Das
Buch des Propheten Daniel
Luthers Vorrede ueber
den Propheten Daniel, nebst Auslegung des elften und zwoelften
Kapitels S. 1
Einleitung S. 8
Kapitel 1 S. 8
Kapitel 2 S. 10
Kapitel 3 S. 13
Kapitel 4 S. 16
Kapitel 5 S. 19
Kapitel 6 S. 21
Kapitel 7 S.
Kapitel 8 S.
Kapitel 9 S.
Kapitel 10 S.
Kapitel 11 S.
Kapitel 12 S.
Geschichtlicher Hintergrund zu den
siebzig Jahrwochen in Daniel 9
Geschichtlicher Hintergrund von Daniel
11
(1530) A
1. Auf dass die Einfältigen und die, so die
Geschichten nicht wissen noch lesen können, dies Buch St. Daniels doch etlichermaßen können vornehmen, will ich mit dieser Vorrede
eine kleine Anweisung geben. Und aufs erste, wie Daniel etliche Jahre vor der
Zerstörung Jerusalems nach Babel sei gekommen, unter dem König Jojakim, welchen der König Nebukadnezar fangen und binden
ließ, und wollte ihn nach Babel führen, und doch andern Rats war und ließ ihn
da bleiben, führte aber etliche der besten Leute (unter welchen Daniel auch
gewesen ist) und Gefäße aus dem Tempel mit sich; von dem allen findet man im
zweiten Buch der Könige im 24. Kapitel, V. 14-16, und in [dem zweiten Buch] der
Chronik im 36. Kapitel, V. 20.
2. Im ersten Kapitel geht vorher ein
schönes Beispiel von dem Leben Daniels, wie heilig, wie gottesfürchtig und wie
eines großen, ritterlichen Glaubens zu Gott er gewesen sei, unter solchem
wüsten, heidnischen Wesen und unter so greulichen
Ärgernissen, so er zu Babel hat müssen sehen und hören täglich; und doch fest
und beständig geblieben [und] solches alles in seinem Herzen überwunden. Darum
folgt auch bald hernach, wie Gott ihm so große Gnade erzeigt, und zum ersten
geistlich hoch ehrt, mit Weisheit und Verstand über alle Menschen begabt, und
nachher auch weltlich hoch gesetzt und eitel mächtige, große Wunder und Werke
durch ihn tut. Damit er uns allen anzeigt, wie lieb und wert er habe die, so
ihn fürchten und ihm vertrauen. Und [er] lockt uns mit solchem großen Beispiel
gar freundlich zur Gottesfurcht und Glauben.
3. Im zweiten Kapitel geht Daniels Ehre,
verursacht durch des Königs Traum, welchen Daniel aus göttlicher Offenbarung
wieder findet und deutet. Dadurch wird er ein Fürst im ganzen Land Babel und
Bischof oder Oberster über alle Geistlichen und Gelehrten. Welches geschieht
auch dem jüdischen Volk zu Trost, auf dass sie im Elend nicht zweifeln oder
ungeduldig sein sollen, als hätte sie Gott verworfen und seine Verheißung von
Christus aufgehoben. Darum muss ein gefangener Jude ein solch großes Königreich
regieren und kein Babylonier solche Ehre haben; gerade, als wäre er dazu
gefangen weggeführt, dass er so ein großer Herr werden sollte, auch über die,
so ihn gefangen hatten und hielten. So gar wunderlich
führt Gott seine Gläubigen und gibt viel mehr, als ein Mensch wünschen kann.
4. Der Traum aber und das Bild ist im Text
durch Daniel selbst klar gedeutet von den vier Königreichen, als da ist das
erste, der Assyrer oder Babylonier, das zweite, der Meder und Perser, das
dritte des großen Alexander und der Griechen, das vierte, der Römer. In dieser
Deutung und Meinung ist alle Welt einträchtig, und das Werk und die Geschichten
beweisen’s auch gewaltig.
5. Aber vom Römischen Reich redet er am
meisten und längsten. Darum müssen wir auch fleißig zuhören. Am Ende, da sich
die eisernen Schenkel beginnen zu teilen in die Zehen und Füße, deutet er drei
Stücke vom Römischen Reich.
6. Das erste ist, dass die Zehen geteilt
sind, aber doch gleichwohl den Ursprung von dem eisernen Fuß behalten,
gleichwie im menschlichen Leib auch die Zehen sich teilen, aber doch gleichwohl
aus dem Fuß herwachsen und zum Fuß gehören. So ist
das Römische Reich zertrennt, da Spanien, Frankreich, England und andere Stücke
mehr davon gekommen sind. Es ist aber dennoch herausgewachsen und gleich wie
eine Pflanze versetzt (wie sie es nennen), translatum,
von den Griechen auf die Deutschen; so, dass dennoch des Eisens Art da ist
geblieben; denn es hat noch seine Stände, Ämter, Rechte und Gesetze, wie es vor
Zeiten gehabt. Darum spricht er hier: Ob es wohl ein zertrenntes Reich sein
wird, so soll doch Eisens Wurzel, Pflanze oder Stamm darinnen sein.
7. Das zweite Stück, dass solche geteilte
Zehen ungleich sind, eines Teils Eisen, eines Teils Ton, welches er selbst
deutet, dass es soll ein solches zerteiltes Reich sein, dass es etwa mächtig,
etwa schwach sei, das findet sich so. Denn es hat oft manchen weidlichen Kaiser
gehabt, wie Carolus Magnus [Karl den Großen], die drei Ottonen, und
dergleichen, die unüberwindlich gewesen sind. Wiederum auch oft schwache und
unselige Kaiser, die oft überwunden sind. Das wird aber alles darum gesagt,
dass wir wissen, wie das Römische Reich soll das letzte sein, und niemand soll
es zerbrechen, außer allein Christus mit seinem Reich. Darum, ob sich gleich
viele Könige gegen das deutsche Kaisertum gesetzt haben und der Türke auch
dawider tobt und sie alle vielleicht etliche Male eine Schlacht gewinnen mögen,
so müssen sie doch solcher eisernen Wurzel und Pflanze nicht mächtig werden
oder sie gar ausrotten. Es muss bleiben bis an den Jüngsten Tag, wie schwach es
immer sei. Denn Daniel lügt nicht, und bisher die Erfahrung auch bewiesen hat,
beide, an Päpsten selbst und an Königen.
8. Das dritte Stück, dass solche zerteilte,
ungleiche Zehen gleich gemengt oder einer um den andern gewechselt stehen,
deutet er selbst, dass [es] ein solch schwaches Reich sein wird, das sich mit
Bündnis und Verwandtschaft hin und her bei anderen Königen flicken und sich
stärken wird; aber es wird doch nicht helfen noch Treue finden. Und muss so
allein durch Gottes Vorsehung seine Stärke und Sieg haben, wenn es sein soll.
9. Den Berg, davon der Stein ohne
Menschenhände gerissen wird, deuten etliche die heilige Jungfrau Maria, von
welcher Christus geboren ist, ohne menschliches Zutun; und ist nicht
unchristlich geredet. Es mag aber auch wohl der Berg sein das ganze jüdische
Reich, aus welchem Christus gekommen und ihr Fleisch und Blut ist, und nun doch
von ihnen gerissen und unter die Heiden gekommen; da ist er in aller Welt ein
HERR geworden, in allen diesen vier Königreichen, und wird’s auch bleiben.
10. Im dritten Kapitel beschreibt er
abermals ein großes Wunderzeichen des Glaubens, dass die drei Männer im
glühenden Ofen erhalten werden. Dadurch denn Gott bekannt [gemacht] und
gepriesen ward vom König, durchs ganze Königreich, auch mit Schriften. Welches
abermals geschieht zu Trost den gefangenen Juden, welche samt ihrem Gott gar
verachtet und nichts waren zu Babel unter den Tyrannen und falschen Göttern.
Aber hier wird ihr Gott hoch geehrt über alle Götter, auf dass sie ja fest
glauben sollen, er könne und wolle sie wohl erlösen zu rechter Zeit, und indes
an solcher seiner Ehre und Wunder sich halten und trösten.
11. Im vierten Kapitel steht ein
treffliches Beispiel gegen die Wüteriche und Tyrannen. Denn da wird der große,
mächtige König seiner Vernunft beraubt und so rasend und toll, dass man ihn,
wie einen tollen Hund, mit Ketten binden und auf dem Feld gehen lassen muss,
den man bei den Leuten nicht hat mögen leiden. Jetzt, weil es da im Buch steht,
scheint es ein geringes Ding; aber wenn wir hätten sollen dabei gewesen sein
und solches gesehen haben, so würden wir ein schreckliches, greuliches
Urteil Gottes gesehen haben, so, dass sich wohl jedermann hätte müssen von
Herzen erbarmen über alle Oberherren und bösen Tyrannen, dass sie so ein
grausames Urteil müssen erwarten, wo sie ihre Herrschaft missbrauchen.
12. Solches aber geschieht auch zu Trost
dazumal den elenden gefangenen Juden und jetzt immerdar allen, so von den
Tyrannen geplagt werden oder Unrecht leiden, dass sie sehen, wie Gott wolle und
könne uns rächen an unsern Feinden, mehr, als wir wünschen dürfen, wie der 58.
Psalm, V. 11, auch sagt: „Der Gerechte wird mit Freuden die Rache sehen und
seinen Gang in des Gottlosen Blut baden.“ Darum sollen wir solche Tyrannen
nicht allein geduldig erleiden, sondern auch uns ihres künftigen Urteils
erbarmen und für sie herzlich bitten. Gleichwie hier der fromme Daniel tut und
betrübt sich, dass dem König (der sie doch gefangen und ihr Land zerstört hat)
so übel gehen sollte, und wünscht es lieber seinen Feinden.
13. Aber wiederum ist das für die frommen
Herren und Fürsten ein tröstliches, liebliches Bild, dass Gott der HERR auch
diesen tyrannischen König durch einen schönen Baum vorbildet, der alle Tiere
nährt und unter seinem Schaffen ruhen lässt, damit Gott anzeigt, dass er Ruhe
und Frieden, Schutz und Schirm, Nahrung und Güter und dies ganze zeitliche
Leben durch die Obrigkeit gebe und erhalte, und dass ihm sehr wohlgefalle, wo
ein Herr oder Fürst solches sein Amt fleißig übt. Denn es sind schöne Früchte,
schöne Äste, schönes Laub (spricht er), das ist, es sind köstliche, edle, gute
Werke. Weil es denn Gott selbst wohlgefällt, dass er’s so fein malt, lobt und
ziert, sollte ein Herr ja mit Lust und Liebe sein Amt treiben, ob’s gleich
voller Mühe und Arbeit ist. So sollen wir auch nicht achten, wie böse die
Tyrannen sind, sondern wie ein köstliches, nützliches Amt sie haben von Gott,
uns zu Gut und Heil eingesetzt.
14. Im fünften Kapitel kommt aber[mals] ein Beispiel gegen die Tyrannen. Denn das vorige
Beispiel ist noch leidlich, weil derselbe König sich strafen lässt und bekehrt
sich zu Gott mit rechter Buße, Demut und Bekenntnis, dass er ohne Zweifel aus
einem Tyrannen ein großer Heiliger ist geworden. Aber hier wird der verstockte,
unbußfertige Tyrann, der sicher und fröhlich ist, in seiner Bosheit gestraft,
ohne alle Barmherzigkeit, dass er Leib und Leben, Land und Leute auf einmal
verliert. Welches freilich zu einem Schrecken allen dergleichen Tyrannen
geschrieben ist.
15. Im sechsten Kapitel kommt ein feines,
liebliches Beispiel, da ein feiner, frommer König ist, der Daniel lieb hat. Des muss Daniel auch bei den andern großen Haufen
entgelten; die beweisen ihm ein Hofetücklein und er
wird auch endlich in der Löwen Loch geworfen. Da werden die gefangenen, elenden
Juden wiederum betrübt worden sein. Aber Gott beweist sich abermals redlich und
tröstlich und kehrt das Spiel fein um, dass Daniels Feinde das mussten selbst
ausessen, das sie ihm hatten eingebrockt; wie der 7. Psalm, V. 15.17 sagt: „Sieh gehen mit Unglück schwanger, aber sie gebären einen
Fehl. Ihr Unglück fällt auf ihren Kopf und ihr Frevel auf ihren Wirbel.“ So ist
Daniels Leben nichts anderes als ein feiner, reiner Spiegel, darin man sieht
des Glaubens Kampf und Sieg durch Gottes Gnade wider alle Teufel und Menschen,
und seine große Frucht und Nutzen, den er durch Geduld und Kreuz schafft, beide
vor Gott und der Welt.
16. Im siebten [Kapitel] gehen an die
Gesichte und Weissagungen von den zukünftigen Königreichen und besonders von
dem Reich Christi, um welches willen alle diese Gesichte geschehen. Und aufs
erste, die vier Königreiche, die er droben im 2. Kapitel, V. 31, im großen Bild
angezeigt hat, sieht er hier abermals in einer andern Gestalt, nämlich in vier
Tieren, allermeist um des vierten Tiers, des römischen Reichs willen, davon er
etwas weiter sagen will. Denn unter demselben römischen Reich sollte das größte
Ding auf Erden geschehen, nämlich Christus kommt, die Menschen erlösen und die
Welt ihr Ende nehmen.
17. So ist nun das erste Tier, das
Königreich zu Assyrien und Babylon, das ist, der Löwe mit den zwei Adlersflügeln; denn es ist das edelste und beste, und (wie
droben gesagt) das goldene Königreich gewesen vor allen. Die zwei Flügel sind
die zwei Stücke des Reichs, Assyrien und Babylon. Und ihm wird ein menschliches
Herz gegeben, denn es hat der andern Königreiche keines solchen König gehabt,
der so wunderlich zu Gottes Erkenntnis gekommen sei, auch nicht so viel großer,
heiliger, weiser Leute am Hof gehabt als dies Königreich.
18.
Das andere Tier, der Bär, ist das Königreich in Persien und Medien,
welches hat das vorige zu Babel zerstört und ihm seine Flügel ausgerauft. Und
[es] hat unter seinen Zähnen drei Rippen (das sind drei große, lange Zähne),
das sind die vornehmsten Könige Kores [Kyros], Darius
und Xerxes, welche das meiste in diesem Königreich getan und viel Fleisch
gefressen, das ist, große Länder gewonnen haben.
19. Das dritte Tier, der Parder, mir vier Flügeln und vier Köpfen, ist das
Königreich des großen Alexander in Griechenland, aus welchem danach vier
Königreiche geworden sind, wie wir im folgenden Kapitel hören werden.
20. Das vierte Tier, mit den eisernen
Zähnen, ist nun das, welches eigentlich gemeint ist, das letzte, nämlich das
römische Königreich, mit welchem die Welt soll ein Ende haben. Wie denn hier
Daniel viel sagt vom Jüngsten Gericht und von der Heiligen Königreich, so nach
diesem Königreich folgen soll. Er malt aber dasselbe römische Königreich so,
dass[es] zum ersten soll zertrennt werden in zehn Königreiche; das sind die
zehn Hörner, wie Syrien, Ägypten, Asia
[Kleinasien], Gräcia [Griechenland], Afrika,
Spanien, Gallien, Italien, Germanien, Anglien
[England]; und dass ein kleines Horn soll drei Hörner von den vordersten zehn
Hörnern abstoßen, das ist, der Mohammed oder Türke, der jetzt Ägypten, Asia und
Gräcia hat; und wie dasselbe kleine Horn soll die
Heiligen bestreiten und Christus lästern; welches wir alles erfahren und vor
unseren Augen sehen. Denn der Türke hat großen Sieg gegen die Christen gehabt
und leugnet doch Christus und hebt seinen Mohammed über alles, dass wir nun
gewiss nichts zu erwarten haben als den Jüngsten Tag; denn der Türke wird nicht
mehr Hörner über die drei abstoßen.
21. Im achten Kapitel hat Daniel ein
besonderes Gesicht; nicht, dass es die ganze Welt, wie das vorige, sondern sein
Volk, die Juden, betrifft, wie es ihnen gehen sollte vor dem römischen Reich,
und ehe nun Christus kommen würde, nämlich unter dem dritten Reich des großen
Alexander; auch dass sie abermals getröstet werden und nicht verzagen in dem
Jammer, der über sie kommen würde, als wollte Christus abermals sie lassen und
nicht kommen.
22. Und Daniel zwar deutet das Gesicht
selbst, dass der Widder mit den zwei Hörnern sei der König in Medien und
Persien. Der Ziegenbock sei der große Alexander, der schlug Darius, den letzten
König in Persien, und gewann sein Königreich. Und Daniel spricht, dass der Bock
habe gleich[sam] geflogen, dass er die Erde nicht rührte. Denn Alexander ging
so schleuig, dass er in zwölf Jahren die Welt bezwang
und fing an, da er zwanzig Jahre alt war, und starb im 32. Jahr; dass freilich
für eine Person kein größerer Mann (nach der Welt zu reden) auf Erden gekommen
ist noch kommen wird. Aber das bald aufgeht, das vergeht auch bald, denn sein
Königreich zerfiel gleich, da er starb, und wurden die vier Königreiche draus:
Syrien, Ägypten, Asia, Gräcia.
23. Nun lässt Daniele die zwei, Asia und Gräcia, fahren und nimmt die zwei, Syrien und Ägypten, vor
sich. Denn zwischen diesen zweien liegt das jüdische Land, und hat Syrien gegen
Mitternacht [Norden] und Ägypten gegen Mittag [Süden], welche hatten ewigen
Streit miteinander. Darum wurden die Juden, weil sie so zwischen Tür und Angel
staken, von beiden Seiten wohl geplagt. Jetzt fielen sie Ägypten zu, jetzt
Syrien, darnach ein Königreich dem andern überlegen war, und mussten der
Nachbarschaft übel entgelten, wie es denn geht in Kriegsläuften.
Besonders, da der lose Mann König in Syrien war, den die Geschichte Antiochus
den Edlen nennt, der griff greulich auf die Juden,
würgte und wütete wie ein Teufel unter ihnen: Den Gottesdienst zu Jerusalem
legte er nieder, machte den Tempel zu Schanden, plünderte und nahm alle
Kleinode, richtete Abgötterei und Götzen drinnen auf, verjagte und tötete die
Priester und alles, was nicht wollte, wie er wollte. Er wollte schlicht aus
allerlei Glauben einerlei Glauben machen, und das sollte der Griechen Glaube
sein. Dazu halfen ihm denn etliche abtrünnige Buben aus den Juden, die sonst
nicht konnten emporkommen, wie man das weiter im ersten Buch der Makkabäer im
ersten Kapitel findet. Aber er trieb es nicht lange.
24. Von diesem Antiochus sagt nun hier
Daniel, dass nach dem Alexander aus der vier Hörner einem sei ein kleines Horn
gekommen, das isst, Antiochus der Edle, aus dem Horn Syrien; der wurde mächtig
gegen Mittag, Morgen [Osten] und gegen das werte Land, das ist das jüdische
Land. Denn Antiochus nahm dem König in Ägypten viel Land und Städte durch große
Verräterei und Schalkheit, wie hernach im 11. Kapitel folgen wird. So warf er
auch viel Sterne zur Erde, dass viele heilige Leute unter den Juden umkamen; verwüstete
und schändete dem Gott vom Himmel seinen Gottesdienst im Tempel und setzte AbgöttereiB hinein. Gegen solchen
Teufel erweckte Gott den Judas Makkabäus mit seinen
Brüdern, die stritten und taten große, redliche Taten, schlugen in fünf Jahren
schier bei 200.000 Mann tot, Makk. Buch 2, und reinigten das Land und den
Tempel und brachten alles wieder zurecht. Wie hier im Text steht, dass der
Tempel nach 2.300 Tagen gereinigt werden soll, welche machen sechs Jahre und
ein Vierteljahr; denn ebenso lange wütete auch der Antiochus gegen die Juden,
und starb auch in demselben siebten Jahr. Und trifft die Zahl fein gleich zu,
wie das Makkabäerbuch beweist.
25. Darum spricht hier der Engel, dass der
König Antiochus großen Schaden tun werde, und sei ein frecher, unverschämter
König. Denn er führte auch ein loses, schändliches Leben für seine Person, in
aller Unzucht, wie die Geschichten schreiben. Aber er soll (spricht er) ohne
Hand zerbrochen werden. Denn da er in Persien Geld holen wolle, befahl er
dieweil seinem Feldhauptmann Lysias, dass er die
Juden schlicht sollte ausrotten und vertilgen. Aber da er kein Geld konnte
kriegen und vernahm, dass Judas Makkabäus Lysias mit seinem Heer hatte geschlagen und niedergelegt,
ward er vor großem Zorn und Ungeduld krank, dass [es] ihm nicht nach seinem
Sinn gegangen war, und starb auch so vor großem Leid und Jammer in fremden
Landen [1. Makk. 6,1-16].
26. So soll’s den Tyrannen gehen. Denn
dieser Antiochus ist hier zum Beispiel gesetzt aller bösen Könige und Fürsten,
besonders derer, so gegen Gott und sein Wort toben. Darum haben auch alle
vorigen Lehrer diesen Antiochus eine Figur des Antichristen genannt und
gedeutet, haben’s auch recht getroffen. Denn ein solcher wüster Unflat, ein
solcher wütiger Tyrann sollte zum Vorbild des letzten Greuels
erwählt werden, wie denn auch etliche Worte in diesem und im 12. Kapitel [Kap.
11,36] sich merken lassen und heimlich anzeigen.
27. Das neunte Kapitel hat zuerst ein sehr
schönes Gebet, darin Daniel bittet für sein Volk, das zu Babel gefangen war,
und für die Stadt Jerusalem und den Tempel, dass die Juden wieder möchten
heimziehen und den Gottesdienst wieder anrichten. Das Gebet wird erhört, dazu
über das wird ihm mehr, als er bittet, offenbart, wie viel Jahre noch sein
sollten, dass Christus komme und sein ewiges Reich anfange. Und dies ist eine
treffliche, große Offenbarung von Christus, die so gewiss und genau die Zeit [be]stimmt.
28. Die 70 Wochen, die der Engel [be]stimmt, halten einträchtig alle Lehrer, es seien
Jahrwochen und nicht Tagewochen, (das ist), eine Woche hält sieben Jahre und
nicht sieben Tage. Welches auch die Erfahrung erzwingt. Denn 70 Tagewochen
machen noch nicht zwei Jahre; das wäre keine besondere Zeit zu solcher
herrlichen Offenbarung. So machen nun diese 70 Wochen 490 Jahre. So lange
sollte man auf Christus noch harren, und alsdann soll er sein Reich anfangen.
29. Hier ist nun zu forschen, wo und wann
solche 70 Wochen anfangen? Der Engel deutet sie und fängt an ihm Jahr, da ein
Wort ausgeht, dass Jerusalem wieder soll gebaut werden usw. Denn so spricht er
[V. 25]: „Von der Zeit an, wenn von der Zeit an, wenn das Wort ausgeht, dass
Jerusalem wieder soll gebaut werden“ usw., welches etliche haben wüst gedehnt
und gezogen. Unsere Meinung ist, dass man soll anfangen mit diesen 70 Wochen im
zweiten Jahr des Königs, der Langhand hieß. Denn in
demselben Jahr geschah das Wort Gottes durch die Propheten Haggai, und hieß Serubabel den Tempel bauen, wie man in beiden Propheten
findet, Hagg. 1,1.2; Sach. 1,1.7. Desgleichen gebot auch derselbe Darius und
ging sein 6. Gebot auch daraus helfen. (Esra 6,1).
30. 31. Denn vom ersten Jahr des Kyrus, der
die gefangenen Juden wieder losgab, bis auf das zweite Jahr des Darius, sind 46
Jahre, in welchen sie nicht konnten noch durften bauen, um des Verbots des Kambyses willen, des Sohnes des Kyrus, dass sie auch
verzagten und sprachen (wie Haggai Kap. 1,2 sagt): „Es will noch nicht Zeit
sein, des HERRN Haus zu bauen.“ Und dies mögen sein die 46 Jahre, davon die
Juden sagen zu Christus Joh. 2,20: „Dieser Tempel ist in 46 Jahren gebaut, und
du willst ihn in drei Tagen bauen?“ Das ist, man ist wohl 46 Jahre damit
umgegangen, ehe man den Tempel hat können recht anfangen zu bauen; so schwer
ging es zu; denn darnach war er schleunig gebaut in 4 Jahren, Esra 6,15.C
32. So teilt nun der Engel die ganzen 70 WochenD in drei Teile. In den
ersten sieben Wochen, das ist vom zweiten Jahr des Darius bis in das 49. Jahr,
sollen die Mauern und Gassen wieder gebaut werden, in kümmerlicher Zeit. Denn
es ward ihnen auch sauer, weil die umliegenden Länder ihnen sehr widerstandenE, wie Neh. 2,10
geschrieben steht, welcher ihnen im 20. Jahr des Darius, das ist im 18. Jahr
nach dem ausgegangenen Wort Haggais, zu Hilfe kam aus Persien, von Darius
gesandt, oder vielmehr erlaubt aus Gnaden. Denn auch Daniel Kap. 10,13 klagt,
dass der Fürst in Persien ihm widerstanden habe zu Hofe 21 Tage; meint
vielleicht engelische Tage oder 21 Jahre.
33. [Kap. 9,26:] „Darnach über 62 Wochen
soll Christus ausgerottet werden.“ Diese 62 und jene sieben zusammen machen 69
Wochen, das ist 483 Jahre. So bleibt noch übrig Eine und die letzte Woche (das
ist, sieben Jahre) von den 70 Wochen. Denn der Engel deutlich sagt, dass
Christus soll nicht mitten in der letzten Woche (wie wir etwa gedacht), sondern
nach den 62 Wochen getötet werden, das ist, im ersten Jahr der letzten Woche
oder im Anfang der letzten Woche, in welcher, spricht er, wird er den Bund vielen
bestätigen. Denn in derselben letzten Woche oder sieben Jahre ging das
Evangelium gewaltig mit Zeichen und Wundern, durch den Heiligen Geist, und
wurden viele tausend Juden bekehrt, auch viele Heiden, wie Lukas in der
Apostelgeschichte schreibt, dass es wohl mag heißen die rechte Osterwoche, von
dem Ostertag an, das ist, von der Auferstehung Christi.
34. [Kap. 9,27:] Mitten aber in derselben
Woche sollte fallen und aufhören das Opfer und Speisopfer. Denn fast über drei
Jahre nach der Auferstehung Christi ward der Apostel Konzil gehalten, Apg.
15,6, und das Gesetz Moses öffentlich abgetan, und die Heiden, ja auch alle
Juden frei davon gesprochen, V. 28, dass man’s nicht müsste halten, wäre auch
nicht not zur Seligkeit, dazu auch unerträglich, wie St. Petrus daselbst
predigt. So findet sich’s, dass die 70 Wochen sich enden mit dem siebten Jahr
nach Christi Auferstehung. Da ist’s aus mit den verstocken Juden und
halsstarrigem Jerusalem, und kehren sich die Apostel zu den Heiden, wie St.
Paulus sagt Apg. 13,46.
35. Und wir sehen hieraus, dass der Engel
[V. 25] Christus einen Fürsten nennt, nicht von seiner Taufe oder Predigtamt an
(wie wir zuvor gemeint), sondern von seiner Auferstehung an, da er, durch sein
Leiden in seine Ehre gegangen und zur Rechten Gottes gesessen, ein regierender
HERR geworden ist; wie alle Könige und Fürsten in der Schrift von ihrem
anfangenden Regiment [an] Fürsten heißen. Denn von seiner Taufe an ist er ein
Diener gewesen der Beschneidung, wie St. Paulus Röm. 15,8 sagt, ja, aller Welt
durch sein Leiden usw.
36. Der Engel sieht aber mit dem Wort [Kap.
9,26]: „Christus wird ausgerottet werden und nichts mehr sein“, auf den Spruch
Jes. 53,8 (wiewohl es andere Buchstaben sind): „Er ist aus dem Lande der
Lebendigen hinweggerissen.“ Und ist die Meinung, dass Christi Reich solle ein
neues, geistliches, himmlisches Reich sein, nichts überall weder vom Gesetz
Moses noch vom weltlichen Reich behalten, sondern solches alles verlassen und
ein anderes, neues, ewiges, himmlisches Reich anfangen und ahben
wie der 16. Psalm, V. 4, auch sagt: „Ich will ihres Trankopfers samt dem Blut
nicht opfern, noch ihren Namen in meinem Mund führen.“ Wie denn die Propheten
alle von dem Reich Christi pflegen zu reden.
37. Mit dieser Rechnung mag leicht stimmen
der andern Rechnung, nämlich, vom zweiten Jahr des Darius bis auf den großen
Alexander sind 145 Jahre, wie Metasthenes schreibt.
Von Alexander bis auf die Geburt Christi 305, wie die Geschichten zeugen.
(andere: 310.) Von der Geburt Christi bis auf seine Taufe 30 Jahre. Darnach
drei Jahre bis auf sein Leiden. Macht alles 483, das sind 69 Wochen. Dass
sich’s aber mit etlichen stößt um die fünf übrigen Jahre, soll uns nicht irren.
Ist Wunder genug, dass die heidnischen und andern Geschichten so genau mit
Daniel zutreffen. F
38. Das zehnte Kapitel ist eine Vorrede des
elften. Doch schreibt Daniel darin etwas Besonderes von den Engeln, wie sonst
nirgends in der Schrift steht, nämlich, dass die guten Engel mit den bösen
streiten und die Menschen verteidigen. Und nennt auch die bösen Engel Fürsten
und spricht, der Fürst aus Griechenland. Daher man verstehen kann, warum es an
Königen- und Fürsten-Höfen so wüst und wild zugeht und das Gute so gehindert,
Krieg und Unglück angerichtet wird. Denn die Teufel sind da, hetzen und reizen
oder hindern doch so viel, dass es nirgends vonstatten gehen
will. Wie zum Beispiel, da die Juden sollten von Babel durch die Könige in
Persien los werden, das wollte nirgends fort, ob’s gleich die Könige gerne
taten. Dass dieser Engel hier [V. 20] spricht: Er habe zu schaffen und müsse
gegen den Fürsten in Persien streiten; und sorgt doch, wo er hinzieht, so komme
dieweil der Fürst aus den Griechen. Als sollte er sagen: Wo wir einem Unglück
steuern, da richtet der Teufel immer ein anderes an: Werdet ihr los von Babel,
so werden euch plagen die Griechen. Davon jetzt genug, denn es gehört mehr Raum
und Zeit dazu, weiter davon zu reden.
39. Im elften Kapitel weissagt Daniel
seinem Volk, den Juden, fast desgleichen, wie er im 8. Kapitel tut, von dem
großen Alexander und den zwei Königreichen Syrien und Ägypten, allermeist um
des Antiochus willen (der Edel heißt), der die Juden plagen sollte. Aber er
malt denselben so, dass er seine Worte endlich dahin lenkt, dass er unter der
Person des Antiochus den Antichristen beschreibt und so diese unsere letzte
Zeit trifft, hart vor dem jüngsten Tag. Denn auch alle Lehrer einträchtig
solche Weissagung von Antiochus auf den Antichristen deuten. Und die Worte geben’s und zwingen’s auch, dass
er nicht gar und allein den Edlen meine, sondern mengt den Edlen und
Antichristen untereinander und verwirrt also willig seine hellen, lichten
Worte.
40. „Noch drei Könige“, spricht er [Kap.
11,2], „werden in Persien stehen“. Das meint er nicht so, dass Persien so wenig
Könige haben sollte, wie die Juden deuten, denn sie haben zum wenigsten zehn
Könige gehabt. Aber diese vier heißen darum in Persien stehend, dass sie etwas
Besonderes vor den andern gewesen sind, wie, nach Kyrus ist gekommen Kambyses, Darius, Xerxes, das sind die vier vornehmsten.
Und dieser Xerxes war der reichste und stritt mit unzähligem Volk gegen die
Griechen, aber schändlich verlor er und kam selbst kaum davon. Darnach kommt
Alexander und seine vier Nachkommen, nichts seines Stammes noch Geblüts.
41. Da gehen nun an die zwei Königreiche
Syrien und Ägypten, wie sich dieselben mit einander kratzen und raufen. Hier
muss man die Namen der Könige auf ein Blatt setzen, dass man nicht irre werde
in der Geschichte und im Text:
Der große Alexander
König Seleukos NicatorG König
Antigonos in Asia König
Antipater in König
Ptolemäus
Griechenland in Ägypten
Antiochos Soter
Ptolemaios Philadelphos
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Antiochos Theos Bernice (Geschwister)
------------------------------------------------------------------------------- Ptolemaios Euergetes
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Seleukos Callinicus.
Antiochos Hierax
Ptolemaios Philopator
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Seleukos Ceraunus. Antiochos
der Große
Ptolemaios Epiphanes
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![]()
Seleukos Philopator. Antiochos Epjphanes. Kleopatra
Ptolemaios Philometor
Nach dem Alexander ist
das Königreich in Ägypten sehr mächtig geworden, von dem hier Daniel sagt.
Desgleichen das Königreich in Syrien auch, dass keines das andere hat mögen
überwinden noch unter sich bringen, wie sie oft versucht und gerne
getan hätten.
