Das Buch des Propheten Maleachi

 

Luthers Vorrede auf den Propheten Maleachi                       

Einleitung                                       

Kapitel 1                                         

Kapitel 2                                         

Kapitel 3                                         

Kapitel 4                                         

 

 

Luthers Vorrede auf den Propheten Maleachi

1532A

 

    1. Diesen Maleachi halten die Hebräer, er sei der Esra gewesen; das lassen wir so gut sein, denn wir nichts Gewisses von ihm haben können, außer das, so viel aus seiner Weissagung zu nehmen, ist er nicht lange vor Christi Geburt, und freilich der letzte Prophet gewesen; denn er spricht im dritten Kapitel, dass Christus, der HERR, bald kommen soll.

    2. Und er ist ein feiner Prophet, der schöne Sprüche hat von Christus und dem Evangelium, welches er nennt ein reines Opfer in aller Welt. Denn durch das Evangelium wird Gottes Gnade gepriesen, welches ist das rechte, reine Dankopfer. Ebenso, er weissagt von der Ankunft Johannes des Täufers, wie es Christus selbst Matth. 11,14 deutet, und Johannes seinen Engel und Elia nennt, davon Maleachi schreibt.

    3. Über das schilt er auch sein Volk hart, darum, dass sie den Priestern nicht gaben ihre Zehnten und andere Pflicht. Und wenn sie schon gaben, so gaben sie es mit allen Untreuen, wie ungesunde, untüchtige Schafe und was sie selbst nicht mochten, das musste den armen Pfaffen und Predigern gut sein. Wie es denn zu gehen pflegt, dass, wo recht Gottes Wort und treue Prediger sind, die müssen Hunger und Not leiden; falsche Lehrer müssen immer die Fülle haben. Wiewohl die Priester mit solchen Opfern auch gescholten werden, dass sie es annahmen und opferten. Das tat der liebe Geiz.

    4. Aber Gott zeigt hier an, dass er darüber großen Ungefallen habe, und heißt solche Untreue und Bosheit eine Schmach, die ihm selbst geschehe. Darum er auch ihnen droht, er wolle sie lassen, und die Heiden annehmen zum Volk.

    5. Darnach schilt er die Priester besonders, dass sie Gottes Wort verfälschen und untreu lehrten und damit viele verführten und missbrauchten ihr priesterliches Amt, dass sie nicht straften diejenigen, so untüchtige Dinge opferten oder sonst nicht fromm waren, sondern lobten und sprachen sie fromm, damit sie nur Opfer und Genieß von ihnen kriegten. So haben der Geiz und Bauchsorge immer Schaden getan dem Wort und Dienst Gottes, und macht immer Heuchler aus [den] Predigern.

    6. Auch schilt er sie, dass sie ihre Frauen betrübten und verachteten, damit ihre Opfer und Gottesdienst auch verunreinigten. Denn im Gesetz Moses war es verboten, Gott zu opfern betrübte Opfer, und die betrübt waren, durften nicht opfern noch von Opfern essen. Dessen waren die nun Ursache, die ihre Frauen betrübten und weinend machten. Und sie wollten sich mit Abrahams Beispiel behelfen, der seine Hagar musste austreiben und betrüben. Aber er tat es nicht aus Mutwillen, gleichwie er sie auch nicht aus Vorwitz zur Ehe genommen hatte.

 

 

Einleitung

 

    Über die Person Maleachi, den letzten Propheten des Alten Testaments, ist so wenig bekannt, dass manche sogar behaupten, es handele sich gar nicht um den Namen einer Person, sondern lediglich um einen Titel, denn Maleachi bedeutet „Bote Jahwes“. Alle Gründe, die für diese Vermutung angeführt werden, sind jedoch so schwach, dass es am besten erscheint, sich der Meinung der Mehrheit der orthodoxen Lehrer anzuschließen, dass es tatsächlich einen Propheten gab, der diesen Namen trug, und dass er unter seinem eigenen Namen schrieb. Die Zeit, in der Maleachi wirkte, muss in die Tage Nehemias datiert werden, sehr wahrscheinlich vor dem zweiten Besuch Nehemias in Jerusalem. Vgl. Neh. 13. Seine Zurechtweisungen und Ermahnungen betreffen offensichtlich dieselben beklagenswerten Zustände, die die Führer des Volkes mit solcher Nachdrücklichkeit zu korrigieren für notwendig hielten, darunter Opfer von schlechter Qualität, die Vernachlässigung der Zahlung des Zehnten und Ehen mit heidnischen Frauen. All dies wird durch die Tatsache untermauert, dass Maleachi sich selbst als den letzten Propheten des Alten Bundes bezeichnet, vor allem indem er den Vorläufer des Messias prophezeit und erklärt, dass die Neue Ordnung sehr bald zu erwarten sei.

