung? Durch das Gebet.
82. Was ist denn beten? Sprechen mit Gott.
83. Welches Gebet hat denn Jesus Christus seinen Jüngern gelehrt? Das Vaterunser.
84. Wie lautet denn das Vaterunser? Vater unser, der du bist im Himmel: Geheiligt werde dein Name; dein Reich komme; dein Wille geschehe, wie im Himmel also auch auf Erden; unser tägliches Brot gib uns heute; und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern; und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Übel. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.
85. Was soll das Vaterunser auch sein? Ein Vorbild oder Muster für unsere Gebete.
86. Warum dürfen wir Gott mit „Vater“ anreden? Gott will uns damit locken, dass wir glauben sollen, er sei unser rechter Vater und wir seine rechten Kinder, auf dass wir getrost und mit aller Zuversicht ihn bitten sollen, wie die lieben Kinder ihren lieben Vater.
Röm. 8,14-16: Denn welche der Geist Gottes treibet, die sind Gottes Kinder. Denn ihr habt nicht einen knechtischen Geist empfangen, dass ihr euch abermals fürchten müsstet, sondern ihr habt einen kindlichen Geist empfangen, durch welchen wir rufen: Abba, lieber Vater! Derselbige Geist gibt Zeugnis unserm Geist, dass wir Gottes Kinder sind.
87. Was heißt denn „Amen“? Dass ich soll gewiss sein, solche Bitten sind dem Vater im Himmel angenehm und erhört; denn er selbst hat uns geboten, so zu beten, und verheißen, dass er uns wolle erhören. Amen, Amen, das heißt: Ja, ja, es soll also geschehen.
88. Was hat Jesus Christus gestiftet zur öffentlichen Verwaltung der Gnadenmittel? Den Gnadenmitteldienst oder das öffentliche Predigtamt.
Eph. 4,11: Und er hat etliche zu Aposteln gesetzt, etliche aber zu Propheten, etliche zu Evangelisten, etliche zu Hirten und Lehrern.
Apg. 20,28: so hat nun acht auf euch selbst und auf die ganze Herde, unter welche euch der Heilige Geist gesetzt hat zu Bischöfen, zu weiden die Gemeinde Gottes, welche er durch sein eigenes Blut erworben hat.
89. Was ist das öffentliche Predigtamt? Es ist die Predigt des Wortes Gottes und Verwaltung der Sakramente im Auftrag und Namen einer Gemeinde.
Tit. 7.9: Ein Bischof halte ob dem Wort, das gewiss ist und lehren kann, auf dass er mächtig sei, zu ermahnen durch die heilsame Lehre und zu strafen die Widersprecher.
90. Wodurch richten die Christen den Gnadenmitteldienst auf? Indem sie Diener berufen, die im Auftrag der Gemeinde lehren und predigen und die Sakramente verwalten.
Apg. 14,23: Und sie ordneten ihnen [durch stimmwählen] hin und her Älteste in den Gemeinden.
91. Was sind Sakramente? Die Sakramente sind Handlungen, von Christus eingesetzt, in denen durch gewisse äußerliche Mittel himmlische Dinge gereicht werden, dadurch Gott die Vergebung der Sünden den Menschen anbietet, zueignet und versiegelt.
92. Welche Sakramente haben wir im Neuen Testament? Die heilige Taufe und das heilige Abendmahl.
93. Was ist die Taufe? Die Taufe ist nicht nur Wasser, sondern das Wasser mit Gottes Wort verbunden oder das Wasserbad im Wort, das Bad der Wiedergeburt und Erneuerung des Heiligen Geistes.
94. Wie lauten die Einsetzungsworte Jesu Christi für die heilige Taufe? Gehet hin in alle Welt und macht zu Jüngern alle Völker, indem ihr sie taufet im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und sie lehret halten alles, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage, bis an der Welt Ende (Matth. 28,18-20).
95. Was gibt Jesus Christus dir in der heiligen Taufe? Durch die Taufe schenkt Jesus Christus die Vergebung der Sünden, erlöst vom Tod und Teufel und gibt die Seligkeit allen, die es glauben, wie die Worte und Verheißungen Gottes lauten.
96. Wie lautet die Verheißung Gottes? Wer da glaubt und getauft wird, der soll selig werden (Mark. 16,15).
97. Wer also hat das, was Jesus Christus durch die Taufe gibt? Alle diejenigen, die es im Glauben an Jesus Christus als ihrem Heiland ergreifen.
