Das Buch der Sprueche Salomos

Luthers Vorrede auf die Buecher Salomos                           

Luthers Vorrede auf die Sprueche Salomos                          

Einleitung                                       

Kapitel 1                                         

Kapitel 2                                         

Kapitel 3                                         

Kapitel 4                                         

Kapitel 5                                         

Kapitel 6                                         

Kapitel 7                                         

Kapitel 8                                         

Kapitel 9                                         

Kapitel 10                                       

Kapitel 11                                       

Kapitel 12                                       

Kapitel 13                                       

Kapitel 14                                       

Kapitel 15                                       

Kapitel 16                                       

Kapitel 17                                       

Kapitel 18                                       

Kapitel 19                                       

Kapitel 20                                       

Kapitel 21                                       

Kapitel 22                                       

Kapitel 23                                       

Kapitel 24                                       

Kapitel 25                                       

Kapitel 26                                       

Kapitel 27                                       

Kapitel 28                                       

Kapitel 29                                       

Kapitel 30                                       

Kapitel 31                                       

 

Luthers Vorrede auf die Buecher Salomos

1524A

 

    1. Drei Bücher haben den Namen Salomos. Das erste ist Proverbia, die Sprüche, welches billig ein Buch heißen mag von guten Werken, denn er darinnen lehrt ein gutes Leben führen vor Gott und der Welt.

    2. Und besonders nimmt er vor sich die liebe Jugend und zieht sie ganz väterlich zu Gottes Geboten mit tröstlichen Verheißungen, wie wohl es den Frommen gehen solle, und mit Drohen, wie die Bösen gestraft werden müssen. Denn die Jugend von sich selbst [ist] zu allem Bösen geneigt, dazu, als ein unerfahren Volk, das Welt und Teufels List und Bosheit nicht versteht und den bösen Beispielen und Ärgernissen zu widerstehen viel zu schwach ist, und sich selbst ja nicht vermag zu regieren, sondern, wo sie nicht gezogen wird, ehe sie sich umsieht, verderbt und verloren ist.

    3. Darum bedarf sie wohl und muss haben Lehrer und Regierer, die sie ermahnen, warnen, strafen, züchtigen und immer zu Gottes Furcht und Gebot halten, dem Teufel, der Welt und [dem] Fleisch wehren. Wie denn Salomo in diesem Buch mit allem Fleiß und reichlich tut und seine Lehre in Sprüche fasst, damit sie desto leichter gefasst und lieber behalten werden, dass billig ein jeglicher Mensch, so fromm zu werden gedenkt, solches Buch wohl möchte für sein tägliches Handbuch oder Betbuch halten und oft drinnen lesen und sein Leben drinnen ansehen.

    4. Denn es muss doch der Wege einen gehen, entweder dass man sich lasse vom Vater züchtigen oder vom Henker strafen, wie man spricht: Entläufst du mir, du entläufst dem Henker nicht. Und wäre gut, dass man der Jugend solches immer einbildete, dass sie ohne Zweifel wissen müsste, dass sie entweder des Vaters Rute oder des Henkers Schwert müsse leiden, wie Salomo in diesem Buch immer mit dem Tod droht den Ungehorsamen. Denn es wird doch nichts anders draus, Gott lässt nichts ungestraft. Wie man denn in der Erfahrung sieht, dass die ungehorsamen bösen Buben so gar wunderlich untergehen und zuletzt doch dem Henker in die Hände kommen, wenn sie sich‘s am wenigsten versehen und am sichersten sind. Des alles sind öffentliche Zeugen und Zeichen die Galgen, Räder und Rabensteine am Weg vor allen Städten, welche Gott dahin gesetzt hat durchs weltliche Regiment, zum Schrecken aller, die sich nicht wollen lassen mit Gottes Wort erziehen und den Eltern gehorchen.

    5. Darum nennt Salomo in diesem Buch „Narren“ alle die, so Gottes Gebot verachten, und „Weise“, die nach Gottes Geboten sich halten. Und trifft damit nicht allein die Jugend, die er vornehmlich zu lehren vornimmt, sondern allerlei Stände, vom höchsten an bis zum alleruntersten. Denn gleichwie die Jugend ihre eigenen Laster hat, gegen Gottes Gebot, so haben alle anderen Stände auch ihre Laster, und wohl ärger, als der Jugend Laster sind; wie man spricht: Je älter, je ärger. Und abermals: Alter hilft vor keiner Torheit.

    6. Und wenn sonst nichts wäre Böses in andern und hohen Ständen als da sind Geiz, Hoffart, Hass, Neid usw., so ist doch dies einige Laster böse genug, dass sie klug und weise sein wollen, da sie nicht sein sollen, und jedermann geneigt, anders zu tun als ihm befohlen ist, und zu lassen, was ihm befohlen ist. Also: Wer im geistlichen Amt ist, der will klug und tätig sein im weltlichen, und ist seiner Weisheit hier kein Ende; wiederum, wer im weltlichen Amt ist, dem wird das Haupt zu eng vor übriger Kunst, wie das geistliche Amt zu regieren sei.

    7. Solcher Narren sind alle Lande, alle Städte, alle Häuser voll; und sie werden in diesem Buch gar fleißig gestraft und ein jeglicher ermahnt, dass er des Seinen warte, und was ihm befohlen ist, treu und fleißig ausrichte. Und ist auch keine Tugend mehr; denn gehorsam sein und warten, was ihm zu tun befohlen ist, das heißen weise Leute. Die Ungehorsamen heißen Narren, wiewohl sie nicht wollen Ungehorsame noch Narren sein oder heißen.

    8. Das zweite Buch heißt Kohelet, das wir den Prediger heißen, und ist ein Trostbuch; nämlich, wenn nun ein Mensch nach der Lehre des ersten Buchs will gehorsam leben und seinem Befehl oder Amt nachgehen, so sperrt sich der Teufel, die Welt und das eigene Fleisch so dagegen, dass der Mensch müde und verdrossen wird seines Standes, und reut ihn alles, was er angefangen hat, denn es will nirgend fort, wie er’s gern hätte. Da hebt sich denn Mühe und Arbeit, Unlust, Ungeduld, Murren, dass einer will Hände und Füße lassen gehen und nichts mehr tun. Denn wo der Teufel nicht kann zur rechten Seite mit Vorwitz und Lust den Gehorsam wehren, so will er’s zur linken Seite mit Mühe und Widerwärtigkeit hindern.

    9. Wie nun Salomo i ersten Buch lehrt Gehorsam, gegen den tollen Kitzel und Vorwitz, so lehrt er in diesem Buch, gegen die Unlust und Anfechtung geduldig, beständig sein im Gehorsam, und immerdar des Stündleins mit Frieden und Freuden harren. Und was er nicht halten noch ändern kann, immer fahren lasse, es wird sich wohl finden.

    10. Das dritte Buch ixt ein Lobgesang, darin Salomo Gott lobt für den Gehorsam als einer Gottesgabe. Denn wo Gott nicht haushält und selbst regiert, da ist in keinem Stand Gehorsam oder Friede. Wo aber Gehorsam oder gutes Regiment ist, da wohnt Gott und küsst und herzt seine liebe Braut mit seinem Wort, das ist seines Mundes Kuss. So, wo es geht im Land oder Haus nach den zwei Büchern (so viel es sein kann), da mag man auch dies dritte Buch wohl singen und Gott danken, der uns solches nicht allein gelehrt, sondern auch selbst getan hat, Amen.

 

 

Luthers Vorrede auf die Sprueche Salomos

1524B

 

    Weil dies Buch besonders viel mit Narren und Weisen zu schaffen hat und allenthalben die Weisheit rühmt und die Torheit schilt, ist vonnöten, dass man die Sprache und Worte vernehme, was er unter „Narren“ und „Weise“ verstanden haben will. Darum, dass dies nützliche Buch desto klarer wird, will ich etliche Worte hier kurz aufs allerdeutlichste ich kann, ausstreichen.

    2. Das ist des Königs Davids im Psalter und besonders des Königs Salomo Weise, und ist vielleicht zu der Zeit der Sprache Art gewesen, dass sie Narren oder Toren heißen, nicht die, so man vor der Welt Narren heißt oder die geborne Narren sind; sondern allerlei lose, leichtfertige, unachtsame Leute, allermeist, die ohne Gottes Wort fahren, tun, reden, aus eigener Vernunft und Vornehmen, wie gemeiniglich sind die Allergrößten, Klügsten, Mächtigsten, Reichsten und Heiligsten vor der Welt. Wie auch Paulus die Galater und Christus die Pharisäer und seine Jünger Narren heißt im Evangelium. Auf dass du wissest, wie Salomo nicht von schlechten noch geringen Leuten redet, wenn er von Narren redet, sondern eben von den besten in der Welt.

    3. Denn Salomo heißt „Weisheit“ hier nichts anders als Gottes Weisheit, die in Gottes Worten und Werken gelehrt wird. Darum er auch immer Gottes Gebot und Werk anzieht. Dazu ist aller Sprichworte kein anderer Ursprung als Gottes Wort und Werk, weil aller Menschen Anschläge eitel und falsch sind, und nicht anders ausgeht als wie Gott will und tut, Gleich als wenn man auf deutsch spricht: Es ist dir bedacht, aber nicht beschert. Ebenso: Wer das Glück hat, führt die Braut heim. Und dergleichen kommen nirgends her, als dass man hat sehen und greifen müssen, wie [der] Menschen Anschläge und Hoffnung immer fehlen, und anders gerät als man denkt, und zuletzt müsse merken, dass ein anderer sei, der das Rädlein treibt. Das haben denn etliche Gott, etliche Glück genannt. Deshalb sind Sprichwörter in allerlei Zungen und Sprachen wahr und gewiss, als die auf Gottes Werk gegründet und aus Gottes Wort kommen, ob Gottes Wort schon nicht da ist. Wiederum, „Torheit“ heißt er alles, das ohne Gottes Wort und Werk geht; und einen „Weisen“, der sich nach Gottes Wort und Werk richtet; einen „Narren“, der sich vermessen nach seinem Sinn und Dünkel richtet.

    4. Daraus sehen wir, wie ein trefflicher und feiner Mann König Salomo ist, der es sich hat so hart lassen anliegen, dass er unter so viel königlichen Geschäften sich eines Lehrers Amt unterwunden hat, und sonderlich des allernötigsten, nämlich die Jugend zu lehren und zu erziehen, wie sie soll vor Gott selig nach dem Geist, und vor der Welt weise mit Leib und Gut handeln. Denn da liegt die größte Macht an, dass man Leute auf Erden habe, wie dieser König Salomo wohl gesehen hat; welche man nicht haben kann, man erziehe sie denn in der Jugend. Darum sollte billig in aller Welt dies Büchlein der Jugend beizeiten eingebildet und in täglichen Gebrauch und Übung gebracht werden. Um welcher Sachen willen ohne allen Zweifel vom König Salomo solches gemacht und geschrieben ist, allen Königen und Herren zum Exempel, dass sie sich auch der Jugend sollen annehmen. Da gebe Gott seine Gnade zu. Amen.

 

 

Einleitung

 

    Das dritte poetische Buch des Alten Testaments sind die Sprüche Salomos, keine Sammlung populärer Sprüche oder ein Produkt menschlicher Spekulation und Beobachtung, sondern ein Buch, das die Prinzipien wahrer Weisheit darlegt und die göttlichen Wahrheiten zum Gegenstand gläubiger Kontemplation macht. Die weisen Sprüche in diesem Buch sollen alle Menschen, insbesondere aber die Gläubigen, dazu anleiten, ihr Leben und ihr Verhalten so zu gestalten, dass sie Gott gefallen und ihr Wohlergehen hier auf Erden fördern. Und es gibt ein herausragendes Merkmal in diesem Buch, nämlich die Offenbarung der wahren Quelle und des Brunnens der Weisheit, des Sohnes Gottes. Wer den Sohn Gottes, Jesus Christus, kennt und im Glauben annimmt, wird sein gesamtes Verhalten im Leben in Einklang mit der wahren Ehrfurcht und Furcht vor dem Herrn bringen, im Gegensatz zur Torheit und Blindheit derer, die diese wahre Weisheit, die Summe aller Unterweisung im Wort Gottes, verachten.

    Das gesamte Buch wird Salomo zugeschrieben, obwohl die letzten Kapitel, die zu einem späteren Zeitpunkt der Sammlung hinzugefügt wurden, von Agur, dem Sohn Jakes, und König Lemuel stammen. Von Salomo wird berichtet, dass er dreitausend Sprichwörter sprach (1. Könige 4, 32). Einige dieser salomonischen Sprichwörter wurden in unserem Buch zusammengestellt, wie die Überschriften der verschiedenen Abschnitte zeigen: „Die Sprüche Salomos, des Sohnes Davids“, Kap. 1, 1; ‚Die Sprüche Salomos‘, Kap. 10, 1; ‚Dies sind die Sprüche Salomos, die die Männer Hiskias, des Königs von Juda, abgeschrieben haben‘, Kap. 25, 1.

    Die drei Überschriften zeigen auch die Unterteilung des Buches an. Der erste Abschnitt, Kapitel 1 bis 9, enthält eine Beschreibung und Empfehlung wahrer Weisheit, die sich insbesondere an junge Menschen richtet. Der zweite Abschnitt, Kapitel 10 bis 24, ist lockerer aufgebaut, wobei die Perlen der Weisheit auf höchst aufschlussreiche Weise aufeinander folgen. Der dritte Abschnitt, Kapitel 25 bis 29, enthält Sprichwörter, die von einem Ausschuss von Propheten zur Zeit Hiskias ausgewählt wurden. Das Buch schließt mit drei Ergänzungen, Kap. 30, 1-33; 31, 1-9; 31, 10-31.

    Die praktische Weisheit, die im Buch der Sprüche enthalten ist, ist vom Herrn für die Unterweisung aller Menschen aller Zeiten gedacht und sollte in diesem Sinne auch von den Christen des Neuen Testaments beachtet werden. Es ist der Herr selbst, der in diesen Sprüchen zu den Menschen spricht, und deshalb sind sie nützlich zur Lehre, zur Zurechtweisung, zur Besserung, zur Erziehung in der Gerechtigkeit, damit der Mensch Gottes vollkommen sei, „zu jedem guten Werk völlig ausgerüstet“ (2. Timotheus 3, 15-17).[1]

 

 

Kapitel 1

 

Die Weisheit, wodurch sie erlangt und gehindert wird, eingeführt in Person

 

    Titel und Einleitung (V. 1-6): V. 1. Die Sprüche Salomos, des Sohnes Davids, des Königs von Israel, 1. Könige 1, 39; 2, 12, ein Sprichwort, das in diesem Zusammenhang eher eine Maxime oder einen Aphorismus als ein beliebtes Sprichwort bezeichnet; V. 2. Zu lernen, sich mit etwas bestens vertraut machen, Weisheit und Zucht, wobei sich das letztere Wort auf Bildung, moralische Erziehung und die praktische Anwendung von Weisheit im Alltag bezieht; und verstehen verständige Rede wahrnehmen, die es einem ermöglichen, zwischen Gut und Böse zu unterscheiden; v. 3. um anzunehmen Zucht, die Besonnenheit verleiht, Gerechtigkeit Recht und Aufrichtigkeit erhalten, eine Ausbildung zu einem vernünftigen, intelligenten Zustand, um zu verstehen, was mit Pflicht, Recht und Aufrichtigkeit im gesamten Verhalten übereinstimmt; v. 4. um Klugheit, Besonnenheit, Urteilsvermögen den Einfältigen zu geben, allen, die zu leicht den Verlockungen der Sünde nachgeben, dem jungen Mann, der noch unerfahren ist, Erkenntnis und Urteilsvermögen, die Nachdenklichkeit, Umsicht und Vorsicht, die jede Angelegenheit sorgfältig abwägen und sich niemals kopfüber in Gefahr stürzen. Der Autor zeigt nun, dass Schriften dieser Art von denen geschätzt werden, die versuchen, ihr Verhalten im Leben nach dem Willen Gottes auszurichten. [Das Wort, das im Hebräischen für „junger Mann“ steht, naar, gilt in erster Linie für junge Männer, die ihre Bar Mizwa schon hinter sich haben, d.h., die „Söhne des Gesetzes“ sind, also unterwiesen in Gottes Gesetz und daher auch strafmündig. Das ist wichtig zum Verständnis und rechten Einordnung derjenigen Sätze, die u.U. Strafen beinhalten (die Ausleger sind da unterschiedlicher Ansicht) und von vielen als Rechtfertigung für Gewalt in der Erziehung von Kindern, vor allem kleiner Kinder, missbraucht wurde (so auch etwa in Dallmeyers ‚Biblischer Erziehungslehre‘ oder in puritanischen bzw. neu-puritanischen Erziehungsbüchern). Diese Anwendung ist völlig falsch, da genau das hier nicht ausgesagt wird. Wie gesagt, wenn in diesen einschlägigen Versen Strafen gemeint sind, dann betrafen sie allein vor Gott Strafmündige; der Vater war dabei nicht nur als Erziehungsberechtigter im Amt, sondern vor allem auch als solcher, der auch die öffentlichen Strafen an seinem Sohn (oder Tochter) zu vollziehen hatte. Anm. d. Hrsg.] V. 5. Wer weise ist, der höre zu, den Wert solcher Unterweisung erkennen und daher ein offenes Ohr haben, und erweitere sein Wissen, indem er den bereits vorhandenen Wissensschatz erweitert, ohne hochmütig darauf zu bestehen, dass er alles weiß; und wer verständig ist, der einen Einblick in die Anforderungen des richtigen christlichen Verhaltens hat, der lasse sich raten, indem er alle Maßnahmen, die kluges Wissen vorschlägt, gerne annimmt und umsetzt; V. 6. Zu verstehen Spruch und bildliche Rede, d. h. Rätsel, bildliche Sprache, zu verstehen, die in den Maximen dieses Buches enthaltenen Lehren leicht zu erkennen und anzuwenden; die Worte der Weisen und ihre Rätsel, die Lehren, die sie in solche Figuren und parabolische Äußerungen kleiden, dass sie sorgfältiges Studium erfordern. Wahre Weisheit lässt sich nicht leicht erwerben, am allerwenigsten die, die sich auf ein gottesfürchtiges Verhalten im Leben bezieht.

 

    Ein grundlegendes Merkmal von Weisheit ist, Bosheit zu vermeiden (V. 7-19): V. 7. Die Furcht des HERRN, die Ehrfurcht vor dem Herrn, die aus kindlichem Glauben an Ihn erwächst, ist der Anfang der Erkenntnis, die Grundlage aller wahren Weisheit, sowohl im Verständnis des Wortes und des Willens des Herrn als auch in der Anwendung dieses Verständnisses auf das gesamte Verhalten, in jeder Lebenssituation; aber Toren verachten Weisheit, Lernen und Wissen jeder Art, und Zucht, die moralische Ausbildung, die auf das Verständnis folgt. V. 8. Mein Sohn, gehorche der Zucht deines Vaters, seine Disziplin, seine Lehre, wie sie auf alle Angelegenheiten und Lebensumstände angewendet wird, und verlass nicht das Gebot deiner Mutter nicht auf, indem du ihre Lehren, ihre lehrreichen Vorschriften beiseitelässt; V. 9. denn das wird ein schöner Schmuck für dein Haupt sein, ein lieblicher Kranz oder Diadem, der das Haupt schmückt, und eine Kette um deinen Hals, wobei die Lehren der Weisheit wie eine Perlenkette sind, die dem Träger Anmut und Charme verleihen. Der allgemeinen Ermahnung folgt nun eine konkrete Warnung. V. 10. Mein Sohn, wenn Sünder, Gewohnheitsverbrecher, Kriminelle, dich locken, wörtlich: „den Weg ebnen“, indem sie ihn einladend und verlockend erscheinen lassen, so folge nicht, denn eine völlige Ablehnung ist die einzige Möglichkeit, mit einer solchen Situation umzugehen. V. 11. Wenn sie sagen: „Komm mit uns, lass uns auf Blut lauern“, ohne Grund für Rache, nur aus Lust am Töten, lass uns heimlich den Unschuldigen nachstellen, ohne Grund, wie der Jäger, der sich in der Nähe eines Wildpfads versteckt; V. 12. Lass uns sie lebendig verschlingen wie das Grab [hebr.: Scheol], ihr Mord bringt sie in das Reich der Toten, und das ganz, während sie in Aufrichtigkeit und im vollen Besitz von Gottes Segen leben, wie diejenigen, die in die Grube hinabfahren, die ins Grab hinabsteigen, und ihre Pläne somit ein abscheuliches Verbrechen, einen kaltblütigen Mord, in Betracht ziehen; V. 13. wir wollen kostbares Gut finden, reiche Beute aller Art, Raub nach Mord; wir wollen unsere Häuser mit Beute füllen, nämlich in dieser Karriere des rücksichtslosen Tötens und Plünderns; V. 14. Wirf dein Los unter uns und schließe dich ihnen auf gleicher Basis an, auch bei der Aufteilung der Beute; lass uns alle eine gemeinsame Kasse haben, eine Schatzkammer, an der sie alle teilhaben würden. Ein solcher Vorschlag könnte unerfahrenen Jugendlichen glanzvolle Aussichten vor Augen führen, und deshalb wird die Warnung mit großem Nachdruck wiederholt: V. 15. Mein Sohn, die zärtliche Anrede ist sehr wirksam, um einen jungen Menschen zum Guten zu beeinflussen, geh nicht mit ihnen, jede Form der Verbindung mit den Bösen ist gefährlich; halte deinen Fuß von ihrem Weg fern, die Erwähnung eines einzelnen Körperteils erhöht die Eindrücklichkeit der Passage; V. 16. denn ihre Füße laufen zum Bösen und eilen, Blut zu vergießen, weshalb alle gottesfürchtigen Menschen den Weg des Verbrechens meiden werden. V. 17. Denn es ist vergeblich, das Netz auszuwerfen vor den Augen der Vögel ausgebreitet, wörtlich: „vor den Augen von allem, was Flügel besitzt“, das heißt, wenn selbst ein Vogel vor dem Netz flieht, das vor seinen Augen offen ausgebreitet ist, wie viel mehr sollte ein gottesfürchtiger junger Mensch die Verlockung des Verbrechens meiden, die so kühn ausgestreckt wird! V. 18. Und sie lauern auf ihr eigenes Blut, es ist ihr eigenes Leben, das schließlich genommen wird, entweder wegen Verrats in ihren eigenen Reihen oder weil Mord schließlich bestraft wird; und stellt einer dem anderen nach dem Leben, gefangen im Netz, das sie für andere auslegen. V. 19. So ist der Weg eines jeden, der nach unrechtem Gewinn giert, das ist das Schicksal all derer, die sich für eine Karriere des Verbrechens entscheiden, indem sie dem Laster der Habgier dienen, der dem Besitzer das Leben nimmt, wobei ungerechter Gewinn unweigerlich Strafe über den Verbrecher bringt. Die Liebe zum Geld ist die Wurzel allen Übels, die die Menschen in viele törichte und schädliche Begierden verstrickt, die sie in Zerstörung und Verderben ertränken, 1. Tim. 6, 9. 10.

    Einladung zur Weisheit (V. 20-33): V. 20. Die Weisheit, die Essenz göttlichen Wissens und wahren Verständnisses, wie sie im gesamten Buch der Sprüche dargelegt wird, ruft nach draußen, auf die Straße, an öffentliche Plätze, schämt sich ihrer Lehre nicht, sondern sucht offen das Wohlergehen aller; sie erhebt ihre Stimme auf den Plätzen, auf den Märkten und freien Plätzen; V. 21. Sie ruft, wo der lauteste Lärm ist, wo sich Menschenmassen in lärmendem Aufruhr befinden, an den Eingängen der Tore, wo in orientalischen Städten der Markt abgehalten wurde, der als öffentlicher Platz diente; in der Stadt, auf der Innenseite der Tore, redet sie ihre Worte: Vers 22. Wie lange noch, ihr Unverständigen, ihr unerfahrenen und gutgläubigen Leute, die ihr leicht zu verführen seid, wollt ihr Unverstand lieben und die Spötter Lust zu Spötterei haben werden, dass sie offen die Wahrheit leugnen und ablehnen, und ihr Toren, die ihr euch für klüger haltet als andere, Erkenntnis hassen? V. 23. Kehrt um zu meiner Zurechtweisung, von dem bösen und verkehrten Weg, dem sie damals folgten. Siehe, ich werde meinen Geist über euch ausströmen lassen, in reicher Fülle und erfrischender Kraft; und euch meine Worte kundtun, denn der Geist des Herrn wird in und durch sein Wort gegeben. Hier gibt es eine Pause, als ob die Weisheit darauf warten würde, dass die Einfältigen, die Spötter und die Toren ihre Einladung annehmen. Da jedoch keine Antwort erfolgt, wird eine strenge Zurechtweisung hinzugefügt. V. 24. Weil ich gerufen habe und ihr euch geweigert habt, der freundlichen Einladung keine Beachtung zu schenken; Ich habe meine Hand ausgestreckt, in einer Geste des eifrigen Flehens, und niemand hat darauf geachtet; V. 25. und ihr all meinen Rat missachtet habt, euch geweigert, ihn zu nutzen und ihm zu folgen, und wolltet nichts von meiner Zurechtweisung wissen, habt euch absolut geweigert, sie zu berücksichtigen, V. 26. So will ich auch bei eurem Unglück lachen, in heiligem Spott über ihre Not; und will spotten, wenn der Schrecken über euch kommt, wenn der Schrecken sie überwältigen würde. sie; V. 27. wenn Schrecken über euch kommt wie ein Unwetter, wie ein Sturm, der alles vor sich hertreibt, und euer Verderben wie ein Wirbelsturm; wenn Bedrängnis und Angst über euch kommen, deren unterdrückende und einengende Wirkung das Ergebnis der Weigerung der Menschen ist, die Grundsätze wahrer Weisheit zu akzeptieren. V. 28. Dann werden sie mich anrufen und um Weisheit beten, um der Notlage zu begegnen, in der sie sich befinden würden, aber ich werde nicht antworten; sie werden mich früh suchen, mit dem Aufgang der Morgendämmerung, mit großem Eifer, aber sie werden mich nicht finden, vgl. Amos 8, 11-13. V. 29. Weil sie die Erkenntnis, die ihnen angeboten wurde, hassten und nicht die Furcht des HERRN wählten, die Grundlage und Quelle aller wahren Weisheit; V. 30. meinen Rat nicht wollten, nicht annehmen und gaben seinem freundlichen Drängen nicht nach; und alle meine Zurechtweisung verachteten, Vers 31. darum sollen sie von der Frucht ihres Weges essen und die bösen Folgen ihrer törichten und bösen Taten erfahren und von ihren (eigenen) Anschlägen satt werden, bis sie sich an ihren bösen Plänen satt sehen, bis es ihnen zuwider wird. Vers 32. Denn die Abkehr der Unverständigen, als sie sich von der Zucht abwandten und die Weisheit verließen, tötet sie, und die Sorglosigkeit der Toren, ihre fleischliche Sicherheit, ihre müßige, leichte Ruhe, die sie zu stolz macht, um nach Verständnis zu suchen, wird sie vernichten; denn die Ablehnung eines Menschen durch Gott ist die Folge entweder seiner Ablehnung des Wortes oder seiner Gleichgültigkeit gegenüber seiner Lehre. V. 33. Wer aber auf mich hört und freudig gehorcht, der wird sicher wohnen und kein Unheil fürchten, der wird ruhig und ohne Angst inmitten von Gefahren leben, die von allen Seiten drohen. Das ist die stille Sicherheit der Gläubigen, denn sie beruht nicht auf ihrer eigenen Weisheit und ihrem eigenen Verständnis, sondern auf der ewigen Weisheit Gottes, dem ewigen Wort.

 

 

Kapitel 2

 

Einladung, Weisheit zu suchen und zu erlernen

 

    Vorzüge aus der Annahme der Weisheit (V. 1-9): V. 1.Mein Sohn, so ruft die Weisheit, die richtige Lehrerin aller Menschen, wenn du meine Worte annimmst und meine Gebote bei dir behältst, sie aufbewahren und wie einen kostbaren Schatz hüten willst, V. 2. so dass du dein Ohr auf Weisheit hört, bereitwillig gehorchst und dein Herz dem Verständnis zuwendest, bereit, es anzunehmen, um in jeder Lebenssituation die richtige Unterscheidung zu treffen; V. 3. Ja, wenn du nach Verständnis rufst und einlädst und deine Stimme für Einsicht erhebst, um zwischen Gut und Böse, zwischen Weisen und Toren unterscheiden zu können; V. 4. Wenn du sie wie Silber suchst, mit dem gleichen Eifer, und nach ihr suchst wie nach verborgenen Schätzen, mit der Gier, die der Geiz bei einer Person hervorruft, die nach Gold oder Juwelen gräbt, V. 5. dann wirst du die Furcht des HERRN verstehen, indem du diese kindliche Ehrfurcht vor dem Herrn, die aus dem Glauben erwächst, zu deinem wertvollsten Besitz machst, und die Erkenntnis Gottes finden, denn die Furcht Gottes ist die Grundlage aller wahren Weisheit, und ihr Gegenstand ist Gott selbst. V. 6. Denn der HERR gibt Weisheit und gewährt sie als Geschenk seiner freien Gunst; aus seinem Mund kommen Erkenntnis und Verständnis, es ist eine Frage der Offenbarung in seinem Wort. Die Fähigkeit, in den verschiedenen Lebenssituationen das richtige Urteilsvermögen zu haben und bei der Anwendung dieses Wissens richtig zu unterscheiden, ist eine Gabe des Herrn. V. 7. Er lässt es den Aufrichtigen gelingen, die er wie einen Schatz oder ein Juwel bewahrt; er ist ein Schild für die, die unsträflich wandeln, denn die Weisheit schützt alle, die sich in einem tadellosen Verhalten üben. V. 8. Indem er die Pfade des Gerichts und die Wege der Gerechtigkeit behütet, das Verhalten derer, die versuchen, sich im Einklang mit den Forderungen der Gerechtigkeit zu verhalten, und bewahrt den Weg seiner Heiligen, indem er sie führt und vor törichtem und bösem Verhalten bewahrt. V. 9. Dann wirst du Gerechtigkeit, Recht und Rechtschaffenheit verstehen, alle Teile der Pflicht, die zu einem gottgefälligen Verhalten gegenüber Gott und den Menschen gehören; und jeden guten Weg, denn nur mit der Weisheit, die aus dem Wort Gottes als Quelle wahrer Weisheit gewonnen wird, wird das Verhalten eines Menschen seinem Willen entsprechen.

 

    Weisheit bewahrt vor Torheit (V. 10-22): V. 10. Wenn die Weisheit in dein Herz einzieht, nicht als vorübergehender Gast, sondern um es zu einem dauerhaften Wohnsitz zu machen, und Erkenntnis deiner Seele angenehm ist und die einzige echte Freude und Befriedigung bietet, Vers 11. dann wird Besonnenheit dich bewahren, d. h. angemessene Reflexion, sorgfältige Überlegung, wird dazu dienen, den Klugen vor törichten Schritten zu bewahren, Verständnis wird dich behüten, indem es einen befähigt, in jeder gegebenen Situation richtig zu urteilen, Vers 12. um dich vom Weg des Bösen zu retten, von bösem Verhalten, von dem Menschen, der verkehrte Dinge spricht und verdrehte und böswillige Reden führt; Vers 13. Die, d. h. solche Menschen im Allgemeinen, (von denen,) die verlassen die geraden Pfade, wo ihr Verhalten mit dem Wort und dem Willen Gottes übereinstimmte, um auf den Wegen der Finsternis zu wandeln, wobei sie gewohnheitsmäßig im Streben nach Bosheit aktiv sind; Vers 14. die sich freuen, Böses zu tun, und sich an der boshaften Verkehrtheit, der Boshaftigkeit und der Täuschung der Bösen erfreuen; Vers 15. deren Wege krumm sind, wörtlich: „die in Bezug auf ihre Wege krumm sind“, und auf ihren Bahnen auf Abwege geraten, voller Bosheit und Täuschung, auf ihren Pfaden; Vers 16. um dich vor der fremden Frau zu retten, der Unbekannten, Fremden, Ungebundenen, deren Existenz und Verhalten voller Gefahren für die Jugend sind, vor der Fremden, die mit ihren Worten schmeichelt und sich frecher Reden bedient, V. 17. die den Vertrauten ihrer Jugend, ihren rechtmäßigen Ehemann, verlässt und den Bund ihres Gottes vergisst, der von jeder Frau Reinheit und Keuschheit verlangt. V. 18. Denn ihr Haus neigt sich dem Tod zu, sinkt in den Untergang, und ihre Pfade zu den Schatten, den Schattengestalten derer, die im Totenreich wohnen, was in diesem Fall ewige Verdammnis bedeutet. V. 19. Keiner, der zu ihr geht, kehrt zurück, wird von der Zerstörung verschluckt, die ihre Strafe ist, und sie erreichen nicht die Pfade des Lebens, sie verlieren ihre Chance, die Wege des Lebens wieder zu erreichen. Der Versuchung durch solche bösen Männer und mutwilligen Frauen steht die Gemeinschaft gottesfürchtiger Menschen gegenüber. V. 20. Damit du auf dem Weg der Guten wandelst, ihrem Verhalten folgst und die Pfade der Gerechten beschreitest, das ist das Ziel dieser Ermahnung. V. 21. Denn die Aufrichtigen werden im Land wohnen und sich irdischen Wohlstands erfreuen, als Segen des Herrn, und die Unsträflichen bleiben darin. V. 22. Aber die Gottlosen werden aus dem Land vertilgt, völlig vernichtet, und die Übertreter aus ihm ausgerottet werden, wobei diese Strafe im Falle der Israeliten umso größer ist, weil ihr Land das Land der Verheißung war und eine Vertreibung aus ihm einer völligen Ablehnung durch den Herrn gleichkam. Aber im Wesentlichen gelten dieselben Tatsachen auch für die Menschen in der heutigen Zeit, und deshalb sollte die Warnung der Weisheit sehr sorgfältig beherzigt werden.

 

 

Kapitel 3

 

Ermahnung zu guten Werken; Lob der Weisheit

 

    Gehorsam, Treue und Freigiebigkeit werden gefordert (V. 1-12): V. 1. Mein Sohn, vergiss nicht mein Gesetz, die Lehre der Weisheit; und lass dein Herz meine Gebote halten! indem du alle Anweisungen des Wortes Gottes aufrichtig befolgst; V. 2. Denn Jahre des Lebens und des Friedens, bringen sie dir in Fülle, irdischer Wohlstand und Glück, die sich aus der Anwendung des aus dem göttlichen Gesetz gewonnenen Wissens ergeben. V. 3. Gnade und Treue mögen dich nicht verlassen, sowohl von Seiten der Menschen als auch von Seiten Gottes, denn liebevolles Mitgefühl und Kameradschaft sind einer der wichtigsten Faktoren in unserem moralischen Leben; binde sie dir um den Hals, wie eine kostbare Kette oder ein Collier, an dem ein Siegelring hängt; schreibe sie auf die Tafel deines Herzens, wobei der Schwerpunkt sowohl auf den inneren Motiven als auch auf dem äußeren Ausdruck und der Verzierung im Sinne von Tugenden liegt; V. 4. So wirst du Gunst, gnädige Annahme, und gutes Verständnis, guten Ruf, guten Erfolg vor Gott und den Menschen finden, wobei die gute Meinung der Menschen dem günstigen Urteil Gottes entspricht und beide dem Erfolg des Gläubigen dienen. Da es sich hierbei um ein gnädiges Geschenk Gottes handelt, wird der gottesfürchtige Mensch gewarnt: V. 5. Verlass dich auf den HERRN von ganzem Herzen, vertraue dich ganz der Gnade und Treue des Herrn an und verlass dich nicht auf deinen Verstand! in falschem und tadelnswertem Selbstvertrauen. V. 6. Erkenne ihn auf allen deinen Wegen, indem du dein Vertrauen in ihn setzt und dich ganz auf seine Weisheit verlässt, und er wird deine Wege lenken, zum Wohle und zum Wohlergehen seines Kindes. V.7. Sei nicht weise in deinen (eigenen) Augen, aufgeblasen von einer eingebildeten Überlegenheit aufgrund einer möglichen größeren Bildung, da die Weisheit dieser Welt vor Gott nicht wesentlich ist; fürchte den HERRN, eine solche Ehrfurcht vor dem Herrn, die dazu dient, die eigene Weisheit beiseite zu legen, und weiche vom Bösen, dieser Kurs ist natürlich im Falle eines Kindes Gottes, dem jede Bosheit unerwünscht und verabscheuungswürdig ist. V. 8. Es wird deinem Leib [w.: Nabel] heilsam sein, der als Zentrum des gesamten Körpers betrachtet wird, und Labsal für deine Gebeine, das den gesamten Organismus mit Kraft und Stärke erfrischt; denn das ist die Wirkung eines guten Gewissens und des ehrlichen Bestrebens, dem Herrn im Glauben zu dienen. V. 9. Ehre den HERRN mit deinem Gut, mit dem Reichtum, den man als seinen Segen genießt, und zahle ihm von den von ihm gewährten Gaben zurück, und mit den Erstlingen all deines Einkommens, dem Ertrag deiner Arbeit und der Ernte deines Landes, denn ein bloßes Lippenbekenntnis reicht nicht aus, denn der Herr verlangt einen greifbaren Beweis für den Glauben, den seine Kinder zu besitzen vorgeben; V. 10. so werden deine Scheunen voll werden, als Belohnung für Gottes gnädige Gunst und väterliche Güte, und deine Pressen, besser gesagt, die Fässer, in denen der Wein gelagert wurde, und deine Kelter von Most überquellen, der durch den Segen Gottes in reichem Überfluss fließt, womit er die Bereitschaft seiner Kinder anerkennt. Aber auch das Gegenteil trifft zu: So wie wir den Herrn in Tagen des Überflusses nicht vergessen sollten, so sollten wir uns in schlechten Tagen nicht von ihm entfremden. V. 11. Mein Sohn, verwirf die Zucht des HERRN nicht, die Korrektur, die er in der Schule des Lebens austeilt; und sei nicht unwillig über seine Strafe, sie mit Abscheu und Widerwillen betrachtend; V. 12. Denn wen der HERR liebt, den züchtigt er, und so erhält die Person, die seiner Disziplin unterworfen ist, dadurch einen Beweis seiner Liebe; wie ein Vater den Sohn, an dem er Wohlgefallen hat, oder „hält ihn lieb wie ein Vater seinen Sohn“, in dessen Fall der Mangel an Disziplin zu Recht auf einen Mangel an väterlicher Liebe zurückzuführen ist. Vgl. Hiob 5, 17; Hebräer 12, 5. 6.

 

    Das Glück, wahre Weisheit zu besitzen (V. 13-26): V. 13. Glücklich ist der Mensch, der Weisheit findet, sie mit Eifer erlangt und sicher bewahrt, und der Mensch, der Verständnis erlangt! sie herauszieht oder ausgräbt, selbst unter großer Anstrengung. V. 14. Denn ihr Erwerb, der Akt des Gewinnens oder Erlangens von Weisheit, ist besser als Silber, das die Menschen gerne anhäufen, und ihr Gewinn ist besser als Gold, selbst wenn es von der feinsten und reinsten Art ist. V. 15. Sie ist kostbarer als Perlen oder Korallen, Edelsteine von höchster Kostbarkeit; und alles, was du dir wünschen kannst, ist nicht mit ihr zu vergleichen, denn Weisheit übertrifft sie alle bei weitem. Vergl. Hiob 28, 18. V. 16. Die Länge der Tage liegt in ihrer rechten Hand, als Belohnung für diejenigen, die wahre Weisheit annehmen und ausüben; und in ihrer Linken Reichtum und Ehre, alle Segnungen des wahren Wohlstands werden von ihr verteilt. V. 17. Ihre Wege sind liebliche Wege, ohne eine unangenehme Eigenschaft, die den Genuss der wahren Weisheit trüben könnte, und alle ihre Pfade sind Frieden, ohne den Streit und die Angst, die dort herrschen, wo menschliche Weisheit verkündet wird. V. 18. Sie ist ein Baum des Lebens allen, die sie ergreifen, ihre Frucht bewahrt das Leben, so dass das Leben ein Segen ist; und glücklich ist jeder, der sie bewahrt und diese wunderbare Art des Wissens, die aus dem Wort Gottes gelernt wurde, fest im Griff hat. V. 19. Der HERR hat die Erde durch Weisheit gegründet, durch seine persönliche, wesentliche Weisheit, die er auch in seinem Wort offenbart hat; durch Einsicht hat er die Himmel bereitet, indem er sie mit der richtigen Unterscheidung und dem richtigen Urteilsvermögen vorbereitet hat. V. 20. Durch seine Erkenntnis brachen die Fluten der Tiefen auf, die Meere teilten sich, brachen aus der chaotischen Masse formloser Materie hervor und nahmen ihre festen Plätze ein, und die Wolken lassen den Tau herabtriefen, der Regen fällt immer noch in Übereinstimmung mit seinen Gesetzen. Aus der Erhabenheit, mit der das Schöpfungswerk die Weisheit des Herrn darstellt, leitet der Autor nun Ermahnungen ab, die von allen Frommen befolgt werden sollten. V. 21. Mein Sohn, lass sie nicht aus deinen Augen weichen, nämlich diese Worte der Unterweisung, damit sie nicht in einem Moment entkommen, in dem die Wachsamkeit nachlässt; bewahre Umsicht und Besonnenheit, oder „Nachdenklichkeit und Umsicht“, Klugheit, die in allen Angelegenheiten des Lebens richtig angewendet wird; V. 22. so werden sie Leben für deine Seele und Schmuck sein, oder Charme, für deinen Hals, wie ein Schmuckstück, ein schönes Schmuckstück. V. 23. Dann wirst du sicher auf deinem Weg wandeln, frei von Angst und Sorge, geborgen im Schutz des Herrn, und dein Fuß wird nicht stolpern, aufgrund eines Hindernisses, mit dem die Feinde versuchen, die Frommen zu Fall zu bringen. V. 24. Wenn du dich niederlegst, wirst du keine Angst haben, von banger Sorge erfüllt sein; und liegst du, wird dein Schlaf süß sein, ungestört von jeder Vorstellung einer drohenden Gefahr, wie bei einem Kind. V. 25. Fürchte dich nicht vor plötzlichem Schrecken, vor einem solchen Schrecken, der das Herz mit Furcht erfüllen würde, und auch nicht vor dem Untergang der Gottlosen, wenn er kommt, die wie ein zerstörerischer Sturm daherkommt. V. 26. Denn der HERR wird deine Zuversicht sein, ein sicherer Zufluchtsort, und bewahrt deinen Fuß vor dem Fallstrick, in den Schlingen, die die Gottlosen immer für die Füße der Unvorsichtigen auslegen, weshalb die Gläubigen umso mehr verpflichtet sind, die wahre Weisheit zu nutzen, um ihre Füße auf dem richtigen Weg zu halten.