    Das Buch Maleachi lässt sich leicht in zwei Teile gliedern: Die Kapitel 1 und 2 befassen sich mit der Liebe Gottes zu den Kindern Israels und tadeln die Sünden der Priester und des Volkes, während die Kapitel 3 und 4 die gottesfürchtigen Juden mit Verheißungen über das zweifache Kommen Christi trösten. Der Stil des Buches ist lebhaft, aber weniger großartig und der Rhythmus weniger ausgeprägt als bei einigen der älteren Propheten.[1]

 

 

Kapitel 1

 

Strafe für die Undankbarkeit gegenüber Gottes Liebe

 

    Gottes besondere Liebe für Israel (V. 1-5): V. 1. Die Last des Wortes des HERRN, der Satz, den Er sich gezwungen sah auszusprechen, an Israel durch Maleachi. V. 2. Ich habe euch geliebt, spricht der HERR, wobei der Herr dies als grundlegende, absolute Tatsache an den Anfang Seiner Botschaft stellt. Doch ihr sagt, indem ihr eure Zweifel an Seiner Aufrichtigkeit zum Ausdruck bringt: Womit hast Du uns geliebt? Welche Beweise konnte Er anführen, um die Größe Seiner Liebe zu zeigen? Die Form der Darstellung ist durchweg nervös und lebhaft. War nicht Esau Jakobs Bruder? Ist der Ausspruch des HERRN, sein leiblicher Bruder noch dazu; doch ich liebte Jakob V. 3. und hasste Esau, in dem Sinne, dass ich ihn nicht liebte, ohne jede Rachsucht, und machte seine Berge, das Land, das er südlich des Toten Meeres bewohnte, zur Einöde und sein Erbe für die Schakale zur Wüste, so dass es ein geeigneter Lebensraum für Schakale war. V. 4. Während Edom sagt: oder „Auch wenn Edom sagen sollte“, in dem Versuch, das Urteil des Herrn außer Kraft zu setzen: Wir sind verderbt, ruiniert, aber wir werden zurückkehren und wollen die Trümmer wieder aufbauen, die Ruinen wieder aufrichten, so spricht der HERR der Heerscharen: Sie werden bauen, versuchen, ihre ursprüngliche Macht wiederherzustellen, aber ich werde niederreißen und ihr Land ein zweites Mal zerstören; und sie werden sie „Land der Bosheit” nennen, das heißt, die Menschen werden sie als die Region der Bosheit bezeichnen, die von Gott bestraft wurde, und „das Volk, gegen das der HERR für immer zornig ist”, ein Denkmal des Zorns Gottes. V. 5. Und eure Augen werden es sehen, die Tatsachen vor ihren Augen werden sie überzeugen, und ihr werdet sagen: Der HERR ist über die Grenze Israels hinweg herrlich. Die Kinder Israels würden gezwungen sein, die besondere Gunst und Liebe anzuerkennen, die der Herr ihnen durch so viele Offenbarungen erwiesen hat.

 

