Das
zweite Buch der Könige
Einleitung S. 1
Kapitel 1 S.
Kapitel 2 S.
Kapitel 3 S.
Kapitel 4 S.
Kapitel 5 S.
Kapitel 6 S.
Kapitel 7 S.
Kapitel 8 S.
Kapitel 9 S.
Kapitel 10 S.
Kapitel 11 S.
Kapitel 12 S.
Kapitel 13 S.
Kapitel 14 S.
Kapitel 15 S.
Kapitel 16 S.
Kapitel 17 S.
Kapitel 18 S.
Kapitel 19 S.
Kapitel 20 S.
Kapitel 21 S.
Kapitel 22 S.
Kapitel 23 S.
Kapitel 24 S.
Kapitel 25 S.
(Beachte:
Die Einleitung ist identisch mit der zum ersten Buch der Könige)
Die
Bücher der Könige bildeten, wie die Bücher Samuel, in der ursprünglichen
hebräischen Sammlung nur einen einzigen Bericht, wobei die Aufteilung in zwei
Teile zu der Zeit erfolgte, als das Alte Testament ins Griechische übersetzt
wurde. Wie ihr Name schon sagt, enthalten die Bücher eine Geschichte des Volkes
Gottes unter den Königen der Juden, beginnend mit Salomo und endend mit dem
babylonischen Exil. Diese Bücher geben uns jedoch keine Geschichte der Könige,
wie sie bloße menschliche Berichte liefern. „Wie alle historischen Bücher der
Bibel sind sie nicht nur als Quelle historischer Informationen gedacht, sondern
wurden in erster Linie zu religiösen Zwecken geschrieben.“ Der Verfasser weist
immer wieder darauf hin, wie Gott sein Versprechen an seinen Diener David
erfüllt hat, nämlich dass er immer einen Mann aus seinem Haus und seiner Linie
auf dem königlichen Thron erhalten werde. Wiederum teilt er uns in einer fast
stereotypen Formel mit, ob die Herrschaft eines Königs „in den Augen des Herrn“
gut oder böse war. Darüber hinaus beschreibt er ausführlich die Taten der
Propheten des Herrn, insbesondere den Dienst der großen Propheten Elia und
Elisa. Und schließlich zeigt sich die religiöse Haltung des Verfassers auch
darin, dass er die Spaltung des Reiches, den Sturz Israels, das Nordreich der
zehn Stämme und die babylonische Gefangenschaft Judas, des Südreichs der Stämme
Juda und Benjamin, als unvermeidliche Folge und
Strafe für den Götzendienst und andere Sünden des Volkes darstellt. und so
zeigt seine Geschichte den Untergang, zu dem die Sünde unweigerlich führt, wenn
sie nicht bereut, sondern fortgesetzt wird.
Der Stil, die Sprache und der Aufbau der
Bücher schließen die Idee einer Zusammenstellung oder einer geteilten
Urheberschaft aus. Es ist zwar richtig, dass der Autor mehrere
Geschichtszusammenfassungen verwendet hat, wie das Buch der Taten Salomos, 1
Könige 11, 41, das Buch der Chroniken der Könige Israels, 1 Könige 14, 19 und
an anderen Stellen, sowie das Buch der Chroniken der Könige von Juda, 1 Könige 14, 29 und an anderen Stellen, aber er
wählte unter der Führung des Geistes Gottes aus diesen prophetischen Dokumenten
die Informationen aus, die er für seinen Zweck benötigte. Der unbekannte Autor
scheint unter den gefangenen Juden in Babylon gelebt zu haben und schrieb sein
Buch um 560 v. Chr.
Der Inhalt der Bücher der Könige lässt sich
wie folgt zusammenfassen: 1. Die Herrschaft Salomos, 1 Könige 1-11; 2. die
Geschichte des geteilten Königreichs bis zum Untergang des Nordreichs, 1 Könige
12 bis 2 Könige 17; 3. das Königreich Juda bis zur
babylonischen Gefangenschaft, 2 Könige 18-25.[1]
Ahasjas Krankheit und Tod. Elias
Wundertat
Elia weissagt Ahasjas Tod (V. 1-8): V.
1. Die Moabiter fielen von Israel
ab,
nachdem es seit der Zeit Davids tributpflichtig gewesen war, 2 Sam. 8, 2, nach dem Tod Ahabs.
Der Erfolg der Syrer, nicht nur ihre Unabhängigkeit wiederzuerlangen, sondern
auch den Streitkräften Israels eine schwere Niederlage zuzufügen, hatte die
Moabiter wahrscheinlich zu diesem Schritt ermutigt. V. 2. Und Ahasja
fiel durch das Gitter
in seinem
Obergemach
in Samaria, durch eine vergitterte
Fensteröffnung, wie sie im Orient üblich waren, und wurde krank,
da er durch seinen Sturz schwer verletzt war. Und er sandte Boten und
ließ ihnen sagen: Geht hin und befragt Baal-Sebub
(Fliegendengott), den
Gott von Ekron,
der nördlichsten der fünf philistäischen
Stadtstaaten, ob
ich von dieser Krankheit genesen werde.
So wandte sich Ahasja, wahrscheinlich auf Anraten
seiner bösen Mutter Isebel, an den heidnischen Götzen, um Auskunft und Hilfe zu
erhalten, so wie die Menschen in unserer Zeit die Wahrheit der Schrift
ablehnen, aber eifrig jeder Form von Aberglauben glauben. V. 3. Aber der Engel des HERRN,
der Sohn Gottes, wie er sich im Alten Testament offenbart hat, sprach zu Elia, dem Tisbiter,
der noch immer in seinem prophetischen Amt tätig war: Mache dich
auf, geh den Boten des Königs von Samaria entgegen und sprich zu ihnen: Ist
denn kein Gott in Israel, dass ihr zu
Baal-Sebub,
dem Gott von Ekron,
geht, um ihn zu befragen? Es war
eine scharfe Frage, eine ernsthafte Zurechtweisung für diesen neuen Beweis der
Bosheit des Königs. V. 4. Darum,
so spricht der HERR,
als Strafe für den König für diese neue Zurschaustellung der Götzenverehrung: Du wirst nicht von dem
Bett herunterkommen, auf das du dich gelegt hast, sondern du wirst sterben. Und
Elia ging weg, nämlich um den Befehl
des Herrn auszuführen. V. 5. Und als die Boten zu ihm
zurückkehrten, dem König von Israel, sagte er
zu ihnen, da er wusste, dass sie
in dieser kurzen Zeit nicht nach Ekron reisen
konnten: Warum
seid ihr zurückgekommen? V. 6. Sie
sprachen zu ihm: Ein Mann kam uns entgegen, ein
Mann, den die Boten nicht kannten, und sprach zu uns: Geht,
kehrt zurück zu dem König, der euch gesandt hat, und sagt zu ihm: So spricht
der HERR:
Ist denn kein Gott
in Israel, dass du hinsendest, Baal-Sebub,
den Gott von Ekron,
zu befragen?
Die Schuld, die der Prophet ihnen allen gegeben hatte, schoben sie nun allein
dem König zu. Darum
sollst du nicht von dem Bett herunterkommen, auf das du dich gelegt hast,
sondern du wirst sterben. V. 7. Und er sprach zu ihnen:
Wie sah der Mann aus, der euch entgegenkam?
Wörtlich: „Wie
war die Art dieses Mannes“, was war das Besondere an ihm, welche besonderen
Merkmale habt ihr an seiner Kleidung oder seinem Auftreten bemerkt, und
hat euch diese Worte gesagt? V. 8. Und sie antworteten ihm:
Er war ein Mann mit einem Mantel aus
Fell,
bekleidet mit einem rauen Gewand aus Kamelhaaren und mit einem Ledergürtel um
die Hüften
anstelle des üblichen Lein- oder Baumwollgürtels. Seine gesamte Kleidung und
sein Aussehen verkündeten somit den Prediger der Buße, der den Luxus der
Menschen seiner Zeit tadelte. Und er sprach: Es ist
Elia, der Tisbiter,
er erkannte ihn sofort an der Beschreibung. Die Stellung eines Predigers der
Buße ist kein angenehmer Beruf, aber sie sind in jedem Zeitalter der Welt
notwendig, besonders auch in diesen letzten Tagen der schweren Not.
Die Bestrafung der Diener
Ahasjas und sein Tod (V. 9-18):
V. 9. Da sandte der König zu
ihm, zu Elia, einen Hauptmann über
fünfzig Mann,
um ihm etwas anzutun. Und er,
der Hauptmann, ging
zu ihm hinauf; und siehe, er saß auf der Spitze des
Berges,
wo er wohnte. Und
er sprach zu ihm in einem Ton und einer
Form strenger Befehlsgewalt: Du Mann Gottes, der König
sagt, komm herab! Es war keine
respektvolle Anrede, sondern eine hochmütige, verächtliche und spöttische
Beleidigung. V. 10. Und
Elia antwortete und sprach zu dem Hauptmann
über die Fünfzig: Wenn ich ein Mann Gottes bin, so falle Feuer vom Himmel und
verzehre dich und deine Fünfzig.
Dies wurde wie folgt wiedergegeben: „Wenn ich ein Mann Gottes bin, wie du
sagst, aber nicht glaubst, dann bin ich nicht verpflichtet, dem König zu
gehorchen, sondern Gott, und ich unterliege nicht seiner Macht, sondern der
Macht Gottes, der dir zeigen wird, dass er auf Erden richtet.“[2] Und
Feuer kam vom Himmel und verzehrte ihn und seine fünfzig Mann.
V. 11. Wieder
sandte er einen anderen Hauptmann mit fünfzig Mann zu ihm,
doch er blieb hartnäckig und unnachgiebig. Und er fing
an und sprach zu ihm,
indem er wie der erste Hauptmann die Verachtung des Königs für den Propheten
teilte: Mann
Gottes, so spricht der König: Komm schnell herab!
Sein Befehl war noch gebieterischer als der des ersten Boten. V. 12. Und Elia antwortete und
sprach zu ihnen: Wenn ich ein Mann Gottes bin, so komme Feuer vom Himmel und
verzehre dich und deine fünfzig Mann. Und das Feuer Gottes kam vom Himmel und
verzehrte ihn und seine fünfzig Mann.
In beiden Fällen hatten sich die Männer einer vorsätzlichen Verhöhnung des
prophetischen Amtes in der Person Elias und damit des Herrn selbst schuldig
gemacht, weshalb sie eine schnelle und schreckliche Strafe erhielten, ähnlich
denen, die der Herr auch in unserer Zeit gelegentlich verhängt und die die
Ungläubigen vergeblich zu erklären versuchen. V. 13. Und er,
der König, war immer noch entschlossen, seinen Willen durchzuführen, sandte einen dritten
Hauptmann mit fünfzig Mann. Und der dritte Hauptmann
der Fünfzig ging hinauf, aber in
einer ganz anderen Gesinnung, was seine eigene Person betraf, und kam und fiel vor Elia
auf die Knie und flehte ihn an und sprach zu ihm
mit aller Demut: Mann
Gottes, lass mein Leben und das Leben dieser fünfzig, deiner Knechte, vor
deinen Augen wert sein, nämlich indem du nicht
Gottes Strafe über sie rufst. V. 14. Siehe, da kam Feuer vom
Himmel und hat
die beiden Hauptleute der ersten fünfzig mit ihren fünfzig
gefressen; darum sei nun mein
Leben kostbar vor deinen Augen. Er
erkannte die gerechte Strafe Gottes an und bat um Gnade. V. 15. Und der Engel des HERRN,
derselbe, der ihn angewiesen hatte, den Boten des Königs die Botschaft zu überbringen
(V. 3), sprach
zu Elia: Geh mit ihm hinab, fürchte dich nicht vor ihm,
das heißt vor dem König. Und er stand auf und ging mit ihm hinab zum
König. V. 16. Und er,
ohne Ahasja Gelegenheit zu geben, ihn mit Flüchen zu
überschütten, sprach
zu ihm: So spricht der HERR:
Weil du Boten zu Baal-Sebub,
dem Gott von Ekron,
gesandt hast, um ihn zu befragen – gibt
es denn in Israel keinen Gott, den man um sein Wort fragen kann?