 

    Warnung vor dem Bösen (V. 27-35): V. 27. Versage nicht Gutes dem Bedürftigen [w.: dem, dem es zusteht], denen es aufgrund ihrer Not zusteht, ob sie es nun wirklich verdienen oder so mittellos sind, dass sie sich nicht mehr selbst helfen können, wenn es in der Macht deiner Hand steht, es zu tun. V. 28. Sprich nicht zu deinem Nächsten: Geh und komm wieder, morgen will ich geben, und vertröste ihn so und entmutigst ihn, wenn du es doch hast. Vgl. Jak. 2, 15. 16. V. 29. Erdenke nichts Böses gegen deinen Nächsten, indem du über Bosheit nachdenkst und sie planst, der arglos bei dir wohnt, ohne Verdacht. V. 30. Streite nicht mit einem Mann ohne Grund, wodurch die Zahl der Rechtsstreitigkeiten sowohl innerhalb als auch außerhalb der Kirche zunimmt, wenn er dir keinen Schaden zugefügt hat, wobei sowohl das Ergreifen der Initiative im Streit als auch das Streben nach Rache für eine vermeintliche Beleidigung hier verurteilt werden. V. 31. Neide nicht dem Gewalttätigen, dem Mann der Gewalt oder des Unheils, egal wie erfolgreich seine Methoden auch erscheinen mögen, und erwähle keinen seiner Wege, in der Hoffnung, durch solche Methoden in der Welt aufzusteigen. V. 32. Denn wer sich auf Abwege begibt, der Arglistige, der Betrüger ist ein Greuel, ein Abscheu, für den HERRN, weshalb sein Los das der ewigen Vernichtung sein wird; aber sein Geheimnis ist bei den Gerechten, wörtlich: „Gegenüber den Aufrechten ist sein Geheimnis verborgen“, sie genießen seine Freundschaft, die innige Gemeinschaft mit ihm. V. 33. Der Fluch des HERRN ist im Haus des Gottlosen, trotz allen äußeren Anscheins von Wohlstand und Glück; aber bei den Aufrichtigen ist er mit seinem vertrauten Rat, sein Segen bleibt bei ihnen. V. 34. Er wird den Spöttern spotten, das heißt, wenn es eine Person gibt, die glaubt, sie habe ein Recht auf Verachtung, dann häuft er Verachtung auf sie; aber den Demütigen gibt er Gnade, den Demütigen, die nur seine Gnade und Barmherzigkeit suchen und keinen Verdienst und keine Würdigkeit für sich beanspruchen. V. 35. Die Weisen werden Ehre erben, ihnen wird schließlich die Ehre zuteil, die ihrer Haltung gebührt; aber Schande wird der Lohn der Toren sein, das wird die Belohnung sein, die sie mit sich nehmen werden, der Anteil, der ihnen gebührt. Das ist der Trost der Gerechten, dass sie am Ende vom Herrn in Gegenwart der ganzen Welt geehrt werden; dieser Gedanke befähigt sie, viele der Bedrängnisse der Gegenwart zu ertragen.

 

 

Kapitel 4

 

Die Bedeutung der elterlichen Lehre, Gelegenheit zur Sünde meiden

 

    Ermahnung zur Weisheit (V. 1-13): V. 1. Hört, ihr Kinder, die liebevolle Ansprache, die die Aufmerksamkeit seiner Leser wecken soll, die Unterweisung eures Vaters, der aus diesem Grund die nötige Erfahrung hatte, um andere zu unterrichten, und achtet darauf, dass ihr Einsicht gewinnt, um sie sich zu eigen zu machen. V. 2. Denn ich gebe euch eine gute Lehre, Lehren, die er von seinem Vater erhalten hatte, deren Wert sich bewährt hatte und die er daher mit Worten herzlicher Anerkennung an die jüngere Generation weitergeben konnte; verlasst nicht meine Weisung, indem ihr seinen Rat beiseiteschiebt, indem ihr ihn vernachlässigt. V. 3. Denn ich war meines Vaters Sohn, ein Gegenstand besonderer Fürsorge und Zuneigung in Davids Augen, zart und einzig vor meiner Mutter, diejenige, die sie mit besonderer Liebe umgab. V. 4. Er lehrte mich und sprach zu mir: David erwies sich damit als weiser Lehrer: Behalte meine Worte in deinem Herzen, behalte sie fest, um ihnen immer zu folgen; halte meine Gebote und lebe! denn durch ihre Befolgung würde er zum Besitzer des wahren Lebens werden und sich seiner Vorzüge erfreuen. V. 5. Erwirb dir Weisheit, erwirb Einsicht, das ist die Summe von Davids Unterweisung; vergiss sie nicht, halte daran fest wie an einem äußerst wertvollen Besitz; weiche nicht von den Worten meines Mundes ab, wie sie in den Maximen angeboten wurden, die Salomo immer wieder hörte. V. 6. Verlass sie nicht, die Weisheit, die hier so hoch gelobt wurde, und sie wird dich bewahren, als Schutz vor schlechten Einflüssen dienen und das wahre Leben aufrechterhalten; liebe sie, und sie wird dich beschirmen, denn dies ist der Lohn, den die Weisheit verteilt. V. 7. Denn der Weisheit Anfang ist: der höchste und begehrenswerteste Besitz; Erwirb dir Weisheit! was als Leitregel des Lebens vorgeschlagen wird; und mit all deinem Erwerb, um den Preis all deines Besitzes, egal wie viel es kostet, erwirb Einsicht, die Klugheit und Umsicht, die für ein tugendhaftes Leben erforderlich sind. V. 8. Achte sie hoch, so wird sie dich erhöhen, dies ist der wunderbare Austausch, den die Weisheit ihren Anhängern bietet; sie wird dich zu Ehren bringen, wenn du sie umarmst, wobei die Weisheit hier als geliebte und geehrte Ehefrau, als Königin des Hauses, personifiziert wird. V. 9. Sie wird deinem Haupt einen schönen Kranz verleihen, einen anmutigen oder bezaubernden Kranz, denn so dient die Weisheit dazu, ihren Besitzer zu schmücken; eine Krone der Herrlichkeit wird sie dir reichen, ein herrliches Diadem, das Würde verleiht. V. 10. Höre, mein Sohn, und nimm meine Worte an, und die Jahre deines Lebens werden zahlreich sein! ein langes und glückliches Leben ist eine der Belohnungen, die demjenigen gewährt wird, der sein Wissen richtig einsetzt, und ein glückliches Leben ist eine der Belohnungen, die demjenigen gewährt wird, der sein Wissen richtig einsetzt. V. 11. Ich lehre dich auf dem Weg der Weisheit, in der Lebensführung, die mit den Grundsätzen wahrer Weisheit übereinstimmt; ich führe dich auf den rechten Pfaden, wörtlich: „auf den Pfaden der Geradlinigkeit“, immer dem Maßstab des Richtigen folgend. V. 12. Wenn du gehst, werden deine Schritte nicht eingeengt sein, durch Hindernisse behindert und eingeschränkt werden, und wenn du läufst, wirst du nicht stolpern, sondern reichlich Platz für einen vollen und freien Schritt haben. V. 13. Halte fest an der Zucht, die moralische Schulung, die durch die Weisheit gegeben wird; lass sie nicht los; bewahre sie; denn sie ist dein Leben, indem sie denen, die ihr ergeben sind, ein langes Leben und Glück schenkt. Das ist die Summe der Unterweisung, die allen jungen Menschen auf angemessene und wirksame Weise gegeben werden sollte.

 

    Warnung vor Bosheit (V. 13-27): V. 14. Begib dich nicht auf den Weg der Gottlosen, um sich ihnen in ihrem gottlosen Verhalten anzuschließen, und tritt nicht auf den Weg der Bösen, da ein solches Verhalten mit wahrer Weisheit unvereinbar ist. V. 15. Meide ihn, gehe nicht darauf, nicht nur, indem Sie es ignorieren, sondern indem Sie den Weg des Bösen völlig ablehnen, wende dich davon ab und gehe vorüber, wenn man versehentlich auf solche Wege geraten ist. V. 16. Denn sie, die Bösen, schlafen nicht, wenn sie nicht Unheil angerichtet haben. Die Tatsache, dass sie keine Schuld auf sich geladen haben, hält ihnen den Schlaf von den Augen; und ihr Schlaf wird ihnen genommen, wenn sie nicht jemanden zu Fall gebracht haben, indem sie andere verraten und in die Sünde führen. V. 17. Denn sie essen das Brot der Gottlosigkeit und trinken den Wein der Gewalttat, der Gewalttaten, sie scheinen ihre Kraft aus bösen Taten zu beziehen, ihre Mittel zum Lebensunterhalt werden auf diese Weise erworben. V. 18. Aber der Weg der Gerechten ist wie das strahlende Morgenlicht, wie die wachsende Helligkeit der Morgendämmerung, die den Tag ankündigt und einläutet, das immer heller leuchtet bis zum vollkommenen Tag, mit jeder Minute heller wird, wobei der Vergleich des moralischen Verhaltens der Gerechten mit dem Licht der aufgehenden Sonne am besten geeignet ist; denn er schreitet zu immer größerer Klarheit und Vollkommenheit voran, nicht nur in seiner inneren Erkenntnis, sondern auch in ihrer äußeren Manifestation. V. 19. Der Weg der Gottlosen ist wie das Dunkel, der Weg der Gerechten ist gerade entgegengesetzt; sie wissen nicht, worüber sie straucheln, sie tappen in der Sittenlosigkeit umher und werden immer schlimmer in ihrem Verhalten. V. 20. Mein Sohn, höre auf meine Worte; neige dein Ohr meiner Rede zu, der Ermahnung und Warnung, die noch einmal ausgesprochen wird, mit besonderem Hinweis auf die verheerenden Folgen, die das Vergessen und Ignorieren von Weisheit mit Sicherheit mit sich bringen wird. V. 21. Lass sie nicht aus deinen Augen weichen, damit sie entkommen, wenn die Wachsamkeit auch nur für einen Moment nachlässt; bewahre sie in deinem Herzen, damit dieser Schatz nicht verloren geht. V. 22. Denn sie sind das Leben für diejenigen, die sie finden, vgl. Kap. 3, 2. 16; 4, 13, und heilsam für ihren ganzen Leib, für ihren ganzen Körper, da ihre Einhaltung nicht nur moralische und mentale, sondern auch physische Vorteile durch eine gesunde Reaktion mit sich bringt. V. 23. Mehr als alles, worüber man wacht, hüte dein Herz, den Sitz des moralischen Lebens; denn aus ihm entspringt das Leben mit all seinen Dingen, wie auch Jesus betont, Matthäus 12,35; 15,19. V. 24. Schaffe von dir die Falschheit des Mund, betrügerisches und böswilliges Reden, und die Verkehrtheit der Lippen, die auf das Böse ausgerichtet sind, entferne von dir. V. 25. Lass deine Augen geradeaus schauen, ohne Eigennutz, und lass deine Augenlider [d.i. deinen Blick] geradeaus blicken, mit dem Blick auf die Pflichten eines jeden Tages und jeder Stunde gerichtet. V. 26. Lass deinen Fuß auf gerader Bahn gehen, mache ihn gerade, vermeide Fehler und Sünden, und alle deine Wege festgelegt sein, das gesamte Verhalten von weiser Voraussicht geleitet. V. 27. Wende dich nicht nach rechts oder links, auf die Nebenpfade des Bösen; wende deinen Fuß vom Bösen und ziehe ihn im Falle einer Gefahr sofort zurück. Die gesamte Ermahnung lässt sich treffend mit den Worten des Herrn zusammenfassen: „Wachet und betet, damit ihr nicht in Versuchung geratet; der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach“, Matthäus 26, 41.

 

 

Kapitel 5

 

Warnung vor Hurerei, Ermahnung zur Keuschheit

 

    Warnung vor Zügellosigkeit (V. 1-14): V. 1. Mein Sohn, merke auf meine Weisheit, achte auf ihre Lehren und neige dein Ohr, in der Haltung des aufmerksamsten Zuhörens, meinem Verständnis zu, sowohl dem Besitz von Wissen als auch der richtigen Ausübung von Unterscheidungsvermögen bei der Anwendung auf die verschiedenen Situationen des Lebens, die gefordert werden, V. 2. damit du Besonnenheit behältst, auf die Reflexion und die Rücksichtnahme, die für umsichtiges Verhalten erforderlich sind, und damit deine Lippen die Erkenntnis bewahren, seine Anweisungen Wort für Wort bewahren und sie oft wiederholen, damit sie nicht vergessen werden. Dies steht im Gegensatz zu den Verführungen der lüsternen Frau. V. 3. Denn die Lippen der fremden Frau, einer Hure, triefen von Honig, mit verführerischen Einladungen, und ihr Mund ist glatter als Öl, wenn sie schmeichelhafte und verlockende Reden hält; V.4. Aber ihr Ende, ihre Zukunft, die Belohnung, die sie mit Sicherheit erwartet, ist bitter wie Wermut, das universelle Symbol für giftige Bitterkeit, scharf wie ein zweischneidiges Schwert, so ist das Endergebnis, wenn man ihren Verführungen nachgibt. V. 5. Ihre Füße gehen hinab zum Tod, wohin sie alle führt, die ihren Schmeicheleien erlegen sind; ihre Schritte erlangen die Hölle, der Lauf ihres Lebens endet in ewiger Zerstörung. V. 6. Sie denkt nicht einmal nach über den Weg des Lebens, oder: „Weit davon entfernt, den Pfad des Lebens zu beschreiten“, ihre Bahnen sind unstet, ihre Schritte weichen von dem ab, was richtig und gut ist, sodass du sie nicht erkennst. Vielmehr weiß sie nicht wohin und scheint sich nicht darum zu kümmern, mit der Folge, dass alle, die versuchen, ihr zu folgen, von Schwindel befallen werden, der sie daran hindert, auf normale Weise zu sehen und zu denken. V. 7. Hört mich also jetzt, meine Söhne, und weicht nicht von den Worten meines Mundes ab, wobei diese Ermahnung auf dem gerade gezeichneten Bild basiert und die folgende Warnung einleitet. V. 8. Halte deinen Weg fern von ihr, denn Sicherheit liegt in diesem Fall der Versuchung nicht darin, zu kämpfen, sondern zu fliehen und Abstand zu halten, und komm nicht in die Nähe der Tür ihres Hauses, wodurch du Versuchungen riskierst und einlädst, V. 9. damit du nicht deine Ehre anderen gibst, denn es ist nicht nur die Bloßstellung des Unzüchtigen zu berücksichtigen, sondern auch die Tatsache, dass es der Hure und ihren Liebhabern gelingen wird, ihrem Opfer den Respekt der Männer zu nehmen, und deine Jahre dem Grausamen, der lüsternen Frau und den von ihr beschäftigten Zuhältern, die ruhig und grausam die Gesundheit derer ruinieren, die von ihnen verführt werden, und sich auch noch deren Reichtümer aneignen; V. 10. damit Fremde sich nicht von deinem Reichtum sättigen, sich daran ergötzen, die Arbeit und Kraft ihres Opfers zu verzehren, und dein mühsam Erworbenes, was ein Mann durch harte Arbeit geschaffen hat, im Haus eines Fremden ist, wobei die Hure so bezeichnet wird, weil ursprünglich alle, die ihren Beruf ausübten, Ausländer waren, V. 11. und du seufzt an deinem Ende, stöhnst in Bedrängnis, wenn es zu spät ist, wenn dein Fleisch und dein Leib verzehrt sind, dies ist die Strafe, die den Wüstling schließlich treffen wird, V. 12. und sagst: Ach, warum habe ich die Unterweisung gehasst, wie sie hier gegeben wurde, und mein Herz hat die Zurechtweisung verachtet, durch die aufrichtige Männer, wahre Freunde, versuchten, ihn vom Pfad der Unzucht abzuhalten; V. 13. und habe nicht auf die Stimme meiner Lehrer gehört und mein Ohr nicht denen zugeneigt, die mich unterwiesen haben! So lautet das vergebliche Klagen des ruinierten Sünders über seine Missachtung der Warnung und sein trauriges Schicksal, in die öffentliche Schande gebracht zu werden. V. 14. Ich war fast ganz ins Verderben geraten inmitten der Versammlung und der Gemeinde, wörtlich: „Fast war ich in der äußersten Not des Bösen inmitten der Versammlung und der Gemeinde gewesen“, das heißt, er war dem Höhepunkt des Verderbens, der offenen Verurteilung inmitten der Gemeinde, gerade noch entkommen, was zu einer schweren Strafe für ihn hätte führen können. So ist der Weg der Sünde, dem Unvorsichtigen verlockende Versuchungen vor Augen zu halten und ihn dann in das größte Elend zu stürzen, wobei die Reue des Opfers oft zu spät kommt.

 

    Keuschheit im Gegensatz zur Unkeuschheit (V. 15-23): V. 15. Trinke Wasser aus deiner (eigenen) Zisterne und Quellwasser aus deinem (eigenen) Brunnen und suche die Befriedigung erlaubter Begierden und des Geschlechtsverkehrs nur und allein innerhalb der Grenzen der heiligen Ehe. V. 16. Sollen deine Brunnen nach draußen verteilt werden und deine Wasserflüsse in den Straßen? Anstatt im angemessenen Genuss der ehelichen Liebe. V. 17. Habe du sie allein, d. h. das Wasser dieser Quelle in der rechtmäßigen Ehe, und kein Fremder mit dir, in unehelichem Verkehr. V. 18. Dein Brunnen sei gesegnet, denn die Kinder der rechtmäßigen Ehe sind Gaben des Herrn, und freue dich an der Frau deiner Jugend! Vgl. 5. Mose 24,5; Prediger 9,9. V. 19. Sie ist lieblich wie ein Reh, und anmutig wie eine Gazelle, Sinnbilder für die anmutige, faszinierende, lebhafte Natur einer jungen Frau; ihre Brüste sollen dich allezeit ergötzen, ihr Busen soll ihren Ehemann bezaubern, und sei immer berauscht von ihrer Liebe, was die ekstatische Freude des liebenden Ehemanns beschreibt, die in der heiligen Ehe auf die freudige Zustimmung Gottes trifft. V. 20. Warum willst du, mein Sohn, dich an einer fremden Frau, einer lüsternen Hure, ergötzen und in ihrer Gesellschaft die gleiche Freude bekunden, die er rechtmäßig mit der Frau haben könnte und sollte, die ihm der Herr gegeben hat, und den Busen einer anderen umarmen? Einer, bei der eine solche Vertrautheit durch das Verbot des sechsten Gebots ausgeschlossen ist. V. 21. Denn die Wege eines jeden sind offen vor den Augen des HERRN, und er gibt acht auf alle seine Pfade, und seine Allwissenheit prägt das Verhalten jedes Menschen und notiert jedes unkeusche Verlangen, jeden unkeuschen Gedanken, jedes unkeusche Wort und jede unkeusche Tat. V. 22. Seine eigenen Missetaten werden den Gottlosen ereilen, jeden Übeltäter überkommen und in den Stricken seiner Sünden wird er festgehalten, wie Fesseln, die ihn gefangen halten und sicher für die endgültige Bestrafung verwahren. V. 23. Er wird sterben aus Mangel an Zucht, weil er keine Korrektur annehmen will, und in der Größe seiner Torheit taumelt er dahin und wird so Zerstörung über sich bringen. So ist der Weg des Wüstlings, ein paar Jahre verbotener Wollust, gefolgt von ewiger Verdammnis.

 

 

Kapitel 6

 

Warnung vor Untreue im Handel und anderen Sünden gegen die zweite Tafel des Gesetzes

 

    Warnung vor törichten Bürgschaften, Faulheit und Falschheit (V. 1-19): V. 1. Mein Sohn, wenn du für deinen Freund bürgst hast, wenn du dich verpflichtest oder eine Sicherheit für die Schulden eines anderen gibst, wenn du dich durch Handschlag für einen anderen verpflichtet hast, wenn du einem Nachbarn in Not, einem Schuldner, die Hand gibst, als Zeichen dafür, dass du dich für seine Schulden verbürgst, Hiob 17, 3, v. 2. dann bist verstrickt durch die Worte deines Mundes, oder: „Wenn du in den Worten deines Mundes verstrickt bist“, du bist gefangen, gefangen gehalten, durch die Reden deines Mundes, an sein Versprechen gebunden, was sich auf die Situation bezieht, die entsteht, wenn der Schuldner sich außerstande sieht, seinen Verpflichtungen nachzukommen. V. 3. Dann tu dies, mein Sohn, und befreie dich, indem du dich aus der Verstrickung löst, denn du bist in die Hände deines Freundes geraten, oder, „da du in die Hände deines Nachbarn geraten bist“, was die unglückliche Folge des leichtfertig gegebenen Versprechens ist. Geh, demütige dich, besser gesagt, „trommle mit dem Fuß“, in einer nachdrücklichen Forderung, und bestürme deinen Nächsten, indem du ihn mit großer Ernsthaftigkeit aufforderst, seinen Verpflichtungen nachzukommen, sich um die Begleichung der Schulden kümmert, bevor es zu spät ist. V. 4. Lass deine Augen nicht schlafen und deine Augenlider nicht schlummern! da die Situation die größten, unaufhörlichen Anstrengungen erfordert. V. 5. Befreie dich wie ein Reh aus der Hand (des Jägers), wörtlich: „aus seiner“, des Schuldners, „Hand“, indem du dich mit aller Kraft, mit Angst und Anstrengung bemühst, und wie ein Vogel aus der Hand des Voglers. Schnelles und energisches Handeln ist notwendig, um ernsthafte Probleme zu vermeiden. Der Autor legt nun dar, welche Art von Person am ehesten eine Bürgschaft benötigt, wobei der Gedankengang wahrscheinlich darin besteht, dass der Mann, der eine Sicherheit verlangte, so mit dem faulen Schuldner sprechen könnte:

    V. 6. Geh zur Ameise, dem sprichwörtlichen Sinnbild für Fleiß, du Faulpelz; siehe ihre Weise an, beobachte sorgfältig, wie sie für sich selbst vorsorgt, und lerne, lerne Weisheit von dem vernunftlosen Insekt; V. 7. sie, die keinen Oberherrn, Aufseher oder Herrscher hat, keinen der Beamten, die in orientalischen Ländern erforderlich waren und sind, um den durchschnittlichen Arbeiter zu beaufsichtigen, V. 8. sorgt für ihr Brot, ihrem Wintervorrat an Nahrung, im Sommer und sammelt ihre Nahrung in der Ernte, in der Hitze des Spätsommers, und lagert sie sorgfältig für die Zeit der Not ein. V. 9. Wie lange willst du noch liegen, du Fauler? Faul im Bett liegen. Wann willst du von deinem Schlaf aufstehen? Und nun wird das Verhalten der Faulen anschaulich beschrieben, V. 10. Schlaf noch ein wenig, schlummre noch ein wenig, eine ironische Nachahmung des Seufzens des Faulpelzes, falte ein wenig die Hände, um zu schlafen! Aber was ist das Ergebnis? V. 11. So wird deine Armut kommen wie ein Wegelagerer, nicht nur eines Landstreichers, sondern eines Wegelagerers, und dein Mangel wie der ein gewappneter Mann, eines mit einem Schild Bewaffneten, der sowohl für den Angriff als auch für die Verteidigung gerüstet ist, so dass der Faule überwältigt wird, bevor er ernsthaft daran gedacht hat, die Gefahr abzuwehren. –

    Die Erwähnung des Wegelagerers oder Räubers führt nun zur Beschreibung gewalttätiger und bösartiger Männer. V. 12. Ein ruchloser Mensch, moralisch wertlos, ein heilloser Mensch, der achtlose Mensch, der ein abscheulicher Betrüger ist, wer mit Betrug im Mund umhergeht und übt sich in verkehrter Sprache, so süchtig nach böswilliger Lüge, dass er der Wahrheit fremd ist. V. 13. wer zwinkert mit den Augen, als Signal an seine Gefährten, sich ihm bei einer böswilligen Tat anzuschließen, Zeichen gibt mit den Füßen, gibt Zeichen mit einer ähnlichen Absicht, Hinweis mit den Fingern und deutet mit ihnen in einer Form der Zeichensprache, die von seinen Gefährten verstanden wird; V. 14. Wer nach Bösem und Verkehrten in seinem Herzen trachtet, böswillige Pläne jeder Art, und richtet allezeit Streit an, in Übereinstimmung mit seiner bösen Natur; er sät Zwietracht, indem er Streitfragen aufwirft, Streit schürt und Zwistigkeiten schürt. V. 15. Darum wird plötzlich über ihn kommen sein Unglück, und ein vernichtendes Unheil wird ihn überfallen, ehe er sich's versieht; im Nu wird er zerschmettert werden, unheilbar, ohne eine Chance zu entkommen, wenn das Maß seiner Sünden voll ist. In diesem Zusammenhang zählt der Autor einige der Dinge auf, die die Bestrafung des Herrn herausfordern. V. 16. Diese sechs Dinge hasst der HERR, und sieben sind ihm ein Greuel: er betrachtet sie alle mit Abscheu und Verachtung: V. 17. Stolze Augen, ein hochmütiges und überhebliches Verhalten, eine lügnerische Zunge, wobei das Sprachorgan hier für die falsche Person genannt wird, und Hände, die unschuldiges Blut vergießen, vgl. Jes. 59, 7, V. 18. ein Herz, das tückische Anschläge hegt, immer Unheil plant, Füße, die schnell laufen, um Unheil zu stiften, unfähig, ihren Eifer für jede Form von Bosheit zu zügeln, Vers 19. ein falscher Zeuge, der Lügen spricht, wörtlich: „Lügen ausatmet“, da er dieser Gewohnheit verfallen ist, und der Zwietracht unter Brüdern sät, indem er Freunde und Verwandte gegeneinander aufbringt. Vor all diesen Sünden warnt der inspirierte Verfasser die Gläubigen aller Zeiten, da Satan wie ein brüllender Löwe umhergeht und sucht, wen er verschlingen kann.

 

    Warnung, die die Folgen der Unkeuschheit darstellt (V. 20-35): V. 20. Mein Sohn, befolge das Gebot deines Vaters, denn die Aufgabe der Eltern besteht auch darin, ihre heranwachsenden Kinder in Bezug auf die hier beschriebenen Gefahren zu führen und zu beschützen, und weiche nicht vom Gesetz, den Anweisungen und den Vorschriften deiner Mutter ab. V. 21. Binde sie dir stets aufs Herz, behalte sie in liebevoller Erinnerung und hänge sie dir um den Hals wie eine Kette aus kostbaren Juwelen. Der Grundgedanke ist, dass das Eindringen böser Gedanken verhindert werden sollte, indem man immer gutes Material für die Kontemplation bereitstellt, da ein müßiger Geist die Werkstatt des Teufels ist. V. 22. Wenn du gehst, soll es dich leiten, d. h. die Unterweisung der Eltern soll den heranwachsenden Kindern als Richtschnur dienen; wenn du schläfst, selbst im Traum, soll es dich bewahren; und wenn du aufwachst, soll es mit dir sprechen, wobei die Unterweisung wahrer Weisheit die Gedanken mit dem richtigen Material füllt und das gesamte Verhalten eines Menschen lenkt. V. 23. Denn das Gebot ist eine Leuchte, und das Gesetz ist Licht, dessen Unterweisung nicht nur dazu dient, das Herz und den Verstand des Menschen zu erleuchten, sondern ihn auch auf seinem Weg zu leiten, Ps. 119, 105; und die Ermahnungen der Zucht sind der Weg des Lebens, weil sie der Zucht und Korrektur dienen, indem sie den Menschen dazu anhalten, das Richtige zu tun und das Falsche zu lassen, und ihn so auf dem Weg der Heiligung vorantreiben; V. 24. um dich vor der bösen Frau, der Frau der Gemeinheit und Unzucht, zu bewahren, vor der glatten Zunge einer fremden Frau, der Rede der Hure, die glatt und ölig in ihrer Verlockung ist. V. 25. Begehre nicht ihre Schönheit in deinem Herzen, denn auch die innere Unkeuschheit ist sündhaft und hat böse Folgen; lass dich auch nicht von ihren Augenlidern gefangen nehmen! von den lüsternen und fesselnden Blicken, mit denen sie versucht, ihre Opfer zu verführen. V. 26. Denn der Preis für eine Hure ist nur ein Laib Brot zu essen, und durch die Befriedigung ihrer Forderungen in völlige Armut gestürzt, aber die Frau eines Mannes wird nach dem kostbaren Leben jagen und darauf lauern, die Seele eines Mannes zu zerstören, da ihr Opfer durch die Unterwerfung unter ihre Annäherungsversuche die Freiheit, Reinheit, Ehre und Würde verliert. Es handelt sich hier um eine äußerst ernste Angelegenheit, und deshalb versucht der Prophet, seine Lektion mit angemessener Betonung zu vermitteln. V. 27. Kann ein Mann Feuer in seiner Brust tragen und versuchen, es auf diese Weise zu transportieren, ohne dass seine Kleidung verbrennt? V. 28. Oder kann man auf glühende Kohlen treten, auf feurige, glühende Kohlen oder Asche, und sich nicht die Füße verbrennen? Die Antwort lautet natürlich ganz entschieden „Nein“. V. 29. Wer also zu der Frau seines Nächsten geht, in ehebrecherischer Vertrautheit, wer sie berührt, kommt nicht ungestraft davon, das heißt, er ist mit Sicherheit schuldig. V. 30. Menschen verachten einen Dieb nicht, wörtlich: „häufen Verachtung und Schande auf ihn“, obwohl sie auf seiner Bestrafung bestehen, wenn er stiehlt, um seinen Hunger zu stillen, d. h., wenn ihn nur der größte Hunger dazu bringt, zu stehlen, um etwas zu essen zu bekommen; Vers 31. Wenn er ertappt wird, muss er das Siebenfache zurückerstatten; muss den gesamten Besitz seines Hauses geben und für seinen Diebstahl mit seinem gesamten Besitz verantwortlich gemacht werden, sogar über die übliche vier- und fünffache Rückerstattung hinaus, Ex. 21, 37; 22, 1; Lukas 19, 8. V. 32. Wer aber Ehebruch mit einer Frau begeht, der ist ohne Verstand, ihm mangelt es sowohl an moralischen Grundsätzen als auch an Klugheit, er riskiert mehr, als ein vernünftiger Mensch es tun würde; nur wer sich selbst zugrunde richten will, tut so etwas, nur der Selbstzerstörer, der eng mit dem Selbstmord verwandt ist, wäre so töricht, da die Menschen den Ehebrecher viel härter verurteilen. V. 33. Schläge und Schande treffen ihn, nämlich von dem wütenden Ehemann und seinen Verwandten; und seine Schande wird nicht ausgelöscht werden, es handelt sich um einen extremen Fall von Selbstverleumdung. V. 34. Denn der Grimm des Mannes eifert, auf diese Weise brennt der Zorn des verletzten Ehemanns, mit heftigem Wüten; daher wird er am Tag der Rache nicht verschonen, wenn die Fakten des Verbrechens bekannt werden und bewiesen sind. V. 35. Er wird kein Lösegeld annehmen, mit dem der Schuldige ihn zu besänftigen und davon abzuhalten sucht, die Höchststrafe zu fordern; und sich auch nicht mit Geschenken zufriedengeben, er wird nicht bereit sein, auf sein striktes Recht auf Rache zu verzichten. Dies ist die Warnung, die dem Ehebrecher vorgehalten wird und deren Kraft in unseren Tagen keineswegs erschöpft ist.

 

 

Kapitel 7

 

Verdammung von Hurerei und Ehebruch

 

    Aufgrund der schrecklichen Verwüstungen, die durch die Sünden des Ehebruchs und durch jede Befriedigung sexueller Begierden außerhalb der heiligen Ehe angerichtet werden und nicht nur die Sünder selbst, sondern die gesamte Gesellschaft betreffen, setzt Salomo seine Warnung in diesem gesamten Kapitel auf sehr konkrete und wirksame Weise fort, wobei das Thema mit den üblichen eindrucksvollen Ermahnungen eingeleitet wird, wahre Weisheit zu beherzigen und zu befolgen. V. 1. Mein Sohn, beherzige meine Worte, befolge seine Worte und bewahre meine Gebote bei dir wie einen kostbaren Schatz, der mit Bedacht eingesetzt werden muss. V. 2. Bewahre meine Gebote, so wirst du leben, ein wahres Leben, das der Ausübung wahrer Weisheit folgt, und mein Gesetz wie deinen Augapfel! wörtlich: „wie den kleinen Mann in deinem Auge“, Sinnbild eines sehr kostbaren Besitzes, der mit größter Sorgfalt gehütet wird. V. 3. Binde sie an deine Finger, wie einen Schmuck oder Ring, um als ständige Erinnerung zu dienen; schreibe sie auf die Tafel deines Herzens, denn die Erinnerung sollte nicht nur im Verstand, sondern auch im Herzen sein, in wahrer und eifriger Liebe. V. 4. Sprich zur Weisheit: Du bist meine Schwester, mit der er in den Banden vertraulicher Gemeinschaft verbunden sein sollte; und nenne die Einsicht deine Verwandte, um sich immer an ihrem Rat zu erfreuen, wobei eine bloße entfernte Bekanntschaft nicht ausreicht, sondern eine Vertrautheit der Beziehung, die von echtem Wert wäre, V. 5. dass sie dich vor der fremden Frau bewahren, denn die Huren in Israel waren ursprünglich Fremde, vor der Fremden, die mit ihren Worten schmeichelt, deren Ziel es ist, mit sanften Worten zu verführen. Der Autor bringt nun eine Illustration aus dem Leben, um seine Argumentation zu untermauern.

    V. 6. Denn am Fenster meines Hauses schaute ich durch mein Gitter, durch das Gitterwerk, das sich an orientalischen Fenstern zur Straße hin befindet, V. 7. und sah unter den Einfältigen, den Unerfahrenen in Angelegenheiten dieses Lebens, in den Wegen der Menschen, erkannte unter den Jugendlichen, den Jungen, diejenigen in dem gefährlichen Alter, in dem sie Belehrungen ablehnen, einen jungen Mann ohne Verstand, dem es eindeutig an Urteilsvermögen mangelt, V. 8. Der ging auf der Straße in der Nähe ihrer Ecke vorbei, wo sich gewöhnlich Huren aufhielten, um Männer anzusprechen; und er ging den Weg zu ihrem Haus, wobei das sehr langsame Schlendern, Bummeln oder Auf-und-ab-Gehen ein Zeichen von Unbesonnenheit war, Vers 9. in der Dämmerung, am Abend, in der schwarzen und dunklen Nacht, die Häufung von Ausdrücken, die zu den Handlungen des jungen Mannes passten, als gehörten sie zu den Werken der Dunkelheit. Vers 10. Und siehe, da begegnete ihm eine Frau in Hurenkleidung, wobei der hebräische Ausdruck sich entweder auf eine unanständige Entblößung oder auf eine Verzierung des Busens bezieht, um die Aufmerksamkeit auf seine Reize zu lenken, und mit arglistigem Herzen, heuchlerisch und doppelzüngig, die in Gegenwart ihres Mannes Treue und Liebe vortäuscht, aber fremden Männern in mutwilliger Hingabe schmeichelt. V. 11. Sie ist stürmisch aufgeregt und wild, unkontrollierbar; ihre Füße können nicht in ihrem Haus bleiben, wo ihre Pflicht gegenüber ihrem Ehemann sie hätte halten sollen; V. 12. Jetzt ist sie draußen, jetzt auf der Straße und lauert an jeder Ecke, wobei ihr Weg von vor ihrer eigenen Tür auf die Straße und dann zur Straßenkreuzung anschaulich dargestellt wird. V. 13. So fängt sie ihn ein und küsst ihn, wobei solche Küsse das Wesen der Unkeuschheit sind, und mit einem unverschämten Gesicht sagt sie zu ihm, wörtlich: „Sie setzte ein kühnes Gesicht auf, um ihn einzuladen“, V. 14. Ich habe Friedensopfer bei mir; heute habe ich meine Gelübde erfüllt, das heißt, sie hatte an dem Tag, der gerade zu Ende ging oder mit Sonnenuntergang zu Ende ging, dem Herrn ein Dankesopfer gebracht, wobei die Regel lautete, dass das Fleisch bei einem Opfermahl spätestens am zweiten Tag gegessen werden musste, Lev. 7, 16. Es war dieses Mahl, das sie mit dem jungen Mann in der Privatsphäre ihrer eigenen Gemächer teilen wollte. V. 15. Darum bin ich ausgegangen, dir entgegen, um dein Angesicht zu suchen, wobei die Schmeichelei darin bestand, dass sie dieses Opfer herausgegriffen hatte, als ob er allein in ihren Gedanken gewesen wäre, während praktisch jeder andere Mann ihren Zweck ebenso gut erfüllt hätte, und ich habe dich gefunden. V. 16. Ich habe mein Bett mit Decken aus Wandteppichen geschmückt, mit schönen und kostbaren Polstern und Kissen, mit geschnitzten Werken, mit feinem ägyptischen Leinen, das heißt mit bunten Decken aus ägyptischem Leinen. V. 17. Ich habe mein Bett mit Myrrhe, Aloe und Zimt besprengt und es mit duftenden Gewürzen bestreut. V. 18. Komm, lass uns bis zum Morgen an der Liebe berauschen; lass uns in Liebeslust schwelgen, wobei die berauschende Qualität der unerlaubten Liebe sehr stark zum Ausdruck kommt. V. 19. Denn der Ehemann, von dem die Frau kalt und distanziert spricht, ist nicht zu Hause, er ist auf eine lange Reise gegangen, was bedeutet, dass er weit genug weg ist und sie keine Entdeckung fürchten müssen; V. 20. Er hat einen Beutel mit Geld mitgenommen, was zeigt, dass sein Geschäft wichtig war und einige Zeit in Anspruch nahm, und er wird an dem festgelegten Tag nach Hause kommen, er wird erst am Tag des nächsten Vollmonds heimkehren. Auf diese Weise kam die lüsterne Frau allen möglichen Einwänden ihres Opfers im Voraus zuvor. V.21. Sie überredet ihn mit vielen Worten, sie brachte ihn dazu, sich umzudrehen, sie brach seinen Widerstand, mit ihren glatten Lippen reißt sie ihn fort, wobei der junge Mann der geschickten und verlockenden Rhetorik, die die Ehebrecherin einzusetzen wusste, nicht gewachsen war. V. 22. Er folgt ihr auf der Stelle, sofort, mit leidenschaftlicher Eile, wobei der Text darauf hinweist, dass dies in ähnlichen Situationen immer der Fall ist, wie ein Stier zur Schlachtung und wie ein Hirsch, der ins Netz rennt, d. h. wie jemand, der seinen Verstand verloren hat, gefangen und gefesselt wird, V. 23. bis ein Pfeil seine Leber durchbohrt, ein Pfeil, der seine lebenswichtigen Organe durchtrennt; wie ein Vogel, der in die Schlinge eilt und nicht weiß, dass es um sein Leben geht, der junge Mann in der Geschichte und alle Opfer wie er, die nicht erkennen, dass ihr Leben, das Wohlergehen ihrer Seele auf dem Spiel steht.

    V. 24. Hört mir nun zu, ihr Söhne, und achtet auf die Worte meines Mundes, wobei diese Ermahnung aufgrund der Geschichte, mit der sie verbunden ist, zusätzliches Gewicht erhält. V. 25. Lass dein Herz nicht ihren Wegen verfallen, denen der Hure, verirre dich nicht auf ihre Pfade. V. 26. Denn sie hat viele Erschlagene zu Boden gestreckt, viele sind ihren Listen zum Opfer gefallen; und zahlreich sind die, die sie gemordet hat, sowohl an Leib als auch an Seele. V. 27. Ihr Haus ist der Weg zur Hölle, wörtlich: „Wege der Hölle ihr Haus“, der hinabführt in die Kammern des Todes. Das ist die unvermeidliche Folge eines unmoralischen Lebens: ewige Vernichtung in den Abgründen der Hölle.