    Zurechtweisung der Priester wegen minderwertiger Opfer (V. 6-14): V. 6. Ein Sohn ehrt seinen Vater und ein Knecht seinen Herrn, in Übereinstimmung mit dem Gebot Gottes; Wenn ich nun Vater bin, wo ist dann meine Ehre? Warum beharrten sie auf ihrem unnatürlichen Verhalten und verweigerten ihm den Gehorsam, den er zu Recht erwarten konnte? Und wenn ich ein Herr bin, wo bleibt Ehrfurcht vor mir? Warum erwiesen sie ihm nicht die Ehrerbietung und den Respekt, die ihm gebührten? Spricht der HERR der Heerscharen zu euch, ihr Priester, die ihr meinen Namen verachtet, die ihr eigentlich die Führer des Volkes sein solltet, indem ihr das Gesetz haltet, aber stattdessen ihre Führer seid, indem ihr das Gesetz übertretet. Doch ihr sagt, als ob ihr die Anschuldigung gegen euch ehrlich ablehnt: Womit haben wir deinen Namen verachtet? Aber der Herr hat seine Antwort parat, V. 7. Ihr bringt unreines Brot auf meinen Altar, im Zusammenhang mit einigen der Opfergaben, die dem Herrn dargebracht werden; doch ihr sagt: Womit haben wir dich unrein gemacht? Indem ihr sagt: Der Tisch des HERRN ist verächtlich, ist ihre Praxis, Opfer darzubringen, die von Gott ausdrücklich verboten waren, und ihre Art und Weise, ihre Arbeit zu verrichten, eine Beleidigung der Heiligkeit des Herrn. Vgl. 3. Mose 22, 22. V. 8. Und wenn ihr Blindes zum Opfer darbringt, ist das nicht böse? Oder: „Es ist nichts Böses daran“, das heißt, ihrer Meinung nach. Und wenn ihr Lahmes und Krankes opfert, ist das nicht böse? Der Herr hatte den Mitgliedern seines Volkes ausdrücklich verboten, Tiere mit irgendwelchen Makeln als Opfer darzubringen. Bringt es doch eurem Statthalter! so fordert der Herr sie ironisch auf; Wirst du ihm damit gefallen oder wird er dir gnädig sein? spricht der HERR der Heerscharen. Die jüdischen Priester beleidigten den Herrn, was sie einem irdischen Herrscher niemals gewagt hätten. V. 9. Und nun fleht Gott an, dass er uns gnädig sei! sie sollten nur versuchen, ihm mit solcher Anbetung zu dienen – denn solches ist geschehen von euch, – das heißt, dies hatte ihre Hand getan: Wird er eure Person beachten? spricht der HERR der Heerscharen. Wenn schon ein irdischer Herrscher keine unvollkommenen Gaben aus ihren Händen annehmen würde, wie viel mehr galt dies für den Herrn, den Gott des Bundes! V. 10. Dass es unter euch einen gäbe, der wenigstens die Türen des Tempels verschließen würde! Damit ihr kein Feuer auf meinem Altar umsonst anzündet! Wenn doch nur jemand die Türen zum Brandopferaltar verschließen würde, um die Priester davon abzuhalten, solche eitlen Opfergaben darzubringen! Ich habe kein Gefallen an euch, spricht der HERR der Heerscharen, da ich von ihrem Verhalten zutiefst angewidert bin, und eine Opfergabe aus eurer Hand ist mir nicht angenehm, ganz gleich, welcher Art sie auch sei. V. 11. Denn vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Untergang, so weit die Welt reicht, ist mein Name groß unter den Heiden, unter den Gläubigen, die für die Kirche des Neuen Testaments aus der heidnischen Welt gewonnen wurden; und an jedem Ort werden Weihrauch, nämlich der der Gebete der Gläubigen, meinem Namen dargebracht und ein reines Opfer von denen, die den Gott des Bundes als ihren Gott angenommen haben; denn mein Name ist groß unter den Heiden, spricht der HERR der Heerscharen, denn das Reich Gottes wurde den Juden genommen, da sie den Messias und seine Gnade offen abgelehnt hatten, und den Heiden gegeben. V. 12. Aber ihr entweiht ihn, habt Schande über den Namen und die Herrlichkeit des einen wahren Gottes gebracht, indem ihr sagt: Der Tisch des HERRN ist unrein, vgl. V. 7, und seine Früchte [Opfergaben], samt seiner Speise, sind verächtlich, denn die Priester selbst hielten die auf dem Altar dargebrachten Opfer für in keiner Weise wirksam. V. 13. Und ihr sagt: Siehe, was für eine Mühsal ist das! Sie betrachteten ihren Dienst am Altar als eine lästige Plackerei. Und ihr schätzt ihn gering, spricht der HERR der Heerscharen, und damit öffentlich eure Verachtung für die Arbeit eures Dienstes gezeigt; und ihr bringt Geraubtes und das Lahme und das Kranke, in verächtlicher Missachtung des Gesetzes des Herrn; so bringt ihr die Opfer dar: Sollte ich das mit Wohlgefallen aus eurer Hand nehmen? spricht der HERR. Er drückt auf eindringliche Weise aus, dass er nicht zulassen würde, dass seine Herrlichkeit auf diese Weise verachtet wird. V. 14. Aber verflucht sei der Betrüger, der Heuchler, der in seiner Herde ein männliches, gesundes und normales Tier zum Opfer hat, und gelobt, als ob er sich bereit mache, das gute Tier als Opfer darzubringen, aber dem HERRN etwas Verdorbenes opfert! Etwas mit einem Makel. Denn ich bin ein großer König, spricht der HERR der Heerscharen, und mein Name ist gefürchtet unter den Heiden, nur mit Furcht und Zittern erwähnt. Gott wird niemandem erlauben, seine Majestät durch heuchlerische Verehrung zu entehren.

 

 

Kapitel 2

 

Strafpredigt gegen die Sünden der Priester und des Volkes

 