– Dies
ist der Maßstab, an dem alle Appelle zu jeder Zeit gemessen werden sollten. Darum
wirst du nicht von dem Bett herunterkommen, auf das du dich gelegt hast,
sondern du wirst sterben. V. 17. So starb er nach dem Wort
des HERRN,
das Elia gesprochen hatte. Und sein Bruder Joram
wurde
König an
seiner Stattan
seiner Stelle im zweiten Jahr Jorams,
des Sohnes Joschafats,
des Königs von Juda,
der wahrscheinlich von seinem Vater zum Mitregenten ernannt worden war, als
dieser sich mit Ahab dem Feldzug gegen die Aramäer
anschloss, weil er,
Ahasja, keinen Sohn hatte.
V. 18. Die
übrigen Taten Ahasjas,
sind sie nicht geschrieben in der
Chronik der Könige von Israel?
Die Geschichte von Elias
Strafe für die gotteslästerlichen Hauptleute und ihre Truppen wird im Neuen
Testament, Lukas 9, 54 ff, erwähnt. So wie Gott viel Geduld mit den gottlosen
Königen Israels hatte, so zieht er es auch im Neuen Testament vor, seine
Barmherzigkeit walten zu lassen, denn es ist sein Ziel, verlorene Sünder zu
suchen und zu retten. Wenn Menschen jedoch weiterhin Christus und sein Heil
ablehnen und lästern, müssen sie mit der wohlverdienten Verdammnis rechnen.
Elias Himmelfahrt; Elisas
erste Wundertaten
Elia wird in den Himmel
aufgenommen
(V. 1-14): V. 1. Und
es begab sich, als der HERR
Elia in einem Wettersturm
in den Himmel aufnehmen wollte, zu der
Zeit, die der Herr für dieses wichtige Ereignis bestimmt hatte und von der Er
Seinen treuen Diener unterrichtet hatte, dass Elia mit Elisa von Gilgal,
einer Stadt in der Nähe von Silo, auf der Straße, die ins Jordantal führte, wegging.
V. 2. Und
Elia sprach zu Elisa: Bleib doch hier, denn der HERR
hat mich nach Bethel gesandt. Seine
Demut veranlasste ihn zu dieser Bitte, denn er wusste nicht, ob seine
Entrückung in den Himmel von Zeugen begleitet werden würde. Und Elisa sprach zu ihm
mit einem feierlichen Eid: So wahr
der HERR
lebt und so wahr deine Seele lebt, ich werde dich nicht verlassen.
Er war seinem Lehrer, seinem geistigen Vater, mit den Banden der treuesten
Zuneigung verbunden. So gingen sie hinab nach Bethel,
der bekannten Stadt, die näher bei Jerusalem lag, wo auch eine Schule der
Propheten war. V. 3. Und die Jünger
der Propheten, die in Bethel waren, kamen zu Elisa und
sprachen zu ihm: Weißt du, dass der HERR
heute deinen Meister von dir nehmen wird?
Auch sie hatten die Nachricht erhalten, dass der Herr ihnen ihren geliebten
Lehrer nehmen würde. Und er sprach: Ja, ich weiß es; schweigt still!
So waren alle Betroffenen, die sich dem Willen Gottes fügten, bereit für das
Opfer, aber weil sie einander liebten, sprachen sie nicht über den Abschied, da
das Thema für sie zu schmerzhaft war, um darüber nachzudenken. V. 4. Und Elia sprach zu ihm
wie zuvor: Elisa,
bleib hier; denn der HERR
hat mich nach Jericho gesandt, nahe an
den Jordan, wo es eine andere Schule von Prophetenjüngern gab. Und er sprach
wie zuvor: So
wahr
der HERR
lebt und so wahr deine Seele lebt, ich werde dich nicht verlassen. So kamen sie
nach Jericho. V. 5. Und die Jünger
der Propheten, die in Jericho waren,
die Jünger oder Schüler der dortigen Prophetenschule, kamen zu Elisa und
sprachen zu ihm: Weißt du, dass der HERR
heute deinen Meister über dein Haupt von
dir nehmen wird? Und er antwortete
wie in Bethel: Ja,
ich weiß es; schweigt still! So hatte
Elia nun die wichtigsten Prophetenschulen besucht. V. 6. Und Elia sprach zu ihm,
wobei ihn seine Demut erneut zu diesem Vorschlag veranlasste: Bleib doch hier, denn der
Herr HERR hat
mich zum Jordan gesandt, wo sein Abschied
stattfinden sollte. Und
er sprach, immer noch
entschlossen, bis zum Ende bei seinem Meister zu bleiben: So wahr
der Herr HERR lebt
und so wahr deine Seele lebt, ich werde dich nicht verlassen.
Wahrscheinlich war es der Geist Gottes selbst, der ihn drängte, seinen alten
Lehrer zu begleiten. Und die beiden gingen weitermiteinander.
V. 7. Und
fünfzig Männer aus den Söhnen Jüngern der
Propheten gingen hin und standen in der Ferne,
sie standen an einer Anhöhe und folgten den beiden Propheten mit ihren Augen,
so lange sie konnten; und die beiden standen am Jordan.
V. 8. Und
Elia nahm seinen Mantel, eines der
Zeichen seines prophetischen Amtes, und hüllte
wickelte ihn
zusammen und schlug auf das Wasser, und es teilte sich hierhin und dorthin,
sodass die beiden auf trockenem Boden hindurchgingenhinübergingen,
wie es die Kinder Israel
getan hatten, als sie in das Land Kanaan kamen (Josua 3,16). V. 9. Und als sie
hinübergegangen waren, sprach Elia zu Elisa: Bitte
mich, was ich für dich tun soll, bevor ich von dir genommen werde,
eine letzte Gunst. Und
Elisa sprach: Ich bitte dich, lass einen doppelten Anteil deines Geistes auf
mich kommen, wobei der Bezug auf das
Recht des Erstgeborenen besteht, der doppelt so viel von seinem Vater erbte wie
die übrigen Kinder, 5. Mose 21, 17. Elisas Bitte als geistlicher Sohn Elias
war, dass er einen größeren Anteil an seinem Geist erhalten möge als alle
anderen Propheten seiner Zeit. V. 10. Und er, Elia, sprach: Du
hast etwas Schweres verlangterbeten,
etwas, das in Elias Macht nicht stand, sondern nur Gott allein gewähren konnte;
wenn
du mich jedoch siehstsehen
wirst, wenn
wie ich
von dir genommen werde, wenn Elisa Augenzeuge
seines wunderbaren Weggangs sein würde, so soll es dir geschehen,
das wäre für ihn ein Zeichen, dass der Herr seine Bitte erfüllt hatte; wenn nicht, so soll es
nicht geschehen. V. 11. Und
es geschah, während sie noch weitergingen und redeten,
während sie in ernstem Gespräch vertieft waren, dass siehe,
ein feuriger Wagen und feurige Pferde erschienen und die beiden voneinander
trennten, auf eine Weise, die dem
menschlichen Verstand verborgen blieb; und
Elia fuhr in
einem Wirbelwindim
Wettersturm
in denauf
zum
Himmel auf.
Während der Sturm um die beiden Männer tobte und Elisa den Wagen und die
Feuerpferde deutlich sah, wurde Elia von seiner Seite genommen und auf
wundersame Weise emporgehoben, um in die Glückseligkeit der himmlischen Gefilde
aufgenommen zu werden. V. 12. Und
Elisa sah es und schrie: Mein Vater, mein Vater!
Denn Elia war sein geistlicher Vater gewesen, der Wagen
Israels und seine Reiter! Denn die
Gegenwart Elias in Israel hatte sich als mächtiger Schutz gegen die Feinde
erwiesen. Und
er sah ihn nicht mehr. Und er ergriff seine
Kleider und zerriss sie in zwei Stücke,
als Ausdruck seiner großen Trauer und seines Schmerzes über den Verlust seines
väterlichen Lehrers und Freundes. V. 13. Er hob auchUnd
er hob den Mantel auf, der von
Elia gefallen war, der ihn absichtlich im
Moment seines Weggangs fallen gelassen hatte, und ging
zurück und stand amkehrte um und trat
wieder an das Ufer
des Jordan. V. 14. Und er nahm den Mantel,
der von Elia gefallen war, schlug auf das Wasser und sprach: Wo ist der HerrHERR,
der Gott Elias? Dies war keine Frage des
Zweifels, sondern sollte bedeuten: „Du, Gott des Elia, wenn du auch mein Gott
bist und wenn ich dein Diener bin nach deinem Willen und Gebot, wie er es war,
dann lass dies offenbar werden, indem du gewährst, dass das, was du ihm auf
sein Wort hin gewährt hast, auch auf mein Wort hin geschieht.“ (Menken.) Und als auch er auf das
Wasser schlug, teilte es sich hierhin
und dorthin, und Elisa ging hinüber.
So erhielt Elisa seine Vollmacht als Nachfolger Elias und konnte sich
aufmachen, um sein prophetisches Werk fortzusetzen.
ELISAS WUNDERBARE
KRÄFTEElisas erste
Wundertaten
(V. 15-25): . — V.
15. Und als die
Prophetenjünger, die gegenüber in
Jericho zugesehen hatten, die aus
der Ferne zugesehen hatten, wie die Ältesten auf trockenem Boden den Jordan
überquerten, ihn
sahen, wie er auf dieselbe
Weise zurückkehrte, wie er und Elia hinübergegangen waren, sagten sie
und zogen aus diesem Wunder den Schluss: Der Geist Elias ruht auf
Elisa. Und sie kamen ihm
entgegen und verneigten sich vor ihm bis zur Erde
mit derselben Ehrfurcht, die sie zuvor Elia entgegengebracht hatten. V. 16. Und sie sprachen zu ihm: Siehe,
es sind fünfzig starke Männer unter deinen Knechten; lass sie doch gehen, dass
sie deinen Herrn suchen, damit nicht etwavielleicht
hat ihn der Geist des Herrn
HERRN ihn
auf einen Berg oder in
eine
Schlucht genommen hatTal
geworfen.
Sie wussten, dass Elia von über
Elisas Kopf genommen
werden sollte (V. 5), aber sie hatten keine genaue Vorstellung von der
Bedeutung dieses Ausdrucks und glaubten offenbar, dass nur die Seele Elias
genommen worden war und dass sie seinen Leichnam irgendwo in der Nähe finden
würden. Und er sprach: Ihr sollt
nicht senden. Er wusste, dass ihr Plan
völlig töricht war, da Elia mit Leib und Seele in den Himmel aufgenommen worden
war. V. 17. Und
Doch als
sie ihn drängten, bis er sich schämtenachgab
[w.: bis er sich schämte],
als ihre hartnäckige Beharrlichkeit ihm zeigte, dass es keine Hoffnung gab, sie
von ihrem Vorhaben abzubringen, sagte erund
sagte: Sendet hin. Da sandten
sie fünfzig Männer; und sie suchten drei Tage lang, aber sie fanden ihn nicht;
ihre eifrige Suche blieb erfolglos. V. 18. Und als sie wieder zu ihm
kamen,
(denn
er blieb in Jericho),
sprach er zu ihnen in milder
Zurechtweisung, weil sie seinen Rat nicht befolgt hatten: Habe ich euch nicht
gesagt, ihr sollt nicht gehen?
V.
19. Und die Männer der Stadt,
wahrscheinlich die Magistrate oder einflussreiche Bürger, sagten zu Elisa: Siehe,
die Lage dieser Stadt ist angenehm,
sie liegt in einer schönen Oase, die für ihre prächtigen Palmen bekannt ist, wie mein Herr sieht; aber
das Wasser ist schlecht, es hatte
eine schlechte Wirkung, und der
Boden ist unfruchtbarim
Land kommt es zu Fehlgeburten,
Fehlgeburten waren in der Umgebung an der Tagesordnung, offenbar wegen des
Wassers. V. 20. Und
er sprach: Bringt mir einen
neuen
KrugSchale,
ein Gefäß, und
tut Salz hinein.!