42. Der erste Krieg erhob sich zwischen
Antiochos Theos und Ptolemaios Philadelphos; aber
nachdem sie lange kriegten, vertrugen sie sich. Und Ptolemaios Philadelphos war sonderlich ein feiner König, der zu
Frieden und allerlei Künsten Lust hatte und viel gelehrte Leute unterhielt,
eine schöne Bücherei aus aller Welt sammelte, viel Guten den Juden tat, den
Tempel und Gottesdienst zu Jerusalem herrlich zierte, dass ich achte, er sei
auch der heiligen Könige einer. Derselbe gab seine einige Tochter, Bernice
genannt, dem Antiochos Theos, dass der Friede desto fester hielte, und starb
darnach. Sie aber, die Bernice, als eines mächtigen Königs Tochter und nun auch
selbst eine mächtige Königin und Frau zu Hof, trachtete, dass ihr Sohn sollte
erben im Königreich Syrien. Aber sie verfehlte es; denn Laodicea, die vorige
Königin von Antiochos Theos, samt ihren zwei Söhnen, Seleukos Callinicos und Antiochos Hierax,
waren ihr und ihrem Sohn feind und wollten das Königreich selbst erben. Und sie
gab ihrem Herrn, Antiochos Theos, Gift, und darnach hetzte sie die zwei Söhne
gegen Bernice, ihre Stiefmutter, welche verjagten sie, und endlich töteten sie
diese mit Kind und mit allem Hofgesinde. Das meint hier Daniel, da er sagt
[Kap. 11,6]: „Sie wird nicht bleiben bei der Macht des Arms, dazu ihr Same auch
nicht stehen, sondern wird mit Kind, Gesinde, ja auch mit ihrem Herrn König,
von dem sie so mächtig war geworden, übergeben werden in [den] Tod.“
43. Solche Untugend strafte und rächte
Bernices Bruder Ptolemaios Euergetes, bekriegte die
zwei Brüder, Seleukos und Antiochos, verjagte sie auch und plünderte ihre
Königreiche und zog wieder heim. Und endlich kurz darnach kamen diese zwei
Brüder (wie Muttermördern gebührt) jämmerlich und elendig um. Davon sagt hier
Daniel [V. 7], dass der König gegen Mittag mit Heereskraft den König gegen
Mitternacht überziehen und siegen werde.
44. Nach des Ptolemaios Euergetes
Tod rüsteten sich wiederum des verstorbenen Seleukos Callinicos
Söhne, nämlich Seleukos Ceraunos und der große
Antiochos. Aber Seleukos Ceranunos starb während der
Rüstung, so dass Antiochos musste von Babylonien eilend kommen und den Streit
vollführen gegen Ptolemaios, des Euergetes Sohn,
genannt Ptolemaios Philopator. Aber Ptolemaios Philopator legte den großen Antiochos mit seinem Heer
danieder. Das sagt hier Daniel, dass die Söhne des Callinicos
zornig würden sein und den Ptolemaios Philopator
überziehen. Aber Philopator wird sie schlagen und
stolz durch solchen Sieg werden. Denn derselbe Philopator
darnach sich in Unzucht begab und zuletzt seine Königin Euridice, die auch
seine Schwester war, um einer Dirne willen erschlug.
45. Antiochos aber, der Große, nach Philopators Tod, rüstete sich wiederum noch stärker, gegen Philopators Sohn, genannt Ptolemaios Epiphanes, der war
noch ein Kind, um die vier oder fünf Jahre. Und wie es zugeht, wenn die Herren
Vormünder haben müssen, rotteten sich gegen ihn auch mit Antiochos andere
Könige, wie Philippos in Griechenland, und wollten
sich in des Kindes Epiphanes Land teilen. Und war dazu im Land selbst auch
Zwietracht, und fielen die Juden auch von ihm ab, zu Antiochos. Daher spricht hier
Daniel, dass der König Antiochos wieder komme, und dass viele sich gegen das
Kind Epiphanes setzen, dass „die Arme des Mittags“ [V. 15], das ist, die
Hauptleute des Epiphanes, so er hatte im Land Phönizien und Judäa und zu
Jerusalem, konnten nicht widerstehen, sondern Antiochos gewann solches Land
alles. Und kam auch ins werte Land, Jerusalem, da halfen ihm die Juden des
Epiphanes Hauptleute vollends zu verjagen. Des ehrte sie Antiochos hoch und gab
ihnen großes Gut und viel Freiheiten.
46. Da er aber wollte weiter fahren und
Ägypten auch gewinnen, rief Ptolemaios Epiphanes die Römer an. Da musste
Antiochos abstehen und vertrug sich mit Ptolemaios Epiphanes und gab ihm seine
Tochter Kleopatra, aber nicht guter Meinung, sondern, wie Daniel hier [V. 17]
sagt, „dass er ihn verderbe“, denn mit der Tochter dachte er den jungen Knaben
ums Königreich zu bringen. Aber die Königin und die Ägypter kamen dahinter.
47.
Danach stritt er gegen die Inseln in Asia (wie Daniel [V. 18] sagt) und
gewann ihrer viel. Aber die Römer begegneten ihm und trieben ihn zurück, zogen
ihm einen guten Rock aus, fast das ganze Asia [Kleinasien]. Darnach kehre er
heim und zog nach Persien und wollte viel Geld holen zu Elimaide,
aus einem Tempel. Aber das Landvolk war auf und schlug ihn mit seinem ganzen
Heer rein zu Tode. So blieb er in fremden Landen, und „ward nirgends gefunden“
[V. 19].
48. Nun hatte er zuvor, da die Römer über
ihn siegten, seinen Sohn Antiochos, genannt Edel, den Geringsten und Ungeachtetsten, nach Rom als Geißel oder Pfand geschickt.
Als er nun tot war, wurde sein Sohn, Seleukos Philopator,
König. Aber [er war] ein untüchtiger Mann, wie Daniel hier [V. 20] sagt, besser
zum Schergen oder Vogt als zum König geschickt, als der nichts Fürstliches oder
Redliches ausrichtete, starb auch bald.
49. Da entrann Antiochos der Edle heimlich
aus Rom, und wiewohl er auch ungeachtet und ihm das Reich nicht bedacht war
(wie Daniel [V. 21] sagt), doch kam er geschlichen und gab’s so gut vor, dass
er mit List König wurde. Das ist der letzte König, da Daniel von schreibt, das
edle, fromme Kind, das alles mit Listen und Tücken, mit Lügen und Trügen, nicht
wie ein König, sondern wie ein loser Bube handelt. Denn seine Tücken waren
bäurisch, grob und unverschämt, dass er auch nach keinem Schein der Ehren fragte,
wie folgen wird. Um dieses Schelmen und losen Vettern willen am meisten ist das
Gesicht geschehen, zu Trost den Juden, welche er mit aller Plage sollte.
50. Wie er nun das Königreich tückisch
überkommen hatte, so griff er mit derselben Kunst weiter, und weil der König in
Ägypten, seiner Schwester Sohn, genannt Ptolemaios Philometor,
noch zu jung war, gab er vor, er wollte ein treuer Vormund seines Vetters sein
und nahm die Städte zu Syrien, Phönizien und Judäa ein. Da sie nun die
Gewaltigen in Ägypten wieder forderten, wollte er [sie] nicht abtreten. Da ging
der Streit an, davon Daniel hier [V. 22] sagt, dass er, wie eine Flut, die
Ägypter-Arme (das ist, Philometors Gewaltige und
Hauptleute) überwältigte, denn er behielt den Sieg.
51. An diesen Tücken ließ er’s nicht genug
sein, dachte auch das ganze Ägyptenland so zu erschleichen, machte einen
Vertrag mit Philometors Hauptleuten, gab vor, er tät‘s alles seinem Vetter zum Besten, als ein treuer
Vormund. Auf solche List, wie Daniel hier [V. 23] sagt, zog er mit geringem
Volk nach Ägypten, denn sie taten dem lieben Vetter alle Tore auf. Und er
setzte die Krone auf und mache sich zum König in Ägypten, raubte, pünderte und beutete das ganze Land Ägypten mit solcher
List (wie hier [V. 24 ff.] der Text sagt), das bisher keiner seiner Vorfahren
mit Macht tun konnte, und zog wieder heim.
52. Indes, als König Philometor
nun erwachsen war und das Reich einnahm, wollte er das Seine mit Gewalt wieder
holen und rüstete sich so die zwei Könige gegeneinander. Aber da das edle Kind
Antiochos sah, dass Philometor ihm zu stark sein
wollte, hielt er sich an seine Tugend und richtete mit Geld Verräterei zu, dass
Philometors eigene Leute ihn schlugen und so viele
drüber erschlagen wurden; doch gewann er das Land nicht. Darnach machte er
abermals Frieden mit seinem Vetter, aß und redete mit ihm über Tisch, wäre
gerne noch eins in Ägypten gewesen; aber man glaubte ihm hinfort nicht; und,
wie hier Daniel sagt [V. 27], beide Könige dachten einander zu verderben, unter
dem Schein des Friedens. So kehrte er wieder heim mit großem Gut, und unterwegs
ward er auch zu Jerusalem durch List und Tücke eingelassen; da beraubte er den
Tempel und die Stadt schändlich; wie 1. Makk. 1,23 steht, und hier [V. 28]
Daniel auch sagt, dass er sein Herz richten wird gegen den heiligen Bund.
53.
Darnach, etwa über zwei Jahre, da seine Lügen und Bubenstücke nicht mehr
helfen wollten, unterstand er sich, mit Gewalt Ägypten zu gewinnen, und überzog
seinen Vetter, nun nicht als ein Vormund, sondern als ein Feind. Aber Daniel
sagt [V. 29], „es soll ihm nicht so gelingen wie beim ersten Mal“. Denn die
Römer, so des Königs Philometor, aus seines Vaters
Testament, Vormünder und Schutzherren waren, schickten mit Kriegsvolk einen
Ratsherrn, Marcus Popilius, zu ihm und geboten ihm,
aus Ägypten zu ziehen. Aber er wollte hier auch seine Kunst gebrauchen und die
Römer von sich weisen mit guten Worten, und gab vor, er wollte sich mit seinen
Freunden bedenken. Da machte Marcus Popilius mit
einem Stab, so er in der Hand hatte, einen Kreis im Sand, da Antiochos stand am
Meer, und sprach: Da sagt der Rat zu Rom: Aus dem Kreis gehe du nicht, du sagst
denn deine Antwort, ob du Krieg oder Frieden haben wollest? Da musste er mit
Schaden abziehen und kehrte wieder heim.
54. Da ging’s über Jerusalem und über
Gottes Haus, Dienst und Volk; denn er konnte seinen Zorn sonst nirgends büßen,
noch seinen Hohn rächen, als an Gott und seinem Reich. Und viel böser Buben aus
den Juden halfen ihm und hingen sich an ihn, bis dass Gott Judas Makkabäus und seine Brüder gegen ihn erweckte; wie das
alles droben Kap. 8 angezeigt ist, und hier Daniel in dem Text erzählt.
1. [55.] Das zwölfte Kapitel Daniels, wie
es alle Lehrer einträchtig ausleben, geht ganz und gar unter Antiochos Namen
auf den Antichristen und auf diese letzte Zeit, da wir drinnen leben. Darum ist
hier keine Geschichte mehr zu suchen, sondern das helle Evangelium zeigt und
sagt jetzt einem jeden wohl, wer der rechte Antiochos sei, der sich über alle
Götter erhoben hat, und „Frauenliebe“, das ist, den Ehestand „nicht geachtet“,
sondern verboten, und dafür die Welt mit seines Gottes Abgötterei, dazu mit
fleischlicher Unzucht, erfüllt hat, und die Schätze und Güter auf Erden
austeilt usw. Denn „Frauenliebe“ heißt hier nicht die unzüchtige Liebe, sondern
muss die ehrliche, züchtige Liebe zu Frauen heißen, die Gott geschaffen und
geboten hat, nämlich die eheliche; weil der Prophet allhier das für der
vornehmsten Laster eines des Antichristen rechnet, dass er die Liebe zu den
Frauen nicht achtet.
Daniel, nach dem Zeugnis dieses Buches und
verschiedener historischer Quellen, vgl. Matthäus 24, 15. 21; Markus 13, 19; 1.
Petrus 1, 10.11; 2. Thessalonicher 2, 3. 4, war der Autor ein Mitglied einer
der führenden jüdischen Familien, möglicherweise sogar königlicher Abstammung.
Bei einer der Eroberungen Jerusalems, etwa im Jahr 606 v. Chr., wurde er in die
Gefangenschaft verschleppt und nach Babylon gebracht, wo er unter dem Namen Belteshazzar für besondere Dienste am Hofe Nebukadnezars
ausgebildet wurde. Obwohl Daniel von Versuchungen jeglicher Art umgeben war,
blieb er der Religion seiner Väter treu. Gott stattete ihn mit einem
außergewöhnlichen Maß an Weisheit aus, insbesondere in Bezug auf die Deutung
von Träumen. Aufgrund der Tatsache, dass er die richtige Erklärung für einen
seltsamen Traum des Königs gab, wurde er in eine hohe Position im Königreich
erhoben, in der er von einigen Nachfolgern Nebukadnezars, wie Evil-Merodach, Belsazar und später Darius, weitergeführt wurde.
Er lebte noch, als Kyros das Oberhaupt des Reiches wurde, kehrte aber nicht mit
den anderen Verbannten nach Jerusalem zurück. Vgl. Esra 1, 2. Der Ruhm seiner
Weisheit und seiner Gerechtigkeit reichte weit über seine unmittelbare
Nachbarschaft und den Kreis seines eigenen Volkes hinaus. Daniel wurde offenbar
über neunzig Jahre alt, aber es gibt keine authentischen Berichte über den
Zeitpunkt und die Art seines Todes, obwohl es einige apokryphe Materialien über
verschiedene Ereignisse in seinem Leben gibt.
Das Buch Daniel lässt sich leicht in zwei
ziemlich gleichwertige Teile unterteilen, von denen der erste hauptsächlich
historisch ist und von verschiedenen herausragenden Erfahrungen im Leben
Daniels erzählt, während der zweite verschiedene Visionen wiedergibt, die er
von den Königreichen der Welt und dem Messias, dem König, hatte, sowie die
Interpretation der seltsamen Dinge, die ihm von Engeln gegeben wurden. Zwischen
den beiden Teilen besteht eine enge innere Verbindung, was die Einheit des
Buches unterstreicht, die durch die sprachliche Übereinstimmung noch verstärkt
wird. Ein Merkmal des Buches ist die Tatsache, dass alle Abschnitte, die
speziell für das jüdische Volk bestimmt sind, auf Hebräisch verfasst sind,
während die Abschnitte, die die ganze Welt betreffen, auf Aramäisch verfasst
sind, das zu dieser Zeit die Sprache der Welt war.
Der Zweck des Buches, das in Bezug auf
seine Prophezeiungen apokalyptischen Charakter hat, ist es, dem Volk des Herrn,
das sich zu dieser Zeit in der Gewalt seiner Feinde befand, zu zeigen, dass
Gott in der Lage ist, seine Kinder, die ihn fürchten, selbst vor den größten
und mächtigsten Männern der Erde zu schützen, und ihnen die tröstliche
Gewissheit zu geben, dass alle Machenschaften der Feinde Gottes auf seinen
Befehl hin ein Ende haben müssen, während das Reich des Herrn für immer
bestehen bleibt.
Was den Charakter von Daniels Werk
betrifft, können wir sagen: „Daniel und Hesekiel waren Zeitgenossen und lebten
im selben Land, dem Königreich von Babylon. Aber während Hesekiel unter seinen
gefangenen Landsleuten am Ufer des Chebar arbeitete,
predigte Daniel den Namen Gottes am Hof des Königs, der die Juden erobert
hatte. Seine Predigten hinterließen einen tiefen Eindruck. Nebukadnezar
erklärte zu verschiedenen Zeiten, dass ihn die Worte Daniels sehr bewegten
(Kap. 2, 47; 3, 29; 4, 33. 34). König Darius äußerte sich in ähnlicher Weise
(Kap. 6, 26. 27). Dies bedeutet jedoch nicht, dass diese großen Könige wahre
Gläubige des Evangeliums wurden; die Geschichte zeigt, dass sie keine echte
Herzenswandlung erlebten; sie verehrten weiterhin ihre heidnischen Götzen und
starben als Götzendiener. Aufgrund der besonderen Umstände, unter denen Daniel
sprach, ist auch sein Stil besonders. Er verwendet nicht den üblichen
prophetischen Ausdruck „So spricht der Herr“ und spricht auch nicht, wie es die
Propheten normalerweise tun, das Volk seiner Zeit an. Seine Vorhersagen sind
sehr symbolisch. Über die letzte Offenbarung schreibt er: „Und ich hörte, aber
ich verstand nicht“ (Kap. 12, 8. 9).[1]
1)
Die Erziehung Daniels und
seiner Gefährten am babylonischen Hof und ihre Standfestigkeit im Glauben
Daniel und seine Freunde
werden nach Babylon (Babel) gebracht (V. 1-7): V.
1. Im dritten Jahr der Herrschaft Jojakims,
des Königs von Juda,
vgl. 2 Könige 24, 1; 2
Chronik 36, 6. 7, kam
Nebukadnezar, der König von Babel,
nach Jerusalem und belagerte es.
Dieser Bericht, der von ungläubigen Bibelkritikern als unwahr erklärt wurde,
wird durch weltliche Berichte reichlich unterstützt und bestätigt, wie jüngste
Untersuchungen gezeigt haben; denn selbst wenn Nabopolassar
zu Beginn dieses Jahres König von Babylon war, fand sein Tod statt, während
Nebukadnezar sich mitten in seinem Feldzug gegen Jerusalem befand, und so war
dieser tatsächlich König, bevor die Stadt eingenommen wurde.[2] V.
2. Und der HERR
gab Jojakim,
den König von Juda,
in seine Hand, zusammen mit einem Teil der Gefäße des Hauses Gottes,
der Rest wurde bei späteren Kriegszügen
erbeutet, 2. Könige 25, die er in das Land Schinear,
der alte Name für Babylonien, zum Haus seines Gottes,
dem Tempel des Bel, einer der Hauptgottheiten Babylons, brachte; und er brachte die Gefäße
in das Schatzhaus seines Gottes,
den üblichen Aufbewahrungsort für Gefäße aus Edelmetallen. Das Ziel dieser
Expedition bestand lediglich darin, Jerusalem und Juda
dem König von Babylon tributpflichtig zu machen. Spätere Expeditionen stärkten
die Macht des Weltreichs über Jerusalem, bis es schließlich etwa zwanzig Jahre
später unterworfen und zerstört wurde. V. 3. Und der König
sprach zu Aschpenas,
dem Obersten seiner Hofbeamten, dem
Oberhaupt aller Hofbeamten, dass er einige der Kinder Israel bringen solle,
von denen, die nach Babylonien verschleppt worden waren, und
zwar von königlichem
Stamm und von den Vornehmen,
2. Könige 20, 17. 18, Vers 4. junge
Männer
im mittleren Jugendalter zwischen sechzehn und zwanzig Jahren, bei denen es keine Makel
gab, d. h. keine körperlichen
Mängel, so dass sie makellos schön waren, aber gut aussehend,
was bei orientalischen Völkern als wesentlich angesehen wurde, wenn sie für den
Hofdienst bestimmt waren, und geschickt in aller Weisheit,
mit dem offensichtlichen Talent, sich schnell Wissen und Fähigkeiten
anzueignen, die
klug und verständig waren,
das heißt, mit gutem, gesundem Urteilsvermögen und gesundem Menschenverstand
bei der Anwendung des Wissens, das sie besaßen und erwarben, fähig,
im Palast des Königs zu dienen [w.:
stehen],
sich an die Sitten und Gebräuche des Königshofes zu gewöhnen, und denen sie die Schrift
und Sprache der Chaldäer beibringen konnten, die
der gebildeten Klassen des babylonischen Volkes. Ihr Studienprogramm würde
somit alles umfassen, was in den höchsten Schulen des Reiches gelehrt wurde,
und ihre Ausbildung würde der der edelsten Jugendlichen des Reiches
entsprechen. V.
5. Und der König bestimmte für
sie, nämlich für diejenigen,
die ausgewählt werden sollten, eine tägliche Versorgung von
der königlichen Tafel,
mit dem Essen, das an seinen eigenen Tischen serviert wurde, und von
dem Wein, den er trank, wörtlich „mit dem Wein,
den er trank“, oder „Bankett“, so dass man
sie drei Jahre lang erziehen
solle und
ihre Ausbildung und ihre körperliche Entwicklung Hand in Hand gingen, damit sie am Ende vor dem
König stehen konnten, voll ausgestattet für
seinen Dienst als Höflinge und Berater oder in welcher Funktion auch immer er
sie einsetzen wollte. V. 6. Unter
ihnen waren von,
unter den gemäß diesem königlichen Erlass ausgewählten Jugendlichen, den
Kindern
Judas, des bedeutendsten
Stammes des jüdischen Volkes, Daniel, Hananja,
Mischael
und Asarja,
V. 7. denen der Oberste der Hofbeamten
[w.:Eunuchen],
der für dieses gesamte Experiment verantwortlich war, Namen gab;
und
er nannte Daniel
Beltschazar,
Hananja
Schadrach,
Mischael
Meschach
und Abed-Nego.
„Die Namensänderung als Zeichen des Eintritts in den Zustand der Unterwerfung
unter einen Herrscher ist ein häufig bezeugter Brauch im orientalischen und
klassischen Altertum.“ Es ist bezeichnend, dass all diese Namen eine bestimmte
Bedeutung hatten, eine Tatsache, an die sich christliche Eltern vielleicht erinnern
sollten, wenn sie ihre Kinder in der Heiligen Taufe zu Christus, ihrem
barmherzigen König, bringen. Das Vergeben bedeutungsloser und heidnischer Namen
sollte in allen christlichen Gemeinden unbedingt unterlassen werden.
Daniel
und seine Gefährten bleiben ihren Glaubensüberzeugungen treu
(V.8-21): V.
8. Aber Daniel nahm sich in seinem Herzen vor, entschied
sich definitiv, dass er sich nicht mit des
Königs Speise oder dem Wein, den er
trank, verunreinigen wollte,
vor allem, weil die Heiden den Brauch hatten,
ihr Essen und sogar ihre gesamten Mahlzeiten zu weihen, indem sie einen Teil
ihren Göttern opferten, vgl. 1 Kor 10,18-20; daher
bat er den Obersten der Hofbeamten,
sich nicht verunreinigen zu müssen.
Daniels Entschluss, das Essen des Königs zu meiden, war also darauf
zurückzuführen, dass er das Gesetz geistlich richtig verstand und sowohl seinem
Geist als auch seinem Buchstaben gehorchen wollte. V.
9. Und
Gott, dessen
gütige Vorsehung in der gesamten Erzählung zum Ausdruck kommt, gab
Daniel Gunst und Gnade
des Obersten der Hofbeamten,
so dass dieser Daniel wohlgesonnen war und bereit war, ihm von Anfang an jeden
vernünftigen Wunsch zu erfüllen. V.
10. Und der Oberste der Hofbeamten,
dem Daniel sogleich seine Bitte vortrug, sprach
zu Daniel, indem er die positive Einstellung, die er dem
jüdischen Jüngling gegenüber hatte, zum Ausdruck brachte: Ich
fürchte meinen Herrn, den König, der euer Essen und Trinken
durch einen bestimmten Befehl bestimmt
hat; denn
warum sollte er sehen, dass eure
Gesichter magerer
sind,
dass ihr mager und ausgezehrt seid und in einem schlechteren Zustand, als
die der jungen Männer eures
Alters?
Die Frage hat die Bedeutung einer nachdrücklichen Verneinung: Er darf euch
nicht in diesem Zustand sehen. Denn
so brächtet ihr mich bei dem König um mein Leben,
das heißt, der König hielt sein Leben als Pfand für die treue Erfüllung seines
Gebots bezüglich der Ausbildung der jüdischen Jugendlichen. V.
11. Da sprach Daniel zu dem
Aufseher, den der Oberste der
Hofbeamten über Daniel, Hananja,
Mischael
und Asarja
gesetzt hatte, der Beamte, der während ihrer Ausbildung ihr
unmittelbarer Vorgesetzter war, V.
12. Versuche
es doch mit deinen
Knechten
zehn Tage lang und lass sie
uns Gemüse zu essen und Wasser zu trinken geben,
die einfachste Art von Gemüse mit Wasser, wobei jeglicher Luxus in der
Ernährung weggelassen wird. V. 13. Dann
lass unser Aussehen
vor dir betrachtet werden,
in einer sorgfältigen Untersuchung ihres körperlichen Zustands, und
das Aussehen
der jungen Männer,
die von der Speise
des Königs essen, und vergleiche
diese vier mit den Jugendlichen, die die Anordnung des Königs bezüglich ihrer
Ernährung befolgt haben; und wie du
siehst, entscheide entsprechend dem Ergebnis der
Beobachtungen, die nach Ablauf der Frist gemacht wurden, danach
verfahre mit deinen Knechten,
wobei die Prüfung die Angelegenheit ein für alle Mal klärt. V.
14. So stimmte er ihnen in dieser Angelegenheit zu und versuchte
es zehn Tage mit
ihnen,
wobei er den Versuch gemäß ihrer Bitte durchführte. V.
15. Und am Ende der zehn Tage sahen
sie schöner und kräftiger
aus, sie hatten klarere Augen und waren in jeder
Hinsicht in besserer Verfassung als
alle jungen Männer
und Jugendlichen,
die die Speise des
Königs aßen. V. 16. Da
nahm der Aufseher,
der offensichtlich für die Küche des Königs
verantwortlich war, ihnen die königliche
Speise und den Wein weg, den
sie trinken sollten, und stellte
ihn nicht mehr für ihre Ernährung bereit; und
gab ihnen Gemüse, insbesondere
Hülsenfrüchte. V. 17. Und
Gott gab ihnen, diesen vier
jungen Männern,
deren
Treue er
auf diese Weise belohnte, Kenntnis und Verständnis
in jeder Art von Schrift
und Weisheit, so dass sie die chaldäische Literatur und
wissenschaftliche Kenntnisse beherrschten; und
Daniel, zusätzlich zu diesen Leistungen, verstand
sich auf Visionen und Träume
jeder Art,
was eindeutig eine wundersame Gabe war, die Gott für einen besonderen Zweck
gewährte und nicht mit der Gabe der Prophezeiung identisch war. V.
18. Und
am Ende der Tage, die der König bestimmt
hatte, dass sie hereingebracht
werden sollten,
d. h. am Ende des ursprünglich festgelegten Zeitraums von drei Jahren, brachte
der Oberste der
Hofbeamten sie vor Nebukadnezar,
so dass alle jüdischen Jugendlichen zur Inspektion und Prüfung vorgeführt
wurden. V. 19. Und der König redete
mit ihnen und prüfte sie in allen Fächern, die sie
studiert hatten; und unter allen wurde
keiner wie Daniel, Hananja,
Mischael
und Asarja
gefunden, keiner der anderen kam ihnen gleich, weder in
körperlicher Schönheit noch in geistiger Exzellenz.
Und
sie standen [dienten]
vor dem König, sie traten in den königlichen Dienst ein, sie
erhielten eine wichtige Position am königlichen Hof. V.
20. Und in allen Angelegenheiten,
die
Weisheit und Klugheit erforderten,
die der König von ihnen erfragte,
nämlich bei der allgemeinen Untersuchung,
fand er sie zehnmal klüger
als alle Magier und Beschwörer,
die gelehrtesten Männer und diejenigen, die
okkulte Künste praktizierten, die es in
seinem ganzen Reich gab. V.
21. Und Daniel blieb,
er hatte Ämter am Hof inne, er lebte in babylonischen Hofkreisen, bis
zum ersten Jahr des Königs Kyrus.
Wenn
Gottes Kinder seinem Wort und seinen Geboten treu sind, belohnt er sie oft
schon in diesem Leben, indem er ihnen Positionen mit Reichtum und Einfluss in
der Welt gibt.
Daniel legt den Traum Nebukadnezars von den vier Weltreichen aus
Der Traum Nebukadnezars (V. 1-13): V.
1. Und im zweiten Jahr der Herrschaft Nebukadnezars,
als er vom Mitregenten zum alleinigen Regenten des babylonischen Reiches
aufgestiegen war, was kurz nach der Untersuchung der vor ihn gebrachten
jüdischen Jugendlichen gewesen sein muss, hatte
Nebukadnezar Träume, und durch das Eingreifen
Gottes wurde ihm eine Vision der Zukunft in Form von Symbolen zuteil, die seinen Geist
beunruhigten, sehr stark aufgewühlt, und sein Schlaf war dahin,
so dass er nicht in der Lage war, die für einen ruhigen Schlaf notwendige
innere Ruhe wiederzugewinnen. V. 2.
Da
befahl der König, die Magier, die
Männer, die in der chaldäischen Sprache und Literatur bewandert waren, und die Beschwörer,
die Meister der Beschwörung, und die Zauberer,
die Männer, die Hexerei praktizierten, und die Chaldäer
[Astrologen],
die edelsten und erhabensten unter den einflussreichsten Männern des
Königreichs, zu
rufen, um dem König seine Träume zu sagen,
um ihm den Inhalt seines Traums zu erzählen, an den er sich nicht erinnern
konnte. So
kamen sie, seiner Aufforderung
folgend, und
traten
vor den
König. V. 3. Und der König sprach zu ihnen: Ich
habe einen Traum gehabt, und mein Geist war beunruhigt, den Traum zu kennen,
denn er hatte nur eine vage Vorstellung von der Bedeutung seines Traums,
weshalb er umso mehr darauf bedacht war, ihn sich in allen Einzelheiten
zusammen mit seiner Erklärung vorlegen zu lassen. V. 4. Dann sprachen die
Chaldäer, als die führenden
Vertreter der Weisen des Reiches, zum König auf Aramäisch,
dem aramäischen Dialekt des Ostens, in dem auch dieser Abschnitt des Buches
geschrieben ist [von hier ab bis 7,28]:
O König, lebe ewig! Dies
war die übliche Form der Begrüßung an den Höfen der chaldäischen und persischen
Monarchen. Erzähle
deinen Knechten
den Traum, und wir wollen
die Deutung zeigen. Sie mussten den Inhalt
des Traums kennen, bevor sie überhaupt eine Interpretation wagen konnten. V. 5. Der König
antwortete und sprach zu den Chaldäern: Mein
Entschluss steht fest:,
d. h. die Aussage über das, was er von ihnen verlangte, war von ihm gewichen,
er hatte seinen Zweck, sie gerufen zu haben, dargelegt; Wenn
ihr mir den Traum nicht bekannt macht,
indem ihr seinen Inhalt und
seine Deutung gebt,
was er nun eindeutig verlangte, sollt ihr in Stücke gehauen,
wobei das Zerstückeln eine unter den Chaldäern übliche Strafe war, und eure Häuser sollen zu
einem Misthaufen gemacht werden,
d. h. dem Erdboden gleichgemacht und mit Abfall und Mist bedeckt werden. V. 6. Wenn ihr aber den
Traum und seine Deutung zeigt, worin er
bestand und was er bedeutete, sollt ihr von mir
Geschenke, Belohnungen
und große Ehre erhalten,
sowohl in Geld als auch in Beförderung. Darum sagt mir den Traum
und seine Deutung. Das Beharren des Königs
glich dem eines wahren orientalischen Despoten, der ohne Grund verlangte,
einfach weil es ihm gefiel. V. 7. Sie antworteten erneut und sagten,
in dem Bemühen, dem König die Unvernunft seiner Bitte vor Augen zu führen: Der König sage
seinen Knechten
den Traum, und wir werden die Deutung des Traumes zeigen.
V.
8. Der König antwortete und sprach: Ich weiß genau,
ganz sicher, dass
ihr Zeit gewinnen wollt, weil ihr seht,
dass mein Entschluss feststeht,
weil er auf einer schnellen Antwort auf seine Forderung bestand. Er erklärte,
dass sie lediglich versuchten, die Angelegenheit auf unbestimmte Zeit zu
verschieben, in der Hoffnung, dass er nachgeben und ihnen den Inhalt seines
Traums mitteilen würde. V. 9. Aber wenn ihr mir den Traum nicht
mitteilt, gibt es nur ein Urteil für euch,
ein und dasselbe Urteil würde sie alle treffen: denn ihr habt euch
verabredet, Lug und Trug vor mir zu reden,
niederträchtige
Falschdarstellungen, mit denen sie ihn zum Narren hielten, bis die Zeit sich ändert,
bis sie durch einen glücklichen Zufall in den Besitz des Geheimnisses gelangen
oder bis der König seine Forderung zurückzieht. Darum sagt
mir den Traum, den er sogleich erkennen
würde, und
ich werde wissen, dass ihr mir die Deutung davon zeigen könnt.
Nebukadnezar war klar, dass die Weisen nicht in der Lage waren, Verborgenes zu
offenbaren, und daher kam er zu dem Schluss, dass die Deutung, die sie anbieten
würden, falls sie den Inhalt des Traums herausfinden würden, bestenfalls reine
Vermutung sein würde. V. 10. Die Chaldäer antworteten vor dem König und
versuchten zu begründen, dass es für bloße Menschen unmöglich sei, die
Forderung des Königs zu erfüllen, und sagten: Es gibt
keinen Menschen auf der Erde, der die Sache des Königs zeigen kann, indem
er dieses Geheimnis offenbart; daher gab
es keinen König, wie groß und mächtig er
auch sei, der solche Dinge von
einem Magier, Beschwörer
oder Chaldäer verlangt hat.
