Die
Psalmen (der Psalter)
Luthers Vorrede
auf den Psalter
1528 oder 1529A
1. Es
haben viele heilige Väter den Psalter besonders vor andern Büchern der Schrift
gelobt und geliebt. Und zwar lobt das Werk seinen Meister selbst genug; doch
müssen wir unser Lob und Dank auch daran beweisen.
2. Man hat in vergangenen Jahren sehr viel
Legenden von den Heiligen und Passional, Beispielbücher und Geschichten umher
geführt und die Welt damit erfüllt, dass der Psalter dieweil unter der Bank und
in solcher Finsternis lag, dass man nicht wohl einen Psalm recht verstand, und
doch so trefflichen edlen Geruch von sich gab, dass alle frommen Herzen auch
aus den unbekannten Worten Andacht und Kraft empfanden und das Büchlein darum
lieb hatten.
3. Ich halte aber, dass kein feiner
Beispielbuch oder Legenden der Heiligen auf Erden gekommen sei oder kommen
könne als der Psalter ist. Und wenn man wünschen sollte, dass aus allen
Exempeln, Legenden, Geschichten das Beste gelesen und zusammengebracht und auf
die beste Weise gestellt würde, so müsste es der jetzige Psalter werden. Denn
hier finden wir nicht allein, was einer oder zwei Heilige getan haben, sondern
was das Haupt selbst aller Heilligen getan hat und noch alle Heiligen tun; wie
sie gegen Gott, gegen Freunde und Feinde sich stellen, wie sie sich in aller
Gefahr und leiden halten und schicken; über das, dass allerlei göttlicher
heilsamer Lehre und Gebote darinnen stehen.
4. Und sollte der Psalter allein deshalb
teuer und lieb sein, dass er von Christi Sterben und Auferstehung so klar
verheißt und sein Reich und der ganzen Christenheit Stand und Wesen
vorgebildet, dass es wohl könnte eine kline Biblia
heißen, darinnen alles aufs schönste und kürzeste, so in der ganzen Biblia
steht, gefasst und zu einem feinen Enchiridion oder Handbuch gemacht und
bereitet ist, dass mich dünkt, der Heilige Geist habe selbst wollen die Mühe
auf sich nehmen, und eine kurze Bibel und Beispielbuch von der ganzen
Christenheit, oder allen heiligen zusammen bringen, auf dass, wer die ganze
Biblia nicht lesen könnte, hätte hierin doch fast die ganze Summa verfasst in
ein kleines Büchlein.
5. Aber über das alles ist des Psalters
edle Tugend und Art, dass andere Bücher wohl viel von Werken der Heiligen
rumpeln, aber gar wenig von ihren Worten sagen; da ist der Psalter ein Ausbund,
darinnen er auch so wohl und süß riecht, wenn man darin liest, dass er nicht
allein die Werke der Heiligen erzählt, sondern auch ihre Worte, wie sie mit
Gott geredet und gebeten haben und noch reden und beten, sie gegen den Psalter
hält, uns schier eitel stumme Heilige vorhalten, aber der Psalter rechte,
wackere, lebendige Heilige uns einbildet.
6. Es ist ja ein stummer Mensch gegen einem
redenden schier als ein halbtoter Mensch zu achten. Und kein kräftiger noch
edler Werk am Menschen ist als reden, da der Mensch durchs Reden von andern
Tieren am meisten geschieden wird, mehr als durch die Gestalt oder andere
Werke, weil doch wohl ein Holz kann eines Menschen Gestalt durch Schnitzerkunst haben, und ein Tier sowohl sehen, hören,
riechen, singen, gehen, stehen, essen, trinken, fasten, dürsten, Hunger, Frost
und hartes Lager leiden kann als ein Mensch.
7. Zudem tut der Psalter noch mehr, dass er
nicht schlechte gemeine Rede der Heiligen uns vorbildet, sondern die
allerbesten, so sie mit großem Ernst, in der allertrefflichen Sache, mit Gott
selber geredet haben, damit er nicht allein ihr Wort über ihre Werke, sondern
auch ihr Herz und gründlichen Schatz ihrer Seelen uns vorlegt, dass wir in den
Grund und die Quelle ihrer Worte und Werke, das ist, in ihr Herz sehen können,
was sie für Gedanken gehabt haben, wie sich ihr Herz gestellt und gehalten hat, in allerlei Sachen, Gefahr und
Not. Welches nicht so tun, noch tun können die Legenden und Beispiele, die
allein von der Heiligen Werk oder Wunder rühmen. Denn ich kann nicht wissen,
wie sein Herz steht, ob ich gleich viele treffliche Werke von einem sehe oder
höre.
8. Und gleichwie ich gar viel lieber wollte
einen Heiligen hören reden als seine Werke sehen, so wollte ich noch viel
lieber sein Herz und den Schatz in seiner Seele sehen als seine Worte hören.
Das gibt aber uns der Psalter aufs allerreichlichste an den Heiligen, dass wir
gewiss sein können, wie ihr Herz gestanden und ihre Worte gelautet haben gegen
Gott und jedermann.
9. Denn ein menschliches Herz ist wie ein
Schiff auf einem wilden Meer, welches die Sturmwinde von den vier Örtern der
Welt treiben. Hier stößt her Furcht und Sorge vor zukünftigem Unfall; dort
fährt Grämen her und Traurigkeit von gegenwärtigem Übel. Hier webt Hoffnung und
Vermessenheit von zukünftigem Glück; dort bläst her Sicherheit und Freude in
gegenwärtigen Gütern.
10. Solche Sturmwinde aber lehren mit Ernst
reden und das Herz öffnen und den Grund herausschütten. Denn wer in Furcht und
Not steckt, redet ganz anders vom Unfall, als der in Freuden schwebt; und wer
in Freuden schwebt, redet und singt ganz anders von Freuden, als der in Furcht
steckt. Es geht nicht von Herzen (spricht man), wenn ein Trauriger lachen oder
ein Fröhlicher weinen soll, das ist, seines Herzens Grund steht nicht offen und
ist nicht heraus.
11. Was ist aber das Meiste im Psalter als
solch ernstlich Reden in allerlei solchen Sturmwinden? Wo findet man feinere
Worte von Freuden als die Lobpsalmen oder Dankpsalmen haben? Da siehst du allen
Heiligen ins Herz wie in schöne, lustige Gärten, ja, wie in den Himmel, wie
feine, herzliche, lustige Blumen darinnen aufgehen von allerlei schönen,
fröhlichen Gedanken gegen Gott um seine Wohltat. Wiederum, wo findest du
tiefere, kläglichere, jämmerlichere Worte von Traurigkeit als die Klagepsalmen
haben? Da siehst du abermals den Heiligen ins Herz, wie in den Tod, ja, wie in
die Hölle. Wie finster und dunkel ist’s da von allerlei betrübtem Anblick des
Zorns Gottes! So auch, wo sie von Furcht und Hoffnung reden, gebrauchen sie
solche Worte, dass dir kein Maler so könnte die Furcht oder Hoffnung abmalen
und kein Cicero oder Redekundiger so vorbilden.
12. Und (wie gesagt) ist dies das
Allerbeste, dass sie solche Worte gegen Gott und mit Gott reden, welches macht,
dass zwiefältiger Ernst und Leben in den Worten sind. Denn wo man sonst gegen
Menschen in solchen Sachen redet, geht es nicht so stark von Herzen, brennt,
lebt und dringt nicht so sehr. Daher kommt’s auch, dass der Psalter aller
Heiligen Büchlein ist, und ein jeglicher, in welcher Sache er ist, Psalmen und
Worte drinnen findet, die sich auf seine Sachen reimen und ihm so eben sind,
als wären sie allein um seinetwillen so gesetzt, dass er sie auch selbst nicht
besser setzen noch finden kann, noch wünschen mag. Welches denn auch dazu gut
ist, dass, wenn einem solche Worte gefallen und sich mit ihm reimen, dass er
gewiss wird, er sei in der Gemeinschaft der Heiligen, und sei allen Heiligen
gegangen, wie es ihm geht, weil sie Ein Liedlein alle mit ihm singen;
besonders, so er sie auch so kann gegen Gott reden, wie sie getan haben;
welches im Glauben geschehen muss, denn einem gottlosen Menschen schmecken sie
nichts.
13. Zuletzt ist im Psalter die Sicherheit
und ein wohlverwahret Geleit, dass man allen Heiligen ohne Gefahr darinnen
nachfolgen kann. Denn andere Beispiele und Legenden, von den stummen Heiligen,
bringen mach Werk hervor, das man nicht kann nachtun; viel mehr Werke aber
bringen sie, die gefährlich sind nachzutun und im Allgemeinen Sekten und Rotten
anrichten, und von der Gemeinschaft der Heiligen führen und reißen. Aber der
Psalter hält dich von der Rotten zu der Heiligen Gemeinschaft, denn er lehrt
dich in Freuden, Furcht, Hoffnung, Traurigkeit gleich gesinnt sein und reden,
wie alle Heiligen gesinnt und geredet haben.
14. Zusammenfassend: Willst du die heilige
christliche Kirche gemalt sehen mit lebendiger Farbe und Gestalt, in einem
kleinen Bild gefasst, so nimm den Psalter vor dich, so hast du einen feinen,
hellen, reinen Spiegel, der dir zeigen wird, was die Christenheit sei. Ja, du
wirst auch dich selbst drinnen und das rechte „Erkenne dich selbst“ finden,
dazu Gott selbst und alle Kreaturen.
15. Darum lasst uns nun auch vorsehen, dass
wir Gott danken für solche unaussprechlichen Güter, und mit Fleiß und Ernst
dieselben annehmen, gebrauchen und üben, Gott zu Lob und Ehre, auf dass wir
nicht mit unserer Undankbarkeit etwas Ärgeres verdienen. Denn früher, zur Zeit
der Finsternis, welch ein Schatz hätte es sollen geachtet sein, wer Einen
Psalmen hätte mögen recht verstehen und im verständlichen Deutsch lesen oder
hören, und haben es doch nicht gehabt. Nun aber sind selig die Augen, die da
sehen, das wir sehen, und die Ohren, die da hören, das wir hören. Und besorge
doch, ja leider sehen wir’s, dass [es] uns geht wie den Juden in der Wüste, die
da sprachen vom Himmelbrot: „Unsere Seele ekelt vor der geringen Speise.“ Aber
wir sollen auch wissen, dass dort auch steht, wie sie geplagt wurden und
gestorben sind, dass [es] uns nicht auch so gehe.
16. Das helfe uns der Vater aller Gnaden
und Barmherzigkeit durch Jesus Christus, unsern HERRN. Welchem sei Lob und
Dank, Ehre und Preis für diesen deutschen Psalter und für alle seine unzählige,
unaussprechliche Wohltat in Ewigkeit, Amen, Amen!
Das Buch der Psalmen oder der Psalter ist das große Gebetbuch der Kirche aller Zeiten, eine Sammlung göttlich inspirierter Oden oder Lieder, deren Gesang in alter Zeit von Musikinstrumenten begleitet wurde. Unter der Führung Gottes wurden die Psalmen, wie wir sie heute kennen, zu verschiedenen Zeiten gesammelt, wobei fünf Abschnitte oder Bücher unterschieden werden (Ps. 41, 13; 72, 18. 19; 89, 52; 106, 48; 150), wobei die endgültige Anordnung nach der babylonischen Gefangenschaft von Esra vorgenommen wurde, wie es die Tradition der Juden überliefert.
Mehr als hundert Psalmen sind mit Inschriften versehen, die eine oder mehrere Einzelheiten und Anweisungen für die öffentliche Darbietung des heiligen Liedes enthalten, wie z. B. den Namen des Autors, das Instrument, auf dem die Begleitung gespielt werden sollte, den Stil der Musik oder der Poesie, die Melodie, die der Chorleiter wählen sollte, das Thema oder den Anlass, für den es geschrieben wurde. Der „Obermusiker” war der Leiter der Tempelmusik, der wahrscheinlich gleichzeitig der Leiter des Tempelorchesters und der Dirigent des Tempelchors der Priester und Leviten war.
Der Psalter wird gewöhnlich „Die Psalmen Davids” genannt, da er der einzige Autor ist, der im Neuen Testament erwähnt wird (Lukas 20, 42), und weil sein Name in mehr Titeln vorkommt als der jedes anderen Schriftstellers. Der Name Davids erscheint in der Überschrift von etwa der Hälfte der Psalmen; außerdem wird ihm die Urheberschaft von Ps. 2 und Ps. 95 zugeschrieben, Apg. 4, 25; Hebr. 4, 7. Möglicherweise hat er noch weitere Psalmen verfasst, die ihm nicht zugeschrieben werden. Asaph, einem Leviten und einem der drei Leiter des Chores Davids in Jerusalem, werden zwölf Psalmen zugeschrieben; den Söhnen Korachs, einer berühmten Familie von Sängern und Dichtern zur Zeit Davids, elf, darunter Ps. 88, dessen Verfasser Heman zu den Söhnen Korachs gehörte; Salomo zwei; Mose einer und Ethan, einem der drei Meister der Tempelmusik, einer.
Von besonderem Interesse für uns sind die messianischen Psalmen, darunter Ps. 2, 8, 16, 22, 24, 40, 45, 47, 68, 69, 72, 89, 93, 97, 110, 118; sie beziehen sich auf den Messias, den verheißenen Erlöser der Welt, und schildern mehr oder weniger anschaulich und vollständig seine Person und sein Wirken, seine Geburt, seinen Verrat, seine Qualen und seinen Tod, seinen Triumph über den Tod, seine Himmelfahrt und seine Inthronisierung zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters.[1]
Über den allgemeinen Inhalt des Psalters schreibt Luther: „Es sei angemerkt, dass der gesamte Psalter fünf Themen behandelt; daher teilen wir ihn in fünf Teile ein. An erster Stelle prophezeien einige Psalmen Christus und die Kirche oder die Heiligen, was mit ihnen geschehen würde usw.; zu dieser Klasse gehören alle Psalmen, in denen den Frommen Verheißungen und den Gottlosen Drohungen gegeben werden. An zweiter Stelle gibt es eine Reihe von Lehrpsalmen, die uns lehren, was wir gemäß dem Gesetz Gottes tun und was wir unterlassen sollen; zu dieser Kategorie gehören alle Psalmen, die die Lehre der Menschen verurteilen und das Wort Gottes preisen. An dritter Stelle gibt es mehrere Trostpsalmen, die die trauernden und leidenden Heiligen trösten und andererseits die Tyrannen verurteilen und erschrecken. ... Viertens gibt es einige Gebetspsalmen, in denen wir zu Gott beten und in aller Not zu ihm rufen; zu dieser Kategorie gehören alle Psalmen, die die Feinde beklagen, beweinen und anklagen. An fünfter Stelle stehen die Dankpsalmen, in denen wir Gott für seine vielfältigen Wohltaten und seine Hilfe preisen und loben; zu dieser Kategorie gehören alle Psalmen, die Gott für seine Werke preisen, wobei dies die schönsten und wichtigsten Psalmen sind. ... Aber wir müssen wissen, dass die Psalmen nicht genau und gleichmäßig in solche Teile und Verse unterteilt werden können, denn manchmal finden sich zwei, drei und sogar alle fünf der oben genannten Unterteilungen in einem Psalm, so dass Prophezeiung, Lehre, Trost, Gebet und Dankbarkeit zusammen vorkommen. Aber diese Unterteilung dient dem besseren Verständnis der Psalmen und dazu, dass wir sie leichter lernen und uns besser an sie erinnern können.
Erstes
Buch (Ps. 1-41)
Lehre
von der Glückseligkeit der Frommen (Gerechten) und der Strafe für die Gottlosen
Alle Menschen sind Sünder: Alle haben gesündigt und die Herrlichkeit Gottes verfehlt, Röm. 3, 23. Kein Mensch kann aufgrund seiner eigenen Gerechtigkeit vor Gott bestehen (Jes 64,6; Dan 9,7). Aber alle Gläubigen haben die Gerechtigkeit Gottes in Jesus Christus, die ihnen durch den Glauben zuteilwird (Phil 3,9). Und so sind alle wahren Gläubigen in den Augen Gottes gerecht, während alle Ungläubigen in seinen Augen ungerecht und gottlos sind. V. 1. Wohl dem, wörtlich: „Seligkeit oder Glück des Menschen”, der nicht wandelt im Rat der Gottlosen, sich nicht um die Pläne der Frevler kümmert, es sich nicht zur Aufgabe macht, ihren gottlosen Unternehmungen zu folgen, noch tritt auf dem Weg der Sünder, es sich nicht zum Ziel setzt, in der Gesellschaft derer zu verweilen, die er meiden sollte, noch sitzt, da die Spötter sitzen, die den Glauben an Gott verachten, indem sie die wahre Religion verspotten und verhöhnen. Beachten Sie den Höhepunkt in diesem Vers: Zuerst kommt das Nachsinnen über das Böse, dann die vorsätzliche Ausführung dessen, was sündhaft ist, dann die Unterdrückung eines guten Gewissens und die Verhöhnung alles Heiligen; und auf der anderen Seite zuerst das Suchen der Gesellschaft der Gottlosen, dann ein etwas unsicheres Stehen außerhalb ihres Kreises, dann eine bewusste Teilnahme an ihrer Verhöhnung. V. 2. Sondern hat seine Lust am Gesetz des HERRN, im Nachsinnen und Studieren des Gesetzes, des Wortes des Herrn, findet er volle innere Befriedigung und Glückseligkeit; und sinnt über sein Gesetz Tag und Nacht, reflektiert über seine Gebote und wendet seine Anweisungen immer und unter allen Umständen an. Wie genau die Segnungen des Herrn auf einen solchen Menschen kommen, wird nun beschrieben. V. 3. Der ist wie ein Baum, gepflanzt an Wasserbächen, wo seine Wurzeln tief hinabreichen zu den verborgenen Feuchtigkeitsreserven, wo er eine unerschöpfliche Quelle der Lebenskraft und Energie hat, die seine Frucht bringt zu seiner Zeit, als Ergebnis eines tief in der Kraft des Herrn verwurzelten Glaubens, der die Hoffnungen des großen Gärtners oben niemals enttäuscht, Lukas 13, 7; und seine Blätter verwelken nicht, es wird nicht von der Dürre der Feindseligkeit oder Widrigkeiten beeinträchtigt werden; und was er macht, das gerät wohl, mit einem Erfolg, zumindest in den Augen Gottes, ganz gleich, wie gering die Welt seinen Erfolg einschätzt. Nicht das äußere Glück, die Reichtümer dieser Erde anzuhäufen, zählt in den Augen des Herrn, sondern der Besitz eines vertrauensvollen Glaubens, der reich an wirklich guten Werken ist.
V. 4. Aber so sind die Gottlosen nicht, weder in ihrem Verhalten noch in ihrem Glück, und deshalb unterscheiden sich sowohl ihr Zustand als auch ihr Schicksal in den Augen Gottes stark und radikal von dem der Gläubigen; sondern wie Spreu, die der Wind zerstreut, sie sind gewogen und für zu leicht befunden worden, und deshalb kommt völlige Vernichtung über sie als Folge ihrer Leere und Eitelkeit, so wie die Spreu auf den offenen Tenneflächen des Orients in alle Winde verstreut wird, während das schwerere Korn zurückbleibt. V. 5. Darum bleiben die Gottlosen, die bösen Ungläubigen, nicht im Gericht, werden vor dem Richterstuhl Gottes nicht freigesprochen werden, werden sich in der letzten großen Untersuchung nicht behaupten können, noch Sünder in der Gemeinde der Gerechten, sie werden nicht mit den Seligen des Vaters zur Rechten des Richters sitzen, Matthäus 3, 12; Psalm 35, 5; Zeph. 2, 1. 2. V. 6. Denn der HERR kennt den Weg der Gerechten, er kennt sie und wird von ihnen erkannt, er ist mit ihnen durch das engste Band der Vereinigung verbunden, in innigster Gemeinschaft, Joh. 10, 14. 15, und deshalb führt ihr Lebensweg sicher zu Gott, sicher zum Ziel der ewigen Glückseligkeit in ihm; aber der Gottlosen Weg vergeht, er führt in den Abgrund der ewigen Verdammnis und Verfluchung. So wird die Torheit der Gottlosen bestraft und die Hoffnung der Gläubigen belohnt.
Weissagung von Christus, dem ewigen
König, seinem Reich und dessen Feinden
Das vergebliche Toben der Völker (V. 1-6): Dass der gesamte Psalm messianisch ist, geht eindeutig aus dem Zitat in Apostelgeschichte 4, 25. 26 hervor, zusammen mit der dort hinzugefügten Erklärung: „Denn wahrhaftig, gegen deinen heiligen Sohn Jesus, den du gesalbt hast, ... hat sich das Volk versammelt“, Vers 27. Vgl. Apostelgeschichte 13, 33; Hebräer 1, 5. V. 1. Warum toben die Heiden, warum brodeln und wogen die Völker mit voller Wut und murren voller Groll, und die Nationen reden so vergeblich? Die Empörung und Verachtung des inspirierten Dichters kommt sofort in der rhetorischen Frage zum Ausdruck: Wie töricht von ihnen, so zu handeln! V. 2. Die Könige der Erde lehnen sich auf, sitzen zusammen in Verschwörung, und die Herren ratschlagen miteinander, alle größten Würdenträger der Erde beraten sich miteinander in mürrischer rebellischer Aktivität, gegen den HERRN, Jahwe, den großen Herrscher der Erde, und seinen Gesalbten, den einzigartigen Hohepriester und Propheten Jehovas, den Messias, gesalbt mit dem Heiligen Geist und mit Macht über alle seine Gefährten, Ps. 45, 7; Apg. 10, 38: V. 3: Lasst uns zerreißen ihre Bande und von uns werfen ihre Stricke. Die Gottlosen aller Zeiten verübeln die königliche Würde und Macht, die Herrschaft Jesu Christi; sie betrachten das Tragen seiner sanften Last, Matth. 11, 30, als Fesseln, als Gefangenschaft mit Stricke. Sie wollen in der zügellosen Ausschweifung ihres Herzens leben. Aber wie sieht der Herr diese Rebellion der Völker und ihrer Herrscher? V. 4. Aber der im Himmel wohnt, lacht ihrer; und der HERR spottet ihrer, verspottet sie, verhöhnt sie wegen ihrer vergeblichen Versuche, ihn vom Thron seiner Majestät im Himmel zu stürzen. Sein Spott ist ein Zeichen für die unerschütterliche Sicherheit seiner Herrschaft und für seine Verachtung gegenüber den armseligen Geschöpfen, die ihn entthronen wollen. Gleichzeitig wird seine Geduld zu dem von ihm bestimmten Zeitpunkt ein Ende haben. V. 5. Er wird einst, am großen Tag des Zorns und des Gerichts, reden mit ihnen in seinem Zorn, in der Glut Seines gerechten Zorns, und mit seinem Grimm wird er sie erschrecken, beunruhigen, erschrecken und sie in der größten Zerstörung aller Zeiten völlig vernichten. So viel sagt der Herr zum Trost Seiner Kinder, die wegen der Feindschaft der Ungläubigen viel leiden. Darüber hinaus setzt der Herr den armseligen Bemühungen der Feinde ein einziges Wort der Majestät entgegen. V. 6. Aber ich meinen König eingesetzt, den Messias, Christus, den Gesalbten des Herrn, den König mit ewiger Herrschaft und Macht, auf meinem heiligen Berg Zion. Ursprünglich bezeichnete dieses Wort den Berg, auf dem der Tempel stand, später wurde es zum Symbol für den Ort der barmherzigen Gegenwart Gottes und insbesondere für seine heilige christliche Kirche, die Gemeinschaft der Heiligen. Christus, fest gegründet, im Himmel thronend, von gleicher Macht und Majestät wie der Vater von Ewigkeit her, ist zugleich inmitten seiner Kirche, Ps. 46, 5, die er mit den Segnungen seines Heils beschenkt, die er mit seinem Wort und Geist regiert.
Die göttliche Verkündigung (V. 7-12): Es ist der Gesalbte des Herrn, Jesus Christus selbst, der nun persönlich spricht. V. 7. Ich will von einem solchen Ratschluss predigen, bekannt machen, als Gesetz verkünden, als Beschluss veröffentlichen: dass der HERR, der große Jahwe, der allmächtige Gott des Himmels, zu mir gesagt hat: Du bist mein Sohn, der in der Beziehung der wesentlichen Sohnschaft zu Gott steht; heute, in dem großen, ewigen Heute, in der zeitlosen Periode der Ewigkeit, heute habe ich dich gezeugt, Christus, der aus dem Wesen Gottes hervorgebracht wurde. Der Sohn Gottes wurde von Ewigkeit her vom ewigen Vater als sein wesentliches Ebenbild hervorgebracht, durch die Übertragung des göttlichen Wesens, auf eine unbegreifliche, übernatürliche Weise. Vgl. Matthäus 3, 17; 17, 5. Der Messias verkündet nun, was der Vater ihm in seinem großen Auftrag gesagt hatte. V. 8. Bitte von mir, der Sohn sollte frei vom Vater verlangen, denn die Liebe des Vaters würde dem Sohn seiner ewigen Zeugung nichts vorenthalten, so will ich dir die Heiden zum Erbe geben und der Welt Enden zum Eigentum. Nationen, Herrschaften, die äußersten Enden der Welt werden in die Hände des Messias gelegt; Menschen aus allen Nationen, Völker von den äußersten Enden der bewohnten Erde würden Christus als ihren gnädigen Herrn, ihren barmherzigen Herrscher anerkennen. V. 9. Du sollst sie mit einem eisernen Zepter zerschlagen; wie Töpfe sollst du sie zerschmeißen. Dies ist das Urteil über die Rebellen, über die Spötter, die Manifestation des verzehrenden Zorns Christi am großen Tag des Gerichts. Das Zerschlagen, das Zerstückeln ist ein Bild für die ewige Verdammnis, Offb. 2, 27; 12, 5; 19, 15. Da jedoch die Barmherzigkeit Gottes eher zu Gedanken des Friedens als zu Zorn neigt, geht seine warnende, beschwörende Stimme in den Schlussworten des Psalmisten weiter. V. 10. So seid nun verständig, ihr Könige, und lasst euch zurechtweisen, ihr Richter auf Erden! Die Herrscher der Erde sollten Vernunft zeigen, die Männer, deren Aufgabe es ist, Recht zu sprechen, alle, die Ehren- und Einflusspositionen innehaben, sollten die richtige Weisheit anwenden und das wahre Verständnis erlernen, das zu ewigem Frieden und Glück führt. V. 11. Dient dem HERRN mit Furcht und freut euch mit Zittern; sie sollten sich voll und ganz in seinen Dienst stellen, auch wenn dieser freudige Dienst mit heiliger Ehrfurcht, Furcht und Zittern einhergeht, Phil. 2, 12, damit seine Barmherzigkeit nicht missbraucht und seine Liebe nicht vergessen wird. V. 12. Küsst den Sohn, begrüßt ihn mit dem wahren Kuss der Ehrerbietung, damit er nicht zürne wird und ihr umkommt auf dem Weg, denn sein Zorn wird bald entbrennen. Der Tag des Zorns ist nahe; nur noch eine kleine Weile, und der Zorn des großen Richters der Welt wird die stolzen Verächter seiner Gnade treffen. Es ist Zeit, dass alle Menschen ernsthaft über das Heil ihrer Seelen nachdenken. Aber wohl allen, tausendfacher Segen kommt über sie, die auf ihn trauen! und Zuflucht in seiner Gnade suchen; denn ihnen gehört das ewige Heil. Alle, die ihren Glauben und ihr Vertrauen auf Jesus Christus als ihren einzigen Erlöser setzen, werden nicht zuschanden werden, sondern in seiner Liebe für alle Ewigkeit geborgen sein.
Gebet und Trost Davids gegen seine
Verfolger – Morgengebet eines Christen in Gefahr und Bedrängnis
V. 1 Ein Psalm Davids, als er floh vor seinem Sohn Absalom, 2 Sam. 15, 14, wahrscheinlich am Morgen nach dem Tag der Flucht geschrieben, als David nichts als Gefahr und Zerstörung auf allen Seiten sah, als sein Herz die Gedanken ausdrückte, die in den Herzen aller Kinder Gottes aufsteigen, wenn sie mit Bedrängnis kämpfen. V. 2. Ach HERR, wie sind meiner Feinde so viel, wobei David die Vorstellung von ihrer wachsenden Zahl durch die Tatsache vermittelt wurde, dass sein eigener Sohn sich ihren Reihen angeschlossen hatte. und erheben sich so viele gegen mich! als seine Gegner auf allen Ebenen, insbesondere aber in der Rebellion Absaloms. V. 3. Viele sagen von meiner Seele: Sie hat keine Hilfe bei Gott. Sela. Davids Lage zu dieser Zeit war, wie die Geschichte zeigt (2. Sam. 15, 23. 30), so, dass alle Menschen an der Möglichkeit seiner Befreiung zweifelten, während seine Feinde offen erklärten, dass er keine Hilfe mehr vom Herrn erwarten könne. Das Wort Sela war ein Begriff aus der Musik, der laut seiner Etymologie eine Art Verstärkung oder Erhöhung bezeichnete; entweder spielte das Orchester an dieser Stelle mit voller Kraft, oder die Begleitung wurde lauter, oder sowohl Stimmen als auch Instrumente wurden lauter. Auf diese Weise brachte David die Größe der Not zum Ausdruck, unter der er litt. Er gibt jedoch nicht der Verzweiflung nach, sondern wendet sich in einem inbrünstigen Gebet um Befreiung an den Herrn. V. 4. Aber du, o HERR, bist der Schild für mich, der ihn vor allen Angriffen der Feinde schützt; und meine Ehre, die Quelle aller Würde und Autorität Davids als König, und richtest mein Haupt auf, der ihn sicher aus der tiefen Depression herausheben wird, mit der er damals zu kämpfen hatte und die ihn von allen Seiten bedrängte. Es ist das Los der Kinder Gottes in dieser Welt, dass sie immer in tiefer Trübsal leben müssen; aber aus den Tiefen ihres Elends und Leids heraus können und werden sie zu dem Gott ihrer Erlösung aufblicken.
V. 5. Ich rufe an mit meiner Stimme den HERRN, in lautem und inbrünstigem Flehen, so erhört er mich von seinem heiligen Berg, dem Berg seiner Gegenwart, dem Berg Zion, wo nun die Stiftshütte errichtet worden war und wo später der Tempel gebaut wurde. Sela. Wieder eine Pause im Psalm, um die große Wahrheit der Erhörung des Gebets durch den Herrn zu verdeutlichen. V. 6. Ich liege und schlafe, anstatt die Nacht mit nutzlosem Wehklagen zu verbringen; und erwache, noch immer sicher und geborgen, noch nicht in die Gewalt seiner Feinde ausgeliefert; denn der HERR hält mich, es war Davids Zuversicht, dass die Hand des allmächtigen Gottes ihn stützte, und diese Tatsache gab ihm seine ruhige Gewissheit inmitten der Gefahren. V. 7. Ich fürchte mich nicht vor vielen Tausenden, egal wie groß die Menge ist, die Absalom versammelt, um ihn zu vernichten, die sich umher gegen mich legen. Dies wurde nicht aus Prahlerei gesagt, sondern aus der stillen Zuversicht des Glaubens an den allmächtigen Schutz des Herrn.
V. 8. Auf, HERR, und hilf mir, mein Gott! Ein vertrauensvoller Ruf an den Herrn, jetzt in die Ereignisse der Welt einzugreifen; denn du schlägst alle meine Feinde auf die Backe und zerschmetterst der Gottlosen Zähne, wie die Kiefer von reißenden Tieren oder zerreißenden Monstern, deren Zermalmen durch ihre Kiefer und Zähne sie nicht nur harmlos macht, sondern gleichbedeutend mit ihrer vollständigen Vernichtung ist. V. 9. Bei dem HERRN findet man Hilfe, Er kann und wird in jeder Not helfen, denn der Macht, über die Er verfügt, sind keine Grenzen gesetzt. und dein Segen komme über dein Volk. David betet nicht nur für seine eigene Befreiung, sondern für das Wohlergehen seines ganzen Volkes, von dem ein großer Teil durch die von Absalom angezettelte Rebellion in die Irre geführt worden war. Sela. So betete David sogar für seine Feinde, so wie alle Christen, die ihrer eigenen Befreiung sicher sind, für alle Menschen Fürbitte einlegen, auch in der Bitte: „Dein Reich komme!“
Tröstliches Gebet gegen den Stolz
der Weltkinder –
christliches Abendgebet in allen
möglichen Bedrängnissen
David war auf seiner Flucht vor Absalom nach Mahanaim gekommen, östlich des Jordan (2. Sam. 17, 24-26). Er hatte eine Reihe treuer Männer bei sich, aber die Armee Absaloms, die aus ganz Israel rekrutiert worden war, war viel größer. Um seinen eigenen Mut zu stärken und die sinkende Stimmung seiner Männer wiederzubeleben, schrieb David dieses Lied. David schrieb diese Hymne, die aufgrund ihrer göttlichen Inspiration zu einem Trostlied für alle geworden ist, die in Not sind. Dem Vorsänger, dem Verantwortlichen für die liturgische Musik im Tempelgottesdienst, auf Neginoth, den Saiteninstrumenten des Tempelorchesters, ein Psalm Davids. V. 1. Ein Psalm Davids, vorzusingen auf Saitenspielen. V. 2. Erhöre mich, wenn ich rufe, und schenke meiner Sache Gehör, Gott meiner Gerechtigkeit, wörtlich: „mein Gott der Gerechtigkeit”, da der Herr der Verteidiger der Gerechtigkeit ist, wenn sie falsch dargestellt und verfolgt wird. Der du mich tröstest in Angst, und Raum geschaffen für sein ängstliches Herz, als er in Bedrängnis war. Sei mir gnädig, hier kommt die Idee der unverdienten Gnade zum Vorschein, und erhöre mein Gebet. David betont seine Gemeinschaft mit dem Herrn und die Tatsache seiner kürzlichen Befreiung als Gründe, warum Gott ihm weitere Gunst erweisen sollte. Nun wendet er sich in rhetorischer Weise an die Anhänger Absaloms, die stolze und rebellische Schar. V. 3. Ihr Herren, ihr angesehenen Männer, wie viele von ihnen auch waren, wie lange soll meine Ehre, die ihm von Gott gegebene königliche Würde und Autorität, geschändet werden? Wie habt ihr das Eitle so lieb, den trügerischen Charakter ihrer rebellischen Pläne, und die Lügen so gerne, den Lügen und Unwahrheiten, mit denen sie versuchten, ihre Pläne zur Entthronung Davids zu untermauern? Sela. V. 4. Erkennt doch, dass der HERR seine Heiligen wunderbar führt; Er hatte auf wunderbare Weise David auserwählt und ihn zur königlichen Würde erhoben. Der HERR hört, wenn ich ihn anrufe; das war das Vertrauen seines frommen Herzens. V. 5. Zürnt ihr, zittert vor dem Zorn Gottes so sündigt nicht! bedenkt sorgfältig, damit ihr nicht eure eigene Erlösung gefährdet. Redet mit eurem Herzen auf eurem Lager, überlegt, wenn die Stille der Nacht für solche Überlegungen geeignet ist, und seid still, hört auf mit euren rebellischen Aktivitäten. Sela. V. 6. Opfert Gerechtigkeit, zeigt die Aufrichtigkeit eurer Reue, den wahren Charakter eurer Bekehrung durch Sühneopfer, und hofft auf den HERRN, der nach einem solchen Beweis wahrer göttlicher Trauer reichlich vergeben wird. V. 7. Viele sagen, selbst in der kleinen Schar seiner treuen Anhänger: Wer lässt uns Gutes schauen? Wäre es für sie möglich, in dieser Zeit großer Not Befreiung zu erfahren? Es ist der Schrei, der den wahrhaftigsten Kindern Gottes über die Lippen kommt, wenn alle Hoffnung verloren scheint. Deshalb steigt nun Davids dringendes Gebet zum Thron Jehovas empor. Ach HERR, erhebe über uns das Licht deines Angesichts! in der Gnade und Barmherzigkeit Gottes, die er selbst seinen Kindern in der Aaronischen Segnung gegeben hat (4. Mose 6,26). Und so verwandelt sich das Flehen Davids in eine zuversichtliche Behauptung. V. 8. Du erfreust mein Herz, wodurch er sich inmitten seiner äußeren Bedrängnis freut und mit ruhigem Vertrauen auf die Erlösung des Herrn wartet, mehr, als jener zu der Zeit, da sie viel Korn und Wein haben. Trotz der Tatsache, dass die Partei Absaloms über reiche Vorräte verfügte, war Davids freudige Zuversicht ein reicherer Schatz als all der Überfluss ihrer Scheunen und Keller. Der Schluss des Gebets steht daher im Einklang mit Davids Vertrauen in den Herrn und der Gewissheit seiner Erlösung. V. 9. Ich liege und schlafe ganz mit Frieden, ohne weitere Gedanken an Sorgen, sofort in einen erholsamen Schlaf fallen, ungestört von ängstlichen Gedanken; denn du, HERR, hilfst mir, dass ich sicher wohne, unter dem Schutz Gottes ist der Gläubige immer sicher. Für einen Christen ist es nicht nur töricht, die Nacht in unruhiger Sorge zu verbringen und auf den Genuss eines erholsamen Schlafes zu verzichten, sondern es kann auch an Sünde grenzen, nämlich wenn es gleichbedeutend ist mit dem Verzicht auf sein Vertrauen in den Herrn.
Morgengebet
vor dem Gottesdienst für die Kirche und gegen falsche Lehrer
V. 1. Dem Chorleiter, zur Verwendung im liturgischen Gottesdienst, auf Nehiloth. Nach „die Erbschaften“. [o.: zu Flöten] oder Blasinstrumente des Tempelorchesters, ein Psalm Davids. David befand sich zu dieser Zeit in Jerusalem und komponierte die Hymne, bevor er am Gottesdienst teilnahm. V. 2. HERR, höre meine Worte, um sein Gebet schnell zu erhören; merke auf mein Seufzen, höre seine Seufzer, seine sanften Klagen. V. 3. Vernimm mein Schreien, sein lautes und eindringliches Flehen um Hilfe, mein König, der besondere Herrscher Israels, und mein Gott, um dessen Schutz David bittet und den er mit aller Zuversicht erwartet; denn ich will ich zu dir beten, das ist die richtige Haltung des Christen zu jeder Zeit, besonders wenn er sich dem Herrn im Gottesdienst nähert.
V. 4. HERR, frühe wollest du meine Stimme hören; zur Zeit des Morgenopfers, früh will ich mich zu dir wenden, es auf den Altar legen als Opfer für Gott, denn ohne wahres Gebet haben weder das Holz noch das Brandopfer irgendeinen Wert, und aufmerken und aufmerksam auf jedes Zeichen göttlicher Gunst achten. David gibt nun den Grund für seine zuversichtliche Haltung gegenüber dem Herrn an. V. 5. Denn du bist nicht ein Gott, dem gottloses Wesen gefällt, Gottes Heiligkeit kann gottlose Gemeinheit nicht ertragen; wer böse ist, bleibt nicht vor dir, es wird nicht als Gast Gottes angenommen, es kann nicht in seiner Gegenwart bleiben. V. 6. Die Ruhmredigen, die Prahler, die eitlen Spötter bestehen nicht vor deinen Augen, in keiner Weise mit Gunst, Achtung und Zuneigung betrachtet werden; du bist feind allen Übeltätern, diejenigen, die das Unrecht zur Gewohnheit machen. V. 7. Du bringst die Lügner um, sich mit Falschheit und Lügen beschäftigen; der HERR hat ein Greuel an den Blutgierigen und Falschen. Alle gottlosen Menschen, wie sie hier beschrieben werden, sind dem Herrn ein Gräuel, und all ihr Dienst ist vor ihm Gotteslästerung, Offb. 21, 8. 27. Im Gegensatz zu ihnen steht David, der sich selbst als aufrichtig in seiner Beziehung zum Herrn weiß. V. 8. Ich aber darf in dein Haus gehen, in die Stiftshütte, deren Platz durch ein schönes, dauerhaftes Gebäude ersetzt werden sollte, auf deine große Güte, dem Reichtum der Gnade Gottes im Messias; und in deiner Furcht, in kindlicher Ehrfurcht und Verehrung, und anbeten zu deinem heiligen Tempel in deiner Furcht, den Ort des Thrones des Herrn, denn die bescheidene Stiftshütte sollte bald durch einen prächtigen Palast ersetzt werden, der Gott geweiht war. Im Geiste wahrer Anbetung spricht David nun sein Flehen aus.
V. 9. HERR, leite mich in deiner Gerechtigkeit, in der Tugend wahrer Frömmigkeit, die eine Gabe Gottes ist, um meiner Feinde willen, der Gegner, die ihn sorgfältig beobachteten und sich über jedes Unglück, das David widerfahren könnte, mehr als gefreut hätten; richte deinen Weg, den Weg, der mit dem Willen Gottes übereinstimmt, vor mir her, damit er ohne Hindernisse und ohne die Gefahr, sich zu verirren, gehen kann. Dies ist für alle Gläubigen so notwendig wegen der Versuchungen und Hinterhalte, die ihren Weg bedrängen. V. 10. Denn in ihrem Mund ist nichts Gewisses, sie sind nicht standhaft und einmütig in ihrer Rede, man kann sich nicht auf das verlassen, was sie sagen; ihr Inneres, ihr ganzes Herz und ihr ganzer Verstand, ist Herzeleid, ein Abgrund der Zerstörung; ihr Rachen ist ein offenes Grab, weit aufgerissen, um zu greifen und zu verschlingen; mit ihren Zungen heucheln sie, sie verbergen ihre wahren Absichten unter dem Deckmantel der Schmeichelei. Diese Beschreibung wird auch von Paulus in seiner Beschreibung der Gottlosen verwendet, Röm. 3, 13. David ruft nun den Zorn Jehovas über alle solche herab. V. 11. Sprich sie schuldig, Gott, lass sie ihre Schuld durch eine wohlverdiente Vernichtung sühnen; dass sie zu Fall kommen durch ihr Vorhaben, denn die Torheit ihrer eigenen Pläne ist die Ursache ihres Untergangs. Stoße sie aus um ihrer großen Übertretung willen, indem du sie aus der Mitte der Gemeinde der Gläubigen, zu der sie nicht rechtmäßig gehören, hinausstößt; denn sie sind widerspenstig gegen dich, was sich auch in ihrer Weigerung zeigt, sich in wahrer Reue dem Herrn zuzuwenden. V. 12. Lass sich freuen alle, die auf dich trauen; denn dieser Satz ist die Feststellung einer eindeutigen Tatsache, denn alle Gläubigen freuen sich über den Herrn ihrer Erlösung; ewig lass sie rühmen, in ekstatischer Freude, denn du b3eschirmst sie; denn der Schutz des Herrn ist ihre Sicherheit gegen alle Angriffe der Feinde; fröhlich lass sein in dir, die deinen Namen lieben! Phil. 4, 4. V. 13. Denn du, HERR, segnest die Gerechten, mit solchen geistlichen Segnungen, die zu ewigem Glück führen; du deckst sie mit Gnade, ihn von allen Seiten umgeben, wie mit einem Schild, wobei der große Buckler gemeint ist, der den ganzen Körper bedeckte. Das ist die selige Gewissheit der Gläubigen aller Zeiten, der sichere Schutz Gottes gegen alle bösen Absichten aller Gegner, wie zahlreich und mächtig sie auch sein mögen. Der Gläubige vertraut auf den Herrn, den Gott seiner Erlösung, und verehrt ihn in heiliger Ehrfurcht, da er weiß, dass er in seiner Obhut sicher ist.
Bußgebet in der Angst der Seele um
Gesundheit Leibes und der Seele
(Erster Bußpsalm)
V. 1. Dem Chorleiter. auf Neginot, den Saiteninstrumenten des Tempelorchesters, auf Scheminit, das heißt auf der Oktave, wahrscheinlich im Bass, der Stimme, die der Natur seiner Klage entspricht, ein Psalm Davids, vorzusingen beim Saitenspiel auf acht Saiten. Der gesamte Psalm ist der Schrei einer Seele, die aufgrund des Bewusstseins von Sünde und Schuld von tiefster Not geplagt ist, wobei sein Gebet darin besteht, dass Gott die Strafe des Zorns in die sanfte Züchtigung der Liebe verwandeln möge. V. 2. Ach HERR, strafe mich nicht in deinem Zorn, so gerecht dieser Zorn auch wegen der großen Übertretungen ist, deren Gewicht der Sünder spürt, und züchtige mich nicht in deinem Grimm! der ihn ganz zu verzehren drohte und diesen Schrei um Gnade aus seinem ängstlichen Herzen drängte. V. 3. HERR, sei mir gnädig, denn die freie Gnade und Gunst des Herrn ist seine einzige Hoffnung; denn ich bin schwach, so erschrocken, dass er dahinsiecht und welkt wie eine verdorrte Blume. heile mich, HERR, denn Er ist der einzige Arzt, dessen Können in dieser Notlage überhaupt etwas bewirken kann; denn meine Gebeine sind erschrocken, sein ganzer Körper droht unter der schweren Belastung der ihn bedrängenden Bedrängnis auseinanderzufallen. V. 4. und meine Seele ist sehr erschrocken, beunruhigt, erfüllt von größter Furcht. Ach du, HERR, wie lange? Wann konnte er die Erleichterung erwarten, nach der er sich so sehnlichst verlangte? Er schließt sich seiner Frage nun mit einem flehentlichen Schrei an.
V. 5. Wende dich, HERR, denn es schien dem Leidenden, als sei der Herr während der Schwere seines Leids abwesend gewesen, und errette meine Seele und befreie sie aus der Tiefe ihres Leidens. Hilf mir um deiner Güte willen, denn des Herrn Güte ist die einzige Hoffnung des Sünders. V. 6. Denn im Tod denkt man nicht an dich; wer will dir in der Hölle danken? David möchte, dass Gott bedenkt, dass eine Verurteilung des Sünders in das Reich des Todes zu dieser Zeit, eine endgültige Verwerfung in den Abgrund der Hölle, Ihn eines willigen Anbeters berauben würde, weshalb er um Erleichterung bittet, bevor dieses extreme Stadium erreicht ist. V. 7. Ich bin müde vom Seufzen, völlig erschöpft und zermürbt von der Schwere seines Leidens; ich schwemme mein Bett die ganze Nacht mit Strömen reumütiger Tränen; ich netze mit meinen Tränen mein Lager, so dass es durch ihre Vielzahl fast aufgelöst ist. V. 8. Mein Auge, als Spiegel des gesamten Wesens des Menschen, ist trüb vor Gram, aufgelöst von Trauer; und ist alt geworden, wegen all meiner Bedränger, die Sehkraft und die ganze Kraft der Seele sind wie im Alter abgestumpft. Doch inmitten der Trauer und des Schreiens des Sünders, während er sein Gebet um Erleichterung ausspricht, wachsen sein Mut und seine Kraft.
V. 9. Weicht von mir, ihr Übeltäter; da der Sünder sich der gnädigen Antwort Gottes auf sein Gebet sicher ist, verwandelt sich seine Klage in freudige Zuversicht; denn der HERR hört mein Weinen, und so ergreift ihn die Stimme des freien Geistes Gottes und lässt ihn jubeln. V. 10. Der HERR hört mein Flehen, das aus seinem überlasteten Herzen drang; mein Gebet nimmt der HERR an, weshalb er seine Feinde, die Gottlosen, die Heuchler, nicht mehr fürchtet, sondern ihnen mit heiligem Mut trotzen kann. V. 11. Es müssen alle meine Feinde zuschanden werden und sehr erschrecken, oder besser gesagt, in einer eindeutigen Aussage: „Sie werden beschämt werden“, sie werden erschrecken; sich zurückkehren und zuschanden werden plötzlich, ihr spöttisches Gelächter wird sich in einem schrecklichen Augenblick, wenn die Strafe Gottes sie trifft, in tiefste Scham verwandeln. So kann jeder arme Sünder inmitten seiner Angst mit einfachem Vertrauen auf den Erlöser schauen und sich über seine Erlösung freuen, ganz gleich, welche Haltung seine Feinde einnehmen.
Gebet
um Rettung der gerechten Sache
Die Bitte (V. 1-8): V. 1. Shiggaion, ein Klagelied Davids, eine Elegie voller Emotionen, was sowohl in der Struktur als auch in der begleitenden Musik zum Ausdruck kommt, das er dem HERRN sang wegen der Worte des Kusch, des Benjaminiters, eines seiner Kritiker am Hofe Sauls, sang. David betet um die Feststellung seiner Unschuld, weil er weiß, dass er unschuldig ist und weil der Herr durch seine Rechtfertigung verherrlicht wird. V. 2. Auf dich, HERR, traue ich, mein Gott, sein Schöpfer und der Führer auf seinem Weg, dieses Wort des Glaubens, der Liebe und der Hoffnung, das das Motiv für seine zuversichtliche Annäherung an den Thron der Gnade darstellt; hilf mir von allen meinen Verfolgern, in der Zeit, in der er sich seines Lebens nie sicher war, 1 Sam. 24 bis 26, und errette mich, V. 3. damit sie nicht wie Löwen meine Seele zerreißen, ein reißendes Tier, und zerfleischen, weil kein Retter da ist. So begierig sind seine Feinde, ihm das Leben zu nehmen, und so hoffnungslos scheint sein Fall. Aber David bittet um Hilfe in dem Bewusstsein, dass er sich keiner vorsätzlichen Verfehlung schuldig gemacht hat.
V. 4. HERR, mein Gott, hier der mächtige Herrscher und Richter des Universums, habe ich solches getan, und ist Unrecht an meinen Händen, nämlich das Verbrechen, das ihm von Kusch vorgeworfen wird; V. 5. habe ich Böses vergolten denen, die friedlich mit mir lebten, indem ich mich des Verrats an denen schuldig gemacht habe, die ihm vertraut haben; oder die, die mir ohne Ursache feind waren, geschädigt, oder vielmehr ohne Grund, aus purer Willkür, meinen Gegner geplündert); V. 6. so verfolge mein Feind meine Seele, als gerechte Vergeltung, und ergreife sie und trete mein Leben zu Boden, es in den Tod trampeln, und lege meine Ehre, seine persönliche und offizielle Würde, in den Staub, sie zur tiefsten Demütigung bringen. Sela. Nur das Bewusstsein seiner Unschuld kann David die Zuversicht geben, die in diesem Angebot zum Ausdruck kommt, auf das nun ein Aufruf zur Rache für das ihm zugefügte Unrecht folgt. V. 7. Steh auf, HERR, in deinem Zorn, wobei der Appell umso eindringlicher ist, als es schien, dass Gott ihn bisher vernachlässigt hatte, erhebe dich, erhebe dich in die Höhe, über den Grimm meiner Feinde, denn nur seine große Macht kann sie trotz ihrer drohenden Haltung vernichten, wache auf mir zum Heil, der du Gericht verordnet hast, der Entscheidung, von der David fest überzeugt war, dass der Herr sie in diesem Fall getroffen hatte. V. 8. Dass sich die Völker wieder zu dir sammeln, wobei es sich um die Szene des letzten großen Gerichts handelt, wenn Gott die Völker vor sich versammeln wird; und über ihnen komm wieder zur Höhe und nimm den Richterstuhl als der große Herrscher und Richter aller Menschen ein. Davids Einzelfall verschmilzt mit dem Gericht über alle Menschen; er ist bereit, seine Angelegenheit der höchsten Prüfung zu unterziehen. Jeder Gläubige muss trotz all seiner sündigen Schwäche immer bereit sein, sein tägliches Leben überprüfen zu lassen, denn er muss sich stets von allen Verbrechen und bösen Taten fernhalten.
Davids Vertrauen (V. 8-18): V. 9. Der HERR, der große Richter aller Menschen, ist Richter über die Völker, wobei David zu diesem Zeitpunkt zuversichtlich eine Entscheidung zu seinen Gunsten erwartet. Richte mich, HERR, nach meiner Gerechtigkeit; denn er war sich sicher, dass er von vorsätzlichem Fehlverhalten freigesprochen werden würde, wenn sein Leben geprüft würde, und Unschuld, die in mir ist, nach der David sein Leben immer geführt hatte. V. 10. Lass der Gottlosen Bosheit ein Ende werden und ihre Quälereien der Gläubigen aufhören; und gib den Gerechten Bestand und schütze sie in ihrer gerechten Sache; denn du, gerechter Gott, prüfst Herzen und Nieren, die Neigungen und Motive der Menschen, benannt nach ihrem vermeintlichen Sitz. Mit dieser Gewissheit gewinnt Davids Gebet an Zuversicht. V. 11. Mein Schild ist bei Gott, der selbst seinen Schutz und seine Rechtfertigung übernommen hat, der den frommen Herzen hilft, diejenigen, die an die Wahrheit glauben, ohne Heuchelei zu zeigen. V. 12. Gott ist ein gerechter Richter, da er in allen seinen Urteilen gerecht ist, und ein Gott, der täglich droht, verabscheut immer ihre bösen Wege und bereitet ihre Strafe vor.
V. 13. Will man, nämlich der Gottlose, sich nicht bekehren, so hat er sein Schwert gewetzt für eine gerechte und strenge Vergeltung; und seinen Bogen gespannt und zielt für die plötzliche Vernichtung der Gottlosen. V. 14. Und hat drauf gelegt tödliches Geschoss; seine Pfeile hat er zugerichtet zu verderben, die brennenden Pfeile und Blitze seines Blitzes sind die Boten seiner Strafe. V. 15. Siehe, er, der Gottlose, hat Böses im Sinn, müht sich und ringt wie in den Wehen der Geburt, um Übertretung hervorzubringen, mit Unheil ist er schwanger und gebiert Lüge, seine Absicht ist es, anderen Schaden zuzufügen, aber am Ende wird die Täuschung ihn selbst treffen. V. l6. Er hat eine Grube gegraben und ausgehöhlt, mit der Absicht, die Gerechten zu vernichten, und ist in die Grube gefallen, die er gemacht hat. V. l7. Sein Unheil wird auf seinen Kopf kommen und ihn mit seinen eigenen Waffen töten, und sein Frevel auf seinen Scheitel fallen wodurch der Zorn Gottes über die Unterdrücker offenbar wird.
V. l8. Ich danke dem HERRN um seiner Gerechtigkeit willen und ihm schon jetzt danken, weil ich sicher bin, dass er mich aus meiner gegenwärtigen Not befreien wird; und will loben den Namen des HERRN, des Allerhöchsten. Der Gläubige beginnt sein Gebet fast verzweifelt, beendet es aber mit einem zuversichtlichen, triumphierenden Ruf, denn das ist die Wirkung des Glaubens.
Von Christi Reich, Leiden und
Herrlichkeit
V. 1. An den Vorsänger, für den liturgischen Gottesdienst, auf der Gittit, einer Zither, benannt nach der philistinischen Stadt Gath, wo der Verfasser einige Zeit gelebt hatte. Ein Psalm Davids. V. 2. HERR, unser Herrscher, Jahwe, unser Herrscher, wie herrlich ist dein Name in allen Landen! Die Gemeinde lobt hier den Eindruck und den Beweis der Existenz Gottes, sowohl in den Werken der Schöpfung als auch in den Wundern der Erlösung. Der du kundtust deine Hoheit am Himmel, über den ganzen Himmel; denn sie sind mit seiner Herrlichkeit ausgestattet und geschmückt. Dieser Herr, dessen unendliche Vortrefflichkeit und Majestät sich im Himmel widerspiegelt, wird auch hier auf Erden, inmitten seiner Gemeinde, verherrlicht. V. 3. Aus dem Mund der jungen Kinder und Säuglinge hast du eine Macht zubereitet, das Lob der Säuglinge in den Armen erweist sich als siegreiche Kraft, als Schutzwall und Bollwerk der Macht, um deiner Feinde willen, wegen der Widersacher, deren Angriff durch die allmächtige Kraft Gottes im Lobpreis aus dem Munde der Kinder vereitelt würde, damit du vertilgst den Feind und den Rachgierigen und Satan und alle seine Verbündeten zum Schweigen brächtest, vollständig zum Schweigen in ihrem Widerstand gegen die Werke Gottes. Nach dieser feierlichen Einleitung, auf die sich Jesus selbst als Erfüllung am Sonntag vor seinem Tod bezieht (Mt 21,15-17), beschreibt David das Geheimnis der Erhöhung der menschlichen Natur in der Person Christi. V. 4. Wenn ich sehe den Himmel, deiner Finger Werk, die Schöpfungen der allmächtigen Kraft des Herrn, den Mond und die Sterne, die du bereitest, die alle Beispiele und Beweise für die unendliche Größe und unermessliche Macht Gottes sind:
V. 5. Was ist der Mensch, dass du sein gedenkst, dass der große Gott sich überhaupt Gedanken über die menschliche Natur macht, die so weit unter ihm steht, dass ein Vergleich unmöglich ist, und des Menschen Kind, dass du dich seiner annimmst? Der Bezug, wie Hebräer 2, 6-10 zeigt, ist auf Christus, der die menschliche Natur mit all ihrer Schwäche und Niedrigkeit angenommen hat, der in Menschengestalt geworden ist und in seiner Erscheinung wie ein Mensch war, Philipper 2, 7. 8. Nur auf diesen einzigartigen Menschen können die nächsten Worte zutreffen. V. 6. Du wirst ihn lassen eine kleine Zeit von Gott verlassen sein, wörtlich: „Du hast ihn ein wenig von Gott entbehren lassen”, was sich erfüllte, als der Menschensohn in den Tiefen seines Leidens für die Menschheit von seinem himmlischen Vater verlassen wurde, wie er selbst ausruft. Aber mit Ehren und Schmuck wirst du ihn krönen, mit der Majestät und Herrlichkeit, die dem Wesen Gottes eigen sind, was geschah, als Jesus Christus, der Menschensohn, in seinen Zustand der Erhöhung eintrat, als der Erlöser, der bewusst auf das Recht verzichtet hatte, die göttliche Macht und Majestät zu nutzen, die seiner menschlichen Natur mitgeteilt worden war, dieses Recht auch gemäß seiner Menschlichkeit annahm und ausübte. V. 7. Du hast ihn zum Herrn gemacht über deiner Hände Werk, als Herrscher über das gesamte Universum, mit grenzenloser Macht und Majestät, und das gemäß seiner menschlichen Natur; alles hast du unter seine Füße getan, Eph. 1, 22: V. 8. Schafe und Ochsen allzumal, dazu auch die wilden Tiere, V. 9. die Vögel unter dem Himmel und die Fische im Meer und alles, was im Meer geht., wobei diese Geschöpfe als Vertreter der gesamten Schöpfung genannt werden. In das Erbe der Menschheit, das durch den Sündenfall verloren gegangen war, ist der einzigartige Menschensohn, der Erlöser der Menschheit, eingetreten. In diesem einen Menschen, dem Messias, Jesus Christus, hat die Menschheit das verlorene Glück und die verlorene Herrschaft wiedererlangt. die verlorene Ehre und Würde. In diesem Menschen ist der Name des Herrn in seiner ganzen Herrlichkeit offenbart worden.
V. 10. HERR, unser Herrscher, wie herrlich ist dein Name in allen Landen! und zwar nicht nur im Reich der Gnade, dessen Vertreter hier seinen großen Namen preisen, sondern auch im Reich der Macht! Jahwe, Jesus Christus, Messias, Menschensohn, unser allmächtiger König: Das ist der Trost der Kirche, das ist die Summe ihrer Botschaft.
Danklied für erhaltenen Sieg über
die Feinde
Dank für den errungenen Sieg (V. 1-7): V. 1. Dem Chorleiter, zur Verwendung in liturgischen Gottesdiensten, nach Mut-labben, d. h. zu singen nach der Melodie „Stirb für den Sohn“, wahrscheinlich die eines Volksliedes, ein Psalm Davids. V. 2. Ich danke dem HERRN, in einem Dankeslied, von ganzem Herzen, mit aller Kraft meiner Seele; und erzähle alle deine Wunder und ihre Größe vor allen Menschen preisen. V. 3. Ich freue mich und bin fröhlich in dir und jubeln über die Gnade, die der Herr ihm erwiesen hat; und lobe deinen Namen, du Allerhöchster und ihm die Ehre für die errungenen Siege geben, indem ich Psalmen singe, die seine Ehre und die Größe seiner Eigenschaften preisen. V. 4. Wegen dir mussten meine Feinde zurückweichen, im Kampf gestürzt werden, sie sind gefallen und umgekommen vor dir, wenn Gott Sein Angesicht gegen sie richtet.
V. 5. Denn du führst mein Recht und meine Sache aus, ihn gestützt und gerechtfertigt, indem Du ihm den Sieg geschenkt hast; du sitzt auf dem Thron, ein rechter Richter, Gerechtigkeit walten lassen. V. 6. Du schiltst die Heiden, indem du Davids Waffen den Sieg geschenkt hast; und bringst die Gottlosen um, ihren Namen vertilgst du für immer und ewig, ihn aus der Geschichte getilgt und seine Erinnerung zerstört. V. 7. Der Feind ist dahin, zertrümmert für immer, Verwüstung und Ruin sind dort zu finden, wo der Feind früher blühte; die Städte hast du, der Herr, als Anführer der Armeen Israels, umgekehrt, sie ausgerissen und entwurzelt; ihr Gedenken ist umgekommen samt ihnen, Gott hat ihre vollständige Vernichtung bewirkt. Anmerkung: Der Weg des Unglaubens besteht darin, menschliche Macht und Tapferkeit zu preisen, aber Gläubige danken allein Gott für seine allmächtige Hilfe in allen Schwierigkeiten.
V. 14. HERR, sei mir gnädig; indem
du ihm deine göttliche Gunst oder Gnade erweist; sieh an mein Elend unter meinen
Feinden, die mich von allen Seiten bedrängen, der du mich erhebst aus
den Toren des Todes, wo er fast gefangen genommen worden
wäre, da seine Feinde ihm nach dem Leben trachteten, V. 15. damit ich erzähle
all deinen Preis in den Toren der Tochter Zion, es öffentlich verkünden und
es vielen Menschen überall bekannt machen kann. Dass ich fröhlich sei über
deine Hilfe und glücklich sein über seine Befreiung aus den Händen aller
Feinde, seien sie physischer oder geistiger Natur. V. 16. Die Heiden,
die feindlichen Völker, die auf einen Sieg über Israel hofften, sind versunken
in der Grube, die sie gegraben hatten, und wurden plötzlich hineingestürzt;
ihr Fuß ist gefangen in dem Netz, das sie gestellt hatten, um die
Mitglieder des Volkes des Herrn zu fangen. V. 17. Kundgetan hat sich der
HERR, er hat Gericht gehalten, indem er die Pläne der Gottlosen zunichte macht. Der Gottlose ist verstrickt in dem Werk
seiner Hände seine Pläne führen zu seinem eigenen Schaden. Higgajon, das heißt Meditation, wobei hier
eine lange Pause gemacht wird, um den Zuhörern die Wahrheit der letzten
Aussagen eindrücklich zu vermitteln. Sela.
V. 18. Ach, die Gottlosen müssten zur Hölle fahren, um ewige Strafe zu erleiden, alle Heiden, die Gott vergessen! V. 19. Denn er wird den Armen nicht für immer vergessen, auch wenn es oft so scheint, als würde ihr Elend niemals enden; und die Hoffnung der Elenden wird nicht ewig verloren sein, die durch Schicksalsschläge gedemütigten Menschen werden schließlich ihre Befreiung erleben. V. 20. HERR, Davids gewohnter kraftvoller Appell; steh auf, dass Menschen nicht Oberhand kriegen, stark werden, um seine bösen Pläne auszuführen; lass alle Heiden vor dir gerichtet werden! lass die Verdammnis sie treffen und ihre bösen Pläne verhindern. V. 20. Lege, HERR, einen Schrecken auf sie, ständiger Schrecken, der sie in Unterwerfung hält, damit die Heiden erkennen, dass sie (nur) Menschen sind, eine Tatsache, die sie von jeder Form und jedem Anschein von Überheblichkeit und Arroganz abhalten sollte, damit sie vor Jehova immer demütig bleiben. Sela. Das Gebet aller bedrängten Gläubigen ist, dass Gott den Feinden ihre geringe Stärke bewusst macht und sie davon abhält, der Kirche Gottes Schaden zuzufügen.
Gebet gegen die Feinde der Kirche
Luther schreibt in seiner Zusammenfassung dieses Psalms: „Dies ist ein Gebetspsalm, der sich über den Erzfeind des Reiches Christi, nämlich den Antichristen, beklagt, der aus Habgier und Prunk das Christentum mit Macht und List bedrängt; er schwingt sowohl das Schwert weltlicher Tyrannei über den Körper als auch das Netz falscher Lehren über die Seelen.“
David beklagt sich über das Handeln der Gottlosen (V. 1-11): V. 1. HERR, warum stehst du so fern, Scheinbar gleichgültig gegenüber der Unterdrückung seines Volkes. verbirgst dich zur Zeit der Not? Seine Augen und Ohren sind bedeckt, so dass er völlig unbeeindruckt von dem Elend zu sein scheint, das über seine Gläubigen hereinbricht. V. 2. Weil der Gottlose Übermut treibt, muss der Elende leiden, oder: „Durch den Stolz der Gottlosen brennt der Bedrängte“, verzehrt von der Hitze der Angst. Sie werden gefangen in den Anschlägen, die jene ersinnen das heißt, die Gläubigen werden aufgrund der Intrigen der Gottlosen gefangen genommen und geschädigt. Überall herrscht Unterdrückung, und es gibt offenbar keine Rettung für die Frommen. V. 3. Denn der Gottlose rühmt sich seines Mutwillens, der Tatsache, dass er mit seinen bösen Plänen Erfolg hat, und der Geizige sagt dem HERRN ab und lästert ihn, das heißt, er verleugnet und verachtet den Herrn, während er den Betrüger lobt, der seine Gewinne durch List oder Gewalt erzielt. V. 4. Der Gottlose ist stolz und meint: die Tatsache, dass er buchstäblich seine Nase hoch trägt, in hochmütiger Verachtung und Verachtung Gottes, Er fragt nicht danach. Es ist kein Gott – sind all seine Gedanken. Das sind seine Gedanken, das ist die Art und Weise, wie er es für sich selbst herausgefunden hat: Gott bestraft nicht; es gibt keinen Gott! Er glaubt, dass er mit seinem Stolz und seinen Verfehlungen weitermachen kann; er versucht sich selbst davon zu überzeugen, dass es keinen Tag der Abrechnung geben wird. V. 5. Er fährt fort mit seinem Tun immerdar, die Art und Weise, wie er handelt, scheint jederzeit vor Strafe sicher zu sein; Deine Gerichte sind fern von ihm, außerhalb seiner Sichtweite; daher existieren sie nach Meinung der Gottlosen nicht. er handelt trotzig mit all seinen Feinden, in einer Geste höhnischer Verachtung, wobei seine Arroganz ihn dazu veranlasst, sowohl Gott als auch die Menschen zu verachten. V. 6. Er spricht in seinem Herzen: Ich werde nimmermehr zu Fall kommen, er ist erfüllt von grenzenlosem Stolz und Selbstsicherheit; es wird für und für keine Not haben, eine Generation nach der anderen in seiner Familie ist seiner Meinung nach vor Unglück sicher, sein Wohlstand, sein Reichtum und seine Ehre sind bis in ferne Zeiten gesichert. V. 7. Sein Mund ist voll von Fluchen, gotteslästerlichen Schmähungen und Verwünschungen, Täuschung und Gewalt, mit denen er die Frommen unterdrückt; seine Zunge richtet Mühsal und Unheil an, Gewalt für andere und das Wesen der Gemeinheit für sich selbst. V. 8. Er sitzt und lauert in den Höfen, in seinem Nomadenlager, wo er leicht ahnungslose Reisende überfallen kann; wo er sich vor Beobachtung sicher glaubt, er erwürgt die Unschuldigen heimlich, der ihn in keiner Weise provoziert hat, aus purer Lust am Töten; seine Augen spähen auf den Armen, er beobachtet und plant, den gottesfürchtigen Leidenden Schaden zuzufügen. V. 9. Er lauert im Verborgenen, versteckt in einem Hinterhalt, wie ein Löwe im Dickicht, wo er sein Versteck hat; er lauert, dass er den Elenden erhasche, wie ein Jäger, der wilde Tiere in seinem Netz fängt; er erhascht ihn, den rechtschaffenen Leidenden, indem er ihn in sein Netz zieht. V. 10. Er zerschlägt, wobei die Beschreibung wieder die eines Raubtiers ist, und duckt sich, beugt sich tief und macht sich bereit für den plötzlichen Sprung, und stößt zu Boden den Armen mit Gewalt, seine bösen Helfer, die sich ebenfalls an der Ungerechtigkeit erfreuen. V. 11. Er spricht in seinem Herzen: Gott hat‘s vergessen; er hat sein Angesicht verborgen; er wird‘s nimmermehr sehen. Dieser gotteslästerliche Gedanke ist der Trost der Gottlosen; durch ihn wiegen sie sich in falscher Sicherheit und ersticken die Stimme ihres Gewissens, um ungehindert ihrem bösen Handwerk nachzugehen.
David bittet um schnelle Erlösung (V. 12-18): V. 12. Steh auf, HERR! Davids üblicher kraftvoller und eindringlicher Appell an den Herrn, den wahren Gott; Gott, erhebe deine Hand, nämlich um die Gottlosen zu bestrafen; vergiss die Elenden nicht, verlass sie nicht und überlasse sie nicht der Grausamkeit der Gottlosen. V. 13. Warum soll der Gottlose Gott lästern? Wie ist es möglich, dass Gott eine solche blasphemische Herausforderung seiner Herrschaft zulässt? und in seinem Herzen sprechen: Du fragst nicht danach, die Gottlosen nicht für jedes ihrer Vergehen zur Rechenschaft ziehen. V. 14. Du siehst ja, dies steht im Gegensatz zur falschen Sicherheit der Gottlosen; denn du schaust das Elend und Jammer, all den Kummer, den die Gottlosen den Gerechten zufügen, es steht in deinen Händen, mit der vollen Strafe, die es verdient. Die Armen befehlen‘s dir, im Vertrauen auf Gottes gerechtes Urteil; du bist der Waisen Helfer, derer, die keine natürlichen Beschützer haben, die sie verteidigen. V. 15. Zerbrich den Arm des Gottlosen, um seinen bösen Taten endgültig ein Ende zu setzen, und Bösen, suche sein gottloses Wesen heim, dass man es nicht mehr finde, damit eine solche Ehrfurcht vor Gott entsteht, dass alle Gemeinheit beseitigt wird und spurlos verschwindet.
V. 16. Der HERR ist König immer und ewig, Er wird trotz aller Angriffe der Feinde nicht entthront; die Heiden sind verschwunden aus seinem Land, vollständig ausgerottet, vernichtet, ohne dass ein Rest übriggeblieben wäre. Da dies die Gewissheit des Dichters ist, fügt er seine letzte Bitte hinzu. V. 17. Das Verlangen der Elenden hörst du, HERR; ihre Sehnsucht nach Hilfe; ihr machst ihr Herz gewiss und es durch festes Vertrauen in Ihn stärken; dass dein Ohr drauf merkt, um aufmerksam auf ihr Flehen zu hören, V. 18. dass du recht schaffst dem Waisen und Armen und Gericht zu halten über ihre Unterdrücker, damit der Mensch nicht mehr trotze auf Erden, der hochmütige, böse Widersacher nicht mehr unterdrücken kann, indem er die Gläubigen erschreckt. Das ist der Trost der Kinder Gottes zu allen Zeiten, dass Er schließlich Seine Macht geltend machen und Gericht halten wird über alle Feinde Seines Volkes.
David weigert sich, in Lebensgefahr
zu fliehen – Trost gegen die Feinde im rechten Vertrauen auf Gott
Es gab eine Zeit, in der Davids Thron in Gefahr war, als Absalom plante, die königliche Macht in Israel an sich zu reißen, und Davids Leben nicht mehr sicher war. Als die Lage schließlich akut wurde, scheinen einige von Davids treuen Beratern ihn gedrängt zu haben, aus Jerusalem zu fliehen, um sein Leben zu retten und die Gefahr vorübergehen zu lassen. Doch David schenkte ihren Drängen keine Beachtung und verfasste stattdessen diesen Psalm des Glaubens. V. 1. Dem Chorleiter, zur Verwendung im Gottesdienst der Stiftshütte, ein Psalm Davids. Ich traue auf den HERRN, bei dem Herrn hatte er Zuflucht gefunden, weshalb er sicherlich keinen anderen brauchte; wie sagt ihr denn zu meiner Seele: Fliehe wie ein Vogel auf die Berge? So wie ein Vogel in Gefahr die Zuflucht der bewaldeten Berge sucht, so drängten Davids Freunde ihn, in die Felshöhlen der Bergregion Palästinas zu fliehen, um dort in Sicherheit zu bleiben, bis sich die Lage verbessert hätte. V. 2. Denn siehe, so sagten Davids Ratgeber zu ihm, die Gottlosen spannen den Bogen, sie legen ihren Pfeil auf die Sehne und richten ihn für einen plötzlichen Schuss aus, damit heimlich zu schießen die Frommen, in einem verräterischen Attentatsversuch. V. 3. Denn sie reißen den Grund um, die Gesetze und Verordnungen der öffentlichen Gerechtigkeit grob umgestoßen wurden, was kann der Gerechte ausrichten? In einem solchen Fall ist die Aussicht für diejenigen, die Recht und Ordnung liebten, offensichtlich hoffnungslos, und deshalb sollte David seine Sicherheit in der Flucht suchen. Aber er sah das anders.
V. 4. Der HERR ist in seinem heiligen Tempel, auf dem Thron seines Palastes, seinem himmlischen Tempel: Des HERRN Thron ist im Himmel, die ganze Erde steht absolut unter seiner Herrschaft. Seine Augen sehen drauf, seine Blicke prüfen mit einem durchdringenden, allsehenden Blick die Menschenkinder. Der Herr war sich alles, was in der Welt vor sich ging, voll bewusst, und David spürte, dass er sich getrost auf seine mächtige und gerechte Herrschaft verlassen konnte, dass ihm ohne die Erlaubnis des himmlischen Königs nichts schaden konnte. V. 5. Der HERR prüft den Gerechten, er testet sie auf ihre Aufrichtigkeit und schenkt ihnen dann seinen vollen Schutz; seine Seele hasst den Gottlosen und wer Gewalttat liebt, über sie wird sein Urteil schließlich kommen. V. 6. Er wird regnen lassen über die Gottlosen, indem er in großer Fülle Blitze herabsendet, um die Flucht der Gottlosen zu verhindern, Feuer und Schwefel, die gewöhnlich mit den Qualen der Hölle in Verbindung gebracht werden, und wird ihnen ein Wetter, wobei das Wort eigentlich den feurigen, giftigen Wind der Wüste, den Samum, bezeichnet, um die schreckliche Form der Strafe anzudeuten, die Gott über die Gottlosen sendet; zum Lohn geben, das, was ihnen zu trinken zugeteilt wurde, was in der Strafe enthalten war, die sie erleiden mussten.
V. 7. Der HERR ist gerecht und hat Gerechtigkeit lieb, solche Taten der Gerechtigkeit, an denen sich seine Kinder auf Erden erfreuen. Die Frommen werden schauen sein Angesicht, sie allein schauen sein Antlitz, sie allein sind würdig, vor ihm zu stehen. So setzen die Christen ihr Vertrauen auf ihren himmlischen Vater und bekennen stolz seinen Namen, denn sie wissen, dass Gott sie um ihres Erlösers, Jesu Christi, seines Sohnes, willen in Liebe ansieht und dass sie schließlich von allen bösen Werken befreit und in das Reich der Herrlichkeit aufgenommen werden.
Gebet um Erhalten des kleinen
Häufleins der Kirche durch Gottes Wort
Dieser Psalm weist erneut prophetische Züge auf; er lässt sich durchweg auf die kleine Herde, die arme, kleine Schar der christlichen Kirche in ihren vielen Wechselfällen anwenden. Vgl. Apostelgeschichte 2, 30. V. 1. Dem Vorsänger auf der Sheminith, auf der Oktave, auf acht Saiten zu singen oder zu spielen mit Bassstimmen oder auf einem achtsaitigen Instrument, ein Psalm Davids. V. 2. Hilf, HERR, denn die Heiligen haben abgenommen, es war eine Zeit, in der die wahre Frömmigkeit sowohl an Zahl als auch an Einfluss abnahm; und der Gläubigen sind wenige unter den Menschenkindern, wahre Loyalität und Treue sind in der Welt äußerst selten geworden, sie sind praktisch verschwunden. V. 3. Einer, nämlich die Menschen im Allgemeinen, die breite Masse der Menschen auf Erden, redet mit dem anderen unnütze Dinge, Falschheit und Lügen sind an der Tagesordnung; und heucheln und lehren, ohne einen Funken Aufrichtigkeit, aus doppeltem Herzen, sowohl heuchlerisch als auch inkonsequent. Vgl. Hos. 4, 1-6.
V. 4. Der HERR wolle ausrotten alle Heuchelei und die Zunge, die da stolz redet, große und aufgeblasene Worte der Prahlerei, abschneiden und das ganze Reich der Lügen völlig entwurzeln; V. 5. die da sagen: Mit unserer Zunge sind wir stark, indem sie mit ihnen Stärke zeigen und sich für die absoluten Herren ihrer Worte halten; uns gebührt zu reden, um alle schmeichelnden Reden zu formulieren, die sie machen wollen; wer ist unser Herr? Wer würde es wagen, sich in ihre Hochmut einzumischen; wer würde sie daran hindern, zu tun, was ihnen gefällt? Angesichts dieser Situation legt der Psalmist nun die Ansichten des Herrn dar.
V. 6. Weil die Elenden unterdrückt werden, derer, die in Elend und Not sind, und die Armen seufzen, will ich auf, spricht der HERR, als allmächtiger Rächer des Unrechts; Ich will, den Armen und Unterdrückten, eine Hilfe schaffen dem, der sich danach sehnt, oder: „Ich werde ihn in Sicherheit bringen, der danach lechzt“, erfüllt von dem sehnsüchtigen Verlangen, der ständigen Unterdrückung durch die Mächtigen zu entkommen. Da dies die Haltung des Herrn ist, lobt ihn der Psalmist.
V. 7. Die Rede des HERRN ist lauter; wie Silber im Schmelztiegel, wobei der Dichter an eine Werkstatt mit einem von Erde umgebenen Schmelztiegel dachte, geläutert siebenmal, um den höchstmöglichen Grad an Reinheit zu gewährleisten. V. 8. Du, HERR, wollest sie bewahren, nämlich die Gläubigen, die Treuen; und uns behüten vor diesem Geschlecht, vor denen, die vom bösen Geist der Zeit durchdrungen sind, ewiglich. V. 9. Denn es wird allenthalben voller Gottloser, ihr ganzes Auftreten zeigt den Stolz ihrer Herzen, wo solche losen Leute unter den Menschen herrschen, entsprechend der Zunahme der Niederträchtigkeit unter den Menschenkindern, das heißt, je mehr die Christen es versäumen, als Salz der Erde, als Sauerteig in der verdorbenen Generation dieser letzten Tage zu wirken, und je mehr ihr eigenes Verhalten zu Recht als nicht im Einklang mit dem Wort Gottes kritisiert wird, desto mehr werden die Feinde des Herrn Anlass nehmen, ihre Köpfe in stolzer Gotteslästerung zu erheben und ihren Hass auf das Werk des Herrn zu verstärken. [Hier sehen wir auch, wozu die Herrschaft der Gottlosen vor allem seit dem ersten Weltkrieg weltweit, besonders in der nordwestlichen Hemisphäre, geführt hat. Anm. d. Hrsg.]
Gebet
in Traurigkeit und Herzensangst
Was seine Erfahrungen während der Verfolgung durch Saul betrifft, kann David durchaus als Vorbild für gläubige Leidende und christliche Märtyrer aller Zeiten dienen. V. 1. An den Vorsänger, zur Verwendung im Tempelgottesdienst, ein Psalm Davids. V. 2. HERR, wie lange willst du mich so ganz vergessen? In der Qual seines Geistes während der langen Zeit, in der er fast wie ein wildes Tier gejagt wurde, schien es David, als habe der Herr ihn völlig verlassen. Wie lange verbirgst du dein Antlitz vor mir? Als hätte er ihn dem Schicksal überlassen, das ihm bevorstand. V. 3. Wie lange soll ich sorgen in meiner Seele, erfüllt von Sorge und Kummer über die offensichtliche Vernachlässigung durch den Herrn, und mich ängstigen in meinem Herzen täglich? Seine Schwierigkeiten nahmen kein Ende; alle Ratschläge, die sein Herz sich ausdachte, brachten keine Erleichterung. Wie lange soll sich mein Feind über mich erheben? Er hatte die Oberhand und setzte seine Unterdrückungstaktik fort.
V. 4. Schaue doch und erhöre mich, HERR, mein Gott, schenke meiner Not Beachtung und gib mir eine Antwort auf mein Flehen; erleuchte meine Augen, mache sie klar und gib ihnen neue Lebenskraft und Fröhlichkeit im Hinblick auf die kommende Erlösung, damit ich nicht im Tod entschlafe, einschlafe und nie wieder erwache, V. 5. Damit nicht mein Feind rühme, er sei meiner mächtig geworden, und damit auch den Herrn, auf den David vertraute; und meine Widersacher sich nicht freuen, dass ich wanke, weil ich die Festigkeit meines Glaubens verloren habe, in meinem Vertrauen getäuscht wurde und von ihren bösen Plänen überwältigt wurde. Während seines Gebets ist Davids Glaube gewachsen und mit neuer Kraft erfüllt worden, sodass sein demütiges Flehen in ein Loblied verwandelt wurde.
V. 6. Ich vertraue aber darauf, dass du so gnädig bist; mit dem festen Vertrauen auf seine endgültige Erlösung; mein Herz freut sich, dass du so gerne hilfst, durch die er sowohl körperlich als auch geistig erlöst werden würde. Ich will dem HERRN singen, dass er so wohl an mir tut, ihn reichlich belohnt hat als Ausgleich für seine Zeit der Not. Das ist Davids festes Vertrauen. So erlebt das Herz jedes Gläubigen inmitten der Stürme des Lebens den wunderbaren Frieden Gottes, der alles Verstehen übersteigt und ihn dazu bringt, auf die Gnade seines himmlischen Vaters zu vertrauen, egal was ihm widerfahren mag.
Lehre
vom Verderben des Menschengeschlechts und der Rettung durch den HERRN
Dieser Psalm könnte zu einer Zeit entstanden sein, als David besonders beeindruckt war von der Boshaftigkeit der Menschen, als er die Unterdrückung durch Verfolgung spürte oder die Gefahren der Rebellion erlebte. Er sah die große und scheinbar universelle Verdorbenheit der Menschen, gegen die es nur ein einziges Heilmittel gibt, nämlich die Erlösung durch den Herrn, dessen befreiende Kraft selbst den am meisten verblendeten Sünder auf die Ebene der Erlösung heben kann. V. 1. Dem Vorsänger. Ein Psalm Davids. Die Toren, der geistlich Wertlose, der Verrückte in Dingen, die das Heil seiner Seele betreffen, sprechen in ihrem Herzen, es ist sein fester geheimer Gedanke und seine Täuschung: Es ist kein Gott. Ein Mensch, der die Existenz Gottes leugnet, ist wahrhaft töricht, voller Wahnsinn; er leugnet die Beweise seiner eigenen Sinne, er bringt die Stimme seines eigenen Gewissens bewusst zum Schweigen. Sie, alle, die sich auf diese Weise der Torheit hingeben. Sie taugen nichts und sind ein Greuel mit ihren Taten, wobei die Vorstellung des Bösen durch die gesamte Struktur des Textes betont wird. Da ist keiner, der Gutes tut, die angeborene Bosheit des menschlichen Herzens wird bei denen, die sich bewusst der Gottlosigkeit hingeben, noch verstärkt. V. 2. Der HERR schaut vom Himmel, beugte sich vor, um sehr genau zu prüfen, auf die Menschenkinder, dass er sehe, ob jemand klug sei, ob irgendjemand von den Söhnen Adams, irgendein Mitglied der Menschheit, Einsicht in göttliche Dinge hatte und nach Gott frage, ihn und seine Gemeinschaft als das höchste Gut anerkannte. Das Ergebnis dieser sorgfältigen Prüfung wird nun dargelegt. V. 3. Aber sie sind alle abgewichen, haben sich vom Weg der Gerechtigkeit und Heiligkeit abgewandt, den der göttliche Wille ihnen vorgegeben hat, und allesamt verdorben, befleckt, voller Verderbnis, so dass ihr Gestank bis in die Nase Gottes steigt; da ist keiner, der Gutes tut, auch nicht einer, wobei die allgemeine Verdorbenheit der Menschen in den nachdrücklichsten Worten zum Ausdruck gebracht wird. Aber diese Verderbtheit zeigt sich am stärksten bei den Kindern der Bosheit, wie die Frage des Psalmisten zeigt.
V. 4. Will denn der Übeltäter keiner erkennen? Sind sie so völlig dumm, ohne jeden Verstand? Hat das Urteil über sie ihren Verstand so betäubt, dass sie glauben, ihre Heuchelei würde von Gott nicht entdeckt werden? Die mein Volk fressen, dass sie sich nähren, die sich nicht nur davon ernähren, dass sie die Güter der Frommen verschlingen, sondern auch ihre Unterdrückung der Gerechten für selbstverständlich und gerechtfertigt halten, aber den HERRN rufen sie nicht an. Sie stehen nicht in gebeterfüllter Gemeinschaft mit dem Herrn, daher handeln sie wie Raubtiere. V. 5. Daselbst erschrecken sie, nämlich zu der Zeit, als der Donner des Zorns des Herrn sie niederschmettert, sie kauern und zittern vor Schrecken, wenn sein Urteil näher rückt; denn Gott ist bei dem Geschlecht der Gerechten, er beschützt und regiert seine Kinder und bringt ihnen den vollständigen Sieg über ihre Feinde. Die Haltung der Ungläubigen in einer solchen Zeit ist die gleiche wie die der Ägypter, als der Herr sie bedrängte (2. Mose 14, 24. 25). V. 6. Ihr wollt des Armen Rat zuschanden machen, die Gottlosen mögen das tun, aber vergeblich, der Herr ruft ihnen durch den Dichter zu, aber der HERR ist seine Zuversicht, der Herr ist seine Festung, seine Verteidigung und sein Schutz. Angesichts dieser Umstände sieht sich der Psalmist jedoch gezwungen, den Herrn um Befreiung anzurufen.
V. 7. Ach, dass die Hilfe aus Zion über Israel käme! Der Berg Zion, der Ort, an dem die Bundeslade ihre Ruhestätte gefunden hatte, war der Ort der Gegenwart Gottes inmitten seines Volkes. Hier suchte David die Befreiung seines armen Volkes, der wahren Gläubigen, die unter der Unterdrückung der Gottlosen litten. Und der HERR sein gefangenes Volk erlöste! und es von der Unterdrückung durch dieses große Übel befreit, das es jetzt bedrängt, so würde Jakob fröhlich sein und Israel sich freuen, wobei diese beiden Namen, Jakob und Israel, nicht nur im Alten Testament, sondern zu allen Zeiten Bezeichnungen für die Kirche Gottes sind. Es ist in Wirklichkeit ein messianischer Ruf: Oh, dass der Herr von seinem Thron in Zion aus seinem Volk Erlösung gewähren möge, indem er es in seinem gefangenen, verlassenen Zustand erneut besucht und den Messias sendet, um ihm Befreiung zu bringen, und so der Kirche aller Zeiten Anlass zu größter Freude gibt! Dies erfüllte sich, als der Sohn Gottes Mensch wurde und die ganze Menschheit von der Unterdrückung aller Feinde befreite; dann kam die richtige Erlösung über Israel.
Der
Gläubigen Tun und Lassen
Jeder wahre Gläubige, der sein Vertrauen auf die Sühne Jesu setzt, wird aufgrund seines Herzensglaubens die Sünde ablehnen und auf dem Weg des Willens Gottes wandeln. Dadurch unterscheidet er sich vom Heuchler, dessen Bekenntnis mit seinen Lippen nicht mit dem Zustand seines Herzens übereinstimmt, wie dieses heilige Gedicht zeigt. V. 1. Ein Psalm Davids. HERR, wer darf weilen in deinem Zelt? Wer die Wohnung Gottes zu seiner ewigen Bleibe macht und in ständiger Gemeinschaft mit dem Herrn ist. Wer darf wohnen auf deinem heiligen Berg? Wer sich in der Herrlichkeit der Gegenwart des Herrn zu Hause fühlt und jederzeit Zugang zu ihm hat, nicht nur in der äußerlichen Gemeinschaft der sichtbaren Kirche, sondern im Geist und in der Wahrheit. V. 2. Wer untadelig einhergeht, ohne Tadel, so dass sein gesamtes Verhalten mit dem Willen des Herrn übereinstimmt, und recht tut, sich immer in gerechter Weise verhält und redet die Wahrheit von Herzen, mit aller Aufrichtigkeit. V. 3. Wer mit seiner Zunge nicht verleumdet, weder durch Diffamierung seines Nächsten noch durch Verbreitung von Verleumdungen, und seinem Nächsten nichts Arges tut, indem er irgendeine Art von Bosheit gegen ihn verübt, und seinen Nächsten nicht schmäht, indem er ihn in irgendeiner Form in Verruf bringt; V. 4. Wer den Gottlosen nichts achtet, der diejenigen verachtet und ablehnt, die in den Augen Jehovas verworfen sind, und deren Gesellschaft zu jeder Zeit meidet; sondern ehrt den Gottesfürchtigen., und ist in jeder Hinsicht bestrebt, ihnen zu gefallen, um seine Wertschätzung für ihre Gemeinschaft zu zeigen. Wer seinem Nächsten zu seinem eigenen Schaden schwört, der zu seinen Eiden oder Gelübden steht, auch wenn es für ihn einen Verlust bedeutet, 3. Mose 5, 4; 27, 10. 33, und hält es, der sein ganzes Leben und all seine Handlungen von wahrer Frömmigkeit leiten lässt. V. 5. Wer sein Geld nicht auf Wucher [Zins] gibt und damit seinen ärmeren Nächsten unterdrückt (3. Mose 25,37; 5. Mose 16,19) und nimmt nicht Geschenke gegen den Unschuldigen, indem er Recht und Gerechtigkeit zugunsten einer Bestechung beiseite lässt (5. Mose 27,25). Wer das tut, beweist damit die Makellosigkeit seiner Ehre und die Frömmigkeit seines Charakters als Zeugnis seines Herzensglaubens und der wird ewig nicht wanken, sondern für immer in der Gemeinschaft mit Jehova geborgen sein. Wahrer Glaube ist immer in Liebe aktiv; ein Christ kann nicht mehr davon absehen, den Glauben seines Herzens in Taten der Liebe zu zeigen, als die Sonne davon absehen kann, zu scheinen. Die hier dargelegten Tatsachen werden auch dazu beitragen, den Gläubigen sanftmütig und demütig zu halten, da Gottes Ideal eines Christen so hoch gesteckt ist.
Weissagung von Christi Leiden und
Auferstehung
Nach Petrus (Apostelgeschichte 2, 25-31) und Paulus (Apostelgeschichte 13, 35) bezieht sich dieser Psalm auf Christus und drückt die Gefühle seiner menschlichen Natur angesichts seiner Leiden und seines Sieges über den Tod und das Grab aus, einschließlich seiner Erhöhung zur Rechten Gottes. Die Worte des Paulus in Philipper 2,6-11 sind ein guter Kommentar zu diesem Psalm. V. 1. Miktam, eine Hymne oder ein Lobgesang von David, der sich durch die Verwendung von Epigrammen auszeichnet. Bewahre mich, Gott, und schütze den Bittsteller, der durch David spricht, vor Unheil und Gefahr; denn ich traue auf dich und suche Zuflucht allein bei dem Herrn. V. 2. Ich habe gesagt zu dem HERRN: Du bist ja mein HERR;, sein Herrscher, seine allmächtige Stütze und Verteidigung; ich weiß von keinem Gut als von dir, vielmehr: „geht nicht über dich hinaus“; denn er weiß nichts, was er jenseits Gottes als wirklich gut betrachten könnte; der Herr ist sein höchster und kostbarster Besitz; V. 3. Für die Heiligen, die auf Erden sind, und für die Herrlichen, an denen habe ich all mein Gefallen, das heißt, Gott ist der Herr des Sprechers für die Heiligen, die auf Erden sind, und für die Erhabenen in den Augen Gottes. Er steht in enger Beziehung zu diesen Heiligen, zu denen, die ihr Vertrauen auf den Gott ihrer Erlösung setzen; Er hat alle seine Freude an solchen wahrhaft erhabenen Menschen, und deshalb ist Er bestrebt, dass sie alle an dieser Freude teilhaben. V. 4. Aber jene, die einem anderen nacheilen, werden großes Herzeleid haben und versuchen, etwas anderes neben oder an die Stelle des wahren Gottes zu setzen, sei es Mammon, Ehre, Stolz, lüsterne Ausschweifung oder irgendein anderes Übel, wobei das Ergebnis dieses törichten Austauschs darin besteht, dass die Leiden der Übeltäter zunehmen. Ich will das Blut ihres Trankopfers nicht opfern, Er wird nicht in ihrem Namen opfern, weil ihre Hände mit Blut befleckt sind, weil ihr Gewissen mit blutigen Taten belastet ist, noch ihren Namen in meinem Mund führen, sie vor Gott wohlwollend erwähnen. Er verzichtet auf jede Verbindung mit der bösen Welt, auf alles, was auch nur den Anschein einer Freundschaft mit solchen Gotteslästerern hat. Stattdessen wendet er sich allein dem Herrn zu.
V. 5. Der HERR aber ist mein Gut, die Zuteilung seines Anteils, und mein Teil; du erhältst mein Erbteil. Sein Los ist die Freude an des Herrn Gnade, der weiterhin die Fülle seiner Güte über ihn ausgießt. V. 6. Das Los, das Glück, das ihm von Gott zugeteilt wurde, ist mir gefallen aufs Liebliche, in freudigen Gegenden, wo es eine Freude und ein Vergnügen ist, zu sein; ja, mir ist ein schönes Erbteil geworden, ein Erbe der Freude, das ihm vom Herrn gegeben wurde; alle Herrlichkeiten der ewigen Glückseligkeit im Himmel gehören ihm. Für diese Güte des Herrn erhebt sich der Sprecher in Lobpreis. V. 7. Ich lobe den HERRN, der mir geraten hat, und den Herrn für den Rat und die Hilfe preisen, die ihm in jeder Notlage seines Lebens zuteil geworden sind; auch züchtigen mich meine Nieren des Nachts, die innersten Gefühle seines Herzens und seines Geistes bringen ihm all diese Tatsachen in Erinnerung [s.a. Ps. 7,10; 26,2; 73,21; 139,13]. V. 8. Ich habe den HERRN allezeit vor Augen, vor seinen Augen, als das einzige Ziel, das er niemals vergessen darf, auf das er seine dankbaren Gedanken konzentrieren muss. Denn er ist mir zur Rechten, darum werde ich nicht wanken, mit dem Herrn an seiner Seite, der ihn stützt und erhält, wird er niemals untergehen, niemals überwältigt werden. V. 9. Darum freut sich mein Herz, und meine Ehre ist fröhlich, die Würde seiner Seele erhebt sich in Jubel; auch mein Fleisch wird in sicher liegen, in Sicherheit wohnen, sein Körper wird in Sicherheit ruhen. Der Kontrast zeigt, dass der Körper des Messias als vom Geist getrennt im Grab ruht. Selbst wenn sein sterblicher Körper im Grab liegt, wird er unter Gottes schützender Hand sicher sein. V. 10. Denn du wirst meine Seele nicht in der Hölle lassen, sie nicht in der Unterwelt vergessen lassen; und nicht zugeben, dass dein Heiliger verwese, dem Verfall des Grabes, Hiob 17, 14. Der menschliche Körper des Messias sollte, obwohl er ins Grab gelegt wurde, nicht der Verwesung unterliegen, der Prozess der Verwesung sollte in seinem Fall nicht beginnen. V. 11. Du tust mir kund, obwohl er ein wahrer Mensch war, den Weg zum Leben, den Weg, der zum vollen und unbegrenzten Genuss des ewigen Lebens führt; vor dir ist Freude die Fülle, vor dem Angesicht des Herrn, im gnädigen Licht seines Antlitzes; und lieblich Wesen zu deiner Rechten ewiglich, die die ganze Ewigkeit währt. Jesus Christus, obwohl er im Grab lag, offenbar wie alle Menschen von der Macht des Todes gefangen, seine Seele von seinem Leib getrennt, war dennoch nicht dem Verfall und der Verwesung unterworfen, sondern stand am dritten Tag auf, wobei seine menschliche Natur nun in den vollen Genuss der göttlichen Herrlichkeit und Majestät kam, die ihr in der Menschwerdung zuteil geworden war. Darüber hinaus werden alle Gläubigen, die in wahrer Gemeinschaft mit ihm verbunden sind, mit Christus an den ewigen Freuden des Himmels teilhaben.
Gebet um gesunde Lehre und heiliges
Leben
Jeder wahre Gläubige ist in den
Augen Gottes ein armer Sünder, der weiß, dass seine natürliche Sündhaftigkeit
es ihm nicht erlaubt, sich vor dem Gericht der göttlichen Gerechtigkeit zu
rechtfertigen. Gleichzeitig kann und wird jeder Gläubige freudig vor Gott
treten, nicht aufgrund seiner eigenen Verdienste, sondern aufgrund seines
Vertrauens in die ihm zugerechnete Gerechtigkeit Christi. Darüber hinaus kann
er in einem solchen Moment die Aufrichtigkeit seines Verhaltens und die
Gerechtigkeit seines Lebens hervorheben, denn die guten Werke, die er
vollbringt, sind das Werk Gottes in ihm und verdienen daher die Aufmerksamkeit
des Herrn. V. 1. Ein Gebet Davids.
Anrufung Gottes auf der Grundlage der Gerechtigkeit des Lebens (V. 1-5): HERR, erhöre die Gerechtigkeit, höre zu, wenn der Gläubige das Argument seiner Gerechtigkeit vorbringt, merke auf mein Schreien, seinen lauten und eindringlichen Ruf; vernimm mein Gebet, das nicht aus falschem Mund geht, aus Lippen, die nichts mit Heuchelei und Betrug zu tun haben; denn wenn er mit Schuld befleckt wäre, würde er es nicht wagen, sich dem Herrn zu nähern, da seine Lippen in diesem Fall mit Falschheit erfüllt wären. V. 2. Sprich du in meiner Sache, damit Gott selbst ihn von seinem Fehlverhalten freispricht und erklärt, dass David vor ihm nicht schuldig ist; deine Augen sehen aufs Recht! Gott sieht und urteilt gerecht, er liest die Herzen und Gedanken und kennt die wahre Aufrichtigkeit. V. 3. Du prüfst mein Herz und es auf seine Aufrichtigkeit hin getestet; und besuchst es des Nachts, eine Untersuchung zu dieser Zeit ist besonders gründlich, da die Seele dann nicht durch die Ereignisse und Geräusche der Außenwelt gestört wird; und läuterst mich, eine sehr sorgfältige Untersuchung durchgeführt, und findest nichts keine bösen Gedanken; Ich habe mir vorgesetzt, dass mein Mund nicht soll übertreten, er würde keinen sündigen Gedanken über die Schwelle seines Mundes lassen. V. 4. Beim Treiben der Menschen, wie David feststellte, wie sich die Menschen im Allgemeinen verhielten, hab‘ ich mich nach dem Wort deiner Lippen bewahrt, in Übereinstimmung mit Gottes Gebot, vor dem Weg des Gewalttätigen, er war nicht dem Beispiel der Gottlosen gefolgt und hatte sich nicht der Unterdrückung, des Raubes und der Gewalt schuldig gemacht. V. 5. Erhalte meinen Gang auf deinen Wegen, seine Schritte folgen den von Gott vorgegebenen Wegen, damit meine Tritte nicht gleiten, er hat den Weg des Gebotes Gottes nicht zu beiden Seiten verlassen, er kann in aller Aufrichtigkeit seine Gerechtigkeit vor dem Gericht Gottes geltend machen. Dies ist ein Beispiel für alle Gläubigen und zugleich eine Warnung vor Heuchelei; denn nur wer ein gutes Gewissen hat, kann auf diese Weise beten.
David ruft Gott um Hilfe an (V. 6-15): V. 6. Ich rufe zu Dir, nämlich in der Eigenschaft, in der er sich selbst beschrieb, als ein Kind Gottes, das zu Recht auf die Gerechtigkeit seines Lebens verweisen konnte, dass du, Gott, wollest mich erhören, dessen war sich David sicher. Neige Deine Ohren zu mir, in einer Haltung höchster Aufmerksamkeit, höre meine Rede. V. 7. Erweise Deine wunderbare Güte, gib ihm einen Beweis, eine Demonstration Deiner Gnade, du Heiland derer, die bei dir Zuflucht suchen, gegen die, so sich gegen deine rechte Hand setzen, denn das ist der Grund, warum David sein Vertrauen mit solcher Zuversicht auf den Herrn setzt. V. 8. Bewahre mich wie deinen Augapfel im Auge, der als das kostbarste Gut des Menschen bezeichnet wird; beschirme mich unter Schatten deiner Flügel, wie die Vogelmutter ihre Jungen zärtlich beschützt, vgl. 5. Mose 32, 10. 11; Ps. 36, 7; Matth 23, 37, V. 9. vor den Gottlosen, die mir Gewalt antun, die ihn gierig umringen, um ihn zu vernichten und zu verschlingen, vor meinen Todfeinden, die mich umringen, bereit, ihn von allen Seiten anzugreifen. V. 10. Ihr Fett [Innerstes, Herz, Sitz der Gefühle] verschließen sie, sie sind allen menschlichen Gefühlen gegenüber abgestumpft; sie reden mit ihrem Mund stolz, sie sind unverschämt in ihrem Verhalten, als ob der sichere Sieg nahe wäre. V. 11. Wo wir gehen so umgeben sie uns, so dass die Gläubigen sich nicht ohne ihr Wissen bewegen können; ihre Augen richten sie dahin, dass sie uns zu Boden stürzen, sie beobachteten eifrig, um ihre Chance zu nutzen und die Gläubigen zu Boden zu werfen, um sie damit vollständig zu überwältigen; V. 12. gleichwie ein Löwe, der den Raub begehrt, eifrig auf ihrem Weg lauert, und wie ein junger Löwe, der im Versteck lauert, sich in seinen Verstecken duckt, bereit, sich auf ein ahnungsloses Opfer zu stürzen.
V. 13. HERR, mache dich auf, tritt ihm entgegen wieder Davids eindringlicher Appell, und demütige ihn, gehe hinaus, um dem Widersacher entgegenzutreten und seinen bösen Schachzug zu antizipieren; errette meine Seele vor dem Gottlosen, von allen Ungerechten unter der Führung Satans, mit deinem Schwert, durch sein allmächtiges Schwert kann der Herr schnell Befreiung bringen, V. 14. Vor den Leuten mit deiner Hand, HERR, vielmehr, befreie uns mit Deiner Hand von den bösen Plänen dieser Menschen, vor den Leuten dieser Welt, deren ganzes Interesse diesem Leben gilt, welche ihr Teil, das Maß all ihrer Wünsche, haben in ihrem Leben, welchen du den Bauch füllst mit deinem Schatz, indem Du ihnen aus dem reichen Vorrat an zeitlichen Gütern gibst, die unter Seiner Kontrolle stehen. Die da Kinder die Fülle haben und auch in dieser Hinsicht gesegnet, und lassen ihr Übriges ihren Jungen, die von ihnen die Güter dieser Welt in großer Fülle erben. So zeigt sich, dass das Glück der Gottlosen nur in den Schätzen dieser Welt besteht und dass sie den Höhepunkt ihres Strebens erreichen, wenn sie Geld, Ehre und Vergnügungen besitzen. Der Psalmist jedoch stellt sich abschließend in direkten Gegensatz zu all diesem irdischen Glück mit den damit einhergehenden Sünden. V. 15. Ich aber will schauen dein Antlitz in Gerechtigkeit, als glücklicher Besitzer der Gerechtigkeit Gottes in Christus Jesus, dem herrlichsten Schatz des Christen; ich will satt werden, mit einer ewigen Zufriedenheit, die sich von allen vergänglichen Freuden dieser Welt unterscheidet, wenn ich erwache nach deinem Bild, dem ursprünglichen Bild Gottes, das in den auferstandenen Gläubigen in Form einer vollkommenen Erkenntnis Gottes und in wahrer Gerechtigkeit und Heiligkeit wiederhergestellt ist, Eph. 4, 24; Kol. 3, 10. Das, mit einem Wort, wird das Glück der großen Auferstehung am Ende der Zeit sein, Gott von Angesicht zu Angesicht zu sehen und mit ihm in ewiger Gerechtigkeit und Heiligkeit zu sein, ohne Ende.
(s.a.
2. Sam. 22)
Danklied
für Befreiung und Sieg durch Gottes Hilfe
V. 1. Dem Chorleiter, zur Aufführung im liturgischen Gottesdienst der Stiftshütte und des Tempels, ein Psalm Davids, des Knechtes des HERRN, seines Propheten und Dieners, der das Wort des Herrn verkündete und seinen Willen tat, der dem HERRN die Worte dieses Liedes geredet zur Zeit, da ihn der HERR errettet hatte von der Hand seiner Feinde und von der Hand Sauls, am Ende der Herrschaft Sauls, 2 Sam. 7, 1; und er sprach, vgl. 2 Sam. 22: -
Eine Auflistung der Segnungen Gottes (V. 2-30): V. 2. Und er sprach: Herzlich lieb hab ich dich, mit zärtlichster Zuneigung, HERR, meine Stärke, der ihn beschützt und verteidigt. V. 3. HERR, mein Fels, sein sicherer Zufluchtsort, meine Burg, seine Festung, die Zuflucht und Sicherheit bietet, mein Erretter, mein Gott, mein Hort, sein Fels der Ewigkeit, fest, unerschütterlich, auf den ich traue; mein Schild, der große Schild, der den ganzen Körper vor Verletzungen schützte, und Horn meines Heils, das Horn des Altars als Symbol für schützende Kraft und siegreiche Befreiung, und mein Schutz, unzugänglich für die Feinde. Nachdem er so den Grund für sein festes Vertrauen dargelegt hat, zählt der Psalmist einige Gelegenheiten auf, in denen sein Vertrauen gerechtfertigt war. V. 4. Ich will den HERRN loben und anrufen, für alle Gnaden, die er mir in der Vergangenheit erwiesen hat; so werde ich von meinen Feinden erlöst; das war seine ständige Erfahrung gewesen.
V. 5. Denn es umfingen mich des Todes Bande, die Fesseln des Todes, und die Bäche Belials erschreckten mich, die Bäche des abgrundtiefen Bösen und der Verdammnis erschreckten ihn. V. 6. Der Höllen Bande, die Fesseln des Reiches des Todes, umfingen mich; und des Todes Stricke überwältigten mich, gingen ihm voraus, nahmen jede seiner Bewegungen vorweg und ergriffen ihn plötzlich. V. 7. Als mir angst war, rief ich den HERRN an, als die Verfolgung durch Saul und andere Schwierigkeiten über ihn kamen, und schrie zu meinem Gott, da erhörte er meine Stimme von seinem Tempel, aus dem Palast des Himmels, dem Thron seiner Herrlichkeit, und mein Schreien kam vor ihn, ohne dass ihn etwas auf seinem Weg behinderte, zu seinen Ohren, so dass Gott ihn sicherlich hörte. David beschreibt nun in einer sehr poetischen Form, wie der Herr seine Befreiung bewirkte.
V. 8. Da Erde bebte und wurde bewegt durch heftige Erdbeben; und die Grundfesten der Berge bewegten sich und bebten, da er zornig war. V. 9. Rauch stieg auf von seiner Nase, weil er zornig schnaubte, und verzehrendes Feuer von seinem Mund mit verzehrender Kraft; glühende Kohlen sprühten von ihm aus, glühende Kohlen sprühten aus ihm hervor, die Beschreibung entspricht der eines heftigen Gewitters. V. 10. Er neigte die Himmel, wie dunkle Wolkenmassen rollen und herabkommen, und fuhr herab; und Dunkel war unter seinen Füßen, die dunklen Sturmwolken waren Sein Fußschemel. V. 11. Und er fuhr auf einem Cherub, einem Engel, der die gesamte Schöpfung als Diener des Herrn repräsentierte, und flog daher; er schwebte auf den Fittichen des Windes, dessen Rauschen Seine Würde angemessen repräsentierte. V. 12. Er machte Finsternis zu seinem Bergungsort, um sich zu verhüllen und zu verbergen; sein Zelt, die Hütte seiner Wohnung, waren dunkle Wasser und dichte Wolken, schwer von Dampf, bereit, den Regen in Strömen zu vergießen. V. 13. Aus dem Glanz vor ihm, aus der Helligkeit, die seinen Thron umgab, zogen die Wolken mit Hagel und Blitzen, denn der Herr entlud durch die Wolken, die seine Helligkeit verhüllten, die Waffen seines Zorns, Hagel und Blitze. V. 14. Und der HERR donnerte im Himmel, das Donnergrollen folgte den Blitzen, und der Höchste ließ seine Stimme erschallen mit Hagel und Blitzen. V. 15. Er schoss seine Pfeile, die scharfen Spitzen seiner Blitze, und zerstreute sie, sodass die Feinde gezwungen waren, in alle Richtungen zu fliehen; und er schleuderte Blitze und erschreckte sie, sodass sie völlig ratlos und hilflos in ihrer Verwirrung waren. Die Kraft des Sturms war so groß, dass sogar die Wasserbetten freigelegt wurden. V. 16. Da sah man die Tiefen des Wassers, das Wasser wurde durch den mächtigen Wind fortgetrieben, und des Erdbodens Grund, die Tiefen der Erde, wurde aufgedeckt von deinem Schelten, HERR, von dem Odem und Schnauben deiner Nase, den Sturm, der Seinen Zorn zum Ausdruck brachte.
V. 17. Er schickte aus von der Höhe, streckte seine Hand aus, griff nach unten; und fasste mich, und zog mich aus großen Wassern, sodass David nicht von der großen Katastrophe, die die Erde heimgesucht hatte, hinweggerafft wurde. V. 18. Er errettete mich von meinen starken Feinden, vor allem Saul, und meinen Hassern, all denen, die ihm Böses antun wollten; die mir zu mächtig waren. V. 19. Sie überwältigten mich, fielen plötzlich über ihn her, zur Zeit meines Unglücks; aber der HERR wurde meine Zuversicht, er stützte ihn, sodass all ihre Bosheit zunichte wurde. V. 20. Er führte mich aus, aus all seinen Nöten, ins Weite, in volle Sicherheit und Erleichterung; er riss mich heraus, denn er hatte Lust zu mir, Seine Zuneigung zu David war Sein Motiv für Sein Handeln.
V. 21. Der HERR tut mir wohl nach meiner Gerechtigkeit, deren Beweis sich in seinem gesamten Verhalten und Leben zeigte; er vergilt mir nach der Reinheit meiner Hände, in der Führung seiner persönlichen und offiziellen Angelegenheiten. V. 22. Denn ich halte die Wege des HERRN, bin den Pfaden, die ihm von dem Herrn gewiesen wurden, genau gefolgt und bin nicht gottlos gegen meinen Gott. V. 23. Denn alle seine Rechte habe ich vor Augen, die Verpflichtungen, die seine Gebote allen Menschen auferlegten, und seine Gebote werfe ich nicht von mir, nämlich alle Gebote seines Bundes. V. 24 sondern ich bin unsträflich vor ihm, in der äußeren Einhaltung des Gesetzes, und ich hüte mich vor Verschuldung, von kühner Übertretung und Bosheit. V. 25. Darum vergilt mir der HERR nach meiner Gerechtigkeit, nach der Reinheit meiner Hände vor seinen Augen. Es war keine arrogante Prahlerei, die David zu diesen Aussagen veranlasste, sondern die Einfachheit und das Vertrauen seines Herzens. V. 26. Mit den Heiligen bist du heilig, indem du dem Gutes tun, der Gutes tut, Gutes erwiesest; mit einem Treuen bist du treu; V. 27. Mit den Reinen bist du rein, und mit den Verkehrten bist du verkehrt, Gottes Umgang mit den Menschen ist der Spiegel der Beziehung, in die Gott sich zu ihnen stellt, und belohnt jeden Menschen nach seinen Verdiensten. V. 28. Denn du hilfst dem elenden Volk, es aus der Not befreien, die es bedrückt, und die stolzen Augen erniedrigst du und demütigst diejenigen, die sich selbst erhöhen. V. 29. Denn du lässt hell meine Leuchte strahlen und das Licht seines Glücks und seine Helligkeit sehr strahlend machen; der HERR, mein Gott, macht meine Finsternis licht und ihm nach den Unglücksfällen, die er erlitten hat, Erleichterung verschaffen. V. 30. Denn mit dir kann ich Kriegsvolk überrennen, habe feindliche Banden überfallen und sie überwältigt; und mit meinem Gott über Mauern springen und habe die befestigten Städte der Feinde mit Leichtigkeit eingenommen. Auf dieselbe Weise werden alle Christen die gnädige Hilfe des Herrn gegen alle Feinde ihrer Seelen erfahren, wenn sie nur an ihrem Vertrauen auf den Herrn festhalten.
Gott allein die Ehre (V. 30-51): V. 31. Gottes Wege sind vollkommen, immer fehlerfrei und untadelig; das Wort des HERRN ist durchläutert und gefunden, kein minderwertiges Erz, sondern reines Gold. Er ist ein Schild, ein verlässlicher Schutz allen, die ihm vertrauen. V. 32. Denn wo ist ein Gott außer dem HERRN? Oder ein Fels, eine sichere Zuflucht und ein Versteck, außer unserem Gott? Der Herr allein ist der wahre Gott, der helfen kann und wird. V. 33. Gott rüstet mich mit Kraft, damit ich allen Gefahren und allen Feinden erfolgreich begegnen kann, und macht meinen Weg vollkommen, indem er mir Erfolg in meinen rechtmäßigen Unternehmungen schenkt. V. 34. Er macht meine Füße gleich den Hirschen, begabt mit Schnelligkeit, um den Feind zu verfolgen, und stellt mich auf meine Höhen, als Herrscher über das ganze Land. V. 35. Er lehrt meine Hand streiten, seine Kampfkunst ist eine Gabe des Herrn, und meinen Armen, einen ehernen Bogen spannen, vielmehr beugen seine Arme den Bogen aus Messing oder gehärteter Bronze, eine Leistung, die beträchtliche Kraft erforderte. V. 36. Du gibst mir den Schild deines Heils, den Schutz des Herrn, der seine Befreiung beweist; und deine Rechte stärkt mich, und durch deine Herablassung, als der große Gott des Himmels sich herabgelassen hat, ihm zu Hilfe zu kommen, machst du mich groß. V. 37. Du schaffst meinen Schritten weiten Raum, ihm viel Platz für seine Füße gegeben, damit meine Knöchel nicht gleiten und ich mit festem Schritt gehen konnte, ohne zu humpeln.
V. 38. Ich will meinen Feinden nachjagen und sie ergreifen, dank der Kraft des Herrn, die er erhalten hatte; und nicht umkehren, bis sie umgebracht habe, völlig besiegt. V. 39. Ich will sie zerschmeißen, und sie sollen mir nicht widerstehen; in allen inneren Kämpfen und in allen Kriegen gegen Fremde; sie müssen unter meine Füße fallen. V. 40. Du rüstest mich mit Stärke zum Streit; du wirfst unter mich, die sich gegen mich erheben. V. 41. Du treibst meine Feinde in die Flucht, damit sie David in hastiger Flucht den Rücken kehrten, dass ich meine Hasser vernichte. V. 42. Sie rufen und riefen ihre Götzen um Hilfe an, aber da ist kein Helfer; zum HERRN, der sie sich in ihrer letzten Not an den wahren Gott wandten, aber er antwortet ihnen nicht; es war zu spät, und ihr Motiv, seine Hilfe zu suchen, war nicht das richtige. V. 43. Ich will sie zerstoßen wie Staub vor dem Wind, getrieben in hoffnungsloser Verwirrung; ich will sie wegwerfen wie den Kot auf der Gasse, den Staub, der mit Füßen getreten wird. V. 44. Du hilfst mir aus den Streitigkeiten des Volkes befreit und ihn inmitten aller inneren Konflikte bewahrt; und machst mich ein Haupt unter den Heiden, zum Herrscher über alle Völker ringsum; ein Volk, das ich nicht kannte, dient mir, Fremde werden sich seiner Herrschaft beugen. V. 45. Es gehorcht mir mit gehorsamen Ohren; ja, die Kinder der Fremde müssen mir huldigen. V. 46. Die Kinder der Fremde verschmachten wie Blumen oder Gräser, die vor einem feurigen Wind verdorren, und kommen zitternd hervor aus ihren Festungen. Das Lied Davids endet daher in einem mächtigen Ausbruch triumphaler Lobpreisung.
V. 47. Der HERR lebt, im Gegensatz zu den toten Götzen der Heiden; und gelobt sei mein Fels, auf den David vertraute; und der Gott meines Heils, der ihm Befreiung gewährt hat, müsse erhoben werden. V. 48. der Gott, der mir Rache gibt, Er hatte Davids Sache als seine eigene angenommen und zwingt die Völker unter mich, indem Er sie in die Lage von Sklaven versetzt: V. 49. der mich errettet von meinen Feinden und erhöht mich aus denen, die sich gegen mich erheben, zu einer Position der Autorität und des Einflusses; du hilfst mir von dem Gewalttätigen, wobei dies kollektiv für alle Feinde Davids gesagt wird.
V. 50.
Darum will ich dir danken, HERR, unter den Heiden, denn das Lob des Herrn
würde schließlich auch unter den Heiden allgemein sein, da der Ruhm seiner
großen Taten bekannt gemacht würde, Röm. 15,9, und deinem Namen lobsingen.
V. 51. der seinem König großes Heil erweist und lässt ihn an der Fülle
seines Heils teilhaben; und wohltut seinem Gesalbten, David, und seinem
Samen ewiglich. Die letzten Worte verbinden diesen Psalm mit der
messianischen Verheißung, 2 Sam. 7, 12-16; denn in Christus, dem Sohn Davids,
wurde die Fülle der Gnade und Barmherzigkeit Gottes nicht nur über Einzelne,
nicht nur über die Kinder Israels, sondern auch über die Heiden offenbart. Wer
sich im Glauben an diese Verheißung festhält, kann getrost auf Gott als seinen
Felsen und den Gott seiner Erlösung vertrauen.
Lehre
von Christus, seinem Wort und rechter Buße
Luther sagt über diesen Psalm, dass er eine Prophezeiung des Evangeliums sei, das in die ganze Welt hinausgetragen werden sollte, so weit wie der Himmel reicht, und Tag und Nacht verkündet und gelehrt werden sollte, nicht nur in der Sprache der Juden, sondern in allen Sprachen. V. 1. Dem Vorsänger, ein Psalm Davids. V. 2. Die Himmel erzählen die Ehre Gottes, und die Feste verkündigt, verkündet oder preist seiner Hände Werk. Das gesamte Universum spiegelt die Majestät der Schöpfungskraft Gottes wider, und daher wird die gesamte Natur hier als Verkünder seiner Allmacht und Vorsehung personifiziert. V. 3. Ein Tag sagt’s dem andern, und eine Nacht tut’s kund der andern, wobei die gesamte Natur an einer mächtigen und ununterbrochenen Predigt und Lobeshymne beteiligt ist, die so lange andauern wird, wie der Wechsel von Tag und Nacht fortbesteht, wobei die gesamte Schöpfung Zeugin der Majestät des Schöpfers ist. V. 4. Es ist keine Sprache noch Worte, wörtlich: „Es gibt keine Sprache und es gibt keine Worte“, unhörbar ist ihre Stimme. Die Botschaft, die von den leblosen Geschöpfen überall und zu jeder Zeit verkündet wird, ist so beschaffen, dass sie für alle Ohren, die nicht absichtlich verschlossen sind, deutlich wahrnehmbar ist. Gott hat sich immer offenbart, sich so bekannt gemacht, dass alle, die ihre Augen und Ohren offen hatten, ihn sehen und erkennen konnten. Es gibt keine Entschuldigung dafür, wenn Menschen Gottes ewige Kraft und Gottheit nicht verstanden haben, Röm. 1, 20. V. 5. Ihr Schall, das Gebiet, das zum Bereich des Himmels gehört, während sie die Herrlichkeit Gottes verkünden, geht aus in alle Lande, hat die Erde umspannt, hat sich bis an die Grenzen der Schöpfung erstreckt, und ihre Rede an der Welt Ende; Alle Bewohner der Erde können die Verkündigung hören und dem Herrn der Schöpfung Ehre und Ruhm erweisen. Der heilige Paulus wendet diese Worte auf die Botschaft des Evangeliums an, die nun „auf der ganzen Erde” und „bis an die Enden der Welt” verbreitet ist (Röm 10,18). Er hat der Sonne dort ein Zelt gemacht, nämlich in den Regionen des Himmels, V. 6. Und diese geht aus wie ein Bräutigam aus seiner Kammer, glücklich im Besitz der Braut, deren Liebe ihm Kraft gibt, die Probleme des Lebens zu bewältigen, und sich freut wie ein Held, wie ein tapferer Held, zu laufen den Weg. V. 7. Sie geht auf an einem Ende des Himmels und läuft um bis wieder an dasselbe Ende; während er seinen Lauf zum westlichen Horizont vollendet; und bleibt nichts vor seiner Hitze verborgen, die wohltuende Wirkung seines Lichts und seiner Wärme wird von allen Geschöpfen empfunden. Aber zusätzlich zu dieser Offenbarung Gottes in der Natur hat er sich den Menschen auf eine viel wunderbarere Weise zu erkennen gegeben, nämlich in der Botschaft von der Gnade Gottes in Christus Jesus, im Evangelium.
V. 8. Das Gesetz des HERRN, die Heilige Schrift, das Wort des Herrn, ist vollkommen und erquickt die Seele, stellt sie wieder her in ihrer Fülle, in der Kraft, die sie haben sollte; das Zeugnis des HERRN ist gewiss, vertrauenswürdig, verlässlich, macht die Unverständigen weise. V. 9. Die Befehle des HERRN sind richtig, gerade, ohne verschlungene Nebenwege, und erfreuen das Herz; die Gebote des HERRN sind lauter und erleuchten die Augen; kurz gesagt, das Wort Gottes, die herrliche Botschaft des Evangeliums, enthält in sich die Kraft, die Menschen zu heiligen, denn es ist die Wahrheit, Johannes 17, 17. V. 10. Die Furcht des HERRN ist rein und bleibt ewiglich; die Rechte des HERRN sind wahrhaftig und allesamt gerecht. Die kindliche Furcht und Ehrfurcht vor Gott ist Reinheit, Heiligkeit, Wahrheit, weil sie aus dem Evangelium hervorgeht. V. 11. Sie sind köstlicher, die Inhalte des Wortes, als Gold, ja, als Gold und viel feines Gold, sie sind süßer als Honig und Honigseim, die Tropfen der Honigwaben, wegen der unvergleichlich schönen Tatsachen, die im Evangelium dargelegt sind. V. 12. Auch lässt sich, durch dieselben herrlichen Wahrheiten, wie sie in der Schrift enthalten sind, dein Knecht durch sie warnen, damit er ihre Schönheit nicht vergisst, und wenn er sie hält, der hat großen Lohn, nämlich den Lohn der Barmherzigkeit Gottes, der Innewohnung des dreieinigen Gottes, Johannes 14, 23. Wie wird der Gläubige nun die wunderbaren Wahrheiten, die ihm so dargelegt werden, anwenden? V. 13. Wer kann merken, wie oft er fehlt? es im Auge behalten? Wie weit ist das Ideal, das der Christ vor Augen hat, von der Realität entfernt, in der er sich befindet! Selbst der Gläubige hat noch so viele Schwächen, dass er sich ihrer kaum bewusst ist. Deshalb fügt er die Bitte hinzu: Verzeihe mir die verborgenen Fehler. Gemeint sind alle Übertretungen, die unbemerkt bleiben, insbesondere auch die Schuld der Erbsünde.
V. 14. Bewahre deinen Knecht vor den Stolzen, von stolzer Bosheit; dass sie nicht über mich herrschen, denn offene Übertretung wird sicherlich den Glauben aus dem Herzen vertreiben; dann werde ich unsträflich sein, vollkommen, Fortschritte in wahrer Heiligung machen, und unschuldig bleiben von großer Missetat, vom großen Verbrechen der Treulosigkeit, vom Abfall vom Glauben, der für alle Gläubigen ein Grauen ist. Es ist ein Werk der Barmherzigkeit Gottes, seine Diener bis zum Ende im wahren Glauben und Gehorsam zu bewahren. Und deshalb betet der Gläubige abschließend: V. 15. Lass dir wohlgefallen die Rede meines Mundes, sein aufrichtiges Gebet, und das Gespräch meines Herzens, die das Gebet diktiert, vor dir, HERR, mein Fels der Fels seiner Zuflucht, und mein Erlöser! durch dessen Befreiung er immer wieder bewahrt worden ist. So wird jedes Kind Gottes mit Mund und Herz beten und singen, im wahren Glauben an das Evangelium, im festen Vertrauen auf die Erlösung, die Christus erworben hat, in dem wir sowohl Vergebung als auch Kraft für ein Leben in wahrer Heiligung haben.