 

 

Kapitel 8

 

Von der wesentlichen, persönlichen Weisheit, dem Sohn Gottes

 

    Der Reichtum der Gaben der Weisheit (V. 1-21): V 1. Ruft nicht die Weisheit, ruft sie nicht laut den Menschen zu, und erhebt die Klugheit ihre Stimme, um alle Menschen zu erreichen? V. 2. Sie steht oben auf hohen Plätzen am Weg, leicht zu sehen für alle, die vorbeikommen, auf dem Weg an den Orten der Pfade, an den Kreuzungen. V.3. Sie ruft an den Toren, wo die Straßen zusammenlaufen und viele Menschen zusammenkommen, am Eingang der Stadt, am Eingang der Pforten: an der Außenseite des Tores, wo sich gewöhnlich eine Menschenmenge versammelt. V. 4. An euch, ihr Männer, richte ich meine Stimme, und meine Worte gelten den Menschenkindern, was bedeutet, dass kein Mensch von der hiermit verkündeten Botschaft ausgenommen ist. Die Summe der Verkündigung wird nun dargeboten: V. 5. O ihr Einfältigen, versteht die Weisheit, um sie richtig anwenden zu können, und ihr Toren, werdet verständigen Herzens, indem ihr in allen Lebenslagen Klugheit und Unterscheidungsvermögen einsetzt. V.6. Hört; denn ich werde von ausgezeichneten Dingen sprechen, in einfachen Worten ausgedrückt, aber mit edlem und fürstlichem Inhalt, und der Inhalt meiner Lippen wird richtig sein, Aufrichtigkeit in jeder Hinsicht. V. 7. Denn mein Mund verkündet Wahrheit, wörtlich: „Mein Gaumen meditiert über Wahrheit“, darüber nachdenken, sie immer in Betracht ziehen, und Bosheit ist meinen Lippen ein Greuel. V. 8. Alle Worte meines Mundes sind in Gerechtigkeit; es gibt nichts Verkehrtes oder Falsches in ihnen, nichts Verdrehtes oder Verzerrtes, das die Menschen in die Irre führen könnte. V. 9. Sie sind alle recht für den Verständigen, so dass der Weg der Erlösung klar ist und richtig für diejenigen, die Erkenntnis gefunden haben, und sie die Pflichten der Heiligung lehren. V. 10. Nehmt meine Unterweisung an und nicht Silber, denn wahre Weisheit ist dem größten Reichtum dieser Welt vorzuziehen, und Erkenntnis ist besser als feinstes Gold. V. 11. Denn Weisheit ist besser als Korallen, der feinste Korallenschmuck, und alles, was man sich wünschen kann, sind nicht damit zu vergleichen. Vgl. Kap. 3, 14. 15.

    Dieser gesamte Abschnitt spricht eindeutig von der göttlichen Weisheit in einem ganz besonderen Sinn, wie sie in der Person des Wortes Gottes, Jesus Christus, verkörpert ist, denn Er ist es, der in Seinem offenbarten Wort alle Menschen das wahre Verständnis Seiner Person und Seines Amtes und den Weg zur Erlösung lehrt. V. 12. Ich, die Weisheit, wohne bei der Klugheit, der Fähigkeit, jede Lebenssituation auf die richtige Weise zu nutzen, ist sein ständiger Begleiter, und finde Erkenntnis und guten Rat, über kluge Ratschläge, wobei er selbst diese Fähigkeit aufgrund seiner wesentlichen Gottheit besitzt und sie in seinem Wort lehrt. V. 13. Die Furcht des HERRN ist, das Böse zu hassen, oder „die Furcht des Herrn hasst die Bosheit“, die das Ergebnis und der Ausfluss des Glaubens ist; Stolz und Hochmut, ein stolzes und überhebliches Verhalten, und den bösen Weg, Bosheit in jeglicher Form, und den verkehrten Mund, listige und böswillige Rede, hasse ich. V. 14. Mein ist Rat, das grundlegende Wissen, die wesentliche Weisheit, die in der Lage ist, echten Rat zu erteilen, und Klugheit, das heißt Durchdringung, die den Dingen auf den Grund geht und sie auf ihre Solidität und Stärke prüft; ich habe Verstand und Kraft, das heißt die nötige Energie, um Weisheit in die Tat umzusetzen. V. 15. Durch mich regieren die Könige und gebrauchen Weisheit in ihrer Herrschaft, und Fürsten setzen Recht, denn ihre vollständige und ordnungsgemäße Verwaltung ist nur durch das Wissen von oben möglich. V. 16. Durch mich herrschen Fürsten und Edle, ja alle Richter auf Erden, die Beamten der Regierung in jeder Hinsicht. V. 17. Ich liebe diejenigen, die mich lieben und diese Liebe in allen Lebenslagen ausüben, und die mich früh suchen, wie sie es für die ersten Anzeichen der Morgendämmerung im Osten nach einer dunklen Nacht tun, finden mich, Johannes 5, 39. V. 18. Reichtum und Ehre, von wahrer und dauerhafter Art, sind bei mir; das heißt, bleibender Reichtum und Gerechtigkeit, wobei letztere insbesondere der dauerhafte Besitz derer ist, die im wahren Glauben an die persönliche Weisheit festhalten. V. 19. Meine Frucht ist besser als Gold und als feines Gold, der Reichtum, den die Gläubigen von Christus erhalten, übertrifft den Reichtum des Krösus an Begehrlichkeit, und mein Ertrag ist besser als erlesenes Silber, übertrifft es an Kostbarkeit und echtem Wert. V. 20. Ich wandle auf dem Weg der Gerechtigkeit, das ist der Maßstab seines Verhaltens, mitten auf den Pfaden des Rechts, wobei all sein Handeln mit den Forderungen der göttlichen Gerechtigkeit übereinstimmt, V. 21. damit ich denen, die mich lieben, ein Erbe vermache, wahre und bleibende Segnungen; und ihre Schatzkammern füllen und ihnen Besitztümer geben, die diese Welt überdauern, das Glück derer, die durch die Bande der Liebe mit Christus vereint sind, die die Fülle seiner barmherzigen Gaben und die Segnungen seiner Gnade in seinem Wort empfangen, das wahre Weisheit lehrt. Nachdem Christus so von seinem Werk, von seinem Amt gesprochen hat, gibt er als nächstes Auskunft über seine Person.

 

   Der Ursprung und die Segnungen der persönlichen Weisheit, des Sohnes Gottes (V. 22-36): V. 22. Der HERR besaß mich, brachte mich ins Dasein, wobei der Bezug auf die ewige Zeugung des Vaters ist, durch die der Sohn von Ewigkeit her hervorgebracht wurde, Ps. 2, 7, im Anfang seines Weges, als Offenbarung seines innersten Wesens, vor seinen Werken, von Alters her, vor der Erschaffung der Welt. V. 23. Ich bin von Ewigkeit her eingesetzt, bestimmt, eingesetzt, gegründet, von Anfang an, vor den Uranfängen der Erde, seit den Urzeiten der Erde, wobei die Ewigkeit des persönlichen Wortes immer wieder bekräftigt wird. V. 24. Als es noch keine Tiefen gab, wurde ich geboren, als die großen Ozeane noch nicht entstanden waren; als es noch keine wasserreichen Quellen gab, d. h. die verborgenen Quellen, aus denen die Fluten der Tiefe hervorbrachen, 1. Mose 7,11. V. 25. Bevor die Berge eingesenkt wurden, vom Schöpfer in Position gebracht, als er das Fundament der Erde legte, vor den Hügeln, war ich geboren, V. 26. als er noch nicht die Erde gemacht hatte, noch die Fluren, wörtlich: „die offenen Flächen“, die Wüsten, im Unterschied zum bewohnbaren Teil der Erde, noch die ersten Erdklumpen, wörtlich: „die ersten der Staubteilchen der Welt“. V. 27. Als er den Himmel bereitete, war ich da; als er den Horizontkreis abmaß über der Tiefe, den Horizont, der rundum als kreisförmige Begrenzung für das menschliche Auge dient; V. 28. als er die Wolken oben befestigte an ihrem Platz und sicherte, um ein trauriges Ausströmen ihres Inhalts zu verhindern; als er die Quellen der Tiefe stark machte, sie unterwarf, ihre Grenzen setzte und sie durch seine Gesetze in Schach hielt; Vers 29. als er dem Meer seine Grenze setzte und seine Grenzen nach der Teilung von Wasser und trockenem Land festlegte, 1. Mose 1, 9. 10, damit die Wasser seine Schranke nicht überschreiten, nicht weiter, als er es ihnen erlaubt hat; als er die Grundfesten der Erde legte und ihre Grundpfeiler im Schöpfungswerk verankerte: Vers 30. Da war ich der Werkmeister bei ihm, wie der Künstler, Regisseur oder Aufseher des Werkes, der selbst aktiv an der Erschaffung der Erde beteiligt war; und hatte meine Lust täglich, das heißt, es gab Tag für Tag Freude über die wunderbare Beziehung zwischen dem Vater und dem Sohn in ihrer schöpferischen Tätigkeit, und spielte vor ihm allezeit. Vers 31. Und spielte auf seinem Erdkreis, das Land, in dem der Mensch lebte; und meine Wonne war bei den Menschenkindern, 1. Mose 1,10,12.18.31. So werden die göttlichen Eigenschaften der persönlichen Weisheit, seiner Ewigkeit und seiner Allmacht dargelegt, während gleichzeitig betont wird, dass er sich schon damals für alle Menschen interessierte und dass sie die besonderen Objekte seiner liebevollen Fürsorge waren. Er schließt daher diese Botschaft der Offenbarung seiner selbst mit einer weiteren Ermahnung.

    Vers 32. Hört nun auf mich, ihr Söhne, denn gesegnet sind, die meine Wege bewahren und ihr gesamtes Verhalten im Leben in Übereinstimmung mit den Anweisungen im Wort Gottes gestalten. V. 33. Hört die Unterweisung und werdet weise, und lasst sie nicht fahren! indem ihr sie in törichter Rebellion zurückweist. V. 34. Gesegnet ist der Mensch, der auf mich hört, in willigem Gehorsam, dass er täglich an meinen Toren wacht, begierig, mehr über die grundlegenden Wahrheiten der wahren Weisheit zu erfahren, die Pfosten meiner Türen wartet. V.35. Denn wer mich findet, findet das Leben, Weisheit lehrt ihn die Fülle des wahren Lebens, und er wird das Wohlgefallen des HERRN erlangen, sie erlangen und als Belohnung der Gnade mit sich nehmen. V. 36. Wer aber gegen mich sündigt, der sündigt gegen seine eigene Seele und bringt ihr ewigen Schaden. Alle, die mich hassen, lieben den Tod, ihr Verhalten zeigt, dass sie die Zerstörung vorziehen, dass sie sich absichtlich in ihr eigenes Unglück stürzen. Christen, die nach wahrer Weisheit suchen, werden dem Rat des ewigen Wortes, ihres Herrn Jesus Christus, folgen und so durch den Glauben an ihn allein zur Erlösung weise werden, 2 Tim. 3, 16. 17.

 

 

Kapitel 9

 

Die freundliche Einladung der Weisheit, Warnung vor Torheit

 

    Das Gastmahl der Weisheit (V. 1-12): V. 1. Die Weisheit, die göttliche und wahre Weisheit, wie sie hier auf Erden unter den Menschen ausgeübt und gezeigt wird, hat ihr Haus gebaut, um inmitten der Menschen zu wohnen; hat ihre sieben Säulen ausgehauen, wobei es sich um die Säulen des inneren Hofes handelt, die die oberen Stockwerke tragen, wobei sich die Zahl sieben auf die Hauptattribute der Weisheit, die Gaben des Heiligen Geistes, bezieht, Jes. 11, 2. V. 2. Sie hat ihr Schlachtvieh geschlachtet und sie in Vorbereitung auf das große Fest geschlachtet, das sie geplant hatte; hat ihren Wein gemischt, indem sie Gewürze verschiedener Art hinzufügte, um den Geschmack zu verbessern; auch ihren Tisch gedeckt, den Tisch für das Festmahl gedeckt. V. 3. Sie hat ihre Mägde ausgesandt, die die Einladungen überbrachten; zu rufen auf den Höhen der Stadt, damit die Einladungen von allen Einwohnern und Besuchern gehört werden können. Die Botschaft, die von den Boten im Namen der Weisheit verkündet wird, ist nun gegeben: V. 4. Wer einfältig ist, unerfahren, noch nicht mit den Gefahren und Versuchungen des Lebens vertraut, der kehre hier ein, um am Festmahl der Weisheit teilzunehmen; und zum Unverständigen, d. h. dem die richtige Einsicht fehlt, sagt sie, V. 5. Komm, iss von meinem Brot und trink von dem Wein, den ich gemischt habe! die Gaben, die sie dir großzügig anbietet. V. 6. Lasst die Torheit fahren und lebt, denn das Verlassen der Gesellschaft von Toren und Spöttern ist der erste Schritt in die richtige Richtung auf dem Weg zum Leben, und geht den Weg der Einsicht, indem du dich geradeaus auf dem Weg bewegst, auf dem die Menschen wahre Erkenntnis erlangen. Diese Forderung, den Umgang mit den Feinden der Weisheit aufzugeben, wird nun weiter begründet. V. 7. Wer einen Spötter zurechtweist und versucht, ihn zu korrigieren, zieht sich Schande zu, seine Bemühungen werden mit Beleidigungen und spöttischer Ablehnung beantwortet, und wer einen Gottlosen zurechtweist, zieht sich Hohn zu, d. h. seine Liebesmühe wird dadurch belohnt, dass er bei den Menschen in Misskredit gerät und Schande über ihn gebracht wird. V. 8. Tadle einen Spötter nicht, denn die Warnung lautet, nicht zu versuchen, ihn zu belehren und zu korrigieren, solange der Spötter in seiner ablehnenden Stimmung ist, sonst hasst er dich; tadele einen Weisen, so wird er dich lieben, denn seine Bereitschaft, eine verdiente Korrektur anzunehmen, zeigt die Solidität seiner Weisheit. Nur ein Narr hat immer Recht; ein Weiser weiß, dass Irren menschlich ist. V. 9. Gib einem Weisen, denn er ist lernwillig, und jede Zurechtweisung dient seiner weiteren Ausbildung, und er wird noch weiser werden; lehre den Gerechten, zeige ihm, wie er in der Rechtschaffenheit des Lebens noch weiter vorankommen kann, und er wird an Wissen zunehmen, er wird seinen Wissensschatz erweitern und ihn richtig nutzen. V. 10. Die Furcht des HERRN ist der Weisheit Anfang, die Grundlage und Quelle aller wahren Weisheit, und die Erkenntnis des Heiligen, dessen, der die Essenz der Heiligkeit ist, ist Einsicht, da sie zu immer größeren Anstrengungen in der Heiligkeit des Lebens anspornt. V. 11. Denn durch mich, durch das Wissen und die Kraft, die durch wahre Weisheit gegeben werden, werden deine Tage vervielfacht und die Jahre deines Lebens werden sich mehren, wobei ein langes und glückliches Leben der Lohn für den Gebrauch wahrer Weisheit ist. V. 12. Wenn du weise bist, wirst du für dich selbst weise sein, wer die Weisheit nutzt, hat selbst den größten Nutzen daraus; bist du ein Spötter, wirst du es allein tragen müssen, denn die Toren müssen früher oder später den Preis für ihre Torheit zahlen. Es lohnt sich, die Weisheit des Wortes Gottes zu lernen und sich in allen Wechselfällen des Lebens davon leiten zu lassen.

 

    Das Gastmahl der Torheit (V. 13-18): V. 13. Frau Torheit ist leidenschaftlich, wörtlich: „Eine einfache, laute Frau ist Torheit“, ohne Verstand, aber umso lauter, ungestümer, aufgeregter und mutwilliger; leichtfertig und weiß nichts, völlige Unwissenheit ist charakteristisch für Torheit. V. 14 Sie sitzt vor der Tür ihres Hauses, wie eine Hure, die auf Passanten wartet, 1 Mose 38, 14, auf einem Thron auf den Höhen der Stadt, wobei der erhabene Thron der Stadt ironisch genannt wird, um zu zeigen, welche Maßnahmen die Torheit ergreift, um Anhänger für sich zu gewinnen, V. 15. um alle die vorübergehen einzuladen, die auf ihren Wegen bleiben, unachtsame Reisende, die die Autobahnen benutzen und auf ihre Geschäfte bedacht sind: V. 16. Wer unverständig ist, der kehre hier ein, um am Bankett ihrer Torheit teilzunehmen und immer gründlicher in Torheit zu versinken; und zu dem Unverständigen, dem dieser wesentliche Teil eines angemessenen Lebens fehlt, spricht sie, V. 17. Gestohlenes Wasser ist süß, d. h. verbotene Freuden, wie sie von der Torheit gepriesen werden, insbesondere in Form von unmoralischen Handlungen, illegalem Geschlechtsverkehr, scheinen vorerst angenehm genug zu sein, und heimlich gegessenes Brot schmeckt köstlich, wörtlich „Brot der Heimlichkeit“, weil sowohl der ungerechte Gewinn als auch der verbotene Genuss betont werden, vgl. Kap. 3, 15-20. V. 18. Aber er, die Person, die der Einladung der Torheit folgt, weiß nicht, dass die Schatten [d.i. die Geister der Verstorbenen] dort sind, die Kinder des Todes, die sich auf die Schrecken des Totenreichs und der ewigen Zerstörung zubewegen, und dass ihre Gäste in den Tiefen der Hölle sind. Das ist das Ende der Torheit und aller, die ihre Einladung annehmen, während die Gläubigen, die dem Ruf der Weisheit folgen, wahren Wohlstand erlangen und ein Leben in wahrer Nützlichkeit und Glück in der Welt führen werden.

 

 

Kapitel 10

 

Von der Gerechtigkeit

 

    Von Kapitel 10 bis Kapitel 25 des Buches der Sprüche gibt es keine zusammenhängenden Reden, sondern nur einzelne, lose aneinander gereihte Maximen Salomos, deren Sinn jeweils in ein oder zwei Versen vollständig ist. Jede Unterteilung in diesem gesamten Abschnitt ist mehr oder weniger willkürlich, obwohl man sagen kann, dass die Parallelität der Glieder in den Kapiteln 10 bis 15 im Allgemeinen antithetisch und in den Kapiteln 16 bis 22 synthetisch ist, und es gibt bestimmte andere Merkmale und Denkbeziehungen, die den Übergang von einer Idee zur anderen zeigen.

V. 1. Die Lehrsprüche Salomos. – (10,1-22,16)

    Ein weiser Sohn macht seinen Vater froh, wer den Weisungen der Weisheit folgt, macht seinen Vater froh oder glücklich; aber ein törichter Sohn, wer die Unterweisung der wahren Weisheit ablehnt, ist der Kummer seiner Mutter, die ihr Kummer und Leid bereitet. V. 2. Unrechtes Gut, die durch irgendeine Form der Bosheit erworben wurden, hilft nichts, sie können weder dauerhaftes Glück bringen noch einen plötzlichen und unglücklichen Tod abwenden; aber Gerechtigkeit, ein rechtschaffenes Leben, barmherzige Liebe und Wohltätigkeit errettet vom Tod, da sie die Gegenwart des Glaubens im Herzen zeigen. V. 3. Der HERR lässt die Seele des Gerechten nicht hungern, tatsächlich Not leidet; aber die Gier der Gottlosen stößt er zurück und wehrt ihren gierigen Wünschen ab, sodass ihr Verlangen nach Reichtum oft unerfüllt bleibt. V. 4. Lässige Hand macht arm, seine Arbeit mit müßiger Hand verrichtet, zu faul ist, sich anzustrengen; aber die Hand der Fleißigen macht reich, unter dem Segen Gottes werden Wohlstand und sogar Reichtum dem gegeben, der mit Fleiß und Energie arbeitet. V.5. Wer im Sommer, zur Erntezeit, sammelt, ist ein weiser Sohn, wörtlich: „der weise handelt“; aber wer in der Erntezeit schläft und so die beste Gelegenheit verpasst, die Früchte des Landes einzulagern, wird zuschanden und sich selbst und seine betagten Eltern ins Verderben stürzt. V.6. Segen ruht auf dem Haupt des Gerechten, als barmherzige Belohnung für Gottes Großzügigkeit und als Anerkennung seines rechtschaffenen Lebenswandels; aber der Mund der Gottlosen birgt Gewalttat; obwohl er die Gewalttätigkeit seines Herzens durch Schweigen verbirgt, kann er ihrem Fluch nicht entkommen; die Tatsache, dass er den Ruin für andere in sich birgt, wendet den Segen von ihm ab. V. 7. Das Andenken der Gerechten bleibt im Segen, man spricht mit Achtung von ihnen und erwähnt sie mit Lob nach ihrem Tod; aber der Name der Gottlosen wird verwesen, die Figur deutet auf den Ekel und Abscheu hin, den die Erwähnung ihres Namens nach ihrem Tod bei allen Menschen hervorrufen wird. V. 8. Wer weisen Herzens ist, nimmt die Gebote an und zeigt sich bereit, auf die richtige Weise unterwiesen und geführt zu werden; aber ein schwatzhafter Narr, eine Person mit törichten Lippen, wird fallen, gestürzt werden, seinen eigenen Untergang herbeiführen. V. 9. Wer aufrichtig wandelt, in Reinheit oder Frömmigkeit des Lebens, wandelt sicher, mit dem Vertrauen, das aus einem guten Gewissen fließt; aber wer verkehrte Wege geht, verborgene oder krumme Wege einschlägt, um seine Ziele und Absichten zu erreichen, wird erkannt, in seiner wahren Natur offenbar gemacht, entlarvt für das, was er in seinem Herzen ist. V. 10. Wer mit dem Auge zwinkert, als böswilliges und spöttisches Zeichen an seine Verbündeten, ihn zu beobachten oder sich ihm bei einer Beleidigung anzuschließen, verursacht Kummer, Verletzung und Leid; aber ein schwatzhafter Narr wird fallen, schließlich wird derjenige, der töricht redet, vernichtet werden. V. 11. Der Mund eines Gerechten ist eine Quelle des Lebens, wegen der fröhlichen und hilfreichen Äußerungen, die aus ihm hervorgehen; aber der Mund der Gottlosen birgt Gewalttat, er verbirgt ihn eine Zeit lang, aber die Rache wird ihn mit Sicherheit einholen und ihm die angemessene Strafe für seine Bosheit geben. V. 12. Hass schürt Streit, so dass ständige Streitigkeiten und Auseinandersetzungen die Folge sind; aber Liebe deckt alle Sünden zu, indem sie Übertretungen auf freundliche Weise behandelt, wie Krankheiten der Seele, indem sie bereit ist zu vergeben, indem sie sich bemüht, den Sünder vom Irrtum seiner Wege abzubringen und ihn auf die Pfade der Gerechtigkeit zu lenken, Jak. 5, 20; 1 Kor 13, 4; 1 Petr 4, 8. V. 13. Auf den Lippen des Verständigen findet sich Weisheit, seine Äußerungen werden ganz natürlich offenbaren, dass er wahre Weisheit besitzt; aber auf den Rücken des Unverständigen gehört eine Rute, das heißt, er verdient die Strafe, die ihn als Folge seiner Torheit trifft. V. 14. Weise bewahren ihr Wissen, wie Schätze, die gut genutzt werden sollen; aber der Mund des Toren ist dem Untergang nahe, weil seine törichten Vorschläge immer wieder hervorbrechen und Unglück für sich selbst und andere bringen, wie der plötzliche Einsturz eines Hauses. V. 15. Der Reichtum des Reichen ist seine starke Stadt, er dient ihm als Bollwerk in der Not und ermöglicht es ihm, mit Zuversicht und Energie voranzukommen; das Verderben der Armen ist ihre Armut, denn sie sind abhängig von und beeinflusst durch selbst das geringste Unglück, d. h. Armut, die aufgrund von törichtem und unvorsichtigem Verhalten verdient wurde, führt immer dazu, dass diese armen Menschen tiefer in Torheit und moralischer Not versinken. V. 16. Der Erwerb des Gerechten dient zum Leben, sein Verdienst, sein Einkommen wird er für Aktivitäten verwenden, die ihm wahres Lebensglück bringen; das Einkommen des Gottlosen [dient] zur Sünde, denn er verschwendet sein Einkommen für sündige Zwecke und bringt sich selbst ins Verderben. V. 17. Die Zucht halten, ist der Weg zum Leben, auf der Bahn zum wahren Lebensgenuss ist, wer die Korrektur beachtet und annimmt; aber wer die Zurechtweisung ablehnt, sich davon abwendet und es nicht erträgt, auf den richtigen Weg geführt zu werden, der irrt, geht in die Irre und kann andere in die Irre führen. V. 18. Wer Hass verbirgt hat lügenhafte Lippen, andere absichtlich über den wahren Zustand seines Herzens täuscht und die personifizierte heuchlerische Falschheit ist, und wer eine Verleumdung ausstreut, Misshandlungen und niederträchtige Verleumdungen über seinen Nächsten verbreitet, ist ein Narr, denn Verleumdung ist eines der abscheulichsten Laster, das eine Person in den Augen Gottes und der Menschen verabscheuungswürdig und verachtenswert macht. V. 19. Wo viele Worte sind, geht es ohne Sünde nicht ab, d. h. wer zu viel redet, egal worüber, wird leicht schuldig. Wer aber seine Lippen im Zaum hält und bei der Rede Mäßigung zeigt, ist klug, denn Schweigen ist Gold. Vgl. Jak. 3, 2; Mt. 12, 36. V. 20. Die Zunge der Gerechten, die Rede der Rechtschaffenen, ist wie auserlesenes Silber, ihre Worte und ihr Rat sind von großem Wert; das Herz der Gottlosen ist wenig wert, es ist eine Kleinigkeit, es ist nicht gut. V. 21. Die Lippen der Gerechten erquicken viele, der Rat ihrer heilsamen Unterweisung dient als Nahrung für Herz und Verstand; aber die Toren sterben an ihrer Torheit, bringen Unglück und Zerstörung über sich selbst, indem sie wahres Verständnis beharrlich ablehnen. V. 22. Der Segen des HERRN, durch den er Wohlstand und Reichtum schenkt, macht reich, denn in diesem Fall gibt es keinen Makel von unrechtmäßig erworbenem Reichtum, und keine Mühe kommt hinzu, das heißt, alle ängstlichen Sorgen und das Streben nach den Gütern dieser Welt bringen keinen wahren Wohlstand und kein Glück, Ps. 127, 2; Mt. 6,25-34. V. 23. Schandtaten sind ein Vergnügen für einen Narren, das heißt, die Ausübung jeglicher Form von Ungerechtigkeit ist seine Freude, sie entspricht seinem perversen Sinn für Humor; aber Weisheit für den verständiger Mann, das ist seine Freude, darin findet er sein Vergnügen. V. 24. Was der Gottlose fürchtet, das, was er fürchtet, wird über ihn kommen, vgl. Jes 56,4; Hiob 3,25; aber was die Gerechten begehren, wird ihnen gegeben, die guten Dinge, nach denen sie sich sehnten, werden ihnen vom Herrn gegeben. V. 25. Wenn ein Sturm vorbeizieht, so ist der Gottlose nicht mehr, weggefegt wie Spreu; aber der Gerechte ist ein ewiger Grund, fest verankert gegen alle Stürme des Unglücks. V. 26. Wie Essig für die Zähne, der den Zahnschmelz angreift und dazu führt, dass sich die Zähne stumpf anfühlen, und wie Rauch für die Augen, der die empfindlichen Membranen angreift und das Sehvermögen beeinträchtigt, so ist der Faule für diejenigen, die ihn senden, eine Quelle ständiger Verärgerung und Sorge. V. 27. Die Furcht des HERRN vermehrt die Tage und erhöht ihre Zahl; aber die Jahre der Gottlosen werden verkürzt, ihre Lebensspanne wird nicht die normale Länge erreichen. V. 28. Das Warten der Gerechten wird Freude werden, ihre Erwartung wird erfüllt und bringt ihnen wahres Glück; aber die Hoffnung der Gottlosen wird zunichte werden, sie werden in ihren Hoffnungen auf ein dauerhaftes Vermögen enttäuscht sein. V. 29. Der Weg des HERRN ist ein Bollwerk für die Unschuldigen oder Frommen; denn solange sie ihm folgen, sind sie sicher; aber Verderben für die Übeltäter, das ist ihr letztes Los. V. 30. Der Gerechte wird niemals wanken, er wird weder sein Zuhause verlieren noch aus seinem Land verbannt werden; aber die Gottlosen werden nicht im Land bleiben, sie werden nicht im Besitz des Landes bleiben. V. 31. Der Mund des Gerechten bringt Weisheit hervor, die Frucht seiner Lippen, das Ergebnis des Glaubens seines Herzens; aber die verkehrte Zunge, die der Bosheit und dem Betrug ergeben ist, wird abgeschnitten, wie ein unfruchtbarer Baum oder ein gefährlicher Strauch. V. 32. Die Lippen der Gerechten wissen, was wohlgefällig ist, sie sind damit vertraut, sie sinnen unablässig darüber nach; aber der Mund der Gottlosen spricht Verkehrtes, nur Dinge, die voller Verdrehung, Bosheit und Täuschung sind. Wer den Geboten der ewigen Weisheit Gottes in Seinem Wort folgt, wird sowohl Torheit als auch Täuschung vermeiden.

 

 

 

 

Kapitel 11

 

Weitere Lehre von der Gerechtigkeit, deren Nutzen und Hindernissen

 

    V. 1. Falsche Waage, wörtlich „Waagen der Täuschung“, ist dem HERRN ein Gräuel, Betrug im Geschäftsleben ist ihm zuwider; aber ein volles Gewicht, wörtlich „ein Stein der Fülle“, ein vollständiges Maß, denn die Juden verwendeten gewöhnlich Steine als Gewichte in ihren Waagen, ist ihm sein Wohlgefallen. Vers 2. Wenn Stolz kommt, das heißt, wenn eine Person eingebildet und arrogant wird, dann kommt Schande, denn eine solche Person ist unbelehrbar und wird sich am Ende selbst zum Narren machen; aber bei den Demütigen ist Weisheit, sie sind nicht unbelehrbar und werden daher weise. V. 3. Die Unschuld wird die Aufrechten, ihre Unschuld und Rechtschaffenheit, leiten; aber die Falschheit wird Treulosen zugrunde richten, denn ihre böswilligen Übertretungen stürzen sie schließlich ins Verderben. V. 4. Reichtum nützt nichts am Tag des Zorns, wenn Gott sich anschickt, die Erde zu richten; aber Gerechtigkeit rettet vor dem Tod, wahre Gerechtigkeit des Lebens wird am Jüngsten Tag als annehmbar befunden werden. V. 5. Die Gerechtigkeit des Unschuldigen, dessen Verhalten über jeden Vorwurf erhaben ist, macht seinen Weg eben, ihn klar und offen machen und ihn befähigen, in der Sicherheit eines guten Gewissens zu wandeln; aber der Gottlose wird durch seine Bosheit fallen, ihre eigenen Begierden werden ihnen zum Verhängnis. V. 6. Die Gerechtigkeit der Aufrichtigen wird sie retten, da sie vor dem Gericht Gottes als angemessene Verteidigung akzeptiert wird; aber die Übertreter werden durch ihre Gier gefangen, gefangen in der Falle, die sie anderen gestellt haben. V. 7. Wenn ein gottloser Mensch stirbt, wird seine Hoffnung zunichte, all seine Erwartungen werden zunichte, sein Verlangen nach Reichtum und Ehre und die Befriedigung seiner Begierden wird gestillt, und die Hoffnung der Ungerechten vergeht, wörtlich: „die Erwartung der Bosheit“, denn der Tod setzt allen Wünschen dieser Art ein Ende. Dieser Vers impliziert auch, dass der Tod alle Hoffnungen zunichte macht und jeder Mensch danach beurteilt wird, wie der Tod ihn vorfindet; es gibt kein Fegefeuer und daher auch keine Erlösung aus dem Fegefeuer. V. 8. Der Gerechte wird aus der Not befreit, wobei der Herr selbst sein Retter ist, 2 Tim. 4, 18, und der Gottlose kommt an seine Stelle und nimmt den Platz des Gerechten inmitten der Not ein. V. 9. Ein Heuchler zerstört seinen Nächsten mit seinem Mund, denn mit seinen Schmeicheleien verbirgt er seine wahren Absichten, bis er sein böses Ziel erreicht hat; aber durch Erkenntnis werden die Gerechten gerettet, seine Klugheit befähigt ihn, die Pläne des Schmeichlers zu durchschauen und ihrer bösen Wirkung zu entgehen. V. 10. Wenn es den Gerechten gut geht, wenn sie wohlhabend und glücklich sind, freut sich die Stadt, und alle Bewohner profitieren von ihrem Wohlstand; und wenn die Gottlosen zugrunde gehen, wird gejubelt, weil sowohl ihre Unterdrückung als auch ihr schlechtes Beispiel beseitigt sind. V. 11. Durch den Segen der Aufrechten, durch die guten Wünsche, Gebete und die ehrliche Arbeit der Gerechten wird eine Stadt erhoben, erreicht immer größeren Wohlstand und Macht; aber durch den Mund der Gottlosen wird sie niedergerissen, ruiniert durch die kühnen, verleumderischen und blasphemischen Reden der Gottlosen. V. 12. Wer seinen Nächsten verachtet, ist ein Narr, d. h. wer seinen Nächsten verspottet, dem mangelt es an Herz und Verstand; ein verständiger Mann aber schweigt, hält sich mit seinem Urteil zurück und hütet sich vor voreiliger Verurteilung und selbstgerechter Selbstüberhöhung. V. 13. Ein Verleumder enthüllt Geheimnisse, sein Verhalten, wenn er herumtratscht und verleumdet, führt dazu, dass viele Dinge verraten werden, die besser nicht verraten werden sollten; aber wer vertrauenswürdig ist, wer sich als vertrauenswürdig erweist, auf den man sich verlassen kann, verschweigt die Angelegenheit, Geheimnisse, die ihm anvertraut wurden, Dinge, deren Veröffentlichung nur Kummer und keine Erbauung zur Folge haben wird. Eine andere Sache ist die, die in Matthäus 18, 15-20 angesprochen wird. V. 14. Wo kein Rat ist, keine weise Führung oder Leitung, geht das Volk unter, Verfall und Ruin kommen über das ganze Land; wo aber viele Ratgeber sind, da ist Sicherheit, das heißt, es ist zum Wohle eines Volkes, wenn der Regierung immer intelligente Ratgeber zur Verfügung stehen. V. 15. Wer für einen Fremden bürgt, wird Schaden haben, er wird aufgrund seiner unüberlegten Handlung äußerst schlecht davonkommen; und wer Bürgschaften hasst, sowohl die Personen meidet, die zu bereitwillig ihre Hände als Pfand geben, als auch die leichtfertigen Methoden, die sie anwenden, ist sicher, dass er sich selbst außerhalb der Gefahrenzone bringt. V. 16. Eine liebenswürdige Frau erlangt Ehre, ihr liebenswürdiges und angenehmes Wesen, ihre Anmut und ihr Charme verleihen ihr einen angesehenen und einflussreichen Stand in der Gemeinschaft; aber Gewalttätige erlangen Reichtum, indem sie Entschlossenheit und Energie einsetzen, um äußeren Reichtum zu bewahren, der sich letztlich nicht mit dem Segen einer hohen Wertschätzung in den Augen anderer vergleichen lässt. V. 17. Ein barmherziger Mann tut Gutes für seine eigene Seele, das heißt, wenn er Güte übt und anderen gegenüber wahre Güte zeigt, kommt dies seiner eigenen Seele zugute, und der Herr selbst gewährt ihm dies als Belohnung; aber wer grausam ist, schneidet sich selbst ins Fleisch, denn Gott straft grausames und hartherziges Verhalten mit einer schweren Strafe. V. 18. Der Gottlose erwirbt trügerischen Gewinn, die Errungenschaften, die er erlangt, sind trügerisch, sie sind weder real noch von Dauer; aber wer Gerechtigkeit sät, erhält einen sicheren Lohn, denn indem er den Samen eines gerechten Verhaltens streut, bereitet er die Ernte des barmherzigen Lohnes Gottes vor. V. 19. Denn Gerechtigkeit führt zum Leben, oder „echte Gerechtigkeit“, die aus der Fülle eines Herzens im Glauben fließt, wird sie zu einem wahrhaft glücklichen Leben führen und allen, die sie praktizieren, Glück bringen; aber dem Bösen nachjagen führt zum Tod, das ist die Konsequenz seiner Tat. V. 20. Die ein verkehrtes Herz haben, voller Bosheit und Tücke, sind dem HERRN ein Greuel; aber die aufrichtig sind in ihrem Weg, rein und geradlinig in ihrem Verhalten, sind ihm wohlgefällig, an ihnen hat Er Wohlgefallen. V. 21. Die Hand darauf! wörtlich: „Hand in Hand“, als Pfand oder Garantie, das heißt, ganz sicher, Der Gottlose bleibt nicht ungestraft; aber der Same der Gerechten wird gerettet werden, die Generation der Gerechten, alle, die Gerechtigkeit praktizieren, werden der Strafe entgehen. V. 22. Eine schöne Frau ohne Zucht, ist wie eine Sau mit einem goldenen Nasenring, ein Nasenring, wie er im Orient getragen wird, so ist eine schöne Frau, die ohne Taktgefühl ist, ohne Sinn für Anstand und Bescheidenheit, wobei ihre Schönheit dem goldenen Nasenring und ihre Unbescheidenheit der Grobheit des Schweins entspricht, in jedem Fall ein abscheulicher Anblick. V. 23. Das Verlangen der Gerechten führt zu lauter Gutem, sie wollen nur solche Dinge, die dem Herrn gefallen; aber die Erwartung der Gottlosen zum Zorn, eine Anmaßung, die den Zorn Gottes herausfordert und Zerstörung über sie selbst bringt. V. 24. Da ist einer, der großzügig austeilt und fröhlich mit den Gütern umgeht, die ihm im Leben gegeben wurden, und doch immer mehr hat, da der Segen des Herrn das für wohltätige Zwecke ausgegebene Geld mehr als ausgleicht; und da ist einer, der mehr zurückhält als angemessen ist und nicht einmal seinen Anteil zur Linderung körperlichen und geistigen Leidens gibt, und wird doch ärmer, obwohl er seinen Besitz sorgfältig hortet, nimmt dieser ab, sodass er nur für die Armut spart. V. 25. Die freigebige Seele wird gesättigt und mit Segen vom Herrn belohnt werden; und wer (andere) tränkt, wird auch selbst getränkt werden, d. h. Gott wird denjenigen, der andere durch gute Taten erfrischt und wiederherstellt, mit einer entsprechenden Erfrischung belohnen. V. 26. Wer Getreide zurückhält, wie es bis heute beim sogenannten Handel mit „Futures“ und bei „Getreideecken“ der Fall ist, den werden die Leute verfluchen, denn solche spekulativen Manipulationen erhöhen den Preis für die lebensnotwendigen Güter; aber Segen wird auf dem Haupt dessen sein, der es verkauft, nicht zu Spekulationszwecken hält, sondern es bei Bedarf abgibt. V. 27. Wer eifrig nach Gutem sucht, strebt nach Wohlgefallen, d. h. wer eifrig nach allem Guten strebt, wünscht sich ernsthaft die Gunst des Herrn; wer aber Unheil sucht, dem wird es widerfahren, er wird für seine Taten bestraft werden. V. 28. Wer auf seinen Reichtum vertraut und sein Vertrauen in seinen äußeren Besitz setzt, wird fallen, denn ein solches Vertrauen ist eine Art Götzendienst; aber der Gerechte wird gedeihen wie ein grünes Blatt, wie üppiges Laub. V. 29. Wer sein eigenes Haus in Unordnung bringt, weil er aus Geiz den Mitgliedern seines Haushalts ihren Verdienst oder ihren rechtmäßigen Unterhalt vorenthält, wird Wind erben, nichts gewinnen und zu nichts kommen; und der Tor wird ein Knecht des weisen Herzens sein, derselbe Geizhals, der seinen Haushalt so geizig behandelt hat, dass er in eine solche Notlage gerät, dass er ein Diener eines Menschen wird, der sich nicht derselben Torheit schuldig gemacht hat. V. 30. Die Frucht des Gerechten, all seine Taten, als Ausfluss des Glaubens seines Herzens und der Integrität seines Lebens, ist ein Baum des Lebens, eine Quelle des Segens für alle, die mit ihm in Kontakt kommen; und der Weise gewinnt Seelen, indem er sie für den Dienst des Herrn und für die Sache der Wahrheit gewinnt. V. 31. Siehe, dem Gerechten wird auf Erden vergolten, das heißt, wenn er selbst nicht ein Stadium erreicht, in dem er in dieser Welt frei von Leiden ist, um wie viel mehr dem Gottlosen und Sünder! die Gottlosen, mit Sicherheit einer viel härteren Strafe ausgesetzt sein und das volle Maß an Vergeltung verdienen, das sie treffen wird. Es ist ein starkes Argument und eine Mahnung für ein rechtschaffenes Leben.