Die Tatsache, dass kein Herrscher auf Erden, egal wie groß und mächtig er war,
jemals eine solche Forderung gestellt hatte, war für sie ein Beweis dafür, dass
die Erfüllung seines Befehls die höchste menschliche Weisheit überstieg. V. 11. Denn
die Sache, die der König
verlangt, ist zu schwer,
höchst einzigartig und ungewöhnlich, wie sie in der Geschichte nicht bekannt
war, und
es gibt niemanden, der sie vor dem König zeigen kann, außer den Göttern, deren
Wohnung nicht bei den Menschen ist.
„Gott lässt die Heiden ihre ohnmächtigen Ansprüche auf übernatürliches Wissen
aus ihrem eigenen Mund verurteilen, um seine Macht, seinen Dienern Geheimnisse
zu offenbaren, in einem helleren Kontrast hervorzuheben.“ Vers 12. Hierüber
wurde der König zornig und sehr wütend und befahl, alle Weisen von Babel
umzubringen,
entweder aus dieser Stadt oder aus der Provinz. Vers 13.
Und
der Erlass erging, dass die Weisen getötet werden sollten,
wobei offenbar mit der Hinrichtung begonnen wurde.
Und man
suchte Daniel und seine Gefährten,
die nicht zusammen mit den älteren Mitgliedern der Chaldäer vorgeladen worden
waren, sondern zu ihrer Klasse gehörten, um sie zu töten.
Die Feinde der Gläubigen
scheinen oft kurz davor zu stehen, über sie zu triumphieren und ihnen das Leben
zu nehmen, aber Gott hält seine schützende Hand über seine Kinder, so dass ohne
seine Zustimmung kein Leid in ihre Nähe kommen kann.
Daniel bereitet sich
darauf vor, den Traum des Königs zu deuten (V. 14-30):
V. 14.
Dann
wandte sich
Daniel mit Rat und Verstand,
mit gesundem und umsichtigem Rat, an Arioch,
den Obersten
der königlichen Leibwache,
der auch für das Todesurteil verantwortlich war, der ausgezogen war,
um die Weisen von Babel
zu töten; Vers 15. und
antwortete und sprach zu Arioch,
dem Bevollmächtigten
des Königs, und zeigte damit die
Weisheit, für die er später so berühmt wurde: Warum ist der Erlass des
Königs ergangen?
Warum der wütende und scharfe Befehl, der wie ein Blitz aus heiterem Himmel
über das betroffene Volk kam? Da machte Arioch
Daniel die Sache bekannt und gab ihm
die Informationen, die er suchte. V. 16. Da ging Daniel
hinein, natürlich nachdem er
ordnungsgemäß angekündigt worden war, und bat den König, ihm eine
Frist zu geben, die
Ausführung des grausamen Erlasses um einige Tage zu verschieben, dass er dem König die Deutung
zeigen könne,
wodurch er dem König ein definitives Versprechen gab. V. 17. Darauf
ging Daniel in sein Haus und
teilte die Sache Hananja,
Misael
und Asarja,
seinen Gefährten, mit,
die mit ihm einer Meinung waren, was die Religion ihrer Väter betraf, V. 18.
dass
sie den
Gott des Himmels um Erbarmen bäten,
wobei die Erfüllung ihrer gemeinsamen Gebete als Entgegennahme von Geschenken
vor dem Thron Gottes dargestellt wurde, wegen
dieses Geheimnisses,
damit
Daniel und seine Gefährten, seine
jüdischen Gefährten, nicht mit den übrigen Weisen von Babel
umkämen,
deren Tod gemäß dem Erlass des Königs unvermeidlich schien. V. 19. Da wurde Daniel
das Geheimnis in einem
Nachtgesicht
offenbart, wobei der Herr selbst
das in diesem dringenden Fall erforderliche Wissen gewährte. Und
Daniel pries,
der Gott allein alle Ehre und Herrlichkeit gab, den Gott des Himmels,
den einen und einzigen Herrn. V. 20.
Daniel
fing an
und sprach: sozusagen als Antwort
auf die Güte Gottes mit seinem Lobgesang: Gepriesen sei der Name
Gottes von Ewigkeit zu Ewigkeit,
wobei dieser Name sein ganzes Wesen und seine Eigenschaften umfasst; denn Weisheit und Macht
sind sein, die beiden
Eigenschaften, die hier in Betracht kommen; Vers 21.
und
er ändert die Zeiten und Zeitabschnitte,
wie es in der Erfüllung der prophetischen Vision des Königs zum Ausdruck kommt;
er
setzt Könige ab und setzt Könige ein,
alle Ereignisse in der Geschichte der Nationen werden von ihm bestimmt; er gibt den Weisen
Weisheit und Verstand den
Verständigen, und Daniel führt seine
eigenen Leistungen ausschließlich auf die Gabe Gottes zurück; Vers 22.
er
offenbart die tiefen und verborgenen
Dinge, die vor den Augen der
bloßen Menschen verborgen sind; er
weiß, was in der Finsternis
ist, was vor den Augen der
Menschen verborgen ist, und das Licht wohnt bei Ihm,
bleibt bei Ihm als Sein Besitz, so dass Er die Quelle allen Lichts ist,
physisch und spirituell. V. 23. Ich danke dir und lobe dich, Gott meiner
Väter, der Patriarchen der
jüdischen Nation, der
du mir Weisheit und Kraft
gegeben und mir jetzt offenbart hast, was wir von dir erbeten haben,
worum sie ihn so eifrig angefleht hatten; denn du hast uns jetzt
die Angelegenheit des Königs offenbart,
genau das, was die Chaldäer für unmöglich erklärt hatten. V. 24. Deshalb ging
Daniel zu Arioch,
den der König dazu bestimmt hatte, die Weisen
von Babel
umzubringen.
Er ging zu ihm und sagte Folgendes zu ihm: Bringe
die Weisen von Babel
nicht um,
woraufhin ihre Hinrichtung umgehend ausgesetzt wurde. Führe
mich vor den König, und ich will
dem König die Deutung zeigen. V. 25. Da brachte Arioch
Daniel eilends vor den König und sprach zu ihm: Ich habe einen Mann gefunden
unter den Gefangenen aus Juda,
der dem König die Deutung anzeigen kann. V. 26. Der König,
der Daniel ordnungsgemäß zur Audienz empfing, antwortete und sprach zu
Daniel, der Beltschazar
hieß: Bist du imstande, mir den Traum, den ich gesehen habe, und seine Deutung
anzuzeigen? V. 27. Daniel antwortete vor
dem König,
dessen Verwunderung über seine Behauptung, er könne das tun, was die Weisen des
Reiches für ihre Weisheit als zu hoch befunden hatten, gerade in seiner Frage
zum Ausdruck gekommen war, und sagte: Das Geheimnis, das der König verlangt
hat, können die Weisen, die Beschwörer,
die Magier und die Wahrsager dem König nicht zeigen.
Es war eindeutig unmöglich für einen bloßen Menschen, egal wie weise er war,
die Schwierigkeit des Königs zu lösen; Vers 28. Aber es gibt
einen Gott im Himmel, der Geheimnisse offenbart, der
die Eigenschaft der Allwissenheit besitzt, von der die heidnischen Götter und
ihre Diener nichts wussten, und der dem König Nebukadnezar mitteilt, was in
den letzten Tagen geschehen wird, in
der Zeit, auf die die Gläubigen des Alten Testaments mit so großer Spannung
blickten. Dein
Traum und die Visionen deines Hauptes,
die er in seinem Geist sah, auf deinem Lager
waren
diese: V. 29. Dir,
o König, kam deine
Gedanken deinem Bett in den Sinn, er
war mit diesen Problemen beschäftigt, was in der Zukunft
geschehen sollte; und er,
der Geheimnisse offenbart, der eine
wahre Gott, den die Juden verehrten, hat
dir bekannt gemacht,
was geschehen wird. V. 30. Mir aber ist
dieses Geheimnis nicht offenbart worden, weil ich nicht weiser wäre als alle
anderen Lebenden, denn er besaß ein so
außergewöhnliches Maß an Weisheit aufgrund seiner eigenen Anstrengungen oder
natürlichen Fähigkeiten, sondern damit
dem König die Deutung kundtun werde, und damit du die Gedanken deines Herzens
erfährst. Der
unbestimmte Ausdruck wurde absichtlich verwendet, damit die Person des Daniel
so wenig wie möglich auffällt. Wenn Gott eine Person mit ungewöhnlichem
Verständnis und Weisheit ausstattet, um sein Wort und Werk zu fördern, ist es
die Pflicht dieser Person, angemessen demütig zu sein, Gott allein die Ehre zu
geben und mit fröhlicher Energie in seinem Dienst zu arbeiten.
Daniel legt den Traum aus
und wird erhöht (V. 31-49):
V. 31.
Du,
König, sahst, das heißt, er sah vor
seinen Augen, er hatte seinen Blick auf die Vision gerichtet, und siehe, ein großes
Bild, ein Standbild
in menschlicher Gestalt. Dieses Bild
war gewaltig und sein Glanz außerordentlich,
es stand
vor dir, ihm gegenüber, in voller
Sicht; und
sein Aussehen
war schrecklich, wegen seiner kolossalen
Proportionen und seines furchterregenden Aussehens. V. 32. Das
Haupt dieses Bildes war aus
feinem Gold, oder, „was das Bild
betraf, war sein Kopf aus reinem Gold“, seine Brust und seine
Arme aus Silber, sein Bauch und seine Lenden,
oder, „seine Hüften mit den Oberschenkeln“, aus Bronze,
V. 33. seine Schenkel
aus Eisen, seine Füße teils aus Eisen und teils aus Ton.
„Nur der erste Teil, der Kopf, bildet eine Einheit; der zweite, die Arme, zeigt
Anzeichen von Teilung; der dritte weist dasselbe Merkmal in den Oberschenkeln
auf: Der vierte, obwohl er aus einer gemeinsamen Quelle stammt, ist vollständig
geteilt, obwohl er auch Bewegungsfähigkeit besitzt; der fünfte ist von Anfang
an geteilt und wird schließlich noch weiter in die zehn Zehen unterteilt. Das
Material wird im Laufe der Zeit immer weniger kostbar, bis es gewöhnlichen Ton
erreicht.“ V.
34. Du sahst das an,
das heißt, der Blick des Königs war immer noch auf dieses Bild gerichtet, bis ein Stein herabgerissen
wurde, der ohne Hände,
ohne menschliches Zutun, durch einen besonderen Akt Gottes von einem Berg oben
losgerissen wurde, der,
als er vom Berghang herunterrollte, das
Bild an seinen Füßen aus Eisen und Ton traf und sie zerschmetterte.
V.
35. Da, als Folge dieses
zerschmetternden Schlags, wurden Eisen, Ton, Bronze,
Silber und Gold, alle verderblichen
Materialien des Bildes in umgekehrter Reihenfolge genannt, gemeinsam zermalmt
und wurden wie die Spreu der Sommertennen,
zu feinstem Staub zermahlen, der vom Wind weggetragen wurde, völlig zerstört; und der Wind trug sie
fort, so dass keinen Spur mehr von
ihnen gefunden wurde,
so dass kein Überrest zurückblieb; und der Stein, der das
Bild zerschlug, wurde zu einem großen Berg und füllte die ganze Erde,
das Bild und alles, was es darstellte, versank daneben in Bedeutungslosigkeit. V. 36. Dies ist der
Traum, an den sich der König
jetzt in allen Einzelheiten erinnert haben muss, sodass er sie erkannte; und wir werden die
Deutung vor dem König vortragen,
wobei Daniel sich hier mit seinen Gefährten, den gläubigen Anbetern des
Herrn, gleichsetzt, mit denen
er gemeinsam Zugang zu den Geheimnissen der göttlichen Offenbarung hatte. V.
37. Du, König, bist ein König der Könige,
ein großer Herrscher, Herrscher einer Weltmacht; denn der Gott des Himmels
hat dir das
Königreich gegeben, oder Herrschaft, Macht und Stärke und Ehre,
wobei die Aufmerksamkeit des Königs hier auf den einen Herrn gerichtet ist, den
Spender aller guten Gaben. V. 38.
Und
wo immer Menschenkinder wohnen, selbst in
den entlegensten Teilen der bewohnbaren Welt, dazu
die Tiere des Feldes und
die Vögel des Himmels,
hat er
sie in
deine Hand gegeben, in einer absoluten
Herrschaft, wie sie der Mensch am Anfang besaß, und hat dich zum
Herrscher über sie alle gemacht,
seine Macht erstreckte sich über praktisch die gesamte damals bekannte Welt,
zumindest über alle Teile, die man als zivilisiert bezeichnen könnte. Du bist dieses Haupt aus
Gold, was umso passender ist,
da Babylon einen immensen Reichtum besaß, auch an Edelmetallen. V. 39. Und nach dir wird
ein anderes Königreich aufkommen, geringer als du, mit
einem niedrigeren Standard politischer Moral, ohne innere Stärke, obwohl es
immer noch eine Weltherrschaft besitzt, und ein weiteres drittes
Königreich aus Bronze,
das über die ganze Erde herrschen wird,
aufgrund seiner unnachgiebigen Härte, wenn auch von minderer Qualität. V. 40. Und ein
viertes
Königreich wird stark sein wie Eisen, denn
wie oder „genauso wie“ Eisen alles zerschmettert
und bezwingt, es zermalmt und völlig
zerstört; und
wie Eisen, das all dies zerschmettert, wird es alles
zerschmettern und
zermalmen, wobei seine zerstörerische
Kraft der Vergleichspunkt ist. V. 41. Und dass du die
Füße und Zehen teils von Ton und teils von Eisen gesehen hast,
was bedeutet: die völlige Schwäche und der Mangel an Kraft, so wird das Königreich
geteilt sein; aber von des Eisens Art wird darin bleiben,
und das wird trotz der inneren Spaltung so bleiben, wie du das Eisen mit
lehmigem Ton vermischt gesehen hast,
in seiner klebrigen Form, wie es aus den Gruben kommt. V. 42. Und da die Zehen
der Füße teils aus Eisen und teils aus Ton waren,
was auf die Schwäche der Füße hinweist, die den großen Koloss stützen, so wird das Königreich
teils stark und teils schwach
sein, d. h. hauptsächlich
zerbrechlich und daher immer am Rande des Zerfalls. V. 43.
Und
dass du gesehen hast Eisen mit Ton vermengt:
die Herrscher und die verschiedenen herrschenden Elemente, die das vierte
Königreich bilden, Sie
werden sich durch
Heiraten untereinander [w.: durch den Samen der
Menschen]
vermischen und sich bemühen,
Harmonie herzustellen; aber sie werden nicht aneinander haften,
zu einer fest zusammenhängenden Masse, so wie sich Eisen nicht
mit Ton vermischt, nämlich in einer festen
und dauerhaften Verbindung. Die Bedeutung ist klar. Die Weltmacht in ihrer
Gesamtheit erscheint als eine kolossale menschliche Gestalt: Babylon, der Kopf
aus Gold; Medo-Persien, die Brust und die beiden Arme
aus Silber; das griechisch-makedonische Reich, als der Bauch und die beiden
Schenkel aus Messing; und Rom, mit seinen verschiedenen Zweigen und abhängigen
Königreichen, als die Beine aus Eisen und die Füße aus Eisen und Ton. „Es
werden nur die Königreiche erwähnt, die in irgendeiner Beziehung zum Volk des
Herrn stehen.“ V.
44. Und in den Tagen dieser
Könige, während die
verschiedenen kleinen Herrscher unter der allgemeinen Herrschaft Roms an der
Macht waren, wird
der Gott des Himmels ein Königreich errichten, das niemals zerstört werden
wird, dessen göttlicher und
ewiger Charakter überall offensichtlich ist; und das Königreich
wird keinem anderen
Volk
überlassen werden, seine Herrschaft wird
nicht von einer neuen Macht übernommen werden, die entstehen könnte, sondern es wird all diese
Königreiche zermalmen und zerstören
und alle Weltmächte zu
Fall bringen, und
es wird ewig
bestehen. Das Reich Christi ist
nicht von dieser Welt, und doch ist seine Macht so groß, dass es alle
menschliche Macht und Autorität überwindet und stattdessen die herrliche
Herrschaft des Evangeliums des Friedens errichtet; denn Christus ist der König
der Könige und der Herr der Herren. V. 45. Weil du gesehen
hast, dass der Stein ohne Zutun von Menschenhand und ohne menschliches
Einwirken vom Berg losbrach und Eisen, Bronze, Ton,
Silber und Gold zerschmetterte, da
all diese Materialien gleichermaßen machtlos waren, seinem ungestümen Ansturm
standzuhalten: Der
große Gott hat dem König kundgetan, was nachher geschehen wird,
und der eine und einzige wahre Gott hat nicht nur die Macht, solch wunderbare
Offenbarungen zu machen, sondern auch seine Verheißungen zu erfüllen. Und der Traum ist gewiss
und seine Deutung sicher, eine
Tatsache, die Daniels nachdrückliche Erklärung zum Abschluss gebührend in den
Vordergrund rückte. V.
46. Da fiel der König Nebukadnezar auf sein Angesicht,
überwältigt von der Weisheit, die in dieser klaren Erklärung enthalten war, und verneigte
sich tief vor Daniel,
verehrte ihn als Propheten des wahren Gottes, betete den Herrn in der Person
Daniels an und
befahl, ihm ein Opfer und wohlriechende Düfte darzubringen.
Vgl. Apostelgeschichte 10, 25; 14, 13. V. 47. Der König
antwortete Daniel und sprach: Wahrhaftig, euer Gott ist ein Gott über alle
Götter, vor Nebukadnezar der
mächtigste aller Götter, und ein Herr über alle Könige und ein Offenbarer
von Geheimnissen, da du dies Geheimnis hast offenbaren können,
das so offensichtlich über die bloße menschliche Fähigkeit hinausging. V. 48. Dann machte der
König Daniel zu einem großen Mann,
erhob ihn in eine Position von großer Würde und Macht und gab ihm viele große
Geschenke, belohnte ihn nach der Art
orientalischer Herrscher und machte ihn zum Herrscher über die gesamte
Provinz Babel,
eine zivile Ernennung, die ihm die Verwaltung in der wichtigsten Provinz des
Reiches übertrug, und
zum Obersten
über alle Weisen von Babel,
eine Position, die sowohl Einfluss als auch Ehre mit sich brachte. V. 49. Und
Daniel den König, und er setzte
Sadrach,
Mesach
und Abed-Nego
über die Angelegenheiten der Provinz Babel
ein, als diejenigen, die
unmittelbar für die Verwaltung zuständig waren; aber Daniel saß am
Hof
[w.: im Tor]
des Königs, als sein oberster
Berater und Präsident über die verschiedenen Orden, in die die Weisen von
Babylon unterteilt waren. Christen können durchaus auch die höchsten
Staatsämter bekleiden, denn dann können sie ihr Amt zur Ehre Gottes und zum
wahren Wohl des Staates ausüben.
Die Prüfung der
Standhaftigkeit und Gottesfurcht der drei Freunde Daniels
Die drei Männer sind dem
HERRN treu
(V. 1-18): V. l. Der
König Nebukadnezar
fertigte
zu einem späteren
Zeitpunkt seiner Herrschaft ein Bildnis aus Gold an,
eine riesige Götzenfigur, wahrscheinlich in Form eines Menschen, dessen Höhe sechzig Ellen
[ca. 29 m]
und dessen Breite sechs Ellen [ca. 2,90
m]
betrug, d. h. seine Höhe mit
seinem Sockel betrug etwa neunzig Fuß und seine Breite neun Fuß; er stellte es in der
Ebene von Dura auf, sehr wahrscheinlich in
der Ebene östlich des Tigris oder in einem kleineren Tal in der Nähe der
Hauptstadt, in
der Provinz Babel.
V. 2. Dann sandte der König Nebukadnezar Boten aus, um
die Satrapen,
(Provinz-)Statthalter
und Verwalter
[d.i. Stellvertreter der Satrapen],
leitende Beamte mit sowohl zivilen als auch militärischen Aufgaben, die Staatsräte,
oder leitende Verwaltungsbeamte, die Schatzmeister,
die Finanzdirektoren oder Verwalter der Staatskasse, die Berater, die Richter,
die
obersten Gerichtsbeamten und alle höheren
Beamten der Provinzen zu rufen, damit
sie zur Einweihung des Bildes kamen,
das König Nebukadnezar aufgestellt hatte,
um zu Ehren dieses Anlasses ein großes Fest zu feiern, bei dem alle Beamten des
Reiches die Gäste des Königs waren. V. 3. Da versammelten
sich die Satrapen,
(Provinz-)Statthalter
und Verwalter,
die Staatsräte,
Schatzmeister, Richter,
obersten Gerichtsbeamten
und alle höheren Beamten
der Provinzen zur Einweihung des Standbildes, das der König Nebukadnezar, hatte
aufstellen lassen, und gehorchten stolz dem
Befehl des Königs. Und
sie standen vor, gegenüber dem Bild, das
Nebukadnezar aufgestellt hatte, bereit, an
allen Zeremonien der Einweihung teilzunehmen, da das Bild ein Symbol für die
Weltmacht Babylons und die göttliche Majestät des Königs war, wie sie glaubten.
V.
4. Dann rief ein Herold laut,
buchstäblich, „mit Macht“, und erhob seine Stimme, um alle Mitglieder der
versammelten Menge zu erreichen: Euch
ist befohlen, ihr
Völker,
Nationen und Sprachen:
wobei es sich offensichtlich um eine Formel handelt, die in den offiziellen
Erlassen des Chaldäischen Reiches verwendet wurde, mit denen sich der Herrscher
an alle Untertanen seines großen Reiches wandte, V.
5.
Wenn ihr den Klang des Horns
oder der Tuba der Alten, der Flöte, der
Rohrflöte oder der Hirtenflöte, der Zither, der
Harfe,
einer kleinen viersaitigen Harfe wie eine Zither, der
Laute,
eines dreieckigen Saiteninstruments, des Psalters, einer anderen Art von Harfe,
des Hackbretts, der
Doppelflöte, die aus zwei durch
einen Ledersack gesteckten Pfeifen besteht, und alle Arten von Musik
hört,
die Aufzählung ist charakteristisch für die pompöse Sprache eines
Weltherrschers, sollt
ihr niederfallen
und das goldene Standbild anbeten, das der König Nebukadnezar aufgestellt hat.
Vers
6. Und wer nicht niederfällt und anbetet, der soll noch in derselben Stunde in
den glühenden Feuerofen geworfen werden.
Diese Art der Bestrafung war bei den Babyloniern üblich, und da alle Menschen
bei der Anbetung auf ihr Angesicht fallen mussten, war es umso einfacher,
diejenigen auszumachen, die sich weigerten, dem Erlass des Königs Folge zu
leisten. Vers
7. Deshalb in
dem Augenblick,
in Übereinstimmung mit der Ankündigung des Herolds, als alle
Völker den Klang von Horn,
Flöte, Zither,
Harfe,
Laute, Doppelflöte
und allerlei Musik hörten,
fielen alle Völker,
hier vertreten durch seine jeweiligen Herrscher, Nationen und Sprachen,
so viele wie zu der großen Feier erschienen waren, nieder und beteten
das goldene Bild an, das König Nebukadnezar
aufgestellt hatte. Es ist hier anzumerken,
dass die meisten heidnischen Nationen zwar die Götter der von ihnen eroberten
Länder tolerierten, gleichzeitig aber von den unterworfenen Völkern eine
größere Verehrung für ihre eigenen Götter forderten, deren Überlegenheit sie durch
die Tatsache, dass sie Sieger waren, als voll und ganz gegeben betrachteten. V. 8. Daher kamen zu
dieser Zeit einige Chaldäer, die wegen
der Beförderung der Fremden eifersüchtig waren, während sie sich mit
niedrigeren Positionen zufrieden geben mussten, herbei und verklagten
die Juden, wörtlich: „Sie aßen ihre
Fleischstücke“, ein Begriff, der im Aramäischen für Verleumdung und das
Ausstoßen hasserfüllter Verdächtigungen verwendet wird. V. 9. Sie fingen
an und sagten zum König
Nebukadnezar: „O König, lebe ewiglich!“
Dies war die übliche Anrede in Babylonien. V. 10.
Du,
König, hast einen
Befehl
erlassen, einen
unmissverständlichen Befehl ausgegeben, dass jedermann,
der den Klang von Horn,
Flöte, Zither, Harfe,
Laute,
und Doppelflöte
und allerlei
Musik hört, niederfallen und das goldene Bild anbeten soll; V. 11. und wer
nicht niederfällt und anbetet, der soll in einen brennenden Feuerofen geworfen
werden. Vers 12.
Es
gibt bestimmte jüdische Männer,
die du über die Angelegenheiten der
Provinz Babel
gesetzt hast, die daher, wie die
Ankläger andeuten, dem König als ihrem Wohltäter besonders verpflichtet waren, Schadrach,
Meschach
und Abed-Nego.
Diese
Männer, oh König, deren Einfluss und
Beispiel von so großer Bedeutung waren, haben verachten
dich und
haben deine
Befehle nicht befolgt; sie dienen nicht deinen
Göttern und beten
nicht das goldene Bild an,
das du aufgestellt hast. Was das
Verhalten dieser Chaldäer zu dieser Zeit so besonders verabscheuungswürdig
machte, war die Tatsache, dass sie diesen einen Fall des Ungehorsams gegenüber
dem Befehl des Königs seitens der jüdischen Beamten zum Anlass nahmen, sie aus
ihren Ämtern zu entfernen, das heißt, Neid war das einzige Motiv, das sie zu
diesem Zeitpunkt zu solchen Schritten veranlasste. „Die Erwähnung ihres hohen
Beamtenrangs sollte die Gefährlichkeit des Ungehorsams solcher Männer gegenüber
dem königlichen Befehl betonen und auch die Aufmerksamkeit auf die
Abscheulichkeit ihrer Undankbarkeit gegenüber ihrem königlichen Wohltäter
lenken.“ V.
13. Da befahl Nebukadnezar voller
Zorn und Wut, in der äußersten
Heftigkeit seines Zorns, Schadrach,
Meschach
und Abed-Nego
zu holen, um sie sofort in seine
Gegenwart zu bringen. Darauf
brachten sie diese Männer vor den König.
V.
14. Nebukadnezar sprach zu ihnen: Ist es wahr, dass ihr, Schadrach,
Meschach
und Abed-Nego,
meinen Göttern nicht dient,
wörtlich: „Mit vorsätzlicher, böser Absicht dient ihr meinem Gott nicht?“ und das goldene Bild, das
ich aufgestellt habe, nicht anbetet?
Seine Götter wurden hier zusammengeführt und unter dem goldenen Bild
dargestellt, und Nebukadnezar deutete die Abwesenheit der drei Männer bei der
Festversammlung als ein Bestreben, sich bewusst jeglicher Teilnahme an den
Zeremonien zu entziehen. V. 15. Nun, wenn ihr bereit seid, zu der Zeit, da
ihr den Klang von Horn,
Flöte, Zither,
Harfe,
Laute
und Doppelpfeife
und allerlei Musik hört, niederzufallen und das Bild anzubeten, das ich gemacht
habe, nun … ,
die Vervollständigung des Bedingungssatzes wird im Aramäischen ausgelassen, wie
in 2 Mose
32; Lukas 13, 9; werdet ihr aber nicht
anbeten,
so werdet ihr zu
derselben Stunde in den glühenden Feuerofen geworfen werden; und welcher Gott
ist, der euch aus meiner Hand erretten könnte?
Dies war keine direkte Lästerung des wahren Gottes, aber es war eine sehr
anmaßende Aussage, da der König damit die Befreiung aus dem Feuerofen zu einem
Werk erklärte, das kein Gott vollbringen konnte. V. 16. Schadrach,
Meschach
und Abed-Nego
antworteten und sprachen zum König: Nebukadnezar,
die Direktheit ihrer Ansprache verleiht ihrer Aussage zusätzliche Nachdruck, wir halten es nicht für
nötig, dir in darauf
zu antworten, das heißt, sie hielten
es nicht für notwendig, nach einer vernünftigen Entschuldigung oder Erklärung
zu suchen. V.
17. Wenn es geschieht: Siehe
unser Gott, dem wir dienen, kann uns wohl uns
aus dem brennenden Feuerofen retten,
oder besser: „Wenn unser Gott uns retten kann“, und auch aus deiner Hand kann
er erretten, o König.
Dies war kein Zweifel an der Stärke und Fähigkeit des Herrn, ihnen zu helfen;
es überließ die Angelegenheit nur der Gnade und dem guten Willen dessen, dessen
Handlungen immer richtig und gut sind. V. 18. Aber wenn nicht, das
heißt, wenn eine Befreiung nicht mit seinem Rat und Willen übereinstimmt, sei dir, König, gesagt,
dass wir deinen Göttern nicht dienen und das goldene Bild, das du aufgestellt
hast, nicht anbeten werden. Wir haben
hier ein schönes Beispiel für die Treue des Glaubens und die sanfte
Unterwerfung unter den Willen Gottes. Auch Christen in einer ähnlichen
Situation können es als unmöglich empfinden, Verständnis für die Probleme zu
wecken, die ihre Gegner beschäftigen. Sie werden daher nicht versuchen, ihre
Haltung zu rechtfertigen, sondern die Angelegenheit ganz in Gottes Hände legen,
dessen Wege immer gut sind. [Die Art und Weise der
Darlegung erinnert an offizielle Dokumente, wie sie damals wohl angefertigt
wurden.]
Die wunderbare Bewahrung
der Diener Gottes (V. 19-30):
V. 19. Da
wurde Nebukadnezar voll Zorn, von
äußerster und unvernünftiger Wut, und sein Gesichtsausdruck
veränderte sich gegenüber Schadrach,
Meschach
und Abed-Nego,
sein Gesichtsausdruck zeigte die äußerste Wut, die ihn beherrschte; daher sprach er und
befahl, den Ofen noch siebenmal mehr zu heizen, als es üblich war.
In der Hitze seiner Leidenschaft erkannte er nicht, dass er damit eigentlich
sein eigenes Ziel verfehlte; denn je heißer das Feuer, desto eher konnten seine
Opfer von ihrem Elend erlöst werden. V. 20.
Und
er befahl den besten Kriegsleuten,
die in seinem
Heer
waren, auf die er sich in Bezug
auf absoluten Gehorsam und Vertrauenswürdigkeit verlassen konnte, Schadrach,
Meschach
und Abed-Nego
zu fesseln und sie in den brennenden Feuerofen zu werfen,
eine Aufgabe, die hier mit erheblicher Gefahr verbunden war, da sie eine
Annäherung an die intensive Hitze des Ofens beinhaltete. V. 21. Dann wurden diese
Männer in ihren Mänteln, ihren Hosen und ihren
Hüten, besser gesagt, „in ihren
Untergewändern, ihren Tuniken und ihren Mänteln“ und ihren anderen
Kleidungsstücken, von denen zumindest ein
Teil aus empfindlichem, leicht entflammbarem Material bestand, gefesselt und
in den
brennenden Feuerofen geworfen, wobei die
Wiederholung dieses Satzes dazu beiträgt, das Element der Gefahr stärker
hervorzuheben. V.
22. Deshalb, weil der Befehl des
Königs so streng,
weil er in Wut sprach, und der Ofen übermäßig heiß war,
weit über seine übliche Hitze hinaus, tötete die
Flamme des Feuers, ein Windstoß, der aus
der Öffnung fegte, jene
Männer, die Schadrach,
Meschach
und Abed-Nego
hinaufbrachten,
nachdem die Diener des Königs sie durch die Öffnung oben geworfen hatten. V.
23. Und
diese drei Männer, Schadrach,
Meschach
und Abed-Nego,
fielen gefesselt, wie sie von den Henkern
gefesselt worden waren, in den brennenden Feuerofen.
V.
24. Da entsetzte sich der König Nebukadnezar und
geriet in große Verwunderung und stand eilends auf,
denn er war vor Angst außer sich, und sprach zu seinen
Räten, den Ministern oder
Statthaltern, die seinen Rat bildeten: Haben wir nicht drei
Männer gebunden in das Feuer lassen werfen?
Der Königssitz scheint gegenüber der Seitentür des Ofens aufgestellt worden zu
sein, die offen war, um einen starken Luftzug zu ermöglichen, der das Feuer
anfachte, und von hier aus war er Zeuge der Hinrichtung. Sie antworteten und
sprachen zum König: Gewiss,
o König!
V. 25. Er antwortete und sprach: Siehe, ich sehe vier Männer frei,
nicht mehr gefesselt, wie sie hineingeworfen worden waren, umhergehen
mitten im Feuer, verlassen es nicht,
sondern warten auf Gottes Zeit, um sie herauszuholen, und sie haben keine
Verletzung, wie man es aufgrund der
groben Behandlung, die ihnen zuteil wurde, erwarten
könnte; und
die Gestalt des vierten, wegen der
überzeugenden Würde seines Aussehens ist wie ein
Sohn der
Götter,
einer, der zu einer göttlichen Familie und Geschlecht
gehört. Der vierte Mann war ein Engel Gottes, der zum Schutz seiner frommen
Diener gesandt wurde, damit die Flamme ihnen nichts anhaben konnte. Gott
beschützt diejenigen, die ihr Vertrauen in ihn setzen, inmitten von Tod und
Zerstörung, so dass ihnen kein Haar von ihrem Kopf fällt, ohne seinen Willen. V.