Gebet
des Volkes für die Regierung, besonders in Kriegszeiten
V. 1. Dem Chorleiter. Ein Psalm Davids, offensichtlich komponiert, um vom Stiftshüttenchor gesungen zu werden, während der König und seine Armee im Feld waren, mit dem Ziel, den Herrn zu bitten, den Waffen Israels den Sieg zu gewähren. Der Chor eröffnet die Hymne. V. 2. Der HERR erhöre dich in der Not, gnädig und aufmerksam auf den Ruf des Königs hörend, wenn er sich in einer schwierigen und gefährlichen Lage befindet; der Name des Gottes Jakobs, der mächtige Gott Jakobs, der große Beschützer Israels selbst, schütze dich! ihn hoch oben auf eine Festung stellend, wo kein Feind ihm etwas anhaben kann; V. 3. Er sende dir Hilfe, die er erbeten hat, vom Heiligtum, aus seiner Wohnung auf Zion, wo dieses Gebet gesprochen wurde, und stärke, stütze und unterstütze dich aus Zion, dem Ort seiner Wohnung unter den Menschen; V. 4. Er gedenke all deiner Speisopfer, wie sie immer vor Beginn einer Schlacht dargebracht wurden, und dein Brandopfer sei ihm angenehm [w.: fett], das du für fett und daher annehmbar befindest; Sela. Vgl. Ps. 3, 2. V. 5. Er gebe dir, was dein Herz begehrt, genau wie es der König wünschte, und erfülle alle deine Vorhaben, indem du alle seine Pläne und Maßnahmen im Krieg erfolgreich sein lässt. V. 6. Wir rühmen, dass du uns hilfst, über den Sieg, der dem König sicher sein würde, und im Namen unseres Gottes werfen wir Panier auf und sie als Zeichen des errungenen Sieges wehen lassen. Der HERR gewähre dir alle deine Bitten! und gewähre dem König alles, was er sich wünscht, um den Feldzug zu einem erfolgreichen Abschluss zu bringen. Dieser Abschnitt des Psalms wurde wahrscheinlich gesungen, während die Opfergaben des Tages angezündet wurden. Nun fährt eine Solostimme fort:
V. 7. Nun weiß ich, dass der HERR seinem Gesalbten hilft und ihn seine gnädige Hilfe erfahren lässt, wie der Sänger im Vertrauen seines Glaubens sagt; und erhört ihn in seinem heiligen Himmel, dem Thron seiner Majestät, seine rechte Hand hilft gewaltig, mit den wunderbaren Taten seiner allmächtigen Macht. Dieses Vertrauen gründet sich auf die Gnadenmittel, auf das Opfer und das Wort, das es begleitete. V. 8. Jene verlassen sich auf Wagen und Rosse, machen das Fleisch zu ihrem Arm und verlassen sich auf ihre eigene Kraft und ihre eigenen Mittel; wir aber denken an den Namen des HERRN, unseres Gottes und rufen den Herrn an, denn unser Vertrauen gründet sich allein auf ihn. V. 9. Sie, die Feinde, die so töricht auf ihre eigene Kraft vertrauen, sind niedergestürzt und gefallen, zuerst beugen sie sich, sinken auf die Knie und liegen dann ausgestreckt; wir aber stehen und bleiben aufgerichtet, fest und sicher, halten das Feld mit Leichtigkeit, ohne die geringste Not und Furcht. Nachdem der levitische Solist seine Arie beendet hat, greift der gesamte Chor das Thema in einem triumphalen Schluss auf. V. 10. Hilf, HERR! Der König erhöre uns, wenn wir rufen! oder: „Rette den König, o Herr, höre uns am Tag unseres Rufens“; genau das richtige Maß an demütiger Bitte und zuversichtlichem Flehen, wie es sich für Gläubige gebührt, die vor den Thron Gottes treten. Die hier zum Ausdruck gebrachten Gefühle haben einen bleibenden Wert, denn, wie ein Kommentator sagt, der Wohlstand des Reiches Christi ist nicht nur typisch, sondern auch mit dem Wohlstand Israels und seines Königs verbunden.
Christi
Sieg gegen die Feinde
Danksagung für den großen Sieg (V. 1-8): V. 1. Dem Chorleiter. Ein Psalm Davids, wahrscheinlich nach seiner Rückkehr von einem siegreichen Feldzug verfasst, aber sicherlich als Sinnbild und Prophezeiung für den großen Sieg Christi über alle Feinde der Menschheit. V. 2. HERR, der König freut sich in deiner Kraft, weil Gott ihm die Kraft gegeben hat, seine Feinde zu unterwerfen; und wie sehr fröhlich ist er über deine Hilfe! Er jubelt über die Befreiung, die ihm vom Herrn gewährt wurde. V. 3. Du gibst ihm seines Herz Wunsch, den Sieg, den er sich so sehr gewünscht hat, und verweigerst nicht, was sein Mund bittet, denn das Verlangen seines Herzens kam in einem gesprochenen Gebet zum Ausdruck. Sela. V. 4. Denn du überschüttest ihn, der Herr hat ihn erwartet, hat den Segen bereitgestellt, noch bevor die Bitte ausgesprochen wurde, mit guten Segen; du setzt eine goldene Krone auf sein Haupt, als Zeichen des Triumphes. V. 5. Er bittet dich ums Leben, um inmitten aller Gefahren, die sein Leben bedrohten, bewahrt zu werden, so gibst du ihm langes Leben immer und ewig, nicht nur sein Leben auf sein Gebet hin bewahrt, sondern ihm ein langes Leben gewährt, im Falle Christi ein Leben in endloser Herrlichkeit, wobei seine menschliche Natur in den uneingeschränkten Gebrauch der göttlichen Eigenschaften eintrat, die ihr in der Menschwerdung mitgeteilt wurden. V. 6. Er hat große Herrlichkeit durch deine Hilfe, der rettenden Hilfe Gottes, der ihm den Sieg gewährt und seine Herrlichkeit groß und seinen Namen erhaben macht; du legst Lob und Schmuck auf ihn, sein Reich wird vor den Augen aller, die von seinem großen Sieg gehört haben, vor der ganzen Welt erhalten und gestärkt. V. 7. Denn du setzt ihn zum Segen ewiglich, ihn als Segen für die Menschheit oder für die Welt eingesetzt, als Quelle ewigen Segens, wobei diese Tatsache wiederum ihre höchste Erfüllung in Jesus Christus, dem verheißenen Messias, findet; du erfreust ihn mit Freuden deines Antlitzes, ihn mit Freude in der Gegenwart des Herrn erfreut, denn sein Angesicht zu schauen ist die Essenz der ewigen Glückseligkeit im Himmel. V. 8. Denn der König hofft auf den HERRN, und das ist der Grund, warum die Segnungen Jehovas auf ihn gelegt wurden, und wird durch die Güte des Höchsten nicht wanken, nicht von dem festen Felsen seines Vertrauens in den Gott seiner Erlösung erschüttert werden. Es ist die Gnade Gottes, die alle Gläubigen im Glauben hält und ihnen die Gewissheit der ewigen Glückseligkeit im Himmel vor Augen führt.
Vertrauen auf den endgültigen Triumph (V. 9-14): V. 9. Deine Hand wird finden alle deine Feinde, die hoffnungsvolle Aussage des Psalmisten wird nun zu einer eindeutigen Prophezeiung über die endgültige Rache des Herrn; deine Rechte wird finden, die dich hassen, und nach ihnen greifen, um ihnen eine bestimmte Strafe aufzuerlegen. V. 10. Du wirst sie machen wie einem Feuerofen, ein sehr starker Ausdruck, um zu zeigen, wie vollständig die Rache des Herrn sie verzehren wird, wenn du erscheinst; der HERR wird sie verschlingen in seinem Zorn, Feuer wird sie fressen, was ein unmissverständlicher Hinweis auf die Strafe nach dem endgültigen Gericht ist, 2 Petr. 3,1 V. 11. Ihre Frucht, das heißt ihre Kinder, ihre Nachkommen, wirst du vertilgen vom Erdboden und ihren Samen, alle ihre Nachkommen, von den Menschenkindern, weil sie ihren Eltern in ihrer Bosheit gefolgt sind. V. 12. Denn sie gedachten, dir Übles zu tun, wobei das Bild vom Auslegen oder Ausbreiten von Fallen zum Fangen von wilden Tieren stammt; und ersannen Anschläge, Pläne, um dem König Schaden zuzufügen, die sie nicht konnten ausführen, da sie aufgrund des Eingreifens des Herrn mit ihrer Bosheit keinen Erfolg haben werden. V. 13. Denn du wirst sie in die Flucht zwingen, sie dazu bringen, sich abzuwenden, sie zum Rückzug und zur Flucht zwingen, mit deinem Bogen wirst du gegen ihr Antlitz zielen, um sie zu treffen, das heißt, wenn ihre Not sie zur Flucht zwingt, wird der Herr sie einholen und seinen Bogen auf sie richten, um sie von beiden Seiten zu bedrängen, sie zwischen zwei Feuern zu platzieren und sie so zu vernichten. V. 14. 7 HERR, erhebe dich deiner Kraft, mit der Ehre, die ihm für diese mächtige Befreiung rechtmäßig gebührt; so wollen wir singen und loben deine Macht. So erkennen und preisen die Gläubigen immer wieder die Barmherzigkeit Gottes und die wunderbare Offenbarung seiner Macht, der ihnen in Jesus Christus eine vollkommene, ewige Befreiung geschenkt hat.
Weissagung von Christi großem Leiden
und seiner Herrlichkeit
Eine Weissagung vom Leiden des Messias (V. 1-22): V. 1. Dem Chorleiter, nach Aijeleth Shahar, das heißt „Von der Hirschkuh der Morgenröte“. Ein Psalm Davids. Die Worte „Von der Hirschkuh der Morgenröte“ beziehen sich entweder auf die Melodie oder den Gesang, nach dem dieser Psalm vorgetragen werden sollte, oder sie fassen den Inhalt zusammen. So wie die Hirschkuh das Symbol für die gejagte Seele ist, die nach Erlösung lechzt, so symbolisiert die Morgendämmerung die Erlösung, die auf die dunkle Nacht des Elends und des Unglücks folgt. In der Demütigung seines großen Leidens war Christus wie die Hirschkuh; in der Erhöhung nach seinem Sieg über die Feinde der Menschheit brach die reiche Schönheit des ewigen Morgens über ihn herein. V. 2. Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen? Hier stürzt sich der Sprecher, der Messias, der durch die Prophezeiung seines Dieners David spricht, sofort inmitten seines bitteren Schmerzensschreis, der den Höhepunkt seines Leidens am Kreuz markierte. Prophezeiung und Erfüllung kommen hier zusammen; wir werden tausend Jahre in die Zukunft versetzt, nach Golgatha, dem Berg des Leidens. Dort rief Christus diese Worte aus, als er spürte, wie sich die Verdammnis der Hölle um ihn schloss (Mt 27,45.46). Es war nicht nur die väterliche Liebe Gottes, seines himmlischen Vaters und Königs, die Christus in diesen schrecklichen Stunden unaussprechlichen Leidens entzogen worden war, sondern auch seine Güte hatte ihn verlassen. Ohne den geringsten Trost und Trost ertrug er die Qualen der Verdammten. So unfassbar tief war dieses Leiden, dass der Messias selbst sich gezwungen sah zu fragen: Warum? Der Ratschluss Gottes, mit dem Er sich von Ewigkeit her in völliger Übereinstimmung erklärt hatte, war für den Augenblick Seinem Bewusstsein verborgen. Und doch klammert er sich an Gott als seinen Gott und Vater, wobei sein Schrei unerträglichen Elends den allmächtigen Ruf des Sieges beweist, mit dem der Messias die Hölle und all ihre Heerscharen besiegte. Ich heule, aber meine Hilfe ist ferne. Vielmehr sind die Worte meines Schreiens fern meiner Hilfe. Der herzzerreißende Schrei des Messias über seine Verlassenheit durch Gott wird hier erklärt und weiter ausgeführt. Der Schrei seines Schmerzes und seiner Qual nahm die Form eines Brüllens an; er stieg während einer Ewigkeit der Qual in die Höhe, ohne ihm jedoch Hilfe zu bringen. V. 3. Mein Gott, bei Tag rufe ich, so antwortest du nicht; und bei Nacht, schweige ich auch nicht. Es gab keine Ruhe, keine Erleichterung, keine Erholung für den leidenden Messias; er musste den Kelch des Zorns Gottes bis zur Neige trinken. V. 4. Aber du bist heilig, und seine Heiligkeit wird vom Messias selbst in den Tiefen seines Leidens anerkannt, der du wohnst unter den Lobgesängen Israels, gepriesen in allen Dankeshymnen Israels, verherrlicht von allen wahren Gläubigen. V. 5. Unsere Väter hofften auf dich; und da sie hofften, halfst du ihnen aus, indem du immer wieder deine mächtige Errettung gezeigt hast. V. 6. Zu dir schrien sie und wurden errettet, sie entkamen der drohenden Gefahr, den Angriffen der Feinde; sie hofften auf dich und wurden nicht zuschanden, sie hegten keine vergeblichen Hoffnungen, als sie ihr Vertrauen auf den Herrn setzten. Aber der Messias ist gezwungen, im Gegensatz dazu zu schreien, V. 7 Aber ich bin ein Wurm und kein Mensch, Er ist wie ein Wurm, der zertreten wurde und sich vor Schmerz hin und her windet; Er gleicht nicht mehr einem Menschen, einem Menschenwesen, denn Seine Leiden sind mehr, als die menschliche Natur ertragen kann; ein Spott der Leute und verachtet vom Volk, während der gesamten Zeit Seines Leidens mit Schande und Verachtung überhäuft. V. 8. Alle, die mich sehen, spotten über mich und machen ihn zum Ziel ihres blasphemischen Spotts, vgl. Lukas 23, 35; sperren das Maul auf und verziehen das Gesicht, um ihre Verachtung auszudrücken; und schütteln den Kopf und wackeln damit, um ihre Zweifel daran auszudrücken, dass er bei klarem Verstand ist: Vers 9. Er klage es dem HERRN, der helfe ihm aus, wörtlich: „Wirf es auf den Herrn“, wobei sie Christus spöttisch aufforderten, seine Probleme auf den Herrn zu werfen; und errette ihn, hat er Lust zu ihm. Das war die bittere, blasphemische Ironie und Verspottung, mit der die Juden Christus dort auf Golgatha bedachten und ihn als verfluchten Verbrecher verspotteten, der von Gott verlassen worden sei.
V. 10. Denn du hast mich aus dem Mutterleib gezogen, das unerschütterliche Vertrauen des Messias in den Gott seiner Erlösung kommt hier zum Ausdruck; du warst meine Zuversicht, was ihn dazu veranlasste, mit vollem Vertrauen zu vertrauen, da ich noch an meiner Mutter Brust lag, in frühester Kindheit. V. 11. Auf dich bin ich geworfen von Mutterleib an, von seiner Geburt an; du bist mein Gott von meiner Mutter Leib an, die Fürsorge seines himmlischen Vaters hat ihn sein ganzes Leben lang umgeben und bewahrt und ihm so den Beweis gegeben, dass er sein Gott war, sein höchster und kostbarster Schatz. Beachten Sie, dass die menschliche Mutter Christi in diesem Abschnitt viermal erwähnt wird, und es ist bemerkenswert, dass im gesamten Alten Testament niemals ein menschlicher Vater erwähnt oder angedeutet wird, sondern nur eine Mutter, Jes 7,14; 1. Mose 3, 15. Die Tatsache, dass Gott immer noch sein Gott ist, veranlasst den Messias, sich erneut mit einem flehenden Schrei an ihn zu wenden. V. 12. Sei nicht fern von mir, denn Angst ist nahe, eine schreckliche Bedrängnis drohte; denn es ist hier kein Helfer, keinen Menschen, kein Geschöpf, das ihm Erleichterung verschaffen könnte. Anstatt Helfer unter den Menschen in der Welt zu finden, trifft genau das Gegenteil zu.
V. 13. Viele Stiere, zahlreiche und gefährliche Feinde, haben mich umgeben; starke Baschanstiere, dem reichen Weideland nordöstlich von Gilead, haben mich umringt und bedrohen ihn von allen Seiten. V. 14. Ihren Rachen sperren sie auf gegen mich, strecken ihn weit aus, um ihn in Stücke zu reißen, wie ein brüllender und reißender Löwe. Sowohl die Juden als auch der Erzfeind Christi sind hier in dieser Beschreibung enthalten. V. 15. Ich bin ausgeschüttet wie Wasser, Sein Leben ist aufgrund all dieser Leiden im Begriff, sich aufzulösen, und alle meine Gebeine haben sich zertrennt, aufgrund der Qualen am Kreuz; mein Herz ist in meinem Leib wie zerschmolzenes Wachs, aufgrund der Qualen und des Schreckens seiner Seele. V. 15. Meine Kräfte sind vertrocknet wie ein Scherben, alle seine Lebenskraft hat ihn verlassen; und meine Zunge klebt an meinem Gaumen, in der Qual des brennenden Durstes, unter dem er am Kreuz litt; und du legst mich in des Todes Staub, von Gott dorthin gelegt, gemäß dem ewigen Ratschluss über die Erlösung des Menschen. Weder die Juden noch die Heiden hätten Macht über Christus gehabt, wenn sie diese nicht von oben erhalten hätten; der Tod Christi geschah durch den Willen Gottes. V. 17. Denn Hunde haben mich umgeben, wie der Messias, der seine Klage wieder aufnimmt, ausruft; und der Bösen Rotte hat mich umringt; sie haben meine Hände und Füße durchgraben und sie mit Nägeln durchbohrt, die Jesus am Kreuz festhielten. V. 18. Ich kann alle meine Gebeine zählen, denn er war durch das Leiden so ausgemergelt, dass jeder Knochen zu sehen war; sie aber schauen und weiden sich an mir, teils in Gleichgültigkeit, teils in Hass. V. 19. Sie teilen meine Kleider unter sich auf und werfen das Los um mein Gewand, Lukas 23, 34; Johannes 19, 23. 24. Das waren die Demütigungen, die dem Herrn zugefügt wurden. Deshalb ruft er noch einmal:
V. 20. Aber du, HERR, sei nicht ferne, bleibe nicht in der Ferne; meine Stärke, eile mir zu helfen! komm schnell zu seiner Unterstützung. V. 21. Errette meine Seele vom Schwert, vor den mörderischen Waffen, vor den Folterinstrumenten; mein einziges Gut, sein kostbares Leben, von den Hunden! den niederträchtigen und gemeinen Peinigern. V. 22. Hilf mir aus dem Rachen des Löwen, womit hier Satan selbst gemeint ist; und errette mich von den Einhörnern, den wilden Ochsen, die alle seine wilden Feinde darstellen. Der Messias ist so zuversichtlich, dass Gott ihn hören wird, dass er sagt: Du hast gehört, du hast mir geantwortet. Alle Mächte des Bösen, die Mächte des Todes selbst, konnten ihn nicht unterwerfen. Es ist ein großer Trost für die Christen, dass Christus bereitwillig gelitten hat, dass er alle Leiden, die ihm auferlegt wurden, bis zum Ende ertragen hat, bis zu dem Zeitpunkt, als er wusste, dass die Erlösung errungen war, dass alles vollbracht war.
Weissagung über die Herrlichkeit des Messias (V. 23-32): V. 23. Ich will deinen Namen predigen meinen Brüdern, ihn laut verkünden; ich will dich in der Gemeinde rühmen. Es ist der erlöste, siegreiche Messias, der im letzten Teil des Psalms spricht. Die Morgendämmerung der Erlösung ist über die Verfolgte hereingebrochen. Christus, der Messias, der von den Toten auferstanden ist, sitzt nun zur Rechten Gottes auf dem Thron, während er gleichzeitig inmitten seiner Brüder ist, im herrlichen Wort des Evangeliums. Diejenigen, die an ihn glauben, sind die Gemeinde Jehovas, und ihre Lobgesänge erheben sich zu Ehren seiner Erlösung. V. 24. Rühmt den HERRN, die ihr ihn fürchtet, in demütiger Ehrfurcht, die aus wahrem Glauben entspringt; es ehre ihn aller Same Jakobs, seine geistlichen Kinder; und vor ihm scheue sich aller Same Israels! wobei alle diese Begriffe die Gemeinde der Gläubigen, die Kirche Christi, beschreiben. V. 25. Denn er hat nicht verachtet noch verschmäht das Elend der Armen, die Armut der Armen, den natürlichen, elenden Zustand aller Menschen nicht verachtet oder verabscheut; und sein Antlitz vor ihm nicht verborgen, in Gleichgültigkeit und Zorn; und da er zu ihm schrie, hörte er‘s, und der Herr befreite alle Menschen, die in geistiger Not und Armut waren, von Sünde, Tod und der Macht des Teufels.
V. 26. Dich will ich preisen in der großen Gemeinde, die Gläubigen des Alten und des Neuen Testaments bilden einen großen Leib, dasselbe Volk Gottes, die einen in Hoffnung und Erwartung, die anderen im Besitz und in der Verwirklichung; ich will meine Gelübde erfüllen vor denen, die ihn fürchten, das große Opfer, durch das er für unsere Sünden gesühnt hat. Und nun, da das große Werk vollbracht ist, verteilt Christus die Früchte und den Segen seines Sühnewerks. V. 27. Die Elenden, die armen Sünder, die ihre eigene Unwürdigkeit erkennen und nur die Gnade und Barmherzigkeit des Herrn begehren, sollen essen, dass sie satt werden und an der Fülle der Erlösung Christi teilhaben; und die nach dem HERRN fragen, werden ihn preisen, voller tiefster Dankbarkeit für die von ihm gewährten Wohltaten; euer Herz soll ewig leben, bewahrt durch die Kraft des Erlösers im Evangelium. V. 28. Es werde gedacht aller Welt Ende und sich zum HERRN bekehren, sogar die Heiden aus den äußersten Grenzen der Welt, aus fernen Ländern, denn seine Erlösung gilt nicht nur den Juden, sondern auch den Heiden; und vor ihm anbeten alle Geschlechter der Heiden, Menschen aus allen Sprachen und Völkern. V. 29. Denn der HERR hat das Reich, nämlich das der Gnade und Herrlichkeit, gehört dem Herrn, er ist sein Herrscher; und er herrscht unter den Heiden. Nicht dass alle Völker in all ihren einzelnen Bestandteilen und Mitgliedern sich unter die Herrschaft des Messias beugen würden, aber Er hat Vertreter aus allen Teilen der Erde, die schließlich durch den Glauben in Sein Reich aufgenommen werden. V. 30. Alle Fetten auf Erden werden essen von den Segnungen seiner Gnade und anbeten, einige der mächtigen und einflussreichen Menschen der Erde werden sich unter die Herrschaft des Messias beugen; vor ihm werden Knie beugen alle, die im Staub liegen, die Elendesten unter den Menschen, die kaum verhindern können, dass ihr Leben durch die Widrigkeiten dieser Welt ausgelöscht wird, die Reichen und die Armen, die Mächtigen und die Geringsten, die vor ihm alle gleich sind; und die ihre Seele nicht konnten am Leben erhalten, dies geschieht durch die Kraft des Erlösers mittels der Gnade. V. 31. Er wird einen Samen haben, ein heiliger, auserwählter Same, der Ihm geweiht ist, der ihm dient, sich Seinem Dienst verpflichten; vom HERRN wird man verkündigen von Kind zu Kindeskind. Da eine Generation die andere ablöst, wird es immer geistliche Kinder geben, die zu Ihm gehören und zu Seinem Haushalt zählen. V. 32. Sie werden kommen und seine Gerechtigkeit predigen, die Treue Jehovas, Seine Verheißungen bezüglich der Erlösung der Menschen zu halten, dem Volk, das geboren werden wird, denn er hat es vollführt. Solange Menschen auf der Erde leben, bis der letzte Sterbliche in diese Welt der Sünde hineingeboren worden ist, soll der glorreiche Sieg Christi in Seinem großen Ruf verkündet werden: „Es ist vollbracht!“ So predigte der Messias durch den Mund Seines Propheten mächtig die kommende Erlösung durch die Leiden, den Tod und die Auferstehung Jesu Christi. Sein Sieg ist durch den Glauben unser Sieg.
Christus, unser guter Hirte
V. 1. Ein Psalm Davids, ein Lobgesang, den David unter der Inspiration des Heiligen Geistes verfasst hat und der nicht nur Davids persönlichen Glauben und sein Vertrauen zum Ausdruck bringt, sondern auch das Vertrauen aller Gläubigen in die Güte, Liebe und Gnade Gottes und ihres Erlösers Jesus Christus, das umso stärker zum Ausdruck kommt, als es im Namen jedes einzelnen Christen gesprochen wird. Der HERR, Jahwe, der Gott der Gnade und Treue, der Erlöser der Menschheit, nicht nur Gott der Vater, 1. Mose 48, 15; 49, 24, sondern auch Gott der Sohn, insbesondere Jesus Christus, ist mein Hirte, zu dem jeder Gläubige in einer Beziehung innigster Gemeinschaft steht, durch den und in dem er lebt, durch dessen mächtige Kraft das Leben seiner Seele erhalten wird; mir wird nichts mangeln, da ich mit allen Gaben und Segnungen für diese Welt und für die kommende Welt versorgt werde. V. 2. Er weidet mich auf einer grünen Aue, wo die Wiesen üppig mit jungem, kräftigem Gras bewachsen sind, wo die beste geistliche Speise in reichlicher Fülle zu finden ist; und führt mich zum frischen Wasser, wo die erfrischenden Ströme seiner Gnade sanft und leise fließen, nicht mit den lautstarken Drohungen des Gesetzes, sondern mit der lieblichen Schönheit des Evangeliums. Der Gute Hirte gibt Nahrung und Trank, Ruhe und Frieden, die Fülle seiner Gaben der Liebe, sowohl für diese Welt als auch für die kommende Welt. V. 3. Er erquickt meine Seele, belebt, belebt, entlastet sie, wenn der Geist vor Erschöpfung aufgrund des Elends der Sünde und der Leiden dieser Welt schwindet; Er führet mich auf rechter Straße, indem er wie die Hirten des Orients vorangeht und solche Wege wählt, die gerade und eben sind, auf denen keine Gefahr besteht, zu stolpern und zu fallen, auch wenn sie den Schafen selbst oft fremd erscheinen, um seines Namens willen, um seine Treue und Barmherzigkeit zu offenbaren und bekannt zu machen, nicht wegen irgendwelcher Verdienste oder Würdigkeit unsererseits. Diese wunderbaren Segnungen des Herrn wecken und nähren das wahre Vertrauen des Glaubens in den Herzen der Gläubigen, wie die nächsten Worte zeigen. V. 4. Ja, selbst wenn die Umstände nicht so günstig sind, Und ob ich schon wanderte im finsteren Tal, wo Dunkelheit und Schrecken den Gläubigen umgeben, wo das Heulen der wilden Tiere aus den Berghöhlen dem Herzen der Schafe das Vertrauen zu nehmen droht, wenn Unglück und Not sie bedrängen, fürchte ich kein Unglück, sagt der Gläubige in angemessener Trotzhaltung des Glaubens, wobei er nicht auf seine eigene Kraft vertraut, sondern auf die stützende Macht der Stärke des Herrn. Denn du bist bei mir, selbst in der dunkelsten Nacht der Trübsal, selbst in Todesgefahr; dein Stecken und Stab, die schützende und stützende Kraft der Gnade Jehovas in den Mitteln der Gnade, trösten mich und bieten den richtigen Trost in jeder Not, die sowohl den Körper als auch die Seele betrifft. Das ist die zweite große Tatsache, auf die der Gläubige sein Vertrauen setzt. V. 5. Du bereitest mir einen Tisch, ein freudiges und reichhaltiges Festmahl, im Angesicht meiner Feinde, nicht als Bollwerk oder Festung, denn sie waren hilflos in der Gegenwart des allmächtigen Hirten, und die volle Kraft des Herrn ist im Schutz seiner Gläubigen gewährleistet, die Vorstellung von voller Sicherheit trotz aller Gegner, von erfrischender und befriedigender Freude nach allen Leiden. Du salbest mein Haupt mit Öl, diese Handlung ging dem Festmahl in alter Zeit voraus und versicherte dem Gast die herzlichste Begrüßung seitens des Gastgebers; und schenkest mir voll ein, mit mehr als einem vollen Maß an geistlichen Segnungen und Freuden. V. 6. Gutes und Barmherzigkeit, das größte Glück, das man besitzen kann, wenn man die Gnade des Herrn hat, werden mir folgen mein Leben lang, in allem, was Körper und Seele betrifft, ist der Weg des Herrn immer gnädig und barmherzig, ist immer der beste; und ich werde bleiben im Hause des HERRN, inmitten der Gemeinde des Herrn, als Mitglied der Versammlung der Heiligen, immerdar, hier in der Zeit, im Reich der Gnade, und im Jenseits in Ewigkeit, im Reich der Herrlichkeit; denn die Heimat der ewigen Herrlichkeit erwartet alle wahren Gläubigen oben, Johannes 14, 2; Offb. 21, 1-5. Sie gehört ihnen schon jetzt, durch den Glauben.
Von
Christus, dem König der Ehren
(Grundlage
für den Choral: Macht hoch die Tür)
Das messianische Königreich (V. 1-6): V. 1. Ein Psalm Davids, ein weiterer Lobgesang auf den Messias und sein Reich, um die Gläubigen des Alten Testaments auf sein Kommen vorzubereiten und die Gläubigen des Neuen Testaments zu einer angemessenen Ehrfurcht vor ihrem König zu inspirieren. Die Erde ist des HERRN, die gesamte sichtbare Schöpfung gehört dem Herrn als Produkt seiner allmächtigen Kraft, und was drin ist, was ihren Inhalt ausfüllt, alles, was sie enthält, ist in seiner Macht; der Erdboden und was drauf wohnen, nicht nur die leblosen Geschöpfe, sondern alle Lebewesen, die die Welt bewohnen. All dies steht in seiner absoluten, unbegrenzten Macht, es gehört zu seinem Reich der Macht. V. 2. Denn er hat ihn an die Meere gegründet, er hat das Fundament der Erde inmitten des mächtigen Ozeans gelegt und an den Wassern bereitet, indem er ihr eine feste Grundlage gab, als er das Wasser vom trockenen Land trennte und letzteres Erde nannte. Dies ist das größte und ausgedehnteste Reich des Herrn, das alle geschaffenen Wesen umfasst. Aber die Beschreibung beschränkt sich nun auf ein kleineres Reich. V. 3. Wer darf auf des HERRN Berg gehen, den Berg des Herrn oder Zion, den Ort seiner Gegenwart inmitten seines Volkes und Symbol seiner heiligen Gemeinde? und wer darf stehen an seiner heiligen Stätte? Der Ort seiner Heiligkeit, wo er sich den Mitgliedern seiner Kirche offenbarte; denn zu jener Zeit durften nur diejenigen den inneren Hof betreten, die Mitglieder der jüdischen Kirche waren. V. 4. Wer unschuldige Hände hat, die nach den Leviten rein und unbefleckt von Verbrechen waren, und reines Herzens ist, dessen Liebe zum Herrn ohne Heuchelei ist; wer nicht Lust hat zu loser Lehre, in irgendeiner Form von götzendienerischem Verhalten, und schwört nicht betrügerisch, in falschen Eiden. Die wahren Mitglieder der jüdischen Kirche sind ein Vorbild für die Kirche des Neuen Testaments, zu der alle Menschen gehören, deren Herzen durch den Glauben an den Erlöser gereinigt wurden, deren Hände aus Liebe zu Ihm von Sünde und jeder Form von Niedertracht rein gehalten werden, deren Seelen sich in keiner Weise mit den götzendienerischen Eitelkeiten der gegenwärtigen Welt beschäftigen. Menschen, auf die diese Beschreibung zutrifft, sind auf dem Berg Jehovas willkommen, sie werden von ihm an seinem heiligen Ort eifrig gesucht. V. 5. Der wird den Segen empfangen vom HERRN, nämlich die Gerechtigkeit Gottes in Jesus Christus, die allen Gläubigen zugerechnet wird und ihnen ihre Erlösung sichert, und Gerechtigkeit vom dem Gott seines Heils. Durch diesen Prozess, einem Hörer des Wortes nach dem anderen Gerechtigkeit zu gewähren, wird eine Generation, ein Volk, versammelt, dessen Hauptziel im Leben es ist, mehr über Jehova, ihren Gott, zu erfahren. V. 6. Das ist das Geschlecht, das nach dir fragt, die da suchen dein Antlitz, Jakob, die den Gott Jakobs nachfolgen wollen, seinen Willen tun wollen, in eine immer vollkommenere Gemeinschaft mit ihm eintreten wollen, denn indem sie nach Jakob, dem Patriarchen der wahren Religion, fragen, fragen sie nach dem, der sie inspiriert hat, dem ewigen Gott ihrer Erlösung. Sela. So wird das Reich der Gnade, die Kirche Jesu Christi, kurz, aber treffend beschrieben.
Der Empfang des Königs (V. 7-10): V. 7. Machet die Tore weit, und die Türen in der Welt hoch, dass der König der Ehren einziehe. Das Bild ist das einer mächtigen Heerschar, die vorrückt, um den Berg Zion in Besitz zu nehmen, mit einem großen König an ihrer Spitze, der in die Stadt, die Gemeinde der Heiligen, einziehen will. Der herausfordernde Ruf ertönt, dass die Tore Zions, des geistlichen Tempels des Herrn, ihre Häupter erheben, ihre Türstürze verbreitern und Platz machen sollen, damit dieser große König eintreten kann. Sie werden Tore der Ewigkeit genannt, weil sie existieren, seit der erste Mensch die Verheißung des Messias angenommen hat, und weil sie trotz aller Versuche der Pforten der Hölle, sie zu stürzen, für alle Ewigkeit bestehen bleiben werden. Eine Solostimme fragt nun: V. 8. Wer ist derselbe König der Ehren? Und der Chor antwortet freudig: Es ist der HERR, stark und mächtig, der HERR, mächtig im Streit. Der Messias ist der allmächtige Gott, mächtig, unbesiegbar im Krieg, gekleidet in ewige Herrlichkeit und Majestät. Er wird hier dargestellt als derjenige, der zu seinem Volk kommt, dem der Sieg über alle Feinde von Anfang an sicher ist, der alle seine Feinde überwältigen wird. Noch einmal ertönt die Herausforderung, Vers 9: „Machet die Tore weit, und die Türen in der Welt hoch, dass der König der Ehren einziehe.“ Der Messias ist begierig darauf, in die Herzen all derer einzutreten, die seine Liebe und Barmherzigkeit annehmen. Eine einzige Stimme: V. 10. Wer ist derselbe König der Ehren? Und der Chor antwortet in freudiger Begeisterung: Es ist der HERR der Heerscharen, der große Jahwe Sabaoth, Er ist der König der Ehren. Sela. Möge jedes Herz sich Ihm in freudiger Begrüßung öffnen, damit Er eintreten und für alle Ewigkeit bleiben kann, in der Majestät Seiner Größe und in der Schönheit Seiner Liebe.
Gebet
um Gottes Regierung, Gnade und Schutz
V. 1. Ein Psalm Davids. Nach dir, HERR, in einer nachdrücklichen Hervorhebung des Herrn als dem einzigen wahren Gott, verlangt mich, [w.: Zu dir, HERR, erhebe ich meine Seele] zurückgezogen von allen irdischen Begierden, mit einer inbrünstigen Sehnsucht nach des Herrn Erlösung. V. 2. Mein Gott, ich hoffe auf dich, fest in diesem Vertrauen verankert; lass mich nicht zuschanden werden, zum Gegenstand des Spottes werden; dass sich meine Feinde nicht freuen über mich, mit jubelnden Spottrufen über die Torheit seines Vertrauens. V. 3. Denn keiner wird zuschanden, der dein harrt; damit ihre Hoffnung nicht zunichte wird; aber zuschanden müssen sie werden, alle ihre vergeblichen Hoffnungen zerschlagen, die treulosen Verächter, zu Verrätern werden, perfide, gegenüber der Sache des Herrn und der Gerechtigkeit, ohne Provokation, aus purer Bosheit.
V. 4. HERR, zeige mir deine Wege, damit er sie richtig erkennen und verstehen kann; und lehre mich deine Steige, Gottes gnädige Wege im Umgang mit seinen Kindern auf Erden. V. 5. Leite mich in deiner Wahrheit, der Wahrheit seines ewigen Wortes, und lehre mich, denn dies ist die einzige wahre Quelle der Erkenntnis; denn du bist der Gott, der mir hilft, der wahre und einzige Befreier von jeder Form der Gefahr, der Sünde und des Todes; täglich harre ich auf dich und schaue allein auf ihn, um Führung zu erhalten. V. 6. Gedenke, HERR, an deine Barmherzigkeit und an deine Güte, der vielen Fälle, in denen Er Seine Güte und Barmherzigkeit gezeigt hat; die von Ewigkeit her gewesen sind, sie sind die Eigenschaften des ewigen Gottes und himmlischen Vaters. V. 7. Gedenke nicht der Sünden meiner Jugend und meiner Übertretungen, die in jugendlicher Torheit begangen wurden und oft während aller Jahre des Erwachsenenalters schwer auf dem Gewissen lasten, und die Gewissheit, dass sie vergeben sind, spendet einem geplagten Herzen großen Trost; gemäß deiner Gnade, seiner unverdienten Gunst in Christus Jesus, dem Messias, gedenke aber meiner nach deiner Barmherzigkeit, HERR, um deiner Güte willen! denn das ist die einzige Hoffnung eines armen Sünders. Und diese Hoffnung hat die solideste Grundlage. V. 8. Der HERR ist gut und gerecht, treu und handelt gemäß seinen Verheißungen; darum unterweist er die Sünder auf dem Weg, ihnen den rechten Weg weisen. V. 9. Er leitet die Elenden recht, die von Herzen Demütigen, sie in der Erkenntnis des Guten unterweisen; und lehrt die Elenden seinen Weg, die wirklich armen Sünder, den einzig rechten Weg. V. 10. Die Wege des HERRN, seine Art, mit seinen Kindern umzugehen, sind lauter Güte und Wahrheit, Gnade in seinen Verheißungen und Treue in ihrer Erfüllung, denen, die seinen Bund und seine Zeugnisse halten und das Wort Gottes als ihren einzigen Leitfaden in allen Wechselfällen ihres Lebens betrachten. Da all dies auf den Herrn zutrifft, wird die Bitte des armen Sünders sicherlich erhört werden. V. 11. Um deines Namens willen, HERR, um Ehre und Ruhm auf sich zu bringen, vergib mir meine Ungerechtigkeit, die Schuld, die er durch seine Übertretungen auf sich geladen hat; denn sie ist groß, ein Bekenntnis, dem alle wahren Kinder Gottes zustimmen werden, wenn sie sich ihrer Sündhaftigkeit immer mehr bewusst werden.
V. 12. Wer ist der, der den HERRN fürchtet? nachdem er solche Manifestationen der vergebenden Liebe Gottes gesehen hat, wie sie hier dargelegt sind? Er wird ihn unterweisen den Weg, den er wählen soll, damit der Sünder, der sich der Vergebung des Herrn sicher ist, eifrig den richtigen, den besten Weg wählen wird. V. 13. Seine Seele wird im Guten wohnen und unter dem Segen Gottes Glück und Wohlstand genießen; und sein Same [Nachkommen] wird das Land besitzen, da Israel das Versprechen gegeben wurde, Kanaan zu besitzen, und allen Gläubigen ein glückliches Leben auf Erden in Aussicht gestellt wurde. V. 14. Der vertraute Rat des HERRN, die innige Verbindung seiner Freundschaft, ist mit denen, die ihn fürchten, sodass er ihnen Dinge offenbart, die anderen verborgen bleiben; und seinen Bund lässt er sie wissen und ihnen die gnädigen Bedingungen seiner Vergebung in der Botschaft des Evangeliums offenbaren. V. 15. Meine Augen sehen stets auf den HERRN, in Hoffnung und Vertrauen auf ihn fixiert; denn er wird meinen Fuß aus dem Netz ziehen und ihn von allen Gefahren befreien, die sich aus der List und Hinterhältigkeit der Feinde ergeben.
V. 16. Wende dich mir zu, in mitfühlender Aufmerksamkeit, und sei mir gnädig; denn ich bin einsam und elend, da es das Los der wahren Gläubigen ist, von den Kindern der Welt isoliert und ausgestoßen zu werden. V. 17. Die Angst meines Herzens ist groß, die Nöte hatten sich ausgebreitet und über sein Herz ausgebreitet und es unter ihrer Flut verschlungen. Führe mich aus meinen Nöten! Führe ihn aus allen beengten und bedrückenden Umständen heraus. V. 18. Sieh an meinen Jammer und Elend, seine Niedergeschlagenheit aufgrund seines Elends und seiner Not, und vergib mir alle meine Sünden, denn diese Vergebung ist das größte geistliche Geschenk. V. 19. Sieh, dass meine Feinde so viel sind, sieh sie an, denn diese so viel sind, das ist die Erfahrung aller Gläubigen; und sie hassen mich gewalttätig, ihr Hass ist unvernünftig und sie sinnen auf Verletzung und Gewalt. V. 20. Bewahre meine Seele und errette mich, was für die allmächtige Kraft des Herrn eine leichte Sache ist; lass mich nicht zuschanden werden, denn ich traue auf dich, und daher würde jeder Spott seitens der Feinde auch eine Schande für den Herrn bedeuten. V. 21. Lauterkeit und Redlichkeit, wahre Frömmigkeit und Ehrlichkeit, die Heuchelei und jede Form von Unehrlichkeit verachten, mögen mich bewahren, da sie seine Begleiter auf dem Weg der Gerechtigkeit sind; denn ich harre auf dich, Herr, der das Fundament seiner Hoffnung ist. V. 22. Gott, erlöse Israel, nicht nur David, sondern die gesamte Gemeinde der Gläubigen aller Zeiten und unter allen Umständen aus aller seiner Not. Möge Gott die gesamte christliche Kirche von allen Übeln des Körpers und der Seele, des Eigentums und der Ehre befreien und schließlich alle seine Kinder aus diesem Tal der Tränen zu sich in den Himmel holen!
Gebet um Errettung des unschuldig
Verfolgten
V. 1. Ein Psalm Davids, der diesen Lobgesang wahrscheinlich verfasste, als er selbst Verfolgung litt und vor Absalom fliehen musste. Der Inhalt dieses Psalms trifft jedoch auf viele Situationen im Leben aller Kinder Gottes zu. HERR, schaffe mir Recht, erkläre ihn durch ein Gerichtsurteil für gerecht, entscheide zu seinen Gunsten und weise damit die falschen Anschuldigungen der Feinde zurück; denn ich bin unschuldig, in Reinheit des Herzens, frei von Bosheit. Ich hoffe auf den HERRN, darum werde ich nicht fallen, vielmehr hatte er ohne zu wanken sein Vertrauen auf den Herrn gesetzt und erwartete daher zuversichtlich, dass der Herr ihm in seinem gegenwärtigen Unglück beistehen würde. V. 2. Prüfe mich, HERR, und versuche mich, führe eine sorgfältige Untersuchung durch; läutere meine Nieren und mein Herz! wie ein Prüfer Erz auf Gold prüft. Er ist bereit, sich der gründlichsten Prüfung zu unterziehen, sowohl um seine Unschuld zu beweisen als auch um den Schlacke jeder Selbsttäuschung zu beseitigen, sei sie nun in den niederen Leidenschaften oder in den höheren Neigungen zu finden. V. 3. Denn deine Güte ist vor meinen Augen, die Erinnerung an frühere Gnaden ermutigt David in seinem Gebet; und ich wandle in deiner Wahrheit, die Gnade, die Gott den Sündern erweist, war sein Ziel, sein Vorbild, und die Treue, mit der er seine Verheißungen hielt, war die Regel und das Kriterium seines Handelns. V. 4. Ich sitze nicht bei den trügerischen Leuten, bei Menschen der Falschheit, bei Lügnern und Betrügern, und habe nicht Gemeinschaft mit den Heuchlern, die ihre wahren Absichten unter der Maske der Heuchelei verbergen. V. 5. Ich hasse die Versammlung der Boshaften, die sich offen der Bosheit schuldig gemacht haben, und sitze nicht bei den Gottlosen, mich nicht ihrer Versammlung anschließen und an ihren Diskussionen teilnehmen. V. 6. Ich wasche meine Hände in Unschuld, wobei sich diese Worte auf eine symbolische Handlung beziehen, mit der eine Person für rein von niederträchtigem und gottlosem Verhalten erklärt wird, sowie auf die Handlung der Priester, die sich waschen mussten, bevor sie die Opfergaben im öffentlichen Gottesdienst darbrachten; und halte mich, HERR, zu deinem Altar, da ich das Privileg habe, als reiner und frommer Mensch den Dienst der Priester des Herrn zu verrichten, was der Zustand ist, den Gott vom Herzen jedes Gläubigen erwartet; V. 7. Dir zu danken mit lauter Stimme, indem ich mich dem Tempelchor in Lobpsalmen anschließe, und zu verkünden alle deine Wunder, den Wundern der Barmherzigkeit, die Gott im Alten Testament wie auch heute vollbracht hat und die alle wahren Gläubigen feiern, indem sie die Mittel der Gnade treu nutzen. V. 8. HERR, ich habe lieb die Stätte deines Hauses, den Ort, an dem der Herr seine Gegenwart inmitten seines Volkes offenbart hat, und den Ort, da deine Ehre wohnt, die herrliche Wohnstätte des Herrn, wo es ihm gefiel, sich zu offenbaren. Auf dieselbe Weise lieben alle wahren Christen das Haus der Anbetung, sei es eine Blockhütte in der Wildnis oder ein Granitpalast in der Stadt, wo die Herrlichkeit des Herrn in der Verkündigung des reinen Evangeliums und in der Verwaltung der Sakramente gemäß Gottes eigener Einrichtung offenbart wird. Mit dieser Sehnsucht richtet David seine letzte Bitte an den Herrn.
V. 9. Raffe meine Seele nicht hin mit den Sündern, indem du sie mit ihnen in einem Bündel zusammenbindest, wie Weizen mit Unkraut, noch mein Leben mit den Blutdürstigen, Mördern und Sündern der schlimmsten Sorte, V. 10. in deren Händen Schandtat klebt und Verbrechen liegen, deren ganzes Verhalten von Gewalt und Betrug geprägt ist und deren Rechte voller Bestechung ist, voller Tricks und Täuschungen ist, wie die der bösen Menschen in öffentlichen Ämtern. V. 11. Ich aber wandle im Gegensatz zu diesen gottlosen Menschen in meiner Unschuld und seinen Weg in der Reinheit seines Verhaltens fortsetzen. Erlöse mich und sei mir gnädig, denn die Befreiung, nach der er sich sehnt, ist ein Beweis für Gottes Barmherzigkeit. V. 12. Mein Fuß steht auf ebenem Grund, an einem weiten und sicheren Ort, wo seine Feinde ihn nicht mehr behindern oder ihm Verderben bringen können. Ich will dich loben, HERR, in den Versammlungen und öffentlich meine Dankbarkeit gegenüber Gott für seine Erlösung zum Ausdruck bringen. Alle wahren Gläubigen betrachten es als ein herrliches Privileg, ihre Kirche besuchen zu dürfen und gemeinsam mit der ganzen Gemeinde Lobgesänge zu seiner Ehre anzustimmen.
Des
Gläubigen Trost und Lust an Gott und seinem Wort
V. 1. Ein Psalm Davids, wahrscheinlich zur gleichen Zeit wie der vorhergehende geschrieben, der den Gemütszustand eines Menschen beschreibt, der „ohne Grund“ verfolgt wird und sich nach den Segnungen der Anbetung inmitten der Gemeinde sehnt. Der HERR ist mein Licht, die einzige Quelle allen geistlichen Lichts, und mein Heil, der mich aus der Finsternis der Unterdrückung und Verfolgung rettet; vor wem sollte ich fürchten? Der HERR ist die Kraft meines Lebens, seine Festung, sein Bollwerk, sein sicherer Schutz, der sein Leben vor der Zerstörung bewahrt; vor wem sollte mir grauen? Das gesamte Lied erinnert an den mächtigen Triumphgesang des Paulus in Röm 8,31-39. V. 2. Wenn die Übeltäter und Unheilstifter, meine Widersacher und Feinde, die ihn von allen Seiten bekämpfen und unterdrücken, an mich wollen und sich ihm mit offener Feindseligkeit näherten, um mein Fleisch zu verschlingen, wie wilde Tiere, die begierig sind, ihre Beute zu zerreißen und zu verschlingen, müssen sie straucheln und fallen, unfähig, ihr Ziel zu erreichen, weil der Herr David beschützte. V. 3. Wenn sich schon ein Heer, eine ganze Armee oder ein ganzes Lager von Gegnern, gegen mich legt, ihn von allen Seiten belagern, so fürchtet sich dennoch mein Herz nicht. Wenn sich Krieg gegen mich erhebt, so verlasse ich, selbst in einer so großen Notlage, mich auf ihn, trotz allem würde er ruhig auf den Herrn, seine Festung, vertrauen. Sowohl die Worte als auch der Ton des Psalms drücken die heilige und ruhige Trotzhaltung aus, mit der alle Gläubigen den Angriff der Feinde erwarten können.
V. 4. Eins bitte ich vom HERRN, inmitten all dieser bedrohlichen Gefahren, dass hätte ich gern: dass ich im Hause des HERRN bleiben möge, in der Stiftshütte seiner Gegenwart, mein Leben lang, in der Freude inniger Gemeinschaft mit dem Herrn, zu schauen die schönen Gottesdienste des HERRN, seine Gnade und Güte, wie sie im Wort seiner Gnade offenbart sind, und seinem Tempel zu besuchen und über die wunderbaren Segnungen seiner Barmherzigkeit in der Botschaft des Evangeliums nachzusinnen. V. 5. Denn aufgrund der engen Gemeinschaft des Gläubigen mit Gott er deckt mich in seiner Hütte zur bösen Zeit, in der Stiftshütte, wo Seine allmächtige Hand schützt; er verbirgt mich heimlich in seinem Zelt und den Gläubigen in der Sicherheit Seines Zeltes beschützen; und erhöht mich auf einem Felsen, denn das Haus des Herrn ist eine Zuflucht und Festung, die außerhalb der Reichweite der schwachen Menschen liegt. V. 6. Und wird nun erhöhen mein Haupt, im Triumph eines sicheren Sieges, über meine Feinde, die um mich sind, deren Niederlage den Gläubigen außerhalb ihrer Reichweite bringt; so will ich in seinem Zelt Lob opfern, denn Dankopfer sind immer Anlass zu großer Freude. Ich will singen und Lob sagen dem HERRN, wie es die gläubigen Israeliten bei dem Festmahl zu ihren Dankopfern zu tun pflegten. Gleichzeitig verlässt sich David nicht im Entferntesten auf seine eigene Kraft, und aus diesem Grund weicht die triumphale Zuversicht nun einer ernsthaften Bitte.
V. 7. HERR, höre meine Stimme, wenn ich rufe, laut und eindringlich rufe; sei mir gnädig, das ist die einzige sichere Stütze des Gläubigen, und erhöre mich! mit einer günstigen Antwort. V. 8. Mein Herz hält dir vor dein Wort: auf des Herrn Aufruf, sein Angesicht zu suchen, Ihr sollt mein Antlitz suchen; Das Herz des Gläubigen ist auf die Gemeinschaft mit dem Herrn eingestimmt und antwortet freudig auf seinen Ruf, indem es ihm wie ein Echo zustimmt: Darum suche ich auch, HERRN, dein Antlitz, glücklich in dem Wissen, dass es dem Herrn gefällt, wenn seine Kinder in die Gegenwart Gottes treten, um Trost, Hilfe und Segnungen aller Art zu erlangen. V. 9. Verbirg dein Antlitz nicht vor mir, indem du es vor dem Gebet des Gläubigen verhüllst; und verstoße nicht im Zorn deinen Knecht, indem du ihn als unwürdig beiseite schiebst; denn du bist meine Hilfe, und die frühere Barmherzigkeit und Liebe ermutigt David, gegen die Ablehnung zu plädieren. Verlass mich nicht und tu nicht deine Hand von mir, Gott meines Heils! Es ist der Schrei Jakobs: „Ich lasse dich nicht gehen, wenn du mich nicht segnest“, 1. Mose 32, 26, ein Ruf, der den Herrn an das Versprechen seiner Erlösung bindet. V. 10. Denn mein Vater und meine Mutter verlassen mich, wenn die ihm am nächsten stehenden irdischen Verwandten ihn im Stich lassen, der dem Untergang geweiht zu sein scheint, Matt. 10, 35. 36, aber der HERR nimmt mich auf, den Gläubigen in seine Obhut und seinen Schutz aufnehmen und ihn als sein eigenes Kind annehmen.
V. 11. HERR, weise mir deinen Weg, den Weg, der des Herrn Willen entspricht, und leite mich auf ebener Bahn, gerade, eben, ohne Fallstricke, um meiner Feinde willen, da sie ihm auf Schritt und Tritt folgen und versuchen, ihn zur Sünde zu verleiten, um ihn zu Fall zu bringen und gleichzeitig Gott zu entehren. V. 12. Gib mich nicht preis dem Willen meiner Feinde, der Zerstörung, die sie gegen ihn geplant haben; denn es stehen falsche Zeugen gegen mich, solche Methoden wenden die Feinde bei ihrer Verfolgung der Gläubigen an, und tun mir Unrecht [w.: schnauben Gewalttat], jeder ihrer Atemzüge ist voller Gewalt. V. 13. Ich glaube aber doch, dass ich sehen werde die Güte des HERRN im Land der Lebenden, wörtlich: „Wenn ich nicht darauf vertraut hätte, die Herrlichkeit des Herrn zu sehen –!“ Er lässt den Satz unvollendet, denn es ist zu schwer, sich ein Leben ohne die stützende Gnade des Herrn vorzustellen. Und so ermutigt David sich selbst und alle Gläubigen abschließend, V. 14. Harre des HERRN, vertraut fest auf die Offenbarung seiner Gnade; sei getrost, stark im Herzen, und unverzagt, oder besser gesagt, lasst euer Herz sich als mächtig erweisen. Und harre des HERRN! Mit dieser zuversichtlichen Erwartung muss das Gebet jedes Gläubigen enden; denn der Herr wird zu seiner Zeit seinen Kindern reichlich Erlösung bringen, hier in der Zeit und im Jenseits in der Ewigkeit. [Lied. Keiner wird zuschanden.]
Gebet und Trost in Zeiten des
Aufruhrs
V. 1. Ein Psalm Davids, geschrieben unter ähnlichen Umständen wie die beiden vorangegangenen, wobei sein Herz offenbar so voll war, dass sein Mund einfach sprechen musste. In diesem Fall schließt David sich selbst in das Gebet des Volkes Gottes gegen die Unterdrückung durch die Gottlosen und Ungläubigen ein. Wenn ich rufe zu dir, noch einmal mit eindringlicher Ernsthaftigkeit, HERR, mein Fels, seine uneinnehmbare Festung, Ps. 18, 2, so schweige mir nicht, sei taub für sein Gebet und weigere dich nicht zu antworten, damit nicht, wenn du schweigst, ich gleich werde denen, die in die Hölle fahren, die in völliger Hoffnungslosigkeit ins Grab sinken. V. 2. Höre die Stimme meines Flehens, seiner lauten und ernsthaften Bitten, wenn ich zu dir schreie wenn ich meine Hände aufhebe, in einer Geste dringender Bitte, zu deinem Allerheiligsten, wörtlich „Thronsaal”, Dieses Wort wird hier verwendet, um den Allerheiligsten zu bezeichnen, denn der Deckel der Bundeslade war der Ort der Gegenwart des Herrn inmitten seines Volkes, 2. Mose 25,22. V. 3. Raffe mich nicht hin, zur Vernichtung, zur Strafe in Zeit und Ewigkeit, mit den Gottlosen und Übeltätern, die freundlich reden mit ihrem Nächsten, mit einem äußerlichen Bekenntnis der Freundlichkeit, und haben Böses im Herzen, wobei sie ihre äußerliche Freundlichkeit nur vortäuschen, um die vertrauensvollen Gläubigen in die Irre zu führen und so umso schneller die Vernichtung über sie zu bringen. V. 4. Gib ihnen nach ihrem Tun, alles, was ihre Bosheit verdient, und nach der Bosheit ihrer Taten, dem Bösen und der Heuchelei; gib ihnen nach den Werken ihrer Hände; vergilt ihnen in gleicher Weise; vergilt ihnen, was sie verdient haben. Beachte, dass ein wahrer Gläubiger seinen Fall in die Hände des Herrn legt, dem die Rache gehört. V. 5. Denn sie wollen nicht achten auf das Tun des HERRN, sind sie blind für die gerechte und gnädige Regierung des Herrn und noch auf die Werke seiner Hände in allem, was er für die Menschheit tut. Darum wird er sie niederreißen und nicht aufbauen, wobei das Bild das eines Gebäudes ist, das abgerissen wird, anstatt fertiggestellt zu werden.
V. 6. Gelobt sei der HERR, denn er hat erhört die Stimme meines Flehens, seine Rufe um Gnade, wobei der Gläubige schon im Voraus sicher ist, dass er erhört wird. V. 7. Der HERR ist meine Stärke, die ihn beschützt, und mein Schild, der ihn vor jedem Angriff schützt. Auf ihn hofft mein Herz, und mir ist geholfen, wobei die Erfüllung seines Gebets als bereits gegenwärtig dargestellt wird; mein Herz ist fröhlich, und ich will ihm danken mit meinem Lied und ihm allein alle Ehre für seine barmherzige Erlösung geben.
V. 8. Der HERR ist ihre Stärke, ein Schutz für alle, die an ihn glauben und ihm vertrauen, und er ist die Stärke, die seinem Gesalbten hilft, der alle, die sich ihm geweiht haben, mächtig vor jeder Form der Zerstörung bewahrt, indem er sie an solche Zufluchtsorte bringt, wo die List der Feinde sie nicht erreichen kann. In dieser freudigen und sicheren Zuversicht wird das abschließende Gebet für die christliche Kirche aller Zeiten gesprochen, V. 9. Hilf deinem Volk, mit ewiger Erlösung, und segne dein Erbe, das Volk, das der Herr selbst zu seinem Anteil erwählt hat; und weide sie, als wahrer Hirte, und erhöhe sie ewiglich! indem du sie trägst und in deinen Armen trägst. Vgl. 5. Mose 32,11. Das ist das richtige Gebet der Kirche zu allen Zeiten, besonders wenn die Mächte der Finsternis ungewöhnlich aktiv sind und das Werk des Herrn angreifen, das durch die Gnade wirkt.
Von der allmächtigen Kraft der
Stimme Gottes in seinem Wort
V. 1. Ein Psalm Davids, dessen Entstehung möglicherweise durch ein schreckliches Gewitter ausgelöst wurde, dessen Beschreibung jedoch über das Natürliche hinausgeht und die Macht der Stimme Gottes zeigt, die selbst die mächtigsten Kräfte und Völker der Welt überwinden und ihnen zu Diensten für Seine Zwecke zwingen kann. Bringt her dem HERRN, ihr Gewaltigen, wörtlich „Söhne der Götter”, das heißt die Herrscher, die Regierungen der Welt, bringt her dem HERRN Ehre und Stärke! bringt ihm diesen Tribut als König der Könige und Herr der Herren dar. V. 2. Bringt dem HERRN die Ehre seines Namens, der Offenbarung seiner göttlichen Majestät und Macht; betet an den HERRN in heiligem Schmuck, in heiliger Kleidung, wie Priester, die für den Dienst und die Anbetung des Herrn gekleidet sind, bereit, ihm Ehrerbietung zu erweisen und ihn zu verherrlichen. Und nun zeigt David, wie das Wort Gottes, seine mächtige Stimme, ein solches Gefühl der Ehrerbietung und Hingabe in den Herzen der Menschen hervorruft. V. 3. Die Stimme des HERRN geht über den Wassern, die Stimme des Herrn, die mächtig donnert über den Dämpfen der Wolken mit ihrer schweren Wasserlast; der Gott der Herrlichkeit donnert; der HERR ist über großen Wassern, was auf die schweren, bedrohlichen Wolken des herannahenden Sturms hinweist. Aber David hat in der Stimme des Donners immer das Wort des Herrn im Sinn. V. 4. Die Stimme des HERRN ergeht mit Macht; die Stimme des HERRN ergeht herrlich, sie geht aus, ausgestattet mit diesen Eigenschaften, Hebr. 4, 12. V. 5. Die Stimme des HERRN zerbricht die Zedern; der HERR zerbricht die Zedern des Libanon, die mächtigen Riesen der Wälder werden vor dem Sturmwind niedergeworfen, so wie viele weise und mächtige Menschen in dieser Welt durch das Wort Jehovas überwunden worden sind. V. 6. Er lässt sie auch hüpfen wie ein Kalb, die mächtigen Wälder wiegen sich und neigen sich im Wind; Libanon und Sirjon wie einen jungen Büffel, wie die Jungen der wilden Ochsen oder Büffel, Sirjon ist der Berg Hermon, der höchste Gipfel im östlichen Gebirge des Libanon. V. 7. Die Stimme des HERRN sprüht Feuerflammen, der Blitz, der dem Donner vorausgeht, schneidet wie riesige Feuerfunken durch die Luft; ebenso brennt das Wort des Herrn in den Herzen der Menschen mit einer mächtigen, verzehrenden und tragenden Flamme. V. 8. Die Stimme des HERRN erschüttert die Wüste, der mächtige Donner lässt die mächtige Wüste wie bei einem Erdbeben erbeben; der HERR erschüttert die Wüste von Kadesch, die arabische Wüste westlich von Edom, in deren öden Regionen ein solcher Sturm einen ungewöhnlichen Eindruck von Erhabenheit hinterlässt. So erweckt das Wort Jehovas die Menschen überall, besonders wenn sie den Wunsch der Nationen im Evangelium sehen, Hag. 2, 6. V. 9. Die Stimme des HERRN macht die Hirschkühe kreißen, zu einer Frühgeburt, hervorgerufen durch den Schrecken des Sturms, und entblößt die Wälder, indem sie sie kahl schält, wobei sogar die Rinde durch den Blitz abgezogen wird. Und in seinem Tempel, in dem großen Palast Seiner Macht, sowohl auf Erden als auch im Himmel, ruft jedermann: Ehre und Majestät allein Gott für die Offenbarung Seiner allmächtigen Kraft und Barmherzigkeit!
V. 10. Der HERR thront über der Flut, Er saß auf dem Thron Seines Gerichts, als Er die gottlose Welt verurteilte und die Gottlosen durch die Katastrophe der Sintflut bestrafte; der HERR thront als König in Ewigkeit, und alle, die Sein Wort hochmütig ablehnen, werden die Kraft Seines Zorns zu spüren bekommen. V. 11. Der HERR wird seinem Volk Kraft geben, seine eigenen Kinder stützen, die mit ihm in wahrer Gemeinschaft vereint sind, Jes. 45, 24; der HERR wird sein Volk segnen mit Frieden, mit dem Frieden Gottes, der alles Verstehen übersteigt, wie er durch das herrliche Evangelium von Gottes Barmherzigkeit in Christus Jesus gegeben ist, Phil. 4, 7. „Wie beeindruckend sind die Schlussworte dieses Psalms! Sie wölben sich wie ein Regenbogen über ihm. Der Anfang des Psalms zeigt uns den offenen Himmel und den Thron Gottes inmitten von Lobgesängen der Engel, und das Ende des Psalms zeigt uns auf der Erde, inmitten der zornigen Stimmen Jehovas, der alle Dinge erschüttert, sein Volk siegreich und mit Frieden gesegnet. „Ehre in der Höhe“ ist der Anfang, und „Friede auf Erden“ ist das Ende.“ (Delitzsch.)
Danksagung
für Gottes Güte in Kreuz und Trübsal
V. 1. Ein Psalm und ein Lied, wörtlich „ein Psalmlied“, eine Komposition, die mit musikalischer Begleitung gesungen werden sollte zur Einweihung des Hauses. Von David, des Tempels auf dem Berg Morija, wobei dieses Fest kurz nach seiner Genesung von einer schweren Krankheit stattfand. V. 2. Ich preise dich, HERR, ich will das Lob des Herrn hoch erheben und ihn sehr verherrlichen; denn du hast mich aus der Tiefe gezogen, ihn aus der tiefen Grube oder Grube seiner Krankheit und Not herausgezogen und lässt meine Feinde sich nicht über mich freuen, wie sie es getan hätten, wenn er der Krankheit und den damit verbundenen Schwierigkeiten erlegen wäre. V. 3. HERR, mein Gott, da ich schrie zu dir, mit lautem und ernstem Ruf, machtest du mich gesund, ihm seine Gesundheit zurückgegeben, nachdem er in Lebensgefahr geschwebt hatte. V. 4. HERR, du hast meine Seele aus dem Grab [Scheol] geführt, ihn wiederhergestellt, als seine Seele fast das Reich der Toten erreicht hatte; Du hast mich am Leben erhalten, damit ich nicht in die Grube fuhr [and. Vers.: während jene in die Grube fuhren], hast ihn unter denen, die ins Grab hinabsteigen, wieder zum Leben erweckt, sodass er das Glück hatte, gerettet zu werden, während viele andere sterben mussten.
V. 5. Lobsingt dem HERRN, ihr seine Heiligen, in Psalmen der Freude, dankt und preist seinen heiligen Namen, lobt sein heiliges Andenken, indem ihr seinen Namen immer in euren Herzen und Gedanken bewahrt. V. 6. Denn sein Zorn währt einen Augenblick, er vergeht sehr schnell aufgrund seiner drängenden Barmherzigkeit; doch lebenslang seine Gnade, seine Güte währt ein Leben lang. Den Abend lang währt das Weinen, das heißt, die Nacht mag mit Weinen verbracht werden, aber am Morgen ist Freude, denn seine Gnade ist jeden Morgen neu, und seine Barmherzigkeit hört nicht auf. David hat in der Tat ein Geständnis zu machen,
V. 7. Ich aber sprach, als es mir wohl ging: Ich werde niemals wanken, er hatte begonnen, auf sich selbst zu vertrauen, wie es sogar Gläubige zu tun drohen, wenn alles zu ihren Gunsten steht. Er versuchte sogar, sich seine Selbstsicherheit selbst zu erklären, V. 8. Denn, HERR, durch Dein Wohlgefallen hast Du meinen Berg stark gemacht [and. Vers.: du hast mich auf festen Berg gestellt], ihm einen sicheren und uneinnehmbaren Ort gegeben. Da er vom Herrn besonders begünstigt war, begann David, sich in fleischlicher Sicherheit zu wiegen. Doch bald wurde er wieder zur Besinnung gebracht. Aber als du dein Antlitz verbargst, erschrak ich; als es schien, dass Gott ihm seine Gunst entzogen hatte, wurde David ängstlich; er erkannte erneut, dass es notwendig ist, jederzeit mit Furcht und Zittern an seinem eigenen Heil zu arbeiten. Er verzweifelte jedoch nicht. V. 9. Zu dir, HERR, rief ich, wie es alle Gläubigen in einer ähnlichen Lage tun sollten; und flehte zum HERRN, bat ihn um Gnade. Vgl. Ps. 6, 5; 88, 10; 1s. 38, 18. V. 10. Was nützt dir mein Blut, wenn ich in die Grube fahre? Was nützt er dem Herrn im Grab? Wird dir auch der Staub danken? Nämlich er selbst, wenn er zu Staub geworden ist. und deine Treue verkündigen? Er betrachtete es als den Hauptzweck seines Lebens, Gott zu preisen und seine Treue bekannt zu machen. Gott würde sich dieses Lobes berauben, wenn er ihm jetzt das Leben nehmen würde. V. 11. HERR, höre und sei mir gnädig, indem du ihm deine Gnade erweist: HERR, sei mein Helfer! Das war Davids Gebet in seiner großen Not gewesen, und der Herr hatte ihn erhört. 3
V. 12. Du hast mir meine Klage verwandelt in einen Reigen, wobei der Bezug auf die überschwängliche Freude des Lautenklangs genommen wird, der das Freudenspringen der Frauen begleitet, die einen Sieg feiern, 2. Mose 15, 20; Ri. 11, 34; 1. Sam. 18, 6; Du hast mir meinen Sack ausgezogen, das Kleid der Trauer und Buße, und mich mit Freude gegürtet, was sowohl Stärke als auch Jubel bedeutet; V. 13. damit dir lobsinge meine Ehre, Davids erlöste Seele, die ihren Dank durch seine Zunge als Organ des Lobes zum Ausdruck bringt, und nicht still werde. HERR, mein Gott, ich will dir danken in Ewigkeit. Das ist das freudige Gebet jedes Gläubigen, in dankbarer Erinnerung an die vielen Gnaden des Herrn, die er ihm während seines ganzen Lebens erwiesen hat.
Der
Gläubige unterwirft sich demütig und zuversichtlich der Hand Gottes – Hoffnung
lässt in keiner Not zuschanden werden
V. 1. Dem Chorleiter, zur Aufführung im liturgischen Teil des Stiftshüttengottesdienstes, ein Psalm Davids, geschrieben zu einer Zeit, als er in großer Not war. Luther wendet dies zu Recht an, wenn er schreibt, dass der Psalm in der Person Christi und seiner Heiligen gesprochen wird, die ihr ganzes Leben lang innerlich von Zittern und Angst geplagt sind, äußerlich von Verfolgung, Verleumdung und Verachtung um des Wortes Gottes willen, und doch von Gott von all dem befreit werden und die Fülle des göttlichen Trostes empfangen.
Eine vertrauensvolle Bitte (V. 2-14): V. 2. HERR, auf dich traue ich, nachdem ich Zuflucht bei Jehova gesucht habe, geschützt durch seine allmächtige Kraft; lass mich niemals zuschanden werden, denn solche Schande würde auch Schande über den bringen, dem er sich anvertraut hat; errette mich durch deine Gerechtigkeit! durch eine Offenbarung seines Wesens, die beweisen würde, dass er der gerechte Gott ist. V. 3. Neige deine Ohren zu mir, in einer Haltung höchster Aufmerksamkeit; eilend hilf mir! da die Not so dringend war. Sei du mein starker Fels, ein Gipfel der Verteidigung, und eine Burg, eine Festung oder Burg, dass du mir helfest. Dies ist die demütige, aber kühne und mutige Art und Weise, in der ein Gläubiger sich jederzeit seinem himmlischen Vater nähern kann. V. 4. Denn du bist mein Fels und meine Burg, weil David dies wusste, betete er so zuversichtlich; und um deines Namens willen wirst du mich leiten und führen, oder: „Du wirst mich führen und leiten“, denn dies drückt die starke Hoffnung und Zuversicht aus, dass es gemäß dem Glauben und Gebet des Gläubigen geschehen wird. V. 5. Du wirst mich aus dem Netz ziehen, wieder eine eindeutige Aussage: „Du wirst mich aus dem Netz herausholen“, das sie mir heimlich gestellt haben, Ps. 9, 15; 25, 15; denn du bist meine Stärke, seine Verteidigung und sein Bollwerk. V. 6. In deine Hände befehle ich meinen Geist, in allen Wechselfällen des Lebens, in allen Gefahren des Todes legt er das Leben seines Geistes in die Hände seines himmlischen Vaters, als in den sichersten Aufbewahrungsort, wie es auch Jesus und Stephanus taten, Lukas 23, 36; Apostelgeschichte 7, 59; du hast mich erlöst von allen Übeln und Gefahren, die den Weg der Sterblichen hier unten bedrängen, HERR, du treuer Gott, dessen Wort und Verheißung zu jeder Zeit sicher sind. Beachte, dass der Geist des Glaubens wie der Geist der Prophezeiung ist, der mit der Gewissheit der Erfüllung von Dingen in der Zukunft spricht.
V. 7. Ich hasse, die sich halten an nichtige Götzen, diejenigen, die ihr Vertrauen auf vergebliche Götzen setzen; ich vertraue aber auf den HERRN, wobei der Schwerpunkt auf dem Kontrast liegt und das „Ich” betont wird, wie es auch das „Du” in V. 4 war. V. 8. Ich freue mich und bin fröhlich über deine Güte, mit jubelnder Freude über Gottes Gnadenakt an ihm; dass du mein Elend ansiehst, um den Leidenden zu erleichtern; und erkennst meine Seele in der Not, sie nicht ignoriert, sondern ihre Bedürfnisse zur Kenntnis genommen, V. 9. und übergibst mich nicht in die Hände des Feindes, um ein elender Gefangener zu sein, der jeder Form von Demütigung ausgesetzt ist; du stellst meine Füße auf weiten Raum, an einen weiten Ort, wo er nicht von den Feinden behindert werden würde. Mit all diesen Beweisen der Güte Gottes im Sinn, spricht der Psalmist erneut sein Gebet.
V. 10. HERR, sei mir gnädig sei gnädig zu dem Unwürdigen, denn mir ist angst, bedrängt und unterdrückt; mein Auge ist trüb vor Gram, von Ärger verschwendet, meine Seele und mein Leib, seine ganze Person, einschließlich seiner geistigen und körperlichen Aktivitäten und Erfahrungen. V. 11. Denn mein Leben schwindet dahin, aufgezehrt, aufgefressen in Kummer und meine Jahre in Seufzen; meine Kraft ist verfallen durch meine Missetat, wegen des Leidens, das als Strafe auf seine Übertretung folgte, und meine Gebeine sind verschmachtet, verschwendet von Furcht und Schrecken. Beachten Sie, dass David und alle Gläubigen mit ihm seine Sünde als die wahre Ursache seiner Schwierigkeiten betrachten. V. 12. Wegen all meiner Bedränger bin ich zum Spott geworden, wegen ihres ständigen Nörgelns und Spottens, besonders auch meinen Nachbarn, und ein Schrecken meinen Bekannten, eine Last für seine nächsten Nachbarn und ein Schrecken für alle, die ihn kannten, wegen der Gerüchte, die über ihn verbreitet wurden und ihm alle möglichen Übel vorwarfen. Die mich sehen auf der Gasse, fliehen vor mir, mit einer Abneigung aufgrund der Gerüchte, die über ihn verbreitet wurden. V. 13. Ich bin vergessen im Herzen wie ein Toter, aus dem Gedächtnis gelöscht, von den Menschen in Vergessenheit geraten, aus den Augen, aus dem Sinn; ich bin geworden wie ein zerbrochenes Gefäß, eines, das zugrunde geht, das als unbrauchbar weggeworfen werden soll. V. 14. Denn ich höre, wie viele mich verleumden: das Getuschel gegen seine Person; Schrecken um und um! Schrecken umgaben ihn; sie beraten miteinander über mich, sinnen darauf, mir das Leben zu nehmen. So waren seine Feinde beschäftigt, solche Absichten hegten sie; das war das Unglück, in dem sich David befand, die Erfahrung der meisten Gläubigen, zu der einen oder anderen Zeit.
Vertrauen und Sieg des Glaubens (V. 15-25): V. 15. Ich aber, HERR, hoffe auf dich, erneut mit Nachdruck gesprochen: „Aber ich habe auf dich vertraut, o Herr.“ und spreche: Du bist mein Gott, sein höchstes Gut, seine sichere Zuflucht. V. 16. Meine Zeit, der gesamte Lebensweg des Gläubigen, steht in deinen Händen, nicht dem blinden Schicksal unterworfen, sondern dem gnädigen Willen des himmlischen Vaters. Errette mich von der Hand meiner Feinde, die immer darauf aus sind, ihm zu schaden, und von denen, die mich verfolgen und ihn mit ihrer Verfolgung quälen. V. 17. Lass dein Angesicht leuchten über deinem Knecht, in barmherziger Güte; hilf mir durch deine Güte, wobei jeglicher Verdienst seitens des Gläubigen abgelehnt wird. V. 18. HERR, lass mich nicht zuschanden werden, zum Gegenstand des Spottes werden wegen seines Vertrauens auf den Herrn, denn ich rufe dich an; die Gottlosen müssen zuschanden werden, alle Spott auf ihren Kopf fallen, und verstummen in der Hölle, abgeschnitten vom Land der Lebenden und zum Schweigen gebracht im Reich der Toten unten. V. 19. Verstummen müssen die Lügenmäuler, für immer stumm werden im Tod, die da reden gegen den Gerechten, frech, stolz und höhnisch, arrogant sprechen mit Stolz und Verachtung, eine Haltung, die für die Ungläubigen in ihrem Umgang mit Gläubigen charakteristisch ist.
V. 20. Wie groß ist deine Güte, die du wie einen kostbaren Schatz bewahrt hast denen, die dich fürchten; und erzeigst denen, die vor den Menschenkindern auf dich trauen! Die Liebe Gottes offenbart sich der Seele im Verborgenen, auf verborgene Weise, aber für den Gläubigen vollkommen zufriedenstellend. V. 21. Du verbirgst sie, die Gläubigen, im Schutz deines Angesichts, im Schutz, den sein Angesicht bietet, vor den Verschwörungen der Menschen, vor den Verschwörungen der Gottlosen verbergen und sie wie mit einem Schutzschild bedecken; du birgst sie in der Hütte, als Gäste des Herrn im schützenden Schutz seines Zeltes, vor den zänkischen Zungen, die der Gottlosen, die wie im Krieg damit beschäftigt sind, den Gerechten zu schaden. V. 22. Gelobt sei der HERR, denn er hat mir seine wunderbare Güte mir erwiesen und Wunder für den Gläubigen gewirkt, in einer festen Stadt; denn der Gläubige, der sein Vertrauen auf den Herrn setzt, betritt eine befestigte Stadt, die von den Feinden nicht eingenommen werden kann. V. 23. Denn ich sprach in meinem Zagen, während er verwirrt und wie betäubt vor Überraschung war: Ich bin von Deinen Augen verstoßen, hatte er für einen Moment geglaubt, von Gott verlassen zu sein; dennoch hörtest du die Stimme meines Flehens, als ich zu dir schrie, die Erlösung des Herrn beschämte seinen schwachen Glauben.
V. 24. Liebt den HERRN, alle seine Heiligen! als Gegenleistung für die vielen Beweise seiner Güte. Die Gläubigen behütet der HERR, der Herr hält das Versprechen, das er gegeben hat, und vergilt reichlich dem, der Hochmut übt mit der Strafe, die sein Stolz verdient. V. 25. Seid getrost und unverzagt, stark und tapfer sollen sie sein in ihrem Vertrauen auf den Herrn, alle, die auf den HERRN harrt, und zuversichtlich auf die endgültige Offenbarung Seiner Herrlichkeit warten, ein Wort, das für die Gläubigen aller Zeiten gilt. Es mag oft so scheinen, als umgebe uns nichts als Dunkelheit, aber das Licht des Angesichts Gottes ist immer über uns, und die volle Offenbarung Seiner unveränderlichen Liebe wird am Jüngsten Tag offenbar werden.
Von der Rechtfertigung des Sünders
(Zweiter Bußpsalm)
V. 1. Ein Unterweisung Davids, Maskil, eine Betrachtung, wahrscheinlich geschrieben, nachdem David wieder in die Gnade Gottes aufgenommen worden war, etwas mehr als ein Jahr nach seiner großen Sünde mit Batseba, 2 Sam. 11, 21. Der Psalm schildert die Sünde in ihrer ganzen Schrecklichkeit und zeigt, dass kein Mensch aus sich selbst heraus vor Gott gerecht sein kann, sondern ganz und gar auf die Gnade und Barmherzigkeit Gottes in Christus Jesus angewiesen ist. Wohl dem, wörtlich: „O die Segnungen desjenigen“, die er besitzt, dem die Übertretungen vergeben sind, nicht geduldet, sondern weggenommen, dem die Sünde bedeckt ist, so dass der gerechte und heilige Gott sie sozusagen nicht mehr sieht. In welchem Sinne dies möglich ist, wird im nächsten Vers gezeigt. V. 2. Wohl dem Menschen, dem der HERR die Schuld nicht zurechnet, der ihn nicht als jemanden betrachtet, der die Übertretung begangen hat, obwohl Sünde in jeder Form und Ausprägung nicht ungeschehen gemacht werden kann, und in dessen Geist kein Falsch ist! keine Täuschung und Unaufrichtigkeit ist, die versucht, die Bosheit zu vertuschen und die Übertretung zu entschuldigen. Vergebung der Sünden bedeutet, dass die Sünde ihren Charakter als Schuld und Last, die noch auf dem Menschen lastet, dadurch verloren hat, dass sie einem anderen, dem Erlöser, zugerechnet wurde. Diese Vergebung der Sünden wird hier zu Recht als Segen bezeichnet, denn sie ist das größte Geschenk Gottes an den sündigen Menschen. Gleichzeitig sollte beachtet werden, dass ein vollständiges und freies Bekenntnis der Sünde keine Vergebung verdient, sondern eine Bedingung für die Vergebung in dem Sinne ist, dass eine Leugnung der Schuld einen Menschen von der Rechtfertigung durch Gott ausschließt.
V. 3. Denn da ich es wollte verschweigen, während dieses langen Jahres, in dem er sich seiner Sünde bewusst war, sie aber nicht anerkennen wollte, verschmachteten meine Gebeine, sie verschwendeten sich, verdorrten wie eine Blume in der Zeit der Dürre, durch mein tägliches Heulen, das Heulen und Jammern, das in seinem innersten Herzen vor sich ging, während die Stimme seines Gewissens ihn zur Verzweiflung trieb. V. 4. Denn deine Hand Tag und Nacht lag schwer auf mir, solange er sich weigerte, sich in wahrer Reue dem Herrn zuzuwenden; dass mein Saft vertrocknete, wie es im Sommer dürre wird, seine ganze Lebenskraft hatte ihn verlassen. Solange die Sünde nicht vergeben ist, zerfrisst sie das Mark der Knochen und tötet alle Lebensfreude, wie ein Krebsgeschwür oder eine Seuche. Sela. So ist der Zustand der Unbußfertigen: Der Zorn Gottes ruht auf ihnen und gibt ihnen einen Vorgeschmack auf die schreckliche Strafe, die sie in der Hölle treffen wird. Aber all dies hatte schließlich seine Wirkung auf David. V. 5. Darum bekannte ich meine Sünde, in einem vollständigen und freien Bekenntnis, und meine Schuld verhehlte ich nicht. Er hatte endlich die Schuld und Verdammnis seines Verbrechens erkannt; er war sich der Tatsache bewusst geworden, dass er gegen den großen Gott im Himmel gesündigt hatte. Diese Trauer seines Herzens machte er dann bekannt. Ich sprach: Ich will dem HERRN meine Übertretungen bekennen und offen seine Ungerechtigkeit bekennen, wobei dieser Gemütszustand durch den Besuch des Propheten Nathan hervorgerufen wurde (2. Sam. 12, 13). Da vergabst du mir die Schuld meiner Sünde, die Schuld, die er durch seine Übertretung auf sich geladen hatte. Sobald die ersten Anzeichen göttlicher Trauer im Herzen vorhanden sind, wird die Vergebung der Sünden sofort vom Herrn gewährt. Wer wirklich bereut, sehnt sich nach Vergebung und empfängt die Vergebung, wie sie für alle Menschen erlangt wurde, mit einem gläubigen Herzen. Der Trost der Vergebung wird von einem gebrochenen Herzen eifrig angenommen. Sela. David singt nun ein Loblied zu Ehren Gottes für die Vergebung, die er erfahren hat und in der er nun lebt.
V. 6. Deshalb werden alle Heiligen, jeder wahre Gläubige, als Heiliger in den Augen Gottes, zu dir beten zur rechten Zeit; denn alle reuigen, gläubigen Sünder flehen den Herrn ständig an, ihnen Seine Gnade zu gewähren. Darum, wenn große Wasserfluten kommen, wenn Gott in seinem Zorn seine Gerichte vollstreckt, werden sie nicht an sie gelangen, da die Gerechten von solchen Manifestationen des Zorns Gottes verschont bleiben und alle ihre Leiden nur barmherzige Züchtigungen in der Hand Gottes sind. Mit dieser Gewissheit betet David und jeder Gläubige mit ihm, V. 7. Du bist mein Schirm, Gottes Gnade ist der Schutz vor dem Zorn, der die Unbußfertigen trifft; du wirst mich vor Angst behüten, vor aller Furcht und Angst vor der Verdammnis; dass ich errettet ganz fröhlich rühmen könnte; weil seine Seele durch die Gnade Gottes gerettet ist, singt der Gläubige Lieder der Freude und des Jubels. Sela. Auf der Grundlage von Davids Erfahrung gibt der Herr nun allen, die seine Worte erreichen können, einige ernsthafte Ratschläge, insbesondere allen Sündern, die seine Gnade angenommen haben und versuchen, auf seinen Wegen zu wandeln.
V. 8. Ich will dich unterweisen und dir den Weg zeigen, den du gehen sollst, denn das Auge des Herrn ruht auf jedem Gläubigen; ich will dich mit meinem Auge leiten und ihn mit meinem Blick beraten. Das ist eine Folge der Rechtfertigung des Sünders, seines neuen Gehorsams, seiner Bereitschaft, auf den Wegen des Herrn zu wandeln. V. 9. Seid nicht wie das Rosse und Maultiere, unvernünftige Tiere, die nicht verständig sind; denen man Zaum und Gebiss muss ins Maul legen, da sie sonst nicht zu dir kommen, das heißt, ohne die Hilfe solcher Mittel, ohne Gewalt, ist es unmöglich, wilde Tiere zu kontrollieren und zu lenken. Der Gehorsam der Gläubigen, die reuige Sünder sind, ist ein bereitwilliger und williger Gehorsam.
V. 10. Der Gottlose hat viel Plage, die sich ständig dem Willen des Herrn widersetzen; wer aber auf den HERRN hofft sich auf ihn verlässt und bereitwillig seiner Führung folgt, den wird die Güte umfangen, die liebevolle Güte des Herrn wird ihn von allen Seiten umgeben und sich in vielen guten Taten zeigen, als wunderbare Zeichen seiner Barmherzigkeit. V. 11. Freut euch des HERRN und seid fröhlich, ihr Gerechten, denn die Gnade Gottes, die sie erfahren haben, ist der Grund für ihre beständige Freude; und jubelt, alle ihr Frommen! und dankt dem Herrn für alle Segnungen seiner Gnade und Barmherzigkeit, die sich in der Vergebung der Sünden zeigen. So verbringen die Gläubigen ihr ganzes Leben damit, dem Herrn für seine Gnade und Barmherzigkeit zu danken und sich demütig auf die ewige Freude im Himmel vorzubereiten.
Unseres
Herzens Freude besteht im Preisen des Herrschers der Welt als des Beschützers
seines Volkes
Dieser gesamte Psalm ist ein Aufruf zu lebhaftem und freudigem Lobpreis Gottes für seine wunderbaren und herrlichen Eigenschaften und Werke, wie sie in der Schöpfung zum Ausdruck kommen, sowie für seine allgemeine und besondere Vorsehung, angesichts derer der Psalmist im Namen aller Gläubigen sein Vertrauen und seine Freude bekundet und Gottes Barmherzigkeit anruft. V. 1. Freut euch des HERRN, ihr Gerechten! die ihr durch die Gnade Gottes gerechtfertigt seid. Die Frommen sollen, passend und richtig ihn schön preisen, es ist sowohl ihre Pflicht als auch ihre Ehre, den Herrn zu preisen; denn Schweigen ihrerseits käme einer Leugnung seiner Segnungen gleich. V. 2. Dankt dem HERRN mit der Leier, einer Art Zither; und lobsingt ihm auf der Harfe von zehn Saiten! einer zehnsaitigen Harfe oder Laute, die auch im Tempelorchester verwendet wurde. V. 3. Singt ihm ein neues Lied, eines, das besonders für diesen Anlass geeignet ist; macht es gut auf Saiten mit fröhlichem Schall, mit Elan, und zeigt damit die Begierde des Herzens, die Herrlichkeit des Herrn in einem noch nie zuvor gehörten Lied zu preisen. V. 4. Denn des HERRN Wort ist wahrhaftig, aufrichtig, wahr, nicht voller Fehler und Widersprüche; und was er zusagt, das hält er gewiss und Treue getan, wobei die Erfüllung immer mit seinen Verheißungen übereinstimmt. V. 5. Er liebt Gerechtigkeit und Recht; er freut sich, diese Eigenschaften seines göttlichen Wesens zu zeigen. Die Erde ist voll der Güte des HERRN, der vielen Beweise seiner Freundlichkeit.
V. 6. Der Himmel ist durchs Wort des HERRN gemacht, das große Wort, das am Anfang bei Gott war, Johannes 1, 1-3, Spr. 8, 22-30; und all sein Heer durch den Geist seines Mundes, durch die Kraft seines Geistes, wobei der Bezug offensichtlich auf die dritte Person der Dreifaltigkeit genommen wird. V. 7. Er, der dreieinige Gott, hält das Wasser des Meeres zusammen wie in einem Schlauch, wobei der mächtige Ozean durch die allmächtige Kraft des Herrn fest zusammengehalten wird; und legt die Tiefen [o.: Fluten] in Kammern, indem Er den Weiten des Ozeans ihren Platz zuweist, an dem sie bleiben müssen. V. 8. Alle Welt, sogar die leblosen Geschöpfe, fürchte den HERRN; alle Bewohner der Welt, insbesondere die Menschen, die mit Verstand und Vernunft ausgestattet sind, und vor ihm scheue sich alles, was auf dem Erdboden wohnt, mit einer Verehrung, die an Furcht grenzt. V. 9. Denn wenn er spricht mit dem allmächtigen Wort seines Befehls, so geschieht‘s; wenn er gebietet, so steht’s da. Der Bezug ist eindeutig auf die Schöpfungsgeschichte: Gott sprach: Es werde, und es ward, 1. Mose 1. Gott ist darüber hinaus wegen seiner allmächtigen Herrschaft über das Universum zu preisen. V. 10. Der HERR macht zunichte der Heiden Rat, er macht ihre Pläne, wie sie tatsächlich ersonnen sind, ungültig; und vereitelt die Gedanken der Völker, die Gedanken und Absichten ihrer Herzen, macht sie unwirksam und vereitelt so ihre Bosheit. V. 11. Aber der Ratschluss des HERRN bleibt ewiglich, im Gegensatz zu den eitlen Ratschlägen und Gedanken der Menschen, seines Herzens Gedanken für und für, die ewig bestehen bleiben. V. 12. Wohl dem Volk, dessen Gott der HERR ist, Jahwe, ist, der ihr Herrscher und zugleich ihr größter Schatz ist; das Volk, das er zum Erbe erwählt hat, wie es bei Israel zur Zeit Davids der Fall war, das geistliche Israel, die Kirche Gottes, die sein Erbe im höchsten Sinne des Wortes ist. V. 13. Der HERR, als der große Herrscher des Universums, schaut vom Himmel mit den Augen seiner Allwissenheit; und sieht alle, Menschenkinder, und keiner ist vor seinem Wissen verborgen. V. 14. Von seinem festen Thron sieht er auf alle die auf Erden wohnen, alle ihre Taten sind seinem Blick offen. V. 15. Er lenkt ihnen allen das Herz, er ist der Gestalter ihrer Herzen auf einmal, sowohl bei der Schöpfung jeder Seele als auch bei der Gestaltung der Gedanken des Herzens unter seiner Vorsehung; er achtet auf alle ihre Werke und versteht genau, wie sie ihre Pläne ausführen. V. 16. Einem König hilft nicht seine große Macht, ganz gleich, welche Macht und welche Waffen er auch aufbieten mag; ein Held wird nicht errettet durch seine große Kraft, all dies ist ohne Gott nutzlos. V. 17. Betrogen ist, wer von Rossen Hilfe erwartet, auf die sich ein Mensch verlassen kann; ihre große Stärke errettet nicht; da es eine Täuschung für Hilfe und Sieg ist, wird es den enttäuschen, der sich absolut darauf verlässt, dass es ihn in Sicherheit bringt. All dies unterliegt Gottes Herrschaft. V. 18. Siehe, des HERRN Auge sieht auf alle, die ihn fürchten, der gesamte Zweck der Welt und seiner Herrschaft verwirklicht sich in ihnen, die auf seine Güte hoffen und jegliches Vertrauen in sich selbst beiseite lassen; V. 19. Dass er ihre Seele errette vom Tod, sie in allen Gefahren, die ihr Leben bedrohen, zu erhalten und ernähre sie in der Hungersnot. Nachdem diese Tatsachen dargelegt sind, wendet der Psalmist sie auf die Kirche Gottes aller Zeiten an.
V. 20. Unsere Seele harrt auf den HERRN und vertraut fest auf seine Hilfe, wann immer sie sich auch zeigen mag; er ist unsere Hilfe und Schild. V. 21. Denn unser Herz freut sich seiner, und wir trauen auf seinen heiligen Namen, als Grundlage ihres Glaubens, ihrer Liebe und ihrer Hoffnung, aus der alle Erlösung kommt. V. 22. Deine Güte, HERR, die allein den Gläubigen den Mut gibt, den Herrn anzurufen, sei über uns, wie wir auf dich hoffen, wobei ihr zuversichtliches Warten und Vertrauen und die göttliche Antwort miteinander korrelieren. Auf diese Weise ist die Haltung der Hoffnung und des Vertrauens die Haltung der Kirche in allen Zeitaltern, gestützt durch das Wort der Gnade Gottes.
Danksagung
für Gottes Freundlichkeit und Hilfe in großer Not
V. 1. Ein Psalm Davids, als er sich vor dem Abimelech – Titel der Philisterfürsten, 1. Mose 20, 2, wobei der Name dieses Königs von Gath Achisch lautete – wahnsinnig stellte, und dieser ihn vertrieb, und er wegging, 1 Sam. 21, 10-22, 1. Unter der Führung des Heiligen Geistes verkörperte David die Lehren aus diesem Vorfall in seinem Leben in der vorliegenden Hymne.
David lobt Gott für seine Befreiung (V. 2-11): V. 2. Ich will den HERRN loben allezeit, zu jeder Zeit, Davids eigene Fröhlichkeit ist so bemerkenswert, weil seine Schwierigkeiten zu dieser Zeit keineswegs zu Ende waren, da er gezwungen war, sich in der Höhle Adullam in der Wüste Juda zu verstecken; Sein Lob soll immerdar in meinem Mund sein, denn es gibt keinen Anlass, bei dem Lob aus dem Mund eines Gläubigen unangebracht wäre. V. 3. Meine Seele soll sich rühmen des HERRN, sich des Herrn Herrlichkeit und Güte rühmen; dass die Elenden, das heißt die Leidenden, die Frommen, die in der Schule des Leids gedemütigt worden sind, sollen es hören und sich freuen, ihr eigener Glaube wird durch die Erfahrungen Davids gestärkt werden. V. 4. Preist mit mir den HERRN, schreibt ihm Größe zu, in einem Akt des Lobes, und lasst uns miteinander seinen Namen erhöhen! seine Güte und seine zärtliche Barmherzigkeit anerkennend.
V. 5. Da ich den HERRN suchte, flehte ihn eifrig um Hilfe an, antwortete er mir und errette mich aus aller meiner Furcht, den Übeln und Gefahren, die sein Herz mit Schrecken erfüllten. V. 6. Die, alle Leidenden in der Klasse Davids, ihn ansehen, in sehnsüchtiger Erwartung der Erlösung, werden strahlen, sie wurden strahlend und spiegelten die strahlende Güte des himmlischen Vaters wider; und ihr Angesicht wird nicht beschämt, sie brauchten sich nicht zu schämen und vor Enttäuschung zu erröten, vor vergeblichem Weinen. V. 7. Da dieser Elende rief, dieser Bedrängte, wobei insbesondere auf David Bezug genommen wird, aber auch auf alle ähnlichen Fälle, hörte der HERR und half ihm aus all seinen Nöten, nicht nur aus der Gefahr, die ihm in Gath drohte. Aus dieser Tatsache zieht David eine allgemeine Schlussfolgerung: V. 8. Der Engel des HERRN, dieser mächtige Diener des Herrn, in dessen Person sich der Sohn Gottes im Alten Testament so oft offenbart hat, der den Gläubigen mit seinem mächtigen und gnädigen Schutz immer nahe ist, lagert sich um die her, die ihn fürchten, wie eine bewaffnete Heerschar, die den sichersten Schutz bietet, und hilft ihnen aus von allen Gefahren und Unterdrückern. V. 9. Schmeckt, probiert es aus als etwas äußerst Schmackhaftes, und seht, genießt es auch mit den Augen, wie freundlich der HERR ist, wobei der Psalmist die Gläubigen drängt, diese Erfahrung zu suchen, um sich selbst davon zu überzeugen. Wohl dem, der auf ihn traut, der den Herrn zu seiner Zuflucht macht; denn wer ihn fürchtet, hat alle Segnungen in ihm. V. 10. Fürchtet den HERRN, ihr seine Heiligen; denn die ihn fürchten, haben keinen Mangel, sie haben die Fülle von allem, was sie brauchen. V. 11. Junglöwen [LXX: Reiche; die hebr. Worte sind sehr ähnlich] müssen darben und hungern; aber die den HERRN suchen, haben keinen Mangel an irgendeinem Gut; das heißt, es wird eher geschehen, dass die unvernünftigen Tiere, für die die Vorsehung Gottes so regelmäßig sorgt (Ps. 145, 16), Hunger leiden, als dass diejenigen, die nach der wahren Gemeinschaft mit Gott streben, in irgendeiner Weise Not leiden. So viel sollten alle Gläubigen aus der Befreiung lernen, die David in Gath erfahren hat.
David lehrt wahre Frömmigkeit (V. 12-23): V. 12. Kommt her, Kinder, der Meister spricht zu seinen Jüngern, hört mir zu: Ich will euch die Furcht des HERRN lehren. Er selbst hatte in der Schule der Erfahrung unter der Führung Gottes gelernt und wollte diese Erkenntnis an andere weitergeben. V. 13. Wer ist, der Leben begehrt, Wohlstand im besten Sinne des Wortes, und gerne gute Tage hätte, wobei ein langes Leben als besonderer Segen angesehen wird, damit er Gutes sehe? Das heißt: Wem wird Gott seine Güte in reichstem Maße zeigen, indem er ihn mit Segnungen überschüttet? David beschreibt einen solchen Menschen in einer Reihe von Ermahnungen. V. 14. Behüte deine Zunge vor Bösem, vor allen Sünden in der Rede, und deine Lippen, dass sie nicht trügerisch reden. Vgl. Jak. 1, 26; 3, 2-13. V. 15. Lass ab vom Bösen, von jeder Form der Übertretung, und tue Gutes; suche Frieden und jage ihm nach, strebe mit ganzem Eifer danach, Röm. 12, 9-18; 1 Petr. 3, 8-17.
V. 16. Die Augen des HERRN merken auf die Gerechten und seine Ohren auf ihr Schreien, immer bereit, ihre Gebete zu erhören. V. 17 Das Antlitz des HERRN, in diesem Fall mit strengen Zügen, steht gegen alle, die Böses tun, gegen ihre bösen Wege, und drückt seine Missbilligung aus, dass er ihr Gedenken ausrotte von der Erde, damit sie völlig vernichtet werden. V. 18. Wenn die Gerechten schreien, so hört der HERR, antwortet denen, deren Ruf aus einem Herzen kommt, das seine eigene Unwürdigkeit anerkennt, und errettet sie aus all ihrer Not. V. 19. Der HERR ist nahe denen, die zerbrochenen Herzens sind, deren Selbstgerechtigkeit und Selbstsucht durch den Blitzschlag des Gesetzes an der Wurzel gebrochen worden sind; und hilft denen, die ein zerschlagenes Gemüt haben, deren natürlicher Stolz in den Staub gedemütigt worden ist, so dass sie zur richtigen Erkenntnis ihrer verdammungswürdigen Sündhaftigkeit geführt worden sind. Menschen, in denen das Werk des Gesetzes vollbracht wurde, die in sich selbst nichts als Unwürdigkeit und Verdammnis sehen, sind in der Lage, die herrlichen Verheißungen der Erlösung zu empfangen, die Erlösung im Messias zu empfangen. V. 20. Der Gerechte muss viel leiden, die Nöte, Fallstricke und Verfolgungen der Gerechten, die er durch die Hand der Gottlosen erleidet; aber der HERR hilft ihm aus dem allem, wenn nicht hier in der Zeit, so doch sicherlich in der Ewigkeit. V. 21. Er, der Herr, bewahrt ihm alle seine Gebeine, das gesamte Gerüst seines Körpers; dass deren nicht eins zerbrochen wird, denn ohne den Willen des himmlischen V. 22. Den Gottlosen wird das Unglück töten, das ist ihr endgültiges Schicksal; und die den Gerechten hassen, werden Strafe leiden, werden vor Gottes Gericht stehen und als Schuldige leiden. V. 23. Der HERR erlöst die Seele seiner Knechte und macht sie schließlich zu Besitzern der ewigen Erlösung; und alle, die auf ihn vertrauen, werden keine Strafe leiden, da ihnen die Schuld ihrer Sünden nicht angerechnet wird und sie daher nicht zu ewiger Strafe verurteilt werden. Da unsere Sünden Jesus Christus angerechnet und seine Gerechtigkeit uns angerechnet wird, sind wir im Jüngsten Gericht sicher und können uns der ewigen Glückseligkeit und Herrlichkeit im Himmel gewiss sein.
Gebet
um Errettung vor der Grausamkeit der Gottlosen
V. 1. Ein Psalm Davids, in dem er Gottes Hilfe gegen die Gottlosen anruft und die Heuchelei, List und Bosheit der Bösen der Integrität und Großzügigkeit der Gerechten gegenüberstellt, für die er selbst als Vorbild dient.
Fluch über die Gottlosen (V. 1b -10): V. 1. HERR, führe meine Sache, wie in einem Gerichtsverfahren, gegen meine Widersacher, und klage ihn wegen angeblicher Bosheit an; streite gegen die, die mich bekämpfen, die ihren Hass so weit treiben, dass sie Krieg gegen ihn führen. V. 2. Ergreife den Kleinschild und Langschild, wobei der kleinere zum Schutz des Kopfes und der größere zum Schutz des ganzen Körpers dient, und mache dich auf, mir zu helfen, um ihn gegen seine Feinde zu verteidigen. V. 3. Zücke den Speer, als Waffe sowohl zur Verteidigung als auch zum Angriff, und versperre meinen Verfolgern den Weg, damit sie nicht weiterkommen. Sprich zu meiner Seele: Ich bin deine Hilfe, eine Zusicherung seitens Gottes, dass er seinen Diener befreien und retten und ihn in dieser Notlage unterstützen wird. V. 4. Es müssen sich schämen und zuschanden werden, die nach meiner Seele stehen; es müssen zurückweichen, in erbärmlicher Flucht, und zuschanden werden, die mir Böses wollen und Böses gegen ihn planen. Die Anhäufung von Worten, die das Scheitern der Hoffnungen und Unternehmungen der Gottlosen bedeuten, zeigt, dass David um die völlige Vereitelung all ihrer Absichten, um ihren vollständigen Sturz betet. V. 5. Sie sollen werden wie Spreu vor dem Wind, verstreut in alle vier Winde; und der Engel des HERRN stoße sie weg, der Herr selbst, in der Gestalt dieses Engels, soll sie niederschlagen und vernichten. V. 6. Ihr Weg sei dunkel und schlüpfrig, wörtlich „Dunkelheit und Glätte”, wo sie nicht einmal sehen oder einen guten Halt finden können, während sie vor ihrer Strafe fliehen; und der Engel des HERRN verfolge sie, wie er die Ägypter verfolgte, als er sie am Roten Meer in Schrecken versetzte. V. 7. Denn sie haben mir ohne Grund, ohne Provokation seitens Davids, während er völlig unschuldig war, ihre Netze gestellt, ohne Grund meiner Seele eine Grube gegraben. Das war Davids Klage, dass seine Feinde seine Seele, sein Leben jagten und verfolgten und alle möglichen Mittel einsetzten, um ihn zu vernichten.
V. 8. Unversehens treffe ihn das Verderben, möge die Verwüstung alle Feinde Davids und Jehovas treffen, bevor sie ihre Gefahr erkennen; und das Netz, das er gestellt hat, müsse ihn fangen; zum Verderben falle er hinein, zerstört durch genau die Strafe, die er für die Gerechten vorgesehen hatte. Auf diesen Sturz der gottlosen Macht würde die Freude des triumphierenden Glaubens folgen. V. 9. Aber meine Seele wird sich freuen des HERRN, der durch seine Rache die Sache der Gerechten gerechtfertigt hat; und fröhlich sein über seine Hilfe, über die Befreiung von den Listigkeiten, die er erfahren hatte. V. 10. Alle meine Gebeine werden sagen: HERR, wer ist dir gleich, sein Körper vereint sich mit seiner Seele, um den Herrn zu preisen, der du den Elenden, die demütigen Gerechten, errettest von dem, der ihm zu stark ist, und den Elenden und Armen vor seinem Räuber. Vgl. Ps. 10, 2. Beachte, dass ein Gläubiger durchaus um die Vernichtung der Gottlosen beten kann, wenn er die Vollstreckung der Rache ganz in Gottes Hände legt.
Die Heuchelei und Boshaftigkeit der Gottlosen (V. 11-18): V. 11. Es treten gewalttätige Zeugen auf, wörtlich „Zeugen der Gewalt”, mit ungerechten Anschuldigungen; sie fragen mich, was ich nicht weiß, von denen er selbst wusste, dass er unschuldig war. V. 12. Sie vergelten mir Gutes mit Bösem, das er ihnen seinerseits zu zeigen versuchte, vereinsamt ist meine Seele, um seine Seele zu betrüben, um ihn freundlos zu machen, um ihn zu isolieren. V. 13. Ich aber, wenn sie krank waren, trug einen Sack, um meine Anteilnahme an ihrem Leid zu bekunden; kasteite mich mit Fasten, indem ich ihr Leid zu meinem eigenen machte; und betete mit tief gesenktem Haupt [w.: und mein Gebet kehrte gegen meine Brust zurück], denn er beugte sich so weit vor, mit gesenktem Kopf, dass seine Stimme gegen seine eigene Brust hallte. So hatte er sich mit größter Ernsthaftigkeit und Demut für seine Feinde eingesetzt. V. 14. Ich verhielt mich, als wäre es, der Feind in Not, mein Freund und Bruder; ich ging einher , in Staub und Asche, so dass er schmutzig und verwahrlost aussah, wie einer, der Leid trägt über seine Mutter, in tiefster Trauer. V. 15. Sie aber freuen sich, wenn ich strauchle, seinem Hinken, seiner Lahmheit, die von tiefem Leid zeugten, und rotten sich zusammen, um das Schauspiel seines großen Leids mitanzusehen; ja, die Verachteten, die verächtlichen, erniedrigten Menschen sie rotten sich zum Schlag gegen mich, Leute, die ich nicht kenne, Menschen, die er bis dahin nicht einmal beachtet hatte; lästern mich und hören nicht auf, griffen ihn mit Spott und Gelächter an und schwiegen nicht; V. 16. Wie gottlose Spötter bei Festen, die es lieben, sich über einen armen Leidenden lustig zu machen, indem sie auf seine Kosten bissige Witze reißen, knirschten mit ihren Zähnen gegen mich, in einer Geste höhnischer Verachtung, wahrscheinlich auch mit gestammelten, verdrehten Worten. V. 17. HERR, wie lange willst du zusehen? nämlich ohne etwas zu tun, um ihn zu befreien. Errette doch meine Seele aus ihrem Wüten, mein einziges Gut, wörtlich „mein Einziger“, vor den jungen Löwen, vor den wilden und gierigen Menschen, die ihn so verächtlich behandelten. V. 18. Ich will dir danken in der großen Gemeinde, indem er seine Dankesgelübde zusammen mit allen anderen Gläubigen erfüllt; unter viel Volk will ich dich rühmen, Menschen von Zahl und Macht. Die Gemeinde der Gläubigen mag in den Augen der Welt klein und schwach erscheinen, aber vor dem Herrn und in seiner Macht sind sie unbesiegbar.
Ernstes
Gebet um Besserung der Lage (V. 19-28): V. 19. Lass sich nicht über mich
freuen, die mir grundlos feind sind, durch ihre falschen und
verleumderischen Anschuldigungen; noch mit den Augen spotten, in einer
Geste der List und Verachtung, die mich ohne Grund hassen, obwohl er
völlig unschuldig ist. V. 20. Denn sie reden nicht, was zum Frieden dient,
ihr Ziel ist es nicht, Ruhe und Glück über das Land zu bringen; und ersinnen
Worte des Betrugs gegen die Stillen im Land, gegen diejenigen, die wirklich
den Frieden lieben und das Wohl des Landes suchen. V. 21. Sie sperren ihr
Maul weit auf gegen mich, in einer Geste der Verachtung, und sprechen: Da,
da! Unsere Augen haben es gesehen, nämlich die Erfüllung ihrer Hoffnungen,
dass der Gläubige in Schwierigkeiten geraten würde. V. 22. HERR, du siehst
es, wie die Feinde gehandelt haben. Schweige nicht; HERR, sei nicht fern
von mir! In dieser großen Notlage, in der nur er Hilfe leisten konnte. V.
23. Erwecke dich selbst, als ob du aus dem Schlaf erwacht wärst, bereite
dich auf energisches Handeln vor und wache auf zu meinem Recht und zu meiner
Sache, nämlich um sie als gerecht zu etablieren, um ihn zu rechtfertigen, mein
Gott und HERR. V. 24. HERR, mein Gott, schaffe mir Recht nach deiner
Gerechtigkeit, dass sie sich nicht über mich freuen. V. 25. Lass sie nicht
sagen in ihrem Herzen, in ihrer Gier zu verschlingen, in ihrem Verlangen zu
vernichten: Da, da, das wollten wir! Lass sie nicht sagen: Wir haben ihn
verschlungen.
V. 26. Sie sollen sich schämen und zuschanden werden alle, mit all ihren bösen Absichten völlig vereitelt, die sich über mein Unglück freuen. Sie sollen mit Scham und Schande bekleidet werden, die sich gegen mich rühmen, sich aufblasen. Die gerechte Regierung Gottes ist die einzige Hoffnung der Frommen und der Schrecken der Gottlosen. V. 27. Jubeln und freuen sollen sich, die sich an meiner Gerechtigkeit freuen, froh, dass er sein Recht hat; und immer sagen: Der HERR sei hochgelobt, der seinem Knecht wohl will und sich daran erfreut, ihm seine göttlichen Segnungen zu zeigen. V. 28. Und meine Zunge soll reden von deiner Gerechtigkeit, indem sie Gottes gerechte Regierung preist, und dich täglich preisen. Gott ist der Verfechter all derer, die unter seinen Kindern unterdrückt werden, und diese wiederum machen es sich zur Aufgabe, die Ehre seines heiligen Namens zu jeder Zeit bekannt zu machen.
Gebet
und Klage gegen die gottlosen Heuchler, Segen der Gemeinschaft mit Gott
V. 1. Dem Chorleiter, zur Verwendung in den liturgischen Gottesdiensten des Tempels, ein Psalm Davids, des Knechtes des HERRN, der hier allen anderen Dienern des Herrn die Finsternis vor Augen führt, in der die Gottlosen leben, und dann das Licht, in dem die Gläubigen ihr Dasein haben. V. 2. Der Gottlose spricht im Grund seines Herzens: oder besser gesagt: „Eine Aufforderung zur Bosheit an das Böse in seinem Herzen“, Es ist keine Furcht Gottes vor seinen Augen ist. Das ist der Zustand, wie David ihn sieht: Es gibt nichts als Aufforderungen zum Bösen im Herzen der Gottlosen und keinen Hinweis auf Furcht und Ehrfurcht vor Gott vor ihren Augen. V. 3. Denn er schmeichelt sich selbst in seinen Augen, Sünde zu tun, Hass zu üben; das heißt, Laster, Bosheit, Böses schmeichelt dem Gottlosen in seinen eigenen Augen und macht die Sünde angenehm und attraktiv, um ihn durch seinen Hass auf die Gerechten in Schuld zu stürzen, denn das ist der Höhepunkt seiner Bosheit. V. 4. Alle Worte seines Mundes, in denen er diesen Hass gegen die Frommen zum Ausdruck bringt, sind Unheil und Trug, voller Falschheit und Lüge; er hat aufgehört, verständig zu sein und Gutes zu tun, hat alle richtigen Verhaltensgrundsätze verworfen. V. 5. Er trachtet auf seinem Lager nach Schaden, nutzt sogar die Nacht für diese Gedanken der Bosheit; und steht fest auf dem bösen Weg, wählt bewusst einen Kurs, und scheut kein Arges, was die stärkste Art ist, zu sagen, dass er sich daran erfreut. So ist die geistige Finsternis der Gottlosen. Der Psalmist stellt nun im Gegensatz dazu den Herrn und diejenigen dar, die an ihn glauben.
V. 6. HERR, deine Güte reicht, soweit der Himmel ist, vielmehr reicht sie bis zu den Himmeln; und deine Wahrheit, mit der Er Seine Verheißungen der Gnade hält, soweit die Wolken gehen und erfüllt die ganze Welt. V. 7. Deine Gerechtigkeit steht wie die Berge Gottes, riesig, massiv und sicher; und dein Recht wie große Tiefe, eine mächtige und gewaltige Flut. HERR, du mit deinen unbegrenzten Kräften hilfst Menschen und Tieren, alle Geschöpfe sind in seiner Vorsehung eingeschlossen. V. 8. Wie köstlich ist deine Güte, wie kostbar ist seine Gnade, Gott, dass Menschenkinder unter dem Schatten deiner Flügel sich bergen, die Gläubigen finden vollen Schutz in seiner Obhut, 5. Mose 32, 11; Ps. 91, 1. V. 9. Sie werden satt, bis zur Trunkenheit, von den reichen Gütern deines Hauses, in Verbindung mit den Opfermahlzeiten der Dank- und Friedensopfer; und du tränkst sie mit Wonne wie mit einem Strom, in reichlicher Fülle, wie in einem neuen, geistlichen Eden, denn Gott ist die Quelle reichster Segnungen. V. 10. Denn bei dir ist die Quelle des Lebens, die Quelle allen wahren Lebens, sowohl des körperlichen als auch des geistigen; und in deinem Licht sehen wir das Licht, das Licht der ewigen Gnade aus dem Antlitz Gottes. Die häufige Verbindung von Leben und Licht in der Schrift, Ps. 56, 14; Hiob 3, 20, auch in Bezug auf das Kommen Christi, Joh. 1, 4, zeigt, dass die Erlösung des Heils gemeint ist. Die Gläubigen genießen schon hier in dieser Welt die Vorteile der Erlösung, die durch das Werk Christi erlangt wurde, und im Jenseits werden sie sie in freudiger Fülle genießen, ohne jegliche Beimischung des Elends dieser Welt. Deshalb schließt der Psalmist mit einem inbrünstigen Gebet.
V. 11. Breite deine Güte über die, die dich kennen lass sie auch in Zukunft Deine barmherzige Güte genießen, und deine Gerechtigkeit über die Frommen [Aufrichtigen], damit sie ihnen als schützende Hülle dienen. V. 12. Lass mich nicht unter den Fuß der Stolzen in einem Akt der Gewalt gegen mich kommen, und die Hand der Gottlosen vertreibe mich nicht und ihn in die Verbannung aus dem Land des Erbes Gottes treiben. V. 13. Da sind gefallen die Übeltäter, die Bösen, in ihrer Gewalttat werden sie gestürzt; gestürzt sind sie und können nicht mehr aufstehen, so dass der Triumph der Gerechten vollkommen ist. So ist immer der Sieg des Glaubens, denn er bezieht sowohl Licht als auch Leben von Gott.
Das
vordergründige Glück der Gottlosen und das wahre Glück der Gläubigen
(Grundlage
für den Choral: Befiehl du deine Wege)
V. 1. Ein Psalm Davids, zu Recht als einer der schönsten von ihm verfassten Psalmen angesehen, von Luther als das Gewand der Frommen bezeichnet, mit der Inschrift: „Hier ist die Geduld der Heiligen“, Offb. 14, 12. Entrüste dich nicht mit Aufregung und Zorn über die Bösen, sei nicht neidisch auf die Übeltäter, weil du dich über ihr scheinbares Glück und ihren Wohlstand ärgerst. V. 2. Denn wie Gras werden sie bald abgehauen, verblühen und vergehen und wie das grüne Kraut werden sie verwelken, das zarte Gras und die junge Vegetation des Frühlings, deren Schönheit nur vergänglich ist. Nachdem diese beiden Verse die Stimmung des gesamten Psalms zum Ausdruck gebracht haben, werden die beiden darin enthaltenen Gedanken weiter ausgeführt. V. 3. Hoffe auf den HERRN, jeder Gläubige soll sein volles Vertrauen allein auf den Herrn setzen, und tue Gutes; bleibe im Land, die Ermahnung lautet, ein ruhiges und friedliches Leben zu führen, und nähre dich redlich, oder besser gesagt, übe Treue und Aufrichtigkeit in allen Handlungen. V. 4. Habe deine Lust am HERRN, der wird dir geben, was dein Herz wünscht, alle Bitten, die mit seinem gnädigen und guten Willen übereinstimmen. V. 5. Befiehl dem HERRN deine Wege, wörtlich: „wirf ihn auf den Herrn“, so schwer er auch mit all seinen Schwierigkeiten und Sorgen erscheinen mag; und hoffe auf ihn, und er wird‘s wohlmachen, alles tun, was für das wahre Glück des Gläubigen notwendig ist. V. 6. Und wird deine Gerechtigkeit hervorbringen, die jetzt unbeachtet und in dichtester Finsternis liegt, wie das Licht, wenn sich die Morgendämmerung über den östlichen Himmel ausbreitet und die Morgensonne die Dunkelheit vertreibt, und dein Recht, das Recht auf Seiten der Gläubigen, wie den Mittag, in voller Helligkeit vor den Augen der ganzen Welt. V. 7. Sei stille dem HERRN, sei still vor dem Herrn mit jener ruhigen Ergebenheit, die sich in Seinen Händen sicher weiß, und warte auf ihn! suche Seine Hilfe in unerschütterlicher Hoffnung. Entrüste dich nicht in ängstlicher Verärgerung über den, dessen Weg gelingt, gegen den Gottlosen in seinem Glück, der seinen Mutwillen treibt, um den Gerechten zu schaden. V. 8. Steh ab vom Zorn und lass den Grimm, hüte dich eifersüchtig vor den Sünden eines bösen Temperaments; entrüste dich nicht, damit du nicht Unrecht tust, denn das wäre die natürliche Folge, wenn ein Gläubiger seinem Ärger nachgeben würde; er selbst würde sich der Sünde schuldig machen. V. 9. Denn die Bösen werden ausgerottet, und dieses Ergebnis ist auch ohne den sündigen Zorn des Gläubigen sicher; die aber auf den HERRN harren und ihr Vertrauen fest auf ihn setzen, werden das Land erben und schon hier in dieser Zeit wahres Glück genießen, während sie sich der Segnungen der Ewigkeit sicher sind. V. 10. Noch eine kleine Weile, und der Gottlose ist nicht mehr da, ausgelöscht durch die rächerische Hand Gottes; wenn du nach seiner Stätte siehst und dich fragst, warum er so plötzlich leer ist, ist er weg, wörtlich „er ist nicht“, was den schnellen Schlag der rächerischen Gerechtigkeit Gottes bezeichnet. V. 11. Aber die Sanftmütigen, die demütig ihr Vertrauen auf Gott setzen, werden das Land erben, wie der Herr in Matthäus 5,5 wiederholt, und ihre Lust haben in großem Frieden und das Glück wahrer Wohlfahrt unter dem Segen Jehovas genießen.
V.
12. Der Gottlose droht dem Gerechten, mit der Absicht, ihm bei jeder
Gelegenheit zu schaden, und knirscht mit seinen Zähnen gegen ihn, in
einer Geste ungezügelter Wut. V. 13. Der HERR lacht über ihn und wird sich
über den vergeblichen Zorn des Ungläubigen lustig machen; denn er sieht,
dass sein Tag, der Tag des Gerichts und der Strafe, kommt. V. 14. Die
Gottlosen ziehen das Schwert, um zu morden, und spannen ihren Bogen,
bereit, den tödlichen Pfeil fliegen zu lassen, dass sie fällen die Elenden
und Armen mit den Waffen der Gewalt zu Fall zu bringen und hinschlachten
die Frommen und sich nach dem Willen des Herrn verhalten. V. 15. Aber ihr
Schwert wird durch Gottes Fügung und durch seine Rachekraft in
ihr Herz dringen, und ihre Bogen wird zerbrechen.
V. 16. Das Wenige, das ein Gerechter hat, auch wenn er arm an weltlichen Gütern ist, ist besser als der Überfluss vieler Gottloser, der keinen wahren Wohlstand darstellt, weil er keine Zufriedenheit schenkt und ihnen keine Ruhe und Befriedigung verschafft. V. 17. Denn die Arme der Gottlosen werden zerbrochen, so dass diese Mitglieder der Bosheit weder anderen schaden noch sich selbst helfen können; aber der HERR erhält die Gerechten, denn der Herr ist ihre ewige Stärke und Stütze. V. 18. Der HERR kennt die Tage der Frommen, wacht sorgfältig über sie, ordnet liebevoll alles, was ihnen widerfährt; und ihr Erbe wird ewig bleiben, sie werden die Segnungen erhalten, die Er für sie vorgesehen hat, hier in der Zeit und im Jenseits in der Ewigkeit. V. 19. Sie werden nicht zuschanden in der bösen Zeit, nicht verspottet werden, weil sie vom Herrn verlassen worden sind, und in den Tagen des Hungers werden sie satt werden, ihre Bedürfnisse werden gemäß Gottes gnädigem und gutem Willen gestillt werden. V. 20. Denn die Gottlosen werden umkommen, ihr endgültiges Schicksal wird immer wieder betont, und die Feinde des HERRN, wenn sie gleich sind wie prächtige Auen, oder „wie die Pracht der Weiden”, die so schnell vergeht; werden sie doch vergehen, wie der Rauch vergeht, wie Rauch sich in der Luft auflöst und verflüchtigt.
V. 21. Der Gottlose borgt und bezahlt nicht, da er in seinen Geschäften bewusst unehrlich ist; aber der Gerechte ist barmherzig und gibt, froh, die ihm von Gott gegebenen Segnungen mit den Bedürftigen zu teilen. V. 22. Denn die von ihm Gesegneten erben das Land, und der Segen des Herrn wird ihnen reichen Überfluss bringen; aber die von ihm Verfluchten werden ausgerottet, und ihr endgültiges Los wird eines extremer Not und Unglück sein, ganz gleich, wie viele Schätze sie angehäuft haben. V. 23. Vom HERRN kommt es, wenn eines Mannes Schritte fest werden, fest gegründet, mit dem Herrn als seinem Führer; und er hat Gefallen an seinem Weg, der Herr hat Freude an dem gesamten Verhalten und der gesamten Lebensweise des Gläubigen. V. 24. Fällt er, denn selbst die Gerechten stolpern gelegentlich und machen sich der Übertretung schuldig, stürzt er doch nicht völlig darnieder, ausgestreckt in seiner ganzen Länge, unfähig, wieder aufzustehen; denn der HERR stützt seine Hand, hält ihn aufrecht und bietet ihm seine allmächtige und gnädige Unterstützung an, damit er wieder aufrecht stehen und seinen Weg fortsetzen kann.
V. 25. Ich bin jung gewesen und alt geworden, der Psalmist kann auf die Erfahrung eines ganzen Lebens zurückgreifen; und habe noch nie gesehen den Gerechten verlassen, dass er ohne Hilfe zurückgelassen wurde, noch seine Nachkommen um Brot betteln und dauernde Not litten. Vorübergehende Verlassenheit und Entbehrung mag es geben, aber die Gerechten werden von Jehova niemals wirklich verlassen. V. 26. Er, der Gerechte, der durch den Glauben wahre Gerechtigkeit besitzt, ist allezeit barmherzig, zeigt den Glauben seines Herzens in Taten der Liebe und leiht gern; und seine Nachkommen werden zum Segen sein, der Segen des Herrn ruht auf seinem Haus und seiner Familie. Die Schlussfolgerung, zu der David gelangt, lautet daher: V. 27. Lass ab vom Bösen ab und tue Gutes, folge dem Weg der wahren Gerechtigkeit; so bleibst du wohnen immerdar, denn das ist Gottes Segen der Barmherzigkeit für wahre Frömmigkeit. V. 28. Denn der HERR hat das Recht lieb, er ist gerecht in all seinen Handlungen mit den Menschen, und verlässt seine Heiligen nicht; ewig werden sie bewahrt. Aber die Nachkommen der Gottlosen werden ausgerottet, ihre gesamte Nachkommenschaft, die ihnen in ihrer Bosheit folgt, wird vernichtet werden. V. 29. Die Gerechten werden das Land erben und immer darin wohnen, als Besitzer wahrer Glückseligkeit.
V.
30. Der Mund des Gerechten spricht Weisheit, denn er sinnt ständig über
Dinge nach, die zur höchsten Weisheit gehören, und seine Zunge redet das
Recht, in jeder Situation auf das Richtige bedacht. V. 31. Das Gesetz
seines Gottes ist in seinem Herzen und gibt ihm den Antrieb für sein
frommes Verhalten; seine Tritte gleiten nicht, da sein gesamtes
Verhalten von einer bestimmten Regel und Norm geleitet wird, da sein Wille vom
Willen Gottes bestimmt wird. V. 32. Der Gottlose lauert auf den Gerechten
und sucht, ihn zu töten, zu diesem Zweck hat er seine Pläne geschmiedet. V.
33. Der HERR lässt ihn nicht in seiner Hand, wird den Gerechten nicht der
bösen Absicht des Gottlosen überlassen, und verdammt ihn nicht, wenn er verurteilt
wird, das göttliche Urteil wird ihn freisprechen, selbst wenn die Menschen
ihn für schuldig erklären sollten. V. 34. Harre auf den HERRN, mit
ruhiger, beständiger Zuversicht, und halte seinen Weg ein, so wird er dich
erhöhen, dass du das Land erbst, diese Verheißung wird in diesem einen
Psalm sechsmal gegeben; du wirst sehen, dass die Gottlosen ausgerottet
werden.