Und sie brachten es ihm. V. 21. Und er ging hinaus zur
Quelle des Wassers, wo der Bach aus der Erde
sprudelte, und
warf das Salz hinein, als prophetische,
symbolische Handlung, um anzudeuten, was der Herr zu tun beabsichtigte, und sprach: So spricht
der HerrHERR:
Ich habe dieses Wasser geheiltgesund
gemacht; von nun an wird
essollen
dort keinenweder
Tod mehr geben und kein
unfruchtbares Landnoch Fehlgeburt von
ihm kommen,
das heißt, keine Unfruchtbarkeit, über die sie sich beklagt hatten. Dieses
Wunder sollte dem Volk die Segnungen Gottes in den prophetischen Taten Elisas
vor Augen führen. V. 22. Und das Wasser ist bis auf den heutigen Tag
geheilt, wie nach
dem Wort, das Elisa
gesagt hat. Die Quelle und der Bach
dienten als bleibende Erinnerung an die Güte und Macht Jehovas
des Herrn zum
Guten.
V.
23. Und er ging von dort
hinauf nach Bethel; und als er den Weg hinaufging, kamen kleine Kinder aus der
Stadt und verspotteten ihn, eine Bande
gotteslästernder Jugendlicher im Alter von jungen Männern, Kinder der
Götzendiener von Bethel, und sprachen zu ihm: Geh
hinauf, du GlatzkopfKahlkopf, komm herauf!
Geh hinauf, du
GlatzkopfKahlkopf,
komm herauf!
Sie beschimpften ihn und beleidigten ihn als unreinen und verstoßenen Menschen.
V. 24. Und
er kehrte wandte
sich um
und sah sie an und verfluchte sie im Namen des HerrnHERRN;
denn es war als Prophet Jehovasdes
Herrn, dass die Spottreden
über ihn gebracht worden waren. Da kamen zwei Bärinnen
aus dem Wald und zerrissen zweiundvierzig 42 Kinder,
ohne jedoch eine Bewegung zu machen, sie zu fressen. Es war Gottes Strafe für
diese Verleumder seines Dieners, denn ihre Zahl zeigt, dass sie diese
Demonstration mit vorsätzlicher, böser Absicht geplant hatten. V. 25. Und er ging von dort zum
Berg Karmel,
er wählte für eine Weile die Einsamkeit und Verborgenheit, wie es die Propheten
zu tun pflegten, und
von dort kehrte er nach Samaria zurück, wo er später ein Haus
hatte, Kap. 6, 32. Anmerkung: Es ist nicht falsch oder ungerecht, sondern
geschieht aus Gehorsam gegenüber Gott, wenn seine Diener seinen Fluch und seine
Verdammnis über hartnäckige Gotteslästerer aussprechen.
Jorams
Regierung. Sein gemeinsamer Krieg und Sieg mit Juda
gegen die Moabiter
Der Feldzug
(V. 1-8): V. 1. Joram, der
Sohn Ahabs, wurde König
über Israel in Samaria, im achtzehnten Jahr Joschafats,
des Königs von Juda,
der offenbar im Jahr zuvor seinen Sohn Joram zum Mitregenten eingesetzt hatte
(Kap. 1, 17), und regierte zwölf Jahre. V. 2. Und
er tat, was dem HERRN
übel gefiel, aber nicht wie sein Vater und seine Mutter, Isebel, die Götzendienerin und Tyrannin; denn
er entfernte das Steinmal
des Baal, das sein Vater gemacht hatte, 1. Könige 16, 31.
32. Sein Ziel war offensichtlich, die Verehrung der goldenen Kälber zur
einzigen Staatsreligion zu machen. V. 3. Doch hielt er an den Sünden Jerobeams, des Sohnes Nebats,
fest, der Israel zur Sünde verführt hatte, und wich nicht davon ab. Ganz
gleich, was die ursprüngliche Absicht der Kalbstatuen gewesen war, ihre
Verehrung war zur niedrigsten Form des Götzendienstes verkommen. V. 4. Und
Mescha,
der König von Moab, war
ein Schafzüchter, dessen gut bewässertes Land besonders für die
Weidewirtschaft geeignet war und dessen Reichtum größtenteils aus Herden
bestand, und er lieferte dem
König von Israel 100.000
Lämmer, die wahrscheinlich lebendig als Nahrung geliefert
wurden, und 100.000 ungeschorene
Widder,
wobei in diesem Fall nur die Vliese in den Tribut einbezogen waren. Die Zahlung
war selbst für ein reiches Land sehr beträchtlich. V. 5. Als aber Ahab
gestorben war, fiel
der König von Moab vom
König von Israel ab,
wie oben in Kapitel 1, 1 erwähnt. V. 6. Und König Joram zog sogleich
aus Samaria aus und bot
ganz Israel auf, er
versammelte alle seine Streitkräfte, um die Rebellion von Moab
niederzuschlagen. V. 7. Und er ging hin und sandte zu Joschafat,
dem König von Juda, und ließ ihm sagen: Der König von
Moab ist von mir
abgefallen,
eine Tatsache, die auch das Wohlergehen Judas gefährdete; willst du mit mir
gegen Moab in den Kampf ziehen? Und er sprach und willigte in das Bündnis
ein: Ich will hinaufziehen; ich bin wie du, mein Volk ist wie dein Volk, und
meine Pferde sind wie deine Pferde, 1 Könige 22, 4, und verpflichtete sich
damit selbst und alle seine Ressourcen zur Hilfe Israels. V. 8. Und er, Joram,
sprach: Welchen Weg sollen wir nehmen? Sie konnten entweder den Jordan
überqueren und aus dem Norden gegen das Land vorrücken oder auf der Westseite
des Toten Meeres marschieren und von Osten und Süden angreifen. Und er
antwortete: Durch die Wüste Edom. Auf dieser Seite hatten die Moabiter
keine starken Befestigungen, die angreifende Armee wäre keinem möglichen
Angriff der Aramäer
ausgesetzt, und die beiden Könige konnten auf die Hilfe der Edomiter
zählen. Wie auch unser Herr rät, ist es immer ratsam, die Kosten zu berechnen,
bevor man etwas Ernstes unternimmt.
Das Wunder in der
Wüste (V. 9-20): V.
9. So
zogen der König von Israel und der König von Juda und
der König von Edom aus, dem
Statthalter unter der Oberhoheit Judas aus Höflichkeit der Titel eines Königs
verliehen worden war (1. Könige 22, 48), und als
sie zum
Umgehen sieben Tagesmärsche gezogen
waren und
marschierten an der Westküste des Toten Meeres entlang; gab
es kein Wasser für das
Heer und für das Vieh, das ihnen folgte, das als Proviant für
die Armee diente. Sie hatten sich zu weit von ihrer Wasserversorgung entfernt.
V. 10. Und der König von Israel gab sich sofort der Verzweiflung hin und
sagte: Wehe, dass der HERR
diese drei Könige hergerufen
hat, um sie in die Hand Moabs zu geben! Da er keinen Glauben
an den Herrn
hatte, sah er nichts als Tod und Verderben vor seinen Augen. V. 11. Aber Joschafat, der Vertrauen zum Herrn hatte, sagte: Ist
hier kein Prophet des HERRN,
dass wir den HERRN
durch ihn befragen können? Vgl. 1 Könige 22, 7.
Er wollte den Rat eines wahren Propheten, eines Dieners des
Herrn. Und einer der
Diener des Königs von Israel antwortete und sprach: Hier ist Elisa, der Sohn Schafats, der Elia Wasser auf die Hände gegossen hat,
nämlich in seiner Eigenschaft als Diener und Jünger. V. 12. Und Joschafat, der von diesem neuen Propheten gehört hatte,
sagte: Das Wort des HERRN
ist bei
ihm, er ist ein echter Prophet. Da gingen der König
von Israel und Joschafat und der König von Edom zu
ihm hinab, von der Anhöhe, auf der ihre Zelte standen, in das Tal, wo Elisa
mit dem Heer blieb. V. 13. Und Elisa sprach zum König Israels und nutzte
diese Gelegenheit, um ihn zu tadeln und in seinem Herzen eine heilsame Reue für
seine Sünden zu bewirken: Was habe ich mit dir zu tun? Was konnten sie
miteinander zu tun haben, da Joram dem Götzendienst verfallen war? Geh zu
den Propheten deines Vaters und zu den Propheten deiner Mutter! Denn er
erlaubte den Priestern des Baal weiterhin, in seinem Land zu wirken. Und der
König von Israel sagte, zumindest mit einer gewissen Demut: Nein,
denn der HERR
hat diese drei Könige gerufen, um sie in die Hand Moabs zu geben.
Seine Bitte um Hilfe beruhte also auf der Tatsache, dass das Leben und die
Armeen von drei Königen auf dem Spiel standen. V. 14. Und Elisa sprach: So wahr der HERR
der Heerscharen, Jahwe
Sabaoth, der mächtige
Herrscher der himmlischen Heerscharen, lebt, vor dem ich stehe, wenn ich
nicht Rücksicht auf Joschafat, den König von Juda, nähme, würde ich dich nicht ansehen und dich nicht beachten,
hätte er ihn und seine Bitte ignoriert. V. 15. Aber jetzt bringt mir einen Saitenspieler,
einen Harfenspieler, mit der Absicht, durch den beruhigenden Einfluss der Musik
seinen Geist von der Außenwelt abzulenken und sich auf jede Offenbarung
vorzubereiten, die der Herr ihm geben könnte. Und es geschah, als der Sänger
spielte, kam
die Hand des HERRN
über ihn, und er wurde zum Sprachrohr des
Herrn. V. 16. Und er
sprach: So spricht der HERR:
Macht in dieser
Talebene Grube an Grube,
mit Zisternen, um viel Wasser aufzunehmen. V. 17. Denn
so spricht der HERR:
Ihr werdet weder Wind sehen noch Regen, es würde keinen Regenschauer in oder in der Nähe
ihres Lagers geben; doch dieses Tal wird
sich mit
Wasser füllen,
damit ihr trinken könnt, ihr und eure Herden
und euer Vieh,
wobei mit „ihr“ die Tiere gemeint sind, die als Nahrung dienen, und mit „euer Vieh“
die Lasttiere. V. 18. Und das ist nur ein Geringes in
den Augen des HERRN, es war für den
Herrn eine Kleinigkeit,
die Armee mit Trinkwasser zu versorgen; Er wird auch die Moabiter in eure
Hand geben und euch einen glorreichen Sieg über den Feind schenken. V. 19. Und
ihr werdet
alle befestigten Städte schlagen, die mit starken
Befestigungsanlagen, und alle auserwählten Städte, und alle guten Bäume
fällen, auch die Obstbäume nicht ausgenommen, 5.
Mose 20, 19. 20, und
alle Wasserquellen verstopfen und jedes gute Stück Land mit Steinen verderben,
indem ihr es mit Steinen bedeckt, so dass es nicht mehr zum Ackerbau geeignet
ist. V. 20. Und es geschah am Morgen, da man das
Speisopfer
opfert,
zur Zeit des Morgenopfers, kurz nach Sonnenaufgang, siehe, da kam Wasser aus
der Richtung Edoms, und das Land
wurde mit Wasser erfüllt. Der Herr hatte in
der Nacht einen starken Regen oder einen Wolkenbruch über die Berge Edoms
gesandt, und das Wasser strömte nun durch die Schluchten hinab in das Tal, wo
die vereinigten Heere lagerten. Es war ein Wunder der Barmherzigkeit Gottes,
dessen Ziel es unter anderem war, die Herzen aller Menschen zu ihm zu wenden.
Der Sieg über Moab
(V. 21-27): V.
21. Und als alle Moabiter hörten, dass die Könige heraufgezogen waren, um
gegen sie zu kämpfen, dies war während der sieben Tage geschehen, in denen
sich die angreifende Armee näherte, sammelten sie alle, die Rüstungen
anlegen konnten, riefen alle, die sich gürten konnten, das heißt, die
Waffen tragen konnten, und darüber,
nicht nur die ganz Jungen, sondern auch alle älteren Männer, und stellten
sich an der Grenze auf, in Schlachtordnung entlang der Grenze ihres Landes.
V. 22. Und als sie sich
früh am Morgen aufmachten, an dem Tag, als der Herr das Wasser von den
Bergen Edoms herabkommen ließ, und
die Sonne aufging
über dem Wasser, da
sahen Moabiter sahen das
Wasser auf der anderen Seite rot wie Blut, wegen der Reflexion des roten Sonnenlichts; V.