26. Dann trat
Nebukadnezar an die Öffnung des brennenden
Feuerofens, der nun auf seinen
Befehl hin geöffnet wurde, und sprach: Schadrach,
Meschach
und Abed-Nego,
ihr Knechte
des höchsten Gottes, von dessen überlegener
Größe er gerade einen überwältigenden Eindruck erhalten hatte und den er
deshalb bereit war, auf diese Weise zu bezeichnen, geht
heraus und kommt herbei. Da gingen
Schadrach,
Meschach
und Abed-Nego
aus dem Feuer hervor, Vers 27. Und die Satrapen,
(Provinz-)Statthalter
und höheren Beamten,
die repräsentativen Herrscher seines gesamten Reiches, und die Staatsräte
des Königs, die Mitglieder seines
eigenen Geheimrats, die
sich versammelt hatten, sahen diese Männer, über
deren Körper das Feuer keine Macht hatte,
da es nicht die geringste Wirkung auf sie hatte, noch war ein Haar ihres Hauptes
versengt, was normalerweise die
erste Auswirkung von Feuer ist, noch waren ihre Mäntel
verändert, ihre Unterwäsche vom
Feuer berührt, noch
war der Geruch von Feuer auf sie übergegangen,
mit anderen Worten, man konnte nicht einmal bemerken, dass sie sich in der Nähe
von Feuer befunden hatten. V. 28. Dann fing
Nebukadnezar an
und sagte: Gepriesen sei der Gott Schadrachs,
Meschachs
und Abed-Negos,
dessen Überlegenheit gegenüber seinen eigenen Göttern der König damit
anerkannte, der
seinen Engel gesandt und seine Knechte
gerettet hat, die auf ihn vertrauten und das Gebot
des Königs nicht gehalten haben,
seine Befehle kühn übertraten und ihren
Leib
hingaben, sie ohne zu zögern im
Interesse ihrer Treue zu ihrem Gott opferten, damit sie keinem Gott
dienen oder ihn anbeteten
außer ihrem eigenen Gott. V. 29. Deshalb erlasse
ich einen
Befehl,
wörtlich: „Und von mir wird ein Dekret erlassen“, dass
aus jedem
Volk, jeder
Nation und jeder
Sprache, wer
etwas Lästerliches
gegen den Gott Schadrachs,
Meschachs
und Abed-Negos
sagt,
in Stücke gehauen
werden und sein Haus
zu einem Misthaufen gemacht werden soll,
vgl. Kap. 2, 5, denn
es gibt keinen anderen Gott, der so erretten
kann. Dieses Bekenntnis
impliziert zwar nicht den Glauben an den einen wahren Gott, doch es verfügte
die Duldung der Anbeter des Herrn
im gesamten Reich Babylons. V. 30. Dann stellte der
König, nachdem er den drei
Männern erneut seine volle Gunst erwiesen hatte, Schadrach,
Meschach
und Abed-Nego
in der Provinz Babel
in höhere Ämter. Die
Standhaftigkeit dieser Männer, zu ihrem Gott zu stehen, brachte ihnen also
keineswegs Unglück, sondern führte zu weiteren Segnungen. Beachten Sie auch,
dass die Wunder, die der Herr im Interesse seiner Kirche vollbringt, auch dem
Staat zugutekommen, sodass die Menschen gezwungen sind, die Hand Gottes in den
Angelegenheiten der Menschen anzuerkennen, auch wenn sie ihn nicht als den Gott
ihrer Erlösung anerkennen.
Nebukadnezars Traum,
Auslegung durch Daniel, dessen Aufruf an den
König
und die Erfüllung des Traums
Der König erzählt Daniel
seinen Traum
(V. 1-18): V. 1. König
Nebukadnezar an alle Völker,
Nationen und Sprachen, dieser Begriff, in einer
öffentlichen Bekanntmachung oder einem königlichen Erlass, einschließlich aller
Untertanen des Reiches, die auf der ganzen Erde leben,
denn das babylonische Reich umfasste praktisch die gesamte damals erforschte
Welt: Friede
sei mit euch, wörtlich: „Friede sei
euch in reichem Maße zuteil“, ein Gruß, der im Orient viele Jahrhunderte lang
gebräuchlich war und später von den Christen übernommen wurde. Vgl. 1. Petr
1,2; 2. Petr 1,2. V.
2. Ich hielt es für gut, es gefiel
dem König, er hielt es für richtig und angemessen, die Zeichen und Wunder verkündigen,
die der höchste
Gott an mir gewirkt hat, wobei hier
auf den wahren Gott Bezug genommen wird, von dessen allmächtiger Kraft
Nebukadnezar weitere unmissverständliche Beweise erhalten hatte, wie er in
diesem Edikt berichtet. V. 3. Wie groß sind seine Zeichen und wie
mächtig sind seine Wunder! Sie
übertreffen die aller sogenannten Götter der Heiden. Sein Reich ist ein ewiges
Reich, und seine Herrschaft währt von Generation zu Generation.
Es ist eine Doxologie, die dem wahren Gott gebührende Ehre erweist, auch wenn
sie nicht den Glauben an den Herrn bekennt.
Nun folgt der Bericht über die Ereignisse, die diesen Lobpreisausbruch
verursacht haben. V. 4. Ich, Nebukadnezar, hatte
Ruhe in meinem Haus,
seine Kriege siegreich beendet, sein Königreich in Frieden, und lebte
froh in meinem Palast,
genoss wunderbaren Wohlstand. V. 5. Ich sah einen
Traum, der mich erschreckte,
dessen plötzliches Eintreten ihn mit Schrecken erfüllte, und die Gedanken auf meinem
Lager ,
die ihn im Zusammenhang mit seinem Traum beschäftigten, und die Visionen,
die ich gesehen hatte,
die sich seinen Augen des Geistes darboten, beunruhigten mich,
ihre Phantasien und Bilder erfüllten ihn mit der Befürchtung eines
bevorstehenden Unglücks. V. 6.
Deshalb
erließ ich den Befehl,
er erließ den Befehl, alle Weisen von Babel
vor mich zu bringen, damit sie mir die Deutung des Traums mitteilten,
wobei der Traum selbst mit all seinen Details in diesem Fall in der Erinnerung
des Königs sehr klar war, so dass er nur eine Erklärung wünschte. V. 7. Da kamen die
Magier, die Beschwörer,
die Chaldäer und die Wahrsager [o.
Zeichendeuter, mittels Leberschau] herein,
vgl. Kap. 2, 2, und
ich erzählte den Traum vor ihnen; aber sie konnten
mir die Deutung nicht sagen,
ihre rein menschliche
Weisheit war nicht in der Lage, in die Tiefen der Geheimnisse einzudringen, die
Gott in diesem Fall bekannt machen wollte. V. 8. Aber zuletzt kam
Daniel vor mich, dessen Name,
der ihm gegeben wurde, als er in den Dienst des Königs trat, Beltschazar
ist,
nach
dem Namen meines Gottes, „der Erste
des Bel“, der Hauptgott von Babylon, und in dem der Geist der
heiligen Götter ist, von dessen
herausragenden prophetischen Gaben der König bei früheren Gelegenheiten Zeugnis
gegeben hatte, obwohl er in diesem Fall aus unerklärlichen Gründen bis zum
Schluss zurückhaltend war; und vor ihm erzählte ich den Traum: V. 9.
O
Beltschazar,
Oberster
der Magier, dessen vergleichsweise
unabhängige Position als Oberhaupt aller Weisen in Babylon es ihm ermöglichte,
bei dieser Gelegenheit einer großen Versammlung der Beamten des königlichen
Hofes fernzubleiben, weil
ich weiß, dass der Geist der heiligen Götter in dir ist und dir
kein Geheimnis verborgen ist,
kein Geheimnis zu schwierig ist, um es zu erklären, erzähle mir die Visionen
meines Traums, den ich gesehen habe, und deren Deutung.
V.
10. Dies
waren die Visionen,
die ich gesehen habe
auf
meinem Lager,
wörtlich: „Und in Bezug auf die Visionen meines Kopfes auf meinem Lager“,
und siehe, ein Baum in der Mitte der Erde,
der daher offensichtlich eine große Bedeutung für die ganze Erde besaß, und seine Höhe war gewaltig,
er war von Anfang an von auffälliger Größe. V. 11. Der Baum wuchs und
wurde stark, wurde groß und mächtig, und seine
Höhe reichte bis zum Himmel und wurde gesehen
bis ans
Ende der ganzen Erde, so dass er weit genug
reichte, um von den äußersten Enden der Welt aus gesehen zu werden; V. 12. seine Blätter
waren schön, seine Verzweigung, die
die Krone bildete, war sehr schön, und seine Früchte waren
zahlreich, sie wuchsen in großen
Mengen, und
in ihm war Nahrung für alle, Nahrung
für alle, die unter seinem Schutz lebten, war darauf zu finden; die Tiere des Feldes fanden
Schatten unter ihm, und die Vögel des Himmels wohnten in
seinen Ästen, und alles Fleisch ernährte sich
von ihm, was das Bild des
gesamten Menschengeschlechts war, das unter dem Zepter Nebukadnezars vereint
war und unter seiner wohltätigen Regierung Wohlstand genoss. V. 13. Ich sah in den
Visionen auf meinem Lager,
und siehe, ein Wächter und Heiliger,
das heißt ein heiliger Wächter, ein von Gott beauftragter Engel, der über die
Angelegenheiten der Menschen wacht, kam vom Himmel herab.
V. 14. Er rief laut und sagte:
„Haut
den Baum um
und schneidet seine Äste ab, streift
seine Blätter ab, und streut seine Früchte umher,
in verächtlicher Weise, als wären sie wertlos; lasst die Tiere unter ihm
weglaufen, da sie in seinem Schutz
nicht mehr sicher sind, und die Vögel von seinen Ästen
fliehen,
die ihnen keinen sicheren Unterschlupf mehr bieten; V.
15.
Doch lasst
den Wurzelstock mit seinen Wurzeln in der Erde, und
zwar mit einer
Kette
aus Eisen und Erz,
im Gras des Feldes, wobei diese Beschreibung
bereits darauf hinweist, dass die Anwendung auf ein beseeltes Wesen erfolgen
muss, dessen Fesseln die der mentalen und spirituellen Dunkelheit waren, die
durch den Verlust der Vernunft verursacht wurde.
Und lasst
ihn
vom Tau des Himmels benetzt werden,
da es keinen Schutz gibt, der das Wetter von ihm fernhält, und sein Teil sei bei den
Tieren am
Gras der Erde, damit er an ihrer
Nahrung teilhabe; Vers
16. Sein menschliches Herz soll
von ihm genommen, sodass
dieses Zentrum des intellektuellen Lebens seinen menschlichen Aspekt verlieren
würde, und
ihm das Herz eines Tieres
gegeben werden,
damit er vollständig auf die Ebene eines Tieres herabsteige; und sieben Zeiten sollen
über ihn vergehen, wobei die genaue Länge
dieser Zeiträume nicht angegeben ist. V. 17. Solches
ist der
Beschluss der Wächter, nach ihrem einheitlichen
Urteil, und
Anordnung
der Heiligen, wobei die Engel Gottes
Ihn sozusagen an die Anforderungen Seiner Heiligkeit und Gerechtigkeit
gegenüber einem so schamlosen Übertreter erinnert haben, damit
die Lebenden, alle Menschen auf der
Erde, erkennen,
dass der Höchste Gewalt hat über der
Menschen Königreiche,
Autorität und Macht nach seinem Willen verteilt, und sie gibt, wem
er will, und den niedrigsten der Menschen darüber einsetzt,
einen Mann aus dem niedrigsten Stand des Lebens, wenn Gott es so will, und die
Zügel der Regierung nach seiner Disposition übernimmt. V. 18. Diesen Traum habe
ich, König Nebukadnezar, gesehen,
wobei alle Einzelheiten klar vor seinen Augen waren und auf die gleiche Weise
dargelegt wurden. Nun,
du, Beltschazar,
erkläre die Deutung davon und lege
ihre Bedeutung dar,
da alle Weisen meines Königreichs nicht in der Lage sind, mir die Deutung
mitzuteilen; Vers 7. Aber du bist dazu in der
Lage, denn der Geist der heiligen Götter ist in dir.
Die Angelegenheiten der
ganzen Welt und jeder Nation auf der Erde liegen in den Händen Gottes, der sie
nach seinem Wohlgefallen im Interesse seiner Kirche lenkt.
Die Auslegung und
Erfüllung des Traumes (V. 19-37):
V. 19. Da war Daniel, der Beltschazar
hieß, entsetzt,
er stand fassungslos vor dem Traum und seiner Bedeutung, eine Stunde lang,
eine lange Zeit, und
seine Gedanken beunruhigten ihn,
denn er war von Ehrfurcht überwältigt. Der König,
der aus dem Ausdruck seines Gesichts schloss, dass er die Deutung gefunden
hatte, sprach
und sagte: Beltschazar,
lass dich nicht von dem Traum oder seiner Deutung beunruhigen,
erfülle ihn mit Sorge um seine Sicherheit, wenn er seine Bedeutung preisgibt. Beltschazar
antwortete und sprach: Er
sprach wie ein treuer Untertan des Königs, in dessen Reich er jetzt lebte: Mein Herr, der Traum
gelte denen, die dich hassen, und seine Deutung deinen Feinden!
Das heißt: Möge der Traum die Feinde des Königs betreffen und seine Bedeutung
sich auf seine Feinde und nicht auf ihn beziehen! Nach dieser einleitenden
Bemerkung ging Daniel sofort zu seiner Erklärung über. V. 20. Der Baum, den du
sahst, oder besser gesagt, „von
dem du sahst“, der
wuchs und stark war, oder „dass er groß und
stark war“, dessen
Höhe bis zum Himmel reichte und der über
die ganze Erde sichtbar war,
wobei die Macht des Reiches bis an die äußersten Grenzen der bekannten Welt
reichte, V.
21. dessen Blätter schön und
dessen Früchte zahlreich waren, und an
dem es Nahrung für alle gab, unter dem die Tiere des Feldes wohnten und auf
dessen Zweigen die Vögel des Himmels ihre Behausung hatten,
genau wie der König es in seinem Traum beschrieben hatte: Vers 22.
Das
bist du, König, der
du bist groß
und stark geworden; denn deine Größe ist
gewachsen und reicht bis zum Himmel,
da seine Macht die jedes lebenden Monarchen überstieg, und deine Herrschaft bis
ans Ende der Welt, eine echte Weltmacht.
Beachten Sie, dass Daniel, obwohl er Mitleid mit dem König hat, dennoch mit
kompromissloser Offenheit spricht. Die gleiche ruhige und leidenschaftslose
Verurteilung der Sünde sollte man auch bei den heutigen Pastoren finden. V. 23. Und dass
der König einen Wächter und einen Heiligen vom Himmel herabkommen sah,
einen der heiligen Engel Gottes, der zu diesem Zweck abgeordnet wurde, der
sagte: „Fällt
den Baum und vernichtet
ihn, aber den Wurzelstock davon,
den Wurzelstock, lasst
in der Erde, und zwar mit
einer
Kette
aus Eisen und Erz,
im Gras des Feldes, und lass ihn vom Tau des
Himmels benetzt werden und sein Teil sei bei den
Tieren am Gras der Erde, bis sieben Zeiten über
ihn vergehen, vgl. V. 15. 16: V. 24. Dies ist die
Deutung, o König, und dies ist der Beschluss
des Höchsten, der über meinen Herrn, den König,
gekommen
ist und in Gottes Ratschluss
vollständig beschlossen ist:
V. 25.
Man
wird,
da das Thema absichtlich unbestimmt ist, dich von den Menschen ausstoßen
und dich aus der
Gesellschaft der Menschen ausschließen werden, dass du bei den Tieren
auf dem Feld leben wirst, völlig auf
einer Stufe mit unvernünftigen Tieren, und man
wird dich Gras essen
lassen wie Ochsen und du
wirst mit dem Tau des Himmels
benetzen werden; und sieben Zeiten,
bestimmte Zeiträume, werden über dich vergehen, bis du erkennst,
öffentlich und frei anerkennst und bestätigst, dass der Allerhöchste über
die Königreiche der Menschen herrscht,
als der wahre Herrscher der verschiedenen Nationen der Erde, und sie
gibt, wem er will. Mit anderen Worten,
Nebukadnezar würde von Wahnsinn befallen werden, was ihn für einige Zeit aus
der menschlichen Gesellschaft ausschließen würde. Der Zweck des Herrn, ihn auf
diese Weise zu bestrafen, bestand darin, ihn dazu zu bringen, sich seiner
völligen Hilflosigkeit vor dem wahren Herrscher des Universums bewusst zu werden.
V.
26. Und dass gesagt wurde,
nämlich der Rat der Wächter, der im Namen Gottes sprach, den Baumstumpf mit den
Wurzeln übrig zu lassen:
Dein
Königreich soll dir bleiben,
würde es für ihn bewahrt werden, damit er nach einer gewissen Zeit seine
Herrschaft wieder aufnehmen könne, sobald
du erkannt hast, dass die Himmel herrschen,
nachdem er dieses Bekenntnis gerne ablegen und damit alle Ehre und Herrlichkeit
allein Gott überlassen würde. V. 27. Darum, o König,
lass meinen Rat dir gefallen, denn
Daniel hatte ehrlich das Wohlergehen seines Herrschers im Sinn, und brich mit
deinen
Sünden durch Gerechtigkeit ab, indem du
alle Übertretungen, für die orientalische Monarchen bekannt waren, zugunsten
der Ausübung wahrer Gerechtigkeit und Rechtschaffenheit ablehnst, und
mit deinen
Missetaten, indem du den Armen Barmherzigkeit erweist,
denen, die in irgendeiner Art von Bedrängnis sind, wenn es dir
lange wohlgehen soll,
oder „wenn dein gegenwärtiges Glück andauern soll“. Ein völliger Sinneswandel
des Königs war notwendig, zusammen mit einer konsequenten Ausübung der höchsten
Tugenden als Beweis seiner Erneuerung, um die drohende Strafe des Herrn
abzuwenden. V.
28. All dies, genau wie es vom
Propheten vorhergesagt worden war, kam über den König
Nebukadnezar. V. 29. Nach Ablauf von zwölf Monaten,
so kurz nachdem er seine Warnung erhalten hatte, als
er auf dem königlichen
Palast in
Babel
sich erging,
auf dessen Flachdach, von dem aus er die ganze Stadt überblicken und sich einen
Eindruck von ihrer Pracht verschaffen konnte;
V. 30.
Hob
der König an
und sagte: Ist das nicht
dieses große Babel,
das ich zum königlichen Wohnsitz
erbaut
habe, der Sitz oder die
Hauptstadt seines gesamten Reiches, durch die Gewalt
meiner Macht und zur Ehre meiner Herrlichkeit?
Es war eine Äußerung maßlosen Stolzes, durch die Nebukadnezar sich selbst zum
Schöpfer der Größe und Herrlichkeit seines Königreichs machte und damit Gott
der Ehre beraubte, die Ihm allein gebührte. V. 31. Während das Wort
(noch) im Mund des Königs war,
bevor er seine blasphemische Äußerung beendet hatte, ertönte eine Stimme vom
Himmel, mit großer
Plötzlichkeit, die die Folgen umso deutlicher hervortreten ließ, und sprach: O König
Nebukadnezar, dir wird gesagt, wobei die
Betonung auf dem Pronomen lag: Dein
Königreich ist von dir gewichen,
d. h. er sollte seiner Position und seines Amtes als Herrscher enthoben werden.
V.
32. Und man wird dich von den
Menschen ausstoßen,
von der Gesellschaft der Menschen, und bei den Tieren auf
dem Feld, bei den vernunftlosen
Tieren, wirst
du wohnen; und man wird dich,
wieder das unpersönliche Subjekt, man wird dich
Gras essen
lassen wie die Ochsen,
und sieben Zeiten werden über dich vergehen, bis du erkennst,
dir voll bewusst bist und akzeptierst, dass
der
Höchste über die Königreiche
der Menschen herrscht und
sie
gibt, wem er will. V. 33. Zur selben Stunde
wurde das Wort an Nebukadnezar erfüllt,
so dass kein Zweifel an Ursache und Wirkung bestehen konnte; und er wurde von den
Menschen ausgestoßen
und fraß Gras wie Ochsen, und sein Leib
war vom Tau des Himmels benetzt, bis sein Haar wie Adlerfedern und seine Nägel
wie Vogelkrallen gewachsen waren.
Diese Form des Wahnsinns ist der medizinischen Wissenschaft wohlbekannt, da von
Zeit zu Zeit einige Fälle aufgetreten sind, die genau mit der Beschreibung der
hier gegebenen Symptome übereinstimmen, sogar mit dem Grasfressen und dem Leben
im Freien ohne Kleidung; da Menschen in diesem Zustand oft glauben, sie seien
Wölfe, wird dies als Lykanthropie bezeichnet. V. 34. Und am Ende der
Tage, der für diese Bestrafung
festgelegten Zeit, hob
ich meine Augen zum Himmel empor,
in der Geste eines Menschen, der allein von dort Hilfe sucht, und mein Verstand kehrte
zu mir zurück, so dass er wieder den
vollen Gebrauch seiner Vernunft hatte, und ich
lobte
den Höchsten, wodurch ich ihn als den
einen wahren Gott anerkannte, und ich pries und ehrte den,
der ewig lebt, dessen Herrschaft eine ewige Herrschaft ist und dessen Reich von
Generation zu Generation währt,
wie der König in der Einleitung dieses Edikts, Vers 3, gesagt hatte, 3; v. 35. und alle Bewohner
der Erde gelten wie
nichts, sie sind hilflos im
Vergleich zu seiner allmächtigen Majestät, und er handelt nach
seinem Willen mit dem Heer
des Himmels, so dass sich selbst die
höchsten Engel seinem Willen beugen, und mit
den Bewohnern der Erde; und niemand kann seiner
Hand wehren
oder zu ihm sagen: Was tust du? Gott ist
der höchste, der absolute Herrscher über alles Geschaffene. V. 36. Zu derselben
Zeit, nämlich als Nebukadnezar
Gott allein alle Ehre und Herrlichkeit gab, kehrte mein
Verstand zu mir zurück; und zur Ehre meines Königreichs kehrten meine Herrlichkeit
und mein Glanz zu mir zurück, so dass
ihm seine frühere Würde und Macht zurückgegeben wurden; und meine Räte
und meine Großen,
die ihn verstoßen und verlassen hatten, als der Wahnsinn ihn erfasste, suchten mich auf,
so dass er offiziell aufgefordert wurde, seine Position an der Spitze der
Nation wieder einzunehmen; und ich wurde wieder
in meinem Königreich eingesetzt,
und mir wurde außerordentliche Macht
hinzugefügt, so dass die Autorität
seiner Position noch größer war als vor dem seltsamen Wahnsinn, der ihn
erfasste. V.
37. Nun lobe
und preise
und ehre ich, Nebukadnezar,
indem ich dieses Dekret mit seinem offenen Bekenntnis erlasse, den König des Himmels,
die Häufung von Synonymen zeigt die Intensität der Überzeugung des Königs, dessen Werke allesamt
Wahrheit sind und dessen Wege Recht
sind, so dass Nebukadnezar
seine Strafe ohne weiteres als verdient anerkannte; und diejenigen, die in
Stolz wandeln und sich auf Kosten der
Ehre Gottes erhöhen, kann er erniedrigen.
Nebukadnezar erkannte
zwar die Demütigung, die er erlitten hatte, als gerechte Strafe für seinen
Stolz an, doch er erkannte nicht die Größe der Gnade und Barmherzigkeit Gottes,
die ihn zur wahren Reue bewegen wollte. Man kann jedoch davon ausgehen, dass
diese Erfahrung ein Schritt in die richtige Richtung war und dass dieser große
heidnische König schließlich im wahren Glauben starb.
Fest und Untergang des
gottlosen Königs Belsazar
Das Fest und die
Handschrift an der Wand
(V. 1-16): V. 1. Der
König Belsazar,
der Sohn des Nabonidus, entweder leiblich oder
adoptiert, und Mitregent mit ihm, anscheinend der Enkel von Nebukadnezar, gab ein großes Fest für seine
tausend Gewaltigen
und trank Wein vor den Tausend, wobei das
Bankett zu einer Trinkorgie wurde. Er hatte zu dieser Zeit das Kommando über
die Hauptstadt und zeichnete sich durch die meisten Laster aus, für die
orientalische Herrscher bekannt waren. V. 2. Belsazar, unter
dem Einfluss des Weines,
saß vor ihnen auf einer Plattform oder einem Podest, als er gerade unter den
Einfluss der berauschenden Wirkung des Weins geraten war, befahl, die goldenen und
silbernen Gefäße zu bringen, die sein Vater
oder Großvater Nebukadnezar
aus dem Tempel in Jerusalem weggenommen
hatte, vgl. Jer. 52, 19; 2
Könige 25, 14-17, damit
der König und seine Gewaltigen,
die führenden Adligen des Reiches, seine Frauen und seine Nebenfrauen,
deren Anwesenheit bei den königlichen Banketten auch von weltlichen Historikern
erwähnt wird, daraus
tranken und
sie dazu benutzten, ihren betrunkenen Spott zur Schau zu stellen. V. 3. Da brachte man
die goldenen Gefäße, die aus dem Tempel des Hauses Gottes,
aus dem eigentlichen Heiligtum, das sich in Jerusalem
befand, weggenommen
worden waren; und der König und seine Gewaltigen,
seine Frauen und seine Nebenfrauen
tranken daraus. Diese Tat kann in keiner
Weise entschuldigt oder geduldet werden, nicht einmal als religiöse Handlung,
als Trankopfer für den Gott der Juden: Es war eine Tat rücksichtsloser
Gotteslästerung. V.
4. Sie tranken Wein und priesen in
ihrem betrunkenen Zustand die Götter aus Gold, Silber, Bronze,
Eisen, Holz und Stein. Es handelte sich also im
Wesentlichen um eine Erhebung ihrer Götzen über den
Herrn, von dem sie dachten,
dass sie ihn im Kampf besiegt hätten; aber der Prophet weist auf die
Nichtigkeit ihrer Götzen hin, indem er die Materialien aufzählt, aus denen sie
hergestellt wurden. V. 5. In demselben
Augenblick,
plötzlich, während sie noch mitten in ihrem betrunkenen Gelage waren, kamen Finger einer
Menschenhand hervor und schrieben,
oder schrieben gerade, gegenüber dem Leuchter auf die
getünchte Wand des Königspalastes,
der weder mit Paneelen noch mit Wandteppichen verkleidet war; und der König sah die
Hand, das Ende der sich
bewegenden Finger, die
schrieb. „Auf einem Fleck der
Wand, der dem Licht der Lampe über dem König besonders ausgesetzt war, erblickte
er plötzlich das geheimnisvolle und furchterregende Phänomen der Hand, die mit
dem Schreiben beschäftigt war.“ V. 6. Da entfärbte
sich das Gesicht des Königs, wörtlich:
„Dann veränderte sich die Farbe des Königs für ihn“, und seine Gedanken erschreckten
ihn, als sein schlechtes
Gewissen ihn mit Schrecken erfüllte, so dass alle
Kraft aus seinen Gliedern wich,
sie nicht mehr die Kraft besaßen, den Körper fest zusammenzuhalten, und seine Knie schlotterten,
sein Schrecken führte dazu, dass er die Kontrolle über sie völlig verlor. „Wie
sehr hatte sich die Szene von der Freude seiner gotteslästerlichen Feier zu
dieser Blässe der Wangen, dem Zucken des Körpers, der Reue des Gewissens und
der furchtbaren Vorahnung des Untergangs verändert! Viele Sünder haben eine
ähnliche Erfahrung gemacht, und Tausende andere müssen sie noch machen!“ (Cowles.) V. 7. Der König rief
laut, und seine Angst ließ ihn
seine Stimme mit Macht erheben, man solle
die Beschwörer,
die Chaldäer und die Wahrsager hereinbringen, das
heißt alle weisesten Männer des Reiches. Und der König sprach zu
den Weisen von Babel,
die seiner Aufforderung sofort folgten: Wer diese Schrift liest
und mir ihre Deutung zeigt, ihre
Bedeutung erklärt und ihre Bedeutung anwendet, soll mit Purpur
bekleidet werden, mit den kostbaren
Purpurkleidern, die von orientalischen Herrschern getragen werden, und eine goldene Kette um
den Hals tragen, diese goldene Kette dient
als Zeichen der besonderen Gunst des Königs, und soll der dritte
Herrscher im Königreich sein und die
höchste Position im Reich einnehmen, neben seinem Kaiser und Mitregenten. V. 8. Da kamen alle
Weisen des Königs herein, einer nach
dem anderen, und sie erschienen in Übereinstimmung mit seiner Aufforderung; aber sie konnten weder
die Schrift nicht lesen noch
dem König die Deutung mitteilen.
Mit anderen Worten, sie mussten ihr völliges Versagen eingestehen. V. 9. Da
war
König Belsazar aufgrund der völligen
Unfähigkeit der Weisen, ihm die gewünschten Informationen zu geben, noch mehr erschreckt,
er war von tiefster Besorgnis und Angst erfüllt, und verlor
ganz seine Farbe, und seine Gewaltigen
waren fassungslos,
nicht nur voller Angst, sondern auch voller Verwirrung, was sich in aufgeregten
Bewegungen zeigte. „Keiner blieb auf seinem Platz; es entstand ein allgemeiner
Aufruhr; Gruppen bildeten sich; und die Menschen redeten und liefen ziellos hin
und her.“ V.
10. Da
kam die Königinmutter
oder die Witwe, sehr wahrscheinlich die Frau von Nebukadnezar, aufgrund der Worte des
Königs und seiner Gewaltigen,
deren Klang, als sie in ihrer Aufregung ihre Stimmen erhoben, bis in ihre
Gemächer drang, in
den Festsaal; und die Königin sprach und sagte: „O König, lebe ewig!“
Die übliche Ansprache in ihrem Mund schmälerte in keiner Weise die ruhige Würde
ihres Kommens. Lass
dich nicht von deinen Gedanken erschrecken,
und lass dein Gesicht sich nicht entfärben,
durch die Sorge und den Schrecken, die durch die geheimnisvolle Schrift an der
Wand hervorgerufen werden. V. 11. Es gibt einen Mann in deinem Königreich,
in dem der Geist der heiligen Götter wohnt,
die Königinmutter wiederholt also genau die Worte von Nebukadnezar, Kap. 4, 8.
9. 18; und
in den Tagen deines Vaters, oder
Großvaters, wurden
Erleuchtung,
Klugheit
und Weisheit, wie die Weisheit der Götter, in ihm gefunden; den
der König Nebukadnezar, dein Vater, , die
Wiederholung dient dazu, ihren Worten mehr Nachdruck zu verleihen, machte zum Obersten
der Magier, Beschwörer,
Chaldäer und Wahrsager, ja,
dein Vater, o König,
Kap. 4, 9, Vers
12. Denn ein hervorragender Geist,
ein außergewöhnliches Talent, Erkenntnis
und Verstand,
Träume zu deuten
und Rätsel zu lösen,
das Erklären von Rätseln und Fragen und Knoten
zu lösen,
das heißt, das Finden der Lösungen der kompliziertesten Probleme, wurden in demselben
Daniel gefunden, dem
der König den Namen Beltschazar
gegeben hat.
So
lasse
man Daniel
rufen,
und er wird die Deutung zeigen. „Da Daniel
nach orientalischem Brauch wahrscheinlich seines Amtes enthoben wurde, zu dem
Nebukadnezar ihn nach dem Tod des Königs befördert hatte, nämlich als Oberster
der Magier, obwohl er möglicherweise weiterhin im Staatsdienst blieb, könnte
Belsazar leicht nichts von seinen Verdiensten gewusst haben.“ V.
13. Da wurde Daniel vor den König gebracht;
er wurde aufgefordert, unverzüglich zu erscheinen. Und der König sprach zu
Daniel: Bist du der Daniel, der zu den
Kindern der Gefangenschaft Judas gehört, den der König, mein Vater oder
Großvater, aus
Juda
hergebracht hat? Die Frage sollte
lediglich die Identität von Daniel zweifelsfrei klären und bedurfte daher
keiner Antwort. V.
14. Ich habe von dir gehört, dass der Geist der Götter in dir ist,
wobei der König das Adjektiv „heilig“ ausließ, das die Königinmutter verwendet
hatte, und
dass Erleuchtung
und Verstand
und außergewöhnliche
Weisheit in dir zu finden sind. V. 15.
Und
nun sind die Weisen, die Beschwörer
und die Wahrsager nur als
Vertreter der gesamten Klasse der Weisen des Königreichs erwähnt worden, vor mich gebracht
worden, damit sie diese Schrift
lesen und mir ihre Deutung kundtun;
aber
sie konnten die Deutung der Sache nicht zeigen,
sie konnten die Worte an der Wand nicht erklären; Vers 16.