    Zusammenfassung der Zurechtweisung der Priester (V. 1-9): V. 1. Und nun, ihr Priester, dieses Gebot gilt euch: Ihr müsst euch der Ernsthaftigkeit der Lage bewusst sein und die Zurechtweisung und Drohung des Herrn entsprechend annehmen. V. 2. Wenn ihr nicht hören wollt und es euch nicht zu Herzen nehmt, wenn ihr in eurer Hartherzigkeit gegenüber Seinen Geboten verharrt, meinem Namen Ehre zu erweisen, spricht der HERR der Heerscharen, durch einen Gottesdienst, der mit Seinen Geboten übereinstimmt, werde ich einen Fluch unter euch senden und eure Segnungen verfluchen, Seine eigenen Gaben an sie werden sich ins Gegenteil verkehren und ihnen Schaden zufügen; ja, ich habe sie bereits verflucht, weil ihr es euch nicht zu Herzen nehmt und den Ermahnungen des Herrn gleichgültig gegenübersteht. V. 3. Siehe, ich werde euren Samen verderben, indem ich das, was auf den Feldern gesät wurde, zunichte mache und so auch die Zehnten der Priester verringere, und ich werde euch Mist ins Gesicht werfen, als Ausdruck seiner extremen Verachtung, den Mist eurer feierlichen Feste, den der Opfertiere, der normalerweise außerhalb der Stadt entsorgt wurde; und man wird euch zu ihm hinaustragen, sie behandeln, als wären sie selbst Mist, der in schändlichen Haufen weggeworfen wird. V. 4. So werdet ihr durch dieses Zeichen der Strafe erkennen, dass ich euch dieses Gebot gesandt habe, dieses Strafdekret, das sie für so unbedeutend hielten, dass sie es ruhig ignorieren konnten, damit mein Bund mit Levi, allen Priestern, bestehen bleibt, spricht der HERR der Heerscharen. Das Strafurteil des Herrn über alle, die seine Verehrung verachteten, war im ursprünglichen Bund mit den Mitgliedern des Stammes Levi enthalten. V. 5. Mein Bund mit ihm war Leben und Frieden, mit dem Versprechen auf Leben und Frieden verbunden; und ich gab sie ihm, nämlich Leben, Befreiung und Erlösung, dazu die Furcht, dass er mich fürchtete, als Belohnung für diese Haltung, und scheute sich vor meinem Namen, vgl. 4. Mose 25, 12. V. 6. Zuverlässige Weisung war in seinem Mund, so dass alles, was er tat und lehrte, mit der göttlichen Wahrheit übereinstimmte, und kein Unrecht war auf seinen Lippen zu finden, er war in keiner Weise der Verdorbenheit in seinem Dienst schuldig; er wandelte mit mir in Frieden und Gerechtigkeit, in einer Gemeinschaft des Friedens, der Integrität und der Gerechtigkeit, und bekehrte viele von Sünden, was das Lob war, das der Herr den Mitgliedern des Stammes Levi zuteilwerden ließ. V. 7. Denn des Priesters Lippen sollen die Lehre bewahren und das richtige Verständnis Jehovas unter dem Volk als einen kostbaren Schatz bewahren, und sie, das Volk, dass man aus seinem Mund Weisung suche, um darin unterwiesen zu werden; denn er ist ein Bote des HERRN der Heerscharen. Das ist es, was der Herr in den frühen Tagen an den Mitgliedern des Stammes Levi lobenswert fand; so sollte es sein. V. 8. Aber ihr, die gegenwärtigen Mitglieder des Stammes, seid vom Weg abgewichen und habt den Weg verlassen, den euch das Gesetz des Herrn gezeigt hat; ihr habt viele durch falsche Weisung zu Fall gebracht, sodass sie sich der Übertretung des Gesetzes schuldig gemacht haben; ihr habt den Bund Levis gebrochen, den ihre Väter so treu gehalten hatten, spricht der HERR der Heerscharen. V. 9. Darum habe ich euch auch verächtlich und gering gemacht, zu einem Gegenstand der Verachtung und des Abscheus vor dem ganzen Volk, weil ihr meine Wege nicht haltet, in demselben Maße, wie sie übertreten hatten, und die Person anseht, wenn ihr Weisung gebt, indem ihr das Gesetz auf das Verhalten des Volkes angewandt habt. Das Verhalten der geistlichen Führer des Volkes ist besonders verwerflich, wenn es andere in die Irre führt und sie in Sünde und Schuld stürzt.

 