 

 

Kapitel 12

 

Nützliche Lebensregeln

 

    V. 1. Wer Belehrung liebt, einschließlich aller moralischen Erziehung, liebt Erkenntnis, denn das ist die Frucht einer solchen Erziehung; wer aber Tadel hasst, ist dumm, denn wer sich über eine Korrektur ärgert, stellt sich in seiner Dummheit auf die Stufe der Tiere. V. 2. Der Gute erlangt Wohlgefallen beim HERRN und ist ein Gegenstand des Wohlgefallens des Herrn; aber einen tückischen Menschen verdammt er, denn er verabscheut Pläne, die dem Nächsten schaden wollen. V. 3. Ein Mensch wird nicht durch Bosheit bestehen, das Wohlergehen eines solchen wird nicht von Dauer sein, noch wird es ihm wahres Glück bringen; aber die Wurzel der Gerechten wird bleiben; da ihr Glaube in dem Herrn verwurzelt ist, ist ihr Fundament sicher. V. 4. Eine tugendhafte Frau, eine Ehefrau von moralischer Stärke und Redlichkeit, wie sie sich in ihrem frommen Handeln im Haushalt zeigt, ist eine Krone für ihren Mann, ein Symbol der Ehre und des Ruhms vor der ganzen Welt; aber eine schändliche, die ihn durch ihr Fehlverhalten beschämt, ist wie Eiter in seinen Gebeinen, wie ein nagender Wurm, ein Krebsgeschwür, das langsam untergräbt und zerstört. V. 5. Die Gedanken der Gerechten sind richtig, gerecht und fromm und führen zu Worten und Taten, die ebenfalls gerecht sind; aber die Ratschläge der Gottlosen sind trügerisch, die Art und Weise, wie sie andere beeinflussen und leiten, ist trügerisch und wird zwangsläufig Schaden anrichten. V. 6. Die Worte der Gottlosen lauern auf Blut, sie hegen Bosheit und Gewalt, ihre Gedanken finden Ausdruck in blutrünstigen und mörderischen Handlungen; aber der Mund der Aufrichtigen rettet sie, nämlich diejenigen, deren Leben von den Gottlosen mit ihren mörderischen Absichten bedroht wird. V. 7. Die Gottlosen werden gestürzt und sind nicht mehr, sie enden wie die gottlosen Bewohner von Sodom und Gomorra; aber das Haus der Gerechten wird bestehen, getragen von der Macht des HERRN inmitten aller Stürme. V. 8. Ein Mann wird nach (wörtlich: „in Gegenwart von“) seiner Einsicht, im Verhältnis zu der Einsicht, die er in allen Angelegenheiten des Lebens zeigt, gelobt werden; aber wer ein verkehrtes Herz hat, wird verachtet werden, und seine krummen und böswilligen Machenschaften werden die Verachtung und Verurteilung erfahren, die sie verdienen. V. 9. Es ist besser, gering geachtet zu sein und einen Knecht haben, besser ist der Bescheidene, der sich selbst dient, der bescheiden ist und nicht zu stolz ist, um im Haushalt als Knecht zu arbeiten, als vornehm tun, aber Mangel an Brot haben, dessen Stolz auf seine Herkunft oder Kaste ihn von ehrlicher Arbeit abhält. V. 10. Der Gerechte kümmert sich um sein Vieh [w.: kennt die Seele seines Viehs] und kümmert sich angemessen um seine Haustiere; aber das Herz der Gottlosen ist grausam, sie sind völlig frei von Mitgefühl und Mitleid. V. 11. Wer sein Feld bestellt, der wird Brot in Fülle haben, da seine Arbeit gewöhnlich auf diese Weise belohnt wird; wer aber nichtigen Dingen nachgeht, Eitelkeit, Faulheit und Trägheit nachfolgt, ist ohne Verstand, es fehlen ihm die Grundsätze des gesunden Menschenverstandes. V. 12. Der Gottlose begehrt den Fang des Bösen, besser gesagt, die Beute, die im Netz gefangen wird; das heißt, ein böser Mensch versucht, den anderen um seinen unrechtmäßig erworbenen Gewinn zu bringen, und ihr Egoismus führt dazu, dass sie sich gegenseitig aufzehren; aber die Wurzel der Gerechten trägt Frucht; da all ihre Handlungen aus dem Glauben hervorgehen, sind sie von einer Kraft erfüllt, die sie zu rechtschaffenem Verhalten antreibt. V. 13. Der Gottlose verfängt sich in seiner sündlichen Rede, seine eigenen Reden erweisen sich als gefährliche Falle für ihn, so dass er gestürzt wird; aber der Gerechte entgeht der Not und entkommt dem Netz, das ihm gestellt wurde. V. 14. Ein Mann wird durch die Frucht seines Mundes mit Gutem gesättigt, seine eigenen weisen, wohlwollenden und wohltätigen Reden bringen ihm Segen; und der Lohn der Hände eines Menschen, was er für seine Werke verdient, wird ihm zuteil, wobei sich die Gerechtigkeit Gottes sowohl in Belohnungen als auch in Bestrafungen zeigt. V. 15. Der Weg eines Toren ist richtig in seinen eigenen Augen, in seinem eigenen Urteil, was es praktisch unmöglich macht, ihn vom Gegenteil zu überzeugen; aber wer auf Rat hört, ist weise, oder, „der Weise hört auf guten Rat“, das ist eine seiner Eigenschaften. V. 16. Ein Tor zeigt seinen Zorn bald, sein Unwille bricht plötzlich aus, oft ohne sorgfältige Prüfung der Schwierigkeit, die ihn verursacht hat; aber ein Kluger verbirgt Schande, er übt kluge Selbstbeherrschung, er behält sein Temperament immer gut im Griff. V. 17. Wer die Wahrheit spricht, zeigt Gerechtigkeit; er atmet die Atmosphäre der Wahrheitsliebe und spricht das aus, was streng gerecht ist; aber ein falscher Zeuge betrügt, er atmet und spricht Lügen. V. 18. Wer unvorsichtig herausfährt (mit Worten), sticht wie ein Schwert, seine Reden sind so grob und scharf wie Messerstiche, ihre Absicht ist es, zu verletzen und zu schaden; aber die Zunge der Weisen ist Heilung, dazu bestimmt, die Wirkung scharfer Reden zu überwinden und die Wunden zu verbinden, die von törichten Schwätzern zugefügt wurden. V. 19. Wahrhaftige Lippen bestehen für immer, denn die Wahrheit, auch wenn sie mit Füßen getreten wird, wird immer wieder auferstehen; aber eine lügnerische Zunge ist nur für einen Moment, die Lüge wird leicht entlarvt und verliert daher ihre Macht. V. 20. Betrug ist im Herzen derer, die Böses planen, denn sie können ihre bösen Absichten selten ohne Böswilligkeit und Betrug ausführen; aber die zum Frieden raten, haben Freude, diejenigen, die gesunden Rat erteilen, und die Friedensstifter, die Freude bereiten. V. 21. Dem Gerechten widerfährt kein Unglück, selbst das Leid, das in Gottes weiser Regierung über ihn kommt, ist nur ein Segen in Verkleidung, Ps. 91, 10; Röm. 8, 28; aber die Gottlosen trifft Unheil in Fülle, Böses, Unglück und Unheil werden sie treffen. V. 22. Lügnerische Lippen sind dem Herrn ein Greuel, er verabscheut Lügner und Betrüger; wer aber treu handelt und immer Rechtschaffenheit praktizieren, gefällt ihm wohl. V. 23. Ein kluger Mann hält mit seinem Wissen zurück und gibt nicht bei jeder Gelegenheit mit seinem Wissen an; aber das Herz der Narren schreit Torheit hinaus, sie sind gezwungen, ihren Unsinn durch ihre vorlaute Art zu offenbaren. V. 24. Die Hand der Fleißigen wird herrschen, er wird eine Position der Macht und des Einflusses erreichen; aber die faule muss Zwangsarbeit verrichten und ihr Leben lang dienen und eine untergeordnete Position innehaben müssen. V. 25. Sorge im Herzen drückt einen Mann nieder, es beugt sich leicht vor Kummer und Leid; aber ein gutes Wort macht es froh, so dass es sich von seinem Kummer aufrichtet und neuen Mut gewinnt. V. 26. Der Gerechte führt er seinen Freund auf den richtigen Weg, indem er sich um sein Wohlergehen sorgt, in einem wahren Geist des Altruismus; aber der Weg der Gottlosen verführt sie, ihre eigene Torheit und Bosheit führen sie in die Irre. V. 27. Der Faule erjagt kein Wild hat, wörtlich: „fängt nicht seine Beute“, da er zu faul ist, seine Gelegenheiten zu nutzen; aber ein fleißiger Mann ist wird reich, seine Arbeit ist ein wertvoller Besitz und ergreift die sich ihm bietenden Gelegenheiten. V. 28. Auf dem Weg der Gerechtigkeit ist Leben, er führt zum Besitz und zur Freude des wahren Lebens; und auf seinem Pfad gibt es keinen Tod, kein Unglück irgendeiner Art, denn nur der falsche Weg führt zur Zerstörung.

 

 

Kapitel 13

 

Weitere Lebensregeln

 

    V. 1. Ein weiser Sohn hört auf die Belehrung seines Vaters, er ist das Ziel und das Ergebnis der erzieherischen Maßnahmen seines Vaters; aber ein Spötter hört nicht auf die Zurechtweisung, ganz gleich, wie ernsthaft er getadelt wird, es macht keinen Eindruck auf ihn. Vers 2. Ein Mann isst Gutes essen und selbst die Vorteile genießen, von der Frucht seines Mundes, als Ergebnis dessen, dass er immer mit dem Wohl der anderen im Sinn spricht; aber die Seele der Treulosen ist auf Gewalt gerichtet, sie sind nur zufrieden, wenn sie Gewalt gegen andere ausüben und so ihren Appetit auf Beute stillen können. V. 3. Wer seinen Mund bewahrt, damit keine bösen, sündigen Reden daraus hervorgehen, bewahrt sein Leben; aber wer mit seinem Maul herausfährt und zulässt, dass die bösen Gedanken seines Herzens in Form bösartiger Reden zum Ausdruck kommen, kommt ins Verderben und sich dies als unvermeidliche Folge seiner törichten oder sündigen Indiskretion selbst zuziehen. V. 4. Die Seele des Faulen begehrt, er ist immer bereit, darüber zu sprechen, was er haben will und haben sollte, und hat nichts, er hat keinen Erfolg, weil er zu faul ist, dafür zu arbeiten; aber die Seele des Fleißigen wird reichlich befriedigt, als Ergebnis ihrer Arbeit besitzen sie im Überfluss, was sie brauchen. V. 5. Der Gerechte hasst Lügen, betrügerische Sprache ebenso wie betrügerische Angelegenheiten; aber der Gottlose handelt schändlich, alle seine Handlungen sind niederträchtig, und schmählich, wörtlich: „macht anstößig“, er bringt Schande über jeden, mit dem er in Kontakt kommt. V. 6. Gerechtigkeit behütet den Aufrichtigen, beschützt diejenigen, deren Verhalten aufrichtig ist, und ist selbst ein Geschenk des Herrn; aber Bosheit stürzt den Sünder, da seine Sünde zu einer Schlinge für seine Füße wird und ihn ins Verderben stürzt. V. 7. Mancher stellt sich reich, täuscht Reichtum vor und versucht, andere mit der Größe seiner Ressourcen zu beeindrucken, hat aber nichts, und sein ganzes Gehabe ist eitle Prahlerei, leeres Auftrumpfen; mancher, der sich selbst arm macht, seinen Reichtum nicht zur Schau stellt, was nicht unbedingt auf betrügerisches Verbergen hindeutet, hat aber große Reichtümer. Vgl. Kap. 12, 9. V. 8. Das Lösegeld für das Leben eines Menschen, das, womit er sich freikaufen und möglicherweise sogar sein Leben retten kann, ist sein Reichtum; aber der Arme bekommt keine Drohung zu hören, d. h., keine Warnung oder Drohung wird in seinem Fall Wirkung zeigen, weil er dem Räuber oder Erpresser nichts zu geben hat. V. 9. Das Licht der Gerechten erstrahlt, hell und fröhlich brennend; er genießt wahres Glück, ganz gleich, was ihm widerfährt; aber die Lampe der Gottlosen erlischt, sie sollen keinen wahren Wohlstand genießen. V. 10. Bei den Übermütigen ist immer Streit, denn diejenigen, die arrogant ehrgeizig sind, fürchten immer Rivalität und streiten sich deshalb ständig; aber bei den, die sich raten lassen, denen, die bereit sind, Rat anzunehmen, ist Weisheit. V. 11. Reichtum, der durch Nichtiges erlangt wurde, durch Betrug und Täuschung gewonnen wurde, zerrinnt, da der Segen des Herrn nicht darauf ruht; aber wer händeweise, durch harte, stetige und ehrliche Arbeit, sammelt, wird zunehmen. V. 12. Aufgeschobene Hoffnung macht das Herz krank, da die unerfüllte Sehnsucht eine zu große Belastung für einen Menschen darstellt; aber wenn das Verlangen kommt, ist es ein Baum des Lebens, der neue Kraft und Stärke verleiht und die Jugend eines Menschen erneuert. V. 13. Wer das Wort verachtet, verderbt sich selbst, selbst wenn eine Person denkt, sie könne den Willen und das Wort des Herrn verspotten, ist sie dennoch daran gebunden und kann sich der ihr auferlegten Verpflichtung nicht entziehen; aber wer das Gebot fürchtet, wird belohnt werden, er wird Segen und Frieden genießen. V. 14. Die Lehre der Weisen ist eine Quelle des Lebens, seine Lehre ist wie eine Quelle, die jeden Tag neues Verständnis und neue Kraft hervorbringt, um den Fallstricken des Todes zu entkommen, denn die Weisheit befähigt ihn, solche Fallstricke zu erkennen und zu vermeiden. V. 15. Gute Einsicht verschafft Gunst, das heißt, angemessene Klugheit, wahre Kultur, veranlasst die Menschen, diejenigen, die sie besitzen, hoch und freundlich zu schätzen; aber der Weg der Übertreter bringt Verderben, die Selbstsucht der Gottlosen und Böswilligen macht sie hart, völlig ohne Mitgefühl und daher auch trostlos und unfruchtbar. V. 16. Ein Kluger handelt mit Bedacht, indem er alle ihm vorliegenden Fakten sorgfältig abwägt; aber ein Tor legt seine Narrheit offen, stellt sie zur Schau und breitet sie vor den Augen aller Menschen aus, gibt mit seiner Torheit an. V. 17. Ein gottloser Bote stürzt ins Unglück und bringt seine Botschaft zum Scheitern; aber ein treuer Botschafter ist heilsam, wie heilende Medizin für eine schmerzende Wunde oder wie ein Stärkungsmittel für den Erschöpften, seine treue Energie bringt so angenehme Vorteile. V. 18. Wer Zucht verschmäht, der hat Armut und Schande, der sich weigert, Korrektur und moralische Erziehung anzunehmen; aber wer die Zurechtweisung beachtet, sie sorgfältig beobachtet und bereitwillig annimmt, wird geehrt werden. V. 19. Das erfüllte Verlangen ist süß für die Seele, wenn es erfüllt und gestillt wird, ist die daraus resultierende Befriedigung äußerst angenehm; aber es ist für Narren ein Greuel, vom Bösen zu weichen, weil sie nur das moralisch Verwerfliche begehren und sich weigern, etwas anderes in Betracht zu ziehen. V. 20. Wer mit Weisen umgeht, sie zu seinen Gefährten macht und auf ihren Rat hört, wird weise; aber ein Gefährte von Toren wird zugrunde gehen, oder: Wer sich Toren anschließt, neigt zur Torheit, und wird daher gemein, indem er an ihrer Gemeinheit teilhat. V. 21. Unglück verfolgt die Sünder, als ihre wohlverdiente Strafe; aber den Gerechten wird mit Gutem vergolten, das heißt, Gott belohnt ihn in Barmherzigkeit für seine Bemühungen auf dem Weg der Heiligung. V. 22. Der Gute vererbt auf Kindeskinder, sein Vermögen wird ihnen vollständig übertragen, als Ergebnis des Segens Gottes auf ihn; aber der Reichtum des Sünders wird für den Gerechten aufbewahrt, wobei dieser schließlich zum Besitzer dessen wird, was der Sünder verschwendet. V. 23. Es ist viel Speise in den Furchen der Armen, d. h. wer mit viel Arbeit Land rodet und aufbricht und es mit aller Sorgfalt bestellt, wird mit einer reichen Ernte belohnt; aber mancher geht durch Unrecht verloren, durch solche, die durch Betrug und Gewalt das zu erlangen, was sie durch rechtmäßige Arbeit erhalten sollten. V. 24. Wer seine Rute schont, hasst seinen Sohn, denn es ist nicht Liebe, sondern der Mangel an Liebe, der Eltern dazu bringt, ihre elterliche Macht und Pflicht zu vergessen und beiseite zu schieben, ihre Kinder zu korrigieren, wenn nötig, mit der Rute; aber wer ihn liebt, züchtigt ihn rechtzeitig und wendet die Korrektur in dem Maße an, wie es die Situation erfordert, Kap. 3, 12; 23, 13. 14; 29, 15. V. 25. Der Gerechte isst, bis seine Seele gesättigt ist, und der Herr gibt ihm genug, um all seine Bedürfnisse zu befriedigen; aber der Bauch des Gottlosen hat nie genug, nicht nur, weil der Herr ihre Gottlosigkeit oft mit einem Mangel an lebensnotwendigen Gütern bestraft, sondern auch, weil ihr Genuss oft nicht mit wahrem Glück verbunden ist.

 

 

Kapitel 14

 

Lob der Klugheit im menschlichen Leben

 

    V. 1. Die Weisheit der Frau baut ihr Haus, womit die Klugheit und Voraussicht der weisen Haushälterin gemeint ist, die gut wirtschaftet; aber die Torheit reißt es mit ihren Händen nieder, ihre Misswirtschaft führt zum Ruin. V. 2. Wer in seiner Aufrichtigkeit wandelt, fürchtet den HERRN, denn die Furcht des HERRN ist das Leitprinzip im Leben des Aufrichtigen; aber wer auf seinen Wegen verkehrt ist, verachtet ihn, d. h. seine Verachtung des Herrn zeigt sich in seinem krummen und bösartigen Verhalten, das durch keine noch so große äußere religiöse Aktivität verdeckt werden kann. V. 3. Im Mund des Toren ist eine Rute des Stolzes, d. h. er trägt die Rute, die seinen Stolz bestrafen wird, in sich, oder sein Stolz zeigt sich in Reden, die andere verletzen und kränken; aber die Lippen der Weisen bewahren sie, so dass kein Wort der Torheit von ihnen gesprochen wird, das anderen schadet, Kap. 10, 13. 14. V. 4. Wo keine Ochsen sind, ist die Krippe sauber [d.i.: leer], die Krippe ist leer, d. h. wer zu faul oder zu träge ist, die richtigen Mittel zu nutzen, um sich mit Gottes Segen Besitz anzueignen, wird feststellen, dass er im Leben nicht vorankommt; aber reicher Ertrag kommt durch die Kraft des Ochsen, obwohl es Arbeit erfordert, ihn zu halten. V. 5. Ein treuer Zeuge lügt nicht, er äußert keine Unwahrheiten, um einen schwachen Fall zu stützen; aber ein falscher Zeuge redet Lügen, nutzt sie gewohnheitsmäßig, um seine Ziele zu erreichen. Vgl. Kap. 12,17; 6, 19. V.6. Ein Spötter sucht nach Weisheit und findet sie nicht, denn sein Spott über die wahre Weisheit, über die Wahrheit, die im Wort Gottes enthalten ist, versperrt ihm den Weg zur wahren Erleuchtung, egal wie viel oberflächliche Kultur er zu besitzen scheint; aber Erkenntnis ist leicht für den Verständigen, wenn er ernsthaft darum bemüht ist, die Wahrheit des Wortes zu kennen, wird es ihm bereitwillig gegeben. V. 7. Geh weg von dem Toren, denn es ist eine Frage der Weisheit, dass man sich von einem solchen Mann fernhält, denn du erlangst keine Erkenntnis von seinen Lippen, wobei man bedenken sollte, dass die Lüge noch nie ein wirklich vernünftiges Wort ausgesprochen hat. V. 8. Die Weisheit des Klugen besteht darin, seinen Weg zu verstehen, zu beobachten, wohin er geht, und genau auf sein Verhalten zu achten; aber die Torheit der Narren ist Täuschung, Selbsttäuschung, da sie absichtlich blind sind für die Anforderungen jeder Situation, in der sie sich befinden, und so Strafe und Zerstörung auf sich selbst heraufbeschwören. V. 9. Die Narren treiben Spott mit der Sünde, wörtlich: „Das Opfer verspottet die Narren“; denn selbst wenn solche gottlosen Menschen Brandopfer zur Sühne und Buße darbringen, ist es nutzlos, es verfehlt sein Ziel, da es für Gott nicht annehmbar ist; aber unter den Gerechten gibt es Gunst, die Beziehung zwischen den Aufrechten ist eine der gegenseitigen Kameradschaft und Liebe, die verhindert, dass sie sich grober Verfehlungen schuldig machen. V. 10. Das Herz kennt seinen eigenen Kummer, es ist am besten mit seiner eigenen Not vertraut und ärgert sich über Einmischung; und kein Fremder kann sich in seine Freude mischen, denn kein Außenstehender ist in der Lage, die Gefühle des Herzens vollständig zu verstehen. Dieser Spruch steht nicht im Widerspruch zu Röm 12,15, sondern richtet sich gegen aufdringliches Eindringen und ein unsympathisches Herumschnüffeln in den Angelegenheiten seiner Nachbarn. V. 11. Das Haus der Gottlosen wird zerstört werden, wie dauerhaft sie es auch zu sein glauben; aber das Zelt der Aufrichtigen, ihr Zelt, ihre vorübergehende Bleibe, denn sie betrachten sie nicht als ihr dauerhaftes Zuhause, wird gedeihen, der Segen des Herrn ruht auf ihr. V. 12. Mancher Weg scheint einem Menschen recht, der Weg der Sünde, der anfangs scheinbar gerade und eben ist, aber am Ende, wozu er schließlich führt, sind es Wege des Todes, denn Übertretung führt unweigerlich zum Tod. V. 13. Selbst im Lachen kann das Herz traurig sein, das heißt, eine Person kann einen tiefen Kummer unter einer oberflächlichen Fröhlichkeit verbergen; und nach der Freude kommt Leid, denn Schwierigkeiten werden solche äußeren Manifestationen der Freude unweigerlich beenden und am Ende Kummer bringen. V. 14. Einem Gottlosen, derjenige, der ein perverses, bösartiges Herz hat, der sich in seinem Herzen von Gott abgewandt hat, wird’s gehen, wie er handelt, er wird mit den Folgen seiner eigenen Perversität übersättigt sein, er wird die ruinösen Folgen seiner sündigen Handlungen erleiden müssen; und einem guten Menschen nach dem, was in ihm ist, wörtlich: „aus sich selbst heraus“, sein gutes Gewissen verschafft ihm die Befriedigung zu wissen, dass sein Verhalten mit den Anforderungen wahrer Frömmigkeit übereinstimmt. V. 15. Der Einfältige, der Unerfahrene, glaubt jedes Wort, ohne seine Wahrheit zu prüfen, er wird ohne eigenes Urteil hin und her getrieben; aber der Kluge achtet auf seine Schritte, beobachtet jeden Schritt und unternimmt nichts ohne sorgfältigste Überlegung. V. 16. Ein weiser Mensch fürchtet sich und meidet das Böse, fürchtet seine Macht und zieht es vor, Abstand zu halten; aber der Tor eilt, in fleischlicher Vermessenheit und Unverschämtheit, sorglos hindurch, in dem törichten Glauben, er könne die Folgen seiner sündigen Torheit vermeiden, und stürzt sich blindlings in sein eigenes Verderben. V. 17. Der Jähzornige, der bei der geringsten Provokation die Beherrschung verliert, handelt töricht und stürzt sich in Torheit, mit schlimmen Folgen für sich selbst; und ein Mann mit bösen Absichten wird gehasst [andere Vers.: aber ein Besonnener bleibt ruhig], da er mit seiner bösartigen List und heuchlerischen Raffinesse noch gefährlicher ist als derjenige, der bei der geringsten Provokation in Rage gerät. V. 18. Die Einfältigen erben Torheit, das ist der Anteil derer, die nicht weise werden wollen, die sich nicht von den Erfahrungen anderer leiten lassen wollen; aber die Klugen werden mit Erkenntnis gekrönt, sie umarmen, sie sammeln Wissen als kostbaren Besitz an. V. 19. Die Bösen müssen sich beugen vor den Guten, demütigen sich als Folge der Strafe, die sie für ihre Sünden auf sich geladen haben, und die Gottlosen an den Toren der Gerechten, wie Bettler, die demütig um eine Gabe der Nächstenliebe bitten. V. 20. Der Arme wird selbst von seinem Nächsten gehasst, denn der Verlust von Reichtum ändert sofort die Einstellung falscher Freunde, die ihren verarmten Nachbarn nun als widerwärtig empfinden; aber der Reiche hat viele Freunde, die sich zu ihm bekennen, solange sie an seiner Großzügigkeit teilhaben. V. 21. Wer seinen Nächsten verachtet, sündigt, d. h. wer einen Freund vernachlässigt, dem er Liebe schuldet, insbesondere wenn er in Not ist; aber wohl dem, der sich des Elenden erbarmt und dem Armen und Elenden wahres Mitgefühl entgegenbringt, da er selbst von seiner Tat profitieren kann. V. 22. Gehen nicht die in die Irre, die Böses planen, die törichterweise in die Irre gehen und Unglück über sich bringen? Aber Barmherzigkeit und Treue, in der Gunst Gottes und der Erfüllung all seiner Liebesversprechen, erfahren, die Gutes planen und immer überlegen, wie sie denen helfen können, die in Not sind. V. 23. In jeder Arbeit liegt ein Gewinn, wenn eine Person wirklich fleißig und ernsthaft bei der Arbeit ist, werden sich Ergebnisse zeigen; aber das Gerede der Lippen, leeres Geschwätz, das nicht durch ehrliche Arbeit untermauert wird, führt nur zu Armut, bringt denjenigen, der es praktiziert, in Not. Vers 24. Die Krone der Weisen ist ihr Reichtum, ihr Besitz, der durch harte Arbeit erworben wurde, dient dazu, sie zu ehren; aber die Torheit der Narren ist (nur) Torheit, egal wie viel Aufhebens und Pomp er macht, wie sehr er sich bemüht, einen prächtigen Auftritt zu bieten. V. 25. Ein wahrhaftiger Zeuge, der furchtlos die Wahrheit ausspricht, rettet Seelen vor dem Tod, der ihnen aufgrund falscher Anschuldigungen drohte; aber ein betrügerischer Zeuge, der voller hinterlistiger Bosheit ist, spricht Lügen aus, die er ständig aushaucht. V. 26. In der Furcht des HERRN liegt starkes Vertrauen, sie gibt eine starke Sicherheit, ein sicheres Vertrauen; und seine Kinder haben einen Zufluchtsort, denn da sie dem aufrechten Verhalten ihrer Eltern folgen, beschützt der Herr sie auf die gleiche Weise. V. 27. Die Furcht des HERRN ist eine Quelle des Lebens, die Quelle allen wahren geistlichen Lebens, um den Fallstricken des Todes zu entkommen; denn wo keine Gottesfurcht ist, da ist Übertretung, und Übertretung führt zum ewigen Tod. V. 28. In der Menge des Volkes liegt die Ehre des Königs, sie dient seiner Herrlichkeit, der Etablierung seines Namens, wenn er weise und erfolgreich über eine große Nation herrscht; aber ein Mangel an Volk bringt einen Fürsten ins Verderben, wenn das Volk eines Landes aufgrund einer Schwäche in der Herrschaft des Herrschers nur wenige und verstreut sind, führt ein solcher Zustand zum Untergang des Herrschers, seine Herrschaft wird bald zu Ende gehen. V. 29. Wer geduldig ist, wer sich beherrschen kann, wer sich jederzeit unter Kontrolle hat, der ist weise, er wird immer einen klaren Verstand haben, um richtig zu unterscheiden; wer aber ungeduldig ist, voreilig und aufbrausend, offenbart seine Torheit, ist dazu verdammt, die Torheit auf die Spitze zu treiben, sich zum Narren zu machen. V. 30. Ein gelassenes Herz ist des Leibes Leben, wörtlich: „Das Leben der Glieder ist ein Herz der Gelassenheit“; denn es ist der ruhige Geist, der in der Lage ist, ruhig und richtig zu urteilen und alle Faktoren leidenschaftslos abzuwägen; aber Eifersucht ist Eiter in den Gebeinen, denn jede Form leidenschaftlicher, gewalttätiger Besiegelung setzt die ruhige Überlegung außer Kraft, gibt sich törichten Handlungen hin und schadet der Gesundheit und dem geistigen Wohlbefinden des aufbrausenden Menschen. V. 31. Wer den Armen unterdrückt, schmäht seinen Schöpfer, verspottet Gott selbst, der der Beschützer der Armen und Unterdrückten ist; ihn ehrt aber, wer den Herrn gebührend achtet, wer sich des Armen erbarmt, was die natürliche Folge der Furcht und Liebe zu Jehova ist. Vgl. Kap. 17, 5; 19, 17. V.32. Der Gottlose besteht nicht in seinem Unglück, d. h., wenn Unglück, Ruin und Tod den gottlosen Menschen treffen, wird er plötzlich hinweggefegt, gewaltsam aus diesem Leben vertrieben; aber der Gerechte ist auch in seinem Tod getrost, er ist selbst in der Stunde des Todes zuversichtlich, denn die Zukunft jenseits des Grabes birgt für ihn keine Schrecken, da er sein Vertrauen allein in die Barmherzigkeit des Herrn setzt. V. 33. Weisheit ruht im Herzen dessen, der Verstand hat, sie ist dort sicher geborgen, und der Weise hütet und mehrt sie sorgfältig; aber das, was im Inneren der Toren ist, wird bekannt [and. Vers.: und unter den Toren wird sie (d.i. die Weisheit der Verständigen) offenbar], sie sind immer eifrig und lautstark dabei, ihre Meinung zu äußern, da sie glauben, weise zu sein, aber sie offenbaren damit ihren Mangel an wahrem Verständnis, sie machen die Leere ihres Geistes bekannt. V. 34. Gerechtigkeit erhöht ein Volk, die Ausübung wahrer moralischer Aufrichtigkeit in jedem Bereich der Tätigkeit eines Volkes wird ein solches Volk auf eine hohe Stufe heben und ihm tendenziell materiellen Wohlstand verschaffen, denn Gott belohnt bürgerliche Gerechtigkeit auf diese Weise; aber Sünde ist der Leute Verderben; wenn sie in einem Volk offen geduldet wird, sind die Folgen Scham, Schande, Verletzung, Verfall und Zerstörung. V. 35. Ein kluger Knecht gefällt dem König wohl, er wird natürlich denjenigen bevorzugen und belohnen, der bei seiner Arbeit umsichtig und klug vorgeht; aber sein Zorn richtet sich gegen den schändlichen, er wird den Niederträchtigen treffen und ihm seine wohlverdiente Strafe geben.

 

 

 

 

Kapitel 15

 

Die Wirkung der Klugheit, Mittel, sich vor Sünden zu hüten

 

    V. 1. Eine sanfte Antwort wendet den Zorn ab, ein Wort, das in Sanftmut gesprochen wird, wenn Menschen kurz davor sind, in Rage zu geraten, ist wie Öl auf aufgewühltem Wasser; aber ein verletzendes Wort, die beleidigend und gewalttätig sind, schürt den Zorn, machen ihn leidenschaftlicher und verbitterter. V.2. Die Zunge der Weisen gibt Erkenntnis und präsentiert es in einer gut strukturierten Form, kleidet es auf eine ansprechende Weise; aber der Mund der Narren sprudelt Torheit hervor, in großen und abscheulichen Mengen, seine Äußerungen sind laut, verwirrt und ohne Sinn, nichts als Torheit. V. 3. Die Augen des HERRN sind an allen Orten, seine Allwissenheit sieht alles, was in der Welt vor sich geht, und schauen auf Böse und Gute, beobachtet jede ihrer Handlungen, ist mit ihren Wünschen, Worten und Taten vertraut. V. 4. Eine sanfte Zunge, wörtlich „Sanftmut der Zunge“, ist ein Baum des Lebens, d. h. eine Person, die in wahrer Demut sanfte, besänftigende und beruhigende Worte verwendet, wird ihren Teil zu einer besseren Wertschätzung und Nutzung des Lebens beitragen und dafür sorgen, dass die Menschen, mit denen sie in Kontakt kommt, es besser genießen können; aber Verkehrtheit darin, d. h. Übertretung mit der Zunge, ihr Missbrauch zum Zwecke der Aufwiegelung, verwundet den Geist, sie verwundet den Geist der Menschen, sie verursacht Herzschmerz und Trauer. V. 5. Ein Tor verachtet die Zucht seines Vaters, er offenbart seine Torheit, indem er sich weigert, korrigiert zu werden; wer aber auf Zurechtweisung hört, immer bereit ist, Korrekturen anzunehmen, ist klug, zeigt die richtige Diskretion. Vergl. Kap. 19, 25; 1 Sam. 23, 22. V.6. Im Haus des Gerechten gibt es viele Schätze, ein solcher Wohlstand ist der Segen des Herrn; aber im Einkommen des Gottlosen liegt Unglück, das Einkommen der Gottlosen führt zu Verwüstung; denn je mehr sie haben, desto mehr geben sie für den Dienst an der Sünde aus. V. 7. Die Lippen der Weisen verbreiten Erkenntnis und streuen es über das Land wie guten Samen, der eine reiche Ernte bringen wird; aber das Herz der Toren ist nicht recht; da sie keine Weisheit haben, können sie auch keine verbreiten, sie sind nicht auf dem richtigen Weg und daher völlig unfähig, andere zu lehren. V. 8. Das Opfer der Gottlosen ist dem HERRN ein Greuel, denn es wird in Gottlosigkeit und Heuchelei dargebracht; aber das Gebet der Aufrichtigen, mit dem sie Gott im Geist und in der Wahrheit anbeten und in wahre Gemeinschaft mit ihm treten, ist ihm wohlgefällig. V. 9. Der Gottlosen Weg ist dem HERRN ein Greuel, ihr ganzes Tun ist ihm ein Ekel; wer aber der Gerechtigkeit nachfolgt, wer mit großem Eifer nach der Gerechtigkeit des Lebens forscht, die dem Herrn gefällt, den liebt er. V. 10. Wer den Weg verlässt, den trifft eine schwere Züchtigung, d. h. eine scharfe Strafe wird den treffen, der den Weg verlässt, der durch den Willen des Herrn vorgezeichnet ist; und wer die Zurechtweisung hasst, d. h. die Zurechtweisung durch Gottes Wort, muss sterben, denn der Tod ist der Lohn der Sünde. V. 11. Hölle und Verderben liegen vor dem HERRN, das Totenreich, der Ort des ewigen Verderbens, ist vor ihm aufgedeckt; er kennt sie, auch wenn sie vor den Augen der Menschen verborgen sind; wie viel mehr also die Herzen der Menschenkinder? Der Herr kennt die Herzen aller Menschen, sie sind alle vor seinen Augen aufgedeckt, Jer. 17, 10; Heb. 4, 13. V. 12. Ein Spötter, einer, der es sich zur Aufgabe macht, alles Heilige zu verspotten, liebt nicht den, der ihn zurechtweist, denn sein törichter Stolz lehnt Korrektur ab; und geht nicht zu den Weisen, weil er dort mit Tadel rechnen muss; also zieht er die Gesellschaft derer vor, die seine Torheit beklatschen. V. 13. Ein fröhliches Herz macht das Gesicht heiter, denn wenn der Geist fröhlich ist, erhellt sich das Gesicht; aber durch Kummer im Herzen wird der Geist gebrochen, wenn der Kummer das Herz in Besitz genommen hat, werden auch die Kräfte des Geistes beeinflusst, die Klarheit des Denkens ist dahin, und der Schock erweist sich im Allgemeinen als verheerend für das gesamte geistige Leben. V. 14. Das Herz des Verständigen sucht Erkenntnis, denn er ist stets darauf bedacht, an wahrer Weisheit zuzunehmen, wie sie sich auf die verschiedenen Situationen im Leben anwenden lässt; aber der Mund der Toren weidet sich an Torheit, wörtlich: „Das Gesicht der Toren weidet sich an Torheit“, und erfreut sich daran, wie ein Tier, das sich eifrig von Gras auf der Weide ernährt. V. 15. Alle Tage der Betrübten sind böse, denn die innere Last ihres Kummers macht jeden Tag für sie traurig; aber wer fröhlichen Herzens ist und sich weigert, sich von Kummer belasten oder niederdrücken zu lassen, hat ein ständiges Fest, sein Leben ist wie ein ständiges Fest. V. 16. Besser wenig mit der Furcht des HERRN, die rechte Genügsamkeit mit den Segnungen des Herrn, klein sie äußerlich auch sein mögen, als großer Schatz und Unruhe dabei, denn der Besitz von Reichtümern bringt Sorgen und Kümmernisse mit sich, die oft sehr unangenehm sind, 1 Tim. 6, 6. V. 17. Besser ein Gericht von Kraut, eine Portion der einfachsten Speisen, mit Liebe, wo der Mensch inmitten seiner Lieben ist, als ein gemästeter Ochse, ein durch Handfütterung gemästetes Tier, mit Hass, wegen des Neids, der Eifersucht und des Hasses der Menschen, mit denen man speist. Nicht der Reichtum des Essens bringt Glück, sondern die Umstände, die es begleiten. V. 18. Ein zorniger Mann, einer, der nicht in der Lage ist, sein Temperament zu zügeln, schürt Streit, seine Handlungsweise führt unweigerlich zu Streit; aber ein Geduldiger beschwichtigt den Streit, indem er sich weigert, sich aufzuregen, und immer versöhnliche Reden führt. V. 19. Der Weg des Faulen ist wie eine Dornenhecke, da er immer auf Hindernisse und Hemmnisse stößt; aber der Weg des Aufrichtigen ist wohl gebahnt, denn sein Fleiß und der Segen des Herrn machen es ihm leicht, die Aufgaben des Lebens zu erfüllen. V. 20. Ein weiser Sohn macht seinem Vater Freude, Kap. 10, 1; aber ein törichter Mensch verachtet seine Mutter, eine solche Vernachlässigung und Verachtung seiner Mutter beweist, dass er ein törichter Mensch ist, nicht nur wegen der damit verbundenen Übertretung des vierten Gebots, sondern auch, weil die Weisheit und Liebe einer Mutter die beste Führung bietet. V. 21. Torheit ist Freude für den Unverständigen, für den, dem es an gesundem Menschenverstand mangelt; aber ein verständiger Mann bleibt auf dem rechten Weg, geht geradeaus auf dem Weg der Pflicht und lässt nicht zu, dass Torheit seine Treue beeinträchtigt. V. 22. Ohne Ratschläge werden Pläne zunichte, Pläne scheitern mit Sicherheit, wenn sie nicht im Voraus sorgfältig und aus jedem Blickwinkel betrachtet wurden; wo aber viele Ratgeber sind, kommen sie zustande, denn wenn sie auf diese Weise ausgearbeitet werden, mit Ratschlägen von allen Seiten, besteht die Möglichkeit, dass alle Schwierigkeiten berücksichtigt werden. V. 23. Ein Mann hat Freude an der Antwort seines Mundes; wenn es ihm gelungen ist, den richtigen Rat zu geben, freut er sich natürlich darüber; und ein Wort, das zur rechten Zeit gesprochen wird, das genau den Nagel auf den Kopf trifft und so die Schwierigkeit löst, wie gut ist es! wie willkommen, erfreulich und heilsam! V. 24. Der Lebensweg des Einsichtigen führt aufwärts, er richtet seinen Kurs nach oben und strebt mit jedem neuen Tag einen höheren Grad der Heiligung an, sein Blick ist auf die Belohnung gerichtet, die ihm die Barmherzigkeit Gottes verspricht, damit er der Hölle unten entflieht kann, er meidet den Weg, der zur ewigen Verdammnis führt. V. 25. Der HERR wird das Haus des Hochmütigen zerstören und ihn, seine Familie und all seinen Besitz mit Strafe belegen; aber die Grenze der Witwe legt er fest und wird nicht zulassen, dass die Grenze ihres Eigentums verschoben wird, das heißt, er wird ihren Besitz schützen. V. 26. Die Gedanken der Gottlosen sind dem HERRN ein Gräuel, er verabscheut böse Pläne, er wird böse Absichten nicht dulden; aber rein sind Worte der Freundlichkeit; wenn sie nicht von Heuchelei befleckt sind, sind sie tröstlich, voller Trost für geplagte Seelen und daher wertvoll in den Augen des Herrn. V. 27. Wer unrechten Gewinn macht, dessen Habsucht ihn dazu bringt, ungerechten Gewinn zu suchen, zerstört sein Haus, denn seine Handlungen werden unweigerlich unangenehme Folgen für seine eigene Familie haben; aber wer (Bestechungs-)Geschenke hasst, der steht über der Gemeinheit der Bestechung, wird leben, das Leben genießen und in Wohlstand leben. V. 28. Das Herz des Gerechten überlegt, was zu antworten ist, überlegt und erwägt sorgfältig, bevor er eine Meinung äußert oder einen Ratschlag gibt; aber der Mund des Gottlosen sprudelt Böses hervor, in einem vollen und trüben Strom, ohne das Gewissen und das Recht zu befragen. V. 29. Der HERR ist fern von den Gottlosen, so dass sie ihn nicht mit ihrer heuchlerischen Form der Anbetung erreichen können; aber das Gebet der Gerechten erhört er, sie haben freien Zugang zum Thron der Barmherzigkeit, und er erfüllt gerne ihre Wünsche. V. 30. Das Leuchten der Augen erfreut das Herz, wenn die Augen mit einem freundlichen Glanz leuchten, wird dadurch ein Einfluss auf das Herz des Nächsten ausgeübt, der ihm etwas von der Heiterkeit vermittelt; und eine gute Botschaft, eine freudige Nachricht, erquickt das Gebein, gibt dem ganzen Körper Erfrischung und Kraft. V. 31. Das Ohr, das die heilsame Zurechtweisung hört, eine Mahnung oder Korrektur, die den Weg zum Leben aufzeigt, bleibt unter den Weisen, gehört zu ihrem Kreis aufgrund der so gewonnenen Weisheit. V. 32. Wer die Belehrung ablehnt, sich der Zurechtweisung entziehen will, sie nicht beachtet, verachtet seine Seele, schätzt sie gering, weiß nicht oder kümmert sich nicht darum, dass der wahre Genuss des Lebens davon abhängt, dass er die Zurechtweisung annimmt; wer aber die Zurechtweisung hört, erlangt Einsicht und zeigt damit, dass er seine Seele richtig einschätzt. V. 33. Die Furcht des HERRN ist die Lehre zur Weisheit, sie bietet die Ausbildung, die zu wahrer Weisheit führt; und vor der Ehre kommt die Demut, das heißt, wahre Demut wird den Weg zu wahrer Ehre ebnen, denn Gott gibt den Demütigen Gnade.