Ich
habe aber von
dir gehört, dass du Deutungen geben und Knoten
auflösen kannst, die schwierigsten Knoten
lösen kannst. Wenn
du nun die Schrift lesen und mir
ihre Deutung kundtun kannst, sollst du mit Purpur
bekleidet werden und eine goldene Kette um deinen Hals tragen und der dritte
Herrscher im Königreich sein, wobei die
zuvor am Abend auf allgemeinere Weise gemachte Verheißung nun auf Daniel allein
angewendet wird. Wie Belsazar werden die Ungläubigen oft von den Schrecken
eines schlechten Gewissens geplagt und greifen bereitwillig auf fast jede
Lösung zurück, die sich anbietet, um ihr Schicksal zu erfahren oder
Seelenfrieden zu erlangen.
Die
Deutung und die Erfüllung
(V. 17-30): V.
17. Da antwortete Daniel und sprach vor dem König: Behalte deine Gaben und gib
deine Geschenke,
die Geschenke, die er als Gebühr für Daniel vorgesehen hatte, einem
anderen, als
dem Propheten des
Herrn. Daniel
lehnte
alles ab, was später so ausgelegt werden könnte, als
hätte es ihn in seiner Botschaft beeinflusst; dennoch
werde ich dem König die Schrift vorlesen und ihm die Deutung mitteilen,
als einen Akt der Loyalität sowohl gegenüber dem irdischen Herrscher als auch
gegenüber dem himmlischen Souverän; denn er beabsichtigte, ohne Vorbehalt zu
sprechen, unabhängig davon, ob das Ergebnis dem König gefallen oder missfallen
würde. V. 18.
O König, die
formelle und feierliche Ansprache, die die Wichtigkeit der Botschaft von Anfang
an hervorhebt und ihre gesamte Bedeutung in direkten Zusammenhang mit dem König
bringt, der höchste Gott gab
Nebukadnezar, deinem Vater, ein Königreich, Macht,
Herrlichkeit und Ehre, weit über die
von Belsazar; Vers 19. Und wegen
der Macht, die er ihm gab,
die kaiserliche Autorität und Vorherrschaft, die er genoss,
zitterten und fürchteten
sich alle
Völker,
Nationen und Sprachen
vor ihm, waren in einem ständigen Zustand der Angst und
Furcht, damit sie nicht sein Missfallen auf sich zogen; er
tötete, wen er wollte, und ließ leben, wen er wollte,
da er der absolute Herr über Leben und Tod war; er
erhöhte, wen er wollte, und demütigte, wen er wollte,
denn sowohl die Beförderung als auch die Degradierung der Untertanen seines
Reiches waren eine Frage seiner Laune. V.
20. Aber trotz dieser beispiellosen Machtposition als
sein Herz sich erhob und sein Geist sich im Stolz verhärtete,
so dass er dachte, er könne stolz und unter völliger Missachtung des Willens
des Herrn handeln, wurde er
von seinem königlichen
Thron gestürzt, und man
nahm ihm seine Herrlichkeit,
wie in Kapitel 4; V. 21.
und er wurde von den
Menschenkindern ausgestoßen,
von ihrer Gesellschaft ausgeschlossen, und
sein Herz wurde wie das der Tiere, und seine Wohnung war bei den Wildeseln,
wobei dieser malerische Punkt zur weiteren Verschönerung der Erzählung
hinzugefügt wurde; man gab ihm
Gras zu essen wie
Ochsen, und sein Leib
war vom Tau des Himmels benetzt, bis er erkannte, dass der höchste Gott über
die Königreiche der Menschen herrscht
und dass er über dieses setzt,
wen auch immer er will,
das heißt, bis er dem wahren Gott allein alle Ehre und Herrlichkeit gab. Die
Lektion dieser Geschichte ist nun klar. V.
22. Und du, sein Sohn, oder Enkel, oh
Belsazar, hast dein Herz nicht gedemütigt,
nicht vom Beispiel seines Verwandten profitiert, obwohl
du das alles wusstest, V. 23.
sondern hast dich gegen
den Herrn des Himmels erhoben,
in blasphemischem Stolz; und man
hat die Gefäße seines
Hauses, des Tempels des Herrn, des einen wahren Gottes,
vor dich gebracht, und du
und deine Gewaltigen,
deine Frauen und deine Nebenfrauen
haben Wein daraus getrunken; und du hast die Götter aus Silber und Gold, aus Bronze,
Eisen, Holz und Stein gepriesen, die weder sehen noch hören noch wissen,
vgl. 5. Mose 4, 28; Ps. 115, 5 ff.; Ps. 135, 15 ff.;
und den Gott, in dessen Hand dein Atem ist und dem alle deine Wege gehören,
den einen Schöpfer und Herrscher des Universums, hast
du nicht geehrt,
wie es die feierliche Pflicht war, die auf ihm
ruhte. V. 24.
Da wurde diese
Hand, die ausgestreckten Finger der schreibenden Hand,
von ihm gesandt, und
diese Schrift geschrieben,
um das nun unvermeidliche Schicksal anzukündigen. V.
25. Und dies ist die Schrift, die geschrieben wurde: MENE, MENE, TEKEL,
UPHARSIN, wörtlich: „nummeriert, nummeriert, gewogen und
geteilt“. V. 26. Dies ist die
Deutung der Worte,
der Schrift an der Wand: MENE, Gott hat
dein Königreich gezählt und beendet,
d. h. die Dauer von Belsazars Königtum, seiner Herrschaft, war nun festgelegt,
zu dem ihr zugewiesenen Ende gebracht. V.
27. TEKEL: Du bist gewogen auf
der Waage,
nämlich in der Waage der Gerechtigkeit und des Rechts Gottes, sein Charakter
wird gemäß den Anforderungen der Heiligkeit Gottes analysiert, und
für zu leicht
befunden, mit einem zu geringen moralischen Wert und zu
geringer moralischer Kapazität. V.
28. PERES: Dein Königreich ist geteilt,
getrennt, in zwei Teile geschnitten und
den Medern und Persern gegeben,
wobei der Herr selbst die Teilung vornimmt. V.
29. Da befahl Belsazar, gemäß seinem
Versprechen, und sie kleideten Daniel
in Purpur,
in königlichen Purpur, und legten ihm
eine goldene Kette um den Hals und verkündeten, dass er der dritte Herrscher im
Königreich sein sollte, an Macht
gleich nach Nabonidus und Belsazar. Auch wenn diese
Proklamation nur im Bankettsaal erfolgte, erreichte sie die dort versammelten
Vertreter des gesamten Königreichs. V.
30. In derselben
Nacht wurde Belsazar, der König der Chaldäer, getötet,
nämlich als seine Stadt von den siegreichen Armeen des Feindes eingenommen
wurde, die die Stadt als Ergebnis einer List einnahmen. V.
31. Und Darius, der Meder, übernahm das Königreich, als er etwa zweiundsechzig
Jahre alt war. Wir haben auch Beweise aus weltlichen Quellen,
dass Darius, der Meder, dessen anderer Name Gobryas
war, von Kyrus, seinem Oberherrn, das Königreich von
Belsazar, dem Chaldäer, erhielt, das zu dieser Zeit einen kleinen Teil des
persischen Reiches ausmachte.[3] Wie in dieser Geschichte angedeutet wird, hat
die Hand Gottes oft in die gotteslästerlichen Werke der Ungläubigen
eingegriffen, sodass all ihr Lachen in bittersten Kummer verwandelt wurde. Und
alle Gerichte Gottes hier in der Zeit sind nur schwache Vorboten, die den
letzten großen Tag des Gerichts mit seiner Verurteilung der Gottlosen
einleiten.
Daniels Erlösung aus der
Löwengrube unter König Darius
Daniel wird ein Opfer von
Eifersucht
(V. .1-17): V. 1. Es gefiel Darius,
als er die Regierung des Königreichs vollständig übernommen hatte, über das Königreich 120
Satrapen [Provinzstatthalter] einzusetzen,
die
über das gesamte Königreich herrschen sollten,
als Gouverneure der kleineren Abschnitte oder Provinzen, in die das Reich
unterteilt war, V.
2.
und über diese drei Vorsteher,
Oberpräfekten oder Minister, von denen Daniel der
erste war, nicht höher im Rang,
sondern erster in der Würde, denen
die Satrapen
Rechenschaft ablegen sollten,
wobei die Satrapen ihren Vorgesetzten hauptsächlich in finanziellen
Angelegenheiten verantwortlich waren, damit
der König keinen Schaden erlitt,
da seine Interessen aufgrund dieser staatsmännischen Regelung gewahrt wurden. V. 3. Da übertraf
Daniel die Vorsteher und
Satrapen,
d. h. er erwies sich ihnen überlegen, weil ein außergewöhnlicher
Geist in ihm war, Kap. 5, 12; und der König dachte
daran, ihn über das ganze Reich zu setzen.
Diese Absicht teilte der König höchstwahrscheinlich mit, was den Neid der
anderen Vorsteher
weckte. V. 4. Da trachteten
die Vorsteher und Satrapen,
von Neid bewogen, das Beste des Königreichs zu verachten, danach, wie sie eine
Sache an Daniel fänden, die gegen das
Königreich wäre, das ist, sie suchten
eine Schuld an seiner Amtsführung zu finden; aber sie konnten keinen
Anklagegrund noch Übeltat finden,
keinen Grund zur Anklage, keinen Vorwurf, denn er war treu, und
keine Schuld noch Übeltat wurde
an ihm gefunden, er war in seiner
gesamten Amtsführung über jeden Vorwurf erhaben. „Treue ist die wichtigste
politische Tugend eines Dieners oder Beamten einer Regierung, ebenso wie
Gerechtigkeit und Barmherzigkeit die Zierde der Herrscher sein sollten.“
(Lange.) V.
5. Dann sagten diese Männer, als
sie sich über Mittel und Wege zur Beseitigung des verhassten Rivalen
austauschten: Wir
werden keinen Anklagegrund gegen
diesen Daniel finden, es sei denn in Bezug auf das Gesetz seines Gottes,
in Bezug auf die Ausübung seiner Religion. Dies ist der Weg, den die Feinde der
Gläubigen oft einschlagen: Wenn sie die Christen in keiner Angelegenheit, die
ihre Pflichten betrifft, diskreditieren können, versuchen sie zu zeigen, dass
die Einhaltung ihrer religiösen Bräuche für den Staat gefährlich ist. V. 6.
Dann versammelten sich diese Vorsteher
und Satrapen
beim König und eilten in stürmischer
Hast und mit wilder Ungestümheit zu ihm und sprachen so zu ihm:
König Darius, lebe ewig! V. 7. Alle Vorsteher
des Königreichs, eine Aussage, die die
Wahrheit ziemlich gefährlich ausdehnte, die Statthalter
und die Satrapen,
die
Räte
und die Unterstatthalter,
die unteren Präfekten, haben sich beraten,
dass
der König eine
Verordnung
erlassen und ein Verbot festsetzen
solle,
dass
jeder, der innerhalb von dreißig Tagen eine
Bitte an einen Gott oder Menschen richtet,
innerhalb der nächsten dreißig Tage außer an
dich, o König, in die
Löwengrube geworfen wird. Die Bitte
war geschickt formuliert, um dem König zu schmeicheln, zumal es der Wunsch
aller Beamten des Reiches zu sein schien. V. 8. Nun, o König,
erlasse das Verbot
und eine Urkunde aufsetzen,
indem du die Proklamation mit seinem offiziellen Siegel versiehst, die
nicht geändert werden darf,
gemäß dem Gesetz der Meder und Perser, das niemand
aufheben kann,
es könnte nicht im medo-persischen Reich aufgehoben
werden. V.
9. Darauf
ließ
König Darius, der von der
Plötzlichkeit und dem Eifer der Bitte mitgerissen wurde, die ihm kaum Zeit zum
Nachdenken ließ, die
Schrift und das Verbot aufsetzen
und versah das Verbot mit
seinem königlichen Siegel und setzte es damit für sein gesamtes Reich in Kraft.
V.
10. Als Daniel nun erfuhr, dass die Schrift ausgefertigt
war, als er erfuhr, dass das
Edikt durch das Anbringen des königlichen Siegels in Kraft gesetzt worden war, ging er in sein Haus.
Er hatte aber in seinem
Obergemach offene Fenster,
im oberen Stockwerk seines Hauses, in Richtung Jerusalem,
wo er in seiner Andacht ungestört sein konnte, und warf sich
dreimal täglich auf seine
Knie, gemäß dem alten
jüdischen Brauch, Ps. 55, 17, und betete und lobte
vor seinem Gott, wie er es zuvor
getan hatte, da der königliche Erlass
seine Gewohnheit der täglichen Anbetung nicht im Geringsten änderte. Er gab
sich keinen stürmischen Protesten hin, sondern ignorierte stillschweigend ein
Gesetz, das von ihm praktisch, wenn nicht sogar tatsächlich, verlangte, den
wahren Gott zu verleugnen. Ein solcher passiver Widerstand ist oft der
wirksamste Protest gegen Gesetze, die den Dienst am wahren Gott
beeinträchtigen. V.
11. Da stürmten jene
Männer herbei,
sie kamen häufig zu hastigen und turbulenten Treffen zusammen und fanden Daniel betend
und flehend vor seinem Gott, wobei die
offenen Fenster von Daniels Kapelle es ihnen ermöglichten, ihn ohne Probleme
auszuspionieren. V.
12. Dann traten sie,
sie arrangierten sofort eine Audienz vor den
König und redeten mit ihm über
den Erlass des Königs, erinnerten ihn daran und
bestanden darauf, ihn daran zu erinnern: Hast du nicht ein Verbot
unterzeichnet, dass jedermann,
der innerhalb von dreißig Tagen eine Bitte an einen Gott oder Menschen richtet,
außer an dich, König, in die Löwengrube geworfen wird?
Der
König antwortete, ohne zu zögern und ohne
zu lügen, denn er war sich ihrer verborgenen Absicht nicht bewusst, und sagte: „Das ist wahr,
nach dem Gesetz der Meder und Perser,
das nicht aufgehoben werden
kann,“
womit er auf die sichere Bestrafung für jeden hinwies, der gegen das königliche
Edikt verstoßen könnte. V. 13. Da antworteten sie und sprachen vor dem
König, voller freudiger
Genugtuung darüber, dass die Antwort des Königs so gut zu ihrem Plan passte: "Dieser Daniel,
auf den sie sich mit höhnischer Verachtung beziehen, der zu den Kindern der
Gefangenschaft Judas gehört, den man
immer vernünftigerweise eines Aktes der Rebellion gegen die Autorität des
Königs verdächtigen könnte, achtet weder auf dich, König, noch auf das Verbot,
das du unterzeichnet hast, die
Andeutung ist, dass Daniel den Erlass böswillig missachtete und damit offen die
Autorität des Königs in Frage stellte, sondern betet
dreimal täglich. V. 14.
Als der König diese Worte hörte, war er zutiefst betrübt,
wörtlich: „Trauer überkam ihn“, er war zutiefst betrübt und beunruhigt über
diese Wendung der Ereignisse, und er setzte sein Herz
darauf, Daniel zu retten,
denn er schätzte Daniels Fähigkeiten und seine Treue sehr hoch ein; und er bemühte sich bis
zum Untergang der Sonne, ihn zu befreien,
er dachte über die Angelegenheit nach und hielt die Verschwörer in der Hoffnung
auf, dass vor dem Morgen ein Ausweg gefunden werden könnte. V. 15. Da stürmten
aber jene Männer (wieder)
zum König und
bedrängten ihn auf äußerst aufdringliche und tumultartige Weise und sprachen zum König:
Wisse, o König, dass das Gesetz der Meder
und Perser lautet: Kein Erlass und keine Satzung, die der König erlässt, darf
geändert werden. Der Erfolg ihres
gesamten schändlichen Plans beruhte in der Tat auf dieser Tradition. V. 16. So
fand er keinen
Ausweg und konnte
sich nicht gegen die Verschwörer behaupten.
Da
befahl
der König,
Daniel zu holen und ihn in die Löwengrube zu werfen.
Die Hinrichtung erfolgte sofort nach dem Urteilsspruch, wie es der Brauch
verlangte. Nun
sprach der König zu Daniel, da er ihm
in dieser Notlage nicht helfen konnte: Dein
Gott, dem du ständig dienst, der helfe dir!
Dies war kein Bekenntnis zum wahren Gott, sondern lediglich ein frommer Wunsch,
dass der Gott der Juden sich dieser Notlage gewachsen zeigen möge. V. 17.
Und
ein Stein wurde gebracht,
wahrscheinlich einer, der für ähnliche Hinrichtungen verwendet wurde, und auf die
Öffnung der Grube gelegt,
über die Öffnung, durch die die Verurteilten hinabgeworfen wurden; und der König versiegelte
ihn mit seinem eigenen Siegel und mit dem Siegel seiner Gewaltigen,
der höchsten Beamten seines Reiches, damit die
Sache mit Daniel nicht geändert
werden konnte, das heißt, damit niemand
eingreifen konnte, weder durch den Versuch, ihn zu befreien, noch indem er
seinen bösen Willen auf ihn einwirken ließ. Es ist bezeichnend, dass Daniel
keine Anstalten machte, seine Hinrichtung aufzuschieben oder auszusetzen, sondern
das Ergebnis ruhig in Gottes Hände legte. Wahrer Glaube an Gott beruht auf
seinem Willen, egal was kommen mag, in dem Wissen, dass Gottes Wege immer gut
und richtig sind und dass alle Dinge zum Guten zusammenwirken für diejenigen,
die Gott lieben.
Daniel wird auf
wunderbare Weise gerettet (V. 18-28):
V. 18. Darauf
begab sich der König in seinen Palast und verbrachte die Nacht fastend,
unfähig zu schlafen oder zu essen, da er sich Sorgen um das Schicksal von
Daniel machte; und
ließ kein Essen zu sich bringen,
noch „wurde ihm Speise
gebracht“; und sein Schlaf floh
ihn, er war in echter
Bedrängnis, ausgesprochen unwohl wegen des Kurses, auf den er sich eingelassen
hatte. V.
19. Dann
stand der König sehr früh am Morgen auf, bei
Tagesanbruch, sobald es hell wurde, und ging eilends zur
Löwengrube, da die königlichen Tiergärten
günstig in der Nähe lagen. V. 20.
Und
als er zur Grube kam, rief er mit angstvoller
Stimme, die den Kummer in seinem
Herzen bezeugte, nach
Daniel; und der König hob an
und sagte zu Daniel: O Daniel, du Knecht
des lebendigen Gottes, den er bereit war, gemäß
Daniels Bekenntnis als solchen anzuerkennen, hat
dein Gott, dem du ständig dienst,
mit beständiger, unermüdlicher Hingabe, dich von
den Löwen retten können?
V.
21. Da sprach Daniel zum König, der dem
König ruhig von seiner Position unten in der Grube aus antwortete: O König, lebe ewig! V.
22. Mein Gott hat seinen Engel gesandt,
der vielleicht sogar für das Auge Daniels sichtbar war, und hat den Löwen
den
Rachen
verschlossen, dass sie mir kein Leid antaten, denn vor ihm
wurde Unschuld an
mir gefunden, Gott hatte ihn für
unschuldig erklärt, indem er ihn auf so wundersame Weise bewahrte; und auch vor dir, o
König, habe ich nichts Böses getan,
d. h. er hatte nicht gegen das Edikt des Königs verstoßen und sich nicht der
Rebellion gegen die Person des Königs schuldig gemacht, wie auch das
persönliche Interesse des Königs an seinem Fall zeigte. V. 23. Da freute sich der
König sehr, wegen der wunderbaren
Rettung, die Daniel erfahren hatte, und befahl, dass sie
Daniel aus der Grube herausholten,
durch eine Öffnung, die es ihm ermöglichte, entfernt zu werden. So wurde Daniel aus der
Grube geholt, und man fand keinerlei Verletzungen an ihm,
nicht einmal einen Kratzer von den Tatzen eines der Raubtiere, weil er seinem
Gott vertraut hatte,
und dieses feste Vertrauen wurde vom Herrn auf diese Weise belohnt. V. 24. Und der König,
der nun erkannte, dass die Feinde Daniels ihn als Werkzeug benutzt hatten, um
ihre eifersüchtige Bosheit zu entladen, befahl, und man
brachte die Männer, die Daniel beschuldigt
hatten, und man
warf sie in die Löwengrube, sie, ihre Kinder und ihre Frauen,
wie es im Land üblich war, und da sie sich derselben Bosheit schuldig gemacht
hatten wie die Männer; und ehe
sie noch den Boden erreichten, ergriffen sie die Löwen und zermalmten alle ihre
Knochen,
fielen über sie her und überwältigten sie, zermahlten
sie zu Brei, bevor ihre Körper den Boden der Grube
erreichten. V. 25. Dann schrieb König
Darius, immer noch unter dem
Eindruck der wundersamen Befreiung, die er miterlebt hatte, an alle
Völker, Nationen und Sprachen, die auf der ganzen Erde lebten,
und gab eine feierliche Proklamation heraus: Friede sei mit euch.
V.
26. Ich erlasse den Befehl, dass in jedem Herrschaftsbereich meines
Königreichs, soweit seine königliche
Macht reicht, die
Menschen zittern und sich fürchten,
in ehrfürchtiger Scheu vor dem Gott Daniels; denn er ist der lebendige
Gott,
der in Ewigkeit bleibt,
ewig und unveränderlich, und sein Königreich wird
nicht zerstört, und seine Herrschaft
wird bis zum Ende andauern und alle
irdischen Königreiche überdauern. V. 27. Er befreit und
rettet, wörtlich: „Er ist ein
Befreier und Retter“, und er wirkt Zeichen und Wunder im Himmel und
auf Erden, die außerhalb der
Naturgesetze liegen, der Daniel aus der Gewalt der Löwen gerettet
hat, die ihn normalerweise im
Handumdrehen in Stücke gerissen hätten. V. 28. Und
dieser
Daniel, von dem die Fürsten so
verächtlich gesprochen hatten, gedieh unter
der Herrschaft von Darius und unter der Herrschaft von Kyrus,
dem Perser, gut, denn die persische
Monarchie folgte kurz nach den Medern. Die Wunder, die der Herr im Interesse
seiner Kinder vollbringt, sollen unter anderem den Ungläubigen dienen, damit
auch sie erkennen, dass der Gott Israels, der Gott der Christen, der wahre,
lebendige Gott ist, der einzige Retter und Erlöser.
Das Gesicht von den vier
Weltreichen und Christi ewigem Königreich
Das Gesicht von den vier
Tieren
(V. 1-14): V. 1. Im ersten Jahr
Belsazars, des Königs
von Babel,
der Mitregent seines Vaters Nabonidus und Enkel und
Adoptivsohn von Nebukadnezar war, hatte
Daniel
nach den zuverlässigsten
weltlichen Berichten
einen Traum und Visionen in seinem Kopf,
klare Bilder seines Geistes, ganz anders als verwirrte Bilder, auf seinem Lager,
das heißt während der Nacht. Dann,
unmittelbar oder kurz nachdem es sich ereignete, schrieb er den Traum auf
und erzählte die Summe der Dinge,
wobei er die wichtigsten Fakten in der richtigen Reihenfolge darlegte und
zweitrangige Dinge ausließ, wie z. B. Details zum Aussehen der Tiere. V. 2. Daniel hob
an und sagte,
als er seine Erzählung von dem seltsamen Erlebnis, das ihm widerfahren war,
einleitete: Ich
sah in meiner Vision bei Nacht, und siehe,
die vier Winde des Himmels, von den
vier Hauptpunkten des Kompasses, stürmten auf das große
Meer zu und stürmten auf der
Oberfläche des Ozeans gegeneinander. V. 3. Und vier große
Tiere, monströse Wesen, stiegen aus dem Meer
empor, Weltmächte, die aus der
Aufregung des politischen Meeres der heidnischen Welt aufstiegen, ein jedes anders als das
andere, eine
nach der anderen aus der großen Tiefe auftauchend. V. 4. Das erste war wie
ein Löwe und hatte Adlerflügel, ein Symbol
für königliche Macht und Autorität; ich sah, wie ihm die
Flügel ausgerissen wurden, wodurch
dem Tier die Fähigkeit zu fliegen genommen wurde. Und es wurde von der Erde
emporgehoben, auf die es beschränkt
war, nachdem ihm die uneingeschränkte Bewegungsfreiheit genommen worden war, und auf die Füße wie
ein Mensch gestellt,
wobei es aufrecht auf seinen Hinterfüßen stand, und ihm wurde das Herz
eines Menschen gegeben, so dass es am Verstand
und den Gefühlen eines Menschen teilhatte. V. 5. Und siehe, ein
anderes Tier, ein zweites, war
einem Bären gleich,
das später in der Zeit erschien, und es war
sich auf einer Seite aufgerichtet,
so dass es sich seitlich neigte, während es die Schulter auf dieser Seite hob,
um sich vorwärts zu bewegen; und es hatte drei Rippen
im Maul zwischen den Zähnen, ein Teil
einer Beute, die es ergriffen hatte, von Tieren, die es überwältigt hatte; und man
sprach zu ihm
so: Erhebe dich, verschlinge
viel Fleisch, denn dir sind Eroberung
und Plünderung gegeben. V. 6. Danach sah ich, und siehe, ein anderes,
ein drittes Tier, das etwas später in der Geschichte auf den Plan trat, wie ein Leopard, der auf
dem Rücken vier Geflügelschwingen hatte,
die es ihm ermöglichten, sich mit großer Schnelligkeit zu bewegen; das Tier hatte auch vier
Köpfe, was darauf hindeutet,
dass seine Autorität auf vier Herrscher aufgeteilt werden würde; und ihm wurde die
Herrschaft gegeben, große Autorität und
Macht in der Welt. V.
7. Danach sah ich in den Nachtvisionen ein viertes Tier,
das als letzte Weltmacht auf den Plan trat, schrecklich und
furchterregend, von Ehrfurcht
gebietender Wildheit und überaus stark; und es hatte große eiserne
Zähne, die die Gier nach
Eroberung und Zerstörung symbolisierten; es verschlang und
zermalmte, ernährte sich gierig von
allem, was es in seine Gewalt bringen konnte, und zertrat den Rest,
was es nicht verschlingen konnte, mit seinen Füßen,
darauf aus, alles zu vernichten, was sich ihm in den Weg stellte. Und es unterschied sich
von allen Tieren, die vor ihm da waren,
so dass das gesamte Tierreich kein Tier hervorbringen konnte, dem es ähnlich
war; und
es hatte zehn Hörner, was einen weiteren
Eindruck von Macht und Wildheit vermittelte. V. 8. Ich betrachtete die
Hörner und beobachtete sie sehr
genau, und
siehe, da wuchs zwischen ihnen ein anderes kleines Horn
empor, das wie das elfte aufstieg und anfangs von unbedeutender Größe war, vor dem drei der ersten
Hörner (mit
der Wurzel)
ausgerissen wurden, um Platz für den
Neuankömmling zu schaffen; und siehe, in diesem Horn waren Augen wie
Menschenaugen, Symbole des Verstehens,
obwohl es nicht die Eigenschaften der Göttlichkeit besaß, und einen Mund, der große
Dinge sprach, voller stolzer und
blasphemischer Prahlerei. V. 9. Ich sah,
immer noch in genauer Beobachtung, bis Throne aufgestellt
wurden,
durch einen großen Akt des Gerichts, und
einer, der alt,
war nach Tagen,
Symbol des ewigen und majestätischen Gottes, setzte sich.
Dessen
Gewand war weiß
wie Schnee und das Haar seines Hauptes wie reine Wolle,
beides Symbole für unbefleckte Reinheit und Heiligkeit; sein
Thron glich einer feurigen Flamme,
die blitzte, als bestünde sie aus einer feurigen Masse, und dessen
Räder glichen loderndem
Feuer, ein Symbol für den
feurigen Eifer, mit dem der Herr die Übertreter bestraft, aber auch Sein Volk
läutert und es auf die zukünftige Verherrlichung vorbereitet. V. 10. Ein feuriger Strom
ergoss sich
und ging
von
ihm
heraus,
um die sündigen und feindlichen Kräfte der Welt zu verschlingen und die Kinder
des Königreichs zu läutern. Tausendmal
Tausende
dienten ihm, und zehntausendmal Zehntausende
standen vor ihm, eine unzählige Anzahl
heiliger Engel, die bereit waren, seinen Befehlen zu folgen. Das Gericht wurde
angesetzt, alles wurde für den
Prozess vorbereitet und
die Bücher wurden geöffnet, nämlich
die Bücher der Aufzeichnungen, in die die Taten der Menschen eingetragen
wurden, um als Grundlage für das Urteil zu dienen, das der himmlische Richter
über die Menschen fällen sollte. V. 11. Ich sah auf
wegen der Stimme der
großen Worte, die das Horn sprach,
denn es war auf das Prahlen des Herrschers zurückzuführen, der durch das letzte
Horn dargestellt wurde, dass das Gericht und die Zerstörung über die Welt
kamen; Ich
sah, bis das Tier getötet wurde,
nämlich das vierte, das wilde und zerstörerische Tier, und sein Leib
zerstört und der brennenden Flamme übergeben wurde,
deren verschlingende feurige Ströme vom Thron des ewigen Richters ausgingen. V. 12. Und
den anderen Tieren wurde,
so wurde den drei zuerst beschriebenen ihre Herrschaft genommen,
auch ihre Macht wurde im allgemeinen Gericht genommen; denn
die Dauer ihres Lebens
war festgelegt, was die Zeit und die
Zeit betrifft; Gott hatte im Voraus festgelegt, wie lange ihre Macht dauern
sollte. V.
13. Ich sah in den Nachtvisionen, und siehe, einer wie der Sohn
eines Menschen kam mit den Wolken des
Himmels und ritt auf ihnen wie
auf einem himmlischen Wagen, und kam zu dem Alten an
Tagen,
und man
brachte ihn vor ihn. Auf der Grundlage dieser
Passage, die die formelle Amtseinführung des Messias als König seines ewigen
Königreichs beschreibt, hat Jesus in den Evangelien so häufig den Namen
„Menschensohn“ für sich selbst verwendet. V. 14. Und ihm wurde
Herrschaft und Ehre
und Reich
gegeben, göttliche Autorität über
das Gebiet der Erde, damit ihm alle Völker, Nationen und Sprachen
dienen sollten. Seine Herrschaft ist eine
ewige Herrschaft, die nicht vergehen wird, und sein Königreich wird nicht
zerstört werden. Die Beschreibung zeigt
deutlich, dass der Menschensohn eine Person ist, die sich vom Vater
unterscheidet, und dass die Tatsache seiner ewigen Herrschaft und Macht ein
direktes Argument für seine Gottheit ist. Vgl. Offb. 11, 15; 19, 16.
Die
Auslegung der Vision (V. 15-28): V.
15. Ich, Daniel, war erschrocken
in meinem in meinem Inneren,
denn der Körper enthält den Geist wie die Scheide das Schwert, und
die Visionen meines Kopfes ängstigten
mich, er war besorgt darüber. V.
16. Ich näherte mich einem von denen, die dabeistanden,
einem von denen, die im Dienste Gottes standen, und
fragte ihn nach gewisser Auskunft
über all das, nach der wahren Erklärung der Gerichtsszene,
die hier aufgeführt wurde. Und er redete
mit mir
und machte mich mit der Deutung
der Dinge bekannt, so dass Daniel
die Vision in all ihren Teilen verstand. V.
17. Diese großen Tiere, die vier sind,
sind vier Könige, die Häupter
mächtiger Reiche, jeder von ihnen der Begründer einer Dynastie, die
auf
Erden,
von der Oberfläche der Erde entstehen werden.
V. 18. Aber die Heiligen
des Höchsten werden das Reich
empfangen
und es als Geschenk von oben erhalten und
das Reich
bis in Ewigkeit
besitzen, ja, in die Ewigkeit der
Ewigkeiten.
Die wahren Mitglieder der Bundesnation, die Gläubigen des Neuen Testaments, die
Gemeinde des Herrn, die aus den Auserwählten aller Nationen besteht, sind
aufgrund ihres Glaubens an den Messias die Besitzer des Reiches Gottes. Sie
genießen alle Segnungen des Herrn in dieser Beziehung zum Messias und zu ihrem
himmlischen Vater hier in der Zeit und danach in der Ewigkeit. V.
19. Dann
wollte
ich Genaueres
über das vierte Tier erfahren,
das heißt, Daniel war bestrebt, auch über dieses Tier Bescheid zu wissen, er
wollte darüber informiert werden, das
sich von allen anderen unterschied,
so völlig anders war, überaus
schrecklich, dessen Zähne aus Eisen und dessen Klauen
aus Erz
waren, wobei das Merkmal der eisernen Klauen in dieser
Beschreibung hinzugefügt wurde; das
fraß,
zermalmte und den Rest mit seinen Füßen zertrat; V. 20.
und über
die zehn
Hörnern auf seinem Kopf und über
das andere, das hervorbrach,
und vor dem drei abfielen, und von dem Horn, das Augen und einen Mund hatte,
der große Dinge redete, in
prahlerischer Gotteslästerung, dessen
Aussehen gewaltiger war als das seiner Gefährten,
d. h. sein Aussehen war so, dass es Schrecken einflößte. V.