23. und sie sprachen: Das ist Blut,
eine keineswegs weit hergeholte Schlussfolgerung, denn sie wussten, dass es in
der Wüste kein Wasser gab; die Könige haben
sich bekämpft
und einander erschlagen, da ihre bekannte
Eifersucht einen solchen Höhepunkt der Uneinigkeit erreicht hatte, dass es zu
einem blutigen Gemetzel gekommen war. Nun denn, Moab, zur Beute! Sie
brachen aus den Reihen aus und stürmten wie ein unorganisierter Mob vorwärts.
V. 24. Aber
als sie zum Lager der Israeliten kamen, erhoben sich diese und schlugen die
Moabiter, die völlig überrascht waren, als der Feind ihnen
mit gezückten Waffen entgegenkam, sodass sie vor ihnen flohen. Aber Israel
drang weiter vor und schlug die Moabiter in
ihrem eigenen Land;
denn die Israeliten und ihre Verbündeten verfolgten die fliehenden Moabiter
über die Grenze hinweg. V. 25. Und sie rissen
die Städte nieder und warfen jeder auf jedes gute Stück Land einen Stein und
füllten sie
damit, so dass es nicht mehr Getreide tragen konnte; und
sie verstopften alle Wasserbrunnen und fällten alle guten Bäume,
bis nur Kir-Heres
übrigblieb,
die Hauptstadt, die wichtigste Festung des Landes, belagerten sie zuletzt; doch
umzingelten sie die Schleuderer und beschossen
sie, indem sie die Männer der Besatzung erschlugen,
sobald sie sich auf den Mauern zeigten. V. 26. Und als der König von Moab
sah, dass der Kampf zu hart für ihn war, nahm er 700
Mann mit sich, die Schwerter trugen, erfahrene
Schwertkämpfer, um bis zum König von Edom vorzudringen, weil er glaubte,
dass dieser Teil der angreifenden Armee der schwächste sei;
aber sie konnten es nicht. V. 27. Da nahm
der König von Moab seinen ältesten Sohn, der an
seiner Stelle König werden sollte, den
Thronfolger, und opferte ihn als Brandopfer auf der Mauer und opferte
ihn dem moabitischen Kriegsgott Kemosch
vor den Augen der belagernden Armee. Und es kam ein
großer Zorn über Israel,
ihre Armee war voller Abscheu und Empörung über diese Tat; und sie zogen von
ihm weg, da sie nicht länger in diesem Land bleiben wollten, entsetzt über
dieses Menschenopfer, und kehrten in ihr Land zurück. So sollten alle
Gläubigen die Greuel der götzendienerischen Welt
verabscheuen und vor ihren Versuchungen fliehen.
Fünf weitere
Wundertaten Elisas
Elisa vermehrt das Öl
im Krug der Witwe (V. 1-7): V.
I. Und eine Frau aus den
Frauen der Prophetenjünger, die in mehreren
Gemeinden in Kanaan zu finden waren, schrie
zu
Elisa und sprach: Dein Knecht, mein Mann, ist gestorben; und du weißt, dass
dein Knecht den HERRN fürchtete; er war ein
gottesfürchtiger Prophet in Wahrheit und nicht nur dem Namen nach; und nun
ist der Gläubiger gekommen, um meine beiden Söhne als Sklaven zu sich zu nehmen,
denn das erlaubt das Gesetz bis zum nächsten Jubeljahr, 3.
Mose
25, 39. V. 2. Und Elisa sprach zu ihr: Was soll ich für dich tun? Er bat
sie zuerst, einen Vorschlag zu machen, wie er ihr helfen könne. Sag mir, was
hast du im Haus? Und sie sprach: Deine Magd hat nichts im Haus außer einem Topf
Salböl,
wie es nach dem Bad verwendet wurde. V. 3. Da sprach er: Geh, leihe dir von
deinen Nachbarinnen alle leeren Gefäße, leihe dir nicht zu wenige.
Sie sollte sich nicht scheuen, ihre Nachbarn zu bitten. V. 4. Und dann
geh ins Haus und schließ die Tür hinter dir und
deinen Söhnen, um jede Störung,
jeden Lärm und jede Ablenkung fernzuhalten, und sollst in alle diese Gefäße
gießen und die vollen beiseite stellen. V. 5. Da ging sie von ihm weg und
lieh sich Gefäße, wie ihr gesagt worden war, und
schloss
die Tür hinter sich und ihren Söhnen, die ihr die Gefäße brachten, und sie
goss
ein in
einem gleichmäßigen Strom. V. 6. Und es geschah, als die Gefäße voll waren,
nämlich die, die sie zur Hand hatte, da sprach sie zu ihrem Sohn: Bring mir
noch ein Gefäß. Und er sprach zu ihr: Es ist kein Gefäß mehr. Und das Öl
blieb stehen, es hörte auf zu fließen, als alle Gefäße gefüllt waren. V. 7.
Da kam sie und sagte es dem Mann Gottes und überließ es seiner Weisheit,
zu entscheiden, wie sie das Öl verwenden solle. Und er sprach: Geh,
verkaufe das Öl und bezahle deine Schuld, befriedige den
Gläubiger und werde ihn los, und lebe du und deine Kinder von dem Rest,
nämlich von dem Geld, das nach der Bezahlung ihres Gläubigers übrig blieb. Gott
ist immer der Vater der Witwen und Waisen und hat in vielen Fällen alles, was
bestimmte Menschen zum Leben brauchten, auf offensichtlich wundersame Weise
bereitgestellt.
Elisa und die Schunemitin (V. 8-117): V. 8. Und es
begab sich an einem Tag, gerade um diese Zeit, dass Elisa nach Schunem
kam, einer Stadt im nördlichen Teil der Ebene von Jesreel,
am Hang des kleinen Hermon, wo eine reiche Frau wohnte,
eine Frau von bedeutendem Ansehen in der Gegend; und sie nötigte ihn, zu essen
und ihrer Gastfreundschaft teilhaftig zu werden. Und so kam es, dass er,
wann immer er vorbeikam, wahrscheinlich auf dem Weg zum Berg Karmel oder von dort zurück, kehrte
er dort ein, um zu essen. V. 9. Und sie,
nachdem dies einige Male geschehen war, sagte zu ihrem Mann: Sieh, ich
erkenne, dass dieser ein heiliger Mann Gottes ist, kein Betrüger, kein
falscher Prophet, wie sie heute die Straßen unsicher machen, der
immer hier durchkommt. V.
10. Lass uns doch ein kleines
gemauertes Zimmer oben machen und ihm dort Bett,
Tisch, Stuhl und Leuchter hinstellen, damit er, wenn er zu uns kommt, dort
einkehren kann. Was sie vorschlug,
war eine gemauerte Kammer im Obergeschoss, die auf dem flachen Dach des Hauses
gebaut war und über eine Außentreppe erreicht werden konnte, mit Wänden, die
Schutz vor jedem Wetter boten. V. 11. Und es begab sich an einem Tag, es
geschah zu einer anderen Zeit, dass er dorthin
kam,
und er wandte sich in die
Kammer und schlief
dort, um
sich von seiner langen Reise auszuruhen. V. 12. Dann sprach er zu Gehasi, seinem Diener, von dem nichts
weiter bekannt ist: Ruf diese Schunemitin.
Und als er sie gerufen hatte, trat sie vor ihn, das heißt vor Gehasi, der ihr daraufhin den Rest der Worte Elisas
mitteilte. V. 13. Und er sprach zu ihm, bevor er hinabstieg: Sag nun
zu ihr: Siehe, du hast uns mit aller dieser Fürsorge bedacht, sie hatte
ihnen alle nur mögliche Rücksichtnahme, die sorgfältigste Gastfreundschaft
erwiesen; was kann man für dich tun?
Was würde sie dafür verlangen? Willst du, dass man für dich beim König oder
beim Heerführer ein Wort einlegt? Elisa hatte großen Einfluss bei den
wichtigsten Männern des Landes und hätte leicht eine Gunst für die Frau
erwirken können. Und sie antwortete: Ich wohne bei meinem Volk. Sie war
mit ihrer Stellung unter den Niedrigen zufrieden und sehnte sich nicht nach
einem Leben am Hof. V. 14. Und er sprach: Was soll man nun für sie tun?
Wie konnte er seine Dankbarkeit für die erwiesene Güte zeigen? Und Gehasi antwortete und stellte eine Vermutung an, die
auf der allgemeinen Meinung im Volk beruhte: Sie hat keinen Sohn, was in
Israel als Schande, wenn nicht gar als Fluch Gottes galt, und ihr Mann ist
alt. Es schien wenig Hoffnung für die Frau aus Schunem,
jemals das Glück eines Kindes zu erleben. V. 15. Und er sprach, weil er
direkt mit ihr sprechen wollte: Ruf sie her! Und als er sie rief, trat sie an der Tür, da
ihre Bescheidenheit und Ehrfurcht ihr nicht erlaubten, in den Raum zu treten.
V. 16. Und er sprach: Um diese Zeit
übers Jahr wirst du einen Sohn herzen. Und
sie, fast überwältigt von der Aussicht, die ihre
kühnsten Hoffnungen übertraf, sprach: Nein, mein Herr, du Mann Gottes,
belüge deine Magd nicht. Sie fürchtete die Enttäuschung, die auf unerfüllte
Hoffnungen folgen würde. V. 17. Und die Frau wurde schwanger und gebar einen
Sohn zu der Zeit übers Jahr, die Elisa ihr
gesagt hatte. Auf diese Weise
belohnte der Herr die Frau für ihre Güte gegenüber seinem Diener. Er ist es
auch, der heute gläubigen Eltern Kinder, die Frucht des Leibes, als Belohnung
schenkt, und sie werden sie entsprechend schätzen.
Elisa erweckt den
Sohn der Schunemitin wieder zum Leben (V. 18-37): V.
18. Und als das Kind groß geworden war und ein Junge von einiger Statur
geworden war, geschah es eines Tages, dass er zu seinem Vater zu den
Schnittern hinausging, zur Zeit der Ernte, der heißesten Zeit des Jahres.
V. 19. Und er sprach zu seinem Vater: Mein Kopf, mein Kopf! Er litt
offensichtlich an einem Sonnenstich. Und er, der wahrscheinlich glaubte,
es sei nur eine vorübergehende Schwäche, sprach zu einem Knecht: Trag ihn zu seiner
Mutter! V. 20. Und er nahm
ihn
und brachte zu seiner Mutter. Und
er saß auf ihren Knien, wo
sie ihn in banger Furcht festhielt, bis es Mittag wurde,
und dann starb er. V. 21. Und sie
ging hinauf und legte ihn auf das Bett des Mannes Gottes, in der Absicht,
seinen Tod eine Weile geheim zu halten, zumindest bis sie ihre Reise angetreten
hatte, und schloss die Tür hinter ihm und ging hinaus. Sie hatte ihren
Plan gefasst und wollte nicht zulassen, dass irgendjemand oder irgendetwas ihre
Vorbereitungen störte. V. 22. Und sie rief ihren Mann und sprach: Schick mir
doch einen der Knechte,
denn da es Erntezeit war, wollte sie sich mit nur einem Diener begnügen,
anstatt der üblichen zwei, und einen der Eselinnen, damit ich zum Mann
Gottes eilen und wieder zurückkommen kann. V. 23. Und er
sprach: Warum willst du heute zu ihm gehen? Es ist weder Neumond noch Sabbat,
die Zeiten, zu denen religiöse Versammlungen stattfanden und das Volk zu den
Propheten kam, um Unterweisung zu erhalten. Und sie sprach: Es wird gut
sein, wörtlich: „Friede“, das heißt: Mach dir keine Sorgen!
V. 24. Da sattelte
sie die Eselin und sagte zu ihrem
Knecht: Treib an und halte mich
nicht
auf beim Reiten,
wörtlich: „Behindere nicht das Reiten“, er sollte das Tier in einem
gleichmäßigen, schnellen Tempo halten, es sei denn, ich sage es dir. V.
25. So zog sie und kam zu dem
Mann Gottes auf den Berg Karmel,
etwa zwanzig Meilen westlich. Und als der Mann Gottes sie von weitem sah,
sagte er zu seinem Diener Gehasi: Siehe, da ist die
Frau aus Schunem.