 

 

Kapitel 16

 

Von Gottes Vorsehung und Regierung und der Pflicht der Menschen

 

    V. 1. Der Mensch setzt sich’s wohl vor im Herzen, aber vom HERRN kommt, was die Zunge reden soll, wörtlich: „Für den Menschen“, das heißt, was den Menschen betrifft, „die Pläne des Herzens, aber vom Herrn die Antwort der Zunge.“ Der Verstand eines Menschen mag damit beschäftigt sein, ein Problem zu lösen, verschiedene Pläne oder Schemata aufzustellen, um zu einer richtigen Schlussfolgerung zu gelangen, aber die beste Lösung ist die, die vom Herrn gegeben wird, der die Gedanken schließlich nach seinem Willen lenkt und sie in Worten ausdrückt, die mit seinen Plänen übereinstimmen. V.2. Alle Wege eines Menschen sind rein in seinen Augen, in seinem eigenen Urteil; aber der HERR prüft die Geister, er hat Mittel und Wege, alle Menschen nach ihrem wahren moralischen Wert zu prüfen, und sein Urteil ist nicht fehlbar wie das der Menschen. V. 3 Befiehl dem HERRN deine Werke und wende dich an ihn, damit er sich darum kümmert (Ps 37,5), so werden deine Anschläge gelingen, er selbst wird den Plänen und Absichten des Gläubigen die richtige und gesegnete Richtung geben. V. 4. Der HERR hat alles zu seinem Zweck gemacht, gemäß seinen allweisen Plänen; auch den Gottlosen für den Tag des Unglücks, denn selbst die Werke der Gottlosen sind in seiner Regierung enthalten, obwohl seine Strafe sie schließlich ereilen wird, dient das Böse so zu seiner Verherrlichung. V. 5. Ein stolzes Herz ist dem HERRN ein Greuel, er verabscheut diejenigen, die sich selbst erhöhen; die Hand darauf: Ein solcher wird nicht ungestraft bleiben, wird er mit Sicherheit nicht ungestraft bleiben. V. 6. Durch Güte und Treue wird die Missetat gesühnt, liebevolles und treues Verhalten gegenüber dem Nächsten wird jedoch nicht als Grund für die Sühne der Sünde genannt, sondern als unveränderlicher Ausdruck eines reuigen und gläubigen Herzens, vgl. Lukas 7, 47; und durch die Furcht des HERRN, die sich in den Tugenden der Barmherzigkeit und Wahrheit zeigt, meidet man das Böse, d. h. der Gläubige entkommt dadurch dem moralischen Bösen, der Sünde in all ihren Formen. V. 7. Wenn die Wege eines Menschen dem HERRN gefallen, wenn der Herr feststellt, dass das Verhalten eines Menschen, die Ziele, die er sich gesetzt hat, und die Mittel, die er zu deren Erreichung einsetzt, mit seinem Willen übereinstimmen, lässt er sogar seine Feinde mit ihm Frieden machen und veranlasst sie, ihre feindliche Haltung aufzugeben und sogar auf seiner Seite zu stehen. V. 8. Besser ist wenig mit Gerechtigkeit, kleine Besitztümer, die mit gutem Gewissen erworben und behalten werden, als großes Einkommen, ein großes Einkommen und großer Reichtum, mit Unrecht, durch Unterdrückung und Ungerechtigkeit erworben. V. 9. Das Herz des Menschen ersinnt seinen Weg, indem es sein Verhalten sorgfältig abwägt und so gut wie möglich überlegt, was das Beste für ihn sein könnte; aber der Herr lenkt seine Schritte, das Ergebnis und das Ende gehören dem Herrn, und der beste Rat ist, dass ein Christ sich von Anfang an unter Gottes Führung stellt; denn „der Mensch denkt, aber Gott lenkt“. V. 10. Ein Gottesurteil liegt auf den Lippen des Königs, er trifft in seiner Position als Souverän seine Entscheidung als Vertreter des Herrn; sein Mund begeht keine Verfehlung im Gericht, er darf seine Macht nicht für seine eigenen privaten Interessen einsetzen, indem er wahres Recht willkürlich beiseiteschiebt. V. 11. Rechte Waage und Gewichte sind des HERRN, wörtlich: „Die Waage und die Gewichte der Gerechtigkeit gehören dem Herrn.“ Sein souveräner Wille bestimmt über ihren richtigen Gebrauch. Er möchte, dass Geschäfte ohne Betrug abgewickelt werden. Alle Gewichte im Beutel sind sein Werk, die Steine, die üblicherweise als Gewichte verwendet und vom Kaufmann in einem Sack getragen wurden, sollten auf Gottes Geheiß ein ehrliches Gewicht sein. V. 12. Es ist den Königen ein Gräuel, es macht sie zu Objekten des Abscheus und der Verachtung, Unrecht zu tun, das Absehen von Recht und Gerechtigkeit führt dazu, dass sowohl Gott als auch die Menschen sie verachten; denn der Thron wird durch Gerechtigkeit bestätigt, die königliche Macht wird durch Gerechtigkeit in ihrer ständigen Anwendung aufrechterhalten, nicht durch die Willkür des Despoten. V. 13. Gerechte Lippen gefallen den Königen, wahre Herrscher freuen sich, Männer unter ihren Beratern zu haben, die offen die Wahrheit in Gerechtigkeit sagen; und sie lieben den, der aufrichtig redet, das heißt, wenn sie selbst gottesfürchtige Männer sind, werden sie es vorziehen, solche Männer unter ihren Beratern zu haben. V. 14. Der Zorn eines Königs ist ein Todesbote, wenn er wütend wird, stehen ihm viele Mittel und Instrumente zur Verfügung, um sein Todesurteil zu vollstrecken; aber ein weiser Mann wird ihn besänftigen, er wird ruhig Argumente vorbringen, die den Zorn des Königs besänftigen und lindern. V. 15. Wenn des Königs Angesicht freundlich ist, das ist Leben, wenn er gnädig gestimmt ist, verteilt er Gunstbeweise, die seinen Untertanen das Leben angenehm machen; und seine Gunst ist wie eine Wolke des Spätregens, die der Ernte vorausgeht, wobei der Vergleichspunkt die belebende Kraft ist. V. 16. Wie viel besser ist es, Weisheit zu erlangen als Gold! Ihr Wert ist so unermesslich größer, und Verständnis zu erlangen, ist edler als Silber! Wenn ein Mensch den Reichtum der ganzen Welt gewinnen sollte, wäre ein solcher Erwerb nicht mit dem der wahren Weisheit zu vergleichen. V. 17. Der Weg der Aufrichtigen; ihr gesamtes Verhalten ist, sich vom Bösen abwenden, sie meiden es, indem sie dem Weg der strengen Frömmigkeit folgen; wer seinen Weg bewahrt, behütet seine Seele, denn durch die sorgfältige Befolgung des Willens und des Wortes Gottes bewahrt ein Mensch seine Seele vor dem geistigen und ewigen Tod. V. 18. Wer zugrunde gehen soll, wird zuvor stolz, denn Selbstüberschätzung macht einen Menschen blind gegenüber Gefahren und dem wachsenden Groll anderer Menschen und beschleunigt so seinen Sturz, und Hochmut kommt vor dem Fall, der Vorbote des Sturzes des Stolzen. V. 19. Besser ist es, niedrig zu sein mit den Demütigen, bei denen zu bleiben, die in Schwierigkeiten sind, und sich damit zufrieden zu geben, ein Leben in der Dunkelheit zu führen, als Beute mit den Stolzen zu teilen und sich an den unrechtmäßig erworbenen Gewinnen falschen Ehrgeizes zu erfreuen. V. 20. Wer auf das Wort achtet und in jeder Lebenslage sorgfältig auf das Wort Gottes achtet, wird Gutes finden und wahren Wohlstand erlangen; und wer auf den HERRN vertraut und mit ihm in der persönlichen, vertraulichen Beziehung des Glaubens vereint ist, ist glücklich, der Besitzer wahrer Glückseligkeit. V. 21. Die Weisen im Herzen werden als verständig bezeichnet und als Menschen mit wahrem Urteilsvermögen angesehen, und liebliche Reden erhöhen die Bildung, d. h. wenn man die Gnade, eine angenehme und attraktive Art und Weise, beim Lehren nutzt, hat man leichten Zugang zu immer größeren Zuhörerkreisen. V. 22. Einsicht, richtige Einsicht und wachsame Urteilskraft ist eine Quelle des Lebens für den, der sie hat, eine Quelle des Lebens und der Kraft für ihren Besitzer; aber die Züchtigung von Toren ist Torheit, ihre Torheit, die zu ihrer Besserung dient, ist eine Quelle aller möglichen Nachteile; denn der Mangel an Vernunft ist ihre eigene Strafe, die das Glück eines Menschen zerstört. V. 23. Das Herz des Weisen lehrt seinen Mund, denn die Weisheit des Herzens und des Verstandes zeigt sich in vernünftiger Rede, und mehrt auf seinen Lippen die Belehrung, was seiner Lehre mehr Nachdruck und Gewicht verleiht. V. 24. Angenehme Worte sind wie Honigseim, süß für die Seele und erfrischen die Gebeine; denn der Geist der Freundlichkeit, der von der Liebe inspiriert ist, ist in ihnen offensichtlich, um den Hörer zu stärken. V. 25. Es gibt einen Weg, der einem Menschen richtig erscheint, wenn sein Verhalten nach eigenem Ermessen gut und angemessen ist, aber das zuletzt sind die Wege des Todes; sein Urteil ist falsch, sein Irrtum führt ihn ins Verderben. Vgl. Kap. 14, 12. V. 26. Der Hunger des Arbeiters arbeitet für ihn, sein Geist oder seine Seele, unter dem Druck der Lebensnotwendigkeiten, treibt ihn an, ernsthaft für sein tägliches Brot zu arbeiten; denn sein Mund treibt ihn dazu an, treibt ihn an, zwingt ihn, spornt ihn an, denn es ist die Regel des Herrn, dass der Mensch arbeiten muss, um die Lebensnotwendigkeiten zu erlangen. V. 27. Ein gottloser Mensch gräbt nach Unheil, seine Bosheit veranlasst ihn, Gruben für andere zu graben; und auf seinen Lippen ist‘s wie ein brennendes Feuer, seine Worte und Aussagen sind wie ein sengendes Feuer oder Eisen, dessen sengende Hitze alles zerstört. V. 28. Ein verkehrter Mensch, einer, der sich der Bosheit bedient, sät Streit, denn sein Verhalten ist dazu bestimmt, Feindschaft zu schaffen; und ein Verleumder entzweit enge Freunde, was dazu führt, dass enge Freunde sich entzweien, denn das ist die Wirkung von geschickt verbreiteter Verleumdung. V. 29. Ein gewalttätiger Mensch verführt seinen Nächsten, indem er ihn absichtlich und böswillig zu seinem Schaden überredet, und führt ihn auf keinen guten Weg, wo er in der Lage sein wird, den von ihm geplanten Ruin auszuführen. V. 30. Wer mit seinen Augen winkt, um jeden guten Einfluss fernzuhalten, denkt nichts Gutes, um Unheil und List zu sinnen; wer mit den Lippen andeutet, vollbringt Böses, wobei die Handlung oder Geste des Zusammenpressens der Lippen ein Beweis für Bosheit ist, und so führt er seine bösen Absichten aus. V. 31. Graue Haare, das weiße Haar eines alten Menschen, sind eine Krone der Ehre, wie ein prächtiges Diadem, ein glänzender Schmuck, auf dem Weg der Gerechtigkeit wird sie gefunden, denn nur dann wird ein alter Mensch vom Herrn mit Wohlwollen betrachtet. V. 32. Ein Geduldiger, der sich immer gut im Griff hat und sein Temperament beherrscht, ist besser als ein Starker, ein Kämpfer, der immer im Kampf ist; und wer seinen Geist beherrscht und sein Temperament im Zaum hält, der ist besser, als der eine Stadt einnimmt, denn nicht bei der geringsten Provokation zu streiten und zu kämpfen, ist ein Zeichen von Größe, sondern eine Sanftmut, die in der Lage ist, die Gefühle eines Menschen zu kontrollieren und durch ihre unerschütterliche Ruhe überzeugt. V. 33. Das Los wird in den Schoß geworfen, scheinbar zufällig; aber all seine Entscheidung kommt vom HERRN, die Entscheidung liegt bei ihm, denn selbst die Ereignisse, die uns am zufälligsten erscheinen und nur dem Zufall unterliegen, werden von Gott angeordnet und gelenkt.

 

 

Kapitel 17

 

Von unzeitigem Zank und Hader

 

    V. 1. Besser ein trockener Bissen, ohne den üblichen Wein oder verdünnten Essig, und Ruhe, Harmonie unter allen am Tisch, als ein Haus voll Fleisch, eine große Menge an Fleisch und anderen üppigen Speisen, die bei Opfermahlzeiten serviert werden, mit Streit, Hass, der in Streit ausbricht, was die Gefahr ist, wenn die Reichen bei ihren Banketten über die Stränge schlagen. V. 2. Ein kluger Knecht wird über einen nichtsnutzigen Sohn herrschen, den entarteten, verschwenderischen Erben des Hauses, der sein Vermögen verschwendet und so arm wird, dass er in die Knechtschaft gezwungen wird, während der ehemalige Sklave durch Fleiß und Sparsamkeit Herr werden würde und sich inmitten der Brüder in die Erbschaft teilen, d. h. nachdem er sein eigenes Erbe verschwendet hat, wäre der törichte Sohn, obwohl er der Erstgeborene ist, gezwungen wäre, das Erbe unter den anderen Erben aufzuteilen, während er selbst keinen weiteren Cent erhält. V. 3. Der Schmelztiegel ist für Silber und der Ofen für Gold, wobei ihre Beschaffenheit und Reinheit in beiden Fällen durch den Prozess, dem sie unterzogen werden, zum Vorschein kommt; aber der HERR prüft die Herzen und testet den Wert sowohl ihrer Beschaffenheit als auch ihres Inhalts, wobei er selbst mit den verborgenen Wünschen der Menschen vertraut ist. V. 4. Ein Übeltäter horcht auf unheilstiftende Lippen, wörtlich: „Die Bosheit achtet auf die Lippen der Gewalt“, denn Lügen, Betrug und Gewalt stimmen mit den Gefühlen eines bösen Herzens überein; und ein Lügner schenkt der Verderben bringenden Zunge Gehör, findet Gefallen an übler Nachrede, die mit seinen eigenen niederen Gedanken übereinstimmt und ihn in seiner Bosheit bestärkt. V. 5. Wer den Armen verspottet, ihn wegen seiner niedrigen Stellung verachtet, höhnt dessen Schöpfer, denn der Herr hat dem Armen seinen Platz im Leben gegeben; und wer sich über Unglück freut, sich über das Unglück anderer freut, wird nicht ungestraft bleiben. Vgl. Kap. 14, 31. V. 6. Kindeskinder sind die Krone der Alten, sie sind ein Segen des Herrn und eine Quelle der Ehre und des Stolzes für die Grauköpfigen, wenn sie ihre Nachkommen bis in die dritte Generation sehen, denn das Glück der jüngeren Generation spiegelt sich im Leben der älteren wider; und der Schmuck der Kinder sind ihre Väter, denn die Regel gilt für beide Seiten, und fromme Kinder teilen die Ehre, die ihre Eltern genießen. V. 7. Selbstbewusste Rede, feines und hohes Gespräch, in einer anmaßenden, diktatorischen Art, steht einem Toren nicht an; viel weniger lügnerische Reden einem Edlen, denn wahrer Adel hat nichts mit Betrug und listigen Reden zu tun. V. 8. Ein (Bestechungs-)Geschenk ist wie ein Edelstein, wörtlich: „ein Stein der Lieblichkeit“, von bezaubernder Anmut, in den Augen dessen, der es gibt, wobei es sich anscheinend um den Fall eines Menschen handelt, der durch die Aussicht auf ein reiches Geschenk oder Bestechungsgeld angeregt wird und daher mit umso größerem Ernst arbeitet; wohin es sich auch wendet, das heißt, wem auch immer das Geschenk zukommt, hat es Erfolg, macht wohlhabend und sichert seinem Geber Unterstützer und Freunde. V. 9. Wer eine Verfehlung zudeckt, wer auf gütige und wohltätige Weise die Verbreitung übler Nachrede vermeidet, sucht Liebe und übt sie auf angemessene Weise aus; wer aber eine Sache aufrührt, wer bestimmte Verfehlungen immer wieder anspricht und die Erinnerung daran wachhält, wer die Menschen dazu bringt, mit dem Finger auf den Übertreter zu zeigen, entzweit Freunde, denn Argwohn und Missgunst sind dazu bestimmt, Freundschaften zu zerstören. V. 10. Ein Verweis dringt tiefer bei einen Weisen ein, hinterlässt einen tieferen und nachhaltigeren Eindruck und hat bessere Folgen als hundert Schläge bei einem Toren, denn der Narr ist gefühllos und lässt sich nicht beeinflussen. V. 11. Ein böser Mensch sucht nur Auflehnung, das heißt, wer sich in vorsätzlicher Übertretung seines Gesetzes gegen den Herrn auflehnt, hat Böses im Sinn; daher ein grausamer Bote gegen ihn gesandt wird, das heißt, das Böse wird mit unerbittlicher Strenge bestraft. V. 12. Es ist besser, einer Bärin zu begegnen, der die Jungen geraubt sind, als einem Toren in seiner Torheit, denn ein bösartiger Tor ist eine größere Bedrohung für die Gesellschaft und die Menschheit im Allgemeinen als ein wütender Bär. V. 13. Wer Gutes mit Bösem vergilt, dem wird in einem Übermaß an Undankbarkeit von dessen Haus wird das Böse nicht weichen, denn Unglück ist die Strafe für solche Handlungen des niedrigen Undanks. V. 14. Der Anfang eines Streits ist wie das Entfesseln von Wasser, wie das Durchbrechen von Wassermassen durch einen Damm oder Deich; man weiß nie, wie groß die Flut werden wird; deshalb höre auf, ehe er ausbricht, aufhören, bevor der Unfug in Gang gesetzt wird; denn wie im Falle einer Flut weiß man nie, wie viel Schaden am Ende angerichtet wird. V. 15. Wer den Schuldigen gerecht spricht und den Gerechten verurteilt, ohne die Forderungen der Gerechtigkeit zu berücksichtigen, die sind beide dem HERRN ein Greuel, Gott betrachtet beide Fälle mit gleichem Abscheu. V. 16. Warum hat ein Narr Geld, um Weisheit zu erlangen, weil er glaubt, dass man sich Wissen oder irdisches Gold mit Geld kaufen kann, da ihm doch der Verstand dafür fehlt? Diese Tatsache ist die eigentliche Schwierigkeit, was den Narren betrifft, und schließt ihn von wahrer Weisheit aus. V. 17. Ein Freund liebt zu allen Zeiten, der gute Wille unter Kameraden ist immer konstant, immer auf dem gleichen Niveau, und ein Bruder wird für die Not geboren, oder, aber der Bruder ist aus der Not geboren, denn in solchen Zeiten werden Freundschaft und die richtige brüderliche Beziehung auf die Probe gestellt. V. 18. Ein Mann ohne Verstand ist, dem es an gesundem Menschenverstand mangelt, der in die Hand gelobt, verpfändet sich und sein Hab und Gut törichterweise und wird Bürge für seinen Nächsten. Vergl. Kap. 6, 1-5; 11, 15. V. 19. Wer Zank liebt, der liebt Sünde, denn eine streitsüchtige Gesinnung ist gewöhnlich mit Bosheit des Herzens verbunden; und wer sein Tor erhöht, sucht Einsturz, indem er sich als wohlhabend ausgibt, indem er ein hohes Tor zu seinem Haus baut, wodurch er Neid und Feindschaft hervorruft und zu seinem eigenen Untergang führt. Stolz ist die häufigste Ursache für zerstörerische Streitigkeiten. V. 20. Wer ein verkehrtes Herz hat, ein Herz, das krumm und bösartig ist, findet nichts Gutes, wird niemals Erfolg haben; und wer eine verkehrte Zunge hat, eine Zunge, die eigensinnig ist, eine Zunge, die nicht konsequent ist, sondern sich windet und dreht, um sich der Gelegenheit anzupassen, gerät in Unheil, stürzt sich in eine wohlverdiente Strafe. V. 21. Wer einen Narren zeugt, der hat Kummer davon, er ist höchst unglücklich, einen Narren zum Sohn zu haben; und der Vater eines Narren hat keine Freude. Vergl. Kap. 10, 1; 18, 13. V. 22. Ein fröhliches Herz fördert die Gesundheit, Fröhlichkeit ist förderlich für Gesundheit und Wohlbefinden; aber ein gebrochener Geist, einer, der von Kummer und Not geplagt ist, trocknet die Gebeine aus, entzieht dem Körper das Mark und die Kraft. V. 23. Ein böser Mensch nimmt (Bestechungs-)Geschenke aus dem Busen an, besser gesagt, „ein Bestechungsgeld aus dem Busen“, das heimlich und verstohlen gegeben wird, „wird der Böse annehmen“, um den Gang des Rechts zu beugen, denn das ist der Zweck von Bestechungsgeldern. V. 24. Weisheit ist vor den Augen des Verständigen, sie ist ihm sehr nahe, sie leitet und führt ihn immer, führt ihn immer auf einem bestimmten Weg; aber die Augen eines Narren schweifen an die Enden der Erde, beschäftigt mit Dingen in einer dunklen und schattigen Ferne, seine Gedanken schweifen ohne bestimmtes Ziel umher. V. 25. Ein törichter Sohn ist seinem Vater ein Kummer, bereitet ihm Leid und Trauer und Bitterkeit der Mutter, die ihn geboren hat, durch den Ärger, den er verursacht. V. 26. Den Gerechten bestrafen, ist nicht gut, es widerspricht den Grundsätzen der Gerechtigkeit, den Gerechten irgendeine Art von Strafe tragen zu lassen, noch den Edlen, der recht handelt, den Edlen unter dem Vorwand des Rechts und der Gerechtigkeit entgegen dem Recht zu schlagen, um offen Unrecht zu verhängen. V. 27. Wer Einsicht hat, der hält seine Worte zurück, ist vorsichtig mit seiner Rede, enthält sich der Geschwätzigkeit; und ein verständiger Mensch ist von ruhigem Gemüt, ein Mensch, der sich immer im Griff hat, zeigt, dass er vernünftig ist. V. 28. Selbst ein Narr, wenn er schweigt, gilt als weise, und wenn er seine Lippen verschließt, als verständig. Dies ist eine Ermahnung an die Narren, zumindest davon abzusehen, ihre Unvernunft zu offenbaren, und so einen Ruf für gesunden Menschenverstand zu bewahren, wenn sie schon nichts anderes können.

 

 

Kapitel 18

 

Von der Trennung guter Freunde

 

    V. 1. Nach seinem eigenen Begehren sucht der Sonderling, jedem vernünftigen Rat widersetzt er sich, das heißt, wer seinen eigenen Weg geht, aus selbstsüchtigem Widerstand gegen alles, was unter den Menschen etabliert ist, sucht nur sein eigenes egoistisches Interesse am Leben. V. 2. Ein Narr hat keine Freude am Verstehen, sein Vergnügen ist nicht darauf ausgerichtet, sondern darauf, was in seinem Herz steckt, die Weisheit zeigt, die er dort zu finden glaubt, denn er glaubt, dass es seine Pflicht ist, die Welt über seine Größe in dieser Hinsicht zu informieren. V. 3. Wenn der Böse kommt, dann kommt auch Verachtung, denn ein solcher Mensch hält sich für zu erhaben, um sich anderen unterzuordnen, und deshalb mangelt es ihm sowohl an Ehrfurcht als auch an Nachsicht, und mit der Schandtat die Schmach, denn der Böse muss seine vermeintliche Überlegenheit zur Schau stellen, indem er alle, die nicht auf seiner Seite sind, mit geplanter Verachtung behandelt. V. 4. Die Worte aus dem Mund eines Mannes sind wie tiefe Wasser, schwer zu ergründen und auszuschöpfen, wenn er wirklich etwas zu sagen hat, und die Quelle der Weisheit wie ein sprudelnder Bach, eine Quelle der Weisheit, reich an Inhalt und lebensspendend in ihrer Qualität. V. 5. Es ist nicht gut, die Person des Gottlosen zu erheben, ihn in irgendeiner Weise zu bevorzugen, insbesondere in einem Gerichtsverfahren, um den Gerechten im Gericht zu beugen, so dass er seinen Fall aufgrund der Parteilichkeit des Richters verliert. V. 6. Die Lippen des Toren bringen Streit, bringen einen Streit hervor, und sein Mund ruft nach Schlägen, er fordert heraus und provoziert die Strafe, die ihn trifft. V. 7. Der Mund des Toren, wegen seiner streitsüchtigen Art, ist sein Verderben, er bringt ihm Verderben, und seine Lippen sind die Schlinge seiner Seele, seine unüberlegte Sprache bringt ihm Ärger ein. V. 8. Die Worte des Verleumders sind wie Leckerbissen, wie süße Häppchen oder wie Zeitvertreib, begierig ergriffen und verschlungen von denen, die auf Verleumdungen hören, und sie gehen bis in die innersten Teile des Leibes, werden gerne angenommen und in Erinnerung behalten. V. 9. Wer bei seiner Arbeit lässig ist, wer sich ihr nicht mit aller Sorgfalt widmet, ist ein Bruder des Verderbers, ein Verschwender; die beiden sind eng miteinander verbunden, da in beiden Fällen Besitztümer verloren gehen. V. 10. Der Name des HERRN ist ein starker Turm, wer sich auf den Herrn verlässt, wie er sich in seinem Wort offenbart hat, hat eine Festung mit dem sichersten Schutz; der Gerechte, wer durch den Glauben sein Vertrauen in den Herrn setzt, läuft dorthin und ist sicher, erlangt eine hohe und geschützte Position, wo die Feinde ihm keinen Schaden zufügen können. V. 11. Der Reichtum des Reichen ist seine feste Stadt und eine hohe Mauer – in seiner Einbildung, seiner eigenen törichten Vorstellung; denn es ist kein Turm wie der Name des Herrn. V. 12. Vor dem Verderben ist das Herz des Mannes hochmütig, der Stolz geht dem Fall voraus, und vor der Ehre kommt die Demut, die ihr wie ein Herold den Weg weist. Vergl. Kap. 16, 18; 15, 33. V. 13. Wer antwortet, bevor er zuhört, bevor er beide Seiten sorgfältig angehört hat, um zu einem richtigen und gerechten Schluss zu kommen, dem ist’s Torheit und Schande, denn eine Meinung, die nicht auf einer gründlichen Untersuchung beruht, ist schlimmer als wertlos (Prediger 11, 8). V. 14. Der Geist des Menschen wird sein Leiden ertragen, ein starker und mutiger Geist, der ihn bei körperlicher Krankheit oder Schwäche unterstützt; aber ein bedrücktes Gemüt, einer, der durch Widrigkeiten gebeugt und gebrochen ist, wer kann das ertragen? Es ist schwieriger, die Schwächen der Seele, die Trauer, den Kummer, die Sorgen und die Leiden, die das innere Leben beeinträchtigen, zu ertragen, als die Auswirkungen körperlicher Schwäche zu überwinden. V. 15. Das Herz des Klugen erwirbt Einsicht, arbeitet für ihren Besitz, ist bereit für ihre Aufnahme, und das Ohr des Weisen sucht nach Erkenntnis, ist bestrebt, dem Herzen und dem inneren Leben beim Erwerb wahrer Weisheit zu dienen. V. 16. Ein Geschenk eines Menschen, das ihm vorausgeschickt wird, um ihm Gunst zu verschaffen, macht ihm Raum und verschafft ihm leichten Zugang zu demjenigen, dessen Gunst er sucht, und bringt ihn vor die großen Herren, denn es öffnet ihm die Türen der Mächtigen, was nicht nur im Orient, sondern auch in unserer westlichen Zivilisation der Fall ist. V. 17. Wer in seiner eigenen Sache zuerst kommt, scheint im Recht zu sein, d. h. eine Person glaubt, in einer strittigen Angelegenheit völlig im Recht zu sein, bevor sie die andere Seite gehört hat; bis der Nächste kommt und untersucht sie, zwingt sie, sich einer neuen Untersuchung in der strittigen Angelegenheit zu unterziehen, wodurch die Wahrheit ans Licht kommt und die ursprüngliche Meinung revidiert wird. V. 18. Das Los, wie es von den Juden gemäß dem Gesetz verwendet wurde, beendet Streitigkeiten, denn der Herr selbst lenkte das Ergebnis und scheidet zwischen den Mächtigen, entschied die Angelegenheit zwischen ihnen und verhinderte so blutige Auseinandersetzungen. V. 19. Ein Bruder, der beleidigt wurde, ist schwerer zu gewinnen als eine starke Stadt, oder wenn er durch eine vorsätzliche Beleidigung, durch einen Vertrauensbruch, entfremdet wurde, wird er jeden Versuch der Versöhnung mit Argwohn betrachten; und Streitigkeiten sind wie die Riegel einer Burg, Streitigkeiten zwischen ehemaligen Freunden sind die hartnäckigsten Hindernisse für eine Versöhnung. V. 20. Der Leib eines Mannes wird mit der Frucht seines Mundes gesättigt, sein ganzer Körper wird die Folgen seiner Reden tragen müssen; und den Ertrag seiner Lippen kostet er aus, es wird zu ihm zurückkehren, wie es aus seinem Mund hervorgegangen ist. V. 21. Tod und Leben stehen in der Macht der Zunge, d. h. das eine oder das andere wird das Schicksal des Menschen sein, je nachdem, wie er seine Zunge benutzt hat; und wer sie liebt, wird ihre Früchte essen und die Auswirkungen ihres guten Gebrauchs und ihres Missbrauchs an sich selbst erfahren. V. 22. Wer eine (Ehe-)Frau findet, die Worte implizieren eine ernsthafte und kluge Suche, findet etwas Gutes, denn eine tugendhafte Frau ist eine wahre Gehilfin für den Mann und erlangt Wohlgefallen vom HERRN, denn eine solche Frau ist ein reichlicher Beweis für die barmherzige Güte des Herrn und gehört wahrhaftig in die vierte Bitte. V. 23. Der Arme bittet flehentlich, seine Armut und die Niedrigkeit seiner Stellung zwingen ihn, im Umgang mit den Mächtigen alle Sanftmut zu zeigen; aber der Reiche, der auf den Respekt angewiesen ist, der großen Besitztümern allgemein entgegengebracht wird, antwortet grob, da er sich aufgrund seines Reichtums dazu berechtigt fühlt. V. 24. Ein Mann, der viele Freunde hat, kann daran scheitern, oder besser gesagt, ein Mann, der die ganze Welt als Freund hat, wird in wahrer Freundschaft scheitern, denn er wird sich kaum für klar definierte Prinzipien einsetzen; und es gibt einen Freund, der näher steht als ein Bruder, einer, der in der Not geprüft wird und sich als solide erweist, denn der Beweis für Freundschaft ist, ob sie der Prüfung in der Not standhält.

 

 

Kapitel 19

 

Von der Verachtung des Armen und Mäßigung des Zorns

 

    V. 1. Besser ist der Arme, der in seiner Unschuld wandelt, in Unschuld des Herzens und Rechtschaffenheit des Verhaltens, als derjenige, der mit seinen Lippen verkehrt, voller Bosheit in seiner Rede, und ein Narr ist, denn sein Reichtum wird ihn nicht vor dieser Verurteilung retten. V. 2. Wo man nicht mit Vernunft handelt, wo der Seele Wissen und Einsicht fehlen, geht es nicht gut zu, denn diese Tatsache hält sie von jeglicher Energie und jeglichem Fortschritt ab; und wer mit seinen Füßen eilt, ohne angemessene Überlegung vorangeht, in törichter Unbesonnenheit, um irgendeinen äußeren Segen zu erlangen, tritt fehl, da sein Eifer nicht der Erkenntnis entspricht. V. 3. Die Torheit des Menschen verkehrt seinen Weg, er selbst ist schuld, wenn er zu Boden geworfen und ins Verderben gestürzt wird; und sein Herz grollt gegen den HERRN und murrt gegen den Herrn, obwohl er nur sich selbst die Schuld geben muss. V. 4. Reichtum schafft viele Freunde, denn die Menschen suchen die Gunst der Reichen, in der Hoffnung, selbst davon zu profitieren; aber der Arme wird von seinem Freund verlassen, es ist der Lauf der Welt, den Armen sich selbst zu überlassen und ihn zu ignorieren. V. 5. Ein falscher Zeuge bleibt nicht ungestraft, seine Lügen werden in Gottes Aufzeichnungen festgehalten, und wer Lügen ausspricht, sie ständig ausatmet, wird nicht entkommen, eine nachdrückliche Art zu sagen, dass er mit Sicherheit zugrunde gehen wird. V. 6. Viele umschmeicheln den Vornehmen, wörtlich: „streicheln sein Gesicht“, ihm schmeicheln; und jeder ist ein Freund desjenigen, der Geschenke macht, in der Erwartung, an seiner Großzügigkeit teilzuhaben. Diese Tatsachen werden als im Einklang mit dem Verhalten der Menschen überall stehend dargestellt und implizieren nicht die Zustimmung des Herrn. V. 7. Alle Brüder des Armen hassen ihn, seine eigenen Verwandten behandeln ihn mit einem völligen Mangel an Nächstenliebe; wie viel mehr gehen seine Freunde weit weg von ihm! Denn seine Bekannten sind nicht einmal durch die Bande der Verwandtschaft gebunden und ziehen sich daher mit weniger Skrupel zurück. Er jagt Worten nach, begierig, wenigstens einige Worte der Ermutigung und des freundlichen Interesses zu hören, die nichtig sind, das heißt, niemand ermutigt ihn mit Worten der Güte; selbst das wird ihm verweigert. V. 8. Wer Klugheit erlangt, richtiges Verständnis und gesunden Menschenverstand, liebt seine Seele, denn diese Liebe wird durch den Erwerb von Weisheit demonstriert und bewiesen; wer das Einsicht bewahrt, wird Gutes finden, wahres Glück und Zufriedenheit haben. V. 9. Ein falscher Zeuge bleibt nicht ungestraft, und wer Lügen ausspricht, wird zugrunde gehen. Vgl. V. 5. V. 10. Wohlleben steht dem Toren nicht an, ein Leben in Luxus steht ihm nicht zu, und noch weniger, dass ein Knecht [Sklaven] über Fürsten herrscht, was an Höfen möglich ist, wo sich die Günstlinge des Herrschers einschmeicheln und schließlich die Angelegenheiten des Reiches leiten. V. 11. Die Besonnenheit eines Menschen macht ihn langmütig; wenn er immer dem Gebot der Klugheit folgt, wird er seinen Zorn zügeln und dem Irrenden die gebührende Geduld entgegenbringen; und es ist seine Ehre, es trägt zu seinem ehrenwerten Ruf bei, eine Verfehlung zu übersehen, nicht indem er sie billigt und ignoriert, sondern indem er verhindert, dass sie öffentlich bekannt wird und zum Spielball verleumderischer Zungen wird. V. 12. Der Groll des Königs ist wie das Knurren eines Löwen, das die Herzen der Menschen in Angst und Schrecken versetzt, wenn er sich auf seine Beute stürzt; aber seine Gunst ist wie Tau auf dem Gras, angenehm und erfrischend. V. 13. Ein törichter Sohn ist das Unglück seines Vaters, seine boshaften und sündigen Taten sind wie Schlag auf Schlag, sie schlagen seinen Vater mit einem stetigen Hieb; und eine zänkische Frau, ihr streitsüchtiges Nörgeln und Streiten, ist wie ein tropfendes Dach, wie Wasser, das mit einer stetigen, verrückten Monotonie von der Traufe tropft. V. 14. Haus und Habe sind das Erbe der Väter, es ist möglich, in den Besitz dieser zu gelangen, indem man ein Erbe ist; und eine kluge Ehefrau ist vom HERRN, ein besonderes Geschenk seiner Güte. V. 15. Faulheit versenkt in tiefen Schlaf, wodurch ein Mensch in Stumpfheit und Lethargie versinkt und seine letzte Energie aufgebraucht wird, und eine lässige Seele wird Hunger leiden, was die Folge von Trägheit ist. V. 16. Wer das Gebot, nämlich das des Gesetzes Gottes, bewahrt, der bewahrt seine Seele, denn ein solches Verhalten ist dem geistlichen Leben förderlich; wer aber seine Wege verachtet und nicht darauf achtet, sie in Übereinstimmung mit dem Wort Gottes zu halten, der wird sterben, denn die Strafe für einen solchen Ungehorsam ist die Vernichtung. V. 17. Wer sich des Armen erbarmt, ihm in rechter Gesinnung Wohltat erweist, der leiht dem HERRN, das den Armen gegebene Geld ist in der Sparkasse des Herrn hinterlegt; und das Gute, indem er den Armen und Bedürftigen half, wird er ihm vergelten. Vgl. Matthäus 25, 40; Lukas 6, 30-35. V. 18. Züchtige deinen Sohn, solange noch Hoffnung besteht, und korrigiere ihn, wenn nötig, durch körperliche Züchtigung, und lass deine Seele nicht bewegt werden, ihn zu töten, wörtlich: „und erhebe deine Seele nicht bis zu seinem Tod“; Weisheit und Liebe müssen das richtige Maß an Bestrafung kennen und beachten, wobei sie gleichzeitig wissen, dass es eine grausame Güte gibt, die tötet, indem sie eine angemessene Korrektur zurückhält. V. 19. Wer jähzornig ist, einer, der sein Temperament nicht unter Kontrolle hat, muss bestraft werden; denn wenn du ihn eingreifst, so machst du es noch schlimmer, das heißt, sich in einen zornigen Mann einzumischen, um ihn vor seiner eigenen Dummheit zu bewahren, macht die Sache in der Regel noch schlimmer; er muss lernen, sich zu beherrschen. V. 20. Höre auf Rat und nimm Zurechtweisung an, um die moralische Ausbildung zu erlangen, die jeder Mensch für wahre Weisheit braucht, damit du am Ende weise bist, in der Zukunft; denn das Verhalten der wirklich Weisen wird mit zunehmendem Alter immer vollkommener. V. 21. Es gibt viele Pläne im Herzen eines Menschen, er mag viele Ideen und Pläne haben; aber der Rat des HERRN wird zustande kommen; er ist es, der bestimmt und die Angelegenheiten aller Menschen nach seinem Willen lenkt. V. 22. Das Verlangen eines Menschen bestimmt seine Güte, d. h. der Wert seiner Großzügigkeit hängt von seinem guten Willen ab, von der Echtheit seiner Wohltätigkeit oder seines Altruismus; und ein armer Mensch ist besser als ein Lügner, einer, der nicht helfen kann, aber aufrichtig den Wunsch hat, dies zu tun, ist besser als einer, der, obwohl er über Reichtümer verfügt, vorgibt, nicht helfen zu können. V. 23. Die Furcht des HERRN dient dem Leben, sie zeigt und weist den Weg zum wahren Leben im Herrn; und man verbringt die Nacht zufrieden und wird nicht vom Bösen heimgesucht werden, weil der Herr einen solchen Menschen beschützen, fördern und in jeder Hinsicht segnen wird. V. 24. Der Faule hat seine Hand in die Schüssel gesteckt, besser gesagt, er taucht sie in die große Schüssel, die die Hauptnahrung der Familie enthielt, und bringt sie nicht wieder zum Mund, zu faul, um zu essen. V. 25. Schlage einen Spötter, der nicht zurechtgewiesen werden kann, bei dem keine Ermahnung Früchte trägt, und der Unverständige wird klug; obwohl unerfahren, wird er durch Zwang eine Lektion lernen; und weise den Verständigen zurecht, der begierig ist, Klugheit zu lernen, und er wird Einsicht gewinnen, er wird die Korrektur sofort annehmen und entsprechend handeln. V. 26. Wer seinen Vater misshandelt, ihn gewaltsam angreift, ihn mit Worten und möglicherweise auch mit Taten beschimpft und seine Mutter verjagt, ihr das Leben in ihrem eigenen Zuhause unerträglich macht, ist ein schändlicher und verfluchter Sohn. Sein Verhalten bereitet seinen Eltern nicht nur Kummer, weil er ihre Autorität missachtet, sondern auch, weil die Menschen mit dem Finger auf sie zeigen. V. 27. Höre auf, mein Sohn, die Unterweisung zu hören, die von den Worten der Weisheit wegführt, denn eine Lehre, die nicht heilsam ist und nicht mit dem Wort Gottes übereinstimmt, führt ins Verderben. V. 28. Ein gottloser Zeuge, einer, der in den Augen Gottes wertlos, eitel und böse ist, verhöhnt das Recht und spottet über die angedrohte gerechte Strafe; und der Mund des Gottlosen sprudelt Unheil hervor, er begehrt leidenschaftlich Unheil, er kann nicht genug bekommen. V. 29. Gerichte sind für Spötter vorbereitet, ihr Urteilsspruch steht bereit, und Schläge für den Rücken der Toren, denn auch ihre Strafe ist unvermeidlich, da der gerechte Gott nicht verspottet werden will.