21. Ich sah, wie dasselbe Horn Krieg gegen die Heiligen führte und siegte,
was eine vorübergehende Niederlage der Streitkräfte des Herrn bedeutete, V.
22. bis
der Alte an
Tagen
kam, der wahre und einzige Gott, der über seine
Feinde zu Gericht saß, und den
Heiligen des Höchsten das Gericht gegeben wurde,
denn der Herr nahm sich ihrer an und befreite sie von der Unterdrückung durch
das Tier; und die Zeit kam, in der
die Heiligen das Reich
einnahmen,
die Kirche, die die Segnungen des Herrn auch hier in der Zeit innehatte, trotz
aller Feindseligkeit Satans und seiner bösen Mächte, und in das Königreich der
Herrlichkeit ungestört in ihren Besitz überging. V.
23. So sagte er: Das vierte Tier
wird das vierte Königreich auf Erden sein,
nach dem babylonischen, dem medo-persischen und dem
griechischen Reich, das sich von allen
Reichen unterscheiden und die ganze Erde verschlingen, zertreten
und in zermalmen
wird, wobei die allgemeine Wirkung seiner Herrschaft
eindeutig zerstörerisch sein wird. V.
24. Und die zehn Hörner sind zehn Könige, die
aus diesem Königreich
entstehen werden,
d. h. das Römische Reich würde sich bei seinem Zerfall in eine Reihe kleinerer
Staaten auflösen, die alle die Traditionen des Mutterstaates weiterführen und
im Geiste mit ihm verbunden bleiben würden; und
ein anderer wird nach ihnen aufsteigen,
ein Herrscher, der viel Macht ausübt, und
er wird sich von den vorigen
unterscheiden, sich von seinen Vorgängern unterscheiden, und
er wird drei Könige unterwerfen,
wodurch sie ihre Identität vollständig verlieren. V.
25. Und er wird große Worte gegen den Höchsten sprechen,
in Gotteslästerungen von ungewöhnlich bösartigem Charakter, und
die Heiligen des Höchsten unterdrücken
und daran denken, Festzeiten
und Gesetz zu ändern, indem er
menschliche und göttliche Gesetze nach Belieben beiseitelässt; und
sie werden in seine Hand gegeben,
damit er praktisch seinen Willen nach Belieben ausführen kann, für
eine Zeit und zwei
Zeiten und eine
halbe der Zeit,
die gesamte Zeitspanne, die in drei verschiedene Zeiträume unterteilt ist,
ausgedrückt in Gottes Zeit. Vers 26. Aber
das Gericht wird tagen, das Urteil
wird vollstreckt werden, und man
wird
seine Herrschaft wegnehmen, um sie bis zum Ende zu vernichten und zu zerstören,
so dass ihre endgültige Zerstörung nicht vor dem Ende der Welt zu erwarten ist.
Vers 27.
Und das Reich
und die Herrschaft und die Größe der
Reiche
unter dem ganzen Himmel, auf der ganzen
Welt, wird dem Volk der
Heiligen des Höchsten gegeben werden,
damit die Kirche des Herrn endlich siegreich sein wird, dessen
Reich
ein ewiges Reich
ist und alle Herrschaften werden
ihm dienen und gehorchen.
Vgl. Eph. 1, 21. 22; Kol. 1, 16. V.
28. Hiermit
endet der Bericht,
dies ist der Kern der Vision. Was
mich, Daniel, betrifft, so quälten mich meine Gedanken sehr,
nämlich nachdem er aus seinem Traum erwacht war,
und mein Gesicht entfärbte
sich, sein Gesicht zeigte die Wirkung seiner Sorge
über die Angelegenheit; aber ich behielt
die Angelegenheit in meinem Herzen, er machte sie nicht bekannt, besprach sie nicht
mit anderen.
Die Interpretation dieser Vision kann kurz wie
folgt gegeben werden. Der Löwe mit den Flügeln des Adlers war das babylonische
Reich, dessen siegreicher Fortschritt etwa zu der Zeit gestoppt wurde, als
Nebukadnezar von dem seltsamen Wahnsinn befallen wurde, der ihn dazu brachte,
die Gemeinschaft der Tiere zu suchen, die jedoch später zumindest ein gewisses
Verständnis für den wahren Gott erlangten. Der Bär, der sich auf einer Seite
aufrichtete, ist das medo-persische Reich, dessen
kriegerische Natur in weltlichen Berichten bezeugt wird. Der Leopard, auf
dessen Rücken Flügel erschienen, ist das griechische Reich, das sich unter
Alexander dem Großen mit großer Geschwindigkeit über die Welt ausbreitete. Das
vierte Tier ist das Römische Reich mit seiner unersättlichen Wildheit und
Eroberungslust, dessen geistiger Nachkomme und Nachfolger das Reich des
Antichristen, des Papstes in Rom, ist, wie es im Buch der Offenbarung
beschrieben wird. Das alte Reich ging zwar unter, wurde aber im Reich Karls des
Großen wiederbelebt, und die politische Macht des Papstes ist heute in
praktisch jeder Nation der Erde zu spüren. Praktisch jedes Merkmal der
Beschreibung passt von Anfang an zur Herrschaft des römischen Antichristen. Das
Reich des Papstes wuchs wie ein Horn und übte seine politische Macht sehr
allmählich, aber nicht weniger sicher aus. Von kleinen Anfängen an entwickelte
es sich, bis es eine Position erreichte, in der es praktisch die Geschicke der
Nationen kontrollierte. Die Päpste haben sich in vielen Fällen höchster Weisheit
bedient, zusammen mit einer fast teuflischen List, um ihre Sache
voranzutreiben. Durch ihre List haben sie ihre Autorität in den Beratungen der
Nationen geltend gemacht; sie haben die Menschen mit ihrer Macht beeindruckt,
die weit über den tatsächlichen Stand der Dinge hinausgeht. Das Königreich des
Papstes ist anders als jedes andere Königreich, da er politische Macht unter
dem Deckmantel der Verbreitung des Königreichs Gottes ausübt. Immer wieder hat
der Papst von Rom gotteslästerliche Worte gegen den einen wahren Gott
ausgesprochen. Die Geschichte verzeichnet zahlreiche Fälle von Verfolgungen,
die von Päpsten und ihren Millionen durchgeführt wurden, wie während der
schrecklichen Inquisitionen. Päpste haben das Wort Gottes nach ihrem eigenen
Gutdünken und ihren eigennützigen Interessen entsprechend abgeändert. Trotz der
Rückschläge, die das Reich des Antichristen in der Vergangenheit erlitten hat,
wie als Kaiser Otto I. Papst Johannes XII. absetzte, als die Konzile des 15.
Jahrhunderts versuchten, zumindest eine äußerliche Reformation zu bewirken, und
vor allem als Martin Luther den Kampf in die Reihen des Feindes trug, wird das
Reich des Antichristen bis zum Ende der Zeit bestehen bleiben. Vgl. 2. Thess.
2; Offb. 17. Die Weissagung Daniels hat sich erfüllt und erfüllt sich auf
höchst merkwürdige Weise, eine Tatsache, die unseren Glauben an jedes Wort der
Bibel stärkt.[4]
Gesicht vom Widder und Ziegenbock
oder dem Ende
des zweiten und Beginn des dritten Reiches
Das Gesicht selbst (V. 1-14): V.
1. Im dritten Jahr der Herrschaft des Königs Belsazar,
zwei Jahre nachdem Daniel die Vision der vier Monarchien gehabt hatte, erschien mir,
ja mir, Daniel,
eine Vision, nach der, die mir zuerst erschienen war, d.
h. zusätzlich zu der anderen wichtigen prophetischen Vision, die er im
vorherigen Kapitel aufgezeichnet hatte. Es ist offensichtlich, dass diese
Vision nicht in einem Traum zu Daniel kam, sondern dass er wach und bei
Bewusstsein war, als ihm diese Information zuteil wurde.
V.
2. Und ich sah in der
Vision, in einem Zustand der
Ekstase: Und
es begab sich, als ich sah, dass ich in Susa
im
Palast war, der in der Provinz Elam
liegt, denn Susa war während
der babylonischen Vorherrschaft die Hauptstadt dieser Provinz, während es unter
persischer Herrschaft in der Satrapie Susiana lag; und ich sah in der
Vision, dass
ich am Fluss Ulai
war,
oder Eulaeus, an dem Susa lag. Daniel besuchte
offenbar in seiner Eigenschaft als einer der führenden Beamten des Reiches von
Zeit zu Zeit die verschiedenen Provinzen, oder er hatte vielleicht sogar ein
Winterquartier in dieser Stadt. V. 3. Dann hob ich meine
Augen auf und sah:
Und
siehe, da stand vor dem Fluss,
wahrscheinlich östlich davon, ein Widder,
nicht in einer Herde, sondern allein, der zwei Hörner hatte;
und die beiden Hörner waren hoch,
beide Ausdruck von Königtum und Macht, aber eines war höher als
das andere, und das höhere,
das die größere Macht besaß, wuchs
zuletzt, es war später in Bezug
auf die Zeit. V.
4. Ich sah, wie der Widder nach Westen
und nach Norden und
nach Süden stieß,
um alle Länder in diesen Richtungen zu unterwerfen, so dass kein Tier vor ihm
bestehen konnte und es auch niemanden gab, der seiner Hand retten
konnte, denn seine Macht war zu
dieser Zeit absolut; aber er tat, was er wollte, und wurde groß,
so dass das von ihm repräsentierte Reich zu einer Weltmacht wurde. V. 5.
Und
während ich darauf achtete und
alles, was geschah, sehr genau beobachtete, siehe, da kam ein
Ziegenbock von Westen, von Europa, über
Kleinasien, über
die ganze Erde, über alle
dazwischenliegenden Länder hinweg, und berührte nicht den
Boden, das heißt, sein
Vormarsch war so schnell, dass er wie ein Flug war; und der Bock hatte ein ansehnliches
Horn zwischen seinen Augen, in der
Mitte seiner Stirn, so dass seine ganze Kraft dahinter stand. V. 6. Und er kam zu dem
Widder, der zwei Hörner hatte, ohne
Rücksicht auf irgendetwas, den ich vor dem Fluss stehen sah, und rannte in
der Wut seiner Kraft auf ihn zu,
in unwiderstehlicher, mächtiger Wut. V. 7. Und ich sah,
wie er sich dem Widder näherte, und er wurde von Zorn gegen ihn erfüllt,
von plötzlichem, explosivem Zorn, und stieß
den Widder, in einem heftigen Sturz, und zerbrach
seine beiden Hörner; und es war keine Kraft in
dem Widder, vor ihm zu bestehen, sondern er warf ihn zu Boden und zertrat ihn,
so dass der vollständige Sturz des Widders schnell vollbracht war; und es war niemand, der
den Widder aus seiner Hand retten
konnte, alle Mittel, die er
befahl, nützten ihm nichts. V. 8. Und
der Ziegenbock wurde
sehr groß,
seine Macht entwickelte sich mächtig; und als er stark war,
gerade als er den höchsten Punkt seiner Macht erreichte, zerbrach das
große Horn, die Einheit der
angreifenden Macht wurde durch den Tod ihres Anführers zerbrochen: und dafür wuchsen
vier ansehnliche
an seiner Stelle,
vier Anführer, die die Macht unter sich aufteilten, in Richtung der vier
Winde des Himmels. V. 9. Und aus einem von
ihnen kam ein kleines Horn hervor,
das in winziger Weise spross, wie die Zweige in den Zinken einer Antilope, das wurde
sehr groß gegen Süden und gegen
Osten und gegen das herrliche
Land, Judäa, das herrliche
Land, das Land des auserwählten Volkes Gottes, V. 10.
Und
es wuchs
bis zum Heer des Himmels, bis zur
Versammlung des Volkes des Herrn, denn die Juden waren zu dieser Zeit Vertreter
der Kirche des Herrn auf Erden; und es warf einige vom
Heer und von den Sternen zur Erde
und zertrat sie, da es sich in seinem
Stolz anmaßte, sogar gegen das Reich des Herrn Krieg zu führen. V. 11. Ja, er wuchs
bis an den Fürsten des Heeres, indem
er sich auf eine Stufe mit dem höchsten Gott, dem König der Könige und dem
Herrn der Herren stellte, und durch ihn wurde das tägliche Opfer
abgeschafft, d. h., er störte die Verehrung
des wahren Gottes, wie sie damals im Tempel stattfand, und der Ort seines
Heiligtums wurde verwüstet, durch
gotteslästerliches Verhalten entweiht. V. 12. Und ihm wurde das
Heer hingegeben
mit dem
täglichen
Opfer wegen der Übertretung, das heißt,
„der Kampf gegen das tägliche Opfer wurde mit Empörung eröffnet“, mit
götzendienerischer Verehrung durch den heidnischen Herrscher, der durch das
letzte Horn dargestellt wird, und es warf die Wahrheit
zu Boden; und was es unternahm, gelang
ihm,
es erreichte so viel, es war erfolgreich mit göttlicher Erlaubnis: Gott
erlaubte, dass die Entweihung eine Zeit lang weiterging. V. 13. Da hörte ich einen
Heiligen, einen Engel des Herrn, sprechen, und ein anderer
Heiliger sagte zu dem, der sprach, während
sie sich unterhielten, wobei die Unterbrechung im Interesse von Daniel
erfolgte: Wie
lange soll die Vision über das tägliche Opfer dauern,
das heißt, wie lange würde das Thema dieser Vision, die Zerstörung der Anbetung
des Herrn, andauern, und der
verwüstenden Übertretung,
die schreckliche Übertretung, die gerade beschrieben worden war, um sowohl das Heiligtum
als auch das Heer zum
Zertreten hingegeben werden?
Damit die Kirche Gottes, die damals durch die Nation der aus Babylon
zurückgekehrten Juden repräsentiert wurde, verwüstet und an der Ausbreitung
gehindert würde. V.
14. Und er sprach zu mir: Bis 2.300
Abende und Morgen; dann wird das Heiligtum gerechtfertigt
[d.i. zu seinem Recht kommen] werden, was „entweiht“
bedeuten könnte. Die Zahlen in der Vision sind seltsam mit direkten Aussagen
verwoben, die in gewissem Maße die Auslegung im zweiten Teil des Kapitels
vorwegnehmen.
Die Erklärung der Vision (V. 15-21):
V. 15. Und als ich, ja ich, Daniel, die Vision
gesehen und nach der Bedeutung gesucht hatte, darüber
nachdachte und sie von allen Seiten betrachtete, siehe, da stand vor mir
wie die Erscheinung eines Mannes,
die Erscheinung kam mit erschreckender Plötzlichkeit. V. 16. Und ich hörte eine
Menschenstimme,
wobei der Sprecher für Daniel unsichtbar war, zwischen den Ufern des Ulai,
die aus den beiden Armen des Euläus-Flusses kam, und sie
rief: Gabriel, mache
diesen Mann mit der Vision vertraut.
Das Wesen, das Daniel in Gestalt eines Mannes erschien, war also einer der
Engelsfürsten des Herrn. Vgl. Lukas 1, 19. V. 17. Und er kam an den
Ort, wo ich stand; und als er herzutrat,
erschrak ich, die unmittelbare Nähe
eines heiligen Wesens erfüllte ihn mit Furcht, und ich fiel auf mein
Angesicht; er aber sprach zu mir: Merke
auf, du Menschenkind,
die Ansprache, die Daniel an seine menschliche Schwäche erinnert, ohne ihn
jedoch zu demütigen; denn für
Zeit des Endes gilt
die Vision, das heißt, es gibt
Auskunft über Ereignisse am Ende der Zeit, der letzten Periode der
Erdgeschichte. V.
18. als
er mit mir sprach, sank ich in Ohnmacht zur
Erde auf mein Angesicht,
in einem Zustand der Betäubung oder Ekstase, der seine Sinne von irdischen
Dingen abschirmte; aber
er rührte mich an und
richtete mich auf, um ihn vorerst zu
stärken, damit er den Rest der Vision miterleben konnte. V. 19. Und er sprach:
Siehe, ich will dir kundtun, wie
am letzten Ende des Zorns sein wird,
wenn der Zorn Gottes über die gottlose Welt ausgegossen wird; denn
sie bezieht sich auf die
Zeit des Endes,
oder: „Es [die Vision]
bezieht sich auf die Zeitspanne des EndesZu
der festgesetzten Zeit wird das Ende sein.“
Es wird sogar an dieser Stelle darauf hingewiesen, dass die Trübsal, die die
Juden zur Zeit der Makkabäer, insbesondere durch die Tyrannei von Antiochus
Epiphanes, erlitten haben, ein Symbol für die Leiden ist, die am Ende der
messianischen Ära zu erwarten sind. V. 20. Der Widder, den du
gesehen hast, mit den zwei Hörnern, sind die Könige von Medien und Persien,
die medo-persische Monarchie in ihrer gesamten
historischen Entwicklung. Dieses Reich unterwarf unter persischer Führung: im
Westen Babylon, Mesopotamien, Syrien und die Länder Kleinasiens; im Norden
Kolchis, Armenien, Iberien und die Staaten entlang des Kaspischen Meeres; im
Süden Judäa, Ägypten, Äthiopien und Indien. V. 21. Und der
Ziegenbock, der sich siegreich nach
Osten über Kleinasien bewegt, ist der König von
Griechenland, wörtlich „von Javan“, Mazedonien, Griechenland und die ionischen Kolonien,
die in diesem Begriff enthalten sind; und das große Horn
zwischen seinen Augen ist der erste König,
Alexander „der
Große“,
der Gründer dieser Weltmacht. V. 22. Nun,Und
dass
es zerbraochen
ist, während
und vier
dafür aufstanden, ist,
oder: „Was das Horn betrifft, das zerbrochen wurde und an dessen Stelle vier
traten“, so ist dies die Bedeutung: Vier Königreiche werden
aus der Nation hervorgehen, aus der
Welt der Nationen, die unter der Herrschaft des ersten Königs vereint sind, aber nicht in seiner
Macht, nicht dem Gründer
gleichgestellt, weder einzeln noch alle zusammen. Diese vier sind die Dynastien
der Diadochen, von denen in der Tat fünf, Antigonus,
Antipater, Ptolemäus, Kassander und Lysimachos, den Titel eines Königs
annahmen; aber Antigonus wurde bald in der Schlacht
besiegt, so dass es wirklich vier Monarchien gab, Lysimachos nahm Thrakien und
Bithynien, Kassander Makedonien und Griechenland, Seleukus
Syrien, Babylonien und die östlichen Länder und Ptolemäus Ägypten, Palästina
und Arabien Petraea. Antipatros war inzwischen
gestorben. V.
23. Und in der letzten Zeit ihres Königreichs,
das heißt, nachdem diese Dynastien eine Zeit lang existiert hatten, wenn die Übertreter voll
und ganz da sinddas Maß ihrer Sünden
voll machen,
wenn die abtrünnigen Juden das Maß ihrer Bosheit noch einmal erfüllt hätten, wird eein
König mit grimmigem frechem Antlitz,
schamlos, ohne die geringste Rücksicht auf Gott und die Menschen, und der
dunkle Sätze verstehtein
Meister der Ränke,
seine wahren Absichten hinter zweideutigen Aussagen verbirgt, wird aufstehen
und
als Herrscher über diesen Teil des griechischen Reiches an die Macht kommen. V.
24. Und seine Macht wird mächtig groß sein,
aber nicht durch seine eigene Macht,
sondern aufgrund seiner listigen Verstellung, mit der Erlaubnis Gottes; und er wird auf
wunderbare Weise zerstörenaußerordentliches
Unheil anrichten,
so dass die Menschen über seine diesbezüglichen Aktivitäten erstaunt wären, und er wird gedeihen
und praktizierenihm gelingen und es
ausrichten.
und das mächtige undUnd
er wird die Starken samt dem
heiligen
Volk zerstören, wobei er sowohl an den
kriegerischen Feinden, die sich ihm entgegenstellen, als auch an der Gemeinde
der Heiligen des Herrn Rache übt. V. 25. Und durch seine Politik
Klugheit wird
er ihm
auch die
List in seiner Hand gedeihen lassender
Betrug gelingen, das
heißt, dass er mit seiner List in seinen Täuschungen erfolgreich sein wird, in
verschiedenen heuchlerischen Plänen, die er beschlossen hatte; und er wird sich in
seinem Herzen erheben und
aufgrund dieser erfolgreichen Manöver stolz werden, und
durch den Friedenunversehens
wird er viele vernichten, während
sie in sorgloser Sicherheit lebten, und die Plötzlichkeit des Angriffs sie dazu
bringt, sich kampflos zu ergeben; Er wird sich auch gegen
den Fürsten der Fürsten erheben und
sich sogar gegen Gott stellen. Aber er wird ohne Zutun
von Menschenhand zerschlagen zerbrochen werden,
und Gott selbst wird seine Strafe in die Hand nehmen. V. 26.
Und
die Vision vom Abend und Morgen, die erzählt wurde,
über die Länge der Zeit der Bedrängnis, ist wahr;
darum
aber halte
die Vision verschlossen, um sie für
einen späteren Tag aufzubewahren, denn sie
wird für viele Tage seines
ist noch eine lange Zeit bis dahin.
Da die Vision Dinge der fernen Zukunft betrifft, würde sie ihren prophetischen
Wert behalten und sollte daher zu diesem Zeitpunkt nicht allgemein offenbart
werden. V.
27. Und ich, Daniel, überwältigt von der
überraschenden und überwältigenden Art der Offenbarung, wurde ohnmächtigwar
erschöpft und war einige Tage
krank. Danach stand ich auf und erledigte verrichtete die
Geschäfte des Königs und
kümmerte mich wie zuvor um die Pflichten seines Amtes; und
ich war erstaunt verwundert über
die Vision, er hielt seinen
Ratschlag dazu ein, aber
niemand verstand siekonnte
sie mir auslegen, denn die volle Bedeutung
der Offenbarung, die er erhielt, wäre nur mit ihrer Erfüllung möglich.
Antiochus Epiphanes wird in der Geschichte zu Recht als ein Typos auf den
Antichrist angesehen, das Papsttum von Rom, denn er unternahm jede Anstrengung,
um die Verehrung des wahren Gottes im Heiligen Land zu vertreiben und
stattdessen eine Verehrung seiner selbst einzuführen.
Daniels
Bußgebet und die Weissagung von den 70 Jahrwochen und von Christus
Daniels Bekenntnis
und Gebet (V. 1-19): V.
l. Im ersten Jahr des Darius, des Sohnes des
Ahasveros [Xerxes],
in der weltlichen Geschichte als Gobryas bekannt und
nach dem Fall Babylons als Vizekönig des Reiches erwähnt, aus dem Geschlecht
der Meder, die sich mit den Persern bei der Eroberung Babylons verbündeten,
der zum König über das Reich der Chaldäer gemacht wurde, nicht durch
Thronbesteigung, sondern durch die Vermittlung der siegreichen Armee und durch
die Hand von Kyrus,
v. 2. im
ersten Jahr seiner Herrschaft verstand ich, Daniel, durch Bücher, er
beobachtete, er holte sich seine Informationen und zog dann seine
Schlussfolgerungen, die Anzahl der Jahre, über
die das Wort des HERRN an
den Propheten Jeremia erging, vgl. Jer. 25, 11, dass
siebzig Jahre in der Verwüstung Jerusalems vollendet werden würden. Beachte, dass Daniel im Besitz eines Buches mit
den Prophezeiungen Jeremias war, das daher schon damals in mehreren Exemplaren
existiert haben muss, dass er die Worte dieses Buches als das Wort des
Herrn betrachtete und dass
er definitiv daran glaubte, dass die Worte der Prophezeiung, als die Worte des
Herrn, in Erfüllung gehen würden. V. 3. Und ich richtete mein Angesicht auf
Gott, den HERRN,
den einen souveränen Gott des Universums, um durch Gebet und Flehen zu
suchen, um für die Wiederherstellung der Stadt seiner Väter zu bitten, in
Fasten und Sackleinen und Asche. Es war also ein
eindringliches, bewegendes Gebet, das Daniel durch das Wirken des Heiligen
Geistes suchte, durch das er seine Bitten vor Gott kundtat. V. 4. Und ich
betete zum HERRN,
meinem Gott, und legte mein Bekenntnis ab, ein offenes
Eingeständnis der eigenen Sündhaftigkeit, das den Weg für die richtige Anbetung
des Herrn bereitet, und sprach: Ach
HERR, du
großer
und schrecklicher
Gott, dessen Furcht und Schrecken über alle seine Feinde
kommt, der du
Bund hältst
und Barmherzigkeit erweist denen, die dich
lieben, und denen, die deine
Gebote halten, vgl. 5. Mose 7, 9: Vers
5. Wir haben gesündigt und Unrecht getan, indem wir den Pfad der Gebote
Gottes verlassen haben, und sind gottlos gewesen
und abtrünnig geworden,
rebellisches Verhalten gezeigt, wir sind
von deinen Geboten
und deinen Rechten
abgewichen, wobei die Einleitung des Bekenntnisses den Worten
von Salomos Gebet in 1. Könige 8, 47; Vers 6 nachempfunden ist. 6.
Wir haben auch nicht auf deine Knechte, die Propheten, gehört, wobei sein
Bekenntnis nun im Namen seines gesamten Volkes abgelegt wird, das die
Ermahnungen der Propheten offen missachtet, die in deinem Namen zu unseren
Königen, unseren Obersten
und unseren Vätern und zu allem Volk im
Land sprachen. Vgl. 2. Könige 17;
Jer. 44, 17. V. 7. Bei dir HERR, ist
Gerechtigkeit, Er
ist der Besitzer absoluter Gerechtigkeit, der allein Gerechtigkeit verteilen
kann, wir aber müssen uns
schämen,
nämlich die Verwirrung, die sich im schuldigen Erröten aufgrund des
Sündenbewusstseins und der daraus resultierenden Schande und Trübsal zeigt, wie
es an
diesem Tag ist:
den Männern von Juda und den Bewohnern Jerusalems,
die als Anführer des Volkes des Herrn an erster Stelle stehen, und ganz
Israel, denn viele Angehörige der anderen Stämme hatten sich dem südlichen
Königreich angeschlossen, als der Untergang des nördlichen Königreichs
unmittelbar bevorstand, alle, die sich zum wahren Gott bekannten und so ihr
Schicksal gemeinsam besiegelten, die nah und fern sind, in allen Ländern, in
die du sie vertrieben hast, als sie in die schändliche Verbannung
verschleppt wurden, wegen ihrer Missetat,
die sie gegen dich begangen haben, wobei die Schuld des
Volkes immer wieder hervorgehoben wird. V. 8. Ja, HERR, unser
Angesicht muss schamrot werden, und
unserer
Könige, unserer Obersten
und unserer
Väter, weil wir gegen dich gesündigt haben. Diese Aussage wird
zur Betonung wiederholt, ebenso wie die gleichbedeutenden Ausdrücke zu Beginn
von Daniels Bekenntnis gehäuft wurden, um die volle Tragweite der Schuld des
Volkes herauszustellen. Dieser Verwirrung und Schuld steht die einzige Hoffnung
der sündigen Sterblichen gegenüber, die Barmherzigkeit Gottes, die sich in der
Vergebung der Sünden zeigt. V. 9. Bei
dem HERRN,
unserem Gott, ist
Barmherzigkeit und Vergebung, von denen die reuigen
Sünder das große Bedürfnis verspüren. Denn
wir haben
uns gegen ihn aufgelehnt, und das Bedürfnis
nach seiner Vergebung als ihre einzige Hoffnung ist ihnen klar geworden; V.
10. und
haben wir nicht auf die Stimme des HERRN,
unseres Gottes, gehört, in seinen Gesetzen zu wandeln und sie
genau zu befolgen, die er uns durch seine Knechte,
die Propheten, seine Knechte, kundgetan
hat,
indem er den Menschen seinen Willen kundtat. V.
11. Ja, ganz Israel hat dein Gesetz übertreten
und ist abgewichen ist, sodass
sie deiner Stimme nicht
gehorchten,
und sich mit diesem vorsätzlichen Ziel von ihm abgewandt hat; darum ist der
Fluch auf uns ausgegossen, wie ein Hagelschauer, und der Eid, der im
Gesetz des Mose, des Knechtes Gottes, vgl. 3
Mose 26; 5
Mose 28, geschrieben
steht, weil
wir gegen ihn gesündigt haben. V. 12. Und er hat
seine Worte, die er gegen uns gesprochen hat, gehalten, indem er sie in die Tat umsetzte, da sie nun den
Beweis vor Augen hatten, und gegen unsere
Richter, die uns richteten, wobei der Begriff
alle Autoritätspersonen der gesamten Nation einschloss, indem er ein großes
Unheil über uns brachte; denn unter dem ganzen Himmel ist nicht geschehen, was an
Jerusalem geschehen ist, die Strenge der
Strafe des Herrn war unübertroffen. V. 13. Wie es im Gesetz des Mose
geschrieben steht, in den beiden Kapiteln, die die schrecklichen Aussagen
des Herrn über seine Bestrafung der Übertreter seines Gesetzes enthalten, ist
all dieses Unglück
über uns gekommen; dennoch haben wir nicht das
Angesicht des HERRN unseres Gottes besänftigt, indem wir ihn angefleht oder sein Angesicht
besänftigt haben, indem wir versucht haben, seinen Zorn zu besänftigen, wie es
in König Salomos großem Gebet vorgeschlagen wurde, indem
wir uns von unseren Sünden bekehrten
und auf deine
Wahrheit geachtet hätten.
Die Wahrheit Gottes ist sein in seinem Wort offenbarter Erlösungsplan, nach dem
er möchte, dass der Sünder von seinen bösen Wegen umkehrt, die ihm im
Evangelium angebotene Erlösung annimmt und ein Leben im Einklang mit dem Willen
des Herrn führt. V. 14. Darum hat der HERR
über das Unglück
gewacht, er war besorgt, dass sie über die Übertreter
kommen würden, und hat es
über uns gebracht; denn der HERR,
unser Gott, ist gerecht in allen seinen Werken, die er tut,
alle seine Handlungen sind im Wesentlichen gerecht; aber
wir haben seiner Stimme nicht gehorcht, weshalb die ihnen
auferlegte Strafe als gerecht und rechtschaffen anerkannt werden musste. V.
15. Und nun, o HERR,
unser Gott, der du dein Volk mit starker Hand aus dem Land Ägypten geführt
hast, 2 Mose 32,11,
und dir einen Namen gemacht hast, wie es an
diesem Tag ist,
werden seine barmherzigen Taten überall dort anerkannt, wo sie unter den
Völkern bekannt werden: Wir haben gesündigt, wir sind
gottlos gewesen,
dieses Bekenntnis leitet nun auch die letzte Bitte in Daniels Gebet ein. V.
16. Ach HERR,
nach all Deiner Gerechtigkeit willen, in
Übereinstimmung mit der Gerechtigkeit, die die Erfüllung seiner Verheißungen
verlangte, wende ab deinen
Zorn und deinen Grimm
von deiner
Stadt Jerusalem, deinem
heiligen Berg, der so genannt
wurde, weil sein Heiligtum dort seit so vielen Jahrhunderten lag, abgewendet
werden. Denn
wegen unserer Sünden und der Missetaten unserer Väter sind Jerusalem und Dein
Volk zu einem Schandfleck bei
allen
geworden, die um uns herum sind, so dass die Heiden
sie mit Verachtung und Spott betrachteten. V. 17. Nun, o unser Gott, höre
das Gebet deines Dieners und seine Bitten und lass dein Angesicht in
barmherziger Liebe auf dein verwüstetes Heiligtum leuchten,
denn die Tatsache, dass der Tempel in Trümmern lag, war der Hauptgrund für
Daniels Gebet, um deinetwillen, HERR,
denn die Herrlichkeit der Wiederherstellung würde dann dem Herrn gehören. V.
18. O mein Gott, neige dein
Ohr, in der Haltung williger Aufmerksamkeit, und
höre; öffne
Deine Augen und sieh unsere Verwüstungen, sowohl die Städte
als auch ihre Ruinen, die in diesem Begriff enthalten sind, und die Stadt,
die nach deinem
Namen genannt ist, wörtlich: „auf die
Dein Name genannt ist“, wo Gott sich so herrlich offenbart hat, die Er, indem
Er sie zu Seinem Heiligtum erwählt hat, unter den Städten der Welt so hoch
erhoben hat; denn wir liegen vor
dir mit unserem Gebet, und
werfen uns vor dich, nicht auf unsere Gerechtigkeit, in
Abhängigkeit von einem Zustand oder einer Handlung der Gerechtigkeit seitens
der Bittsteller, sondern auf deine
große Barmherzigkeit, denn die unverdiente
Gnade Gottes, Seine freie Gunst, ist die einzige Hoffnung der Sünder. V. 19.
Ach HERR,
erhöre; ach HERR,
vergib; ach HERR, merke
auf und handle!
Der Prophet erreicht hier den Höhepunkt eines eindringlichen und inbrünstigen
Gebets. Zögere nicht, um deiner selbst willen, mein Gott; denn deine Stadt
und dein Volk sind nach deinem Namen genannt,
und deshalb sollte sein Eifer für seine eigene Ehre der Grund sein, der ihn
dazu drängt, das Gebet des Propheten zu erhören. Das Gebet des Glaubens ist
immer gewiss, sanftmütig und eindringlich, und wenn es durch die Verheißungen
des Herrn unterstützt wird, kann es zu einem Flehen um Gnade werden, das mit
Sicherheit erhört wird.