V 26. Lauf ihr nun entgegen und frage sie: Geht es dir gut? Geht es deinem
Mann gut? Geht es dem Kind gut? Das waren die üblichen Fragen, um sich nach
dem Wohlergehen von Menschen zu erkundigen, die man eine Weile nicht gesehen
hatte. Und sie antwortete, als Gehasi ihr
diese Fragen stellte: Es geht gut, was wieder so viel bedeutet wie: Mach
dir keine Sorgen! ein Ausdruck, mit dem sie den Fragenden beruhigen wollte,
ohne konkrete Auskunft zu geben. V. 27. Und als sie zu dem Mann Gottes auf
den Berg kam, umfasste sie seine Füße,
fiel vor ihm nieder und hielt sich an seinen Knien fest, überwältigt von ihrer
Trauer. Aber Gehasi trat hinzu, um sie
wegzustoßen, da er es für unschicklich hielt, den Propheten auf diese Weise
zu bedrängen. Und der Mann Gottes sprach: Lass sie, denn ihre Seele ist betrübt,
voller bitterer Fragen, und der HERR hat es mir verborgen
und nicht kundgetan. V.
28. Da sprach sie: Habe ich einen Sohn von meinem Herrn begehrt? Habe ich
nicht gesagt: Täusche mich nicht! Sie nannte den Grund für ihre Bitterkeit
nicht direkt, aber Elisa konnte sich leicht seine Schlussfolgerungen ziehen.
Sie hatte nicht um einen Sohn gebeten, aber nun, da sie das Kind ihres Alters
verloren hatte, war sie tiefer getroffen als zuvor.
V. 29. Da sprach
er zu Gehasi: Gürte deine Hüften,
für eine schnelle Reise, und nimm meinen Stab in deine Hand und geh hin.
Wenn du jemand begegnest, grüße ihn nicht, und wenn dich jemand grüßt, antworte ihm
nicht. Er sollte sich durch nichts aufhalten lassen, denn
er war der Vertreter des Propheten, und seine Mission erforderte Eile und
Konzentration. Und lege meinen Stab auf das Gesicht des Kindes. Das
Auflegen des Stabes des Propheten auf das Gesicht des Jungen sollte keine
magische Wirkung haben, sondern hatte den Zweck, alle abergläubischen
Vorstellungen aus den Köpfen der Menschen zu vertreiben. V. 30. Und die
Mutter des Kindes fürchtete, dass der Prophet nicht persönlich nach Schunem
kommen würde, und sagte: So wahr der HERR lebt und so wahr
deine Seele lebt, ich lasse nicht von dir.
Sie bestand darauf, dass er persönlich kommen sollte. Da
machte er sich auf und folgte ihr. V.
31. Aber Gehasi
ging vor ihnen her und legte den Stab auf das Gesicht des Kindes; aber es war
weder eine Stimme zu hören noch ein Lebenszeichen,
keine Antwort; der Herr wollte nicht, dass das Wunder auf diese Weise geschah. Darum
ging er wieder zu ihm und sagte ihm: Der
Junge
ist nicht aufgewacht. V. 32. Und als
Elisa ins Haus kam, siehe, da war das Kind tot, nicht nur bewusstlos, wie
Elisa vielleicht gehofft hatte, und lag auf seinem Bett. V. 33. Da
ging er hinein, schloss die Tür hinter ihnen beiden zu,
sich selbst und dem toten Jungen, und betete zum HERRN. V.
34. Und er stieg hinauf, nämlich auf das Bett, legte sich auf das
Kind, legte seinen Mund auf dessen Mund, seine Augen
auf dessen Augen und seine
Hände auf dessen Hände, um
dem Leichnam Wärme zu geben; und er streckte sich über das Kind, und der
Leib
des Kindes wurde warm und erholte sich von
der Kälte des Todes. V. 35. Dann ging
er wieder
im
Haus auf und ab, wie jemand, der
unter dem Eindruck einer großen Erregung steht und auf die Erfüllung seines
Gebets wartet; und er ging hinauf und legte sich über ihn. Da
nieste der
Junge
siebenmal, und der Junge öffnete seine Augen. V.
30. Und er rief Gehasi und sprach: Ruf diese Schunemitin.
Da rief er sie. Und als sie zu ihm kam, sagte er: Nimm deinen Sohn! V. 37. Da
ging sie hinein, fiel ihm zu Füßen und verneigte sich bis zur Erde,
überwältigt von Gefühlen des Staunens und der Dankbarkeit, nahm ihren Sohn
und ging hinaus. Solche Wunder, wie sie hier berichtet werden, aber noch
viel mehr die, die von Jesus von Nazareth berichtet werden, sind die Garantie
für die allgemeine Auferstehung am Ende der Tage.
Wundertaten unter den
Prophetenjüngern
(V. 38-44): V. 38. Und Elisa kam wieder zu einer
anderen Zeit nach Gilgal im Bergland von
Zentral-Kanaan. Aber es war eine
Hungersnot im Land, eine schwere
Hungersnot; und als die Jünger der Propheten vor
ihm saßen
und erhielten von ihm als ihrem Lehrer Unterweisung. sprach er zu seinem Diener:
Setze den großen Topf auf und koche ein Gericht für die Jünger der Propheten,
die offenbar gemeinsam aßen. V. 39. Und einer der Schüler ging hinaus
aufs Feld, um Kräuter zu sammeln, irgendwelches Grünzeug, das noch zu
finden war, und fand ein wildes Rankengewächs,
eine Pflanze ähnlich einer Weinrebe, entweder eine wilde Gurke oder die giftige
Colocynthia, und
pflückte davon wilde Koloquinten,
Kürbisart, deren Blätter Weinlaub ähnlich sind,
bis sein Gewand voll war, und kam
und schnitt sie in den Topf;
denn sie kannten sie nicht, sie waren mit der
Pflanze und ihren gefährlichen Eigenschaften nicht vertraut. V. 40. So
gossen sie es den Männern ein zu essen. Und als sie
von dem Gericht aßen, schrien sie
und sprachen: Mann Gottes, der Tod ist im Topf!
Aus der Bitterkeit und der sofortigen schädlichen Wirkung schlossen sie, dass
das Essen giftig und tödlich sei. Und sie konnten es
nicht
essen. V. 41. Aber er sprach: Bringt Mehl, das war
nur ein äußeres Zeichen oder Symbol für das Wunder, das vollbracht wurde. Und
er warf es in den Topf und sprach: Schüttet es für das Volk aus, damit sie
essen können. Und es war nichts Schädliches mehr im Topf, es hatte keine
schädliche Wirkung mehr, wenn man das Essen aß.
V. 42. Und es kam
ein Mann aus Baal-Schalischa,
einem Bezirk etwas westlich von Gilgal, und
brachte dem Mann Gottes Brot von den Erstlingen, denn diese gehörten nach
dem Gesetz den Dienern des Herrn, zwanzig Gerstenbrote und neues
Korn in seinem Beutel,
geröstete Ähren, die er in einem Sack trug. Und er, Elisa, sagte: Gib
es dem Volk, dass sie essen können. V. 43. Und sein Diener sagte: Wie soll ich das vor
hundert Mann hinstellen? Die Menge reichte
nicht aus, um so viele Menschen zu ernähren. Er sagte wieder: Gib es dem
Volk, dass sie essen können; denn so spricht der HERR, Er
hatte Elisa diese Tatsache offenbart: Man wird essen und davon
übriglassen. V. 44. Da setzte er es ihnen vor, und sie aßen,
wobei sich die Menge während des Essens auf wundersame Weise vermehrte, und
ließen davon übrig, wie der HERR gesagt hatte,
wie bei den größeren Wundern Christi, Matthäus 14, 16 ff. 15, 36 f.;
Johannes 6, 11. 12. Der Herr sorgt in seiner überreichen Güte für seine Kinder,
denn er ist allmächtig, alle ihre Bedürfnisse zu stillen.
Naeman wird von seinem
Aussatz gereinigt; Gehasi für seine Habgier
mit Aussatz bestraft
Das Zeugnis es
israelischen Sklavenmädchens (V. 1-7): V.
1. Und Naeman
[andere Ansatzform: Naaman], der Feldhauptmann der
Heerscharen
des Königs von Aram [Syrien], der Oberbefehlshaber
der syrischen Streitkräfte, war ein großer Mann bei
seinem Herrn, er hatte eine
einflussreiche Stellung im Dienst des Königs inne, und war
hoch angesehen, denn durch ihn hatte der HERR Aram
Sieg gegeben, indem er den Sieg
über Ahab und seine Streitkräfte errungen hatte (1. Könige 22, 35. 36). Er
war ein tapferer Mann und ein
ausgezeichneter Heerführer; jedoch aussätzig,
was ihn für die Erfüllung vieler seiner Aufgaben untauglich machte. V. 2. Und
die Aramäer waren ausgezogen, um
zu plündern, und hatten aus dem Land Israel ein junges
Mädchen, gefangen weggeführt; und
sie diente Naemans
Frau und verrichtete die Arbeit einer Haussklavin. V.
3. Und sie sprach zu ihrer Herrin: Ach, wäre mein Herr Naeman
doch bei dem Propheten in Samaria! Denn Elisa wohnte dort, Dann würde
der
ihn von seinem Aussatz
befreien,
sodass er wieder gesund würde und seine Aufgaben wie früher erfüllen könnte. V.
4. Und er, nämlich Naeman,
ging hinein und berichtete seinem Herrn, dem König, und sprach: So
und so hat das Mädchen aus dem Land Israel gesagt. Er legte den Vorschlag
dem König zur Zustimmung oder Ablehnung vor. V. 5. Und der König von Aram sprach: Geh hin, ich
will einen Brief an den König von Israel senden. Er
war sehr darauf bedacht, Naeman
wieder zu seiner früheren Gesundheit und Kraft zurückzuführen. Und er, Naeman,
ging hin und nahm mit sich zehn Talente Silber (ca.
245.000 EUR) und
sechstausend Goldstücke (geschätzt zwischen 497.000
und 608.000 EUR) und zehn Wechselkleider, besondere
Festgewänder.
V. 6. Und er
brachte den Brief zum König von Israel, der seit der Niederlage Ahabs in
einer gewissen Abhängigkeit vom König von Aram stand, und sprach: Wenn
nun dieser Brief zu dir kommt, siehe, so sende ich meinen Knecht Naeman
zu dir, dass du ihn von seinem Aussatz befreist.
Der König von Aram machte den König von
Israel für diese Heilung verantwortlich, da er wahrscheinlich dachte, er müsse
nur den Propheten rufen und ihm befehlen, das Wunder zu vollbringen. V. 7. Und
als der König von Israel den Brief gelesen hatte, zerriss er vor
Schreck und Trauer seine Kleider und sprach: Bin ich denn
Gott, dass ich töten und lebendig machen kann, dass er zu mir sendet, einen Menschen von seinem Aussatz zu befreien? Er
verlangte etwas, was nur Gott tun konnte, und machte damit die Angelegenheit
eindeutig zu einem Streitpunkt. Darum bedenkt doch und seht, wie er einen
Streit mit mir sucht!
Beachte, dass die kleine Sklavin die Gelegenheit nutzte, um für den Propheten des
Herrn
Zeugnis abzulegen, und so maßgeblich dazu beitrug, Naeman
zur Wahrheit zu führen – ein schönes Beispiel für die Menschen unserer Zeit.
Die Heilung Naemans (V. 8-19a): V. 8. Und es
geschah, als Elisa, der Mann Gottes, hörte, dass der König von Israel
seine Kleider zerrissen hatte, weil er wegen der scheinbar unmöglichen
Aufgabe, die von ihm erwartet wurde, verzweifelt war, dass er zum König
sandte und ließ sagen: Warum hast du deine Kleider zerrissen? Seiner
Meinung nach war dies ein Akt törichter Furcht. Lass
ihn doch zu mir kommen, damit er erkennt, dass in Israel ein
Prophet ist, ein Diener des wahren und allmächtigen Gottes. V.