 

 

Kapitel 20

 

Warnung vor Völlerei und Trunksucht

 

    V. 1. Wein ist ein Spötter, übermäßiger Genuss führt beim Trinker zu Verachtung und Gotteslästerung, starkes Getränk macht wild, es raubt einem Menschen den klaren Verstand und die Selbstbeherrschung; und keiner, der davon taumelt, ist weise, das heißt, wenn er dadurch in die Irre geführt wird, so dass er unter seinem Einfluss taumelt und schwankt, zeigt er einen Mangel an Weisheit und wird niemals wahre Weisheit erlangen. V.2. Der Schrecken des Königs, der Schrecken, den sein Zorn verbreitet, ist wie das Brüllen eines Löwen, Kap. 19, 12; wer ihn zum Zorn reizt, sündigt gegen sein Leben, riskiert törichterweise sein eigenes Leben und verliert es sogar. V. 3. Es ist eine Ehre für einen Mann, sich aus dem Streit zurückzuziehen, sich von Streit fernzuhalten und ihn weder zu provozieren noch zu fördern; aber die gerne hadern, sind allzumal Toren und törichterweise Streit anfangen. V. 4. Der Faule will im Herbst nicht pflügen, das unangenehme Wetter liefert ihm eine willkommene Ausrede, um ihn davon abzuhalten, den Boden zu bestellen; darum wird er in der Ernte suchen und nichts finden, das heißt, wenn er in der Erntezeit nach Getreide sucht, hat sein Feld nichts getragen, was die Belohnung für die Faulheit ist. Vers 5: Der Rat im Herzen des Menschen ist wie tiefes Wasser, denn seine Pläne sind in seinem innersten Herzen verborgen; aber ein verständiger Mensch, der weiß, wie man mit Menschen umgeht, weiß es zu schöpfen, er wird die Handlungen der Menschen nach ihren Motiven und Zielen beurteilen und die richtigen Schlüsse ziehen. V. 6. Die meisten Menschen verkünden ihre eigene Güte, wörtlich: „Manch ein Mann begegnet einem Menschen, der ihm gefällt“, denn eine äußere Zurschaustellung von Freundlichkeit, ein liebenswürdiges Äußeres, ist nicht ungewöhnlich; aber einen treuen Menschen, auf den man sich in der Not verlassen kann, wer findet den? Solche Treue ist selten. V. 7. Ein Gerechter, der in seiner Aufrichtigkeit wandelt, wer sich in seiner Unschuld aufrecht und gerecht verhält, dessen Kindern wird’s wohlgehen nach ihm, wenn sie ihm in seiner Gerechtigkeit folgen, ruht der Segen des Herrn auf ihnen bis in tausend Generationen, 2 Mose 20,6; 5 Mose 7,9. V. 8. Ein König, der auf dem Richterstuhl sitzt und in seiner Eigenschaft als Souverän Recht spricht, sondert alles Böse mit seinen Augen aus, er sucht, er siebt durch Gewinnen und trennt so das Böse vom Guten, das Richtige vom Falschen. V. 9. Wer kann sagen: Ich bin rein in meinem Herzen, es bis zur moralischen Vollkommenheit geläutert, und rein von meiner Sünde? Die Antwort ist in der Frage klar gegeben und in Prediger 7,20 dargelegt. V. 10. Zweierlei Gewicht, Steine, wie sie für Gewichte in Waagen verwendet wurden, und zweierlei Maße, wobei nicht nur die in Trockenmaßen verwendeten Gefäße gemeint sind, sondern jede Art von Maß, beide sind dem HERRN ein Greuel; Täuschung im Geschäft, Betrug im Handel ist in Seinen Augen sündhaft und verabscheuungswürdig. V. 11. Schon ein Kind ist an seinen Taten zu erkennen, seine Handlungen offenbaren seine Natur und seinen Charakter, ob es lauter und redlich werden will, es gibt keine Unschuld in der Kindheit, und Kinder werden von Gott für ihre Handlungen zur Verantwortung gezogen. V. 12. Das hörende Ohr und das sehende Auge hat beide der Herr geschaffen, daher wird er, der allwissende Schöpfer der Sinne, am Jüngsten Tag Rechenschaft über ihren Gebrauch verlangen. V. 13. Liebe nicht den Schlaf, denn er geht mit Faulheit einher, dass du nicht arm wirst, die die Folge von Faulheit ist; halte deine Augen offen, mit der richtigen Energie, dem richtigen Fleiß und der richtigen Kraft, und du wirst Brot genug haben, denn so wird fleißige Arbeit belohnt. V. 14. Schlecht, schlecht, sagt der Käufer, er besteht darauf, dass die ihm angebotenen Waren schlecht und wertlos sind, um den Preis zu drücken; aber wenn er seines Wegs gegangen ist, nachdem er das bessere Geschäft gemacht hat, dann rühmt er sich und führt die Schlauheit an, mit der er sein Geschäft abgeschlossen hat, wobei ein solches Verhalten auch eine Form der Unehrlichkeit ist. V. 15. Es gibt Gold und viel Perlen, oder Rubinen, solche Schmuckstücke sind in der Welt im Überfluss vorhanden; aber die Lippen der Weisheit sind ein kostbares Juwel, sie sind in der Tat selten auf der Welt. V. 16. Nimm dem sein Kleid, der für einen anderen Bürge wurde, denn ein so törichter und unüberlegter Mensch könnte es genauso gut sofort aushändigen, da er es mit Sicherheit verlieren wird, und pfände ihn um des Fremden willen! oder „für fremde Leute“, denn eine solche Bürgschaft ist immer unklug. V. 17. Das Brot der Lüge schmeckt dem Mann süß, was er auf diese Weise gewinnt, mag ihm zunächst angenehm und erfreulich erscheinen; aber später wird sein Mund voller Kieselsteine sein, es wird ihm höchst unangenehm und schmerzhaft sein. V. 18. Pläne werden durch Beratung festgelegt, konkrete Pläne sollten erst nach sorgfältiger Beratung mit denjenigen formuliert werden, die in der Lage sind, Ratschläge zu erteilen; und mit kluger Überlegung führe Krieg, nachdem alle Notfälle und Möglichkeiten in Betracht gezogen wurden. Vgl. Lukas 14, 31. V. 19. Wer Geheimnisse verrät, geht als Verleumder umher und es sich zur Aufgabe macht, Klatsch und Verleumdungen zu verbreiten, darum lasse dich nicht ein mit dem, der seine Lippen aufsperrt. Vgl. Kap. 11, 13; 13, 3. V. 20. Wer seinem Vater oder seiner Mutter flucht, begeht eine dreiste und blasphemische Übertretung des vierten Gebots, dessen Lampe wird in tiefster Finsternis verlöschen. Dies ist ein Bild für die hoffnungslose Zerstörung von Eigentum und Leben, eine Verdammung unter dem Zorn Gottes. V. 21. Das Erbe, danach man zuerst sehr eilt [and. Vers.: das man zuerst verachtet], wenn eigensinnige und gottlose Kinder so begierig sind, dass sie ihre Eltern sogar aus ihrem Besitz vertreiben; wird zuletzt nicht gesegnet sein, der Segen Gottes wird nicht auf solch einem respektlosen und bösen Verhalten ruhen. V. 22. Sprich nicht: „Ich will Böses vergelten Böses mit Bösem vergelten, wie es die Gottlosen tun“, sondern harre auf den HERRN und lege das Ergebnis ganz in seine Hände, und er wird dich retten. Vgl. Ps 27,14; Röm 12,17-19. V. 23. Zweierlei Gewicht ist dem HERRN ein Greuel, und eine falsche Waage ist nicht gut. Vergl. V. 10. V. 24. Des Menschen Schritte sind vom HERRN, er ist in all seinen Handlungen vom Herrn abhängig, er wird von der Art und Weise geleitet, wie Gott es verfügt; wie kann ein Mensch seinen eigenen Weg verstehen? Es ist ihm unmöglich, die Wege zu entschlüsseln, auf denen Gott ihn leitet, er kann die Geheimnisse der Regierung Gottes nicht aufdecken. V. 25. Es ist ein Fallstrick für den Menschen, unbesonnen zu sagen: Geweiht, wenn er übereilt ein Gelübde gegenüber dem Herrn ablegt und einen Teil seines Vermögens für den Tempeldienst spendet, und (erst) nach dem Gelübde zu überlegen, d. h. wenn es zu spät ist, was in der Regel dazu führt, dass das vorschnelle Gelübde gebrochen wird. V. 26. Ein weiser König zerstreut die Gottlosen, siebt und wäscht sie, wie die Spreu vom Korn getrennt wird, und bringt das Rad über sie, wie das Rad des Dreschwagens die Weizenkörner von den Spelzen trennte, als es über die auf dem Dreschplatz ausgebreiteten Stängel geführt wurde. V. 27. Der Geist des Menschen ist die Leuchte des HERRN, die geistlichen und moralischen Kräfte des Menschen dringen unter der Leitung des Herrn in sein Innerstes ein und durchforscht alles Innere [w.: alle inneren Teile des Bauches]. V. 28. Barmherzigkeit und Treue bewahren den König, sie sind die Eigenschaften oder Tugenden, die seine Herrschaft erfolgreich machen, und sein Thron wird durch Barmherzigkeit, durch gnädige Güte und Gunst, gestützt. V. 29. Die Ehre der jungen Männer ist ihre Stärke, denn sie stehen im ersten Aufblühen ihrer Männlichkeit, und ihre körperliche Kraft ist am besten; und der Schmuck der Alten ist graues Haar, der ihrem Aussehen Würde verleiht. V. 30. Wundstriemen reinigen den Bösen und Schläge die Kammern des Leibes, denn ein angemessenes Maß an strenger Disziplin dringt bis in die Tiefen des Herzens ein und beseitigt das Verlangen nach Bösem, was das Ziel jeder Strafe ist, die richtig verhängt wird.

 

 

Kapitel 21

 

Von Gottes gnädiger Regierung

 

    V. 1. Des Königs Herz ist in der Hand des HERRN wie die Wasserströme, die Gedanken und Pläne der mächtigsten Herrscher, so souverän sie auch erscheinen mögen, sind wie Gräben und Kanäle, in denen Menschen Wasser dorthin leiten, wo sie es wünschen; er lenkt es, wohin er will; ganz gleich, was die Mächtigen sich selbst törichterweise in Form absoluter Autorität zuschreiben mögen, es gibt Einen, dessen Regierung selbst ihre Handlungen in Übereinstimmung mit Seinem Willen lenkt. V. 2. Jeder Weg eines Menschen ist in seinen eigenen Augen richtig [Luther: Einem jeglichen dünkt sein Weg recht], er neigt zur Selbstzufriedenheit, was ihn in die Irre führen kann; aber der HERR prüft die Herzen, er wiegt sie ab und bestimmt so die Richtung, die ihre Pläne einschlagen sollten. Vgl. Kap. 16, 2. V. 3. Recht und Gerechtigkeit üben, die Grundsätze von Rechtschaffenheit und Gerechtigkeit in all unseren Handlungen anzuwenden, ist dem HERRN lieber als Opfer, denn alle äußeren Handlungen der Anbetung sind hohle Schaustücke ohne wahre Frömmigkeit des Herzens. V. 4. Hoffärtige Augen und ein stolzes Herz, wörtlich: „Hochmut der Augen und Aufgeblasenheit des Herzens“, - die Leuchte der Gottlosen, entweder das Licht, der Wohlstand oder das ganze Geschäft, alles, was die Gottlosen tun, ist Sünde und macht sie daher in den Augen des Herrn schuldig. V. 5. Die Gedanken des Fleißigen bringen nur Überfluss; weil sie fleißig und sparsam sind, haben sie Erfolg; wer hastig ist, erlangt nur Mangel; denn Eile, das heißt Unbesonnenheit, Mangel an richtiger Planung, führt zu Verschwendung. V.6. Wer Schätze sammelt mit lügnerischer Zunge, durch Falschdarstellungen und Verschleierung der Wahrheit, ist wie ein verwehender Hauch unter denen, die den Tod suchen, wie ein flüchtiger Atem, ein verschwindender Dunst; denn ihr Wohlstand hat keine solide Grundlage und führt sie stattdessen in den Untergang. V. 7. Der Raub der Gottlosen, die Gewalt, die sie ausüben wollen, um anderen Schaden zuzufügen, wird sie hinwegraffen, sie werden als Folge ihrer eigenen Bosheit hinweggefegt, weil sie sich weigern zu tun, was recht ist, das, was vor dem Herrn gerecht und richtig ist. V. 8. Gewunden ist der Weg des Schuldbeladenen, denn der bösartige Mensch hat nur Schlechtigkeit im Sinn; wer aber redlich ist, denjenigen, der in seinem Verhalten rein ist, dessen Tun ist gerade, in Übereinstimmung mit dem Willen Gottes. V. 9. Es ist besser, in einem Winkel auf dem Dach zu wohnen, allein und verlassen auf der Brüstung des orientalischen Flachdachs zu sitzen und jedem Wetter ausgesetzt zu sein, als mit einer streitsüchtigen Frau, die immer nörgelt und streitet, zusammen im Haus; denn obwohl das Haus groß genug für mehrere Familien ist, ist es nicht groß genug, um Frieden zu bieten, wenn der eine oder andere Ehepartner zu solch unangenehmem Verhalten neigt. V. 10. Die Seele des Gottlosen begehrt Böses, denn das ist seine einzige Freude im Leben; sein Nächster findet keine Gnade in seinen Augen, seine Selbstsucht macht ihn völlig frei von Barmherzigkeit und Mitgefühl. V. 11. Wenn der Spötter bestraft wird, wird der Unverständige weise, da er vom Beispiel der Warnung profitiert; und wenn der Weise unterwiesen wird, nimmt er Einsicht an, ohne dass in seinem Fall eine strenge Korrektur oder Bestrafung notwendig ist, da er die Lehre bereitwillig annimmt. Vgl. Kap. 19, 25. V. 12. Ein Gerechter handelt weise gegen das Haus der Gottlosen, wobei sich der Hinweis offensichtlich auf Gott bezieht, der das Haus der Gottlosen kennzeichnet und jedes Zeichen von Bosheit, jede Gewalttat, notiert; er stürzt die Gottlosen ins Verderben, Er stürzt sie in Unglück und Zerstörung. V. 13. Wer seine Ohren vor dem Schrei des Armen verschließt, ihre Hilferufe absichtlich und hartherzig ignoriert, der wird (einst auch) rufen, aber nicht gehört werden, und so auf die Weise bestraft werden, wie er gesündigt hat. V. 14. Eine heimliche Gabe besänftigt den Zorn, ein Geschenk, das im Busen verborgen und im richtigen Moment überreicht wird; und ein Geschenk im Verborgenen, ein Geschenk der Bestechung, starken Grimm, denn je großzügiger das Geschenk, desto eher wird es denjenigen beeinflussen, der es erhält. V. 15. Es ist eine Freude für den Gerechten, Recht zu tun, sie lieben das Recht und erfreuen sich daran, seine Forderungen stets zu erfüllen; aber für die Übeltäter ein Schrecken, das heißt, die Ausübung der Gerechtigkeit versetzt diejenigen, die in der Bosheit aktiv sind, in Angst und Schrecken. V. 16. Der Mensch, der vom Weg der Einsicht abweicht und bewusst den Weg des Irrtums wählt, wird in der Versammlung der Toten bleiben, soll dort ruhen, wie in seiner ewigen Heimat. V. 17. Wer das Vergnügen liebt, die Freuden des kostbaren Luxus, wird Mangel haben; wer Wein und Öl liebt, parfümiertes Öl, das als Kosmetik verwendet wird, wird nicht reich, denn sein Besitz und sein Einkommen werden für nutzlose Spielereien und gefährlichen Luxus verschwendet. V. 18. Der Gottlose wird ein Lösegeld für den Gerechten sein, denn durch die Strafe, die er erleidet, sühnt er gewissermaßen für die Fehler der Frommen oder wird von Gott anstelle seines beabsichtigten Opfers eingesetzt, wie Haman für Mordechai, und der Übertreter für den Aufrechten. Vgl. Jos. 7, 26; Esther 7, 9. V. 19. Es ist besser, in der Wüste zu leben, weit weg von den Behausungen der Menschen, als mit einer streitsüchtigen und zornigen Frau. Vgl. V. 9. V. 20. Ein kostbarer Schatz und Öl ist im Haus des Weisen, denn er wird sorgfältig Reichtum ansammeln und vermehren; aber ein törichter Mann gibt ihn aus, er ist ein Verschwender und Verschwender. V. 21. Wer nach Gerechtigkeit und Barmherzigkeit strebt und diese Tugenden eifrig begehrt und praktiziert, findet das Leben, das wahre geistliche Leben, dessen Quelle in Gott, der Gerechtigkeit, wie sie in den Augen Gottes annehmbar ist, und der Ehre liegt, wie der Herr sie seinen Kindern schenkt, denn sie werden in seinen Augen hoch geschätzt, egal wie verachtet sie in dieser Welt auch sein mögen. V. 22. Ein Weiser ersteigt die Stadt der Mächtigen, denn ein weiser Mann wird Wege finden und vorschlagen, wie man selbst eine starke Festung einnehmen kann, die von zahlreichen und starken Kriegern verteidigt wird, Pred. 9, 14. 15, und die Bollwerke, auf die sie sich verlässt, stürzt er nieder. V. 23. Wer seinen Mund und seine Zunge bewahrt, d. h. wer sie richtig kontrollieren kann, indem er sich des Sprechens enthält und zur richtigen Zeit und zu einem bestimmten Zweck spricht, bewahrt seine Seele vor Schwierigkeiten; denn ein geschwätziger Narr macht sich immer selbst Schwierigkeiten. V. 24. Wer stolz und vermessen ist, ein aufgeblasener Wichtigtuer, Spötter ist sein Name, handelt in vermessenem Übermut, in einem Übermaß an Unverschämtheit, mit Spott über alles, was heilig ist, umgeht. V. 25. Das Verlangen des Faulen, seine natürlichen Begierden und Bedürfnisse, für die er sich weigert, zu sorgen, bringt ihm den Tod, aus Mangel an Fleiß stirbt er vor Not; denn seine Hände weigern sich zu arbeiten; zu faul zum Arbeiten, ist er zum Hungern verdammt. V. 26. Er begehrt gierig den ganzen Tag lang, seine Bedürfnisse schreien danach, erfüllt zu werden; aber der Gerechte gibt und versagt nicht, seine Arbeit sorgt nicht nur für seine eigenen Bedürfnisse, sondern auch für die der Bedürftigen. V. 27. Das Opfer der Gottlosen ist ein Greuel, kein noch so mechanisches, äußerliches Handeln kann die Anbetung im Geist und in der Wahrheit ersetzen; wie viel mehr, wenn man es für eine Schandtat darbringt, für die Übertretung, während sein Herz noch von Bosheit erfüllt ist, wobei das äußere Opfer den Mangel an Reue vertuschen soll. Dieser Vers bezieht sich auf jede äußerliche, rein mechanische Anbetung, auf alle Kirchgänge von Heuchlern. V. 28. Ein falscher Zeuge wird zugrunde gehen, Kap. 19, 5. 9; aber der Mann, der hört, kann beständig reden, ist bescheiden und hat ein offenes Ohr für Belehrungen. Er ist in der Lage, ein zuverlässiges Zeugnis abzulegen, ohne dass er aufgrund von Unsicherheit oder einem verwirrten Geisteszustand zum Schweigen gezwungen ist. V. 29. Ein gottloser Mensch zeigt ein freches Gesicht und versucht, seine bösen Gedanken und Absichten hinter einem kühnen Äußeren zu verbergen; der Aufrichtige aber achtet auf seinen Weg, indem er jeden Schritt sorgfältig abwägt und prüft und so sein Verhalten unter allen Umständen festlegt. V. 30. Es hilft keine Weisheit, kein Verstand und kein Rat gegen den HERRN, jede menschliche Weisheit, die sich der Wahrheit des ewigen Wortes Gottes entgegenstellen würde, ist Torheit. V. 31. Das Pferd wird für den Tag der Schlacht bereitet, d. h., die Menschen können alle Vorkehrungen und Vorbereitungen für den Krieg treffen und den Sieg als so gut wie errungen betrachten; aber der Sieg kommt vom HERRN, es liegt in seiner Hand, Sieg oder Niederlage zu geben, es liegt bei ihm, die Fragen zu entscheiden, 1. Sam. 17, 47.

 

 

Kapitel 22

 

Von gutem Gerücht und gutem Namen, was sie fördert und was sie hindert

 

    V. 1. Ein guter Name ist wertvoller als großer Reichtum, er ist viel wertvoller, Prediger 7, 1, und Gunst besser als Silber und Gold, d. h. die freundliche Wertschätzung der Weisen und Guten ist allen äußeren Besitztümern vorzuziehen. V. 2. Reiche und Arme treffen aufeinander, sie stehen Seite an Seite, in Übereinstimmung mit Gottes Ordnung in der Welt; der HERR ist der Schöpfer von allen, woraus folgt, dass die Armen die Reichen nicht beneiden sollten und die Reichen die Armen nicht unterdrücken sollten. V. 3. Ein kluger Mensch sieht das Unglück voraus und verbirgt sich, denn seine Klugheit berücksichtigt alle Möglichkeiten; aber der Einfältige, der Unerfahrene, diejenigen, die zu dumm sind, um zu lernen, geht weiter und erleidet Schaden, sie leiden unter den Folgen ihrer Dummheit. V. 4. Durch Demut und die Furcht des HERRN, die als Ergebnis dieser Tugenden zu den Menschen kommen, kommen Reichtum, Ehre und Leben, denn äußerer Wohlstand, der Respekt der Menschen und inneres Wachstum sind die Belohnungen, die der Herr den Gläubigen gibt. V. 5. Dornen und Fallstricke liegen auf dem Weg des Verkehrten, sie werden oft denen in den Weg gelegt, die in ihrem Denken und Handeln falsch sind, oder sie sind natürlich entlang der von ihnen frequentierten Wege zu finden; Wer seine Seele bewahren will, indem er sich nach den Geboten wahrer Moral und Frömmigkeit richtet, hält sich fern davon, er wird keine derartigen Hindernisse auf seinem Weg haben. V. 6. Erziehe einen Knaben auf dem Weg, den er gehen soll, und vermittle ihm sorgfältig die Unterweisung, die es für die richtige Ausbildung frommer Gewohnheiten benötigt, wobei die Methode der Unterweisung dem Alter und den Besonderheiten des Kindes entspricht; er wird auch nicht davon abweichen, wenn er alt wird, da seine moralischen Gewohnheiten durch ständige und angemessene Ausbildung gefestigt wurden und es sich von Natur aus immer so verhält, wie es einem Christen geziemt. V. 7. Der Reiche herrscht über den Armen, sein Reichtum verleiht ihm ein großes Maß an Macht, insbesondere wenn die Armen auf seine Darlehen angewiesen sind und wer borgt ist ein Knecht des Gläubigers, denn Verschuldung beeinträchtigt zwangsläufig das Gefühl, wenn nicht sogar die Tatsache der Freiheit. V. 8. Wer Unrecht, Unrecht und Bosheit in irgendeiner Form sät, wird Unheil, Unglück und Unheil ernten; und die Rute seiner Bosheit wird zerbrochen, der Stab seines hochmütigen Zorns, mit dem er so oft versucht hat, Menschen einzuschüchtern, wird verschwinden, seine Tyrannei wird ein jähes Ende nehmen. V. 9. Wer ein gütiges Auge hat, das Güte, Freundlichkeit und Wohltätigkeit widerspiegelt, wird gesegnet; denn er gibt den Armen von seinem Brot; so wie er Segen spendet, wird er Segen empfangen. V. 10. Vertreibe den Spötter, dessen Spott sich gegen jede Form der Frömmigkeit richtet, so geht der Zank weg, denn lästerliche Sticheleien führen zu Streit; und Streit und Schmähungen werden aufhören, wenn der Lästerer entfernt wird. V. 11. Wer die Reinheit des Herzens liebt und wohlgefällig redet, dessen Freund ist der König, wörtlich: „Wer die Reinheit, Integrität des Herzens liebt und dem die Gnade der Lippen zuteil wird, dessen Freund ist der König“, er wird hoch in den Räten der Mächtigen der Erde stehen. V. 12. Die Augen des HERRN bewahren die Erkenntnis, denn seine Augen sind fest darauf gerichtet, diejenigen zu schützen, die die Norm des wahren Wissens, wie sie in seinem Wort zu finden ist, befolgen, aber er stürzt die Worte des Treulosen, alle Vorschläge und Pläne, mit denen der Böse dem Gläubigen Schaden zufügen will. V. 13. Der Faule spricht: „Ich will jede noch so fadenscheinige Entschuldigung nutzen, um mich von der Arbeit fernzuhalten, so unsinnig sie auch sein mag. Draußen lauert ein Löwe, ich könnte auf der Straße getötet werden, also gehe ich lieber kein Risiko ein, sondern fröne weiterhin meiner Faulheit.“ V. 14. Der Mund fremder Frauen, denn so wurden die Huren gewöhnlich inmitten des Volkes Gottes bezeichnet, ist eine tiefe Grube, aufgrund der verführerischen und verlockenden Sprache, die sie verwenden, um ihre beabsichtigten Opfer zu verfolgen; wem der HERR zürnt, der fällt hinein, als gerechte Strafe für seine Bosheit, wodurch der Fluch des Herrn in Kraft tritt. V. 15. Torheit steckt im Herzen des Knaben, wobei es nicht nur um dumme Streiche und sinnlose Eskapaden geht, sondern um die Sündhaftigkeit der Natur eines Kindes, die sich in bösen Worten und Taten zeigt; aber die Rute der Zucht, die der Herr den Eltern als seinen Vertretern anvertraut hat und für deren Gebrauch sie ihm gegenüber verantwortlich sind, wird sie austreiben, Eine angemessene Bestrafung wird dem Kind die Furcht vor dem Bösen ins Herz treiben. V. 16. Wer den Armen unterdrückt, vergrößert seinen Reichtum, dessen Unterdrückung führt zu unrechtmäßig erworbenem Reichtum für ihn selbst, und wer den Reichen gibt, wird in Not geraten, eine solche Tat wird für ihn selbst nur zu Verlusten führen. In beiden Fällen ist Selbstsucht das vorherrschende Motiv, und in beiden Fällen wird die Strafe Gottes den Übertreter treffen.

   

    Sprüche der Weisen (22,17-24,22): V. 17. Neige dein Ohr, neige es in der Haltung der aufmerksamsten Aufmerksamkeit, und höre die Worte der Weisen, und nimm zu Herzen meine Lehre, die der inspirierte Autor in diesem neuen Abschnitt des Buches der Sprüche präsentiert. V. 18. Denn angenehm ist‘s, wenn du sie in dir behältst, die Worte der Weisen, die wahre Freude bereiten; lass sie allesamt auf deinen Lippen bleiben, dort verweilen und ihre Autorität ausüben. V. 19. Damit du auf den HERRN vertraust, habe ich dir dies heute kundgetan, gerade dir, denn es ist das Ziel des Autors, durch seine Vorschriften die Furcht des Herrn zu lehren. V. 20. Habe ich dir nicht Kernsprüche [and. Vers.: dreißig Sprüche] in Ratschlägen und Lehren geschrieben, die ausgezeichnetsten Maximen des angemessenen Verhaltens, V. 21. damit ich dir gewisse Worte, die strenge Korrektheit oder Wahrheit, der Wahrheit zeige, damit du, mit diesem Wissen ausgestattet, denjenigen, die zu dir senden, recht antworten kannst? Die Anspielung gilt den Eltern, die ihren Sohn zum Lehrer der Weisheit geschickt haben und erwarten, dass er die Grundsätze wahrer Weisheit beherrscht. Nach dieser einleitenden Mahnung, die Gebote der Wahrheit zu befolgen, bietet der Autor Maximen frommen Verhaltens an. V. 22. Beraube nicht die Armen, indem ihr ihnen ihr Eigentum mit Gewalt oder unter Berufung auf das Gesetz entzieht, weil sie arm sind und sich nicht selbst helfen können, und unterdrücke nicht den Elenden im Tor, dem Ort, an dem örtliche Fälle normalerweise von den Ältesten oder Richtern der Stadt entschieden wurden; V. 23. denn der HERR wird ihre Sache vertreten und den Fall der Armen und Bedrängten als ihr Fürsprecher und Anwalt führen und das Leben derer verderben, die sie verderben, sich auf die Seite der Unterdrückten stellen und die Armen verteidigen, indem er die Verletzung von Recht und Gerechtigkeit seitens der Mächtigen bestraft. V. 24. Schließe keine Freundschaft mit einem zornigen Mann, einem Mann mit gewalttätigem Temperament, und mit einem wütenden Mann sollst du nicht verkehren, einem Mann, der sich nicht beherrschen kann. V. 25. damit du nicht seine Wege lernst, von seinem Laster angesteckt wirst und deiner Seele einen Fallstrick legst, denn ein gewalttätiges Temperament ist ein tödliches Netz für den, der seinen Angriffen ausgesetzt ist. V. 26. Sei nicht einer von denen, die Handschlag geben, und vorschnell für die Schulden eines anderen bürgen, oder von denen, die auf leichtfertige Weise für Schulden bürgen. V. 27. Wenn du nichts zu bezahlen hast aufgefordert wirst, dein Pfand zurückzugeben, warum sollte dann jemand dein Bett unter dir wegnehmen? Das Bett wurde als Sicherheit für die Zahlung der hier betroffenen Schulden verpfändet. Vgl. Kap. 6, 1-4; 11, 15; 17, 18; 20, 16. V. 28. Entferne nicht die alten Grenzsteine, die von deinen Vätern gesetzt wurden, um die Grenzen zu markieren. Vergl. Kap. 15, 25. V. 29. Siehst du einen Mann, der fleißig in seinem Geschäft ist, einen, der geschickt, fähig und fleißig ist. der wird vor Königen stehen und eingeladen werden, ihnen mit seinem Rat und seinen Fähigkeiten zu dienen; und wird nicht vor Unedlen stehen, vor gewöhnlichen, unbedeutenden Personen, denn die Dienste eines solchen Mannes würden als zu wertvoll angesehen, um nur einem kleinen Kreis von Nutzen zu sein.

 

 

Kapitel 23

 

Von Mäßigkeit im Essen und Trinken

 

    V. 1. Wenn du mit einem Großen, mit einer Person mit Einfluss und Macht zu Tisch sitzt, bedenke sorgfältig, wen vor dir hast, und denke während des gesamten Essens daran, dass es sich um eine mächtigere und erhabenere Person handelt, auf deren Einladung man anwesend ist, V. 2. und setze dir ein Messer an die Kehle, wenn du gierig bist, und halte den üblichen gefräßigen Appetit durch die stärksten Warnungen und Drohungen im Zaum, indem du das geringste Anzeichen von Selbstgefälligkeit unterdrückst. V. 3. Sei nicht begierig auf seine Leckereien und verlange nicht nach den feinsten Speisen auf dem Tisch; denn das ist trügerische Speise, wörtlich „Brot der Täuschung“, es ist eine trügerische Mahlzeit, bei der es der mächtigen Person nicht darum geht, kostenlose Gastfreundschaft zu gewähren, sondern ihren Gast auf irgendeine Weise zu nutzen. V. 4. Bemühe dich nicht, reich zu sein, denn die Eitelkeit eines solchen Bestrebens liegt auf der Hand; da verzichte auf deine eigene Klugheit, denn du hast genug gesunden Menschenverstand, um den Erwerb von Reichtümern nicht zum Hauptziel deines Lebens zu machen. V. 5. Wenn du deine Augen darauf richtest, ist es nicht mehr da, und eifrig nach etwas suchen, das keine dauerhafte Substanz hat? Denn plötzlich macht er sich Flügel, sie sind kein verlässlicher Besitz; wie ein Adler und fliegt davon zum Himmel, sie sind so instabil wie ein Vogel in der Luft, woraus folgt, dass derjenige, der auf sie vertraut, töricht ist. V. 6. Iss nicht das Brot des Missgünstigen, eifersüchtigen und habgierigen Menschen, und verlange nicht nach seinen feinen Speisen, die er seinem Gast nicht mit offener Freundlichkeit, sondern mit versteckter Absicht als eine Art Köder vorhält, denn die Selbstsucht des Neiders lässt es nicht zu, dass er wahre Gastfreundschaft erweist; V. 7. Denn er ist wie einer der alles berechnet, seine wahre Natur zeigt sich nicht nach außen, aber seine berechnende Gemeinheit zählt jeden Bissen, den sein Gast zu sich nimmt. Iss und trink, spricht er zu dir, mit scheinbarer Höflichkeit und herzlicher Gastfreundschaft; aber sein Herz ist nicht bei dir, er ist nicht aufrichtig, es ist alles Schein und Täuschung, geplant mit egoistischer Berechnung. V. 8. Den Bissen, den du gegessen hast, musst du wieder ausspeien, nämlich danach, wenn du von der Täuschung des Gastgebers erfährst, und deine freundlichen Worte hast du verschwendet, die du in Anerkennung der vermeintlichen Gastfreundschaft gesprochen hast. V.9. Sprich nicht vor den Ohren eines Toren; denn er verachtet die Klugheit deiner Rede. V. 10. Entferne nicht den alten Grenzstein, die Grenze, die bei der ersten Aufteilung des Landes an die verschiedenen Familien festgelegt wurde, und dringe nicht in die Felder der Waisen ein! um die Grenzmarkierungen zu verändern oder andere Gewalttaten zu begehen; V. 11. Denn ihr Erlöser, ihr Rächer, derjenige, der sich für ihre Sache einsetzt, ist mächtig; denn es ist der Herr selbst, der als ihr Verteidiger auftritt; er wird ihre Sache gegen dich führen, indem Er als Fürsprecher der Wehrlosen und gleichzeitig als Richter der Gewalttätigen auftritt. V. 12. Schenke der Unterweisung dein Herz, höre bereitwillig auf die Zurechtweisung und deinen Ohren den Worten der Erkenntnis, die Klugheit und Umsicht lehren. V. 13. Lass nicht ab, den Knaben zu züchtigen; denn wenn du ihn mit der Rute schlägst, wird es nicht sterben, das heißt, die Strafe mag bitter sein, selbst für die Eltern, aber diese Tatsache darf die vom Herrn auferlegte klare Pflicht nicht beeinträchtigen. V. 14. Du schlägst ihn mit der Rute, wenn nötig mit schwerer Strafe, aber bewahrst seine Seele vor der Hölle, denn die Züchtigung wird dem Kind zum Segen gereichen, indem sie es von schlimmeren Verfehlungen abhält und es so nicht zum Opfer des Todes in Sünden wird. Vgl. Kap. 3, 27; 19, 18; 22, 15. V. 15. Mein Sohn, wenn dein Herz weise ist, als Ergebnis der hier angebotenen gesunden Lehre, freut sich auch mein Herz, denn so wirkt sich eine erfolgreiche Lehre auf den Lehrer aus. V. 16. und meine Nieren, sein ganzes Inneres, sind froh, wenn deine Lippen das Rechte sagen, als äußere Manifestation der Weisheit des Herzens. V. 17. Lass dein Herz nicht die Sünder beneiden, um ihr scheinbares Glück und ihren Wohlstand; sondern sei täglich in der Furcht des HERRN; das ist das eigentliche Ziel der Nachahmung, nach dem man von ganzem Herzen streben sollte. V. 18. Denn sicher gibt es ein Ende, das Ende, der Tag des Gerichts wird sicher kommen; und deine Hoffnung wird nicht enttäuscht werden, Gott wird dann die Hoffnungen der Gerechten erfüllen und ihnen die Freuden des unsterblichen Lebens mit Ihm schenken. V. 19. Höre, mein Sohn, und sei weise, und leite dein Herz auf den Weg, indem du es auf den richtigen Weg lenkst, auf dem du dich wie ein Gläubiger, ein Kind Gottes, verhältst. V. 20. Sei nicht unter den Säufern, denjenigen, die dem maßlosen Trinken verfallen sind, und Fleischschlemmern, denn diese beiden Formen der Unmäßigkeit treten gewöhnlich zusammen auf; V. 21. denn die Säufer und Schlemmer werden arm, sein ganzes Vermögen wird durch ein ausschweifendes Leben verschleudert; und Schläfrigkeit, Faulheit und Apathie, in die der maßlose Mensch aufgrund seiner Exzesse unweigerlich versinkt, kleidet in Lumpen und stürzt ihn in die tiefste Armut. V. 22. Höre auf deinen Vater, der dich gezeugt hat, und befolge bereitwillig alle seine Gebote, und verachte deine Mutter nicht, wenn sie alt ist, da junge Menschen dazu neigen, sich für ihre alten Eltern zu schämen und ihren Rat nicht mehr zu befolgen. V. 23. Kaufe Wahrheit, ohne Rücksicht auf die harte Arbeit und die Opfer, die erforderlich sind, um sie zu erlangen, und verkaufe sie nicht, da sie wertvoller ist als alle Reichtümer der Welt; auch Weisheit und Zucht und Verstand, diese Synonyme umfassen sowohl das Wissen an sich als auch seine Anwendung in allen Lebenslagen. V. 24. Der Vater des Gerechten freut sich sehr, da er voller Glück ist, weil sein Sohn so gut geworden ist und seinem Vater Ehre macht; und wer ein weises Kind gezeugt hat, eines, das wahre Weisheit und Verständnis erlangt hat, kann sich über ihn freuen, diese Tatsache wird sein Alter angenehm machen. V. 25. Lass deinen Vater und deine Mutter sich freuen, und die dich geboren hat, jubeln, diese Tatsache wird betont, um die Kinder zu wahrhaft frommem Verhalten anzuregen. Vergl. Kap. 10, 1; 15, 20; 27, 11. V. 26. Gib mir, mein Sohn, dein Herz, hier fleht die Weisheit selbst den jungen Menschen an, ihr jederzeit ergeben zu sein, und lass deinen Augen meine Wege wohlgefallen, indem du dem Verhalten, den Grundsätzen und den Regeln des Lebens folgst, die von der wahren Weisheit vorgeschrieben werden und im Wort Gottes zusammengefasst sind. V. 27. Denn eine Hure, im Gegensatz zur Person der Weisheit, ist ein tiefer Graben, und eine fremde Frau, die Außenseiterin, die Hure, ist ein enger Brunnen, wer ihren Verführungen nachgibt, wird es schwer haben, ihrer Macht zu entkommen. V. 28. Sie lauert auch wie ein Räuber, wie ein Straßenräuber, und mehrt die Treulosen unter den Menschen, indem sie die Zahl derer vervielfacht, die ihren verführerischen Künsten nachgeben und die Sünde der Unzucht oder des Ehebruchs begehen. Vgl. Kap. 7, 5-23. V. 29. Wer hat Weh? Wer hat Kummer oder Trauer? Der Hebräer notiert das Stöhnen mit den Seufzern Ah! und Ach! Wer hat Streit? Am leichtesten in Streit verwickelt. Wer hat Klagen? Gemeint ist sinnloses Murmeln und Plappern. Wer hat Wunden ohne Grund? Zugefügt in betrunkenen Schlägereien. Wer hat trübe Augen? Der charakteristische aufgedunsene, trübe und gerötete Zustand des Gesichts, der den Trinker und den Gewohnheitstrinker kennzeichnet. V. 30. Diejenigen, die lange beim Wein verweilen, da sie regelmäßig damit beschäftigt sind, ihn zu trinken; die einkehren, gemischten Wein auszukosten, den stark gewürzten Schnaps, dessen berauschende Wirkung noch schlimmer war als die des Weins. Die Ermahnung lautet daher: V. 31. Sieh den Wein nicht an, das er so rot ist, und beobachte seine verlockende Farbe mit sehnsüchtigen Augen, und im Glas so schön funkelt, wörtlich: „wenn er sein Auge zeigt“, in einem einladenden Funkeln. Er geht glatt ein, wenn er sanft und angenehm die Kehle hinuntergleitet; V. 32. Zuletzt aber beißt er wie eine Schlange, wobei sein verderblicher und zerstörerischer Einfluss erst im Nachhinein sichtbar wird, und sticht wie eine Otter, deren Gift eine äußerst tödliche Wirkung hatte. V. 33. Deine Augen, unter dem Einfluss des Alkohols, der die Sinne trübt, werden seltsame Dinge sehen, denn alle Objekte werden verdoppelt oder unsicher oder schwankend in der Vision des Betrunkenen, und dein Herz wird verkehrte Dinge aussprechen, dummes Geschwätz. V. 34. und du wirst sein wie einer, der sich mitten auf dem Meer niederlegt, in seinen Tiefen, ohne sich seiner Umgebung bewusst zu sein, oder wie einer, der oben in einem Mastkorb liegt und in einer äußerst gefährlichen Position schläft, taumelt und schwankt, in der unmittelbaren Gefahr, in die Wellen geschleudert zu werden. V. 35. Sie haben mich geschlagen, sollst du sagen, die Sprache des Betrunkenen ist gut imitiert, und es tat mir nicht weh, er hat den Schmerz nicht gespürt; sie haben mich geprügelt, und ich habe es nicht gespürt, er war sich dessen nicht bewusst. Wann werde ich aufwachen? Er ist bestrebt, die Auswirkungen der gegenwärtigen Ausschweifung zu überwinden. Ich werde es noch einmal aufsuchen; denn wer dem Laster der Unmäßigkeit verfallen ist, ist wie mit Ketten gefesselt, er ist ein williger Sklave. Die gesamte Beschreibung ist bemerkenswert lebensnah und soll den Leser mit der tiefsten Abneigung und dem größten Abscheu vor der Sünde der Trunkenheit erfüllen, die den Menschen in ein wildes Tier verwandelt und ihn oft sogar unter das Niveau von Tieren herabwürdigt.