    Gegen Ehescheidung und Mischehen (V. 10-17): V. 10. Haben wir nicht alle einen Vater? Hat nicht ein Gott uns geschaffen? Diese Fragen mit der darin enthaltenen Aussage stellt der Prophet an den Anfang seiner Ausführungen, um die Juden daran zu erinnern, dass sie in einem besonderen Sinne immer noch das Volk des Herrn sind und sich von den Heiden unbefleckt halten sollten. Warum handeln wir treulos, untreu, jeder gegen seinen Bruder, indem wir den Bund unserer Väter entweihen? Das Verhalten des Volkes, das der Prophet zu tadeln fand, war ein Verstoß gegen die Beziehung zum Herrn als gemeinsamem Vater und als Urheber des Bundes, der ihr ganzes Leben bestimmte. V. 11. Juda hat treulos gehandelt, mit einer gelassenen Missachtung der Treue zum Bund, und ein Gräuel wird begangen in Israel, im ganzen Volk, und in Jerusalem, der Hauptstadt, die in der Einhaltung des Gesetzes vorangehen sollte; denn Juda hat das Heiligtum des HERRN, das er liebt, entweiht, nämlich das Volk als Ganzes, das der Herr als sein heiliges Volk erwählt hatte, und hat die Tochter eines fremden Gottes geheiratet, indem zahlreiche Mitglieder der Nation eine Ehe mit Frauen eingegangen waren, die dem Götzendienst verfallen waren, was im Gesetz Gottes ausdrücklich verboten war (2. Mose 34,11; 5. Mose 7, 1-4. V.12. Der HERR wird den Mann, der dies tut, ausrotten, da es eine Entweihung der heiligen Stellung des Volkes, jeden Zeugen und Verteidiger, oder „des Wächters und des Antwortenden”, aus den Zelten Jakobs, auch wenn er dem HERRN der Heerscharen ein Opfer darbringt, war, so dass alle, die gesündigt hatten, vollständig ausgerottet würden. V. 13. Und das habt ihr weiter getan: als zweite Übertretung, die der Herr zu tadeln fand, indem ihr bedeckt den Altar des HERRN mit Tränen, Weinen und Seufzen, nämlich indem ihr eure geschiedenen Frauen zum Heiligtum kommen lasstet und dort ihre Klage über die erlittene Ungerechtigkeit registrieren lasstet, weil er, der Gott des Bundes, das Opfer nicht mehr ansieht noch mit Wohlwollen aus eurer Hand annimmt. Er wollte nichts von ihrer Anbetung, solange die Umstände so waren. „Ihre geschiedenen Frauen begeben sich zum Altar des Herrn, um dort ihr Herz vor ihm auszuschütten, sich über die grausame Behandlung zu beklagen, die ihnen zuteil wurde, und seine Hilfe zu suchen.“ (Lange.) V. 14. Doch ihr sagt, offenbar überrascht, dass der Herr ihre Gebete zurückweist: Warum? Weil der HERR Zeuge zwischen dir und der Frau deiner Jugend gewesen ist, da jede echte Ehe mit seiner Zustimmung geschlossen wurde und der Herr daher der Zeuge für die Rechte der Frau ist, gegen die du treulos gehandelt hast, indem du den versprochenen Glauben, das gegebene Wort, gebrochen hast; und doch ist sie deine Gefährtin, die Partnerin ihres Mannes in Freud und Leid, und die Frau deines Bundes, die, mit der der Mann eine Beziehung eingegangen war, die durch ein gegenseitiges Versprechen geregelt war. V. 15. Und niemand, der noch einen Funken Verstand hatte, handelte so, das heißt, diese Art zu handeln war unter vernünftigen Menschen unbekannt. Natürlich könnte das Volk den Einwand erheben: Was sucht er? Was tat Abraham, als er Hagar verstieß? Aber der Prophet schneidet den Einwand kurz ab: Nachkommenschaft von Gott. Das Ziel Abrahams, als er zu Hagar ging, war nicht, die Begierde des Fleisches zu befriedigen, sondern er glaubte ehrlich, dass er auf diese Weise den Sohn bekommen könnte, den Gott ihm versprochen hatte. Deshalb, so schließt der Prophet, achtet auf euren Geist, wacht mit größter Sorgfalt über euch selbst, und handle niemand treulos gegen die Frau seiner Jugend, nämlich indem er sie leichtfertig verstößt. V. 16. Denn der HERR, der Gott Israels, sagt, dass er das Wegschicken [Scheidung] hasst, vgl. 5. Mose 24, 1; und dass man sein Gewand mit Gewalttat bedeckt, oder „die Ungerechtigkeit bedeckt sein Gewand”, spricht der HERR der Heerscharen, so dass sie für immer an ihm haften bleibt; darum achtet auf euren Geist, dass ihr nicht treulos handelt. Der gleiche Gedanke findet sich im Neuen Testament, nicht nur in verschiedenen Aussagen Jesu über die Heiligkeit des Ehebundes, sondern auch in den Worten des Petrus über das vernünftige Zusammenleben eines Mannes mit seiner Frau. Vgl. 1 Petr 3,7.

 

 

Kapitel 3

 

Weissagung von Johannes dem Täufer und Christus und beider Amt sowie dem großen Tag des HERRN

 