V. 35. Ich habe gesehen einen Gottlosen gewalttätig, stolz, rücksichtslos, arrogant, und breitete sich aus wie eine grünende Zeder, ein Baum in voller Blüte, voller Kraft. V. 36. Da man vorüberging, oder: „Siehe, einer ist vorübergegangen“, gesprochen wie von einem zufälligen Vorübergehenden, siehe, da war er dahin, verschwunden, ohne auch nur eine Welle zu verursachen; ich fragte nach ihm, aber er war nicht zu finden. „Die Wege des Ruhmes führen nur zum Grab.“ V. 37. Bleibe fromm und halte dich recht, beobachte genau, wie der Herr mit einem solchen Menschen umgeht; denn solchem wird es zuletzt wohlgehen, der Mann des Friedens empfängt ewigen Frieden als Belohnung für Gottes Barmherzigkeit. V. 38. Aber die Übertreter werden allesamt vertilgt; und die Gottlosen, ihre ganze Nachkommenschaft, werden zuletzt ausgerottet. V. 39. Aber der HERR hilft den Gerechten, ihre endgültige Befreiung von allem Bösen, an Leib und Seele, Eigentum und Ehre. Er ist ihre Stärke zur Zeit der Not, in jeder Form von Bedrängnis und Unterdrückung. V. 40. Und der HERR wird ihnen beistehen und sie erretten; er wird sie von den Gottlosen erretten und ihnen helfen, denn sie trauen auf ihn und machen den Herrn zu ihrer einzigen Zuflucht. Die Lehre des Psalms ist wunderschön zusammengefasst in dem bekannten Lied von Paul Gerhardt „Befiehl du deine Wege“, das schon vielen bedrängten Herzen Trost gespendet hat.
(Dritter Bußpsalm)
Bußgebet um Erlösung von schwerer
Sündenlast
V. 1. Ein Psalm Davids, zum Gedächtnis, um Gott an seine große Barmherzigkeit gegenüber armen Sündern zu erinnern. Der Hymnus war wahrscheinlich für den Teil des Gottesdienstes bestimmt, in dem das Speiseopfer zum Opfer hinzugefügt wurde, denn sein süßer Duft sollte mit dem Gebet der Gläubigen zum Herrn aufsteigen, V. 2. HERR, strafe mich nicht in deinem Zorn, obwohl David wusste, dass er es verdient hatte; und züchtige mich nicht in deinem Grimm! mit der ganzen Strenge der göttlichen Gerechtigkeit. V. 3 Denn deine Pfeile stecken in mir, die Pfeile des Zorns Gottes, die sich in sein Fleisch gebohrt haben, und deine Hand drückt mich, in dem Unglück oder in der Furcht, die ihn bedrückten.
V. 4. Es ist nichts Gesundes an meinem Leib wegen deinem Drohen, sein Körper war krank infolge der Empörung des Herrn über seine Sünden; und ist nichts Heiles in meinen Gebeinen, keine richtige Gesundheit und kein Frieden, wegen meiner Sünde, deren Folgen sowohl seinen Körper als auch seinen Geist mit ihren Leiden beeinträchtigten. V. 5. Denn meine Sünden gehen über mein Haupt, sie überfluten ihn wie eine überwältigende Flut; wie eine schwere Last sind sie mir zu schwer geworden, die Last, die auf seinem Gewissen lastet, übersteigt seine Kraft. V. 6. Meine Wunden, die Blutergüsse, die er bildlich gesprochen aufgrund seiner Sünden trug, stinken und eitern, sie haben nicht nur einen üblen Geruch, sondern laufen auch wie eine offene, eiternde Wunde, wegen meiner Torheit, wobei diese Bezeichnung gewählt wurde, da alle Sünde Torheit und Selbstzerstörung ist. V. 7. Ich gehe krumm, gebeugt von der Krankheit seiner Seele; und sehr gebückt, wie von einer Krankheit, die den Körper in qualvollen Schmerzen zusammenzieht; den ganzen Tag gehe ich traurig einher, wörtlich „schmutzig“, schwarz vor Schmutz, wegen der Asche und der verschmutzten Kleidung, die seine Trauer symbolisieren. V. 8. Denn meine Lenden, die normalerweise für robuste Kraft stehen, sind ganz verdorrt, voller trockener Verbrennungen, als würde sich eine Gangrän ausbreiten; und ist nichts Gesundes an meinem Leib, seine gesamte frühere Gesundheit hat ihn verlassen. V. 9. Ich bin erschöpft und ganz zerschlagen, ausgekühlt, betäubt und völlig zerschlagen; ich schreie, mit lauten Seufzern und Schreien, wegen der Unruhe meines Herzens, die seine Lippen zum Stöhnen und Ächzen brachte.
V. 10. HERR, du kennst all mein Begehren, der Herr kennt die Sehnsucht, die der Leidende inmitten seines Elends empfindet; und mein Seufzen ist dir nicht verborgen. David verweist auf diese Tatsache, um die Barmherzigkeit des Herrn zu wecken. V. 11. Mein Herz bebt, es klopft vor heftiger Erregung, als würde es die Not kaum überleben, meine Kraft hat mich verlassen; und das Licht meiner Augen, die Kraft seines Sehvermögens, ist dahin, ein Zustand, der aus der extremen Schwäche des ganzen Körpers resultiert. V. 12. Meine Lieben und Freunde, diejenigen, deren Bekanntschaft und Freundschaft er schätzte, scheuen vor meiner Plage wegen des Schlags oder der Plage, die der Herr über ihn gebracht hat; und meine Verwandten halten sich fern und verlassen ihn in dieser Notlage. V. 13. Die mir nach dem Leben trachten, stellen mir nach, nutzen diese Gelegenheit, in der er in Schwierigkeiten ist, um ihren Hass zu zeigen; und die mein Unglück suchen, verabreden Unheil planen seine Vernichtung, und sinnen auf Trug den ganzen Tag, sinnen den ganzen Tag lang auf böswillige Tricks. V. 14. Aber ich bin wie ein Tauber und höre nicht, er verschloss bewusst seine Ohren, um sich nicht zu einer Antwort auf ihre beleidigenden Reden provozieren zu lassen; und wie ein Stummer, der seinen Mund nicht auftut, das Bewusstsein seiner Schuld veranlasste ihn zu schweigen, an jede Hilfe für sich selbst zu verzweifeln und allein auf den Herrn zu vertrauen. V. 15. Ich muss sein wie einer, der nicht hört und der keine Widerrede in seinem Mund hat, der es nicht wagt, Gegenbeweise anzuführen, um sich zu rechtfertigen. Auf diese Weise öffnet ein Gläubiger sein Herz und bringt seine Klage vor dem Herrn inmitten der Schwierigkeiten, die ihn bedrängen. V. 16. Aber ich harre, HERR, auf dich, als den Einzigen, an den er sich in seiner großen Not sicher wenden konnte; du, HERR, mein Gott, wirst hören, eine nachdrückliche, vertrauensvolle Erwartung. V. 17. Denn ich denke: Dass sie sich ja nicht über mich freuen, die Ehre des Namens des Herrn verlangt, dass er seinen Diener rettet, damit nicht auch er verspottet wird. Wenn mein Fuß wankte, würden sie sich hoch rühmen gegen mich, blasen sich auf und verspotten den einfachen Glauben des Gläubigen, dessen Vertrauen durch seine Leiden erschüttert ist. V. 18. Denn ich bin dem Straucheln nahe, kurz davor, vor Lahmheit zu fallen, und mein Schmerz ist immer vor mir, sein Schuldgefühl sorgt dafür, dass sein Elend immer vor seinen Augen bleibt.
V. 19. Denn ich bekenne meine Missetat, seine Schuld offen bekennen; und sorge mich wegen meiner Sünde, voller Angst deswegen. V. 20. Aber meine Feinde, im Gegensatz zu seinem niedergeschlagenen Zustand, leben, voller Vitalität und Kraft, und sind mächtig; die mich ohne Grund hassen, sind zahlreich und kommen in immer größerer Zahl gegen ihn. V. 21. Und die mir Böses für Gutes vergelten, stellen sich gegen mich, weil ich mich an das Gute halte, wobei die Verfolgung der Frommen durch die Gottlosen in der Welt etwas Gewöhnliches, Alltägliches ist. Aber David und alle wahren Gläubigen mit ihm halten an ihrem Glauben an Jehova und an die im Evangelium verheißene vergebende Gnade fest. V. 22. Verlass mich nicht, HERR, indem du ihn dem Willen seiner Feinde oder dem Elend völliger Verzweiflung überlässt; mein Gott, sei nicht fern von mir! bereit, ihm zu helfen. V. 23. Eile, mir beizustehen, HERR, meine Hilfe, denn nur in ihm konnte er Erlösung von der Sünde und ihren Folgen finden. So lautet das Gebet jedes Gläubigen, wenn er die Macht der Sünde spürt. Und echte Reue führt zum Glauben; sie verzweifelt an sich selbst, behält aber ihr Vertrauen in den Herrn unerschütterlich. Und dieses Vertrauen ist kein vergebliches Vertrauen.
Gebet
um die rechte Sterbekunst als rechte Arznei gegen das Ärgernis des Glücks der
Gottlosen
V. 1. An den Chorleiter, an Jeduthun oder Ethan, den Namen eines der obersten Chorleiter Davids, der Anführer einer Familie oder eines Chores von Sängern war, die hauptsächlich im liturgischen Teil des Gottesdienstes tätig waren, ein Psalm Davids. V. 2. Ich habe mir vorgesetzt: Ich will mich hüten, auf seine gesamte Denk- und Handlungsweise, damit ich nicht sündige mit meiner Zunge, nämlich indem ich über mein eigenes Unglück im Vergleich zum Glück der Gottlosen murre und klage; Ich will meinen Mund einen Zaum anlegen, einer Maulkorb, verschließen, um sein Klagen zu verhindern, während ich muss den Gottlosen vor mir sehen, in seiner Gegenwart, während er gezwungen war, zu sehen, wie die Gottlosen in der Fülle ihrer Macht gedeihen und offenbar alles Gute genießen. V. 3. Ich bin verstummt und still, in vertrauensvoller Unterwerfung, und schweige fern der Freude, fern vom Wohlstand, er schloss sein Herz und seinen Verstand vor allem ab und kommunizierte allein mit Gott; und muss mein Leid in mich fressen, sein Ärgernis zwang ihn schließlich, zum Herrn zu rufen. V. 4. Mein Herz ist entbrannt in meinem Leib, seine Gefühle waren wie eine erstickte Flamme, die nach einem Ausweg suchte; wenn ich daran denke, brennt es wie Feuer und bricht durch alle Unterdrückung hindurch.
Ich rede mit meiner Zunge und richtete seine Klage an den Herrn: V. 5. HERR, lehre mich doch, dass es ein Ende mit mir haben muss, gib ihm das richtige Verständnis für die Eitelkeit dieses irdischen Lebens und die Schnelligkeit, mit der es beendet wird, und mein Leben ein Ziel hat, damit dieses Maß bald erfüllt werde; und ich davon muss, ein sterbliches Wesen inmitten vergänglicher Dinge. Dieser Gedanke soll weniger die Kürze des menschlichen Lebens betonen als vielmehr seine völlige Nichtigkeit und damit die Torheit, sich mit den Angelegenheiten dieser Welt zu beschäftigen und dabei das einzig Notwendige auszuschließen, nämlich Gott im Glauben und Vertrauen zu ergreifen. V. 6. Siehe, meine Tage sind eine Handbreit bei dir, eine bloße Spanne Leben, die jedem Sterblichen zugeteilt ist; und mein Leben ist wie nichts vor dir, vor dem Angesicht des ewigen Gottes. Wie gar nichts sind alle Menschen, die doch so sicher leben, selbst wenn er am festesten gegründet zu sein scheint, ist es vergänglich. Sela. V. 7. Sie gehen dahin wie ein Schatten, einem substanzlosen Schatten, wie das Bild seiner selbst, das das Licht auf den Boden wirft; und machen sich viel vergebliche Unruhe, nur für einen Atemzug machen sie Lärm, all ihre ruhelose und laute Geschäftigkeit, mit der sie sich ärgern und aufregen und sich gegenseitig mit den Ellbogen stoßen und drängeln, um Reichtum und Rang zu erlangen, ist wie ein einziger Atemzug; sie sammeln, was das Hauptanliegen des Durchschnittsmenschen im Leben ist, und wissen nicht, wer es kriegen wird, unehrliche Gegner oder lachende Erben, die die Früchte seiner Arbeit genießen. Mit solchen Überlegungen bringt der Gläubige die Stimme seines Klagens zum Schweigen und löscht das Feuer seines Murrens. V. 8. Nun, HERR, wes soll ich mich trösten? Der Gläubige wendet sich erleichtert von der Betrachtung der irdischen Eitelkeit ab und richtet seinen Blick auf den Herrn. Ich hoffe auf dich, sein ganzes Vertrauen gründet sich allein auf den Herrn, in dem er die Fülle aller wahren Freuden hat. V. 9. Errette mich von aller meiner Sünde, die, wie er wusste, reichlich Gründe für sein eigenes Leiden lieferten; und lass mich nicht den Narren zum Spott werden, zum Ziel des Hohns der Narren, deren Spott gleichzeitig Schande über den Herrn bringen würde.
V. 10.
Ich will schweigen und meinen Mund nicht auftun, mit vorwurfsvollen Klagen
gegen den Herrn, weil du es getan hast, ein Bekenntnis, mit dem er sich
unter die allmächtige Hand Gottes beugt. V. 11. Wende deine Plage von mir,
der wie ein Schlag durch die Hand des göttlichen Zorns schien; der Schlag
deiner Hand verzehrt mich, als der Herr sich gegen ihn in den Kampf
stellte, wissend, dass er zum Untergang verurteilt war, wenn der Herr seinen
Weg der Züchtigung fortsetzen würde. V. 12. Wenn du den Menschen züchtigst
um der Sünde willen, und seine Strafe über den Schuldigen bringst, so lässt
du seine Schönheit verzehren wie von Motten; denn so wie Kleider unter dem
Angriff von Motten verschwinden, so schmilzt das schöne Aussehen des Menschen
unter dem Schlag der göttlichen Züchtigung dahin. Ach, wie gar nichts sind
doch alle Menschen, ein bloßer Hauch, der in einem Augenblick verschwindet.
Sela.
V. 13. Höre mein Gebet, HERR, sein Flehen um Hilfe richtet sich an die Barmherzigkeit des Herrn, und vernimm mein Schreien, in einer gnädigen, mitfühlenden Antwort; und schweige nicht zu meinen Tränen, die aus der Tiefe seines Leidens flossen; denn ich bin ein Fremder bei dir, ein bloßer Gast in dieser Welt, ein Geduldeter, wie jemand, der kein Bürger eines Landes ist, sondern dort nur durch Zugeständnis lebt, wie alle meine Väter. So wie die Patriarchen keine Staatsbürgerschaft in dem Land hatten, in dem sie lebten, so betrachten auch alle Gläubigen diese Erde nicht als ihre wahre Heimat, denn ihre Staatsbürgerschaft ist im Himmel, Phil. 3, 20. V. 14. Lass ab von mir, wende deinen zornigen Blick von mir ab, dass ich mich erquicke und inmitten meiner Schwierigkeiten Trost finde, ehe ich hinfahre und nicht mehr bin. Anstatt unter Zorn gebunden und unter Unmut gezüchtigt zu sein, sehnt sich David danach, dass Gott ihm sein gütiges Antlitz zuwendet, damit er ihm sein ganzes Leben lang danken und ihn preisen kann. Und so wendet sich jeder Gläubige, obwohl er von Sünde und Leid, dem Zorn Gottes und Leiden bedrückt ist, dennoch in festem Vertrauen an den himmlischen Vater, weil er weiß, dass Trübsal Geduld wirkt, Geduld aber Bewährung, Bewährung aber Hoffnung, und Hoffnung lässt nicht zuschanden werden, weil die Liebe Gottes ausgegossen ist in unsere Herzen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben ist, Röm. 5, 3-5.
Weissagung von Christus, seinem
Leiden und seinem Prophetenamt
V. 1. Dem Chorleiter, zur Aufführung im Gottesdienst, ein Psalm Davids, in dem der Messias selbst durch seinen Mund und seine Feder spricht. Vgl. Hebr. 10, 5-7. V. 2. Ich harrte auf den HERRN, wörtlich: „Wartend habe ich auf den Herrn gewartet”, ein Ausdruck, der das lange Warten auf die Hilfe bezeichnet, die der Messias zuversichtlich erwartete; und er neigte sich zu mir, beugte sich in gnädiger Zärtlichkeit zu mir herab und hörte mein Schreien, das mit solcher inbrünstigen Eindringlichkeit zu ihm emporstieg. V. 3. Er zog mich aus der grausigen Grube, wo er vor Leiden dahinschwand, und aus dem Schlamm, in den er versank, offenbar zu seinem Untergang, und stellte meine Füße auf einen Felsen, auf ein festes Fundament, dass ich sicher treten kann, seine Schritte fest gemacht, ihm erlaubt, in Sicherheit zu gehen. Auf diese Weise zeigte sich das Vertrauen des Messias in den Gott seiner Erlösung, in seinen himmlischen Vater, selbst inmitten seiner Leiden. V. 4. Und er hat mir ein neues Lied in meinen Mund gegeben, einen besonderen Dankpsalm, der speziell für diesen Anlass bestimmt ist, zu loben unseren Gott, für diese wunderbare Demonstration seiner Barmherzigkeit; das werden viele sehen, von dieser wunderbaren Befreiung erfahren, und sich fürchten und auf den HERRN hoffen, mit Ehrfurcht und Staunen über seine Barmherzigkeit und Gnade. Aus dieser Tatsache lässt sich nun eine allgemeine Wahrheit ableiten.
V. 5. Wohl dem, der seine Hoffnung setzt auf den HERRN, der den Herrn allein zu seiner Zuversicht macht und sich nicht wendet zu den Hoffärtigen, sich nicht an sie wendet, um Hilfe zu erhalten, und denen, die mit Lügen umgehen, den falschen Götzen und Eitelkeiten dieses Lebens, allem, was Menschen törichterweise außerhalb des Herrn zur Grundlage ihrer Hoffnung und ihres Vertrauens machen. Der Sprecher schließt sich nun in der Freude über seine Befreiung der gesamten Gemeinde der Gläubigen an, um die Barmherzigkeit Jehovas zu preisen. V. 6. HERR, mein Gott, groß sind deine Wunder, die du getan hast, nicht nur diejenigen, die die Schöpfung betreffen, sondern insbesondere die Erlösung der Welt, und deine Gedanken, die wunderbaren Pläne deiner Barmherzigkeit, die du an uns beweist; dir ist nichts gleich und dir gegenüber angemessen dargelegt werden, weil sie so verwirrend zahlreich sind, oder es gibt niemanden, der mit dir verglichen werden kann. Ich will sie verkünden und davon sagen, wiewohl sie nicht zu zählen sind. So verkündet der Messias in einer prophetischen Zusammenfassung die Größe Gottes, verbreitet das richtige Verständnis seines Namens und führt viele zur Erkenntnis und zum Glauben an den Herrn, den Gott der Erlösung.
V. 7. Schlachtopfer und Speisopfer gefallen dir nicht, Gott verlangt keine bloßen äußerlichen Opfergaben in einer mechanischen Form der Anbetung und hat auch keine Freude daran, sei es in Form von Dank- und Friedensopfern, die eine engere Gemeinschaft mit Gott herstellen sollen, oder in Form von Brandopfern und Sündopfern, die zur Sühne für Sünden dargebracht werden. aber die Ohren hat du mir aufgetan, wörtlich: „Du hast mir Ohren gegraben“, um seine Ohren darauf vorzubereiten, seinen Willen zu hören und zu befolgen, in einer wahren Form der Anbetung; du willst weder Brandopfer und Sündopfer, denn alle solche äußeren Formen der Anbetung haben nur in dem Maße Wert, wie sie aus wahrem Glauben hervorgehen, 1 Sam. 15, 22. V. 8. Da sprach ich: Siehe, ich komme, eine feierliche Ankündigung des Kommens des Messias in die Welt, Mal. 3, 1; in der Schriftrolle, in der Pergamentrolle, die die Heilige Schrift ist, dem einen wunderbaren Buch aller Zeiten, Joh. 5, 37, ist von mir geschrieben: V. 9. Deinen Willen, mein Gott, tue ich gerne, das Wohlgefallen des barmherzigen Rates Gottes für die Erlösung der Menschheit auszuführen; und dein Gesetz habe ich in meinem Herzen; weil der Wille Gottes sein ganzes Wesen erfüllte, war der Messias bereit, die große Aufgabe zu übernehmen, die ewige Erlösung für alle Menschen vorzubereiten. Das gesamte Wirken Christi, aber besonders sein großes Leiden, zeigt die Vollkommenheit seines willigen Gehorsams. Und nun bezeugt der Messias, der aus der trostlosen Grube des Leidens und des Todes befreit und in die Höhe erhoben wurde, das Wort seiner Wahrheit in der Vergangenheit und in der Gegenwart.
V. 10. Ich habe Gerechtigkeit in der großen Gemeinde gepredigt, indem ich sie durch den Mund seiner Diener verkündet und verkündet habe. Siehe, ich will mir meinen Mund nicht stopfen lassen, HERR, das weißt du, er hatte sie nicht verschlossen und geschlossen gehalten, sondern hatte Gottes Treue und Erlösung, seine Barmherzigkeit und Wahrheit bekannt gemacht, Joh. 1, 14, da dies die Vorteile sind, die sich aus seiner vollendeten Passion ergeben. V. 11. Ich habe deine Gerechtigkeit nicht in meinem Herzen verborgen, nämlich die, die durch den Glauben an Jesus Christus für alle und auf alle kommt, die glauben, Röm. 3, 22; von deiner Wahrheit und von deinem Heil habe ich geredet; ich habe deine Güte und deine Wahrheit nicht verhehlt vor der großen Gemeinde. Nachdem er so die ewige Wahrheit des Evangeliums dargelegt hat, kehrt der Messias zu der bitteren Klage über die Tage seines Leidens zurück.
V. 12. Du aber, HERR, wollest deine Barmherzigkeit nicht von mir wenden; lass deine Güte und Treue allewege mich behüten. Es ist der Schrei eines armen und geschlagenen Sünders, den die Strafe Gottes ereilt hat, der von dem Bewusstsein seiner Schuld gequält wird; denn Christus war der vollkommene Stellvertreter für die Menschheit und machte das Elend und den Fluch, der auf den Menschen lastete, zu seinem eigenen. V. 13. Denn es haben mich umgeben Leiden ohne Zahl, ihn von allen Seiten angegriffen wie unzählige Horden bitterer Feinde; es haben mich meine Sünden ergriffen, ihn wie eine siegreiche Armee überholt, dass ich nicht aufblicken kann; ihrer ist mehr als die Haare auf meinem Haupt, denn es waren die unzähligen Millionen, die von allen Menschen begangen worden waren; und mein Herz hat mich verlassen, es hat ihn verlassen und ihn schwach und machtlos in seinem Elend zurückgelassen. V. 14. Lass dir’s gefallen, HERR, dass du mich errettest; eile, HERR, mir zu helfen! Eile ist notwendig, weil Er sich in solch tiefer Unterdrückung befand.
V. 15. Schämen sollen sich und zuschanden werden, die mir nach meiner Seele stehen, dass sie sie umbringen, denn alle Feinde der Menschheit verfolgten ihn mit all dem Fluch, Zorn und der Verdammnis, die die unzähligen Sünden der Menschen verdienten; zurück sollen sie fallen und zuschanden werden werden, bedeckt mit Schande, die mir Unglück gönnen. V. 16. Sie sollen in ihrer Schande erschrecken, völlig fassungslos und benommen, die über mich schreien: Da, da! in spöttischer Verachtung, in dem Versuch, sein Erlösungswerk zu vereiteln. Die wunderbaren Pläne Gottes für unsere Erlösung werden in diesem Abschnitt in ihrer ganzen überragenden Herrlichkeit offenbart. Die Feinde können die Erlösung der Menschheit nicht verhindern, und alle ihre Versuche, dies zu tun, führen nur zu ihrem eigenen Untergang.
V. 17. Lass deiner, mit Herzen
voller Glauben, sollen sich freuen und fröhlich sein alle, die nach
dir fragen und in dir und Trost finden in Gott, ihrem Retter; und die
dein Heil lieben, mögen sagen allewege: Der HERR sei hochgelobt! in einem
herrlichen Lobgesang der Dankbarkeit. V. 18. Denn ich bin arm und elend, in Elend wegen der Last der menschlichen Schuld,
die auf ihm ruht; der HERR, der Allmächtige, aber sorgt für mich und
kümmert sich um ihn in seiner Not; du bist mein Helfer und Erretter; mein Gott,
verziehe nicht! Mit dem Glauben an Jesus Christus und seine Erlösung
für alle Menschen in unseren Herzen können wir Trost in allen Schwierigkeiten
dieses irdischen Lebens finden und alle unsere Feinde siegreich bekämpfen.
Wohltätigkeit
und Vertrauen in Gott
V. 1. Dem Chorleiter, ein Psalm Davids, wahrscheinlich während der Zeit der Verfolgung durch Absalom verfasst und, wenn auch nicht durchgehend messianisch, so doch zumindest teilweise typisch für das Leiden des Messias, Johannes 13, 18; Apostelgeschichte 1, 16. V. 2. Wohl dem, der sich des Bedürftigen annimmt, den Bedrängten gebührende Aufmerksamkeit schenkt und die Bedürftigen mit liebevollem Mitgefühl betrachtet; den wird der HERR erretten am Tag der Not, und ihn für seine barmherzige Tat mit Barmherzigkeit belohnen. V. 3. Der HERR wird ihn bewahren und beim Leben erhalten; und es ihm lassen wohlgehen auf Erden, wahren Wohlstand erhalten; und nicht preisgeben dem Willen seiner Feinde und ihn nicht der Vernichtung preisgeben. V. 4. Der HERR wird ihn erquicken auf seinem Krankenbett, ihn auf seinem Krankenbett stützen und ihn nicht in den Tod sinken lassen; du hilfst ihm von aller seiner Krankheit und verwandelst sein Krankenbett in ein Lager der Genesung und Gesundheit verwandeln.
V. 5. Ich sprach: HERR, sei mir gnädig, was immer Davids größte Sorge war, wie es auch im Werk des großen Sohnes Davids deutlich wird. Heile meine Seele, denn ich habe an dir gesündigt, was der innere Grund für seine Leiden war. V. 6. Meine Feinde reden Arges gegen mich und wünschen ihm Böses und Verderben: Wann wird er sterben und sein Name vergehen? V. 7. Kommt einer, einer der Gegner, dessen Feindschaft sich von der der anderen abhob, mich zu sehen, meint er’s doch nicht von Herzen, Leere, Heuchelei; sein Herz sammelt Bosheit, alle Arten von Unheil; er geht hinaus, und trägt’s nach draußen, er macht bekannt, was er durch sein heuchlerisches Verhalten herausgefunden hat, indem er ein mitfühlendes Interesse vortäuscht. V. 8. Alle, die mich hassen, flüstern miteinander gegen mich, indem sie die Nachrichten nutzen, die ihr spionierender Verbündeter ihnen gebracht hat; und ersinnen Böses gegen mich, mit betrügerischen Intrigen, in einer bösen Verschwörung, wie sie die Führer der Juden schmiedeten, nachdem sie von Judas die Zusicherung erhalten hatten, dass er bereit sei, Christus zu verraten. V. 9. „Unheil ist über ihn ausgegossen, wörtlich: „ist mit ihm verschweißt“, sodass es ihm unmöglich ist, sie abzuschütteln; wer so daliegt, wird er nicht wieder aufstehen“, denn die Feinde betrachteten ihn blasphemisch als von Gott gezeichnet und gerichtet und freuten sich daher, dass er beseitigt war. V. 10. Auch mein Freund, wörtlich „der Mann meines Friedens“, sein engster Freund und Gefährte, der die heilige Gastfreundschaft seines Hauses genoss, dem ich vertraute, der mein Brot aß, tritt mich mit Füßen [w.: hat seine Ferse gegen mich erhoben], nicht nur in einer abweisenden Geste, sondern mit der erklärten Absicht, ihn beiseite zu treten. Es ist dieser Vers, den Jesus ausdrücklich auf seinen Verräter Judas Iskariot anwendet, Johannes 13, 18. V. 11. Du aber, HERR, sei mir gnädig, Davids übliche Bitte um Gnade, und hilf mir auf, damit er sich aus seinem Krankenbett, aus seiner tiefen Not erhebt, so will ich ihnen vergelten, indem ich Gericht über die Gottlosen halte.
V. 12. Daran merke ich, dass du Gefallen an mir hast, dass mein Feind nicht über mich jauchzen wird mit Siegesrufen, sondern ist vielmehr enttäuscht. V. 13. Mich aber hältst du um meiner Frömmigkeit [Lauterkeit, Redlichkeit] willen, in der Tatsache, dass er unschuldig an vorsätzlichem Fehlverhalten ist, und stellst mich vor dein Angesicht ewiglich, unter Gottes Aufsicht und Obhut, als Objekt seines Vertrauens und seiner Liebe für alle Ewigkeit. Dem Psalm wurde die Doxologie des gesamten ersten Buches der Psalmen hinzugefügt: V. 14. Gelobt sei der HERR, der Gott Israels, der einzige wahre Gott, von Ewigkeit zu Ewigkeit, durch alle Ewigkeit. Amen! Amen! ja, ja, das ist ganz gewiss wahr und das feste Bekenntnis aller Gläubigen.
Zweites
Buch (Ps. 42-72)
Elend
und Trost der Verfolgten
(Grundlage
für den Choral: Harre, meine Seele, harre des Herrn)
V. 1. Dem Chorleiter, zur Aufführung im liturgischen Teil des Tempeldienstes, ein Maskil, ein didaktisches Gedicht für die Söhne Korachs, verfasst von einem Mitglied dieser levitischen Familie oder Organisation, 1 Chron. 6, 22-32, die zum Stamm Levi, Abteilung der Kohathiter, gehörte. Korach selbst war bei der Bestrafung nach seiner Revolte ums Leben gekommen, 4. Mose 16, aber seine Söhne waren von dem Urteil ausgenommen worden, 4. Mose 26, 11. Ihre Nachkommen zeichneten sich später durch ihre poetischen und musikalischen Fähigkeiten aus, elf Hymnen des Psalters werden ihnen zugeschrieben. Sie schrieben ganz im Stil Davids, mit einer glühenden Liebe zum Heiligtum des Herrn. V. 2. Wie der Hirsch schreit nach frischem Wasser, mit einem intensiven Verlangen, mit einem überwältigenden Gefühl der Sehnsucht, so schreit meine Seele, Gott, nach dir, der oft als Quelle lebendigen Wassers zur Erquickung der Erschöpften dargestellt wird. V. 3. Meine Seele dürstet nach Gott, nach dem lebendigen Gott, der Quelle allen wahren Lebens, der allein in der Lage ist, die Seele wiederherzustellen, die sich aufgrund der Sünde in den Tiefen der Verfolgung, des Elends und des Leids befindet. Wann werde ich dahin kommen dass ich Gottes Angesicht schaue? In den regelmäßigen Gottesdiensten, zu den Zeiten, zu denen alle Gläubigen Israels verpflichtet waren, zum zentralen Heiligtum vor den Herrn zu kommen, 2. Mose 23,17; 34, 23. V. 4. Meine Tränen sind meine Speise, sein Ersatz für Nahrung, seine tägliche Portion, Tag und Nacht, weil man, die spöttischen Feinde, täglich zu mir sagt: Wo ist nun dein Gott? Eine Frage, die natürlich implizierte, dass Gott ihn verlassen hatte, dass er töricht war, sein Vertrauen auf den Herrn zu setzen. V. 5. Daran will ich denken, an die festlichen Prozessionen, an denen er teilgenommen hat, und ausschütten mein Herz bei mir selbst und lasse sie sich in dem Schmerz auflösen, der ihn mit Elend erfüllte; wie ich hinging mit der Schar, es war seine Gewohnheit gewesen, seinen Platz in der Prozession einzunehmen, und mit ihnen wallte zum Haus Gottes mit Frohlocken und Danken, sang Dankpsalmen, in der Schar derer, die da feiern. Diese detaillierte Darstellung des Glücks der Vergangenheit verstärkte sowohl seinen Schmerz darüber, dass ihm diese Freuden genommen worden waren, als auch seine Sehnsucht, sie noch einmal zu erleben. Aber mitten in seiner Klage hält der inspirierte Dichter inne, um seine ohnmächtige Seele zu ermahnen. V. 6. Was betrübst du dich meine Seele, zu Boden gebeugt, und bist so unruhig, voller Unruhe und Verzweiflung, in mir? Doch ganz gleich, wie groß die Bedrängnis auch sein mag, es gibt einen sicheren Trost. Harre auf Gott und warte standhaft und zuversichtlich auf seine Hilfe; denn ich werde ihm noch danken, dass er mir hilft mit seinem Angesicht, wobei der Glaube des Gläubigen auf eine vollständige Befreiung vertraut und die feste Überzeugung hat, dass Gottes Angesicht sich wieder in Barmherzigkeit ihm zuwenden wird. Aber es kommt erneut zu einer Gegenreaktion; es gibt sowohl Ebbe als auch Flut in der Welle seiner freudigen Stimmung.
V. 7. Mein Gott, betrübt ist meine Seele in mir, in völliger Niedergeschlagenheit; darum, nämlich um trotz dieses Gefühls der Hoffnungslosigkeit neuen Trost zu finden, denke ich an dich, seine Gedanken kehren zurück zum Heiligtum des Herrn, im Land am Jordan, aus dem Land östlich des Jordan, wo der verbannt lebende Dichter sich aufhielt, und Hermon, den Hügeln, die mit dem Berg Hermon der Antilibanon-Kette verbunden sind, vom Berg Misar, in dessen Nähe er sein vorübergehendes Zuhause gefunden hatte. V. 8. Deine Fluten rauschen daher, mit dem verwirrenden Rauschen der tiefen Wasser in mächtiger Erregung, dass hier eine Tiefe und da eine Tiefe brausen, wenn Fluten oder Wasserfälle wie eine Sintflut kommen; alle deine Wasserwogen und deine Wellen gehen über mich, die Fluten seines Leids, wie von Gott gesandt, überwältigten ihn. Aber selbst während der Dichter seine Klage äußert, gewinnt er erneut das richtige Vertrauen in den Herrn. V. 9. Der HERR sendet am Tag seine Güte, ein Morgen der Erlösung, der auf die Nacht der Trauer folgt, und des Nachts singe ich zu ihm, die Aufregung seiner Freude hält ihn wach, um Lobpsalmen für den Herrn anzustimmen, sein Gemütszustand ist einer ständiger Glückseligkeit, und bete zu dem Gott meines Lebens, der ihn nicht den Schmerzen des Todes übergibt. V. 10. Ich sage zu Gott, meinem Fels, wobei hier ein Beispiel seines Gebets gegeben wird: Warum hast du mich vergessen? Warum muss ich so traurig gehen, in tiefer Trauer und Kummer, wenn mich mein Feind drängt mit seinen qualvollen Schmerzen? V. 11. Es ist wie ein Mord in meinen Gebeinen, dass mich meine Feinde schmähen mit grausamen Spottworten, wenn sie täglich zu mir sagen: Wo ist nun dein Gott? Ihre Spottreden sind blasphemisch, denn sie verurteilen nicht nur die Hoffnung des Gläubigen als töricht, sondern leugnen auch die Existenz eines Gottes, der den Bedrängten in seinen Nöten helfen würde. Und so tadelt der Psalmist zum zweiten Mal seine verzagte Seele, V. 12. Warum betrübst du dich, meine Seele, und bist du so unruhig, hin- und hergeworfen und aufgewühlt wie ein stürmisches Meer, in mir? Harre auf Gott, denn ich werde ihm noch danken, dass er meines Angesichts Hilfe, seine Hilfe und Befreiung, der ihn aufmuntert und die Wolken der Trauer von seinem Gesicht vertreibt, und mein Gott ist, an den er sich trotz des Spottes der Feinde klammert und sich weigert, Zweifel an die Stelle des Glaubens treten zu lassen. Versuchungen, die durch Zeiten der Not hervorgerufen werden, können nur überwunden werden, wenn der Gläubige Gottes Gnade als seine einzige Hoffnung auf Erlösung ergreift.
Abschluss
des vorhergehenden Psalms: Anrufung Gottes, des höchsten Richters
Der Psalmist beginnt erneut mit einem Appell, gefolgt von einem Gelübde der Treue zu Jehova und seiner Verehrung. V. 1. Richte mich, Gott, und rechtfertige seine Sache, und führe meine Sache, als allwissender Fürsprecher gegen die Bosheit, gegen das unheilige Volk, eine Generation von Menschen, die nicht in Gottes Gunst stehen. Und errette mich von den falschen und bösen Leuten, der voller Falschheit und Bosheit ist und keinerlei Vorstellung von Recht und Gerechtigkeit hat. V. 2. Denn du bist der Gott meiner Stärke, seine Zuflucht und Festung aufgrund seines Vertrauens in ihn; warum hast du mich verworfen, wendest dich von ihm ab in Verachtung, als wäre er etwas Abscheuliches? Warum muss ich so traurig gehen, wenn mich mein Feind drängt? Vgl. Ps. 42, 9. V. 3. Sende dein Licht, das seiner Gnade und Barmherzigkeit, die auf das Heil der Menschen ausgerichtet ist, und deine Wahrheit, die Treue, die seine Verheißungen ohne Ausnahme hält; dass sie mich leiten und bringen zu deinem heiligen Berg, wo sein Heiligtum errichtet worden war, und zu deiner Wohnung, wo der Herr inmitten seines Volkes wohnte, und lass das Licht seines Wesens in der Offenbarung seiner Liebe im Messias erscheinen, Johannes 1, 14. V. 4. Dass ich hineingehe zum Altar Gottes, zum Ort Seiner Anbetung, zu dem Gott, der meine Freude und Wonne ist, in dem alle höchsten Freuden des Gläubigen verkörpert sind; und dir, Gott, auf der Harfe danke, mein Gott, einem kleinen zitherähnlichen Instrument, das im Gottesdienst verwendet wird, wobei die Betonung erneut auf der persönlichen Beziehung des Gläubigen zu seinem Gott, seinem höchsten Gut, liegt. Nachdem der Gläubige diesen Punkt der Gewissheit erreicht hat, ermahnt er sich zum dritten Mal: V. 5. Warum betrübst du dich, meine Seele, und bist so unruhig in mir? Harre auf Gott, denn ich werde ihm noch danken, dass er meines Angesichts Hilfe und mein Gott ist. Alle Gläubigen werden sich davor hüten, mechanisch und leblos zum Gottesdienst zu kommen, sondern ihre Herzen werden mit Gott in der Gemeinschaft des wahren Glaubens vereint sein und sich an ihm als ihrer größten Freude erfreuen.
Gebet
der Heiligen in Zeiten nationaler Trübsal
V. 1. Dem Chorleiter für die Söhne Korachs, ein weiteres Lied, komponiert von einem Mitglied dieser Familie, ein Maskil, ein didaktisches Gedicht, das offensichtlich zu einer Zeit geschrieben wurde, als die Nation in großer Gefahr war, nämlich in der Zeit der Kriege Davids, als er die Ammoniter besiegte und die Edomiter seine Abwesenheit ausnutzten, um einen Überfall auf Süd-Kanaan zu unternehmen (2. Sam. 10). Der Psalm findet seine Anwendung im Leben aller Christen und eignet sich besonders für Zeiten der Unterdrückung durch die Feinde der Kirche, in denen es scheint, als würden die Heiden und Tyrannen siegen. V. 2. Gott, wir haben mit unseren Ohren gehört, in Form einer Unterweisung, die unter den Kindern Israels gebräuchlich war, wo jeder Hausvater seine Kinder über die großen Taten Gottes unterrichtete, 2. Mose 10, 2; 12, 26; 5. Mose 6, 20; unsere Väter haben es uns erzählt, was du getan hast zu ihren Zeiten, in der frühen Geschichte Israels, vor alters. V. 3. Du hast mit Deiner Hand die Heiden vertrieben, denn es waren nicht ihre eigenen Waffen und ihre eigene Kraft, die ihnen den Sieg bescherten, wie die vielen aufgezeichneten konkreten Beispiele deutlich zeigen, sondern die allmächtige Kraft des Herrn, aber sie hast du eingesetzt, indem Du den Vätern Israels eine dauerhafte Heimat in Kanaan gegeben hast; du hast die Völker zerschlagen, die heidnischen Bewohner, bedrängt aber sie hast du ausgebreitet. V. 4. Denn sie, die Israeliten, haben das Land nicht eingenommen durch ihr Schwert, und ihr Arm half ihnen nicht; sondern deine Rechte, dein Arm und das Licht deines Angesichts, das sich in Barmherzigkeit über Israel wandte, denn du hattest Wohlgefallen an ihnen und ihnen in Liebe zugeneigt warst. Dies ist der erste Punkt, den der inspirierte Sänger hervorheben möchte, nämlich die Tatsache, dass Gott in vergangenen Zeiten geholfen hat. Diese Tatsache weckt darüber hinaus wahres Vertrauen in den Herrn, den zweiten Punkt, den der Psalmist in seinem Gebet hervorhebt.
V. 5. Gott, du selbst bist mein König, nachdrücklich: „Du selbst bist mein König”; gebiete Hilfe für Jakob, der kleinen Herde der Gläubigen aller Zeiten. V. 6. Durch dich wollen wir unsere Feinde niederstoßen, wie ein wütender Stier alle angreift und umwirft, die ihm in den Weg kommen; in deinem Namen wollen wir zertreten, die sich gegen uns erheben. V. 7. Denn ich verlasse mich nicht auf meinen Bogen, und mein Schwert kann mir nicht helfen, alles Vertrauen auf die eigene Kraft und Fähigkeit ist töricht. V. 8. sondern du hilfst uns von unseren Feinden und machst zuschanden, die uns hassen, ihr Widerstand gegen Israel brachte ihnen nichts als Schande, denn Gott war die einzige Hilfe seines Volkes. V. 9. Täglich rühmen wir uns Gottes und machen seine Allmacht zur Grundlage unseres zuversichtlichen Lobpreises, und preisen deinen Namen, sein ganzes Wesen, wie es den Menschen offenbart wurde, ewiglich. Sela. Es folgt eine Beschreibung der verzweifelten Lage, in der sich Israel zu dieser Zeit befand, typisch für die Schwierigkeiten, die die Kirche Gottes bedrängten, und eine bittere Klage über Vernachlässigung.
V. 10. Doch nun verstößt du uns, das heißt, trotz des Vertrauens, das sie in ihn setzten, schien es, als sei Gott auf ihre Vernichtung aus, und lässt uns zuschanden werden, uns vor unseren Feinden zum Gespött gemacht; und ziehst nicht aus mit unserem Heer, den verschiedenen Teilen der israelitischen Armee, die im Krieg standen. V. 11. Du lässt uns fliehen vor unserem Feind, in Niederlage und Flucht; dass uns berauben, die uns hassen und erbeuten reiche Beute im verlassenen Lager Israels. V. 12. Du gibst uns hin wie Schlachtschafe, die ohne Widerstand als Nahrung dienen, und zerstreust uns unter die Heiden, da viele Mitglieder Israels bei den jüngsten Überfällen als Sklaven verschleppt worden sind. V. 13. Du verkaufst dein Volk umsonst, für einen Spottpreis, als wäre es wertlos, unbedeutend, als würde er sich nicht mehr um es kümmern, und machst keinen Gewinn durch ihren Preis, er verlangte keinen hohen Preis, als er sie in die Sklaverei verkaufte. V. 14. Du machst uns zur Schmach bei unseren Nachbarn, so dass die umliegenden Völker sie mit Hohn betrachten, zum Spott und Hohn bei denen, die um uns herum sind. V. 15. Du machst uns zum Sprichwort unter den Heiden, ihr Schicksal wird in kleinen Spottversen herumgereicht, dass die Völker das Haupt über uns schütteln, in einer Geste der höhnischen Verachtung. V. 16. Täglich ist meine Schmach vor mir, der Dichter ist sich immer der Schande bewusst, die auf ihm lastet, und mein Antlitz ist voller Scham, sie hat sein ganzes Wesen erfasst; V. 17. Weil ich die Schmäher und Lästerer höre, dessen spöttische Worte so tief schneiden; und die Feinde und Rachgierigen sehen muss, dessen Gesicht voller bösartigem Hass war. Das Gegenstück zu all dem findet sich in der Behandlung, die die wahren Gläubigen durch die Kinder der Welt erfahren, und der Schrei der Gläubigen erhebt sich zu allen Zeiten in ähnlicher Weise zum Herrn. Doch sie verharren nicht in vergeblichen Klagen, sondern wenden sich im vertrauensvollen Gebet an den Herrn.
V. 18. Dies alles ist über uns gekommen, offenbar als Strafe; und wir haben dich doch nicht vergessen, noch untreu in deinem Bund gehandelt, um ein solches Schicksal als Strafe zu verdienen. V. 19. Unser Herz ist nicht abgefallen, vom Willen Gottes, noch unser Schritt gewichen von deinem Weg, um den Weg des Irrtums und der Leugnung Gottes zu gehen, V. 20. Dass du uns so zerschlägst am Ort der Schakale, wo die Schakale lebten, draußen in der Einöde der Wüste, wo dieses Unglück über Israel gekommen war, und bedeckst uns mit Finsternis. Es ist eine nachdrückliche Erklärung, dass Israel nicht abtrünnig geworden war, die sich auch im nächsten Satz fortsetzt. V. 21. Wenn wir den Namen unseres Gottes vergessen hätten und unsere Hände aufgehoben zu einem fremden Gott, in offener Götzenverehrung, V. 22. würde Gott das nicht aufdecken? Denn er kennt ja unseres Herzens Grund, und nichts kann vor seiner Allwissenheit verborgen bleiben. Dann gäbe es Grund für seinen Zorn, dann würde er seine Kinder zu Recht verwerfen. Aber das ist nicht der Fall. V. 23. Denn wir werden ja um deinetwillen täglich getötet; und sind geachtet wie Schlachtschafe. Das ist die Erfahrung der Gläubigen aller Zeiten aufgrund ihres Festhaltens an Gottes Wort, an dem Bekenntnis zu seinem heiligen Namen. Vgl. Röm. 8, 36. Deshalb sind die Gläubigen erfüllt von dem Mut des Glaubens, von der Zuversicht, die sich mit der Gewissheit, erhört zu werden, an Gott wendet.
V. 24. Wach auf, HERR! Warum schläfst du? Dies ist die Schlussfolgerung, zu der man gelangt, weil Er Seinen Kindern keine schnelle Befreiung bringt. Wache auf und verstoße uns nicht für immer! V. 25. Warum verbirgst du dein Angesicht, als hätte er all seine Barmherzigkeit vergessen, vergisst unser Elend und Drangsal, als wäre er gleichgültig gegenüber all ihrem Leiden? V. 26. Denn unsere Seele ist gebeugt in den Staub, unser Leib klebt am Erdboden, ihr Zustand ist einer der größten Unterdrückung und Demütigung. V. 27. Mache dich auf, hilf uns, und erlöse uns um deiner Güte willen! die Bitte, nicht an die Gerechtigkeit, sondern an die Barmherzigkeit Gottes um des Erlösers willen, ist das einzige Argument, das einen Eindruck auf den Herrn machen kann. Das ist die Kühnheit des Glaubens, die jedem Christen und der gesamten christlichen Kirche Siege beschert.
Weissagung
von Christus, dem Bräutigam, und der Kirche, seiner Braut
V. 1. Dem Chorleiter, für den öffentlichen Gottesdienst, auf Shoshannim, für die Söhne Korachs, ein Maskil, ein didaktisches Gedicht, ein Liebeslied. Eines der Mitglieder der Familie Korah komponierte dieses wunderbare Lied unter der Inspiration des Heiligen Geistes, auf Shoshannim, das heißt auf oder von den Lilien, nämlich in einem bildlichen Sinn, teilweise erklärt in den Worten „ein Liebeslied“, wobei der Plural sich auf die jungfräulichen Bräute bezieht und die Braut selbst symbolisiert. Der Psalm ist ein Lied der Braut, der Geliebten des großen Bräutigams, des Messias, und der Plural wird verwendet, weil alle Geliebten des Königs in der Gestalt derjenigen vereint sind, die die Freude seines Herzens ist, seiner Kirche. V. 2. Mein Herz dichtet ein feines Lied, das Herz des Dichters ist bewegt von dem guten Wort, der wunderbaren Botschaft, die er verkünden möchte, der tröstlichen Botschaft des Evangeliums: Ich will singen von einem König, und widmet sein Gedicht dem großen König, dem Messias; meine Zunge ist ein Griffel eines guten Schreibers, eines schnellen Schreibers, dessen Gedanken, inspiriert vom Heiligen Geist, in einem ununterbrochenen Strom in seine Feder fließen. Der König, an den er seine Hymne richtet, hat seinen Geist so erfüllt, dass er seine Feder in dem glühenden Bericht leitet, den er hier verfasst, einem Psalm über Christus, den Messias, in seiner wunderbaren, eifrigen Liebe zu seiner Braut, der Kirche. Der König wird nun direkt angesprochen: V. 3. Du bist der Schönste unter den Menschenkindern, besitzt eine Schönheit, die die jedes bloßen Menschensohnes übertrifft; holdselig sind deine Lippen, Charme und Liebenswürdigkeit zeigen sich in Seiner Rede, in der Schönheit Seiner Barmherzigkeit und Wahrheit; darum hat dich Gott gesegnet ewiglich, aufgrund der innigen Beziehung zwischen Gott und diesem König, dem Messias, fließen göttliche Segnungen auf ihn und durch sein Evangelium auf die Welt herab, Ströme der Erlösung und Barmherzigkeit kommen aus seinem Mund in der schönen Botschaft der Erlösung. Wegen dieser Herrlichkeit und Schönheit, wegen dieser Barmherzigkeit und Wahrheit sind alle Völker der Erde in ihm gesegnet. V. 4. Gürte dein Schwert an deine Seite, o Held, und schmücke dich herrlich! Er ist nicht nur ein gerechter und gnädiger König, sondern auch ein großer Verfechter seines Volkes, der in den Kampf um die Erlösung der Menschheit zog, unbesiegbar in seiner Herrlichkeit und Majestät, den Eigenschaften des wahren und einzigen Gottes, Ps. 96, 6. Mit denselben wunderbaren Eigenschaften ist er nun ausgestattet, da er zur Rechten Gottes sitzt, Eph. 1, 21. 22. V. 5. Es soll dir gelingen in deiner Herrlichkeit, voranschreitend wie ein siegreicher Held, zieh einher der Wahrheit zugut, in Sanftmut und Gerechtigkeit, denn es ist ein Krieg im Interesse der Wahrheit und der Leiden der Gerechtigkeit, geführt, weil die Gerechten große Not und Bedrängnis erleiden; furchtbare Taten lehrt dich deine Rechte; denn so sanft und gnädig der König gegenüber denen ist, die sich unter seinem barmherzigen Zepter beugen, so majestätisch und schrecklich ist er im Umgang mit seinen Feinden. V. 6. Scharf sind deine Pfeile – dass Völker vor dir fallen – ins Herz der Feinde des Königs;. Die Schlacht wird kurz beschrieben. Der König nimmt seine geschärften Pfeile und schickt sie in die Reihen der Feinde, in ihre Herzen, sodass das Volk vor ihm fällt, tödlich verwundet, völlig besiegt. So übt der erhabene Christus seine allmächtige Kraft aus. Ganz gleich, wie oft die Wahrheit unterdrückt wird, ganz gleich, wie schwer die Gerechten leiden, sie können sich der Hilfe ihres allmächtigen Erlösers sicher sein. Jeder Sieg, den Christus errungen hat, ist ein Urteil und eine Strafe für die Feinde, die am letzten großen Tag endgültig vernichtet werden.
Von der Beschreibung der Majestät des Königs wendet sich der Verfasser nun einer Hymne des Lobes und der Anbetung zu. V. 7. Gott, dein Thron, bleibt immer und ewig, der Messias, wahrer Mensch und zugleich ewiger Gott, Hebr. 1, 8; das Zepter deines Reiches ist ein gerechtes Zepter, seine Herrschaft ist eine Herrschaft der Gerechtigkeit und Rechtschaffenheit. V. 8. Du liebst Gerechtigkeit und hasst gottloses Wesen, der König selbst, Gott gleich, hasst das Böse und liebt das Gute, Er sorgt dafür, dass Gerechtigkeit in der Regierung seines Reiches walten kann, indem er allen seinen Bürgern durch sein Wort gnädig die Gnade seiner Gerechtigkeit schenkt, die sie wiederum dazu bringt, das Böse zu meiden und das wahrhaft Gute zu lieben; darum hat dich, Gott, dein Gott gesalbt mit Freudenöl gesalbt mehr als deine Gefährten. Der König, der Messias, wird hier eindeutig als Gott angesprochen und als Gott verehrt. Gott hat den gesalbt, der selbst Gott ist. Es gibt nur einen Gott, und doch wird hier ein Unterschied gemacht zwischen Gott und Gott, zwischen dem Messias und seinem Gott und Vater. Sein Gott hat Christus mit dem Öl der Freude gesalbt, mit dem Heiligen Geist, der durch das Wort Freude im Erlöser vermittelt, Hebr. 2, 11. 12; Jes. 61, 1-3. Über seinen Gefährten ist der Messias gesalbt, über allen gewöhnlichen, bloß menschlichen Königen, Priestern und Propheten. Er ist mit dem Heiligen Geist ohne Maß gesalbt und gibt daher frei von diesem Geist, indem er die Herzen der Armen und Bedrängten mit herrlichem Trost erfüllt, mit der Gewissheit der Vergebung ihrer Sünden. V. 9. Deine Kleider duften von Myrrhe, Aloe und Kassia, parfümiert mit den kostbarsten Salben und Gewürzen; aus Elfenbeinpalästen erfreut dich Saitenspiel, vielmehr, aus den Palästen aus Elfenbein haben die Saiteninstrumente dich erfreut. Die Elfenbeinpaläste sind die Wohnstätten im Reich des Messias. Sie sind weiß, die Farbe der Unschuld, Reinheit und Heiligkeit, und die Lieder, die auf den Saiteninstrumenten gespielt werden, sind die Lobgesänge, die die Bürger seines Reiches zu Ehren des Königs singen, Hymnen der Dankbarkeit für seine Gnade. V. 10. In deinem Schmuck gehen der Könige Töchter, kostbar und wertvoll sind die jungfräulichen Bräute, die Jungfrauen der Hochzeitsprozession, die Gläubigen, die auch Anhänger des Königs sind; die Braut steht zu deiner Rechten in Gold von Ofir, die Braut oder Frau des Königs, die inmitten der jungfräulichen Bräute erscheint, die durch seine Gnade auserwählt wurden und mit ihnen für die Zwecke der hier vermittelten Lektion identifiziert werden. Das Gold von Ophir, das die Königin schmückt, ist ein Bild für die reichen Gaben der Barmherzigkeit, die der Messias seiner Kirche geschenkt hat. Der Absatz handelt also von Christus, dem wahren Gott und Menschen, König und Bräutigam, von dem die Gaben der Barmherzigkeit, Gerechtigkeit und Freude im Heiligen Geist ausgehen und den Mitgliedern seiner Kirche geschenkt werden, der aber auch seine Feinde die Macht seiner Majestät spüren lässt.
Der inspirierte Sänger wiederholt nun die Worte, mit denen der König, der Messias, seine Braut anspricht. V. 11. Höre, Tochter, so genannt vom Bräutigam, weil sie durch das Evangelium gezeugt und wiedergeboren ist, 1 Petr 1, 23, siehe darauf und neige dein Ohr, so sehr in die Worte seiner Gnade vertieft, dass du alles andere vergisst, sogar die engsten menschlichen Beziehungen; vergiss dein Volk und deines Vaters Haus, alles um des Bräutigams und seiner Liebe willen; V. 12. So wird der König Lust nach deiner Schönheit haben, sich an ihr erfreuen wegen der Schönheit ihres Gehorsams, ihres schönsten und kostbarsten Schmucks; denn er ist dein HERR, der sie durch das Vergießen seines kostbaren Blutes zu seiner eigenen gemacht hat; und du sollst ihn anbeten, ihm die Ehre erweisen, die ihm als dem großen Herrn gebührt, und ihm in der Schönheit der Heiligkeit dienen. V. 13. Die Tochter Tyrus, als Vertreterin der heidnischen Welt, kommt mit Geschenk, Geschenke bringen und versuchen, die Gunst der Braut zu gewinnen; die Reichen im Volk werden deine Gunst suchen und um Einlass in das Reich des Messias bitten. Wenn die Braut, die Kirche, alles andere, alle kostbaren Dinge dieser Welt, verleugnet und vergisst, werden die Menschen außerhalb der Kirche interessiert. Nicht durch Zugeständnisse an die Welt gewinnt die Kirche Mitglieder, sondern indem sie streng exklusiv ist und den Schatz des Evangeliums unbefleckt bewahrt.
V. 14. Des Königs Tochter, die Braut des Messias, ist ganz herrlich innerlich, gekleidet in das Gewand der Gerechtigkeit des Messias; sie ist mit Goldgewebtem gekleidet, aus geflochtenem Gold, mit reichhaltigen farbigen Stickereien, den kostbarsten Gewändern, Juwelen der Gnade Christi, geistlichen und himmlischen Segnungen. V. 15. Man führt sie in gestickten Kleidern zum König, kunstvoll bestickt; die Jungfrauen folgen ihr, ihre Gefährtinnen, ebenso wie die Gläubigen, die aus der heidnischen Welt gewonnen wurden, führt man zu dir, identifiziert mit der Braut und empfangen von Christus in den ewigen Palästen des Himmels. V. 16. Man führt sie mit Freude und Jubel; sie ziehen ein in des Königs Palast, in die ewige Herrlichkeit des Himmels.
V. 17. An die Stelle deiner Väter werden deine Söhne treten, die wirst du zu Fürsten setzen in aller Welt. Hier wird erneut der König angesprochen. Anstelle seiner Väter, der Könige aus dem Geschlecht Davids, die ihm vorausgingen, wird er Söhne haben, Gläubige, Bürger seines Reiches, seine geistlichen Kinder; denn seine Familie wird niemals aussterben, da er immer neue Anhänger aus allen Nationen gewinnen wird, die er dann zu Fürsten über die ganze Erde einsetzen wird. Alle Gläubigen sind Könige und Fürsten vor Christus und seinem himmlischen Vater, sie haben Anteil an seiner herrlichen Herrschaft, 1 Petr 2,9; Offb. 1, 6. Und so preist der inspirierte Sänger schließlich als Mitglied und Vertreter der Kirche Christi auf Erden den Namen des Messias, des Königs. V. 18. Ich will deinen Namen bekannt machen von Kind zu Kindeskind, von Generation zu Generation; darum werden die Völker dir danken immer und ewig. Völker, Nationen, Gläubige aus allen Teilen der Erde, alle verschiedenen Mitglieder der Kirche aus allen Ländern danken dem König. Und dieses Dankeslied, das hier in der Zeit begonnen hat, wird ohne Ende, in alle Ewigkeit fortgesetzt werden; denn dann wird die Braut, die Kirche, für immer mit Christus, ihrem Bräutigam, vereint sein, und ihr Halleluja wird in einem endlosen, herrlichen Refrain erklingen.
Der
Kirche Trost und Sicherheit
(Grundlage
für den Choral: Ein feste Burg ist unser Gott)
V. 1. Dem Chorleiter, zur Verwendung im Tempeldienst, für die Söhne Korachs, komponiert von einem Mitglied dieser talentierten Familie, ein Lied auf Alamoth, für Sopranstimmen, entweder für einen Chor von Jungfrauen oder für Instrumente in der Violinschlüssel, mit hoher Tonlage. Es ist ein Lied des Glaubens und des Vertrauens, durch das die Kirche Gottes inmitten aller Feindseligkeiten trotz der Angriffe der Heerscharen Satans fest und sicher stehen kann. V. 2. Gott ist unsere Zuversicht, unter dessen Schutz die Kirche und jeder einzelne Gläubige sicher ist, und Stärke, die Quelle und der Ursprung aller wahren Stärke, dessen allmächtige Kraft alle Feinde überwinden kann, eine Hilfe in den großen Nöten, die uns getroffen haben, ein Helfer in den Unterdrückungen und Ängsten, in den Kämpfen und Befürchtungen, mit denen die Kinder Gottes immer zu kämpfen haben. V. 3. Darum, weil Gott unser großer und unbesiegbarer Held ist, fürchten wir uns nicht, auch wenn wir aufgrund unseres schwachen Glaubens dazu neigen, wenngleich die Welt unterginge, sich völlig verändert, eine völlig andere Gestalt annimmt, und die Berge mitten ins Meer sänken, in die Tiefe versinken, aus der sie durch die allmächtige Kraft des Wortes Gottes entstanden sind, 1. Mose 1, 9. 10; V. 4. wenngleich das Meer wütete wie in heftigem Zorn und wallte, rauschen, schäumen und brodeln wie gärender Wein, und von seinem Ungestüm die Berge einfielen wie unter dem Aufprall einer mächtigen Flutwelle, die sie zu untergraben droht. Sela. So sieht das Bild der Katastrophen aus, die die Existenz der Kirche bedrohen, in deren Mitte jedoch die Gläubigen ruhig auf den Herrn warten, da sie wissen, dass die Pforten der Hölle seine Kirche nicht überwältigen werden. Der Grund für dieses einfache Vertrauen wird nun genannt. V. 5. Dennoch soll die Stadt Gottes fein lustig bleiben mit ihren Brünnlein, einen mächtigen Strom, reich an Wasser zum Trinken und Bewässern, dessen verschiedene Kanäle, da die heiligen Wohnungen des Höchsten sind [w., Luther 1524: Der Strom mit seinen Bächen erfreut die Stadt Gottes mit den Wohnungen des Höchsten], erfreuen werden, wo der große Herrscher des Universums, der König seiner Kirche, wohnt, das heißt seine starke Stadt mit den Mauern und Bollwerken seiner Erlösung, Jes. 26, 1. 2. Es ist der Strom der Fülle der Barmherzigkeit Gottes, der sich in so viele Kanäle teilt, um die vielen Gemeinden der Kirche zu erfreuen, wo immer sie sich auch befinden mögen, einschließlich der Gemeinschaft mit dem dreieinigen Gott in der Schönheit seiner Offenbarung. V. 6. Gott ist bei ihr drin, als ihr Beschützer und Retter; darum wird sie nicht wanken, nicht ins Wanken geraten und fallen; Gott hilft ihr früh am Morgen, wörtlich „vor dem Anbruch des Morgens“, vor Tagesanbruch, egal wie dunkel die Nacht der Trübsal auch gewesen sein mag. Die Hilfe des Herrn ist trotz aller Feinde sicher. V. 7. Die Heiden müssen verzagen, schäumten nun vor Entsetzen über die Befreiung, die der Herr seinem Volk schickt, und die Königreiche fallen, alle ihre Bollwerke wankten und fielen mit einem mächtigen, dröhnenden Lärm; das Erdreich muss vergehen, wenn er sich hören lässt, schrie vor Zorn, die Erde löste sich auf vor der verzehrenden Hitze Seines Zorns, Amos 9, 5; Nah. 1, 5. V. 8. Der HERR der Heerscharen, der oberste Befehlshaber aller himmlischen Heerscharen, ist mit uns; der Gott Jakobs ist unser Schutz, eine hohe und sichere Festung, die kein Feind stürmen und einnehmen kann. Sela. Der Herr ist mit seiner Kirche, er ist Immanuel, Gott mit uns, nicht nur als vertrauenswürdiger Verbündeter, sondern als unser Anführer und Held, vor dessen allmächtiger Kraft alle Feinde wie Spreu vor dem Wind sind. Darum ertönt der herausfordernde Ruf der Gläubigen:
V. 9. Kommt her und schaut die Werke des HERRN, der auf Erden solch ein Zerstören anrichtet, indem er die Gebäude und Unternehmungen der schwachen Menschen zerstört und die Welt durch blutige und zerstörerische Kriege bestraft. V. 10. Der den Kriegen ein Ende macht in aller Welt, im Interesse seiner heiligen Stadt, um seine Pläne zur Befreiung seiner Heiligen auszuführen; der Bogen zerbricht, Spieße zerschlägt und Wagen mit Feuer verbrennt, alle Werkzeuge der Feinde, die zum Angriff auf das Werk der Kirche eingesetzt werden, alle Waffen Satans, die zum Sturz von Gottes Zion bestimmt sind. Das Reich des Friedensfürsten wird inmitten aller Feinde errichtet, und die streitende Kirche wird zur triumphierenden Kirche werden. Die Kirche gibt daher eine letzte feierliche Proklamation heraus. V. 11. Seid still, hört auf, Krieg gegen des Herrn Zion zu führen, und erkennt, dass ich Gott bin, der Gott der Kirche, der einzig wahre Gott; ich will mich erheben unter den Heiden, der große Sieger auf dem Schlachtfeld, ich will mich erheben auf Erden, sogar die Feinde werden gezwungen sein, seine Herrlichkeit und Majestät anzuerkennen und ihm die Ehre zu erweisen, die ihm als Herrscher des Universums gebührt. V. 12. Der HERR der Heerscharen ist mit uns; der Gott Jakobs ist unser Schutz. Sela. Das ist das zuversichtliche Amen der christlichen Kirche und jedes Gläubigen, im Vertrauen auf einen weltbeherrschenden Glauben; denn „das Reich bleibt unser“.[2] Mit Christus an unserer Seite bleiben wir Sieger.
Von Christi Himmelfahrt
V. 1. Dem Vorsänger, ein Psalm für die Söhne Korachs, geschrieben von einem aus ihrer Mitte unter der Inspiration des Heiligen Geistes, als Prophezeiung des Sieges und der Erhöhung des Messias zur Rechten der Macht. V. 2. Klatscht in die Hände, alle Völker, die Gemeinde des Herrn wird aufgefordert, ihre grenzenlose Freude in einer Geste der Begeisterung zum Ausdruck zu bringen, die nicht unterdrückt werden kann; und jauchzt Gott mit fröhlichem Schall, in freudiger Verehrung seiner Majestät und Herrlichkeit. V. 3. Denn der HERR, der Allerhöchste, ist zu fürchten, mit Ehrfurcht und Respekt zu betrachten; ein großer König über die ganze Erde, der Herrschaft über alle Geschöpfe hat, aber insbesondere seine Kirche mit seiner Gnade und Barmherzigkeit regiert. V. 4. Er zwingt die Völker unter uns und sie durch einen geistlichen Sieg der Kirche untertan machen, und Völkerschaften unter unsere Füße, wobei sich die Besiegten freudig den Reihen der Sieger anschließen, um dem König Ehrfurcht zu erweisen. V. 5. Er erwählt uns zum Erbteil, die Segnungen, die seinen Kindern durch die Offenbarung seiner Gnade zuteilwerden, die Herrlichkeit Jakobs, den er liebt, den Stolz und Ruhm seiner Kirche, die Glückseligkeit und Freude der herrlichen Vollkommenheit im Himmel in alle Ewigkeit. Sela. Alle Gläubigen, ob sie nun nach dem Fleisch zu Israel gehören oder aus den Reihen der Heiden gewonnen wurden, werden an den herrlichen Segnungen teilhaben, die Christus erworben hat, und sich ihrer Glückseligkeit erfreuen, ohne Ende. Der Grund für diesen wunderbaren Ausbruch der Freude wird nun genannt.
V. 6. Gott fährt auf mit Jauchzen, die heiligen Sänger im Geist sehen Gott mit Jubel in die Höhe aufsteigen, der HERR beim Schall der Posaune, denn dies war das Instrument, das bei allen freudigen Festen Israels verwendet wurde. Aufgrund dieser Tat Gottes – des Herrn – ergeht nun der dringende Ruf an die Menschen. V. 7. Lobsingt, lobsingt Gott, Psalmen freudiger Dankbarkeit; lobsingt unserem König! denn Gott in der Höhe und der König seiner Kirche werden hier gleichgesetzt. V. 8. Denn Gott ist König der ganzen Erde, der König hat sich durch seine wunderbare Erhöhung als der Gott der ganzen Erde gezeigt. Lobsingt ihm mit Psalmen, bringt die freudigen Gefühle eures Herzens mit der richtigen professionellen Fertigkeit zum Ausdruck, um eure tiefsten Gefühle auszudrücken.
V. 9. Gott ist König über die Heiden, die Herrschaft des erhöhten Christus im Reich der Macht erstreckt sich über das gesamte Universum; Gott sitzt auf seinem heiligen Thron, zur Rechten der Macht in den himmlischen Regionen, Eph. 1, 20. V. 10. Die Fürsten der Völker sind versammelt, als Volk des Gottes Abrahams, vielmehr zu diesem Volk, die Großen und Mächtigen der Erde, die sich dem Volk des Gottes Abrahams anschließen, vereint mit dem geistlichen Israel aller Zeiten; denn Gott gehören die Schilde [d.i. Beherrscher] der Erde. Alle Kriegswaffen müssen vor ihm niedergelegt werden; er ist hoch erhaben, da er mit der Kraft seiner majestätischen Barmherzigkeit durch das Wort seiner Gnade siegt. Aus dem gesamten Lied geht zweifellos hervor, dass es sich um Jahwe-Gott handelt, um den Messias, in der Erhöhung nach seiner tiefen Erniedrigung. Diese Erhöhung wurde vor den Menschen besonders durch seine sichtbare Himmelfahrt betont, gefolgt von seinem Sitzen zur Rechten Gottes, seines himmlischen Vaters. Als Folge und Frucht dieser Erhöhung fügt Er Seinem geistlichen Israel, der Gemeinde der Gläubigen, ständig neue Mitglieder aus allen Nationen und Völkern der Welt hinzu, die sich alle vereinen, um Sein Lob zu singen, von Ewigkeit zu Ewigkeit.
Zion als Typos [Vorbild] auf die
christliche Kirche
V. 1. Ein Lied und Psalm für die Söhne Korachs, geschrieben von einem aus ihrer Mitte, um die Vorzüge und Segnungen der Herrschaft Gottes in seiner Kirche darzulegen. V. 2. Groß ist der HERR und hoch zu rühmen, wenn man seinen Ruhm in Dankpsalmen verkündet, in der Stadt unseres Gottes, wo die Stiftshütte und später der Tempel standen, auf seinem heiligen Berg, wo er in der Herrlichkeit seiner Heiligkeit wohnt. V. 3. Der Berg Zion ragt schön empor, erhöht, um die Schönheit seiner Lage auf dem Hügel hervorzuheben, die Freude der ganzen Erde, wie es nach Meinung des dort lebenden geistlichen Israels verdient ist, ganz im Norden, wo Morija selbst seinen Gipfel erhob, die Stadt des großen Königs. Die gesamte Beschreibung, obwohl sie aus dem Bild Jerusalems stammt, dessen Lage einzigartig schön und beeindruckend ist, ist offensichtlich typisch für die heilige christliche Kirche; denn der Name Zion oder Tochter Zion, die Stadt Gottes, wird vom Heiligen Geist auf die Gemeinde der Gläubigen aller Zeiten angewendet, wie in Ps. 46. V. 4. Gott ist in ihren Palästen bekannt, dass er der Schutz sei, da er in so vielen Schwierigkeiten seinen gnädigen Schutz und seine Befreiung bewiesen hat; die Zitadellen des geistlichen Jerusalem werden durch seine göttliche Kraft aufrechterhalten.
V. 5. Denn siehe, Könige, dieselben Feinde Zions, die in Ps. 2 erwähnt werden, waren versammelten und miteinander herangezogen, in einem Bündnis, um die Stadt Gottes anzugreifen. V. 6. Sie haben sich verwundert, da sie solches sahen, nachdem sie die Grenze des Landes überschritten hatten und sich gegen die Kirche aufstellten, wurden sie sich der Tatsache bewusst, dass der Herr ihr mächtiger Beschützer ist, sie waren sehr erstaunt; sie haben sich entsetzt und sind davongestürzt, erfüllt von Schrecken angesichts der Offenbarung der Allmacht Gottes. V. 7. Zittern hat sie daselbst ergriffen, Zittern und Beben, und Angst wie eine Gebärdende. V. 8. Du zerbrichst die Tarsisschiffe, die größten und wertvollsten Handelsschiffe jener Zeit, durch den Ostwind, und so haben die mächtigsten Feinde keine Chance, ihn zu überwinden, sie können seiner Allmacht nicht standhalten.
V. 9. Wie wir gehört haben, in Berichten, die ihnen über frühere Befreiungen überbracht wurden, so sehen wir es in der Stadt des HERRN der Heerscharen, der alle himmlischen Heerscharen unter seinem Befehl hat, an der Stadt unseres Gottes: Gott erhält sie ewig, die Pforten der Hölle werden die Kirche Christi nicht überwältigen, Matthäus 16, 18. Sela. Die Gläubigen, die sich in der Gemeinde versammelt haben, ziehen ihre Schlussfolgerungen, um ihren Glauben an den Herrn zu stärken. V. 10. Gott, wir denken, indem wir über diese Befreiung und andere Manifestationen der Barmherzigkeit Gottes nachgedacht haben, an deine Güte in deinem Tempel, die Gnade und Güte, die in Seiner Kirche offenbart wird. V. 11. Gott, wie dein Name, wie er durch die Verkündigung des Wortes verkündet und verherrlicht wird, indem er das Wesen und die Eigenschaften Gottes darlegt, so ist auch dein Ruhm bis an der Welt Enden, wo immer Gläubige durch die Verkündigung des Evangeliums gewonnen werden; Deine Rechte, Symbol für Sein Handeln mit Seiner Kirche, ist voll Gerechtigkeit, die der Herr den Gläubigen zuteilt und ihnen zurechnet, wenn sie die Erlösung annehmen, die der Erlöser Jesus Christus erlangt hat. V. 12. Es freue sich der Berg Zion, das geistliche Israel, und die Töchter Judas, die Gemeinde der Gläubigen, die Kinder des geistlichen Judas, seien fröhlich um deiner Rechte willen, die Entscheidungen und Handlungen Seiner gerechten Regierung zu ihren Gunsten.
V. 13. Geht um Zion herum, nutzt die Gelegenheit, die Kirche genau zu untersuchen, sowohl in ihrem Aussehen als auch in ihrer Arbeit, und umwandelt ihn; zählt seine Türme, zählt die vielen Verteidigungsmittel, die der Herr ihr in seinem Wort gegeben hat. V. 14. Achtet gut auf seine Mauern, richtet eure Herzen auf die Befestigungen der Kirche, durchschreitet seine Paläste, die vielen schönen Gemeinden, in denen das Wort und die Sakramente in ihrer ursprünglichen Reinheit verwendet werden, damit man davon verkündige bei den Nachkommen, und gebt euch alle Mühe, dass der Glaube der Väter unverfälscht an die Kinder weitergegeben wird und dass die Herzen der Christen durch den Geist wahrhaftig Wohnstätten Gottes bleiben: V. 15. Dieser ist Gott, der sich seiner Kirche in seinem Wort offenbart hat, unser Gott für immer und ewig. Er führt uns (über den Tod hinaus) oder in ewiger Jugend, zu einer Welt, in der es keinen Tod gibt, wo alle Gläubigen mit ihm in ewiger, todloser Glückseligkeit sein werden.[3]
Lehre und Trost gegen das Glück der
Gottlosen
V. 1. Dem Chorleiter, zur Verwendung im liturgischen Gottesdienst, ein Psalm für die Söhne Korachs, ein Lehr- und Trostlied, geschrieben von einem Mitglied der Familie Korachs, um zu zeigen, dass bloße irdische Vorteile kein dauerhaftes Glück bringen. V. 2. Hört zu, alle Völker, , ein feierlicher Aufruf zur größten Aufmerksamkeit; merkt auf alle, die zu dieser Zeit leben, alle, die ihr in der heutigen Zeit lebt, in diesem Zeitalter, das bald vergehen wird; V. 3. Beide, einfache Leute und Herren, wobei das Hebräische zwischen den Kindern gewöhnlicher Menschen, der Menschheit im Allgemeinen, und den Söhnen außergewöhnlicher Menschen, den Vornehmen, den Adligen, unterscheidet, beide, Reiche und Arme miteinander, da alle Menschen an dem hier angesprochenen Thema interessiert sein sollten, unabhängig von Stand und Vermögen. V. 4. Mein Mund soll von Weisheit reden, von wichtigen und gewichtigen Wahrheiten; und das Sinnen meines Herzens, wie sie in seiner ganzen Unterweisung zum Ausdruck kommt, soll Einsicht sein, die an die Wurzel der Dinge geht und ihre Prinzipien offenbart. V. 5. Ich will einem Spruch mein Ohr neigen, in einer Haltung höchster Aufmerksamkeit, einem Sprichwort und einer Illustration der wahren Weisheit, die von Gott selbst offenbart wurde; mein Rätsel kundtun, den Ratschluss Gottes, sein vorsehendes Handeln mit den Menschen, das den Gläubigen oft wie ein unerklärliches Rätsel erscheint, zur Harfe, das heißt, er würde seine Erklärungen mit einer Melodie auf der Zither begleiten, wobei seine Hymne so beschaffen wäre, dass auch andere sie spielen und Trost in ihren Lehren finden könnten.
V. 6. Warum sollte ich mich fürchten in bösen Tagen, wenn Unglück den Gläubigen trifft, wenn mich die Missetat meiner Widersacher, das Unheil, das ihm seine Unterdrücker zufügen, böse Menschen, die ihre Macht für solche Zwecke missbrauchen, umgibt? Es ist die alte Klage, dass die Bösen die Gerechten umgeben, versuchen, sie unvorbereitet anzugreifen und ihnen Schaden zuzufügen. V. 7. Die sich verlassen auf ihr Hab und Gut als Mittel zur Sicherung ihres dauerhaften Glücks vertrauen und pochen auf ihren großen Reichtum, sind in ihrem gesamten Verhalten völlig prahlerisch, V. 8. Kann doch ein Mann, wobei das Thema verallgemeinert wird, um alle Menschen einzuschließen, seinen Bruder nicht auslösen, ihn vor dem Schicksal bewahren, das ihn wegen seiner Sünden ereilen wird, noch Gott das Lösegeld für ihn geben, denn alle Reichtümer der Welt reichen nicht aus, um die Schuld einer einzigen Seele zu bezahlen; V. 9. Denn es kostet zu viel, ihre Seele auszulösen, zu teuer, um mit irgendetwas bezahlt zu werden, was bloße Menschen aufbringen können, er muss davon abstehen auf ewig, sie ist zum Untergang verurteilt, zum Scheitern, die Schuld muss für immer unbezahlt bleiben, und alle Versuche, die Schuld zu begleichen, sind vergeblich;) V. 10. Ob er gleich lange lebt, in einem ewigen Leben, ohne die Strafe des Todes zu bezahlen, und die Verwesung nicht sieht. Die Passage lehrt eindeutig die Unmöglichkeit der Erlösung eines Menschen auf der Welt durch gegenseitige Hilfe oder durch die vereinten Anstrengungen der Menschen, eine Tatsache, die alle sogenannten Religionen außerhalb des Christentums als falsch und vergeblich brandmarkt, denn sie alle sind unfähig, mit der Situation fertig zu werden, nur das Christentum bietet eine Lösung, nämlich das stellvertretende Leiden Jesu Christi.
V. 11. Denn man, jeder Mensch auf der Welt, einschließlich derer, die die Menschen durch ihre eigenen Werke zu erlösen versuchen, wie in dem überflüssigen Unsinn der Papisten, wird sehen: Die Weisen sterben, dass die sogenannten soliden Bürger des Staates dem Tod unterworfen sind, ebenso wie die Toren und Narren, in denen die tierischen Begierden den ersten Platz einnehmen, umkommen und müssen ihr Gut anderen lassen. Wie töricht ist es dann für den Reichen, sich aufgrund seines Reichtums, mit dem er andere beeindruckt, für unsterblich zu halten. V. 12. Das ist ihr Herz, dass ihre Häuser währen immerdar, ihre Wohnungen bleiben für und für [w.: von Generation zu Generation], ohne Unglück und Zerstörung, so dass eine Generation nach der anderen in die Ewigkeit eingehen kann, ohne eine Veränderung ihres Glücks zu erleben; sie haben Ländereien nach ihren Namen benannt, das heißt, sie feiern ihre eigenen Namen, sie sorgen dafür, dass die Menschen sie wegen ihrer Ländereien, ihrer Besitztümer, loben und ihnen schmeicheln. V. 13. Doch der Mensch kann nicht bleiben in seiner Pracht und die höchsten Ehren- und Ruhmespositionen in dieser Welt einnimmt, sondern vergeht wie ein Gast, der nicht einmal das volle Licht des Morgens abwartet, um seine Reise fortzusetzen; sondern muss davon wie das Vieh, deren Leben plötzlich und ohne Vorwarnung genommen wird.
V. 14. Dieser ihr Weg ist lauter Torheit, es ist der Weg aller Menschen, die ein solch törichtes Vertrauen in sich selbst und in ihren Reichtum haben; und das Ende aller, denen ihre Worte gefallen, und dasselbe geschieht denen, die sie nachahmen. Sela. V. 15. Sie liegen in der Hölle wie Schafe, trotz ihrer angeblichen Überlegenheit und der Größe ihres Reichtums; der Tod verzehrt sie, sie sind seiner Verwesung unterworfen; aber die Gerechten werden am Morgen über sie herrschen, denn der sichere Triumph der Gerechten über die Gottlosen wird sehr bald eine Tatsache sein, unter den Bedingungen, die durch die Erfüllung der messianischen Verheißungen geschaffen werden; denn ihre Gestalt wird von der Hölle verschlungen, aus der Wohnung, die ihnen gehört; Diejenigen, die stolz dachten, sie hätten für die Ewigkeit gebaut, finden sich ohne Wohnstätte wieder, ihr Körper verrottet im Grab, und ihre Erinnerung wird auf Erden vergessen. V. 16. Aber Gott wird meine Seele erlösen aus der Hölle Gewalt, ihn aus der Hand oder Herrschaft des Reiches des Todes erlösen; denn er hat mich angenommen, hinauf in die Herrlichkeit des ewigen Lebens. Sela. Die Gläubigen des Alten Testaments glaubten, wie die Christen heute, an die Auferstehung des Leibes und an das ewige Leben mit Gott. Der Psalmist macht daher die ermutigende Anwendung.
V. 17. Fürchte dich nicht, wenn einer reich wird, wenn die Herrlichkeit seines Hauses groß wird, wenn die Menschen ihn wegen seines großen Reichtums loben; V. 18. Denn er wird nichts in seinem Sterben mitnehmen, er muss seinen ganzen Reichtum zurücklassen; und seine Herrlichkeit wird ihm nicht nachfahren, denn nichts ist vergänglicher als die Ehre vor den Menschen. V. 19. Wenn er sich auch tröstet dieses guten Lebens, sich selbst schmeichelte, dass er wirklich glücklich sei, und versuchte, das Leben entsprechend zu genießen, 5. Mose 29, 18; Lukas 12, 19; und man preist dich, wenn es dir gut geht, obwohl die Menschen den Reichen dafür loben, dass er das Leben nach seinen eigenen Vorstellungen genießt. V. 20. So fahren sie ihren Vätern nach, plötzlich aus dem Land der Lebenden ausgerottet; sie, alle, die zu dieser Kategorie gehören, und sehen das Licht nie mehr, niemals das Licht des ewigen Lebens genießen. Und so schließt der Dichter seine Hymne mit einer treffenden Schlussfolgerung: V. 21. Kurz, wenn der Mensch im Ansehen ist, Reichtum, Glück und die Achtung der Menschen genießt, und hat keinen Verstand, sondern in fleischlicher Sicherheit verharrt, so fährt er davon wie das Vieh, ausgeschlossen von der Hoffnung auf ein höheres und besseres Leben im Himmel bei Gott. Alle Gläubigen werden sich daher davon abhalten lassen, sich durch das offensichtliche Glück der gottlosen Reichen zu ärgern, da sie wissen, dass ihr eigenes Glück in den Händen ihres himmlischen Vaters sicher ist.
Vom
wahren Gottesdienst
V. 1. Ein Psalm Asafs, einem der Leiter des Tempelchors zur Zeit Davids, der sich durch seine musikalischen und poetischen Fähigkeiten auszeichnete (1. Chronik 26). Die Hymne zeigt, wie die Erhabenheit und Feierlichkeit des göttlichen Gerichts die Menschen zur wahren Anbetung anleiten und sie zu wahrer Frömmigkeit ermutigen sollte. Gott der HERR, der Mächtige (im Hebräischen: El Elohim Jahwe), der Gott der Götter, Jahwe, der höchste Gott der Erde und des Himmels, redet und ruft der Welt vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergang, soweit die Erde reicht, sind alle ihre Bewohner in diesem mächtigen Ruf eingeschlossen. V. 2. Aus Zion, wo seine Stiftshütte und später sein Tempel standen, wo er inmitten seines Volkes wohnte, der Vollkommenheit der Schönheit, der Kirche und Gemeinde Gottes, die das Schönste auf Erden ist (Ps. 48, 2. 3), bricht an der schöne Glanz Gottes und der Glanz seiner Majestät, die ehrfurchtgebietender ist als die Strahlen der Sonne. Der Psalmist spricht von der Majestät und Herrlichkeit des Wortes Gottes, insbesondere des Wortes des Evangeliums, dessen Kraft und Schönheit die Erde erleuchtet. V. 3. Unser Gott kommt, in dieser Offenbarung seines göttlichen Wesens, und schweigt nicht, sondern verpflichtet sein, seine Herrlichkeit vor allen Menschen zu verkünden; Fressendes Feuer geht vor ihm her, insbesondere in den Worten des Gesetzes, und um ihn her ein gewaltiges Wetter, denn Feuer und Sturm sind die Herolde Gottes als Richter der Menschheit. Das Feuer droht, die Sünder zu verzehren, und der Sturm seines Zorns wird sie wie Spreu vor dem Wind zerstreuen. V. 4. Er ruft Himmel, wobei die himmlischen Heerscharen als seine Diener herbeigerufen werden, und Erde, als Zeugen, dass er sein Volk richte: Vgl. 5. Mose 4, 26; 30, 19; Jesaja 1, 2. V. 5. Versammelt mir meine Heiligen, diejenigen, die aufgrund der ihnen zugerechneten Gerechtigkeit in seinen Augen heilig sind; die den Bund mit mir geschlossen haben beim Opfer, wobei der Verweis auf die Teilung des Opfertieres bezieht, wobei die beiden Parteien, die den Bund schließen, zwischen den geteilten Teilen hindurchgehen, 1. Mose 15, 10, 18. V. 6. Und die Himmel werden seine Gerechtigkeit verkündigen, die Heerscharen des Himmels bezeugen die Gerechtigkeit all seiner Urteile; denn Gott selbst ist Richter. Sela. Nun ist alles bereit für die große Szene des Gerichts: Der Gerichtshof wird gleich eröffnet.
V. 7. Höre, mein Volk, denn er spricht zu denen, die er als sein Eigentum wollte, lass mich reden, Israel; ich will gegen dich zeugen, nämlich wegen ihres Versäumnisses, ihm die gebührende Verehrung zu erweisen: Ich, Gott, bin dein Gott, Er trug den rechtmäßigen Titel, um als Richter über Israel zu handeln, V. 8. Wegen deines Opfers tadle ich dich nicht, Er hatte keine Beschwerde darüber, dass sie nicht dargebracht worden waren, sind doch deine Brandopfer immer vor mir, sie hatten keines der vom Gesetz vorgeschriebenen Opfer ausgelassen. V, 9. Ich will nicht von deinem Haus Stiere nehmen, noch Böcke aus deinen Ställen, Gott hatte kein Interesse an den Opfern, die Israel darbrachte; alle äußerlichen Zeremonien der Gottesverehrung sind ohne den wahren Glauben des Herzens sinnlos. V. 10. Denn alle Tiere im Wald sind mein, alle Geschöpfe gehören ihm, die Menschen konnten ihm nichts opfern, was er nicht bereits besaß, und das Vieh auf den Bergen zu Tausenden. V. 11. Ich kenne alle Vögel auf den Bergen, alle Vögel, die dort nisten; und was sich regt auf dem Feld ist mein, alle Tiere, die in den Tälern und Niederungen spielten. V. 12. Wenn mich hungerte, wollte ich dir nicht davon sagen, um ein Opfer als Nahrung für sich selbst zu erbitten; denn der Erdkreis ist mein und alles, was darauf ist, und es gibt kein Verlangen seinerseits, das durch Opfer befriedigt werden könnte. V. 13. Meinst du, dass ich Fleisch von Stieren essen will oder das Blut von Böcken trinken? Jeder Gläubige, der sein Opfer darbringt, sollte dies nicht in der irrigen Annahme tun, dass er Gott persönlich etwas Gutes tut, dass er den Herrn sich gegenüber verpflichtet. Die Art der wahren Anbetung wird nun beschrieben. V. 14. Opfere Gott Dank, für die wahre Gemeinschaft mit dem Herrn, und erfülle dem Höchsten deine Gelübde, 3. Mose 7, 44-18, nämlich indem du die Huldigung des Herzens, den Glauben, die Reue und die Liebe darbringst, V. 15. und rufe mich an in der Not, nachdem die richtige Beziehung durch die richtige Anbetung hergestellt worden ist, so will ich dich erretten und dem Anbeter aus all seinen Schwierigkeiten helfen, und du sollst mich preisen und Gott allein alle Ehre für jede seiner Errettungen geben. Das ist die richtige Beziehung, die zwischen den Gläubigen hier auf Erden und ihrem himmlischen Vater bestehen sollte.
V. 16. Aber zum Gottlosen spricht Gott in einer strengen Zurechtweisung der heuchlerischen Anbetung: Was verkündigst du meine Rechte, indem du das Verhalten der wahren Gläubigen nachahmst, und nimmst meinen Bund in deinen Mund zu nehmen, indem du dich der Gemeinde anschließt, um das Wort Gottes zu bekennen, V. 17. Da du doch Zucht hasst, nämlich die Zurechtweisung der Heuchelei und Sünde, wie sie im Wort enthalten ist, und wirfst meine Worte hinter dich, indem du den göttlichen Unterweisungen mit einer Geste völliger Verachtung den Rücken kehrst? V. 18. Wenn du einen Dieb siehst, so läufst du mit ihm, dich an der Form der Bosheit erfreut, die gegen das siebte Gebot begangen wurde, und dich so des gleichen Verbrechens schuldig gemacht, und hast Gemeinschaft mit den Ehebrechern, indem du auch das sechste Gebot übertreten hast. V. 19. Dein Maul lässt du Böses reden, jeder Art von verleumderischem Gerede, und deine Zunge treibt Falschheit, vorsätzliche Lügen, um dem Nächsten seinen guten Ruf zu nehmen. V. 20. Du sitzt da und redest gegen deinen Bruder, den nächsten Blutsverwandten, der vor der Zunge des Verleumders und Schmähers nicht sicher ist; deiner Mutter Sohn verleumdest du, die niedrigste und gemeinste Form des Verrats. In diesem ganzen Abschnitt wird die Idee zum Ausdruck gebracht, dass Gott erstaunt war über die Dreistigkeit, mit der der Heuchler solche Übertretungen beging und dennoch Mitglied der Gemeinde des Herrn blieb. V. 21. Das tust du, und ich schweige, vgl. Röm. 2, 21. 23; da meinst du, ich werde sein gleich wie du, und hast solch böses Verhalten geduldet, weil Er die Bosheit nicht sofort bestraft hat; aber ich will dich zurechtweisen, sobald Seine Geduld, die auf die Erlösung der Sünder abzielt, erschöpft ist, und es dir vor Augen stellen und mich in meiner furchtbaren Majestät und meiner rächenden Gerechtigkeit zeigen.
V. 22. Bedenkt doch das, die ihr Gott vergesst, die ihr euch auf eine äußerliche Gerechtigkeit der Werke verlasst und die Notwendigkeit wahrer Frömmigkeit des Herzens vergesst, dass ich nicht hinraffe in einer Strafe der völligen Vernichtung, und ist kein Retter mehr da, denn wenn Gott einmal zu schlagen beginnt, ist es unmöglich zu entkommen. Und so wird die Schlussfolgerung angeboten: V. 23. Wer Dank opfert, die wahre Danksagung eines gläubigen Herzens, der preist mich; wobei die äußere Anbetung in diesem Fall ein Ausdruck des Glaubens des Herzens ist; und da ist der Weg und sein ganzes Leben nach den Regeln des göttlichen Willens ausrichtet, dass ich ihm zeige das Heil Gottes, seine Gegenwart und Gnade, die ihn allezeit begleitet. Alle Christen werden jede Form von Heuchelei meiden und verabscheuen und ständig über ihr Herz wachen, damit ihre ganze Anbetung Gottes Ausdruck eines Herzens ist, das für seine Gunst und Liebe in Jesus Christus dankbar ist.
Davids
Bußgebet – Lehre von der Buße und ihrer Frucht
(Vierter
Bußpsalm)
V. 1. Dem Chorleiter, zur öffentlichen Aufführung, als offenes Bekenntnis der Sünde Davids vor der ganzen Gemeinde, um zu zeigen, dass seine Reue aufrichtig war, ein Psalm Davids, V. 2. als der Prophet Nathan zu ihm kam, nachdem er zu Bathseba eingegangen war, 2. Sam. 11 und 12. Etwa ein Jahr lang nach seiner schrecklichen Sünde des Ehebruchs hatte David sein Herz gegen die Reue verhärtet, obwohl er während dieser Zeit keine Ruhe in seinem Gewissen hatte, Ps. 32, 3. 4. Als Nathan David mit den Worten „Du bist der Mann!“ anklagte, brach dessen Widerstand und er bekannte seine Sünde. Er empfing sofort das Wort der Absolution, aber als er sich der Größe seiner Übertretung immer mehr bewusst wurde, sah er sich gezwungen, den Herrn um seine volle Gnade sowie um die Kraft zu bitten, die es ihm ermöglichen würde, sein ganzes Leben der Sühne seiner Schuld vor den Menschen zu widmen.
Davids Flehen um Gnade (V. 3-11): V. 3. Gott, sei mir gnädig, ein Bekenntnis völliger Unwürdigkeit und ein Schrei des Glaubens, der sich an Gott als die einzige Hoffnung auf Erlösung klammert, nach deiner Güte, denn er vergibt Sünden nur um seiner selbst willen, nicht wegen irgendwelcher Verdienste unsererseits; und tilge meine Sünden nach deiner großen Barmherzigkeit, denn nur Gottes Gnade und Barmherzigkeit können den Gläubigen von der Größe seiner Bosheit reinigen, in diesem Fall von Ehebruch, Mord und einem Jahr hartnäckiger Weigerung, die Übertretung anzuerkennen. V. 4. Wasche mich rein von meiner Missetat, die wie Schmutz ist, der das Herz und das Gewissen verunreinigt, und reinige mich von meiner Sünde, wobei sich dieser Begriff auf die Erklärung des Priesters bezieht, durch die jemand, der nach dem Gesetz des Levitikus unrein war, für rein erklärt wurde. Gott erklärt den Sünder durch das Wort des Evangeliums für gerecht, wenn dieser seine Sünde in wahrer Reue bekennt. V. 5. Denn ich erkenne meine Missetat, deshalb näherte er sich dem Herrn mit einer so dringenden Bitte; und meine Sünde ist immer vor mir, sie stand vor seiner Seele in all ihrer Schrecklichkeit und Abscheulichkeit. Das ist der Fluch, der mit der Sünde verbunden ist, dass der Mensch sie nicht vergessen kann, dass sie wie ein Geist vor ihm auftaucht, der nicht ruhen will, auch wenn Gott längst vergeben und vergessen hat. Damit dieser Zustand einen Gläubigen nicht in die Verzweiflung des Judas treibt, klammert er sich an den Herrn und wendet sich immer wieder an ihn, um Gnade zu erlangen. V. 6. An dir allein habe ich gesündigt und Unrecht vor dir getan, denn jede Übertretung des Gesetzes, sei sie gegen die erste oder gegen die zweite Tafel gerichtet, ist ein Verstoß gegen den Willen Gottes und eine Beleidigung seiner Würde und Heiligkeit; denn wir sind allein Gott gegenüber verantwortlich, auch in unserem Verhalten gegenüber unserem Nächsten, wobei unsere Entschuldigung gegenüber dem Nächsten für ein begangenes Unrecht eine Frucht unserer Reue gegenüber Gott ist; damit du recht behaltest in allen deinen Worten, und rein bleibst, wenn du gerichtet wirst, denn jede Sünde, die offenbart und bestraft wird, dient letztlich dazu, die Heiligkeit und Gerechtigkeit Gottes hervorzuheben und ihn in der Vollkommenheit seines Wesens zu verherrlichen. V. 7. Siehe, ich bin in Schuld geboren [Luther: aus sündlichem Samen gezeugt], und meine Mutter hat mich in Sünde empfangen; denn David war wie alle Menschen vom ersten Augenblick seiner Empfängnis an sündig, Fleisch geboren aus Fleisch, erfüllt von aller Verdorbenheit der Menschheit, alle Übertretungen in Gedanken, Worten und Taten als Folge des natürlichen Zustands der Sündhaftigkeit, und die Schuld beider lastet auf jedem einzelnen Sünder. David bekannte somit vollständig und unmissverständlich die Tiefe seiner Sünde und ihre ganze Abscheulichkeit. V. 8. Siehe, du hast Lust zur Wahrheit, die im Verborgenen liegt, ohne die geringste Täuschung und Heuchelei, die den Wert seines Sündenbekenntnisses beeinträchtigen könnten; und im Verborgenen lässt du mich Weisheit erkennen, nämlich die wahre Weisheit, die ihren Anfang in der Furcht des Herrn hat. Die Sehnsucht nach einem reinen und weisen Herzen ist ein Merkmal wahrer Reue, und das Gebet um diesen Segen findet sich bei allen Gläubigen während ihres ganzen Lebens.
V. 9. Entsündige mich mit Ysop, einer Majoransorte, die bei Reinigungszeremonien verwendet wird, 3. Mose 14, 4, damit ich werde rein werde, in den Augen Gottes für gerecht erklärt; wasche mich, damit ich weißer als Schnee werde, aufgrund der ihm verkündeten Vergebung der Sünden als unschuldig angesehen, Jes. 1, 18. V. 10. Lass mich hören Freude und Wonne, das ist Davids zuversichtliches Gebet, jetzt, da seine Sünden vergeben sind, damit meine Gebeine fröhlich werden, die du zerschlagen hast, sein ganzer Körper spürt die Erleichterung, nachdem das Schuldgefühl, das auf seinem Gewissen lastete, beseitigt wurde. V. 11. Verbirg dein Antlitz vor meinen Sünden, wende es ab, um sie nicht länger zu sehen und dadurch zu neuem Zorn und neuer Strafe angeregt zu werden, und tilge alle meine Missetat, entferne aus seiner Gegenwart nicht nur diejenigen, wegen denen er so schwer litt, sondern alle aus seinem ganzen Leben, denn ein Christ muss sein ganzes Leben lang, bis zur Stunde seines Todes, immer wieder um Vergebung bitten. Aber es muss der Ruf des Glaubens sein, der sich an Gottes Verheißungen der Barmherzigkeit klammert.
Neuer Gehorsam als Frucht des Glaubens (V. 12-21): V. 12. Schaffe in mir, Gott, ein reines Herz, das Herz des Gläubigen, das in der Bekehrung neu geschaffen wurde, und gib mir einen neuen, beständigen Geist, indem er sein Herz und seine Seele so festigte, dass er sich seiner Erlösung sicher war und sein Geist auf Gottes Wort und die Erfüllung seines Willens ausgerichtet war. V. 13. Verwirf mich nicht von deinem Angesicht, denn er hatte einst die qualvolle Pein verspürt, von der Barmherzigkeit Gottes ausgeschlossen zu sein, und fürchtete eine Wiederholung dieser Erfahrung, und nimm deinen Heiligen Geist nicht von mir, damit er nicht in den unbußfertigen Zustand dieses einen schrecklichen Jahres zurückfällt, in seiner Ablehnung des gnädigen Einflusses Gottes verharrt und so verloren geht. Jeder Gläubige betet zum Herrn, dass er vor der Verhärtung seines Herzens bewahrt werde, die zur Ablehnung der Botschaft des Evangeliums und zur endgültigen Verdammnis führt. V. 14. Tröste mich wieder mit deiner Hilfe, denn das ist der Gipfel des Glücks eines Gläubigen, wenn der Herr sich ihm in Gnade zuwendet, und mit einem willigen Geist rüste mich aus, vielmehr wird mich der Geist der Bereitschaft stärken, nämlich in der Erneuerung seines ganzen Lebens, indem er in ihm wahre Heiligung wirkt. V. 15. Denn ich will die Übertreter deine Wege lehren und ihnen kundtun, was Gott für ihn getan hat, indem er ihn aus dem Elend seines sündigen Zustandes befreit hat; dass sich die Sünder zu dir bekehren aufgrund dieses offenen Bekenntnisses und dieser Unterweisung durch den Mund Davids, zu der ihn seine Dankbarkeit für die erfahrene Barmherzigkeit veranlasst.
V. 16. Errette mich von den Blutschulden, nicht nur von der, die wegen seines Mordes an Uria auf ihm lastete, sondern von allen schweren Übertretungen, die wie Feinde sind, die versuchen, zu unterdrücken und zu versklaven, Gott, der du mein Gott und Heiland bist, der mächtige Herr des Himmels, der als Einziger in einer solchen Notlage helfen und erretten kann; dass meine Zunge deine Gerechtigkeit rühme, nämlich die, die ihm durch die Gnade Gottes im Erlöser zugerechnet wird. V. 17. HERR, tue meine Lippen auf, Gott selbst gab ihm die nötige Geschicklichkeit und Fähigkeit, seinen Dank in angemessener Weise auszudrücken, dass mein Mund deinen Ruhm verkündige, in einem offenen und freudigen Lobgesang für die ihm gewährte Gnade. V. 18. Denn du hast nicht Lust zum Schlachtopfer, nämlich als bloßen äußerlichen, mechanischen Akt der Anbetung, ich wollte dir’s sonst wohl geben; und Brandopfer gefallen dir nicht, wie sie in bloßer äußerlicher Einhaltung des Buchstabens des Gesetzes dargebracht werden, so sehr Gott sich auch ansonsten darüber freut, wenn der wahre Glaube des Herzens in äußerlichen Akten der Anbetung zum Ausdruck kommt. V. 19. Die Opfer, die Gott gefallen sind ein geängstigter Geist, der durch das Bewusstsein der eigenen Sündhaftigkeit zermalmt ist; ein geängstigtes und zerschlagenes Herz, aus dem alle Selbstgerechtigkeit durch die Erkenntnis der Schuld entfernt wurde, wie es in den Forderungen des Gesetzes gezeigt wird, wirst du, Gott, nicht verachten, vielmehr hat er Freude daran, daran hat er Wohlgefallen. Solche Opfer des Herzens zeigen sich dann in den entsprechenden Opfern der Lippen, im Lobpreis Gottes für die wunderbare Gnade, die in der Vergebung der Sünden gewährt wird. Abschließend schließt David sich selbst in die gesamte Gemeinde der Gläubigen ein.
V. 20 Tue wohl an Zion nach deiner Gnade, indem du der nach dem Tempelberg benannten Gemeinde der Gläubigen deine Gunst erweist; baue die Mauern zu Jerusalems, nämlich die geistlichen Mauern seiner Kirche, des wahren Volkes Gottes, wobei der zugrunde liegende Gedanke ist, dass der Herr nicht zulassen würde, dass die Verfehlung Davids den schwachen Gläubigen den Glauben aus dem Herzen nimmt. V. 21. Dann werden dir gefallen die Opfer der Gerechtigkeit, die Brandopfer und Ganzopfer, David ist bereit, im Bewusstsein der ihm zugerechneten Gerechtigkeit und in dem Eifer, seine Herzenswandlung bekannt zu machen, Opfer aller Art darzubringen, um für seine Sünden zu büßen; dann wird man Stiere auf deinem Altar opfern, als Dank für die Gnade, die er empfangen hat. Ein wahrhaft reuigen Mensch wird dem Herrn die Opfer seines Herzens, seiner Lippen und seiner Hände darbringen, und der Herr wird an solchen Opfern Gefallen finden, wenn nur zuvor die schwerwiegenden Verfehlungen beseitigt worden sind.
Davids
Klage über Doeg – die Strafe für böse Zungen
V. 1. Dem Chorleiter, zum Gebrauch im öffentlichen Gottesdienst, ein Maskil, ein didaktischer Hymnus, ein Psalm Davids, V. 2. als Doeg, der Edomiter, kam und sagte Saul an und sprach: David ist in Ahimelechs Haus gekommen, wobei die gesamte Erzählung in 1 Sam. 19 bis 22 zu finden ist, insbesondere in Kap. 21, 1-10 und 22, 1-10. Diese Angabe gibt nicht den genauen Zeitpunkt an, zu dem der Psalm verfasst wurde, sondern den Vorfall, der ihn veranlasst hat. V. 3. Warum rühmst du dich der Bosheit, denn Doeg prahlte stolz mit seiner Verbindung zu der bösen Tat, die er in Gibea begangen hatte, indem er zuerst David hinterhältig verriet und dann fünfundachtzig Priester erschlug, du Tyrann? Der Name bezieht sich hier nicht auf einen echten Helden, sondern ist eine sarkastische Bezeichnung für jemanden, dessen List in seiner Zunge lag. Da doch Gottes Güte noch täglich währt, das heißt, trotz aller Intrigen Doegs würde die Gunst Gottes weiterhin auf David ruhen, der sich daher weigerte, seine Sache als verloren anzusehen. V. 4. Deine Zunge trachtet nach Schaden, plant Bosheit und Zerstörung aller Art; wie ein scharfes Schermesser, du Betrüger! oder: „Du, der du Betrug wirktest!“ Doeg war ständig mit gemeinen Unternehmungen gegen andere beschäftigt, Bosheit und Betrug waren sein Tätigkeitsbereich. V. 5. Du liebst das Böse mehr als das Gute, das heißt, anstelle des Guten war er ganz und gar böse, und redest lieber Falsches als Rechtes, sein ganzer Geist war der Lüge und dem Betrug gewidmet. Sela. V. 6. Du redest gern alles, was zum Verderben dient, wörtlich „verschlingende Worte“, Redewendungen, mit denen er anderen schaden und sie zerstören konnte, mit falscher Zunge, wobei die gesamte Person Doegs in dieser Bezeichnung enthalten ist.
V. 7. Darum wird dich Gott auch für immer zerstören, wobei die göttliche Rache hier als Vergeltung für Doegs Bosheit dargestellt wird; dich zerschlagen und aus deinem Zelt reißen, das Zelt seiner Behausung niederreißen, es dem Erdboden gleichmachen und sogar die Zeltpflöcke entfernen, und aus dem Land der Lebenden ausrotten, indem er dich selbst und all deinen Besitz völlig vernichtet. Sela. V. 8. Und die Gerechten werden es sehen, nämlich den Untergang der Gottlosen, und sich fürchten, mit Ehrfurcht und Respekt vor der rächenden Gerechtigkeit des Herrn, und werden über ihn lachen und den Gottlosen wegen seiner Torheit verspotten, nicht aus Rachegefühlen, sondern aus Freude darüber, wie der Herr die Umstände zu ihren Gunsten wendet: V. 9. Siehe, das ist der Mann, der Gott nicht für seinen Trost hielt, der Triumph der Gerechten über den gefallenen Unterdrücker, der dachte, er könne den Herrn auf unbestimmte Zeit ignorieren, sondern verließ sich auf seinen großen Reichtum und glaubte, dass dieser ihn retten könne, und war mächtig, Schaden zu tun, in all seinen bösen Begierden, und glaubte, vor der Rache Gottes sicher zu sein. Das Schicksal der Gerechten wird im Gegensatz dazu gezeigt.
V. 10. Ich aber werde bleiben wie ein grüner Ölbaum im Haus Gottes, der wahren Wohlstand in Gemeinschaft mit dem Herrn genießt; ich verlasse mich auf Gottes Güte immer und ewig. V. 11. Ich danke dir ewig, denn du hast es getan, indem du David vor allem Bösen bewahrt und ihn an der göttlichen Barmherzigkeit teilhaben lassen hast; und ich will harren auf deinen Namen und auf den Herrn hoffen, wie er sich in seiner Gunst und Gnade offenbart hat; vor deinen Heiligen, denn er ist gut, jede Offenbarung der Barmherzigkeit Gottes vor den Augen der Gläubigen ist ein weiterer Beweis seiner Güte und lädt sie zu unerschütterlichem Glauben ein.
Von
der Menschen Verderben und Erlösung
V. 1. Dem
Chorleiter, zur Verwendung im liturgischen Teil des öffentlichen
Gottesdienstes, auf Machalat, in trauriger
Weise, passend zum allgemeinen Ton der Hymne, ein Maskil, ein
didaktisches Gedicht, ein Psalm Davids. Dieser Psalm wurde unter der
Leitung des Heiligen Geistes offensichtlich aus Ps. 14 umgeschrieben,
wahrscheinlich für einen besonderen Anlass, und wurde aus diesem Grund zum
zweiten Mal in den Psalter aufgenommen. Vgl. Ps. 14 für die allgemeine Erklärung.
V. 2. Die Toren sprechen in ihrem Herzen: Es ist keinen Gott. Sie taugen
nichts und sind ein Greuel in ihrem bösen Tun. Da ist
keiner, der Gutes tut. V. 3. Gott schaut vom Himmel auf die Menschenkinder, dass
er sehe, ob jemand klug sei und nach Gott frage. V. 4. Aber sie sind alle abgefallen
und allesamt verdorben. Da ist keiner, der Gutes tut, auch nicht einer.
V. 5. Wollen denn die Übeltäter sich nichts sagen lassen, die mein Volk fressen, dass sie sich nähren Gott aber rufen sie nicht an? V. 6. Da erschrecken sie aber, erfüllt von Schrecken vor dem Gericht des Herrn, wo kein Schrecken ist, als sie keinen Grund sahen, sich zu fürchten. Die Feinde hatten sich für sicher gehalten, sie waren ohne Furcht und Sorge, als das Gericht Gottes plötzlich über sie hereinbrach. Denn Gott zerstreut die Gebeine der Bedränger, in völliger Niederlage und Zerstörung. Du machst sie zuschanden, denn Gott hat sie verworfen, was nach Gottes Verheißung die herrliche Sicherheit der Kinder Israels, der Gemeinde der Gläubigen, zu allen Zeiten ist: Weil Gott auf ihrer Seite ist, werden alle Feinde verwirrt und entehrt; das ist ihr letztendliches Schicksal.
V. 7. Ach, dass die Hilfe aus Zion über Israel käme und Gott sein gefangenes Volk erlöste, so würde Jakob sich freuen und Israel fröhlich sein! Diese Sehnsucht nach Befreiung durch die Hand des Messias findet sich im gesamten Alten Testament, so wie eine ähnliche Sehnsucht nach der endgültigen Offenbarung des letzten großen Tages des Herrn das Neue Testament prägt, 1 Kor 16,22; Offb 22,20.
Gebet
um Hilfe und Rettung in Zeiten der Verfolgung
V. 1. Dem Chorleiter auf Neginoth, die Musik soll auf Saiteninstrumenten gespielt werden, während der Psalm im Gottesdienst vorgetragen wird, ein Maskil, ein didaktisches Gedicht, ein Psalm Davids, V. 2. da die von Sif, die Bewohner der Wüste Sif im südlichen Teil Judas, kamen und zu Saul sprachen: David hat sich bei uns verborgen. Dieses Ereignis, das in 1 Sam. 23, 19; 26, 1 erzählt wird, war Anlass für die Niederschrift dieses Lobgesangs, eines Gebets um Befreiung. V. 3. Hilf mir, Gott, durch deinen Namen, der die Summe aller Eigenschaften Gottes ist, wie sie den Menschen offenbart sind, insbesondere seine Gnade, Barmherzigkeit und Wahrheit, und schaffe mir Recht durch deine Gewalt! einer weiteren Manifestation seines Namens oder Wesens. David bittet zuversichtlich darum, dass sein Fall vor Gottes Gericht verhandelt wird, denn er weiß, dass er vor dem Herrn gerechtfertigt werden wird. V. 4. Gott, höre mein Gebet; vernimm die Rede meines Mundes! indem er zu diesem Zweck mit größter Aufmerksamkeit seine Ohren neigt. V. 5. Denn Stolze erheben sich gegen mich, wobei der Bezug hauptsächlich auf die Ziphiter bezieht, und Gewalttäter stehen nach meiner Seele, mit dem Ziel, seinen Tod herbeizuführen; sie haben Gott nicht vor Augen. Sela. Die Sifiter handelten nicht aus Gottesfurcht, als sie Davids Versteck verrieten; sie erfüllten nicht eine Pflicht, die ihre Treue gegenüber Saul von ihnen verlangt hätte, sondern erwiesen sich als Fremde, als entartete Kinder Abrahams und somit als bösartig, gewalttätig und grausam. Unter diesen Umständen wandte sich David an Gott als seinen einzigen Helfer.
V. 6. Siehe, Gott steht mir bei, der sich auf seine Seite gegen die Feinde stellt; der HERR erhält meine Seele, nicht nur einer von vielen, die seine Seele in dieser Notlage stützen, sondern ihr einziger Vertreter. V. 7. Er wird die Bosheit meinen Feinden vergelten und den Unterdrückern mit gleicher Münze heimzahlen. Vertilge sie nach deiner Treue, aufgrund seiner Treue, aufgrund seiner Verheißungen, den Unterdrückten zu helfen, die auf ihn vertrauen. V. 8. So will ich mit Freuden dir opfern, mit frohem Herzen und williger Hand, wie es echte Dankbarkeit verlangt; und deinem Namen, HERR, danken, dass er so tröstlich ist, wobei sich Gottes Wesen im Fall Davids in seiner Güte offenbart. V. 9. Denn er hat mich errettet aus aller meiner Not, wobei diese Befreiung auf den Namen Gottes zurückgeführt wird; dass mein Auge an meinen Feinden Lust sieht [o.: auf sie herabsieht], denn so groß ist das Vertrauen des Glaubens, dass es die Erfüllung des Gebets schon sieht, während das Gebet noch gesprochen wird. Es ist dasselbe Vertrauen des Glaubens, das alle Christen haben, wenn sie inmitten mächtiger Feinde und Unterdrücker auf die Befreiung durch den Herrn vertrauen, sei es hier in der Zeit oder dort in der Ewigkeit. Sie betrachten alle seine Verheißungen als bereits erfüllt.
Klage
gegen die falschen Freunde
V. 1. Dem Chorleiter auf Neginoth, zu spielen mit Saitenspielen im öffentlichen Gottesdienst, ein Maskil, ein Psalm Davids. V. 2. Gott, höre mein Gebet, wie üblich ein starker Ausdruck für aufmerksames Zuhören; und verbirg dich nicht vor meinem Flehen, indem du vorgibst, deine Antwort auf Davids ernsthaftes und eindringliches Flehen zurückzuhalten. V. 3. Merke auf mich, beachte genau, was er zu sagen hat, und erhöre mich, wie ich so ruhelos klage, taumele hin und her in schmerzhaften Gedanken, die zu keiner Lösung zu führen scheinen, und heule, stöhne vor Schmerz, V. 4. Dass der Feind so schreit, die er hören musste, und der Gottlose mich bedrängt, der Last, die sein Hass ihm auferlegte; denn sie wollen Unheil über mich bringen, was man sich wie eine schwere Last vorstellen kann, die von einem Turm oder Berg herunterrollt und ihn mit ihrem Gewicht stöhnen und ächzen lässt, und sind mir heftig gram und handeln gegen ihn mit Betrug und Verrat. V. 5. Mein Herz ängstigt sich in meinem Leib, seine innerste Seele windet sich vor Qual, die auf ihn lastet; und Todesfurcht ist auf mich gefallen, wie der drohende Tod, der alle Hoffnung auf Leben nimmt. V. 6. Furcht und Zittern sind über mich gekommen, wie Feinde, die ihn angreifen, und Grauen hat mich überwältigt, dessen Schatten ihn umhüllen und ihn mit tiefster Finsternis erfüllen. V. 7. Ich sprach: O, hätte ich Flügel wie Tauben! ein Symbol für kraftvollen und schnellen Flug, dass ich davonflöge und Ruhe fände, irgendwo weit weg von der Unterdrückung und Verräterei der Feinde einen sicheren Hafen finden. V. 8. Siehe, so wollte ich in die Ferne fliehen, in große Ferne fliehen und in der Wüste bleiben, dem üblichen Zufluchtsort für Verfolgte und Unterdrückte. Sela. V. 9. Ich wollte eilen, mich mit größter Eile an einen Zufluchtsort begeben, dass ich entrönne vor dem Sturmwind und Wetter, denn die rasende Gewalt der Feinde zielte auf seinen Untergang ab. Das war die Situation, in der sich David befand, nicht unähnlich der, die manchmal auch in unseren Tagen Christen bedroht; daher sein flehentlicher Schrei.
V. 10. Verwirre, HERR, und entzweie ihre Zunge, verschlinge sie und verwirre ihre Sprache und damit auch ihre Ratschläge; denn ich sehe Frevel und Hader in der Stadt, da Jerusalem unter dem Einfluss der Verschwörer zu einer Brutstätte der Anarchie geworden ist. V. 11. Tag und Nacht machen sie die Runde auf ihren Mauern, die Feinde halten sorgfältig Wache und spionieren die Gerechten aus; Unheil und Mühsal, Schaden aller Art, ist drin. V. 12. Verderben regiert darin, aufgrund der heimtückischen Unruhe der Verschwörer; Lügen und Trügen weichen nicht von ihren Gassen, von den offenen Plätzen oder öffentlichen Versammlungsstätten in der Nähe der Tore, wo die heimtückischen Pläne an andere weitergegeben wurden. V. 13. Denn nicht ein Feind schmäht mich, denn im Falle eines offenen Gegners wäre die Situation nicht so ernst gewesen; das würde ich ertragen, denn von einem offenherzigen Feind erwartet man keine andere Behandlung, man erträgt seine Feindseligkeit; keiner, der mich hasst, tut groß gegen mich und versuchte, Pläne auszuführen, die von falschem Ehrgeiz getrieben waren; vor ihm würde ich mich verbergen, was er jedoch nicht tun konnte gegenüber einem geheimen, verräterischen Feind, von dem man nie weiß, wann er zuschlagen wird. V. 14. Sondern du bist es, mein Geselle, den David als seinesgleichen schätzte, mein Freund und mein Vertrauter, oder besser gesagt, „mein Gefährte und mein enger Freund”, wobei sich die Bezugnahme wahrscheinlich auf Ahitophel, den Giloniter, bezieht, 2 Sam. 15, 12. V. 15. Die wir freundlich miteinander waren, genossen die Vertrautheit der Freundschaft, die wir in das Haus Gottes gingen mit der Menge und trafen uns auch öffentlich bei den großen Festen Israels, wo ihre enge Freundschaft von allen Menschen bezeugt wurde. Ein solches Verhalten, das die Liebe einer reinen Freundschaft verrät, erfüllt David mit gerechtem Zorn und veranlasst ihn, Gott um Rache zu bitten. V. 16. Der Tod übereile sie, die verräterischen Freunde, und sie sollen lebendig in die Hölle fahren, in das Reich des Todes, mit einem lebenden Körper, wie im Fall von Korah, 4. Mose 16, 30; denn es ist lauter Bosheit bei ihnen, in ihren Herzen. Dies wurde ohne ein Gefühl persönlicher Feindseligkeit und Rache gesagt, als Aufruf zur Bestrafung durch Gott für diejenigen, die so böse waren, dass keine Hoffnung auf Besserung bestand.
V. 17. Ich aber, so stelle ich mich in nachdrücklichem Gegensatz zu meinen Feinden und will zu Gott rufen in inbrünstigem und beständigem Gebet; und der HERR wird mir helfen, das ist die feste Überzeugung meines Glaubens. V. 18. Am Abend und am Morgen und am Mittag, den drei Hauptzeiten des Tages, die gewöhnlich als besondere Gebetszeiten angesehen werden, will ich klagen und heulen, klagen und stöhnen; so wird er meine Stimme hören. V. 19. Er erlöst meine Seele von denen, die an mich wollen, und schafft mir Ruhe, befreit und ihm Frieden und Sicherheit gewährt; denn ihrer sind viele gegen mich, eine Vielzahl, die sich gegen ihn aufgestellt hatte. V. 20. Gott wird hören und sie demütigen, ihren heftigen Tumult hören und ihnen als strenger Richter antworten, der allewege bleibt, die Zuflucht der Gläubigen von Ewigkeit zu Ewigkeit. Sela. Denn sie werden nicht anders, nicht bereit sind, sich von ihrem bösen Verhalten, ihrem verräterischen Verhalten abzuwenden, und fürchten Gott nicht. Es sind solche Menschen, die die Rache des Herrn treffen wird. V. 21. Er, der oben beschriebene verräterische Freund, legt seine Hände an seine Freunde, und damit den feierlichen Bund inniger Freundschaft entweiht; und entheiligt seinen Bund, den Bund gegenseitiger Treue. V. 22. Sein Mund ist glatter als Butter, mit öliger Heuchelei, und hat doch Krieg im Sinn; seine Worte sind linder als Öl, tropften vor Glätte und gutem Willen, und sind doch gezückte Schwerter, sein gesamtes Verhalten war Heuchelei und Betrug. Zu seinem eigenen Trost ruft David aus:
V. 23. Wirf dein Anliegen auf den HERRN, das Wort bezieht sich auf das Los jedes Gläubigen im Leben, was auch immer ihm nach dem gnädigen Willen seines himmlischen Vaters auferlegt sein mag, der wird dich versorgen; und wird den Gerechten für ewig nicht wanken lassen, und verhindert, dass der Gläubige unter der ihm auferlegten Last zu Boden sinkt. V. 24. Aber du, Gott, wirst sie, die falschen Freunde, hinunterstoßen in die tiefe Grube, in die Grube oder Tiefe des Grabes, als Beute eines unwillkommenen Todes; die Blutgierigen und Falschen, die sich an Verrat und Gewalt ergötzen, werden ihr Leben nicht bis zur Hälfte bringen, nicht halb so lange leben, wie es unter normalen Umständen zu erwarten wäre. Ich aber hoffe auf dich, und die Gläubigen aller Zeiten schließen sich ihm in diesem bedingungslosen Vertrauen auf Gott an.
Gebet gegen die Verfolger
V. 1. Dem Chorleiter auf Jonathelem-rechokim, wobei das Wort nicht nur die Melodie bezeichnet, nach der die Hymne gesungen werden sollte, „Die Taube der Stille ferner Orte“, sondern auch das Thema des Psalms, David als die klagende, sanftmütige Taube, die aus ihrer Heimat vertrieben wurde, um im Exil zu wandern, ein Miktam, ein Gedicht mit Epigrammen von David, als ihn die Philister in Gath ergriffen hatten, ein Ereignis, das in 1 Sam. 21, 10-12 aufgezeichnet ist. V. 2. Gott, sei mir gnädig, denn die Menschen stellen mir nach, sie lechzen nach meiner Seele mit gierigem Verlangen, mit wütendem Schnauben; täglich streiten und bedrängen sie mich. Der Kontrast besteht zwischen der Majestät Gottes und der armseligen Macht der Menschen. V. 3. Meine Feinde stellen mir täglich nach, immer auf der Lauer liegend wie Raubtiere; denn viele streiten gegen mich mit stolzem Herzen. V. 4. Wenn ich mich fürchte, denn es scheint einen guten Grund zur Furcht zu geben, so hoffe ich auf dich, denn in diesem Vertrauen konnte er seine Furcht erfolgreich überwinden. V. 5. Ich will Gottes Wort rühmen, denn es entspricht seiner Verheißung, dass die Gläubigen von ihren Feinden befreit werden; auf Gott will ich hoffen, auf seine Treue und Barmherzigkeit; und mich nicht fürchten, was sollte mir Fleisch [d.i. Mensch] tun, oder, noch eindringlicher: „Ich vertraue auf Gott, ich fürchte mich nicht; was kann das Fleisch“, der bloße Mensch, „mir antun?“ Vgl. Ps. 91, 1-3.
V. 6. Täglich fechten sie meine Worte an, stören seine Angelegenheiten, mischen sich in seine Angelegenheiten ein, schaden seinem Geschäft; alle ihre Gedanken sind gegen mich zum Bösen, ihr ganzes Verhalten ist voller Bosheit. V. 7. Sie rotten sich zusammen, wie feige Gegner, sie verstecken sich, um zu lauern, sie beobachten meine Fersen, wie sie meine Seele erhaschen, mit dem Ziel, ihm das Leben zu nehmen. V. 8. Werden sie bei ihrer Bosheit Rettung haben? Wörtlich: „Durch Ungerechtigkeit wird ihnen Rettung zuteil?“ Werden die Wege der Bosheit wirklich dauerhaften Erfolg bringen? Gott, stoße diese Leute ohne Gnade hinunter! nämlich alle Nationen, die sich ihm widersetzen.
V. 9. Du zählst die Tage meiner Flucht, du zählst, wie oft und wie weit David vor seinen Feinden fliehen musste; und sammelst meine Tränen in deinem Krug, du misst und bewahrst sie sorgfältig als Zeugnis seines Elends; ohne Zweifel, du verzeichnest sie, berechnet und gespeichert im Gedächtnis des Herrn. V. 10. Dann werden meine Feinde zurückweichen, wenn ich rufe die Hilfe Gottes kommt mit großer Bereitschaft, sofort; das weiß ich, dass Gott für mich ist, dass „Er Gott auf seiner Seite ist“. V. 11. Ich will rühmen Gottes Wort; ich will rühmen des HERRN Wort. V. 12. Auf Gott hoffe ich und fürchte mich nicht; was können mir die Menschen tun? Vgl. V. 5. V. 13. Ich habe dir, Gott, gelobt; er ist verpflichtet, dem Herrn Dank zu sagen; dass ich dir danken will, wie es seine Pflicht der Dankbarkeit gebietet. V. 14. Denn du hast meine Seele vom Tod errettet, er hatte bereits zahlreiche Beweise für Gottes Errettung in seinem Leben; meine Füße vom Gleiten, damit ich wandeln kann vor Gott im Licht der Lebendigen. Anstatt durch die Pläne seiner Feinde in das Reich des Todes gebracht zu werden, weiß er, dass er das Licht des Angesichts Gottes in vollen Zügen genießen wird, in der vollen Freude des Lebens, das durch die allmächtige Kraft des Herrn bewahrt wird, ein Vorgeschmack auf die himmlische Freude.