98. Was ist das heilige Abendmahl? Es ist das Testament unseres Heilandes Jesus Christus, in dem er uns seinen wahren Leib und sein wahres Blut in, mit und unter Brot und Wein zu essen und zu trinken gibt (sakramentliches Essen), um uns dadurch der Vergebung unserer Sünden zu vergewissern (geistliches Essen).
Luk. 22,19-20: Und er nahm das Brot, dankte und brach’s und gab’s ihnen und sprach: Das ist mein Leib, der für euch gegeben wird; das tut zu meinem Gedächtnis. Desselbengleichen auch den Kelch nach dem Abendmahl und sprach: Das ist der Kelch, das neue Testament in meinem Blut, das für euch vergossen wird.
99. Wer empfängt denn Christi Leib und Blut im Abendmahl? Jeder, der am heiligen Abendmahl teilnimmt.
100. Wer empfängt im Abendmahl die Vergebung der Sünden? Derjenige, der sie im wahren Glauben an Jesus Christus als seinem Heiland ergreift.
101. Was erwarten wir als Christen? Die leibliche sichtbare Wiederkunft Jesu Christi hier auf Erden.
Phil. 3,20: Unser Wandel ist im Himmel, von dannen wir auch warten des Heilandes Jesus Christus, des HERRN.
102. Was wird mit seiner Wiederkunft verbunden sein? Die leibliche Auferstehung aller Toten und das Jüngste oder Letzte Gericht.
Joh. 5,28-29: Es kommt die Stunde, in welcher alle, die in den Gräbern sind, werden seine Stimme hören und werden hervorgehen, die da Gutes getan haben zur Auferstehung des Lebens, die aber Übels getan haben zur Auferstehung des Gerichts.
103. Was wird in diesem Jüngsten Gericht verkündet werden? Den an Christus Gläubigen, dass sie für immer in der Herrlichkeit bei Jesus Christus sein werden; denen aber, die nicht an Jesus Christus geglaubt haben, die ewige Gottesferne oder Verdammnis, eine Qual und Pein ohne Ende.
Matth. 25,31-46: Wenn aber des Menschen Sohn kommen wird in seiner Herrlichkeit und alle heiligen Engel mit ihm, dann wird er sitzen auf dem Stuhl seiner Herrlichkeit. Und werden vor ihm alle Völker versammelt werden. Und er wird sie voneinander scheiden, gleich als ein Hirte die Schafe von den Böcken scheidet. Und wird die Schafe zu seiner Rechten stellen und die Böcke zur Linken. Da wird denn der König sagen zu denen zu seiner Rechten: Kommt her, ihr Gesegneten meines Vaters, ererbet das Reich, das euch bereitet ist von Anbeginn der Welt! Denn ich bin hungrig gewesen, und ihr habt mich gespeist. Ich bin durstig gewesen, und ihr habt mich getränkt. Ich bin ein Gast gewesen, und ihr habt mich beherberget. Ich bin nackend gewesen, und ihr habt mich bekleidet. Ich bin krank gewesen, und ihr habt mich besuchet. Ich bin gefangen gewesen, und ihr seid zu mir kommen. Dann werden ihm die Gerechten antworten und sagen: HERR, wann haben wir dich hungrig gesehen und haben dich gespeist, oder durstig und haben dich getränkt? Wann haben wir dich einen Gast gesehen und beherberget, oder nackend und haben dich bekleidet? Wann haben wir dich krank oder gefangen gesehen und sind zu dir kommen? Und der König wird antworten und sagen zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch: Was ihr getan habt einem unter diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan. Dann wird er auch sagen zu denen zur Linken: Gehet hin von mir, ihr Verfluchten, in das ewige Feuer, das bereitet ist dem Teufel und seinen Engeln! Ich bin hungrig gewesen, und ihr habt mich nicht gespeist. Ich bin durstig gewesen, und ihr habt mich nicht getränkt. Ich bin ein Gast gewesen, und ihr habt mich nicht beherberget. Ich bin nackend gewesen, und ihr habt mich nicht bekleidet. Ich bin krank und gefangen gewesen, und ihr habt mich nicht besuchet. Da werden sie ihm auch antworten und sagen: HERR, wann haben wir dich gesehen hungrig oder durstig oder einen Gast oder nackend oder krank oder gefangen und haben dir nicht gedient? Dann wird er ihnen antworten und sagen: Wahrlich, ich sage euch: Was ihr nicht getan habt einem unter diesen Geringsten, das habt ihr mir auch nicht getan. Und sie werden in die ewige Pein gehen, aber die Gerechten in das ewige Leben.