    Des HERRN Bote und der Engel des Bundes (2,17-3,6): Kap. 2, 17. Ihr habt den HERRN mit euren Worten ermüdet, mit eurem unzufriedenen Murren über die jüngsten Ereignisse. Doch ihr sagt: Womit haben wir ihn ermüdet? Das gleiche ungehorsame Volk stellt sich erneut gegen Gott und lehnt die Zurechtweisung seines Propheten ab. Wenn ihr sagt: Jeder, der Böses tut, ist in den Augen des HERRN gut, und er hat Freude an ihm, ist dies eine gottlose Anmaßung, die in direktem Widerspruch zur Zurechtweisung des Propheten steht, oder: Wo ist der Gott des Gerichts? Die große Masse des Volkes erklärte kühn, dass die Drohung des Propheten unbegründet sei, dass das Gerede vom kommenden Gericht unbegründet sei. Vgl. 2 Petr 3,4. Dieser Frage des Zweifels und des Unglaubens stellt der Herr eine sehr eindeutige Aussage gegenüber. Kap. 3, 1. Siehe, ich werde meinen Engel [Boten] senden, den besonderen Propheten, von dem in Jesaja 40, 3 die Rede ist, der Stelle, auf der die vorliegende Aussage offensichtlich beruht, der vor mir her den Weg bereiten wird, Markus 1, 3; Und bald wird kommen zu seinem Tempel der HERR, den ihr sucht, auf dessen Kommen sie so sehnsüchtig gewartet haben, wird plötzlich in seinen Tempel kommen, um inmitten seines Volkes, seiner Kirche, zu wohnen, und der Engel des Bundes, der große Engel des Herrn, der Sohn Gottes selbst, den ihr begehrt, nämlich alle, die noch immer den Wunsch haben, dass der Bund des Herrn mit seinem Volk erfüllt werde. Siehe, so wird die Ankündigung noch einmal mit eindrucksvoller Feierlichkeit gemacht: Er kommt, spricht der HERR der Heerscharen. Dies ist die Predigt der Buße, um die Herzen auf das große Kommen des Herrn vorzubereiten. V. 2. Aber wer kann den Tag seines Kommens ertragen? Wer kann diesen Tag des Gerichts über die Ungehorsamen und Selbstsicheren ertragen? Vgl. Matthäus 3, 8-12; Lukas 3, 9. Und wer wird bestehen, wenn er erscheint? Vgl. Joel 2, 11. Denn er ist wie das Feuer eines Schmelzers, das die Schlacke vom reinen Metall trennt, und wie die Lauge eines Walkers, um das Gewand Seiner Kirche gründlich von allen Unreinheiten zu reinigen; V. 3. Und Er wird sitzen und das Silber schmelzen und reinigen, wobei die gesamte messianische Zeit eine Zeit der Prüfung und des Gerichts ist, Johannes 9, 39, die im Tag des endgültigen Gerichts gipfelt; und er wird die Söhne Levis reinigen, denn das Gericht beginnt beim Hause Gottes, und sie läutern wie Gold und Silber, damit sie dem HERRN Opfer in Gerechtigkeit darbringen, damit alle Mitglieder des neutestamentlichen Priestertums Ihm tatsächlich in Heiligkeit und Gerechtigkeit dienen können. V. 4. Dann wird das Opfer Judas und Jerusalems dem HERRN wohlgefällig sein, die ganze Kirche wird Ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten, wie in den Tagen der Vorzeit, als die Kinder Israels noch in Wahrheit Seine Kirche waren, und wie in früheren Jahren. Vgl. Titus 2, 14; 1 Petr. 2, 5. V. 5. Und ich werde zu euch kommen zum Gericht, nämlich das Gericht des Zorns über die Gottlosen; und werde ein schneller Zeuge sein gegen die Zauberer, die Übertreter des ersten und zweiten Gebots, und gegen die Ehebrecher, die das sechste Gebot missachten, und gegen die Meineidigen, sowohl in Bezug auf das zweite als auch auf das achte Gebot, und gegen diejenigen, die den Tagelöhner um seinen Lohn betrügen, indem sie ihn ganz vorenthalten oder ihn unterbezahlen, die Witwe und die Waise unterdrücken, die keinen natürlichen Beschützer haben, und den Fremden um sein Recht bringen, vgl. 5. Mose 27, 19, und mich nicht fürchten, spricht der HERR der Heerscharen, wobei dieser letzte Punkt die Quelle aller Ungerechtigkeit aufzeigt – die Furchtlosigkeit vor dem Herrn. V. 6. Denn ich bin der HERR, ich ändere mich nicht, der Name Jahwe selbst weist darauf hin, dass Er von Ewigkeit zu Ewigkeit derselbe ist; aber ihr habt nicht aufgehört, die Söhne Jakobs zu sein, wörtlich: „und ihr, die Söhne Jakobs, seid noch nicht vernichtet worden”, das heißt, der Herr wird das wahre geistliche Israel bewahren, während er sein Gericht über die Gottlosen in ihrer Mitte sendet. So wird auch die Kirche Christi im Neuen Testament inmitten von Heuchelei und Betrug bewahrt, und die Gottlosen werden schließlich vernichtet werden.

 