Gebet
gegen die Grausamkeit der Feinde im wahren Vertrauen des Glaubens
V. 1. Dem Chorleiter, Al-taschith, zu singen nach der Melodie „Zerstöre nicht“, die sich auch auf die kritischen Umstände bezog, die mit dem Ereignis zusammenhingen, das Anlass zur Niederschrift der Hymne gab, ein Miktam, ein Gedicht mit Epigrammen, von David, als er vor Saul floh in die Höhle, 1 Sam. 22, 1; 24, 1-4. Sein Inhalt kann von jedem Gläubigen verwendet werden, der sich aufgrund der Verfolgung durch seine Feinde in einer schwierigen Lage befindet. V. 2. Sei mir gnädig, Gott, sei mir gnädig! denn David beruft sich nur auf die unverdiente Gnade Gottes; denn auf dich traut meine Seele und sucht Zuflucht allein beim Herrn; unter dem Schatten deiner Flügel – ein Bild, das auf eindrucksvolle Weise die vollkommene Sicherheit unter Gottes Schutz verdeutlicht (5. Mose 22,11; Ps. 91,1). Matthäus 23, 37, habe ich Zuflucht, bis dass das Unglück, die von seinen Feinden verursachten Unheile, vorübergehe, bis es kein Anzeichen mehr für die ruinöse Gefahr gibt, die sein Leben bedroht. V. 3. Ich rufe zu Gott, dem Allerhöchsten, dem großen Herrscher des Universums; zu Gott, der meine Sache vollendet und immer seine Absichten zur Befreiung seiner Kinder erfüllt. V. 4. Er sende vom Himmel, in einer außergewöhnlichen Form der Befreiung, wenn nötig, und helfe mir von der Schmach dessen, der nach mir schnappt, das heißt, selbst wenn der Feind ihn wütend verfolgt und vor Gier schnaubt, ihn zu vernichten, ist David sich der Befreiung durch den Herrn sicher. Sela. Gott sende seine Güte und Treue, seine liebevolle Gunst gemäß seiner treuen Verheißung, wie Boten, die Befreiung bringen, Ps. 25, 10; 36, 5. V. 5. Ich liege mit meiner Seele unter den Löwen, von ihnen auf allen Seiten umgeben, verzehrende Flammen sind die Menschen, denen, die gierig nach Mord sind. Die Tatsache, dass er bereit ist, sich inmitten solch gefährlicher Umstände schlafen zu legen, zeigt die Festigkeit seines Vertrauens in Gott, ihre Zähne sind Spieße und Pfeile und ihre Zungen scharfe Schwerter, Werkzeuge der Zerstörung. V. 6. Erhebe dich, Gott, über den Himmel, und zeige dich in der Erhabenheit deiner Majestät; und deine Ehre über alle Welt! ihr Licht verspricht seinen Kindern Erlösung, aber seinen Feinden droht Tod und Zerstörung.
V. 7. Sie haben meinen Schritten ein Netz gestellt, um ihn unversehens zu fangen; und meine Seele gebeugt, die Feinde haben sie mit ihrer Unterdrückung zu Boden gedrückt; sie haben vor mir eine Grube gegraben und fallen selbst hinein, wobei ihr plötzlicher und völliger Untergang als Folge ihrer eigenen Bosheit betont wird. Sela. V. 8. Mein Herz ist bereit, Gott, bereit, zuversichtlich, furchtlos, mein Herz ist bereit, in der Gewissheit des Sieges; dass ich singe und lobe, sowohl mit meiner Stimme als auch mit Instrumenten. V. 9. Wach auf, meine Ehre, seine Seele, sein ganzes Wesen sollte zu der richtigen Geisteshaltung erweckt werden, um Lobpreis zu singen; wach auf, Psalter und Harfe, oder Harfe und Zither, die er gerne spielte, um Gott zu verherrlichen. Ich will das Morgenrot wecken, die Morgendämmerung in meiner Begierde, Lob zu singen, erwecken und die Sonne zum Aufgehen drängen, damit ich meinen Morgengottesdienst beginnen kann. V. 10. HERR, ich will dir danken unter den Völkern, nicht nur in meiner privaten Andacht, sondern in der Öffentlichkeit, wo alle Menschen meine Botschaft der Erlösung hören können. Ich will dir lobsingen unter den Leuten und sogar über die Grenzen Israels hinausgehen, um allen Menschen seine frohe Botschaft zu bringen. V. 11. Denn deine Güte reicht, so weit der Himmel ist, sie ist so hoch, dass sie das ganze Universum erfüllt, und deine Wahrheit, so weit die Wolken gehen. Und deshalb wiederholt der Psalmist seine Lobpreisung: V. 11. Erhebe dich, Gott, über die Himmel; und deine Ehre über alle Welt! der Gott Israels, seiner Kirche, der einzige wahre Gott in alle Ewigkeit. Das ist der Geist des Lobes, der in den Herzen aller Gläubigen lebt.
Klage
über die Verleumder und Ruf nach der Rache Gottes
V. 1. Dem Chorleiter, Al-taschith, zu singen nach der Melodie „Zerstöre nicht“, wie der vorangehende Psalm, ein Miktam, ein Gedicht in epigrammatischer Form, von David. V. 2. Redet ihr wirklich gerecht, ihr Mächtigen [w.: Götter]? Er scheint sich an einen Rat, an Vertreter der Regierung, an Fürsten zu wenden und sie zu fragen, ob sie stumm sind, ob sie unfähig sind, die Wahrheit zu sagen, ob es ihnen unmöglich ist, eine richtige Entscheidung zu treffen. Richtet ihr in Gerechtigkeit die Menschenkinder? Stehen sie unter Gott und haben sie sich verpflichtet, die Gerechtigkeit zu wahren, vergessen sie dann ihre Pflichten? V. 3. Nein, mutwillig tut ihr Unrecht; mit euren Händen macht ihr der Gewalt Bahn im Land und trefft Entscheidungen, die in Wirklichkeit Maßnahmen der Gewalt sind, ohne dass ihr das Recht auf eurer Seite habt. Die Passage ist sehr sarkastisch und impliziert, dass sie zwar die Waage der Gerechtigkeit halten und es ihre Pflicht ist, gerechte Urteile zu fällen, dass sie aber ihr Recht missbrauchen und Gewalt anwenden. V. 4. Die Gottlosen sind abgewichen von Mutterleib an, voller Bosheit gegen Gott vom Moment ihrer Geburt an; die Lügner irren von Mutterleib an, ihr Charakter ist von Anfang an wahrhaft teuflisch und egoistisch, offenbar unfähig zu höheren Motiven. V. 5. Ihr Gift, das ihrer Worte und Taten, ist wie das Gift einer Schlange, bösartig, tödlich; wie die taube Otter, die ihr Ohr verschließt, eines der gefährlichsten Reptilien des Orients, absichtlich stumm, V. 6. Dass sie nicht höre die Stimme des Zauberers, des Beschwörer, der gut beschwören kann, ganz gleich, ob die Formeln sorgfältig formuliert und die Beschwörungen mit größter Sorgfalt angewendet werden. Mit anderen Worten: Die Bösen sind von Natur aus, leicht, bösartig und hartnäckig gegen alles Gute eingestellt.
V. 7. Gott, zerbrich ihre Zähne in ihrem Maul, die sie als Werkzeuge der Gewalt benutzen. Ps. 57, 4; brich heraus das Gebiss der jungen Löwen, o HERR, der Feinde, die ihm nach dem Leben trachteten, damit sie unschädlich werden. Die Figur wird nun wieder geändert. V. 8. Sie werden vergehen wie Wasser, das dahinfließt, von dem nicht einmal eine Spur übrig bleibt; sie zielen mit ihren Pfeilen, aber diese zerbrechen, wobei man sich den Feind vorstellt, wie er auf den Bogen tritt, um ihn zu spannen und seine Pfeile zum Abschießen einzulegen, lass sie, alle Feinde, die durch diesen einen repräsentiert werden, wie in Stücke geschnitten sein, ihre Pfeile ohne Wirkung, als wären ihre Spitzen abgeschnitten. V. 9. Sie vergehen, wie eine Schnecke verschmachtet, das Bild stammt vom offensichtlichen Schmelzen einer Schnecke im Schleim; wie eine Fehlgeburt einer Frau, eine Fehlgeburt, sehen sie die Sonne nicht. V. 10. Bevor eure Töpfe den Dornstrauch spüren, nämlich die Hitze der brennenden Dornen, die von Karawanen als Brennstoff verwendet werden, ob in der Glut oder grün, mit einer plötzlichen und unerwarteten Zerstörung, wird sie sein Zorn hinwegfegen, wörtlich, ob frisch oder brennend, das heißt, ob das Fleisch in dem Topf zu diesem Zeitpunkt roh oder bereits in einem Zustand des Bratens ist, ob ihre bösen Pläne erst kürzlich gemacht wurden oder ob sie gerade ausgeführt werden, wobei hier möglicherweise auf die Rebellion Absaloms Bezug genommen wird.
V. 11. Der Gerechte wird sich freuen, wenn er solche Rache sieht, über die Tatsache, dass Gott die Vernichtung der Gottlosen zu seiner eigenen Befreiung nutzt; und wird seine Füße baden in der Gottlosen Blut, da die Schlachtung durch den Herrn so groß ist, dass ihr Blut in Strömen fließt, V. 12. Dass die Leute werden sagen: Wahrlich, es gibt doch Lohn [w.: Frucht] für den Gerechten, denn der Herr gewährt ihnen diese Belohnung in seiner Barmherzigkeit; wahrlich, Er ist ein Gott, der auf Erden richtet, es ist ja Gott noch Richter die auf Erden, eine, die höher ist als alle sogenannten Götter der Heiden. Die volle Offenbarung dieser Tatsache wird den Gläubigen am Jüngsten Tag bewusst werden, wenn das Urteil des Herrn über alle Menschen verkündet wird.
Gebet
gegen die Verfolger
V. 1.
Dem Chorleiter, Al-taschith, wieder nach
der Melodie „Zerstöre nicht“, ein Miktam, ein
Gedicht in epigrammatischer Form, von David; als Saul hinsandte und ließ sein Haus bewachen, um ihn zu töten,
wie es in 1 Sam. 19, 11-18 berichtet wird. V. 2. Errette mich, Gott, von
meinen Feinden, reiß ihn aus ihren Händen; und schütze mich vor denen,
die sich gegen mich erheben! bringe ihn außer ihrer Reichweite, auf eine
Höhe, in eine Festung. Beachte den Ruf des Vertrauens: mein Gott. V. 3.
Errette mich von den Übeltätern und hilf mir von den Blutgierigen, die mit
mörderischen Absichten und Vorsätzen kommen. V. 4. Denn siehe, HERR, sie
lauern auf meine Seele; die Starken, die Macht und Einfluss in der Welt
haben, rotten sich gegen mich, haben sich zusammengetan, um ihn zu
vernichten; ohne meine Schuld und Missetat, David fühlt sich unschuldig
an jeder Schuld, die eine solche Verfolgung verdient hätte. V. 5. Sie laufen
ohne meine Schuld und bereiten sich, machen sich bereit, ihn zu fangen;
erwache und begegne mir und sieh darein. Der Herr, der in dieser Zeit
großer Not zu schlafen scheint, wird aufgefordert, sich zu erheben, ihn nicht
im Stich zu lassen, sondern ihm zu begegnen, wie mit einer Armee zur Hilfe, um
sich selbst von der großen Gefahr zu überzeugen, in der sich David befand. V.
6. Du, HERR, Gott der Heerscharen, Befehlshaber aller himmlischen
Heerscharen, Gott Israels, der Gemeinde aller, die wirklich an ihn
glauben, wache auf, und suche heim alle Heiden, wobei dieser Ausdruck
alle Feinde des Reiches Gottes einschließt; sei der keinem gnädig, die so
verwegene Übeltäter sind, nämlich solange sie ihre mörderischen Absichten
gegen sein Leben fortsetzen. Sela.
V. 7. Des Abends kommen sie, die besonderen Feinde, die ausgesandt wurden, um ihn zu fangen, wieder, heulen wie die Hunde, heulen und knurren wie die streunenden orientalischen Hunde, die Aasfresser ihrer Städte, und laufen in der Stadt umher, um sich an den Toten und sogar an den Hilflosen und Schwachen zu laben. V. 8. Siehe, sie geifern mit ihrem Mund, wie die Hunde mit ihrem Knurren und Bellen; Schwerter sind in ihren Lippen, Ps. 57, 4: „Wer sollte es hören?“ Es ist eine unverschämte Herausforderung, denn sie glauben sich in ihrem bösen Vorhaben sicher; sie verspotten den Gedanken, dass Gottes Strafe sie treffen könnte. V. 9. Aber du, HERR, wirst ihrer lachen, in Spott und Hohn über ihre Torheit; und aller Heiden, die Feinde Israels, spotten für ihre armseligen Bemühungen, seine Pläne zu vereiteln. V. 10. Meine Stärke, zu dir will ich mich halten, und voller Zuversicht auf seine Erlösung hoffen; denn Gott ist mein Schutz, seine Festung inmitten seiner Feinde.
V. 11. Gott erzeigt mir reichlich seine Güte und ihm mit der Fülle seiner Gnade entgegenkommen; Gott lässt mich herabsehen auf meine Feinde, denen, die darauf lauerten, ihn zu ermorden. V. 12. Töte sie nicht, damit es mein Volk nicht vergesse, dass die Lektion ihrer Bestrafung mit ihrer vollständigen Beseitigung vergessen wird; zerstreue sie, führe sie in die Irre, treibe sie in die Wüste, aber mit deiner Macht, HERR, unser Schild, und stoße sie hinunter, demütige sie vor allen Völkern. Auf diese Weise würde das Schicksal der Feinde als ständiges warnendes Beispiel dienen. V. 13. Das Wort ihrer Lippen ist lauter Sünde, denn alles, was sie sagen, ist Sünde, Gotteslästerung und Verleumdung, drum lass sie sich fangen in ihrer Hoffart und wegen all ihrer Flüche gegen Gott und Lügen gegen David, die sie aussprechen. V. 14. Vertilge sie ohne Gnade, nach einem langwierigen elenden Dasein; vertilge sie, damit sie nichts mehr sind, und lass sie innewerden, dass Gott Herrscher ist in Jakob bis an die Enden der Erde und die Herrschaft über sein geistliches Volk ausübt, wo immer Gläubige zu finden sind, 1. Sam. 17, 46. Sela. David erhebt daher die Augen seines Geistes und sieht die Erfüllung seines Gebets.
V. 15. Am Abend kommen sie wieder, heulen wie die Hunde und laufen in der Stadt umher, V. 7, unfähig, ihren Hunger zu stillen, vereitelt in ihren Versuchen, Schaden anzurichten. V. 16. Sie laufen hin und her nach Speise, voller Unruhe und Schmerz wegen ihres ungestillten Hungers, und murren, wenn sie nicht satt werden, die ganze Nacht wach bleiben und gierig nach Nahrung Ausschau halten, die nicht zu bekommen ist.
V. 17. Ich aber will von deiner Macht singen und sein Schicksal dem der Feinde des Herrn gegenüberstellen; und des Morgens rühmen deine Güte und den Tag mit dem Lob Gottes beginnen; denn du bist mein Schutz und Zuflucht in meiner Not. V. 18. Meine Stärke, durch deren mächtige Kraft er befreit worden war, ich will dir lobsingen, mit Musik auf der Harfe; denn Gott ist mein Schutz, seine Festung und Burg, mein gnädiger Gott, der so viele Beweise seiner Gnade gegenüber David gegeben hat, viel mehr, als er verdient hatte. Davids Lobpreis wird von allen Gläubigen aufgegriffen, insbesondere wegen ihrer Befreiung von der Macht ihrer großen Feinde, Satan, Welt und Fleisch.
Gebet
für die Wohlfahrt des Volkes Israel
V. 1. Dem Chorleiter auf Shushaneduth, zu singen im öffentlichen Gottesdienst nach der Melodie „Die Lilie des Zeugnisses“, wobei diese Melodie auch den Inhalt des Psalms andeutet, der sich auf Gottes Treue bei der Bewahrung seines Volkes und der Gewährung des Sieges für die Armeen Israels bezieht, ein Miktam Davids, ein Gedicht in epigrammatischer Form, zum Lehren; V. 2. als er gestritten hatte mit Aram-Naharaim, d. h. gegen Mesopotamien jenseits des Euphrat, und mit Aram-Zoba, das Syrien von Zoba, kämpfte, 2 Sam. 10, als Joab umkehrte und schlug die Edomiter, dessen Heere von Süden her in Kanaan eingefallen waren, 2 Sam. 8, 13, im Salztal, nahe dem südwestlichen Ende des Toten Meeres, zwölftausend Mann. David war als König Oberbefehlshaber der Armeen Israels, daher wurde ihm der Sieg zugeschrieben, aber Joab war der General der Armee, und er entsandte seinen Bruder Abischai, den Befehlshaber dieser Expedition, die offenbar zwölftausend Edomiter in einer Schlacht und insgesamt achtzehntausend in der gesamten Kampagne tötete, 2 Sam. 8, 13; 1. Chron. 18, 12.
V. 3. Gott, du hast uns verstoßen, zu diesem Schluss kam David aufgrund der Invasion Edoms; und zerstreut hast, wörtlich „uns zerbrochen”, das heißt, sie durch diesen Einfall der Feinde überwältigt und gestürzt; und zornig warst, die Heimsuchung hatte den Anschein einer zornigen Strafe seitens Gottes. tröste uns wieder, wörtlich: „Gib uns Wiederherstellung“, indem du erneut deine Gnade und Gunst beweist. V. 4. Der du die Erde erschüttert und zerrissen hast, wobei das Bild das von ganz Kanaan ist, das durch ein Erdbeben erschüttert wurde, mit dem diese Heimsuchung verglichen wurde. Heile ihre Risse, die Verluste, die durch die Einfälle des Feindes verursacht wurden und wie durch ein Erdbeben verursachte Risse waren; denn sie wankt! das ganze Land gleicht einem wankenden Gebäude, das vom Einsturz bedroht ist. Und noch ein weiteres Bild verwendet David, um die Notlage des geschlagenen Israel darzustellen. V. 5. Du hast deinem Volk Hartes erzeigt, ihnen eine schwere Last auferlegt; Du hast uns Taumelwein zu trinken gegeben, den Wein seines Zorns, der berauscht, gesagt wird von der Unruhe, der inneren Verwirrung des Geistes und der körperlichen Schwäche, denn all dies war durch die Nachricht vom Vormarsch Edoms verursacht worden. Gleichzeitig gab David sich nicht der völligen Verzweiflung hin; er hielt an seinem Vertrauen in den Herrn fest. V. 6. Du hast aber doch ein Zeichen gegeben denen, die dich fürchten, zu dem sie fliehen konnten, um das sie sich versammeln konnten, damit sie sich erheben für die Wahrheit [and. Vers. mit anderer Vokalisierung: damit sie fliehen können vor dem Bogen], erhoben, um Israel mit neuem Mut zu erfüllen, damit sie auf die stützende Kraft seiner allmächtigen Hand vertrauen und sich auf die treuen Verheißungen verlassen, die Gott in seiner Heiligkeit gegeben hatte. Sela. V. 7. Damit deine Geliebten, die Kinder der Liebe Gottes, das Volk Israel, errettet werden, dazu hilf uns mit deiner Rechten, dem Symbol seiner allmächtigen Kraft, und erhöre mich [and. Vers.: uns]. Nachdem die Bitte ausgesprochen war, fährt David nun in einem Ton des Sieges fort und nimmt die Freude über den Sturz der Edomiter vorweg.
V. 8. Gott hat in seinem Heiligtum geredet, durch die er Israels Besitz des verheißenen Landes bestätigte. Ich will mich freuen und jubeln über den vollständigen Sieg, der Israel sicher sein würde; ich will Sichem, im Zentrum des Landes westlich des Jordan, als Vertreter Kanaans selbst, verteilen und das Tal Sukkot, östlich des Jordan, ausmessen, wobei seine Vermessung des Landes zeigt, dass er dessen unbestrittener Besitzer ist. V. 9. Gilead ist mein, mein ist Manasse, was den nordöstlichen Teil des Landes darstellt, das von den Kindern Israels gehalten wurde; Ephraim ist der Schutz meines Hauptes, sein Helm, denn dieser Stamm hatte das Recht des Erstgeborenen erlangt, 1. Mose 48, 5. 19; 1 Chron. 5, 1; Juda ist mein Zepter, denn die Könige von Juda stammten aus der Familie Davids, dem Nachkommen Judas, und sie waren die Träger der messianischen Verheißung, 1 Chron. 5, 2; V. 10. Moab, das hier als Kontrast erwähnt wird, ist mein Waschbecken, da es verpflichtet ist, die Arbeit eines Dieners zu verrichten, indem es dem König ein Waschbecken hält; meinen Schuh werfe ich auf Edom, um anzuzeigen, dass dieses Land in den Rang eines Sklaven herabgestuft wurde; Philistäa, jauchze mir zu! oder besser gesagt: „schreie laut“, wie jemand, der besiegt wurde und nun vor Angst und Schrecken jammert. Da der Sieg so sicher ist, ist der Eroberer begierig, seinen Siegeszug anzutreten.
V. 11. Wer wird mich führen in die feste Stadt, die Hauptstadt der Edomiter, die berühmte Festung Petra? Wer geleitet mich bis nach Edom? V. 12. Wirst du es nicht tun, Gott, an den er sich hier vertrauensvoll wendet, der uns verstoßen hast, wie er in V. 3 beklagt hatte, und ziehst nicht aus, Gott, mit unserem Heer? indem du zugelassen hast, dass diese Umkehrung sie traf. V. 13. Schaff uns Beistand in der Not, indem du ihnen Befreiung vom Feind gewährst; denn Menschenhilfe ist nichts nütze, diese Überzeugung ist die Grundlage jedes vertrauensvollen Gebets. V. 14. Mit Gott wollen wir Taten tun, sicher, den Sieg zu erringen; er wird unsere Feinde zertreten. „Israel siegt in Gott, und Gott, der in Israel ist, wird Edom durch Israel verdientermaßen mit Füßen treten.“ (Delitzsch.) Das ist das Wesen eines wahren Gebets, dass es aufgrund der Gunst Gottes mit Sicherheit die beste Erfüllung findet; denn Gottes Antwort auf das Gebet der Gläubigen entspricht immer ihrem besten Interesse.
Gebet
für die Obrigkeit, dass Gott ihr starker Turm sei
V. 1. Dem Chorleiter auf Neginah, zur Begleitung auf Saitenspiel, ein Psalm Davids. V. 2. Höre, Gott, mein Schreien und merke auf mein Gebet! wobei die Bitte umso dringlicher war, als David zu dieser Zeit, wahrscheinlich aufgrund der Rebellion Absaloms, seiner üblichen Privilegien beraubt war, insbesondere des Rechts, mit der Gemeinde am Gottesdienst teilzunehmen. V. 3. Vom Ende der Erde, fern vom Heiligtum, wohin er nun verbannt war, rufe ich zu dir, weil mein Herz in Angst ist, wörtlich: „in der Hülle meines Herzens”, während sein Herz von Angst und Sorge umhüllt oder getrübt war. Du wollest mich führen auf einen hohen Felsen, einem Felsen, der für ihn aus eigener Kraft unzugänglich ist und daher auch für seine Feinde, wo er unter Gottes Schutz in Sicherheit wäre. V. 4. Denn du bist mir eine Zuflucht gewesen, eine Zuflucht inmitten von Gefahren und ein starker Turm vor meinen Feind, der mir jene absolute Sicherheit gewährt, die nur Gottes Macht gewähren kann. V. 5. Ich will wohnen in deinem Zelt, zufrieden mit dem Privileg, ein Gast im Zelt der Anbetung Gottes zu sein, ewiglich und Zuflucht haben unter deinen Fittichen, wobei erneut das schöne Bild des absoluten Schutzes und der Sicherheit verwendet wird, Ps. 91, 1; 5. Mose 33, 27. Sela. V. 6. Denn du, Gott, hörst meine Gelübde, die mit seinem Gebet verbunden sind; du gibst mir das Erbe derer, die deinen Namen fürchten, einen Anteil an den geistlichen Segnungen Israels.
V. 7. Du wirst dem König langes Leben geben, indem du die Tage seines eigenen Lebens verlängerst, dass seine Jahre währen immer für und für, oder: „Mögen seine Jahre wie Generation um Generation sein! Denn David sieht im Geist die königliche Linie, die in Christus endet und so für alle Ewigkeit fortbesteht. V. 8. Dass er immer throne vor Gott, der König, der vor Gottes Angesicht thront und sich des Lichts seiner Gunst erfreut: Erzeige ihm Güte und Treue, Ps. 40, 11; 57, 3, die ihn behüten, die Gnade Gottes, gemäß seiner treuen Verheißung, die ihn vor seinen Feinden und rebellischen Untertanen schützt. V. 9. So will ich deinem Namen lobsingen ewiglich, das Wesen Gottes und alle seine göttlichen Eigenschaften preisen und sie durch die Verkündigung seines Wortes bekannt machen, damit ich meine Gelübde erfülle täglich, wobei das Maß seiner Dankbarkeit dem seiner Gebete zum Herrn entspricht. Wir Christen wissen, wie dieses Gebet Davids erhört wurde, nämlich dass Gott den Thron Davids durch die Dunkelheit vieler Jahrhunderte hindurch bewahrte, bis das wahre Licht und die Erlösung in der Person Jesu Christi kamen.
Beständiger
Trost bei Gott gegen die Feinde und große Gefahr
V. 1. Dem Chorleiter, für Jeduthun, den besonderen Chorleiter, der für diese Hymne im öffentlichen Gottesdienst verantwortlich sein sollte, ein Psalm Davids, offenbar ebenfalls während der Zeit großer geistiger Not zur Zeit der Rebellion Absaloms verfasst. V. 2. Meine Seele ist still zu Gott, wörtlich: „Nur stille Unterwerfung unter Gott, meine Seele“, das heißt, inmitten der Schwierigkeiten, die ihn bedrängten, ruhte er in den Verheißungen Gottes und unterdrückte jedes Murren der Unzufriedenheit in seinem Herzen; der mir hilft, seine Befreiung von jeder Gefahr. V. 3. Denn er ist mein Fels, meine Hilfe, ein stärkerer Ausdruck als in V. 1, der die Wahrheit zum Ausdruck bringt, dass Gott, da er ihm gehört, bereits die Befreiung von allem Bösen besitzt, die Gewissheit der Erlösung durch seine Verheißungen, weshalb er unerschütterlich fest stehen konnte; mein Schutz, seine hohe Zuflucht, Ps. 9, 9; 18, 2; 59, 9. 17; dass ich nicht viel wanken werde. V. 4. Wie lange stellt ihr all einem nach,? Stürmt, tobt, stürmt mit erhobener Faust auf ihn zu, um ihn einzuschüchtern dass ihr ihn ermordet, vielmehr werdet ihr ihn alle zu Fall bringen; als wäre er eine hängende Wand und eine rissige Mauer? Der Bezug bezieht sich auf denjenigen, den sie ruinieren wollen, weil sie glauben, er sei wie eine schiefe Mauer, wie ein umgestürzter Zaun. Es ist ein passendes Bild für das Verhalten der Feinde, die versuchen, David und alle Gläubigen zu vernichten. V. 5. Sie denken nur, wie sie ihn von seiner Höhe stürzen, um ihn seines hohen Amtes zu berauben, zu dem Gott ihn erhoben hatte; sie erfreuen sich am Lügen, der Hauptwaffe aller Verleumder; mit ihrem Mund segnen sie, wie es Heuchler überall auf der Welt tun, aber im Herzen fluchen sie und verlassen sich auf ihre Doppelzüngigkeit, um ihren Willen durchzusetzen. Sela. In einer solchen Notlage gibt es für den Gläubigen nur eines zu tun. V. 6. Sei nur still zu Gott, meine Seele, sei still in Unterwerfung unter seinen Willen, wobei dieselbe Gestalt fröhlicher Resignation wie in V. 1 verwendet wird; denn er ist meine Hoffnung, auf ihn hoffte er, da er wusste, dass seine Gedanken nur Gutes und nichts Böses waren. V. 7. Er ist mein Fels, meine Hilfe, der Gedanke aus Vers 2 wird mit Nachdruck wiederholt; und mein Schutz; dass ich nicht wanken werde, sein Vertrauen ist so weit gewachsen, dass er sich in der Obhut des Herrn vollkommen sicher weiß. V. 8. Bei Gott ist mein Heil, in Gott allein ruhte sie, von ihm allein hing sie ab, und meine Ehre, er war vollkommen zufrieden, wenn nur Gott ihn annahm, was von größerem Wert war als alle Anerkennung und Lobpreisung durch bloße Menschen; der Fels meiner Stärke, seine stärkste Stütze, meine Zuflucht ist bei Gott, sein Glaube war wie ein Anker, der so fest im Felsengrund der allmächtigen Kraft Gottes verankert war, dass er wusste, dass ihm niemand etwas antun konnte. Deshalb ermahnt er auch die Gläubigen aller Zeiten, sich ihm in diesem Vertrauen des Glaubens anzuschließen. V. 9. Hofft auf ihn allezeit, liebe Leute, dieser Ruf ist so allgemein, dass er sich an alle Menschen zu richten scheint; schüttet euer Herz vor ihm aus! ein starkes Bild dafür, alle Ängste und Sorgen im Gebet vor ihn zu bringen; Gott ist unsere Zuflucht. Sela. V. 10. Aber Menschen sind ja nichts, alle gewöhnlichen Söhne Adams, sind Eitelkeit, ein bloßer Hauch im Vergleich zu seiner Allmacht, große Leute, die Söhne derer, die auf Erden als Adlige gelten, sind eine Lüge, ein Betrug, nichts Reales, das man auf die Waage legen kann, das in der Waage aufsteigt, ohne Gewicht oder Wert; sie wiegen weniger als nichts so viel ihrer sind [o.: auf der Waage schnellen sie empor, sind allesamt leichter als ein Hauch], nach dem Maßstab des wahren Wertes hatten sie nichts, was sie in den Augen Gottes lobenswert gemacht hätte. Vgl. Ps. 39, 5. Deshalb richtet er eine abschließende Warnung an die Menschen im Allgemeinen. V. 11. Verlasst euch nicht auf Gewalt, durch die mächtige Männer hofften, sich zu bereichern, setzt nicht auf Raub eure Hoffnung, indem ihr törichtes Vertrauen in die Ergebnisse kleiner und großer Spekulationen setzt. Fällt euch Reichtum zu, selbst durch rechtmäßigen Gewinn, so hängt euer Herz nicht daran und klammert euch nicht an ihn mit einem Vertrauen, das allein Gott gebührt. V. 12. Gott hat einmal gesprochen; zweimal habe ich es gehört, wobei die Zahl verwendet wird, um seine Erklärung zu unterstreichen, dass Gott allein mächtig ist, dass Gott allmächtig ist, dass er der Einzige ist, der sie absolut besitzt, und dass die Vorstellungen der Menschen in dieser Hinsicht eine törichte Täuschung sind. V. 13. Und du, HERR, bist gnädig, bei Gott ist Gnade, eine Tatsache, die die Vorstellung von seiner Allmacht mildert; denn vergiltst einem jeden nach seinem Tun, durch seine Macht kann er sowohl Barmherzigkeit als auch Gerechtigkeit zeigen. Wer sich dem Willen des allmächtigen Herrn widersetzt, wird die Kraft seines Zorns spüren; wer sich dem Willen des Herrn unterwirft, wird durch das Wort die Kraft seiner Gnade erfahren. Vgl. Röm 2,6-11; Joh 5,29.
Gebet
eines Flüchtlings um den wahren Gottesdienst
V. 1. Ein Psalm Davids, als er in der Wüste von Juda war, sehr wahrscheinlich zu der Zeit, als er Jerusalem vor dem herannahenden Absalom verließ, denn damals verbrachte er einige Tage in der Wüste westlich des Toten Meeres, geplagt von quälender Angst, die seine Kräfte schwächte (2 Sam 15–17). V. 2. Gott, du bist mein Gott, der Psalm beginnt mit einem kraftvollen Wort des persönlichen Glaubens; früh suche ich nach dir, das heißt ernsthaft und eifrig, bei Tagesanbruch. Es dürstet meine Seele dürstet nach dir, Ps. 42, 1, mein Leib [w.: Fleisch] verlangt nach dir, schmachtend vor Sehnsucht, in einem trockenen und dürren Land, das ihn ermüdete, da seine gegenwärtigen Umstände ihn mit einer trägen Abneigung erfüllten, wo kein Wasser ist, denn die Wüstenlandschaft des Landes verstärkte sein Gefühl der Verlassenheit, V. 3. Da schaue ich nach dir in deinem Heiligtum, wollte gerne schauen deine Macht und Herrlichkeit, wörtlich: „So habe ich Dich im Heiligtum gesucht, um Deine Macht und Deine Herrlichkeit zu sehen.“ Das war in der Vergangenheit die Gewohnheit des Psalmisten gewesen; das vermisste er in der gegenwärtigen Zeit so sehr. V. 4. Denn deine Güte besser ist als Leben, erklärte das seine Sehnsucht, dass die Gnade Gottes alles übertraf, was dieses irdische Leben bieten konnte, meine Lippen preisen dich und die Gnade rühmen, die er in seinem ganzen Leben erfahren hatte. V. 5. So will ich dich loben mein Leben lang, mit der wahren Dankbarkeit eines gläubigen Herzens; und meine Hände in deinem Namen aufheben, in der Geste ernsthafter Fürbitte.
V. 6. Das ist meines Herzens Freude und Wonne [Luther 1524: Lass meine Seele voll werden wie mit Schmalz und Fettem; Menge: Wie an Mark und Fett (er)sättigt sich meine Seele] ein Bild, das einem reichen und prächtigen Festmahl entlehnt ist, um den Besitz der wunderbarsten geistlichen Reichtümer zu zeigen, wenn ich dich mit fröhlichem Mund loben kann, V. 7. wenn ich mich zu Bett lege, so denke ich an dich, in Betrachtung all der vielfältigen Beweise der Gnade Gottes, wie sie sich in seinem ganzen Leben gezeigt haben, in den Nachtwachen sinne ich über dich nach, in ernsthafter und gebetsvoller Meditation während der ganzen Nacht. V. 8. Denn du bist mein Helfer, ihm immer wieder zu Hilfe gekommen bist und ihn gerettet hast, und unter dem Schatten deiner Flügel juble ich, die Erinnerung an Gottes Gnade, die er in der Vergangenheit erfahren hat, ermutigt ihn, mit Freude und Zuversicht in die Zukunft zu blicken. V. 9. Meine Seele hängt an dir, sich an Ihn klammernd als den einzigen Helfer in der ganzen weiten Welt; deine rechte Hand hält mich, dem Psalmisten genau die richtige Hilfe leistend, um ihn vor dem Fall zu bewahren.
V. 10. Sie aber trachten nach meiner Seele, mich zu verderben, oder besser gesagt, „sie“ (nachdrücklich) „werden zu ihrem eigenen Verderben meine Seele suchen“, das heißt, indem sie versuchen, David Unglück zu bringen, werden sie selbst Opfer ihrer eigenen Pläne werden und sie werden in die Tiefen der Erde hinunterfahren, in die Abgründe der Erde, das heißt in den Tod und das Grab. V. 11. Man wird sie dem Schwert übergeben, dessen Hand oder Schneide sie schnell erledigen wird; und werden den Schakalen zuteil werden, den Schakalen, den Aasfressern der Wüste des Orients. V. 12. Aber der König, der jetzt verfolgt wurde, freut sich in Gott, an der sicheren Befreiung, die er bewirkt hat; wer bei ihm schwört, mit festem Vertrauen in seine Bereitschaft und Fähigkeit zu helfen, darf sich rühmen, endlich Anlass haben, sich seiner Befreiung zu rühmen; denn die Lügenmäuler, der Feinde, die sich niederträchtiger Verrat schuldig gemacht haben, sollen verstopft werden, durch den Tod zum Schweigen gebracht werden. So wird das Vertrauen der Gläubigen gewiss belohnt werden, da der Gott ihrer Erlösung ihnen die mächtige Befreiung durch seinen Arm versprochen hat. Ganz gleich, was die Gegenwart bringen mag, die Zukunft ist sicher, denn sie liegt in Gottes Händen.
Gebet
um Schutz des Lebens und des guten Namens
V. 1. Dem Chorleiter. Ein Psalm Davids, verfasst in einer Phase seines Lebens, in der er über das Übliche hinaus durch die Hinterhältigkeit von Männern verärgert war, die sich als seine Freunde ausgaben, ihm aber heimlich Schaden zufügen wollten. V. 2. Höre, Gott, meine Stimme in meiner Klage, in seiner Klage, in Worten des Schmerzes; behüte mein Leben vor dem Schrecken des Feindes, vor der Gefahr, die diesen Schrecken hervorruft, und vor ihren bösen Auswirkungen auf seinen Körper und sein Leben. V. 3. Verbirg mich vor den Plänen der Bösen, denn das ist die Art der Gottlosen, sich heimlich zu verschwören, Bündnisse zu schließen, von denen niemand etwas weiß, anstatt offen zu kämpfen; vor dem Toben der Übeltäter, der lärmenden Menge der Übeltäter, denn nachdem sie ihre geheimen Ratschläge ausgefeilt haben, greifen sie plötzlich an, im Vertrauen darauf, dass ihnen der Überraschungsmoment dabei helfen wird, ihr Ziel zu erreichen; V. 4. Die ihre Zunge schärfen wie ein Schwert, um den Ruf der Gläubigen zu zerstören, die mit ihren giftigen Worten zielen wie mit Pfeilen, denn diese sind wie Pfeile, die tödliche Wunden schlagen, V. 5. damit sie heimlich schießen den Frommen, die unschuldig sind an den Anschuldigungen, die die Gottlosen gegen sie vorbringen; plötzlich schießen sie auf ihn ohne alle Scheu, weigern sich, Gott zu beachten, und ersticken die Stimme ihres Gewissens.
V. 6. Sie sind kühn mit ihren bösen Anschlägen und nutzen alle Mittel, um ihr böses Ziel zu erreichen; und reden davon, wie sie Stricke legen wollen, und gehen jeden Teil ihres Plans sorgfältig durch, um ihn zum Erfolg zu führen. Und sprechen: Wer kann sie sehen? Sie glauben törichterweise, dass ihre geheimen Intrigen dem Herrn nicht bekannt sind. V. 7. Sie denken sich Böses aus: erfinden und planen böse Taten. Wir sind fertig. Der Plan ist fein erdacht. vollenden den Plan, den sie sich ausgedacht haben. Herz und Sinn eines jeden sind unergründlich, wörtlich: „und das Innere eines Menschen und sein Herz sind tief“, die Werkstatt des Bösen, der Ort, an dem alle bösen Pläne ausgearbeitet werden, ist vor den Augen der Menschen verborgen wie ein Abgrund dunkler Geheimnisse und brodelnder Bosheit. Während sie sich jedoch einbilden, dass ihre Intrigen vor den Augen der Menschen verborgen sind, kennt der Herr jeden ihrer Gedanken. V. 8. Aber Gott wird mit einem Pfeil auf sie schießen, mit einer Waffe wie der ihren, aber mit schrecklicher Wirkung; plötzlich sind sie verwundet, ihre Wunden werden über sie kommen, bevor sie es merken. V. 9. Ihre eigene Zunge bringt sie zu Fall, sie werden zu Fall gebracht, ihre eigene Zunge überwindet sie, das Organ ihres Körpers, mit dem sie anderen Schaden zufügen wollten, wird zum Instrument, das das Urteil über ihren eigenen Untergang bringt; dass über sie spotten wird, wer sie sieht, ihre Partner im Bösen werden erschrecken und andere werden mit einer Geste, die ihre spöttische Verachtung der Bösen zum Ausdruck bringt, den Kopf schütteln. V. 10. Und alle Menschen, die diesen Beweis für Gottes rächende Gerechtigkeit vor Augen haben, werden sich fürchten und verkünden: Das hat Gott getan! da sie die Strafe der Gottlosen als Gottes Tat verstehen und sie nicht länger törichterweise als Zufall Unglück betrachten; und erkennen, dass es sein Werk ist und Ursache und Wirkung mit Ehrfurcht zur Kenntnis nehmen. V. 11. Der Gerechte wird sich am HERRN freuen, glücklich in dem Wissen, dass ihr Vertrauen sicher ist, und auf ihn trauen, bei ihm Zuflucht suchen; und alle aufrichtigen Herzens werden sich seiner rühmen, weil sie wissen, dass ihnen der Schutz und die Obhut der allmächtigen Hand Gottes zuteilwerden. Jeder Gläubige kann diese Tatsache zu seinem stolzen Ruhm machen, insbesondere um sein eigenes Herz angesichts der Feindseligkeit der Kinder der Welt zu ermutigen.
Danksagung
für Gottes Wohltaten
V. 1. Dem Chorleiter, zur Aufführung im öffentlichen Gottesdienst, ein Psalm und Lied Davids, komponiert, um Gott für Seine geistlichen Segnungen über Sein Volk und Seine gütige Vorsehung über die ganze Erde zu preisen. V. 2. Gott, man lobt dich in der Stille zu Zion, wörtlich: „Dir gilt stille Ergebenheit als Lobpreis“, das heißt, die ruhige Unterwerfung des Herzens des Gläubigen ist sein Tribut an den Herrn, durch den er gepriesen und erhöht wird; und dir erfüllt man Gelübde, als Anerkennung dafür, dass er das Gebet erhört hat; denn dadurch wurde die Gemeinschaft zwischen Gott und den Gläubigen weiter gefestigt und gestärkt. V. 3. Du erhörst Gebet, dies ist die besondere Eigenschaft Gottes, darum kommt alles Fleisch zu dir, alle Geschöpfe, aber besonders die Gläubigen, die bei Ihm Zuflucht suchen, mit festem Vertrauen in Seine Fähigkeit und Seine Bereitschaft zu helfen. V. 4. Unsere Missetat drückt uns hart, Fälle oder Arten von Ungerechtigkeit haben ihn überwältigt wie eine überlegene feindliche Macht. Was unsere Übertretungen betrifft, deren große Last zu den Kreuzen der Gläubigen gehört, du wollest unsere Sünde vergeben, sie von ihrer Last befreien und für ihre Schuld Sühne leisten. Hier wird noch einmal deutlich gesagt, dass der Mensch seine Sünden nicht beantworten oder sühnen kann; er muss in sich selbst unter ihrer Last zugrunde gehen; nur die Vergebung Gottes kann die Last aufheben. V. 5. Wohl dem, den du erwählst und zu dir lässt, damit er wohne in deinen Vorhöfen. Es ist eine wunderbare Auszeichnung, von Gott erwählt zu sein, seine wahre Heimat zu haben und dort zu Hause zu sein, wo Er thront und sich in Seinem Wort offenbart. Der hat reichen Trost von deinem Haus, deinem heiligen Tempel, erfreuen, da wir den unvergleichlichen, unschätzbaren Vorteil haben, an dem Ort seiner Anbetung in ständiger Gemeinschaft mit Gott zu sein. Wenn das im Alten Testament, zur Zeit der Prophezeiungen und Vorbilder, wahr war, wie viel mehr gilt es dann jetzt, da wir die Herrlichkeit der Erfüllung vor Augen haben!
V. 6. Erhöre uns nach der wunderbaren Gerechtigkeit, Gott, unser Heil, wobei die Ehrfurcht gebietenden Dinge vor allem die mächtigen Taten und Wunder Gottes sind, mit denen er sein Volk aus der Knechtschaft Ägyptens geführt und damit das Gebet derer erhört hat, die zu ihm riefen; der du bist Zuversicht aller auf Erden und fern am Meer, alle Bewohner selbst der entlegensten Küsten und Inseln, die auf ihn schauen, um die Vorteile dieses irdischen Lebens zu erlangen; V. 7. Der die Berge fest setzt in seiner Kraft die Berge und gerüstet ist mit Macht, legt er als der wahre Meisterbauer ihr Fundament sicher, denn er hat sie durch seine allmächtige Kraft hervorgebracht; V. 8. der du stillst das Brausen des Meeres, ihr Tosen, wenn sie von mächtigen Stürmen gepeitscht werden, vgl. Matthäus 8, 26, das Brausen seiner Wellen und das Toben der Völker, die Leidenschaften der Menschen, die wie die ungezügelten Kräfte der Natur ebenfalls seinem allmächtigen Wort gehorchen. V. 9. Dass sich entsetzen, die an den Enden wohnen, vor deinen Zeichen, den Offenbarungen der Macht Gottes, seinen mächtigen Wundern, die die Bewohner der fernen Küsten vor ihm erzittern lassen. Du machst fröhlich, was da lebt, des Morgens und des Abends [d.i.: im Osten und im Westen], die Enden der Erde und ihre Bewohner werden von überschwänglicher Freude erfüllt, wenn der Herr den Lärm der Kriege stillt.
V. 10. Du suchst das Land heim und bewässerst es; Gottes Vorsehung ist so offensichtlich, dass Er sich eindeutig um die Bedürfnisse des Landes kümmert, für sein Wohlergehen sorgt und es mit Regen befeuchtet; und machst es sehr reich. Gottes Brünnlein Sein Regen ist der Bach des Segens, hat Wasser die Fülle, reichlich versorgt durch die Güte des Schöpfers; Du lässt ihr Getreide wohl geraten, das Getreide aller Bewohner der Erde, denn so baust du das Land, so bereitet Er es vor, kümmert sich um die Ernte und sorgt für reichliche Erträge, Gottes Fürsorge ist überall offensichtlich. V. 11. Du tränkst seine Furchen, tränkst die Furchen des Landes, wie sie durch den Pflug vorbereitet worden sind; und feuchtest seine Schollen, verdichtest den Boden um den Samen herum; mit Regen machst es weich, lockerst den Boden mit reichlichen Regenfällen; und segnest sein Gewächs, das Wachstum des Bodens, die reifenden Feldfrüchte. V. 12. Du krönst das Jahr mit deinem Gut, die Gnade seiner gütigen Vorsehung ruht auf dem Jahr wie ein Diadem oder eine Krone; und deine Spuren triefen von Fett, das heißt, überreiche Fruchtbarkeit folgt den Fußstapfen des Herrn oder den Spuren seines Wagens. V. 13. Es triefen die Weiden in der Steppe, das heißt, die Weiden der Steppe, die unbestellten Wiesen, zeigen reiche Fruchtbarkeit; und die Hügel umgürten sich mit Jubel, umgürten sich mit Freude wie mit einem Gewand. V. 14. Die Anger, nackt und traurig ohne die Fürsorge Gottes, sind voller Schafe, dank seiner Güte; und die Auen stehen dick mit Korn, überall ist reichhaltiges Getreide zu sehen; dass man jauchzt und singt, alle Menschen, die die Wunder der Vorsehung Gottes erkennen, sind gezwungen, vor überschwänglicher Freude zu jubeln und die Erde mit ihren Lobgesängen zu erfüllen. Das sind die Segnungen des Friedens und des Wohlstands unter der Vorsehung des Herrn.
Lob
und Preis der wunderbaren Werke Gottes
V. 1.
Dem Chorleiter, zur Verwendung im liturgischen Gottesdienst, ein
Lied, ein Psalm, wobei der Name des inspirierten Dichters nicht genannt
wird. Jauchzt Gott, alle Lande, wobei der Aufruf so allgemein ist, dass
er alle Bewohner der Welt einschließt. V. 2. Lobsingt zu Ehren seines
Namens, preist ihn für die Offenbarung seines Wesens und seiner
Eigenschaften; rühmt ihn herrlich, erkennt seine Majestät an, ehrt
seinen Ruhm, um sein Lob zu verbreiten. V. 3. Sprecht zu Gott: Wie wunderbar,
mit Ehrfurcht und Furcht zu betrachten, sind deine Werke! Vgl. Offb. 15,
3. 4. Deinen Feinden müssen huldigen wegen deiner großen Macht, sie
schmeicheln ihm mit einer unwilligen, erzwungenen, vorgetäuschten Ehrerbietung,
sind aber dennoch gezwungen, sich zu unterwerfen. V. 4. Alles Land bete dich
an, wobei die Vorstellung von der universellen Ausbreitung des Reiches
Gottes in vollem Einklang mit der Fügung Gottes in allen Zeitaltern der Welt
steht, und lobsinge dir, ihn in verehrender Anbetung annehmend; lobsinge
deinem Namen, die Herrlichkeit des Wesens und der Eigenschaften Gottes
preisen. Sela.
V. 5. Kommt und seht die Werke Gottes, wobei die Einladung an alle Menschen gerichtet ist, sich anhand der in der Geschichte Israels dargestellten Tatsachen selbst zu überzeugen; der so wunderbar ist, verlangt Ehrfurcht und Verehrung, in seinem Tun an den Menschenkindern. V. 6. Er verwandelte das Meer ins Trockene, wobei der Verweis auf das wundersame Austrocknen des Roten Meeres in 2. Mose 14,21 erfolgt; dass man zu Fuß durch den Strom ging und gingen durch das trockene Bett des Jordan, dessen Wasser durch Gottes Macht zurückgehalten wurde (Jos 3,17). Dort wollen wir uns freuen in ihm, und die ganze Gemeinde lobte Gott mit Freude für diese Manifestationen seiner allmächtigen Gnade. Nun wird eine Schlussfolgerung über die Herrschaft Gottes zu allen Zeiten gezogen. V. 7. Er herrscht mit seiner Gewalt ewiglich, seine Herrschaft währt ewig; seine Augen schauen auf die Völker, er wacht über die Angelegenheiten aller Menschen auf der Welt. Die Abtrünnigen können sich nicht erheben und ihre Köpfe in Stolz erheben, in der Vorstellung, dass niemand ihre Bosheit sieht oder sie bestraft, wie sie es verdient. Sela. Noch einmal ertönt die Einladung der Gläubigen: V. 8. Lobt ihr Völker unseren Gott, lasst seinen Ruhm weit erschallen, die Notwendigkeit eines offenen Bekenntnisses des Glaubens darf niemals vergessen werden; V. 9. der unsere Seelen am Leben erhält, sie außerhalb der Reichweite der Gefahr in den Bereich des Lebens versetzt, damit sie ihre Fülle in der Gemeinschaft mit Gott genießen kann, und lässt unsere Füße nicht gleiten, damit wir nicht ins Straucheln geraten und gefährlich stürzen. V. 10. Denn du, Gott, hast uns versucht, wie ein Prüfer Erz auf Edelmetalle prüft; und geläutert, wie das Silber geläutert wird, indem du uns sozusagen in einen Schmelzofen oder -kessel geworfen hast, um alle Schlacke zu entfernen, die durch die von dir gelenkten Leiden an uns haftete. V. 11. Du hast lassen in den Turm werfen, in einen umschlossenen Turm, in große Not; du hast auf unsere Lenden eine Last gelegt, wobei die Muskeln dieses Körperteils beim Tragen schwerer Lasten zum Tragen kommen. V. 12. Du hast Menschen lassen über unser Haupt fahren, in einer Unterwerfung mit schändlicher Behandlung; wir sind in Feuer und Wasser gekommen, in Todesgefahren in ihrer extremsten Form, so dass das Unglück sie zu verschlingen und zu überwältigen schien; aber du hast uns herausgeführt und erquickt, zu reichstem Überfluss und gesegnetem Wohlstand, wodurch du sie für die Gefahren, denen sie ausgesetzt waren, mehr als entschädigt hast. Ein einzelner Gläubiger greift nun den Tenor des Psalms auf.
V. 13
Darum will ich mit Brandopfern gehen in dein Haus, um ein Opfer zur Sühne
der Sünden darzubringen; und dir meine Gelübde erfüllen, solche Gaben
dienen dazu, eine engere Gemeinschaft zwischen den Gläubigen und dem Gott des
Bundes herzustellen, V. 14. Wie ich meine Lippen habe aufgetan, mit
einer schnellen Öffnung, aufgrund der großen Notlage, in der er sich befand, und
mein Mund geredet hat in meiner Not, der Gläubige, unter dem Druck seiner
Schwierigkeiten, gelobte dem Herrn, bestimmte Dinge zu tun, wenn er nur aus der
gegenwärtigen Notlage befreit würde. V. 15. Ich will dir Brandopfer vom
Mastvieh darbringen, Lämmern und Stieren, den wichtigsten Tieren des
alttestamentlichen Opfers, mit dem Opferrauch von Widdern, als
freiwillige Gabe, die das Brandopfer begleitet; ich will opfern Rinder mit
Böcken, auch hier werden wieder beide Arten von Opfern nebeneinander
genannt. Sela.
V. 16. Kommt her und hört zu, alle, die ihr Gott fürchtet, wobei die Gläubigen aller Zeiten und aller Orte angesprochen werden, und ich will erzählen, was er an meiner Seele getan hat, was der Sprecher in Form von geistlichen Segnungen erfahren hatte. V. 17. Zu ihm rief ich mit meinem Mund, mit lautem und dringendem Flehen, und pries ihn mit meiner Zunge, ein Loblied lag ihm auf der Zunge, bereit für die Erlösung, deren Kommen er sicher war. V. 18. Wenn ich Unrecht vorhätte in meinem Herzen, wenn er sich wissentlich einer Übertretung schuldig gemacht hätte, so würde der HERR nicht hören; denn bewusste und vorsätzliche Sünde trennt den Sünder von der Gemeinschaft mit Gott; es ist unmöglich für jemanden, der mit einem solchen Schuldgefühl belastet ist, auf eine Weise zu beten, die dem Herrn gefällt; V. 19. Aber Gott hat mich erhört und damit gezeigt, dass die Verbindung nicht durch vorsätzliche und mutwillige Übertretungen unterbrochen worden war; und er gemerkt auf mein Flehen und erfüllt gnädig seine Bitte. V. 20. Gelobt sei Gott, der mein Gebet nicht verwirft, indem er es abgelehnt oder unbeachtet gelassen hat, noch seine Güte von mir wendet, denn die Erfüllung seiner Bitten war allein und ganz der unverdiente väterliche Gunst des Herrn zu verdanken. Christen müssen sich immer der Tatsache bewusst sein, dass es nichts als Gnade und Barmherzigkeit seitens Gottes ist, die sie ihr ganzes Leben lang aufrecht erhält. Dies dient dazu, ihr Gebet zuversichtlich zu machen.
Gebet und Danksagung für Gottes
gnadenreichen Segen in der Bekehrung der Heiden
V. 1. Dem Chorleiter auf Neginoth, zur Aufführung in öffentlichen Gottesdiensten mit
Begleitung als Saitenspiel, ein Psalm, Lied, dessen inspirierter
Verfasser unbekannt ist. V. 2. Gott sei uns gnädig, schaue mit Gnade und
Wohlwollen auf die Bittsteller, und segne uns, Er, der einzige Geber
aller guten und vollkommenen Gaben, er lasse uns sein Angesicht leuchten,
zeige ihnen die Fülle Seiner Gnade, gewähre ihnen Seine leitende Gegenwart, 4.
Mose 6, 25, Sela; V. 3. damit man auf Erden erkenne deinen Weg,
die Art und Weise, wie der Herr sich verhielt, insbesondere in Bezug auf die
Erlösung seines Volkes, unter allen Heiden sein Heil, das heißt die
Erlösung, wie sie den Menschen im Wort des Evangeliums offenbart wurde. Das
Gebet des Psalmisten ist, dass Gott Wege und Mittel finden möge, um die
herrliche Botschaft der Erlösung unter allen Menschen zu verbreiten, dass die
Botschaft Christi, des Messias, unter den Heiden überall bekannt werde. V. 4.
Es danken dir, Gott, die Völker, die Völker auf der ganzen Erde, es
danken dir alle Völker.
V. 5. Die Völker freuen sich und jauchzen, mit einer Freude, die durch die herrliche Erkenntnis der Erlösung hervorgerufen wird; dass du die Menschen recht richtest, wobei das Richten in diesem Fall nach seiner barmherzigen und milden Regel erfolgt, unter Bezugnahme auf die Gerechtigkeit des Messias, die im Evangelium offenbart und durch den Glauben angenommen wird, und regierst die Völker auf Erden, in seinem wunderbaren Reich der Gnade. Sela. V. 6. Es danken dir, Gott, die Völker, es danken dir alle Völker, die ihn als ihren Herrn und Erlöser angenommen haben.
V. 7. Das Land gibt sein Gewächs, sie hat tatsächlich ihre Frucht hervorgebracht, in der Person des Erlösers mit der Fülle seiner Erlösung, die den Menschen durch seine gnädige Herrschaft mitgeteilt wurde; es segne uns Gott, unser Gott! der wahrhaftig unser ist, weil wir durch den Glauben an Christus Jesus seine Kinder sind, wird uns segnen mit allen wunderbaren geistlichen Segnungen in himmlischen Regionen in unserem Erlöser. V. 8. Es segne uns Gott, und alle Welt, alle Bewohner der Welt, fürchte ihn! ihn mit ehrfürchtiger Scheu als den mächtigen Urheber der Erlösung betrachten. Es ist ein wunderbares Bild von missionarischem Eifer und Erfolg, das hier gezeichnet wird, voller Ermutigung und Inspiration für alle Gläubigen.
Weissagung
von Christi Erhöhung und deren herrlicher Kraft
V. 1. Dem Chorleiter, ein Psalm und Lied Davids, das Ereignis, das laut den meisten Kommentatoren der unmittelbare Anlass für die Niederschrift dieser kraftvollen Hymne war, nämlich die Aufstellung der Bundeslade in Davids Zelt auf dem Berg Zion, 2 Sam. 6, wobei der allgemeine Gedanke des Psalms die Feier des Einzugs Gottes in sein Heiligtum auf Zion und seiner Herrschaft über die ganze Welt ist. Der gesamte Psalm ist jedoch typisch für die messianischen Siege, wobei bestimmte Abschnitte sogar direkt prophetisch sind, wie Paulus in Eph. 4, 8 zeigt. Verweise auf die zeitgenössische Geschichte sind sowohl weit hergeholt als auch schwach. Zwar spiegeln die ersten Worte des Psalms einen Ausruf aus der frühen Geschichte Israels wider, doch die Ausweitung des Grundgedankens zeigt, dass der inspirierte Sänger den glorreichen Sieg des Herrn Jehova über alle seine Feinde und die Errichtung seines Reiches der Gnade feiert. Hinzu kommt, dass der Herr dargestellt wird, wie er sein Volk segnet und auch den Heiden geistliche Wohltaten zuteilwerden lässt, was ein charakteristisches Merkmal messianischer Prophezeiungen ist, sodass die Tendenz des Psalms ohne Frage anerkannt werden muss.
Die Siege des HERRN (V. 2-18): V. 2. Gott steht auf, so werden seine Feinde zerstreut, der alte Ausruf, der den Aufbruch der Bundeslade aus einem Lager in der Wüste ankündigte (4. Mose 10,35), erhält seine wahre Bedeutung in der Anwendung seines Inhalts auf die mächtige Führung des Herrn im Neuen Testament; und die ihn hassen, vor ihm fliehen, denn sein Zorn richtet sich gegen sie. V. 3. Wie Rauch verweht wird, so vertreibst du sie und sich in Nichts auflöst, wie Wachs zerschmilzt vom Feuer, so kommen die Gottlosen um vor Gott, wobei die stärksten Bilder menschlicher Schwäche und vergänglicher Nichtigkeit verwendet werden, um ihre Hilflosigkeit vor dem Angesicht des Herrn zu zeigen. V. 4. Die Gerechten aber sollen sich freuen, denn sie, bekleidet mit der Gerechtigkeit Gottes, haben allen Grund, sich immer vor ihm zu freuen; und fröhlich sein vor Gott, denn sie können aufgrund der Erlösung durch Christus frei vor seinem Angesicht stehen; und von Herzen sich freuen. Beachte die Anhäufung synonymer Ausdrücke, um die überaus überschwängliche Freude des Glaubens zu verdeutlichen.
V. 5. Singt Gott, lobsingt seinem Namen, preist Sein göttliches Wesen und Seine Eigenschaften, wie sie in Seinem Wort offenbart sind; macht Bahn dem, der durch die Wüste einherfährt, oder besser gesagt, ebnet Ihm den Weg, der durch die Steppen fährt, wobei das Bild aus dem Brauch orientalischer Monarchen stammt, alle Hindernisse aus dem Weg zu räumen, den sie begehen wollten, wobei auch das Auffüllen tiefer Stellen zu solchen Vorbereitungen gehörte, er heißt HERR, Sein Name ist Jahwe, denn durch diesen Namen offenbart Er sich als der Gott der Erlösung, der die Kraft Seiner Barmherzigkeit gegenüber allen offenbart, die Ihn im Glauben annehmen. Freut euch vor ihm! da dieser Name für Sein Volk zu allen Zeiten eine Quelle des größten Glücks ist. V. 6. Ein Vater der Waisen, der sich wie ein wahrer Vater um die Waisen kümmert, und ein Richter der Witwen, der mächtige Fürsprecher derer, die ihren natürlichen Beschützer auf Erden verloren haben, ist Gott in seiner heiligen Wohnung, wobei sowohl seine heilige Gerechtigkeit als auch seine allmächtige Kraft zu ihrer Verteidigung zum Tragen kommen. V. 7. Ein Gott, der den Einsamen nach Hause bringt, den Verlassenen wird ein Zuhause gegeben, Jes. 58, 7; der die Gefangenen ausführt zum Wohlergehen, befreit die Gebundenen, wobei beide Ausdrücke ihre Erfüllung in der wundersamen Wirkung der Verkündigung des Evangeliums auf die Herzen der Menschen finden, Jes. 49, 8-10; 61, 1-3; Lukas 4, 21. Und lässt die Abtrünnigen bleiben in der Dürre, wo die sengende Hitze der Sonne sie quält, wo sie weit entfernt sind von dem Land, das durch das Wasser der Gnade Gottes fruchtbar gemacht wird. Der Dichter verweist nun auf einige Beispiele für die wundersame Führung Gottes, um dessen Barmherzigkeit gegenüber seinem Volk in der messianischen Zeit zu betonen.
V. 8. Gott, da du vor deinem Volk herzogst, in der Feuersäule, als er sie durch die Wüste führte, da du einhergingst in der Wüste; Sela: V. 9. Da bebte die Erde, in einem mächtigen Erdbeben, und die Himmel troffen vor diesem Gott, ihre schweren Sturmwolken kamen herab und legten sich auf den Berg; in Sinai, vor dem Gott, der Israels Gott ist, erschüttert (2. Mose 19,16-19). Der Name „Gott Israels” ist in diesem Zusammenhang sehr passend, denn seit dem Ereignis am Sinai gilt Israel als das Volk des Bundes. V. 10. Nun aber gibst du, Gott, einen gnädigen Regen, gesagt über die reiche Gabe geistlicher Gaben, wie sie Israel, das Bundesvolk, erfahren hat, und dein Erbe, das dürre war, erquickst du, und sie wiederbelebt hast, als sie vor Durst verdursteten, so wie die Barmherzigkeit Gottes im Evangelium die Schwachen zu jeder Zeit stützt, V. 11. dass deine Tiere drin wohnen können, im Erbe, im Land der Verheißung, wie eine Schafherde unter der sanften Führung eines guten Hirten; Gott, du labst die Elenden in deiner Güte, wie ein Gastgeber, der großzügig mit seinen geistlichen Gaben und Segnungen gegenüber den Bedürftigen der Erde ist. V. 12. Der HERR gibt das Wort, das Wort der Autorität, mit dem er seinem Volk zu Hilfe kommen wollte, das Wort der Erlösung, mit großen Scharen von Siegesbotinnen, wobei der Bezug zu den Frauenchören besteht, die gewöhnlich die Siege Israels feierten, 2. Mose 15, 20. 21; Ri 11, 34. Auch in unseren Tagen werden die Siege des Kreuzes in Liedern gefeiert, die von Männern und Frauen, Jung und Alt gesungen werden, wobei sich alle Christen dem Chor der Dankbarkeit anschließen, um die großen Segnungen Gottes zu ehren. [Zorn: Und so werden die Verkündiger des Sieges Christi, 1. Mose 3,15, die Prediger des Evangeliums, die Evangelisten, „Verkündigerinnen“, „Evangelistinnen“ genannt, weil die Welt sie für so schwache Werkzeuge hält wie Frauen in starker Kriegsscharen Augen schwach sind. Aus: Die Psalmen. S. 314.] V. 13. Die Könige der Heerscharen, die in ironischem Kontrast zu Jahwe Sabaoth erwähnt werden, fliehen, sie fliehen, in völliger Flucht; und die Hausehre, die Frau im Zelt, die Herrin des Hauses, in diesem Fall die Gemeinde, die Kirche Christi, teilt den Raub aus und gab allen ihren Kindern reichlich die Gaben der Barmherzigkeit Gottes, wie sie durch den Sieg des Messias zugesichert waren. V. 14. Wenn ihr zwischen den Hürden liegt, werdet ihr sein wie der Tauben Flügel, die wie Silber und Gold schimmern, wörtlich „Wenn ihr zwischen Viehställen lagert, sind die Flügel der Taube mit Silber bedeckt und ihre Federn mit schillerndem Goldglanz”; das heißt, die Zeit des Messias ist eine Zeit großen geistigen Wohlstands, verbunden mit einem friedlichen Genuss der Segnungen Gottes, wobei der Reichtum, den das Evangelium schenkt, mit dem wunderbaren Farbenspiel auf den Federn der Taube verglichen wird, wenn sie sich in der Sonne putzt. V. 15. Wenn der Allmächtige hin und her Könige zerstreut und die angreifenden Heerscharen der Fürsten zerstreute, so schneit es auf dem Zalmon, wobei die angenehme Weiße des Schnees auf dem dunklen Berg das Erleichterungssgefühl symbolisiert, das das geistige Israel mit dem Sieg über die Feinde empfindet. V. 16. Ein Berg Gottes, die Wohnstätte seiner Kirche, ist das Gebirge Baschan; ein Gebirge, reich an Gipfeln, ist das Gebirge Baschans. V. 17. Warum blickt ihr neidisch, ihr großen Gebirge? Die anderen Berge mit ihren vielen Gipfeln blicken neidisch auf diese Wohnstätte des Herrn und seiner Kirche. Gott hat Lust, auf diesem Berg zu wohnen; ja, der HERR bleibt auch immer dort, und alle Mächte der Finsternis werden das geistige Zion nicht stürzen können. V. 18. Der Wagen Gottes sind viel tausendmal tausend, viele Myriaden, viel tausend Engel, die unzähligen Heerscharen der Engel Gottes; der HERR ist unter ihnen, im heiligen Sinai, 5. Mose 33, 2. So wird die siegreiche Macht des Herrn gegenüber der armseligen Macht der Könige der Heerscharen dargestellt, deren Bemühungen, die Kirche Gottes zu stürzen, ausnahmslos vereitelt werden, Matthäus 16, 18.
Christi Erhöhung und Regierung (V. 19-36): V. 19. Du bist in die Höhe gefahren, in die Höhe, worauf sich Paulus in Bezug auf die Himmelfahrt Christi bezieht, Eph. 4, 8; denn der Held seiner Kirche, der alle seine Feinde besiegt hat, gibt nun einen sichtbaren Beweis seines Sieges, indem er triumphierend in den Himmel auffährt; und hast das Gefängnis gefangen, Satan und seine Heerscharen, die früher die ganze Menschheit gefangen hielten, sind nun selbst mit ewigen Ketten der Finsternis gebunden. Du hast Gaben empfangen bei den Menschen, unter den Menschen, bestehend aus Menschen, wobei der Hinweis auf die Tatsache besteht, dass der erhöhte Christus bestimmte Mitglieder der Menschheit als die Seinen auserwählt hat, Menschen, die Ihm nun im Gehorsam des Glaubens untertan sind; auch den Abtrünnigen, denn selbst diejenigen, die früher rebellisch waren und sich nicht der sanften Herrschaft des Messias unterwerfen wollten, werden schließlich durch seine Barmherzigkeit überwunden, dass Gott, der HERR, dennoch daselbst bleiben wird und seine Kirche auch unter den Heiden errichtet. Für diese Errichtung des messianischen Reiches lobt der Psalmist nun Gott. V. 20. Gelobt sei der HERR täglich! Gott legt uns eine Last auf, aber er hilft uns auch, oder: „Sind wir belastet, so ist Gott unsere Hilfe, er nimmt die Last auf sich“, und hilft uns so, die Last zu tragen, die uns oft zu schwer erscheint. Sela. V. 21. Wir haben einen Gott, wieder die Sprache des vertrauensvollen Glaubens, der da hilft, der vielen Befreiungsakte, die wir in unserem Leben erfahren; und Gott, den HERRN, der vom Tod errettet, Er hat Auswege, Fluchtwege aus dem Tod, Er allein ist in der Lage, uns vor dem ewigen Tod zu retten und uns das Geschenk des ewigen Lebens zu gewähren; das ist das Privileg, das wunderbare, mächtige Vorrecht des erhabenen Christus.
V. 22. Ja, Gott wird den Kopf seiner Feinde zerschmeißen, ihn zerschmettern, sie völlig vernichten, den Haarschädel, die da fortfahren in ihrer Sünde, dessen trotzige Wildheit sich weigert, sich der Autorität Gottes zu beugen. V. 23. Doch spricht der HERR: Ich werde aus Baschan, den wilden Festungen der Bergregion östlich des Jordan, zurückbringen, oder besser gesagt, „die Feinde” aus den Tiefen des Meeres werde ich zurückholen; denn ob sie sich nun in den Bergwäldern oder in den Abgründen des Salzmeeres versteckten, der Herr würde sie aufspüren, um ihnen ihr Urteil zu verkünden; V. 24. damit du deinen Fuß, der der Kirche als einer Person, in der Feinde Blut badest, das reichlich fließen würde, wenn der Herr sie zur Strafe niederschlagen würde, und die Zunge deine Hunde werden es lecken, wobei das Bild aus orientalischen Verhältnissen stammt, wo die Hunde das Blut der Erschlagenen aufleckten (1. Könige 22,38).
V. 25. Man, die Mitglieder der Kirche Gottes, sieht, Gott, seinen Triumphzug; wie du einherziehst, wie du, mein Gott und König, einherziehst im Heiligtum, während seine Prozession in Heiligkeit voranschreitet. V. 26. Die Sänger gehen voran und führten den Triumphzug an, danach die Spielleute inmitten der Jungfrauen, die da Pauken schlagen, die mit Tamburinen spielten und sich zu beiden Seiten bewegten, während ihre Hymnen den Sieg des Messias verkündeten. V. 27. Lobt Gott in den Versammlungen, lobt den HERRN, ihr aus dem Brunnen Israels, wo immer sich die Gläubigen zum Gottesdienst versammeln, den Herrn, den Urvater Israels, alle geistlichen Nachkommen Abrahams. V. 28. Da herrscht unter ihnen Benjamin, der Jüngste, der Bezwinger der zuvor erwähnten Feinde, die Fürsten von Juda mit ihrem Haufen, die Gruppe der Führer Israels, die Fürsten Sebulons, die Fürsten Naftalis, offenbar eine bunte Menge, eine große Masse, aber alle vereint im Lobpreis des erhabenen Messias; denn im geistlichen Israel vereinen die Hohen und die Niedrigen, die Reichen und die Armen ihre Stimmen, um den Herrn, ihren König, zu preisen.
V. 29. Dein Gott hat dein Reich aufgerichtet, indem er dem Messias, dem erhabenen Christus, unbegrenzte Autorität in seinem Reich gegeben hat. Dasselbe wollest du, Gott, uns stärken; denn es ist dein Werk, damit seine Kirche den Nutzen seiner Errungenschaften haben möge. V. 30. Wegen deines Tempels in Jerusalem werden die Könige dir Geschenke bringen und dem Messias ihren Gehorsam und ihre Treue versprechen, wobei der Prophet hier auf die Ausbreitung des messianischen Reiches unter den Heiden hofft. V. 31. Züchtige das Tier im Schilf, das Tier aus Schilf, den Alligator, der als Symbol für Ägypten und alle Heiden verwendet wird, die Menge der Stiere unter den Kälbern, den Völkern, die gesamten Heerscharen der feindlichen Mächte überall, die da zertreten um Silbers willen und dem Messias Tribut zollen, auch wenn sie es nicht wollen, Phil. 2, 9-11. Zerstreue die Völker, die da gerne Krieg führen, deren Ziel es ist, Krieg gegen die Kirche zu führen. V. 32. Die Fürsten aus Ägypten werden kommen, Magnaten, die sich der Herrschaft des Messias unterwerfen. Kusch [Äthiopien] wird seine Hände ausstrecken zu Gott und dem König der Gnade Tribut zollen.
V. 33. Ihr Königreiche der Erde, singt Gott, lobsingt dem HERRN, dem Allmächtigen, Lobpreisungen, Sela, alle Völker geben ihm die Ehre, die seinem mächtigen Namen gebührt; V. 34. dem, der da fährt im Himmel der Himmel von alters her, wobei der urzeitliche oder alte Himmel als Sitz der Majestät Gottes angesehen wird. Siehe, er lässt seine Stimme erschallen, den rollenden Donner, und zwar eine mächtige Stimme, die in einer Offenbarung seiner allmächtigen Kraft erklingt. V. 35. Gebt Gott die Macht! indem ihr den erhabenen Messias als den allmächtigen Herrscher anerkennt; seine Herrlichkeit ist über Israel, die Herrlichkeit seiner Barmherzigkeit über seiner Kirche, und seine Macht in den Wolken, weit über und jenseits jeder möglichen Einmischung seitens der schwachen Menschen. V. 36. Gott ist furchtbar in seinem Heiligtum, um mit Furcht und Ehrfurcht betrachtet zu werden; er ist Gott Israels; er wird dem Volk, der Versammlung der Gläubigen an ihn, seiner Kirche auf Erden, Kraft und Macht geben. Gelobt sei Gott! alle Ehre gebührt ihm allein für die wunderbare Offenbarung der Bedeutung und der Frucht der Erhöhung Christi. Es ist der Menschensohn, erhöht zur Rechten des ewigen Vaters, dem die Kirche, bestehend aus Mitgliedern sowohl des jüdischen als auch des heidnischen Volkes, Lob und Ehre als dem ewigen König der Gnade und Herrlichkeit zollt.
Christi Gebet in seinem
stellvertretenden Leiden
V. 1. Dem Chorleiter, zur Verwendung in der öffentlichen Versammlung der Gemeinde, zu Shoshannim, zu singen nach „Auf den Lilien“. Der Psalm Davids wird im Neuen Testament siebenmal erwähnt, entweder durch Zitate oder durch eindeutige Andeutungen, als prophetisch für Christus und die messianische Zeit. Vgl. Johannes 15, 25; 2, 17; Matthäus 27, 34; Johannes 19, 29.
Klagelied und Gebet (V. 2-22): V. 2. Gott, hilf mir, denn das Wasser geht mir bis an die Seele, ruft der Messias in seiner Qual und Not, in der Pein seines Leidens, während die Flut sein Leben bedroht. V. 3. Ich versinke in tiefem Schlamm, im Abgrund eines Sumpfes, wo kein Grund ist, wo Er seinen Halt verloren hat; ich bin in tiefe Wasser geraten, und die Flut will mich ersäufen, ihn überwältigen und untertauchen. V. 4. Ich habe mich müde geschrien, von seinem Ruf nach Mitgefühl und Hilfe in seiner großen Not; meine Kehle ist heiser, verbrannt oder versengt, ausgetrocknet und rau, durch den übermäßigen Gebrauch seiner Stimme; meine Augen sind erloschen, weil ich so lange muss harren auf meinen Gott, sie schmelzen in Tränen, seine Augen sind erschöpft, erschöpft von der Anstrengung in der unerfüllten Hoffnung und Sehnsucht nach Rettung durch die Hand Gottes. Der Messias beschreibt nun die Natur seines Elends, den Grund für seine bittere Klage. V. 5. Die mich ohne Grund hassen, obwohl er unschuldig ist, sind zahlreicher als die Haare auf meinem Haupt und haben sich so stark vermehrt, dass sie die Haare übertreffen, die gemeinhin als unzählbar gelten; die mir ohne Ursache feind sind, die ihn aus dem Land der Lebenden auslöschen wollen, und mich verderben, sind mächtig und bedienen sich der Lüge und Täuschung, um ihr Ziel zu erreichen. Ich muss bezahlen, was ich nicht geraubt habe, wörtlich: „Was ich nicht geraubt habe, gab ich zurück“, das heißt, der Messias betont nicht nur nachdrücklich seine persönliche Unschuld und Sündlosigkeit, sondern erklärt auch, dass er dazu gezwungen wird, für etwas zu bezahlen, für etwas, das er nicht geraubt hat, für etwas, das er denen, die Wiedergutmachung verlangen, nicht weggenommen hat. Der gesamte Absatz schildert den Höhepunkt der Leiden Christi. Sowohl in Gethsemane als auch auf Golgatha war die Seelenqual, mit der er kämpfte, von einer Art, die alle menschliche Erfahrung und jedes menschliche Verständnis überstieg. All sein Rufen half ihm zu dieser Zeit nichts; er war gezwungen, den Kelch des Zorns Gottes bis zur Neige zu trinken. Seine Feinde, die mit den gemeinsten Lügen operierten, griffen ihn ohne Grund an, um ihm das Leben zu nehmen. Das höchste Geheimnis liegt jedoch in der Tatsache, dass er durch dieses Leiden das ersetzen sollte, was er nicht geraubt hatte. Er trug die Strafe für die Sünden der Menschheit; die Schuld der Übertretungen, die von unzähligen Menschen begangen worden waren, wurde ihm angelastet. Es war ein stellvertretendes Leiden, das Jesus Christus ertrug, eine stellvertretende Genugtuung, zu der er aufgerufen war. Gott hat ihn für uns, die wir keine Sünde kannten, zur Sünde gemacht, damit wir in ihm die Gerechtigkeit Gottes würden, 2 Kor 5,21. Als Stellvertreter der Menschheit klagt nun der Messias.
V. 6. Gott, du kennst meine Torheit, die Torheit der Übertretungen, die er sich hier selbst zuschreibt; und meine Sünden sind dir nicht verborgen; denn er schlüpfte so vollständig in seine Rolle als Stellvertreter der Menschheit, dass er vor Gott stand in der Nacktheit der Schuld, die ihm zugerechnet wurde, als wäre es wirklich seine eigene. V. 7. Lass nicht zuschanden werden an mir, die dein harren, Gott, HERR der Heerscharen, lass nicht schamrot werden an mir, sein Gebet ist, dass diejenigen, die für ihre Erlösung auf ihn vertrauen und somit ihr Vertrauen allein auf den wahren Gott setzen, in ihrer Hoffnung nicht enttäuscht werden; die dich suchen, nämlich indem sie auf den Messias als ihre einzige Erlösung schauen, meinetwegen zuschanden werden, Gott Israels! Inmitten seines großen Opfers vernachlässigte unser großer Hohepriester nicht seine Fürbitte für die Gläubigen; während er als der größte Sünder litt, der je auf Erden gelebt hat, galt sein einziger Gedanke denen, deren Übertretungen er auf sich genommen hatte. V. 8. Denn um deinetwillen habe ich nach Gottes vorherbestimmter Vorsehung und Ratschluss, trage ich Schmach, Jes. 53, 4. 10; mein Angesicht ist voller Schande, die ganze Schande der Schuld der ganzen Menschheit. V. 9. Ich bin fremd geworden meinen Brüdern, die Mitglieder seines eigenen Volkes, die ihn in seiner großen Passion mit Abscheu betrachteten, und unbekannt den Kindern meiner Mutter, seine eigenen Verwandten gehörten zu denen, die sich weigerten, ihn als den verheißenen Erlöser anzunehmen, Joh 1, 11; 7, 5. V. 10. Denn der Eifer um dein Haus hat mich gefressen, nicht nur für das äußere Gebäude des Tempels, Johannes 2, 17, sondern vor allem für den geistlichen Tempel des Herrn, für seine heilige Kirche, hat mich verzehrt, ihn mit Angst verzehrt; und die Schmähungen derer, die dich schmähen, fallen auf mich, welche Einwände auch immer von den Feinden vorgebracht wurden, um Gott die Ehre zu nehmen, trafen ihn, den Messias, mit voller Wucht. V. 11. Und ich weine bitterlich, in jeder bitteren Erfahrung seines Dienstes, und faste, mich zurückhielt, fern von aller Bosheit, und man spottet meiner dazu; egal wie er sich verhielt, es gab immer Kritiker, die ihn verurteilten, Matthäus 11, 19. V. 12. Ich habe einen Sack angezogen, wie einer, der tief trauert, und enthielt mich sogar des Anscheins des Bösen; aber sie treiben ihren Spott mit mir, sein Name und seine Taten wurden spöttisch herumgereicht. V. 13. Die am Tor sitzen, die Edlen, die Führer des Volkes, reden über mich; und beim Zechen singt man von mir, der Trinker starker Getränke, des Pöbels in den Tavernen und auf den Straßen, die sich zusammenschlossen, um ihn zu verspotten, nicht nur während seines Wirkens, sondern besonders, als er am Kreuz hing. Der Messias kehrt nun zu der Situation zurück, wie sie am Anfang des Psalms beschrieben wird.
V. 14. Ich aber, so stellte er sich selbst in extremen Gegensatz zu seinen spottenden Feinden: bete, HERR, zu dir zur angenehmen Zeit; Er wusste, dass der Vater trotz der Erniedrigung seiner Leiden wohlgefällig mit ihm war. Gott, nach deiner großen Güte erhöre mich, antworte ihm gnädig, mit deiner treuen Hilfe! denn es war Gottes Wille, dass keine einzige Seele aus der großen Schar der Sünder verloren gehen sollte, sondern dass alle Menschen das Heil erlangen sollten. V. 15. Errette mich aus dem Schlamm, dem Sumpf des Bösen, das auf ihn gelegt worden war, dass ich nicht versinke; dass ich errettet werden von meinen Hassern und aus den tiefen Wassern, den Fluten seines Elends und seiner Qual, die ihn zu verschlingen drohten. V. 16. dass mich die Wasserflut nicht ersäufe, und die Tiefe nicht, dem Abgrund des Todes, verschlinge, und das Loch der Grube, die Zisterne oder den Brunnen, nicht über mir zusammengehe, wobei das Bild das eines Behälters für Regenwasser in der Steppe ist, dessen Öffnung mit einem großen Stein verschlossen wurde.
V. 17. Erhöre mich, HERR, und antworte ihm gnädig; denn deine Güte ist tröstlich und gnädig; wende dich mir zu nach deiner großen Barmherzigkeit, und nähere dich ihm in unverdienter Gnade; denn er spielte nicht nur eine Rolle, sondern litt tatsächlich unter der Last der Sünden, die auf ihn gelegt worden waren. V. 18. Und verbirg dein Angesicht nicht vor deinem Knecht, in unversöhnlichem Zorn; denn mir ist angst, in der Bedrängnis und Qual der Schuld, die ihn quält; erhöre mich eilends, ein dringender Ruf nach baldiger Befreiung, Ps. 22, 1. V. 19. Nahe dich meiner Seele, um ihr deine göttliche Hilfe zu gewähren, und erlöse sie; erlöse mich um meiner Feinde willen, die ihm nach dem Leben trachteten. V. 20. Du kennst meine Schmach, meine Schande und Scham, die Folge der Sünde, die ihm nach dem göttlichen Ratschluss der Liebe zur Erlösung der Menschheit zugerechnet wurde; meine Widersacher sind alle vor dir, denn niemand kennt die Feinde und ihre Pläne, den Teufel und seine Schar, besser als der allwissende Gott. Die Klage des Messias wird immer dringlicher, je größer seine Not wird. V. 21. Die Schmach bricht mir mein Herz, die spöttischen Verleumdungen, die ihn von allen Seiten trafen, zermalmten seine Seele; und macht mich krank, schwach, unter der Last zusammenbrechend; und ich warte, ob es jemand jammerte, wartete auf Sympathie und Beileid in seinem beispiellosen Elend, aber da ist niemand; und auf Tröster, Menschen, deren verständnisvolle Freundlichkeit dazu dienen könnte, seine Qualen zu lindern, aber ich finde keine. Er musste ganz allein die Weinpresse des Zorns Gottes treten. V. 22. Und sie geben mir Galle zu essen, als Nahrung inmitten seiner Leiden; und Essig zu trinken in meinem Durst, indem sie ihm diese adstringierende Flüssigkeit anboten, als sein Körper von unerträglichem Durst gequält wurde. So schrecklich war das Elend, die unbeschreibliche Qual, die unermessliche Qual des Leidens Christi in seiner Eigenschaft als Stellvertreter der Menschheit, als Erlöser der Welt.
Christus fleht um Vergeltung gegen die, die mutwillig in ihrer Sünde beharren (V. 23-37): V. 23. Ihr Tisch soll vor ihnen zum Strick werden, gedeckt wie für ein Festmahl, wie es in Ps 23,5 heißt, zum Fallstrick und er werde zu einer Falle [o.: zu einer Vergeltung; so in LXX und Röm. 11,9] für die Feinde; und was zu ihrem Wohl gedacht war, werde zur Falle, wörtlich: „und für die Sicheren zur Schlinge”. Da kein Suchen und Rufen die Feinde zur Vernunft bringen konnte, da sie darauf bestanden, ihn und sein Evangelium abzulehnen, ruft der Messias Gott an, sie zu bestrafen, wie es die Härte ihrer Herzen verdient. V. 24. Ihre Augen sollen finster werden in geistiger Blindheit, damit sie nicht sehen, und ihre Lenden, die gemeinhin als Sitz der Kraft angesehen werden, sollen lass immer wanken! vor Schrecken, Bestürzung und Schwäche. V. 25. Gieße deine Ungnade auf sie, damit sie in der Flut des gerechten göttlichen Zorns versinken, und dein grimmiger Zorn ergreife sie, sie wie ein siegreicher Feind überfallen, um sie zu versklaven und zu bestrafen. V. 26. Ihre Wohnung soll wüst werden, ihre Zelte leer stehen; und sei niemand, der in ihren Zelten wohne, keinen einzigen Bewohner, der übrig bleibt, um den Schrecken der völligen Verwüstung zu lindern. V. 27. Denn sie verfolgen den, den du geschlagen hast, und jagen den Messias, der vom Herrn geschlagen wurde; und sie rühmen vom Schmerz derer, die du schlägst, und erzählen spöttisch von den Schmerzen, die die Wunden des Herrn Christus verursacht haben, als er am Kreuz hing. V. 28. Lass sie aus einer Sünde in die andere fallen, rechne ihnen ihre Verfehlungen mit vollen Zinsen an; dass sie nicht kommen zu deiner Gerechtigkeit, durch ihre eigene Schuld würden sie nicht Teilhaber der Erlösung werden, die auch für sie gewonnen wurde. V. 29. Tilge sie aus dem Buch des Lebens [o.: der Lebendigen], wo die Erlösung des Messias ihre Namen für die Ewigkeit eingetragen hätte, dass sie mit den Gerechten nicht eingeschrieben werden, denen die vollkommene Gerechtigkeit des Erlösers durch den Glauben zugerechnet wird. Das ist das Schicksal derer, die sich beharrlich weigern, Jesus Christus und sein Heil anzunehmen, die den Ratschluss Gottes ablehnen, der ihre Gerechtigkeit geplant hat. Sie haben niemandem außer sich selbst die Schuld zu geben, wenn ihnen die Gerechtigkeit des Erlösers nicht zugerechnet wird, wenn ihre Namen aus dem Buch des Lebens gestrichen werden. Nachdem er seine Feinde auf diese Weise beseitigt hat, kehrt der Messias zu seiner Klage und seinem Gebet zurück, jedoch mit einem triumphalen Unterton über das Heil aller Gläubigen. V. 30. Ich aber bin elend und mir ist wehe, elend und voller Schmerz wegen der Last der Sünde und ihrer Strafe, die Er auf sich genommen hat; Gott, deine Hilfe schütze mich! Selbst inmitten Seines Leidens war Er sich des Sieges und Triumphs sicher; Er war sich sicher, dass die Befreiung durch Gott Ihn erhöhen würde. Und deshalb sang Er schon damals Sein Lob- und Danklied an Gott.
V. 31. Ich will den Namen Gottes loben mit einem Lied und will ihn hoch ehren mit Dank, für die Vollendung des großen Werkes der Versöhnung, das Opfer des Lobes, das süßer als Weihrauch von seinen Lippen aufsteigt. V. 32. Das wird dem HERRN besser gefallen als ein Stier oder Ochse, der Hörner und Klauen hat, denn alle äußeren Akte der Anbetung ohne die richtige hingebungsvolle Haltung des Geistes, als Ausdruck des wahren Glaubens, sind vergeblich. Außerdem ist das eine Opfer, das unser großer Hohepriester gebracht hat, in den Augen Jehovas annehmbarer als alle Opfer von Tieren, die jemals geschlachtet wurden, da Er mit einem einzigen Opfer für immer diejenigen vollendet hat, die geheiligt sind, Hebr. 9. V. 33. Die Elenden sehen es und sich freuen, die wahrhaft Reumütigen und Trauernden werden sich mit ihrem Erlöser über ihre Erlösung freuen; die ihr Gott sucht, euer Herz lebe auf! wörtlich: „Ihr, die ihr Gott sucht“, lasst euer Herz leben, denn ihre Seelen werden nicht nur mit Freude erfüllt sein, sondern auch mit einem neuen und wunderbaren Leben, einem Leben, das seinen Ursprung in Gott hat und das einzige dauerhafte, befriedigende Glück bringt. V. 34. Denn der HERR hört die Armen, hört aufmerksam und gnädig auf die Stimme derer, die ihr Bedürfnis nach Erlösung spüren, und verachtet seine Gefangenen nicht, diejenigen, die so lange durch die Fesseln der Sünde und ihre Folgen gebunden waren. Deshalb endet der Psalm mit einem triumphalen Lobpreis zu Ehren der Erlösung Gottes, wie sie im Messias offenbart und erlangt wurde.
V. 35. Es lobe ihn Himmel und Erde, die Meere und alles, was sich darin regt, alle Geschöpfe, das gesamte Universum, das aufgerufen ist, seinem barmherzigen und heiligen Namen alle Ehre zu erweisen. V. 36. Denn Gott wird Zion, seiner Kirche, helfen und die Städte Judas bauen, wobei hier alle Gemeinden der messianischen Zeit eingeschlossen sind, damit man dort wohne und sie besitze, wobei alle Segnungen des Herrn, wie sie durch die Erlösung Christi gegeben wurden, den Gläubigen durch die Gnadenmittel gegeben werden. V. 37. Und die Kinder seiner Knechte, alle geistlichen Kinder der vielen Boten des Herrn, die die Erlösung durch Christus verkünden, werden sie erben, und die Segnungen werden in der Kirche fortbestehen, solange die Zeit währt; und die seinen Namen lieben, werden darin bleiben, hier in der Zeit im Reich der Gnade und seinen vielen Städten, danach in der Ewigkeit im Reich der Herrlichkeit. Nachdem die Tage der streitenden Kirche zu Ende gegangen sind, wird die Ewigkeit der triumphierenden Kirche beginnen, in der die Erlösten des Herrn für immer mit ihrem erhöhten Haupt wohnen und seinen Namen preisen werden, ohne Ende.
Bitte um Hilfe gegen die Feinde
V. 1. Dem Chorleiter, als Gebet für den öffentlichen Gottesdienst, ein Psalm Davids, zum Gedächtnis, wobei die Hymne für den Teil des Gottesdienstes bestimmt war, in dem das Speiseopfer zum Opfer hinzugefügt wurde; denn sein süßer Duft sollte zusammen mit den Gebeten der Gläubigen zu den Nasenlöchern des Herrn aufsteigen und um gnädiges Gehör bitten. Vgl. Ps. 40, 13-17. V. 2. Eile, Gott, mich zu retten, vor den Leiden und Verfolgungen, denen die Gläubigen ausgesetzt sind; HERR, mir zu helfen! V. 3. Es sollen sich schämen und zuschanden werden, weil sie in ihrer Absicht, den Gläubigen zu schaden, enttäuscht wurden, die nach meiner Seele stehen; sie sollen zurückweichen, vereitelt, in ihren Plänen frustriert und verhöhnt werden, die mein Unglück wünschen und Freude daran haben, Böses zu tun. V. 4. Sie sollen umkehren wegen ihrer Schande, als Strafe für ihre Ungerechtigkeit zu ihrer Schande, die da über mich schreien: Da, da! in spöttischer Verachtung. V. 5. Freuen und fröhlich müssen sein an dir, die nach dir fragen, mit wahrhaft gläubigen Herzen, und die wahre Freude des Glaubens in ihrem Vertrauen auf den Herrn finden; und die dein Heil lieben und die Segnungen der Erlösung richtig zu schätzen wissen, immer sagen: Hochgelobt sei Gott! und erhöht in Dankeshymnen. V. 6. Ich aber bin elend und arm, mit den Schwierigkeiten, die das Los aller Gläubigen sind; Gott, eile zu mir, denn das ist der richtige, eindringliche Charakter des Gebets. Denn du bist mein Helfer und Erretter; mein Gott, verziehe nicht! Es scheint, dass das Gebet des Messias in Ps. 40 hier auf alle Gläubigen übertragen wird, um sie zu lehren, ihr ganzes Vertrauen in Leben und Tod allein auf den Herrn zu setzen, auf die Erlösung, die durch das Werk des Erlösers gewonnen wurde, denn in ihm haben wir Befreiung in allen Lebenslagen.
Bitte
um Gottes Beistand im Alter und gegen Feinde
Gebet
um Errettung (V. 1-12): V. 1. HERR, ich traue auf dich, ich ruhe
sicher in des Herrn Obhut; lass mich niemals zuschanden werden und zum
Gespött der Feinde werden wegen seines Vertrauens in den Herrn. V. 2. Errette
mich durch deine Gerechtigkeit, durch die der Herr das gnädige Versprechen
hält, das er denen gegeben hat, die an ihn glauben, und hilf mir aus,
indem du ihn von allem Unheil befreist; neige deine Ohren zu mir, in
enger und barmherziger Aufmerksamkeit, und hilf mir als sein Retter vor
allen zeitlichen und geistigen Gefahren. V. 3. Sei mir ein starker Fels,
wörtlich „ein Fels der Wohnung”, wo man in äußerster Sicherheit leben kann, dahin
ich immer fliehen kann, indem ich in ruhigem Vertrauen dorthin gehe, wann
immer die Not es zu erfordern scheint. Der du zugesagt hast, mir zu helfen,
indem du die Erlösung aller seiner Gläubigen angeordnet hast; denn du bist
mein Fels und meine Burg, sein Turm auf den Höhen, unzugänglich für die
Feinde. Vgl. Ps. 31, 1-3. V. 4. Mein Gott, hilf mir aus der Hand des
Gottlosen, gewähre ihm Freiheit von denen, die ihn böswillig unterdrücken, aus
der Hand des Ungerechten und Tyrannen, die Ungerechtigkeit und Gewalt im
Umgang mit anderen anwenden. V. 5. Denn du bist meine Zuversicht, HERR Gott,
der Allmächtige, der Herr; meine Hoffnung von meiner Jugend an, das
feste Fundament des Vertrauens des Gläubigen während seines ganzen Lebens. V.
6. Auf dich habe ich mich verlassen von Mutterleib an, seit seiner Geburt
bewahrt und erhalten; du hast mich aus meiner Mutter Leib gezogen, ihn
beschützt, für ihn sorgt und ihm sein ganzes Leben lang reiche Wohltaten
gewährt. Ich rühme dich immerdar, denn die Erfahrungen der Vergangenheit
waren eine Garantie für die Zukunft. V. 7. Ich bin vor vielen wie ein
Wunder, ein Zeichen der Gnade und des Schutzes Gottes, denen es
unmöglich ist, an die wunderbaren Wege des Herrn zu glauben, mit denen Er Seine
Heiligen bewahrt: aber du bist meine starke Zuversicht, Seine
allmächtige Kraft, die alles abwehrt, was dem Gläubigen wirkliches Unheil
gebracht hätte. Vgl. Ps. 22, 8-10. V. 8. Lass meinen Mund deines Ruhmes und
deines Preises voll sein, mit Aussagen, die allein Gott alle Ehre geben, täglich.
V. 9. Verwirf mich nicht im Alter, denn die Treue und Güte Gottes in der Jugend und im frühen Erwachsenenalter gibt dem Gläubigen den Mut, in seinen letzten Jahren um Seine Hilfe zu bitten; verlass mich nicht, wenn ich schwach werde, wenn das allmähliche Nachlassen der Kraft des reifen Alters den Tod ankündigt. V. 10. Denn meine Feinde reden gegen mich und fassen neuen Mut, jetzt, da der Gläubige seine jugendliche Kraft und Energie verloren hat; und die auf meine Seele lauern, eifrig auf seine Vernichtung wartend, beraten sich miteinander, V. 11. und sprechen: Gott hat ihn verlassen; jagt nach und ergreift ihn, denn da ist kein Erretter! Die Feinde von Leib und Seele unternehmen neue Anstrengungen, wenn das Alter den Gläubigen ereilt, mit dem Ziel, den Gläubigen in ihre Macht zu bringen. Deshalb muss sein Ruf immer wieder erklingen, V. 12. Gott, sei nicht fern von mir; mein Gott, eile mir zu helfen! Vgl. Ps. 22, 11; 35, 4. 26; 38, 21. 22; 40, 13. 14. Auf diese Weise steigt das zuversichtliche, beharrliche Gebet der Gläubigen, die sich wie seine lieben Kinder an ihn klammern, zum Thron der Gnade empor und fordert die Erfüllung der Verheißungen des Herrn.
Warnung und Dank (V. 13-24): V. 13. Schämen sollen sich und umkommen, mit Schande bedeckt und dem völligen Untergang preisgegeben, die gegen meine Seele sind; mit Schimpf und Schande sollen sie überschüttet werden, vollständig umhüllt, die mein Unglück suchen und bei jeder Gelegenheit versuchen, ihre Bosheit in die Tat umzusetzen. V. 14. Ich aber, trotz solcher bösen Ratschläge, will immer harren und will immer deinen Ruhm mehren, da ich weiß, dass es weitere Gelegenheiten geben wird, meine Dankbarkeit zum Ausdruck zu bringen. V. 15. Mein Mund soll verkündigen deine Gerechtigkeit, täglich dein Heil, V. 2; die ich nicht alle zählen kann; die Offenbarungen der Eigenschaften Gottes sind so unzählbar, dass man sie nicht zählen kann, und deshalb ist der Stoff für das Lob Gottes unerschöpflich. V. 16. Ich gehe einher in der Kraft Gottes des HERRN, mit seinen mächtigen Taten vorangehen und versuchen, das Unmögliche zu vollbringen, indem ich sie aufzähle; ich preise allein deine Gerechtigkeit, und sie überall und bei jeder Gelegenheit freudig bekennen.
V. 17. Gott, du hast mich von Jugend an gelehrt, nämlich in seinen Wegen, wie sie mit seinem heiligen Willen übereinstimmen; darum verkündige ich deine Wunder, nämlich die Führung Gottes in seinem ganzen Leben. V. 18. Auch verlass mich nicht, Gott im Alter, wenn ich grau werde und die Zeichen des Alters in meinem Aussehen zeigen, bis ich deinen Arm [d.i.: deine Taten] verkündige Kindeskindern, den Arm des Herrn, als Symbol Seiner allmächtigen Kraft und Taten, und deine Kraft allen, die noch kommen werden, verkündet habe, indem ich die mächtigen Taten des Herrn allen verkünde, die Seine Stimme erreichen kann. V. 19. Gott, deine Gerechtigkeit reicht bis an den Himmel, sie reicht sogar bis zur Höhe des Himmels, dem höchsten Punkt der Schöpfung, der du große Dinge tust, was der Psalmist auch jetzt noch verkünden muss. Gott, wer ist dir gleich? Der Gott Israels, der höchste Gott, ist in Gerechtigkeit und Macht über das ganze Universum erhöht. V. 20. Denn du lässt mich erfahren viel Angst und Not, indem du ihn Leiden und Trübsal sehen und erleben ließest, und machst mich wieder lebendig, oder besser gesagt: „uns wieder beleben“, denn der Dichter bezieht nun die gesamte Gemeinde in seinen Lobgesang mit ein, und holst mich wieder aus den Tiefen der Erde heraus, wobei die Abgründe der Erde für drohenden Untergang stehen.
V. 21. Du machst mich sehr groß, die Bedeutung und Autorität des Amtes des Psalmisten im Königreich, und tröstest mich wieder, vor allem indem du ihn vor seinen Feinden rechtfertigst. V. 22. So will ich dir auch danken mit Saitenspiel, dem lautenähnlichen Instrument, das zum Begleiten des Gesangs verwendet wird, preisen, für deine Treue, mein Gott, die Treue, mit der der Herr seine Verheißungen hält; ich will dir lobsingen auf der Harfe, mit der Zither Davids, du Heiliger Israels. V. 23. Meine Lippen und meine Seele, die du erlöst hast, sollen fröhlich sein und dir lobsingen, indem er Psalmen zu seiner Ehre komponiert und vorträgt;, wobei die Befreiung von den Schwierigkeiten des gegenwärtigen Lebens die Garantie des Gläubigen für seine endgültige Erlösung ist. V. 24. Auch soll meine Zunge täglich reden von deiner Gerechtigkeit, V. 15; denn schämen sollen sich und zuschanden werden, die mein Unglück suchen. Das ist der richtige Geist des Gebets, die gnädige Antwort des Herrn zu erwarten und ihn im Voraus für alle seine Segnungen zu preisen.
Weissagung von Christus und seinem
Reich
Ein Psalm V. 1. für Salomo, wahrscheinlich verfasst von David [s. letzter Vers; nicht von Salomo, wie Kretzmann im Original hat, wobei er der Auffassung der deutschen Bibeln folgt, während die englischen ihn als einen Psalm für Salomo haben. Die hebräische Präposition vor dem Namen steht sowohl für „von“ als auch „für“. Aber V. 20 macht es eher wahrscheinlich, dass der Psalm von David stammt, wie es auch Zorn in seiner Psalmenauslegung S. 342 darlegt.]; denn er sang diese Hymne zu Ehren des großen Königs und seiner ewigen Herrlichkeit und der geistlichen Segnungen seiner Herrschaft. Gott, gib deine Recht dem König und deine Gerechtigkeit des Königs Sohn. Der Messias ist König und Sohn eines Königs. Ihm gibt Gott seine Gerechtigkeit und seine Urteile und rüstet ihn damit aus. Jede Entscheidung dieses Königs, alles, was er sagt und tut, ist richtig und Gott wohlgefällig. V. 2. Dass er dein Volk richte in Gerechtigkeit, das heißt die Gemeinde des Herrn, und deine Elenden, die wahrhaftig arm im Geiste sind, nach dem Recht. Weil der Messias mit der Gerechtigkeit Gottes als seiner eigenen bekleidet ist, ist er auch in der Lage, den Bürgern seines Reiches Gerechtigkeit zu spenden, sie denen zu vermitteln, die an ihn glauben. Es ist sein richterliches Urteil, durch das er sein Volk für gerecht erklärt und es mit der vollkommenen Gerechtigkeit rechtfertigt, die in den Augen Gottes annehmbar ist. Das ist das Recht, das Gottes Volk vor ihm hat: Sein König erklärt es für gerechtfertigt. Gerade diejenigen, die vor der Welt arm und verachtet sind, die auch in den Augen Gottes arm und demütig sind, werden dennoch von ihm geehrt; sie haben Anteil an seiner Gerechtigkeit. So groß und wunderbar ist diese Gabe, dass der Psalmist verkündet: V. 3. Lass die Berge Frieden bringen unter das Volk und die Hügel Gerechtigkeit, die Segnungen der Barmherzigkeit Gottes, die sozusagen in Strömen auf die Gläubigen herabfließen. Gerechtigkeit ist eine Gabe, die von oben kommt, die den Frieden des himmlischen Vaters mit sich bringt und zu einer ruhigen Zufriedenheit des Geistes führt, wobei der Gläubige auf den Besitz der zugerechneten Gerechtigkeit vertraut. V. 4. Er soll den Elenden des Volkes Recht schaffen, diejenigen, die ihre geistliche Not spüren; er die Kinder des Armen retten, diejenigen, die sich allein auf Ihn verlassen, sich in wahrem Glauben an Ihn klammern und die ihnen zugerechnete Gerechtigkeit annehmen, und die Unterdrücker zerschmettern, alle diejenigen vernichten, deren Feindschaft Seine Kinder unterdrückt. V. 5. Man fürchte dich, solange Sonne und Mond bestehen, von Kind zu Kindeskind, das heißt, die Beziehung der Gläubigen zu ihrem König ist eine von heiliger Ehrfurcht und Verehrung, durch die sie ihm die Ehre erweisen, die ihm gebührt, göttliche Ehre und Herrlichkeit. Dies geschieht vor der Sonne, solange die Sonne ihren Lauf nimmt, und vor dem Mond, solange er am Himmel steht, das heißt bis zum Ende der Zeit. V. 6. Er soll herabfahren wie der Regen auf die gemähte Wiese, wie Schauer, die das Land feuchten, wörtlich: „wie Tautropfen, Regenschauer auf der Erde“, wobei die Ähnlichkeit in der sanften, erfrischenden Frische eines reichlichen Taufalls, eines reichlichen Regenschauers liegt. Obwohl der König zur Rechten der Herrlichkeit erhöht worden ist, über alle Geschöpfe erhöht und über seine Gemeinde herrschend, kann sein Kommen dennoch fortwährend gefeiert werden, denn er ist immer gegenwärtig inmitten seiner Kirche in seinen Gnadenmitteln, mit Gerechtigkeit, Frieden und Freude im Heiligen Geist, die reichlich über uns ausgegossen werden. V. 7. Zu seinen Zeiten, als Ergebnis dieser reichen geistlichen Segnungen, soll blühen der Gerechte, vor ihm blühen und wachsen in einem Leben der Heiligung, das aus dem Glauben hervorgeht, und großer Frieden, bis der Mond nicht mehr ist, während der gegenwärtigen Gnadenzeit. Weil wir jetzt, in der Zeit der Gnade, vor ihm in einem Leben des Glaubens leben und die Kraft seiner Gnade in ihrer Wirkung auf unsere Herzen und unser Leben genießen, herrscht Frieden zwischen uns und Gott. Und selbst nachdem der Mond aufgehört hat zu leuchten, nachdem die Erde und alles, was sie enthält, zerstört worden ist, ja, dann werden die Gläubigen mehr denn je die Fülle des Friedens haben; in der kommenden Welt werden wir den Frieden Gottes, der alles Verstehen übersteigt, in ewiger Glückseligkeit besitzen und genießen. V. 8. Er herrsche von Meer zu Meer, Seine königliche Macht erstreckt sich über die ganze Erde, und vom Strom bis zu den Enden der Erde wird Seine Herrschaft erweitert, Seine Macht ausgedehnt bis zu den äußersten Enden des Universums, Eph. 1, 20-23. V. 9. Vor ihm sollen sich neigen die in der Wüste, die Barbaren, die Feinde Christi und seiner Kirche, und sich seiner allmächtigen Macht unterwerfen, da sie sich geweigert haben, sich seiner Gnade zu unterwerfen, Phil. 2, 10. 11; Mt 26,64; und seine Feinde werden Staub lecken, werden ihm vollständig unterworfen werden, gezwungen, ihn als ihren Sieger und Herrscher anzuerkennen, da sie sich geweigert haben, ihn als ihren Erlöser anzunehmen. V. 10. Die Könige von Tarsis, Tartessus in Spanien, einem wichtigen Handelszentrum mit vielen Finanzfürsten, und von den Inseln, von den Küsten Europas, die als weit entfernte Orte genannt werden, werden Geschenke bringen, wobei die Mächtigen von den Enden der Erde genannt werden, die vor dem Herrn huldigen; die Könige von Saba und Scheba, das heißt von Arabia Felix und Meroe in Ägypten, werden Abgaben senden, Menschen aus heidnischen Ländern werden ihm zu Ehren Tribut zollen und seine Herrschaft anerkennen. V. 11. Alle Könige sollen vor ihm niederfallen; alle Heiden ihm dienen. Der König hat aufgrund der Tatsache, dass er das Lösegeld seines Blutes für die Erlösung der ganzen Welt gezahlt hat, das Recht, die Treue aller Menschen zu erwarten. Sie sollen ihn als ihren Retter und Herrn anerkennen. Der Psalmist erwähnt genau die Länder, in denen die christliche Kirche jahrhundertelang blühte. Viele Heiden aus diesem gesamten Gebiet entlang der Mittelmeerküste, darunter auch Fürsten und Mächtige, erkannten Christus als ihren Herrn an. Aber diese Heiden repräsentieren gleichzeitig die gesamte heidnische Welt; denn der Herr hat seine Kinder in allen Nationen, wobei die Gläubigen in den Augen Gottes die wahren Vertreter der Nationen sind. Der Dichter gibt nun den Grund an, warum sich so viele Heiden zu Gott, zu Jehova-Messias, bekehren würden: V. 12. Denn er wird den Armen erretten, der da schreit, und den Elenden, der keinen Helfer hat. Er hat Mitleid mit der geistigen Armut und Not, mit unserer Schwäche und Hilflosigkeit; er rettet die Bedürftigen durch seine Gnade. Wenn unsere Herzen durch die Schläge des Gesetzes zerschlagen sind, wenn unsere Seelen durch die Erkenntnis unserer Sündhaftigkeit zu Boden gedrückt sind, dann tröstet er uns mit der Schönheit seines Evangeliums. V. 13. Er wird gnädig sein, Mitleid haben mit den Geringen und Armen und die Seelen der Armen wird er retten, indem er sie von der Verdammnis befreit, die ihnen droht. V. 14. Er wird ihre Seele aus der Gewalttat und Frevel erlösen, wobei das hier verwendete Wort der im Alten Testament gebräuchliche Begriff für Erlösung und Befreiung jeder Art ist; und ihr Blut wir kostbar sein in seinen Augen, da er ihr Leben so hoch schätzt, dass er den hohen Preis seines eigenen Blutes für ihre Erlösung bezahlt. Darüber hinaus gilt allgemein, dass Gott seine Kinder nicht verlassen wird, selbst wenn die Feindschaft der Welt so weit geht, dass das Blut der Gläubigen wegen ihres Zeugnisses für die Wahrheit vergossen wird. Im Leben und im Tod ist Christus ihr Erlöser, und er wird schließlich das Blut seiner Kinder rächen. Da diese Bedingungen gegeben sind, wird sich das Reich Christi mit Sicherheit über viele Nationen ausbreiten und ausdehnen. V. 15. Er wird leben, der Besitzer und Geber des Lebens, und man wird ihm vom Gold aus Saba geben, der Reichtum von Arabia Felix, was als Symbol für die Gaben der Menschen steht, die sich drängen, um dem Messias zu huldigen. Man soll immerdar für ihn beten, in einem Gottesdienst vor Ihm, der bis in alle Ewigkeit andauern wird; und ihn täglich segnen, die Gerechten werden Seinen Namen für die reichen Gaben Seiner Gnade preisen. Und nun, mit einem Blick auf Kanaan in der Herrlichkeit seiner irdischen Produkte, spricht Salomo vom Reich Christi in Begriffen dieser reichen Fülle. V. 16. In Fülle stehe das Getreide im Land bis auf die Gipfel der Berge, das heißt, die geistlichen Nachkommen des Messias werden so zahlreich sein wie das Getreide in den Niederungen, das sogar die Hügel bis zu ihren Gipfeln bedeckte; seine Früchte sollen rauschen wie der Libanon, wie die stolzen und mächtigen Zedern des Libanon; In den Städten sollen sie grünen wie das Gras auf Erden, wörtlich: „und sie werden aus der Stadt hervorgehen wie das Gras der Erde“, sie werden sprießen und Blüten und Früchte in reicher und üppiger Fülle tragen, denn solche sind die Bedingungen, die im Reich der Gnade Christi herrschen. V. 17. Sein Name soll ewig bleiben, existieren, sich selbst erhalten, durch alle Ewigkeit hindurch; solange die Sonne währt, soll sein Name leben, oder „bevor die Sonne erblüht, sich vermehrt, sein Name“. Wo immer die Kirche gegründet wird, wächst sie von Generation zu Generation durch die Kraft seines Wortes. Aus diesem Grund wird der Name des Messias für alle Ewigkeit bestehen bleiben, wobei die streitende Kirche in die triumphierende Kirche übergeht; solange die Sonne ihren Lauf nimmt, wird sein Name verkündet werden und reichlich Frucht bringen. Und sollen durch ihn gesegnet sein alle Heiden, sich selbst in ihm segnen und sich glücklich und unbeschreiblich glücklich nennen, weil sie seine Gnade besitzen; und werden ihn selig preisen und den Herrn Herrn für all seine wunderbaren Taten zur Erlösung der Welt loben. Angesichts dieser unaussprechlich herrlichen Tatsachen, die in seiner Hymne kurz dargelegt wurden, schließt der inspirierte Dichter mit einer Doxologie: V. 18. Gelobt sei Gott der HERR, der Gott Israels, der allein Wunder tut, alle Ehre und Herrlichkeit sei ihm allein gegeben; V. 19. Und gelobt sei sein herrlicher Name, er selbst mit all seinen göttlichen Eigenschaften, wie er sich den Menschen in seinem Wort offenbart hat, ewiglich; und alle Lande sollen seiner Ehre voll werden. Amen und Amen. So wie das Wort Gottes hier in der Zeit seinen Lauf genommen hat und in allen Teilen der Erde verkündet wurde, so werden die Himmel in alle Ewigkeit von Lobpreisungen seiner Herrlichkeit widerhallen. Das ist ganz gewiss wahr. Der Psalm schließt mit einem Vermerk über die Männer, die dieses zweite Buch des Psalters zusammengestellt haben: V. 20. Zu Ende sind die Gebete Davids, des Sohnes Isais, wobei dieser Vermerk offenbar einer ursprünglichen Sammlung von Davids Hymnen beigefügt war.
Drittes
Buch (Ps. 73-89)
Trost
und Warnung gegen das Ärgernis über das Glück der Gottlosen
V. 1. Ein Psalm Asafs, einem der Chorleiter Davids, 1 Chron. 6, 39; 25, 2.
Eine
Betrachtung über das offensichtliche Glück der Gottlosen (V. 1-12): V.
1. Israel hat dennoch Gott zum Trost, nur gut, nichts als Güte und
Barmherzigkeit, wer nur reinen Herzens ist, denn alle Mitglieder des
geistlichen Israels haben ihre Herzen durch den Glauben gereinigt, sodass sie
in all ihren Beziehungen zum Herrn ehrlich und aufrichtig sind. Dies ist der
Trost des Dichters, trotz der Beschreibung des scheinbaren Glücks der Ungläubigen,
die nun folgt. V. 2. Ich aber, so wurde seine eigene Person
nachdrücklich als Beispiel angeführt: wäre fast gestrauchelt mit meinen
Füßen, fast wäre er gestolpert und ins Wanken geraten; und mein Tritt
wäre beinahe geglitten, er war in großer Gefahr, seinen Glauben zu
verlieren und dem Zweifel nachzugeben. V. 3. Denn es verdross mich auf die
Ruhmredigen, war voller Zorn über die stolze Prahlerei der Gottlosen, als
ich sah, dass es den Gottlosen so gut ging, als er feststellte, dass sie in
Frieden lebten, dass sie nichts störte, dass sie alles genossen, was ihr Herz
begehrte, und darauf Wert legten, allen davon zu erzählen.
V. 4.
Denn ohne Qualen ist ihr Tod, sie werden nicht von Leiden geplagt, die sie
zu Tode ermüden; wohlgenährt ist ihr Leib, gut genährt ist ihr Bauch,
denn Fettleibigkeit gilt als Zeichen gesunder Kraft, von kräftiger Vitalität. V.
5. Sie sind nicht in Unglück wie andere Leute, sie erleben nicht das Elend
des gewöhnlichen Sterblichen; und werden nicht wie andere Menschen geplagt,
sie werden nicht von so vielen Unannehmlichkeiten belästigt, sie stoßen nicht
auf so viele Schwierigkeiten; sie finden Wege und Mittel, um Katastrophen
abzuwenden. V. 6. Darum, wegen ihrer offensichtlichen Immunität gegen
die üblichen Probleme des Lebens, muss ihr Hochmut köstlich Ding sein,
sie erheben stolz ihre Hälse, sie zeigen ihren Stolz wie ein Schmuckstück; und
Gewalttat umhüllt sie wie ein Gewand, ihre ganze Natur ist grausam und
rücksichtslos. V. 7. Ihre Person brüstet sich wie ein fetter Wanst, was
wiederum ein Bild für die Kraft ist, die aus Wohlstand resultiert; sie tun,
was ihnen einfällt, wörtlich: „die Vorstellungen ihres Herzens werden
offenbart“, das heißt, ihre stolzen Gedanken zeigen sich in ihren Worten und
Taten. V. 8. Sie höhnen, neigen zu Spott in ihrer Rede und reden
böse, in ihrer Gottlosigkeit reden sie von Unterdrückung, sie planen, die
Oberhand über die Gläubigen zu behalten; sie verspotten den Gedanken des
Vertrauens in Gott und unterdrücken alle, die dieses Vertrauen haben. reden
und lästern hoch her von der Höhe ihres Stolzes herab und haben nichts als
Verachtung für die hoffnungslos altmodischen Gläubigen übrig. V. 9. Was sie
reden, das muss vom Himmel geredet sein, um Gott zu lästern, was sie
sagen, das muss gelten auf Erden, mit arroganter Hochmut, mit
aufdringlicher Verleumdung. Anmerkung: Es ist ein zusammengesetztes Bild, das
der Psalmist in diesem Absatz zeichnet, wobei es ihm nicht darum geht, die
Handlungen jedes einzelnen gottlosen Menschen darzustellen, sondern einen bösen
Menschen als Sprecher für die Masse der Ungläubigen auf Erden zu
repräsentieren. V. 10. Darum fällt ihnen ihr Pöbel zu, die Menge der
Gottlosen versammelt sich immer um einen solchen arroganten Verleumder und
Lästerer; und schlürft ihr Wasser [d.i.: ihre Lehre] in vollen Zügen,
Wohlstand wird von ihnen aufgesogen, während sie eifrig nach Erfolg und
dessen Genüssen greifen, oder weitere Massen werden von ihnen verschlungen,
diejenigen, die von ihnen getäuscht werden, schließen sich den Verführern in
ihren lästerlichen Reden und ihrem Verhalten an. V. 11. Sie sprechen: Was
sollte Gott nach jenen fragen? Was sollte der Höchste ihrer achten? Sie
versuchen, sich selbst und andere zu täuschen, indem sie glauben machen, dass
Gott ihre Bosheit in ihren verschiedenen Erscheinungsformen nicht beachtet. Sie
verachten die Weisheit Gottes in seinem ewigen Wort und ersetzen sie arrogant
durch die sogenannten gesicherten Ergebnisse wissenschaftlicher Forschung. V.
12. Siehe, das sind die Gottlosen, wie sie hier kurz charakterisiert
werden, sie sind zu allen Zeiten zu finden, sie sind immer glücklich und
sich ihres Erfolgs rühmen; werden reich, sie besitzen alles, was diese
Welt zu bieten hat; sie glauben, dass sie für immer sicher sind, ohne dass
etwas ihr Glück stören könnte.
Der Trost
der Gläubigen bei der Erkenntnis der Wahrheit (V. 13-28): V. 13. Ist’s
denn umsonst, dass mein Herz unsträflich lebt, angesichts des Anstoßes, den
der Wohlstand der Gottlosen gibt, und ich meine Hände in Unschuld wasche,
indem ich mich fleißig bemühte, ein heiliges Leben vor dem Herrn zu führen. V.
14. Und werde geplagt täglich, von allen Seiten mit Schwierigkeiten
geschlagen und meine Strafe ist alle Morgen da, wobei ihn mit jedem
neuen Tag eine neue Heimsuchung des Herrn traf. Der Psalmist hütet sich jedoch
vor solchen blasphemischen Äußerungen; er will sich nicht durch Worte gegen den
Herrn schuldig machen.
V. 15. Ich
hätte schier gesagt wie sie, seine Gedanken sind kurz davor, ausgesprochen
zu werden, aber damit hätte ich verraten alle deine Kinder, die je gewesen
sind und das Volk des Herrn durch einen Akt der Treulosigkeit gegenüber dem
Herrn beleidigen, das heißt, er befand sich in der Lage des Paulus, Röm. 7,
wenn er von dem Streit in seinen Gliedern spricht. V. 16. Ich dachte ihm
nach, dass ich’s begreifen möchte, um eine zufriedenstellende Erklärung für
das Rätsel zu finden, das sich in dieser Situation stellte, aber es war mir
zu schwer, sein Nachdenken blieb eine Mühsal, bot ihm keine
zufriedenstellende Lösung, V. 17. bis ich ging in das Heiligtum Gottes,
in die Stiftshütte oder den Tempel, wo das Wort des Herrn aufbewahrt wurde, das
auch die Geheimnisse der Weltregierung Gottes offenbart, soweit Gott will, dass
die Gläubigen sie kennen; und merkte auf ihr Ende, da fand er heraus,
wie die endgültige Bestimmung der Gottlosen sein würde, welches Schicksal Gott
für sie bereithielt.
V. 18. Fürwahr,
du setzt sie aufs Schlüpfrige, sie, die sich vor Unglück so sicher und
geborgen glaubten, waren in Wirklichkeit in Gefahr, jeden Augenblick
auszurutschen; und stürzt sie zu Boden ihnen plötzliches Verderben
gebracht. V. 19. Wie werden sie so plötzlich zunichte! Sie gehen
unter und nehmen ein Ende mit Schrecken, dahingeschwunden, zu Nichts
geworden durch den Schrecken des Schicksals, das sie ereilt hat. V. 20. Wie
ein Traum, wenn jemand erwacht, von dem Moment an, da ein Mensch aus dem
Schlaf erwacht, so verschmähst du, HERR, ihr Bild, wenn du dich erhebst.
Ein Traum mag real genug erscheinen, solange er dauert, aber beim Erwachen
schüttelt man ihn mit seinen Auswirkungen ab, da er keine materielle Substanz
hat. So sind die Gottlosen mit all ihrem scheinbaren Wohlstand nichts als ein
Traumbild in den Augen Gottes; es gibt keinen Platz für sie in der ewigen Stadt
Gottes, ihr Schicksal ist besiegelt. V. 21. Aber es tat mir weh in meinem
Herzen und stach mich in meinen Nieren, das heißt, wenn sein Herz
verbittert werden sollte, wenn es ihn innerlich, in seinem Innersten, in seinen
Gefühlen verletzen sollte; V. 22. Dass ich musste ein Narr sein und nichts
wissen und wie ein Tier sein vor dir, er wäre töricht und wie ein
unvernünftiges Tier vor Gott gewesen, wenn er sich der Unzufriedenheit und
Bitterkeit hingegeben hätte. Aber er schüttelt den Angriff ab und erklärt,
worin sein wahrer Trost besteht.
V. 23.
Dennoch bleibe ich stets an dir, trotz aller Beleidigungen durch die
Ungläubigen und ihres scheinbaren Glücks; denn du hältst mich bei meiner
rechten Hand, den Gläubigen vor dem Fall bewahrt und ihn mit seiner
allmächtigen Kraft sicher gehalten. V. 24. Du leitest mich nach deinem Rat leiten,
denn Gott zeigt jedem seiner Kinder, auf welchen Wegen sie voranschreiten
sollen, und nimmst mich endlich mit Ehren an, wenn er das Ziel, die
Erlösung seiner Seele, erreicht hat und den Lohn der Barmherzigkeit empfängt.
Deshalb ist jeder Gläubige gezwungen, mit Asaph auszurufen: V. 25. Wenn ich
nur dich habe? Gott ist sein höchstes Gut; in Ihm findet er vollkommene
Befriedigung. So frage ich nichts nach Himmel und Erde, er findet keine
wahre Freude mehr an dieser Welt und all ihren Gütern. V. 26. Wenn mir
gleich Leib und Seele verschmachten, sie werden schwach, siechen dahin,
schwinden dahin unter den Angriffen des Elends und der Trübsal; so bist du
doch, Gott, allezeit meines Herzens Trost, der verlässliche Fels seines
Glaubens und mein Teil, das Erbe, das dem Gläubigen ewige Befriedigung
und Freude schenken wird. Der Psalmist fasst daher abschließend seine
Überlegungen zusammen.