9. Da kam Naeman
mit seinen Pferden und seinem Wagen und seinem ganzen Gefolge und hielt
vor der Tür des Hauses Elisas, zu stolz, wie es scheint, um die armselige
Hütte zu betreten, sondern erwartend, dass der Prophet ihn in einer seinem Rang
entsprechenden Weise behandeln würde. V. 10. Und Elisa, der von der
Zurschaustellung von Reichtum und Macht völlig unbeeindruckt war, sandte
einen Boten zu ihm und ließ ihm sagen: Geh und wasche dich siebenmal im Jordan,
so wird dein Fleisch wieder gesund werden, und du wirst rein sein.
Daraus sollte Naeman
lernen, dass seine Heilung weder eine Frage der Magie noch von der Person
Elisas abhing, sondern dass sie ein kostenloses Geschenk des Gottes Israels
war. V. 11. Aber Naeman
wurde zornig, was zeigt, in welcher Gemütsverfassung er nach Samaria
gekommen war, nämlich als stolzer Feldherr, der Hilfe forderte, und nicht als
Bittsteller, der um Hilfe flehte, und er ging weg und sagte: Siehe, ich
dachte, er würde sicher zu mir herauskommen, hertreten,
den Namen des HERRN, seines Gottes,
anrufen und seine Hand über die Stelle bewegen,
sie mit einer beschwörenden Geste über die befallene Stelle hin und her bewegen
und den Aussätzigen befreien. Er
dachte, solche religiösen Zeremonien, zusammen mit etwas Zauberei, seien
unerlässlich, besonders in seinem Fall. V. 12. Sind nicht Abana (oder Amana) und Pharpar, Gebirgsbäche mit klarem, frischem Wasser, die Flüsse
von Damaskus, besser
als alle Wasser Israels? Kann ich mich nicht darin waschen und rein werden? Er
glaubte, die Heilung bestehe in der Entfernung des Schmutzes vom Fleisch durch
äußere Anwendung von Wasser. Da wandte er sich und ging zornig weg.
V. 13. Da traten
seine Diener zu ihm und sprachen: Mein Vater, eine gleichzeitig
vertrauliche und respektvolle Anrede, wenn der Prophet dir etwas Großes
geboten hätte, etwas besonders Schwieriges, hättest du es nicht getan?
Wie viel mehr, wenn er dir sagt: Bade dich und du
wirst rein sein! V. 14. Da stieg
er hinab von dem Hügel, auf dem Samaria lag, und tauchte siebenmal in
den Jordan, wie der Mann Gottes gesagt hatte, wobei die Zahl Sieben das
Zeichen für das Wirken Gottes ist; und sein Fleisch wurde wiederhergestellt,
es wurde wieder ganz gesund, wie das Fleisch eines kleinen Kindes, und er
war rein. V. 15. Und er kehrte zu dem Mann
Gottes zurück, nach Samaria, er
und sein ganzes Gefolge, und er kam und trat vor ihn.
Und er sprach in der Überzeugung,
die ihm durch seine jüngsten Erfahrungen aufgezwungen worden war: Siehe, nun
weiß ich, dass es keinen Gott auf der ganzen Erde gibt außer in Israel; der
Glaube an den wahren Gott war in seinem Herzen gewirkt worden. Nun aber,
nimm eine Segensgabe von deinem Knecht in
Form eines reichen Geschenks. V. 16. Aber er sprach: So wahr
der HERR lebt, vor dem ich
stehe, als sein demütiger und ergebener Knecht, ich
will nichts davon nehmen. Und er drängte ihn, es anzunehmen, aber er
lehnte ab, weil er nicht den Verdacht der Selbstsucht und der Habgier auf
sich ziehen wollte. V. 17. Und Naeman
sprach in demütigem Ton, der in seltsamem Gegensatz zu seinem früheren
hochmütigen Verhalten stand: Soll denn deinem Knecht nicht die
Traglast von zwei Maultier
von dieser
Erde gegeben werden? Denn
dein Knecht will von nun an weder Brandopfer noch Schlachtopfer anderen Göttern
darbringen, sondern dem HERR. Er
schrieb dem Boden Israels keine magischen Kräfte zu, sondern wollte mit dem Bau
eines Altars aus dieser Erde sein Bekenntnis zum Glauben an den
Herrn
bekunden. V. 18. In dieser Sache wolle
der HERR
deinem Knecht vergeben, dass, wenn mein Herr
in das Haus Rimmons geht,
des obersten Götzenbildes Syriens, um dort anzubeten, und er sich auf meine
Hand stützt und ich mich im Haus Rimmons verneige,
nämlich während er dem König bei seiner Verehrung assistiert: wenn ich mich
im Haus Rimmons verneige, nicht in persönlicher
Verehrung, sondern im Dienst an seinem Herrn, dann
möge der HERR deinem Knecht in dieser Sache
vergeben! Er bekannte diesen Skrupel seines zarten Gewissens
frei, um nicht den Anschein zu erwecken, dass er den Herrn verleugnete, den er
nun so offen angenommen hatte. V. 19 a. Und
er, Elisa, sprach zu ihm: Geh in Frieden! Aus
dieser ganzen Geschichte sehen wir erstens, dass der Herr einfachen und
absoluten Gehorsam gegenüber seinem Wort verlangt; zweitens, dass er auch den
armen Heiden Barmherzigkeit erwies; und schließlich, dass er von uns erwartet,
dass wir sehr sorgfältig darauf achten, nicht an den Sünden anderer Menschen
teilhabend zu werden.
Gehasis Habsucht und ihre
Folgen
(V. 19b-27): V. 19 b. Als er nun
ein
Stück von ihm weg war, Naeman
machte sich auf den Rückweg nach Damaskus. V. 20. dachte Gehasi,
der Diener des Mannes Gottes, in seinem Herzen: Siehe, mein Herr hat Naeman,
diesen Aramäer, verschont und nicht
angenommen, was er ihm gebracht hat, die reichen
Geschenke hatten die Habgier Gehazis geweckt; aber
so wahr der HERR lebt,
ein in diesem Zusammenhang blasphemischer Schwur, ich werde ihm nachlaufen
und etwas von ihm nehmen, um wenigstens einen Teil dieses Reichtums zu
erlangen. V. 21. So eilte Gehasi
Naeman
nach und eilte ihm schnell nach, um ihn einzuholen. Und
als Naeman
ihn hinter sich herlaufen sah, stieg er vom Wagen herab, um ihm
entgegenzugehen, ein Zeichen des Respekts; denn er ehrte den Herrn in
seinem Diener und sagte: Ist alles in Ordnung? Die offensichtliche
Aufregung Gehasis ließ vermuten, dass etwas geschehen
war. V. 22. Und er sagte: Alles ist in Ordnung. Mein
Herr hat mich gesandt und gesagt: Siehe, gerade jetzt kommen zwei junge Männer
von den Prophetenjüngern
aus dem Gebirge
Ephraim zu mir. Diese Aussage war
natürlich eine absichtliche Lüge. Gib ihnen ein Talent
Silber (ca. 24.500 EUR) und zwei
Wechselkleider. V. 23. Und Naeman
sprach: Tu mir den Gefallen,
lass dich überreden, nimm doch, nimm zwei Talente. Und er drängte ihn und
band zwei Talente Silber in zwei Beutel, wahrscheinlich korbartige Säcke, mit
zwei Wechselkleidern und legte sie auf zwei seiner Knechte, eine ziemlich
schwere Last; und sie trugen sie vor ihm her. V. 24. Und als er zum Hügel kam,
dem Hügel vor der Stadt, nahm er sie ihnen aus der Hand und legte sie in
sein Haus und bewahrte sie an einem sicheren Ort. Und er ließ die Männer
gehen, und sie zogen fort. V. 25. Er aber ging hinein und trat vor
seinen Herrn. Und Elisa sprach zu ihm: Woher kommst du, Gehasi?
Und er sprach: Erneut log er und sagte: Dein Knecht ist weder
hierhin noch dorthin gegangen,
und behauptete, dass er das Gelände nicht einmal verlassen habe. V. 26. Und
er sprach zu ihm: Ist nicht mein Herz mit dir gegangen,
wobei er zwar nicht körperlich anwesend war, aber sein Geist, als ein Mann sich von seinem
Wagen umwandte, um dir entgegenzukommen? Ist es eine Zeit, Silber
zu nehmen
und Kleider, Olivenhaine, Weinberge, Schafe, Rinder, Knechte und Mägde?
Denn all das hätte Gehasi mit dem Geld kaufen können,
das er auf die Weise der falschen Propheten erhalten hatte, mit denen sich die
wahren Diener des Herrn weder damals noch jemals identifizieren würden. V. 27. Darum
wird die Aussatz Naemans an
dir und deinen Nachkommen für immer haften bleiben.
Das war Gottes Strafe für seine Hinterlist und seine Habgier. Und er ging
von ihm hinaus, aussätzig wie Schnee. Menschen
unter den Dienern des Herrn, die den Glauben und ein gutes Gewissen verleugnet
und ihre Zuneigung auf die Dinge dieser Welt gesetzt haben, werden ihre Strafe
durch die Hand Gottes erhalten, wenn nicht jetzt, dann sicherlich im Jenseits.
Schwimmendes
Eisen. Das aramäische Heer mit Blindheit geschlagen. Hungersnot in Samaria
Das schwimmende
Axt-Eisen (V.
1-7): V. 1. Und die Jünger
der Propheten,
wahrscheinlich diejenigen, die in Jericho lebten, sprachen zu Elisa: Siehe,
nun ist der Ort, wo wir mit dir wohnen, wörtlich: „vor deinem Angesicht“,
unter seiner Aufsicht, zu eng für uns, die gegenwärtigen Gebäude boten
nicht mehr genügend Platz für ihre wachsende Zahl. V. 2. Lass uns doch zum
Jordan gehen und dort jeder einen Balken holen, indem wir einige der großen
Bäume am Fluss fällen und sie für die Mauern des neuen Gebäudes vorbereiten, und
lass uns hier
eine Stätte machen, wo wir wohnen können. Und er antwortete: Geht hin, er
gab gerne seine Zustimmung. V. 3. Und einer sprach: Sei
doch so freundlich,
lass es dir gefallen, und geh mit deinen Knechten, denn sie glaubten,
dass die Gegenwart des Propheten Segen und Erfolg für ihre Arbeit bringen
würde. Und er antwortete: Ich will mitgehen. V.
4. So ging er mit ihnen. Und als sie zum Jordan kamen, fällten
sie Bäume, die an seinem Ufer standen. V. 5. Aber
als einer einen Balken fällte, glitt die Axt
aus dem Schaft und fiel das Eisen
ins Wasser; und er schrie und sprach: Wehe, mein Herr, dazu
sie ist geliehen! Er hatte um ihre
Benutzung für die anstehende Arbeit gebeten, da er zu arm war, um sich eine Axt
zu kaufen. V. 6. Und der Mann Gottes sprach: Wo ist sie hingefallen? Und er
zeigte ihm die Stelle. Und er, Elisa, hieb einen Stock ab und warf ihn
dorthin, wo das Eisen auf den Grund gesunken war;
und brachte das Eisen zum
Schwimmen,
vom Wasser gegen den Lauf der Natur angehoben, und trieb an der Oberfläche. V.
7. Da sprach er: Hole es
dir! Und er streckte seine Hand aus und nahm es.
Wir sehen hier, dass der Herr bereit ist, auch in kleinen Dingen, in den
kleinen Verlegenheiten des Lebens, zu helfen.
Aufgrund von Elisas
Gebet wird das aramäische Heer mit Blindheit geschlagen
(V. 8-23): V. 8. Da zog der
König von Aram [Syrien], noch während der
Herrschaft Jorams von Israel, gegen Israel in den Krieg, mehr durch
Streifzüge, die die Plünderung des Landes zum Ziel hatten, als durch reguläre
Feldzüge, und hielt Rat mit seinen Knechten und sprach: An diesem und jenem
Ort will ich mein Lager aufschlagen. Er legte die Lage seiner verschiedenen
Lagerplätze im Voraus fest und teilte sie seinen Hauptleuten in geheimer
Beratung mit. V. 9. Aber
der Mann Gottes, Elisa, sandte zum
König Israels und ließ ihm sagen: Hüte dich, dass du nicht an diesem
Ort vorbeikommst, nämlich um ihn mit
einer ausreichend starken Truppe zu besetzen, um die Aramäer
fernzuhalten; denn dorthin sind die Aramäer
herabgestiegen, er
kannte die Orte, die sie für ihre Lager ausgewählt hatten. V. 10.