    Das Volk wird zurechtgewiesen (V. 7-12): V. 7. Schon seit den Tagen eurer Väter seid ihr von meinen Geboten abgewichen und habt sie nicht gehalten, was der Grund dafür ist, dass Er ihnen die Fülle Seines Segens und Seiner Erlösung vorenthalten hat. Kehrt um zu mir, dann werde ich mich euch zuwenden, spricht der HERR der Heerscharen. Sein Appell ist von aufrichtiger Überzeugung geprägt, da er möchte, dass alle Menschen gerettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit gelangen. Aber ihr sagt, immer noch blind gegenüber euren Übertretungen: Worin sollen wir umkehren? Sie haben nicht erkannt, dass der wahre Dienst am Herrn ein Wachstum von innen heraus sein muss, aus einem Herzen, das in seiner Furcht lebt. Deshalb fragt der Prophet seinerseits, um sie für die wahre Bedeutung der Anbetung zu sensibilisieren: V. 8. Darf ein Mensch Gott berauben, ihn betrügen? Ist nicht schon allein der Gedanke absurd und abstoßend? Doch ihr beraubt mich, indem ihr tatsächlich versucht habt, den Herrn um den Dienst zu betrügen, den er zu Recht erwartet hat. Aber ihr sagt: Womit haben wir dich beraubt? Und die Antwort lautet: Mit den Zehnten und den Hebopfergaben, denn diese hatte das Volk bewusst zurückgehalten und damit seine Anbetung des Herrn verspottet. V. 9. Ihr seid mit dem Fluch belegt, als Folge eines solchen Verhaltens; und mich beraubt ihr, ja, das ganze Volk, denn die getadelte Praxis war unter dem Volk allgemein verbreitet. Deshalb ermahnt Er sie mit großer Feierlichkeit: V. 10. Bringt den ganzen Zehnten, den gesamten Zehnten, nicht nur einen Teil, in das Vorratshaus, ohne einen Teil zurückzuhalten, wie bisher, damit in meinem Haus Nahrung vorhanden ist, als Speise für seine Diener, 4. Mose 18, 24; und prüft mich doch damit, um herauszufinden, ob er nicht noch immer derselbe gerechte und heilige Gott wie früher ist, spricht der HERR der Heerscharen, ob Ich euch nicht die Fenster des Himmels öffnen und euch Segen in überreicher Fülle ausschütte, in reichlicher Ernte ausgießen werde, sodass ihr nicht genug Platz habt, um ihn aufzunehmen, da euer Wohlstand praktisch grenzenlos sein wird. V. 11. Und ich werde den Fresser um euretwillen bedrohen, damit die Heuschrecken nicht die Ernte fressen und das Land verwüsten, damit er die Früchte eures Ackers nicht vernichten wird, alle gewöhnlichen Feldfrüchte; auch wird euer Weinstock auf dem Feld nicht fruchtlos bleiben, spricht der HERR der Heerscharen, das heißt, die Trauben würden nicht fallen, bevor sie reif sind. V. 12. Und alle Völker werden euch glücklich preisen, sie werden euch für die offensichtlichen Segnungen loben, die ihr als Gabe des Herrn genießt; denn ihr werdet ein Land des Wohlgefallens sein, ein Objekt der Freude, spricht der HERR der Heerscharen. Auch heute noch belohnt der Herr oft ein Leben, das aufrichtig in Übereinstimmung mit seinem Wort geführt wird, mit äußeren Gaben seiner Güte.

 

    Nur Gottes Wege sind recht (V. 13-18): V. 13. Eure Worte gegen mich sind hart, spricht der HERR, nämlich in dem Murren, das er oben getadelt hat. Doch ihr sagt: Was haben wir gegen dich gesprochen? Die Antwort des Herrn durch seinen Propheten lautet: V. 14. Ihr habt gesagt: Es ist vergeblich, Gott zu dienen, es lohnt sich nicht, so wie die Spötter in unseren Tagen sagen; und was nützt es uns, dass wir seine Gebote halten und traurig vor dem HERRN der Heerscharen wandeln? mit allen Anzeichen tiefer Trauer und Trauer über ihre Sünden. Ihre Klage war, dass es ein schlechtes Geschäft sei, dass es sich nicht lohne. V. 15. Und nun preisen wir die Verächter glücklich, sie hatten tatsächlich das Stadium erreicht, in dem sie die Gottlosen lobten, mit ihrem scheinbaren Glück in den Angelegenheiten dieser Welt; denn sie wurden sogar noch aufgebaut, als sie gottlos handelten, sie sind ihrer Meinung nach die Glücklichen; und die Gott versuchen, kommen davon, sie haben kein Unglück, sie haben alles, was ihr Herz begehrt. Das ist immer die Anschuldigung, die die Abtrünnigen gegen den Herrn vorbringen wollen. V. 16. Da, nämlich als die Spötter diese lästerlichen Bemerkungen machten, sprachen die, die den HERRN fürchteten, miteinander, sie machten es sich zur Gewohnheit, sich gegenseitig gegen solche lästerlichen Reden zu ermutigen; und der HERR merkte auf und hörte es, Er schenkte ihren Bemerkungen Beachtung, und ein Gedenkbuch wurde vor ihm geschrieben für diejenigen, die den HERRN fürchteten und an seinen Namen denken, wobei das Thema ihrer Gespräche Dinge waren, die Seine Herrlichkeit betrafen. V. 17. Und sie sollen mein sein, spricht der HERR der Heerscharen, das kostbare Volk seines Erbes, 1 Petr 2, 9, an dem Tag, den ich machen werde, wenn er ihnen die Fülle seiner Herrlichkeit mitteilen will; und ich werde sie schonen, indem ich ihnen meine zärtliche Barmherzigkeit erweise, wie ein Mann seinen eigenen Sohn schont, der ihm dient, bereit, in einem solchen Fall seine Liebe und Güte zu zeigen. V. 18. Dann werdet ihr, die ihr jetzt murrt, wieder sehen, was für Unterschied ist zwischen dem Gerechten und dem Gottlosen, indem ihr den Unterschied zwischen den beiden Klassen erkennt, auch in der Art und Weise, wie Gott mit ihnen umgeht, zwischen dem, der Gott dient, und dem, der ihm nicht dient. Die Zeit der Gnade ist noch nahe, aber Ungläubige und Spötter tun gut daran, ihre Umkehr nicht aufzuschieben.