V. 27.
Denn siehe, die von dir abweichen, werden umkommen, die Gott verlassen
haben, die sich durch ihren Stolz und ihre Arroganz von ihm entfremdet haben,
werden Opfer ewiger Vernichtung werden; du bringst um alle, die dir die
Treue brechen, die geistigen Ehebruch begehen, die Götzendienst betreiben,
die ungehorsam und treulos sind. V. 28. Aber das ist meine Freude, es
ist seine größte Freude und sein größtes Glück, dass ich mich zu Gott halte,
mit ihm in der Gemeinschaft des Glaubens vereint zu sein; dass ich meine
Zuversicht setze auf Gott, den HERRN, damit ich verkündige all dein Tun,
damit er Grund hat, die Werke Gottes für sein eigenes Heil zu preisen. Im
Himmel werden wir die volle Offenbarung der Tatsache haben, dass es die
Barmherzigkeit und Güte Gottes war, die Ihn in Seiner gesamten Beziehung zu uns
leitete, selbst in Zeiten, die uns dunkel erschienen und die wir damals nicht
erklären konnten, und dass das Ende und Ziel die Erlösung unserer Seelen und
die Herrlichkeit des Himmels war.[4]
Gebet um die Erhaltung der Kirche
V. 1. Ein Maskil, ein didaktisches Gedicht, eine Unterweisung Asafs, ein prophetischer Psalm, der einige der Leiden vorhersagt, die die Kirche Gottes sowohl im Alten als auch im Neuen Testament heimsuchen würden. Gott, warum verstößt du uns für immer? Dies ist die Schlussfolgerung, zu der der Psalmist gelangt, als er den Zustand des geistlichen Israels betrachtet, wie er ihn im Geist sah. Und bist so grimmig zornig, wobei das Rauchen der Nasenlöcher wie bei einem inneren Feuer ein Bild ist, das in der hebräischen Sprache häufig verwendet wird, um heftigen Zorn zu bezeichnen, über die Schafe deiner Weide? Dies ist eine gebräuchliche Bezeichnung für die Gläubigen in der gesamten Bibel. Vgl. Johannes 10. V. 2. Gedenke an deine Gemeinde, nicht nur in Barmherzigkeit an sie denkend, sondern seine Gunst in Taten der Güte zeigend, die du vorzeiten erworben, die durch die Befreiung aus der Knechtschaft Ägyptens sein Eigentum geworden war; und dir zum Erbteil, der Stamm oder das Volk seines Besitzes, erlöst hast – diese Aussage verweist sowohl zurück auf die Befreiung aus der Sklaverei Ägyptens als auch vorwärts auf die ewige Erlösung durch Jesus Christus; an den Berg Zion, seine eigene heilige Kirche aller Zeiten, auf dem du wohnst. Beachte den Höhepunkt in den Begriffen, die die Beziehung Gottes zu dem Volk seines Bundes bezeichnen.
V. 3. Erhebe deine Schritte, in langen und eiligen Schritten, zu den ewigen Trümmern, den Ruinen seines geistlichen Tempels; der Feind hat alles zerstört im Heiligtum, wobei die Entweihungen des Alten Testaments hauptsächlich auf Götzendienst zurückzuführen sind, während die des Neuen Testaments in falscher Lehre und der Verfälschung der Gnadenmittel bestehen. V. 4. Deine Widersacher brüllen in deinem Haus, an dem Ort, wo Gott sich in seiner Gemeinde in seinem Wort offenbart hat; sie haben ihre Fahnen als Zeichen aufgerichtet, heidnische Bräuche und Zeremonien treten an die Stelle der von Gott eingesetzten oder gebilligten Formen der Anbetung. Dass dies in der chaldäischen und makkabäischen Zeit geschah, ist eine historische Tatsache; dass es auch heute noch geschieht, ist für jeden Beobachter offensichtlich. V. 5. Hoch sieht man die Axt sich erheben, wie im Dickicht des Waldes, oder: Er, der Feind, zeigt sich, macht sich bekannt als einer, der die Axt hoch in die dichten Wälder hebt; V. 6. Sie zerschlagen all sein Schnitzwerk, die kostbaren und kunstvollen Verkleidungen des Tempels, mit Beilen und Hämmern, in vorsätzlicher und rücksichtsloser Zerstörungswut, genau wie die heutigen Feinde versuchen, den geistlichen Tempel des Herrn zu entweihen. V. 7. Sie verbrennen dein Heiligtum, indem sie das Haus des Herrn absichtlich niederbrannten; sie entweihen die Wohnung deines Namens, indem sie sie bis auf den Grund, wo der Herr sich seinem Volk im Wort offenbart hatte, zu Boden, wobei die Entweihung aller heiligen Dinge seit jeher die Freude der Feinde des Herrn ist. V. 8. Sie sprechen in ihren Herzen: Lasst sie uns allesamt unterdrücken, und unterwarfen die Gläubigen mit Grausamkeit und Gewalt; sie verbrennen alle Gotteshäuser im Land, alle Versammlungsorte, ob damit nun die Prophetenschulen gemeint sind oder die eigentlichen Synagogen, wie sie nach dem Exil existierten. V. 9. Unsere Zeichen sehen wir nicht mehr, die Bräuche des regelmäßigen Gottesdienstes waren eingestellt worden; kein Prophet ist mehr da, diese Klage enthält eine zutreffende Beschreibung nicht nur der letzten Jahrhunderte der vorchristlichen Zeit, sondern auch vieler anderer Perioden im Leben der Kirche; und es keiner bei uns, der weiß, wie lange (das dauern soll), das heißt, wie lange die Zeit der Verfolgung und Trübsal dauern würde.
V. 10. Ach, Gott, wie lange soll der Widersacher schmähen? spöttisch behaupten, dass Israel von Gott verlassen worden sei. und der Feind durch solche spöttischen Bemerkungen deinen Namen, die gesamte Offenbarung der Macht und Eigenschaften des Herrn, immerfort lästern? V. 11. Warum ziehst du Deine Hand zurück? Nimm deine Rechte Diese ist das Symbol für die allmächtige Kraft Gottes, aus dem Gewand und mach ein Ende! wo der Herr sie offenbar verborgen hatte; Er sollte Seine Macht zeigen, fleht der Psalmist, indem Er die Feinde vernichtet.
V. 12. Aber Gott ist mein König von alters her, trotz der düsteren Aussichten der Gegenwart hält der Dichter an diesem Vertrauen fest, der alle Hilfe tut, die auf Erden geschieht, das heißt, in der gesamten bewohnbaren Welt macht er seine Erlösung bekannt und wirkt sie. V. 13. Du hast das Meer zertrennt durch deine Kraft, das Rote Meer für den Durchzug Israels gespalten; und zerbrichst die Köpfe der Drachen im Wasser, wobei sich dieser Ausdruck auf die ägyptischen Tyrannen bezieht. V. 14. Du hast die Köpfe des Leviatan, des Krokodils, des mächtigsten Tieres Ägyptens, zerschlagen und gibst ihn zur Speise den Tieren der Wüste, zur Nahrung für die Wüstenbewohner, die wilden Tiere der Wüste, die die Leichen der Ägypter verzehrten, nachdem diese im Roten Meer untergegangen waren. Die hier erwähnten Ungeheuer sind also Symbole für Ägypten, dessen Macht durch die Macht Jehovas gestürzt wurde. V. 15. Du hast hervorbrechen lassen Quellen und Bäche, indem du den Israeliten Wasser aus dem Felsen gegeben hast, 2. Mose 17, 5; 4. Mose 20, 11; und ließest versiegen starke Ströme, wobei hier vor allem auf die Überquerung des Jordan Bezug genommen wird, Josua 3, 13. V. 16. Dein ist der Tag, dein auf die Nacht, Er, als der große Herrscher, hat die Gesetze festgelegt, die ihren Lauf bestimmen; Mond [w.: Leuchte] und Sonne hast du bereitet, die Lichtkörper sind seine Geschöpfe und ihm untertan. V. 17. Du hast allem Land seine Grenze gesetzt, nicht nur, indem du sie vom Meer getrennt hast, sondern auch, indem du die natürlichen Grenzen der Völker festgelegt hast; Sommer und Winter hast du gemacht, auch die Jahreszeiten sind seine Geschöpfe und unterliegen daher seinem Befehl. So wird die absolute, grenzenlose Macht Gottes beschrieben, wobei diese Beschreibung als Grundlage für die folgende Bitte dient.
V. 18. So denk doch daran, dass der Feind den HERRN schmäht, und ein törichtes Volk, die Feinde, die durch ihre Ablehnung des Herrn wahnsinnig geworden sind, deinen Namen lästert, V. 10. V. 19. Gib nicht den Raubtieren die Seele deiner Turteltaube, wobei der einzelne Gläubige und die gesamte Kirche in dieser Bezeichnung enthalten sind, aufgrund der Art und Weise, wie die Taube Zuflucht sucht, wenn Gefahr droht, der Menge der Gottlosen, der Bande, die so eifrig ihre Vernichtung plant. Und vergiss nicht das Leben deiner Elenden, die sanftmütigen Leidenden um seines Namens willen, für immer. V. 20. Sieh an den Bund, in Bezug auf sein Versprechen, die Gemeinschaft zwischen ihm und seinem Volk aufrechtzuerhalten; denn die dunklen Winkel des Landes, die Dachvorsprünge und Verstecke der verfolgten Gläubigen, sind voll von Stätten der Gewalt, da es in der Geschichte der Kirche wiederholt vorkam, dass die Feinde die Gläubigen sogar in den Bergfestungen aufspürten und töteten (Zeit der Makkabäer, Verfolgung der Hugenotten usw.). V. 21. Lass den Geringen nicht beschämt davongehen, weil der Herr ihnen die Hilfe verweigert hat, nach der sie sich sehnten; lass die Armen und Elenden, die bedrängten Glieder seiner Kirche, rühmen deinen Namen und ihm für die Befreiung danken, um die er gebeten wurde. V. 22. Mache dich auf, Gott, und führe aus deine Sache, denn es war schließlich die Sache des Herrn, die aufgrund der Handlungen der Feinde in Gefahr war; denke an die Schmach, die dir täglich von den Toren widerfährt und damit die Ehre des Herrn angreift. V. 23. Vergiss nicht das Geschrei deiner Feinde, ihre spöttischen Lästerungen; das Toben deiner Widersacher, in offener Rebellion gegen seine souveräne Herrschaft, wird je länger, je größer und erhebt sich bedrohlich gegen den Thron des Allerhöchsten. Das ist ein Gebet, das seine Wirkung nicht verfehlen kann, wenn die Gläubigen den Herrn mutig darauf hinweisen, dass es seine eigenen Interessen in der Welt sind, die aufgrund der Haltung der Feinde in Gefahr sind.
Lob
der Wunder Gottes, Warnung vor Sicherheit – Gott richtet die Stolzen
V. 1. Dem Chorleiter, zur Verwendung im liturgischen Teil des öffentlichen Gottesdienstes, Al-taschith, (nach der Melodie) „Zerstöre nicht“, ein Psalm, Lied Asafs, diese Hymne klingt wie eine Fortsetzung des vorangegangenen Psalms, in der die Gläubigen angesichts der gerechten Regierung Gottes Erleichterung erwarten. V. 2. Wir danken dir, Gott, wir danken dir, die Wiederholung dient dazu, die Bereitschaft der Gemeinde zu betonen, die Segnungen des Herrn anzuerkennen; und verkündigen deine Wunder, dass dein Name so nahe ist, Gottes Name, die Offenbarung Seines Wesens und Seiner Eigenschaften in Seinem Wort, ist inmitten Seiner Gemeinde; Seine wunderbaren Werke, das Wunder seiner Gnade, werden von Gläubigen überall erzählt. V. 3. Wenn meine Zeit gekommen ist, vielmehr den Anlass, die in Gottes Ratschluss bestimmte Zeit für die Vollstreckung seines Gerichts, werde ich gerecht richten. Hier spricht der Herr selbst. Wenn die von ihm bestimmte Zeit gekommen ist, wird Gott sie mit aller Kraft ergreifen, und sein Gericht wird dem höchsten Maßstab der Gerechtigkeit folgen. V. 4. Die Erde mag wanken und alle die darauf wohnen, wenn alle Menschen aufgrund der Unterdrückung und Gewalt der Gottlosen entmutigt und am Rande der Auflösung stehen; aber ich halte ihre Säulen fest, richte sie wieder auf und bringe Ordnung in das Chaos, das in der Welt herrscht. Sela. Der Herr legt nun dar, wie er vorgeht, um die chaotischen Zustände in der Welt zu beseitigen. V. 5. Ich sprach zu den Ruhmredigen, zu den eitlen Prahlern: Rühmt (euch) nicht so, indem ihr so stolz prahlt; und zu den Gottlosen: Erhebt das Horn nicht so hoch, das ein Symbol für ungerechtfertigten Stolz ist; V. 6. Erhebt euer Horn nicht so in die Höhe, indem ihr die Instrumente der Gewalt zur Schau stellt und sie zum Angriff auf die Gerechten schwingt; redet nicht so halsstarrig! mit Unverschämtheit und Anmaßung. V. 7. Denn nicht vom Aufgang [Osten], noch vom Niedergang [Westen] noch aus der Wüste [Süden] kommt die Erhöhung, aus der bergigen Wüste, keine irdische Macht kann ohne Gottes Willen oder Erlaubnis Unterdrückung oder Erlösung bringen. V. 8. Denn Gott ist Richter, betont; der diesen erniedrigt, demütigt und tritt die Gottlosen mit Füßen, und jenen erhöht, erhöht die Gerechten. V. 9. Denn der HERR hat einen Becher in der Hand, der Kelch des Zorns Gottes, vgl. Jes. 51,17, mit starkem Wein, schäumt und sprudelt vor Kraft; voll eingeschenkt, Gott selbst hat die gärende Flüssigkeit zubereitet; und schenkt aus demselben ein, serviert sie mit seiner eigenen Hand, während sie schäumt; aber die Gottlosen müssen alle trinken und die Hefe schlürfen, die Schuldigen werden gezwungen, den ganzen Kelch des Zorns Gottes ohne Unterbrechung zu trinken, wobei die Erwähnung des Bodensatzes die Gründlichkeit bedeutet, mit der Gott seine Strafe vollstrecken würde. Nachdem diese Aussage gemacht wurde, nimmt der Psalmist wieder den Ton seines Lobes auf. V. 10. Ich aber will verkündigen ewiglich und den Namen Jehovas preisen; und lobsingen dem Gott Jakobs, dem einzigen wahren Gott, Lobgesänge singen. V. 11. Und will die Gewalt der Gottlosen, ihren Stolz mit ihren Werkzeugen der Gewalt, zerbrechen in der Kraft Gottes, die in seiner Schwachheit vollkommen ist; dass die Gewalt des Gerechten, als Werkzeuge des gerechten Kampfes, Symbole des rechten Vertrauens auf Gott, erhöht werde. Alle Mächte der Feinde werden zwangsläufig gestürzt werden, während die Kirche Christi am Ende triumphieren wird.
Gott ist seiner Kirche Schutz
V. 1. Dem Chorleiter auf Neginoth, zu singen im öffentlichen Gottesdienst zur Begleitung auf Saitenspiel, ein Psalmlied Asafs, eine weitere Hymne zum Gedenken an Gottes Befreiung seines Volkes durch ein wundersames Eingreifen seiner Macht. V. 2. Gott ist in Juda, wo das zentrale Heiligtum des Herrn errichtet worden war, bekannt, da er sich seinem Volk offenbart hat; in Israel ist sein Name herrlich, da er durch die Verkündigung seiner Diener im ganzen Land verherrlicht worden ist. V. 3. In Salem, der Stadt Jerusalem, ist sein Zelt, die Wohnung seines Zeltes, das zentrale Heiligtum, und seine Wohnung in Zion, auf dessen Gipfel die Stiftshütte von David errichtet worden war, während das alte Zelt Moses zu dieser Zeit noch in Gibeon stand. V. 3. Dort zerbricht er die Pfeile des Bogens, wörtlich: die Blitze des Bogens, die Waffen, mit denen die Feinde die Kirche angreifen wollten, Schild, Schwert und Streit, wobei Krieg für die Kriegswaffen verwendet wird. Sela. V. 5. Du bist herrlicher und mächtiger als die Berge des Raubes [LXX: die ewigen Berge], wörtlich: „Voll von Pracht bist du, herrlich von den Bergen der Beute”, das heißt, der Herr ist unendlich herrlicher und prächtiger als alle Mächte des Feindes, Satans und der Welt, die eifrig danach streben, die Kirche zu plündern und ihr ihre Schönheit zu rauben. V. 6. Die Stolzen sind beraubt, gezwungen, ihre Waffen dem Herrn zu übergeben, stehen entwaffnet und entehrt da, und entschlafen, sind in den Schlaf des Todes gefallen; und allen Kriegern versagen die Hände, sie sind hilflos, sie sind unfähig, ihre Hände zu benutzen, ihre Waffen zu ergreifen, um ihren Krieg gegen die Kirche Gottes fortzusetzen. V. 7. Von deinem Schelten, Gott Jakobs, auf seine allmächtige Drohung hin, kraft der Macht seines Wortes, sinken in Schlaf Ross und Wagen, die hier als Symbole für die Waffen und den Angriff der Feinde verwendet werden, werden für immer hilflos gemacht. Vgl. Jes. 43, 17. V. 8. Du, mit größter Nachdruck gesagt, bist schrecklich; und wer kann vor Dir bestehen, wenn du zürnst? Die Antwort liegt auf der Hand: Es ist unmöglich für einen Menschen, vor der allmächtigen Kraft des Herrn zu bestehen; kein Feind, wie mächtig er auch sein mag, kann seine feindlichen Pläne ohne des Herrn Erlaubnis ausführen. V. 9. Wenn du das Urteil lässt hören vom Himmel, der Herr selbst sprach das entscheidende Wort gegen den Aufruhr der feindlichen Welt; so erschrickt das Erdreich und wird still, ihr Aufruhr wurde zum Schweigen gebracht, V. 10. wenn Gott sich aufmacht zu richten, dass er helfe allen Elenden auf Erden, sein Volk, das unter der Unterdrückung der Feinde litt. Sela. V. 11. Wenn Menschen gegen dich wüten, gereicht es dir zur Ehre, schließlich dazu bestimmt, zur Verherrlichung des Herrn beizutragen, gezwungen, trotz seiner selbst Gottes Herrlichkeit in seinem eigenen Untergang zu offenbaren; und wenn sie noch mehr wüten, bist du auch noch gerüstet, oder, während du dich mit dem Rest des Zorns gürtest, das heißt, nachdem die Menschen ihre Wut gegen den Herrn erschöpft haben, nutzt er seinen Vorrat an göttlichem Zorn, was zur vollständigen Vernichtung aller Feinde führt, wie oben dargestellt. Der Psalmist wendet sich daher in einer letzten Ermahnung an das Volk des Herrn. V. 12. Gelobt dem HERRN, eurem Gott, und erfüllt sie! und haltet euch an das, was ihr Jehova in Anerkennung seiner Befreiung versprochen habt; alle, die ihr um ihn her seid, alle umliegenden Nationen, bringt Geschenke, als Tribut an seine allmächtige Macht, dem Schrecklichen! da er die Essenz all dessen ist, was Ehrfurcht einflößt. V. 13. Der den Fürsten den Mut nimmt, ihr Schnauben nehmen und ihrer Arroganz ein Ende bereiten; und schrecklich ist den Königen auf Erden, von ihnen allen gefürchtet, wenn nicht sogar verehrt, denn diejenigen, die Ihn nicht als ihren Erlöser annehmen wollen, müssen Ihn als den allmächtigen Herrscher des Universums anerkennen. Die Feinde werden gerichtet, die Kirche wird erlöst, und die Herrlichkeit Gottes wird vor allen Menschen offenbart.
Anfechtung
und Trost der Frommen
V.1. Dem Chorleiter Jeduthun, der zu dieser Zeit für die Tempelmusik verantwortlich war, ein Psalm Asafs, der die Erleichterung beschreibt, die Gläubige inmitten von Bedrängnis erfahren, indem sie sich an Gottes frühere und wunderbare Taten der Befreiung erinnern. V. 2. Ich schreie mit meiner Stimme zu Gott, zu Gott schreie ich, in eindringlicher Bitte; und er erhört mich, in einer gnädigen Antwort und einem Akt der Befreiung. V. 3. In der Zeit meiner Not, als ihn das Leid schwer bedrückte, suche ich den HERRN, den Allmächtigen; meine Hand ist des Nachts ausgereckt und lässt nicht ab, vielmehr streckte er seine Hand in der Nacht aus, ohne sie zu entspannen, er zog sie nicht zurück, er hörte nicht auf, zum Herrn zu rufen; meine Seele will sich nicht trösten lassen, so sehr hatte ihn sein Leid entmutigt. V. 4. Wenn ich an Gott denke, werde ich betrübt, stöhnte bei dem Gedanken, dass der Herr, einst sein Helfer, ihn nun offenbar verlassen hatte; wenn ich nachsinne, ist mein Geist geängstigt, so überwältigt, dass er nicht mehr klar denken konnte. Sela. V. 5. Meine Augen hältst du, dass sie wachen, hältst seine Augenlider offen, beraubst ihn des Schlafes wegen des Elends, das er empfand; ich bin so voll Unruhe, dass ich nicht reden kann, er ist sprachlos vor lauter Kummer. Aber nun wendet sich seine Meditation der Vergangenheit zu.
V. 6. Ich denke an die alte Zeit, an längst vergangene Zeiten, die vorigen Jahre, als Gottes Macht und Barmherzigkeit so zahlreich offenbar wurden. V. 7. Ich denke des Nachts an mein Saitenspiel, als ein Gefühl glücklicher Dankbarkeit ihn dazu veranlasste, sogar die Nachtstunden für Lobgesänge zu nutzen; ich rede mit meinem Herzen, meditiere in der Abgeschiedenheit meiner innersten Seele und vergleiche das vergangene Glück mit dem gegenwärtigen Elend; mein Geist muss forschen, um sich über die Wege des Herrn klar zu werden. Nun folgt eine Zusammenfassung seiner Meditation. V. 8. Wird denn der HERR auf ewig verstoßen? Ist es möglich, dass Er die Bedrängten völlig verlassen wird? Und keine Gnade mehr erweisen? V. 9. Ist’s denn ganz und gar aus mit seiner Güte und hat die Verheißung ein Ende? Sicherlich würde ein solches Vorgehen nicht mit den herausragenden Eigenschaften seines Wesens harmonieren. V. 10. Hat denn Gott vergessen, gnädig zu sein, seine Kinder mit freundlicher Gunst zu betrachten? und seine Barmherzigkeit vor Zorn verschlossen? Sela. Beachten Sie, wie sehr diese Überlegungen mit den Erfahrungen jedes Gläubigen übereinstimmen. Der Psalmist schüttelt nun alle Zweifel ab. V. 11. Da sprach ich: Das ist mein Leid, das Leiden, das sein Los im Leben war; dass die rechte Hand des Höchsten sich geändert hat, dass die allmächtige Kraft des Herrn ihn nicht mehr stützten sollte.
V. 12.
Darum denke ich an die Taten des HERRN, mit Lob und Dank; ja, ich denke
an deine vorigen Wunder, denn es gibt Wunder Gottes im Leben jedes
Gläubigen, genauso wie es sie in der Geschichte der Kirche gibt; V. 13. und
will nachsinnen über alle deine Werke, sie sorgfältig überdenken und dein
Tun bedenken, durch die Gott den Menschen seine göttlichen Eigenschaften
offenbart hat. V. 14. Gott, dein Weg, ist heilig, wörtlich „in
Heiligkeit”; alles, was Er tut, steht im Einklang mit der Heiligkeit Seines
Wesens. Wo ist so ein mächtiger Gott, wie du, Gott, bist? Seine
Vollkommenheit erhebt Ihn über alle sogenannten Götter und Götzen der Heiden. V.
15. Du bist der Gott, der Wunder tut, der ständig Wunder der Güte und
Barmherzigkeit vollbringt; du hast deine Macht bewiesen unter den Völkern und
den Nationen der Welt seine Allmacht offenbart. V. 16 Du hast dein Volk erlöst
mit deinem Arm, sein erhobener, allmächtiger Arm hat Israel, die Kinder
Jakobs und Josephs, befreit, wobei letztere besonders als Träger des
Erstgeburtsrechts erwähnt werden. Sela.
V. 17. Die Wasser sahen dich, Gott, die Wasser sahen dich, nämlich als er sich bereitmachte, die Wasser des Roten Meeres zu spalten; sie ängstigten sich; auch die Tiefen tobten, da sie voller Ehrfurcht und Zittern vor der Macht des Schöpfers waren, 2. Mose 14, 21. V. 18. Die dicken Wolken gossen Wasser, während eines mächtigen Gewitters, das die Macht des Herrn offenbarte; die Wolken donnerten, das ganze Firmament hallte wider; und die Pfeile fuhren daher, wobei die Blitze als aktiv und aggressiv dargestellt werden. V. 19. Deine Stimme donnerte am Himmel oder „im Wirbelwind”; Blitze erleuchteten die Welt; die Erde bebte und schwankte. Die gesamte Passage scheint ein ausführliches Bild der mächtigen Phänomene zu sein, die der Übergabe der Gesetzestafeln auf dem Berg Sinai vorausgingen und sie begleiteten, wobei alle Kräfte der Natur im Dienste Jehovas standen, um seine unvergleichliche Majestät zu offenbaren. V. 20. Dein Weg ging durchs Meer und dein Pfad durch große Wasser, die unwegsame Tiefe ist verpflichtet, ihm einen Weg zu bieten, doch niemand erkannte deine Fußspuren, da die Geheimnisse seiner Allmacht und Vorsehung das Verständnis der Menschen übersteigen. V. 21. Du führtest dein Volk wie eine Herde, Seine Hand hat es sowohl beschützt als auch geleitet, durch die Hand von Mose und Aaron, Seinen Vertretern vor den Kindern Israels, 2. Mose 14, 29-31. Alle Gläubigen können sicher sein, dass der Gott Israels, der Herr, sie einzeln und gemeinsam durch alle Drangsale der Gegenwart zur ewigen Erlösung führen wird.
Rückblick
auf die Geschichte Israels mit Gottes Wohltaten und Strafen als Quelle des
Trostes
V. 1a. Eine Unterweisung, ein Maskil, Asaphs, ein didaktisches Gedicht, das die Kinder Israels in den wunderbaren Wegen des Herrn unterweisen und sie vor dem Abfall vom Glauben warnen soll.
Einleitung
(V. 1b-11): V. 1b. Höre, mein Volk, meine Belehrung, der Religionslehrer
macht auf seine Unterweisung aufmerksam, die er nun beginnen will; neigt
eure Ohren zu der Rede meines Mundes zu, in einer Haltung höchster
Aufmerksamkeit. V. 2. Ich will meinen Mund auftun zu Sprüchen, in
sprichwörtlichen Redensarten; und Geschichten aus alter Zeit aussprechen,
Aussagen machen, die wie Orakel oder Rätsel erscheinen würden, wenn sie nicht
erklärt würden oder wenn die Anwendung auf die gegenwärtigen Verhältnisse
weggelassen würde, V. 3. die wir, das Volk der älteren Generation, gehört
haben und wissen und unsere Väter uns erzählt haben, was in Israel gemäß
Gottes Gebot, 5. Mose 6, 6. 7, Brauch ist. 20-25. V. 4. Dass wir’s nicht
verschweigen sollen ihren Kindern, indem wir uns weigern, sie mündlich und
schriftlich weiterzugeben, und verkünden dem künftigen Geschlecht, den
Kindern, die jetzt aufwachsen, den Ruhm des HERRN, die Taten seiner
Regierung, die zu seiner Ehre beitragen, und seine Macht in ihren verschiedenen
Erscheinungsformen und Wunder, die er getan hat.
V. 5. Er richtete ein Zeugnis auf in Jakob, damit es inmitten seines Volkes beachtet werde, und gab ein Gesetz in Israel, das er als Lebensregel festgelegt hat, das er unseren Vätern geboten hat, zu lehren ihren Kindern, 5. Mose 4, 9; V. 6. damit die Nachkommen lernten, und die Kinder, die noch sollten geboren werden; die sollten aufstehen und ihrerseits es ihren Kindern verkünden; V. 7. damit sie setzten ihre Hoffnung auf Gott und ihn zum einzigen Grund ihres Vertrauens machen und nicht vergäßen die Taten Gottes, all die Wunder, durch die er sich offenbart hat, sondern seine Gebote hielten und alles befolgen, was er geboten hat, V. 8. und nicht würden wie ihre Väter, wobei der Bezug hauptsächlich auf diejenigen der Wüstenwanderung genommen wird, ein abtrünniges, ungläubiges, illoyales und ungehorsames Geschlecht, 2. Mose 32, 9; 5. Mose 21, 18; dessen Herz nicht fest war, es nicht allein auf den Dienst Gottes ausrichtete und dessen Geist nicht treu hielt an Gott, ihm nicht treu war; V. 9. Wie die Kinder Ephraim, ausgerüstete Bogenschützen, vollständig für den Kampf gerüstet, abfielen am Tag des Streits; obwohl dieser Stamm die Privilegien des Erstgeborenen besaß und daher die Pflichten des Erstgeborenen hätte erfüllen müssen, indem er in allem, was gut war, die Führung der Nation übernahm, zeigten seine Mitglieder ihre Führungsrolle eher in der Abkehr von Gott. V. 10. Sie hielten den Bund Gottes nicht, sie waren fast von Anfang an Abtrünnige, ließen fast unmittelbar nach der Eroberung Kanaans Götzendienst in ihrem Land zu und wollten nicht in seinem Gesetz wandeln; V. 11. und vergaßen seine Taten und seine Wunder, die er ihnen erzeigt hatte, ohne auf die eindrucksvollen Lehren zu achten, die mit der Führung des Herrn verbunden waren. So viel sei als Einleitung und Zusammenfassung gesagt, um den Weg für die Warnung zu bereiten, die im Rest der Hymne enthalten ist.
Die
Erzählung der Taten Gottes (V. 12-72): V. 12. Vor ihren Vätern tat er
Wunder, vor dem Auszug, im Land Ägypten, im Gefilde von Zoan, dem Wohnsitz der Pharaonen zur Zeit der Befreiung
aus Ägypten, 4. Mose 14, 22. Die Wunder, die Mose vollbrachte, wurden
wahrscheinlich alle in oder in der Nähe dieser
Hauptstadt vollbracht, und sie wird auch zu einem späteren Zeitpunkt erwähnt,
weil sie im östlichsten Teil Ägyptens lag, in dem Teil, der dem Land Kanaan am
nächsten war. V. 13. Er zerteilte das Meer und ließ sie hindurchgehen, 2.
Mose 14, 21; und stellte das Wasser wie eine Mauer, 2. Mose 15, 8. V.
14. Er leitete sie des Tages mit einer Wolke und des Nachts mit einem hellen
Feuer, wobei diese Feuersäule in der Erzählung über die Wüstenwanderung
häufig erwähnt wird, 2. Mose 13, 21. 22. V. 15. Er spaltete die Felsen in
der Wüste bei zwei verschiedenen Gelegenheiten, 2. Mose 17, 5; 4. Mose 20,
11, und tränkte sie reichlich wie mit Fluten. V. 16. Und ließ Bächer aus dem
Felsen fließen, indem er die eben erwähnten Wunder vollbrachte, und Wasserströme
hinabfließen.
V. 17. Dennoch sündigten sie weiter gegen ihn und widerstrebten dem Höchsten in der Wüste mit ihrem ständigen rebellischen Murren provozierten; V. 18. Und versuchten Gott in ihrem Herzen, Matthäus 15, 19, dass sie Speise forderten für ihre Gelüste, als sie erklärten, dass ihre Seele den Anblick des Mannas verabscheute, 4. Mose 11, 4-6; V. 19. und redeten gegen Gott und sprachen: Ja, sollte Gott wohl können einen Tisch bereiten in der Wüste? V. 20. Siehe, er hat wohl den Felsen geschlagen, dass Wasser flossen und Bäche sich ergossen, und gab ihnen Wasser in reicher Fülle; aber wie kann er Brot geben und seinem Volk Fleisch verschaffen? Es war ein lästerliches Murren angesichts der großen Wunder, die zu ihrem Wohl vollbracht worden waren. V. 21. Da nun das der HERR hörte, entbrannte er, 4. Mose 11; und Feuer ging an in Jakob, und Zorn kam über Israel, V. 22. weil sie nicht glaubten an Gott, keinen Glauben an den Bund Gottes hatten und hofften nicht auf seine Hilfe, die Befreiung, die er ihnen versprochen hatte; V. 23. Und er gebot den Wolken droben und tat auf die Türen des Himmels, Vers 24, und ließ Manna auf sie regnen zu essen, und gab ihnen Himmelsbrot, wundersame Speise, Johannes 6, 31. Vers 25. Sie aßen Engelbrot, , so genannt, weil sie vom Himmel herabkam, Ps. 105, 40; er sandte ihnen Speise in Fülle, alles, was sie brauchten, um ihr Leben auf dem Weg zu erhalten. V. 26. Er ließ wehen den Ostwind unter dem Himmel und erregte durch seine Stärke den Südwind, sodass die genaue Windrichtung Südost war, 4. Mose 11, 31; V. 27. und ließ Fleisch auf sie regnen wie Staub, in großer Fülle, und Vögel wie Sand am Meer, einen Tagesmarsch weit um ihr Lager herum und zwei Ellen hoch; V. 28. und ließ sie mitten in ihr Lager fallen, rings um seine Wohnung. V. 29. So aßen sie und wurden allzu satt, stürzten sich mit größter Gier auf die Wachteln; denn was sie begehrten, gewährte er ihnen. V. 30. Sie waren ihrer Begierde nicht gestillt, sie gaben sich immer noch ihrem Verlangen voll und ganz hin; hatten noch Speise in ihrem Mund, V. 31. Da kam der Zorn Gottes über sie und erwürgte die Vornehmsten unter ihnen, diejenigen, die körperlich in bester Verfassung waren, und schlug nieder die Besten in Israel, diejenigen, die in der Blüte ihrer Kraft standen, 4. Mose 11, 33.
V. 32. Aber über das alles sündigten sie noch mehr und weigerten sich, sich durch die Strafen des Herrn zur Umkehr bewegen zu lassen, und glaubten nicht an seine Wunder, selbst seine Wunder konnten keine dauerhafte Veränderung in ihren Herzen bewirken. V. 33. Darum ließ er ihre Tage vergehen wie einen Hauch, wörtlich: „Er ließ ihre Tage wie einen Atemzug vergehen“, und ihre Jahre in Schrecken, mit plötzlicher Geschwindigkeit, denn durch seine Entscheidung starben alle Mitglieder des Volkes, die zum Zeitpunkt des Auszugs vierzig Jahre alt waren, in der Wüste. V. 34. Wenn er sie erwürgte, suchten sie ihn und gaben vor, sich zu bessern, mehr aus Angst als aus Überzeugung; und sie kehrten um und suchten früh nach Gott, 4. Mose. 21, 7; V. 35. Und dachten daran mit einer Reue aus Furcht, dass Gott ihr Hort ist, 5. Mose 32, 15. 37, und Gott der Höchste ihr Erlöser ist, von dem allein sie die Erlösung von Leib und Seele erwarten konnten. V. 36. Dennoch heuchelten sie ihm mit ihrem Mund und versuchten, ihn mit einer vorgetäuschten Sinnesänderung zu besänftigen, und sie belogen ihn mit ihrer Zunge. V. 37. Denn ihr Herz hing nicht fest an ihm, sie waren nicht aufrichtig in ihrer Reue, es war keine dauerhafte Trauer, die sie empfanden, und sie hielten nicht treu an seinem Bund, sie erwiesen sich nicht als treu. V. 38. Er aber war barmherzig, voller Mitgefühl und barmherziger Geduld, und vergab die Schuld und vertilgte sie nicht, zumal Mose immer wieder für sie Fürsprache einlegte; und wandte oft seinen Zorn ab und ließ nicht seinen ganzen Grimm erwachen. Vgl. 4. Mose 14, 20. V. 39. Denn er dachte daran, dass sie Fleisch sind, schwache und sündige Sterbliche; ein Wind, der dahinfährt und nicht wiederkommt, gänzlich vergänglich.
V. 40. Wie oft widerstrebten sie ihm in der Wüste, mit Rebellion um Rebellion, und betrübten ihn in der Einöde! Sein liebevolles väterliches Herz mit ihrem widerspenstigen Verhalten beunruhigt. V. 41. Sie versuchten Gott immer wieder, indem sie Seine Güte in insgesamt zehn Versuchungen auf die Probe stellten, 4. Mose 14, 22, und betrübten den Heiligen in Israel, indem sie Ihn mit ihrem rebellischen Verhalten beunruhigten, beunruhigten und verärgerten. V. 42. Sie dachten nicht an seine Hand, die Er zu ihrer Befreiung ausgestreckt hatte, an den Tag, da er sie erlöste von den Feinden, von der Unterdrückung durch die Ägypter, V. 43. wie er denn seine Zeichen in Ägypten getan hatte und Seine Wunder im Land Zoan; V. 12. Der Psalmist wendet sich nun der Aufzählung der Plagen zu, die Gott über den Pharao und die Ägypter sandte, um sie zu zwingen, Israel die Erlaubnis zum Auszug zu geben, V. 44. Er verwandelte ihre Ströme in Blut, in der ersten allgemeinen Plage, 2. Mose 7, 17, sodass sie aus ihren Flüssen nicht trinken konnten. V. 45. Er schickte Ungeziefer unter sie, die Schädlinge der vierten Plage, 2. Mose 8, 21-29, die sie fraßen, und Frösche, in der zweiten Plage, 2. Mose 8, 2, die ihnen Verderben brachten; V. 46. und gab ihr Gewächs den Raupen, wörtlich „den Fressern”, den Grillen, und ihre Saat den Heuschrecken in der achten Plage, 2. Mose 10, 13-15. V. 47. Er schlug ihre Weinstöcke, deren Anbau im alten Ägypten eine sehr wichtige Industrie war, mit Hagel in der siebten Plage, 2. Mose 9, 23-25, und ihre Maulbeerbäume, die Feigenbäume des Orients, mit Schlossen, großen Hagelkörnern. V. 48. Er gab ihr Vieh dem Hagel preis, 2. Mose 9, 23, und ihre Herden den Blitzen, denn das Blitzspiel, das den Hagel begleitete, war beispiellos, 2. Mose 9, 22. 24. V. 49. Er sandte die Glut seines Zorns unter sie, Wut und Grimm und Drangsal, indem er eine Schar von Unheil bringenden Engeln unter sie sandte, das heißt Engel, die all dieses Unglück brachten, die zerstörerischen Boten des Herrn. V. 50. Er ließ seinem Zorn freien Lauf und verschonte ihre Seelen nicht vor dem Tod, und übergab ihr Leben der Pest, in der Plage des Viehsterbens, 2. Mose 9, 6.V. 51. Er schlug alle Erstgeburt in Ägypten, in der letzten Plage, 2. Mose 12, 29; die Erstlinge ihrer Manneskraft in den Hütten Hams, in den Behausungen, wo die Ägypter, die Nachkommen Hams, wohnten. V. 52. Und er ließ sein Volk ausziehen wie Schafe, unter seiner schützenden Führung, und führte sie wie eine Herde in der Wüste, Ps. 77, 21. V. 53. Und er leitete sie sicher, dass sie sich nicht fürchteten, es gab keinen Grund zur Sorge oder Furcht; aber ihre Feinde bedeckte das Meer, bedeckte sie und vernichtete sie. V. 54. Und er brachte sie in sein heiliges Land, wörtlich „an die Grenze seiner Heiligkeit”, die Region oder das Land, in dem seine Heiligkeit herrschen sollte, zu dem Berg, den seine Rechte erworben hat, dem Heiligen Land selbst; V. 55. und vertrieb vor ihnen her die Völker, unter der Führung Josuas, und teilte ihnen ihr zugemessenes Erbe aus, Jos. 13, 7, und ließ in ihren Zelten die Stämme Israels wohnen, jede Familie in ihrem eigenen Haus, gemäß der Zuteilung.
V. 56. Aber sie versuchten und reizten Gott, den Höchsten, selbst nachdem sie das verheißene Land mit all seinen Segnungen in Besitz genommen hatten, Richter 2, 11, und hielten seine Zeugnisse nicht, all die Vorschriften, die zur Leitung ihres Verhaltens bestimmt waren, V. 57 sondern fielen ab, von dem vorgeschriebenen Weg, und handelten treulos wie ihre Väter, sie fielen von ihrer versprochenen Treue zum Herrn ab; und versagten wie ein schlaffer Bogen, der zurückschnellt und so den darauf liegenden Pfeil nicht abschießt; V. 58. Und erzürnten ihn mit ihren Höhen, den Altären auf den Hügeln, die der Götzenanbetung geweiht waren, und reizten ihn zum Eifer mit ihren Götzen, mit den Götzen, denen sie den Vorzug vor ihm gaben. V. 59. Als das Gott hörte, entbrannte sein Zorn, voller Entrüstung, und er verwarf Israel ganz und gar, wenn auch nicht bis zur völligen Verwerfung, V. 60. Dass er seine Wohnung zu Silo ließ fahren, wo sie nach der Eroberung des Landes zuerst aufgestellt worden war (Josua 18,1); das Zelt, da er unter Menschen wohnte, wo er versprochen hatte, zu wohnen und sich seinem Volk zu offenbaren, denn die Stiftshütte wurde später in der Nähe von Gibeon aufgestellt, offenbar auf dem Hügel zwischen dieser Stadt und Nob; V. 61. und gab seine Macht, nämlich die Bundeslade, in Gefangenschaft, indem er sie den Philistern überließ, 1 Sam. 4, und seine Herrlichkeit in die Hand des Feindes, 1 Sam. 4, 21. 22; V. 62. und übergab sein Volk ins Schwert, 1 Sam. 4, 10; und ergrimmte gegen sein Erbe, auf das Volk, das ihm aufgrund seiner Befreiung gehörte. V. 63. Ihre junge Mannschaft fraß das Feuer, nämlich das der Kriege; und ihre Jungfrauen mussten ungefreit bleiben, es wurden keine Hochzeitslieder zu ihren Ehren gesungen, denn sie wurden in den unruhigen Zeiten der Richter getötet oder ins Exil verschleppt. V. 64. Ihre Priester fielen durchs Schwert, Hophni und Pinehas als Beispiele, 1 Sam. 4, 11; und seine Witwen weinten nicht [d.i.: konnten keine Totenklage halten], da sie durch die Schrecken des Krieges von den üblichen Trauerriten abgehalten wurden. Doch dann wendete sich das Schicksal Israels.
V. 65. Da erwachte der HERR wie ein Schlafender, denn Israel hatte geglaubt, er habe geschlummert, während die Heiden sein Volk versklavten, wie ein vom Wein überwundener Held, erfüllte er sich mit heldenhaftem Mut durch dessen angemessenen Genuss; V. 66. Und schlug seine Feinde von hinten, seine Schläge regneten auf die Rücken vor allem der Philister herab, die zu dieser Zeit die Hauptfeinde Israels waren; und hängte ihnen eine ewige Schande an, die in 1 Sam. 5, 6 aufgezeichnet ist. V. 67. Und er verwarf die Hütte Josephs, nahm sie aus Silo, inmitten des Stammes Ephraim, weg und erwählte nicht den Stamm Ephraim, V. 60, V. 68, sondern erwählte den Stamm Juda, den Träger der messianischen Verheißung, den Berg Zion, den er liebte, und wählte Jerusalem als Stadt seines zentralen Heiligtums. V. 69. Und er baute sein Heiligtum wie hohe Paläste, fest wie die Höhen des Himmels, höchst vortrefflich und herrlich, wie die Erde, die er auf ewig gegründet hat, höchst fest gegründet; V. 70. und erwählte seinen Knecht David, den Vorfahren des Messias, und nahm ihn von den Schafhürden, 1 Sam. 16, 11; V. 71. Von den säugenden Schafen holte er ihn, die mit Jungen beladen waren, und brachte ihn, dass er sein Volk Jakob weiden sollte und sein Erbe Israel, wobei die Kinder Israels ein Symbol für das geistliche Israel und David ein Symbol für den großen Hirten, den Messias selbst, sind (Jes. 40, 11). V. 72. Und er weidete sie als ihr Herrscher mit aller Sorgfalt und Güte, mit aller Treue, indem er sich um ein immer tieferes Verständnis ihrer Bedürfnisse bemühte, und leitete sie mit kluger Hand mit der richtigen Einschätzung all dessen, was für sie am besten war. Auch darin war David ein Vorbild für den großen König der Kirche, dessen Verständnis für unsere Bedürfnisse und Wünsche zu unserer ewigen Erlösung führte.
Gebet
gegen die Feinde der Wahrheit und ihre Tyrannei
V. 1. Ein Psalm Asafs, der in Ton und Inhalt Ps. 74 ähnelt, obwohl kein besonderes Ereignis bekannt ist, das Anlass zur Entstehung dieses Liedes gegeben haben könnte. Gott, es sind Heiden in dein Erbe eingefallen, das Heilige Land, einschließlich der Stadt des Heiligtums und des Tempels selbst, Ex. 15, 17, wird erwähnt; die haben deinen heiligen Tempel verunreinigt, indem sie eine Form heidnischer Verunreinigung eingeführt haben; und aus Jerusalem einen Steinhaufen gemacht. Der Psalmist sieht in prophetischem Geist Jerusalem verwüstet und den Tempel als Trümmerhaufen, ein Ereignis, das eintrat, als die Stadt von Nebukadnezar eingenommen wurde. V. 2. Sie haben die Leichname deiner Knechte den Vögeln unter dem Himmel zu fressen gegeben, den Geiern, die sich von den Kadavern ernähren, und das Fleisch deiner Heiligen den Tieren im Land, den Schakalen und Hyänen, die ihr grausames Werk auf den verlassenen Schlachtfeldern verrichten. Die Beschreibung ist typisch für die Verwüstung, die gelegentlich über die Kirche Christi gekommen ist, wenn die Feinde die Oberhand gewonnen haben. V. 3. Sie haben ihr Blut vergossen um Jerusalem her wie Wasser, da sie es für völlig wertlos hielten und wegen ihrer Gewalt kein einziges Gewissensbisse verspürten; und war niemand, der sie begrub, da alle Einwohner entweder tot oder im Exil waren. V. 4. Wir sind unseren Nachbarn zur Schmach geworden, zum Gegenstand ihrer Verhöhnung wegen ihres Vertrauens auf den Herrn, ein Spott und Hohn denen, die um uns sind, deren Lästerung den Namen Gottes wirklich traf, indem sie ihn als machtlos verspotteten, der Stadt seines Heiligtums zu helfen. In gleicher Weise haben sich die Feinde der Kirche in Zeiten der Verfolgung immer verhalten.
V. 5. HERR, willst du immerfort zürnen? Soll dein Eifer wie Feuer brennen? Sein Eifer, sein Volk für seine Sünden zu bestrafen. V. 6. Schütte deinen Grimm auf die Heiden, die dich nicht kennen, die sich freiwillig von ihm entfremdet haben, seiner Kirche feindlich gegenüberstehen, und auf die Königreiche, die deinen Namen nicht anrufen und sich weigern, den Herrn als den einzigen wahren Gott anzuerkennen. V. 7. Denn sie haben Jakob gefressen, das geistliche Israel, die Kirche Gottes, die unter der Unterdrückung ihrer Feinde leidet, und seine Häuser verwüstet. Die Feinde werden absichtlich im Singular in einem kollektiven Sinne erwähnt; denn egal, welche Form die Feindschaft gegen die Kirche Christi annimmt, sie hat immer dasselbe Ziel. V. 8. Rechne uns nicht an die Schuld der Väter, der unserer Vorfahren, diese Aussage beinhaltet ein Schuldbekenntnis, ein Bekenntnis zum Abfall vom Glauben in der Vergangenheit; erbarme dich unser bald, den Gläubigen entgegenkommen, um ihnen mit größter Eile die richtige Hilfe zu bringen; denn wir sind sehr schwach, sie waren ohne die Barmherzigkeit Gottes nicht in der Lage, sich von ihrer Niederlage zu erheben.
V. 9. Hilf uns, Gott unser Helfer, auf den allein die Gläubigen aller Zeiten ihre Hoffnung auf Erlösung setzen, um deines Namens Ehre willen! denn die Erfüllung seiner barmherzigen Verheißungen würde zu seiner Ehre gereichen; errette uns und vergib uns unsere Sünden um deines Namens willen! denn die Gewährung einer solchen Vergebung dient immer dazu, die schönsten Eigenschaften und Attribute Gottes, seine Liebe, Gnade und Barmherzigkeit, hervorzuheben. V. 10. Warum lässt du die Heiden, wenn sie die Verwüstung der Kirche sehen, sagen: Wo ist nun ihr Gott? Der Zweifel, den sie in ihrer Spottäußerung zum Ausdruck bringen, ist eine Form der Gotteslästerung. Lass unter den Heiden vor unseren Augen kund werden die Rache für das Blut deiner Knechte, das vergossen ist, das heißt, die Rache für das Blut der Diener des Herrn, das von den Feinden vergossen wurde, möge über sie kommen vor den Augen der Gläubigen, damit diese den Beweis dafür haben, dass Gott nicht verspottet werden kann. V. 11. Lass vor dich kommen das Seufzen der Gefangenen, das Stöhnen derer, die von den Feinden gefangen gehalten werden; durch deinen großen Arm, dem Arm Seiner Allmacht, der sich für Seine Kinder ausstreckt, erhalte die Kinder des Todes, wörtlich „die Kinder des Gemetzels”; denn der Tod wird als väterliche Autorität angesehen, die so weit geht, dass sie Menschen töten kann; V. 12. Und vergilt unseren Nachbarn, den Feinden, von denen überall die Rede ist, siebenfach in ihren Busen, indem du deine gerichtliche Strafe über sie verhängst und sie die Schwere deines Zorns spüren lässt, ihre Schmach, damit sie dich, HERR, geschmäht haben. So würde der Herr seine Ehre retten und seine Position der Ehre und Macht vor der Welt wiederherstellen.
V.
13. Wir aber, dein Volk, die Schafe deiner Weide, die wir uns der Führung
unseres großen Hirten bedingungslos unterworfen haben und blind auf seine
schützende Macht vertrauen, danken dir ewig und verkünden deinen Ruhm für
und für. Das gleiche Vertrauen in Jehova, zusammen mit der Haltung des
immerwährenden Lobpreises, muss in allen Gläubigen zu finden sein.
Gebet
um Erhaltung des geistlichen Weinbergs, der Kirche
V. 1. Dem Chorleiter auf Shoshannim-Eduth, zur Aufführung im öffentlichen Gottesdienst nach der Melodie „Lilien als Zeugnis“. Ein Psalm Asafs, eine Hymne, die sich auf das Zeugnis des Herrn vor seinem Volk bezieht und in prophetischem Ton von der Trübsal und Befreiung der Kirche Gottes spricht. V. 2. Du Hirte Israels, höre, indem du dein Ohr in einer Haltung höchster Aufmerksamkeit neigst. Der Herr ist der wahre Hirte und Beschützer des geistlichen Israels, der du Joseph hütest, der hier alle Gläubigen repräsentiert, wie die Schafe! Jes. 40, 11; Erscheine, der du thronst über Cherubim, dem Ort über dem Gnadenthron, wo Gott sich seinem Volk offenbarte, 2. Mose 25, 22; 4. Mose 7, 89, strahle hervor und mache seine Herrlichkeit bekannt; V. 3. Der du vor Ephraim und Benjamin und Manasse bist, diesen drei Stämmen, die auch in 4. Mose 2, 18-24 als Vertreter Israels genannt werden und unter der Führung des Herrn neben der Bundeslade marschieren, erwecke deine Gewalt, die jetzt so träge schien, und komm uns zu Hilfe, indem du seinem Volk Hilfe und Erlösung bringst. V. 4. Gott, tröste uns wieder, bringe sie zurück, befreie sie aus all dem Elend, mit dem sie zu kämpfen hatten, und lass uns dein Antlitz leuchten, in der Herrlichkeit seiner Güte und zärtlichen Barmherzigkeit; so werden wir gerettet, so lautet der Refrain, den die Gemeinde der Gläubigen zu ihrem eigenen Trost singt.
V. 5 HERR, Gott der Heerscharen, Herrscher und Befehlshaber aller himmlischen Mächte, den Er frei in Seinem Dienst einsetzte, wie lange willst du zürnen, wörtlich „rauchig sein”, was für empörtes Schnauben steht, trotz des Gebets deines Volkes? Während ihres Gebets, ohne auf ihr Gebet zu hören, konnten ihre Bitten die rauchigen Wolken des Zorns, mit denen der Herr sich umgeben hatte, nicht durchdringen. V. 6. Du speist sie mit Tränenbrot, sie konnten nicht essen, ihre Tränen waren ihre einzige Nahrung, Ps. 42, 4; und tränkst sie mit großem Maß voll Tränen, all dies sind orientalische Bilder, um die Schwere ihres Leidens zu betonen. V. 7. Du machst uns unseren Nachbarn zum Zankapfel, zum Gegenstand ihrer Spott und Angriffe; und unsere Feinde spotten über uns und verspotten Israels Notlage. Deshalb ertönt erneut der flehentliche Ruf der Kirche, V. 8. Gott der Heerscharen, tröste uns, lass uns dein Antlitz leuchten, so werden wir gerettet. Die Gläubigen bringen nun weitere Argumente vor, um die Notwendigkeit einer schnellen Hilfe zu betonen.
V. 9. Du hast einen Weinstock aus Ägypten geholt, die Gemeinde des Herrn; und hast vertrieben die Heiden, sie aus Kanaan, dem Israel verheißenen Land, verbannt, und ihn eingepflanzt, seinen Kindern das Land gegeben, in dem er erwartete, dass sie leben und gedeihen würden, vor allem in ihrer Eigenschaft als seine Kirche. V. 10. Du hast vor ihm Raum gemacht, ausreichend Platz für physische Expansion geschaffen, und hast ihn lassen einwurzeln, Israel wurde auch als Nation fest etabliert, mit der Idee des Volkes des Herrn an erster Stelle, dass er das Land erfüllt hat. V. 11. Berge sind mit seinem Schatten bedeckt, und mit seinen Reben die Zedern Gottes, Israel als Kirche Gottes, blühte in seinem Land, das so bergig ist, wie die Zedern des Libanon. V. 12. Du hast seine Ranken ausgebreitet bis ans Meer aus, denn die Israeliten besetzten das Land bis zum Mittelmeer im Westen, und seine Zweige bis zum Strom, wobei die nordöstliche Grenze der Euphrat war. V. 13. Warum hast du denn seinen Zaun zerbrochen, wobei das Bild eines Weinbergs mit seiner schützenden Hecke beibehalten wird, dass ihn zerpflücken alle, die vorübergehen? Da die Hecke entfernt worden war, fühlte sich jeder Vorübergehende berechtigt, einzutreten und zu rauben. V. 14. Es haben ihn zerwühlt die wilden Säue, eines der Nachbarvölker verwüstet ihn, indem er ihn mit seinen Stoßzähnen niederschlägt, und die Tiere des Feldes, womit hier wahrscheinlich die Nomadenstämme Arabiens gemeint sind, fressen ihn kahl. Das ganze Land war hilflos gegenüber den Einfällen der Feinde, und die Kirche litt am meisten darunter. V. 15. Gott der Heerscharen, wende dich doch, wende Deine Augen ab, die Du in Deinem Zorn abgewandt hast, mit Deinen unbegrenzten Ressourcen; schaue vom Himmel und sieh an und suche heim diesen Weinstock, interessiere Dich wieder aktiv für sein Wohlergehen und unterstütze ihn in seiner gegenwärtigen Not; V. 16. Den Setzling [and. Version: schütze doch], den Garten der Kirche, den deine rechte Hand, Symbol der Allmacht, gepflanzt hast, und den Schössling, den großgezogen hast, und schütze seinen Stamm, den Stamm der Kirche, den Er zur Ehre Seines Namens und zur Verbreitung Seiner Herrlichkeit erwählt hat. V. 17. Er ist mit Feuer verbrannt, er ist abgehauen, wobei sich der Verweis eher auf die Heerscharen des Feindes bezieht, die durch die rächende Hand des Herrn völlig vernichtet werden würden; vor dem Zon deines Angesichts kommen sie um, was die bestimmte Erwartung der Gläubigen ist.
V. 18. Deine Hand, in Gnade und Schutz, schütze den Mann deiner Rechten, gestützt durch Gottes allmächtige Kraft, den Menschensohn, den du dir großgezogen hast, wobei sich dies entweder auf die Kirche bezieht, die in jedem Gläubigen personifiziert ist, oder auf den großen Menschensohn, den Messias selbst; denn der prophetische Charakter des Psalms ist sehr ausgeprägt. V. 19. So wollen wir nicht von dir weichen, niemals den Herrn ihrer Erlösung verlassen. Lass uns leben, segne sie mit neuem geistlichen Leben, so wollen wir deinen Namen anrufen und den Herrn verkünden, wie Er sich in Seinem Wort offenbart hat. Mit dieser Gewissheit, die in jedem Gebet zu finden sein muss, richten die Gläubigen zum dritten Mal ihre Bitte an Gott: V. 20. HERR, Gott der Heerscharen, tröste uns, lass uns dein Antlitz leuchten, so werden wir gerettet. Ein solches Gebet wird den Gläubigen die belebende Gnade bringen, die sie befähigt, in der rechten Anbetung auszuharren.
Ermahnung,
wie die Feiertage recht zu begehen sind
V. 1. Dem Chorleiter, auf der Gittit zu singen zur Begleitung des zitherartigen Instruments, das David aus der philistinischen Stadt Gat mitgebracht hatte, ein Psalm von Asaf, eine antiphonale Festhymne, wahrscheinlich zur Feier des Passahfestes, in der Gott selbst auf das Lob seines Volkes antwortet, indem er es an seine Pflichten erinnert und ihm die glücklichen Folgen des Gehorsams und der Treue zu ihm vor Augen führt. V. 2. Singt fröhlich Gott, der unsere Stärke ist, lasst Jubel zu Seiner Ehre erklingen, um Ihn für Seinen allmächtigen Schutz zu preisen; jauchzt dem Gott Jakobs! dem einzigen wahren Gott, wobei Jakob die Kirche aller Zeiten repräsentiert. V. 3. Stimmt Lobgesang an, wobei die Aufforderung an den Chor der Leviten gerichtet ist, ihre Lobgesänge anzustimmen, und lasst die Tamburine erschallen, liebliche Zither mit der Harfe, Zither und Harfe wurden aufgrund ihrer angenehmen Klangqualität häufig im Tempelorchester verwendet. V. 4. Blast am Neumond die Posaunen [Hörner], die von den Priestern geblasen wurden, waren die wichtigsten Instrumente beim Neumondfest, dem zivilen Neujahrstag, am ersten Tag des Monats Tischri, 4. Mose 10, 10, beim Vollmond am Tag unseres Festes , denn Trompeten wurden bei allen großen Festen verwendet. V. 5. Denn solches ist eine Satzung für Israel, das zu den Geboten gehörte, die das Bundesvolk regelten, und ein Recht des Gottes Jakobs, das Er festgelegt hatte, um die Bräuche der Feste zu regeln. V. 6. Solches hat er zum Zeugnis gesetzt unter Joseph, wobei dieser eine Stamm hier das ganze Volk repräsentierte, als er auszog gegen das Land Ägypten, um den Auszug Seines Volkes vorzubereiten; denn von dieser Zeit an begann die persönliche Beziehung des Herrn zu seinem Volk; eine Sprache höre ich, die ich (bisher) nicht kannte, sagt der Psalmist im Namen Israels, dass die Tatsache, dass ihre Unterdrücker in Ägypten eine fremde Sprache sprachen, die Last ihrer Sklaverei noch verstärkte. Die Erwähnung dieser Tatsachen stimmte mit dem Zweck der hebräischen Feste überein, die alle Gläubigen an die großen Taten Gottes erinnern sollten. Der Herr selbst greift nun den Tenor der Hymne auf.
V. 7.
Ich habe seine Schultern von der Last befreit, indem ich sein Volk aus der
Knechtschaft Ägyptens befreit habe; und seine Hände wurden des Tragkorbs
ledig, von den Körben, die die Kinder Israels als Tragekörbe beim Transport
von Baumaterialien für die Denkmäler des Pharaos tragen mussten. V. 8. Als du
mich an riefst in der Not, als die Ägypter sie unterdrückten, half ich
dir aus, 2. Mose 2, 24. 25; und erhörte dich aus der Hülle des Donners,
wörtlich: dem Schleier des Donners, der Wolkensäule, aus der Gott seine Wunder
beim Durchzug durch das Rote Meer wirkte. Und prüfte dich am Wasser von Meriba [Haderwasser],
indem ich ihren Glauben durch das dort vollbrachte Wunder auf die Probe
stellte, 2. Mose 17, 6. 7. Sela.
V. 9. Höre, mein Volk, ein höchst eindrucksvoller Appell, und ich will dich warnen! Israel, du sollst auf mich hören! Der Herr legt nun die Bedingungen des feierlichen Bundes zwischen ihm und Israel dar. V. 10. Es soll unter dir kein fremder Gott sein, denn jede Form von Götzendienst ist vor ihm ein Gräuel; und du sollst keinen fremden Gott anbeten. V. 11. Ich bin der HERR, dein Gott, der dich aus dem Land Ägypten geführt hat, 2. Mose 20, 2; tue deinen Mund weit auf, um die großen geistlichen Segnungen zu empfangen, die dem Volk des Bundes zustehen, lass mich ihn füllen, denn nur er allein kann vollkommene und dauerhafte Zufriedenheit, Frieden und Glückseligkeit schenken.
V. 12. Aber mein Volk gehorcht nicht meiner Stimme, wie die Ereignisse nach der Übergabe des Gesetzes zeigten; und Israel will mich nicht, da Ungehorsam und Eigenwilligkeit seine herausragenden Merkmale waren. V. 13. So habe ich sie dahingegeben in ihres Herzens Härtigkeit, ihrer Hartnäckigkeit, die Gottes Strafe für die Hartnäckigen und Rebellischen aller Zeiten ist; dass sie wandelten, waren beschäftigt mit und nach ihrem Rat, völlig entfremdet vom Herrn.
V. 14. Wollte mein Volk doch mir gehorsam sein und Israel auf meinen Wegen gehen! In diesem Fall hätte ihre gesamte Geschichte einen anderen Verlauf genommen, und ihr Schicksal wäre nicht so traurig gewesen. V. 15. So wollte ich seine Feinde bald beugen, die sie zu gleichgültig waren, um sie vollständig zu vertreiben, Richter 1 und 2, und meine Hand gegen ihre Widersacher wenden, um sie gänzlich zu vernichten. V. 16. Und die den HERRN hassen, müssten sich vor ihm beugen, unterworfen durch die allmächtige Kraft des Herrn; aber ihre Zeit, die Zeit der Kinder Israels, ihre angenehmen Beziehungen zum Gott des Bundes, würde ewig währen, V. 17. Und ich würde sie mit dem besten Weizen speisen, mit den reichsten Segnungen seiner Güte und Barmherzigkeit; und mit Honig aus dem Felsen sättigen. Vgl. 5. Mose 32, 1-47. So lautet der eindringliche Appell des Herrn, wie er in der Kirche Anwendung findet, auch im Neuen Testament, eine Predigt, die besonders in diesen letzten Tagen der Gleichgültigkeit und Feindseligkeit gegenüber Gott beherzigt werden sollte.
Vom Stand und Amt der weltlichen
Obrigkeit – Gott ist ihr Richter
V. 1. Ein Psalm Asafs, um die Majestät des großen Richters der Erde zu verkünden. Gott steht in der Gemeinde Gottes, in der Versammlung Gottes, fest und unerschütterlich inmitten seiner Kirche, gegen die daher die Pforten der Hölle nichts ausrichten können; und ist Richter unter den Göttern, unter den Richtern, den Herrschern der Erde; denn jede Regierung erhält ihre Autorität von Gott und ist ihm gegenüber verantwortlich, der alle Mächtigen der Erde für ihre Art zu regieren zur Rechenschaft ziehen wird. V. 2. Wie lange wollt ihr unrecht richten, Unrecht tun, indem ihr vorgeblich Gerechtigkeit übt, und den Gottlosen vorziehen, ihnen mit Gunst begegnen, das heißt, Recht und Gerechtigkeit zu ihren Gunsten verdrehen? Sela. Eine solche Verfälschung der Gerechtigkeit war an orientalischen Höfen üblich, wo schmeichlerische Höflinge in die Gegenwart des Herrschers zugelassen wurden und ihre Ziele erreichten, während andere sich damit begnügen mussten, draußen zu bleiben und in ihrer Abwesenheit gegen sie entschieden zu werden. V. 3. Schafft Recht dem Armen und der Waise, die Vollwaisen und diejenigen ohne politischen Einfluss; und helft dem Elenden und Bedürftigen zum Recht und achtet darauf, dass sie das erhalten, was ihnen zusteht. V. 4. Errettet den Geringen und Armen von den vielen Formen der Unterdrückung durch die Mächtigen; und erlöst ihn aus der Gottlosen Gewalt. Die Herrscher sind verpflichtet, dafür zu sorgen, dass die Gerechtigkeit jederzeit und in Bezug auf jeden Stand der Menschheit ordnungsgemäß ausgeübt wird.
V. 5. Aber sie lassen sich nichts sagen und achten’s nicht, das heißt, die Herrscher ignorieren in vielen Fällen die Stimme ihres Gewissens, sie setzen sich bewusst über die ihnen obliegende Verpflichtung hinweg; sie gehen dahin in Finsternis, verschließen bewusst ihre Augen und verhärten ihre Herzen gegenüber den Anforderungen ihrer Position; Es wanken alle Grundfesten der Erde, die gesamte Ordnung der Dinge in der Welt ist durcheinandergebracht, ihre Nachlässigkeit führt zu Anarchie und zum Zusammenbruch von Recht und Ordnung. V. 6. Ich habe wohl gesagt: Ihr seid Götter, Er selbst hat sie mit ihrer offiziellen Würde bekleidet, sie dürfen niemals vergessen, dass sie Seine Vertreter sind; und allzumal Kinder des Höchsten, sie bekleiden ihr Amt nicht aufgrund eines absoluten Rechts, sondern sind als Seine Söhne Ihm gegenüber für die vollständige Erfüllung ihrer Pflichten verantwortlich. V. 7. Aber trotz der Vorrechte, die sie aufgrund der Gnade Gottes innehaben, ihr werdet sterben wie Menschen, das heißt wie gewöhnliche Menschen, die zu Lebzeiten keine herausragende Stellung innehatten, und wie einer der Fürsten zugrunde gehen; ihr Schicksal wird das gleiche sein wie das vieler anderer Herrscher, die durch die Macht Gottes von ihrem hohen Stand gestürzt und ins Grab gelegt wurden.
V. 8. Gott, mache dich auf und richte die Erde! da die Menschen dieses Amt so schlecht ausübten, übte er selbst die Funktionen des großen Richters aus; denn du bist Erbherr über alle Völker, es liegt in seiner Macht, jederzeit die Völker zu ergreifen und persönlich die Aufgabe der gerechten Richterschaft zu übernehmen. Das ist das ständige Gebet der Gläubigen, dass Gott alle Ungerechtigkeit auf Erden verhindern möge, damit seine Kinder ein ruhiges und friedliches Leben in aller Frömmigkeit und Ehrlichkeit führen können.
Gebet
um Hilfe gegen die Feinde der Kirche
V. 1. Ein Psalmlied Asafs, das letzte seiner zwölf Hymnen im Psalter, das die List und Wut der Feinde beschreibt und Gottes schnelle Vernichtung über sie heraufbeschwört. V. 2. Gott, schweige doch nicht! begnüge dich nicht damit, untätig zu bleiben und nur Zuschauer zu sein, Gott, sei doch nicht so still und ruhig, das heißt, untätig, während so große Gefahren drohen.
V. 3. Denn siehe, deine Feinde (die Feinde der Kirche sind Gottes Feinde) toben, und die dich hassen, heben das Haupt, in hochmütigem Stolz und Arroganz. V. 4. Sie machen listige Ratschläge, ihre Pläne heimlich und mit Arglist geschmiedet, gegen dein Volk, in erster Linie Israel, aber als Symbol für das geistige Israel, und beraten gegen die, die sich bei dir bergen, deren Zahl im Vergleich immer so gering ist, dass sie in der großen Masse der Menschheit verschwinden, während Gott sie dennoch beschützt. Gott sie beschützt. V. 5. Kommt her, sprechen sie, lasst uns sie ausrotten, dass sie kein Volk mehr seien und sie unter den Völkern vernichten, damit des Namens Israel nicht mehr gedacht werde, wobei die von ihnen geplante Vernichtung so vollständig sein soll, dass der Name des Volkes Gottes in der Geschichte vergessen wird.
V. 6. Denn sie haben sich einmütig beraten, ihre Herzen und Gedanken sind alle derselben Meinung und Absicht; und einen Bund gegen dich gemacht, ihr Bund gegen Israel ist in Wirklichkeit ein Bund gegen den Gott Israels: V. 7. die Hütten Edoms, das heißt alle nomadischen Stämme, die zu diesem Volk gehören, und die Ismaeliter; Moab und die Hagariter, die vom Persischen Golf bis in die Wüste östlich von Gilead zogen; V. 8. Gebal, der nördliche Teil der Berge von Seir und daher zu Edom gehörig, Ammon, Israels alter Feind östlich von Gilead, und Amalek, die letzten Überreste des Wüstenstammes, die im Gebiet von Edom oder in abgelegenen Teilen der Wüste Paran lebten; die Philister, am Mittelmeer, in Richtung Südwesten, samt den Bewohnern von Tyrus, der phönizischen Nation; V. 9. Assur hat sich auch zu ihnen geschlagen, das große Königreich Assyrien, das zu dieser Zeit noch nicht den Höhepunkt seiner Macht erreicht hatte; und helfen den Kindern Lot, sind ein Bündnis mit den Moabitern und Ammonitern eingegangen. Sela. Praktisch alle heidnischen Völker, die Kanaan umgaben, waren direkt oder indirekt an diesem Plan zur Vernichtung Israels interessiert, so wie sich heute Feinde aller Art zusammenschließen, wenn das Ziel des Bündnisses darin besteht, die wahre Kirche zu bekämpfen.
V. 10. Tu ihnen, wie den Midianitern, die zur Zeit Gideons praktisch vernichtet wurden, Richter 7; 8, 11. 12; wie Sisera, wie Jabin am Bach Kison, zur Zeit Deboras und Baraks, Richter 4, V. 11. die vertilgt wurden bei En-Dor, einer Stadt am nördlichen Rand der Ebene von Jesreel, denn dort fand die Schlacht gegen das Heer der Kanaaniter statt; und wurden zu Dünger für den Boden, ihre verwesenden Leichen bildeten Dünger, Düngemittel für den Boden Kanaans. V. 12. Mache ihre Fürsten wie Oreb und wie Seeb, die beiden Fürsten der Midianiter, die zur Zeit Gideons getötet wurden, Richter 7, 25; alle ihre Oberen wie Sebach und wie Zalmunna, die von Gideon getötet wurden, nachdem ihre Heere besiegt worden waren, Richter 8, 10-21; V. 13 die sagten: Wir wollen die Gefilde Gottes in Besitz nehmen, sie hatten vor, die wahre Religion zu stürzen.
V. 14.
Mein Gott, mache sie wie herumwirbelndes Laub, wie einen Wirbelwind und
alles, was von einem Tornado weggetragen wird, wie Spreu vor dem Wind,
die verschwinden, ohne Spuren zu hinterlassen. V. 15. Wie ein Feuer den Wald
verbrennt, große Wälder in kurzer Zeit verschlingt, und wie eine Flamme
die Berge anzündet, die Berge selbst schmelzen. Weg mit ihrer Waldbedeckung
vor der Flamme des Zorns Gottes, V. 16, so verfolge sie mit deinem Sturm und
erschrecke sie, stürze sie vollständig, mit deinem Ungewitter.
V. 17. Bedecke ihr Angesicht mit Schande, indem du sie durch ihren Sturz mit Schande überhäufst, damit sie nach deinem Namen fragen müssen, HERR, und die ausschließliche Göttlichkeit des Herrn anerkennen, sei es freiwillig oder unter Zwang. V. 18. Schämen sollen sie sich, mit Schande bedeckt, und erschrecken, vernichtet, immer mehr und mehr und zuschanden werden und umkommen, vollständig überzeugt von ihrer eigenen Eitelkeit und der ihrer falschen Götter. V. 19. So werden sie erkennen, dass du mit deinem Namen heißt HERR allein, der Gott der Offenbarung, und der Höchste über die ganze Erde, entweder in Furcht oder im Glauben als solcher anerkannt. Vgl. Jes. 31, 16-20; 2. Könige 19, 19. Das ist der Trost der Gläubigen aller Zeiten, dass der wahre Gott am Ende vor allen Menschen offenbart werden wird, zu ihrer völligen Verwirrung und zu seiner eigenen Verherrlichung als der höchste Gott.
Von der Kirche und dem Predigtamt
V. 1. Dem Chorleiter, auf der Gittit, zur Verwendung im öffentlichen Gottesdienst mit Begleitung eines Saiteninstruments, das David aus der philistinischen Stadt Gath mitgebracht hatte, ein Psalm der Kinder Korach, von denen ein Mitglied dieser Familie der Verfasser dieses Lobgesangs auf die Verehrung des wahren Gottes war. V. 2. Wie lieblich sind deine Wohnungen, die Orte, an denen Gott sich offenbart hat, sind sowohl der Liebe würdig als auch geliebt von denen, die ihre Bedeutung erkennen, HERR der Heerscharen! Der Plural wird verwendet, wenn von Gottes Wohnungen die Rede ist, weil David zu dieser Zeit auf dem Berg Zion ein prächtiges Zelt errichtet hatte, in dem die Bundeslade untergebracht war, 2 Sam. 6, 17; 7, 2. Aber die alte Stiftshütte bei Gibeon war noch in Gebrauch, und einer der Hohepriester versah dort seinen Dienst, unterstützt von den regulären Priestern und Leviten (1. Chron. 22, 29; 2. Chron. 1, 3-5). V. 3. Meine Seele verlangt mit intensivem Verlangen, und sehnt sich, erschöpft und fast ausgetrocknet vor geistigem Durst, nach den Vorhöfen des HERRN, wo sich die Gemeinde zum Gottesdienst versammelte; mein Leib und Seele freuen sich in dem lebendigen Gott, mit jubelnder Freude inmitten ihrer Trauer, in der Aussicht, wieder in der Gegenwart des Herrn zu sein. V. 4. Denn der Vogel hat ein Haus gefunden und die Schwalbe ein Nest, da sie Junge hecken, um sie mit zärtlicher Fürsorge zu brüten, wobei der Hinweis auf die Tatsache besteht, dass kleine Vögel ihre Nester innerhalb des Tempelbezirks bauen durften, ohne gestört zu werden, nämlich deine Altäre, HERR der Heerscharen, mein König und mein Gott! So wie die Vögel das Tempelgelände als ihr Zuhause betrachteten, zu dem sie immer mit Sehnsucht und Freude zurückkehrten, so betrachtet der Sänger die Wohnungen des Herrn, die großen Heiligtümer des Volkes, als sein Zuhause auf Erden und sehnt sich danach, dorthin zurückzukehren, um in seiner Gemeinschaft mit Gott sowohl Schutz als auch Nahrung zu finden. V. 5. Wohl denen, die in deinem Haus wohnen, die sich ihrer Stellung als Mitglieder des Hauses Gottes erfreuen; die loben dich immerdar, ganz gleich, welche äußeren Bedrängnisse ihnen ihr Glücksgefühl zu nehmen drohen. Sela. Während der Dichter darauf wartet, dass die Hindernisse beseitigt werden, die ihn daran hindern, das Heiligtum zu besuchen, führt er den Gedanken der gesegneten Gemeinschaft mit Gott weiter, der Verbindung des Gläubigen mit dem Herrn.
V. 6. Wohl denen, die dich für ihre Stärke halten, dessen Macht des Allmächtigen in seiner eigenen Schwäche vollkommen wird; und von Herzen dir nachwandeln! in dessen Gedanken nicht nur die Pilgerwege nach Jerusalem waren, die zur Zeit der großen Feste zum Heiligtum führten, sondern auch die Wege der Gebote Gottes, deren Befolgung die Gläubigen in Gemeinschaft mit dem Herrn halten würde; V. 7. die durch das Jammertal, das Tal der Tränen, gehen, wobei das Bild das mühsame Aufsteigen auf den Hügel ist, auf dem Jerusalem liegt, und machen es zu einem Quellgrund, wobei der göttliche Segen die Gläubigen überall begleitet und ihnen die Mittel zur Verfügung stellt, durch die sie auf ihrer Reise erfrischt werden; und der Frühregen kleidet es in reichen Segen, wobei der Bezug auf den ersten fruchtbaren Regen nach der Hitze und Dürre des Sommers genommen wird, der die ausgedörrten Felder schnell in grüne Wiesen verwandelt. V. 8. Sie gehen von einer Kraft zur anderen und erhalten umso mehr, je näher sie der Heiligen Stadt kommen, und erscheinen vor Gott in Zion, nachdem er sein Ziel sicher erreicht hat. Das Gebet der Gläubigen steigt daher in einem mächtigen Chor zum Thron des Herrn empor: V. 9. HERR, Gott der Heerscharen, höre mein Gebet; vernimm es, mit großer Aufmerksamkeit, Gott Jakobs! Sela. Es scheint jedoch, dass der Psalmist, der dieses herrliche Privileg, mit der Gemeinde die Stiftshütte des Herrn zu besuchen, verloren hat, nun einen umso inbrünstigeren Appell aussendet. V. 10. Gott, unser Schild, der große Beschützer seiner Kinder, schaue doch, sieh an das Antlitz deines Gesalbten! wobei hier wahrscheinlich auf David Bezug genommen wird, als er gezwungen war, aus Jerusalem zu fliehen.
V. 11. Denn ein Tag in deinen Vorhöfen, verbracht in Anbetung mit der Gemeinde, ist besser als sonst tausend Tage, die mit den gewöhnlichen Beschäftigungen des Lebens verbracht werden. Ich will lieber die Tür hüten in meines Gottes Haus, wörtlich: „Ich ziehe es vor, auf der Schwelle zu liegen“, das geringste Maß an Gottes Segen, die entfernteste Verbindung mit dem Privileg, an seiner Anbetung teilzunehmen, da dies eine so wunderbare Erfahrung ist, als lange wohnen in den Zelten der Gottlosen, inmitten des größten Reichtums, den irdische Quellen bieten. V. 12. Denn Gott der HERR ist eine Sonne, die die Gläubigen mit himmlischem Licht und Leben erleuchtet, und Schild, das sie vor Gefahren aller Art schützt; der HERR gibt Gnade und Ehre, wobei diese Gaben die Strahlen sind, die von der göttlichen Sonne herabkommen: Gnade als Gunst Gottes; Herrlichkeit als Ehre, die Er schenkt. Er wird kein Gutes mangeln lassen den Frommen, die ihr ganzes Leben in Übereinstimmung mit dem Willen des Herrn führen. V. 13. HERR der Heerscharen, wohl dem Menschen, der sich auf dich verlässt! und voller Zuversicht vom großen König des Himmels alle guten und vollkommenen Gaben erwartet. Die Anwendung dieses Psalms sowohl auf die Sehnsucht des Christen nach den Segnungen, die in den Gnadenmitteln enthalten sind, als auch auf sein brennendes Verlangen nach der endgültigen Offenbarung der Herrlichkeit Gottes ist offensichtlich und zugleich höchst tröstlich.
Gebet
und Gottes Hilfe und Wohlfahrt des Landes
V. 1. Dem Chorleiter, zur Verwendung im liturgischen Gottesdienst, ein Psalm der Kinder Korach, ein inspirierter Sänger dieser Familie, der zu Gott um erneuten Segen betet und sich über die Gewissheit freut, dass dieser gewährt wird. V. 2. HERR, der du bist vormals gnädig gewesen deinem Land, indem du dem Land Kanaan, dem Erbe Israels, deine barmherzige Güte erwiesen hast; und hast die Gefangenen Jakobs erlöst, womit nicht nur die Befreiung aus der Knechtschaft Ägyptens gemeint ist, sondern auch aus den vielen Drangsalen, die bis zur Zeit Davids über das Volk des Herrn gekommen waren; V. 3. Der du die Missetat vormals vergeben hast deinem Volk, die gesamte Geschichte Israels berichtet davon, und alle ihre Sünden bedeckt, was das Wesen der Vergebung von Sünden ist, sie nicht zu ignorieren, sondern zu bedecken. Sela; V. 4. Der du vormals hast all deinen Zorn weggenommen, ihn zurückgezogen, so stark die Provokation auch war; und dich abgewandt von dem Grimm deines Zorns, er hatte noch immer Grund, ihn gegen Israel lodern zu lassen, aber nun hatte er ihn zurückgezogen, sodass er nicht mehr wirksam war. V. 5. Wende dich uns zu, aus der Gefangenschaft der Sünde und des Elends, von der Israel umgeben war, Gott, unser Heiland, der allein vollständige Befreiung von allen körperlichen und geistigen Bedrängnissen schenken kann, und lass ab von deiner Ungnade über uns, ihn zunichte machen, ihn ganz zurückziehen. V. 6. Willst du denn ewig über uns zürnen? Ps. 79, 5. und deinen Zorn weitergehen lassen immer für und für? ihn von Generation zu Generation verlängern. V. 7. Willst du uns denn nicht wieder erquicken, ihnen die wahre Freude am Leben zurückgeben, in der Gewissheit seiner Gnade und in der Kraft zur Heiligung, die aus seiner Stärke fließt, damit sich dein Volk über dich freuen kann? V. 8. HERR, zeige uns deine Gnade, , lass sie sie sehen und genießen, und gewähre uns dein Heil! wobei der Gedanke des Verdienstes gänzlich ausgeschlossen ist.
V. 9. Ach, dass ich hören sollte, was Gott der HERR redet; dass er Frieden zusagt seinem Volk, da die Hindernisse ihrer Sünden beseitigt sind und ein Ende der Feindschaft möglich geworden ist, und seinen Heiligen, das heißt den Frommen, den Gläubigen an ihn; damit sie nicht in eine Torheit geraten, denn vorsätzliches Sündigen würde erneut den Zorn des Herrn hervorrufen. V. 10. Doch ist ja Hilfe nahe denen, die ihn fürchten, da die Gläubigen stets Ehrfurcht vor dem Herrn ihrer Erlösung haben, damit in unserem Land Ehre wohne, wieder zu Hause ist, wo sie fremd geworden war, und den Gläubigen erneut die Ehre zuteilwerden lässt, Söhne Gottes genannt zu werden; V. 11. Dass Güte und Treue einander begegnen, Gnade und Treue sind sich als Freunde begegnet und wirken in Harmonie; Gerechtigkeit und Friede sich küssen, die Zusammenarbeit dieser Tugenden sorgt für das Wohlergehen des Landes; V. 12. Dass Treue, die Treue des Bundes, die auf die Rückkehr der barmherzigen Güte Gottes über das Land Israel folgt, auf der Erde wachse, als Frucht der Liebe Gottes; und Gerechtigkeit vom Himmel schaue und Gottes Kindern den Reichtum seiner zugerechneten Gnade versprechen; V. 13. Dass uns auch der HERR Gutes tue, das dem Land wahres Glück bringt; damit unser Land seinen Ertrag bringe, wobei sich sein Segen sowohl in zeitlichen als auch in geistlichen Wohltaten zeigt; V. 14. dass Gerechtigkeit vor ihm hergehe, wie ein Herold, der sein Kommen verkündet; und folge auf seinem Weg, sodass wir ihm nah und aufmerksam folgen, damit dies wieder allgemein bekannt ist und im ganzen Land beachtet wird. Auf diese Weise wendet sich der Herr dem Gebet seiner Heiligen zu, erfrischt sie nach den vielen Leiden, die sie erfahren haben, und schenkt ihnen Stunden der Freude vor seinem Angesicht.
Davids
Gebet während Verfolgung
V. 1. Ein Gebet Davids, die einzige Hymne des großen Königs und Propheten, die von den Sammlern in dieses Buch des Psalters aufgenommen wurde. Wir finden hier dieselben Begriffe und Formulierungen, die uns aus den anderen Psalmen Davids, insbesondere denen, die während der Zeit der Verfolgung geschrieben wurden, so vertraut sind. HERR, neige deine Ohren, in einer Haltung höchster Aufmerksamkeit, und erhöre mich, denn ich bin elend und arm. Vgl. Ps. 40, 17. V. 2. Bewahre meine Seele inmitten von Verfolgung und Leid; denn ich bin heilig, ein Heiliger Gottes, unter Seiner Gnade. Hilf du, mein Gott, deinem Knecht, der sich verlässt auf dich! und sich mit ganzem Herzen an den Herrn klammert. Beachte den Ausdruck des Glaubens in dem nachdrücklichen „mein Gott”. V. 3. HERR, sei mir gnädig, alle Ansprüche auf Verdienst und Würdigkeit werden vom Psalmisten beiseite gelegt; denn ich rufe täglich zu Dir und flehe den ganzen Tag um des Herrn Gnade. V. 4. Erfreue die Seele Deines Knechts und erfülle sie mit fröhlichem Jubel; denn nach dir, HERR, verlangt mich und erhebe sie zum Allmächtigen in aufdringlichem und zuversichtlichem Flehen. Der Grund für diese kühne Herangehensweise wird nun genannt. V. 5. Denn du, HERR, bist gut und gnädig, willig, Sünden nicht zu ignorieren, sondern zu erlassen; von großer Güte, reich an Gnade, allen, die dich anrufen, in wahrer Herzensverehrung. V. 6. Vernimm, HERR, mein Gebet, kehrt der Psalmist noch einmal zu seiner einleitenden Bitte zurück, und merke auf die Stimme meines Flehens, wörtlich: „meiner dringenden Bitten”. V. 7. In der Not rufe ich dich an, das heißt, in jeder Zeit tiefer Not; Du wollest mich erhören, wobei dieses Vertrauen die notwendige Begleiterscheinung eines richtigen Gebets ist.
V. 8. HERR es ist dir keiner gleich unter den Göttern, denen die unwissenden Heiden diesen ehrenden Namen gegeben haben, gibt es keinen wie dich, o Herr, denn der Herr ist der einzige wahre Gott; und ist niemand, ganz gleich, welche Wunder die Heiden ihren Götzen fälschlicherweise zuschreiben, der tun kann wie du. V. 9. Alle Völker, die du gemacht hast, werden kommen und vor dir anbeten, HERR, der Prophet sieht in dieser Vision Vertreter aller Völker der Erde, die sich vor dem Thron des Messias verneigen; und deinen Namen ehren und den wahren Gott preisen, wie er sich offenbart hat, vor allem in seinem Wort. Die Universalität der einen wahren, offenbarten Religion, die heute als christliche Religion bekannt ist, wird hier deutlich gelehrt; V. 10. Dass du so groß bist und Wunder tust, wobei die einzigen Wunder, die diesen Namen wirklich verdienen, diejenigen sind, die von Jehova vollbracht werden; und allein Gott bist. Da dies der Fall ist, sehnt sich der Psalmist danach, durch die Bande des Glaubens enger mit Gott verbunden zu sein.
V. 11. Weise mir, HERR, deinen Weg, indem du mir zeigst, wie der Gläubige sein ganzes Leben in Übereinstimmung mit dem Willen des Herrn gestalten kann; dass ich wandle in deiner Wahrheit, im Einklang mit der Treue des Bundesgottes; erhalte mein Herz bei dem einen, dass ich deinen Namen fürchte! indem du alle Kräfte des Gläubigen vereinst, damit er dem Herrn sein ganzes, ungeteiltes Herz schenkt und ihm durch ein Leben in Heiligung Ehrfurcht erweist.
V. 12. Ich danke dir, HERR, mein Gott, der Allmächtige, von ganzem Herzen; und ehre deinen Namen ewiglich, indem ich die Vollkommenheit des Wesens und der Eigenschaften Gottes preise und verkünde, wie sie in seinem Wort offenbart sind. V. 13. Denn deine Güte, Gottes unverdiente Gunst, ist groß über mir, und du hast meine Seele errettet aus der tiefsten Hölle, aus den untersten Regionen des Reiches des Todes, gesagt über die äußerst gefährliche Situation, in der sich David aufgrund der Verfolgung durch seine Feinde befand.
V. 14. Gott, es erheben sich die Stolzen, unverschämten, arroganten Menschen gegen mich und die Rotte der Gewalttätigen, eine Bande von Tyrannen, trachtet nach meiner Seele, um ihm das Leben zu nehmen, und haben dich nicht vor Augen, indem sie absichtlich die Eigenschaften des Herrn und Seinen heiligen Willen ignorierten, damit sie nicht von ihrer Bosheit abgehalten würden. V. 15. Du aber, HERR, Gott, bist barmherzig, im Gegensatz zur Grausamkeit, Unverschämtheit und Gewalt der Feinde, und gnädig, geduldig und von großer Güte und Treue, wie Er selbst bezeugt hat, als Er vor dem Angesicht Moses' vorüberging, 2. Mose 34, 6. V. 16. Wende dich zu mir, mit deinem Angesicht voller göttlicher Gnade, sei mir gnädig; stärke, die göttliche Kraft, die die Quelle aller Kraft der Gläubigen ist, deinen Knecht mit deiner Kraft und hilf dem Sohn deiner Magd! der in das Erbe der Kinder Gottes hineingeboren wurde und seit seiner Geburt die Segnungen der wahren Anbetung des Herrn besitzt. V. 17. Tu ein Zeichen an mir, dass mir’s gut wohl gehe, einen Beweis göttlicher Gnade, ein besonderes Maß Seiner Segnungen, damit es sehen, die mich hassen, und sich schämen müssen, bedeckt mit Scham wegen der Gnade des Herrn, die so offensichtlich auf den Gläubigen ruht; weil du mir beistehst, HERR, und tröstest mich. Die gleiche Hilfe und der gleiche Trost von Seiten Gottes können von allen Gläubigen frei erbeten werden, denn Er ist wahrhaftig der Gott eines jeden, der seinen Glauben in Ihn setzt.
Die
Kirche Gottes als geistliche Geburtsstätte der Völker unter dem Vorbild des
irdischen Jerusalem
V. 1. Ein Psalm, Lied der Kinder Korach, eine triumphale Hymne im Stil dieser inspirierten Sänger, die die Herrlichkeit der Kirche als Mittel des geistlichen Segens für alle Nationen feiert. Sie ist fest gegründet, das der Herr der Kirche, der HERR, gelegt hat, auf den heiligen Bergen, wobei der Standort des Tempels im weiteren Sinne angegeben wird, denn Jerusalem lag auf mehreren Hügeln, von denen einer zum Hügel des Heiligtums wurde. V. 2. Der HERR liebt die Tore Zions, des Tempels, der auf diesem Berg steht, als Symbol seiner Kirche auf Erden, mehr als alle Wohnungen Jakobs, als Ort seiner Wohnung und der Offenbarung seiner Herrlichkeit inmitten seines Volkes. Beachte, dass die Tore Zions erwähnt werden, um die Zugänglichkeit der Stadt für alle Menschen zu verdeutlichen; denn die von der Kirche verwalteten Gnadenmittel sollen allen Menschen das Heil bringen. V. 3. Herrliche Dinge werden in dir [und von dir] gepredigt, du Stadt Gottes. Sela. Die Dinge, die über die Kirche Gottes aller Zeiten gesagt werden, tragen zu seiner Herrlichkeit bei, weil sie sich auf die zunehmende Herrlichkeit Zions beziehen; und die Wunder Gottes, die zur Erlösung der Menschen vollbracht wurden, werden auch in der Stadt verkündet, damit alle ihre Bewohner in ihrem Glauben bestärkt werden.
V. 4. Ich nenne Rahab und Babel [Babylon] unter denen, die mich kennen, wörtlich: „Ich werde Rahab, das heißt Ägypten, und Babylon denen in Erinnerung rufen, die mich kennen“, und damit die Tatsache bekannt machen, dass sogar Menschen aus diesen heidnischen Nationen zur Erkenntnis der Wahrheit gelangt sind. Siehe Philistäa, das heidnische Land südwestlich von Kanaan, und Tyrus, das heißt Phönizien, samt Kusch [Äthiopien], dem Land südlich von Ägypten; diese sind dort geboren, das heißt, Menschen aus all diesen Nationen, aus dem kriegerischen Philistäa, aus dem handelsreichen Phönizien, aus dem mächtigen Äthiopien, würden für Jehova gewonnen werden; es würde immer einige aus den heidnischen Nationen geben, die den Herrn als ihren Erlöser annehmen würden. V. 5. Man wird von Zion sagen, von der Kirche selbst würde die Aussage gemacht werden: Dieser und jener wurde darin geboren, durch seine geistliche Geburt zu ihr hinzugefügt; und der Höchste selbst wird es befestigen, da Gott selbst den Grundstein der Kirche gelegt hat, wird sie nicht wanken, Ps. 46. V. 6. Der HERR wird zählen, wenn er die Völker aufschreibt, während ein Gläubiger nach dem anderen in Sein Register aufgenommen wird: Dieser ist dort geboren, denn der Herr kennt die Seinen, und Er trägt jeden einzelnen Namen in das Buch des Lebens ein, 2 Tim. 2, 19. Sela.
V. 7. Und sie singen, die den Herrn mit Dankeshymnen preisen, und tanzen den Reigen, die vor Freude springen und hüpfen, um den Herrn zu ehren, wie es David tat, als er die Bundeslade auf den Berg Zion brachte, werden dort sein; denn die Freude der streitenden Kirche wird sich in der Jubelstimmung der triumphierenden Kirche fortsetzen: Alle meine Quellen sind in dir; denn Jerusalem oder Zion, die Kirche Christi, ist der Ort, an dem das wahre Wasser des Lebens entspringt und für alle Menschen fließt und sie alle einlädt, an seinen Reichtümern teilzuhaben, um ihre Seelen zu erretten. Dies sind einige der herrlichen Tatsachen, die den Glauben in den Herzen der Menschen begründen und aufrechterhalten, wofür die Gläubigen dem Herrn mit jubelnden Herzen danken, hier in der Zeit und im Jenseits in der Ewigkeit.
Gebet
und Klage inmitten schwerer Anfechtung und Leiden
V. 1.
Ein Lied, Psalm der Kinder Korach,
geschrieben von einem Mitglied dieser berühmten Musikerfamilie, dem
Chorleiter auf Mahalat Leannoh,
zur Verwendung im öffentlichen Gottesdienst, jedoch nach schwermütiger Weise
[Mahalat], mit gedämpften Stimmen [Leannot; o: ein Wechselgesang], ein Maskil, eine
Unterweisung von Heman, dem Esrachiter, einem der
vier Weisen zur Zeit Salomos, 1 Könige 4, 31, dessen ungewöhnliche musikalische
Begabung dazu geführt hatte, dass er Mitglied der Korachiter
wurde, die eigentlich eher eine Zunft als eine Familie waren. V. 2. HERR,
Gott mein Heiland, in dem allein die Rettung für alle Menschen liegt, eine
Tatsache, die es notwendig macht, dass jeder Einzelne sich im Glauben an ihn
klammert, ich schreie Tag und Nacht vor dir, ohne Unterlass habe ich vor
dir geweint. V. 3. Lass mein Gebet vor dich kommen, ohne dass du es
hinderst, und erhöre es bereitwillig; neige dein Ohr zu meinem Schreien!
in einer Haltung der willigen Aufmerksamkeit; V. 4. Denn meine Seele ist
voller Jammer, erfüllt, übersättigt mit Bösem, mit Leid, und mein Leben
ist nahe infolge dieser Übel beim Tod, an der Grenze zum Reich
des Todes. V. 5. Ich bin geachtet gleich denen, die in die Grube fahren,
zu denen, deren Tod als unmittelbar bevorstehend gilt. Ich bin wie ein Mann,
der keine Kraft hat, dessen völliger Verlust an Lebenskraft im Gegensatz zu
seiner früheren Stärke und Energie steht; V. 6. Ich liege unter den Toten
verlassen, das heißt, befreit oder erlöst von den Fesseln der Lebenden, wie
die Erschlagenen, die im Grab liegen, derer du nicht mehr gedenkst, sie
sind nicht mehr aktiv in der Geschichte der Menschen, scheinbar verschwunden
und vorerst vergessen; und die von deiner Hand abgeschnitten sind,
genießen nicht mehr ihre Führung und Hilfe. V. 7. Du hast mich in die
tiefste Grube gelegt, in die entlegensten Teile des Reiches des Todes, in
die Finsternis und in die Tiefe, denn das Reich des Todes sollte sich in
den Tiefen unter dem Ozean befinden, in undurchdringlicher Finsternis. All dies
ist eine Beschreibung des fast unbeschreiblichen Leids, das über den Psalmisten
gekommen war. V. 8. Dein Grimm drückt mich, drückt auf ihn wie die Kraft
mächtiger Wellen, und du bedrängst mich mit allen deinen Fluten, seinen
Zorn auf ihn niedergehen lassen wie die Brecher an der Küste, Sela.
V. 9. Meine Freunde hast du mir entfremdet, seine engsten Freunde ziehen sich misstrauisch von ihm zurück, da sie keine andere Erklärung für seinen Zustand sehen als die gerechte Strafe Gottes, wie im Fall von Hiob; Du hast mich ihnen zum Greuel gemacht, sodass sie schon sein Aussehen verabscheuen; Ich liege gefangen und kann nicht herauskommen, seine Not ist so groß, dass sich ihm kein Ausweg bietet. V. 10. Mein Auge verlischt vor Elend, seine Augen versagen und verfallen in völliger Erschöpfung. HERR, ich rufe dich an täglich, Tag für Tag, ohne Unterlass; ich breite meine Hände aus zu dir, in einer Geste dringender Bitte, um sein Mitgefühl flehend. V. 11. Wirst du an den Toten Wunder tun? Das heißt: Wollte Gott warten, bis er dem Tod erlegen war? oder werden die Verstorbenen auferstehen und dir danken? Das heißt: Gott erwartete sicherlich kein Lob von Geistern. Sela. Der Gedanke ist, dass der Psalmist, solange er noch lebte, den Herrn für seine Befreiung von allem Elend, das ihn bedrückte, preisen wollte; deshalb sollte der Herr seine Leiden nicht so weit eskalieren lassen, dass sie ihn in den Tod trieben; denn dann wäre jede Möglichkeit, ihn anzubeten, vorbei. V. 12. Wird man in Gräbern erzählen deine Güte und deine Treue im Verderben, an dem Ort der Zerstörung? V. 13. Werden denn deine Wunder in der Finsternis erkannt werden? In der Finsternis des Reiches des Todes, oder deine Gerechtigkeit, wie er sie den Gläubigen offenbart und mitgeteilt hat, im Land des Vergessens? Wo der Körper, selbst der Gläubigen, vorübergehend die Fähigkeit zu denken, zu fühlen und zu handeln verliert. Die Frage einer endgültigen Auferstehung wird hier nicht angesprochen, da der Psalmist nur die Befreiung von den gegenwärtigen Schwierigkeiten vor Augen hat.
V. 14. Aber ich schreie zu dir, HERR, und schüttle bewusst die Gedanken der Verzweiflung ab, die sein Vertrauen in den Herrn zu überwältigen drohten; und mein Gebet kommt früh vor dich, um dem Herrn entgegenzugehen, ihn abzufangen, bevor er an etwas anderes denken kann. V. 15. Warum verstößt du, HERR, meine Seele? indem du sie offenbar mit Abscheu verachtest. und verbirgst du dein Antlitz vor mir? als ob du nicht helfen wolltest. Vgl. Ps. 27, 9; 77, 7. V. 16. Ich bin elend und dem Tode nahe, aufgrund der vielen Schwierigkeiten, die von meiner Jugend auf mir lasten; und erleide deine Schrecken, dass ich schier verzage, in solch extremer Qual und Verzweiflung, dass er seine Kräfte nicht wiedererlangen konnte. V. 17. Dein Grimm geht über mich, die Wellen des Zorns Gottes überschwemmen ihn; und deine Schrecken vernichten mich, wodurch er zerquetscht wird. V. 18. Sie, die Schrecken Gottes, die solche Ängste in seinem Herzen hervorriefen, umgeben mich täglich wie Wasser, wie eine Flut des Ozeans; sie umringen mich miteinander, sodass er keinen Ausweg sah. V. l9. Meine Freunde und Nächsten, all diejenigen, die ihm früher am nächsten standen und ihm am liebsten waren, hast du mir entfremdet, mein Vertrauter, der sein Vertrauen genossen hatte, ist die Finsternis, sodass sie für ihn nicht mehr sichtbar waren. „Mit diesem Schrei fällt die Harfe aus der Hand des Dichters; er schweigt und wartet, bis Gott das Rätsel seines Leidens löst.“ (Delitzsch.) Wie ein Kommentator sagt, kann dieser Psalm durchaus als typisch für die unermesslichen Leiden Christi, des Messias, angesehen werden, als er unser Stellvertreter wurde und das Elend der Menschheit auf sich nahm.
Von
Christus, dem Messias, und seinem Reich
V. 1. Ein Maskil, ein didaktisches Gedicht, eine Unterweisung Ethans, des Esrahiters, einem Nachkommen Serachs aus dem Stamm Juda, 1 Chron. 2, 6; 1 Könige 4, 31. Er gehörte einer großen Familie oder Gilde von Sängern an, von denen zumindest einige offenbar in den Schulen der Propheten ausgebildet worden waren. Der Psalm untermauert eindeutig den messianischen Charakter von 2 Sam. 7, 12-29.
Die Verheißung an David (V. 2-19): V. 2. Ich will singen von der Gnade des HERRN ewiglich, wobei der Dichter sofort mit seinem Thema, dem Thema seines Liedes, der barmherzigen Güte des Herrn, beginnt; ich will seine Treue verkündigen mit meinem Mund für und für, denn es ist diese Eigenschaft, diese Manifestation des göttlichen Wesens, die ihn dazu veranlasst, die Versprechen einzuhalten, die er einst denen gegeben hat, die an ihn glauben. Das Thema wird nun etwas ausführlicher dargelegt. V. 3. Denn ich sage: Die Gnade wird auf ewig gebaut, fest gegründet und errichtet in einem Bauwerk, das niemals zerstört werden kann; du hast deine Treue fest gegründet im Himmel, damit sie niemals wankt. Diese beiden Manifestationen des Herrn, Gnade und Treue, Gnade und Wahrheit, sind das Fundament, auf dem unsere Erlösung sicher ruht (Johannes 1, 14). Der Psalmist zitiert nun die Worte des Herrn aus 2 Sam. 1, oder Jehova selbst antwortet in einer antiphonalen Strophe. V. 4. Ich habe einen Bund geschlossen mit meinem Auserwählten, ich habe meinem Knecht David geschworen, der Herr selbst versichert ihn mit einem feierlichen Eid, V. 5. Ich will deinen Samen auf ewig gründen, nämlich in seiner Dynastie, in den Herrschern aus seiner Linie, und deinen Thron bauen für alle Generationen. Sela. Wäre dies nur von einer irdischen, zeitlichen Herrschaft gesprochen worden, dann wäre diese Prophezeiung hinfällig geworden, denn in keinem Königreich dieser Welt gibt es zur gegenwärtigen Zeit einen Herrscher aus dem Hause Davids. Aber Christus, der wahrhaftig ein König ist, obwohl sein Reich nicht von dieser Welt ist, ist der Same Davids, dessen Herrschaft bis in alle Ewigkeit währen wird. In Bezug auf diese Verheißung erklingt erneut der Lobgesang des Psalmisten. V. 6. Und die Himmel werden, HERR, deine Wunder preisen, die Wunder der Liebe, die er zur Erlösung der Menschheit vollbracht hat; und deine Treue, durch die er seine Verheißungen erfüllen würde und erfüllt hat, in der Gemeinde der Heiligen, alle Engel freuen sich darüber, dass Gott in seiner unendlichen Barmherzigkeit und Güte einen Weg gefunden hat, die gefallene Menschheit vom Fluch der Verdammnis zu befreien. Vergleiche das Lied der Engel, Lukas 2, 14.
V. 7. Denn wer kann in den Wolken dem HERRN gleichen, in der unermesslichen Größe dieses Wunders seiner Gnade, indem er der Menschheit einen Erlöser geschenkt hat? und gleich sein unter den Kindern der Götter dem HERRN? Die größten seiner Geschöpfe, die mächtigsten Herrschern der Erde, sie können ihm nicht gleichkommen, es kann nicht einmal einen entfernten Vergleich geben. V. 8. Gott ist gefürchtet, sehr ehrfurchtgebietend, in der Versammlung der Heiligen, inmitten seiner Gemeinde, groß und furchtbar über alle, die um ihn sind, sogar die Engel zittern vor Ehrfurcht in seiner Gegenwart. Alle Gläubigen betrachten ihn nicht mit der Furcht von Sklaven, sondern mit der vertrauensvollen Ehrfurcht, die ihm für die fortwährende Offenbarung seiner Größe gebührt. V. 9. HERR, Gott der Heerscharen, mächtiger Herrscher über die Heerscharen des Himmels, wer ist wie du, ein mächtiger HERR? der allein allmächtige Macht besitzt und ausübt, und deine Treue ist um dich her. Denn aufgrund dieser Offenbarung seines Wesens vertrauen die Gläubigen mit absoluter Zuversicht auf sein Wort; es umgibt ihn von allen Seiten, es ist wie die Strahlen der Sonne, die ihren Glanz in alle Richtungen verbreiten. Die Majestät der Allmacht Gottes wird nun beschrieben. V. 10. Du herrschst über das ungestüme Meer, wenn es sich in unverschämter Missachtung gegen Seine Gesetze zu erheben versucht; du stillst seine Wellen, wenn sie sich erheben, und lässt sie in machtloser Wut zurückfallen. Vor dieser allmächtigen Kraft ist auch die stolze Arroganz der Menschen gleichermaßen hilflos. V. 11. Du hast Rahab zu Tode geschlagen, das mächtige Ägypten zur Zeit der Befreiung Israels aus der Sklaverei zerschlagen und verwundet, wie einen Erschlagenen; und hast deine Feinde zerstreut mit deinem starken Arm. Alle Feinde des Herrn und seiner Kirche sind durch die Kraft seines allmächtigen Arms tödlich verwundet und besiegt. V. 12. Himmel und Erde sind dein, unter seiner absoluten Macht und Kontrolle, auch die Erde ist dein; du hast gegründet den Erdkreis und was darin ist, alle Geschöpfe, die sie enthält, die Erde ist durch das Wort seiner Macht errichtet und erhalten. V. 13. Norden [w.: Mitternacht] und Süden [w.: Mittag], die gesamte Weite der Erde, hast du geschaffen; Tabor, auf der Westseite des Jordan, zwischen dem See Genezareth und der Ebene von Jesreel, und Hermon, im äußersten Nordosten Palästinas, jauchzen in deinem Namen, sogar die leblose Schöpfung zeigt ihre Abhängigkeit von Ihm, indem sie vor Freude zu Seiner Ehre jubelt. V. 14. Du hast einen gewaltigen Arm, der Sänger fasst hier seine Beschreibung der majestätischen Macht Gottes zusammen; stark ist deine Hand und hoch ist deine Rechte, das Symbol seiner unwiderstehlichen Macht wird gepriesen. Der Dichter wendet sich nun der Manifestation der Eigenschaften Gottes zu, wie sie vor allem im Werk der Erlösung und in der Beziehung Gottes zu seinen Kindern auf Erden zum Ausdruck kommen. V. 15. Gerechtigkeit, das heißt Rechtschaffenheit, und Recht sind deines Thrones Feste, die Eigenschaften, auf denen sein Reich gegründet ist; Gnade und Wahrheit [o.: Treue] gehen vor deinem Angesicht her. Das Werk der Erlösung der Welt ist eine Offenbarung der Gerechtigkeit und des Gerichts Gottes. Weil Er die Sünde der Menschheit nicht ignorieren und dulden kann, hat Er den Messias dazu gebracht, die Last der Ungerechtigkeit aller Menschen auf sich zu nehmen und sie nicht nur zu tragen, sondern durch eine vollständige stellvertretende Sühne wegzunehmen. So wurde Seine Gerechtigkeit, das Fundament Seines Thrones, begründet. Gleichzeitig aber hält der Herr vor seinem Angesicht seine barmherzige Güte, indem er seinen eingeborenen Sohn für die Erlösung der Welt hingibt, und seine Treue oder Wahrheit, indem er die Verheißungen erfüllt, die er den Patriarchen und allen Gläubigen des Alten Testaments gegeben hat.
V. 16. Wohl dem Volk, das jauchzen kann! alle Menschen, die die Evangeliumsbotschaft ihrer Erlösung mit einem freudigen Klang der Annahme empfangen, sind wahrhaft gesegnet; HERR, sie werden im Licht deines Antlitzes wandeln, während Seine Gnade auf sie herabstrahlt und sie mit der gesegneten Gewissheit ihrer Erlösung im Messias erwärmt. V. 17. Sie werden über deinem Namen täglich fröhlich sein, sie haben keine eigene Gerechtigkeit und keine eigenen Verdienste, mit denen sie sich rühmen könnten, sondern sie rühmen sich der Offenbarung der Liebe und Barmherzigkeit Gottes, und in deiner Gerechtigkeit herrlich sein, das heißt aufgrund der Gerechtigkeit, die ihnen von dem Herrn zugerechnet wird, durch den Glauben, der in ihren Herzen entfacht wurde. V. 18. Denn du bist der Ruhm ihrer Stärke, die allein die Grundlage ihres Ruhmes vor den Menschen ist, 2 Kor 12, 9.10; und durch deine Gnade, durch die ihnen in Messias erwiesene Wohlgefallen des Herrn, wirst du unser Horn erhöhen, sie würden die Kraft erhalten, die sie für den Kampf des Lebens gegen die Mächte Satans und seiner Verbündeten benötigen. V. 19. Denn dem HERR gehört unser Schild, und dem Heiligen Israels unser König. Das Vertrauen der Gläubigen in den endgültigen Sieg ihrer Sache ist so groß, weil der Herr auf ihrer Seite steht, sowohl als ihr Schild, der die Angriffe der Feinde abwehrt, als auch als ihr unvergleichlicher, unbefleckter Anführer, der ihnen zum Sieg vorangeht.
Die Herrschaft des Messias (V. 20-38): V. 20. Damals redest du im Gesicht zu deinem Heiligen, zu seinem Heiligen und Diener, nämlich dem Propheten Nathan, der als Gottes Vertreter im Umgang mit David fungierte (2. Sam. 7), und sprachst: Ich habe Hilfe auf einen Helden gelegt, auf einen großen Helden; Ich habe erhöht einen Auserwählten aus dem Volk, wobei sich dies unmittelbar auf David, den Sohn Isais, bezieht, aber implizit auch auf Davids Sohn und Davids Herrn, den Messias. Es ist ein charakteristisches Merkmal der Prophezeiung, dass sie oft Ereignisse und Personen, die nach menschlichem Verständnis in weiter Ferne liegen, mit denen in unmittelbarer Nähe identifiziert. Wir müssen uns immer daran erinnern, dass es beim Herrn keine Zeitberechnungen gibt, dass alle Ereignisse, soweit es ihn betrifft, in einem ewigen Jetzt stattfinden. V. 21. Ich habe gefunden meinen Knecht David; ich habe ihn gesalbt mit meinem heiligen Öl. V. 22. Meine Hand soll ihn erhalten, und mein Arm soll ihn stärken. Der Messias, gesalbt mit dem Öl der Heiligkeit, mit dem Heiligen Geist, mit der Fülle der Göttlichkeit Gottes, würde während seines gesamten Wirkens in seinem Zustand der Erniedrigung durch die allmächtige Kraft Gottes gestützt werden, die seiner menschlichen Natur mitgeteilt wurde. V. 23. Die Feinde sollen ihn nicht überwältigen, und die Ungerechten sollen ihn nicht niederdrücken; obwohl der Sohn der Ungerechtigkeit, Satan, mit seiner Schar den Messias angreifen würde, würde es ihm nicht gelingen, ihn zu demütigen und den Sieg über ihn zu erringen; V. 24. Sondern ich will seine Widersacher zerschmettern vor ihm her, und die ihn hassen, will ich plagen, schlagen; alle, die sich auf die Seite des Erzfeindes Christi stellen und anhaltende Zeichen des Hasses gegen die Sühne des Messias zeigen, würden das Schicksal ihres Anführers, des Mörders und Lügners von Anfang an, teilen. V. 25. Aber meine Treue, in Erfüllung aller alten Verheißungen, und Gnade, die barmherzige Güte, durch die die Erlösung der Menschheit bewirkt werden würde, sollen bei ihm sein; und sein Horn soll in meinem Namen erhöht werden, das Symbol aggressiver Stärke, so wie der Vater alle Seine Feinde zu Seinen Füßen legen würde. V. 26. Ich will seine Hand auf das Meer legen, in die allmächtige Kraft der Gottheit, die seiner menschlichen Natur mitgeteilt wurde, und seine Rechte auf die Ströme, um ihm die unbegrenzte Autorität der göttlichen Macht zu verleihen. Jesus Christus war selbst in seinem Zustand der Erniedrigung der allmächtige Gott, der Schöpfer und Erhalter der Welt. V. 27. Er wird mich so nennen, wobei der Messias Gott ausdrücklich mit diesem Namen anspricht: Du bist mein Vater, mein Gott und der Fels meines Heils, sein Vater aufgrund seiner ewigen Zeugung aus dem Wesen Gottes, sein Gott aufgrund seiner wahren Menschlichkeit und in dieser Eigenschaft auch der Fels seiner Rettung, an den er sich immer wieder wandte, um ihn um Hilfe bei seinem Werk der Sühne für die Sünden der Menschheit zu bitten. V. 28. Und ich will ihn zum Erstgeborenen machen, Gottes eingeborenen Sohn, Ps. 2, 7, zum Höchsten unter den Königen auf Erden; denn der Messias steht als allmächtiger Herrscher des Universums über ihnen allen. V. 29. Ich will ihm ewig bewahren meine Gnade, sie für den Messias als einen Schatz aufbewahren, an dem er sich zu gegebener Zeit, nach Vollendung seines Werkes, erfreuen soll, und mein Bund soll ihm fest bleiben, unerschütterlich und unumstößlich. V. 30. Ich will ihm ewig, seine geistlichen Nachkommen, die durch den Glauben an seine Sühne wiedergeboren sind, Samen geben und seinen Thron, solange der Himmel währt, erhalten, das Reich seiner Gnade und Herrlichkeit, das durch alle Ewigkeit währt. Im nächsten Abschnitt wird erneut die enge Parallelität zwischen diesem Psalm und 2 Sam. 7, 12-29 deutlich. V. 31. Wenn aber seine Kinder mein Gesetz verlassen, wenn die geistlichen Nachkommen des Messias, diejenigen, die Jesus einmal als ihren Erlöser angenommen haben, dann sein Wort wieder verwerfen. und in meinen Rechten nicht wandeln, indem sie sich weigern, ein Leben zu führen, das mit den von ihm festgelegten Regeln der Heiligung übereinstimmt; V. 32. wenn sie meine Ordnungen entheiligen, die Gebote seines Bundes entweihen, und meine Gebote nicht halten, die allgemeinen Verpflichtungen, die allen Menschen auferlegt sind; V. 33. dann werde ich ihre Sünde mit der Rute heimsuchen, mit einer strengen Strafe für ihren Abfall, und ihre Missetat mit Plagen, mit der Absicht, ihnen ihre Sünden bewusst zu machen. Aber dieser Abfall einiger Gläubiger wird den Ratschluss der Liebe Gottes nicht ändern. V. 34. Aber meine Gnade will ich, seine barmherzige Gunst, nicht gänzlich von ihm wenden und meine Treue nicht verleugnen, die Wahrheit seiner Verheißungen bezüglich der Vermittlung der Segnungen an alle, die an den Messias glauben, würde sicher bestehen bleiben. V. 35. Ich will meinen Bund nicht entheiligen, der schon in der ersten Verkündigung des Evangeliums im Garten Eden enthalten war und seitdem so oft wiederholt wurde, und nicht ändern, was aus meinem Mund gegangen ist, indem ich den Menschen die Erlösung durch den Messias verkünde. V. 36. Ich habe einmal geschworen bei meiner Heiligkeit, in einem feierlichen Eid bei der wesentlichen Reinheit seines Wesens: Ich will David nicht belügen, dem diese große messianische Verheißung gegeben worden war, V. 37. Sein Same, in der Person des Messias, soll ewig bestehen und sein Thron vor mir wie die Sonne, das heißt, in alle Ewigkeit; V. 38. wie der Mond soll er ewig bleiben und gleichwie der treue Zeuge in den Wolken, als unerschütterliches Zeugnis. Sela. Dies ist eine herrliche Zusicherung der Unveränderlichkeit des Bundes Gottes mit den Menschen, dass er seine Verheißungen im Evangelium niemals ändern wird.
Klage und Not (V. 39-53): V. 39. Aber nun hast du verstoßen und verworfen, abgelehnt, und zürnst mit deinem Gesalbten. Hier wird die stellvertretende Natur des Werkes des Erlösers betont. Er wird so vollständig zum Stellvertreter des Menschen im Werk der Sühne, dass er sagen kann, er sei von Gott verworfen worden, dass Gott zornig auf seinen Messias gewesen sei. V. 40. Du hast den Bund deines Knechtes zerbrochen, ihn offenbar in deinem Zorn verschmäht; und seine Krone zu Boden entweiht, während er selbst in der äußersten Not seiner Passion zu Staub niedergeworfen wurde. V. 41. Du hast alle seine Mauern niedergerissen, die Zäune, die die Feinde davon abhielten, ihn anzugreifen; und hast seine Festungen zerstört, dem Stellvertreter der Menschheit wurden alle seine Befestigungen genommen und in Schutt und Asche gelegt, wodurch alle seine Gegner die Gelegenheit erhielten, ihren Willen durchzusetzen, wie es schien. V. 42. Es berauben ihn all, die vorübergehen, er wurde zum Ziel der Plünderer und Verleumder; er ist seine Nachbarn ein Spott geworden, offensichtlich ein Hinweis auf den Spott, der die Gerichtsverhandlungen des Herrn und seine Kreuzigung begleitete. V. 43. Du hast die Rechte seiner Widersacher erhöht, offenbar um ihnen die Macht zu geben, ihren Willen gegen Christus durchzusetzen; und erfreust alle seine Feinde, ihre Herzen erfreut über den scheinbaren Erfolg ihrer mörderischen Pläne. V. 44. Auch hast du die Schärfe seines Schwertes genommen, offenbar die Waffen, mit denen er kämpfte, stumpf gemacht, und lässt ihn nicht siegen im Streit; es schien, als sei er dazu bestimmt, in dem gewaltigen Konflikt, den er zum Wohle der Menschheit führte, zu verlieren. V. 45. Du hast seinem Glanz ein Ende gemacht und seinen Thron zu Boden geworfen. V. 46. Du hast die Tage seiner Jugend verkürzt durch den gewaltigen Druck der Last der Ungerechtigkeit der Menschen; und hast ihn mit Schande bedeckt und ihn vor den Menschen in Schmach gehüllt. Sela. So war der Zustand des Messias, als er sein großes Werk der Erlösung der Menschheit begann. Da die Ungerechtigkeiten und die Schuld aller Menschen auf ihn gelegt worden waren, wurde er für alles verantwortlich gemacht und streng zur Rechenschaft gezogen für die Schuld, die er zu bezahlen zugestimmt hatte. Der Messias selbst wird nun mit einem Schrei der Not vorgestellt.
V. 47. HERR, wie lange, willst du fort und fort dich verbergen und deinen Grimm wie Feuer brennen lassen? Beachten Sie, dass diese Worte praktisch parallel zu dem beispiellosen Schrei der Not und Trostlosigkeit des Messias in Psalm 22,2 stehen. Als er den Höhepunkt seines Leidens erreichte, schien es dem großen Leidenden, dass der Herr sein Gesicht endgültig vor ihm verborgen hatte, dass sein Zorn niemals aufhören würde zu brennen; es war die Qual der Hölle, die er ertrug. V. 48. Denke daran, wie kurz mein Leben ist, wie vergänglich du alle Menschen geschaffen hast! Wir haben hier nur unzusammenhängende Schreie: „Denk daran – ich – was ist das Alter? Wozu – Eitelkeit – hast du die Menschenkinder geschaffen?“ V. 49. Wo ist jemand, der da lebt und den Tod nicht sehe, der seine Seele errette aus des Todes Hand, aus dem Reich des Todes, befreien? Sela. Als Vertreter der Menschheit wurde der Messias zum Tode verurteilt, er muss hinabsteigen in das Land des Todes, er muss sogar die Qualen des ewigen Todes erleiden. Und doch hält er an seinem himmlischen Vater fest.
V. 50. HERR, wo ist deine vorige Gnade, die du David geschworen hast in deiner Treue? Er setzt sein Vertrauen auf die barmherzige Güte des Herrn, wie sie in den treuen Verheißungen des Herrn enthalten ist, die mit Sicherheit über ihn kommen werden, an dem der Herr, der himmlische Vater, Wohlgefallen hat. V. 51. Gedenke, HERR, an die Schmach deiner Knechte, denn er trug die Schmach, die andere hätte treffen sollen; die ich trage in meinem Herzen von all den vielen Völkern, wörtlich „aller vielen Völker”, als Stellvertreter der ganzen Menschheit, V. 52, womit dich, HERR, deine Feinde schmähen, indem sie versuchten, Schande über ihn zu bringen, womit sie schmähen die Fußstapfen deines Gesalbten, des Messias des Herrn. Da er wusste, dass der Herr trotz aller Feinde und ihrer Spottreden seine Zuflucht sein und ihn auf dem Weg des Kreuzes mit all seinen Qualen verherrlichen würde, beendet der Messias sein Gebet mit einem Ausbruch des Triumphes.
V. 53. Gelobt sei der HERR ewiglich! Amen, Amen! Das war das Ende des stellvertretenden Wirkens des Messias, des Segens, der Ehre und der Herrlichkeit, an denen alle Gläubigen teilhaben, hier in der Zeit und im Jenseits in der Ewigkeit.
Viertes
Buch (Ps. 90-106)
Die
Hinfälligkeit des menschlichen Lebens – Gottes Barmherzigkeit die einzige
Zuflucht
V. 1. Ein Gebet Moses, des Mannes Gottes, des Propheten, der in enger Freundschaft zum Gott Israels stand und hier die Schwäche des Menschen, die Folge seiner Sünde, der Ewigkeit Gottes gegenüberstellt. Dieser Psalm ist der älteste, der im Psalter erhalten geblieben ist. Anlass für seine Entstehung war wahrscheinlich das in 4. Mose 14, 22. 23. HERR Gott, der Majestätische, der Allmächtige, Du bist unsere Zuflucht, eine sichere Zuflucht, für und für, von einer Generation zur nächsten, durch alle Zeitalter hindurch, wobei die messianische Idee dem Gebet zugrunde liegt. V. 2. Ehe denn die Berge wurden, durch einen Prozess göttlicher Schöpfung, und die Erde und die Welt geschaffen wurden, indem du sie auf eine Weise ins Dasein gerufen hast, die das menschliche Verständnis übersteigt, durch einen absoluten Schöpfungsakt, bist du, Gott, von Ewigkeit zu Ewigkeit, , dessen göttliches Wesen sich aus einer grenzenlosen Vergangenheit erstreckt und bis in eine unbegrenzte Zukunft reicht, der ewige, unveränderliche Herr und Schöpfer, auf den alle Gläubigen für immer vertrauen können.
V. 3. Der du lässt die Menschen sterben, verwandelst die stolze Kraft und Schönheit ihrer Körper in zermalmte Teilchen, in Staub, und sprichst: Kommt wieder, Menschenkinder, eine Generation versinkt im Elend des Grabes, und eine neue Generation entsteht durch Seinen schöpferischen Willen. Vom Moment unserer Geburt an tragen wir den Keim des Todes in unserem Körper; der Kontrast besteht zwischen der Allmacht und Unveränderlichkeit Gottes und der Gebrechlichkeit und Eitelkeit des Menschen. V. 4. Denn tausend Jahre sind vor dir wie der Tag, der gestern vergangen ist. Der ewige Gott, für den es streng genommen keine Zeit gibt, betrachtet sie als nichts weiter als einen verschwindenden Augenblick, und wie eine Nachtwache, wie den dritten Teil der Nacht, der selbst im Falle der Menschen unbemerkt vergeht; denn während des Schlafes geht das Bewusstsein für das Vergehen der Zeit verloren. Alle irdische Zeit existiert nicht für den ewigen Gott; Er ist erhaben über alle Veränderungen der armseligen Menschen. V. 5. Du lässt sie dahinfahren wie einen Strom, einem schweren und verheerenden Regen, dessen schnelle Zerstörung die Sterblichen in den Schlaf des Todes reißt; und sie sind wie ein Schlaf, ihr ganzes Leben ist ein Schlaf oder ein Traum, der vorbei und vergangen ist, bevor man es richtig begreift; und wie Gras, das am Morgen aufsprosst, die blühenden Gräser, die schnell zur Reife gelangen; V. 6. Das am Morgen blüht, die Blumen der Prärien und Wiesen öffnen ihre Blüten in schneller Folge, und aufsprosst wird und am Abend abgehauen wird, die Sense beendet die kurzlebige Pracht der Wiesenblumen, und verdorrt. Vgl. 1 Petr 1,24; Ps 103,15.16.