Gabriel tröstet
Daniel durch die Weissagung von Christus und den siebzig Wochen
(V. 20-27): V. 20. Und
während ich noch redete
und betete und meine Sünde und die Sünde meines Volkes Israel bekannte und mein
Flehen vor dem HERRN,
meinem Gott, darbrachte und seine Bitten häufte, um die Barmherzigkeit
Gottes zu suchen, für den heiligen Berg
meines Gottes, im Interesse des
Heiligtums des Herrn und der wahren Anbetung; Vers 21. ja,
während ich im Gebet sprach und
die abschließenden Bemerkungen seines Gebets machte, kam
der Mann Gabriel, einer der
Engelsfürsten, den ich zu Beginn in der Vision gesehen hatte, Kap. 8,
15. 16, in eiligem Flug, zur
Zeit des Abendopfers und
berührte mich, besser gesagt: „Der
Mann Gabriel, den ich früher in einer Vision gesehen hatte, während ich mich in
einem Zustand großer Erschöpfung befand, ... kam um die Zeit des Abendopfers zu
mir“, gegen drei Uhr nachmittags, denn dies war eine der Gebetsstunden, die von
den Juden eingehalten wurden. V. 22. Und er gab
mir Verständnis und sprach mit mir
und sagte: Daniel, ich bin jetzt gekommen, um dir zum
richtigen Verständnis zu verhelfen,
eine geschickte und korrekte Einsicht in das Problem, das ihn verwirrte, und
eine Zusicherung für die Zukunft. V. 23. Denn
am Anfang deines Betens erging das Wort,
nämlich der Erlass oder das Orakel, das jetzt verkündet wird, und ich bin
gekommen, um es dir zu bekannt zu machen,
denn du bist sehr geliebt, weshalb der Herr so bereit war, ihm die
Lösung des Problems der siebzig Wochen bekannt zu machen; So
merke nun auf das Wort und verstehe
die Vision! indem du den Ausspruch
beobachtest, wie es jetzt dargelegt und erklärt werden soll. V. 24. Siebzig
Wochen sind über dein Volk und über deine heilige Stadt bestimmt, die
Hauptstadt, die Daniel so sehr am Herzen lag. Die Bestimmung der Zeit war
absichtlich unbestimmt, um die Übertretung zu beenden und den Sünden ein
Ende zu setzen, um die Rebellion einzudämmen und die Sünden zu versiegeln,
damit sie nicht länger zum Ausdruck kommen, und um die Missetat zu sühnen, um
eine Sühne für die Schuld zu bewirken, und ewige Gerechtigkeit zu bringen,
das Ergebnis der Sühne der Sünde, und die Vision und Propheten zu
versiegeln, denn es würde keine weiteren Propheten mehr geben,
wenn die wichtigsten und größten Prophezeiungen erfüllt wären, und das
Allerheiligste zu salben, wobei der neue, geistliche Tempel, von dem
Hesekiel spricht, gemeint ist, die Gründung der Kirche des Neuen Testaments auf
Erden und insbesondere ihre Vollendung im Himmel am Ende der Zeit. V. 25.
Wisse und verstehe daher, dass vom Erlass des Gebots zur Wiederherstellung und
zum Bau Jerusalems an, von dem Zeitpunkt an, als der Erlass des Cyrus über
den Wiederaufbau Jerusalems erging, Esra 1, 1; Jes. 44, 28, bis auf
Christus, den
Messias, Gesalbten, dem
Fürsten, sind
sieben Wochen, d. h. bis zum Kommen
Christi, des Erlösers, und 62
Wochen, in denen der große geistliche Tempel des Herrn
errichtet werden würde. Lang werden die
Plätze und Gräben wieder aufgebaut
werden, und zwar in
unruhigen Zeiten, während die Kirche
Christi noch eine streitende Kirche wäre. V. 26. Und nach 62
Wochen wird Christus
ausgerottet werden, nämlich zur Zeit der
großen Verleugnung, eines der Zeichen, die dem Ende der Welt vorausgehen, und
niemand ist für ihn,
wörtlich: „und nicht für ihn ist jemand“, das heißt, vorerst scheint es keinen
Helfer zu geben; und das Volk eines
Fürsten, der kommen wird, ein mächtiger
Gegner, der Antichrist, wird die Stadt und das Heiligtum zerstören, so
dass anscheinend alles vor seinem Angriff verloren wäre; und das Ende davon
wird mit einer Flut sein, so dass der angreifende Fürst selbst am Ende
durch ein göttliches Gericht zugrunde gehen würde, und zum
Ende wird es Krieg geben,
fest beschlossene Verwüstungen, bis zum Ende dieser Welt. V.
27. Und er, der feindliche Fürst, wird den Bund mit vielen während
einer
Woche bestätigen, so dass die große
Masse der Menschen gezwungen wäre, diesen Bund zu akzeptieren und ihn als an
Gottes Stelle stehend anzuerkennen; und in der Mitte der Woche wird er das
Opfer und die Opfergabe einstellen, so dass es zu einer ernsthaften
Beeinträchtigung der wahren Anbetung Gottes kommen würde, und auf
Schwingen des Greuels
kommt, der Zerstörung verursacht, nämlich mit seinen götzendienerischen Bräuchen, bis
das bestimmte Ende
ausgegossen wird über den, der Verwüstung verursacht,
wörtlich: „bis die vervollkommnete und vollständig bestimmte Ausrottung und
gerichtliche Bestrafung über den Verwüster ausgegossen wird“, Gott selbst
bringt Zerstörung über ihn. Die Prophezeiung beschreibt somit die Wechselfälle
der Kirche Gottes, die durch das Kommen des verheißenen Messias erleichtert
werden würden. Aber auch nach seinem Kommen würde die Gemeinde der Heiligen in
der Tat eine streitende Kirche sein, wobei der große römische Antichrist den
ersten Angriff auf die Streitkräfte des Herrn unternimmt und in den letzten
Tagen der Welt von anderen antichristlichen Elementen unterstützt wird, die
seiner Führung folgen, bis der Herr ihn und sie zum Zeitpunkt des Großen
Gerichts endgültig und endgültig vernichten wird.
V.
25 „Von der Zeit an, dass
der Befehl ausgeht, dass Jerusalem [nicht der Tempel]
soll wiederum gebaut werden …“: 460/59
v. Chr.: Artaxerxes gibt Befehl zum Bau Jerusalems
die sieben Jahrwochen (49 Jahre, also bis 410
v. Chr.):
Erneuerung Jerusalems und des Gottesdienstes durch Esra und Nehemia
62 Jahrwochen bis auf Christus,
den Fürsten: (434 Jahre, also bis 24
n. Chr.):
das wäre also bis zum 30. Lebensjahr Jesu Christi (er ist richtig geboren im
Jahr 6 bevor wir mit der Zeitrechnung beginnen), also der Taufe Jesu und dem
Beginn des öffentlichen Wirkens des Heilandes.
Während dieser 434 Jahre
werden zwar Jerusalem und das Volk Gottes gebaut, aber „kümmerlich“, mit viel
Schwachheit, Not, Kampf.
V.
26-27 die 70. Jahrwoche:
a) V. 26: Christus wird
„ausgerottet werden“: Das Wort beschreibt im Hebräischen sowohl den Tod des
Heilandes (am Kreuz) als auch das Aufrichten eines Bundes, nämlich des Neuen
Bundes.
b) V. 26: „Ein Volk des
Fürsten wird kommen …, die Stadt und das Heiligtum zerstören“: Das ist im
Jüdischen Krieg geschehen, 66-70 n. Chr., in dem Jerusalem und der Tempel
zerstört wurden, 70 n. Chr..
c) V. 26: „bis zum Ende
wird es wüst bleiben“: Die Endzeit ist nicht zuletzt Trübsalszeit.
d) V. 27: „Er wird aber
vielen den Bund stärken“: nämlich Christus stärkt seine Gemeinde durch Wort und
Sakrament und regiert sie durch die Gnadenmittel. „eine Woche lang“: die
gesamte 70. Jahrwoche, also während seiner Zeit hier auf Erden und weiter bis
zum Ende der Tage, dem Jüngsten Tag.
e) V. 27: „in der Mitte
der Woche wird das Opfer und Speisopfer aufhören“:
1) durch
Christi Kreuzestod sind die alttestamentlichen Opfer zum Ziel und Ende
gekommen;
2) mit der
Zerstörung des Tempels in Jerusalem hörte der Opferdienst auf
f) V. 27: es bleibt noch
eine halbe Jahrwoche oder 3 ½ Jahre oder 42 Monate oder 1260 Tage (wenn jeder
Monat mit 30 Tagen gerechnet wird): das ist die gesamte (restliche)
neutestamentliche Zeit, die nicht zuletzt geprägt ist durch die Trübsal und das
Wüten des Antichristen, dessen Zeit gerade mit diesen Zahlen auch beschrieben
wird als einer von Gott begrenzten Zeit.
g) V. 27: „Greuel
der Verwüstung“: der Abfall von Gottes Wort, die Rebellion gegen Christus,
wodurch bereits das Judentum zur Zeit des jüdischen Krieges gekennzeichnet war,
was aber auch ein Merkmal der antichristlichen
Mächte ist (s. 2. Thess. 2).H
Vorbereitung der
letzten Gesichte
Der Beginn der Vision (V. 1-9): V.
1. Im dritten Jahr des Kyrus, des
Königs von Persien,
zwei Jahre nachdem sein Erlass über die Wiederherstellung Jerusalems und des
Tempels ergangen war, wurde Daniel, dessen Name Belteshazzar hieß, etwas
offenbart, wobei hier beide
Namen genannt werden, einer als Mitglied des Volkes Gottes, der andere als
Beamter des persischen Hofes, der seiner Nation einen besseren Dienst erweisen
konnte, indem er am Hof blieb, als indem er sich ihnen bei der
Wiederherstellung ihrer Stadt anschloss, zumal er nun schon in
fortgeschrittenem Alter war; und die Sache, das
Wort Gottes, das dem Propheten in dieser Vision offenbart wurde, ist wahr
und von großer Trübsal,
das heißt, die Offenbarung betraf Elend, Elend und Not auf Erden; und er merkte
auf die Sache und bekam Verständnis für die
Vision, er beachtete das Wort, das der Herr ihm kundtat,
und schenkte der Vision große Aufmerksamkeit. V. 2. In jenen Tagen trauerte
ich, Daniel, drei volle Wochen lang, sehr wahrscheinlich wegen der Zustände
im Land seiner Väter, wo die kleine Handvoll Juden unter besonderen
Schwierigkeiten versuchte, den Tempel wieder aufzubauen und die Stadt
wiederherzustellen, eine Tatsache, die Daniel dazu veranlasste, sich zu Beginn
eines neuen Jahres dem Fasten und Beten zu widmen. V. 3. Ich aß keine
leckere Speise, sondern nur
ungesäuertes Brot, wie es bei Bedrängnis gegessen wird, 5. Mose 16:3. Und weder Fleisch noch
Wein kamen in meinen Mund, so dass ich auf alle
Speisen verzichtete, die sonst an Festtagen gegessen werden. Ich salbte mich
auch nicht, sondern enthielt mich aller Äußerungen von Freude und Glück, bis
drei ganze Wochen erfüllt waren. Daniel fastete also vollständig, mit allen
Ausdrucksformen von Leid und Trauer, die Menschen in einer solchen Zeit
annehmen. V. 4. Und am 24. Tag des ersten
Monats, des Monats Nisan, anscheinend am Ende seines
Fastens, als ich am Ufer des großen Flusses, des Hiddekel,
des Tigris, war, V. 5. und hob meine Augen auf
und schaute, wie in der Vision am
Ufer des Eulaeus, Kap. 8, 3, und siehe, da
stand ein
Mann, gekleidet in Leinen, dessen Farbe
Heiligkeit symbolisiert, dessen Lenden mit feinem Gold von Ufas umgürtet waren, wobei das Gold auf seinen
fürstlichen Rang hinweist. V. 6. Sein Leib war auch wie Chrysolith,
sodass er mit dem goldenen Glanz von Topas oder Bernstein leuchtete, und
sein Gesicht wie der Anblick eines Blitzes, blendend hell, und seine
Augen wie Feuerflammen, vgl. Offb. 1, 14, und seine Arme und seine Füße
wie in der Farbe von poliertem Erz,
glänzend wie glühendes Erz, und die Stimme
seiner Worte wie die Stimme einer Volksmenge,
die Stimme des Brausens wie die des Ozeans oder einer großen Menschenmenge. V.
7. Aber ich, Daniel, allein
sah die Erscheinung, so
dass alle ihre Details ihm klar waren; denn die Männer, die bei mir waren,
sahen die Erscheinung nicht,
wie es auch bei den Gefährten Sauls auf dem Weg nach Damaskus der Fall war,
Apostelgeschichte 9, 7; 22, 11; aber ein großes Schrecken überfiel sie, so
dass sie flohen, um sich zu verstecken, wörtlich: „sie
flohen, indem sie sich versteckten“, ein Ausdruck, der die Größe ihrer Angst
zeigt. V. 8. Und ich blieb
allein
und sah diese große Erscheinung,
vgl. 2 Mose 3,3, und es blieb
keine Kraft in mir, wegen des überwältigenden Schreckens der Vision; und
mein Gesicht entfärbte sich bis zur Verunstaltung,
wörtlich: „das gesunde Aussehen meines Gesichts verwandelte sich in
Verunstaltung“, und ich behielt keine Kraft, Aus der gesamten
Beschreibung geht hervor, dass Daniel hier eine Vision vom Engel der Gegenwart,
dem Engel des Angesichts, dem Messias selbst hatte, wie er sich den Gläubigen
des Alten Testaments offenbarte. Vgl. Offb. 1, 13-15. V. 9. Und
ich hörte
die Stimme seiner Worte; und als ich die Stimme seiner Worte hörte, sank
ich ohnmächtig auf meinem Gesicht, mein Gesicht zum
Boden.
Der erste Teil der
Botschaft des Engels (V. 10-21): V. 10. Und
siehe, eine Hand berührte mich, der fassungslose Prophet konnte nicht
sagen, wessen Hand es war, obwohl der Text darauf hindeutet, dass es derselbe
Engel in Weiß war, und half mir auf die Knie und auf
die Hände und ihn sanft in einen
halb wachen Zustand
schüttelte, so dass er zumindest eine kauernde Position einnahm, obwohl seine
Benommenheit noch nicht ganz verschwunden war. V. 11. Und er sprach zu mir:
„Daniel, du vielgeliebter
Mann,
vgl. Kap. 9, 23, merke auf die Worte, die ich
zu dir spreche, und präge sie dir
genau ein, und stehe aufrecht, wobei du die letzten Auswirkungen der
Lähmung abschüttelst, die ihn befallen hat; denn zu dir bin ich jetzt
gesandt, als Überbringer einer Botschaft des Trostes und des Segens. Und
als er dies Wort zu mir gesprochen hatte, stand ich zitternd auf,
immer noch in ängstlicher Erwartung der Dinge, die ihm offenbart werden würden.
V. 12. Da sprach er zu mir: Fürchte dich nicht, Daniel; denn vom ersten Tag
an, an dem du dein Herz darauf gerichtet hast zu
verstehen,
sich mit der Lösung der Probleme zu befassen, und dich vor deinem Gott zu demütigen, in
der angemessenen Demut des Geistes, wurden deine Worte gehört, und ich bin
gekommen, um deiner Worte willen,
als Folge des Gebets, das Gott zur Kenntnis gelangt war. Der Herr erhört immer
alle Gebete derer, die an ihn glauben, auch wenn er manchmal seine Antwort
verzögert oder sie auf eine andere Weise gibt, als seine Kinder es erwarten. V.
13. Aber der Engelfürst des Königreichs
Persien, der Engel der Finsternis, der die persische
Weltmacht in ihren Götzen darstellt und daher mit einem bösen Geist identisch
ist, widerstand mir 21 Tage lang und versuchte, den Engel
der Gegenwart daran zu hindern, seine Mission des Trostes zu erfüllen; und siehe, Michael, einer
der obersten Engelfürsten,
der erste in der Rangordnung, der die Stärke des Allmächtigen besitzt, kam
mir zu Hilfe; und ich behielt
den Sieg
bei den Königen von Persien und nutzte seinen
Einfluss im Interesse des Volkes des Herrn. Es gibt eine Welt der Engel und
Geister, und diese Geister haben oft einen sehr entscheidenden Einfluss auf die
Ereignisse der Geschichte. V. 14. Nun bin ich gekommen, um dir zu erklären,
was deinem Volk in den letzten Tagen, während der messianischen Ära, widerfahren
wird; denn noch ist die
Vision für (ferne) Tage,
sie reicht weit in die Zukunft.
V. 15. Und als er
solche Worte zu mir gesprochen hatte, richtete ich mein Gesicht zum Boden,
voller Ehrfurcht und Bestürzung über die zu erwartenden Offenbarungen, und schwieg
still,
blieb vorerst sprachlos. V. 16. Und siehe, einer, der den Menschenkindern
glich, ein Engel, der wie ein Mensch aussah, wahrscheinlich wieder der
Engel des Herrn im besonderen Sinne des Wortes, berührte meine Lippen,
um seine Stummheit zu heilen. Da tat ich meinen Mund auf und redete und
sprach zu dem, der vor mir stand: Mein Herr, durch die Erscheinung, durch
die Erscheinung, die er geschaut hatte, überfielen
mich Krämpfe, mit akuter und
überwältigender Kraft, und ich hatte keine Kraft mehr.
V. 17. Denn wie kann der Diener dieses meines HERRN mit diesem meinem HERRN sprechen? Dessen
Majestät war von einer Art, die einen armen, sündigen Sterblichen in Schrecken
versetzen konnte. Denn ich – so bleibt von
nun an keine Kraft in mir, und es ist auch kein Atem mehr in
mir. Er konnte vor Aufregung und Bestürzung weder
stehen noch richtig atmen. V. 18. Da, rührte mich der,
der aussah wie ein
Mensch, an und stärkte mich, V.
19. und sagte: „Fürchte dich nicht,
vielgeliebter Mann, denn sein Schrecken
war der eigentliche Grund für seine Schwäche. Friede sei mit dir; sei stark,
ja, sei stark!“
Die Wiederholung der tröstenden Worte dient dazu, ihnen Nachdruck zu verleihen.
Und als er mit mir gesprochen hatte, wurde ich
gestärkt und sagte: Mein Herr, rede, er
fühlte sich nun in der Lage, die Botschaft zu hören und zu empfangen; denn
du hast mich gestärkt. V. 20. Da sprach er: Weißt du, warum ich
zu dir gekommen
bin? Der
Prophet muss sich den ernsten und höchst wichtigen Charakter der Botschaft vor
Augen halten. Und nun will ich zurückkehren, um mit dem Fürsten von Persien
zu kämpfen, um ihn daran zu hindern, seine bösen Pläne gegen die Kinder
Gottes auszuführen; und wenn ich mit
ihm fertig
bin; bereit, Krieg zu führen, siehe, dann wird der (Engel-)Fürst von
Griechenland kommen, ein weiterer
feindlicher Geist, der Griechenland repräsentiert und dazu bestimmt ist, die
nächste Weltmacht zu werden. V. 21. Aber ich will dir zeigen, was im
Buch
der Wahrheit, im heiligen Dokument
der göttlichen Verordnungen Gottes, geschrieben ist; und
es gibt niemanden, der mir gegen jene hilft und voll und ganz auf
seiner Seite steht, außer Michael, euer Fürst,
dem besonderen Beschützer des Volkes Gottes. Der Fürst dieser Welt versucht mit
all seinen Heerscharen böser Geister unablässig, den gnädigen und guten Willen
des Herrn gegenüber seinen Kindern zu brechen und zu behindern; aber der Herr
ist mächtiger als alle seine Feinde und bewahrt diejenigen, die an ihn glauben,
vor allem Leid und jeder Gefahr. Kap. 11, 1. Und ich, im ersten Jahr
des Darius, des Meders, stand bereit, um ihm zu helfen und
ihn zu
stärken,
oder, „auch ich stand bereit, um ihn zu stärken“, was darauf hindeutet, dass
die verschiedenen Engelsgeister einander unterstützen, wenn besondere
Anstrengungen für die Menschen oder Nationen in ihrer Obhut erforderlich sind.
Der Kern des Verses ist offensichtlich, dass Michael aktiv daran beteiligt war,
die Macht Babylons durch die Armeen von Medo-Persien
zu stürzen, und dass der Engel des Herrn ihm bei dieser Arbeit mächtig zur
Seite stand. In den großen Krisen der Geschichte, beim Wandel der Monarchien
und inmitten jeder Trübsal können wir auf die Treue und Barmherzigkeit unseres
Gottes vertrauen.
Weissagungen über die
Könige von Persien, Alexander von
Mazedonien und die Nachfolgereiche und besonders die Tyrannei von Antiochus
Epiphanes
Ereignisse der näheren
Zukunft
(V. 1-20): V. 2. Und nun will
ich dir die Wahrheit zeigen. Vgl. Kap. 10, 21. Siehe,
es werden noch, nämlich nach Kyros, der damals König war, drei Könige in
Persien aufstehen,
deren Namen allgemein als Kambyses, Pseudo-Smerdis und Darius Hystaspes
bekannt sind; und der vierte wird
weit größere
Reichtümer erwerben als sie alle. Und
wenn er durch seinen Reichtum mächtig geworden ist, da
er seinen immensen Reichtum einsetzte, um eine mächtige Armee auszurüsten, wird
er alles gegen das
Königreich
Griechenland erregen,
wobei Xerxes alles auf die Invasion des rivalisierenden Königreichs jenseits
der Dardanellen setzt. V. 3. Und ein
mächtiger König wird aufstehen, ein heldenhafter,
kriegerischer König, nämlich Alexander von Makedonien und Griechenland, der
mit großer Macht herrschen und nach seinem
Willen handeln wird, mit tyrannischer
Autorität. V. 4. Und wenn er emporgekommen ist,
sobald seine Macht einigermaßen gefestigt ist, wird sein Reich zerbrechen,
womit die kurze Dauer von Alexanders Herrschaft angedeutet wird, und wird in
alle vier Himmelsrichtungen zerteilt werden, in
einer vierfachen Teilung seines Königreichs nach der Schlacht von Ipsos, 301 v.
Chr. v. Chr., doch nicht auf seine
Nachkommen, und nicht mit solcher
Macht, mit der er geherrscht hat; denn sein
Königreich wird zerstört und anderen
zufallen, mit Ausschluss von jenen, so
dass die natürlichen Erben und rechtmäßigen Nachfolger Alexanders beseitigt
wurden. Beide Söhne Alexanders wurden getötet, und nachdem die Generäle
Alexanders sein Reich zunächst in kleine Teile aufgeteilt hatten, entstand
schließlich eine vierfache Monarchie, die jedoch immer noch griechischen
Charakter hatte.
V. 5. Und der König
des Südens wird stark werden,
der Herrscher Ägyptens [Ptolemäer], und einer seiner
Obersten wird stark sein
über ihn, wobei es sich höchstwahrscheinlich um Seleukos Nikator
handelt, und wird herrschen; seine Herrschaft wird eine große Herrschaft
sein, die sich tatsächlich von Phrygien im Westen bis zum Indus im Osten
erstreckte. V. 6. Und am Ende der Jahre, d. h. nach mehreren
Jahren, werden sie sich verbünden,
der König des Südens und der König des Nordens bilden eine Konföderation, als
Antiochus II. Theos, der zweite Nachfolger von Seleukus
Nikator, Berenike, die Tochter von Ptolemaios Philadelphos, heiratete; und die Königstochter
des Südens wird zum König des Nordens
[Seleukiden]
kommen, um eine Vereinbarung zu treffen, um durch diese
Heirat gerechte und friedliche Beziehungen herzustellen; aber sie wird nicht die Macht des
Arms behalten, noch soll er bestehen und sein Arm,
und keiner von ihnen soll die durch ihre Heirat und den Zusammenschluss ihrer
Kräfte erworbene Macht behalten; sondern sie soll preisegeben werden, und
die sie gebracht haben, und derjenige, der sie gezeugt hat, und
derjenige, der sie in diesen Zeiten gestärkt hat,
als die kritische Lage, in der er sich befand, ihm die Heirat nahelegte.
Weltliche Berichte schildern die Situation wie folgt: „Sobald Ptolemaios Philadelphos 247 v. Chr. starb, vertrieb Antiochos Theos
Berenike und rief die zuvor verstoßene Laodike
zurück. Letztere strebte jedoch nach weiterer Rache und vergiftete den König,
um dies zu erreichen. Sie ließ ihren Sohn von ihm, Seleukos II. Kallinikos, zu seinem Nachfolger erklären und schickte
Attentäter gegen Berenike, die in das Heiligtum von Daphne geflohen war. Die
letztgenannte Königin wurde zusammen mit ihrem kleinen Sohn getötet, und die
Hoffnung der Ptolemäer, einen ihrer Nachkommen auf dem Thron der Seleukiden zu
sehen, wurde damit völlig zunichte gemacht. V. 7. Aber aus einem Zweig ihres Stammes,
einem Trieb aus dem scheinbar toten Stamm, wird einer an
seiner Stelle aufstehen, um ihren Platz in
dieser Auseinandersetzung einzunehmen, ihr eigener Bruder, Ptolemaios III. Euergetes, der mit einem Heer kommen und in die Festung
des Königs des Nordens eindringen wird, gegen alle Festungen der nördlichen
Macht, und gegen sie vorgehen und siegen wird,
wobei dies in dem Maße geschehen wird, dass das gesamte syrische Land von
Kilikien bis jenseits des Tigris erobert, zahlreiche Festungen eingenommen und Laodike,
die Rivalin und Mörderin von Berenice, getötet wird; v. 8.
und soll auch ihre Götter mit ihren gegossenen
Bildern,
ihre gegossenen oder gegossenen Bilder und ihre
kostbaren Gefäße aus Silber und Gold nach Ägypten entführen, all
dies als willkommene Beute; und er wird
sich eine Jahre vom König des Nordens fernhalten,
indem er sich mit seiner überlegenen Stärke gegen ihn behauptet. V. 9. Und
der
wird in das Reich des Königs des Südens kommen, aber in sein eigenes
Land, nach Syrien, zurückkehren.
Dies erfüllte sich in der Expedition von Seleukus Kallinikos, als er eine Flotte gegen Ägypten schickte, die
jedoch in einem Sturm zerstört wurde, während sein Heer besiegt und gestürzt
wurde. V. 10. Aber seine
Söhne, wiederum die des Königs des Nordens, werden
sich rüsten,
sich auf den Krieg vorbereiten und eine große Streitmacht zusammenziehen,
um Krieg gegen das südliche Königreich zu führen; und sie wird kommen und überschwemmen und überfluten,
die Aktivitäten von Antiochus dem Großen bei seinem siegreichen Vormarsch auf
Ägypten werden hier beschrieben; dann wird er zurückkehren und sich rüsten,
seinen Feldzug gegen die Ägypter im folgenden Frühjahr erneuern, zum
Kampf gegen seine Festung, sehr wahrscheinlich
die befestigte Stadt Gaza. V. 11. Und der König des Südens wird ergrimmen, in
heftigen und plötzlichen Zorn, und wird ausziehen und mit ihm, dem König des
Nordens, kämpfen. Und der wird eine große
Menge aufstellen; aber die Menge wird in seine Hand gegeben werden.
Dies beschreibt zweifellos den Angriff von Ptolemaios Philopator,
mit dem er versuchte, die Macht von Antiochos zu brechen. V. 12. Und wenn er
die Menge weggeführt hat, wird sein Herz sich erheben, wörtlich: „und wird
die Menge erheben und sein Herz erheben“, da er den Feldzug mit großem Mut
aufnahm; und er wird viele Zehntausende niederschlagen und Myriaden in
der Schlacht von Raphia in der Nähe von Gaza töten; aber er wird nicht
mächtig bleiben,
weil er seinem Sieg nicht mit einem gewissen Maß an Energie nachgegangen ist. V.
13. Denn der König des Nordens wird zurückkehren und eine größere Menge
aufstellen als die vorherige und nach einigen Jahren mit einem großen Heer und
mit großer Ausrüstung kommen. Dies
geschah etwa dreizehn Jahre später, als Antiochus der Große sich durch
erfolgreiche Feldzüge gegen die Königreiche im Osten gestärkt hatte, sodass
sein Heer aus Veteranen bestand und seine Ausrüstung aus den allerbesten. V.
14. Und in derselben Zeit werden sich viele
gegen den König des Südens erheben, insbesondere in
Aufständen, die durch schlechte Regierungsführung im eigenen Land verursacht
wurden; auch Gewalttätige deines Volkes werden
sich erheben, um die Vision zu erfüllen,
wörtlich: „Gewalttätige Personen deines [Daniels] Volkes werden sich gegen ihn
auflehnen“, nämlich als eine Anzahl Juden mit Antiochus dem Großen eine Liga
gegen Ägypten einging; aber sie werden fallen, da der Herr wegen ihres
Aufruhrs gegen die rechtmäßige Regierung Trübsal und Bedrängnis über sie senden
wird, wobei es sich wahrscheinlich um die Unterdrückung durch Antiochus
Epiphanes handelt. V. 15. So wird der König des Nordens kommen und
erneut zum Angriff vorrücken, und einen Wall aufschütten und eine
feste
Stadt einnehmen, wörtlich:
„Stadt der Befestigungen“, ein Begriff, der allgemein für die Festungen des
Südens verwendet wird; und die Heere des Südens werden
nicht standhalten, auch nicht sein erlesenes Volk, da
ihre Armeen nicht in der Lage sind, den drohenden Schlag abzuwehren, und sie werden auch keine Kraft haben, um standzuhalten,
und alle Ressourcen des südlichen Königreichs werden ihnen in dieser Notlage
nichts nützen. V. 16. sondern wer gegen ihn
vorgeht, wird nach seinem eigenen Willen handeln, denn
Antiochus, der Sieger von Paneas, in der Nähe der
Quellen des Jordans, überrannte nun das ganze Land, und niemand wird vor ihm
bestehen; und er wird im herrlichen Land stehen, wörtlich: „im Land der
Verzierung“, das Heilige Land, insbesondere wenn man es vom Standpunkt seiner
spirituellen Segnungen betrachtet, und die Vernichtung liegt
in seiner Hand. V.
17. Er wird sein Augenmerk darauf richten, in
die Gewalt seines ganzen Königreichs zu kommen, in
der Absicht, seinen Erfolgen einen weiteren Angriff auf das nun fast
unterworfene Land folgen zu lassen. Und
er wird sich mit ihm vertragen,
vielmehr mit dem Ziel, ein angemessenes politisches Verhältnis
wiederherzustellen, wobei die Vereinbarung darin bestand, dass die Heirat von
Kleopatra, der Tochter des Antiochus, mit Ptolemaios Epiphanes vereinbart
wurde, Antiochus erhielt dafür Koilesyrien; und
ihm eine Tochter der Frauen
geben, nämlich Kleopatra, die damals noch ein Mädchen war
und von ihrer Mutter und anderen, die sie erzogen, dass
er ihn verderbe, besser gesagt, „ihr
Verderben brachte“; denn die Hochzeit, die fünf Jahre später stattfand, zum
Ruin des Landes führte, das sie repräsentierte; aber
es wird ihm nicht gelingen und wird nichts daraus werden,
das heißt, sie war nicht in der Lage, die Pläne ihres Vaters auszuführen. V.
18. Danach wird er, der König des Nordens, sein Gesicht den Inseln
zuwenden, einschließlich der Küstenländer des Mittelmeers, und viele
einnehmen; aber ein Mächtiger wird
ihn zwingen, mit Schmähen aufzuhören, oder:
„Doch seine Verachtung, die er auf die Generäle gehäuft hat, werden sie an ihm
rächen“, das heißt, die Befehlshaber der Inseln und Küstenländer schlugen seine
Angriffe sofort zurück, so dass er gezwungen war, sich in die Festungen
zurückzuziehen, die früher in seiner Gewalt waren; und
wird ihm sein Schmähen heimzahlen. V.
19. Dann wird er sein Augenmerk auf
die Festungen seines eigenen
Landes richten und sich wegen der
Stärke des Angriffs gegen ihn dorthin zurückziehen; aber er wird straucheln und fallen und
nicht mehr gefunden werden, denn diese Umkehr
war der Anfang seines Endes, denn die Geschichte berichtet, dass er bei einem
Aufstand der Einwohner von Elymais getötet wurde. V.
20. Dann
wird an seiner Stelle einer aufstehen, der einen
Steuereintreiber durch das herrliche Land ziehen lässt,
so dass seine Untertanen mit verschiedenen Bedrängnissen und Lasten unterdrückt
wurden; aber innerhalb
weniger Tage wird er vernichtet werden, weder durch Zorn noch durch Kampf,
was das Ende von Seleukus Philopator
ist, der von Heliodorus, seinem ehemaligen Favoriten,
der die Krone für sich selbst suchte, vergiftet wurde. So lenkt der Herr das
Schicksal von Einzelpersonen und Nationen und bestraft diejenigen, die sich
seinen Plänen zum Wohle seines Volkes widersetzen.