 

 

Kapitel 4

 

Von Christus, der Sonne der Gerechtigkeit, und seinem Vorboten, Johannes dem Täufer

 

    Nachdem der Prophet die Spötter mit warnenden Worten angesprochen hat, beschreibt er abschließend die Folgen der Bestimmung des Herrn für den Tag, von dem Er gesprochen hatte. V. 1 (3,19). Denn siehe, der Tag kommt, wobei die gesamte Zeit des Neuen Testaments als Tag der Prüfung und des Gerichts betrachtet wird, weil sie im Tag des Gerichts gipfelt, der wie ein Ofen brennen wird, ein Ofen, der das Feuer des Schmelzers enthält; und alle Verächter und alle, die gottlos tun, werden wie Strohstoppeln sein unter dem Feuer seines Zorns, vgl. Mt 3, 10-12; und der kommende Tag wird sie verbrennen, spricht der HERR der Heerscharen, vgl. Jes 5, 24; Zeph 1, 18, dass er ihnen weder Wurzel noch Zweig lassen wird, wobei die endgültige, ewige Vernichtung der Gottlosen mit dem Jüngsten Gericht zusammenfällt. Das ist das schreckliche Schicksal derer, die sich der Gnade des Herrn nicht bedienen. V. 2 (3,20). Aber euch, die ihr meinen Namen fürchtet, die ihr an den Herrn, den Gott des Bundes, und seine Erlösung glaubt, wird die Sonne der Gerechtigkeit, der Messias, mit der Fülle seines Heils aufgehen und Heilung unter ihren Flügeln, in den Strahlen seiner Barmherzigkeit, die durch sein Wort ausgesandt werden; und ihr werdet hinausgehen mit freudig erhobenen Köpfen und springen wie Mastkälber, genährt durch das Wort der Wahrheit und Gnade. Vgl. Johannes 1, 14. V. 3 (3,21). Und ihr werdet die Gottlosen zertreten, deren endgültiger Sturz in der Schrift immer wieder prophezeit wird; denn sie werden Staub unter euren Füßen sein, machtlos und wertlos, an dem Tag, den ich machen werde, spricht der HERR der Heerscharen. Alle Gläubigen sind glücklich in ihrem Glauben, in der Freude über die Gnade des Herrn; sie genießen wahre Freiheit und werden schließlich einen ewigen Sieg über alle ihre Feinde feiern. Der Prophet fügt daher am Ende seiner Botschaft eine Ermahnung hinzu:

    V. 4 (3,22). Denkt an das Gesetz meines Knechtes Mose, das ich ihm auf dem Horeb für ganz Israel geboten habe, mit den Geboten und Rechten, dem Wort, das seinen feierlichen Bund enthielt. V. 5 (3,23). Siehe, ich werde euch den Propheten Elia senden, einen Propheten wie ihn, nämlich Johannes den Täufer, den Vorläufer des Messias, Matthäus 11, 10. 14; 17, 10-13; Lukas 1, 17, ehe denn der große und schreckliche Tag des HERRN kommt, Joel 2, 31, nämlich bevor der Herr selbst sein Wirken beginnen würde, das die Zeit des Neuen Testaments einleitete und im Jüngsten Gericht gipfelte. V. 6 (3,24). Und er wird das Herz der Väter zu den Kindern und das Herz der Kinder zu ihren Vätern bekehren, indem er beide die Liebe des Herrn erkennen lässt, der den Messias gesandt hat und allen Menschen das Heil gebracht hat, Lukas 1,17, damit ich nicht komme und die Erde mit dem Bann schlage, nämlich für den Fall, dass die Menschen die Predigt der Buße zur Vergebung der Sünden nicht beachten. Die Juden als Volk haben den Messias abgelehnt und sind unter den Fluch geraten. Dies führte jedoch nicht zum Sturz des Reiches Gottes und Christi. Vielmehr hat das geistliche Israel das Wort der Gnade beachtet und beachtet es auch weiterhin und genießt die Fülle der Segnungen, die im Alten Testament verheißen und in der Neuen Heilszeit so herrlich erfüllt wurden.

 



A Entnommen aus: Dr. Martin Luthers Sämtliche Schriften. Hrsg. von Joh. Georg Walch. Nachdr. der 2., überarb. Aufl. St. Louis, Missouri. Bd. 14. Groß Oesingen: Verl. der Lutherischen Buchhandlung Heinrich Harms. 1987. Sp. 68-69

[1] Vgl. Fürbringer, Einleitung in das Alte Testament, 96. 97.