 

 

Kapitel 24

 

Von Geduld und Verträglichkeit

 

    V. 1. Sei nicht neidisch auf böse Menschen, wünsche dir nicht, mit ihnen zusammen zu sein, weil sie scheinbar wohlhabend und glücklich sind, und wünsche nicht, zu ihnen zu gehören, in ihre Reihen aufgenommen zu werden. Vgl. Kap. 23, 17. V. 2. Denn ihr Herz sinnt auf Gewalttat, sie denken ständig über Unterdrückung und Gewalt nach, und ihre Lippen reden zum Unheil, ihr erklärtes Ziel ist es, anderen zu schaden. V. 3. Durch Weisheit wird ein Haus gebaut, nicht nur die Wohnung, sondern auch die Bewohner des Hauses sind in der Bezeichnung enthalten, und durch Verstand wird es erhalten, nur auf diese Weise erhalten Menschen ein Zuhause im wahrsten Sinne des Wortes; V. 4. und durch Erkenntnis werden die Kammern mit allen kostbaren und angenehmen Reichtümern gefüllt, die Worte beschreiben nicht ein geiziges Horten von Geld, sondern einen Zustand des Haushalts, der von einem komfortablen Wohlstand spricht. V. 5. Ein weiser Mann ist stark, voller Kraft und übt einen starken Einfluss aus; und ein vernünftiger Mann, der sich der richtigen Umsicht und Vorsicht bedient, kraftvoll, entwickelt und erweitert seinen Einfluss und setzt seine Macht auf die richtige Weise ein. V. 6. Denn durch klugen Rat führst du deinen Krieg, ihn zu einem erfolgreichen Ende bringen, und wo viele Ratgeber sind, die alle gute Ratschläge einbringen, da ist der Sieg, die Dinge werden mit Sicherheit gut vorankommen. Vgl. Kap. 20, 18; 11, 14; 15, 22. V.7. Weisheit ist zu hoch, völlig unerreichbar, für einen Narren; er öffnet seinen Mund nicht im Tor, er kann von den führenden Männern der Stadt nicht konsultiert werden, wenn sie über das Wohlergehen der Gemeinschaft beraten, da ihr Versammlungsort im Stadttor oder unmittelbar innerhalb des Tors liegt, wo der offene Raum für öffentliche Versammlungen vorgesehen war. V. 8. Wer Böses im Sinn hat, bei dem Unheil und Unrecht offensichtlich sind, wer der Meister der Bosheit ist, nennt man einen Erzbösewicht, sein schlechter Ruf wird sich bald durchsetzen. V. 9. Das Nachsinnen über Torheit ist Sünde, das heißt, selbst wenn die Torheit versucht, etwas mit umsichtiger Überlegung zu tun, ist das Ergebnis dasselbe, eine Übertretung des heiligen Gesetzes Gottes, und der Spötter ist den Menschen ein Greuel, sein Spott macht ihn zu einem Gegenstand des Abscheus. V. 10. Der ist nicht stark, der in der Not nicht fest ist, in Zeiten, in denen Angst und Not den Fortschritt zu behindern scheinen, denn es ist notwendig, den Mut aufrechtzuerhalten, moralischen Mut und Widerstandskraft zu entwickeln, um im Leben etwas Wertvolles zu leisten. V. 11. Rette diejenigen, die dem Tod geweiht sind und entzieh dich nicht von denen, die zur Hinrichtung wanken, wobei sich der Appell insbesondere an diejenigen richtet, die die Taten religiöser Fanatiker miterlebt haben, die es damals wie heute oft darauf anlegten, sich in die Regierungsgeschäfte einzumischen und die härtesten Strafen für diejenigen zu fordern, die ihrem Missfallen erregt hatten; V. 12. Wenn du sagst: „Siehe, wir wussten es nicht“, der Angesprochene, der versucht, sein Gewissen mit einer fadenscheinigen Ausrede zu beruhigen, sieht das nicht der, der das Herz erforscht? Und der, der deine Seele bewahrt, der mit den innersten Gedanken des Geistes vertraut ist, weiß das nicht? Ja, er wird jedem Menschen nach seinen Werken vergelten. Das letzte ist eine direkte Aussage: Er wird den Menschen nach seinen Taten belohnen, seine ausgleichende Gerechtigkeit kann nicht durch ein Unwissenheitsbekenntnis umgangen werden. Vgl. Kap. 31, 8. 9. V. 13. Mein Sohn, iss Honig, denn er ist gut, und Honigseim ist süß in deinem Gaumen, diese bildliche Ermahnung dient dazu, das Lob der Lieblichkeit und Annehmlichkeit der wahren Weisheit einzuleiten. V. 14. Ebenso gut ist Weisheit für deine Seele, ganz angenehm und voller reicher Nahrung und daher wert, erworben zu werden; wenn du sie gefunden hast, dann wird es hernach wohl gehen, und deine Hoffnung wird nicht enttäuscht werden, die Zukunft wird zeigen, dass es sich gelohnt hat, Weisheit zu erlangen. V. 15. Laure nicht, du Gottloser, mit der Absicht, Unheil und Bosheit auf das Haus des Gerechten; zerstöre nicht seinen Ruheplatz, wo er ein ruhiges und friedliches Leben in aller Frömmigkeit und Ehrlichkeit führt; V. 16. Denn ein Gerechter fällt siebenmal, denn Unglück scheint ihn oft auszusondern, er hat seinen vollen Anteil daran, und steht wieder auf, ausgestattet mit neuer Kraft durch den Herrn; aber die Gottlosen versinken im Unglück, in die Zerstörung stolpern, ihr Schicksal ist ewiges Unglück. V. 17. Freue dich nicht, in bösartiger Freude, wenn dein Feind fällt, und lass dein Herz nicht frohlocken, wenn er strauchelt, denn die Freude am Schaden eines anderen ist genauso verwerflich wie offene Gewalt, V. 18. damit der Herr es nicht sieht und es ihm missfällt, da alle Anzeichen von Bosheit verfolgt werden, und er seinen Zorn von ihm abwendet, d. h. vom Feind, und stattdessen die Person mit dem bösartigen Geist mit seiner Strafe trifft. V. 19. Ärgere dich nicht über böse Menschen, werde nicht neidisch wegen ihres scheinbaren Glücks, und ereifere dich nicht über die Gottlosen, deren Wohlstand oft so groß zu sein scheint; V. 20. denn der Böse hat nichts zu hoffen, er wird keine glückliche Zukunft oder ein glückliches Ende haben; und die Leuchte der Gottlosen wird verlöschen, ein Bild für das letztendliche Unglück und die Zerstörung. V. 21. Mein Sohn, fürchte den HERRN und den König, die vom Herrn eingesetzte Regierung, 1. Petr. 2, 17; Röm. 13, 1, und mische dich nicht unter die Aufrührer, diejenigen, die immer unzufrieden mit der Regierung sind und daher immer Revolutionen planen; V. 22. denn ihr Verderben, das Unheil, das Gott über sie gebracht hat, wird plötzlich entstehen und sie mit unerwarteter Plötzlichkeit treffen; und wer weiß, wie sie beide zugrunde gehen werden? Denn wer sich gegen die verfasste und bestehende Regierung auflehnt, lehnt sich damit gegen den Herrn auf. –

    Zweite Sammlung von Sprüchen der Weisen: V. 23. Diese Dinge gehören auch zu den Weisen, die Sprichwörter oder Maximen, die nun folgen, werden von diesem Punkt bis zum Ende des Kapitels weisen Männern zugeschrieben. Die Person ansehen im Gericht ist nicht gut, wörtlich: „Gesichter zu beobachten“, d. h. parteiisch zu sein, egal aus welchem Grund. V. 24. Wer zu dem Gottlosen sagt: Du bist gerecht, und ein Urteil zugunsten des Schuldigen fällt, dem fluchen die Völker, denn die Verfälschung der Gerechtigkeit in auch nur einem Fall beeinträchtigt das Wohlergehen aller, die Leute verwünschen ihn; V. 25. Die aber gerecht richten, denen geht es gut, die Richter, die ihre Pflicht erfüllen, indem sie Übeltäter bestrafen, werden belohnt werden und reicher Segen kommt über sie, der Herr selbst wird reiche und vielfältige Gaben seiner Güte und Barmherzigkeit austeilen. V. 26. Eine richtige Antwort ist wie ein lieblicher Kuss, oder: „Einen Kuss auf die Lippen gibt er, der wohlgefällige Worte erwidert“, das heißt, eine treue und wohlwollende Antwort, insbesondere vor einem Gericht, ist wie eine äußerst angenehme Liebkosung. V. 27. Besorge dein Werk draußen und bearbeite deinen Acker, indem du zuerst den Boden bestellst und für eine reiche Ernte arbeitest; und baue dann dein Haus, was die Gründung einer Familie und eines Haushalts einschließt, die Zusammenfassung lautet: Sorge zuerst für das Nötigste, dann für den Komfort. V. 28. Sei kein Zeuge gegen deinen Nächsten ohne Grund! ohne Anlass und Notwendigkeit, aus purer Boshaftigkeit. Und solltest du täuschen mit deinen Lippen? Eine sehr nachdrückliche Art, eine solche Absicht zu tadeln. V. 29. Sprich nicht: „Ich will ihm antun, was er mir angetan hat“, wobei der Eifer für Rache die Handlungen bestimmt; „und will jedem vergelten nach seinem Tun“. Vgl. Mt 5,43-45; Röm 12,17. V. 30. Ich ging am Feld des Faulen vorbei, wo er die Auswirkungen der Faulheit gut beobachten konnte, und am Weinberg des Mannes ohne Verstand, der zu faul war zu arbeiten, weil es ihm an Weisheit mangelte; V. 31. und siehe, es war alles mit Nesseln überwuchert, das gesamte Feld hatte mangels Bewirtschaftung schädliches Unkraut hervorgebracht, und stand voll Disteln, und seine Steinmauer war eingestürzt, ein weiteres Zeichen völliger Vernachlässigung. V. 32. Als ich das sah, nahm ich’s zu Herzen und beobachtete die Lehre, die dieses vernachlässigte Feld lehrte; ich schaute es an und ließ es mir eine Lehre sein, indem ich die Ermahnung, die durch die Szene der Verwüstung vermittelt wurde, in einer Maxime für andere festhielt. V. 33. Noch ein wenig Schlaf, ein wenig Schlummer, ein wenig Falten der Hände zum Ruhen, das ist der Gedanke, der das Handeln der Faulen bestimmt; V. 34. so wird deine Armut kommen wie ein Wanderer und dein Mangel, der Bedarf an Geld und allen lebensnotwendigen Gütern, wie ein gewappneter Mann, wörtlich: „einer, der mit einem Schild bewaffnet ist“. Vgl. Kap. 6, 10. 11.

 

 

Kapitel 25

 

Wahre Weisheit ist das höchste Gut für Könige und Bürger

 

    V.1. Dies sind auch Sprüche Salomos, Lehrsprüche, die der weise Sohn Davids durch göttliche Eingebung verfasst hat, die die Männer Hiskias, des Königs von Juda, gesammelt haben, offensichtlich aus Sammlungen, in denen sie aufbewahrt wurden, da der König sehr darauf bedacht war, die Literatur des „Goldenen Zeitalters“ in einer möglichst vollständigen Form an die Nachwelt weiterzugeben. V.2. Es ist Gottes Ehre, etwas zu verbergen, denn er, dessen Wesen unerforschlich ist und dessen Weisheit unauslotbar ist, kann nicht von endlichen Geistern erfasst werden; aber die Ehre der Könige besteht darin, eine Angelegenheit zu erforschen, sorgfältig zu untersuchen und jeden Fall, der ihnen zur gerichtlichen Entscheidung vorgelegt wird, richtig zu verstehen. Gottes Urteile sind oft absichtlich vor den Augen der Menschen verborgen, die Urteile des Königs müssen immer offen und klar sein. V. 3. Der Himmel ist hoch, denn er erstreckt sich über unermessliche Entfernungen, und die Erde ist tief, denn ihre Abgründe sind unglaublich tief, und das Herz der Könige ist unerforschlich, ihre Absichten können von gewöhnlichen Untertanen nicht durchschaut werden, woraus folgt, dass es töricht ist, wenn sich die Menschen einbilden, die Gunst der Mächtigen zu besitzen, denn wahre Weisheit besteht darin, sich in Worten und Taten zu hüten und den wahren Wert wirken zu lassen. V. 4. Entferne die Schlacken vom Silber, die Unreinheiten vom Erz, und der Goldschmied wird mit einem Gerät Erfolg haben, wobei das Metall rein genug ist, um für die feinsten Gefäße des Goldschmieds verwendet zu werden. V. 5. Entferne den Gottlosen vom König, durch eine gerichtliche Handlung, die solchen Schlacken vor den Augen des Herrschers entfernt, und sein Thron wird durch Gerechtigkeit bestätigt, eine weise und wohltätige Regierung, die aus einer energischen Rechtspflege resultiert. V. 6. Brüste dich nicht vor dem König, um anzugeben oder zu prahlen, und stelle dich nicht mit unverschämter Gelassenheit an den Platz der Großen; V. 7. Denn es ist besser, dass man zu dir sagt: Komm herauf, an einen Platz von größerer Ehre in der Tafelrunde, als dass du in Gegenwart eines Edlen, den deine Augen gesehen haben, erniedrigt wirst, so dass dieser vor der gesamten Versammlung gedemütigt wird. Vergl. Lukas 14, 8-11. V. 8. Gehe nicht voreilig hinaus vor Gericht, und stürze dich nicht bei der geringsten Provokation in streitsüchtiger Absicht hinaus, sonst weißt du am Ende nicht, was du tun sollst, wenn dein Nachbar dich beschämt hat, denn es ist leicht, einen Streit vom Zaun zu brechen, aber seine schrecklichen Folgen sind oft unüberschaubar. V. 9. Verhandle deine Sache mit deinem Nächsten selbst, wenn eine Ursache für eine Handlung ohne Verschulden einer Person entstanden ist, lass die Kontroverse auf ehrenvolle Weise geführt werden; und entdecke kein Geheimnis gegenüber einem anderen, indem du das Vertrauen einer Person gegenüber einer dritten Person verrätst und somit unfaire Methoden anwendest, V. 10. damit nicht der, der es hört, dich beschämt, jede Person, die von dem Verrat erfährt, denjenigen, der sich solcher unehrlicher Praktiken bedient, ernsthaft zurechtweist und tadelt, und dein übler Ruf nicht mehr schwindet, denn die Schande, die mit einem solchen Verrat einhergeht, haftet ihm auf unbestimmte Zeit an und hindert die Menschen daran, ihm jemals wieder zu vertrauen. V. 11. Ein Wort, geredet zu rechter Zeit, mit angemessener Weisheit und Takt, ist wie goldene Äpfel in silbernen Schalen, in einem Rahmen, auf einem Untergrund aus Silber, wobei es sich auf Verzierungen bezieht, wie sie an Decken und Säulen verwendet wurden, wo alles gut harmonieren und das Auge nicht beleidigen soll. V. 12. Wie ein goldener Ohrring und ein Schmuckstück aus feinem Gold, ein Anhänger, der normalerweise um den Hals getragen wird, so ist ein weiser Mahner, einer, der mit weisem Taktgefühl lehrt, für ein aufmerksames Ohr, das heißt, das zuhörende Ohr, das bereit ist, Anweisungen anzunehmen, besser als einer, der mit Gold behängt ist. V. 13. Wie die Kälte des Schnees in der Erntezeit, der an heißen Sommertagen zur Kühlung von Getränken verwendet wird, so ist ein treuer Bote für den, der ihn sendet; denn er erquickt die Seele seines Herrn, da er seine Arbeit gut ausführt und eine erfreuliche Botschaft überbringt. V. 14. Wer mit Geschenken prahlt und hält es nicht, eine Freigebigkeit, die er nicht praktiziert, ist wie Wolken und Wind ohne Regen, die auch viel versprechen und nichts bringen. V. 15. Durch Geduld wird ein Fürst, das heißt, ein Richter, der in einem Fall sitzt, überzeugt, eine anhaltende, sanfte Geduld, die sehr oft ihren Zweck erfüllt, und eine sanfte Zunge bricht den Knochen, die durch ihre Sanftmut den hartnäckigsten Widerstand zermürbt. V. 16. Hast du Honig gefunden? Iss so viel, wie dir genügt, so viel, wie der Körper gut als Nahrung gebrauchen kann, damit du dich nicht daran satt isst, dich überfüllst und es erbrichst, denn das ist die Folge von Unmäßigkeit und Übergenuss. V. 17. Halte deinen Fuß zurück vom Haus deines Nächsten, mache die Besuche selten, spärlich und weit voneinander entfernt, damit er nicht deiner überdrüssig und dir gram wird, der ihm aufgezwungenen Gesellschaft überdrüssig wird und dich wegen der zur Schau gestellten Aufdringlichkeit hasst. V. 18. Wer falsch gegen seinen Nächsten aussagt, der ist wie ein Hammer, Schwert und ein scharfer Pfeil, da seine Worte mit unbarmherziger Grausamkeit verletzen und zermalmen. V. 19. Das Vertrauen in einen untreuen Menschen setzen, das leichtgläubige Verlassen auf eine falsche Person, in Zeiten der Not, wenn man einen vertrauenswürdigen Freund braucht, ist wie ein abgebrochener Zahn und ein gleitender Fuß, wertlos, wie sie sind, provozieren sie umso mehr, indem sie Schmerzen zufügen. V. 20. Wie der ein Kleidungsstück ablegt, so ist das Weglegen warmer Kleidung an einem kalten Tag eine offensichtlich sinnlose Vorgehensweise, und wie Essig auf Natron, was zur Zerstörung des Natrons aufgrund der chemischen Reaktion führt, so ist, wer Lieder für ein bekümmertes Herz singt, denn Lieder der Freude in einem Trauerhaus sind widersprüchlich und nutzlos, Röm 12,15. V. 21. Hungert deinen Feind, so speise ihn mit Brot, teile bereitwillig dein Essen mit ihm, dürstet ihn, so tränke ihn mit Wasser; V. 22. denn du wirst glühende Kohlen auf sein Haupt häufen, Güte, die das Herz erweicht, wie Metalle durch das Aufhäufen glühender Kohlen geschmolzen werden, und der HERR wird es dir vergelten. Vgl. Matthäus 5, 44; Römer 12, 20. V. 23. Der Nordwind bringt Regen, wenn er aus dem Norden weht, bringt er Regen hervor, er bläst einen Regensturm auf; und heimliche Zunge saure Gesichter, denn wenn die Zunge damit beschäftigt ist, Verleumdungen zu verbreiten, bringt sie besorgte Gesichter, sorgenvolle Blicke und zornige Stirnrunzeln hervor. V. 24. Es ist besser, in einem Winkel des Hausdaches zu wohnen als mit einer streitsüchtigen Frau und in einem großen Haus. Vgl. Kap. 21, 9. V. 25. Wie kaltes Wasser für eine durstige Seele, das das gleiche Gefühl der Erfrischung hervorruft, so ist eine gute Nachricht aus einem fernen Land, die einen abwesenden Freund oder Verwandten betrifft. V. 26. Ein gerechter Mann, der vor dem Gottlosen wankt, der vor der List des Bösen schwankt, dem es an moralischer Festigkeit mangelt, ist wie ein trüber Brunnen und eine verdorbene Quelle, aus denen man kein reines und gesundes Wasser gewinnen kann; denn die Übertretung eines Gerechten hat weitreichendere böse Auswirkungen als die eines als gottlos bekannten Menschen. V. 27. Es ist nicht gut, zu viel Honig zu essen, er ist so nahrhaft, dass sein übermäßiger Verzehr ein Gefühl des Ekels hervorruft; so bringt es dem Menschen keine Ehre, nach Ehre zu streben [and. Vers.: wer aber nach schweren Dingen forscht, dem bringt’s Ehre], wörtlich: „und Schwierigkeiten zu suchen, ist schwierig“, d. h. über Probleme nachzudenken, die keine Lösung haben, ist schädlich. V. 28. Wer seinen Geist nicht im Zaum halten kann, wer sein Temperament nicht unter Kontrolle hat, ist wie eine geöffnete Stadt, die zerstört wurde, deren Verteidigungsanlagen dem Erdboden gleichgemacht wurden, ohne Mauern. Ein solcher Mensch ist allen Angriffen auf seine Moral und Freiheit ausgesetzt, die Feinde können ihn leicht dazu bringen, zu sündigen.

 

 

Kapitel 26

 

Warnung vor unehrenhaftem Verhalten

 

    Über Toren und Faule (V. 1-16): V. 1. Wie Schnee im Sommer und Regen in der Ernte, wobei jede Möglichkeit als etwas völlig Unpassendes, nicht Erwartbares, dargestellt wird, so ist Ehre für einen Toren nicht angemessen, es ist nicht richtig, dass er sie hat, er ist ihrer völlig unwürdig. V. 2. Wie ein Vogel dahinflattert, der Spatz beim Flattern, eine Schwalbe wegfliegt, wobei die Ziellosigkeit ihres gewöhnlichen Fluges der Vergleichspunkt ist, so ist der grundlose Fluch: Er trifft nicht ein, das heißt, wenn er unverdient ist, wird er nicht erfüllt, und die Person, gegen die er gerichtet ist, hat keinen Grund zur Sorge. V. 3. Die Peitsche für das Pferd, das Zaumzeug für den Esel, beides ist bei irrationalen Bestien notwendig, um sie unter Kontrolle zu halten, und eine Rute auf den Rücken des Toren, denn nur mit Gewalt kann er auf den richtigen Weg gebracht werden. V. 4. Antworte einem Toren nicht gemäß seiner Torheit, indem du dich in Sprache und Handlungen auf seine Ebene begibst, damit du nicht auch wie er wirst und von anständigen und intelligenten Menschen in dieselbe Kategorie wie er eingeordnet wirst. V. 5. Antworte einem Toren gemäß seiner Torheit, indem du eine scharfe und entschiedene Antwort formulierst, um auf törichte Bemerkungen zu reagieren, damit er sich nicht einbildet, weise zu sein und von der Vorstellung erfüllt ist, dass er wirklich Weisheit besitzt. V.6. Wer eine Botschaft durch einen Toren sendet und erwartet, dass dieser seine Interessen angemessen vertritt, ist wie einer, der sich die Füße abschneidet, bringt sich selbst in eine hilflose Lage, schadet seiner eigenen Sache und nimmt Schaden, schadet oder verletzt sich selbst, muss er zwangsläufig Misshandlungen erleiden. V. 7. Schlaff hängen die Beine des Lahmen herab, sie schleifen oder baumeln, sie machen ihn beim Gehen hilflos; so ist die Weisheit im Mund der Toren, es ist für ihn insgesamt umständlich, ein Sprichwort oder eine Maxime zu verwenden, da er es nicht richtig anwenden kann. V. 8. Wie einer, der einen Stein in einer Schleuder festbindet [and. Vers.: Wie wenn einer einen Edelstein auf den Steinhaufen würfe], wie wir sagen würden, wie einer, der mit einem geladenen Gewehr spielt, so ist einer, der einem Toren Ehre erweist, denn kein Tor ist gefährlicher als einer, der sich in einer Position der Ehre und Autorität befindet. V. 9. Wie ein Dornzweig in die Hand eines Betrunkenen geht, so ist ein Dornstrauchzweig in den Händen eines solchen Menschen eine gefährliche Waffe, da man nie weiß, wer durch den unsicheren Schlag des Betrunkenen verletzt wird, so ist ein Spruch im Mund von Narren, er richtet mit seinen falschen Anwendungen mehr Schaden als Nutzen an. V. 10. Wie ein Schütze, der jeden verwundet, so ist, wer einen Toren oder einen Dahergelaufenen dingt, oder wörtlich: „Vieles bringt alles hervor, und sowohl der Lohn als auch der Belohner des Narren vergehen“ [EHV: Die genaue Bedeutung des Verses ist ungewiss.], das heißt, Fleiß bringt Lohn, aber Torheit bringt Zerstörung. V. 11. Wie ein Hund zu seinem Ausgespienen zurückkehrt, so ist der Narr, der seine Torheit wieder treibt und wiederholt sie immer wieder, ohne sich der Abscheulichkeit seiner Handlung bewusst zu sein. Vgl. 2 Petr 2,22. V. 12. Siehst du einen Menschen, der sich selbst für weise hält, der sich selbst überschätzt? Da ist für einen Toren mehr Hoffnung als für ihn, denn ein Mensch, der sich selbst überschätzt, ist ein hoffnungsloser Fall.

    V. 13. Der Faule spricht: „Ich will Ausflüchte erfinden, damit ich nicht arbeiten muss. Ein junger Löwe ist auf dem Weg, ein Löwe ist auf der Straße.“ Vergl. Kap. 22, 13. V. 14. Wie die Tür sich in ihren Angeln dreht, sich aber nie von ihrem Platz bewegt, so der Faule auf seinem Bett, der sich zwar bewegt, aber seinen Platz nicht verlässt und daher im Leben keinen Fortschritt macht. V. 15. Der Faule steckt seine Hand in die Schüssel, besser gesagt, er taucht sie in die große Schüssel auf dem Tisch, um sich etwas zu essen zu holen; und es ist ihm beschwerlich, sie zum Mund zu bringen, er ist tatsächlich zu faul, es zum Mund zu führen, Kap. 19, 24. V. 16. Ein Fauler kommt sich weiser vor in seinen Augen, in seiner eigenen Einschätzung seiner selbst, als sieben, die verständig antworten, weise Antworten geben und angemessene Informationen zu den ihnen gestellten Fragen liefern. Wahre Demut ist eine der wichtigsten christlichen Tugenden.

 

    Über Gottlose (V. 17-28): V. 17. Wer vorbeigeht und sich in einen Streit einmischt, der ihn nichts angeht, sich über einen Streit aufregt, der ihn eigentlich nichts angeht, ist wie einer, der einen Hund bei den Ohren packt und absichtlich Ärger für sich selbst provoziert. V. 18. Wie ein Wahnsinniger, der Feuerbrände, Pfeile und Tod, tödliche Geschosse aller Art, schleudert, V. 19. so ist der Mann, der seinen Nächsten betrügt, ihn mit List betrügt, ihn absichtlich mit bitteren Reden verletzt und sagt: Ich habe nur gescherzt. Sanftes Necken und Ironie mögen durchaus erlaubt sein, aber alles hat seine Grenzen, und aus Scherzen darf niemals spitzer Spott mit persönlichem Biss werden. V. 20. Wo kein Holz ist, da erlischt das Feuer, aus Mangel an Brennstoff; und wo kein Verleumder ist, dessen verleumderische Bemerkungen immer weiteres Öl ins Feuer gießen, endet der Streit, er wird zum Schweigen gebracht, weil es an Material fehlt, um ihn am Laufen zu halten. V. 21. Wie Kohlen die Glut und Holz das Feuer, das die Flamme am Leben erhält, so schürt ein streitsüchtiger Mensch den Streit und entfacht ihn immer wieder neu. V. 22. Die Worte des Verleumders sind wie Leckerbissen, und sie dringen bis in die innersten Teile des Leibes. Vgl. Kap. 18, 8. V. 23. Glühende Lippen, die scheinbar vor Zuneigung glühen, und ein böses Herz, das zeigt, dass der Glanz der Lippen abstoßende Heuchelei ist, sind wie ein Tongeschirr, das mit Silberglasur überzogen ist, unreines Silber, das ein Tongefäß bedeckt, wobei der Vergleich dazu dient, die Falschheit solcher Handlungen hervorzuheben. V. 24. Der Hassende verstellt sich mit seinen Lippen und aber im Herzen ist er falsch; V. 25. Wenn er freundlich spricht, seine Stimme und seine Rede angenehm macht, glaube ihm nicht; denn es gibt sieben Greuel in seinem Herzen, hasserfüllte und abscheuliche Pläne und Vorhaben beschäftigen seine Aufmerksamkeit, Matthäus 12, 45. V. 26. Wer Hass durch Täuschung verdeckt, da er es geschafft hat, ihn eine Weile geheim zu halten, dessen Bosheit wird vor der (Gerichts-)Versammlung offenbar werden, vor der gesamten Versammlung, die zum Gericht einberufen wurde, bloßgestellt werden. V. 27. Wer eine Grube gräbt, wird darein fallen, dies ist die Form, die die Strafe Gottes annehmen wird; und wer einen Stein wälzt, mit der Absicht, einem anderen zu schaden, auf den wird er zurückkommen, in gerechter Vergeltung. V. 28. Eine verleumderische Zunge hasst die von ihr Vernichteten, es geht nicht nur darum, eine Verleumdung gedankenlos zu wiederholen, sondern um einen absichtlichen Ausdruck von Hass; und ein schmeichelnder Mund führt ins Verderben, denn wenn Menschen sich von Schmeichelei täuschen lassen, bringt dies Unglück über sie. Von jedem wahren Kind Gottes wird sorgfältige Aufrichtigkeit verlangt.

 

 

Kapitel 27

 

Einbildung und Vermessenheit als die Haupthindernisse zur Weisheit

 

    Selbstüberschätzung führt ins Unglück (V. 1-10): V. 1. Rühme dich nicht des morgigen Tages, indem du stolz den sicheren Erfolg deiner Pläne für die Zukunft darlegst; denn du weißt nicht, was der Tag bringen mag, und die Zukunft mit ihren Erfolgen und Misserfolgen liegt ganz in Gottes Hand. V. 2. Lass einen anderen dich loben, und nicht deinen eigenen Mund; einen Fremden, und nicht deine eigenen Lippen; denn das Lob eines Menschen für seine eigenen Tugenden und guten Taten hat keinen Wert und ist darüber hinaus für andere abstoßend. V.3. Ein Stein ist schwer und der Sand gewichtig, wörtlich: „Gewicht des Steins und Schwere des Sandes“; aber der Zorn eines Narren ist schwerer als sie beide, sowohl unvernünftig als auch übertrieben, eine Last für ihn selbst und andere. V. 4. Zorn ist grausam und Wut ist überfließend, wörtlich: „Raserei ist Wut und Zorn ist überfließend“, wie eine Flut, die alles mit sich reißt; aber wer kann vor Eifersucht bestehen? Eifersucht ist schlimmer zu ertragen als offener Zorn und offener Krieg. V. 5. Offene Zurechtweisung ist besser als heimliche Liebe, d. h. Tadel, der offen und ehrenhaft ausgesprochen wird, ist einer vorgetäuschten Liebe, die sich verstellt und sich weigert, die Fehler eines Nachbarn zu tadeln, wo die Grundsätze wahrer Liebe dies erfordern würden, bei weitem vorzuziehen. V. 6. Die Schläge des Freundes meinen es gut, das heißt, er kann in der aufrichtigen Sorge um das wahre Wohlergehen seines Nächsten manchmal einen scharfen Tadel aussprechen; aber die Küsse eines Feindes, wenn er Freundschaft vortäuscht, sind trügerisch, voller Verrat und List. V. 7. Die satte Seele, die bereits mit Nahrung gesättigt ist und keinen Appetit mehr hat, tritt Honigseim mit Füßen, so einladend und appetitlich sie auch sein mag; aber für die hungrige Seele ist alles Bittere süß, denn „Hunger ist der beste Koch“. V. 8. Wie der Vogel, der aus seinem Nest weicht und sein Zuhause im Geiste der Rastlosigkeit verlässt, so ist ein Mensch, der von seiner Heimat wegwandert und im Geiste des Abenteuers umherstreift, anstatt den richtigen häuslichen Geschmack zu pflegen. V.9. Salbe und Räuchwerk erfreuen das Herz, beide werden vom orientalischen Gastgeber verwendet, um seine Gäste zu ehren; so auch die Freundlichkeit eines Freundes durch herzlichen Rat, wenn der Rat wirklich von einem aufrichtigen Herzen kommt, ist er über alle äußeren Anzeichen von Zuneigung hinaus angenehm. V. 10. Deinen Freund und den Freund deines Vaters verlasse nicht, denn sie sind zuverlässig, haben sich als bewährt und zuverlässig erwiesen. Geh auch nicht in das Haus deines Bruders, wenn du in Not bist, denn eine Blutsverwandtschaft ist in vielen Fällen nicht so eng und vertraut wie eine Freundschaft. Denn besser ist ein Nachbar, der in der Nähe ist und mit dem man durch das Band der Freundschaft verbunden ist, als ein entfernter Bruder, mit dem man vielleicht nicht mehr viel gemeinsam hat. Blutsbande sind möglicherweise weniger verlässlich als die einer echten Freundschaft.

 

    Weisheit und Demut gehen Hand in Hand (V. 11-27): V. 11. Mein Sohn, sei weise und erfreue mein Herz, der inspirierte Autor wendet sich erneut im Ton väterlicher Ermahnung an alle seine Leser, damit ich dem antworten kann, der mich schmäht, denn das kluge Verhalten eines Schülers wird es dem Lehrer ermöglichen, die Schmähungen eines Feindes zu stoppen, der sich über seine Lehre lustig machen würde. V. 12. Ein Kluger sieht das Unglück voraus, er kann die Zeichen der Zeit beurteilen und verbirgt sich; aber die Einfältigen [Unverständigen] gehen weiter und erleiden Schaden, sie kommen zu Schaden, weil sie keine Schritte unternehmen, um ihn zu vermeiden. Vgl. Kap. 22, 3. V. 13. Nimm dem sein Gewand, der Bürge für einen anderen wurde, indem er sich törichterweise verpflichtet hat, und pfände ihn um des Fremden [o.: der fremden Leute] willen, besser gesagt, „wegen fremder Dinge“. Vergl. Kap. 20, 16. V. 14. Wer früh am Morgen aufsteht und seinen Freund mit lauter Stimme segnet, um möglichst freundlich und aufrichtig zu wirken und so seine wahren Gefühle zu verbergen, dem wird es als Fluch angerechnet, es wird ihm aufgrund seiner Heuchelei und Unaufrichtigkeit so angerechnet. V. 15. Ein tropfendes Dach, wenn’s sehr regnet, wenn das Tropfen der Speier mit nervtötender Monotonie anhält, und eine streitsüchtige Frau, eine, die immer nörgelt und streitet, sind sich gleich, nämlich in ihrer unangenehmen Wirkung auf andere; V. 16. wer sie aufhalten will, das heißt, wer versucht, eine solche Frau zu zügeln, will den Wind aufhalten, es ist genauso töricht zu versuchen, den Wind auszuschalten, und Öl mit der Hand fassen, die sich selbst verrät, besser gesagt, „und seine rechte Hand stößt auf Öl“, etwas, das immer aus seinem Griff entgleitet; denn es ist unmöglich, dem Schimpfen der Spitzmaus Einhalt zu gebieten. V. 17. Eisen schärft Eisen, nämlich wenn eine Feile verwendet wird; so schärft ein Mann das Antlitz seines Nächsten, nämlich durch die Anregung seines Gesprächs und die Ermutigung durch sein Beispiel. V. 18. Wer den Feigenbaum pflegt, ihm die nötige Pflege angedeihen lässt, wird seine Früchte essen, und so wird seine Arbeit belohnt. Wer seinem Herrn treu dient, ihn gebührend respektiert und den Geist des loyalen Dienstes in seiner Beschäftigung pflegt, wird geehrt werden, und seine Treue wird gebührend belohnt werden. V. 19. Wie im Wasser das Gesicht ist gegen das Angesicht, wobei die Wasseroberfläche wie ein Spiegel wirkt, der alle Objekte reflektiert, so das Herz des Menschen im anderen, das sich im Herzen seines Mitmenschen spiegelt, wobei man wahre Menschenkenntnis am besten durch ein gründliches Studium des Selbst erlangt. V. 20. Grab und Abgrund werden nie voll, das Grab und das Reich der Toten sind unersättlich, sie haben nie genug; so sind die Augen des Menschen, desjenigen, der der Begierde nachgegeben hat, nie satt, der Geizhals hat nie genug. V. 21. Wie der Schmelztiegel für Silber und der Ofen für Gold, die beide dazu dienen, die Reinheit der darin geprüften Metalle hervorzuheben, so ist für den Mann das Lob, das er empfängt, er wird geprüft, sein wahrer Charakter wird offenbart, indem er sich rühmt oder prahlt, sei es in lobenswerten oder in tadelnswerten und trivialen Dingen, oder je nachdem, wie ehrbare Menschen ihn einschätzen. Vgl. Kap. 12, 8. V. 22. Selbst wenn du einen Narren in einem Mörser unter der Grütze mit einem Stößel zerstößt, ihn in einem Tiegel in kleine Stücke stampfst, um wenigstens ein Körnchen Verstand zu finden, wird seine Torheit ihn dennoch nicht verlassen, da sie jedes Atom seines Wesens durchdringt. V. 23. Auf das Aussehen deiner Schafe habe acht, wörtlich: „das Gesicht deiner Schafe“, ihren Zustand, und nimm dich deiner Herden an, wie es ein sorgfältiger Bauer tun muss; V. 24. denn Vorräte sind nicht für immer, sie sind unbeständig und müssen daher sorgfältig gepflegt werden; und währt die Krone von Generation zu Generation? Selbst der König ist sich nicht sicher, ob seine königliche Würde und Macht in seiner Familie vererbt wird, so unsicher und vergänglich ist aller menschlicher Besitz; weshalb es dem Menschen umso mehr obliegt, Sorgfalt und Umsicht walten zu lassen. V. 25. Ist das Heu geerntet und das frische Gras nachgewachsen und die Kräuter der Berge gesammelt, der sorgfältige und vorausschauende Manager sorgt für eine ausreichende Versorgung seiner Herden, damit es ihnen nicht an Nahrung mangelt; V. 26. dann kleiden dich die Lämmer, ihr Fell liefert Wolle für Kleidungsstücke, und die Böcke geben wir das Geld für einen Acker, ihr Wert ist so hoch, dass das durch ihren Verkauf erhaltene Geld für den Bauernhof ausreicht. V. 27. Du hast genug Ziegenmilch für die Nahrung deines Haushalts, der Familie und der Hausangestellten, und für den Unterhalt deiner Mägde, der Sklavinnen, die es in großen Betrieben immer gab. Wohlstand ist ein Segen des Herrn, aber das schließt nicht aus, dass jeder Mensch fleißig und umsichtig ist, denn Gebet und Fleiß müssen Hand in Hand gehen.

 

 

Kapitel 28

 

Das böse Gewissen, ein zweites Hindernis für Weisheit; seine Eigenschaft, Ursprung und Hilfe dagegen

 

    Die Folgen eines gottlosen Lebens (V. 1-17): V. 1. Die Gottlosen fliehen, und niemand verfolgt sie, ihr schlechtes Gewissen macht sie ängstlich; aber die Gerechten, erfüllt vom Bewusstsein ihrer Aufrichtigkeit und daher mit einem guten Gewissen, sind furchtlos wie ein junger Löwe, ihr Mut wird durch ihr Vertrauen in Gott gestärkt. V. 2. Wegen der Sünden eines Landes gibt es zahlreiche Fürstenwechsel, das heißt, wenn der Geist der Rebellion einmal ein Land erfasst hat, werden viele Männer danach streben, Herrscher zu werden, und viele Änderungen der Regierungspolitik sind schädlich; aber durch einen verständigen und einsichtigen Mann, einen Herrscher, der die richtige Umsicht, Voraussicht und Weisheit einsetzt, gewinnt das Recht lange Dauer, die Herrschaft des einen guten Fürsten wird lange andauern. V. 3. Ein armer Mann, der die Armen unterdrückt, ein Emporkömmling, der sich auf Kosten seiner Untertanen bereichert hat, ist wie ein heftiger Regen, ein starker, treibender Schauer, der wegschwemmt und kein Brot bringt, die Flut, die entweder die wachsenden Ernten ertränkt oder wegträgt. V. 4. Die das Gesetz verlassen, preisen den Gottlosen, der es sich zur Gewohnheit macht, das Gesetz in seinem eigenen Interesse zu ignorieren, wobei sein Egoismus übermächtig ist; aber die das Gesetz einhalten, stehen gegen sie, diejenigen, die auf der Seite von Recht und Ordnung stehen, sind natürlich gegen jede Gesetzesübertretung. V. 5. Böse Menschen verstehen das Recht nicht, denn ihre Bosheit verwirrt ihre Vorstellungen von Moral; aber die den HERRN suchen und dadurch sein Wort zum Maßstab ihres Lebens machen, verstehen alles, denn nach der Regel des Wortes haben sie keine Schwierigkeiten, das Richtige zu bestimmen. V. 6. Besser ist der Arme, der in seiner Aufrichtigkeit wandelt, in einem integren Leben, in Übereinstimmung mit Gottes heiligem Willen, als ein Verkehrter, der auf krummen Wegen wandelt, der auf zwielichtigen Wegen geht und dabei reich ist, auch wenn er reich ist, denn der Besitz von Reichtümern wird die Bosheit nicht dulden. Vgl. Kap. 19, 1. V. 7. Wer das Gesetz hält und alle Anweisungen, die er erhält, sorgfältig befolgt, ist ein weiser Sohn, Kap. 10, 1; 29, 3; aber wer mit Schlemmern verkehrt und die Gesellschaft von Verschwendern liebt, der beschämt seinen Vater. V. 8. Wer durch Wucher und ungerechten Gewinn, durch Zinsen, die er von einem verarmten Nachbarn verlangt, und durch Erpressung von Naturprodukten, durch die Ausübung eines kalten und habgierigen Geizes, sein Vermögen vergrößert, auf Kosten der Armen reich wird, der sammelt für den, der Mitleid mit den Armen hat, denn durch Gottes Regierung wird es jemand anderem, wahrscheinlich einem Erben, zufallen, der mehr Mitgefühl für die Armen zeigt. V. 9. Wer sein Ohr abwendet, um das Gesetz nicht zu hören, wer vorsätzlich den Weg ignoriert, den das Wort Gottes vorschreibt, und sich seinem Willen widersetzt, dessen Gebet ist ein Greuel, weil sein Gebet unmöglich im Geist und in der Wahrheit gesprochen werden kann. V. 10. Wer den Gerechten irreführt auf bösen Weg und ihn verführt zu gottlosem und sündigem Verhalten, der wird selbst in seine Grube fallen und auf die Weise zugrunde gehen, die für andere vorgesehen ist; aber die Aufrichtigen werden Gutes besitzen, der Segen des Herrn ruht auf ihren Bemühungen. V. 11. Der Reiche, der auch böse und daher töricht ist, ist weise in seiner eigenen Einbildung, in seiner eigenen blinden Selbsteinschätzung, Kap. 26, 16; aber der Arme, der Verstand hat, der von weiser Unterscheidung Gebrauch macht, durchschaut ihn, er kennt und durchschaut die Schwächen des törichten Reichen und verachtet seine Art, Dinge zu tun. Vers 12. Wenn die Gerechten die Übermacht haben und über den Sieg der gerechten Sache jubeln, ist die Herrlichkeit groß, denn sie zeigen ihren Triumph offen; aber wenn die Gottlosen aufsteigen, verbergen sich die Menschen; denn wenn sie an der Macht sind, schieben sie alle anderen beiseite und treten sie mit Füßen. V. 13. Wer seine Missetat leugnet, dem wird es nicht gelingen, denn vor dem allwissenden und gerechten Gott nützt es nichts, sein Herz zu verhärten und seine Bosheit zu verbergen; aber wer sie bekennt und lässt, in offener und wahrer Reue, wird Erbarmen finden, denn Gott nimmt den demütig Bußfertigen gerne in Liebe an. V. 14. Glücklich ist der Mensch, der sich immer fürchtet und sich mit heiliger Scheu und Ehrfurcht verhält, damit er nicht auf irgendeine Weise den Willen des Herrn übertritt; aber wer sein Herz verhärtet, wird in Unheil geraten, denn ein absichtliches Dienen der Sünde führt zur Zerstörung. V. 15. Wie ein brüllender Löwe und ein gieriger Bär, wilde Tiere voller ausgehungerter Grausamkeit, so ist ein gottloser Herrscher über ein armes Volk; denn so wird ein grausamer und blutrünstiger Tyrann treffend beschrieben. V. 16. Wenn ein Fürst keine Einsicht hat, dem es an Urteilsvermögen mangelt, geschieht viel Unrecht, er ist voller Unterdrückung, ohne zu erkennen, dass seine Haltung seiner Position schadet; aber wer unrechtmäßigen Gewinn hasst, der einflussreiche Mann, der jeden ungerechten Gewinn meidet, wird seine Tage verlängern; denn so belohnt ihn die Güte des Herrn. V. 17. Ein Mann, der das Blut eines Menschen vergießt, wörtlich: „belastet mit dem Blut einer Seele“, niedergedrückt von der Last seiner Schuld, wird bis in die Grube flüchtig sein, um den Schrecken zu entkommen, die ihn besitzen; und niemand helfe ihm auf! der versucht, den Verlorenen zu retten, der jenseits aller Hoffnung ist. Solch eine Person hat ihr Schicksal bewusst gewählt und hat niemanden außer sich selbst, dem sie die Schuld geben kann, wenn die Zerstörung über sie hereinbricht.