Weissagung über
Antiochus Epiphanes (V.
21-35): V.
21. Und an seiner Statt wird ein Verächtlicher
aufstehen,
ein verachtenswerter und moralisch verachtenswerter Charakter, dem
die Ehre des Königtums nicht zugedacht war,
der die königliche Macht und Autorität gegen den Willen der Nation an sich
gerissen hat; aber er wird unversehens kommen und das
Königreich durch Ränke erlangen,
das heißt, unerwartet kommen; während die Menschen dachten, dass der
rechtmäßige Erbe den Thron besteigen würde, erlangte Antiochus Epiphanes das
Königreich durch Täuschung und betrügerisches Verhalten, so dass er im Besitz
des Throns war, bevor die Menschen es wirklich bemerkten. V. 22. Und die
heranflutenden Heere werden vor ihm weggeschwemmt und zerschmettert werden; ja sogar der Fürst des
Bundes, wörtlich: „und die überströmenden Heere werden vor
ihm untergehen und zerschlagen werden, und auch die Fürsten des Bundes“; das
heißt, selbst wenn die Menschen mit großen Heeren gegen ihn vorgehen würden,
würden seine eigenen Streitkräfte, die noch stärker sind, sie besiegen, so dass
nicht nur seine Feinde, sondern auch seine Verbündeten seine schwere Hand
spüren würden; denn seine Idee war es, der alleinige und einzige Herrscher über
das gesamte Reich zu sein. V. 23. Denn nachdem er
sich mit ihm verbündet hat,
nachdem er einen besiegten Feind dazu gebracht hatte, seine Bedingungen zu
akzeptieren, wird er betrügerisch vorgehen und weitere kluge Tricks
anwenden; und wird mit wenig Volk heraufziehen
und stark werden, wobei seine kleinere
Streitmacht für seine Zwecke ausreicht, weil er sie so geschickt eingesetzt
hat. V. 24. Unversehens wird er,
während niemand erwartet, dass er so schnell handelt, in die fettesten Orten einer Provinz
kommen, wo
der größte Reichtum zu finden war; und wird das tun, was seine Väter nicht
getan haben und auch nicht seine Vorväter,
und weicht von den humaneren Praktiken seiner Vorgänger ab; und wird Beute, Raub und
die Reichtümer unter ihnen verteilen, indem er die von ihm
gemachte Beute verschwendet und die Provinzen verarmen lässt; und er wird
seine Pläne gegen die Festungen schmieden, doch
nur
für eine gewisse Zeit, nämlich bis die in
den Ratschlüssen Gottes festgelegte Zeit erreicht ist.
V. 25. Und
er wird seine Macht und seinen Mut gegen den König des Südens mit einem großen
Heer aufbringen, indem er all seine Energie aufbringt und seinen großen
Reichtum für einen erfolgreichen Feldzug einsetzt; und der König des Südens
wird zum Kampf mit einem sehr großen und mächtigen Heer ziehen, um
die Invasion abzuwehren; aber er wird nicht standhalten, denn es werden Pläne gegen
ihn geschmiedet,
und seine eigenen Verbündeten werden Verrat begehen, um dem Eindringling zu
helfen. Dies erfüllte sich, als Antiochus Epiphanes Philometor
von Ägypten stürzte, wobei einige seiner engsten Berater sich auf die Seite des
Feindes schlugen. V. 26. Und diejenigen, die seine
Speise essen, werden ihn vernichten,
und selbst die Mitglieder des ägyptischen Königshauses, die Minister des
Königs, werden sich eines solchen Verrats schuldig machen, und seine Armee
wird auseinanderlaufen, ohne
jedoch etwas für ihn zu erreichen, und viele werden erschlagen. V.
27. Und die Herzen dieser beiden Könige werden darauf aus sein, Unheil
zu stiften, indem sie Freundschaft vortäuschen und so versuchen, einander
zu schaden, und sie werden an einem Tisch Lügen reden,
wobei all ihre Beteuerungen, einander zu schätzen, nur erfunden sind, um
Politik zu betreiben; aber es wird nicht gelingen, und keinem wird es
gelingen, die besonderen Pläne, die er bei diesem Treffen im Sinn hatte,
umzusetzen, von denen in der weltlichen Geschichte keine Berichte zu finden
sind; denn das Ende wird
zum festgelegten
Zeitpunkt kommen. Die Prophezeiung
blickt auf die Zeit, in der die Unterdrückung, die diese Könige durch die
Misshandlung der Kinder des Volkes Gottes ausüben, ihren Höhepunkt erreichen
wird, aber nebenbei bemerkt, wird mit dem Sturz dieser Feinde auch ihre
Unterdrückung ein Ende haben. V. 28. Dann wird er,
der König des Nordens, mit großem Reichtum in sein Land zurückkehren,
mit viel Beute, die hauptsächlich in Ägypten erbeutet wurde; und sein Herz
wird gegen den heiligen Bund gerichtet sein, gegen die göttliche Einrichtung
der jüdischen Theokratie, das jüdische Volk in seinem Land, das zu dieser Zeit
die sichtbare Kirche Gottes darstellt; und er wird es vollbringen und in
sein eigenes Land zurückkehren, seine bösen
Absichten durch verschiedene Gräueltaten zu verwirklichen, während er durch
Judäa marschiert, wie in den Büchern der Makkabäer berichtet wird. Vers 29. Zur
bestimmten
Zeit wird er wieder nach Süden ziehen, in
einem weiteren Feldzug gegen Ägypten und die ihm tributpflichtigen Länder; aber
es wird beim zweiten Mal
nicht geraten wie beim ersten Mal,
das heißt, die Triumphe der anderen Expeditionen wurden nicht wiederholt. Vers
30. Denn die Schiffe der Kittim
werden gegen ihn kommen, eine Flotte, die aus
der Richtung Zyperns kommt, das heißt aus dem Westen, in diesem Fall eine
römische Gesandtschaft mit einer Reihe von Schiffen, wobei die römischen
Abgesandten in Alexandria an Land gehen, um den syrischen König daran zu
hindern, Ägypten zu erobern; darum wird er verzagen und umkehren,
seine Schritte in Enttäuschung und Wut zurückverfolgen, weil er in seinem
Vorhaben vereitelt wurde. Dann wird
er gegen
den heiligen Bund ergrimmen und es
ausführen,
seinen Groll an Judäa auslassen und seinen Unmut in Raub- und
Plünderungsaktionen ausleben. Er wird umkehren und
sein Augenmerk auf die richten, die den heiligen
Bund verlassen, d. h., er
beobachtete solche Abtrünnigen von der jüdischen Religion, er richtete seine
Aufmerksamkeit auf sie, machte sie zu seinen Favoriten und etablierte mit ihrer
Hilfe eine götzendienerische Religion.
V. 31. Und Heere
von ihm werden dastehen,
von ihm entsandte Streitkräfte, und sie werden das Heiligtum, die
Bergfeste, den
Tempel, als Festung des Herrn, entweihen und
das tägliche Opfer abschaffen und den Greuel der
Verwüstung aufstellen, wobei es sich um
einen Altar des Götzendienstes handelt, der auf dem Brandopferaltar des Herrn
errichtet wurde. „Auf seinem Heimweg aus Ägypten schickte Antiochus Apollonius mit 20.000 Mann, um Jerusalem zu zerstören, zwei
Jahre nachdem er es selbst eingenommen hatte. Apollonius
tötete eine große Menschenmenge, zerstörte die Stadt und plünderte sie. Die
Soldaten stürmten dann von einer Festung aus, die sie mit Blick auf den Tempel errichtet
hatten, auf die Anbeter zu und töteten sie, sodass der Tempeldienst eingestellt
wurde. Außerdem verfügte Antiochus, dass sich alle unter Androhung der
Todesstrafe der griechischen Religion anschließen sollten, und der Tempel wurde
dem Jupiter Olympus geweiht. Antiochus identifizierte sich mit diesem Gott und
wollte mit fanatischem Hochmut seine eigene Anbetung universell machen.“ V.
32. Und diejenigen, die sich boshaft gegen den Bund
verhalten, nämlich die abtrünnigen Juden, wird er durch
Schmeicheleien zum Abfall verleiten,
indem er sie durch schmeichelhafte Versprechungen von irdischem Gewinn und
weltlichen Vorteilen zur Rückkehr zum Heidentum verleitet. Aber das Volk, das
seinen Gott kennt, wird stark sein und danach
handeln,
das heißt, es würde all seinen Schmeicheleien widerstehen und am Bund
festhalten. V. 33. Und die Verständigen im Volk, die den Herrn
kennen und in seiner Furcht wandeln, werden viele unterweisen und
sich alle Mühe geben, sie auf dem richtigen Weg zu halten; doch sie werden
durch Schwert und Flamme, durch Gefangenschaft und Plünderung fallen, eine
Zeitlang.
Diese Worte prophezeien offensichtlich den Aufstand zur Zeit der Makkabäer, als
die Gläubigen unter den Juden, obwohl sie selbst große Verluste erlitten, ihre
Unterdrücker besiegten. V. 34. Und wenn sie fallen,
indem sie sich für ihre religiösen Grundsätze opfern, wird ihnen eine
kleine Hilfe geschehen,
denn das theokratische Königreich wurde durch ihre Bemühungen erhalten; aber
viele werden sich ihnen nur heuchlerisch anschließen und sich heuchlerisch
der siegreichen Partei der Juden anschließen, um sich selbst zu retten. V.
35. Und einige von den Verständigen werden fallen,
der Tod und verschiedene damit einhergehende Leiden fordern ihren Tribut, damit
sie bewährt, rein und lauter werden, bis zum Ende
der Zeit,
denn all diese Leiden würden als Prüfungen dienen, um das Kleid vom reinen
Metall zu trennen, denn es ist noch eine Zeit bestimmt,
das heißt, die Zeit der Trübsal würde sich bis dahin erstrecken. Wenn die
Feinde also versuchen, den Gläubigen Schaden zuzufügen, tragen sie nur zur
Reinigung des Volkes Gottes bei, in dem großen Prozess, das Echte vom Falschen,
das Heuchlerische vom Wahren zu trennen. Es ist leicht zu erkennen, dass die
gesamte Beschreibung der Karriere von Antiochus Epiphanes zeigt, dass er ein
erbitterter Gegner des wahren Gottes war. Indem der Faktor Zeit, der für
prophetische Äußerungen typisch ist, ignoriert wird, widmet sich der folgende
Abschnitt der Beschreibung des Antichristen, dessen Typus Antiochus war.
Antiochus Epiphanes
als Typos auf den Antichristen
(11,36-12,1): V.
36. Und der König, der römische
Antichrist, wie er von Antiochus Epiphanes vorhergesagt wurde, wird nach
seinem Willen handeln und seine
Macht und Autorität willkürlich durchsetzen; und er wird sich selbst
erhöhen, im Stolz seines Herzens, und sich über jeden Gott erheben,
indem er Götter jeder Art und Beschreibung arrogant und blasphemisch
beiseiteschiebt, und wird greuliche Dinge gegen den Gott
der Götter reden,
indem er Aussagen macht, die über das vernünftige Verständnis hinausgehen die
für einen normalen Menschen unerklärlich wären, und wird Erfolg haben, bis
der Zorn vollendet ist, bis der Zorn Gottes über sein Volk voll und ganz
ausgeführt ist, bis seine Strafe ihren Zweck erfüllt hat; denn was
beschlossen ist, wird geschehen, es kann nicht widerrufen werden, es muss
ausgeführt werden. V. 37. Weder wird er den Gott seiner Väter achten,
wodurch er mit der wahren Anbetung seines Volkes, dem angemessenen
Gottesdienst, wie er in der christlichen Kirche bestand, bricht, noch das
Verlangte der Frauen,
indem er die natürliche Neigung des Mannes zur Frau, die vom Schöpfer in die
Geschlechter eingepflanzt wurde, leugnet und ablehnt, noch irgendeinen Gott
achten, da es für ihn charakteristisch ist, dass er jede Ehrfurcht und
jedes natürliche Gefühl, einschließlich des natürlichen Wissens über Gott,
beiseiteschiebt; denn er wird sich über alles, sowohl Göttliches als
auch Menschliches, in herausfordernder, hochmütiger Arroganz erheben. V.
38. An ihrer Stelle wird er den Gott der
Festungen ehren,
wörtlich: „und den Gott der Festungen an seiner Stelle wird er ehren“, das
heißt, er würde den Krieg, die Anwendung von Gewalt, zu seinem Gott machen und
seine Macht durch Gewalt ausdehnen; und einen Gott, den seine Väter nicht
kannten, wird er mit Gold, Silber
und Edelsteinen und Kleinodien,
dem kostbarsten Schmuck, ehren
und all seinen Reichtum für die Erreichung seiner Ziele, für die Ausbreitung
seiner Macht, opfern. V. 39. Er
wird mit Hilfe eines
fremden Gottes gegen die befestigten Orte vorgehen,
d. h. er wird einen bestimmten Kurs gegen sie verfolgen; denen,
die ihn anerkennen, wird er große Ehre erweisen; und
er wird sie über viele herrschen lassen und das Land zum Lohn austeilen,
als Belohnung für diejenigen, die seine Ansprüche akzeptieren. Dies war schon
immer die Politik der Männer, die auf dem Thron des Antichristen saßen, ihre
Handlanger mit der Beute zu belohnen, die sie durch ihre politischen Intrigen
erlangt hatten. V. 40. Und am Ende, nämlich in der gegenwärtigen
Weltzeit, während der messianischen Ära, wird der König des Südens mit
ihm zusammenstoßen, und der König des Nordens wird gegen ihn anstürmen mit Streitwagen und
mit Reitern und mit vielen Schiffen, mit der Hilfe
mächtiger Streitkräfte. Und er wird in die
Länder eindringen, wobei der König des
Südens seinen Feldzug mit aller Energie vorantreibt, und wird sie
überschwemmen und überfluten. V.
41. Und er,
nämlich der Antichrist, wird auch in das herrliche Land, das Land Israel, einfallen, und
viele werden umkommen; aber diese werden
seiner Hand entkommen: Edom und Moab und
die Oberhäupter der Kinder Ammon, diese alten Feinde
des Volkes Gottes, die stellvertretend für alle Kräfte stehen, die sich dem
Herrn widersetzen, und daher von Anfang an Verbündete des Antichristen sind,
die er nicht zu stürzen braucht. V. 42. Er wird seine Hand auch nach den
Ländern ausstrecken, um sie in Besitz zu nehmen; und das Land Ägypten
wird ihm nicht entrinnen. V.
43. Und er wird sich
der Schätze aus Gold und
Silber, deren Besitz schon immer eines der Hauptziele des
Antichristen war, und aller Kostbarkeiten
Ägyptens bemächtigen; und Libyer und Kuschiter
[Äthiopier],
die stellvertretend für die südlichsten Völker der Welt stehen, werden in
seinem Gefolge sein.
Wir haben hier in wenigen kühnen Strichen und in Begriffen, die den Feldzügen
der antichristlichen Kräfte im dritten und zweiten Jahrhundert vor Christus
entnommen sind, ein Bild des Antichristen in der Entwicklung seiner Macht.
Obwohl er aufgrund des Abfalls der griechisch-orthodoxen Kirche und des
Aufstiegs des Mohammedanismus vorübergehend Rückschläge erlitt, gelang es ihm
dennoch, ein Land nach dem anderen zu unterwerfen, sodass seine Hochburgen auf
der ganzen Welt zu finden waren. V. 44. Aber Gerüchte aus dem Osten,
die das Ausmaß der orientalischen Abspaltung darlegten, und aus dem Norden, als
die Ära der Reformation begann, werden ihn beunruhigen,
denn was er anfangs für einen leeren Streit müßiger Mönche gehalten hatte, nahm
bald alarmierende Ausmaße an; daher wird er mit großem Grimm
ausziehen,
um viele zu vernichten und zu verderben, in
der Gegenreformation, durch die Inquisition und durch die Bemühungen der
Jesuiten. V. 45. Und er wird seine Palastzeltes zwischen dem Meer und dem herrlichen
heiligen Berg errichten,
wörtlich: „zwischen den Meeren, gegenüber dem Berg der Herrlichkeit [oder des
Schmuckes] der Heiligkeit“, so dass sein Palast als Rivale des alten Sitzes der
Macht des Herrn inmitten seines
heiligen Volkes gedacht war; aber dann wird
es mit ihm zu Ende gehen,
seine wahre Natur wird von zumindest einigen, die die Zeichen der Zeit lesen,
aufgedeckt und erkannt werden, und niemand wird ihm helfen. Die
Reformation versetzte dem römischen Antichristen einen Schlag, von dem er sich
nie vollständig erholt hat, obwohl er seinen Betrugskampagne bis zum Ende der
Zeit fortsetzen wird.
Verse:
2 b Persische Könige:
558-530 Kyrus 423-404 Darius II.
530-522
Kambyses 404-359 Artaxerxes
II
522-486 Darius
I. 359-338/337 Artaxerxes
III.
486-465 Xerxes I. 338/7-336/5 Arses
465-423 Artaxerxes
I. 336/5-330 Darius III.
480 : Seeschlacht
von Salamis
3.4
336-323 Alexander der
Große von Mazedonien
5-20 323-175
vor Christi Geburt
5 323-283 Ptolemaios I. Legi von Ägypten
320 Einnahme von Judäa und Phönizien
312/01-198 Judäa ägyptisch
305/4-281 Seleukos I. von Syrien: Seleukidenreich
6-9
261-246 Antiochus II.
von Syrien
285-246 Ptolemaios II
Philodelphios von Ägypten
252 Antiochus
verstößt seine Frau Laodike und heiratet Berenike von
Ägypten, Tochter
des Ptolemaios
246 Mordanschlag Laodikes gegen Antiochus
246-226 Seleukos II.,
Sohn der Laodike, König von Syrien
246 Ermordung der
Berenike und ihres Sohnes auf Betreiben Laodikes
246-221 Ptolemaios
III. Euergetes von Ägypten: Laodikischer
Krieg zwischen Ägypten und
Syrien
10-12 226-223
Seleukos III. Soter von Syrien, wurde ermordet
222-187 Antiochus
III. der Große von Syrien
221; 219; 218 Krieg
Antiochus’ III. gegen Ägypten
219 Eroberung von Tyrus und Akko
218/17 Eroberung von
Judäa
221-204 Ptolemaios
IV. Philopator von Ägypten
217 Schlacht von
Raphia: Ptolemaios besiegt Antiochus
204 Unruhen in
Ägypten, Ptolemaios V. Eiphanes (-181)
13-17 Ägypten
verliert endgültig Judäa an Syrien
201 syrische Invasion
in Ägypten
198 Schlacht von Bunyas, Syrien siegt gegen Ägypten, Eroberung Sidons
194/193 Kleopatra von
Syrien heiratet Ptolemaios V. von Ägypten; eine andere Tochter des
Antiochus heiratet den König von
Kappadozien; Laodike von Syrien heiratet Antio-
chus
von Syrien
18
Rom tritt auf gegen
Antiochus von Syrien
191 Schlacht bei den Thermopylen:
Rom besiegt Antiochus
190 Schlacht von Magnesia: Lucius
Scipio besiegt Antiochus
189 Friede von Apamea:
Entmachtung Syriens
19
187 Antiochus wird
bei der Plünderung des Tempels von Elam getötet
20
187-175 Seleukos IV. Philopator von Syrien; versucht, durch Heliodor Israel finanziel auszu-
saugen; Heliodor lässt
schließlich Seleukos ermorden
21
175-164 Antiochus IV.
Epiphanes, Bruder von Seleukos
IV., der noch zwei Söhne, Demetrius und Antiochus, hatte
22-24 175-171:
175 Hoherpriester
Onias III abgesetzt, Jason Hoherpriester
171 Onias
III. ermordert; Jason abgesetzt, Menelaos Hoherpriester, Spaltung der Priesterschaft
25-28 170-168 6. syrischer Krieg gegen Ägypten
25-26 erster Feldzug: 169 Schlacht von Pelusium: Antiochus siegt, erobert Memphis, krönt sich zum
König
von Ägypten
Aufstand in
Alexandria, Ptolemaios VI. Abgesetzt
171 Aufstand Jasons
in Judäa, Blutbad des Antiochus in Jerusalem, Plünderung des Tempels
29-35 zweiter Feldzug im syrisch-ägyptischen Krieg:
168: Antiochus erobert Memphis; vor Alexan-
dria
zwingt ihn Rom zur Umkehr
Antiochus lässt seine Wut an Israel
aus und sucht, die griechenfreundliche Partei an sich zu
Binden
167 Appolonis
plündert Jerusalem, tötet viele, legt Brände
Verbot des täglichen Opfers, des
Sabbaths, der jüdischen Feste, der Beschneidung, der Bibel
Einführung des Bacchus-Festes
Zeus-Altar im Tempeli
Die Not der Endzeit,
Gottes Vergeltung und die
Auferstehung der Gläubigen und der Gottlosen
Die Erlösung des
Volkes Gottes (V. 1-4): V.
1. Und zu dieser Zeit, am Ende des
gegenwärtigen Weltzeitalters, wird Michael aufstehen, der große Fürst, der
für die Söhne deines Volkes
eintritt, als himmlischer Beschützer Israels, Kap. 10, 13.
21; und es wird eine Zeit der Not
sein,
der Trübsal und des Leidens für die Gläubigen geben, wie es sie noch nie
gab, seit es Völker gibt, bis zu jener Zeit,
dem Höhepunkt der Unterdrückung, die alle antichristlichen Kräfte über das
geistige Israel gebracht haben. Und zu jener Zeit wird dein
Volk, die wahren Gläubigen, erlöst werden, jeder, der
im Buch verzeichnet ist, dessen Name im Buch des Lebens eingetragen war.
Vgl. Offb. 13, 8. V. 2. Und viele, die im Staub der Erde schlafen, werden
aufwachen, wörtlich: „Viele, eine große Menge derer, die im Staubland
schlafen, werden aufwachen“, werden in der letzten Auferstehung zum Leben
zurückkehren, die einen zum ewigen Leben und
die anderen zur Schmach und ewigen Schande,
dies ist die Teilung beim Jüngsten Gericht, die Gläubigen sind für den Himmel
bestimmt, die Ungläubigen für die Hölle mit ihren Qualen. V. 3. Und die Verständigen,
die wahren Lehrer des Volkes, werden leuchten wie des
Himmels Glanz, in
einer wunderbaren Verherrlichung, und die, die viele zur Gerechtigkeit weisen,
indem sie sie inmitten der Trübsal der letzten Tage in Loyalität und Treue
unterweisen, wie die Sterne für immer und ewig, wobei diese Aussage zu
Recht auf das Werk der treuen Prediger des Evangeliums in diesen letzten Tagen
der Zerstörung und des Abfalls
angewendet wird.
V. 4. Und du, Daniel, halte
die Worte unter Verschluss und versiegle das Buch,
damit sein Inhalt den Menschen vorerst nicht offenbart wird, bis zur
Zeit des
Endes,
der gegenwärtigen messianischen Ära; viele
werden es durchforschen, und so wird das Verständnis groß werden
[nach der LXX: viele werden umherirren, und die Bosheit wird zunehmen]. Es ist allgemein
wahr, dass das Wissen und die Auslegung der alten Prophezeiungen denen zuteil werden, die die heiligen Schriften sorgfältig
durchforschen und dabei die Prophezeiung und die Erfüllung gewissenhaft
vergleichen, wie es in den Anweisungen des Herrn angegeben ist. Vgl. Johannes
5, 39.
Ein letztes
ermutigendes Wort
(V. 5-13): V. 5. Und ich, Daniel,
sah,
nachdem der Engel seine Botschaft beendet hatte, und siehe, da standen zwei
andere, zwei weitere Engel neben dem, der zu ihm gesprochen hatte, der
eine auf dieser Seite des Flussufers und der andere auf der anderen Seite des
Flussufers, auf beiden Seiten des Tigris. V. 6. Und einer, nur einer
dieser Engel, der als sprechend vorgestellt wird, sagte zu dem Mann, der in
Leinen gekleidet war, der über
den
Wassern des Flusses stand und eine Position über
dem Wasser einnahm: Wie lange soll es dauern, bis diese Wunder zu Ende sind?
wörtlich: „Bis wann das Ende dieser wunderbaren Dinge?“ Das Ende ist die Zeit
oder Ära des Messias mit allem, was darin geschieht. V. 7. Und ich hörte den
Mann, der in Leinen gekleidet war, der
über dem
Wasser des Flusses war,
als würde er dort thronen oder auf dem Wasser schwimmen, als er seine rechte und seine linke Hand zum Himmel erhob, in der
Geste eines feierlichsten Schwurs, und bei dem schwor, der ewig lebt,
bei dem einen ewig wahren Gott, dass es, die Zeit dieser wunderbaren
Dinge: Eine Zeit und zwei
Zeiten und eine halbe Zeit wird es dauern,
wobei die Dauer der Zeitspanne der Dauer der Herrschaft des Antichristen
entspricht, vgl. Kap. 7, 25; und wenn die
Zerschlagung der Kraft des heiligen
Volkes ein Ende hat,
wenn die christliche Kirche aufgrund der Unterdrückung durch den Antichristen
einen Punkt erreicht haben wird, der scheinbar kurz vor der Vernichtung steht, werden
all diese Dinge vollendet sein,
einschließlich der Befreiung des Volkes des Herrn durch den Engel Michael und
alles andere, was in der großen Prophezeiung des Engels enthalten war. V. 8.
Und ich hörte, verstand aber nicht, er begriff die Bedeutung der
Ankündigung des Engels nicht; und ich sagte: Mein Herr, was wird
das Ende dieser Dinge sein? Er wollte eine
genauere Erklärung und Interpretation des Zeitraums, auf den Bezug genommen
wurde, und der Abfolge der Ereignisse in dieser Zeit, denn er war sich dessen
immer noch nicht sicher. V. 9. Und er sagte: Geh hin, Daniel, die
Worte waren ermutigend, wenn auch in der Art einer Ablehnung; denn die Worte
sind verborgen,
völlig verschlossen und versiegelt
bis zur Zeit des Endes, damit sie nicht verloren gehen oder verstümmelt
werden in den kommenden Zeiten und bis zur messianischen Ära. V. 10. Viele
werden gereinigt und geläutert und geprüft werden,
die Zeit der Trübsal bringt die Fülle ihres Glaubens an ihren Herrn hervor; aber
die Gottlosen werden gottlos
handeln,
indem sie ihre Augen und ihren Verstand absichtlich vor den Lektionen
verschließen, die auch für sie bestimmt sind; und keiner der Gottlosen wird es verstehen,
die Augen ihres Verstandes werden durch ihre eigene Schuld geblendet; aber
die Verständigen werden es
verstehen, denn sie würden die Zeichen der Zeit richtig lesen
und deuten. V. 11. Und von der Zeit an, da das tägliche Opfer abgeschafft,
vgl. Kap. 11, 31, und der Greuel
der Verwüstung aufgestellt wird, in der von Antiochus Epiphanes
eingeführten Abgötterei, dem Antitypus des Antichristen, sind
es 1290 Tage,
eine Zeitspanne, deren Dauer in menschlichen Tagen und Jahren nicht genau
bestimmt werden kann. V. 12. Gesegnet ist, wer wartet und die 1335 Tage erreicht,
offensichtlich das Ende der großen Prüfung, die die Treue der Kinder des Herrn
auf die Probe stellen soll. V. 13. Du
aber gehe hin, dem Ende entgegen,
und erwarte ruhig den Tod als Befreiung von allen gegenwärtigen Leiden. Und du wirst ruhen, im
Frieden des Grabes, und am Ende der Tage zu deinem Los aufstehen, im
Besitz des Erbes der Heiligen im Licht, Kol. 1, 12, dessen Genuss er mit all
jenen teilen wird, die wie er dem Herrn bis zum Ende treu sind. Gesegnet sind
alle, die in diesem Geist ruhiger Hoffnung und sicheren Vertrauens auf die
Verheißung Gottes ihrem Tod entgegensehen!
A Entnommen aus: Walch, Bd. 6. Nachdr. der 2., überarb. Aufl. Groß Oesingen: Verlag der Lutherischen Buchhandlung Heinrich Harms. 1987. Sp. 896-917
B Erlanger: „Abgötter“. Die Weimarsche bietet „Abgötterei“, und Freder übersetzt: et cultus idolatricos substituit.
C Statt dieses Absatzes findet sich in der Ausgabe von 1530 und in der ersten vollständigen Bibelausgabe von 1534 Folgendes: Und trifft die Rechnung mit zu. Denn von demselben Befehl oder Wort, so durch Haggai ausging, bis auf Christi Taufe, da er sein Amt annahm und sein Reich oder neues Testament anfing (wie ihn der Engel hier einen Fürsten beschreibt), sind beiläufig 483 Jahre, welche manchen dieser Wochen 69, davon der Engel hier spricht: „Bis auf Christus, den Fürsten, sind sieben Wochen und 62 Wochen“, das sind 69 Wochen. Die Rechnung steht so: Nach dem zweiten Jahr des Darius, bis auf den großen Alexander, sind 145 Jahre, wie Metasthenes schreibt. Von Alexander bis auf Christi Geburt 311 Jahre, wie die Geschichten zeugen. Von Christus Geburt, bis zu seiner Taufe, 30 Jahre, Luk. 3,23. Das alles zusammen macht 486 Jahre, das sind die 69 Wochen. Drei Jahre sind übrig, die muss man in die Rechnung schlagen, darum, dass in solchen Rechnungen und Historien oft geschieht, dass ein halbes Jahr ein ganzes Jahr genannt wird. Man kann nicht alle Tage und Stunden so genau treffen und fassen, wenn man Geschichten schreibt; [es] ist uns gar genug, dass man’s so nahe trifft, besonders weil wir so gewisse Schrift von der Hauptsache haben. Von dieser Meinung sind nicht weit, die solche 70 Wochen ansahen am 20. Und letzten Jahr des Kambyses, des Darius Vater, welcher ließ Nehemia ziehen, Jerusalem zu bauen, Neh. 2,6. Denn das 20. Jahr des Kambyses ist zwei Jahre vor des Darius zweitem Jahr gewesen. Wenn aber ein großes Ding geschieht innerhalb von drei Jahren, muss man’s doch zusammenfassen, wie ein Jahr oder einerlei Zeit, und sagen: Es geschah um die oder die Zeit, gleichwie man hier sagen muss: Das Wort Gottes ging aus, dass Jerusalem sollte gebaut werden, im zweiten Jahr des Darius, um die Zeit, da Nehemia von Kambyses kam und Jerusalem zu bauen anfing. Usw. Denn es war ein großes Ding und von vielen angefangen, auch von den Engeln selbst getrieben, Sach. 1,13, und doch nicht von allen zugleich auf Einen Tag oder Stunde.
D In der Ausgabe von 1530: „Weiter teilt der Engel diese 70“ usw.
E Statt dessen, was in diesem Absatz folgt, hat die Ausgabe von 1530: „Hierher stimmt, da die Juden zu Christus sprechen Joh. 2,20: Dieser Tempel ist in 46 Jahren gebaut, und du willst ihn in drei Tagen bauen? Darnach über 62 Wochen (spricht er) soll Christus getötet werden.“
F Statt der §§ 33-37 findet sich in der Ausgabe von 1530 und in der ersten vollständigen Bibelausgabe von 1534 Folgendes: Hier zeigt er an, was geschehen soll, wenn diese 69 Wochen um sind und Christus angefangen hat, nämlich, Christus soll gekreuzigt (welches ist geschehen im vierten Jahr nach den 69 Wochen, und nach seinem Anfang) und die Stadt Jerusalem soll darüber endlich zerstört werden, und das Judentum ein Ende haben (welches ist durch die Römer hernach geschehen). Die Eine und letzte Woche, das ist, sieben Jahre, ist die Zeit, so nach den 69 Wochen folgt, in welcher (wie gesagt ist) sollte Christus getötet werden. Und das ist so zugegangen (spricht er): „Er wird den Bund vielen leisten eine Woche.“ Denn die Predigt Christi ging dieselben sieben Jahre mächtig, beide durch Christus selbst ins vierte Jahr, und hernach durch die Apostel, und verkündigte ihnen die verheißene Gnade. Und mitten in derselben Woche, das ist, im vierten Jahr nach Christi Taufe, ward er getötet. Und da fiel das Opfer, das ist, durch Christi Tod, der das rechte Opfer ist, ward das jüdische Opfer und Gottesdienst aufgehoben. Darnach ward von den Römern und Kaiser Cajo Caligula in den Tempel ein Abgott gesetzt (wie er hier sagt), zum Zeichen, dass [es] aus sein sollte mit dem Tempel und Judentum.
G Luther hatte versehentlich „Nicanor“
[1] Concordia
Bible Class, Mai 1919, 76-78; Fürbringer: Einleitung in das Alte Testament, 74-78
[2] Vgl. Wilson, Studies in the Book of Daniel, 58
[3] Wilson, Studies
in the Book of Daniel, 144. 145
[4] Vgl.
Lehre und Wehre, Bd. 59 (1913), 49 ff.
H Zugabe
durch den Hrsg.
i Zugabe
durch den Hrsg.