V. 7. Das macht dein Zorn, dass wir so vergehen, verdorren in der Glut seiner Hitze, und dein Grimm, dass wir so plötzlich dahin müssen, zerstört durch die intensive Hitze des Zorns Gottes. Das ist der Eindruck, den die Zerstörung einer Generation nach der anderen auf den nachdenklichen Beobachter zwangsläufig macht. V. 8. Denn unsere Missetaten stellst du, die offene Bosheit, bewusst die Wege der Gerechtigkeit zu verlassen, vor dich, so dass keine davon ausgelassen oder übersehen wird, unsere unerkannte Sünde ins Licht vor dein Angesicht; denn die Geheimnisse aller Menschenherzen sind offen und unverhüllt vor den Augen Seiner Allwissenheit. Vgl. Ps. 19, 13. Anmerkung: Wenn wir unsere Sünden im richtigen Geist der Buße sehen, dann sieht Gott sie nicht, denn sie sind dann durch das Gewand der Gerechtigkeit Christi bedeckt; aber wenn wir unsere Sünden nicht sehen, dann wird Gott sie sicherlich sehen, denn sie bleiben unbedeckt vor dem Licht, das vor ihm leuchtet, dem Licht seiner Gerechtigkeit und Heiligkeit. V. 9. Darum fahren alle unsere Tage dahin durch deinen Zorn, sie sind vermindert. Sie verschwinden, weil der Zorn des Herrn sich über die Sünden offenbart; wir bringen unsere Jahre zu wie ein Geschwätz, wie ein Murmeln, ein bedeutungsloses Geräusch, das nicht einmal in einem bestimmten Wort zum Ausdruck kommt. So wird erneut die Eitelkeit des menschlichen Lebens deutlich gemacht. V. 10. Unser Leben währt siebzig Jahre, wörtlich: „Die Tage unserer Jahre – in ihnen siebzig Jahre”, nicht der Rede wert, eine unbedeutende Summe; und wenn‘s hoch kommt, das heißt, wenn ein Mensch ungewöhnliche Vitalität besitzt, so sind‘s achtzig Jahre, wenn er tatsächlich das Alter von achtzig Jahren reicht, und wenn’s köstlich gewesen ist, sogar das, womit sich die Menschen gewöhnlich rühmen, so ist’s Mühe und Arbeit [o.: vergebliche Mühe] gewesen, Eitelkeit und Torheit, Elend und Kummer. Wie töricht ist es dann für Menschen, dieses Leben als das Erstrebenswerteste anzusehen und die Sorge um die Ewigkeit zu vernachlässigen! Denn wir fahren dahin, das Leben der Sterblichen vergeht schnell, als flögen wir davon. Alle Ereignisse des Lebens ziehen in raschem Flug an unseren Augen vorbei; es gibt nichts Stabiles, nichts Bleibendes in dieser Welt. Moses zieht nun sein Fazit und fasst die Punkte der vorangegangenen Absätze zusammen.
V. 11. Wer glaubt aber, dass du so sehr zürnst? Diese ist so unermesslich wie Gott selbst. und wer fürchtet sich vor solchem deinem Grimm, das heißt: Wer fürchtet den Zorn Gottes in angemessenem Maße? Wer erkennt, was das für sein eigenes Schicksal bedeutet? Die große Mehrheit der Menschen auf der Welt geht achtlos ihren Weg, ohne zu wissen, dass der Tod über ihren Köpfen schwebt. Aber die Gläubigen sind bereit, ihre Lektion zu lernen. V. 12. Lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, gib uns das richtige Verständnis, damit wir die Ungewissheit des menschlichen Lebens erkennen und wissen, dass jeder Tag unser letzter Tag hier auf Erden sein kann, damit wir klug werden denn das ist sicherlich das Wesen der Weisheit, jederzeit auf den Tod vorbereitet zu sein. Das Gebet Moses' verwandelt sich nun in eine inbrünstige Fürbitte.
V. 13. HERR, kehre dich doch wieder zu uns. Wende dein Gesicht in Barmherzigkeit wieder zu uns, da es so lange in Zorn von uns abgewandt war. und sei deinen Knechten gnädig! damit deine barmherzige Güte nicht zulässt, dass die angedrohte Zerstörung sie trifft. V. 14. Fülle uns früh mit deiner Gnade, seine Gnade sei ihre erste Speise bei Tagesanbruch und werde ihnen in aller Fülle zuteil, dann wollen wir rühmen und fröhlich sein unser Leben lang; denn das Glück, das die Gewissheit der Gnade Gottes mit sich bringt, ist eine dauerhafte Freude, deren glückliche Fülle und wohltuende Überfülle sowohl das Verlangen stillen als auch anregen. V. 15. Erfreue uns wieder, nachdem du uns so lange plagtest, im Verhältnis zu der Zeit des Elends, die sie zur Umkehr getrieben hat, nachdem wir so lange Unglück leiden. Vgl. Ps. 51, 12. V. 16. Zeige deinen Knechten deine Werke, indem du ihnen die wunderbaren Taten deiner Gnade offenbarst, und deine Herrlichkeit ihren Kindern, damit auch die kommenden Generationen die Herrlichkeit Gottes erkennen, die sich in seiner Erlösung der Menschen offenbart. V. 17. Und der HERR unser Gott sei uns freundlich, die süße Gnade des Majestätischen und Allmächtigen, der zugleich der Gott unserer Erlösung ist, auf uns ruhen, auf den Gläubigen während ihres ganzen Lebens; und fördere das Werk unserer Hände bei uns, lass seinen Segen die Verkündigung der Herrlichkeit Gottes in dem Werk der Erlösung begleiten, wie es seine Kinder überall vollbringen; ja, das Werk unserer Hände wolle er fördern! denn nur durch und mit dem Segen des Herrn wird die Verkündigung des Wortes, die Verkündigung der Erlösung, Erfolg haben und das Reich des Herrn auf Erden aufgebaut werden. So hat das Gebet des Mose Bedeutung und Kraft für alle Zeiten des Bestehens der Kirche, bis zum Ende der Zeit.[5]
Trost und Sicherheit des Gläubigen
in Sterbensgefahr und allen Nöten
Der Verfasser dieses Psalms wird in der Bibel nicht erwähnt, aber der Inhalt und der Geist der Hymne lassen auf den Namen Davids schließen, wobei es sich bei der erwähnten Pest wahrscheinlich um die in 2 Sam. 24. beschriebene handelt. V. 1. Wer unter dem Schirm des Höchsten sitzt, durch den Glauben in der Gemeinschaft mit Gott geborgen ist und vor allen Angriffen sicher ist, und unter dem Schatten des Allmächtigen bleibt, sicher unter dem Schutz seiner allmächtigen Flügel. V. 2. Der spricht zu dem HERRN, das ist der Stolz des Gläubigen: Meine Zuversicht und meine Burg, der Herr, der Gott der Gnade, der ihn vor den Ratschlägen und Angriffen aller Feinde schützt; mein Gott, mit der Betonung auf dem Pronomen; auf den ich hoffe! jeder Gläubige, der sein Leben vertrauensvoll und freudig der führenden Hand Gottes übergibt.
V. 3. Denn er errettet dich, so versichert der Psalmist jedem Gläubigen, von dem Strick des Jägers, vor Satan, der wie ein brüllender Löwe umhergeht und sucht, wen er verschlingen kann, und vor der schädlichen Pest, vor der Plage der Zerstörung, den Bedrängnissen und Versuchungen Satans und seiner Heerscharen. V. 4. Er, der Herr, der Gott der Erlösung, wird dich mit seinen Fittichen decken, seine Flügel bilden eine schützende Mauer um die Gläubigen, und deine Zuflucht ist unter seinen Flügeln, in dem Wissen, dass der Feind nicht in den Schutzraum Gottes eindringen kann; seine Wahrheit, die Treue seiner Verheißungen der Erlösung, ist Schirm und Schild, ein unfehlbarer Schutz gegen jede Gefahr. V. 5. Dass du nicht erschrecken musst vor dem Grauen der Nacht, vor Not und Trübsal, die durch die Dunkelheit verstärkt werden, vor dem Pfeil, der am Tag fliegt, mit denen der Böse versucht, die Herzen und Gewissen der Gläubigen zu verwunden, V. 6. vor der Pest, die im Finstern schleicht, der Zerstörung, die durch die verschiedenen Versuchungen droht, die die Gläubigen heimsuchen, vor der Seuche, der schweren Plage, die am Mittag verderbt, vor allem durch die Drohungen der Feinde des Herrn in der Welt. Gegen all diese Gefahren sind die Gläubigen im Schutz ihres Gottes und himmlischen Vaters sicher. V. 7. Ob tausend fallen zu deiner Seite und zehntausend zu deiner Rechten, überwältigt von den Angriffen der Feinde, sich den verschiedenen geheimen und offenen Angriffen des Teufels und der Kinder dieser Welt unterwerfend; so wird es dich doch nicht treffen, nicht in der Lage sein, denen zu schaden, die sich im festen Glauben an den Schutz des Herrn klammern. V. 8. Ja, du wirst mit deinen Augen sehen und schauen, wie es den Gottlosen vergolten wird, denn die Ungläubigen werden vom Feind gefangen genommen und müssen für ihre Bosheit leiden.
V. 9. Denn der HERR ist deine, jeder Gläubige, ist deine Zuversicht, vielmehr spricht der Psalmist für sich selbst: „Denn du, Herr, bist meine Zuflucht“, der Höchste ist deine Zuflucht, wörtlich: „den Allerhöchsten hast du zu deiner Wohnung gemacht“, V. 1, V. 10. Es wird dir kein Übel begegnen, das den Gläubigen mit plötzlicher Zerstörung heimsucht, und keine Plage wird sich deiner Hütte nahen, kein Unglück und keine Feindschaft, die uns wirklich schaden, unser Heil mindern und die Segnungen der Gnade Gottes schmälern könnten. V. 11. Denn er, Jahwe, der Gott des Heils, hat seinen Engeln befohlen über dir, dass sie dich behüten und die Gläubigen unter ihren besonderen Schutz zu stellen, als Schutz vor allem Bösen, auf allen deinen Wegen, solange die Gläubigen auf den Wegen des Willens und Wohlgefallens Gottes wandeln; V. 12. Dass sie dich auf Händen tragen, und du deinen Fuß nicht an einen Stein stößt, und die Gläubigen vorsichtig über alle Hindernisse ihres Glaubens und ihres geistlichen Lebens hinwegtragen, damit ihre Erlösung niemals wirklich gefährdet wird. Jeder Christ lebt das Leben und verrichtet das Werk, das Gott für ihn vorgesehen hat. Wenn der Tod ihn hinwegnimmt, bedeutet dies, dass das von Gott gesetzte Ziel für ihn erreicht ist, dass alle Schwierigkeiten, Hindernisse und Leiden des Lebens hinter ihm liegen. In der Zwischenzeit ist es wahr. V. 13. Auf Löwen und Ottern wirst du gehen, und den jungen Löwen und Drachen niedertreten, alle Angriffe der Mächte der Hölle überwinden, egal wie heftig und heimtückisch sie auch sein mögen. Der Herr selbst greift nun den Tenor des Psalms auf und bestätigt, was sein Diener gesagt hat.
V. 14. Er hängt an mir [o.: liebt mich], sich mit der Gewissheit völligen Vertrauens an den Herrn klammert, so will ich ihm retten, aus allen Bedrängnissen und aus den Angriffen Satans und seiner Heerscharen; er kennt meinen Namen, darum will ich ihn schützen, ihn außerhalb der Reichweite des Feindes erhöhen, weil er seinen Glauben auf Gott gesetzt hat, seine Gnade, Barmherzigkeit und Erlösung angenommen hat. V. 15. Er ruft mich an, so will ich ihn erhören, dem Gläubigen zu Hilfe kommen, egal in welcher Notlage er sich befindet; ich bin bei ihm sein in der Not, ihm auch in der Stunde des Todes zur Seite stehen; ich will ihn herausreißen und zu Ehren setzen, ihn in die Herrlichkeit des Himmels aufnehmen. V. 16. Ich will ihn sättigen mit langem Leben, dem ewigen Leben in und mit Gott, in ewiger Freude, und ihm zeigen mein Heil; denn im Himmel werden wir Gott von Angesicht zu Angesicht sehen und ihn und all seine wunderbaren Segnungen über uns erkennen, so wie wir erkannt worden sind.
Lobgesang am Feiertag, denn Gott ist
zu loben
V. 1. Ein Psalmlied für den Sabbat, das von der jüdischen Kirche am siebten Tag der Woche als eine der Hymnen des liturgischen Gottesdienstes verwendet wird. V. 2. Es ist ein köstlich Ding, ein schöner und angemessener Brauch, der auch dem Anbeter zugute kommt, dem HERRN danken und lobsingen, in freudiger Verkündigung, deinem Namen, du Höchster, und die Vollkommenheit Jehovas bekannt zu machen, insbesondere in den Eigenschaften, die mit der Erlösung der Menschheit zu tun haben; V. 3. Des Morgens deine Gnade, indem man schon in der Morgendämmerung beginnt, Seine Gnade zu preisen, als das Licht des Erlösers, das die Nacht der Sünde und Verdammnis durchdringt, und des Nachts deine Treue verkündigen, durch die Er die Verheißungen bezüglich unserer Erlösung hält, denn gerade in den Leiden und Schrecken der Nacht hält der Gedanke an Gottes unerschütterliche Treue den Geist aufrecht, V. 4. auf dem Psalter mit zehn Saiten, der zehnsaitigen Harfe oder Leier, auf der Psalter, in freudigen Improvisationen, die von seiner glücklichen Stimmung diktiert wurden; auf der Harfe, einem kleineren, zitherähnlichen Instrument, und zum Klang auf der Zither, in einer lehrreichen Komposition. V. 5. Denn du, HERR, lässt mich fröhlich singen von deinen Werken erfreut, insbesondere durch die Taten seiner Schöpfung und seiner Vorsehung; und ich rühme die Geschäfte deiner Hand und mit lauter Stimme jubeln über die gesamte Offenbarung Gottes, sowohl in den Werken der Schöpfung als auch in denen der Erlösung.
V. 6. HERR, wie sind deine Werke so groß! Deine Gedanken sind so sehr tief, mächtig tief, jenseits des Verständnisses des Menschen, wenn er nicht vom Geist des Herrn erleuchtet wird. V. 7. Ein Törichter, dessen Verständnis nicht über die Intelligenz der Tiere hinausgeht, der nur die Begierden dieses Lebens kennt, glaubt das nicht, und ein Narr versteht dies nicht, er kann nicht wirklich in den Geist des Universums eindringen, weil er nicht erkennt, dass es in all seinen Erscheinungsformen das Werk des allweisen und allmächtigen Schöpfers ist.
V. 8. Die Gottlosen grünen wie das Gras, scheinbar in größtem Glück, und die Übeltäter blühen alle und die Fülle all dessen genießen, was diese Welt zu bieten hat, damit sie vertilgt werden für immer und ewig, ihre Strafe wird sie in der kommenden Welt ereilen, in einer Ewigkeit der Verdammnis, wenn nicht schon vorher; V. 9. Aber du, HERR, bist der Höchste und bleibst ewig, erhaben über alle Geschöpfe in ewiger Glückseligkeit, ganz gleich, wie mächtig und verzweifelt ihre Bemühungen auch sein mögen, seine Herrschaft zu stürzen.
V. 10. Denn siehe, deine Feinde, HERR, siehe, deine Feinde werden umkommen, werden gänzlich vernichtet werden; und alle Übeltäter werden zerstreut werden, wörtlich „aus den Angeln gehoben werden”, werden unorganisiert werden. V. 11 Aber mein Horn, Symbol mächtiger Stärke und zugleich stattlicher Anmut, wirst du erhöhen wie das eines Einhorns, wobei sich der Verweis wahrscheinlich auf die Antilope bezieht, Symbol für anmutige Stärke; und salbst mich frischem Öl, ein Bild, das das Gefühl des letztendlichen vollständigen Sieges darstellt, das das Herz der Gläubigen erfüllt. V. 12. Und mein Auge wird seine Lust sehen an meinen Feinden und ihren vollständigen Sturz miterleben, und mein Ohr wird seine Lust hören an den Boshaften, die sich gegen mich erheben, und hören, dass alle ihre Hoffnungen auf Erfolg enttäuscht worden sind.
V. 13. Der Gerechte wird grünen wie ein Palmbaum, die Prinzessin unter den Bäumen der Ebenen und Täler; er wird wachsen wie eine Zeder auf dem Libanon, der stolzeste und mächtigste unter den Bäumen der Berge, Symbol für immerwährende Stärke. V. 14. Die gepflanzt sind in dem Haus des HERRN, die Gläubigen, die aus der Wüste der Welt in den reichen Garten der Kirche des Herrn verpflanzt worden sind, werden in den Höfen unseres Gottes grünen und die reichen Früchte guter Werke hervorbringen, die aus dem Glauben wachsen. V. 15. Und wenn sie werden, anders als gewöhnliche Pflanzen, auch alt werden, ihre geistige Vitalität wird trotz der vielen Wechselfälle des Lebens ungebrochen sein, denn die Erinnerung an Gottes Werke der Gerechtigkeit und Gnade wird ihre Kraft von Tag zu Tag erneuern; werden sie dennoch blühen, voller Kraft und Energie, fruchtbar und frisch sein, geistige Blüten und Früchte hervorbringen; V. 16. Dass sie verkündigen, dass der HERR gerecht, geradlinig und verlässlich in all seinen Handlungen ist; er ist mein Fels, die Zufluchtstätte des Gläubigen, und keine Ungerechtigkeit ist an ihm, Er ist gerecht in all Seinen Wegen. Vgl. 5. Mose 32, 4. So preisen die Christen die Barmherzigkeit und Treue des Herrn ihr ganzes Leben lang, in Vorbereitung auf die endlosen Dankeslieder im Himmel, wo sie die Verwirklichung ihrer Hoffnungen genießen werden.
Weissagung
von Christus, dem ewigen König, und seinem Reich
Selbst die jüdischen Kommentatoren wandten diesen Psalm auf die Zeit des Messias an. Es ist ein herrliches Loblied auf den Herrn, die zweite Person der Gottheit, und auf die Majestät seines Reiches. V. 1. Der HERR regiert, er ist König von Ewigkeit zu Ewigkeit; und mit Majestät bekleidet; gemäß seiner menschlichen Natur ist er mit der Majestät bekleidet, die ihm gemäß seiner göttlichen Natur von Ewigkeit her zusteht. Der HERR hat sich bekleidet, mit allmächtiger Kraft, mit Kraft umgürtet, wobei Ihm, Seiner Menschlichkeit, die volle Allmacht verliehen wurde und Er sich gleichzeitig damit umgürtet hat; fest steht der Erdkreis, dass er nicht wanken kann. In seinem Zustand der Erniedrigung nutzte Christus die ihm verliehenen göttlichen Eigenschaften nicht immer und nicht vollständig, aber mit seiner Erhöhung kam die Errichtung seines Throns, der ihn, den wahren Menschen, zum Herrscher des Universums machte, der niemals von dieser erhabenen Position entfernt werden kann. V. 2. Von alters her steht dein Thron fest, wörtlich: „von jener Zeit an”, seit Er zur Rechten des Vaters erhöht wurde; und gleichzeitig ist Er gemäß Seiner göttlichen Natur von Ewigkeit her; du bist ewig. Hier wird auf die beiden Naturen Christi, die göttliche und die menschliche, in Seinem Erlösungswerk, in Seiner Erhöhung, Bezug genommen.
V. 3. HERR, die Wasserströme erheben sich, die Ströme seiner Feinde sind aufgestiegen, die Wasserströme erheben ihr Brausen; die Wasserströme erheben ihr Tosen, wobei die Feindschaft aller Gegner Christi mit dem Tosen der angeschwollenen Ströme verglichen wird, mit dem Rauschen des mächtigen Ozeans, der gegen die Küste brandet. V. 4. Der HERR in der Höhe ist mächtiger als das Tosen gewaltiger Wasser, mächtigen als die Wellen des Meeres. In seiner Höhe, der ungestörte Herrscher, sitzt der Herr, der Messias, der für immer regiert, in dessen Augen die wilden Bemühungen der mächtigsten Feinde nur winzige Kämpfe von Pygmäen sind; er verspottet sie alle mit ihren Versuchen, ihn zu entthronen.
V. 5. Deine Zeugnisse sind völlig zuverlässig, gänzlich vertrauenswürdig, sie sind die sichere Grundlage und das Fundament des Glaubens und der Sicherheit der Gläubigen, das Zeugnis von Gottes ewigem Wort, vom Evangelium unserer Erlösung, stützt uns; Heiligkeit, HERR, ist die Zierde deines Hauses ewiglich, diese Zierde und Herrlichkeit des Hauses des Herrn wird zum Gewand jedes Gläubigen. Jeder, der sein Vertrauen auf Jesus als den verheißenen Messias, den Erlöser der Welt, setzt, wird durch die ihm durch den Glauben verliehene Gerechtigkeit gereinigt, hat die Heiligkeit des Erlösers als seine eigene empfangen und steht vor dem Herrn als ein vollkommenes Kind seiner Wohlgefallen durch alle Ewigkeit, sicher der Fülle der himmlischen Segnungen.
Gebet
gegen die Feinde der Kirche
Der Psalmist, dessen Name nicht genannt wird, fleht Gott angesichts der Unterdrückung durch die Feinde an, zu denen nicht nur die äußeren Feinde gehörten, sondern auch die Tyrannen innerhalb der äußeren Organisation der Kirche. V. 1. HERR, Gott der Rache, Gott der Rache, erscheine! Auf die Aussage, dass alle richterliche Gewalt allein dem Herrn zusteht, folgt die Bitte, dass er sich offenbaren und seine richterliche Autorität durch eine gerechte Bestrafung der Unterdrücker bekannt machen möge. V. 2. Erhebe dich, erhebe dich, wie aus einer gleichgültigen Haltung, du Richter der Welt, in der allmächtigen Erhöhung deiner richterlichen Gewalt; vergilt den Hoffärtigen, was sie verdienen, bestrafe den arroganten Stolz der Gegner.
V. 3. HERR, wie lange sollen die Gottlosen, wie lange sollen die Gottlosen triumphieren? Beachte die Kraft der Wiederholung, die die Unverschämtheit der Gottlosen und die wachsende Ungeduld der Gläubigen, die auf das Eingreifen des Herrn warten, betont. V. 4. und sprudeln und sprühen so trotzig reden, indem sie Arroganz gegen den Herrn ausströmen, und alle Übeltäter sich rühmen und sich selbst erhöhen, als ob der Herr sie nicht in Schach halten würde oder könnte? V. 5. HERR, sie zerschlagen dein Volk, indem sie die Gläubigen mit ihrer Tyrannei unterdrücken, und plagen dein Erbe, wobei die Kirche Gottes unter dieser Bezeichnung bekannt ist und die Bedrängnis jede Form der Unterdrückung und Behinderung der Arbeit der Kirche umfasst. V. 6. Witwen und Fremde töten sie und ermorden die Waisen, wobei solche Gräueltaten aus fast jeder Periode der Kirchengeschichte berichtet werden; V. 7. und sagen: Der HERR sieht‘s nicht, er würde ihre Bosheit bewusst ignorieren, und der Gott Jakobs achtet‘s nicht, damit sie ihre unverschämten Gräueltaten ungestraft fortsetzen können. Der Psalmist wendet sich nun an die Gottlosen und tadelt scharf ihre Torheit.
V. 8. Merkt doch, ihr Narren unter dem Volk, die ihr wegen eurer Torheit den unvernünftigen Tieren gleich seid; und ihr Toren, wann wollt ihr klug werden? Denn das arrogante Verhalten der Gottlosen zeugte von einem Mangel an gesundem Menschenverstand, an der einfachsten Form der Beobachtungsgabe. V. 9. Der das Ohr gepflanzt hat, ihm seinen Platz gegeben hat und es als einen der Sinne des Körpers funktionieren lässt, sollte der nicht hören? Waren die Gottlosen tatsächlich so begriffsstutzig, dass sie glaubten, der Schöpfer des Gehörsinns könne ihre unverschämten Spottrufe nicht hören? Der das Auge gemacht hat, es so gestaltet hat, dass es dem Sehsinn dient, sollte der nicht sehen? Glaubten die Tyrannen, dass ihre Unterdrückungsmaßnahmen vom allwissenden Gott wirklich unbemerkt blieben? V. 10. Der die Völker zurechtweist, ganze Völker für ihre Sünden bestraft, sollte der nicht strafen? die Feinde für ihre bösen Taten bestraft. Der den Menschen Erkenntnis lehrt? Vor ihm, der Quelle aller Weisheit und Erkenntnis, ist nichts verborgen. V. 11. Aber der HERR kennt die Gedanken der Menschen, er ist sogar mit den innersten Regungen der Menschen vertraut, dass sie nichts sind, da alle ihre Ziele und Absichten von Natur aus eitel sind. Vgl. 1 Kor 3,20.
V. 12. Wohl dem, den du, HERR züchtigst, indem du ihn züchtigst, wie ein Vater sein Kind züchtigt, und lehrst ihn durch dein Gesetz, ihm wahres Verständnis aus deinem ewigen Wort gibst, V. 13. Dass er als Folge der so gewonnenen rettenden Erkenntnis Geduld habe in den Tagen des Unglücks geben kannst, vor den Tagen des wahren Bösen, in denen er vom Angesicht des Herrn verworfen ist, bis dem Gottlosen die Grube gegraben ist, bis sie ihre wohlverdiente Strafe erhalten, was zur Erleichterung der Gläubigen führt. V. 14. Denn der HERR wird sein Volk nicht verstoßen, da die Gläubigen trotz der gegenwärtigen Unterdrückung zu ihm gehören, noch sein Erbe, seine Kirche, verlassen. V. 15. Denn Recht muss doch Recht bleiben, die wiederhergestellt und aufgerichtet werden muss; und dem werden alle frommen Herzen zufallen und nach einer so langen Zeit der Unterdrückung die Wiederherstellung von Recht und Gerechtigkeit eifrig begrüßen.
V. 16. Wer steht bei mir, zugunsten des Bittstellers, und sich auf seine Seite stellen, gegen die Boshaften? Wer tritt zu mir gegen die Übeltäter? Diese rhetorische Frage unterstreicht die Antwort, die im nächsten Vers gegeben wird. V. 17. Wenn der HERR mir nicht hülfe, ihn inmitten seiner Schwierigkeiten gestützt und verteidigt hätte, so läge meine Seele in der Stille, nämlich in der Stille des Todes. V. 18. Wenn ich sprach, in einer Klage und einem Gebet an den Herrn: Mein Fuß ist gestrauchelt, als die Gefahr bestand, dass er aufgrund der Unterdrückung durch den Feind stürzen würde, so hielt mich deine Gnade, HERR und ihn inmitten aller Gefahren aufrecht gehalten. V. 19. Ich hatte viel Bekümmernis in meinem Herzen, während sich Sorgen und Ängste in seinem Herzen vermehren, aber deine Tröstungen erquickten meine Seele, beruhigen und erfrischen sie, damit sie die Leiden dieses Lebens freudig erträgt.
V. 20. Soll der Thron der Ungerechtigkeit mit dir verbündet sein, der Richterstuhl der Zerstörung, das Tribunal der bösen Herrscher, die sich mit Gott verbündet haben, und sich rühmen, dass Gott selbst ihre Unterdrückung sanktioniert habe, der Unheil schafft gegen das Gesetz? Indem sie das göttliche Recht für ungerechte Verfahren missbrauchen und den Namen und das Wort Gottes als Deckmantel für ihre Unterdrückung benutzen. Es ist oft vorgekommen, dass Tyrannen die Bibel zitierten, um ihre Angriffe auf die Kirche zu rechtfertigen, und versuchten, ihre ungerechten Maßnahmen mit Berufung auf die Heilige Schrift zu verteidigen. V. 21. Sie vereinen sich gegen die Seele des Gerechten, planen seine Vernichtung und verdammen unschuldiges Blut, indem sie den Gläubigen unter dem Vorwand der Gerechtigkeit die Strafe des Gesetzes auferlegen.
V. 22. Aber der HERR ist mein Schutz, eine Festung gegen solche Angriffe; mein Gott ist der Fels meiner Zuflucht, der den Gläubigen vor allen Feinden schützt. V. 23. Und er wird ihnen ihr Unrecht vergelten, ihnen mit gleicher Münze heimzahlen und wird sie in ihrer Bosheit vertilgen, sie für all das Böse, das sie getan haben, vernichten; der HERR, unser Gott, wird sie vertilgen. Dieser Psalm ist eindeutig für alle Epochen der Kirchengeschichte geschrieben und wird daher den Gläubigen Trost spenden, wann immer sie von Schwierigkeiten und Verfolgungen heimgesucht werden.
Ermahnung,
Christus, dem HERRN, zu danken und seinem Wort zu gehorchen
Wenn wir Vers 8 dieses Psalms mit Hebräer 4,7 vergleichen, stellen wir fest, dass er David zugeschrieben werden sollte, entweder von ihm persönlich oder von einem seiner Sänger geschrieben. V. 1. Kommt herzu, lasst uns dem HERRN frohlocken, dieser Aufruf erklingt immer wieder in der Heiligen Schrift aufgrund der natürlichen Trägheit und Faulheit der Menschen; und jauchzen in höchster Freude dem Hort unseres Heils! V. 2. Lasst uns mit Danken vor sein Angesicht kommen, wörtlich „vor Sein Angesicht“, in Sein heiliges Heiligtum, und mit Psalmen ihm jauchzen und Lobgesängen, die Seine wunderbaren Eigenschaften preisen, freudig lobsingen! V. 3. Denn der HERR ist ein großer Gott, der in dieser Hinsicht eine einzigartige Größe einnimmt, und ein großer König über alle Götter, die von den Heiden fälschlicherweise als Götter bezeichnet werden. V. 4. In Seiner Hand, kraft Seiner wesentlichen Schöpfungskraft und Allmacht, sind die Tiefen der Erde, die Tiefen des Ozeans; und die Höhen der Berge, die Gipfel der höchsten Berge, sind auch sein und stehen unter Seiner absoluten Herrschaft. V. 5. Denn sein ist das Meer, und er hat’s gemacht, der mächtige Ozean ist ein Geschöpf Seiner Hand; und seine Hände haben das Trockene bereitet, 1. Mose 1, 9. 10. Ihm allein gebührt die Majestät der schöpferischen Allmacht und die Herrschaft über das Universum.
V. 6. Kommt, lasst uns anbeten und knien, in demütiger Verehrung; und niederfallen vor dem HERRN, der uns gemacht hat, dem wir auch unser Dasein, unser Leben und unseren Atem verdanken. V. 7. Denn er ist unser Gott, wobei die Betonung sowohl auf „Er” als auch auf „unser” liegt; und wir das Volk seiner Weide, die Herde, die von Ihm durch Sein Wort genährt wird, und Schafe seiner Hand, die Herde, die von Seiner allmächtigen Hand geführt und beschützt wird. Heute, wenn ihr seine Stimme hört, die Ermahnung, die alle Menschen auffordert, sich für den Herrn und Sein Wort zu entscheiden, V. 8. So verstockt euer Herz nicht, wie zu Meriba geschah, als die Kinder Israels mit dem Herrn in der Wüste bei Meriba und Massa stritten, 2. Mose 17, 7, und zu Massa in der Wüste, als das Verhalten der Israeliten die Langmut und Geduld des Herrn auf die Probe stellte; V. 9. Als mich eure Väter versuchten, mich prüften und sahen doch mein Werk, dies fasst die Klage des Herrn zusammen, 4. Mose 14, 22. V. 10. Vierzig Jahre, während der gesamten Wanderung durch die Wüste, hatte ich Ekel gegen dieses Volk, verärgert über das Volk, das er erwählt hatte, und sprach: Es sind Leute, deren Herz immer den Irrweg will, das bewusst den Weg des Irrtums und der Sünde geht, und die meine Wege nicht lernen wollen, sie weigerten sich, die Gebote des Herrn anzunehmen, die ihr Verhalten regeln; V. 11. dass ich schwur in meinem Zorn, wobei hier ein Teil dieses feierlichen Eides des Herrn zitiert wird: Sie sollen nicht zu meiner Ruhe kommen! Vgl. 4. Mose 14, 30. Es war eine nachdrückliche Erklärung, die durch seinen Eid bekräftigt wurde und zum Tod aller führte, die zum Zeitpunkt des Auszugs aus Ägypten über vierzig Jahre alt waren. Was uns Christen betrifft, so ist Hebräer 3,7 bis 4,13 in der Tat eine Anwendung dieses Psalms auf den Zustand der Gemeinde Gottes zu allen Zeiten, eine äußerst eindringliche Passage, die wir in diesen letzten Tagen der allgemeinen Abtrünnigkeit gut beachten sollten.
Von
dem neuen Lied des heiligen Evangeliums – eine Hymne des Reiches Gottes
V. 1. Singt dem HERRN ein neues Lied, eines, das zum neuen Erscheinungsbild und zur neuen Gestalt der Dinge im Reich des Messias passt; singt dem HERRN, alle Welt! alle Geschöpfe des Universums sind in dieser Aufforderung eingeschlossen. V. 2. Singt dem HERRN, Jahwe, dem mächtigen Messias; und lobt seinen Namen, macht die Eigenschaften bekannt, die mit der Erlösung der Menschheit zusammenhängen: verkündet von Tag zu Tag sein Heil in einem fortwährenden Lobgesang! V. 3. Erzählt unter den Heiden seine Herrlichkeit, denn die frohe Botschaft ist nicht auf das jüdische Volk beschränkt, unter allen Völkern seine Wunder! denn schon im Alten Testament ertönte immer wieder der Ruf zur Mission. V. 4. Denn der HERR ist groß, einzigartig in seiner göttlichen Größe, und hoch zu loben, höchst lobenswert; mehr zu fürchten, mit Ehrfurcht und Scheu zu betrachten, als alle Götter, nicht als ob die Verehrung von Götzen neben der Verehrung des Herrn zulässig wäre, sondern in dem Sinne, dass er allein als wahrer Gott verehrt werden darf und soll. V. 5. Denn alle Götter der Völker, die Götzen, die von den blinden Heiden törichterweise Götter genannt werden, sind Götzen, wörtlich „Nichtigkeiten”; aber der HERR hat den Himmel gemacht, Er allein ist der allmächtige Schöpfer. Der Kontrast ist sehr deutlich: Die Götzen der Menschen existieren nicht, außer in der törichten Vorstellung der Heiden; der Herr allein ist der wahre Gott. V. 6. Majestät und Pracht sind vor ihm, seine Diener verkünden sozusagen seine mächtigen Taten auf der ganzen Erde; Stärke und Herrlichkeit in seinem Heiligtum, wobei Macht und Gnade in der Beziehung zwischen dem Herrn und seiner Kirche besonders betont werden, Johannes 1, 14. Nachdem die wunderbare Herrlichkeit und Majestät sowie die Güte und Barmherzigkeit Jehovas dargelegt worden sind, wendet sich der Psalmist an alle Menschen mit einem dringenden Appell, nach dieser Erkenntnis zu handeln.
V. 7. Ihr Völker, bringt her dem HERRN, alle Generationen der Erdbewohner, bringt her dem HERRN Ehre und Macht! und erkennt ihn als den Besitzer dieser göttlichen Eigenschaften an. V. 8. Bringt her dem HERRN die Ehre seines Namens, die die Offenbarung seines Wesens in seinen Werken und seinem Wort den Menschen als Verpflichtung auferlegt; bringt ein Opfer, ein Zeichen der Anerkennung des Herzens, und kommt in seine Vorhöfe, den Ort der Anbetung des Herrn, wo sich die Gemeinde versammelt, um die Gnadenmittel zu empfangen. V. 9. Betet an den HERRN in heiligem Schmuck, in dem Hochzeitskleid aus dem Gleichnis des Neuen Testaments, der Heiligkeit und Gerechtigkeit, die den Gläubigen durch den Glauben zugerechnet wird; es fürchte ihn alle Welt! und bringt ihm die Ehrfurcht gläubiger Herzen dar. V. 10. Sagt unter den Heiden, in freudiger Verkündigung des Wesens und der Werke Gottes: Der HERR ist König, dass der Herr allein König des Universums ist; der Erdkreis ist fest gegründet, fest gegründet, dass er nicht wanken wird, dass niemand das Reich des Messias stürzen kann; Er wird die Völker gerecht richten, in Aufrichtigkeit und Gerechtigkeit. Angesichts dieser idealen messianischen Verhältnisse stößt der Psalmist einen letzten jubelnden Ausruf aus.
V. 11. Der Himmel freue sich, und die Erde sei fröhlich, auch die leblose Schöpfung wird aufgefordert, sich dem Lobgesang der Kirche anzuschließen; das Meer brause mit einer Stimme der Dankbarkeit, und was darin ist, alles, was es enthält; V. 12. Das Feld sei fröhlich, alle Wiesen und Prärien sollen sich mit dem Rest der Schöpfung vereinen, und alles, was darauf ist; und lasst jubeln alle Bäume im Wald, die mächtigen Wälder sollen ihre freudigen Lobeshymnen auf den Herrn singen, V. 13. vor dem HERRN; denn er kommt, denn er kommt, zu richten den Erdreich, um die Erde mit einem wunderbaren Gericht zu besuchen; Er wird den Erdkreis richten mit Gerechtigkeit, die der Messias für die gesamte verlorene und verdammte Welt der Sünder errungen hat, und die Völker mit seiner Wahrheit, der Treue Seiner gnädigen Verheißungen, wie sie sich in der Ankunft des Messias erfüllt haben. So wurden die Herrlichkeiten der messianischen Gnadenzeit vor den Gläubigen des Alten Testaments besungen. Um wie viel mehr sollten wir Christen von der Herrlichkeit der Barmherzigkeit und Wahrheit singen, die uns in Jesus Christus und seiner Erlösung offenbart und geschenkt wurde!
Von
Christus und seinem die ganze Welt umspannenden Reich
Es kann kein Zweifel daran bestehen, dass die Überschrift dieses Psalms in Luthers Bibel, „Von Christus und seinem Reich“, richtig ist, dass es der Herr ist, die zweite Person der Gottheit, Jesus Christus, der Erlöser, von dem der inspirierte Sänger spricht. V. 1. Der HERR ist König, Jahwe ist König, der allmächtige Herrscher in seinem dreifachen Reich; des freue sich die Erde, Ps. 96, 11; und seien fröhlich die Inseln, so viel ihrer sind, die vielen Küsten, als Vertreter der heidnischen Welt. Die fernen Küsten des Mittelmeers wurden oft als Symbol für die gesamte bewohnte Welt verwendet, und dieser Vers ist daher einer der großen missionarischen Texte des Alten Testaments. V. 2. Wolken und Dunkel sind um ihn her, das heißt, sein Wesen und seine Eigenschaften sind so wunderbar und geheimnisvoll, dass er wie von Wolken und Dunkel umhüllt erscheint, die das menschliche Auge nicht durchdringen kann; Gerechtigkeit und Recht sind seines Thrones Stütze, das Fundament, die Grundprinzipien seiner Herrschaft. V. 3. Feuer geht vor ihm her, als Manifestation seiner allmächtigen, verzehrenden Kraft, und zündet an ringsum seine Feinde, wörtlich: „setzt seine Gegner in Brand“. V. 4. Seine Blitze erleuchteten den Erdkreis; das Erdreich sieht es und erschrickt. Der Psalmist denkt dabei wahrscheinlich an die großen Naturereignisse zur Zeit der Gesetzgebungserteilung auf dem Berg Sinai, aber er schreibt diese majestätischen Manifestationen zu Recht dem Herrn, dem Messias, zu. V. 5. Berge zerschmelzen wie Wachs vor dem HERRN, in der Gegenwart des Herrn vor dem Herrscher der ganzen Erde, dem unbegrenzte Herrschaft und Souveränität gegeben worden war. Das Wort des Herrn geht in mächtiger Kraft hervor; es schmilzt entweder die harten Herzen und wirkt Glauben in ihnen, oder es bringt das Gericht Gottes über die böswilligen Ablehner der Botschaft der Erlösung und wird in ihnen zu einem Geruch des Todes zum Tode. Er, der Messias, ist der Herr, der große Allherrscher der ganzen Erde. V. 6. Die Himmel verkünden seine Gerechtigkeit, und alle Völker sehen seine Herrlichkeit, sind Zeugen dafür, dass die Wahrheit des Evangeliums auf der ganzen Erde verkündet wird und dass die Natur selbst lautstark von der unbegrenzten Macht des Herrn und dem Beweis seiner wahren Gottheit Zeugnis ablegt.
V. 7. Schämen müssen sich alle, die den Bildern dienen, beschämt wegen der Torheit ihrer groben Götzenverehrung, und sich der Götzen rühmen, ihrer Nichtigkeiten, ihrer Geschöpfe ihrer eigenen Fantasie, die sie anstelle Gottes gesetzt haben. Betet ihn an, alle Götter! die Götzen, die von törichten Menschen als Götter aufgestellt worden sind, müssen sich verneigen und alle Ehre allein dem Messias geben. Im Gegensatz zu dieser unterwürfigen und widerwilligen Anerkennung steht die Haltung der Kirche Christi. V. 8. Zion hört es und ist froh, erfüllt von der Glückseligkeit, die mit dem wahren Glauben einhergeht; und die Töchter Judas, die Gemeinde der Gläubigen, sind fröhlich, HERR, über deine Gerichte; denn die Tatsache, dass Er in Seinen Urteilen über die Menschen sowohl Seinen gnädigen und guten Willen als auch Seinen gerechten und heiligen Willen vollbringt, beweist Seine göttliche Majestät. V. 9. Denn du, HERR, bist der Höchste über allen Landen, über der ganzen Schöpfung; du bist hoch erhaben über alle Götter, über jedes Geschöpf, das diesen Namen trägt, durch die Torheit blinder Menschen.
V. 10. Die ihr den HERRN liebt, hasst das Arge! denn dieser Hass gegen alles Böse ist eine Frucht des Glaubens, Röm. 12, 5; der HERR bewahrt die Seelen seiner Heiligen, beschützt und bewahrt sie vor den Gefahren, die ihren Glauben bedrohen; von der Gottlosen Hand wird er sie erretten, aus dem Hass und der Verfolgung all ihrer Feinde. V. 11. Dem Gerechten muss das Licht immer wieder aufgehen, wie Samen, der immer aufgehen und sprießen und Frucht bringen wird, egal wie schlecht die Jahreszeit ist, und Freude den aufrichtigen Herzen. Trotz der dunklen Tage, die von Zeit zu Zeit kommen, scheint das Licht des Evangeliums von Gottes Barmherzigkeit weiterhin auf die Gläubigen und schenkt ihnen ein Glück, das jede irdische Befriedigung übertrifft. Deshalb fordert der Psalmist zum Schluss noch einmal auf: V. 12. Ihr Gerechten, freut euch des HERRN, denn der Herr, der Messias, ist die Quelle und Inspiration all ihrer Freude; und preist seinen heiligen Namen, lobt seinen heiligen Namen und verkündet ihn für die Offenbarung seiner Barmherzigkeit und Wahrheit in seinem Evangelium. So begrüßen die Gläubigen aller Zeiten mit freudiger Dankbarkeit den Messias als ihren König.
Ermahnung
zum Lob Christi
V. 1. Dies ist die einzige Hymne im Psalter, die lediglich die Überschrift „Ein Psalm“ trägt. Angesichts der Wunder der Gnade und Gerechtigkeit Gottes, wie sie sich im Kommen und Wirken des Messias offenbaren, ist die gesamte Schöpfung eingeladen, sich im Lobpreis des Herrn zu vereinen. Singt dem HERRN ein neues Lied, ein Lied von der Neuheit aller Dinge infolge der Erlösung der Menschheit durch das Wirken des Messias; denn er tut Wunder, die Wunder Seiner Gnade, indem Er der Welt das Heil gebracht hat; Er siegt mit seiner Rechten, Symbol Seiner allmächtigen Kraft, und mit seinem heiligen Arm, gestützt auf die Sündlosigkeit Seiner Vollkommenheit, haben Ihm den Sieg gebracht und den Menschen Hilfe und Heil gebracht. Gott selbst hat zugunsten der Menschen eingegriffen; es war sein wundersames Eingreifen durch den, der Wunderbarer genannt wird, das denen Befreiung gebracht hat, die im Schatten und in der Finsternis des Todes saßen. V. 2. Der HERR lässt sein Heil verkündigen, durch die Verkündigung des Evangeliums, sowohl vor als auch nach dem Kommen des Messias; vor den Völkern macht er seine Gerechtigkeit offenbar, die einen Weg fand, Erlösung zu bringen, indem sie die Gerechtigkeit des Erlösers der gefallenen Menschheit zurechnete, hat er offen vor den Heiden gezeigt, indem er sie öffentlich vor allen Menschen zur Schau stellte, indem er die Botschaft des Evangeliums auf der ganzen Erde verkünden ließ. V. 3. Er gedenkt an seine Gnade und Treue, seiner Gnade und Treue gedacht, den beiden göttlichen Eigenschaften, die so auffällig im Werk der Erlösung wirksam waren, gegenüber dem Haus Israel, das heißt dem geistlichen Israel, den Gläubigen aller Zeiten; aller Welt Enden sehen das Heil unseres Gottes, denn es wurde für die ganze Welt erlangt, Johannes 3, 16. Nachdem diese Tatsachen dargelegt worden sind, folgt die dringende Ermahnung zum Lobpreis.
V. 4. Jauchzt dem HERRN, in freudigem Jubel, alle Welt; singt, in ungezügeltem Freudenschrei, rühmt und lobt! V. 5. Lobet den HERRN mit Harfen, mit der Begleitung der Zither, mit Harfen und mit Saitenspiel, wobei sowohl Vokal- als auch Instrumentalmusik in den Dienst des Lobes des Herrn gestellt werden. V. 6. Mit Trompeten und Posaunen, den Hörnern, die so häufig im Gottesdienst verwendet werden, jauchzt vor dem HERRN, dem König, und begrüßt den Messias als ihren Herrscher. V. 7. Das Meer brause und was darin ist, wobei das Tosen zur Fülle des Meeres passt und die große Lautstärke des freudigen Klangs ausdrückt, der zu Ehren des Herrn erklingen soll; der Erdkreis und die drauf wohnen, organische und anorganische, belebte und unbelebte Geschöpfe, vereinen sich im Lobpreis des Messias. V. 8. Die Ströme sollen in die Hände klatschen, als Zeichen des Beifalls, ein Ausdruck der Freude, der bei der Thronbesteigung von Königen verwendet wird; und alle Berge seien fröhlich, all diese Bilder sind absichtlich übertrieben, um die grenzenlose Freude zu beschreiben, die die Herzen der Gläubigen erfüllt, V. 9. vor dem HERRN; denn er kommt, das Erdreich zu richten, in Seinem großen messianischen Besuch; Er wird den Erdkreis richten mit Gerechtigkeit und die Völker mit Recht, in der Aufrichtigkeit und Rechtschaffenheit Seiner Grundsätze des Rechts. Wer auch immer Seine Gerechtigkeit im Glauben annimmt, wird gerettet werden; wer nicht glaubt, wird wegen seines Unglaubens verdammt werden. Darum lasst alle Gläubigen sich unter Seinem Banner versammeln mit ihren treuen Lobgesängen.
Vom
Reich Christi, des dreimal Heiligen
Der Psalmist stellt in diesem Lobgesang, der so gut in diese Reihe passt, die barmherzige Herrschaft Gottes dar, insbesondere wie sie in und für seine Kirche im Wirken des Messias ausgeübt wird. V. 1. Der HERR ist König, Jahwe, der Messias, ist König; darum zittern die Völker und sich nur mit Ehrfurcht und Respekt in seine Gegenwart wagen; er sitzt auf den Cherubim, wobei der Raum zwischen den ausgebreiteten Flügeln der goldenen Cherubim auf dem Gnadenthron der Ort ist, an dem sich der Herr seinem Volk offenbart hat (2. Mose 25,22; 4. Mose 7,89). Darum wankt die Welt, inspiriert von Furcht vor seiner erhabenen Gegenwart. V. 2. Der HERR ist groß in Zion, in seiner heiligen Kirche, und hoch über alle Völker, in seiner Eigenschaft als König in seinem dreifachen Reich. V. 3. Preisen sollen sie deinen großen und wunderbaren Namen, die ehrfurchtgebietende Offenbarung seiner Majestät; denn er ist heilig, nachdrücklich im Hebräischen: „Heilig ist er“, dies ist eine Zeile aus der wunderbaren seraphischen Hymne, Jes. 6, 1-4. V. 4. Die Stärke des Königs ist, dass er das Recht liebt, seine wesentliche Gerechtigkeit veranlasst ihn, zu jeder Zeit Recht zu üben; du gibt gerechte Ordnung, Aufrichtigkeit und wahre Gerechtigkeit im Umgang mit den Menschen zu jeder Zeit; du schaffst Recht und Gerechtigkeit in Jakob. Der Bezug bezieht sich nicht nur auf die theokratische Regierung Gottes im Alten Testament, sondern auch auf die Herrschaft des Messias in seinem Reich der Gnade, in dem er den Mitgliedern dieses Reiches frei die Gerechtigkeit schenkt, die er für sie erworben hat, aufgrund derer sie stolz ihre Köpfe im Gericht des Herrn erheben können. V. 5. Erhebt den HERRN, unseren Gott, für diese Offenbarung seiner Gnade, betet an vor dem Schemel seiner Füße, indem ihr euch in demütiger Verehrung auf den Stufen vor seinem Thron niederwerft, denn solche Orte findet man überall dort, wo zwei oder drei in seinem Namen versammelt sind: denn er ist heilig. Wieder erklingen die Worte der seraphischen Hymne: „Heilig ist er!“ Der Sänger sucht nun nach einem passenden Vergleich und blickt zurück auf die Geschichte Israels. V. 6. Mose, der manchmal die Aufgaben eines Priesters wahrnahm, Ex. 24; 40, 22. 23, und Aaron unter seinen Priestern und Samuel unter denen, die seinen Namen anrufen, 1 Sam. 7, 8. 9, wobei diese drei prominente Vertreter der alttestamentlichen Kirche sind; sie riefen den HERRN an, ihre gesamte Anbetung war Ausdruck ihres Glaubens an den Jehova Israels, und er erhörte sie und erkannte sie so als seine Kinder im Glauben an, mit denen Er in der Gemeinschaft vereint war, die zwischen dem Herrn und allen Gläubigen besteht. V. 7. Er redete mit ihnen, zu seinem ganzen Volk, aus der Wolkensäule; sie hielten seine Zeugnisse, die wahren Israeliten, das Volk des Herrn im wahrsten Sinne des Wortes, befolgten alle Gebote und Vorschriften des Herrn und Gebote des Bundes, die er gab. V. 8. HERR, du bist unser Gott; du erhörtest sie; du, Gott, vergabst ihnen, dem ganzen Volk der Kinder Israels, und straftest ihr Tun und sie für ihre Missetaten, für ihre rebellischen Taten bestraft hast. Vergebung schließt nicht die Erlassung der Strafe ein, die mit vielen Sünden verbunden ist; vielmehr bewirkt die Züchtigung größere Demut. V. 9. Erhebt den HERRN, unseren Gott, und gebt ihm die Ehre, die seiner Majestät und Macht gebührt, und betet ihn an auf seinem heiligen Berg, auf dem Berg, wo er sich offenbart hat, das heißt im Neuen Testament, wo immer er zu den Menschen in seinem Evangelium, in seiner Gnade und Wahrheit kommt; denn der HERR, unser Gott, ist heilig, noch einmal die Betonung: „Denn heilig ist der Herr, unser Gott.“ Das ist das Loblied, das die Christen zu Ehren ihres Messias und Königs singen, dem dreimal Heiligen in Ewigkeit.
Danksagung für Gottes Wohltaten und
Ruf an alle Menschen, dem wahren Gott zu dienen
V. 1. Ein Lob—und Dankpsalm, der hier passend zum Abschluss dieser wunderbaren Reihe von Lobgesängen steht und dazu aufruft, Gott, dem Schöpfer, Erhalter und Wohltäter der Menschen, Dank zu sagen. V. 1. Jauchzet dem HERRN, mit Jubelgesang, alle Welt, Ps. 98, 4. V. 2. Dient dem Herrn mit Freuden, nicht in Furcht und Schrecken vor dem Gesetz, sondern mit der Freude, die aus wahrem Glauben entspringt; kommt vor sein Angesicht mit Frohlocken, mit Jubelrufen zu Ehren des mächtigen und barmherzigen Herrschers. V. 3. Erkennt, dass der HERR Gott ist, das ist die Grundlage für ein richtiges Verständnis der Göttlichkeit, dass Jehova allein der wahre Gott ist; Er hat uns gemacht, durch Seine allmächtige, schöpferische Kraft, und nicht wir selbst, alles, was wir sind und haben, ist ein Geschenk Seiner Güte und Gnade, und wir können an dieser Stelle durchaus an die gesamte Erklärung des ersten und zweiten Artikels des Glaubensbekenntnisses denken; zu seinem Volk, die Gläubigen, das wahre geistliche Israel und zu Schafen seiner Weide, die unter der Obhut des großen Guten Hirten stehen.
V. 4. Gehet ein zu seinen Toren mit Danken, zu seinen Vorhöfen mit Loben, alle Menschen sind eingeladen, sich der Gemeinde des Herrn anzuschließen, die ihren Ort der Anbetung in seinem Tempel hat, wo immer sein Wort gepredigt wird; danket ihm für den ganzen Reichtum seiner geistlichen Segnungen, lobet seinen Namen, indem ihr die Werke verkündet, die er durch seine wunderbaren Eigenschaften vollbracht hat. V. 5. Denn der HERR ist freundlich, Ps. 25, 8; 34, 8; und seine Gnade, die Großzügigkeit seiner göttlichen Gunst, auf der Grundlage der Erlösung, währet ewiglich; und seine Wahrheit, die Treue seiner Verheißungen und seiner Liebe, für und für, von einer Generation zur nächsten, solange die Welt besteht, wobei jede neue Generation von Gläubigen dieses wunderbare Loblied zu Ehren des Herrn, des Messias, lernt und verkündet, wie es auch in alle Ewigkeit gesungen werden wird.
Davids Regentenspiegel
– die Grundlagen für eine gute Regierung
V. 1. Ein Psalm Davids, in dem er die Leitlinien seines Lebens, insbesondere seiner Herrschaft, darlegt und gleichzeitig seine Dankbarkeit für Gottes Gnade ihm gegenüber zum Ausdruck bringt und des Herrn Güte preist. Von Gnade und Recht will ich singen, von der Gnade, wie sie im Evangelium gegeben und durch den Glauben angenommen wird, und von der Gerechtigkeit, wie sie der Herr im Umgang mit den Gläubigen zeigt, dem herrlichen Vorbild, das allen Herrschern zur sorgfältigen Nachahmung vorgehalten wird; und dir, HERR, Lob sagen, weil du ihm deine Gunst gewährt hast, indem du seine Herrschaft auf das Fundament der Gnade und Barmherzigkeit gestellt hast und dem König sein Vorbild immer vor Augen gehalten hast. V. 2. Ich will achten auf den rechten Weg, höchst umsichtig und vorsichtig wandeln, auf vollkommener Weise, auf dem Weg der Aufrichtigkeit. Wann wirst du zu mir kommen? Er sehnt sich nach der Hilfe des Herrn in seinem schwierigen Amt; er will nichts ohne Gottes Weisheit, die ihn leitet, unternehmen. Ich will mit lauterem Herzen in meinem Haus wandeln und mich in allen Angelegenheiten meines Lebens mit vollkommenem Herzen verhalten, in der Unschuld meines Herzens, und selbst den Anschein des Bösen vermeiden. V. 3. Ich nehme mir keine böse Sache vor, nichts Wertloses und Niederträchtiges vor meine Augen stellen, vor seine Augen, als würde er es mit Wohlgefallen betrachten. Ich hasse das Tun der Übertreter, die Übertretungen und Ausschweifungen begehen; das soll nicht an mir haften, er will sich gewissenhaft von allen Plänen und Absichten Belials fernhalten. V. 4. Ein verkehrtes Herz muss von mir weichen, eines, das in all seinen Plänen falsch und pervers ist; den Bösen leide ich nicht, er will sich nicht der Bosheit hingeben, sie nicht einmal kennen. V. 5. Wer seinen Nächsten heimlich verleumdet, den bringe ich zum Schweigen, ihn vernichten und ihn für seine Sünde töten; ich mag den nicht, der stolze Gebärden, sich arrogant und hochmütig verhält und Hochmut hat, aufgeblasen von unverschämter Hochmut, den werde ich nicht dulden, ihn würde David rundweg verstoßen und ihm nicht erlauben, in seiner Nähe zu bleiben. V. 6. Meine Augen nach den Treuen im Land, die Vertrauenswürdigen beobachten und sie zu seinen Ratgebern machen, damit sie bei mir wohnen; wer auf vollkommenem Weg wandelt, auf dem Weg der Aufrichtigkeit, der soll mir dienen; er wollte nur zuverlässige und ehrliche Männer als seine Diener. V. 7. Falsche Leute, sich der List hingibt, dürfen in meinem Haus nicht wohnen, dort keine Stellung haben, nicht verweilen oder sich an diesem Ort niederlassen; die Lügner, es sich zur Gewohnheit macht, vorsätzlich und böswillig Unwahrheiten zu verbreiten, bestehen nicht vor meinen Augen, einem solchen Menschen würde es nicht gestattet sein, am Hof zu bleiben. V 8. Jeden Morgen will ich vernichten alle Gottlosen im Land, wobei sich der Hinweis auf den Morgen entweder auf die reguläre Gerichtsverhandlung bezieht, die am Morgen stattfand, oder auf einen unermüdlichen, unablässigen Kampf gegen die Gottlosen, damit ich alle Übeltäter ausrotte aus der Stadt des HERRN; denn er würde sie an heiliger Stätte nicht dulden. Die Kirche Christi, die Gemeinde der Gläubigen, hat ebenfalls die Pflicht, alle, die offen gegen Gottes heiligen Willen verstoßen, aus ihrer Mitte zu entfernen, da die Duldung von Bosheit auf die Organisation zurückfällt, die solche falsche Nachsicht praktiziert, die der Herr als heiliges Volk haben will.
Bußgebet angefochtener und
gnadenhungriger Seelen
(Fünfter Bußpsalm)
V. 1 Ein Gebet des Elenden, Bedrängten, der in großem Elend und Not ist, wenn er betrübt und von Leid überwältigt ist, Ps. 61; 2, und seine Klage wie aus einem umgekehrten Gefäß in einem vollen Strom vor dem HERRN ausschüttet. V. 2. HERR, höre mein Gebet, wobei der hier genannte Herr die zweite Person der Gottheit ist, wie er auch im Alten Testament bekannt war und angebetet wurde, Hebr. 1, 10-12, und lass mein Schreien zu dir kommen, indem du alle Hindernisse beseitigst, die seinen freien Lauf behindern würden. V. 3. Verbirg dein Antlitz nicht vor mir, in Abneigung oder gar Gleichgültigkeit, in der Not; neige deine Ohren zu mir, in einer Haltung wohlwollender Aufmerksamkeit; wenn ich dich anrufe, so erhöre mich bald, da aufgrund der Größe der Not eine schnelle Hilfe erforderlich ist.
V. 4. Denn meine Tage sind vergangen wie Rauch, der nach oben steigt und verschwindet, und meine Gebeine sind wie von Brand durchglüht, die Hitze des Fiebers glüht in seinen Gliedern und verzehrt ihn, wie das Feuer den Brennstoff auf dem Herd verzehrt. V. 5 Mein Herz ist geschlagen, ausgetrocknet, weil die Blutversorgung unzureichend ist, und verdorrt wie Gras, wegen der Hitze der inneren Qual, dass ich auch vergesse, mein Brot zu essen, was die Folge tiefer Trauer ist. V. 6. Mein Gebein klebt an meinem Fleisch vor Heulen und Seufzen, wegen der Anstrengung, die mit seinem ständigen Stöhnen und Klagen einhergeht, kleben meine Knochen an meiner Haut, seine extreme Auszehrung aufgrund seiner Qualen. V. 7. Ich bin wie eine Eule [o.: Pelikan] in der Wüste; ich bin gleich wie ein Käuzchen in den zerstörten Städten, an verfallenen Orten, beides sind nach dem levitischen Gesetz unreine Vögel. V. 8. Ich wache, verbringe die Nacht schlaflos und bin wie ein einsamer Vogel, ein kleiner und verachteter Vogel, auf dem Dach, die Figuren drücken extreme Einsamkeit aus.
V. 9. Täglich schmähen mich meine Feinde und verhöhnen ihn als einen von Gott Verlassenen; und die mich verspotten, sind voller Zorn und Wut und schwören bei mir, machen seinen Namen zum Sprichwort und begleiten ihre bösartigsten Flüche gegen jeden mit einem Hinweis auf den Zustand des Leidenden. V. 10. Denn ich esse Asche wie Brot, in ihr gesessen als Zeichen großer Trauer und sie auf sein Haupt und seine Kleider gestreut, und mische meinen Trank mit Tränen, vgl. Ps. 42, 3, V. 11. Vor deinem Drohen und Zorn, da der Herr ihm seinen Zorn über seine Verfehlungen bewiesen hat; dass du mich emporgehoben, ihm den festen Boden unter den Füßen entzogen und zu Boden geworfen hast, wobei das Bild von einem stürmischen Wind stammt, der einen Menschen umwirft. V. 12. Meine Tage sind dahin wie ein Schatten, der sich neigt, sich verlängert, wenn die Sonne sich dem westlichen Horizont nähert, was zeigt, dass die Nacht des Todes bevorsteht; und ich verdorre wie Gras, wie eine entwurzelte Pflanze, die zwangsläufig verdorrt.
V. 13. Du aber, HERR, bleibst ewig, weshalb der Psalmist inmitten seines Elends sein vertrauensvolles Gebet an ihn richtet, und dein Gedenken für und für, du ewiger und unveränderlicher Herrscher des Universums, dessen Verheißungen für immer sicher sind. V. 14. Du wollest dich aufmachen, wie einer, der scheinbare Gleichgültigkeit und Lethargie abwirft, und über Zion erbarmen, deiner Kirche; denn es ist Zeit, dass du ihr gnädig seist, ihr Gnade und Güte zu zeigen, und die Stunde, das heißt der Zeitpunkt, auf den die Verheißung des Herrn blickte, ist gekommen. Wenn die Bedrängnis ihren Höhepunkt erreicht, dann ist die Hilfe des Herrn immer am nächsten. V. 15. Denn deine Knechte, die Gläubigen aller Zeiten, lieben seine Steine, da sie alle von glühender Liebe zur Kirche erfüllt sind, und es ist ihnen weh um seinen Schutt, da ihr liebevolles Verlangen an den Trümmern der Kirche hängt. Dieser Vers zeigt, dass der Psalm während des babylonischen Exils verfasst wurde, als sich die mitfühlende Zuneigung der gefangenen Juden eifrig den Trümmern Jerusalems, dem Heiligtum Jehovas, zuwandte. Gleichzeitig ist diese Situation typisch für viele Zeiten der Bedrängnis und des Untergangs in der geistlichen Gemeinde Christi, in denen die Gläubigen die schwierige Lage der Kirche beklagen; V. 16. Damit die Heiden den Namen des HERRN fürchten, Menschen aus allen Ländern der Welt werden den Herrn kennenlernen, wie er sich offenbart hat, und ihn in heiliger Ehrfurcht und Verehrung anbeten, und alle Könige auf Erden, sogar die Herrscher der heidnischen Nationen, deine Herrlichkeit. Es ist ein Bild der messianischen Verhältnisse, das der Prophet hier zeichnet; V. 17. Wenn der HERR Zion aufbaut und seine Kirche errichtet, und erscheint in seiner Herrlichkeit, in der Herrlichkeit des Evangeliums, wie es in der ganzen Welt verkündet wird.
V. 18. Er wendet sich zum Gebet der Verlassenen, der heimatlosen Verbannten, erhören und verschmäht ihr Gebet nicht, ihre Bitte um Gnade nicht zurückweisen. V. 19. Das werde geschrieben auf die Nachkommen, damit das Evangelium von Jehovas Erlösung in zukünftigen Zeitaltern bekannt wird; und das Volk, das geschaffen werden wird, wird den HERRN loben, in der Verehrung des wahren Glaubens. V. 20. Denn er schaut von seiner heiligen Höhe; der HERR sieht vom Himmel auf die Erde und die Nöte seines Volkes beobachtet er genau, V. 21. Dass er das Seufzen der Gefangenen höre, wobei die Verbannten aus Juda als Symbol für die geistig Bedrängten in der Kirche zu allen Zeiten dienen; und losmache die Kinder des Todes, aufgrund von Fesseln und Gefangenschaft; V. 22. Damit sie zu Zion verkündigen den Namen des HERRN, indem er das Evangelium seiner Barmherzigkeit verkündet, und sein Lob in Jerusalem, inmitten seiner heiligen Gemeinde, V. 23. wenn die Völker zusammenkommen und die Königreiche, dem HERRN zu dienen, in jener wunderbaren Organisation, die heute als christliche Kirche bekannt ist. Der Psalmist schildert nun erneut die Situation des einzelnen Gläubigen.
V. 24. Er demütigt auf dem Weg meine Kraft, der Herr schmälerte seine Lebenskraft, indem er ihn ins Exil schickte; er verkürzt meine Tage, und mit ihm schien das gesamte Volk im Exil dem Tod geweiht zu sein. V. 25. Ich sage: Mein Gott, nimm mich nicht weg in der Hälfte meiner Tage, denn der Tod vor Erreichen des durchschnittlichen Lebensalters wurde als besonders schwere Strafe des Herrn angesehen. Deine Jahre währen für und für, des Herrn Ewigkeit steht im Gegensatz zur Schwäche und Vergänglichkeit des menschlichen Lebens. V. 26. Du hast vorzeiten die Erde gegründet, Seine Schöpfungskraft ist daher in der Lage, auch in dieser Extremsituation Befreiung zu wirken; und die Himmel sind deiner Hände Werk, ein Produkt Seines Schöpfungsaktes. V. 27. Sie werden vergehen, nämlich im Zusammenhang mit der großen Veränderung, die am Jüngsten Tag stattfinden wird, aber du bleibst, gefestigt und unveränderlich inmitten des Untergangs des Universums; sie werden veralten wie ein Gewand, Jes. 51, 6; 2 Petr 3,10; wie ein Gewand wechselst du sie, und sie werden verwandelt werden [d.i.: verschwinden]. Offb 21,1. V. 28. Du aber bleibst, wie du bist, der ewige und unveränderliche „Ich bin“, und deine Jahre nehmen kein Ende. Weil Jahwe der ewige Herr ist, schließt der Psalmist mit einer zuversichtlichen Aussage, V. 29. Die Kinder deiner Knechte werden wohnen bleiben, die christliche Kirche wird von einer Generation zur nächsten weiterbestehen, und ihr Same wird vor dir gedeihen, als die Gemeinschaft der Gläubigen, die für das ewige Leben bestimmt ist. Mit diesem Gedanken, der sie stützt, können die Christen ihre Herzen freudig zu dem Herrn dem Gott ihrer Erlösung, erheben und auf seine Erlösung vertrauen.
Aufforderung
zum Lobpreis der Güte Gottes
V. 1. Ein Psalm Davids, in dem er seine dankbare Anerkennung für Gottes Gaben und Segnungen für sich selbst zum Ausdruck bringt und am Ende alle Geschöpfe auffordert, sich seinem Lobgesang anzuschließen. Lobe den HERRN, meine Seele, eine nachdrückliche Aufforderung und Ermahnung, eine freudige Selbstermutigung; und was in mir ist seinen heiligen Namen, alle Organe des Körpers werden aufgerufen, für die reichen Segnungen des Herrn zu danken, um die Offenbarung seines Wesens und all seiner Eigenschaften vor den Menschen überall bekannt zu machen. V. 2. Lobe den HERRN, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat, all seine Taten der Barmherzigkeit und Güte, für die er von allen Menschen Dank verdient; V. 3. der dir alle deine Sünden vergibt, wobei die Vergebung der Sünden der grundlegende Segen im Leben jedes Christen ist, und hier nicht nur eine, sondern alle Sünden in die Vergebung einbezogen werden; und heilt alle deine Gebrechen, die als Folge und Strafe der Sünde über die Menschen kommen, alle inneren und äußeren Leiden; V. 4. der dein Leben vom Verderben erlöst, indem er dich, selbst um den Preis seines einzigen Sohnes, von Elend und Tod selbst befreit; der dich krönt mit Gnade und Barmherzigkeit, indem er dem Gläubigen den ganzen Reichtum seiner Gnade und Barmherzigkeit wie eine kostbare Krone auf sein Haupt setzt; V. 5. Der deinen Mund fröhlich macht, indem er seinen Segen in reichlichem Maße schenkt, und du wieder jung wirst wie ein Adler, dessen jährliche Mauser als Bild für die Verjüngung durch Gnade verwendet wurde (Jes 40,31). Nach dieser einleitenden Ermahnung folgt eine Beschreibung der gnädigen Herrschaft Gottes.
V. 6. Der HERR schafft mit liebevoller Fürsorge Gerechtigkeit, wörtlich „Taten der Gerechtigkeit”, und Recht allen, die Unrecht leiden und beweist damit seine Gerechtigkeit zugunsten seines Volkes gegenüber allen Feindseligkeiten seitens der vielen Gegner der Gläubigen. V. 7. Er hat seine Wege Mose wissen lassen, indem er sich als der Herr der Barmherzigkeit in seinem Wirken durch die Weltgeschichte offenbart und verkündet hat, 2. Mose 33, 13; 34, 6-8, die Kinder Israel sein Tun, gemäß der Verheißung, die er Mose bei dieser Gelegenheit gegeben hat. V. 8. Barmherzig und gnädig ist der HERR, wobei die beiden hier dargestellten Eigenschaften die herausragenden Merkmale seines Verhaltens gegenüber seinen Kindern zu allen Zeiten sind: geduldig, lange und geduldig auf ein Zeichen der Reue wartend, bevor er seinen Zorn ausgießt, und von großer Güte, wobei sich seine Größe in dieser Hinsicht den Gläubigen während ihres ganzen Lebens offenbart. V. 9. Er wird nicht immer hadern und das Verhalten des Menschen zum Anlass für ständige Strafverfolgung nehmen, noch ewig Zorn halten, als ob er den Menschen Groll hegte. V. 10. Er handelt nicht nach unseren Sünden, für die wir mit ewiger Vernichtung bestraft worden wären, und vergilt uns nicht nach unserer Missetat, mit der Strafe, die wir wirklich verdient hätten. V. 11. Denn so hoch der Himmel über der Erde ist, mit seiner fast unbegrenzten Weite, lässt er seine Gnade walten über denen, die ihn fürchten. V. 12. So fern der Morgen [Osten] vom Abend [Westen] ist, getrennt durch eine fast unvorstellbar große Weite, lässt er unsere Übertretungen von uns sein, und damit auch ihre Strafe. Die Bilder veranschaulichen die unendliche Macht und die völlige Uneingeschränktheit der Gnade Gottes. V. 13. Wie sich ein Vater über Kinder erbarmt, ihnen seine väterliche Barmherzigkeit zeigt, so erbarmt sich der HERR über die, die ihn fürchten, seiner Kinder durch den Glauben an Christus.
V. 14. Denn er kennt, was für ein Gebilde wir sind, wie wir beschaffen sind, unsere Schwäche und Gebrechlichkeit; er denkt daran, dass wir Staub sind, denn aus Staub wurde der Mensch ursprünglich geformt, 1. Mose 2, 7. V. 15. Der Mensch ist in seinem Leben wie Gras, Symbol der Vergänglichkeit, 1 Petr 1, 24; er blüht wie eine Blume auf dem Feld, Hiob 14, 1. 2, deren Schönheit nur von kürzester Dauer ist. V. 16. Wenn der Wind darüber geht, der sengende Wind, der aus der Wüste heraufkommt, ist sie nicht mehr da, verdorrt und verwelkt; und ihre Stätte, der Fleck Erde, wo sie ihr kurzes Dasein verbrachte, kennt sie nicht mehr. Vgl. Jes. 40, 7. 8; Hiob 7, 10. In wunderbarem Kontrast zu dieser vergänglichen Schwäche des Menschen steht die Gnade Jehovas, wie sie in der Botschaft des Evangeliums offenbart wird. V. 17. Aber die Gnade des HERRN währt von Ewigkeit zu Ewigkeit, mit einer ewigen Kraft, die die Gebrechlichkeit aller Geschöpfe überdauert, über denen, die ihn fürchten, die ihm durch den Glauben an die Erlösung durch den Messias vertrauen, und seine Gerechtigkeit auf Kindeskind, die denen gezeigt und gegeben wird, die in die Fußstapfen ihrer gläubigen Eltern treten, 2. Mose20,6; 34,7; 5. Mose 7,9; V. 18. bei denen, die seinen Bund halten, den Bund seiner Gnade, der allen Menschen in Messias angeboten wird, und denken an seine Gebote, dass sie danach tun, und ihr ganzes Leben nach der Regel des heiligen Willens Gottes ausrichten.
V. 19. Der HERR hat seinen Thron im Himmel bereitet, ihn fest gegründet als den ewig gesegneten und allmächtigen Gott, 1 Tim 6, 15. 16, und sein Reich herrscht über alles, denn er ist der König der Könige und der Herr der Herren, der Souverän in seinem Reich der Macht. V. 20. Lobet den HERRN, ihr seine Engel, Anführer seiner unsichtbaren Geschöpfe, ihr starken Helden, sie sind Helden der Stärke, von Gott mit ungewöhnlicher Macht ausgestattet, die ihr seinen Befehl ausrichtet, in Taten des sofortigen Gehorsams, dass man höre die Stimme seines Worts, denn das Gebot des Herrn zu hören bedeutet in ihrem Fall, es sofort auszuführen. V. 21. Lobet den HERRN, alle seine Heerscharen, die großen Heerscharen der himmlischen Geister; seine Diener, die ihr seinen Willen tut, das ist das Werk der Engel, einzeln und gemeinsam. V. 22. Lobet den HERRN, alle seine Werke, an allen Orten seiner Herrschaft, die gesamte unbelebte Schöpfung schließt sich seinem Lob und seiner Danksagung an.
Lobe den HERRN, meine Seele, die letzte Ermahnung des Psalmisten, der den Gedanken wiederholt, mit dem er seine kraftvolle Hymne begonnen hat. Wahrlich, die Gläubigen aller Zeiten haben allen Grund, die unermessliche Barmherzigkeit des Herrn zu preisen und zu verherrlichen, wie sie ihnen in Jesus Christus, dem Erlöser, offenbart wurde.
Lob
Gottes aus dem Buch der Natur
Der Psalmist, wahrscheinlich David, wie im vorangegangenen Psalm, preist die Herrlichkeit Gottes in den Werken seiner Schöpfung und Vorsehung. V. 1. Lobe den HERRN, meine Seele! eine kraftvolle Selbstermutigung, wie im vorangegangenen Psalm. HERR, mein Gott, du bist sehr groß, voller königlicher Pracht und majestätischer Herrlichkeit; du bist mit Majestät und Pracht gekleidet, die das königliche Gewand bilden, das in allen Teilen des geschaffenen Universums sichtbar ist; V. 2. Licht ist dein Kleid, das du anhast, strahlend im Licht seiner Schöpfung mit seiner ewigen Kraft und Gottheit. 1. Mose 1, 3-5; Du breitest den Himmel aus wie einen Zeltvorhang, wobei das Firmament des sichtbaren Himmels als ein Zeltvorhang betrachtet wird, der seine Herrlichkeit widerspiegelt, 1. Mose l, 6-8; Jes. 40, 22; V. 3. Du baust deine Kammern in den Wassern, wobei die oberen Räume der Wohnung Gottes als auf den Wassern jenseits des Firmaments gegründet angesehen werden; du fährst auf Wolken wie auf einem Wagen, wenn er hervorkommt, um mit seinem Regen zu segnen und mit seinem Donner und Blitz zu drohen und zu vernichten, Jes. 19, 1; und wandelst auf den Fittichen des Windes, in einer herrlichen Manifestation seiner Macht; V. 4. der seine Engel [Boten] zu Winden macht, seine eigenen Boten, die in der segensreichen und zerstörerischen Kraft der Winde gegenwärtig sind; und seine Diener zu Feuerflammen, denn sie sind in und durch die Kräfte der Natur tätig, sie sind Träger der schöpferischen Energie Gottes; V. 5. der du das Erdreich gegründet hast auf ihren Grundfesten, ihre Säulen errichtet hat, eine poetische Ausdrucksweise, um die Stabilität der Erde zu bezeichnen, die frei im Raum schwebt, Hiob 26, 7; 38, 4, dass es nicht wankt immer und ewig, bis der Herr selbst beschließt, die Veränderung hin zu einem neuen Himmel und einer neuen Erde vorzunehmen. V. 6. Mit der Tiefe [o.: Flut] decktest, mit den Wassern des ursprünglichen Chaos, über denen der Geist Gottes zur Zeit der Schöpfung schwebte, 1. Mose 1, 2, du sie wie mit einem Kleid; und Wasser standen über den Bergen. V. 7. Aber vor deinem Schelten flohen sie, als sein Befehl das Meer vom trockenen Land trennte; vor deinem Donner fuhren sie dahin. V. 8. Die Berge erhoben sich, und die Täler sanken hinab zu dem Ort, den du ihnen gegründet hast, all dies geschah an jenem großen dritten Tag der Schöpfung, 1. Mose l, 9; denn die Berge sind so alt wie die Erde und die Wasser, die sie ursprünglich bedeckten. V. 9. Du hast eine Grenze gesetzt, ihnen eine bestimmte Grenze festgelegt, darüber kommen sie nicht, und dürfen nicht wieder das Erdreich bedecken, Hiob 38, 8-11; Jer. 5, 22.
V. 10. Du lässt die Brunnen quellen in die Täler, deren Ursprung in den Bergen oben liegt, dass sie, ihren regelmäßigen Lauf nehmen, zwischen den Bergen hinfließen, in den Bächen und Flüssen. V. 11. dass alle Tiere des Feldes trinken; und die Wildesel ihren Durst stillen. V. 12. An ihnen, das heißt entlang ihres Laufes, sitzen die Vögel des Himmels und singen aus den Zweigen, wörtlich: „aus den Zweigen heraus geben sie ihre Stimme“. V. 13. Du tränkst die Berge von oben her, aus seiner Wohnung über dem Firmament, mit reichlichem Regen; du machst das Land voll Früchte, die du schaffst, denn der Regen lässt alle Arten von Vegetation wachsen und zu ihrer Zeit reifen. V. 14. Du lässt Gras wachsen für das Vieh und Saat, Nahrungspflanzen aller Art, zum Nutzen des Menschen, damit sie sie anbauen und ihre Früchte genießen können; dass du Brot aus der Erde hervorbringst, durch den Segen seines Regens, V. 15. und dass der Wein erfreue des Menschen Herz, dessen angemessener Gebrauch in der Heiligen Schrift immer mit Zustimmung erwähnt wird, und sein Antlitz glänze vom Öl, wegen des erhöhten Nährwerts, den es den Speisen verleiht, und das Brot des Menschen Herz stärke und ihm Kraft und Energie verleiht, wobei diese drei, Getreide für Brot, Wein und Öl, als die wichtigsten Nahrungsmittel im Orient gelten; V. 16. Dass die Bäume des HERRN, wobei der Dichter wahrscheinlich besonders an die Zedern des Libanon dachte, voll Saft stehen, die Zedern des Libanon, die er gepflanzt hat. Vers 17. Dort nisten die Vögel; und die Störche oder den Reiher wohnen im Wacholder oder haben in Zypressen ihr Zuhause. Vers 18. Die hohen Berge sind der Steinböcke Zuflucht, die aus diesem Grund Bergziegen genannt werden, und die Felsklüfte für den Klippdachs, wahrscheinlich den Felsdachs, ein murmelähnliches Tier, das in felsigen Gegenden lebt.
V. 19. Du hast den Mond gemacht, das Jahr danach zu teilen, um die Jahreszeiten zu messen; die Sonne weiß ihren Niedergang, wie ursprünglich vom Herrn festgelegt, 1. Mose 1, 14. V. 20. Du machst Finsternis, und es wird Nacht, die Nacht folgt auf den Tag nach seiner Vorsehung; da regen sich alle Tiere des Waldes, die Raubtiere, die den Tag in ihren Höhlen verbringen; V. 21. die jungen Löwen, die da brüllen nach dem Raub, während sie nach ihrer Nahrung suchen, und ihre Speise fordern von Gott, der ihnen den Instinkt gegeben hat, auf diese Weise nach ihrer Nahrung zu jagen. V. 22. Wenn die Sonne aufgeht, heben sie sich, ziehen sich aus den offenen Räumen zurück, wo sie Gefahr laufen, Menschen zu begegnen, und legen sich in ihren Höhlen. V. 23. So geht denn der Mensch hinaus an seine Arbeit, zu dem ihm zugeteilten Tag, und an sein Werk bis zum Abend. Vgl. Hiob 24, 5; 37, 8; 38, 40. Im nächsten Abschnitt des Psalms fasst der Dichter die Wunder Gottes im Meer zusammen.
V.
24. HERR, wie sind deine Werke so groß und viel! Du hast sie alle weise
geordnet, geleitet in seiner schöpferischen Tätigkeit von seiner
unendlichen Allweisheit; und die Erde ist voll deiner Güter, deiner
Geschöpfe. V. 25. Das Meer, das so groß und weit ist, das sich so weit
ausbreitet, bis zum fernen Horizont, da wimmelt’s ohne Zahl, große und
kleine Tiere. V. 26. Dort fahren die Schiffe dahin, Menschen, die sich auf
den Ozean begeben, um ihren Handelsgeschäften nachzugehen; da ist der
Leviathan, ein Seeungeheuer, wahrscheinlich der Wal, den du gemacht
hast, damit zu spielen.
V. 27. Es, all die Millionen von Geschöpfen, wartet alles auf dich, schauen auf die Vorsehung Gottes, dass du ihnen ihre Speise gibst, die Nahrung, die sie brauchen, zur seiner Zeit, zum richtigen Zeitpunkt. V. 28. Wenn du ihnen gibst, so sammeln sie an den verschiedenen Orten, wo es bereitgestellt ist; wenn du deine Hand auftust, so werden sie mit Gutem gesättigt, reichlich versorgt mit allem, was sie brauchen. V. 29. Verbirgst du dein Angesicht und dich für eine Zeit lang weigerst, ihre Not zu erkennen und zu stillen, so erschrecken sie, erschrocken und fühlen sich sofort verlassen; du nimmst weg ihren Odem und ihnen das entziehst, was sie zum Leben brauchen, so vergehen sie und werden wieder zu Staub, 1. Mose 3, 19; Pred. 12, 17. V. 30. Du lässt ausgehen deinen Odem, den Heiligen Geist, der am Werk der Schöpfung beteiligt war (1. Mose 1,3), so werden sie geschaffen, und erneuerst das Antlitz der Erde mit jeder neuen Generation von Geschöpfen.
V. 31. Die Herrlichkeit des HERRN bleibe ewig, wie sie sich in seinem Schöpfungswerk offenbart; der HERR freue sich seiner Werke, wie er es tat, als er sie für sehr gut befand, 1. Mose 1, 31. V. 32. Er schaut die Erde an, mit einem finsteren Blick des Zorns, so bebt sie vor Furcht vor seiner Strafe; er rührt die Berge an, so rauchen sie, von seinem Willen in Brand gesetzt. So könnte Gott seine Macht in der Zerstörung verherrlichen, wenn er es wollte; daher ist es für die Gläubigen am besten, ihr Leben in dankbarer Lobpreisung Gottes zu verbringen. V. 33. Ich will dem HERRN singen mein Leben lang; und meinen Gott loben, solange ich bin. V. 34. Meine Rede, in der ich alle Wunder Seiner Barmherzigkeit und Macht betrachte, möge ihm wohlgefallen, dem Herrn wohlgefällig; ich freue mich des HERRN. Dieselbe gute Beziehung sollte laut dem Psalmisten überall bestehen, und diejenigen, die sich weigern, in Gemeinschaft mit Jehova zu treten, werden für immer bestraft werden. V. 35. Die Sünder, diejenigen, die Ihm den Glauben und den Dienst verweigern, sollen vertilgt werden von der Erde, und die Gottlosen nicht mehr sein. Lobe den HERRN, meine Seele, lautet die letzte Selbstermahnung des Psalmisten. „Halleluja!“, um den Gefühlen des Dichters voll und ganz Ausdruck zu verleihen und die Kirche Gottes aller Zeiten aufzurufen, sich seinem Lobgesang anzuschließen.
Danksagung
für Gottes Heilstaten anhand einer kurzen Chronik von Abraham bis Josua
Nach einer Ermahnung, Gott zu preisen, die sich insbesondere an die Gemeinde Israels richtet, begründet der Psalmist seine Ermahnung mit einer Zusammenfassung der Geschichte Israels von der Berufung Abrahams bis zur Ansiedlung in Kanaan. V. 1. Dankt dem HERRN; ruft an seinen Namen, sowohl um seine Herrlichkeit zu preisen als auch um sein Wesen und seine Eigenschaften zu verkünden; verkündigt sein Tun unter den Völkern! wobei diese Verkündigung unter den Nationen als missionarischer Aufruf dient. V. 2. Singt ihm und spielt ihm, begleitet von fröhlicher Musik; redet, in bereitwilligen Gesprächen zu Hause und im Ausland, von allen seinen Wundern! von all den Wundern, die er im Interesse Israels vollbracht hat. V. 3. Rühmt seinen heiligen Namen, rühmt euch seiner Vollkommenheit, wie sie sich in seinen Taten zeigt; es freue sich das Herz derer, die den HERRN suchen! in wahrem Glauben und Vertrauen. V. 4. Fragt nach dem HERRN und nach seiner Macht, wünscht euch, sie gemäß seiner gnädigen Einladung und Verheißung zu besitzen; sucht sein Antlitz allezeit! um euch im barmherzigen Licht seines Antlitzes zu sonnen. V. 5. Denkt an seine Wunderwerke, die er getan hat, die sich in den vergangenen Befreiungen gezeigt haben, wie sie in der Geschichte Israels zu finden sind; seine Wunderzeichen und die Urteile seines Mundes, denn seine Wunder zeigten ihn in seinen Entscheidungen für das Gute und gegen die Bösen, V. 6. ihr, der Same Abrahams, seines Knechts, ihr Kinder Jakobs, seine Auserwählten! wobei der Text in erster Linie die geistlichen Nachkommen Abrahams und Jakobs meint, wie sie inmitten des Volkes Israel zu finden waren. Nach dieser einleitenden Ermahnung erzählt der inspirierte Dichter kurz von einigen bemerkenswerten Taten des Herrn.
V. 7.
Er ist der HERR, unser Gott, der Herr der Erlösung für alle Gläubigen; er
richtet in aller Welt, in Liebe gegenüber denen, die ihn fürchten, in Zorn
gegenüber denen, die sich ihm widersetzen. V. 8. Er denkt ewig an seinen
Bund, die barmherzige Vereinbarung, durch die Jehova die Kinder Israels als
sein Eigentum angenommen hatte, an das Wort, das er verheißen hat auf tausend
Generationen, denn die Verheißung, durch die Abraham und seine Nachkommen
als das Volk des Herrn bestimmt wurden, hatte eine umfassendere messianische
Bedeutung und bezog sich auf die Auserwählten des Herrn aller Zeiten, V. 9. Den
er gemacht hat mit Abraham, 1. Mose 12, 2-7, und seinen Eid an Isaak,
1. Mose 26, 1-6; V. 10. und stellte dasselbe Jakob als eine Satzung, als
Bundesordnung, und Israel, hier der zweite Name Jakobs, 1. Mose 32, 38, als
ewigen Bund; V. 11. und sprach: Dir will ich das Land Kanaan geben, 1. Mose
13, 14. 15; 15, 18, das Los eures Erbes, wobei dieser Ausdruck das Land
bezeichnet, das mit einer Schnur abgemessen wird, V. 12. als sie wenige,
1. Mose 34, 30, und gering waren und Fremdlinge darin.
V. 13. Und sie, die Patriarchen, die Vorfahren des auserwählten Volkes Gottes, zogen von Volk zu Volk und waren gezwungen, oft ihren Wohnort zu wechseln, wobei Mesopotamien, Kanaan, Philistäa und Ägypten die Länder ihrer Wanderung waren, von einem Königreich zum anderen Volk, Vers 14. Er ließ keinen Menschen ihnen Schaden tun, nicht einmal nach der Rache, die Simeon und Levi an den Sichemitern nahmen, 1. Mose 34; und strafte Könige um ihretwillen: wie den Pharao und Abimelech, die Könige von Ägypten bzw. Philistäa, 1. Mose 12, 10-20; Kap. 26 und 31; V. 15. „Tastet meine Gesalbten nicht an“, denn so wurden die Patriarchen als Vorfahren der Könige, Priester und Propheten bezeichnet, „und tut meinen Propheten kein Leid“, denn alle Patriarchen verkündeten nicht nur den Namen des Herrn, sondern sagten auch zukünftige Ereignisse voraus, insbesondere in den Segnungen, die sie über ihre Kinder aussprachen.
V. 16. Und er rief eine Hungersnot ins Land, eine der sieben mageren Jahre zur Zeit Jakobs, 1. Mose 41, 54; und entzog allen Vorrat an Brot, indem er die Hauptquelle und Versorgung mit Nahrung, nämlich das Getreide, zurückhielt. V. 17. Er sandte einen Mann vor ihnen hin, Joseph, der selbst die führende Vorsehung Gottes in der Tatsache anerkennt, dass er nach Ägypten verkauft wurde, 1. Mose 50, 20, wurde als Sklave verkauft, 1. Mose 37, 28. 36. V. 18. Sie zwangen seine Füße in den Stock [Fesseln], als er zu Unrecht inhaftiert wurde, 1. Mose 39, 20; sein Hals wurde in Eisen gelegt, wörtlich „Eisen kam über seine Seele”, was entweder die Ketten bezeichnet, mit denen er gefesselt war, oder das Gefühl des Elends, das ihn im Gefängnis überkam, V. 19. bis dass sein Wort eintraf, seine eigene Vorhersage seiner Erhöhung erfüllte sich, 1. Mose 42, 9; das Wort des HERRN ihn durchläutert hatte, denn die Offenbarung Gottes an ihn bewies seinen Glauben in den Prüfungen, die er selbst durchlitt. V. 20. Da sandte der König hin, der Pharao der großen Hungersnot, und ließ ihn losgeben, 1. Mose 41, 14, der Herrscher über Völker ließ ihn frei. V. 21. Er setzte ihn zum Herrn über sein Haus, nachdem Joseph seine Träume gedeutet hatte, 1. Mose 41, 40, zum Herrscher über all seine Güter, indem er alle seine Besitztümer, die gesamte Herrschaft über das Land, in Josephs Macht legte und nur die höchste Souveränität für sich selbst behielt, 1. Mose 41, 40-44, V. 22. Dass er seine Fürsten unterwiese nach seiner Weise, ohne dass der Pharao eingriff oder sich einmischte, und seinen Ältesten, den alten Männern, den Ratgebern des Landes, Weisheit lehrte. V. 23. Und Israel zog nach Ägypten, als Folge der großen Hungersnot und Josephs Erhöhung, 1. Mose 46, 6; und Jakob wurde ein Fremdling im Land Hams, was eine allgemeine Bezeichnung für Ägypten ist, weil es von den Nachkommen Hams besiedelt war.
V. 24. Und er ließ sein Volk sehr wachsen und segnete es mit einem sehr schnellen Wachstum, 2. Mose 1, 7; und machte es mächtiger als ihre Feinde, was sich in der Furcht des Pharaos vor dem Exil äußerte, 2. Mose 1, 9. 10. V. 25. Er wandte jener Herz, dass sie sein Volk hassten und Arglist übten an seinen Knechten. Da sie absichtlich Böses planten, hielt der Herr sie an ihren bösen Plänen fest, um dadurch ihre eigene Zerstörung herbeizuführen. V. 26. Er sandte seinen Knecht Mose, 2. Mose 3, 10, und Aaron, den er erwählt hatte, 2. Mose 4. 14. 30. V. 27. Diese taten seine Zeichen unter ihnen, die der Herr als strenge Warnungen an die Ägypter und den Pharao gedacht hatte, und seine Wunder im Land Hams, in den großen Plagen. V. 28. Er sandte Finsternis und machte es finster, 2. Mose 10, 21-23; und sie waren nicht ungehorsam seinen Worten [andere Vers.: doch sie achteten nicht auf seine Worte. (Damit wären dann die Ägypter gemeint.)]. Das heißt. Mose und Aaron führten die Befehle Gottes so aus, wie sie sie empfangen hatten. V. 29. Er verwandelte ihre Wasser in Blut, 2. Mose 7, 19-24, und tötete ihre Fische. V. 30. Ihr Land wimmelte von Fröschen, 2. Mose 8,1-15, bis in die Kammern ihrer Könige, 2. Mose 8,3. V. 31. Er sprach durch den Mund seines Vertreters Mose, da kam Ungeziefer, Stechmücken in all ihr Gebiet, 2. Mose 8,16-19. V. 32. Er gab ihnen Hagel statt Regen, Feuerflammen in ihrem Land, 2. Mose 9, 22-25, V. 33. und schlug ihre Weinstöcke, Ps. 78, 47, und Feigenbäume und zerbrach die Bäume ihres Gebiets, indem er ihnen nicht nur das Laub, sondern sogar die kleineren Zweige und Äste entriss. V. 34. Er sprach, da kamen Heuschrecken und Käfer, das heißt Grashüpfer, ohne Zahl, 2. Mose 10, 12-20, V. 35. Und sie fraßen alles Gras in ihrem Land und fraßen die Früchte ihres Feldes, alles, was nach dem Hagel übriggeblieben war. V. 36. Und er schlug alle Erstgeborenen in ihrem Land, 2. Mose 12, 29, alle Erstlinge ihrer Kraft, denn so wurden die ältesten Söhne genannt, 1. Mose 49, 3.
V. 37. Er führte sie aus mit Silber und Gold, das ihnen von den Ägyptern auf Geheiß des Herrn freiwillig gegeben worden war, 2. Mose 12, 35. 36; und es war kein Gebrechlicher unter ihren Stämmen, das heißt, keinen, der für den Marsch durch die Wüste ungeeignet gewesen wäre, 2. Mose 13, 18. V. 38. Ägypten wurde froh, dass sie auszogen, und freute sich, ihrer unglückbringenden Anwesenheit entledigt zu sein; denn Furcht, durch die Vermittlung des Herrn, war auf sie gefallen. V. 39. Er breitete eine Wolke aus zur Decke, als Laube oder Schutzschild gegen die Hitze der Sonne, und ein Feuer, die Nacht zu erleuchten, denn das war der Zweck der Feuersäule, 2. Mose 13, 21. V. 40. Sie baten, die wahren Israeliten, die Gläubigen unter ihnen, beteten, die anderen forderten, da ließ er Wachteln kommen, 2. Mose 16, 12-14; 4. Mose 11, 31, und sättigte sie mit Himmelsbrot, Ps. 78, 24. 25; Joh. 6, 31, die wundersame Speisung mit Manna. V. 41. Er öffnete den Felsen, und floss Wasser heraus, in großer Fülle, 2. Mose 17, 6; 4. Mose 20, 10. 11; es floss in der Wüste wie ein Strom, Ps 78, 15. 16. Die Gründe des Herrn für dieses wunderbare Handeln mit seinem Volk werden am Ende genannt. V. 42. Denn er dachte an sein heiliges Wort an Abraham, seinen Knecht, und seine Treue zu seinem Wort war sein Beweggrund, den Kindern Israels solche Güte zu erweisen, 2. Mose 2,24.
V. 43. So führte er sein Volk aus in Freuden, gab ihnen sicherlich genug Anlass zur Freude, und seine Auserwählten mit Jubel, mit Gesang, 2. Mose 15,1; V. 44. und gab ihnen die Länder der Heiden, deren Land sie nach der Eroberung Kanaans besetzten; dass sie das mühsam Erarbeitete der Völker in Besitz nahmen, der heidnischen Nationen, 5. Mose 6, 10, und nahmen Besitz von Häusern und bebauten Feldern, die andere mit harter Arbeit vorbereitet hatten, V. 45. damit sie hielte seine Gebote, die Gebote des Bundes, und seine Gesetze, die für die Menschheit im Allgemeinen gelten, bewahrten, befolgen würden, was der zweite Grund war, warum der Herr Israel seine Gunst erwies, um es zum Gehorsam gegenüber ihm zu bewegen. Preist den Herrn, dieses Halleluja wird vom wahren, geistlichen Israel, der Kirche Gottes, zu allen Zeiten widerhallt, für all die Wunder seiner gnädigen Gunst in und durch Christus, den Erlöser.
Gottes Wohltaten an Israel, trotz
dessen Untreue und Undank
Dieser Psalm, dessen Verfasser unbekannt ist, enthält ein detailliertes Bekenntnis der Sünden Israels im Gegensatz zu den Wundern der Barmherzigkeit Gottes, wobei die Schlussfolgerung eine Bitte um Gottes Gunst ist. V. 1. Halleluja! Danket den HERRN, denn die Haltung des Lobpreises sollte die Gläubigen zu jeder Zeit auszeichnen, denn er ist freundlich, er hat sich den Menschen in der Schönheit seiner Güte offenbart; und seine Güte währet ewiglich, die Hand seiner barmherzigen Güte ist immer in einem liebevollen Appell an alle Menschen ausgestreckt. V. 2. Wer kann, vollständig verkünden, ausreichend beschreiben, die großen Taten des HERRN erzählen, wie er sie in der Kraft seiner Barmherzigkeit zum Heil der Menschen offenbart hat? und seinen Ruhm verkünden, die Herrlichkeit seines Wesens, wie er sich in der Geschichte offenbart hat? V. 3. Wohl denen, die das Gebot halten, die die Forderungen der Gerechtigkeit beachten, und tun immerdar recht, in Übereinstimmung mit dem heiligen Willen des Herrn.
V. 4. HERR, gedenke meiner, der Psalmist sucht hier die Anwendung von Gottes Segen auf sich selbst, nach der Gnade, der unverdienten Zuneigung und dem Wohlgefallen, die du deinem Volk verheißen hast; erweise uns deine Hilfe, lass den inspirierten Sänger die Gewissheit haben, dass auch er in die rettende Gnade des Herrn einbezogen ist, V. 5. Dass wir sehen mögen das Glück deiner Auserwählten, an den Segnungen teilhabe, die Gott Israel, dem Volk seiner Wahl, versprochen hat, und uns freuen, dass es deinem Volk wohl geht, und uns rühmen mit deinem Erbteil und mich der Gunst des Herrn berühme, die sich in seinen vielen Wundern für sie zeigt. Beachte, dass Israel in diesen beiden Versen vier verschiedene Namen gegeben werden, die alle die enge Gemeinschaft bezeichnen, die der Herr zwischen sich und ihnen beabsichtigte. Nun folgt jedoch die Aufzählung der Verfehlungen Israels.
V. 6. Wir haben gesündigt samt unseren Vätern, die heutige Generation folgt ihren Vätern in ihrer Bosheit, wir haben Unrecht getan und sind gottlos gewesen, allesamt bilden sie eine Masse der Verderbtheit, und die Begriffe bezeichnen eine zunehmende Steigerung der Sünde. Beachten Sie das nachdrückliche „wir”, das für ein vollständiges und freies Bekenntnis der Sünden unerlässlich ist. V. 7. Unsere Väter in Ägypten wollten deine Wunder nicht verstehen, sie haben die Absicht des Herrn und die Fülle seiner göttlichen Gnade nicht erkannt; sie dachten nicht an deine große Güte, , vielmehr haben sie sich rebellisch gezeigt, und waren ungehorsam am Meer, am Schilfmeer [Roten Meer], wobei alle Wunder des Herrn zu ihrer Befreiung in dieser kurzen Zeit vergessen worden waren. V. 8. Er half ihnen aber, trotz ihres undankbaren Verhaltens befreite Er sie, um seines Namens willen, ohne dass sie irgendetwas dazu beigetragen hätten, allein mit der Absicht, Seine Herrlichkeit ungetrübt zu erhalten, dass er seine Macht kundtue und so in den Augen aller Menschen überall erhöht werde. V. 9. Er schalt das Schilfmeer, das ihnen offenbar den Weg in die Freiheit versperrte, da wurde es trocken; und führte er sie durch die Tiefen, das Meerbett, wie durch eine Wüste, durch gewöhnliches flaches Land, V. 10. Und half ihnen aus der Hand dessen, der sie hasste, dem Pharao des Auszugs, und erlöste sie von der Hand des Feindes. V. 11. Und die Wasser bedeckten ihre Widersacher; dass nicht einer übrigblieb, 2. Mose 14, 21-31. V. 12. Da glaubten sie an seine Worte, denn Gott zwang sogar ein so hartherziges Volk, sich in einem Moment des Glaubens ihm zuzuwenden; sie sangen sein Lob, 2. Mose 15, 1-21. Aber die Reaktion kam fast sofort.
V. 13. Aber sie vergaßen bald seine Werke, wörtlich: „sie beeilten sich, sie zu vergessen“, ihr Glaubensfeuer hielt kaum drei Tage an; und warteten nicht auf seinen Rat, den Plan, den er für ihre Versorgung hatte, V. 14. Und sie wurden lüstern in der Wüste, verlangten, dass ihnen ihr Wunsch erfüllt werde, und versuchten Gott in der Einöde, stellten ihn auf die Probe und strapazierten seine Geduld mit ihrem ständigen Murren. Vgl. 1 Kor 10,6. V. 15. Und er gab ihnen, was sie erbaten, und sandte ihnen Wasser, Manna, Wachteln, 2. Mose 15,22-24; 16; 17,2; 4. Mose 11, und sandte ihnen ein Verdorren in ihre Seele, indem er sie mit einer sehr großen Plage heimsuchte, 4. Mose 11, 33-35. V. 16. Und sie empörten sich gegen Mose im Lager, gegen Aaron, den Heiligen des HERRN, 4. Mose 16, 1, wobei die Rebellen selbst nach den Machtpositionen strebten. V. 17. Die Erde tat sich auf und verschlang Dathan und bedeckte die Rotte Abirams, 4. Mose 16,23-35. V. 18. Und Feuer wurde unter ihrer Rotte angezündet; die Flamme verbrannte die Gottlosen. Nach diesem Hinweis auf die Rebellion Korachs kehrt der Psalmist zu den frühen Tagen der Wüstenwanderung zurück.
V. 19. Sie machten ein Kalb in Horeb, während Mose mit Gott auf dem Berg war, und beteten an das gegossene Bild, 2. Mose 32, 4, V. 20. Und tauschten ihre Herrlichkeit, den Herrn, den wahren Gott selbst, wie er sich vor dem Volk offenbart und bewährt hatte, gegen das Bild eines Ochsen, der Gras frisst. V. 21. Sie vergaßen Gott, ihren Heiland, der sie durch eine so deutliche Befreiung befreit hatte, der so große Dinge in Ägypten getan hatte, in den zehn Plagen über den Pharao und sein Volk; V. 22. Wunder im Land Hams, Ägypten wurde so genannt, weil sich die Nachkommen Hams dort niedergelassen hatten, und schreckliche Werke im Schilfmeer, die ihn am Roten Meer fürchtbar machten. V. 23. Und er gedachte, sie zu vertilgen, 2. Mose 32, 10; 4. Mose 14, 12, wäre nicht Mose, sein Auserwählter, in die Bresche getreten wäre, seinen Grimm abzuwenden, damit er sie nicht ganz verderbte, denn in einem Fall hatte die Plage bereits große Fortschritte gemacht, 4. Mose 16, 44-50.
V. 24. Sie verachteten das kostbare Land, als sie rebellierten, nachdem sie den Bericht der Kundschafter erhalten hatten, 4. Mose 13 und 14, sie glaubten seinem Wort nicht, Hebr. 3, 18, V. 25. V. 25. und murrten in ihren Zelten, 4. Mose 14, 1-4, sie gehorchten der Stimme des HERRN nicht. V. 26. Da erhob er Seine Hand gegen sie, dass er sie niederschlüge in der Wüste, Vers 27, und würfe ihren Samen [Nachkommen] unter die Heiden, sie zu zerstreuen, um ihre nationale Identität zu zerstören, und zerstreute sie in die Länder, ein Schicksal, das Mose damals abwendete, das aber später die nördlichen Stämme traf. Vgl. 5. Mose 9, 23-26. Nun wird ein weiterer Vorfall angeführt. V. 28. Und sie hängten sich an den Baal-Peor, 4. Mose 25, in der von den Moabitern eingeführten unmoralischen Anbetung, und aßen von den Opfern der toten Götzen, so genannt, weil die Götzen tot sind, leblose Nichtigkeiten, wie sie manchmal bezeichnet werden; V. 29. Und erzürnten ihn mit ihrem Tun, mit ihren götzendienerischen und unmoralischen Taten; da brach auch die Plage unter ihnen aus, 4. Mose 25, 8. 9. V. 30. Da trat hinzu Pinehas, der Enkel Aarons, auf und hielt Gericht, indem er zwei flagrante Übeltäter kurzerhand tötete; da wurde der Plage gewehrt; V. 31. Und das wurde ihm zugerechnet zur Gerechtigkeit von Generation zu Generation in Ewigkeit, 4. Mose 25, 11-13; denn seine Tat war ein Akt des Glaubens und erhielt den Lohn des Glaubens. Noch ein weiteres Ereignis wird hier aufgeführt. V. 32. Und sie erzürnten ihn am Haderwasser, in Meriba und Massa, 4. Mose 20, 3. 13, und es erging Mose übel um ihretwillen, da seine Abneigung ihn zumindest für einen Moment zum Zweifeln brachte, V. 33. weil sie reizten seinen Geist, indem sie sich dem Geist des Herrn widersetzten und ihn betrübten, Ps. 78, 17. 40. 56, sodass er, Mose, unbedacht mit seinen Lippen redete und dadurch sein Recht verlor, in das verheißene Land einzutreten, 5. Mose 1, 37; 3, 26. Israels Ungehorsam hielt auch nach der Eroberung Kanaans an.
V. 34. Auch vertilgten sie die Völker nicht, wie ihnen doch der HERR geboten hatte, 5. Mose 7, 2. 16; 2. Mose 23, 32-34, V. 35. sondern vermischten sich mit den Heiden, ließen sie in ihrer Mitte wohnen und heirateten in vielen Fällen unter ihnen und lernten ihre Werke. Vgl. Richter 1 und 2; V. 36. Und dienten ihren Götzen, wobei hier die vielen Fälle von massivem Götzendienst während der Zeit der Richter und später mit eingeschlossen sind; die wurden ihnen zum Fallstrick, 2. Mose 23, 33. V. 37. Und sie opferten ihre Söhne und Töchter den Dämonen, indem sie sie durch das Feuer von Hinnom gehen ließen oder sie tatsächlich Moloch, dem Greuel der Moabiter, opferten, 3. Mose 17, 7, V. 38. Und vergossen unschuldiges Blut, das Blut ihrer Söhne und Töchter, die sie opferten den Götzen Kanaans; dass das Land mit Blutschuld befleckt wurde, 4. Mose 35, 33. 34. V. 39. Sie verunreinigten sich mit ihren Werken, durch den geistlichen Ehebruch ihrer götzendienerischen Praktiken, 2. Mose 20, 43, und hurten mit ihrem Tun, mit den Taten, die ihnen durch ihre Ablehnung des wahren Gottes diktiert wurden.
V. 40. Darum entbrannte der Zorn des HERRN gegen sein Volk, das er zu seinem Eigentum erwählt hatte, und er verabscheute sein Erbe betrachtete es mit Abscheu und Ekel; V. 41. Und gab sie in die Hand der Heiden, wie es im Buch der Richter und später beschrieben wird; dass über sie herrschten, die sie hassten. V. 42. Und ihre Feinde bedrängten sie hart, nicht nur, indem sie Tribut forderten, sondern auch, indem sie, wann immer es ihnen gefiel, Plünderertrupps nach Kanaan schickten, und sie wurden gedemütigt unter ihre Hand, in der großen Demütigung, Diener der verachteten Heiden zu sein. V. 43. Er errette sie oftmals; aber sie erzürnten ihn mit ihren Vorhaben, waren eigenwillig und rebellisch und sanken immer tiefer wegen ihrer Ungerechtigkeit, wobei sich derselbe Kreislauf aus Abfall vom Glauben, Knechtschaft, Befreiung und Rückfall in den vierhundert Jahren nach der Eroberung Kanaans immer wieder wiederholte.
V. 44. Doch er sah ihre Not an, als er ihre Klage hörte, wobei sich der Verweis hier wahrscheinlich auf die Zeit Samuels und das folgende Jahrhundert bezieht; V. 45. Und er gedachte ihretwegen an seinen Bund, 3. Mose 26, 41. 42, und es reute ihn, wandte sich ihnen in Mitgefühl zu, nach seiner großen Güte, aus freier Gnade und Barmherzigkeit und nicht wegen irgendwelcher Verdienste oder Würdigkeit ihrerseits; V. 46. und ließ sie Barmherzigkeit finden bei allen, die sie gefangen hatten, wie im Fall von Jojachin, Esra, Nehemia und Esther. In festem Vertrauen auf diese Gnade des Herrn schließt der Psalmist mit einem Appell und einer Doxologie.
V. 47. Hilf uns, HERR, unser Gott, und bring
uns zusammen aus den Heiden, wobei diese Worte offenbar auf das Exil als
den wahrscheinlichen Zeitpunkt der Entstehung dieses Psalms hinweisen, dass
wir danken deinem heiligen Namen und uns rühmen dein Lob zu verkünden, wobei
sie sich nicht ihrer selbst rühmen, sondern der wunderbaren Eigenschaften und
Werke des Herrn. V. 48. Gelobt sei der HERR, der Gott Israels, von Ewigkeit
zu Ewigkeit, in alle Ewigkeit, und alles Volk, insbesondere alle
Gläubigen, alle Mitglieder der Kirche Gottes, spreche: Amen! in
freudiger, gläubiger Zustimmung. Halleluja! Dieses Halleluja wird
der Hauptinhalt der Hymnen im Himmel sein, das Lied der Erlösten, während die
ewigen Zeitalter vergehen.
Fünftes
Buch (Ps. 107-145)
Danksagung
an Gott für Errettung aus mancherlei Nöten
V. 1. Danket dem HERRN, denn er ist freundlich, er offenbart allen Menschen seine gnädige Vorsehung in den verschiedenen Notlagen, die über sie kommen; und seine Güte währet ewiglich, seine unverdiente Gunst und Güte gegenüber den Menschen währt bis in alle Ewigkeit. V. 2. So sollen sagen, die erlöst sind durch den HERRN, die zurückgekehrten Verbannten, die er aus der Not erlöst hat, aus der Macht der Unterdrückung und des Elends, V. 3. und die er aus den Ländern zusammengebracht hat, wohin sie gefangen geführt worden waren, vom Aufgang [Osten] und Niedergang [Westen], von Mitternacht [Norden] und vom Meer [Süden], wobei sich der Bezug entweder auf Ägypten oder auf Arabien bezieht; V. 4. Die irregingen in der Wüste auf ungebahntem Weg, in Einsamkeit und fern von menschlichen Behausungen; und fanden keine Stadt, da sie wohnen konnten, wo sie gastfreundlich aufgenommen worden wären; V. 5. Die hungrig und durstig waren, weil es in der Wüste weder zu essen noch zu trinken gab, und ihre Seele verschmachtet, wörtlich „wurde gedämpft“, wurde trüb, war dem Aussterben nahe; V. 6. Die dann zum HERRN riefen in ihrer Not, und er rettete sie aus ihren Ängsten, durch eine schnelle und vollständige Befreiung; V. 7. Und führte sie den richtigen Weg, den wahren und richtigen Weg, der zur Befreiung führt, damit sie kamen zur Stadt, da sie wohnen konnten, wobei der Bezug zu Palästina und insbesondere zu Jerusalem besteht: V. 8. Die sollen, das heißt diejenigen, die die hier aufgeführten Erfahrungen gemacht haben, dem HERRN danken für seine Güte und für seine Wunder, die er an den Menschenkindern tut, das heißt, dass sie anderen von ihrer eigenen wunderbaren Befreiung erzählen und so den Herrn verherrlichen würden; V. 9. dass er sättigt die durstige Seele, die Seele, die nach Befreiung schmachtet, und füllt die hungrige Seele mit Gutem. Die Anwendung dieses gesamten Abschnitts auf geistige Not und religiöse Verfolgung drängt sich unmittelbar auf, wobei sowohl das ernsthafte Flehen um Befreiung als auch das Lob nach der Befreiung empfohlen werden.
Der zweite Absatz befasst sich mit Gefangenen (V. 10-16): V. 10. Die da sitzen mussten in Finsternis und Dunkel, in elender Gefangenschaft, wie die des Königs Manasse, gefangen in Zwang und Eisen, gebunden in Schmerz und Qual, insbesondere durch eiserne Fesseln einer schändlichen Gefangenschaft, V. 11. Weil sie Gottes Geboten ungehorsam waren, die zu ihrer Erlösung verkündet wurden, und das Gesetz des Höchsten verachtetet hatten, lehnten sie Gottes gnädige Absichten für sie ab, verbunden mit Gotteslästerung, die dazu neigte, seine Pläne zu vereiteln; V. 12. Sodass er ihr Herz mit Unglück beugte und sie durch die Not, die er über sie gebracht hat, gedemütigt; dass sie stürzten und ihnen niemand half, denn es war Gottes Ziel, ihnen ihre Hilflosigkeit bewusst zu machen; V. 13. Und dann zum HERRN riefen in ihrer Not, nachdem sie endlich Verständnis gewonnen hatten, und er half ihnen aus ihren Ängsten und befreite sie aus ihrer bedrängten Lage; V. 14. Und sie aus Finsternis und Dunkel führte und ihre Bande zerriss: V. 15. Die sollen, das heißt die Menschen, die solche Erfahrungen gemacht haben, dem Herrn danken für seine Güte und für seine Wunder, die er an den Menschenkindern tut, V. 8. V. 16. Dass er zerbrach eherne Türen, indem er die Gefangenen befreite, und zerschlug eiserne Riegel, wobei diese Zusammenfassung Jes. 45, 2 ähnelt. Die Anwendung dieser Worte auf Menschen aller Zeiten, die sich dem Wirken des Heiligen Geistes widersetzt haben, aber durch die Heimsuchung des Herrn zur Umkehr gebracht wurden, ist wiederum offensichtlich.
Der nächste Abschnitt handelt von denen, die sich durch vorsätzliche Hingabe an die Sünde törichterweise selbst ins Unglück stürzen (V. 17-22): V. 17. Die Toren, die geplagt waren um ihrer Übertretung, Menschen ohne gesunden Menschenverstand, wie sie sich selbst beweisen, indem sie sich Sünden hingeben, die unweigerlich ihre eigene Strafe mit sich bringen, wie Unmoral und Unmäßigkeit, und ihrer Sünde willen sind sie miteinander verbunden. Ein Mensch, der jedem sinnlichen und sinnlichen Verlangen nachgibt, alle Vernunft beiseite lässt und bewusst seine Gesundheit ruiniert und seinen Ruf riskiert, wird sich selbst vielen Lasten der Strafe ausgesetzt sehen, sogar in dieser Welt; V. 18. Dass ihnen ekelte vor aller Speise, Speisen, an denen sie sich früher erfreuten, erfüllen nun ihre Seelen mit Ekel und Abscheu; und sie den Pforten des Todes nahe waren; V. 19. Und dann zum HERRN riefen in ihrer Not, da sie durch die Schwere der Strafe, die sie getroffen hat, zur Erkenntnis ihrer Sünde gebracht worden sind, und er half ihnen aus ihren Ängsten und befreit sie aus der Enge, in die sie ihre Torheit gebracht hat; V. 20. er sandte sein Wort und machte sie gesund, wobei die Heilung der Seele durch die Anwendung des Wortes der wichtigste Schritt in der Behandlung des großen Arztes ist, und errettete sie, dass sie nicht starben, indem er ihnen ermöglichte, aus den Gruben zu entkommen, die ihre eigene Unvernunft für sie gegraben hatte: V. 21. Die sollen, die solche Erfahrungen gemacht haben, dem HERRN danken für seine Güte und seine Wunder, die er an den Menschenkindern tut! V. 8. V. 22. Und Dank opfern, indem sie ernsthaft danach streben, mit dem Herrn in der Gemeinschaft des Glaubens und der Liebe vereint zu sein, und erzählen seine Werke mit Freuden und die Tatsache ihrer Befreiung aus dem Elend, in das sie ihre eigene Schuld gestürzt hatte, verkünden. Diese Haltung ist bei solchen Menschen umso notwendiger, als ihre Schande in der Regel in der Gemeinschaft bekannt ist und sie gezwungen sind, ihre Vergangenheit zu überwinden.
Im nächsten Abschnitt werden die Gefahren der Seefahrt dargelegt (V. 23-32): V. 23. Die mit Schiffen auf dem Meer fuhren, die sich von den Höhen des Landes auf die Tiefe begeben, und trieben ihren Handel auf großen Wassern, wobei die Anspielung auf Kaufleute mit Überseehandel bezieht; V. 24. die des HERRN Werke, ihre eigenen Augen beobachten die Manifestation der mächtigen Kraft Gottes auf dem Ozean erfahren haben und seine Wunder im Meer, da seine grenzenlose Weite das Herz des Menschen mit Ehrfurcht vor der Größe Gottes erfüllt; V. 25. wenn er sprach, als Herr der Elemente, und einen Sturmwind erregte, wörtlich: „lässt den Atem des Sturms stehen“, wie ein Feind, der Zerstörung androht, der die Wellen erhob, oder „seine Wellen“, die unter seiner Kontrolle stehen; V. 26. Und sie zum Himmel fuhren, ihre Kämme erheben sich wie Berge, und in den Abgrund sanken, in die tiefen Mulden zwischen den Wellen; dass ihre Seele vor Angst verzagte, das heißt, die Herzen der Seeleute sind voller Furcht; V. 27. Dass sie taumelten, während ihr zerbrechliches Boot hin und her geworfen wird, und wankten wie ein Trunkener und wussten keinen Rat mehr, völlig hilflos in dem Aufruhr der Elemente; V. 28. Und dann zum HERRN schrien in ihrer Not, und er sie aus ihren Ängsten führte und rettet sie in der Notlage, die ihr Schiff und ihr Leben bedrohte; V. 29. und stillte das Ungewitter, dass die Wellen sich legten und eine glatte und ungestörte Oberfläche bilden. V. 30. und sie, die Seeleute, froh wurden, dass es still geworden war; und er sie zum ersehnten Hafen brachte, zu dem Hafen, den sie ansteuern wollten: V. 31. Die sollen nach solchen Erfahrungen dem HERRN danken für Seine Güte und für seine Wunder, die er an den Menschenkindern tut; V. 32. Und ihn, indem sie von der wunderbaren Rettung erzählen, die sie erlebt haben, in der in der Gemeinde preisen, in der öffentlichen Versammlung, am Ort der Anbetung, und bei den Alten rühmen, auf dem offenen Marktplatz, wo die öffentlichen Versammlungen des Volkes stattfanden. Dass diese Ermahnung für christliche Seeleute aller Zeiten gilt, ist offensichtlich.
Ein weiterer Abschnitt beschreibt das Leben der Ackerbauern, wenn ihnen die notwendige Feuchtigkeit auf ihren Feldern vorenthalten wird, sowie wenn sie reichlich Regen erhalten (V. 33-38): V. 33. Er verwandelte Ströme in eine Wüste, indem er die Quellen der Fruchtbarkeit zurückhält und so die Produktivität der Erde in Unfruchtbarkeit verwandelt, und Wasserquellen in dürres Land; Vers 34. dass fruchtbares Land zur Salzsteppe wurde, in alkalische Wüsten, wegen der Bosheit derer, die darin wohnten, und bestraft die Bewohner für ihre Sünden. Es gibt viele Beispiele für diese Tatsache in vielen Teilen der Welt. Auf der anderen Seite sendet der Herr den Menschen reichlich Segen. V. 35. Er machte die Wüste, die kahle und scheinbar unfruchtbare Wüste, wieder wasserreich, so dass dort Wasserstellen zu finden sind, und dürres Land zu Wasserquellen; V. 36. Und ließ die Hungrigen dort ansässig werden, gibt ihnen Wohnungen, Häuser in der ehemaligen Wüste, damit sie eine Stadt bauten, in der sie wohnen konnten, da das Land reich genug erwiesen ist, um eine große Bevölkerung zu ernähren, V. 37. und Äcker besäten und Weinberge pflanzten, die reichen Ertrag an Früchten brachten, wobei der Landwirt für seine Arbeit reichen Ertrag erhält. V. 38. Und er segnete sie, dass sie sich sehr mehrten, da alle Umstände für ein solches Wachstum günstig sind; und ließ ihr Vieh nicht wenig sein. Das sind die Segnungen des Herrn, die von den Menschen mit gebührender Dankbarkeit anerkannt werden sollten, sowohl indem sie seine Güte verkünden als auch indem sie ihm nach seinem Willen dienen.
Der letzte Absatz bezieht sich auf diejenigen, die unter Misswirtschaft und Tyrannei leiden (V. 39-43): V. 39. Wiederum werden sie wenig, ihr Wohlstand wird durch widrige Umstände gemindert, und gebeugt unter der Last von Unglück und Kummer erniedrigt, das ihnen aufgrund der Eifersucht der Machthaber auferlegt wird. V. 40. Er schüttete Verachtung aus auf die Fürsten und ließ sie irren in der Wüste, wo es keinen Weg gibt, in erbärmlicher Verbannung; V. 41. aber die Armen schützte er vor Elend, weit weg vom Leid, und ihre Geschlechter mehrte er wie eine Herde, was immer wieder als herausragendes Merkmal des Segens Gottes auftritt. V. 42. Das werden die Frommen, die im Herzen aufrichtig sind, sehen und sich freuen; und andererseits aller Bosheit wird das Maul gestopft werden, und die Arroganten werden einmal gezwungen sein, angesichts dieses Beweises der Gnade Gottes zu schweigen. V. 43. Wer weise ist und behält dies? wer diese Tatsachen zur Kenntnis nimmt und aus dem Beispiel anderer lernt, der wird merken, wieviel Wohltat der HERR erweist und sich immer an seine Barmherzigkeit erinnern. Es ist eine Lektion, die man nicht oft genug lernen und wiederholen kann, eine Lektion, die alle wahren Christen jeden Tag vor Augen haben, damit sie ihre Schuld gegenüber dem Herrn nicht vergessen und in seinem Dienst nachlässig werden.
Davids Danksagung und Gebet um
Einsetzung in das Königreich
V. 1. In diesem Psalm hat David das
Material früherer Lobgesänge verwendet, wobei der Heilige Geist diese neue
Kombination nutzt, um die Merkmale des Lobpreises und des Gebets sehr deutlich
hervorzuheben. Ein Psalmlied Davids, wobei die
Verse 1-5 mit Psalm 57, 7-11 und die Verse 6-13 mit Psalm 60, 5-12
übereinstimmen, nur dass einige geringfügige Änderungen an den Worten
vorgenommen wurden. V. 2. Gott, mein Herz ist getrost, in
vertrauensvoller Zuversicht; ich will singen und spielen. Wach auf, meine Ehre!
seine ganze Seele mit all ihren Kräften ist in diesem Dienst engagiert. V. 3.
Wach auf, Psalter und Harfe, zum Zweck des frühen und energischen
Lobpreises; ich will die Morgenröte wecken. V. 4. Ich will dir danken, HERR,
unter den Völkern, ich will dir lobsingen unter den Leuten, wobei der
missionarische Gedanke in diesem Vers sehr deutlich zum Ausdruck kommt. V. 5.
Deine Gnade recht, so weit der Himmel ist, sie
reicht über die Grenzen des menschlichen Verständnisses hinaus, und deine Treue
[o.: Wahrheit] so weit die Wolken gehen,
sie erfüllt das gesamte Universum. V. 6. Erhebe dich, Gott, über den Himmel
und deine Herrlichkeit über alle Lande!
V. 7. Dass deine Freunde errettet werden,
das heißt, die Gläubigen, die auf den Herrn vertrauen; hilf mit deiner Rechten,
Symbol der Allmacht, und erhöre mich. V. 8. Gott hat in seiner Heiligkeit geredet,
das ist die Garantie, auf die sich der Gläubige verlassen kann. Ich werde frohlocken;
ich will Sichem teilen und das Tal von Sukkot ausmessen. V. 9. Gilead ist mein,
Manasse ist auch mein, Ephraim ist auch der Schutz meines Hauptes, Juda ist mein Fürst, V. 10. Moab ist mein Waschbecken; ich
will meinen Schuh über Edom werfen; über die Philister, das jetzt in einem
Zustand völliger Niederlage und Unterwerfung liegt, will ich jauchzen.
V. 11. Wer wird mich führen in die feste
Stadt? Wer wird mich leiten nach Edom? V. 12. Wirst du es nicht tun, Gott, der
du uns verstoßen hast Und ziehst nicht aus, Gott, mit unserem Heer? V. 13. Schaffe
uns Beistand gegen den Feind, denn Menschenhilfe ist nichts nütze.
V. 14. Mit Gott wollen wir Taten tun. Er wird unsere Feinde niedertreten. Es ist eine Hymne, die die Erfüllung der Verheißungen Gottes darlegt und als solche ein passendes Lied für alle Gläubigen ist, eine Hymne des Triumphs über alle geistlichen Feinde, die sich alle schließlich dem Herrn unterwerfen müssen.
Klage über Verräter und Feinde –
Weissagung über Judas und der Juden
Untreue an Christus und ihrem Fluch
V. 1. Dem Chorleiter, zur
Verwendung im liturgischen Teil des Gottesdienstes, ein Psalm Davids, in
dem er zwar auf die Verhältnisse seiner eigenen Zeit Bezug nimmt, in seiner
Beziehung zu Doeg, zu Ahithophel
oder zu Shimei, der aber gleichzeitig prophetisch und
typisch für die Beziehung ist, in der Christus zu den Juden und insbesondere zu
Judas Iskariot stand, der ihn verraten hat. Dies geht aus den Bemerkungen des
Petrus bei der Wahl des Matthias hervor, Apostelgeschichte 1, 16. 20. Gott,
mein Ruhm, schweige nicht! als ob Gottes Schweigen ein Zeichen seiner
Gleichgültigkeit wäre. Gott ist Gegenstand seines Lobes, auf dessen Hilfe er so
sicher war, dass er seine Herrlichkeit schon im Voraus verkünden konnte; V.