Und der König Israels sandte an den Ort, den der
Mann Gottes ihm genannt und vor dem er ihn gewarnt hatte, und
besetzte diese Orte immer im Voraus, und nahm
sich dort in Acht,
wodurch er die Pläne der Aramäer
vereitelte, nicht nur einmal odeer
zweimal, sondern immer wieder. V. 11. Darum wurde das
Herz des Königs von Aram
sehr beunruhigt wegen dieser Sache, die Angelegenheit
bedrückte ihn sehr. Und er rief seine Diener und sprach zu ihnen: Könnt
ihr mir nicht anzeigen,
wer von den Unseren zum
König von Israel hält? Er
glaubte, dass es in ihrem eigenen Lager einen Verräter gab, der ihre Pläne dem
Feind verriet. V. 12. Da sprach
einer seiner Knechte: Niemand, mein Herr, König, sondern Elisa, der Prophet,
der in Israel ist, sagt dem König von Israel die Worte, die du in deinem
Schlafgemach redest. Er besaß eine so
große prophetische Weisheit, dass er alle Geheimnisse des syrischen Königs
kannte. V. 13. Und er sprach: Geht hin und späht aus, wo er ist, damit ich
ihn holen lasse, um Elisa in seine Gewalt zu bringen und ihn so daran zu
hindern, dem König von Israel seine Pläne zu verraten. Und man berichtete
ihm und sprach: Siehe, er ist in Dotan, etwa 19
km nördlich von Samaria. V. 14. Da sandte
er,
der König von Aram, dorthin
Pferde und Wagen und ein großes Heer, eine große Schar von
Fußsoldaten; und sie kamen bei Nacht und umstellten
die Stadt. V. 15. Und als der Diener des Mannes Gottes,
entweder Gehasi oder ein Prophetenschüler,
früh aufgestanden und hinausgegangen war, siehe, da umringte
ein Heer die Stadt mit Pferden und Wagen. Und sein Diener
sprach zu ihm: Ach, mein Herr, was sollen wir tun? Er
spürte, dass sie nun in der Gewalt der Feinde waren und nicht entkommen
konnten. V. 16. Und er, Elisa, antwortete: Fürchte dich nicht, denn
die mit uns sind, sind mehr als die mit ihnen. Vgl. 4.
Mose 14, 9; 2 Chron. 32,
7; Ps. 3, 6; 27, 3. V. 17. Und Elisa betete und sprach: HERR,
öffne ihm die Augen, damit er sieht, damit seine
physischen Augen sehen konnten, was sein Geist hätte wissen müssen. Da
öffnete der HERR
dem Diener
die Augen, und er sah, was normalerweise
vor den Augen der Sterblichen verborgen war; und siehe, der Berg war voll
von feurigen Pferden und Wagen um Elisa herum, die Heerscharen der
himmlischen Engel waren gesandt worden, um ihn zu beschützen. V. 18. Und als
sie, die Aramäer, zu
ihm hinabkamen, betete Elisa zum HERRN
und sprach: Schlage dieses Volk mit Blindheit!
Und er, der Herr,
schlug sie mit Blindheit gemäß dem Wort Elisas;
sie waren in einem Zustand, dass ihre Augen nicht richtig unterscheiden
konnten, obwohl ihnen die Sehkraft nicht genommen war. V. 19. Und
Elisa sprach zu ihnen: Das ist nicht der Weg, und das ist nicht die Stadt, er bereitete sich bewusst darauf vor, sie in die
Irre zu führen. Folgt mir, ich will
euch zu dem Mann bringen, den ihr sucht. Und er
führte sie nach Samaria, während sie
praktisch seine Gefangenen waren. V. 20. Und es geschah, als sie nach
Samaria kamen, dass Elisa sprach: HERR,
öffne diesen Männern die Augen, den Aramäern,
die ihm so vertrauensvoll und blind gefolgt waren, damit sie sehen können.
Und der HERR
öffnete ihnen die Augen, und sie sahen, und siehe, sie waren mitten in Samaria. V.
21. Und der König von Israel sprach zu Elisa, als er sie sah: Mein Vater,
nämlich im geistigen Sinne, soll ich sie schlagen? Soll ich sie schlagen?
Er war begierig, den Vorteil zu nutzen, den ihm die Anwesenheit des Feindes
bot, denn sie waren nun in seiner Macht. V. 22. Und er, mit der
angemessenen Menschlichkeit, die es für höchst unangebracht hielt, einen feigen
Vorteil aus einem Feind zu ziehen, antwortete: Du sollst sie nicht schlagen.
Würdest
du diejenigen erschlagen,
die du mit deinem Schwert und mit deinem Bogen gefangen genommen hast?
Die Bedeutung ist: Wenn du diese töten würdest, könnte deine Handlung dann
gerechtfertigt sein wie im Fall von Kriegsgefangenen? Setze
ihnen Brot und Wasser vor und bereite
ihnen ein reichhaltiges Mahl, damit sie essen und trinken und zu ihrem Herrn
ziehen. V.
23. Und er bereitete ihnen ein großes Mahl;
und als sie gegessen und getrunken hatten, ließ er sie ziehen, und sie gingen
zu ihrem Herrn. So kamen die Streifscharen
Arams
nicht mehr in das Land Israel; sie erkannten, dass
solche Feldzüge sinnlos waren, solange Elisa im Land war und alle ihre Pläne
offenbarte. Der Engel des Herrn lagert um die her, die ihn fürchten. Die wahren
Kinder Gottes bewahren ganze Länder vor manchem großen Unglück.
Die große Hungersnot
im belagerten Samaria und die wunderbare Errettung
gemäß Elisas Weissagung (V. 24-33): V.
24. Und es begab sich nach diesen Dingen, einige Jahre nachdem diese
Feldzüge aufgehört hatten, dass Ben-Hadad,
der König von Aram [Syrien], sein ganzes Heer versammelte und hinaufzog
und Samaria belagerte, offensichtlich mit
dem Ziel, das Land Israel gänzlich tributpflichtig zu machen. V. 25. Und es
kam eine große Hungersnot in Samaria; und siehe, sie belagerten es, bis ein
Eselskopf, der ärmste Teil eines unreinen Tieres, für achtzig
Silberstücke (etwa 288 EUR),
und ein Viertel Kab (etwa zehn Kubikzoll) Taubenmist
für fünf Silberstücke (ca.
18 EUR) verkauft wurden.
V. 26. Und als der König von Israel
auf der Mauer vorbeiging, schrie eine Frau zu ihm und sprach: Hilf, mein Herr
und König! V.
27. Und er sprach in Bitterkeit, die an Verzweiflung grenzte: Wenn
der HERR
dir nicht hilft, woher soll ich dir helfen, aus der Tenne,
dem Ertrag der Dreschfeste, dem Getreide oder dem Mehl, oder aus der Kelter?
Es war die bittere Ironie einer Seele ohne Hoffnung. V. 28. Und der König
sprach zu ihr: Was hast du? Und sie antwortete und
zeigte auf eine andere und sprach: Diese Frau hat
zu mir gesagt: Gib deinen Sohn, dass wir ihn heute essen können, und morgen
essen wir meinen Sohn. Was der Herr in Matthäus 24,
57 vorausgesagt und angedroht hatte, war in seiner ganzen Schrecklichkeit
eingetroffen. V. 29. So kochten wir meinen Sohn und aßen ihn, die
abscheulichste Form des Kannibalismus. Und ich sprach zu ihr am nächsten
Tag: Gib deinen Sohn, damit wir ihn essen können; aber sie verbarg ihren Sohn.
So forderte diese unnatürliche Mutter, die durch übermäßigen Hunger praktisch
in den Wahnsinn getrieben worden war, Gerechtigkeit, die Erfüllung des
schrecklichen Handels. V. 30. Und als der König die Worte der Frau hörte,
zerriss er seine Kleider in unkontrollierbarer Trauer und Entsetzen; und
er ging an der Mauer entlang, und das Volk sah, und siehe, er hatte einen Sack
unter seiner Kleidung, als Untergewand, auf seinem Fleisch, das Symbol der
Demut, das in seinem Fall jedoch eher die Form einer mechanischen Buße hatte.
V. 31. Dann sprach er in unvernünftiger Wut gegen den Propheten, den er
in gewisser Weise für die nun offenbar gewordenen schrecklichen Zustände
verantwortlich machte: Gott soll mir dies und das
tun, wenn der Kopf Elisas, des Sohnes Schafats, heute
auf ihm bleibt! Er gelobte mit einem
schrecklichen Eid, Elisa zu ermorden.
V.
32. Aber Elisa saß in seinem Haus, und die Ältesten, die
Magistrate der Stadt, saßen bei ihm, wahrscheinlich um
seinen Rat und seine Hilfe zu erbitten. Und der König sandte einen Mann vor sich
her; aber bevor der Bote zu ihm kam, sprach er zu den Ältesten,
nachdem er eine Offenbarung von Gott empfangen hatte: Seht ihr, wie dieser Mördersohn,
nämlich Joram, der Sohn Ahabs, gesandt hat, um mir den Kopf abzuschlagen?
Wenn der Bote kommt, schließt die Tür und drängt zurück
mit der Tür,
damit er nicht hereinkommt und das Verbrechen begeht, zu dem er beauftragt
worden ist. Hört ihr nicht die Schritte seines Herrn hinter ihm? Joram
folgte dem Boten auf den Fersen. V. 33. Und während er noch mit
ihnen redete, siehe, da kam der Bote zu ihm herab, und er, der König, sprach: Siehe, dieses
Unheil ist vom HERRN;
was sollte ich noch länger auf den HERRN
warten? Dies war wahrscheinlich der Rat, den Elisa gegeben
hatte, da der König schon seit einiger Zeit bereit war, sich zu ergeben. Die
Worte des Königs waren der Schrei eines Menschen in tiefer Verzweiflung.
Anmerkung: Obwohl es bis heute üblich ist, die Schuld für viele Unglücksfälle
den Christen zu geben, sind diese in Wahrheit ein Segen und ein Schutz für
jedes Land.
Der große Überfluss in Samaria
Die Flucht des
aramäischen Heeres (V. 1-11): V.
1. Da der König von Israel und die Ältesten der Stadt im Haus des
Propheten waren, sprach
Elisa: Hört das Wort des HERRN! So spricht der HERR: Morgen um diese
Zeit wird ein Maß Feinmehl,
etwas mehr als acht Liter feinster Weizenmehl, für einen Schekel (ca.
3,60 EUR)
verkauft werden, und zwei Maß Gerste, fast siebzehn Liter, für einen
Schekel, im Tor von Samaria, wo
gewöhnlich der Markt stattfand. V. 2. Da antwortete einer der Offiziere, auf dessen Arm
[w.:
Hand] sich der König stützte, einer
aus seinem Gefolge, ein Adjutant, dem Mann Gottes und
sprach: Siehe, wenn der HERR Fenster am Himmel
machen würde, dass Gerste und Mehl
vom Himmel regnen würden, könnte das sein?
Das war nicht nur ein vernünftiger Zweifel, sondern offene, bittere Verachtung,
Spott und Hohn des Unglaubens. Und er, Elisa, sagte: Siehe, du
wirst es mit deinen Augen sehen, nämlich die versprochene Billigkeit und
Fülle, aber du wirst davon nicht essen, er würde für seinen Unglauben
bestraft werden. Wie dies zustande kam, wird als nächstes berichtet.
V. 3. Und es waren
vier aussätzige Männer am Eingang des Tores, gerade außerhalb der
Stadtmauer, denn sie durften nicht in der Stadt wohnen, 3. Mose 13,46; 4. Mose
5,3. Und sie, da sie von den Menschen in der Stadt keine Nahrung mehr
erhielten, sagten zueinander: Warum sollen
wir hierbleiben, bis wir sterben? V.
4. Wenn wir sagen: Wir wollen in die Stadt gehen, so ist Hungersnot in der
Stadt, dort würde ihnen auch der Hunger drohen, und wir würden dort
sterben; und wenn wir hierbleiben, sterben wir auch. So kommt, lasst uns zu
den Aramäern
überlaufen, in dieser Not zum Feind überlaufen; wenn
sie uns am Leben lassen, so leben wir; wenn sie uns töten, so sterben wir. V.