 

    Die Vorzüge der Aufrichtigkeit (V. 18-28): V. 18. Wer aufrichtig wandelt, in der Redlichkeit frommen Verhaltens, wird gerettet, befreit oder vom Herrn unterstützt werden; aber wer auf verkehrten Wegen wandelt, der versucht, seine Bosheit unter dem Mantel der Heuchelei zu verbergen, wird plötzlich fallen, in plötzlichen Ruin gestürzt werden. V. 19. Wer seinen Acker bestellt und im Schweiße seines Angesichts arbeitet, wird als Lohn für seine Arbeit reichlich Brot haben; wer aber nichtigen Dingen nachjagt und sich mit allerlei eitlen und törichten Beschäftigungen abgibt und das Leben eines Müßiggängers führt, wird reichlich Armut haben und davon übersättigt sein. Vgl. Kap. 12, 11. V. 20. Ein treuer Mann, der in all seinen Handlungen strengste Treue und Aufrichtigkeit walten lässt, wird viel gesegnet, den ihm der Herr in Anerkennung seines treuen Verhaltens schenkt; aber wer es eilig hat, reich zu werden, und sich dadurch unehrenhafter Geschäfte schuldig macht, wird nicht unschuldig bleiben, sondern seine Schuld wird ihm mit einer vollen Abrechnung in Rechnung gestellt. V. 21. Parteiisch sein [w.: die Person ansehen] ist nicht gut, das heißt, sich in seinem Urteil von persönlichen Erwägungen leiten zu lassen; schon für ein Stück Brot, für eine sehr kleine Bestechung, wird mancher, der sich leicht durch Bestechung anheuern lässt, sich vergehen, eine Kleinigkeit wird sein Urteil beeinflussen. V. 22. Wer schnell reich werden will und ist habgierig, der die habgierige Natur seines Herzens zeigt, denkt nicht daran, dass Armut über ihn kommen wird; denn Reichtümer sind vergänglich, und Gott wird ihn in Not bringen, bevor er seine Notlage erkennt. V. 23. Wer einen Menschen zurechtweist und ihn ernsthaft auf seine Abtrünnigkeit aufmerksam macht, wird danach mehr Gunst finden als derjenige, der mit der Zunge schmeichelt, denn eine Person, die durch ein warnendes Wort vor einem törichten Schritt bewahrt wird, wird den furchtlosen Zurechtweiser schätzen und den kriecherischen Schmeichler verachten. V. 24. Wer Vater oder Mutter beraubt, sich einfach ihrer Güter bemächtigt und sagt: „Das ist keine Sünde“, um die Sünde zu verharmlosen, der ist ein Gefährte des Verderbers, der mit Straßenräubern gleichzusetzen und zu behandeln ist. V. 25. Der Habgierige,  mit seiner habgierigen Art, erregt Streit, erweckt Zank; wer aber auf den HERRN vertraut, auf seine Güte und Großzügigkeit für alle guten Gaben vertraut, wird reichlich gesättigt werden, mit einem reichen Lohn für Gottes Güte. V. 26. Wer auf sein eigenes Herz [d.i. Verstand] vertraut, sich ausschließlich von ersten Eindrücken und Impulsen leiten lässt, ohne sorgfältig zu überlegen und alle Fakten abzuwägen, ist ein Narr, denn Gefühle sind eine unsichere Grundlage für Handlungen; wer aber weise handelt und den von der Weisheit vorgeschlagenen Weg einschlägt, wird entrinnen von törichten Handlungen und daraus resultierenden Schäden. V. 27. Wer den Armen gibt und Wohltätigkeit auf die richtige Weise praktiziert, dem wird nichts mangeln, da der Herr selbst ihn vor Not bewahrt; aber wer seine Augen verschließt und sie absichtlich vor dem Beweis der Not verschließt, in völliger Gleichgültigkeit, wird mit Flüchen überhäuft, nämlich die Flüche der Armen, die er vernachlässigt. V. 28. Wenn die Gottlosen aufsteigen und Macht und Einfluss erlangen, verbergen sich die Menschen und fürchten Unterdrückung; aber wenn sie zugrunde gehen, nehmen die Gerechten zu, da sie nicht länger von Tyrannen unterdrückt werden und wieder eine zahlreiche und starke Gruppe bilden können. Aus diesem Grund beten wir für eine gute Regierung, damit wir ein ruhiges und friedliches Leben in aller Frömmigkeit und Ehrlichkeit führen können.

 

 

Kapitel 29

 

Halsstarrigkeit, das dritte Hindernis für Weisheit

 

    Beschreibung der Halsstarrigkeit und des Ungehorsams (V. 1-14): V. 1. Wer trotz wiederholter Zurechtweisung halsstarrig ist und die Zurechtweisungen mit vorsätzlicher Sturheit abschüttelt, wird plötzlich verderben, und zwar ohne Hilfe, denn wenn die Geduld Gottes erschöpft ist, wird er die Tür zur Reue schließen und den Schuldigen ins Verderben stürzen. V. 2. Wenn die Gerechten an der Macht [and. Vers.: zahlreich] sind, wenn ihre Zahl zunimmt, wenn sie in der Mehrheit sind, freut sich das Volk, denn ein solcher Zustand dient dem Wohlergehen einer Nation; aber wenn die Gottlosen herrschen, seufzt das Volk, weil es um den Schaden trauert, der dem Land unter der Verwaltung der Gottlosen widerfahren wird. Vergl. Kap. 28, 12. V. 3. Wer Weisheit liebt, erfreut seinen Vater, der natürlich an der Belohnung teilhaben wird, die die Anwendung von Weisheit mit sich bringt, Kap. 10, 1; aber wer mit Huren verkehrt, verschwendet sein Vermögen und bringt so Schande über sich und alle seine Verwandten. V. 4. Ein König richtet das Land auf durchs Recht, indem er die Sache der Gerechtigkeit und des Rechts aufrechterhält, so dass es in gutem Zustand ist, so dass Sicherheit und Wohlstand für alle seine Bürger gewährleistet sind; aber wer immer neue Abgaben erhebt, wird in seiner Amtsführung durch Bestechungsgelder beeinflusst, die ihm angeboten werden, richtet es zugrunde, denn auf diese Weise wird eine gute Regierung zwangsläufig verdreht. V. 5. Ein Mann, der seinem Nächsten schmeichelt, breitet ein Netz vor seinen Füßen aus, denn all sein schönes Gerede ist nicht aufrichtig, sondern dient lediglich als Schleier der Heuchelei, um sein Opfer davon abzuhalten, die Gefahr zu erkennen, in die es geführt wird. V. 6. Wenn ein Böser sündigt, verstrickt er sich selbst, er verfängt sich in seiner eigenen Bosheit; aber der Gerechte freut sich und ist fröhlich, nicht nur für einen Augenblick, sondern ständig, über das Glück, das der Lohn der Tugend ist. V. 7. Der Gerechte erkennt das Recht der Armen und betrachtet sie als berechtigt, bestimmte Rechte im Leben zu haben; aber der Gottlose achtet keine Vernunft, er weigert sich, auf die Vernunft zu hören und das Recht der Armen zu berücksichtigen, er hat weder Mitgefühl noch Gerechtigkeit in seinem Wesen. V. 8. Spötter bringen eine Stadt in Aufruhr, wörtlich: „Spottende Menschen setzen eine Stadt in Brand“, indem sie nämlich bei jeder Gelegenheit die Leidenschaften und den Parteigeist der Menschen anstacheln; aber Weise wenden den Zorn ab, sie arbeiten daran, die Leidenschaften zu zügeln und sich immer als Friedensstifter zu erweisen. V. 9. Wenn ein weiser Mann mit einem törichten Mann rechtet und versucht, einen Punkt für seine eigene Sache zu gewinnen, ob er wütend wird oder lacht, es gibt keine Ruhe, das heißt, der Törichte wird entweder in Wut geraten oder so tun, als fände er die Angelegenheit äußerst lustig, sodass es unmöglich ist, vernünftig mit ihm zu streiten. V. 10. Die Blutgierigen hassen die Unschuldigen, da das Verhalten der Gerechten ein ständiger Vorwurf für sie ist; aber die Gerechten suchen seine Seele, ihr Ziel ist es, die Aufrechten zu unterstützen und zu bewahren. V. 11. Ein Narr macht seinem ganzen Unmut Luft, er ist bereit, bei der geringsten Gelegenheit seinem Zorn Luft zu machen; aber ein Weiser hält an sich, bis er es später tut, er lässt nicht zu, dass seine Wut die Oberhand über ihn gewinnt, sondern beherrscht sich immer. V. 12. Wenn ein Herrscher auf Lügen hört und sich in seinem Urteil von lügnerischer Schmeichelei und übertriebenen Falschdarstellungen beeinflussen lässt, dann sind alle seine Diener gottlos, denn da ihr Herr die Wahrheit nicht beachtet, werden sie in der Lüge erzogen und ausgebildet. V. 13. Der Arme und der Wucherer, der unbarmherzige Gläubiger, treffen aufeinander, sie leben Seite an Seite, so unvereinbar das auch oft scheint; der HERR ist’s, der ihnen beiden das Augenlicht gibt, beide verdanken ihren Segen seiner Güte. Vgl. Matthäus 5, 45. V. 14. Der König, der die Armen treu richtet, mit der gebührenden Aufmerksamkeit für seine Pflicht, so dass er immer ein gerechtes Urteil fällt, dessen Thron wird für immer bestehen. Vgl. Kap. 20, 28; 25, 5.

 

    Die Quelle des Übels wird aufgezeigt (V. 15-27): V. 15. Rute und Zurechtweisung, die einem Kind richtig und vernünftig verabreicht werden, verleihen Weisheit und legen den Grundstein für die Erlangung wahrer Moral; aber ein Kind, das sich selbst überlassen ist, ohne angemessene Disziplin, seinem eigenen Willen überlassen, macht seiner Mutter Schande, deren törichte Nachsicht oft für die Entartung ihrer Kinder verantwortlich ist. V. 16. Wenn es viele Gottlose gibt, wenn sie in einer Gemeinschaft oder einem Staat in der Mehrheit sind, nehmen die Übertretungen zu, denn nicht nur werden sie selbst immer unverschämter, sondern sie beeinflussen auch andere und bringen sie dazu, zu übertreten; aber die Gerechten werden ihren Fall erleben, sie werden Zeuge der Strafe sein, die der Herr den Gottlosen auferlegt. V. 17. Züchtige deinen Sohn, mit angemessener Zurechtweisung und Strafe, und er wird dich ergötzen, dem Herzen der Eltern ein Gefühl stiller Zufriedenheit bringen; und wird deiner Seele Freude bereiten, damit die Eltern ständige Freude haben. V. 18. Wo keine Offenbarung [d.i.: Wort Gottes] ist, da wird das Volk wild und wüst; wenn Offenbarung knapp ist, wenn das Wort Gottes kostbar ist, wenn Menschen die Umstände nicht richtig in Bezug auf ihre letztendlichen Auswirkungen beurteilen, werden die Menschen wild, unlenksam, wachsen über die Disziplin hinaus; aber wohl dem, der das Gesetz beachtet, der wird sicher unter den Segen des Herrn kommen. V. 19. Ein Knecht lässt sich nicht durch Worte zurechtweisen, da er oft einer schärferen Zurechtweisung bedarf; denn obwohl er sie auch versteht, nimmt er sich’s doch nicht an, er wird einer gewöhnlichen Aussage oder einem Tadel keine Beachtung schenken. V. 20. Siehst du einen, der schnell ist zu reden, einer, der spricht, bevor er denkt. da gibt es mehr Hoffnung für einen Toren als für ihn. Vgl. Kap. 26, 12; Pred. 9, 18. V. 21. Wer seinen Knecht von Jugend an verwöhnt und den Sklaven dazu bringt, sich für mehr zu halten, als es ihm seine Stellung eigentlich erlaubt, so will er schließlich der Sohn sein [and. Vers.: wird er schließlich widerspenstig sein], oder sein Ende wird im Streit liegen, denn der Aufstand des Sklaven wird natürlich folgen. V. 22. Ein zorniger Mann, einer, der seinem Temperament leicht nachgibt, richtet Streit an, Kap. 15, 18, und ein Grimmiger, einer, der seinen wütenden Leidenschaften nachgibt, tut viel Sünde, was die unvermeidliche Folge einer solchen Veranlagung ist. V. 23. Der Hochmut eines Menschen wird ihn zu Fall bringen, denn Selbsterhöhung kommt vor dem Fall; aber der Demütige [w.: der mit niedrigem Geist] wird Ehre empfangen. Vgl. Matthäus 23,12; Lukas 14,11; 1. Petrus 5,5. V.24. Wer mit Dieben teil hat, hasst sein Leben, der Verschleierer, der sich auf derselben Ebene wie der Verbrecher befindet, muss damit rechnen, seine Strafe zu teilen; er hört Flüche und zeigt sie nicht an, er hört den Fluch oder die Anklage des Richters, Lev. 5, 1, der ihn ermahnt, die Wahrheit zu sagen, aber er weigert sich, das Verbrechen zu offenbaren, und so kommt die Strafe über ihn. V. 25. Die Furcht vor Menschen bringt zu Fall, und so mancher hat sich unter dem Zwang eines solchen Terrors der Sünde hingegeben; aber wer sein Vertrauen in den HERRN setzt, wird sicher sein, sowohl indem er die Versuchung überwindet als auch indem er den Übeln entkommt, die mit der Übertretung einhergehen. V. 26. Viele suchen die Gunst des Herrschers, wörtlich: „sein Gesicht“, sie versuchen, sein Wohlwollen durch jede Form von Aufmerksamkeit zu erlangen; aber das Recht eines jeden kommt vom HERRN, der sich nicht durch Kriecherei oder Schmeichelei beeinflussen lässt, sondern immer ein gerechtes Urteil fällt. V. 27. Ein ungerechter Mensch ist dem Gerechten ein Gräuel, weil ihm jegliche Aufrichtigkeit fehlt; und wer aufrichtig ist im Weg, in seinem gesamten Verhalten, ist dem Gottlosen ein Gräuel, weil das Verhalten der Gerechten eine ständige Anklage gegen die Gottlosen ist, eine Tatsache, die sie sehr stark ablehnen. Es kann keine Vereinigung zwischen den Frommen und den Gottlosen, zwischen Gläubigen und Ungläubigen geben. Ein Freund der Welt zu sein, ist gleichbedeutend damit, ein Feind Gottes zu sein.

 

 

Kapitel 30

 

Aussprüche Agurs – Bekenntnis und Gebet

 

    Gottes Wort als Quelle und Gabe aller Weisheit (V. 1-17): V. 1. Die Worte Agurs, des Sohnes Jakes, eines sonst unbekannten Weisen, von dem einige Lehrsprüche als erste Ergänzung zu den Sprichwörtern Salomos hinzugefügt wurden, [ Weimarer Bibelwerk: Das sicherste ist, man halte Agur für einen Propheten zu Salomos Zeiten, welcher diese Reden als eine göttliche Aussprache den Seinigen übergeben, und hernach die Männer Hiskias Salomos Sprüchen aus Gottes Trieb beigefügt.] Lehre und Rede [hebr. Wort Massa = Ausspruch, Wort, Last; and. Vers. hat ‚Massa‘ als Herkunftsort], die prophetische Äußerung: des Mannes (an?) Ithiel, (an?) Ithiel, und Uchal, wörtlich, nach den besten Texten: „Ich habe mich unentwegt bemüht um Gott, ich habe mich ständig gemüht um Gott, und bin erschöpft“. [Weimarer Bibelwerk: Andere wollen, dass durch Ithiel und Uchal der Sohn Gottes verstanden werde, weil das erste Wort so viel heißt wie ‚Gott mit mir‘, wie er auch Jes. 7,14 Immanuel, das ist, Gott mit uns, genannt wird; das andere Wort aber heißt so viel wie ‚vermögend‘ oder ‚der da mächtig ist‘, Luk. 1,49, und sei also die Meinung dieses Verses: Dies sind die Worte Agurs, des Sohns Jakes, Lehre und Rede desselben Mannes, von Ithiel, von Ithiel sage ich, und Uchal, das ist, von dem allmächtigen Sohn Gottes, auf welchen alle Weissagungen der heiligen Propheten gehen, dass er in der Fülle der Zeit werde Gott mit uns sein, wahre menschliche Natur annehmen, und in derselben das Werk der Erlösung mächtig vollbringen, von welchem alle Weisheit Gottes zu erlangen ist.] V. 2. Ich bin der Allertörichste, oder: ‚Für einen Menschen fehlt es mir an Verstand‘, weshalb er sich außerstande sieht, die göttliche Natur zu ergründen, und Menschenverstand ist nicht bei mir, das ein Mensch besitzen sollte, um die Eigenschaften des Herrn zu verstehen. V. 3. Ich habe weder Weisheit gelernt noch Erkenntnis des Heiligen, denn Gott zu kennen ist das Zentrum aller wahren Weisheit. Es ist für einen bloßen Menschen unmöglich, die Geheimnisse des göttlichen Wesens zu ergründen. V. 4. Wer ist hinaufgestiegen zum Himmel und herniedergefahren? Wer hat den Wind in seine Fäuste gesammelt? Wer hat das Wasser in ein Kleid gebunden? Wer hat alle Enden der Erde gegründet? Alle diese großen Schöpfungs- und Erhaltungsakte werden nur vom Schöpfer allein verstanden. Wie heißt er, und wie heißt sein Sohn, wenn du es sagen kannst? Es ist eine sehr nachdrückliche Art zu sagen, dass kein Mensch in der Lage ist, die Geheimnisse des Wesens Gottes zu lüften. Anstatt sich also törichterweise und vergeblich über die unverständliche Natur Gottes Gedanken zu machen, sollten sich die Gläubigen in einfachem Glaubensvertrauen an ihn wenden. V. 5. Alle Worte Gottes sind durchläutert, gereinigt, frei von allen Unreinheiten der Menschen; und sind ein Schild denen, die auf ihn trauen, und macht Ihn zu ihrer Zuflucht zu jeder Zeit. V. 6. Füge seinen Worten nichts hinzu, da die Offenbarung Gottes in der Bibel für die Bedürfnisse aller Menschen völlig angemessen und ausreichend ist, damit er dich nicht zurechtweise und den Störenfried seines gotteslästerlichen Verhaltens überführen, und du als Lügner dastehst, denn alle Vorschriften und Gebote der Menschen werden zu Lügen, wenn sie mit dem Wort Gottes vermischt und auf eine Stufe damit gestellt werden. V. 7. Zwei Dinge bitte ich von dir, in einem inständigen Gebet; verwehre sie mir nicht, bevor ich sterbe, wobei die Bitte des Dichters darin besteht, diese Segnungen sein ganzes Leben lang genießen zu können: V. 8. Falschheit und Lüge lass fern von mir sein, Betrug und Lügen, jede Form der Übertretung des achten Gebots; gib mir weder Armut noch Reichtum, da beide Extreme für den Durchschnittsmenschen gefährlich sind; lass mich aber meinen mir beschiedenen Teil Speise dahinnehmen, wörtlich: „von meinem Los oder Anteil“, so viel, wie Gott ihm am besten zuweisen kann, so viel er braucht, Vers 9. damit ich nicht, wenn ich zu satt bin, durch Überfluss übersättigt bin, dich verleugne, in der Annahme, dass er die Fürsorge des Herrn nicht mehr benötige, und sage: Wer ist der HERR? Dies ist die Gefahr auf der einen Seite, oder wenn ich arm würde, im Abgrund der Not, könnte ich stehle und mich an dem Namen meines Gottes vergreifen, solche Verhöhnung und Gotteslästerung findet sich im Mund derer, die glauben, in dieser Welt schlecht behandelt oder vom Herrn nicht richtig anerkannt zu werden. V. 10. Verrate einen Knecht nicht bei seinem Herrn durch verleumderische Berichte, damit er dich nicht verfluche und du es büßen müsstest und musst die Strafe für die Übertretung zahlen. V. 11. Es gibt eine Generation, eine verabscheuungswürdige Gruppe von Menschen, die ihren Vater verflucht und ihre Mutter nicht segnet und sich damit einer der abscheulichsten Formen der Gottlosigkeit schuldig machen; V. 12. eine Generation, die in ihren Augen rein ist, stolz auf ihre eigene Einschätzung, aufgeblasen in ihrer eigenen Einbildung, und doch nicht von ihrem Schmutz gewaschen ist, sie sind blind gegenüber ihren eigenen Unzulänglichkeiten und Übertretungen, Offb. 3,17; V. 13. eine Generation – wie hochmütig sind ihre Augen! Und ihre Augenlider sind hochgezogen! in hochmütiger Verachtung anderer; V. 14. eine Generation, deren Zähne Schwerter sind und deren Backenzähne, insbesondere die Eckzähne, Messer, um die Armen von der Erde und die Bedürftigen unter den Menschen zu verschlingen, ohne das geringste Anzeichen von Mitgefühl. Diese unersättliche Unterdrückung wird nun durch einen Haltevergleich charakterisiert.

    V. 15. Der Blutegel hat zwei Töchter: Gib her, gib her! und nie mit dem zufrieden sind, was sie bereits bekommen haben. Drei Dinge sind nicht zu sättigen, und vier sagen nicht: Es ist genug: Vers 16. das Totenreich, obwohl die Zahl der Toten in endloser Folge hineingelegt wird, und der unfruchtbare Mutterleib, in dem Empfängnis und Geburt nicht möglich sind, die Erde ist nicht an Wasser satt wird, obwohl bei jedem Schauer Tonnen von Regen fallen, und das Feuer, das nicht sagt: Es ist genug, das als das unersättlichste der alten Elemente bekannt ist. V. 17. Ein Auge, das seinen Vater verspottet, wobei Stolz und Verachtung besonders im Auge zum Ausdruck kommen, und verachtet, seiner Mutter zu gehorchen, in vorsätzlicher Eigensinnigkeit und ungehorsamer Verachtung, die Raben am Bach werden es aushacken, wenn der unbestattete Leichnam zum Aas wird, und die jungen Adler es fressen, so ist die Strafe des Herrn für diejenigen, die seine Vertreter auf Erden verachten und daher seine Autorität missachten.

 

    Wahrheiten, aus allgemeinen Erfahrungen abgeleitet (V. 18-33): V. 18 Drei Dinge sind mir zu wunderbar, jenseits der Erklärung eines gewöhnlichen Verstandes, und vier begreife ich nicht: nicht verstehen kann, die unverständlich sind: V. 19. der Weg eines Adlers in der Luft, sowohl seine Art und Weise als auch die Tatsache, dass die Luft keine Spuren seines Durchflugs aufweist; der Weg einer Schlange auf einem Felsen, der ebenfalls keine Spuren hinterlässt; der Weg eines Schiffes mitten auf dem Meer, dessen Kielwasser schnell von den Wellen ausgelöscht wird; und der Weg eines Mannes mit einer Jungfrau [hebr.: almah, das ist die junge, geschlechtsreife, unverheiratete Frau], denn auch ein solcher Verkehr hinterlässt keine Spuren, die sofort und direkt sichtbar sind. Ebenso kann Heuchelei den wahren Zustand des Herzens und des Geistes verbergen, zumindest für eine Weile. V. 20. So ist der Weg einer ehebrecherischen Frau, die sich eifrig einer solchen Verschleierung bedient; sie isst, genießt die sündige Tat und wischt sich den Mund, bekennt sich kühn zur Unschuld und sagt: Ich habe nichts Böses getan, in der Gewissheit, dass sie vor Entdeckung sicher ist. V. 21. Drei Dinge beunruhigen die Erde, sie bebt wie unter einer unerträglichen Last, und vier kann sie nicht ertragen: V. 22. einen Knecht, einen Mann von niedrigstem Stand und niedrigstem Status im Leben, wenn er König wird, wenn er sich plötzlich in der Position eines Herrschers wiederfindet und dann seiner Laune folgt; einen Narren, wenn er sich an Brot satt essen kann, da er, wenn er übersättigt ist, frech wird; V.23. eine verschmähte Frau, wenn sie geheiratet wird, denn eine alte Jungfer, die von unangenehmer Gesinnung ist, neigt dazu, die Verachtung, die sie von anderen erlitten hat, mit gleicher Münze und mit vollem Interesse zurückzuzahlen; und eine Magd, eine Haussklavin oder Amme, die Erbin ihrer Herrin ist, ein solches Stück Glück, das dazu neigt, sie in ihrem Verhalten unverschämt und anmaßend zu machen. V. 24. Vier sind die Kleinen auf der Erde klein, unauffällig und daher normalerweise übersehen werden, aber doch äußerst weise: V. 25. Die Ameisen sind ein Volk, das nicht stark ist, nicht mächtig in der Größe, und doch bereiten sie ihre Speise im Sommer, indem sie mit Fleiß und Sparsamkeit einen Vorrat für die Zeit der Not anlegen; V. 26. die Klippdachse, die Klippdachse Palästinas, sind nur ein schwaches Volk, auch ihnen fehlt es an Kraft, und doch bauen sie ihre Häuser in den Felsen, was eine Klugheit beweist, die es wert ist, nachgeahmt zu werden; V. 27. die Heuschrecken haben keinen König, und doch ziehen sie alle in geordneten Gruppen aus, ihre Schwärme wandern in perfekter Harmonie und Ordnung; Vers 28. die Eidechse, oder besser gesagt, der Gecko, eine giftige gefleckte Eidechse, die du mit bloßen Händen fangen kannst, kann sich an flachen Oberflächen festhalten und sogar darauf fortbewegen, und doch ist sie in Königspalästen, wo sie sich an jede Situation anpassen kann. Diese Tugenden, wie sie von den genannten Tieren gelehrt werden, sollen von den Menschen in ihrem häuslichen, gesellschaftlichen und politischen Leben angewandt werden. V. 29. Drei haben einen stattlichen Gang, Geschöpfe, die sich mit einer würdevollen Haltung bewegen, und vier gehen würdevoll einher, die bei jedem Schritt Würde und Kraft zeigen: V. 30. der Löwe, mächtig unter den Tieren, allgemein als König der wilden Tiere anerkannt wird und kehrt vor niemand um, da er keine Angst kennt; V. 31. das an den Lenden gegürtete Schlachtross, schlank in den Lenden und von großer und anmutiger Geschwindigkeit; der Ziegenbock, bekannt für Stärke und Mut; und der König mit seinem Heer, der die Autorität ausübt, seine Männer in die Schlacht zu rufen, und mit angemessener Würde an ihrer Spitze marschiert. V. 32. Wenn du töricht gehandelt und dich überhoben hast, was ein Beweis für ungewöhnliche Dichte ist, oder wenn du Böses gedacht hast [and. Vers.: oder ob du überlegt gehandelt hast], indem du böse Pläne gegen einen Nachbarn geschmiedet hast, lege deine Hand auf deinen Mund, verzichte auf weitere Reden und damit auf weitere Sünden. V. 33. Wenn man Milch stößt, so macht man Butter daraus, wobei die orientalische Methode darin besteht, sie in einer Haut oder einer Flasche aus Leder zu pressen und auszuwringen, und wer die Nase hart schnäuzt, zwingt Blut hervor, wenn sie zu stark gedrückt wird; und wer den Zorn reizt, wenn eine oder beide Parteien eines Streits stark gereizt sind, bringt Streit hervor, weshalb der richtige Weg für einen Christen darin besteht, sich des Zorns und der Provokation zu enthalten und mit allen Menschen friedlich zu leben, Röm 12,18.

 

 

Kapitel 31

 

Ratschläge für den König; Lob der tugendhaften Frau

 

    Vom angemessenen Auftreten des Königs (V. 1-9): V. 1. Die Worte des Königs Lemuel, über den sonst nichts bekannt ist, [Weimarer Bibelwerk: Darunter, nach V. 4, vermutlich Salomo selbst verstanden wird, da es nicht ungebräuchlich gewesen ist, dass eine Person mehr als einen Namen gehabt, wie noch ein anderer Name Salomos zu finden ist, 2 Sam. 12, 25, und weil Lemuel so viel heißt wie ‚Gott ist bei ihm‘, so ist’s glaubhaft, es habe Bathseba diesen ihren lieben Sohn aus mütterlichem Herzen und zwar mit einem abgekürzten und aus Salomo, auch nach unserer Zeiten Gewohnheit, verstümmelten Liebesnamen so genannt, ihn der Furcht Gottes und seiner gnädigen Gegenwart hierdurch zu erinnern. Hirschberger Bibelwerk: Demnach würden die in diesem 31. Kapitel enthaltenen Lehren von der Bathseba dem Salomo gegeben, und von ihm seinen Sprüchen beigefügt worden sein.] die Lehre, die seine Mutter ihn lehrte, die Worte der Unterweisung in Form von Sprichwörtern, die sie ihm vermittelte. V. 2. Was, mein Sohn? ein leidenschaftlicher Ausruf an ihren Sohn, um ihn davon abzuhalten, Wege des Bösen zu wählen. Was, Sohn meines Leibes, soll ich dir sagen? Dieser Ausdruck soll die tiefe Verbundenheit der wahren Mutter zeigen. Was, mein erbetener Sohn? Die Mutter betrachtet ihren Sohn als einen, der von Geburt an dem Herrn geweiht ist. Nachdem sie so ihr liebevolles Interesse bekundet hatte, fügte die Mutter von Lemuel einige spezifische Ermahnungen hinzu. V. 3. Gib deine Kraft nicht den Frauen, in einem Leben des Luxus, der Ausschweifung und der Unmoral, noch deine Wege denen, die Könige vernichten, den Frauen, die Könige ruinieren, indem sie sie in die Zügellosigkeit führen. V. 4. Es ziemt sich nicht für Könige, o Lemuel, es ziemt sich nicht für Könige, Wein zu trinken, sich betrinken zu lassen, sich vom Rauschkelch versklaven zu lassen, noch für Fürsten starkes Getränk, sie dürfen niemals unter dem Einfluss von Rauschmitteln stehen, V. 5. Damit sie nicht trinken und, wenn ihre Sinne und ihr Verstand durch Alkohol geschwächt sind, das Gesetz vergessen und das Recht aller Elenden verdrehen, sodass alle Armen, Hilflosen und Bedürftigen gezwungen wären, auf Gerechtigkeit zu verzichten, und Gerechtigkeit nicht mehr erlangt werden könnte. V. 6. Gebt berauschendes Getränk dem, der am Verderben ist, dem Betrübten, dem Bekümmerten, dem Verzweifelten, dem Sterbenden, und dem, der ein bekümmertes Herz hat, der unter der erdrückenden Last der Unglücksfälle, die ihn getroffen haben, niedergedrückt ist. V. 7. Lass sie trinken und ihre Armut vergessen, denn der Rausch bewirkt, dass er das Leben positiver sieht und nicht mehr an sein Elend denken. Hier wird nicht die Unmäßigkeit, sondern ein maßvoller und angemessener Gebrauch von Wein und starkem Getränk als Gaben Gottes befürwortet, während denjenigen, die Autoritäts- und Machtpositionen innehaben, völlige Abstinenz empfohlen wird. V. 8. Tue deinen Mund auf für die Stummen, diejenigen, die nicht in der Lage sind, ihre eigene Sache zu vertreten, für die Sache all derer, die verlassen sind, oder für das Recht aller Waisenkinder, die ihres natürlichen Beschützers beraubt sind. V. 9. Tue deinen Mund auf, richte gerecht, damit den Unterdrückten Recht widerfährt, und schaffe Recht den Elenden und Armen! Die Tugenden der Barmherzigkeit und Gerechtigkeit sollten in jeder Person, die eine Position mit Autorität und Einfluss innehat, angemessen miteinander verbunden werden.

 

    Das ABC der tugendhaften Frau (V. 10-31): V. 10. Eine tugendhafte Frau – wer kann sie finden? Die nachdrückliche Frage weist auf die Bedeutung hin: Wie herrlich wäre es für jeden Mann, eine solche Frau zu haben! [Die V. 10-31 (22 Verse) sind im Hebräischen alphabetisch geordnet wie Psalm 119; s. den Schluss der Auslegung von Kretzmann am Ende des Kapitels.] Sie ist viel edler als die köstlichsten Perlen [w.: Denn ihr Preis liegt weit über Korallen], über dem Wert von Perlen und allen Schätzen des Hauses, soweit sie dieses Leben betreffen. V. 11. Ihres Mannes Herz kann sich auf sei verlassen, er kann sich absolut auf ihre Klugheit und ihr Geschick im Haushalt verlassen, und Nahrung wird ihm nicht mangeln [w.: so dass es an Gewinn nicht mangelt], er wird nicht scheitern, da sie über das Einkommen der Familie wacht. V. 12. Sie tut ihm Liebes, in ständiger Zuneigung, und kein Leid ihr Leben lang, ihre Liebe ist nicht launisch. Ihr Fleiß, ihre Weisheit und Klugheit werden nun beschrieben. V. 13. Sie geht mit Wolle und Flachs um, oder Leinen, und beschäftigt sich mit diesen Materialien, um Kleidungsstücke herzustellen, und arbeitet gerne mit ihren Händen, wobei sie Freude an der Arbeit hat, die jeder Tag bietet. V. 14. Sie ist wie ein Kaufmannsschiff, indem sie ihre Produkte verkauft und neue Waren und Gewinne erzielt; sie bringt ihre Nahrung von weit her und sorgt rechtzeitig für alle Notwendigkeiten des Hauses. V. 15. Sie steht nachts auf, sie ist auf und bei der Arbeit, bevor es hell wird, und gibt Speise ihrem Haus, verteilt Essen an alle seine Mitglieder, für ein frühes Frühstück, und den Mägden ihr Teil, damit die Mahlzeiten zu einer bestimmten Zeit fertig sind und keine Zeit verloren geht. V. 16. Sie erwägt einen Acker, erwägt sorgfältig seinen Wert für den Kauf, und kauft ihn, da ihre Sparsamkeit es ihr ermöglicht hat, das Kaufgeld beiseite zu legen, mit dem Ertrag ihrer Hände, mit dem Geld, das sie durch ihre eigene Arbeit verdient hat, und pflanzt einen Weinberg, investiert ihr Geld weise. V. 17. Sie gürtet ihre Lenden mit Kraft und zeigt bei jedem Unterfangen Energie, und stärkt ihre Arme, sowohl ihren Fleiß als auch die Energie, die sie durch ihre kontinuierliche Steigerung an den Tag legt. V. 18. Sie merkt, wie ihr Handel Segen bringt; sie ist sich bewusst, dass ihr Gewinn regelmäßig ist, eine Tatsache, die sie zu neuen Anstrengungen anspornt; ihr Licht erlischt nicht in der Nacht, wenn nötig, arbeitet sie bis tief in die Nacht hinein, um ihr Ziel zu erreichen. V. 19. Sie streckt ihre Hand nach dem Rocken, und ihre Finger fassen die Spindel, sie benutzt das Spinnrad auf die richtige und effektive Weise, ihr fehlt weder die Fähigkeit noch die Bereitschaft, mit ihren eigenen Händen zu arbeiten. Gleichzeitig ist es nicht Egoismus oder Geiz, die die tugendhafte Frau inspirieren. V. 20. Sie breitet ihre Hände aus zu den Armen und breitet beide Hände mit Geschenken für die Unglücklichen aus; und reicht ihre Hand dem Bedürftigen und ist immer bereit, denen zu helfen, die wirklich in Not sind. V. 21. Sie fürchtet nicht den Schnee für ihr Haus, denn sie hat vorgesorgt, sie braucht die Kälte des Winters für die von ihr Abhängigen nicht zu fürchten; denn ihr ganzes Haus ist mit Scharlachwolle gekleidet [LXX: doppelt eingekleidet], einem schweren Wollstoff, der sowohl warm als auch von wohlhabendem Aussehen ist. V. 22. Sie macht sich selbst Decken, Decken und Vorhänge an, um ihr Haus zu schmücken; feines Linnen und Purpur ist ihr Kleid, aus feinem ägyptischem Byssus und aus rot-violett gefärbtem Stoff aus Phönizien. Darüber hinaus reicht ihr Einfluss über die Grenzen ihres Hauses hinaus. V. 23. Ihr Mann ist bekannt in den Toren, wo sich die einflussreichsten Bürger versammelten, wenn er sitzt bei den Ältesten des Landes, eine wichtige und berühmte Persönlichkeit. V. 24. Sie macht Hemden [o.: leinene Unterkleider], Hemden und Unterwäsche her und verkauft sie; und Gürtel liefert sie dem Händler, wörtlich an den Kanaaniter, denn die phönizischen Kaufleute waren zu dieser Zeit die prominentesten. V. 25. Kraft und Würde sind ihr Gewand, wodurch sie unabhängig von allen kleinlichen Ärgernissen und Sorgen ist und mit einfachem Vertrauen in die Zukunft blicken kann; und sie lacht dem kommenden Tag entgegen, nicht in törichtem Selbstvertrauen, sondern im Bewusstsein, die bestmöglichen Vorbereitungen für den Unterhalt ihrer selbst und ihres Haushalts getroffen zu haben. V. 26. Sie tut ihren Mund auf mit Weisheit, denn das ist alles, was ihr Herz weiß; und auf ihrer Zunge ist holdselige Lehre, ihre Rede ist insgesamt freundlich und voller Liebe. V. 27. Sie schaut, wie es in ihrem Haus zugeht, indem sie die Arbeit aller Bediensteten weise organisiert und überwacht, und isst ihr Brot nicht mit Faulheit, indem sie sowohl bei der Überwachung als auch bei der Zusammenarbeit mit den anderen bei der Arbeit beschäftigt ist. V. 28. Ihre Söhne erheben sich, wo immer sie sich befinden, und preisen sie selig, und preisen die Mutter, der sie so viel verdanken; ihr Mann lobt sie, wie in den nun zitierten Worten, Vers 29, zu lesen ist. „Es gibt wohl viele tüchtige Töchter, viele Frauen haben Tugend gezeigt, Rut 4, 11, aber du übertriffst sie alle.“ Der Autor fasst nun seine Ausführungen zusammen. V. 30. Lieblich, d. h. die von einer Frau erworbene und gezeigte Anmut, sie hat keinen wirklichen, dauerhaften Wert, und schön sein ist nichts, sie ist ein Hauch, eine Eitelkeit, sie ist kein Maßstab für den wahren Wert einer Frau; eine Frau, die den HERRN fürchtet, soll man loben, das ist das höchste Lob, das einer Frau zu jeder Zeit zuteil werden kann. V. 31. Gebt ihr von den Früchten ihrer Hände, nämlich das Lob, das sie so reichlich verdient hat; und ihre Werke sollen sie in den Toren loben, das heißt an dem Ort, an dem sich die Ältesten, die Vertreter des Volkes, versammeln, die führenden Männer der Nation, die die Vorzüglichkeit einer solchen Frau anerkennen. Diese Hymne, die als ABC einer tugendhaften Frau bezeichnet wird, weil es sich im hebräischen Original um ein Akrostichon handelt, bei dem jeder Vers mit dem nächsten Buchstaben des hebräischen Alphabets beginnt, ist es wert, von jeder christlichen Frau und insbesondere von jeder christlichen Ehefrau auswendig gelernt zu werden, da sie das Ideal des Herrn selbst enthält. [Katharina Luther, geborene von Bora, hat vieles davon verkörpert; Anm. d. Hrsg.]

 



A Entnommen aus Dr. Martin Luthers Sämtliche Schriften. Hrsg. von Joh. Georg Walch. Nachdr. der 2., überarb. Aufl. St. Louis, Missouri. Bd. 14. Groß Oesingen: Verl. der Lutherischen Buchhandlung Heinrich Harms. 1987. Sp. 26-29

B Entnommen aus Walch, a.a.O., Sp. 28-31

[1] Vgl. Fürbringer, Einleitung in das Alte Testament, 53-55