2. Denn den Mund der Gottlosen und den Mund der Betrüger, sagte er in einer
eindringlichen Aussage, haben sie gegen mich aufgetan, das heißt, die
Feinde haben sich gegen mich geöffnet, als wollten sie ihn vor Gericht
diskreditieren; sie reden gegen mich mit falscher Zunge, wörtlich „mit
einer Zunge der Lüge oder Falschheit”, da ihr ganzes Wesen von Lügen
durchdrungen war, da sie nichts anderes kannten; V. 3. Mit Worten des Hasses
umgeben sie mich, kamen von allen Seiten gegen ihn, und streiten gegen
mich ohne Grund, ohne dass er sie provoziert hätte. V. 4. Dafür, dass
ich sie liebe, das heißt, als Gegenleistung für all die Liebe, die er ihnen
entgegengebracht hat, feinden sie mich an; ich aber bete
, wörtlich: „Ich bin Gebet“, das heißt, er gibt sein ganzes Wesen im Gebet hin und begibt sich in absoluter Zuversicht in die Obhut Gottes. V. 5. Sie erweisen mir Böses für Gutes, das er ihnen seinerseits in all seinem Handeln erwiesen hat, und Hass für meine Liebe. Nachdem David so die Bosheit seiner Gegner dargelegt hat, wählt er einen von ihnen aus, den Typus des Judas Iskariot, und bittet den Herrn, ihn zu bestrafen, wie er es verdient.
V. 6. Setze Gottlose über ihn, eine Strafgewalt, einen Henker, der ihn vor Gericht schleppt, und lass Satan, in diesem Fall praktisch als Diener Gottes, der die von ihm festgelegte Strafe vollstreckt, stehen zu seiner Rechten, der üblichen Position des anklagenden Zeugen. Die Gerichtsszene wird weiter beschrieben. V. 7. Wenn er gerichtet wird, so werde er schuldig gesprochen, und sein Gebet werde zur Sünde, da es nicht das Flehen eines reuigen Sünders war, sondern das eines Menschen in tiefer, gotteslästerlicher Verzweiflung. Wir werden hier an den Schrei des Judas Iskariot erinnert: „Ich habe gesündigt, dass ich unschuldiges Blut verraten habe“ (Mt 27,4). V. 8. Seiner Tage sollen wenige werden, sein Leben soll vor der Zeit, die normalerweise für seine Länge vorgesehen ist, zu Ende gehen; und sein Amt soll ein anderer empfangen, wobei Petrus diese Aussage direkt auf das Apostelamt bezieht, das Judas Iskariot verloren hat (Apg 1,20). V. 9. Seine Kinder sollen Waisen werden, durch seinen gewaltsamen Tod zu Waisen geworden, und seine Frau eine Witwe, seine Familie teilhabend an der Strafe für seine Schuld. V. 10. Seine Kinder, die offensichtlich ihrem Vater in seiner Bosheit gefolgt sind, sollen umhergehen, umherziehende Landstreicher, und betteln; Reste suchen aus ihren Trümmern, herumstreifend in der Ferne von ihrem zerstörten Zuhause. V. 11. Der Wucherer, der herzlose Gläubiger, umfasse alles, was er hat, wie in einem Netz oder einer Schlinge; und die Fremden sollen seine Güter rauben und machen sich das, worüber er sich mit so viel Mühe abgemüht hat, zu ihrer Beute. V. 12. Und niemand soll ihm Gutes tun und seinen Kindern Liebe zeigt; und niemand erbarme sich seiner Waisen. V. 13. Seine Nachkommen sollen ausgerottet werden, indem seine Familie vernichtet wird; und in der folgenden Generation, in der zweiten Generation, soll ihr Name soll schon im zweiten Glied getilgt werden, so vernichtet, dass nicht einmal eine Erinnerung daran übrigbleibt. V. 14. Der Schuld seiner Väter soll gedacht werden vor dem HERRN, und seiner Mutter Sünde soll nicht getilgt werden. V. 15. Der HERR soll sie nie mehr aus den Augen lassen, die Ungerechtigkeiten des Vaters sollen vom Herrn nicht vergessen und nicht vergeben werden, und ihre Erinnerung soll ausgerottet werden auf Erden, zur ewigen Schande der ganzen Familie, deren Mitglieder alle wegen ihrer eigenen Bosheit auch mit der Schuld ihrer Vorfahren belastet sind, V. 16. weil er, der oberste und repräsentative Feind, keine Barmherzigkeit übte, sondern verfolgte den Elenden und Armen und den Bedürftigen, der bereits von Leiden gebeugt war, um ihn zu töten. Der messianische Charakter dieser Passage zeigt sich im entsprechenden Abschnitt von Psalm 69, insbesondere in den Versen 20-29. V. 17. Er liebte den Fluch, so komme er über ihn, es traf ihn mit voller Wucht, als er sich in seiner Verzweiflung das Leben nahm; er wollte den Segen nicht, so bleibe er fern von ihm. Sein Schicksal war das Ergebnis seiner eigenen Entscheidung, die er trotz besserer Einsicht und wiederholter Warnungen getroffen hatte. V. 18. Er zog an den Fluch wie ein Hemd, wie jemand, der sich eng darin einwickelt, glücklich, sie alle um sich herum zu spüren, der drang in sein Inneres wie Wasser, der Fluch soll in die innersten Teile seines Körpers eindringen, und wie Öl in seine Gebeine, alles durchtränken und Verdammnis und Strafe über ihn bringen. V. 19. So werde er ihm wie ein Kleid, das er anhat, und wie ein Gürtel, damit er allezeit sich gürtet. Alle diese Verwünschungen werden nun zusammengefasst. V. 20. So geschehe denen vom HERRN, die wohlverdiente Strafe die gegen mich sind und reden Böses gegen meine Seele, weil sie die ihnen erwiesene Liebe mit Feindseligkeit in Wort und Tat vergelten. Sie haben den Fluch und die Strafe über sich selbst gebracht, sie haben das Böse gewählt. Der inspirierte Sänger wendet sich nun der Klage und dem Gebet zu.
V. 21. Aber du, HERR, mein Gott, sei du
mit mir, indem du dich auf seine Seite stellst und ihm Segen zeigst, um
deines Namens willen; denn deine Gnade, die Gnade des Herrn, des Gottes des
Heils, ist mein Trost, die Quelle und Grundlage aller wahren geistlichen
Segnungen, errette mich! V. 22. Denn ich bin arm und elend, was besonders auf den Messias in seinem Leiden
als unser Stellvertreter zutrifft, und mein Herz ist zerschlagen in mir,
wie er selbst klagte, dass seine Seele überaus betrübt sei, sogar bis zum Tod,
Matthäus 26, 38. V. 23. Ich fahre dahin wie ein Schatten, wenn er schwindet,
gegen Abend, kurz bevor er von der Dunkelheit verschluckt wird; ich werde verweht
wie Heuschrecken, vertrieben wie Grillen vor dem Wind, 2. Mose 10, 19. V.
24. Meine Knie sind schwach vom Fasten, Seine tiefe Trauer lässt Ihn alle
Speise verabscheuen; und mein Leib ist abgemagert und hat kein Fett,
Auszehrung folgt auf tiefe und anhaltende Trauer. V. 25. Ich bin zum Spott
geworden, Ps. 69, 11. 12; Matthäus 27, 39-44; wenn sie mich sehen,
schüttelten sie ihren Kopf.
V. 26. Steh mir bei, HERR, mein Gott, das Gebet des Messias selbst, das hier wie in Ps. 22 und 69 aufgezeichnet ist; hilf mir nach deiner Gnade, V. 27. damit sie, die Feinde, innewerden, dass dies deine Hand ist, dass du, HERR, es tust, wodurch seine Befreiung zur Verherrlichung des Herrn führt. V. 28. Fluchen sie, in dem vergeblichen Versuch, dem Diener des Herrn Böses zuzufügen, so segne du, denn Gottes Segen wiegt jeden Fluch seitens der Menschen mehr als auf; erheben sie sich, um ihre bösen Pläne auszuführen, sollen sie zuschanden werden; aber dein Knecht soll sich freuen, da er weiß, dass das Ende seines Leidens nahe ist. V. 29. Meine Feinde sollen mit Schmach angezogen werden, weil ihre bösen Pläne fehlgeschlagen sind, und mit ihrer Schande bekleidet werden wie mit einem Mantel, mit der Schande, die ihre bösen Taten über sie gebracht haben.
V. 30. Ich will dem HERRN sehr danken mit meinem Mund für die Befreiung, die kommen muss; und ihn rühmen in der Menge, inmitten seiner Gemeinde V. 31. Denn er steht dem Armen zur Rechten, um für sie zu kämpfen, dass er ihm helfe von denen, die seine Seele verurteilen. So würde Gott, der gerechte Richter, schließlich das Urteil der Rechtfertigung über Seinen Diener sprechen. Vgl. Jes. 53, 8.
Weissagung
von Christus, unserem König, Propheten und Hohenpriester
V. 1. Ein Psalm Davids, der insgesamt prophetischen Charakter hat und der Kirche des Alten Testaments den Messias als Herrn Davids vorstellt. Kein anderer Psalm, keine andere Prophezeiung wird im Neuen Testament so oft zitiert wie dieser Psalm. Vgl. Matthäus 22, 44; Markus 12, 36; Lukas 20, 42; Apostelgeschichte 2, 34; 1. Korinther 15, 25; Hebräer 1, 13; 1. Petrus 3, 22. Vergleiche auch Psalm 45, 6. 7, wo derselbe Gedanke zum Ausdruck kommt. Der HERR sprach zu meinem HERRN, wörtlich: „Erklärung Jahwes an meinen Herrn [hebr.: Adonaj]”, wobei David hier aufzeichnet, was er im Geist hörte, wie Jahwe, der Gott des Himmels, zu seinem Herrn, dem Messias, sprach: Setze dich zu meiner Rechten, Symbol der allmächtigen Kraft Gottes, mit der Er Seine großen Wunder vollbringt, insbesondere diejenigen zur Erlösung der Menschheit, bis ich deine Feinde zum Schemel deiner Füße lege. Der Messias, der Sohn Davids und zugleich Davids Herr, geboren als wahrer Mensch und sein Leben in Demut und Bescheidenheit lebend, wird in göttlicher Macht und Herrschaft eingesetzt, selbst verantwortlich für Gottes Regierung auf Erden, erhöht zu dieser Position gemäß seiner Menschlichkeit. Der Höhepunkt seiner königlichen Herrschaft wird am Jüngsten Tag erreicht sein; denn dann wird der Herr Jahwe seine vielen Siege im Namen des Oberhauptes der christlichen Kirche krönen, indem er sogar den letzten Feind der Menschheit, den Tod, besiegt (1 Kor 15,25). An diesem Tag wird das Reich der Gnade zum Reich der Herrlichkeit werden, und Christus wird als König der Herrlichkeit in alle Ewigkeit regieren. V. 2. Der HERR wird das Zepter deiner Macht senden und es in der siegreichen Kraft Seiner Macht aus Zion ausstrecken, um Seine Kirche in alle Richtungen, unter allen Völkern, auszubreiten. Die Eroberung der Feinde, die Bekehrung der Heiden, ist ein Beweis für die Allmacht Christi. Herrsche inmitten deiner Feinde. Inmitten seiner Feinde errichtet Christus sein Reich. V. 3. Am Tag deines Heerzugs wird dein Volk wird willig folgen, wörtlich „Bereitschaft” oder „bereitwillige Opfer”, wann immer er sie mobilisieren will, wann immer er will, dass sie seinen Willen vorantreiben, das Evangelium seiner Herrlichkeit und Erlösung verbreiten, in heiligem Schmuck; deine Kinder werden dir geboren wie der Tau aus der Morgenröte, wörtlich: „in der Majestät der Heiligkeit, vom Schoß der Morgendämmerung an, dir gehört der Tau deiner jungen Männer.” Das vom Herrn mobilisierte Volk, die Soldaten, die unter dem Banner des Messias dienen, erscheinen in der Majestät der Heiligkeit, in den Gewändern der wahren Priester, dem Symbol der Reinheit, weißem Leinen, ihren Gewändern, gereinigt durch das Blut des Lammes. So sind sie ein Volk von Priestern, 1 Petr 2,9. In solcher Zahl sind sie für den geistlichen Kampf und Dienst mobilisiert, dass die jungen Männer – die kräftigen Zahlen, aus denen die Armee besteht – wie Tau aus dem Schoß des Morgens sind, eine unzählbare Schar. So wie der Tau am stärksten gerade bei Tagesanbruch fällt, wenn der Morgenstern aufgeht, so werden die Mitglieder der Kirche und Armee Christi hervorgebracht, wenn das himmlische Licht des Tagessterns in der Höhe auf sie scheint, wenn sie durch die Kraft des Geistes im Wort bekehrt werden. Das neue geistliche Leben muss sich in allen Werken der Christen zeigen. Der Psalmist beschreibt nun die Majestät des Messias.
V. 4. Der HERR, der Jahwe des Himmels, hat geschworen, in einem feierlichen Eid, und es wird ihn nicht gereuen, wobei die Worte seines Eides an den Messias gerichtet sind: Du bist Priester ewiglich, in alle Ewigkeit, nach der Weise Melchisedeks. Jesus Christus ist der große Hohepriester seiner Kirche, der durch sein Sühneopfer, indem er sich selbst anstelle aller Menschen als Opfer für Gott darbrachte, als großer Stellvertreter der Menschheit eine ewige Erlösung erlangte, deren Frucht allen Gläubigen durch seine Fürsprache für uns vor dem Thron seines Vaters sicher ist. Das Priestertum ist sein nach der Ordnung Melchisedeks, des Königs von Salem, der sowohl König als auch Priester in einer Person war. Dieser Gedanke wird im Hebräerbrief, Kapitel 6, 20-7, 28, ausführlich dargelegt. V. 5. Der HERR zu deiner Rechten, der Messias selbst, der die volle göttliche Gottheit besitzt, auch gemäß seiner menschlichen Natur, wird zerschmeißen die Könige am Tag seines Zorns, sie zermalmen und selbst die größten und mächtigsten Feinde mit Füßen treten am großen Tag des Gerichts, wenn sein Zorn entbrennt. V. 6. Er wird richten unter den Heiden und Sein Urteil des Zorns über alle vollstrecken, die sich beharrlich Seinem Werk widersetzen; alles mit Leichen anfüllen, wobei das Bild das eines Gemetzels in der Schlacht ist, mit Toten und Sterbenden, die das Schlachtfeld übersäen; er wird zerschmettern das Haupt über große Lande und „das Haupt über viel Land“ zerschmettern, wobei sich der Verweis höchstwahrscheinlich auf den Antichristen bezieht, von dem gesagt wird, dass der Herr ihn mit dem Geist seines Mundes vernichten und durch die Erscheinung seiner Ankunft zerstören wird (2. Thess. 2,8), sodass er und alle seine Anhänger ihren Lohn in ewiger Verdammnis erhalten werden. Gleichzeitig wird der Sieger in seiner Herrlichkeit erscheinen. V. 7. Er wird vom Bach auf dem Weg trinken; darum wird er sein Haupt emporheben. Er, der in seinem Zustand der Erniedrigung, insbesondere in seiner letzten großen Passion, gezwungen war, aus dem Bach des Leidens und der Trübsal zu trinken, wird am großen Jüngsten Tag vor Freunden und Feinden für immer in seiner Erhabenheit bestätigt werden. Es ist nichts als Sieg, Eroberung und Triumph, was dem Messias zuteilwird. Mit seinem Haupt hoch über allen seinen Feinden erhoben, wird er nie wieder niedergeschlagen werden, sondern zusammen mit denen, die ihn als ihren Erlöser und König angenommen haben, für immer in einem ewigen Sieg und Triumph das Feld halten.
Danksagung
für Gottes leiblichen und geistlichen Segen
V.
1. Halleluja!
Ich danke dem HERRN, der Sänger preist Gottes gnädiges Handeln mit seinem Volk, worüber er eine zusammenfassende Aussage macht. von ganzem Herzen im Rat der Frommen, das heißt im engen Kreis der Gläubigen, die eine Gemeinschaft vertrauter Freunde bilden, und in der Gemeinde, dem wahren geistlichen Israel aller Zeiten. V. 2. Groß sind die Werke des HERRN, sowohl seine Vorsehung als auch seine Gnade, wer sie erforscht, hat lauter Lust daran, das heißt, sorgfältig studiert von allen, die sie vollkommener verstehen wollen. V. 3. Ehre und Majestät ist sein Tun, um die Tatsache zu betonen, dass sein ganzes Wesen darin zum Ausdruck kommt; und seine Gerechtigkeit, besonders wie sie sich im großen Werk der Erlösung zeigt, bleibt ewiglich. V. 4. Er hat ein Gedächtnis gestiftet seiner Wunder, wörtlich: „Er hat seine Wunder in Erinnerung bleiben lassen“, indem er sie den Menschen vor Augen geführt hat, damit sie niemals vergessen werden; der gnädige und barmherzige HERR, seine Wunder zeigen sich in seiner Güte, Liebe und Barmherzigkeit. V. 5. Er gibt Speise denen, die ihn fürchten, sie reichlich mit Speise versorgt; er gedenkt ewig an seinen Bund, den Bund zwischen Israel und dem Herrn, der typisch ist für den Bund, den er mit allen Gläubigen im Wort der Gnade geschlossen hat. V. 6. Er lässt verkündigen seine gewaltigen Taten seinem Volk, den Kindern Israels, seine Allmacht, die sich in der Art und Weise manifestiert, wie er sie geführt und geleitet hat, damit er ihnen gebe das Erbe der Heiden, wie er es bei der Eroberung Kanaans getan hat. V. 7. Die Werke seiner Hände, durch die er sich seinem Volk offenbart, sind Wahrheit und Recht, Wahrheit und Gerechtigkeit, die sowohl ihre Quelle als auch die Art und Weise bezeichnen, in der sie vor den Menschen vollbracht werden; alle seine Gebote sind vertrauenswürdig, was immer er verordnet, ist vertrauenswürdig und verlässlich, da es zum höchsten Wohl der Menschheit bestimmt ist. V. 8. Sie stehen fest für immer und ewig, gegründet auf seinen ewigen Ratschluss, und geschehen in Treue und Redlichkeit, ohne Heuchelei, nur mit dem höchsten Wohl seines Volkes im Sinn. V. 9. Er sandte Erlösung seinem Volk, wobei die Befreiung aus der Knechtschaft Ägyptens ein Vorbild für die große geistliche Erlösung ist, die Christus für alle Menschen erlangt hat; und gebot, dass sein Bund ewig bleiben soll und hat die Gewissheit gegeben, dass der Bund seiner Barmherzigkeit niemals scheitern wird. Heilig und hehr [furchtgebietend] ist sein Name, sein ganzes Wesen und alle seine Eigenschaften erfüllen alle, die darüber nachdenken, mit Ehrfurcht. V. 10. Die Furcht des HERRN ist der Anfang der Weisheit, der höchsten und besten Weisheit für diese Welt und für die kommende Welt, die aus der Ehrfurcht vor Gott hervorgeht, die auf dem Glauben gründet; das ist eine feine Klugheit, eine angemessene Wertschätzung und Anerkennung der Werte im Leben haben wer danach tut und treu ihre Pflichten gemäß seinem Wort erfüllen, wobei die geistlichen Menschen in allen Dingen das richtige Urteil fällen können. Sein Lob bleibt ewiglich, das heißt, jeder, der den Herrn mit der Ehrfurcht fürchtet, die aus dem Glauben hervorgeht, kann zu Recht als glücklich und gesegnet bezeichnet werden, da er in engster Verbindung mit seinem himmlischen Vater steht, von dem alle Segnungen ausgehen.
Eigenschaft
und Glückseligkeit der Gottesfürchtigen
V. 1. Halleluja! ein weiterer Halleluja-Psalm, der eigentlich als Auslegung und Anwendung des letzten Verses des vorangehenden Psalms zu betrachten ist und dessen Ziel es ist, das innere Glück derer darzustellen, die Gott fürchten und ihm gehorchen, im Gegensatz zum Schicksal der Ungläubigen. Wohl dem und in wahrer Glückseligkeit lebend der den HERRN fürchtet, in Ehrfurcht und Verehrung, die aus wahrem Glauben entspringen, der große Lust hat zu seinen Geboten, große Freude daran hat und höchstes Glück darin findet, ihnen in angemessener Weise zu gehorchen. V. 2. Seine Nachkommen, seine Kinder oder Nachkommen, werden gewaltig sein auf Erden, wörtlich „ein Held oder Champion“, mit Autorität und Einfluss sogar in den weltlichen Angelegenheiten des Staates; das Geschlecht der Frommen, seine Familie, soweit ihre Mitglieder ihm in seiner Frömmigkeit folgen, wird gesegnet sein, so wie es der Herr in der Zusammenfassung der Zehn Gebote sagt. V. 3. Reichtum und Fülle, alles, was für ein langes und glückliches Leben notwendig ist, wird in ihrem Haus sein, auch wenn der schmutzige Gewinn nicht in Haufen aufgestapelt ist; und seine Gerechtigkeit bleibt ewig, sein gesamtes Verhalten steht immer im Einklang mit den göttlichen Anforderungen, weil er durch den Glauben die Gerechtigkeit angenommen hat, die ihm aufgrund des Wirkens des Messias zugerechnet wird. V. 4. Den Frommen geht das Licht auf in der Finsternis, mitten im Tal des Todesschattens scheint die Sonne der Barmherzigkeit Gottes auf sie und leitet sie auf den rechten Weg; er ist gnädig barmherzig und gerecht, und jeder Gläubige spiegelt in dieser Hinsicht die Tugenden seines himmlischen Vaters wider.
V. 5. Wohl dem, der barmherzig ist und gerne leiht, das heißt, glücklich ist der Mensch, es geht ihm gut, der wohlwollend und großzügig ist; und richtet seine Sache aus, wie es recht ist, wörtlich: „er wird seine Sache vor Gericht vertreten“, sein Charakter wird in der Gemeinschaft so gut etabliert sein, dass er vor den Intrigen seiner Feinde, die ihn diskreditieren wollen, sicher ist. V. 6. Denn er wird ewig nicht wanken, da seine Position so ist, dass böse Absichten ihm nichts anhaben können; der Gerechte bleibt in ewiger Erinnerung, und alle, die ihn kannten, werden sich mit Anerkennung an ihn erinnern. V. 7. Vor böser Kunde fürchtet er sich nicht, keine Furcht vor Berichten, die ihm und seinem Haus Unglück androhen; sein Herz hofft, in fester Zuversicht, unverzagt auf den HERRN, der nicht zulassen wird, dass ihm wirklich Böses widerfährt. V. 8. Sein Herz ist getrost, fest im Glauben und Vertrauen, und fürchtet sich nicht, bis er seine Lust an seinen Feinden sieht, seine Unterdrücker durch die Strafe Gottes niedergeschlagen. V. 9. Er streut aus, hat angemessene Großzügigkeit gezeigt, und gibt den Armen, denen, die wirklich in Not sind; seine Gerechtigkeit bleibt ewig, sein gerechtes Verhalten, das auf seinem Glauben an Jehova gründet und aus diesem hervorgeht; sein Horn, Symbol für Autorität und Macht, wird erhöht mit Ehren, vor der ganzen Welt hoch erhoben, mit offener Anerkennung seines moralischen Wertes. V. 10. Der Gottlose wird‘s sehen und es wird ihn verdrießen, weil sie in ihren bösen Absichten enttäuscht worden sind; mit den Zähnen wird er knirschen in ohnmächtiger Wut und vergehen, denn ihr endgültiges Los ist die ewige Vernichtung. Denn das Verlangen des Gottlosen ist verloren, all ihre bösen Pläne gegen die Gerechten werden zunichte werden und ihnen nichts nützen. Dies dient dazu, alle Gläubigen inmitten des Hasses der Welt zu ermutigen und aufzumuntern.
Hallelpsalmen (Ps. 113-118; beim Passahfest
gesungen; s.a. Matth. 26,30)
Lob der Gnade Gottes für die
Demütigen
V. 1. Halleluja! dies ist der dritte Halleluja-Psalm, der die Majestät Gottes und seine Barmherzigkeit gegenüber den Demütigen preist. Er wurde als Einleitung zum großen Halleluja verwendet, das die Juden bei ihren großen Festen, insbesondere beim Passahfest, sangen. Lobet, ihr Knechte des HERRN, alle Gläubigen, alle wahren Gläubigen, die sich an dem wahren Dienst des Herrn erfreuen, lobet den Namen des HERRN! und preist die Herrlichkeit seines Wesens und seiner Eigenschaften, wie sie in seinem Wort und seinen Werken zum Ausdruck kommen. V. 2. Gelobt sei der Name des HERRN von nun an bis in Ewigkeit! die ganze Kirche mit all ihren Mitgliedern singt sein Lob als Schöpfer, Erlöser und Heiligmacher in alle Ewigkeit. V. 3. Vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergang, in der ganzen Länge und Breite der Welt, sei gelobt der Name des HERRN, alle Geschöpfe sind eingeladen, sich diesem Psalm anzuschließen.
V. 4. Der HERR ist hoch über alle Völker, erhaben über alle menschlichen Staaten mit ihren unbedeutenden Herrschern, seine Herrlichkeit geht, soweit der Himmel ist, über denen auch er der absolute Herrscher ist. V. 5. Wer ist wie der HERR, unser Gott, der da thront in der Höhe, auf dem Thron seiner Macht, V. 6. der niederschaut in die Tiefe, im Himmel und auf Erden, das heißt, der von seiner erhabenen Position der Allwissenheit und Allgegenwart aus alles, was im Himmel und auf Erden geschieht, mit größter Sorgfalt beobachtet; V. 7. Der den Geringen aufrichtet aus dem Staub, aus dem Zustand äußerster Niedrigkeit, und erhöht den Armen, den Elenden und Verachteten, aus dem Schmutz oder der Aschehalde, als einen, der von den Menschen verstoßen wurde und den Müllhaufen der Stadt zu seiner Behausung gemacht hat; V. 8. damit er ihn setze neben die Fürsten, neben die Fürsten seines Volkes, und ihn in eine Position im Adel, unter den Mächtigen des Landes, erhebt; V. 9. der die Unfruchtbare wohnen lässt, nimmt ihr die Schande der Kinderlosigkeit und als eine fröhliche Kindermutter, ein Segen, der in der Bibel oft betont wird. Halleluja! Es ist das richtige Lied für die Gläubigen aller Zeiten, und alle hier aufzählbaren Segnungen werden von ihnen in Lobliedern und in bereitwilligem Dienst mit den Händen dankbar anerkannt.
Die
Ausführung der Kinder Israel aus Ägypten durch den Gott Jakobs
Ein majestätisches Lied, das Gottes Fürsorge für sein Volk zur Zeit des Auszugs aus Ägypten feiert, als alle Kräfte der Natur zu ihrem Wohl herbeigerufen wurden. V. 1. Als Israel, das auserwählte Volk Gottes, das den wahren Gott als seinen König angenommen hatte, aus Ägypten auszog, das Haus Jakob, das als Familie nach Ägypten gekommen war und es als Nation verließ, aus dem fremden Volk, das heißt unverständlich, fremd, da Hebräisch als die heilige Sprache galt, V. 2. Da wurde Juda, der Stamm, der die Führung übernahm und zu dessen Stamm die Hauptstadt nach der Zeit Davids gezählt wurde, sein Heiligtum und Israel, die gesamte Nation, als seine Kirche, seine Herrschaft, seine Herrschaft über sie wurde von allen wahren Israeliten anerkannt, 2. Mose 6,7.
V. 3. Das Meer sah es und floh, das Rote Meer öffnete sich vor dem Volk, 2. Mose 14, 21; der Jordan wandte sich zurück, Jos. 3, 13. 16; V. 4. Die Berge hüpften wie die Widder, die Hügel wie die jungen Schafe, wobei der Bezug auf das Beben des Berges Sinai und der umliegenden Landschaft zur Zeit der Gesetzgebungserteilung genommen wird.
V. 5. Was ist dir, du Meer, dass du flohest, und du, Jordan, dass du dich zurückwandtest? Der Verweis bezieht sich auf die beiden Ereignisse, die den Beginn und das Ende der Wanderung durch die Wüste markierten; V. 6. ihr Berge, dass ihr hüpftet wie Widder, ihr Hügel, wie die jungen Schafe? Warum sollte die ganze Natur in Aufruhr sein mit so vielen Manifestationen seiner göttlichen Macht?
V. 7. Vor dem HERRN erbebe, du Erde, das ist die Erklärung für die Unruhe in der Natur zu verschiedenen Zeiten während der Wanderung durch die Wüste, vor dem Gott Jakobs, V. 8. der den Felsen wandelte in einen See, als Mose auf Gottes Befehl hin zweimal den Felsen schlug und Wasser hervorsprudelte, und Gestein in eine Wasserquelle, 2. Mose 17, 6; 4. Moaw 20, 11. Es ist für die Gläubigen des Neuen Testaments ein großer Trost zu wissen, dass der geistliche Felsen, auf den sich die Kinder Israels stützten, Christus war. 1 Kor. 10, 4. 9.
Verwerfung der Abgötterei und des
Götzendienstes
Dieser Psalm könnte ein Ruf Israels nach der Hilfe des Herrn angesichts eindringender Feinde gewesen sein, die ihr Vertrauen auf ihre heidnischen Götzen setzten. V. 1. Nicht uns, HERR, nicht uns, wobei die Wiederholung des Rufs zur Betonung dient, sondern deinem Namen gib Ehre, damit sein Wesen und seine Eigenschaften vor allen Menschen angemessen verkündet werden, um deiner Gnade, seiner freien, unverdienten Gnade, und deiner Treue willen, aufgrund der Treue, die in den Verheißungen seines Wortes zum Ausdruck kommt. Es ist Gottes Herrlichkeit und nur diese allein, um die sich die Gläubigen immer sorgen, nicht um ihre eigene Ehre. V. 2. Warum sollen die Heiden sagen, in Spott über die traurige Lage des Volkes Gottes, das von seinem Gott verlassen wurde: Wo ist nun ihr Gott? Diese Verspottung wurde tatsächlich von den Boten des assyrischen Königs Sanherib in seinem Feldzug gegen Hiskia verwendet (Jes 36,15-20). Aber während der Psalmist die Spottreden der Feinde wiedergibt, stellt er ihnen das Vertrauen der Gläubigen gegenüber. V. 3. Aber unser Gott ist im Himmel, zwar unsichtbar, aber dennoch Herrscher über die Welt; Er kann schaffen, was er will, denn Er allein ist der allmächtige Gott, im Gegensatz zur völligen Ohnmacht der Götzen der Heiden.
V. 4. Ihre Götzen aber sind Silber und Gold, geschnitzte Bilder, zwar aus Edelmetallen gefertigt, aber ohne wirkliche Existenz, von Menschenhänden gemacht, konstruiert, gegossen, geschnitzt von schwachen und mickrigen Menschen, nicht einmal geschaffen, sondern gemacht. V. 5. Sie haben einen Mund, wie sie vom Künstler, der sie gemacht hat, geformt wurden, und reden nicht; sie haben Augen und sehen nicht; V. 6. sie haben Ohren und hören nicht; sie haben Nasen und riechen nicht; V. 7. sie haben Hände und greifen nicht, oder „ihre Hände sind da, aber sie fühlen nicht”; Füße haben sie und gehen nicht und kein Laut geht aus ihrer Kehle, sie können nicht einmal murmeln, keinen artikulierten Laut von sich geben. Beachten Sie die Paarung der Glieder und die wirkungsvolle Gruppierung jedes Paares, um den leblosen, toten Charakter der Götzen besonders hervorzuheben. Vgl. Ps. 135, 15-17; Jes. 44, 9-17; Jer. 10, 3-6.
V. 8. Die solche machen, sind ihnen gleich, ohne richtiges Verständnis; und alle, ob Hersteller oder Anbeter, die auf sie vertrauen. Götzendienst senkt nicht nur den religiösen und moralischen, sondern auch den intellektuellen Standard eines Volkes. V. 9. Aber Israel vertraue auf den HERRN, die Ermahnung kommt umso stärker nach dem gerade dargestellten Kontrast; er ist ihre Hilfe und Schild, auf den man sich sowohl zur Verteidigung als auch zum Angriff verlassen kann. V. 10. Das Haus Aaron ein Name, der für Israel als Volk von Priestern verwendet wird und daher auf alle Gläubigen anwendbar ist, vertraue auf den HERRN; er ist ihre Hilfe und Schild. Nun wird die allgemeine Anwendung gemacht: V. 11. Ihr, die ihr den HERRN fürchtet, egal wo und wann, ob im Alten oder im Neuen Testament, vertraut auf den HERRN. Er ist ihre Hilfe und Schild, auf ihrer Seite sowohl zum Schutz als auch zum Kampf.
V. 12. Der HERR denkt an uns, hat seine Gedanken in Barmherzigkeit auf seine Kinder gerichtet; und segnet uns. Er segnet das Haus Israel, sein Volk als Ganzes; er segnet das Haus Aaron, sein Volk als eine Gemeinde von Priestern. V. 13. Er segnet, die den HERRN fürchten, die Kirche aller Zeiten, die Kleinen und die Großen, die Prominenten und die Führer in der Kirche zusammen mit den Niedrigen. V. 14. Der HERR mehre euch; denn die Kirche wird durch den Segen des Herrn im Wort zwangsläufig wachsen, euch und eure Kinder. V. 15. Ihr seid die Gesegneten des HERRN; reichlich versorgt mit den Gaben seiner Güte und Barmherzigkeit, der Himmel und Erde gemacht hat, wobei der Wert und die Größe seiner Segnungen nur durch sein unermessliches Wesen gemessen werden können.
V. 16. Der Himmel ist der Himmel des HERRN, der Thron seiner Macht; aber die Erde hat er den Menschenkindern gegeben, damit sie sich an der Fülle seiner Gnade erfreuen und ihn für seine Gnade preisen. V. 17. Die Toten werden den Herrn nicht loben, noch die hinunterfahren in die Stille, in das Reich der Toten; denn dann ist ihr Mund für eine Zeit lang verstummt, sie sind physisch nicht mehr in der Lage, sich dem Lobpreis Jehovas anzuschließen. Umso mehr Grund für uns, die wir leben, uns dieser notwendigen Aufgabe zu widmen. V. 18. Wir aber, wir loben den HERRN von nun an, solange wir noch hier auf Erden leben, bis in Ewigkeit, jenseits des Grabes, nach dem Jüngsten Tag, wenn Seele und Körper für alle Ewigkeit wieder vereint sein werden. Halleluja! unser Halleluja erklingt vor dem Thron des Gottes unserer Erlösung, ohne Ende, in den herrlichen Hallen des Himmels.
Wie man sich im Kreuz trösten und
verhalten soll
Der Psalmist verkündet, dass er aus großer Gefahr gerettet wurde, feiert seine Befreiung, indem er allein Gott lobt, und verspricht, seine Schuld gegenüber Jehova öffentlich anzuerkennen. V. 1. Ich liebe den HERRN, weil er meine Stimme und mein Flehen hört. Die Tatsache, dass Gott sein Gebet erhört und ihn befreit hat, erfüllt sein Herz mit dankbarer Liebe. V. 2. Denn er hat sein Ohr zu mir zugeneigt hat, in einer Haltung der bereitwilligen Aufmerksamkeit, darum will ich mein Leben lang ihn anrufen, in Gebeten der Dankbarkeit und weiterer Fürbitte. Er schildert nun die Situation, in der er sich befand und aus der er befreit wurde.
V. 3. Stricke, wörtlich „die Fesseln”, des Todes hatten mich umfangen wie ein Netz, Angst, die Unterdrückung oder Not des Totenreiches, des Scheol, hatte mich getroffen; ich kam in Jammer und Not und erlebte beides in vollem Maße. Vgl. Ps. 18, 4. 5. V. 4. Aber ich rief den Namen des HERRN, im Vertrauen auf die Verheißungen in seinem Wort: O HERR, errette meine Seele! Der Psalmist schildert nun, wie der Herr ihn errettet hat.
V. 5. Der HERR ist gnädig, voller
barmherziger Gnade, und gerecht; und unser Gott ist barmherzig. Vgl. 2.
Mose 34,6.7. V. 6. Der HERR behütet die Einfältigen und schützt
sie vor den bösen Absichten der Feinde, die sie von allen Seiten umgeben. Wenn
ich schwach bin, in völliger Hilflosigkeit zu Boden geworfen, so hilft
er mir.
V. 7. Kehre zurück zu deiner Ruhe, meine Seele, sei still und zufrieden mit der Erleichterung, die der Herr dir gewährt hat; denn der HERR hat dir Gutes getan und dir Güte erwiesen, die weit über das Verdienst eines Menschen hinausgeht. Nach dieser Ermahnung an sein eigenes Herz kehrt der Dichter zu seinem Gebet zurück. V. 8. Denn du hast meine Seele vom Tod errettet, mein Auge von den Tränen und meinen Fuß vom Gleiten, wobei diese drei Ausdrücke alle Unglücksfälle darstellen, die einen Menschen treffen können, und die Errettung daher in jeder Hinsicht vollständig ist. V. 9. Ich werde wandeln vor dem HERRN, sein ganzes Leben in dem Bewusstsein führen, dass er in der Gegenwart des Herrn und seines allwissenden Auges ist, im Land der Lebenden; anstatt dem Tod zum Opfer zu fallen, genießt er das Leben und kann seinen Erlöser immer vor Augen haben.
V. 10. Ich habe geglaubt, darum habe ich gesagt, wörtlich: „darum spreche ich“, indem er sprach, übte er seinen Glauben aus, sein Sprechen war ein Beweis seines Glaubens, 2 Kor 4,13. Ich war sehr geplagt, aber trotz seiner Bedrängnis zeigte sich sein Glaube in dem freien Bekenntnis seines Mundes. V. 11. Ich sprach in meinem Zagen, in seinem Zittern und Schrecken, das Ergebnis seiner tiefen Niedergeschlagenheit, Alle Menschen sind Lügner. Von den Menschen verlassen, elend vernachlässigt von denen, von denen er in seinen Schwierigkeiten Hilfe erwartete, hat er gelernt, sein ganzes Vertrauen allein auf Gott zu setzen, sich inmitten aller Katastrophen auf ihn zu verlassen. V. 12. Was soll ich dem HERRN vergelten all seine Wohltat, die er an mir tut? Wie kann ich seine vielfältigen Bekundungen der Liebe und Güte zurückzahlen?
V. 13. Ich werde den Kelch des Heils erheben, den Kelch der Danksagung für seine Befreiung erheben, wobei die Anspielung wahrscheinlich auf diese Zeremonie beim Passahmahl Bezug nimmt, und des HERRN Namen predigen, ihn und seine Eigenschaften überall verkünden. V. 14. Ich will meine Gelübde dem HERRN erfüllen, die besonderen Opfergaben, die er gebracht hat, um seine Dankbarkeit gegenüber dem Herrn auszudrücken, vor all seinem Volk, er war bereit und willens, dies öffentlich zu tun, damit alle Menschen Zeugen seines Opfers sein konnten, 4. Mose 15, 3-5.
V. 15. Kostbar ist in den Augen des HERRN, von ihm sehr hoch geschätzt, der Tod seiner Heiligen, das heißt, er wird sie nicht ohne weiteres durch den Tod von sich nehmen lassen. V. 16. Ach, HERR, ich bin ja dein Knecht; ich bin dein Knecht der Sohn deiner Magd, darum beansprucht er als im Hause geborener Knecht die Vorrechte der Bundesliebe Gottes gegenüber seinem Volk. Du hast meine Bande zerrissen und ihm die Freiheit des Volkes Gottes geschenkt. Deshalb drückt er noch einmal seine Dankbarkeit aus.
V. 17. Dir will ich Dankopfer darbringen und des HERRN Namen predigen. V. 18. Ich will meine Gelübde dem HERRN erfüllen vor all seinem Volk V. 19. in den Vorhöfen am Haus des HERRN, wo sich die Gemeinde zum öffentlichen Gottesdienst versammelte, in deiner Mitte, Jerusalem. Halleluja! alle Gläubigen des Neuen Testaments, die sich diesem Halleluja zu Ehren des Gottes ihrer Erlösung anschließen und ihm ihre Gelübde in freudigem Dienst erfüllen.
Von dem Messias und seinem
weltweiten Reich
Der kürzeste Hymnus im Psalter, der in wenigen Worten die Kirche Gottes aller Zeiten in ihrer Beziehung zum Herrn, dem Gott der Erlösung, darstellt. Die in diesem Psalm zum Ausdruck gebrachte Wahrheit, dass Menschen aus allen Nationen den Herrn als den Gott anbeten würden, der sich in der Fülle seiner Erlösung für die ganze Menschheit offenbart hat, wird von Paulus in Röm 15,11 dargelegt. V. 1. Lobet den HERRN, alle Heiden, denn er ist der Gott der Heiden ebenso wie der Juden, Lukas 2, 30-32; preiset ihn, alle Völker! alle Nationen der Welt, ohne Ausnahme. V. 2. Denn des HERRN Gnade, seine Gnade, wie sie sich in Jesus, dem Messias, offenbart, ist mächtig und stark, indem sie Sünden und Ungerechtigkeiten vergibt und die Gläubigen vor der ewigen Verdammnis schützt, die die Folge ihrer Verfehlungen ist; und Wahrheit walten über uns in Ewigkeit, seine Treue in der Erfüllung seiner Verheißungen ist absolut vertrauenswürdig, sein Wort, die Botschaft des Evangeliums, ist absolut zuverlässig. Halleluja! alle Gläubigen, die sich diesem großen Halleluja anschließen, denn Gnade und Wahrheit sind ihr herrlicher Besitz in und mit Jesus Christus geworden, Johannes 1, 14. 17, und die Herrlichkeit dieser Tatsache kann niemals genug gepriesen werden.
Großes
Hallel (Ps. 118-136B,
verwendet am Passahfest und andere besonderen Gelegenheiten)
Dank
für Gottes Wohltaten, durch Christi Leiden uns erworben
Dieser Hymnus, der ganz im Stil Davids geschrieben ist, hat einen liturgischen Charakter und wurde tatsächlich in der jüdischen Kirche anlässlich der großen Feste als Teil ihres großen Hallel verwendet, das während der Zeit gesungen wurde, als die Tempelopfer dargebracht wurden, sowie von den einzelnen Familien in den Pausen des Passahmahls, obwohl sie ursprünglich möglicherweise für die Verwendung beim Laubhüttenfest komponiert worden war. Teile des Psalms waren so allgemein gebräuchlich, dass die Pilger, die Jesus bei seinem letzten Einzug in Jerusalem entgegenkamen, sie fast spontan sangen (Mt 21,9; Mk 11,9; Lk 19,38). [Dieser Psalm war ein Lieblingspsalm Luthers, der ihn auch auf der Coburg während des Augsburger Reichstages 1530 stärkte und den er dort besonders auslegte: Das schöne Confitemi.] V. 1. Danket dem HERRN, denn er ist freundlich, nämlich indem er den Gläubigen seine Güte in reichen Segnungen zuteilwerden lässt; und seine Güte währet ewiglich. Vgl. Ps. 106, 1; 107, 1; 136, 1.
V. 2. Es sage nun Israel, das ganze Volk, als das auserwählte Volk Gottes: Seine Güte währet ewiglich. V. 3. Es sage nun das Haus Aaron, nicht nur die Priester, sondern die ganze Kirche als eine Gemeinde von Priestern: Seine Güter währet ewiglich. V. 4. Es sagen nun, die den HERRN fürchten, alle Gläubigen aller Zeiten: Seine Güte währet ewiglich. Nachdem die dringende Aufforderung an die ganze Kirche ergangen ist, sich dem Lobpreis des Herrn anzuschließen, nennt der Psalmist nun den Grund für seine Ermahnung.
V. 5. In der Angst rief ich den HERRN an, als er in Bedrängnis war, in solchen Schwierigkeiten, dass er sich weder nach rechts noch nach links wenden konnte; und der HERR erhörte mich und tröstete mich [o.: setzte mich in weiten Raum], wo er sich nach allen Seiten frei bewegen konnte, wo er nicht mehr eingeengt und behindert war, weil er von Gefahren und Feinden umgeben war. V. 6. Der HERR ist mit mir, Röm. 8, 31; darum fürchte ich mich nicht; was können mir Menschen, bloße Menschen, winzige Geschöpfe, tun? V. 7. Der HERR ist mit mir, mir zu helfen, als seine Unterstützung, die Hilfe des Herrn, die die aller anderen Helfer überwiegt; und ich werde triumphieren über meine Feinde, da die Feinde gezwungen sind, sich seiner allmächtigen Kraft zu unterwerfen. Der Psalmist drängt nun auf das richtige Vertrauen in den Herrn als den Einen, der in seiner Macht über alle Menschen erhaben ist. V. 8. Es ist besser, auf den HERRN zu vertrauen, als sich verlassen auf Menschen, denn der Mensch ist selbst in seiner besten Form nur ein schwaches und hilfloses Geschöpf. V. 9. Es ist besser, auf den HERRN zu vertrauen, als sich verlassen auf Fürsten, denn ihre Macht ist letztlich gering und ihre Gunst trügerisch.
V. 10. Alle Völker umgeben mich, oder „auch wenn alle Heiden mich umgeben“, aber im Namen des HERRN, im Vertrauen auf die allmächtige Kraft des Herrn, will ich sie zerhauen, sie niederschlagen, sie ausrotten. V. 11. Sie umgeben mich, ja, sie umzingelten mich, obwohl sie ihre Angriffe von allen Seiten versuchten; aber im Namen des HERRN will ich sie zerhauen, denn wer den Herrn zu seinem Verbündeten macht, hat immer das Kräfteverhältnis zu seinen Gunsten. V. 12. Sie umgeben mich wie Bienen oder „wie Wespen“, die während der Erntezeit besonders lästig und bösartig waren; sie sind erloschen wie das Feuer von Dornen, das mit großer Kraft aufflammt, aber ebenso schnell wieder erlischt; aber im Namen des HERRN will ich sie zerhauen. Sicher der Hilfe des Herrn, ist die Gemeinde zu jeder Zeit von einem Gefühl des Triumphes erfüllt. V. 13. Man stößt mich, dass ich fallen soll, wobei im Hebräischen das unpersönliche Subjekt verwendet wird, haben die Menschen auf jede erdenkliche Weise versucht, den Gläubigen zu verletzen und zu überwältigen; aber der HERR hilft mir. Deshalb erklingt sein Lied zusammen mit dem aller Gläubigen. V. 14. Der HERR ist meine Macht, der dem Gläubigen die Kraft zum Überwinden gibt, und mein Psalm, das zu jeder Zeit Gegenstand von Lobeshymnen ist, und ist mein Heil, die ihn von allen Feinden befreit.
V. 15. Man singt mit Freunden vom Sieg, die Freude über die wunderbare Befreiung, wie sie in den Hymnen der Gemeinde zum Ausdruck kommt, ist in den Hütten der Gerechten, in den Häusern aller Gläubigen, die durch die Gabe Gottes an der Gerechtigkeit des Messias teilhaben. Die Rechte des HERRN behält den Sieg! erhöht im Sieg. V. 16. Die Rechte des HERRN, Symbol der allmächtigen Kraft, ist erhöht, in der Herrschaft über alle Feinde; die Rechte des HERNN behält den Sieg, im Besitz des Sieges. V. 17. Ich werde nicht sterben und somit des Privilegs beraubt werden, den Herrn zu preisen, sondern leben, bewahrt durch Gottes Gnade, und des HERRN Werke verkünden, was eine der herrlichen Pflichten aller Gläubigen ist. V. 18. Der HERR züchtigt mich schwer, in den Ängsten und Nöten, auf die der Psalmist in V. 5 Bezug genommen hatte; aber er gibt mich nicht dem Tod preis. Obwohl der Psalmist in der Einzahl spricht, spricht er im Namen der Gemeinde und schildert ihre gemeinsame Erfahrung.
V.
19. Tut mir auf die Tore der Gerechtigkeit, wobei dieser Name für die Tore
des Tempels verwendet wird, da sie den Zugang zu dem Ort gewährten, an dem Gott
seine Gerechtigkeit in seinem Wort verkündete; dass ich durch sie eingehe,
zusammen mit allen anderen Mitgliedern der Gemeinde, und dem HERRN danke,
dem Herrn der Erlösung; V. 20. Das ist das Tor des HERRN, die Gerechten
werden dadurch eingehen, die Opferhandlungen seitens der Gemeinde und die
sakramentalen Handlungen seitens der Diener Gottes, die sie mit ihm in
innigster Gemeinschaft vereinen. V. 21. Ich danke dir, im vollen
Bewusstsein dieser wunderbaren Vereinigung mit dem Herrn; dass du mich
erhört hast und bist meine Erlösung geworden.
V. 22. Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, den sie mit Verachtung als nutzlos abgelehnt haben, ist zum Eckstein geworden, zum Grundstein, der das gesamte Gebäude des Tempels des Herrn stützt. Dies ist eine direkte Prophezeiung, die sich, wie Jesus sagt, in ihm selbst erfüllt hat, Matthäus 21, 42; Markus 12, 10. 11; Apg. 4, 11; 1 Petr. 2, 7; Jes. 28, 16. Die Juden haben ihren Erlöser abgelehnt und sich geweigert, ihn als den verheißenen Messias anzuerkennen; aber er wurde durch den barmherzigen Ratschluss des Herrn zum Eckstein der christlichen Kirche, zum Fundament, auf dem alle Gläubigen ihre Hoffnung auf Erlösung gründen, Eph. 2, 20-22. V. 23. Das ist vom HERRN geschehen und ist ein Wunder vor unseren Augen, und sein Wunder wächst mit jeder neuen Betrachtung der Art und Weise, wie unser Heil bewirkt wurde. V. 24. Dies ist der Tag, den der HERR macht, der Tag, die Zeit der Gnade und des Heils, die sich bis zum letzten Tag der Welt erstreckt, Jes. 49, 8; 2 Kor. 6, 2; lasst uns freuen und fröhlich an ihm sein! Vgl. Offb. 19, 7. V. 25. O HERR hilf! das Hosanna der Menge am Palmsonntag, O HERR, lass wohl gelingen, wahres geistliches Glück, Matthäus 21, 9. V. 26. Gelobt sei, der da kommt im Namen des HERRN, dieser Willkommensruf, wie er vom Chor der Leviten im Tempeldienst und von den Einwohnern Jerusalems zur Begrüßung ihrer Brüder aus der Ferne verwendet wurde, wurde in ungewöhnlich passender Weise im Falle Christi bei seinem Einzug in die Stadt verwendet; wir segnen euch vom Haus des HERRN und wünschen ihnen die wunderbaren Segnungen, die im Tempel ausgesprochen werden. V. 27. Der HERR ist Gott, Jahwe ist Gott, der einzige wahre Gott, der uns erleuchtet, mit der geistigen Erleuchtung in seinem Wort. Schmückt das Fest mit Maien bis an die Hörner des Altars, denn die Zahl der Opfergaben war bei Festlichkeiten so groß, dass der gesamte Hof mit Tieren gefüllt war, sodass einige von ihnen sogar zu dem Platz neben dem Brandopferaltar geführt wurden, um dort auf ihre Reihe zu warten. Diese Einladung wird von der betenden Menge angenommen, in deren Namen der Psalmist nun antwortet.
V. 28. Du bist mein Gott, und ich danke dir, mit freudiger Dankbarkeit; du bist mein Gott, ich will dich preisen und ihm die Ehre geben, die seinem heiligen Namen gebührt. V. 29. Danket dem HERRN, denn er ist freundlich und seine Güte währet ewiglich, und diese Gnade ist bis zum heutigen Tag die tragende Kraft für die Gläubigen auf der ganzen Welt.
Des Christen goldenes ABC von Lob,
Liebe, Kraft und Nutzen des Wortes Gottes
(Grundlage für den Choral: Wohl
denen, die da wandeln)
Dieser wunderschöne Psalm, dessen Verfasser unbekannt ist, ist in zweiundzwanzig Abschnitte zu je acht Versen unterteilt. Alle Verse desselben Absatzes beginnen mit dem gleichen Buchstaben des hebräischen Alphabets, sodass alle zweiundzwanzig Buchstaben der hebräischen Sprache verwendet werden. Das herausragende Merkmal dieses wunderbaren Psalms ist die Tatsache, dass in allen Versen außer zwei (122 und 132) das Wort Gottes durch einen Ausdruck wie Gebote, Urteile, Satzungen, Vorschriften, Zeugnisse, Gesetz und anderen Begriffen bezeichnet wird, die hier alle als Synonyme verwendet werden. Diese Tatsache macht den Psalm zu einem Werk von unmittelbarem Wert für alle Gläubigen aller Zeiten, zu einem Handbuch frommer Gedanken, insbesondere für alle Lehrer des Wortes.
Aleph. ÜBER DAS
VERHALTEN DER GLÄUBIGEN IN ÜBEREINSTIMMUNG MIT GOTTES WORT
V. 1. Wohl denen, die ohne Tadel leben, die
Gesegneten, Aufrichtigen, Untadeligen, auf dem Weg, in ihrem gesamten
Lebenswandel, die im Gesetz des HERRN wandeln! und sich in ihrem
gesamten Leben von seinem Wort leiten lassen. V. 2. Wohl denen, die seine
Zeugnisse halten, das Wort, in dem er von sich selbst Zeugnis ablegt, für
die Wahrheit und gegen die Sünde, und die ihn von ganzem Herzen suchen,
in dem Wunsch, eine so vollkommene Erkenntnis von ihm und seinem heiligen
Willen zu erlangen, dass sie sich in all ihren Handlungen bereitwillig danach richten,
V. 3. die tun auch kein Unrecht, keine vorsätzliche Bosheit; die auf
seinen Wegen wandeln, richten ihr ganzes Leben nach der in seinem Wort
vorgeschriebenen Weise ein. V. 4. Du hast geboten, fleißig zu halten deine
Befehle, die Anweisungen, die sich auf das Verhalten der Menschen in allen
Lebenslagen beziehen, fleißig, sie sorgfältig zu befolgen. V. 5. O dass
meine Leben, das Verhalten des Gläubigen in jeder Situation, in der er sich
befindet, deine Gebote mit ganzem Ernst hielte, die ausdrücklichen
Gesetze, die sich auf die verschiedenen Beziehungen im Leben beziehen! V. 6.
Wenn ich schaue allein auf deine Gebote, die das Gute gebieten und das Böse
verbieten, um mich sowohl vor Sünden der Tat als auch vor Sünden der Unterlassung
zu hüten, so werde ich nicht zuschanden, nicht beschämt werden, nicht
mit Schande überhäuft werden. V. 7. Ich danke dir mit aufrichtigem Herzen,
ohne jede Spur von Heuchelei, dass du mich lehrt die Rechte deiner
Gerechtigkeit, die Entscheidungen, die auf Gottes Gerechtigkeit beruhen,
sowohl der Zustimmung als auch der Verurteilung. V. 8. Deine Gebote will ich
halten, die Gebote des Wortes Gottes, die für alle Menschen von bleibendem
Wert sind. Verlass mich nimmermehr! denn wer von Gott verlassen ist, ist
zu einem Leben in Unglück und zu ewiger Qual verdammt. Das Gebet um Treue,
damit das eigene Verhalten mit dem Wort Gottes übereinstimmt, muss immer im
Mund jedes Christen sein.
Beth. ÜBER DIE
UNVERWECHSELBAREN ZEICHEN EINES UNANSTÖSSIGEN LEBENS.
V. 9. Wie wird ein junger Mann seinen
Weg unsträflich gehen? Wann wird es einem jungen Menschen, der von den
vielen Versuchungen der Jugend umgeben ist (2. Tim. 2, 22), möglich sein, in
seinem Verhalten rein zu sein und zu bleiben? Wenn es sich hält nach deinem
Wort, indem er jeden Schritt sorgfältig beobachtet und die Regel von Gottes
Wort auf jede Situation anwendet, mit der er konfrontiert ist. Der
Geisteszustand eines solchen ernsthaften Suchers nach Wahrheit und Heiligkeit
wird nun beschrieben. V. 10. Ich suche dich von ganzem Herzen, in dem
ernsthaften Wunsch nach engster Gemeinschaft mit dem Herrn; lass mich nicht abirren
von deinen Geboten! damit ich die grundlegenden Verhaltensregeln nicht aus
den Augen verliere. V. 11. Ich behalte dein Wort, alles, was Gott gesagt
hat, als er sich den Menschen offenbarte und ihnen seinen heiligen Willen
offenbarte, in meinem Herzen, wie einen kostbaren Schatz, der sein
ganzes Innenleben erfüllt, damit ich nicht dagegen sündige, denn die
Sünde kann in einem Herzen, das von der Erkenntnis Gottes und der Liebe zu
seinem Wort erfüllt ist, keinen Halt finden. V. 12. Gelobt seist du, HERR, Gegenstand des freudigen Lobes der
Gläubigen; lehre mich deine Gebote, denn je mehr ein Christ über die
Gebote des heiligen Willens Gottes weiß, desto mehr sehnt er sich danach, den
Weg der Heiligung zu lernen. Gleichzeitig übt er sich im Bekenntnis. V. 13. Ich
will mit meinen Lippen erzählen, wird er feierlich verkünden, alle Rechte
deines Mundes, insbesondere jene Entscheidungen der Gerechtigkeit Gottes,
die ein rechtschaffenes Leben gutheißen und den Gläubigen als ständiger Ansporn
dienen. V. 14. Ich freue mich an dem Weg deiner Zeugnisse, über die Art
und Weise, wie Gott sich selbst und alle seine Eigenschaften offenbart hat, wie
über allen Reichtum, denn darin besteht der wahre Reichtum der Gläubigen,
im aktiven Besitz und im ständigen Gebrauch des Wortes Gottes. V. 15. Ich will
nachsinnen über deine Befehle, sie erwägen, über sie nachdenken und
versuchen, immer tiefer in ihre göttliche Bedeutung einzudringen, und schauen
auf deine Wege, immer auf der Suche nach den Pfaden, die Gottes Wort
vorschreibt. V. 16. Ich habe Freude, größte Freude und vollkommene
Glückseligkeit finden an deinen Satzungen, indem ich die Regeln des
heiligen Willens Gottes in ihrer Beziehung zum Verhalten jedes Menschen auf der
Welt studiere; und vergesse deine Worte nicht. Es ist dieses Zusammenkommen um die Bibel, das den
Einzelnen und ganze kirchliche Organisationen zu einer Kraft im Herrn macht.
Gimel. GEBET UM
ERLEUCHTUNG FÜR EIN GOTTESFÜRCHTIGES LEBEN. — V. 17. Tu wohl deinem Knecht,
gib ihm reichlich Gnade und geistlichen Segen, damit ich lebe und dein Wort
halte, wobei das Befolgen des Wortes Gottes das einzige große Ziel seines
Lebens ist. Aber er erkennt, dass er mit seinem eigenen Verstand und Sinn nicht
in die Schönheiten der Heiligen Schrift eindringen kann. Deshalb ruft er aus: V.
18. Öffne mir die Augen, die Augen seines Geistes, seines Verstandes, dass
ich sehe die Wunder, die unaussprechlichen Wunder der Barmherzigkeit und
Güte Gottes, an deinem Gesetz, denn nur mit Augen, die vom Geist Gottes
erleuchtet sind, kann ein Mensch die Bedeutung der biblischen Wahrheiten
verstehen und erkennen. All unser Studium der Bibel sollte mit diesem Gebet um
Erleuchtung beginnen und von ihm begleitet werden. Dies ist umso notwendiger,
als wir Fremde und Pilger in dieser Welt sind und uns auf die große Offenbarung
Gottes und unseren ewigen Aufenthalt bei Gott in unserer himmlischen Heimat
freuen. V. 19. Ich bin ein Gast auf Erden, ein Pilger, der den Weg
sucht, der in die Heimat führt; verbirg deine Gebote nicht vor mir; denn
ohne diese himmlischen Verhaltensregeln wäre unsere Reise in dieser fremden
Welt wie die eines Seefahrers ohne Kompass und bei bewölktem Himmel. V. 20.
Meine Seele verzehrt sich vor Veerlangen, ist
zerquetscht und schwach vor eifrigem Verlangen, nach deinen Rechten allezeit,
um Gottes Wohlgefallen zu finden, indem sie den Anweisungen seines Wortes
folgt. V. 21. Du schiltst die Stolzen, verflucht sind, die von deinen
Geboten abweichen, das heißt, die Arroganten, die die Gläubigen
verspotteten, sind der warnenden Drohung des Herrn begegnet, denn sein Fluch
wird sicherlich diejenigen treffen, die sein Wort beiseite
schieben. V. 22. Wende von mir Schmach und Verachtung, die der
Hochmütigen und arroganten Spötter, die sich daran erfreuen, die Christen wegen
ihres Vertrauens in das Wort Gottes mit Verachtung zu überhäufen; denn ich halte
deine Zeugnisse, indem ich die Offenbarung Gottes und Sein Wesen für die
Wahrheit und gegen die Sünde beachtet und die darin dargelegten Leitprinzipien
befolgt habe. V. 23. Es sitzen auch Fürsten und reden gegen mich, denn
es ist eine traurige Tatsache, dass die Mächtigen und Einflussreichen dieser
Welt in der Mehrheit gegen Gottes Offenbarung in der Bibel Partei ergreifen: aber
dein Knecht sinnt nach über deine Gebote und dabei bewusst die hochmütige
Kritik an der Bibel ignoriert, die selbst die Gläubigen verwirren kann, wenn
sie ihr zu viel Aufmerksamkeit schenken, da jeder Irrtum in geistlichen Dingen
für den natürlichen Menschen plausibler ist als die offenbarte Wahrheit. V.
24. Deine Zeugnisse sind meine Lust, sie sind meine Ratgeber, denn das
ständige Studium der Heiligen Schrift ist seine Lieblingsbeschäftigung, und
alle ihre Wahrheiten sind wie weise Männer, deren Rat den Bibelstudenten gegen
alle Widerstände seitens der Feinde stärkt. Diese Tatsache sollte jeden
Gläubigen ermutigen und anspornen, Tag für Tag seine Bibel zu studieren und
immer Rat in den Seiten der ewigen Weisheit zu suchen.
Daleth. DIE GNADE, IN DER WAHRHEIT BESTÄTIGT ZU WERDEN. — V. 25. Meine Seele liegt
im Staub, sie ist oft in großer geistlicher Depression; erquicke mich,
erfülle ihn täglich mit neuem Leben und neuer Kraft, nach deinem Wort,
denn es ist das Privileg der Gläubigen, den Herrn an Seine Verheißungen zu
erinnern und in solchen Zeiten der Bedrängnis Seine Hilfe zu erbitten. V.
26. Ich erzähle meine Wege, indem ich sagte, dass ich den Pfaden des Wortes
Gottes folgen würde, und du erhörst mich, indem du sein Versprechen als
Gebet um Hilfe angenommen hast; lehre mich deine Gebote, denn in solchen
Zeiten sind es die positiven und klaren Aussagen des Wortes Gottes, die die
Entschlossenheit des Gläubigen stärken. V. 27. Lass mich verstehen den Weg
deiner Befehle, um eine klare Vorstellung von Gottes Anweisungen für das
Verhalten des Menschen in allen Lebenslagen zu haben; so will ich nachsinnen,
nachdenken, immer daran denken, über deine Wunder und die Wunder der
Gnade und Güte verkünden, die Gott in seinem Interesse vollbracht hat, was die
Erfahrung aller Gläubigen ist. V. 28. Ich gräme mich, dass mir das Herz
verschmachtet, sie löst sich auf in der Hitze der Bedrängnis; richte
mich auf nach deinem Wort! damit er mit festem Schritt gehen kann und keine
Gefahren fürchtet. V. 29. Halte fern von mir den Weg der Lüge, der
Untreue, der Leugnung der Wahrheit, und gewähre mir gnädig dein Gesetz,
wobei der Gläubige dies nur als ein Geschenk der Barmherzigkeit seitens Gottes
erbittet, da er weiß, dass er dessen in keiner Weise würdig ist. Es ist durch
die Gnade Gottes, dass wir noch immer sein Wort haben, und wir sollten es
entsprechend schätzen. V. 30. Ich habe den Weg der Wahrheit erwählt, der
Treue zum Herrn; deine Rechte habe ich vor mich gestellt und sie bewusst
ausgewählt, um sein Verhalten auf der Suche nach der Zustimmung des Herrn zu
lenken. V. 31. Ich halte fest an deinen Zeugnissen und mich von ganzem
Herzen an die offenbarte Wahrheit geklammert; HERR, lass mich nicht
zuschanden werden, indem Du dem Gläubigen in jeder Notlage Deine Kraft und
Hilfe vorenthältst und ihn zum Gegenstand des Spottes werden lässt. V. 32.
Ich laufe den Weg deiner Gebote, nicht mit langsamen und schleppenden
Schritten, sondern mit fröhlicher Begeisterung, denn du tröstest mein Herz,
denn Gott erweitert und vergrößert das Herz der Gläubigen mit Tugenden, die ihm
wohlgefällig sind, darunter auch die Begeisterung für sein Wort und für die
wahre Heiligung. Das ständige Studium und die Betrachtung des Wortes Gottes
führen zu einem freudigen Dienst an Gott und zum Wachstum in allen christlichen
Tugenden.
He. DIE BESTÄNDIGKEIT DES GLÄUBIGEN, DIE DURCH GOTTES WORT
AUFRECHTERHALTEN UND GESTÄRKT WIRD. — V. 33. Zeige mir, HERR, den Weg deiner
Gebote, genau das, was sein heiliger Wille vom Gläubigen in jeder
Lebenslage erwartet; dass ich sie bewahre bis ans Ende, gestützt gegen
den Abfall vom Glauben durch die Kraft Gottes, die aus dem Wort fließt. V.
34. Unterweise mich, dass ich bewahre dein Gesetz, mit einer vollen und
richtigen Einschätzung seiner Bedeutung; und halte es von ganzem Herzen und
alle halbherzigen Bemühungen meiden und verachten, wenn es um den Willen des
Herrn geht. V. 35. Führe mich auf dem Steig deiner Gebote, mit
strengster Beachtung aller ihrer Verhaltensanweisungen; denn ich habe Freude
daran, mehr als an Ehre und Ruhm vor den Menschen. V. 36. Neige mein
Herz zu deinen Zeugnissen, indem du es zu ihrer sorgfältigsten Befolgung
beugst, und nicht zur Habgier, die eines der Laster ist, die das Herz
vom Verständnis der Wahrheit abbringen. V. 37. Wende meine Augen ab, dass
sie nicht sehen nach unnützer Lehre, lass sie daran vorübergehen, lass sie
die vielen Ausprägungen der Bosheit in der Welt nicht bemerken, denn die
fortwährende Anstoßnahme kann entweder zu
Gleichgültigkeit gegenüber dem Bösen führen oder böse Begierden im Herzen
wecken, insbesondere in Bezug auf die verschiedenen Formen der Götzenverehrung;
und erquicke mich auf deinem Weg, gib dem Gläubigen das richtige
geistliche Leben und die Kraft, alle Versuchungen zu überwinden. V. 38. Erfülle
deinem Knecht dein Wort, richte es fest auf, lass deine Verheißungen für
den Gläubigen in Erfüllung gehen, dass ich dich fürchte! wörtlich:
„das“, d. h. das Wort Gottes, „denen gehört, die dich fürchten“, es gehört
ihnen, es wirkt die richtige Gottesfurcht in ihren Herzen. V. 39. Wende ab meine
Schmach, die ich fürchte, nämlich die, den Herrn zu verleugnen oder zu
Unrecht einer solchen Verleugnung beschuldigt zu werden; denn deine Rechte
sind gut, die Entscheidungen der Gerechtigkeit Gottes, wie sie in seinem
Wort offenbart sind, würden ihm sicherlich die Schmach der Abtrünnigkeit
nehmen. V. 40. Siehe, ich begehre deine Befehle, mit dem dringenden
Wunsch, in seinem gesamten Verhalten vom Wort Gottes geleitet zu werden; erquicke
mich in deiner Gerechtigkeit, erfülle den Gläubigen mit Leben von oben und
stütze ihn in all seinen Schwierigkeiten, Versuchungen und Prüfungen.
Waw. DIE NOTWENDIGKEIT EINES FURCHTLOSEN BEKENNTNISSES DER
GÖTTLICHEN WAHRHEIT. — V. 41. HERR. lass mir deine Gnade, die vielen
Manifestationen der Gnade, die jeder Gläubige erlebt, widerfahren, deine
Hilfe, die vollständige Befreiung, die der Herr seinen Gläubigen
versprochen hat, nach deinem Wort. Der Psalmist scheint insbesondere
solche Fälle im Sinn zu haben, in denen die Gläubigen wegen ihres Glaubens von
Ungläubigen angegriffen werden, wenn sie Hilfe brauchen, um den abscheulichen
Angriffen standzuhalten und die Wahrheit zu verteidigen; V. 42. Dass ich
antworten kann meinem Lästerer, weil ich auf den Herrn vertraue; denn
ich verlasse mich auf dein Wort. Das Wissen, das auf den klaren Aussagen
des Wortes Gottes basiert, dass jeder Gläubige Erlösung hat, ist sein Mittel
zur Verteidigung gegen die Unterstellung des Feindes, dass er sich der Gnade
Gottes nicht sicher sein kann. V. 43. Und nimm ja nicht von meinem Mund das
Wort der Wahrheit, die einzige Waffe des Gläubigen in seinem Kampf gegen
den Unglauben, nicht ganz aus meinem Mund, denn diese Strafe des Herrn hat
gelegentlich diejenigen getroffen, die seine barmherzigen Heimsuchungen nicht
richtig zu schätzen wussten; denn ich hoffe auf deine Rechte und mein
Vertrauen allein auf sie gesetzt. V. 44. Ich will dein Gesetz halten und
mich an die Unterweisung des Wortes Gottes in der Kraft, die mir das Wort gibt,
allezeit, immer und ewig. V. 45. Und ich wandle in weitem Raum, nicht
eingeengt, sondern in einem Raum, der Bewegungsfreiheit zulässt, denn das ist
der Zustand, in dem sich alle Kinder Gottes befinden, wenn sie den Geboten
seines heiligen Willens folgen, nicht in der Stellung von Sklaven, die zum
Gehorsam gezwungen sind, sondern in der von Kindern, die gerne gehorchen; denn
ich suche deine Befehle. V. 46. Ich rede von deinen Zeugnissen, vom Wort
Gottes, in dem Er sich offenbart hat, das die Essenz der Wahrheit ist, vor
Königen, wie Jesus später seinen Jüngern sagte, Matthäus 10, 18. 19, und
schäme mich nicht, nicht dort stehen wie einer, der aufgrund seiner Treue
zu Gottes Wort in Ungnade gefallen ist; V. 47. Und habe meine Lust an deinen
Geboten, indem ich die größte Freude daran finde, die Heilige Schrift immer
mehr zu studieren, und sie sind mir lieb; V. 48. Und hebe meine Hände auf zu
deinen Geboten die mir lieb sind, denn Gebet und Bekenntnis müssen Hand in
Hand gehen; und sinne nach über deine Satzungen, ohne jemals müde zu
werden, über die rettenden und tragenden Wahrheiten von Gottes Wort
nachzudenken. Ein solches Zeugnis für die Wahrheit ist dem Herrn wohlgefällig
und wird von ihm belohnt, indem er auch die wahre Bereitschaft schenkt, um
seinetwillen zu leiden, wenn es nötig ist.
Zajin. GEDULD IN
VERFOLGUNG UND KREUZ. — V. 49. Gedenke des Wortes an deinen Knecht,
wobei der Bezug zu einer der wunderbaren Verheißungen Gottes genommen wird, in
denen er seinen Knechten seine Hilfe zusichert, auf das du mich hast hoffen
lassen. Das ist die richtige Beharrlichkeit im Gebet, den Herrn an seine
Verheißungen zu binden, Ps. 27, 8. V. 50. Das ist mein Trost in meinem Elend,
der ihn in seinem Elend tröstet und stärkt; denn dein Wort erquickt mich,
ihn mit neuem Leben und neuer Kraft erfüllt. Je dunkler die Tage sind, die über
die Gläubigen kommen, desto eifriger achten sie auf jeden Lichtstrahl aus
Gottes Wort. V. 51. Die Stolzen, die arroganten und leichtfertigen
Spötter, wie sie immer dort zu finden sind, wo die wahren Kinder Gottes den
Geboten des heiligen Willens Gottes folgen, treiben ihren Spott mit mir;
dennoch weiche ich nicht von deinem Gesetz, vielmehr veranlasst solche
Spott den Gläubigen, sich umso enger an das Wort Gottes zu klammern. V. 52. HERR,
wenn ich denke an deine Rechte von alters her, in diesem Fall insbesondere
an die Entscheidungen Gottes bezüglich der Verdammnis der Gottlosen, so
werde ich getröstet, da die gerechten Urteile des Herrn gemäß Seinem Wort
mit Sicherheit aufrechterhalten werden würden. V. 53. Zornesglut erfasst
mich wegen der Gottlosen, die dein Gesetz verlassen, das heißt, er ist
voller Empörung über ihre Bosheit, ein heiliger Zorn lässt ihn in Eifer für die
Ehre des Herrn aufflammen und die Ungläubigen mit gnadenloser Schärfe
zurechtweisen. Gleichzeitig ist der Psalmist entschlossen, das Wort Gottes zu
seiner einzigen Lebensregel zu machen. V. 54. Deine Gebote sind mein Lied in
dem Haus meiner Pilgerschaft, das heißt, während die Gottlosen mit
spöttischen Liedern spotten, wird er seinen Mut mit Lobgesängen
aufrechterhalten, solange er in diesem irdischen Pilgerhaus ist, da er weiß,
dass in der himmlischen Heimat eine vollständige Veränderung stattfinden wird. V.
55. HERR, ich gedenke des Nachts an deinen Namen, deren Stille der
andächtigen Meditation förderlich ist, und halte dein Gesetz, er ist dem
Wort zu jeder Zeit treu geblieben. V. 56. Das ist mein Schatz, das war
sein besonderes Privileg, dass ich deine Befehle halte und mich an das
Wort gehalten habe, um mein Verhalten zu jeder Zeit zu leiten. So sind die
Gläubigen immer reich und glücklich im Besitz des Wortes.
Chet. WAHRE FRÖMMIGKEIT, DIE BERUFUNG DER GLÄUBIGEN. — V.
57. Ich habe gesagt: HERR, das soll mein Erbe sein, dass ich deine Worte halte.
Sich jederzeit bewusst zu sein, dass Gott sein Anteil, sein Erbe ist, und dass
er aus diesem Grund die Worte des Herrn befolgen will, das ist die Berufung der
Gläubigen, darin erfüllt jeder, der ein Kind Gottes ist, seine Bestimmung. V.
58. Ich flehte zu dir, wörtlich: „Ich flehte mit Bitten zu deinem
Angesicht“, von ganzen Herzen, und bat um eine Manifestation der
göttlichen Gnade; sei mir gnädig nach deinem Wort, wobei der Gläubige
den Herrn erneut an sein Versprechen bindet. V. 59. Ich dachte über meine
Wege nach, untersuchte sie sorgfältig von allen Seiten, um zu sehen, ob sie
mit Gottes Wort übereinstimmten, und kehre meine Füße zu deinen Zeugnissen,
entschied mich schnell dafür, allein dem Wort Gottes zu folgen. V. 60. Ich
eile, denn der Herr freut sich über schnelle Entscheidungen zu seinen
Gunsten, und säume nicht, zu halten deine Gebote, immer bereit, seine
Frömmigkeit in guten Werken zu üben. V. 61. Der Gottlosen Stricke umschlingen
mich, oder: „Die Fesseln der Gottlosen haben mich umgeben”, das heißt, sie
haben ihm Fallen gestellt, wie sie es mit allen Kindern Gottes tun, die zeigen,
dass ihr Bekenntnis zur Frömmigkeit aufrichtig ist; aber ich vergesse dein
Gesetz nicht; tatsächlich gibt die Erinnerung an das Wort Gottes dem
Gläubigen seine wunderbare Kraft. V. 62. Um Mitternacht, während er über
die wunderbaren Manifestationen der Gnade Gottes meditiert, stehe ich auf,
um Dir zu danken für die Urteile deiner Gerechtigkeit, um mit angemessener
Dankbarkeit die Urteile der Gerechtigkeit Gottes anzuerkennen. V. 63. Ich halte
mich zu allen, die dich fürchten, deren Frömmigkeit sie dazu veranlasst,
die Gesellschaft von Menschen zu suchen, die ihre Denkweise teilen, und
von denen, die deine Befehle halten. Alle Gläubigen sind durch ihren
gemeinsamen Glauben in einer gemeinsamen Sache vereint. V. 64. HERR, die
Erde, ist voll deiner Güte, die Beweise seiner barmherzigen Segnungen sind
überall zu finden; lehre mich deine Gebote; denn nur die richtige
Wertschätzung des Wortes Gottes als dem höchsten Schatz, den Gott uns gegeben
hat, lässt einen die unvergleichliche Größe seiner Gnade erkennen. Alle
Christen sind begierig, das Licht, den Trost und die Kraft des Wortes Gottes zu
besitzen.
Tet. DIE
ERKENNTNIS, DASS DIE DEMÜTIGUNG DES MENSCHEN DURCH GOTT HEILBRINGEND IST. —
V. 65. Du tust Gutes deinem Knecht, HERR, nach deinem Wort, nicht in der
Absicht, seinem Knecht zu schaden, sondern um ihm die Tatsache zu
verdeutlichen, dass der Weg des Gläubigen ein Weg voller Kreuze und Leiden ist,
wie es das Wort Gottes so oft sagt. Ein Kurs in der Schule des Leidens wirkt
sich immer zum Wohle der Kinder Gottes aus. V. 66. Lehre mich heilsame
Einsicht und Erkenntnis, damit er sorgfältig zwischen Gut und Böse
unterscheiden kann; denn ich glaube deine Gebote, denn nur wenn man dem
Weg des Wortes Gottes mit größter Genauigkeit folgt, bleibt man aus den
Irrwegen des Irrtums und der Sünde heraus. V. 67. Ehe ich gedemütigt wurde,
bevor Gott beschloss, ihm die Last des Leidens aufzuerlegen, irrte ich; nun
aber halte ich dein Wort. Es war die Bedrängnis, die ihm auferlegt wurde,
die den Psalmisten die Hohlheit aller Dinge, die diese Welt zu bieten hat,
sowie die Leere seiner eigenen Gerechtigkeit erkennen ließ. V. 68. Du bist gütig
und freundlich, selbst wenn Gott seinen Kindern die Last des Leidens
auferlegt, denn sein Vorsatz ist immer der der Güte und Barmherzigkeit; lehre
mich deine Gebote, denn die Trübsal treibt den Gläubigen zum Wort. Diese
Wertschätzung des Wortes wird noch verstärkt durch die Lügen, die die Gottlosen
gerne über die Gläubigen verbreiten. V. 69. Die Stolzen erdichten Lüge gegen
mich, sie haben ihn auf einmal mit Unwahrheiten überzogen, sie haben die
wahre Natur der Dinge verschleiert, indem sie sie mit falschen Farben
übermalten oder mit Täuschungen überklebten; aber ich halte von ganzem
Herzen deine Befehle, trotz aller Unwahrheiten, die über ihn verbreitet
werden und die die Menschen dazu bringen, ihn misstrauisch zu betrachten. V.
70. Ihr Herz ist unempfindlich wie Fett, völlig ohne Empfindsamkeit; es ist
unmöglich, auf die Mehrheit der Gottlosen Eindruck zu machen, sie von der
Unrechtmäßigkeit ihres Spottes zu überzeugen; aber ich habe Lust an deinem
Gesetz, seine Freude am Studium des Wortes Gottes wächst mit jedem neuen
Versuch der Feinde, ihn zu diskreditieren. V. 71. Es ist gut für mich, dass
ich gedemütigt wurde, er erkennt nun dankbar den Nutzen, den er aus den ihm
auferlegten Bedrängnissen gezogen hat, damit ich deine Gebote lerne,
denn er hätte diese wichtige Lektion vielleicht nie gelernt, wenn Gott ihn
nicht in die Schule des Leidens aufgenommen hätte. Deshalb schließt er diesen
Abschnitt mit einem Triumphruf, V. 72. Das Gesetz deines Mundes ist mir lieber
als viel tausend Stück Gold und Silber; denn er hat nun gelernt, dass aller
Reichtum der Welt nicht mit dem kostbaren Inhalt des Wortes zu vergleichen ist,
das der wahre Schatz aller Christen ist.
Jod. DER TROST DER VORSORGE UND REGIERUNG GOTTES. — V.
73. Deine Hände haben mich gemacht und bereitet, wobei hier auf die
besondere Schöpfung des Menschen Bezug genommen wird und die Implikation
besteht, dass Gott sein edelstes Geschöpf nicht vernichten wird. Unterweise
mich, was den Gläubigen zurück zum ursprünglichen Wissen über den
himmlischen Vater führt, damit ich deine Gebote lerne, denn die
Erneuerung des Bildes Gottes im Herzen der Gläubigen wirkt in ihnen
Gerechtigkeit und wahre Heiligkeit, so dass ihr gesamtes Verhalten mit den
Anweisungen in seinem Wort übereinstimmt. V. 74. Die dich fürchten, sehen mich
und freuen sich, und sich über das Wohlergehen der Gläubigen freuen. Denn
sie betrachten seine Sache als ihre Sache und preisen Gott für die Offenbarung
seiner Barmherzigkeit, denn ich hoffe auf dein Wort, denn diese Hoffnung
enttäuscht den Gläubigen niemals. V. 75. HERR, ich weiß, dass deine Gerichte,
Seine Entscheidungen sowohl der Verurteilung als auch der Zustimmung, gerecht
sind, dass sie zu seinem Besten, zu seiner Erlösung dienten, und hast
mich in Treue gedemütigt, indem Du mit ihm wie ein treuer Freund und Vater
umgegangen bist, wobei die Züchtigung, die über ihn verhängt wurde, genau das
Richtige war, um ihn von der Sünde und den Verlockungen dieser Welt
abzubringen. V. 76. Deine Gnade soll mein Trost sein, um ihn in den
Prüfungen zu stärken, die seine schwache und sündige Natur so schwer zu
ertragen fand, wie du deinem Knecht zugesagt hast, eine weitere
Erinnerung an Gottes treue Verheißungen, auf die er sich absolut verlässt. V.
77. Lass mir deine Barmherzigkeit widerfahren, da der Gläubige aus eigener
Kraft und mit eigenem Verstand nicht in der Lage ist, zu ihr zu gelangen oder
sie zu verdienen, damit ich lebe, denn die Barmherzigkeit Gottes ist die
Quelle allen wahren Lebens im Menschen; denn ich habe Lust zu deinem Gesetz,
das Wort der Barmherzigkeit Gottes stärkt ihn. Aus diesem Grund bittet der
Psalmist Gott nun, die Pläne der Feinde zu vereiteln. V. 78. Ach, dass die
Stolzen, die arroganten Spötter, zuschanden würden; die mich mit Lügen
niederdrücken, indem sie andeuteten, dass seine Leiden ein Beweis dafür
seien, dass Gott ihn abgelehnt habe, und indem sie versuchten, ihn überall in
Verruf zu bringen; ich aber sinne nach über deine Befehle und mein
Verhalten weiterhin nach dem Wort Gottes ausrichten. V. 79. Ach, dass sich
zu mir hielten, die dich fürchten, da sie erkennen, dass die
Anschuldigungen seiner Feinde unwahr sind, dass Gott ihn nicht zum Beispiel
macht, indem er ihn in seinem Zorn bestraft, und deine Zeugnisse kennen,
denn alle wahren Gläubigen werden sich in dieser Notlage auf seine Seite
stellen. V. 80. Mein Herz bleibe rechtschaffen, vollkommen und
aufrichtig, in deinen Geboten, damit das Wort seine einzige Regel für
Lehre und Leben sei, damit ich nicht zuschanden werde und vor den
Feinden in Ungnade falle wegen seines Vertrauens und seiner enttäuschten
Hoffnung auf Erlösung.
Kaf. DER TROST
DES WORTES GOTTES INMITTEN GROSSER NOT. — V. 81. Meine Seele verlangt nach deinem
Heil, in der extremen Sehnsucht, die durch einen weiteren Anfall von Kummer
hervorgerufen wird; ich hoffe auf dein Wort, er weigert sich, dieses
Vertrauen aufzugeben. V. 82. Meine Augen, angestrengt vom Ausschauhalten
nach der kommenden Erlösung, sehnen sich nach deinem Wort, weil er auf
die Erfüllung der Verheißungen Gottes wartet und sagen: Wann tröstest du
mich? Die Hilfe, nach der er sich sehnte, schien so langsam zu kommen, dass
er von Ungeduld erfüllt war und um eine schnelle Offenbarung der Barmherzigkeit
Gottes bat. V. 83. Denn ich bin wie ein Schlauch im Rauch, ein
Weinschlauch, der hoch über dem Feuer aufgehängt ist und dadurch verschrumpelt
und geschwärzt ist, wobei der Vergleichspunkt in der Entsorgung eines
unbrauchbaren Gegenstands liegt; doch deine Gebote vergesse ich nicht,
er hält an Gottes Wort fest, das allein für einen armen Sünder bleibenden Wert
hat. V. 84. Wie lange soll dein Knecht warten? Diese Frage stellt sich
ihm aufgrund der Kürze des menschlichen Lebens, die ihn befürchten lässt, dass
er nicht lange genug leben wird, um sich vor seinen Feinden zu rechtfertigen. Wann
willst du Gericht halten über meine Verfolger? Er fleht Gott an, sich bald
zu seinen Gunsten einzuschalten, da die Feinde immer aktiver werden. V. 85.
Die Stolzen graben mir Gruben gegraben, um ihn zu vernichten, die nicht
nach deinem Gesetz sind, das heißt, obwohl sie vorgeben, nur von den
höchsten Motiven getrieben zu sein, in unserer Zeit zum Beispiel vom Wohl des
Staates, von den Forderungen einer universellen Brüderlichkeit, haben sie in
Wahrheit keine Grundlage für ihr Handeln im Wort Gottes. V. 86. Alle deine
Gebote sind Wahrheit, vollkommen vertrauenswürdig und verlässlich; sie
verfolgen mich mit Lügen, mit den üblichen falschen Anschuldigungen, er sei
ein Feind der bestehenden Ordnung und wolle hartnäckig seinen eigenen Willen
durchsetzen; hilf mir. V. 87. Sie haben mich fast umgebracht auf Erden,
ihre Pläne, ihn zu vernichten, wären fast aufgegangen; aber ich verlasse deine
Befehle nicht, er wollte sein Vertrauen in das Wort Gottes nicht aufgeben. V.
88. Erquicke mich nach deiner Gnade, gib ihm neues geistliches Leben und
Kraft, sowohl um Verfolgungen zu ertragen als auch um seine Feinde zu
überwinden; so dass ich halte das Zeugnis deines Mundes, denn jeder neue
Beweis der Kraft Gottes im Leben der Gläubigen stärkt ihren Glauben an das
Zeugnis Gottes für sich selbst, für die Wahrheit und gegen die Sünde.
Lamed. DIE
UNVERGÄNGLICHKEIT DES GÖTTLICHEN WORTES. — V. 89. HERR, dein Wort bleibt
ewig, soweit der Himmel ist; wie das Wesen Gottes, aus dem es
hervorgegangen ist, ist es unveränderlich und wird für alle Ewigkeit bestehen
bleiben. Vgl. Matthäus 24, 35; Lukas 21, 33; V. 90. deine Wahrheit währt für
und für, bleibt von einer Generation zur nächsten unverändert, absolut
vertrauenswürdig: Du hast die Erde gegründet, und sie bleibt
bestehen, solange Gottes Wille es bestimmt. V. 91. Nach deinen Ordnungen
bestehen sie bis heute, die Erde und alles, was sie enthält, unterliegt
seinem Wort und ist verpflichtet, seinen Willen auszuführen; denn es muss
dir alles dienen und gehorchen demütig seinen unveränderlichen Gesetzen.
Das Vertrauen in die ewige Treue des Herrn hat den Psalmisten in seiner
Bedrängnis gestützt. V. 92. Wenn dein Gesetz, das Wort Gottes mit seinen
göttlichen Anweisungen, nicht mein Trost gewesen wäre, das
Einzige, was ihm wahres Glück schenkte, so wäre ich vergangen in meinem
Elend, denn allein Gottes Wort gab ihm die Kraft, auszuharren. V. 93.
Ich will deine Befehle nimmermehr vergessen, die besonderen Anweisungen des
heiligen Willens Gottes; denn du erquickst mich damit, ihm neues
geistliches Leben und Ausdauer inmitten seiner Prüfungen gegeben. V. 94. Ich
bin dein, hilf mir, befreie ihn aus den Schwierigkeiten, die ihn bedrängen;
denn ich suche deine Befehle, mich ernsthaft bemüht, alle Anweisungen zu
befolgen, die der Herr für das Verhalten seiner Kinder festgelegt hat. V.
95. Die Gottlosen lauern auf mich, dass sie mich umbringen, mit dem Ziel,
das Wort zu beseitigen, das der Diener des Herrn immer gegen sie zitierte; ich
aber merke auf deine Zeugnisse, denn das Wort Gottes wird trotz aller
Bemühungen der Feinde, es zu vernichten, bestehen bleiben. V. 96. Ich
habe das Ende alles Vollkommenen gesehen, das heißt, egal wie vollkommen
etwas hier auf Erden auch erscheinen mag, es hat seine Grenzen oder sein Ende,
denn absolute Vollkommenheit fehlt dort, wo Fehlbarkeit natürlich ist; aber
dein Gebot währt weiter, das Wort Gottes ist nicht an die engen Grenzen
eines menschlichen, irdischen Schöpfungswerks gebunden. Der Mensch, sei er noch
so weise, wächst niemals über das Wort Gottes hinaus.
Mem. GOTTES WORT, DIE ESSENZ WAHRER WEISHEIT. — V. 97. Wie
habe ich dein Gesetz so lieb! Die gesamte Unterweisung in Gottes heiligem
Wort als Offenbarung Seines heiligen Willens. Den ganzen Tag sinne ich
darüber nach; je länger er darüber nachdenkt, desto lieber wird es ihm. V.
98. Du machst mich mit deinem Gebot, durch die Er das gesamte Verhalten
Seines Dieners leitete, weiser, als meine Feinde sind, die sich für
Menschen von überlegener Intelligenz hielten, weil sie ein großes Maß an
weltlicher Weisheit besaßen; denn es ist ewig mein Schatz, die
Anweisungen der Worte Gottes, die der Psalmist zu seinen Begleitern machte,
ermöglichten es ihm, die Feinde auf dem Gebiet des Wissens zu besiegen, wo sie
sich für überlegen hielten. V. 99. Ich bin verständiger als alle meine
Lehrer, die nur weltliche Weisheit lehrten; denn über deine Zeugnisse sinne
ich nach, und mit dem Wissen, das er durch das Studium des Wortes Gottes
erworben hatte, konnte er die Unzulänglichkeit bloßer weltlicher Erkenntnis
aufzeigen. V. 100. Ich bin klüger als die Alten, die in ihren Jahren
fortgeschritten sind, denn das Alter hilft nichts gegen Dummheit, wenn alte
Menschen sich weigern, sich der Weisheit des Wortes Gottes zu beugen, denn
ich halte deine Befehle, wobei die Bibel die Grundlage und der Schlüssel
allen wahren Wissens ist. V. 101. Ich verwehre meinem Fuß alle bösen Wege,
da ich die Fähigkeit erlangt habe, jede Form von Bosheit zu erkennen und zu
meiden, damit ich dein Wort halte, durch das sowohl Erkenntnis als auch
Kraft gegeben werden. V. 102. Ich weiche nicht von deinen Rechten
[Verordnungen], sondern habe es mir zur Aufgabe gemacht, auf Gottes
Entscheidungen der Zustimmung und Verurteilung zu achten; denn du lehrst mich.
Das Wort Gottes ist in diesem Punkt sehr klar; man muss nur tun, was es lehrt. V.
103. Dein Wort ist meinem Mund süßer als Honig! Angenehm für die geistige
Erbauung; ja, süßer als Honig, denn so wirkt sich das Evangelium auf
jeden Gläubigen aus. V. 104. Dein Wort, die sich auf sein gesamtes
Verhalten beziehen, macht mich klug, praktisches Wissen in allen
Angelegenheiten, die diese Welt und die kommende Welt betreffen; darum hasse
ich alle falschen Wege, er ist in der Lage, jede falsche Tendenz der Zeit
sofort zu erkennen und sich unverzüglich von allem zurückzuziehen, was ihn
kompromittieren könnte, so wie alle Christen das Gute lieben und das Böse hassen.
Nun. VERTRAUEN AUF DIE FÜHRUNG DURCH GOTTES WORT. — V.
105. Dein Wort ist meines Fußes eine Leuchte, das seine Schritte an den
Abgründen so vieler und schwerer Gefahren vorbeiführt, und ein Licht auf
meinem Weg, nicht mit einem schwachen und ungewissen Schein, sondern mit
einem direkten und klaren Strahl, der jeden Schritt auf dem Weg unverkennbar
macht. Vgl. 2 Petr. 1, 19. V. 106. Ich schwöre, mit einem feierlichen
Eid, und will’s halten, dass ich die Verordnungen deiner Gerechtigkeit
halten will, indem ich mit großer Sorgfalt all das befolge, was nach Gottes
Gerechtigkeit seiner Zustimmung entspricht. V. 107. Ich bin sehr gedemütigt,
gebeugt unter der schweren Last des Elends, das auf ihm lastet; HERR,
erquicke mich, erfülle ihn mit neuem geistlichem Leben und Kraft, nach
deinem Wort. V. 108. Lass dir gefallen, HERR, das willige Opfer meines Mundes,
denn das ist die Natur all seiner Gebete, Gelübde und Bekenntnisse, die frei
aus dem Glauben hervorfließen, und lehre mich deine Rechte
[Verordnungen], damit seine Kenntnis des Wortes proportional zu seinen
Bedürfnissen wachsen möge. V. 109. Mein Leben ist immer in Gefahr [w.: Meine
Seele ist ständig in meiner Hand], er ist sich bewusst, dass der Tod ihn
jederzeit ereilen kann, und ist daher immer darauf vorbereitet; aber ich
vergesse dein Gesetz nicht, seine ständige Erinnerung an das Wort Gottes
gibt ihm tatsächlich die Kraft, dem Tod ohne zu zögern entgegenzutreten, wenn
er sterben muss. V. 110. Die Gottlosen legen mir Schlingen, um ihn
unversehens zu vernichten; aber ich irre nicht ab von deinen Befehlen,
da er es nicht wagte, sich von seiner einzigen sicheren Quelle des Trostes und
der Kraft, dem Wort Gottes, zu entfernen. V. 111. Deine Zeugnisse sind mein
ewiges Erbe und sie zu seinem wertvollsten Besitz gemacht, den er nicht
aufgeben wollte; denn sie sind meines Herzens Wonne, sie allein bewirken
wahres Glück. V. 112. Ich neige mein Herz, zu tun deine Gebote immer und
ewig, denn nur wer bis zum Ende ausharrt, wird gerettet werden, wie unser
Herr selbst sagt, Matthäus 24, 13.
Samech. DIE NOTWENDIGKEIT EINES FESTEN STANDS FÜR DIE WAHRHEIT DES WORTES GOTTES. —
V. 113. Ich hasse die Flattergeister, wörtlich: „Ich hasse die
Wankelmütigen”, das heißt diejenigen, die zwischen zwei Glaubensrichtungen hin-
und hergerissen sind, diejenigen, die in ihrer Treue schwanken und nicht
wissen, ob sie sich Gott oder falschen Göttern zuwenden sollen; und liebe
dein Gesetz. Menschen, die in ihrem Glauben unentschlossen sind, sind in
gewisser Weise gefährlicher als ausgesprochene Feinde der Wahrheit; denn ihre
unionistische Haltung neigt dazu, diejenigen zu beeinflussen, die schwach im
Glauben sind. Der beste Plan ist daher, mit solchen Geistern nichts zu tun zu
haben, sondern sich allein an das Wort Gottes zu halten. V. 114. Du bist
mein Schutz, die ihm Schutz vor den Angriffen der Feinde bietet, und
mein Schild; ich hoffe auf dein Wort, vertraue auf seine Lehren und
Verheißungen der Gnade und Barmherzigkeit. V. 115. Weicht von mir, ihr
Übeltäter, er will nichts zu tun haben mit denen, die sich bewusst der
Bosheit hingeben; ich will halten die Gebote meines Gottes;
entschlossen, den Willen Gottes zu tun, ist er sich des Schutzes des Herrn
sicher, wenn er so entschieden für die Wahrheit eintritt. V. 116. Erhalte
mich nach deinem Wort, in Übereinstimmung mit den vielen Verheißungen der
Gnade, die in der Schrift zu finden sind, damit ich lebe und durch das
Wort ständig neues Leben und neue Kraft aus der Quelle allen Lebens schöpfe; und
lass mich nicht zuschanden werden in meiner Hoffnung, denn wenn der Herr
seinen Diener verlassen und seine Sache nicht rechtfertigen würde, hätten die
Feinde Grund, ihn wegen seines Vertrauens als Narren zu verspotten. V. 117. Stärke
mich, stütze ihn in der natürlichen Schwäche, mit der selbst Gläubige zu
kämpfen haben, damit ich gerettet werde, sicher der Befreiung und
Erlösung; so will ich stets meine Lust haben an deinen Geboten, sein
Glaube wird mit jeder neuen Manifestation der Hilfe Gottes neue Nahrung
erhalten. V. 118. Du verwirfst alle, die von deinen Geboten abirren,
vielmehr verachtet der Herr solche Menschen, die von der Wahrheit des Wortes
abweichen und versuchen, ihre eigene Religionsphilosophie zu etablieren; denn
ihr Tun ist lauter Lüge, das heißt, ihr Netz, das sie weben, um die Frommen
zu fangen, ist aus Täuschung gewebt, und doch ist ihre Erwartung vergeblich. V.
119. Du wirfst alle Gottlosen auf Erden weg wie
Schlacke, die Rückstände oder Abfälle, die in den Schmelzöfen
zurückbleiben, nachdem die reinen Metalle aus dem Erz gewonnen wurden, wobei
diese Schlacke weggeworfen und entsorgt wird; darum liebe ich deine
Zeugnisse, denn gerade die Erfüllung der Drohung Gottes, die Gottlosen zu
bestrafen, zieht den Gläubigen näher an das Wort heran. V. 120. Ich fürchte
mich vor dir, dass mir die Haut schaudert, besonders wenn es die Strafe des
Herrn über die Gottlosen miterlebt, und entsetze mich vor deinen Gerichten,
dieselbe heilige Ehrfurcht und Verehrung des gerechten Gottes, die den Christen
aller Zeiten dient, ihr Fleisch in Grenzen zu halten und das Böse in jeder Form
zu meiden.
Ain. DIE RICHTIGE EINSCHÄTZUNG VON GOTTES WORT INMITTEN DER
UNTERDRÜCKUNG. — V. 121. Ich übe Recht und Gerechtigkeit, indem ich die
Verhaltensregeln befolgt und eingehalten habe, die in Gottes Wort mit seiner
Zustimmung versehen sind; übergib mich nicht denen, die mir wollen Gewalt
tun! So wie das Bewusstsein der Schuld jedes Leiden verschlimmert, so
bringt das Gefühl, seine Pflicht erfüllt zu haben, zumindest ein gewisses Maß
an Trost. V. 122. Tritt du ein für deinen Knecht und tröste ihn, werde
sein Fürsprecher und verteidige ihn gegen die Verleumdungen und Anschuldigungen
seiner Feinde; dass mir die Stolzen, die arroganten Spötter, nicht
Gewalt antun, indem sie bei jeder sich bietenden Gelegenheit Grausamkeit
anwenden, wenn sie glauben, die Macht dazu zu haben. V. 123. Meine Augen sehnen
sich, vor lauter sehnsüchtigem Schauen, nach deinem Heil, nach der
endgültigen Befreiung, die allen Gläubigen versprochen ist, und nach dem
Wort deiner Gerechtigkeit, in dem die Gerechtigkeit des Herrn allen
versprochen ist, die sie im Glauben annehmen. Das ist natürlich keine Frage
seines Verdienstes, wie der Psalmist sagt: V. 124. Handle mit deinem Knecht
nach deiner Gnade, nach seiner freien Gnade und Gunst, dem Überfluss seiner
Liebe, und lehre mich deine Gebote; denn jeder Gläubige, der die Gnade
des himmlischen Vaters angenommen hat, ist bestrebt, seine Dankbarkeit dafür zu
zeigen, indem er die Gebote seines heiligen Willens so genau wie möglich
befolgt. V. 125. Ich bin dein Knecht, der nichts mehr begehrt, als eine
Position des niedrigsten Dienstes vor dem Herrn einzunehmen; unterweise mich,
eine angemessene Wertschätzung und Einsicht, damit ich verstehe deine
Zeugnisse, das Wort, in dem Gott von sich selbst Zeugnis ablegt, für die
Wahrheit, gegen die Sünde. V. 126. Es ist Zeit, dass der HERR handelt,
alle Zeichen und Umstände der Zeit deuten auf die dringende Notwendigkeit des
Eingreifens des Herrn hin; sie haben dein Gesetz zerrissen, sein Wort
als nicht mehr gültig beiseite geschoben, so wie es
die gottlosen Spötter in unseren Tagen zu tun versuchen. Da eine gründliche und
feste Kenntnis des Wortes umso notwendiger ist, wenn die Feindseligkeit gegen
es so groß ist, fügt der Psalmist hinzu: V. 127. Darum liebe ich deine
Gebote mehr als Gold und feines Gold, das ihm als Belohnung für die
Verleugnung der Wahrheit zustehen könnte. V. 128. Darum halte ich stracks alle
deine Befehle, er ist verpflichtet, alle Anweisungen des Herrn als gut und
lobenswert anzuerkennen, nicht nur in Fragen der Lehre, sondern auch in
Anweisungen, die das tägliche Leben betreffen; und ich hasse alle falschen
Wege, indem ich jede Neigung, die nicht mit der Regel des göttlichen Wortes
übereinstimmt, völlig ablehne. Bis zum heutigen Tag gilt, dass die Bibel den
gewissenhaften Christen in allen Fragen seines gesamten Verhaltens unterweist,
und deshalb sollte sie nicht nur konsultiert, sondern auch mit beständiger
Treue befolgt werden.
Pe. DIE
NOTWENDIGKEIT GEISTIGEN LICHTS IN MITTE DER GOTTESLOSIGKEIT. — V. 129. Deine
Zeugnisse sind wunderbar, erhaben über das Alltägliche und das gewöhnliche
Verständnis, und je länger man über sie nachdenkt, desto wunderbarer werden
sie; darum hält sie meine Seele, begierig darauf, dass das Licht des
Wortes in ihr dunkles Herz fällt und es mit Strahlen göttlicher Barmherzigkeit
und Schönheit erleuchtet. V. 130. Wenn dein Wort offenbar wird, so
erleuchtet es, das heißt, die Öffnung, die Entfaltung seines Wortes, wie es
der Heilige Geist dem Herzen des Menschen erklärt, macht die Worte der
göttlichen Weisheit klar; und macht klug die Einfältigen, denen, die
keine Vorwände oder Anzeichen von Gelehrsamkeit in der Weisheit dieser Welt
haben, denn das ist für das Verständnis der grundlegenden göttlichen Wahrheiten
nicht wesentlich. V. 131. Ich tue meinen Mund weit auch und lechze, vor
großer Sehnsucht, wie ein Reisender in einer heißen Wüste nach einer kühlen
Brise und einem erfrischenden Schluck Wasser lechzt; denn mich verlangt nach
deinen Geboten, sein Verlangen galt der Erfrischung durch Gottes Wort. V.
132. Wende dich zu mir, anstatt dein Gesicht in Zorn abzuwenden, und sei
mir gnädig, wie du pflegst zu tun denen, die deinen Namen lieben, oder
„gemäß dem Recht derer, die deinen Namen lieben“. Es ist wahr, dass Gottes
Gnadengabe eine Gabe seiner freien Liebe ist, aber es ist auch wahr, dass die
Gläubigen sie von ihm auf der Grundlage seiner barmherzigen Verheißung erwarten
dürfen. V. 133. Lass meinen Gang fest sein in deinem Wort, mache sie
fest gemäß seiner Verheißung, und lass kein Unrecht über mich herrschen,
die ihn vom Weg der Rechtschaffenheit und des Gehorsams gegenüber Gott
abbringen würde. V. 134. Erlöse mich von der Bedrückung durch Menschen,
da sie ihn zwangsläufig daran hindern würde, seine Pflichten des Gehorsams
gegenüber Gott zu erfüllen; so will ich halten deine Befehle und sie mit
eifriger Fröhlichkeit befolgen. V. 135. Lass dein Antlitz leuchten über
deinen Knecht, mit der Gewissheit seiner Gnade, 4. Mose 6, 25, und lehre
mich deine Gebote, sein Wort, das dem Gläubigen versichert, dass er
wahrhaftig ein Kind Gottes ist. V. 136. Ströme von Wasser fließen aus meinen
Augen, in tiefer Trauer und Kummer darüber, wie die Menschen den Herrn
ablehnen und sich selbst ins Verderben stürzen, weil man dein Gesetz nicht hält.
Es ist nicht übermäßiger Stolz, der die Gläubigen dazu veranlasst, so
eindringlich zu den Gottlosen zu sprechen, sondern aufrichtige Liebe zum Heil
ihrer Seelen.
Zade. DIE
RICHTIGE WÜRDIGUNG DES WORTES GOTTES. — V. 137. HERR, du bist gerecht, und deine
Urteile sind richtig, denn die richtige Erkenntnis Gottes wird aus der
Heiligen Schrift gewonnen und führt zur richtigen Anbetung Gottes. V. 138. Du
hast deine Zeugnisse geboten, deren Befolgung er allen Menschen auferlegt
hat, in Gerechtigkeit und unerschütterlicher Treue, nicht Falschheit und
Betrug, wie die Feinde des Wortes fälschlicherweise behaupten. V. 139. Ich
habe mich schier zu Tode geeifert, hat ihn fast ins Verderben gebracht, hat
ihm fast das Leben geraubt, weil meine Widersacher deine Worte vergessen.
Alle Gläubigen, erfüllt von wahrer Begeisterung für Gott und sein Wort,
verbrennen sich selbst im Kampf gegen falsche Lehren und gottloses Leben. V.
140. Dein Wort ist ganz geläutert, wie ein Edelmetall, das aus der Schmelze
des Prüfers ohne eine Spur von Schlacke hervorgeht; und dein Knecht hat es
lieb. V. 141. Ich bin gering und verachtet, jung und unbedeutend, ohne
einflussreiche Verbindungen in der Welt, weshalb seine Meinungen von den Weisen
und Mächtigen dieser Welt herabgesetzt und verspottet werden; ich vergesse aber
nicht deine Befehle, sie konnten seine Überzeugungen bezüglich des Wortes
nicht erschüttern. V. 142. Deine Gerechtigkeit ist eine ewige Gerechtigkeit,
die alle irdischen Einwände und Feindseligkeiten überdauert, und dein Gesetz
ist Wahrheit. Vgl. Johannes 17, 17. V. 143. Angst und Not haben mich getroffen,
wegen des Widerstands der Feinde; ich habe aber Lust an deinen Geboten,
weshalb er trotz aller Bedrängnis weiterhin an ihnen festhält. V. 144. Deine
Zeugnisse sind Gerechtigkeit in Ewigkeit, sie hatten ihre Kraft in der
Vergangenheit bewiesen und würden dies auch in Zukunft wieder tun, auf diese
Tatsache konnte er sich verlassen; unterweise mich, so lebe ich,
teilhaben am wahren geistlichen Leben durch die Erkenntnis des Wortes, der
Quelle, aus der alle Gläubigen Tag für Tag Leben und Kraft schöpfen.
Kof. STÄNDIGES
GEBET UM TREUE BEI WIDERSTAND. — V. 145. Ich rufe von ganzem Herzen,
legte die ganze Kraft seines Verlangens in sein Gebet; erhöre mich, HERR!
Ich will deine Gebote halten und das Wort des Herrn wie einen kostbaren
Schatz bewahren. V. 146. Ich rufe zu dir; hilf mir mit gnädiger
Erlösung, so will ich deine Zeugnisse halten und sorgfältig beachten,
was Gott in seinem Wort über sich selbst und seine Werke bezeugt hat. V.
147. Ich komme früh vor der Morgendämmerung, war wach vor der
Morgendämmerung und flehe um Hilfe; auf dein Wort hoffe ich. V. 148. Meine
Augen kommen den Nachtwachen zuvor, deren Ankunft ihn jedes Mal wach
vorfindet, damit ich nachsinne über dein Wort und mich seiner
ungestörten Betrachtung hingeben kann. V. 149. Höre meine Stimme nach deiner
Gnade, allein aufgrund seiner Barmherzigkeit und Gnade, da der Psalmist
keine Verdienste vorweisen kann, auf die er sich berufen könnte. HERR, erquicke mich nach deinen Rechten [Verordnungen],
belebe sein Herz durch solche Erklärungen gnädiger Zustimmung, die diesem Zweck
dienten. V. 150. Meine arglistigen Verfolger kommen nahe, umgeben den
Diener des Herrn mit Gewaltandrohungen; sie sind fern von deinem Gesetz,
werden nicht von seinen Geboten geleitet. V. 151. HERR, du bist nahe, mit
Deiner Hilfe, die sich zwischen den Psalmisten und die Feinde stellt, die ihm
Schaden zufügen wollen, und alle deine Gebote sind Wahrheit, besonders
jene Verheißungen des Wortes, die den Unterdrückten Befreiung verkünden. V.
152. Längst weiß ich aus deinen Zeugnissen, so weiß ich aufgrund meiner
Erkenntnis aus dem Wort seit langem, dass du sie für ewig gegründet hast.
Ganz gleich, wie viel Zeit und Mühe die Gottlosen darauf verwenden, das Wort zu
diskreditieren, die Gläubigen lassen sich nicht in die Irre führen, da sie um
die ewige Natur des Wortes Gottes wissen.
Resch. DAS WACHSENDE VERTRAUEN DES GLÄUBIGEN. — V. 153.
Sieh mein Elend, beachte ihre Schwere, und errette mich; denn ich
vergesse dein Gesetz nicht, und er führt seinen kindlichen Gehorsam als
Grund dafür an, warum Gott sein Gebet wohlwollend erhören sollte. V. 154.
Führe meine Sache, Gott selbst als der große Fürsprecher seines Dieners, und
erlöse mich; erquicke mich mit neuem Leben und neuer Kraft, durch dein
Wort! V. 155. Das Heil ist fern von den Gottlosen, wegen ihres hartnäckigen
Ungehorsams; denn sie achten deine Gebote nicht und weigern sich, auf
das Wort des Herrn zu hören. V. 156. HERR, deine Barmherzigkeit ist groß,
auf die sich der inspirierte Sänger im ganzen Psalm beruft, auf die unverdiente
Gnade des Herrn; erquicke mich nach deinen Rechten [Verordnungen],
belebe seine Seele mit den wunderbaren und barmherzigen Entscheidungen der
Zustimmung, die in deinem Wort zu finden sind. V. 157. Meiner Verfolger und Widersacher
sind viele, ihre Zahl wächst proportional zu seiner Treue zum Wort; ich
weiche aber nicht von deinen Zeugnissen und weigere mich, vom Wort
abgewandt zu werden, mit seiner Offenbarung des großen Gottes und seiner Liebe.
V. 158. Ich sah die Verächter, die das Wort vorsätzlich ablehnen, und es
tut mir weh, dass sie dein Wort nicht halten, denn diese Tatsache
und der damit einhergehende Unglaube schließen sie von der Barmherzigkeit
Gottes aus. V. 159. Siehe, ich liebe deine Befehle, und beachte diese
Liebe zum Wort, die für alle wahren Kinder Gottes charakteristisch ist. HERR,
erquicke mich nach deiner Gnade, wobei erneut allein Gottes Barmherzigkeit
und Gnade angerufen werden. V. 160. Dein Wort ist nichts als Wahrheit,
seine Summe, die gesamte Offenbarung, die Bibel, ist die Wahrheit; alle
Ordnungen deiner Gerechtigkeit währen ewig, Seine Entscheidungen der
Zustimmung ermutigen Seine Kinder inmitten aller gegenwärtigen Trübsal und
eröffnen ihnen Aussichten auf ewige Herrlichkeit.
Schin (und Sin) DIE GEMEINSCHAFT DES GLÄUBIGEN MIT
GOTT IM GEBET. — V. 161. Fürsten, die Mächtigen und Einflussreichen der
Erde, verfolgen mich ohne Grund, obwohl er nichts getan hatte, was ihren
Hass gerechtfertigt hätte; aber mein Herz fürchtet sich nur vor deinen Worten,
in ehrfürchtiger Furcht vor seiner wunderbaren Kraft und Schönheit: V. 162.
Ich freue mich über dein Wort, anstatt sich bei den bösen Fürsten
einzuschmeicheln, findet er seine größte Freude im Wort seines Herrn, wie
einer, der große Beute macht, und durch seinen Besitz über alle Träume der
Habgier hinaus bereichert wird. V. 163. Lügen hasse und verabscheue ich,
Untreue gegenüber dem Bund Gottes in jeglicher Form; aber dein Gesetz habe
ich lieb. V. 164. Ich lobe dich siebenmal am Tag, in einem fortwährenden
Strom von Andachtsübungen, um der Verordnungen willen deiner Gerechtigkeit.
Die Herzen der Gläubigen sind Tempel des Heiligen Geistes, in ihnen steigt der
Weihrauch ihres Lobes in fortwährender Anbetung auf. V. 165. Großen Frieden
haben, die dein Gesetz lieben, denn inmitten aller Kämpfe des Lebens haben
sie die Gewissheit der Gnade Gottes, die im Wort verheißen ist; und werden
nicht straucheln; die Gläubigen wird nichts zum Straucheln und Fallen
bringen, da sie von der Kraft Gottes gestützt werden. V. 166. HERR, ich warte
auf dein Heil, mich danach gesehnt wie Jakob in alter Zeit (Gen 49,18), und
tue nach deinen Geboten, gehorsam gegenüber dem heiligen Willen Gottes, wie
er in seinem Wort niedergelegt ist. V. 167. Meine Seele hält deine
Zeugnisse, sie sorgfältig beachtet, und ich liebe sie sehr. V. 168. Ich
halte deine Befehle und deine Zeugnisse, in dem ernsthaften Bemühen, dem
Weg der Heiligung zu folgen; denn alle meine Wege sind vor dir. Alle
Gläubigen sollten danach streben, diese Ebene der ruhigen Gewissheit zu
erreichen, indem sie vor Gott die Aufrichtigkeit ihres Lebens betonen.
Tau. ABSCHLIESSENDER RUF ZU GOTT. — V. 169. HERR, lass
mein Klagen vor dich kommen, ohne dass Hindernisse es auf seinem Weg
behindern; unterweise mich nach deinem Wort, denn allein das Wort ist
die Quelle aller wahren Erkenntnis. V. 170. Lass mein Flehen vor Dich
kommen, bringe es in Seine Gegenwart, damit es wohlwollend geprüft werde; errette
mich nach deinem Wort, denn der Psalmist fleht immer wieder um die Gnade
und die Verheißung des Herrn. V. 171. Meine Lippen sollen dich loben und
Seine Herrlichkeit verkünden, denn du lehrst mich deine Gebote und führst
ihn immer tiefer in die Herrlichkeit Seines Wortes. V. 172. Meine Zunge soll
singen von deinem Wort, dazu getrieben durch die Wunder, von denen im Wort
berichtet wird; denn alle deine Gebote sind gerecht, in voller
Übereinstimmung mit ewigem Recht und Wahrheit. V. 173. Lass mir deine Hand
beistehen, wörtlich: „Sei meine Hilfe mit deiner Hand”; denn ich habe
erwählt deine Befehle und mich damit ganz auf die Seite des Herrn gestellt,
mit dem Recht, Hilfe von ihm zu erwarten. V. 174. HERR, mich verlangt nach
deinem Heil; so veranlasst ihn seine Sehnsucht erneut zum Ausruf; und habe
Lust an deinem Gesetz, er findet seine größte Freude in der Erkenntnis des
Wortes. V. 175. Lass meine Seele leben, in voller Gemeinschaft mit dem
himmlischen Vater, an den er sich in seinem wunderbaren Gebet gewandt hat, dass
sie dich lobe, und deine Rechte [Verordnungen] mir helfen, ihn in
allen Prüfungen zu stärken und ihn sicher zur Heimat des Vaters zu führen. V.
176. Ich bin wie ein verirrtes und verlorenes Schaf, scheinbar völlig
verlassen inmitten einer Schar von Feinden; suche deinen Knecht, um ihn
zurückzubringen zu Ruhe und Schutz; denn ich vergesse deine Gebote nicht.
Auf der Seite der Menschen gibt es immer Irrtümer und Verlorengehen; auf der
Seite Gottes gibt es immer Suchen und Finden und Heimholen zur Freude an ewigen
Segnungen.[6]
Wallfahrtslieder
(Ps. 120-134)
Gebet
gegen falsche Lehrer, Verleumder und Tyrannen
V. 1. Ein Wallfahrtslied. Ein Lied der Stufen, wörtlich „der Aufstiege“, das erste von fünfzehn Psalmen, die unter diesem Namen bekannt sind. Der Name bezieht sich entweder darauf, dass diese Hymnen von den Pilgern auf ihren drei jährlichen Reisen nach Jerusalem gesungen wurden, oder auf die besondere Struktur dieser Psalmen, da jeder neue Vers oder jede neue Strophe in Form und Gedanke auf dem vorhergehenden aufbaut. Der Verfasser dieses Psalms erkennt die Barmherzigkeit Gottes an und betet um Befreiung von einem verleumderischen Feind. Ich rufe zu dem HERRN in meiner Not, als er zu einem früheren Zeitpunkt in Bedrängnis war, und wandte mich allein an ihn um Befreiung, und er erhört mich und gewährte mir gnädig Hilfe, denn es gefällt ihm, wenn seine Kinder zu ihm rufen. V. 2. HERR, errette meine Seele von den Lügenmäulern und von den falschen Zungen, wörtlich: „von einer Lippe der Lüge, von einer Zunge der Bosheit”, wobei der Psalmist impliziert, dass er unschuldig ist an den falschen Anschuldigungen, die gegen ihn vorgebracht werden. Er wendet sich nun direkt an den niederträchtigen Verleumder.
V. 3. Was soll er dir tun, als gerechte Strafe, was dir zufügen, zusätzlich zu der ersten Strafe, du falsche Zunge? Er selbst gibt die Antwort, V. 4. Scharfe Pfeile eines Starken, Strafen der zerstörerischsten Art, mit Kohlen vom Ginsterstrauch, der Holzkohle aus dem Holz des Ginsterstrauchs, die ihre Hitze am längsten behält; ein Bild also für die lang anhaltende Hitze der Bedrängnis.
V. 5. Wehe mir, dass ich ein Fremdling bin unter Meschech! einer Region zwischen dem Schwarzen Meer und dem Kaspischen Meer, ich muss wohnen bei den Zelten Kedars! im barbarischen Arabien! Der Vergleichspunkt in beiden Fällen ist der wilde und ungehobelte Charakter der Menschen dieser Regionen; so waren auch die Verleumder des Psalmisten, was ihm den Eindruck gab, er sei versehentlich inmitten von Barbaren ausgesetzt worden. V. 6. Es wird meiner Seele lang, zu wohnen bei denen, die den Frieden hassen, bei Menschen, die ihm böswillig feindlich gesinnt waren und jede Gelegenheit nutzten, ihm Schaden zuzufügen. V. 7. Ich halte Frieden, seine gesamte Haltung zeigte seine Liebe zum Frieden, seine Bereitschaft, den Frieden zu wahren, sein Verlangen nach Frieden; aber wenn ich rede und diese Bereitschaft bekunde, mit allen Menschen in Frieden zu leben, wenn möglich, so fangen sie Krieg an, sie entscheiden sich bewusst dafür, seine Haltung als feindselig anzusehen und entsprechend zu handeln. So stürzen sich die Ungläubigen überall auf den geringsten Vorwand für feindselige Handlungen gegen die Gläubigen und erfinden oft sogar einen Vorwand für den Anlass.
Gott ist ein Hüter der Menschen
V. 1. Ein Wallfahrtslied, ein Lied der Stufen, voller gläubiger Inbrunst aufgrund des Bewusstseins der Gemeinschaft Gottes mit seinen Kindern auf Erden. Ich hebe meine Augen auf, in ängstlicher, aber dennoch vertrauensvoller Sehnsucht und Verlangen, zu den Bergen, die als Thron des Herrn angesehen werden, von wo kommt mir Hilfe, oder „Von wo meine Hilfe kommt“ Eine äußerst nachdrückliche Erklärung des Vertrauens in die allmächtige Kraft Gottes und in Seine Bereitschaft, Seinen Kindern zu helfen. V. 2. Meine Hilfe kommt vom HERRN, der Himmel und Erde gemacht hat, wobei seine Schöpfungskraft ein Unterpfand seiner Fähigkeit ist, diejenigen, die auf ihn vertrauen, aus allen Gefahren zu retten. Um dieses Vertrauen noch zu stärken, wendet sich der Psalmist nun an seine eigene Seele.
V. 3. Er wird deinen Fuß nicht gleiten lassen, nicht vor Schwäche straucheln; und der dich behütet, schläft nicht, seine wachsame Fürsorge hört nie auf, wird nie weniger. V. 4. Siehe, ein Ausruf, der weitere Gewissheit ausdrückt und hervorruft: Der Hüter Israels schläft, in einem gelegentlichen kurzen Nickerchen, noch schlummert nicht, in völliger Vergessenheit seiner Kinder. Seine Wachsamkeit ist schlaflos, wie die Geschichte Israels reichlich zeigt. Die Gewissheit der Gläubigen wird daher in einer Reihe positiver Aussagen zum Ausdruck gebracht, die die väterliche Fürsorge des Herrn darlegen.
V. 5. Der HERR behütet dich; der HERR ist dein Schatten über deiner rechten Hand, wörtlich: „über der Hand deiner rechten Seite”, was eine vollständige Beschattung und Beschützung bedeutet. V. 6. Dass dich des Tags die Sonne nicht steche, deren sengende Hitze Krankheit oder sogar Tod verursacht, noch der Mond des Nachts, denn bei vielen Menschen und in einer Reihe von Ländern ist die Wirkung der Mondstrahlen auf den unbedeckten Kopf ähnlich wie die des direkten Sonnenlichts. Die schädlichen Einflüsse von Sonne und Mond stehen stellvertretend für alle Gefahren bei Tag und Nacht, vor denen das immer wachsame Auge Gottes Schutz gewährt.
V. 7. Der HERR behüte dich vor allem Übel, egal welcher Art es auch sein mag und von welcher Seite es auch drohen mag; er behüte deine Seele! denn das Leben der Seele ist der höchste Besitz des Gläubigen. V. 8. Der HERR behüte deinen Ausgang und Eingang, das ganze Leben des Gläubigen mit all seinen Beschäftigungen und Unternehmungen, von nun an bis in Ewigkeit! in Zeit und Ewigkeit; denn keine Gefahr kann dem schaden, der im Schatten der ewigen Liebe des himmlischen Vaters ruht und sich auf die barmherzigen Verheißungen seines Wortes verlässt.
Herrlichkeit der Stadt Jerusalem –
Liebe zur Kirche Gottes
V. 1. Ein Wallfahrtslied Davids, das die heilige Freude der Gläubigen darüber zum Ausdruck bringt, an den Gottesdiensten im Tempel teilnehmen zu dürfen und die Anziehungskraft der Hauptstadt zu spüren. Dieser Psalm eignet sich besonders gut für eine Festreise. Ich freute mich, als man mir sagte: Lasst uns gehen zum Haus des HERRN. Der Psalmist drückt seine Freude über die Einladung aus, sich dem Festzug anzuschließen; er erinnert sich nun an das Glück, das sein Herz erfüllte, als er gebeten wurde, sich einer Pilgerkarawane nach Jerusalem anzuschließen. V. 2. So stehen nun unsere Füße in deinen Toren stehen, Jerusalem, oder: „Unsere Füße standen still in deinen Toren“, wie angewurzelt für einige Minuten, voller Staunen über die herrliche Schönheit Jerusalems, die sich ihren Augen bot.
V. 3. Jerusalem ist gebaut als eine Stadt, in der man zusammenkommen soll, ohne Lücken und unansehnliche Freiflächen, ein Haus neben dem anderen, eine feste Gemeinschaft bildend, V. 4. Wohin die Stämme hinaufziehen, die Stämme des HERRN, die gläubigen Mitglieder ganz Israels, die dreimal im Jahr nach Jerusalem reisen müssen, zu den großen Festen, nach der Ordnung für Israel, das heißt, gemäß der Regel und Verordnung Gottes, zu danken dem Namen des HERRN, denn das war die Hauptaufgabe der Gemeinde und aller ihrer Mitglieder zu den Festzeiten. V. 5. Denn dort stehen Throne zum Gericht, die Throne des Hauses David; denn Jerusalem war nicht nur der Sitz des Heiligtums Israels, sondern auch die Hauptstadt der Nation, wo die höchsten Regierungsbeamten residierten und wo vor allem die Rechtspflege die ursprüngliche und wichtigste Aufgabe des Monarchen in Friedenszeiten war. Nachdem der Psalmist ein Bild von Jerusalem, der Hauptstadt, gezeichnet hat, in der sich auch das Heiligtum der Nation befand, sieht er sich veranlasst, ein Gebet für ihr fortdauerndes Wohlergehen zu sprechen.
V. 6. Wünscht Jerusalem Frieden! als Stadt des Friedens, des Wohlergehens, des Wohlstands und des Glücks; es möge wohlgehen denen, die dich lieben, denn ihr Wohlergehen ist mit dem ihrer Hauptstadt verbunden. V. 7. Es möge Friede sein in deinen Mauern, sowohl äußerlich als auch innerlich, und Glück in deinen Palästen, damit der Segen des Herrn auf allen Einwohnern ruht. V. 8. Um meiner Brüder und Freunde willen, zu denen er sich aufgrund der Gemeinschaft der Heiligen, der Gemeinschaft zwischen allen Gläubigen, zählt, will ich dir Frieden wünschen, denn das Wohlergehen und der Wohlstand der Kirche ist das Wohlergehen und der Wohlstand aller ihrer Mitglieder. V. 9. Um des Hauses des HERRN, unseres Gottes willen, des Tempels oder der Stiftshütte als Zentrum der Verehrung Israels, dem Symbol der wahren Religion gegenüber denen außerhalb, will ich dein Bestes suchen, denn das Wohlergehen der jüdischen Kirche hing weitgehend von der Sicherheit und dem Wohlstand der Stadt des Heiligtums ab. So ist auch das geistliche Wohlergehen und Glück aller Gläubigen mit dem Schicksal der Kirche verbunden, weshalb diese besondere Bitte um Frieden in das allgemeine Gebet aufgenommen wurde, das in vielen unserer Kirchen jeden Sonntag gelesen wird.
Der
Frommen Zustand und Trost
V. 1. Ein Wallfahrtslied, ein Stufenlied, das das inständige Gebet des Psalmisten um Gnade angesichts der Not, die ihn bedrückt, zum Ausdruck bringt. Ich hebe meine Augen auf zu dir in demütiger, aber zuversichtlicher Erwartung deiner Hilfe, der du im Himmel thronst, thronend als allmächtiger Herrscher, für den es eine Kleinigkeit ist, seinen Kindern auf Erden zu Hilfe zu kommen. V. 2. Siehe, wie die Augen der Knechte auf die Hand ihrer Herren sehen und wie die Augen einer Magd, einer Dienerin, auf die Hand ihrer Herrin, die jede noch so kleine Geste und jedes noch so kleine Zeichen beobachtet und richtig deutet, so sehen unsere Augen auf den HERRN, unseren Gott, bis er uns gnädig werde, denn das ist die feste Erwartung der Gläubigen, da sie nur Gnade wünschen und keine Verdienste ihrerseits geltend machen. „Die Diener Gottes sollten auf seine leitende Hand schauen, die ihnen ihre Arbeit zuweist; auf seine versorgende Hand, die ihnen zu gegebener Zeit ihren Anteil gibt; auf seine schützende Hand, die sie wieder aufrichtet, wenn ihnen Unrecht getan wird; auf seine korrigierende Hand, 1 Petr 5, 6; auf seine belohnende Hand.“
V. 3. Sei uns gnädig, HERR, sei uns gnädig, dieser Ruf ist, wie ein Kommentator sagt, das ständige Kyrie aller Gläubigen; denn wir gesättigt mit Verachtung, überhäuft mit Spott durch die stolzen Feinde und Unterdrücker. V. 4. Gesättigt ist unsere Seele von der Sorglosen Spott, der Feinde, die sich für sicher halten, und der Stolzen Verachtung, der Despoten, die sie auf jede erdenkliche Weise zu unterdrücken suchten. So hat sich die Kirche inmitten der Verfolgung immer allein an den Herrn gewandt und ihre Hoffnung auf Befreiung auf seine Barmherzigkeit gesetzt.
Gott
ist der Beistand seiner Kirche in der Not
(Grundlage
für die Choräle: Wär Gott nicht mit uns diese Zeit. Wo Gott der Herr nicht zu
uns hält)
V. 1. Ein Wallfahrtslied Davids, das die Hilfe und Befreiung des Herrn inmitten großer Gefahren darlegt. Wenn der HERR nicht bei uns wäre, wäre da nicht sein barmherziger und allmächtiger Schutz gewesen, so sage Israel, das heißt alle Gläubigen, die zusammen das geistliche Israel bilden; V. 2. Wenn der HERR nicht bei uns wäre, wenn die Menschen sich gegen uns erheben, wie sie es immer wieder im Interesse des Unglaubens tun werden, V. 3. dann verschlängen sie uns lebendig, die Gläubigen verschluckt, während sie noch lebten, wenn ihr Zorn über uns entbrannte, in wildem Hass aufflammte; V. 4. dann ersäufte uns Wasser, Ströme gingen über unsere Seele, was zu einem schnellen Ertrinken geführt hätte; V. 5. Es gingen Wasser allzu hoch über unsere Seele, das heißt, die unverschämten Feinde hätten ihre Vernichtung vollendet; denn die Situation war so, dass sie sich jeder menschlichen Hilfe entzogen; es war eine Notlage, in der nur die Hilfe des Herrn sie stützte.
V. 6. Gelobt sei der HERR, ihm allein gebührt aller Lob und Ehre, dass er uns nicht gibt zum Raub in ihre Zähne! und den Feinden nicht erlaubt hat, ihre bösen Absichten auszuführen. V. 7. Unsere Seele ist entronnen wie ein Vogel der Schlinge des Vogelfängers; die Schlinge ist zerrissen durch die barmherzige Vorsehung des Herrn, und wir sind frei. Beide Bilder, das der räuberischen wilden Tiere, die begierig sind, ihre Beute zu verschlingen, und das der Vogelfänger, die ihre Fallen für unachtsame Vögel aufstellen, zeigen einerseits die Größe der Gefahr, andererseits jedoch das Wunder der Befreiung durch Gott. Deshalb kommt der Psalmist zu dem Schluss:
V. 8. Unsere Hilfe steht im Namen des HERRN, im Vertrauen auf sein herrliches Wesen und alle seine Eigenschaften, wie sie in seinem Wort offenbart und verkündet sind, der Himmel und Erde gemacht hat, denn der allmächtige Herrscher des Universums ist zugleich unser barmherziger Vater in Jesus, unserem Erlöser, dessen Befreiung und Hilfe wir genießen.
Hoffnung lässt nicht zuschanden
werden
V. 1. Ein Wallfahrtslied, ein Stufenlied, das darlegt, wie Gott das Vertrauen seines Volkes ehrt, indem er es beschützt und die Heuchler dem Untergang der Gottlosen überlässt. Die auf den HERRN hoffen, die werden nicht fallen, sondern ewig bleiben wie der Berg Zion, so fest gegründet wie der Berg der heiligen Kirche Gottes, der nicht bewegt werden kann, sondern für immer bestehen bleibt, und gegen den die Pforten der Hölle nichts ausrichten können (Mt 16,18). V. 2. Um Jerusalem her sind Berge, die gesamte Bergkette, auf deren Gipfeln sich die Hauptstadt befand, und der HERR ist um sein Volk her von nun an bis in Ewigkeit, eine Schutzmauer gegen alle Feinde. Die Bildsprache des Psalmisten betont die Uneinnehmbarkeit des Schutzes der Kirche sowohl vor Angriffen als auch vor Versuchungen.
V. 3. Denn der Gottlosen Zepter wird nicht bleiben über dem Erbteil der Gerechten, das heißt das Zepter der Bosheit, als Symbol überlegener Macht, nicht auf dem Erbe Israels, auf dem Heiligen Land, und damit auch nicht auf der Kirche ruhen würde, damit die Gerechten ihre Hand nicht ausstrecken zur Ungerechtigkeit, nämlich unter dem Druck, den die Tyrannen auf sie ausüben, was dazu führt, dass sich die Gläubigen schließlich den Unterdrückern anschließen, um Erleichterung zu finden, eine Situation, die in der Geschichte der Kirche nur allzu oft anzutreffen war.
V. 4. HERR, tue wohl den Guten und die aufrichtigen Herzens sind! die nicht der Heuchelei verfallen sind und sich nicht unter dem Druck der Versuchung abgewandt haben. V. 5. Die aber abweichen auf ihre krummen Wege, den rechten Weg verlassen und sich auf falsche Pfade und verschlungene Nebenwege ihrer eigenen Wahl begeben, so wird der Herr hinfahren lassen mit den Übeltätern, mit denen sie aufgrund ihres heuchlerischen und bösen Verhaltens in eine Kategorie eingeordnet werden. Aber Friede sei über Israel! und der volle Segen geistlicher Gnaden wird auf denen ruhen, die wahrhaftige Mitglieder der Kirche Gottes sind, des wahren Israel, Gal. 6, 16. Ewige Strafe ist das Ende der Heuchler und Unterdrücker; ewiger Friede ist der Lohn derer, die ihr Vertrauen mit unerschütterlicher Zuversicht auf den Herrn setzen.
Der Frommen Traurigkeit soll in
Freude verwandelt werden
V. 1. Ein Wallfahrtslied, ein Lied der Stufen, das die Gläubigen ermahnt, den Herrn für die vielen Beweise seiner Gnade zu preisen und um deren fortwährende Manifestation zu beten. Wenn der HERR die Gefangenen Zions erlösen wird und sein Volk nach langen Jahren des Exils in das Land der Verheißung zurückbrachte, so werden wir sein wie die Träumenden. Ob dies nun eine Prophezeiung oder eine historische Tatsache ist, es beschreibt die unbeschreibliche Glückseligkeit derer, die das Privileg hatten, in das Land der Verheißung zurückzukehren. V. 2. Dann wird unser Mund voll Lachens, vor lauter Jubel, und unsere Zunge voll Rühmens sein, vor lauter Jubelgeschrei. Da wird man sagen unter den Völkern, die von dem Erlass des Kyrus erfahren hatten, der den Juden die Rückkehr in ihre Heimat erlaubte: Der HERR hat Großes an ihnen getan. Dieses Wort wird von den Gläubigen aufgegriffen, um ihre Dankbarkeit in angemessener Weise zum Ausdruck zu bringen.
V. 3. Der HERR hat Großes an uns getan, indem er uns diese Befreiung geschenkt hat, ganz ohne unser Verdienst und unsere Würdigkeit, des sind wir fröhlich. Aber während die erste Gruppe der zurückgekehrten Verbannten ihre Freude in Lobgesängen an den Herrn zum Ausdruck brachte, seufzten andere noch immer nach Befreiung:
V. 4. HERR, wende unsere Gefangenschaft [o.: bringe zurück unsere Gefangenen], und gib auch ihnen die Möglichkeit, in das Land der Verheißung zurückzukehren, gleich den Bächen im Südland, wie die ausgetrockneten Wasserläufe der Ebenen von Juda, die mit Beginn der Regenzeit wiederbelebt wurden und das ganze Land zum Blühen brachten. Gleichzeitig freuen sich auch diese verbliebenen Verbannten auf eine freudige Rückkehr in das Land ihrer Väter. V. 5. Die mit Tränen säen, fast mit Verzweiflung in ihren Herzen, wobei die Anspielung wahrscheinlich auf die tränenreiche Rückkehr der Verbannten und den Wiederaufbau des Tempels inmitten der Tränen des Volkes Bezug nimmt, werden mit Freude ernten, denn die Ernte bringt den reichen Segen des Herrn. V. 6. Sie gehen hin und weinen, in seiner Trauer hin und her geht, und tragen edlen Samen, geduldig seine Saat ausstreut und hoffnungsvoll die ihm vom Herrn gegebene Arbeit verrichtet, und kommen, von seiner Arbeit zurückkehren, mit Freuden, und bringen ihre Garben, da Gott selbst seine geduldigen und hoffnungsvollen Bemühungen mit reichlichem Erfolg gekrönt hat. Es ist derselbe Gedanke, den der heilige Paulus zum Ausdruck bringt, wenn er schreibt: „Lasst uns nicht müde werden, Gutes zu tun; denn zu seiner Zeit werden wir ernten, wenn wir nicht nachlassen“, Gal. 6, 9. Gleichzeitig ist der gesamte Psalm typisch für die Befreiung, die alle Kinder Gottes erwartet, wenn Gott die Gefangenschaft dieses Tränentals beenden und allen Gläubigen den Lohn der Barmherzigkeit geben wird, indem er ihnen erlaubt, an der Ernte der Taten teilzuhaben, die durch seine Barmherzigkeit ermöglicht wurden, an den Segnungen, die er von seinem Thron aus verteilt hat.
Gottes
notwendiger Segen für alles menschliche Wirken
V. 1. Ein Wallfahrtslied, Stufenlied Salomos, eine Hymnus, den er wahrscheinlich im Zusammenhang mit dem Bau des Tempels geschrieben hat, die aber auf alle ähnlichen Lebensumstände anwendbar ist, da die Gläubigen sich ihrer Abhängigkeit von dem Herrn in allen Dingen bewusst sind. Wenn der HERR nicht das Haus baut, Er selbst wacht über die Errichtung jedes von Menschen ausgeführten Gebäudes und lässt ihre Arbeit gedeihen, so arbeiten vergeblich, die daran bauen, denn es gibt so viele Möglichkeiten des Scheiterns, wenn der Segen oder die Zustimmung des Herrn fehlt. Wenn der HERR nicht die Stadt behütet, selbst der Wächter und Beschützer, der die Vorsichtsmaßnahmen der Bürger zum Erfolg führt, so wacht der Wächter vergeblich, ganz gleich, mit welcher Treue er sich seiner Aufgabe widmet. V. 2. Es ist vergeblich, ohne Sinn und Zweck, wenn ihr früh aufsteht und danach lange sitzt, den Tag künstlich verlängert, euch abmüht und quält mit Sorgen und Nöten, immer nur an dieses Leben und seine Bedürfnisse denkt, Matthäus 6, 25-34, und esst euer Brot mit Sorgen und nur an die Mühen denkt, die mit dem Erlangen des täglichen Brotes verbunden sind; denn seinen Freunden gibt er’s im Schlaf, das heißt, während der Gläubige sicher in Gottes Schutz ruht, frei von Sorgen und Nöten aufgrund seines Vertrauens in die Vorsehung seines himmlischen Vaters, bereitet der Herr sich vor, dieses Vertrauen zu belohnen, indem er ihm alles gibt, was er zu seinem eigenen Wohl braucht, als freie Belohnung für seine Güte und Barmherzigkeit. Dieser Segen des Herrn über die Gläubigen wird nun durch ein ungewöhnlich deutliches Beispiel verdeutlicht.
V. 3. Siehe, Kinder sind eine Gabe des HERRN, Söhne werden vom Herrn als besonderes Geschenk und Segen vermacht, und Leibesfrucht ist ein Geschenk, den er den Eltern als Zeichen seiner Gunst schenkt. Diese Tatsache wird in der Heiligen Schrift immer wieder betont, als ständiger Vorwurf an die vielen blinden und törichten Menschen unserer Tage, die nur aus egoistischen Gründen eine Ehe eingehen und Kinder als unwillkommene Last betrachten. V. 4. Wie Pfeile, Waffen zur Verteidigung, in der Hand des Starken, so sind die Söhne der Jugend, gezeugt, während die Eltern noch in der Kraft ihres Alters stehen (1. Mose 37,3), und daher selbst zu Männern und Frauen herangewachsen sind, bevor die Eltern in senilen Verfall geraten. V. 5. Wohl dem, der seinen Köcher davon voll hat, dem der Herr ein Haus voller Kinder geschenkt hat; sie werden nicht zuschanden, sie werden keine Schande erleiden, wenn sie mit ihren Feinden verhandeln im Tor, das heißt an dem Ort, an dem Geschäfte getätigt und Streitigkeiten beigelegt wurden. Kinder werden, wenn sie richtig erzogen werden, nicht nur eine Stütze für ihre Eltern sein, wenn diese das Alter erreicht haben, sondern sie werden es sich auch zur Aufgabe machen, die Rechte ihrer Eltern gegen alle Verleumder zu schützen – ein schönes Bild, das sowohl Eltern als auch Kindern als Ermahnung dient, ein Beispiel, das viel mehr beherzigt werden sollte.
Frommer Eheleute Pflicht und Segen
(Grundlage für den Choral: Wohl dem,
der in Gottesfurcht steht)
V. 1. Ein Wallfahrtslied, ein Lied der Stufen, das die zeitlichen Segnungen wahrer Frömmigkeit darlegt. Vgl. Sacharja 8. Wohl dem, der den HERRN fürchtet, dessen ganzes Leben in kindlicher Ehrfurcht nach Gottes heiligem Willen ausgerichtet ist; der auf seinen Wegen geht! dessen ganzes Verhalten mit dem Wort des Herrn übereinstimmt. V. 2. Du wirst dich nähren deiner Hände Arbeit, da du durch Gottes Segen mit den Früchten deiner Arbeit versorgt wirst, insbesondere mit den Erzeugnissen aus Garten und Feld; wohl dir, du hast’s gut, denn wahres Glück findet man in einem Haus, das so den Segen des Herrn genießt, wo Mäßigung und Sparsamkeit mit Zufriedenheit einhergehen und niemand gezwungen ist, das Brot der Wohltätigkeit zu essen.
V. 3. Deine Frau wird sein wie ein fruchtbarer Weinstock im Innern deines Hauses, jedoch nicht außen, im Vereins- und Gesellschaftsleben, sondern hinten, in den inneren Räumen des Hauses, nicht als bloßer Kletterstrauch, sondern als kräftige Pflanze, die sich auf ihren Mann stützt und inmitten ihrer Familie glücklich ist; deine Kinder wie junge Ölbäume um deinen Tisch her, bekannt für ihre üppige Kraft und vielversprechenden Erträge, wenn sie reif sind. V. 4. Siehe, so wird gesegnet der Mann, mit den reichen Segnungen der Güte Gottes, der den HERRN fürchtet, dessen Glaube in ihm die wahre Ehrfurcht vor dem Herrn und die Bereitschaft, auf dem Weg seines Willens zu wandeln, bewirkt.
V. 5. Der HERR wird dich segnen aus Zion, dem Thron seiner gnädigen Gegenwart inmitten seines Volkes, so wie er jetzt inmitten seiner Gemeinde lebt, in seinem Wort und in seinen Sakramenten; dass du siehst das Glück Jerusalems dein Leben lang, indem du sowohl die zeitlichen als auch die geistlichen Segnungen miterlebst, die der Herr seiner Kirche und ihren Mitgliedern gewährt. Jeder wahre Gläubige hat Anteil am Wohlergehen der Kirche, an der Gabe, die Gott in seiner Barmherzigkeit austeilt; V. 6. Und siehst deiner Kinder Kinder, wobei ein langes und glückliches Leben als einer der besonderen Segen des Herrn angesehen wird. Friede sei über Israel! das heißt, Gott wird angerufen, seiner Kirche und allen ihren Mitgliedern den Segen des Friedens zu gewähren, gemäß der Verheißung seines Wortes, wobei der Segen dieses Friedens dann auch auf die Häuser ruht.
Sieg der Kirche über ihre Feinde
V. 1. Ein Wallfahrtslied, Stufenlied, das die Befreiungen des Volkes Gottes in der Vergangenheit beschreibt und daher auch zuversichtlich den Sturz der Feinde in der Zukunft bekräftigt. Sie haben mich oft bedrängt von meiner Jugend auf –, mit schwerer Unterdrückung, so sage Israel, wobei der Bezug insbesondere auf die Knechtschaft in Ägypten genommen wird; V. 2. sie haben mich oft bedrängt von meiner Jugend auf, wobei dieser Gedanke zur Betonung wiederholt wird und nicht nur Ägypten, sondern auch die Philister, die Midianiter, die Moabiter, die Syrer und die Babylonier im Sinn hat; aber sie haben mich nicht überwältigt, denn es war den Feinden nicht möglich, ihr Ziel, Israel zu unterwerfen und als Nation auszurotten, zu verwirklichen. V. 3. Die Pflüger haben auf meinem Rücken geackert, ein Bild für die schwerste körperliche Bestrafung; und ihre Furchen lang gezogen, mit unerbittlicher Grausamkeit, denn das Bild ist das eines Streifens Land, den der Bauer mit großer Gründlichkeit bearbeitet. So war die Lage Israels in der Vergangenheit. V. 4. Der HERR, der gerecht ist, auch in seinem Urteil über die Gottlosen; hat der Gottlosen Stricke zerhauen, mit denen sie Israel in Gefangenschaft zu halten versuchten. Aus dieser Befreiung zieht der Psalmist eine Schlussfolgerung für die Zukunft, die er in Form eines Gebets zum Herrn zum Ausdruck bringt. V. 5. Ach, dass würden zuschanden werden, mit Scham und Schande bedeckt, und zurückweichen alle, , daran gehindert, ihre bösen Absichten zu verwirklichen, die Zion hassen (die Mitglieder des geistlichen Israel), die versuchen, das Werk der Kirche aller Zeiten zu behindern. V. 6. Ach, dass sie würden wie das Gras auf den Dächern, das Gras, das auf dem dünnen Boden sprießt, der auf die flachen Dächer orientalischer Häuser geweht oder getragen wird, das verdorrt, ehe man es ausrauft, da es nicht genügend Nährstoffe und Feuchtigkeit hat und daher die Hitze der Sonne nicht lange aushalten kann, V. 7. Mit dem der Schnitter seine Hand nicht füllt, da es sich nicht lohnt, die wenigen Halme zu pflücken, noch der Garbenbinder seinen Arm, da die Menge zu gering ist, um sie nach Hause zu tragen, und die Qualität schlecht ist, V. 8. und die Vorübergehenden nicht sprechen: mit dem alten Gruß, der besonders von den Erntearbeitern verwendet wurde: Der Segen des HERRN sei über euch! Worauf die Arbeiter antworteten: Wir segnen euch im Namen des HERRN! Ruth 2, 4. Für die Gottlosen, die Feinde der Kirche, der Gläubigen, wird es keine freudige Ernte geben, sondern sie werden verdorren und sterben. Die Gerechten hingegen, die sich freudig grüßen, werden die ganze Ernte, die sie gesät haben, einbringen können, um sie in den ewigen Kornspeichern des Himmels zu lagern.
Gebet um Vergebung der Sünden
(Sechster Bußpsalm)
(Grundlage für den Choral: Aus
tiefer Not schrei ich zu dir)
V. 1. Ein Wallfahrtslied, Stufenlied, seit alters her bekannt als „De Profundis”, nach den ersten Worten der lateinischen Fassung, ein Schrei des Sünders zu Jehova um Vergebung und Gnade. Aus der Tiefe rufe ich, HERR, zu dir, wobei diese Tiefe die Tiefe der Sünde mit ihrer daraus resultierenden Not, ihrem Unglück und ihrer Gefahr ist, dargestellt durch einen Abgrund tiefer Wasser, dessen Wellen über den Verfasser hinweggegangen sind. V. 2. HERR, höre meine Stimme, wobei der Appell an den Allmächtigen gerichtet ist, Erlösung zu gewähren; lass deinen Ohren merken auf die Stimme meines Flehens, in sorgfältiger und barmherziger Aufmerksamkeit für sein Flehen. V. 3. So du willst, HERR, Sünde zurechnen, sie beobachten, im Gedächtnis behalten und dem Sünder zurechnen würdest, HERR, wer wird bestehen? Kein Mensch könnte furchtlos vor dem allsehenden Auge des Allmächtigen, des großen Richters der ganzen Erde, stehen, vielmehr würde das Bewusstsein der Schuld jeden Menschen auf der Welt dazu bringen, sich vor dem Herrn in strengster Selbstverurteilung zu Boden zu werfen. Der Vers drückt in aller Deutlichkeit aus, dass es für keinen Menschen möglich ist, aus eigener Kraft und Gerechtigkeit vor Jehova zu stehen. V. 4. Denn bei dir ist die Vergebung, die unverdiente Gnade und Barmherzigkeit des Herrn ist die einzige Hoffnung der sündigen Sterblichen, ihre einzige Chance auf Befreiung und Erlösung, dass man dich fürchte, denn die Gewissheit der Barmherzigkeit Gottes führt keineswegs zu selbstgefälliger Zufriedenheit und zügellosem Verhalten, sondern vielmehr zu Heiligkeit. Es ist nicht so, dass die Gläubigen, die sich der Vergebung des Herrn sicher sind, sich auf seine Barmherzigkeit verlassen, sondern dass sie mit umso größerer Ehrfurcht vor ihm wandeln.
V. 5. Ich harre des HERRN, in zuversichtlicher Erwartung seiner Erlösung und Hilfe, meine Seele harrt, mit der ganzen Intensität einer schmerzhaften Sehnsucht, und ich hoffe auf sein Wort, im Vertrauen auf die darin enthaltenen Verheißungen. V. 6. Meine Seele wartet auf den HERRN, sich in Sehnsucht dem Allmächtigen zugewandt, mehr als die Wächter auf den Morgen, die aufgrund von Krankheit oder Elend keine Ruhe finden und für die das Anbrechen der Morgendämmerung eine Befreiung von ihren Schmerzen sein wird; ich sage, mehr als die Wächter auf den Morgen, wobei die Wiederholung erneut die sehnsüchtige Erwartung des Herzens betont, das darauf wartet, die Erlösung des Herrn zu sehen. Der Psalmist ist sicher, dass die Erlösung kommen wird, nicht nur für ihn, sondern für alle Gläubigen. V. 7. Israel hoffe auf den HERRN und warte auf seine Erlösung; denn bei dem HERRN ist die Gnade, er ist der Einzige, der Erlösung schenken kann, und viel Erlösung bei ihm, Gnade in ihrer ganzen Fülle, genug für die Sünden der ganzen Welt. Wo die Sünde überhandnahm, da ist die Gnade noch viel überreicher geworden. Röm. 3, 20. V. 8. Und er wird Israel erlösen aus allen seinen Sünden, wobei der Prophet hier auf die Versöhnung durch Christus vorausblickt, durch die er für uns ewige Erlösung erworben und erlangt hat, Hebr. 9, 12. Vgl. Lukas 1 68-75; 2 Tim. 4, 18, wobei diese Erlösung durch den Glauben auf uns übertragen wird.
Greuel der Hoffart. Demütige Unterwerfung
unter Gott
V. 1. Ein Wallfahrtslied, Stufenlied Davids, in dem er seine Gefühle beim Ausüben seiner königlichen Autorität zum Ausdruck bringt und die richtige Unterwürfigkeit gegenüber dem himmlischen Vater lehrt. HERR, mein Herz ist nicht hoffärtig, erfüllt von arrogantem Stolz aufgrund seiner Erhebung von der niedrigen Position eines Hirten zum König Israels, und meine Augen sind nicht stolz, denn der Stolz des Herzens drückt sich vor allem in den Augen aus; noch übe ich mich in großen Angelegenheiten, mit der aufdringlichen Einmischung derer, die glauben, dass keine wichtige Angelegenheit ohne ihre Hilfe entschieden und durchgeführt werden kann, ich gehe nicht mit Dingen um, die mir zu hoch und zu schwer sind, denn die Stolzen im Herzen verachten es, sich mit den trivialen Angelegenheiten des Alltags zu beschäftigen, da sie glauben, nur für große und entscheidende Angelegenheiten berufen zu sein. Die Charakterisierung der Stolzen ist kurz, aber umfassend und treffend. V. 2. Vielmehr habe ich meine Seele gestillt und beruhigt, das Bild ist das eines entwöhnten Kindes, das sich vollkommen zufrieden an seine Mutter klammert, wie ein entwöhntes Kind bei seiner Mutter ist und daher vollkommen zufrieden ist; meine Seele ist in mir wie ein entwöhntes Kind. „So wie das entwöhnte Kind nicht mehr weint, sich nicht mehr aufregt und sich nicht mehr nach der Brust sehnt, sondern still liegt und zufrieden ist, weil es bei seiner Mutter ist, so ist auch die Seele des Dichters entwöhnt von allen unzufriedenen Gedanken, von allen unruhigen Begierden nach irdischem Gut, wartet in Stille auf Gott, findet ihre Befriedigung in seiner Gegenwart und ruht friedlich in seinen Armen.“ Die abschließende Ermahnung ist daher eine passende Ergänzung:
V. 3. Israel hoffe auf den HERRN von nun an bis in Ewigkeit! und allein auf ihn schauen, wenn es um Hilfe und Beistand, um Nahrung und Kraft geht; denn er widersteht den Hochmütigen, aber den Demütigen schenkt er Gnade in jeder Lebenslage, wie auch immer diese aussehen mag.
Gebet um Erhalt des Gottesdienstes
und des weltlichen Regiments
V. 1. Ein Wallfahrtslied, Stufenlied, das zeigt, dass die Gnade Gottes, die David so reichlich verheißen wurde (2. Sam. 7, 12-29), ihre wahre Erfüllung im Messias finden würde, wodurch die Segnungen des Evangeliums allen Gläubigen zuteilwerden würden. Gedenke, HERR, an David und all seine Mühsal, der Schwierigkeiten, Ängste und Sorgen, die seine Bemühungen um das Wohl der Kirche begleiteten; V. 2. der dem HERRN schwor und gelobte dem mächtigen Jakobs, vgl. 1. Mose. 49, 24: V. 3. Ich werde nicht in das Zelt meines Hauses gehen, noch mich aufs Lager meines Bettes legen, um selbst Glück zu genießen und mich auszuruhen; V. 4. Ich will meinen Augen nicht schlafen lassen und meine Augenlider nicht schlummern, indem ich mir selbst jede Ruhe verweigere, V. 5. bis ich eine Stätte finde für den HERRN, ein dauerhaftes Heiligtum, eine Wohnung für den Mächtigen Jakobs, das heißt einen Ort, an dem Gott inmitten Israels wohnen kann. Der historische Bezug ist folgender: Die Philister hatten die Bundeslade erobert (1 Sam 4,17), waren aber froh, sie wieder loszuwerden. Seit der Zeit Samuels befand sie sich im Haus Abinadabs in Kirjat-Jearim (1 Sam 7,1). Während der Zeit Sauls wurde sie nicht vermisst, aber David sah das anders. Er wollte der Lade einen dauerhaften Ruheplatz geben, ein Heiligtum für ganz Israel. Er errichtete eine Stiftshütte auf dem Berg Zion und brachte die Bundeslade in diese Stiftshütte (2. Sam. 6). Als er jedoch vorschlug, einen Tempel für den Herrn zu bauen, wurde ihm gesagt, dass ihm diese Gnade nicht gewährt würde, sondern dass sein Sohn die Erlaubnis erhalten würde, den Tempel zu errichten. Der Psalmist fährt nun im Namen der Gemeinde fort:
V. 6. Siehe, wir hören davon in Efrata, das heißt in Bethlehem, wo David aufgewachsen war; wir haben sie gefunden im Gefilde von Jaar, in Kirjath-Jearim, denn dort war die Lade all die Jahre aufbewahrt worden, bis David sie in die Hauptstadt brachte. V. 7. Wir wollen in seine Wohnung gehen, zum Heiligtum oder Tempel, der nun fertiggestellt ist; und anbeten vor dem Schemel seiner Füße, das heißt vor dem Ort, an dem die Bundeslade ruhte, da sich der Herr auf ihrem Deckel seinen Dienern offenbarte, 2. Mose 25,22; 4. Mose 7, 89. Ihre Aufforderung zur Anbetung wird nun durch den Ruf Moses bekräftigt, 4. Mose 10, 35: V. 8. HERR, mache dich auf zu deiner Ruhe, um den fertiggestellten Tempel als sein Heiligtum zu beziehen, du und die Lade deiner Macht als zentrales Objekt seiner Anbetung. V. 9. Deine Priester lass, die gewöhnlich in weißes Leinen gekleidet waren, um die Reinheit zu symbolisieren, die ihr Amt kennzeichnen sollte, sich kleiden mit Gerechtigkeit, die ihnen aufgrund ihres Glaubens an den Messias zugerechnet wird; und deine Heiligen sich freuen und dem Herrn Lobeshymnen singen für die Gnaden, die ihnen durch das Wirken der Priester zuteil geworden sind. V. 10. Um deines Knechtes David willen, der der Knecht des Herrn war und dem der Herr die messianische Verheißung gegeben hatte (2 Sam 7,12-16), weise nicht ab das Antlitz deines Gesalbten, sondern erhalte das Haus und den Thron Davids bis zum Kommen des großen Sohnes Davids.
V. 11. Der HERR hat David in Wahrheit geschworen, in derselben großen messianischen Prophezeiung; davon wird er sich nicht wenden, da Treue und Wahrheit Seine Eigenschaften sind: Ich will auf deinen Thron setzen die Frucht deines Leibes. V. 12. Werden deine Kinder meinen Bund halten und mein Zeugnis, das ich sie lehren werde, so sollen auch ihre Kinder auf deinem Thron sitzen ewiglich, wobei der Höhepunkt seiner Dynastie in Jesus, dem Messias, Davids Sohn und Davids Herrn, kommt. Vgl. 2 Sam. 7, 12-16; Ps. 89, 3-5; Apg. 2, 30. Mit dieser messianischen Verheißung ist die besondere Gnade verbunden, durch die der Herr Jerusalem als sein Heiligtum erwählt hat.
V. 13. Denn der HERR hat Zion erwählt und hat Lust, dort zu wohnen, denn das Wohlergehen des Königreichs war eng mit dem der Kirche verbunden, weshalb sich die Hauptstadt und das Heiligtum in derselben Stadt befanden. V. 14. Dies ist meine Ruhestatt ewiglich, Jerusalem, das ständige Heiligtum des Herrn, nicht wie Silo, das er verworfen hatte; hier will ich wohnen, denn es gefällt mir wohl. Von diesem Heiligtum aus verteilt der Herr seine Segnungen, V. 15. Ich will ihre Speise segnen, indem ich ihre zeitlichen Bedürfnisse in reichlichem Maße stillen werde; und ihren Armen Brot genug geben. Dies kann sich auch auf geistliche Segnungen beziehen, wie es der nächste Vers mit ausdrücklichen Worten tut, V. 16. Ihre Priester will ich mit Heil kleiden, indem ich es ihnen nicht nur zurechne, sondern sie auch zu Werkzeugen und Trägern der Botschaft der Erlösung mache, und ihre Heiligen, denen dieselbe Botschaft der Erlösung verkündet wird, sollen fröhlich sein, weil sie ihrer Erlösung gewiss sind. V. 17. Dort lasse ich aufgehen das Horn Davids, Symbol der Angriffskraft, und so seine Macht vergrößern; ich habe meinem Gesalbten eine Leuchte zugerichtet, wobei David selbst das Licht Israels ist, 2 Sam 21, 17. V. 18. Seine Feinde will ich mit Schande kleiden, sie mit Schmach überhäufen; aber über ihm soll blühen seine Krone, denn der Sohn Davids, der Messias, wird ein ewiges Reich haben, Lukas 1, 32. 33. Dies ist wahrhaftig auch ein Psalm des Neuen Testaments, und der Glaube kann nun frei die Gerechtigkeit annehmen; und die Erlösung, die durch das Werk des Messias erlangt wurde, Röm 10, 10-13, denn der König der Gnade denkt immer an die Seinen.
Der
Segen brüderlicher Eintracht und brüderlichen Friedens
V. 1. Ein Wallfahrtslied Davids, in dem er die Segnungen wahrer Einheit darlegt, wie sie zwischen Brüdern, Freunden und Mitgliedern derselben Kirche oder Gemeinde herrschen sollte. Vgl. Eph. 4, 3-6. Siehe, der Psalmist will uns das Bild vor Augen führen, das er durch die Inspiration des Herrn vor Augen hat, wie fein und wie lieblich, eine Quelle der Freude und Glückseligkeit, ist‘s, wenn Brüder einträchtig beieinander wohnen! in voller Übereinstimmung mit der Brüderlichkeit, die ihr Bekenntnis zur gleichen Lehre verlangt. Der Anstoß für diesen Gedanken lag wahrscheinlich in dem Geist der Einheit, der bei den großen Festen der Juden zum Ausdruck kam, wenn sich die Mitglieder ihrer Kirche aus den entlegensten Teilen Kanaans versammelten, alle vereint durch die Bande ihres gemeinsamen Glaubens. V. 2. Es ist wie das kostbare Salböl, das Öl der Salbung, 2. Mose 30, 25, auf dem Haupt, wo es bei der Weihe ausgegossen wurde, 3. Mose 8, 12, das herabfließt in den Bart Aarons, das herabfließt bis zum Saum seines Kleides, wobei der Schwerpunkt auf dem Typus des Hohepriestertums in der Fülle seiner göttlichen Weihe liegt, um die Möglichkeit einer sogar äußerlichen Vereinigung durch religiöse Bräuche zu veranschaulichen; V. 3. wie der Tau, der vom Hermon, dessen schneebedeckte Höhen einen starken Niederschlag von Feuchtigkeit über das ganze umliegende Land brachten, herabfällt auf die Berge Zions, beide brachten Erfrischung und Segen, so wie die Manifestation brüderlicher Einheit Segen für die Kirche und ihre Mitglieder zur Folge hat. Denn dort hat verheißt der HERR Segen und Jerusalem als den Ort bestimmt, von dem aus sein Segen ausgeht, und Leben für immer und ewig, denn es ist das ewige Leben, das den Menschen durch die Arbeit des geistlichen Zion, durch die Verkündigung des Evangeliums durch die Kirche gebracht wird, denn dies ist seine göttliche Ordnung bis zum Ende der Zeit.
Vom Amt der Kirchendiener
V. 1. Ein Wallfahrtslied, Stufenlied, das ursprünglich wahrscheinlich dazu diente, die betende Menge zu Beginn eines großen Festes zu begrüßen, wobei die Priester auf das Begrüßungslied mit der Zusicherung des Segens Gottes antworteten. Seht, lobet den HERRN, gib ihm alle Ehre und Lobpreis, alle Knechte des HERRN, die ihr steht des Nachts im Haus des HERRN, wobei sich der Verweis entweder auf den Tempelchor beim Abendgottesdienst oder auf die Beamten des Stammes Levi bezieht, sowohl Leviten als auch Priester, die während der Nacht für den Tempel verantwortlich waren, für die Sicherheit des gesamten Tempelbesitzes sorgten und alles für den Gottesdienst am nächsten Tag vorbereiteten. V. 2. Hebt eure Hände auf im Heiligtum, in einer Geste der Bitte, und lobt den HERRN, wobei die Ermahnung lautet, die Gottesdienste und Andachten nicht zu vernachlässigen, während man mit der Wache beschäftigt ist. Nachdem die Gemeinde ihren Gruß zum Tempelberg oder zum Hof der Priester gesandt hat, antwortet der Chor der Priester mit einem Segen, V. 3. Der HERR segne dich aus Zion, der Himmel und Erde gemacht hat! der allmächtige Herrscher des Universums, aus dem Ort seiner Wohnstätte unter seinem Volk, so wie er jetzt seinen Segen durch das Wirken der Kirche aussendet, deren Pastoren, Missionare und Lehrer den Menschen überall das Evangelium bringen, mit dem Ziel, sie durch den Glauben an Christus Jesus zur Erlösung zu führen, was das erklärte Ziel aller Verkündigung des Evangeliums ist.
Danksagung
der Gemeinde für Gottes Wohltaten
Ein Hymnus, der die wunderbare Beziehung Gottes zu seiner Kirche, seine allmächtige Macht über die ganze Welt und seine Barmherzigkeit bei der Befreiung seines Volkes im Gegensatz zur Eitelkeit der Götzenanbetung darlegt. V. 1. Halleluja! ein mächtiges Halleluja, als Grundton des gesamten Psalms. Lobt den Namen des HERRN, wie Er ihn in all Seinen Eigenschaften offenbart hat; lobt, ihr Knechte des HERRN, alle Mitglieder Seiner Kirche, die Ihm eifrig dienen wollen; V. 2. die ihr steht im Haus des HERRN, in den Vorhöfen des Hauses unseres Gottes, das heißt die Priester und Leviten, als Diener des Herrn in einem besonderen Sinne, V. 3. Lobt den HERRN; denn der HERR ist freundlich und offenbart seine Güte allen Menschen, besonders aber seiner Kirche; lobsingt seinem Namen, denn es ist lieblich, es ist die Freude der Gläubigen, das Lob des Herrn zu ihrer ständigen Aufgabe zu machen. V. 4. Denn der HERR hat sich Jakob, den Patriarchen und das von ihm abstammende Volk, erwählt, um in besonderer Weise sein Volk zu sein, Israel zu seinem Eigentum (2. Mose 19,5), so wie er jetzt diejenigen versammelt, die er in Christus Jesus erwählt hat, um sein königliches Priestertum zu sein (1. Petrus 2,9.10). Der Name und die Eigenschaften des Herrn werden nun im Detail verkündet.
V. 5. Ja, ich weiß, dass der HERR groß ist, der Besitzer unermesslicher Größe, und unser HERR, der Allmächtige, den wir als Gott verehren, über alle Götter, all denen, die von blinden und götzendienerischen Menschen törichterweise als Götter bezeichnet werden. Seine unvergleichliche schöpferische Majestät wird nun beschrieben. V. 6. Alles, was der HERR will, was auch immer seinem allmächtigen Willen entsprach, das tut er im Himmel und auf Erden, in den Meeren und in allen Tiefen, in den Abgründen des Ozeans; denn über all diese Orte herrscht seine allmächtige Kraft; V. 7. der die Wolken lässt aufsteigen von den Enden der Erde und formt ihn zu Wolken; der Blitze samt dem Regen macht, denn beides tritt gewöhnlich zusammen in einem Gewitter auf; der den Wind aus seinen Kammern herausführt, aus seinen Vorratskammern, da er absolute Macht über die Winde der Erde hat. Aber nicht nur seine schöpferische und vorsehende Macht macht ihn lobenswert, sondern auch die Befreiung, die er in Ägypten bewirkt hat; V. 8. Der die Erstgeburt schlug in Ägypten, der Menschen und des Viehs, vom Thronfolger bis zum Kalb des niedrigsten Hirten, 2. Mose 12, 12; V. 9. Und ließ Zeichen und Wunder kommen über dich, Ägypten, in den großen Plagen, die dem Auszug der Kinder Israels vorausgingen, über den Pharao und alle seine Knechte, 2. Mose 7-10. Darüber hinaus ist der Herr wegen seiner Eroberung des verheißenen Landes lobenswert; V. 10. Der viele Völker schlug und tötete mächtige Könige, alle in Kanaan und im Land östlich des Jordan, 4. Mose 21, 24-35; V. 11. Sihon, den König der Amoriter, und Og, König von Baschan, und alle Königreiche in Kanaan, 5. Mose 3 und 4; V. 12. und gab ihr Land zum Erbe, zum Erbe seinem Volk Israel, damit sie das Land besitzen konnten, als wäre es ihnen vermacht worden. Aufgrund dieser großen Taten des Herrn erhebt die Gemeinde nun ihre Stimme zum Lobpreis.
V. 13. HERR, dein Name währt ewig, währt ewig, lange nachdem die Namen aller Götzen vergessen sind; dein Gedenken, HERR, währt für und für, von einer Generation zur nächsten, nicht nur solange die Welt besteht, sondern über die Grenzen der Zeit hinaus, in einer Welt ohne Ende. V. 14. Denn der HERR wird seinem Volk Recht schaffen und ihm Gerechtigkeit verschaffen gegenüber der Unterdrückung durch die Feinde, und seinen Knechten gnädig sein und seine Haltung ihnen gegenüber in beständige Güte ändern und sich als der lebendige und gnädige Gott erweisen gegenüber der Eitelkeit der von Menschen erfundenen Götzen.
V. 15. Die Götzen der Heiden sind Silber und Gold, aus Edelmetallen gefertigt von der Hand des Silberschmieds, von Menschenhänden gemacht, gemacht von schwachen Menschen. V. 16. Sie haben Mäuler und reden nicht; sie haben Augen und sehen nicht; V. 17. sie haben Ohren und hören nicht, auch ist kein Odem in ihrem Mund, nicht einmal eine Spur von Leben und Atem, wobei der Ausdruck die Leblosigkeit und Hilflosigkeit der Götzen betont. Vgl. Ps. 115, 4-8. V. 18. Die solche machen, sind ihnen gleich, ebenso geistig dumm, denn die Ausübung von Götzendienst brutalisiert die Menschen; alle, der auf sie hoffen, völlig ohne Verständnis für geistige Dinge und zum Verderben bestimmt. Daher ergeht erneut die Aufforderung:
V.
19. Das Haus Israel lobe den HERRN, die gesamte Gemeinde der Gläubigen; lobt
den HERRN, ihr vom Hause Aaron, alle Priester der Kirche; V. 20. ihr vom
Hause Levi. lobt den HERRN, alle Leviten, das heißt alle Geistlichen der
Kirche, gleich welchen Ranges; die ihr den HERRN fürchtet, alle
Gläubigen aller Zeiten, lobt den HERRN! V. 21. Gelobt sei der HERR aus Zion,
aus dem Zentrum der wahren Anbetung, der in Jerusalem wohnt, dessen
Lobpreis durch diese Verkündigung seines Namens weit und breit über die Erde
verbreitet wird. Halleluja! der Psalm endet, wie er begonnen hat, mit
einem freudigen Halleluja zu Ehren des einen wahren Herrn und Gottes, dessen
Segen überall in der Botschaft des Evangeliums verbreitet wird.
Danksagung für Gottes Güte und
Wundertaten
Ein antiphonaler
Hymnus, der das Thema des vorangegangenen Psalms aufgreift und abwechselnd vom
Chor und der Gemeinde gesungen werden sollte, wobei ersterer die Einladung sang
und letztere mit dem Ruf antwortete und den Grund für die Lobeshymne nannte. V.
1 Danket dem HERRN, denn er ist freundlich, der seine Güte in all seinen
Werken zum Wohle seiner Kinder zeigt; denn seine Güte, seine freie Gunst
und unverdiente Güte währet ewiglich. V. 2 Dankt dem Gott der Götter,
dem Souverän, dessen schöpferische und vorsehende Macht über alle Regierungsränge
und alles, was falsch angebetet wird, steht; denn seine Güte währet ewiglich. V. 3. Dankt dem HERRN aller
Herren, in dessen Händen alle Macht liegt, die Leitung aller
Angelegenheiten des Universums; denn seine Güte währet ewiglich.
V. 4. Der große Wunder tut allein, wobei jede Hilfe und Einmischung seitens irgendeines Geschöpfes ausgeschlossen ist; denn seine Güte währet ewiglich. V. 5. Der die Himmel durch Weisheit gemacht hat, durch die Anwendung göttlicher Erkenntnis und Verständnis; denn seine Güte währet ewiglich. V. 6. Der die Erde über den Wassern ausgebreitet hat, wobei das Wasser der Welt teils sichtbar in den Ozeanen, teils unsichtbar in den unterirdischen Strömen und Quellen ist; denn seine Güte währet ewiglich. V. 7. Der große Lichter gemacht hat, 1. Mose 1, 14; denn seine Güte währet ewiglich: V. 8. die Sonne, am Tag zu herrschen, um die Herrschaft über die Einteilung der Zeit zu haben; denn seine Güte währet ewiglich; V. 9. den Mond und die Sterne, in der Nacht zu herrschen, 1. Mose 1, 16; denn seine Güte währet ewiglich. Als nächstes wird die Befreiung aus der Knechtschaft Ägyptens verkündet:
V. 10. Der Ägypten schlug an seinen
Erstgeborenen, 2. Mose 12, 29; denn seine Güte währet ewiglich; V. 11.
und führte Israel aus ihrer Mitte heraus, 2. Mose12, 51; denn seine Güte
währet ewiglich; V. 12. mit starker Hand und ausgestrecktem Arm, mit einer
Manifestation seiner Majestät und Macht; denn seine Güte währet ewiglich. V.
13. Der das Schilfmeer teilte in zwei Teile, als Mose auf seinen Befehl hin
seinen Stab über das Meer ausstreckte, 2. Mose 14, 21. 22; denn seine Güte
währet ewiglich; V. 14. Und ließ Israel mitten hindurchgehen, wobei die
Wasser zu beiden Seiten wie Mauern standen; denn seine Güte währet ewiglich;
V. 15. und den Pharao und sein Heer ins Schilfmeer stieß, wörtlich „sie
erschütterte”, wie man kleine Teilchen in einer Flasche erschüttert, wobei das
Bild die völlige Vernichtung der Feinde darstellt; denn seine Güte währet
ewiglich.
V. 16. Der sein Volk führte durch die Wüste, während der vierzigjährigen Reise, 5. Mose 8, 15; denn seine Güte währet ewiglich. V. 17. Der große Könige schlug, die große Macht und mächtige Heere besaßen; denn seine Güte währet ewiglich; V. 18. und tötete mächtige Könige, die wegen ihrer Macht weit und breit gefeiert wurden; denn seine Güte währet ewiglich: V. 19. Sihon, den König der Amoriter; denn seine Güte währet ewiglich; V. 20. und Og, den König von Baschan; denn seine Güte währet ewiglich; V. 21. und gab ihr Land zum Erbe; denn seine Güte währet ewiglich; V. 22. zum Erbe seinem Knecht Israel; denn seine Güte währet ewiglich. Vgl. Ps. 135, 10-12; 5. Mose 2, 32-3, 11. V. 23. Der an uns dachte, da wir unterdrückt waren, sei es in der Knechtschaft Ägyptens oder in der Gefangenschaft Babylons; denn seine Güte währet ewiglich; V. 24. und erlöste uns von unseren Feinden, indem er sie plötzlich aus den Händen ihrer Gegner entriss; denn seine Güte währet ewiglich. V. 25. Der allem Fleisch Speise gibt, seine Vorsehung umfasst alle seine Geschöpfe; denn seine Güte währet ewiglich. Der Psalmist fasst daher seine Ermahnung in einem letzten Aufruf zusammen:
V. 26. Dankt dem Gott des Himmels, dem großen Herrscher des Himmels und damit auch dem Herrscher der Erde, denn seine Güte währet ewiglich. Es ist ein wunderbares Dankgebet, das die Kirche und alle ihre Mitglieder jederzeit gerne zum Thron der Gnade emporsteigen lassen.
Klagelied der gefangenen Juden in
Babylon
Der unbekannte Dichter hält hier die tiefe Trauer und Klage der Juden während der babylonischen Gefangenschaft fest und fügt ein Gebet für die Vernichtung ihrer Feinde hinzu, da deren Feindschaft eine Herausforderung für den Gott Israels darstellte. V. 1. An den Wassern zu Babel, an deren Ufern sich viele Juden während der Zeit der Gefangenschaft niedergelassen hatten, saßen wir, getrieben von tiefer Trauer in die Einsamkeit des Landes, und weinten, wenn wir an Zion dachten, denn die Sorge der gläubigen Juden galt weniger dem Verlust ihrer weltlichen Güter als vielmehr dem Verlust des Heiligtums, dem sichtbaren Zeichen der wahren Anbetung. V. 2. Unsere Harfen hängten wir, die sonst zur Begleitung fröhlicher und festlicher Lieder dienten, dort an die Weiden, um zu zeigen, dass alle ihre fröhlichen Hymnen verstummt waren. Das stille und nachdenkliche Sitzen unter den weinenden Weiden am Ufer der sanft fließenden Bäche passt gut zu dem Gefühl der Heimweh, das die Herzen der Gefangenen erfüllte. V. 3. Denn dort hießen uns singen, die uns gefangen hielten, entweder aus Neugier oder aus Spott verlangten diejenigen, die ihnen Schmerzen zugefügt hatten, ihre Unterdrücker, und in unserem Heulen fröhlich sein, einen Ausdruck von Glück: Singt uns ein Lied von Zion! Die Feinde waren sich ihrer Taktlosigkeit nicht bewusst und kümmerten sich nicht darum, ob die Erfüllung ihrer Forderung mit den gedrückten Gefühlen der Juden vereinbar war oder nicht. Sie hatten von den wunderbaren Hymnen der Juden gehört und bestanden darauf, von ihnen unterhalten zu werden. Aber die Verbitterung und der Groll der Gefangenen hielten sie davon ab, der an sie gerichteten Forderung nachzukommen.
V. 4. Wie sollten wir des HERRN Lied singen in fremdem Land? Ihre heiligen Lieder waren in ihren Köpfen untrennbar mit dem Gottesdienst im Tempel, dem Heiligtum in Jerusalem, verbunden, und es erschien ihnen als Entweihung, ihre Psalmen zur Unterhaltung ihrer Entführer anzustimmen; es widersprach ihren religiösen und moralischen Gefühlen. Nach diesem beschreibenden Teil des Psalms bricht der Dichter in einen lyrischen Ton aus, der die Gefühle zum Ausdruck bringt, die die Herzen der gefangenen Juden erfüllten. V. 5. Vergesse ich dein, Jerusalem, das Heiligtum mit der Verehrung des Herrn, so werde meine Rechte vergessen, die Bewegungsfähigkeit im Allgemeinen und insbesondere ihre Fertigkeit im Harfenspiel. V. 6. Meine Zunge soll an meinem Gaumen kleben, wenn ich dein nicht gedenke, in Qualen des Durstes und Leidens; wenn ich nicht lasse Jerusalem meine höchste Freude sein, wörtlich: „wenn ich Jerusalem nicht über den Gipfel meiner Freude stelle”, das heißt, wenn er und alle gläubigen Juden mit ihm das Heiligtum des Herrn nicht als Quelle ihrer größten Freude im Leben betrachteten. Es ist ein Ausdruck von Heimweh, der die tiefe Reue und Trauer der Gefangenen treffend beschreibt. Der Dichter wendet sich nun in heiliger Wut an Gott, um seinen Zorn auf die Feinde Israels herabzurufen, die gleichzeitig auch die Feinde des Herrn waren.
V. 7. HERR, gedenke der Kinder Edoms, die besonders aktiv an der Zerstörung Jerusalems beteiligt waren, Amos 1, 11; Joel 4, 19, weshalb ihnen göttliche Rache angedroht worden war, Jer. 49, 7. 8, den Tag Jerusalems, zur Zeit seines Untergangs; die da sagten: Reißt nieder, reißt nieder bis auf ihren Grund, lasst keinen Stein auf dem anderen, so groß war ihre Rachsucht. Aber auch Babylon war in der Verfluchung des Dichters enthalten. V. 8. Tochter Babylons, du zu Verwüstende [o.: du Verwüstete], wörtlich: „die du zerstört bist“, denn in der prophetischen Vorstellung hatte ihre Zerstörung bereits begonnen, wohl dem, der dir vergilt, wie du uns getan hast! Vgl. Jes. 47, 6. V. 9. Wohl, der deine jungen Kinder nimmt und zerschmettert sie am Felsen, damit keine neue Generation, die aus den Trümmern aufersteht, ihre zerbrochene Weltmacht wiederherstellt, Jes. 14, 21.22. Hier spricht nicht persönliche Rachsucht, sondern der Prophet des Herrn im Namen des Herrn; denn die göttliche Gerechtigkeit über die lästernden Feinde muss vollstreckt werden. Natürlich findet dieser Psalm seine Anwendung in der christlichen Kirche aller Zeiten, denn er entspricht einem Gebet, dass Gott uns von jedem bösen Werk befreien und uns für sein himmlisches Reich bewahren möge.
Dank für Gottes Gnade
V. 1. Ein Psalm Davids, in dem er die Größe der Wohltaten Gottes beschreibt und sich selbst und anderen seine fortwährende Gegenwart und Treue versichert. Ich danke dir von ganzem Herzen, ohne Vorbehalt und ohne Heuchelei; vor den Göttern, den Fürsten und Mächtigen der Erde will ich dir lobsingen. Der wahre Gott soll über alle Geschöpfe erhöht werden, ganz gleich, wie groß ihre Macht und Autorität auch sein möge. V. 2. Ich will anbeten zu deinem heiligen Tempel, denn die Gebete der gläubigen Juden wurden mit dem Gesicht nach Jerusalem und dem Tempel gerichtet, und deinem Namen danken für deine Güte, die unverdiente Gunst, die du David erwiesen hast, und für Treue, indem du deine Verheißungen hältst; denn du hast dein Wort über deinen Namen herrlich gemacht, wörtlich: „denn du hast dein Wort über deinen Namen erhöht“, das heißt die Verheißung Gottes, 2 Sam. 7, 12-16, übertraf in seiner Größe und in seiner Anwendung auf die Erlösung der Menschen alle anderen Offenbarungen seiner selbst. V. 3. Wenn ich dich anrufe und um Kraft und Hilfe bat, um seine Lasten zu tragen, so erhörst du mich und gibst meiner Seele große Kraft, so dass seine ganze Seele von einem Gefühl der Kraft erfüllt war, das ihn befähigte, alle seine Prüfungen mit fröhlicher Standhaftigkeit zu ertragen.
V. 4. Es danken dir, HERR, alle Könige auf Erden, beeinflusst durch die Erfahrung Davids, dass sie hören das Wort deines Mundes, insbesondere die große messianische Verheißung, auf die sich David hauptsächlich bezieht und die sich sicherlich erfüllen wird; V. 5. Sie singen von den Wegen des HERRN und die wunderbare Art und Weise darlegen, wie der Herr mit denen umgeht, die ihr Vertrauen auf ihn setzen; dass die Herrlichkeit des HERRN groß ist, die er bei der Erfüllung seiner Erlösungspläne zeigt. V. 6. Denn der HERR ist hoch, erhaben über alle Geschöpfe, und sieht auf den Niedrigen, Er beobachtet sie mit der Absicht, ihnen zu Hilfe zu kommen; und kennt den Stolzen von ferne, Er ist mit ihren Wegen und Verdiensten bestens vertraut, auch wenn sie meinen, dass sie niemandem Rechenschaft schuldig sind; Er wird ihnen zu gegebener Zeit das Ausmaß ihrer Verantwortung Ihm gegenüber zeigen.
V. 7. Wenn ich mitten in der Angst wandle, umgeben von Prüfungen und Leiden aller Art, so erquickst du mich, indem du die Fesseln löst, die ihn in den Untergang zu ziehen drohen, und ihn mit neuem Leben und neuer Kraft erfüllst. Und reckst deine Hand gegen den Zorn meiner Feinde und ihn daran hindern, sein Ziel zu erreichen, und hilfst mir mit deiner Rechten und ihn aus all seinen Schwierigkeiten befreien. V. 8. Der HERR wird‘s vollenden, zu einem erfolgreichen Abschluss bringen, um meinetwillen, alles, was Er unternommen hat, um David aus allen Prüfungen zu befreien, die ihn bedrängen; HERR, deine Güte, auf die sich David verlassen hat, ist ewig. Das Werk deiner Hände wollest du nicht lassen, lass sie nicht unvollendet, denn sie umfassen nicht nur alles, was mit der Person Davids und seiner Erhebung zum König zu tun hat, sondern vor allem auch das, wodurch die herrliche Verheißung des Sohnes Davids und sein Erlösungswerk verwirklicht werden, die herrliche Tatsache, auf der der Glaube aller Gläubigen beruht. Mit ihm an ihrer Seite sind sie niemals verlassen.
Von
Gottes Allweisheit, Allmacht und Allgegenwart
V. 1. Dem Chorleiter, zur Aufführung im liturgischen Teil des öffentlichen Gottesdienstes, ein Psalm Davids, in dem er zunächst die wichtigsten Eigenschaften Gottes beschreibt und dann ein Gebet um ein reines Herz und ein untadeliges Verhalten hinzufügt. David wendet sich zunächst an den allwissenden Gott, V. 1-6. HERR, du erforschst mich, hast sein innerstes Herz und seinen Geist sorgfältig untersucht und kennst mich, hast alle Motive, die seine Gedanken und Handlungen bewegten, vollständig verstanden. V. 2. Ich sitze oder stehe, so weißt du es, jede Bewegung, die jeder Mensch auf der Welt macht; du verstehst meine Gedanken von fern, bist mit ihnen vertraut, noch bevor das Verlangen vollständig geformt ist oder die Idee Gestalt annimmt. V. 3. Ich gehe oder liege, so bist du um mich, wörtlich: „Mein Gehen und mein Liegen durchsuchst du“, das heißt, der Herr prüft es; er wägt es ab, noch bevor es geschieht und während die Handlung stattfindet, und siehst alle meine Wege, sein gesamtes Verhalten liegt offen vor den Augen der Allwissenheit Gottes. V. 4. Denn siehe, es ist kein Wort auf meiner Zunge, ausgesprochen oder unausgesprochen, dass du, HERR, mit Nachdruck gesagt, nicht alles weißt, in jeder Hinsicht, sowohl was das Motiv als auch die Ausführung betrifft. V. 5. Von allen Seiten umgibst du mich, so dass es für ihn kein Entkommen vor der Überwachung des Herrn gibt, und hältst deine Hand über mir, hältst ihn in Grenzen, bewahrst ihn vor einem ungezügelten Gebrauch der Freiheit, denn das Bewusstsein der Allwissenheit Gottes wirkt als Hemmnis gegen eine unangemessene Geltendmachung dessen, was die Menschen als ihre Rechte beanspruchen. Die Betrachtung dieser Tatsachen veranlasst David zu rufen: V. 6. Solche Erkenntnis ist mir zu wunderbar, es übersteigt den Verstand des Menschen; und zu hoch, ich kann es nicht begreifen; es übersteigt das Verständnis des Menschen, es ist ein Glaubensartikel.
Als Nächstes legt David die Allgegenwart Gottes dar (V. 7-12): V. 7. Wohin soll ich gehen vor deinem Geist? Der Geist Gottes und Gott selbst werden in all ihren Handlungen gleichgesetzt. und wohin soll ich fliehen vor deinem Angesicht? In dem verzweifelten Versuch, dem Herrn zu entkommen, nachdem man etwas getan hat, das die Rache des Herrn herausfordert. Ist es möglich, einen Ort zu finden, an dem Seine Gegenwart nicht zu spüren ist, an den Sein Arm nicht reicht? V. 8. Führe ich zum Himmel, so bist du da, denn dort ist der Thron Seiner Majestät; bettete ich mich ins Totenreich [Scheol], das Reich der Toten, so bist du auch da. Vgl. Amos 9, 2; Hiob 26, 6. V. 9. Nähme ich Flügel der Morgenröte, oder „der Morgendämmerung”, die mit der Geschwindigkeit von Flügeln emporsteigt und sich über den östlichen Himmel ausbreitet, und bliebe am äußersten Meer, im entlegensten Teil des Universums, V. 10. So würde mich doch deine Hand dort führen, mit der leitenden Kraft der allgegenwärtigen Vorsehung, und deine Rechte mich halten, denn Gott ist überall. V. 11. Spräche ich, wie es Verbrecher zu tun pflegen, da Laster und Verbrechen den Schutz der Nacht suchen: Finsternis möge mich decken und ihn für die Augen des Herrn unsichtbar machen, und Nacht sei das Licht um mich her, denn bei Gott, der selbst die Quelle des Lichts ist, gibt es keinen Unterschied zwischen Tag und Nacht, sein Auge durchdringt die Dunkelheit der geschaffenen Nacht, als wäre es der hellste Mittag. V. 12. So wäre auch Finsternis nicht finster bei dir, sie kann keine Dunkelheit erzeugen, die Sein Auge nicht durchdringen kann; und die Nacht leuchtete wie der Tag und strahlt auf Seinen Befehl hin Licht aus; Finsternis wie das Licht, wörtlich: „wie die Dunkelheit ist, so ist auch das Licht“, es macht keinen Unterschied für Ihn, dessen Allgegenwart durch Seine Allwissenheit unterstützt wird und vor dem nichts im ganzen Universum verborgen ist.
David beschreibt nun die schöpferische Kraft und Vorsehung Gottes und fügt ein Gebet hinzu, in dem er den Herrn preist und um ein gerechtes Gericht bittet (V. 13-24): V. 13. Denn du hast meine Nieren gebildet, das heißt, die Organe seines Körpers bei der Schöpfung geformt, gestaltet und geformt; du wobst mich im Mutterleib, das heißt, den Körper vor der Geburt geflochten oder gewebt, als die Knochen, Sehnen und das Fleisch Gestalt annahmen. V. 14. Ich danke dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin, auf eine Weise, die Ehrfurcht und Verehrung vor dem Wunder der Schöpfung hervorruft. Wunderbar sind deine Werke, die der Schöpfung im Allgemeinen, und das erkennt meine Seele wohl, da sie von diesen Wundern auf allen Seiten beeindruckt ist. V. 15. Er war dir mein Gebein, das heißt die Knochen, das Gerüst des Körpers, nicht verborgen, da ich im Verborgenen gemacht wurde, da ich gebildet wurde unten in der Erde, wörtlich „in verschiedenen Farben geformt” aufgrund der Adern des Körpers und der unterschiedlichen Farben seiner verschiedenen Organe und Teile, wobei der Verweis auf Gottes Schöpfungsakt im Falle jedes Menschen auch einen Verweis auf die ursprüngliche Erschaffung des Menschen aus dem Staub der Erde beinhaltet. V. 16. Deine Augen sahen mich, da ich noch nicht bereitet war, während er noch in der Form eines Embryos war, und waren alle meine Tage in dein Buch geschrieben, oder besser gesagt, alle Tage seines Lebens, die noch werden sollten, und deren keiner da war, das heißt, unter den Tagen, die in Gottes Ratschluss geplant waren, gab es auch einen, der für die Erschaffung Davids bestimmt war, mit anderen Worten, der Anfang, die Entwicklung und die Vollendung aller Geschöpfe finden gemäß Gottes Schöpfungsratschluss statt. Die Betrachtung dieser Kraft Gottes, wie sie sich in Gottes Schöpfungsakt des Menschen offenbart, erfüllt das Herz des Dichters mit verehrender Lobpreisung.
V. 17. Wie kostbar sind vor mir, Gott, deine Gedanken! Gewichtig, wichtig, voller tiefer Bedeutung. Wie groß ist ihre Summe! wie überwältigend ihre Gesamtmenge! Der menschliche Verstand ist nicht in der Lage, ihre große Zahl und Bedeutung zu erfassen. V. 18. Wollte ich sie zählen, um sie zu erfassen, so wären sie mehr als der Sand, unzählbar für einen bloßen Menschen. Wenn ich aufwache, nachdem ich in dem vergeblichen Versuch eingeschlafen bin, mir ein angemessenes Bild von ihrer Zahl zu machen, bin ich noch immer bei dir, immer noch mit der Betrachtung Gottes, des Unbegreiflichen, beschäftigt, immer noch über Seine Ratschlüsse und Handlungen nachdenkend.
V. 19. Ach Gott, dass du tötetest die Gottlosen, denen der Glaube der Gläubigen an den Herrn ein Grund zum Spott ist; und die Blutgierigen von mir weichen müssten! deren Gewissen mit Blutschuld belastet ist. V. 20. Denn sie reden von dir mit Arglist, haben böse Absichten in ihren Herzen, und deine Feinde erheben sich ohne Ursache, sprechen von ihm, erwähnen ihn mit List und Tücke, und solche Feindschaft gegen Gott führt immer zu Sünden und Verbrechen aller Art. V. 21. Sollte ich nicht hassen, HERR, oder vielmehr: „Sollte ich nicht diejenigen hassen, die dich hassen? Nicht verabscheuen, die sich gegen dich erheben? Ich verabscheue die Feinde des Herrn mit vollkommenem Hass. V. 22. Ich hasse sie mit rechtem Ernst, mit äußerster Abscheu, aber ohne persönliche Bitterkeit oder Selbstüberhöhung; sie gelten mir als Feinde; denn diejenigen, die Gott als seine Gegner betrachtet, müssen auch von seinen Gläubigen so betrachtet werden.
V. 23. Erforsche mich, Gott, und erkenne mein Herz, um jede Selbsttäuschung zu verhindern; prüfe mich und erkenne, wie ich’s meine, um ihre Aufrichtigkeit zu prüfen; V. 24. und sieh, ob ich auf bösem Wege bin, wörtlich: „auf einem Weg der Trauer”, nämlich dem, der zur Strafe für begangene Sünden führt, und leite mich auf ewigem Weg, der mit seinem Willen übereinstimmt, dem Weg der Gerechtigkeit, der ewig währt, denn das ist der Wunsch aller Gläubigen.
Gebet
um Rettung von heimlichen und öffentlichen Feinden
V. 1. Dem Chorleiter, zum Vorsingen im Gottesdienst, ein Psalm Davids, in dem er dem Herrn die übliche Klage vorträgt und dazu ein inbrünstiges Gebet und die zuversichtliche Hoffnung auf Erleichterung hinzufügt. V. 2. Errette mich, HERR, von dem bösen Menschen; behüte mich vor den gewalttätigen Leuten, der Freude daran hat, anderen Schaden zuzufügen, V. 3. Die Böses, solche Menschen als Gruppe planen in ihrem Herzen und sind stets darauf aus, Böses und Schändliches zu tun; und täglich Krieg erregen und schüren bei jeder Gelegenheit Streit. V. 4. Sie schärfen ihre Zungen wie eine Schlange, so dass ihr Stich so tödlich ist wie der einer Schlange; Otterngift ist unter ihren Lippen, das sie in die Wunden gießen, die sie mit ihren Zähnen verursachen, während sie ihr Opfer verleumden. Sela. V. 5. Bewahre mich, HERR, vor den Hand der Gottlosen, denn sie werden nicht zögern, ihren Hass durch offene Gewalttaten auszuleben; behüte mich vor den Gewalttätigen, die meinen Gang gedenken umzustoßen, wörtlich „meine Schritte zu verwirren”, entweder durch Stolpern oder durch Treten, ein Bild, das die böswillige Art und Weise beschreibt, mit der die Gottlosen versuchen, den Gläubigen Schaden zuzufügen. V. 6. Die Hoffärtigen legen mir heimlich Schlingen und breiten Stricke aus zum Netz, ganz in der Nähe des Weges, den der Gläubige gehen muss, damit er wahrscheinlich gefangen wird; und stellen mir Fallen an den Weg, Fallstricke und Fallgruben für mich aufgestellt. Sela. Vgl. Ps. 10, 7; 31, 13; 58, 4. Angesichts all dieser Bosheit und Schlechtigkeit bekundet der Psalmist nun sein Vertrauen in den Herrn.
V. 7. Ich aber sage zum HERRN, zu Jahwe, dem Gott der Barmherzigkeit: Du bist mein Gott, wobei das Wesen des wahren Glaubens in dem zuversichtlichen Possessivpronomen „mein” zum Ausdruck kommt, mit dem der Gläubige allen Feinden trotzt; HERR, vernimm die Stimme meines Flehens! der Appell, mit dem er sich ganz in die Obhut seines himmlischen Vaters begibt. V. 8. HERR, mein Gott, der Allmächtige, meine starke Hilfe, die einzige Festung, in der die Gläubigen ihrer Befreiung sicher sind, du beschirmst mein Haupt zur Zeit des Streits, wörtlich: „am Tag der Rüstung“, nämlich wenn diese in die Schlacht getragen wird; denn dann ist der Herr der Helm der Gläubigen und schützt sie vor allem Unheil. Der Psalmist verlässt sich in der Notlage, in der er sich befindet, nicht auf seine eigene Kraft, sondern allein auf Gott. V. 9. HERR, gewähre dem Gottlosen seine Begierde nicht, mit denen sie die Gläubigen vernichten wollen; lass seine bösen Pläne nicht gelingen, damit ihre Vorhaben nicht Erfolg haben; sie würden sich sonst überheben. Sela. V. 10. Die Häupter derer, die mich umringen, wenn sie ihre Köpfe erheben, um ihre bösen Pläne auszuführen, lass das Unheil ihrer Lippen auf sie fallen! das heißt, das Unheil oder Leiden, das sie anderen zufügen wollen, soll als wohlverdiente Strafe auf ihre eigenen Köpfe zurückfallen. V. 11. Er lasse glühende Kohlen auf sie schütten, mögen schreckliche Gefahren über sie kommen; er stürze sie ins Feuer, in ewige Vernichtung; in Wassergruben, mit Wasser gefüllte Abgründe, damit sie nie wieder aufstehen. Der gesamte Abschnitt betont die Abscheulichkeit der Sünde der Verleumdung und die Schwere ihrer gerechten Strafe.
V. 12. Ein böses Maul, wörtlich „ein Mann der Zunge”, einer, der ständig verleumdet, wird kein Glück haben auf Erden, soll nirgendwo geduldet werden; den gewalttätigen Menschen möge das Böse jagen und stürzen, der sich solcher bösartigen Praktiken bedient, um ihn zu stürzen, ihn schnell einzuholen und ihm ein Ende zu bereiten. Noch einmal bekräftigt der Psalmist abschließend seinen festen Glauben an den Gott seiner Erlösung. V. 13. Denn ich weiß, dass der HERR wird des Elenden Sache, sie trotz aller Versuche der Gottlosen zu einem erfolgreichen Abschluss bringen wird, und der Armen Recht ausführen, denn diejenigen, denen die Güter dieser Welt fehlen, sind in der Regel auch ohne Einfluss, um böswillige Angriffe abzuwehren. V. 14. Ja, die Gerechten werden deinem Namen danken, für die Erlösung, die kommen muss; die Frommen werden vor deinem Angesicht bleiben, hier in der Zeit, in der Freude an den Gnadenmitteln, und im Jenseits in der Ewigkeit, wenn sie außerhalb der Reichweite von Bosheit und Schlechtigkeit sein werden.
Gebet um Hilfe und Errettung in
Trübsal
V. 1. Ein Psalm Davids, ein Gebet um Befreiung von Leiden und von den Feinden, die sie verursachen. HERR, ich rufe zu dir, im Bewusstsein der Not, die ihn bedrängt; eile zu mir, denn die Not ist groß; vernimm meine Stimme, schenke ihr schnell Beachtung, wenn ich dich anrufe! Die von Qualen geplagte Seele, voller Kummer, ärgert sich, als wäre Gott weit von ihr entfernt, und ruft ihn daher an, sich ihr in Barmherzigkeit zu nähern. V. 2. Mein Gebet möge vor dir gelten als ein Räucheropfer, wie die Wolken brennenden Weihrauchs, die vor dem Angesicht des Herrn im Tempel aufstiegen, als der diensthabende Priester ihn am goldenen Altar im Heiligen Ort darbrachte, 2. Mose 30, 8; Offb. 8, 3, das Aufheben meiner Hände in der Haltung des inbrünstigen Gebets, als das Abendopfer, das, wenn es vom Herrn gnädig angenommen wurde, den Tag angemessen beendete und dem Anbeter ein Gefühl des Friedens und der Sicherheit in den Händen des Herrn hinterließ, 2. Mose 29, 38-42. Das Bild ist das von Gebeten, die unserem himmlischen Vater wohlgefällig sind und erhört werden. Gleichzeitig strebt jeder Gläubige nach Vollkommenheit und braucht die Hilfe Gottes im Kampf gegen seine eigene böse Natur. V. 3. HERR, behüte meinen Mund und bewahre meine Lippen! damit er keine sündigen Gedanken ausspricht; bewache die Tür meiner Lippen und schütze sie davor, Klagen auszusprechen, die einer Anklage gegen den Herrn gleichkämen. V. 4. Neige mein Herz nicht zum Bösen, damit es nicht seiner natürlichen Neigung in dieser Hinsicht folgt, gottlose Taten zu tun mit Männern, die Übeltäter sind und sich ihnen in ihrer Bosheit anzuschließen, in der sie sich so wohl fühlen; dass ich nicht esse von ihren Leckerbissen! nicht die sinnlichen Freuden derer kosten und daran teilhaben, die ihren Besitz unrechtmäßig erworben haben. Aber der Gläubige ist auch bereit, die Zurechtweisung seiner Brüder im Glauben anzunehmen.
V. 5. Der Gerechte schlage mich, auch mit strengen Zurechtweisungen, freundlich, das heißt, die Zurechtweisung soll mit dem angemessenen Maß an Sanftmut erfolgen; und strafe mich, das wird mir so wohltun wie Balsam auf dem Haupt. Mein Haupt wird sich nicht dagegen sträuben, sein Haupt würde es nicht ablehnen, das heißt, weit davon entfernt, die Zurechtweisung eines Mitchristen übel zu nehmen, wird jeder Gläubige sie vielmehr als Hilfe auf seinem Weg der Heiligung begrüßen; Doch ich bete stets, dass sie mir nicht Schaden tun, das heißt, der Gläubige begegnet der Bosheit der Feinde mit Gebet, ihren schändlichen Praktiken mit Fürbitten zum Herrn. V. 6. Ihre Richter, das heißt die Herrscher und Führer der Feinde, sollen gestürzt werden über einen Felsen, in völlige Zerstörung gestürzt werden, so wird man denn meine Worte hören, dass sie lieblich sind. Die Zeit würde kommen, erklärt David, in der das Volk die bösen Herrscher, die rebellischen Anführer, stürzen und hinrichten würde; dann würden sie die Botschaften ihres wahren Königs wieder willkommen heißen. V. 7. Unsere Gebeine sind zerstreut bis zum Eingang des Grabes, wie einer das Land zerhackt und zerwühlt, oder „wie man Furchen zieht und den Boden auflockert”, das heißt, auch wenn es den Feinden scheinbar gelingen sollte, die Oberhand zu gewinnen, bis zu dem Punkt, dass sie die Gläubigen an die Tür zum Reich des Todes bringen, würden sie doch wieder auferstehen, so wie der Same aus dem Boden sprießt, der für ihn vorbereitet wurde, so sehr er auch durch das Pflügen zerschnitten zu sein scheint. V. 8. Denn auf dich, HERR, mein Gott, sehen meine Augen, fest auf ihn gerichtet in zuversichtlicher Hoffnung, auf den Allmächtigen; ich traue auf dich; gib meine Seele nicht hin in den Tod! indem du sie ausgießt und ihr den Halt an seiner Gnade entziehst. V. 9. Bewahre mich vor den Schlingen, die sie mir gelegt haben, die wie ausgestreckte Hände sind, um den Gläubigen zu fangen und zu stürzen, und vor der Falle der Übeltäter, mit denen sie die Gläubigen zu fangen suchen. V. 10. Die Gottlosen sollen in ihr eigenen eigenes Netz fallen miteinander, als verdiente Strafe für ihre böswillige Verfolgung der Gläubigen, während ich vorübergehe, sodass alle bösen Absichten der Gottlosen zunichte werden. So werden alle frommen Christen schließlich von jedem bösen Werk erlöst werden, um die für sie gewonnene Erlösung zu genießen, eine Welt ohne Ende, wobei die Glückseligkeit der Ewigkeit zu Recht als Befreiung bezeichnet wird.
Schrei
um Hilfe und Errettung und größter Not
V. 1. Ein Maskil, ein didaktisches Gedicht, das eine wichtige Lektion lehrt, von David; ein Gebet, da er in der Höhle war, entweder in der von Adullam (1 Sam 22) oder in der von Engedi (1 Sam 24), das allen Gläubigen lehrt, wie man zum Herrn betet, wenn die Not ihren Höhepunkt erreicht hat. V. 2. Ich schreie zum HERRN mit meiner Stimme, in einem lauten Hilferuf; ich flehe zum HERRN mit meiner Stimme, mit großer Ernsthaftigkeit und Eindringlichkeit, und bat ihn um seine barmherzige Hilfe und Befreiung. V. 3. Ich schüttete meine Klage vor ihm aus, legte alle seine Sorgen und Nöte auf einmal vor ihn, Ps. 37, 5; und zeige an vor ihm meine Not, machte ihm alles bekannt, was ihn bedrückte, all seine Bedrängnis. V. 4. Wenn mein Geist in Ängsten ist und ich vor lauter Not ohnmächtig wurde, so kennst du doch meinen Pfad, das gesamte Verhalten Davids lag offen vor den allwissenden Augen des Herrn, mit all seinen Schwächen, aber auch mit der ihm eigenen Aufrichtigkeit. Sie legen mir heimlich Schlingen auf den Weg, den ihm seine Pflicht vorschrieb, da ich drauf gehe, um ihn zu vernichten. V. 5. Schaue zur Rechten, dem Ort eines Beschützers, und siehe: Da will mich niemand kennen, keinen Freund, auf den er sich vorbehaltlos verlassen konnte; ich kann nicht entfliehen, es schien keinen Ort zu geben, an dem er sicher war; niemand nimmt sich meiner an, er fühlte sich von den Menschen völlig verlassen, denn selbst die Getreuen, die gelegentlich sein Exil teilten, verstanden ihn nicht, 1 Sam. 24, 1-7; 26, 5-11. Da er also keine andere Zuflucht hatte, wurde seine hilflose Seele allein zum Herrn getrieben.
V. 6. HERR, zu dir schreie ich und sage: Du bist meine Zuversicht, mein Teil im Land der Lebendigen, indem du ihm die sichere Festung deiner allmächtigen Kraft und die Gewissheit deiner Gnade und Barmherzigkeit inmitten seiner Bedrängnisse gibst. V. 7. Merke auf meine Klage, sein Ruf ertönt erneut; denn ich werde sehr geplagt, er hat den Punkt äußerster Schwäche erreicht; errette mich von meinen Verfolgern; denn sie sind mir zu mächtig, sie hatten zu dieser Zeit die Oberhand und versuchten ihr Bestes, um ihre böswillige Absicht, David zu vernichten, auszuführen. V. 8. Führe meine Seele aus dem Kerker, aus dieser äußersten Not, in der er sich befand, damit ich preise deinem Namen, in dankbarer Anerkennung dessen, was der Herr für ihn getan hatte. Die Gerechten werden sich zu mir sammeln, zu ihm kommen und ihn in mitfühlender Freude umringen; wenn du mir wohltust, sein endgültiger Triumph war für ihn eine Gewissheit, an der er nicht im Geringsten zweifelte, da er sich auf das Versprechen seines barmherzigen himmlischen Vaters verließ. So lehren die Leiden dieser gegenwärtigen Welt alle Gläubigen, ihre Herzen immer auf das Lob des Herrn auszurichten, indem sie seine Güte verkünden.
Bußgebet zur Abwendung von Übel und
Erlangen des Guten
(Siebter Bußpsalm)
V. 1. Ein Psalm Davids, der die grundlegenden Tatsachen über Sünde und Gnade darlegt, weshalb er von Luther zu den paulinischen Psalmen gezählt wurde. HERR, erhöre mein Gebet, vernimm mein Flehen, in denen er die Hilfe und Barmherzigkeit des Herrn erfleht; um deiner Treue willen, durch die Gott seine Verheißungen hält, erhöre mich um deiner Gerechtigkeit willen, die er zeigt, indem er denen hilft, die in Gehorsam gegenüber seinem heiligen Willen vor ihm wandeln. V. 2. Und gehe nicht ins Gericht mit deinem Knecht, indem du ihn nach deiner strengen und absoluten Gerechtigkeit behandelst; denn vor dir, vor dem allsehenden Auge des allwissenden Gottes, ist kein Lebendiger gerecht, kein Mensch kann in seiner eigenen Gerechtigkeit vor Gott stehen und sich auf die Vollkommenheit seines Lebens und Verhaltens berufen. Nur wenn er seine Sündhaftigkeit vorbehaltlos erkennt und bekennt und sich ganz auf die Barmherzigkeit des Herrn verlässt, kann jeder Mensch Rechtfertigung erwarten, nämlich durch die ihm zugerechnete Gerechtigkeit Christi. V. 3. Denn der Feind verfolgt meine Seele, um das höchste Gut zu erlangen, das er besaß; und schlägt mein Leben zu Boden und hätte beinahe sein böses Vorhaben erreicht; er legt mich ins Finstere, wie diejenigen, die schon lange tot sind, das heißt, Davids Feinde beabsichtigten seine völlige Vernichtung, sie wollten, dass er den Schlaf des ewigen Todes schläft, und er erkannte, dass er ohne Erlösung bleiben würde, wenn nicht Gott selbst in seiner Gnade seine Verteidigung übernehmen würde. V. 4. Und mein Geist ist in mir geängstigt, schwach wegen der langen Dauer seiner Prüfungen; mein Herz erstarrt in meinem Leib, nicht nur verlassen, sondern fast starr und unbeweglich vor Furcht und Schrecken.
V. 5. Ich gedenke der früheren Zeiten, als der Herr so offensichtlich auf seiner Seite war; ich sinne nach über alle deine Taten und denke über die vielen Manifestationen der Gnade und Erlösung Gottes in seinem Leben nach; ich rede von den Werken deiner Hände, da Gottes Führung in der Geschichte Israels so offensichtlich ist. V. 6. Ich breite meine Hände aus zu dir, in einer Geste, die sowohl Hilflosigkeit als auch absolutes Vertrauen auf die Gnade des Herrn zum Ausdruck bringt; meine Seele dürstet nach dir wie ein dürres Land, das sich nach Seiner Hilfe sehnt wie ein durstiges Land nach Regen. Sela. V. 7. HERR, erhöre mich bald, denn Eile war in dieser großen Notlage unerlässlich; mein Geist vergeht, fast verzehrt von Sehnsucht. Verbirg dein Antlitz nicht vor mir in Zorn, dass ich nicht gleich werde denen, die in die Grube fahren; von Gott verworfen, gibt es nur eine Alternative: ewige Vernichtung. Angesichts dieses Schicksals, das auf eine zornige Demonstration seitens Gottes folgt, wendet sich der Psalmist erneut in einem inbrünstigen Appell an ihn, V. 8. Lass mich am Morgen hören deine Gnade, damit mit dem Anbruch des neuen Tages die Nacht der Trübsal endgültig zu Ende geht; denn ich hoffe auf dich, Ps. 90, 14. Tu mir kund den Weg, den ich gehen soll, den, der die volle Zustimmung des Herrn findet; denn mich verlangt nach dir, in Sehnsucht nach Erlösung und in festem Vertrauen auf den Glauben. V. 9. Errette mich, HERR, von meinen Feinden; zu dir nehme ich meine Zuflucht! das heißt, er flieht zum Herrn als seiner wahren Zuflucht und sucht allein bei Ihm Sicherheit. Im Besitz der Erlösung wünscht sich der Diener des Herrn jedoch auch die Heiligung.
V. 10. Lehre mich tun nach deinem Wohlgefallen, sich in all seinen Handlungen nach Gottes Wohlgefallen zu verhalten; denn du bist mein Gott, und das Herz des Gläubigen, verbunden mit dem seines himmlischen Vaters, seinem höchsten Gut, in innigster Gemeinschaft, strebt nur danach, sein ganzes Leben nach dem Maßstab des heiligen Willens Gottes auszurichten. Dein guter Geist führe mich auf ebener Bahn, oder „Dein guter Geist“, dessen Werk in den Herzen der Gläubigen durch die Gnadenmittel vollbracht wird, „führe mich in ein ebenes Land“, wo die Wege vom Herrn selbst bereitet worden sind, Jes. 26, 7; Ps. 23, 3. V. 11. HERR, erquicke mich um deines Namens willen, damit der Name Gottes, insbesondere seine Barmherzigkeit und Liebe, infolge seiner Erlösungstat verherrlicht werde; führe meine Seele aus der Not um deiner Gerechtigkeit willen, aus aller Bedrängnis und Trübsal, mit der David damals zu kämpfen hatte; V. 12. Und vertilge meine Feinde um deiner Güte willen, sowohl aufgrund seiner Barmherzigkeit als auch um sie bekannt zu machen, und bringe um alle, die meine Seele bedrängen, durch Unterdrückung, wie in diesem Psalm beschrieben; denn ich bin dein Knecht, und indem er ihm hilft, würde der Herr seine eigene Herrlichkeit verherrlichen. So liegt die Hoffnung aller Gläubigen und ihr ständiges Gebet in der Barmherzigkeit Gottes.
Dank für erhaltenen und Bitte um
künftigen Sieg
V. 1. Ein Psalm Davids, in dem er Gott für die Hilfe lobt, die er in der Vergangenheit erfahren hat, und ihn voller Zuversicht um Beistand gegen die Feinde des Volkes sowie um seinen Segen für anhaltenden Wohlstand bittet. Gelobt sei der HERR, mein Fels, sein Fels und seine Zuflucht, bei dem er geborgen ist, der meine Hände lehrt kämpfen und meine Fäuste, Krieg führen und dem König Anleitung und Beistand bei der Führung eines gerechten Krieges gibt; V. 2. meine Güte, vielmehr meine Barmherzigkeit, da es die unverdiente Gnade des Herrn war, die David stützte, und meine Burg, seine Bergfestung, wo er außerhalb der Reichweite seiner Feinde ist; mein Schutz und mein Erretter, der ihn aus den Schwierigkeiten herausholen konnte; mein Schild, um ihn vor Angriffen zu schützen, auf den ich traue, in dessen Obhut er sich definitiv vor Schaden bewahrt wusste; der Völker [so auch Ps. 18,48; Mas. T.: mein Volk] unter mich zwingt und Israel erkennen lässt, dass Davids Autorität ihm durch göttliche Investition zuteilwurde. Es ist das Gefühl seiner eigenen Unwürdigkeit, das David angesichts der Gnade Gottes ihm gegenüber dazu bewegt, auszurufen:
V. 3. HERR, was ist der Mensch, dass du dich sein so annimmst, indem du ihm so wunderbare Gnaden erweist, und des Menschen Kind, ein gewöhnlicher, gebrechlicher Mensch, dass du ihn beachtest? Die Tatsache, dass Gott ihm überhaupt Beachtung schenkt, erfüllt David mit einem Gefühl der eigenen Bedeutungslosigkeit, da sie seine eigene Nichtigkeit und die der Menschheit im Allgemeinen mit der Größe eines so gnädigen Gottes kontrastiert. V. 4. Ist doch der Mensch gleich wie nichts, wie ein Hauch, der vergeht, bevor man ihn bemerkt; seine Zeit fährt dahin wie ein Schatten, Ps. 102, 11. Umso fester muss also das Vertrauen des Gläubigen in Gott sein.
V. 5. HERR, neige deinen Himmel, bringe sie sozusagen näher, um schnelle Hilfe zu bringen, und fahre herab, um seine allmächtige Kraft zu offenbaren; rühre die Berge an mit der Hand seiner Majestät, die sich aus den Höhen des Himmels ausstreckt, dass sie rauchen, die Vulkane werden seine allmächtige Kraft offenbaren. V. 6. Wirf Blitze in einem mächtigen Gewitter, und zerstreue sie; schieße deine Pfeile, denn die Blitze galten als die Pfeile des majestätischen Gottes, und erschrecke sie! V. 7. Strecke deine Hand aus von der Höhe, in seiner allmächtigen Kraft; erlöse mich, rette ihn vor dem Ertrinken, und errette mich aus großen Wassern, aus der Hand der fremden Kinder, der heidnischen Feinde, der Barbaren, V. 8. deren Mund Nichtiges redet, Aussagen ohne Grundlage der Wahrheit macht, und deren Rechte eine Rechte der Falschheit ist, da sie zum falschen Schwören erhoben wird. Das gesamte Bild ist das der Mächte der Welt, der Feinde des Herrn und seines Volkes, die sich versammelt haben, um der Kirche Schaden zuzufügen, aber durch die Manifestation der allmächtigen Kraft Gottes gestürzt werden. Auf diese Tatsache vertrauend erhebt der Psalmist seine Stimme in einem Lobgesang.
V. 9. Gott, ich will dir ein neues Lied singen, eines, das für diesen besonderen Anlass komponiert wurde, ich will dir spielen auf dem Psalter von zehn Saiten, einer damals gebräuchlichen Leier. V. 10. der du den Königen Sieg gibst und sie aus großen Gefahren befreit; und erlöst deinen Knecht David vom mörderischen Schwert, das ihm Unheil und Unglück gebracht hat. V. 11. Erlöse mich, entreiße ihn der Gefahr, und errette mich aus der Hand der fremden Kinder, deren Mund Nichtiges redet und deren Rechte eine Rechte der Falschheit ist, wobei diese Wiederholung des soeben vorgebrachten Appells dazu dient, die große Notwendigkeit des Eingreifens des Herrn zu betonen,
V. 12. damit unsere Söhne wie Pflanzen seien, die hochwachsen in ihrer Jugend, und in der Kraft ihrer Jugend gedeihen; unsere Töchter wie Ecksäulen, geschnitzt wie für einen Palast, anmutig wie die architektonischen Verzierungen, glänzend mit Gold und leuchtenden Farben, wie man sie in den Empfangssälen orientalischer Häuser findet, wobei dieses Bild sowohl die Stärke als auch den Charme der jungen Frauen betont; V. 13. dass unsere Kammern voll seien, die herausgeben einen Vorrat nach dem anderen, Getreide jeder Art; dass unsere Schafe sich mehren tausendfach und zehntausendfach auf unseren Triften, draußen auf den offenen Wiesen; V. 14. dass unsere Ochsen trächtig sind, fruchtbar sind und kräftige Kälber zur Welt bringen; ohne Schaden und Fehlgeburt, dass kein Feind die Stadtmauern durchbricht, dass keine Stadt zur Kapitulation gezwungen wird; und keine Klage auf unseren Straßen sei, kein Wehklagen wegen der Demütigungen, die grausame Eroberer uns zufügen. Es ist eine schöne Beschreibung von Glück und Wohlstand unter dem Segen Gottes. V. 15. Wohl dem Volk, dem es so geht, dessen Zustand so ist, wie hier beschrieben; wohl dem Volk, dessen Gott der HERR ist; denn das ist schließlich der größte Segen, die höchste Auszeichnung, die alle bloßen irdischen Segnungen übertrifft, wenn ein Volk das Recht hat, den Herrn seinen Gott, seinen himmlischen Vater zu nennen, von ihm als seine Kinder auserwählt und mit allen geistlichen Segnungen in himmlischen Regionen in Christus gesegnet zu sein.
Lob für Christi Reich und dessen
Wohltaten
V. 1. Ein Loblied Davids, gewidmet dem Messias für seine mächtige, gerechte und gnädige Herrschaft über alle Menschen und insbesondere über seine Kirche. Ich will dich erheben, Ihn hoch erheben über alle bloßen Menschen, mein Gott, du König, denn der Messias ist der König über alles aufgrund Seiner Erhöhung zur Rechten Gottes; und deinen Namen loben immer und ewig, indem ich Sein göttliches Wesen und Seine Eigenschaften nicht nur hier in der Zeit, sondern in alle Ewigkeit preise. V. 2. Ich will dich täglich loben, wobei die Wiederholung die Notwendigkeit des ständigen Lobes zu Ehren Gottes und des Messias, des Königs, hervorhebt; und deinen Namen rühmen immer und ewig. Nun folgt das Loblied. V. 3. Der HERR ist groß und sehr zu loben, Größe, unergründliche Majestät, die Summe seines Wesens; und seine Größe ist unaussprechlich, wörtlich: „und zu seiner Größe gibt es keine Erforschung“, sie kann vom endlichen Menschen nicht ergründet und verstanden werden. V. 4. Kindeskinder werden deine Werke preisen und deine gewaltigen Taten verkünden, denn das ist die Wirkung, die die Betrachtung der Größe Gottes, wie sie sich in seinen Werken der Schöpfung und Erlösung manifestiert, auf die Menschen haben muss: Väter lehren ihre Kinder und halten so das Bewusstsein für die Größe und Majestät Gottes in ihren Köpfen lebendig. V. 5. Ich will (sinnen und) reden von der herrlichen Pracht deiner Majestät und von deinen Wundern, indem ich über die überragende Schönheit der Herrlichkeit Gottes meditiere und die Erlösung durch den verheißenen Messias feiere, das wunderbarste Thema für fromme und dankbare Meditation, das man sich vorstellen kann. V. 6. Dass man soll reden von der Kraft deiner furchtgebietenden Taten, wenn der heilige Gott seine gerechten Urteile über die Menschenkinder vollstreckt; und ich will erzählen von deiner Herrlichkeit, denn das ist die Wirkung, die die Taten der Gerechtigkeit Gottes auf die Gläubigen haben, indem sie sie dazu veranlassen, die Majestät des Herrn zu verkünden. V. 7. Dass man preise deine große Güte, sie verkünden und verkünden und die Erinnerung daran in den Köpfen der Menschen lebendig halten, und deine Gerechtigkeit rühme und vor Freude jubeln über die Manifestation dieser Eigenschaft Gottes, der uns auf der Grundlage der vollkommenen Sühne Christi behandelt und uns damit den Beweis für sein unerschöpfliches Interesse am Wohlergehen und an der Erlösung der Menschheit liefert.
V. 8. Gnädig und barmherzig ist der HERR, seine Barmherzigkeit offenbart sich in und durch Jesus Christus, den Messias der Welt; geduldig und von großer Güte, dient seine Barmherzigkeit sozusagen als Hemmnis für seinen Zorn und verhindert, dass dieser über uns hereinbricht. Das ist die wunderbarste Tatsache in der Bibel, dass Gott groß in seiner Barmherzigkeit ist, voller Liebe und Güte uns gegenüber in und durch Jesus Christus, unseren Erlöser. Diese Botschaft des Evangeliums kommt im zweiten Teil des Psalms noch stärker zum Ausdruck. V. 9. Der HERR ist allen gütig und erbarmt sich aller seiner Werke, sie offenbart sich allen seinen Geschöpfen, und der Beweis dieser Güte erfüllt die Gläubigen mit umso größerer Freude, als er sie in ihrem Vertrauen auf den Herrn und in ihrer Zuversicht in seine Liebe bestärkt. V. 10. Es sollen dir danken, HERR, alle deine Werke, alle Geschöpfe zeigen ihre Dankbarkeit gegenüber dem Herrn durch angemessene Danksagung, und deine Heiligen dich loben; denn die Verpflichtung der Gläubigen, ihm dankbar für die ihnen gewährte Erlösung zu danken, ist noch größer als die der Menschen im Allgemeinen in Bezug auf die Güte Gottes; V. 11. Und die Ehre deines Königreichs rühmen, insbesondere vom Reich der Gnade, der Kirche; denn dort offenbart sich seine Herrlichkeit auf bemerkenswerteste Weise, und von deiner Macht reden und mit aller Ernsthaftigkeit seine Macht verkünden, wie sie so oft in der Geschichte der Kirche zum Ausdruck gekommen ist, V. 12. dass den Menschenkindern seine gewaltigen Taten kundwerden, die Werke der Erlösung, die er für die ganze Menschheit errungen hat, und die herrliche Pracht seines Königreichs, indem er das Evangelium und seine herrlichen Wahrheiten unter allen Völkern verbreitet. V. 13. Dein Reich ist ein ewiges Reich, das für alle Ewigkeit Bestand hat, das Reich der Gnade, das in das Reich der Herrlichkeit übergeht, die streitende Kirche in die triumphierende Kirche, und deine Herrschaft währt für und für, in der Kraft und Barmherzigkeit seiner Herrschaft. [V. 13b, kommt nur in der gr. und syr. Übersetzung und einer hebräischen Handschrift vor sowie im Qumrantext, passt aber in den Psalm, dessen Verse jeweils mit einem Buchstaben nach dem hebräischen Alphabet beginnen, sonst fiele Nun weg: Treu ist der HERR in seinen Worten und heilig in seinem Tun.]
V. 14. Der HERR hält alle, die da fallen, wörtlich: „Hält der Herr für alle, die fallen“, bewahrt sie durch das Wort seiner Gnade und richtet auf alle, die niedergeschlagen sind, deren Herzen gebrochen und zerknirscht sind, weil sie sich ihrer Schuld bewusst sind. Vgl. Matthäus 11, 28. Die Macht des Messias kommt jedoch nicht nur im Reich der Gnade zum Tragen, sondern auch im Reich der Macht. V. 15. Aller Augen warten auf dich, sie schauen auf den Herrn, um ihre Nahrung zu erhalten, und du gibst ihnen ihre Speise zur rechten Zeit und versorgst sie mit Nahrung, wenn sie sie brauchen. V. 16. Du tust deine Hand auf, die wie ein wahres Füllhorn ist, und sättigst alles, was da lebt, mit Wohlgefallen, indem du sie reichlich mit dem versorgst, was sie tatsächlich für ihren Unterhalt brauchen. Zu diesen Taten der Vorsehung Gottes kommen noch die seiner Herrschaft hinzu. V. 17. Der HERR ist gerecht in allen seinen Wegen und heilig in allen seinen Werken; da er in seinem Wesen ohne Sünde und ohne Makel ist, sind auch seine Taten so beschaffen, dass keine berechtigte Beschwerde gegen ihn erhoben werden kann, was auch immer er mit den Menschen tut. V. 18. Der HERR ist allen nahe, die ihn anrufen, allen, die ihn mit Ernst anrufen, deren Gebet aus echtem Glauben hervorgeht und frei von jeder Heuchelei und jedem Zweifel ist. V. 19. Er tut, was die Gottesfürchtigen begehren; er hört ihr Schreien und hilft ihnen, wahrscheinlich nicht immer in der Weise, wie sie sich ihre Befreiung vorgestellt haben, aber immer in Übereinstimmung mit ihrer Sehnsucht und damit in wahrer Erfüllung des Gebets des Glaubens, Matthäus 21, 22; Markus 11, 24; Jakobus 5, 16; 1. Johannes 3, 22. V. 20. Der HERR behütet alle, die ihn lieben, deren Glaube seinen Ausdruck in kindlicher Liebe und Vertrauen zu ihm findet: und wird vertilgen alle Gottlosen, denn sein rachsüchtiger Zorn wird unweigerlich alle treffen, die in ihrer Bosheit verharren. Nachdem all diese wunderbaren Tatsachen über den Herrn dargelegt worden sind, sieht sich der Psalmist veranlasst, sein Lob zum Schluss zusammenzufassen: V. 21. Mein Mund soll des HERRN Lob verkünden, indem er es sich zur Aufgabe macht, ihn überall und zu jeder Zeit zu preisen; und alles Fleisch lobe, sich dem Psalmisten in seinem dankbaren Lobgesang anschließend, seinen heiligen Namen immer und ewig und ihn für all die verschiedenen Wege verherrlichen, auf denen er sich zum Wohle der Menschheit im Allgemeinen und seiner Kirche im Besonderen offenbart hat; denn die Gläubigen freuen sich auf die ewige Erlösung im Himmel.
Zehnfaches Schlusshallel (Ps. 146-150)
Vom rechten Vertrauen auf Gott –
Halleluja dem wahren Helfer
(Grundlage für den Choral: Du meine
Seele, singe)
Dieser Psalm, dessen Verfasser unbekannt ist, ist der erste der fünf Halleluja-Psalmen, mit denen der Psalter endet, eine Aufforderung, den Herrn für die barmherzige und treue Ausübung seiner Macht zu preisen, insbesondere für seine Güte gegenüber den Bedürftigen. V. 1. Halleluja! Lobe den HERRN, meine Seele, diese Aufforderung, die an ihn selbst gerichtet ist, versetzt den Dichter in die richtige Stimmung, um seine Hymne mit der ganzen Kraft eines Herzens fortzusetzen, das von dem Bewusstsein der väterlichen Gnade und Güte Gottes erfüllt ist. V. 2. Ich will den HERRN loben, solange ich lebe, denn das ganze Leben des Gläubigen ist erfüllt von Dankesliedern an Ihn, dessen Barmherzigkeit jeden Morgen neu ist. und meinem Gott lobsingen, solange ich bin, ihm Psalmen singen mit der freudigsten Begleitung auf Musikinstrumenten, um die Ekstase seines Herzens in angemessener Weise zum Ausdruck zu bringen. V. 3. Verlasst euch nicht auf Fürsten, auf irgendwelche Mächtigen der Erde, sie sind Menschen, auf irgendwelche gebrechlichen Menschen, die können ja nicht helfen (Ps. 60, 11). V. 4. Denn des Menschen Geist muss davon, oder „wenn sein Atem aufsteigt“, sterblich wie er ist, wenn er seinen Geist aufgeben muss, und er muss wieder zu Erde werden, aus der die Substanz des menschlichen Körpers ursprünglich genommen wurde, „Erde zu Erde, Asche zu Asche, Staub zu Staub“, Hiob 14, 1. 2; am selben Tag sind verloren alle seine Pläne, alle seine Pläne werden zunichte gemacht, woraus folgt, dass es töricht ist, sich auf Menschen zu verlassen. V. 5. Wohl dem, dessen Hilfe der Gott Jakobs ist, den einen wahren, allmächtigen und ewigen Gott, dessen Hoffnung auf dem HERRN, seinem Gott, steht, der mit festem Vertrauen zum Herrn aufblickt, mit dem Gefühl der Gemeinschaft, des Besitzes; V. 6. der Himmel und Erde gemacht hat, das Meer und alles, was darin ist, der, kurz gesagt, der allmächtige Schöpfer des Universums ist; der Treue hält ewiglich und alle seine Verheißungen in Bezug auf das Wohlergehen der Menschen erfüllt; V. 7. der Recht schafft denen, die Gewalt leiden, sich als Beschützer derer erweist, die unter Unterdrückung leiden; der die Hungrigen speist, alle Menschen mit ihrem täglichen Brot versorgt und sich als Versorger all derer offenbart, die auf ihn für ihren Unterhalt schauen. Dieser Gedanke wird nun in einer Reihe direkter Aussagen zum Ausdruck gebracht.
Der HERR macht die Gefangenen frei, nimmt ihnen das Joch und die Fesseln ihrer Gefangenschaft ab; V. 8. Der HERR macht die Blinden sehend, gibt ihnen das Augenlicht; der HERR richtet auf, die niedergeschlagen sind, die die schwere Last der Prüfungen und Leiden tragen. Der HERR liebt die Gerechten, die Gläubigen, denen seine Gerechtigkeit durch den Glauben zugerechnet wurde und die sich bemühen, auf seinen Wegen zu wandeln; V. 9. Der HERR behütet die Fremdlinge, die gewöhnlich mit Misstrauen betrachtet und mit Verachtung behandelt wurden; und erhält Waisen und Witwen, die so oft einen Beschützer brauchen; aber kehrt um den Weg der Gottlosen und lenkt ihre Schritte auf ihrem beharrlich krummen Weg zur Vernichtung in der Hölle. All dies ist natürlich typisch für die Art und Weise, wie der Herr in geistlichen Angelegenheiten handelt, was im Neuen Testament sehr häufig angewendet wird. Deshalb kommt der Psalmist zu dem Schluss:
V. 10. Der HERR ist König ewiglich und sich am meisten daran erfreuen, in Liebe zu herrschen, dein Gott, o Zion, die Gemeinde der Gläubigen, die Kirche Gottes, für und für. Die ewige Dauer des Reiches des Herrn ist auch das Unterpfand seiner herrlichen Vollkommenheit als triumphierende Kirche. Halleluja! Halleluja ihm jetzt und in Ewigkeit!
Danksagung dem Gott Zions für seine
Fürsorge und Wohltaten
Ein Halleluja-Psalm, der Gottes Fürsorge für alle Geschöpfe, insbesondere aber für sein Volk, seine heilige Gemeinde, darlegt. V. 1. Halleluja! die gesamte Gemeinde der Gläubigen erhebt ihre Stimme zu diesem Zweck; Denn unseren Gott [hebr.: Elohej] loben, das ist ein köstlich Ding, mit dem die Gläubigen in innigster Gemeinschaft verbunden sind und stolz verkünden, dass er ihnen gehört; solch Lob ist lieblich und schön, es ist angemessen und passend, dass die Gläubigen Lobpsalmen singen, eine willkommene Pflicht. Einige der Tatsachen, die die Gläubigen dazu anregen, Jehova zu preisen, werden nun aufgezählt.
V. 2. Der HERR [hebr.: Jahwe] baut Jerusalem auf; so wie Er das irdische Jerusalem zur Zeit Nehemias aufgebaut hat, so baut Er zu allen Zeiten das geistliche Jerusalem, Seine heilige Gemeinde; und bringt zusammen die Zerstreuten Israels, diejenigen, die in alle Welt zerstreut sind. V. 3. Er heilt, die zerbrochenen Herzens sind, diejenigen, die aufgrund bitterer Erfahrungen in ihrem Leben in großer Not sind, und verbindet ihre Wunden, wörtlich „ihre Schmerzen“ oder „Leiden“. V. 4. Er zählt die Sterne und nennt sie alle mit Namen und bringt sie durch schöpferisches Handeln in einer Zahl hervor, die seiner allmächtigen Absicht entspricht. Der Gedankengang ist natürlich, dass derjenige, der mit den letzten Details der Schöpfung vertraut ist, alle Sorgen seiner Kinder kennt und ihnen leicht helfen kann. Vgl. Jes 40,26.27. V. 5. Unser HERR [hebr.: Adonaj] ist groß und von großer Kraft, vollkommen fähig zu helfen und zu retten, egal wie schwer die Schwierigkeiten auch erscheinen mögen; und seine Weisheit ist unendlich, seine Weisheit kann von Menschen weder in ihrer Tiefe noch in ihrer Fülle definiert werden, sie kann von endlichen Verständen nicht erfasst werden. V. 6. Der HERR richtet auf die Elenden, diejenigen, die in Demut leiden, erhebt er aus ihrer niedrigen Stellung; und stößt die Gottlosen zu Boden, und je höher sie sich selbst erhöhen, desto größer wird ihr Sturz sein. All dies ist ein Trost für die Kirche und für jeden Gläubigen, ganz gleich, wie seltsam die Erfahrungen auch sein mögen, die den Gläubigen widerfahren. Der Psalm ändert daher seinen Ton zu einem freudigen Aufruf.
V. 7. Singt dem HERRN ein Danklied und erweist seiner allmächtigen Kraft und Barmherzigkeit alle Ehre; und lobt unseren Gott mit Harfen oder „Zither”; V. 8. Der den Himmel mit Wolken bedeckt, um der Erde zur rechten Zeit Feuchtigkeit zu spenden, und gibt Regen auf Erden, der Gras auf den Bergen wachsen lässt, weit entfernt von den bebauten Feldern der Bauern. V. 9. Der dem , als Ergebnis und Ausdruck seiner Fürsorge, Vieh, den Tieren der Wildnis, sein Futter gibt, den jungen Raben, die zu ihm schreien, die sich seiner Macht und Fürsorge abhängig fühlen. Um wie viel mehr wird der Herr sich um die Bedürfnisse seiner Kinder kümmern! V. 10. Er hat nicht Lust an der Stärke des Rosses, das oft als Symbol für mächtige Beweglichkeit verwendet wird; noch Gefallen an den Schenkeln des Mannes, an der körperlichen Stärke und Muskelkraft des Menschen. Diese natürlichen Kräfte allein werden einen Menschen nicht retten oder ihm den Sieg bringen. V. 11. Der HERR hat Gefallen an denen, die ihn fürchten, die ihre eigene Schwäche und Eitelkeit erkennen, ihre völlige Abhängigkeit von ihm spüren und ehrfürchtig auf seine unverdiente Gnade vertrauen, die auf seine Güte hoffen. Ein solches Vertrauen findet das Wohlgefallen des Herrn und wird daher mit Sicherheit und Segen in Stadt, Haus und Land belohnt.
V. 12. Preise, Jerusalem, den HERRN;
lobe, Zion, deinen Gott! lautet der Aufruf an die gesamte Gemeinde des
Herrn. V. 13. Denn er macht fest die Riegel deiner Tore, Neh. 7, 1-4,
und schützt seine Kirche vor allen Eindringlingen und Feinden; er segnet
deine Kinder in deiner Mitte, denn der Herr schenkt reichlich geistliche
Segnungen durch die Gnadenmittel in der Kirche. V. 14. Er schafft deinen
Grenzen Frieden, damit seine Gemeinde ohne die störenden und ablenkenden
Einflüsse ständiger Kriege aufgebaut werden kann, und sättigt dich mit dem
besten Weizen, mit den reichsten Segnungen, Ps. 81, 16. V. 15. Er sendet
seine Rede auf die Erde, wie er es zur Zeit der Schöpfung tat, 1. Mose 1;
Ps. 33, 6-9; sein Wort läuft schnell, um seine Ziele so schnell wie
möglich zu erreichen. Die Wirkung seiner allmächtigen Gebote zeigt sich nun. V.
16. Er gibt Schnee wie Wolle, die Schneeflocken fallen wie kleine
Wollpartikel herab; er streut Reif wie Asche, alle Gegenstände werden
mit dem gefrorenen Tau oder Nebel bestäubt. V. 17. Er wirft seine Schloßen wie Brocken, nämlich in Form von Hagel; wer
kann bleiben vor seinem Frost? All dies sind kleine Dinge für die
allmächtige Kraft des Herrn. V. 18. Er sendet sein Wort, seinen Befehl, und
schmilzt sie, das Eis, den Schnee und den Hagel; er lässt seinen Wind
wehen, wie im Fall des Föhns in den Alpen oder des Chinooks in den Prärien
des Nordwestens, so rieseln die Wasser, die gefrorenen Massen lösen sich
unter der Wärme der Frühlingsbrisen auf. Aber all diese Manifestationen seiner
allmächtigen Kraft, so groß sie auch sind, sind dennoch nur zweitrangig
gegenüber den Offenbarungen der Güte und Barmherzigkeit Gottes gegenüber seinem
Volk. V. 19. Er verkündet Jakob sein Wort, das Evangelium seiner
Erlösung, offenbart in Gesetz und Prophezeiung, Israel seine Gebote und
seine Rechte, wodurch er dieses Volk als ein besonderes Volk auszeichnet
und unterscheidet, so wie das geistliche Israel ihm durch das Evangelium heilig
ist. V. 20. Er hat so mit keinem (anderen) Volk getan, das heißt, kein
heidnisches Volk wurde von ihm auf dieselbe Weise auserwählt; und seine Rechte,
die Gebote seiner göttlichen Gerechtigkeit, wie sie in seinem geschriebenen
Wort niedergelegt sind, wissen sie nicht. Es war das Privileg Israels,
die historische, geschriebene Offenbarung des einen wahren Gottes zu besitzen,
nur diesem Volk wurden die Orakel des Herrn anvertraut, deren Kern die
messianischen Verheißungen sind. Halleluja! „Das freudige
Halleluja erklingt nicht, weil diese anderen Völker keine so positive Kenntnis
von Gottes Gerichten haben, sondern weil Israel sie hat. An anderen Stellen
wird reichlich erklärt, dass diese Erkenntnis Israels das Mittel sein wird, um
die Erlösung zum gemeinsamen Eigentum der ganzen Welt der Völker zu machen.“
(Delitzsch.)
Halleluja durch alle Kreaturen dem
Gott des Heils
Ein Lobgesang, der noch umfangreicher ist als der vorhergehende, in dem alle himmlischen Geschöpfe aufgefordert werden, sich den Wesen auf Erden anzuschließen, um dem Herrn alle Ehre und Herrlichkeit zu erweisen, insbesondere für die Erhöhung seines Volkes. V. 1. Halleluja! wobei das Halleluja sofort an die höchste Sphäre der Schöpfung gerichtet ist. Lobet, ihr Himmel, den HERRN, alle Bewohner der Himmel werden aufgerufen, ihre Stimmen in freudigem Lobpreis des Herrn zu erheben; lobet ihn in der Höhe! aus den Höhen des Himmels. V. 2. Lobet ihn, alle seine Engel, die Boten des höchsten Herrschers des Universums; lobet ihn, all sein Heer! die Armeen des Gottes Zebaoth. V. 3. Lobet ihn, Sonn‘ und Mond, die größten und wichtigsten Lichtträger; lobet ihn, alle leuchtenden Sterne! geschaffen, um Licht auf die Erde zu bringen. V. 4. Lobet ihn, ihr Himmel der Himmel, der allerhöchste Himmel oder die Fülle der Himmel, als Wohnstätte des allmächtigen Gottes, und ihr Wasser über den Himmeln! jenseits des Firmaments, Gen. 1, 7. V. 5. Die sollen loben den Namen des HERRN, indem sie in dankbaren Liedern Sein wunderbares Wesen und Seine Eigenschaften verkünden; denn er gebotet, so wurden sie geschaffen, 1. Mose 1, 1. 6; Ps. 33, 6. 9. V. 6. Er hat sie gegründet für immer und ewig, sie fest an ihrem Platz gesetzt, nur der Macht Seiner verändernden Hand unterworfen; er gab eine Ordnung, die sie nicht überschreiten dürfen; denn die von Gott festgelegten Naturgesetze unterliegen nicht der Willkür der Geschöpfe, sondern die Sterne müssen ihren Lauf nehmen, die Sonne muss zur bestimmten Zeit aufgehen, und alle anderen Geschöpfe werden gänzlich vom Willen des Herrn geleitet, wie er sich in den Beschlüssen offenbart, die die ganze Natur regieren. Der Psalmist wendet sich nun den Geschöpfen der Erde zu.
V. 7. Lobt den HERRN auf der Erde, ihr Seeungeheuer,
die mächtigen Ungeheuer des Meeres, und alle Tiefen, die großen
Ozeane; V. 8. Feuer, Hagel, Schnee und Nebel, insbesondere der Rauch der
Vulkane, all dies sind Phänomene, die das Volk Kanaans umso mehr beeindruckten,
als sie in diesem Land nur selten vorkommen; Sturmwinde, die sein Wort ausrichten,
denn selbst die zerstörerischen Kräfte der Natur unterliegen Seinem Befehl oder
treten nur mit Seiner Erlaubnis in Kraft; V. 9. Berge und alle Hügel;
fruchtbare Bäume, die in den Obstgärten, und alle Zedern, die die
Waldbäume repräsentieren; V. 10. Tiere, die wilden Tiere, und alles
Vieh, die Haustiere; Gewürm, alle Reptilien und Amphibien, und beschwingte
Vögel; V. 11. Ihr Könige auf Erden, die einzelnen Könige der verschiedenen
Nationen, und alle Völker, die Menschen, unterteilt in Nationen; Fürsten
und alle Richter auf Erden, diejenigen, die für die Rechtspflege zuständig
sind; V. 12. junge Männer und Jungfrauen; Alte mit den Jungen, Menschen
jeden Alters und beiderlei Geschlechts: V. 13. Sollen loben den Namen des HERRN,
indem sie Ihn verkünden, wie Er sich in den Werken der Schöpfung offenbart
hat; denn sein Name allein ist hoch, so hoch, dass kein anderer Name Ihm
an Erhabenheit gleichkommt, unvergleichlich in seiner Majestät; seine
Herrlichkeit geht, so weit Himmel und Erde sind,
Sein herrliches Zeugnis von Sich selbst reicht über die Grenzen der sichtbaren
Welt hinaus in den unendlichen Raum, den Er erfüllt. V. 14. Er erhöht das
Horn seines Volkes und begründet die Macht seiner Kirche, Alle seine
Heiligen sollen ihn loben, denn seine Gabe der Stärke dient dem Ruhm seines
Volkes, die Kinder Israel, des geistlichen Israels, seiner Kirche, das
Volk, das ihm nahe ist und mit ihm durch die Bande einer wunderbaren
Gemeinschaft durch den Glauben an seine Liebe und Barmherzigkeit vereint ist. Halleluja!
in Vorbereitung auf das vollkommenere Lob, das entstehen wird, wenn wir
aus der Knechtschaft der Vergänglichkeit in die herrliche Freiheit der Kinder
Gottes befreit werden, Röm. 8, 21.
Halleluja für die Ausbreitung des Evangeliums
Christi
Ein Loblied, das insbesondere das auserwählte Volk, die wahren Gläubigen, dazu ermahnt, Gott für die Gnaden der Vergangenheit sowie für zukünftige Siege zu preisen, die ihnen durch Seine Verheißung zugesichert sind. V. 1. Halleluja! denn dies ist die ständige Beschäftigung der Gläubigen, ihre liebste Freizeitbeschäftigung. Singt dem HERRN ein neues Lied! eines, das unter dem Druck neuer, jugendlicher Energie komponiert wurde, während die Gemeinde in eine neue Ära des Wachstums und des Wohlstands eintritt, die Gemeinde der Heiligen soll ihn loben, inmitten derer, die dem wahren Gott treu geblieben sind und dazu getrieben werden, den Glauben ihres Herzens in offenem Bekenntnis zu Ihm bekannt zu machen. V. 2. Israel, die Gemeinde der Gläubigen, freue sich seines Schöpfers, der seinen Bund mit seinen Kindern erneut erneuert und sie als sein Volk eingesetzt hat; die Kinder Zions, die Mitglieder der Kirche, seien fröhlich über ihren König, über Christus, den Messias, den Herrscher des Reiches der Gnade. V. 3. Sie sollen loben seinen Namen im Reigen, in ekstatischem Marschieren und rhythmischem Springen, wie wir von Miriam und David lesen, 2. Mose 15, 20. 21; 2 Sam. 6, 14; mit Pauken, einer kleinen Kesselpauke, und Harfen sollen sie ihm spielen oder Zither, begleitet von der fröhlichsten Instrumentalmusik. V. 4. Denn der HERR hat Wohlgefallen an seinem Volk, nimmt ihre Opfergaben an und erklärt damit, dass er mit ihnen wohlzufrieden ist; er hilft den Elenden herrlich, diejenigen schmücken, die mit traurigen, reuigen Herzen zu ihm kommen, mit Glauben, Hoffnung, Freude und Frieden.
V. 5. Die Heiligen sollen fröhlich sein
in Herrlichkeit, aufgrund der Ehre, die ihnen durch ihre Adoption als
Kinder Gottes zuteilwird; und rühmen auf ihren Lagern, denn der Wandel
von Trauer und Wehklagen ist so groß, dass der Tag zu kurz ist, um das Glück
auszudrücken, das ihre Herzen erfüllt, weshalb sie ihre Lobgesänge auch nach
dem Schlafengehen fortsetzen. V. 6. Ihr Mund soll Gott erheben, wörtlich:
in ihrer Kehle, um das Überfließen der Freude ihrer Herzen in Hymnen zu des
Herrn Ehre anzudeuten, und sollen scharfe Schwerter in ihren Händen haben, was
ihre Bereitschaft symbolisiert, die Wahrheit ihres Glaubens gegen die ganze
Welt zu verteidigen, als wahre Soldaten des Kreuzes, V. 7. Dass sie Rache
üben unter den Heiden, was zu dieser Zeit Teil der Pflicht Israels war, Strafe
unter den Völkern; der fleischliche Krieg wurde nun durch den Krieg des
Wortes ersetzt, begleitet von den Siegen des Evangeliums; V. 8. ihre Könige zu
binden mit Ketten und ihre Edlen mit eisernen Fesseln; V. 9. dass sie vollstrecken
das Urteil, davon geschrieben ist, wobei die Verkündigung des Evangeliums
weiterhin die Wirkung hat, selbst die Herzen der Mächtigen und Gelehrten dieser
Welt zu gefangen zu nehmen und sie von der Wahrheit des Evangeliums zu
überzeugen, Jes. 53, 12; 49, 23; Offb. 3, 8. 9. Solche Ehre werden alle
seine Heiligen haben, denn die Herrlichkeit, ein Soldat des Kreuzes zu
sein, ist nicht auf die ordentlich ordinierten Pastoren und Missionare
beschränkt, sondern ist das Vorrecht aller Christen, da sie von der
missionarischen Energie inspiriert sind, die aus dem Wort fließt, und
hinausgehen, um die Schlachten des Herrn zu gewinnen. Halleluja! Vgl.
2 Kor 2, 14-17.
Abschließender Lobpreis-Hymnus
Der letzte Halleluja-Psalm ist eine
passende Doxologie für das gesamte Buch der Psalmen, die den Ort, das Thema,
die Art und das Ausmaß der Lobpreisung Gottes verkündet. V. 1. Halleluja!
Lobet Gott in seinem Heiligtum, an den Orten, die hier auf Erden für seine
Verehrung bestimmt sind, wo auch immer sie sich befinden mögen; lobet ihn in
der Feste seiner Macht! das als Fundament des Himmels galt. Irdische und
himmlische Wohn- und Anbetungsstätten werden zusammen erwähnt, um das
universelle Ausmaß der Anbetung Gottes zu verdeutlichen. V. 2. Lobet ihn für
seine Taten, die wundersamen Manifestationen seiner Schöpfungskraft; lobet
ihn in seiner großen Herrlichkeit! oder „Fülle der Größe”, der absoluten
und grenzenlosen Manifestation seiner Eigenschaften. V. 3. Lobet ihn
mit Posaunen oder des Kornetts, wie es von den Juden verwendet wurde, um
religiöse Versammlungen anzukündigen (4. Mose 10,1-10); lobet ihn mit
Psalter und Harfen! einer Art Laute, und der Harfe oder Zither. V. 4.
Lobet ihn mit dem Tamburin und Reigen, besser gesagt, mit der
Pfeife; lobet ihn mit Saiten und Pfeifen, wobei letztere eine Reihe von
abgestuften Pfeifen sind, die von Hirten verwendet werden. V. 5. Lobet ihn
mit hellen Zimbeln oder Kastagnetten; lobet ihn mit hochklingenden
Zimbeln, der größeren Form mit tieferen und volleren Tönen.
Musikinstrumente aller Art, Holzinstrumente, Saiteninstrumente und
Schlaginstrumente – man braucht ein ganzes Orchester, um auch nur ansatzweise
versuchen zu können, Jehova angemessen zu preisen. V. 6. Alles, was Odem
hat, lobe den HERRN, alle Lebewesen vereinen ihre
Stimmen, um die Herrlichkeit seines Namens zu verkünden. Halleluja! „Es
gibt nichts im Psalter, das majestätischer oder schöner ist als dieses kurze,
aber höchst bedeutungsvolle Finale, in dem der feierliche Ton
vorherrscht, ohne jedoch die Begeisterung zu stören, die der Schluss des
Psalters hervorrufen soll, als wäre es eine symbolische Anspielung auf den
Triumph, der die Kirche und alle ihre Mitglieder erwartet, wenn sie nach vielen
Leiden in die Ruhe eingehen werden.“
A Entnommen aus Dr. Martin Luthers Sämtliche Schriften. Hrsg. von Joh. Georg Walch. Nachdr. der 2., überarb. Aufl. St. Louis, Missouri. Bd. 14. Groß Oesingen: Verl. der Lutherischen Buchhandlung Heinrich Harms. 1987. Sp. 20 ff.
[1] Vgl.
Concordia Bible Class, April 1919, 57-60; Fürbringer, Einleitung in
das Alte Testament, 49-53.
[2] Vgl.
Lehrreferat, Nord-Wisconsin-Distrikt, 1921: Der 46. Psalm.
[3] Die letzten Worte des Psalms im Hebräischen beziehen
sich möglicherweise auf die Art der Musik, die beim Spielen dieses Liedes
verwendet werden soll, oder sie weisen auf die besondere Form der verwendeten
Verse hin.
[4] Für
eine ausführliche Erklärung des Psalms siehe Lehre und Wehre, 52 (1906),
495-510.
[5] Eine
vollständige Auslegung dieses Psalms ist zu finden in Lehre und Wehre,
65 (1919), Januar, März, April.
B
Der
Umfang wird so von Moses Moimonides (12. Jhd.) angegeben; andere nehmen Ps.
120-136 oder 135,4-136 an.
[6] Vgl.
Synodalbericht, Nord-Wisconsin-Distrikt, 1919, 9-75.