5. Und sie machten
sich auf in der Abenddämmerung,
in der Abendfinsternis, als man sie von der Stadt nicht mehr sehen konnte, um
zum Lager der Aramäer zu
gehen; und als sie an den Rand des Lagers der Aramäer
kamen, an den Ort, wo die Vorposten der Stadt am nächsten
waren, siehe, da
war niemand da, das ganze Lager war
verlassen. V. 6. Denn der HERR
hatte das Heer der Aramäer
ein Getöse
von Wagen und von Pferden hören lassen, ja, das Getöse
eines großen Heeres;
denn so erklärten sich die Soldaten das ununterbrochene und immer lauter
werdende Rauschen und Dröhnen in der Luft, da ihre Ohren durch die Macht Gottes
getäuscht wurden. Und sie sprachen
zueinander: Siehe, der König Israels hat die Könige der Hethiter,
deren Streitkräfte aus dem Norden zu erwarten waren, und
die Könige der Ägypter,
die aus dem Süden über sie kommen würden, gegen
uns angeworben, damit
sie über uns kommen. Es war eine Panik,
die durch das direkte Eingreifen Gottes ausgelöst worden war. V. 7. Darum machten sie
sich
auf, mit einem einzigen erschreckten Impuls, und
flohen in der Abenddämmerung und
ließen ihre Zelte und ihre Pferde und ihre Esel zurück, das
Lager, wie es war, denn ihre Furcht
war so groß und so unbegründet, dass sie alles zurückließen und waren
um
ihr Leben geflohen.
V. 8. Und als diese Aussätzigen, von denen oben die Rede ist, an den
Rand des Lagers kamen, gingen sie in ein Zelt und aßen und tranken, denn
sie fanden Speise in Fülle, und nahmen von dort Silber und Gold und Kleider
und gingen hin und versteckten es als ihre rechtmäßige Beute; und kamen
wieder und gingen in ein anderes Zelt und nahmen auch von dort mit und
versteckten es, denn die Leichtigkeit, mit der das verlassene Lager
geplündert werden konnte, regte ihre Habgier an. V. 9. Da sprachen sie zueinander,
denn ihr Gewissen erinnerte sie an die Pflicht, die sie ihren Mitbürgern
schuldig waren: Wir tun nicht recht; heute ist ein Tag der guten Botschaft,
die sie dem Volk von Samaria so schnell wie möglich mitteilen mussten, schweigen
wir,
bis es lichter Morgen wird, wird uns Schuld treffen,
denn sie würden mit Sicherheit entdeckt werden und die gerechte Strafe
erleiden. Nun kommt, damit wir gehen und es dem Haus
des Königs
berichten, und dem Palast des Königs Bericht erstatten. V.
10. Da kamen sie und riefen die Torwache,
den Wächter der Stadt, den Mann, der am Tor stand, und sagten zu ihnen
und allen Wächtern, die auf ihren Ruf herbeigeeilt waren: Wir
sind zum Lager der Aramäer gekommen, und siehe,
da war niemand dort, auch keine Menschenstimme,
niemand zu sehen oder zu hören, sondern nur die Pferde und Esel standen
gebunden, und die Zelte waren, wie sie waren. V. 11. Da riefen
es
die Torwächter aus,
alle Mitglieder der Wache; und man berichtete es drinnen
im Haus des Königs und erstatteten den
in solchen Fällen vorgeschriebenen Bericht. Für den Herrn ist nichts unmöglich;
er kann helfen, wenn die Menschen ratlos sind und alle Hoffnung aufgegeben
haben.
Der große Überfluss
in Samaria (V.
12-20): V.
12. Und der König, als er die erstaunliche Nachricht hörte, stand in
der Nacht auf und sprach zu seinen Knechten, seinen Dienern, den
Mitgliedern seines Rates: Ich will euch sagen, was die Aramäer
mit
uns gemacht haben; er
vermutete eine List. Sie wissen, dass wir Hunger
leiden,
deshalb sind sie aus dem Lager gezogen, um sich auf dem Feld zu verstecken, und
sagen: Wenn sie aus der Stadt kommen, werden wir sie lebend fangen,
denn dann wäre es ein Leichtes, die Verteidiger der Stadt, die durch den Hunger
geschwächt sind, zu überraschen und zu überwältigen und in die Stadt
einzudringen. V. 13. Und einer seiner Berater,
ein Mitglied seines Rates, antwortete und sprach: Lasst einige fünf der
Pferde nehmen, die noch in der Stadt sind – siehe, sie sind wie
die ganze Menge der Israeliten, die noch darin sind; siehe, wie die ganze Menge
der Israeliten, die dahin sind –,
das heißt, die Späher würden entweder sicher in die
Stadt zurückkehren und das Schicksal der anderen teilen, indem sie den
Hungertod erleiden, oder sie würden in die Hände der Feinde fallen und getötet
werden, in welchem Fall sie nicht schlechter dran wären als diejenigen, die
bereits gefallen waren), und lasst uns
hinschicken, um
nachzusehen. V. 14. Sie nahmen
also zwei Wagen mit Pferden,
zwei Wagen mit den notwendigen Pferden und wahrscheinlich einen einzigen
Reiter. Und der König sandte hinter dem Heer der Aramäer her und ließ sagen:
Geht hin und seht nach! V. 15. Und sie
folgten ihnen bis zum Jordan, denn es war leicht, ihrem Fluchtweg zu folgen;
und siehe, der ganze Weg war voll von Kleidern und Geräten,
persönlichen Gegenständen der fliehenden Soldaten, die die Aramäer in ihrer Eile
weggeworfen hatten. Und die Boten kehrten zurück und berichteten es dem
König.
V. 16. Und das
Volk, das zweifellos mit größter Ungeduld auf die Rückkehr der Späher
gewartet hatte, ging hinaus und plünderte das
Lager der Aramäer und belud sich mit
Beute. So wurde ein Maß feines Mehl für einen Schekel und zwei Maß Gerste
für einen Schekel verkauft, wie der HERR gesagt hatte,
Vers 1. Vers 17. Und der König setzte den Offizier, auf dessen Hand er
sich stützte, seinen Adjutanten, über
die Pforte, um die Ordnung aufrechtzuerhalten und Unfälle zu verhindern; und
das Volk, das überreizt war und nicht auf seine Befehle hören wollte, zertrat ihn in der Pforte
nieder, drückte ihn grob zu Boden und zertrampelte ihn zu
Tode. Und er starb, wie der Mann Gottes gesagt hatte, der gesprochen
hatte, als der König zu ihm hinabkam. V. 18. Und
es war geschehen,
wie der Mann Gottes zum König gesagt hatte: Zwei Maß Gerste für einen Schekel
und ein Maß Feinmehl für einen Schekel soll morgen um
diese Zeit am Tor von Samaria sein. V.
19. Und der Offizier hatte dem Mann Gottes
geantwortet und sprach: Siehe, wenn der HERR Fenster am Himmel
macht, könnte dann so etwas
geschehen? Er aber sprach: Siehe, du wirst es mit deinen Augen sehen, aber du
wirst nichts davon essen. V. 20. Und so
geschah es ihm; denn das Volk zertrat ihn in der
Pforte, und er starb. Die
umständliche Wiederholung dieses traurigen Ereignisses dient dazu, seine Lehre
zu verdeutlichen; denn Gott lässt sich nicht verspotten, wie viele
Gotteslästerer zu ihrem Leidwesen erfahren mussten, oft leider erst, als es zu
spät war.
Siebenjährige
Hungersnot. Hasaël
König von Aram. Joram und Ahasja
Könige in Juda
Elisas großer
Einfluss am Hof: Die Schunemitin erhält ihren Besitz zurück
(V. 1-6): V. 1. Da sprach
Elisa, genauer gesagt, er hatte gesprochen, denn dieser Vorfall hatte sich
einige Jahre zuvor ereignet, zu der Frau, deren Sohn
er wieder zum Leben erweckt hatte, und sagte: Mach
dich auf und zieh
fort mit deinem Haus und
bleibe als Fremde,
wo du bleiben kannst, und zieh in ein Land,
wo die Hungersnot nicht so groß ist; denn der HERR wird
eine Hungersnot rufen ins Land für
sieben Jahre. V. 2. Und die
Frau, die zu dieser Zeit offenbar Witwe war, machte
sich auf und tat, wie der
Mann Gottes gesagt hatte, und zog mit ihrem Haus und ließ sich im Lande der
Philister nieder, das nahe war und
dessen fruchtbare Länder gewöhnlich nicht so schwer von Hungersnot heimgesucht
wurden, sieben Jahre lang.
V.
3. Und es begab sich, als die sieben Jahre
vollendet waren, dass die Frau aus dem Land der Philister zurückkehrte und
hinausging, um den König anzurufen, den obersten Richter, das höchste Gericht, wegen
ihres Hauses und ihres Landes. Ihr Besitz war
entweder in den Besitz der Krone übergegangen, oder einige Personen hatten sich
unrechtmäßig ihres Erbes bemächtigt. V. 4. Und der König redete mit Gehasi, dem Diener des Mannes
Gottes, und
sprach: Sage mir doch, was für große Dinge Elisa getan hat! Er war begierig, mehr über das persönliche Leben
des großen Propheten zu erfahren. V. 5. Und
es geschah auf Gottes Geheiß, als er dem König erzählte,
wie Elisa einen Toten wieder zum Leben erweckt hatte, dass die Frau, deren Sohn
er wieder zum Leben erweckt hatte, zum König schrie wegen
ihres
Hauses
und ihres
Landes. Ihre Bitte wurde dem König gerade in diesem
günstigen Moment vorgetragen. Da sagte Gehasi: Mein Herr und König,
das ist die Frau, und das ist ihr Sohn, der seine Mutter
begleitet hatte, den Elisa lebendig gemacht hat. V.
6. Und als der König die Frau fragte, erzählte sie ihm alles und brachte
ihre Klage vor. Da gab
der König ihr einen Beamten mit und übergab die Regelung ihrer Sache einem seiner
Eunuchen und sprach: „Verschaffe
ihr alles wieder,
was ihr gehört,
all ihren Besitz und allen Ertrag
des Feldes seit dem Tag, an dem sie das Land verlassen hat, bis heute! sie soll eine Menge Getreide und Feldfrüchte
erhalten, die der gesamten Ernte ihrer Felder während ihrer Abwesenheit
entspricht. Der König war von der Erzählung der Taten Elischas
so beeindruckt, dass er der Frau zumindest die Gerechtigkeit widerfahren ließ,
die sie forderte. In ähnlicher Weise werden sogar hartgesottene Sünder
gelegentlich durch offensichtliche Werke Gottes bewegt und versuchen eine Zeit
lang, das Richtige zu tun. Aber wenn man sich an Sünde und Ungehorsam gewöhnt
hat, kann nur echte Reue eine Erneuerung des Herzens bewirken.
Elisa weissagt Hasaël
vom Königtum von Aram
(V. 7-15): V.
7. Und Elisa kam nach Damaskus, der Hauptstadt Syriens; und Ben-Hadad,
der König von Aram [Syrien], war krank; und man sagte ihm: Der Mann
Gottes ist hierhergekommen, er hatte den Bezirk
erreicht, in dem die Stadt lag. V. 8. Und der König sprach zu Hasaël,
einem seiner hohen Beamten, vielleicht sogar dem Oberbefehlshaber der Armee: Nimm
ein Geschenk mit dir und geh dem Mann Gottes entgegen, dessen Ruhm sich
weit verbreitet hatte, und frage ihn im Namen des HERRN:
Werde ich von dieser Krankheit genesen? Die Frage sollte
wahrscheinlich auch die Bitte enthalten, dass der Prophet für die
Wiederherstellung seiner Gesundheit beten möge. V. 9. Da ging Hasaël
hin, um ihn zu treffen, und nahm ein Geschenk mit sich, alles, allerlei
Kostbares von Damaskus,
die besten Produkte, die die Stadt zu bieten hatte, eine
Last für vierzig Kamele, womit er die vorgeschlagene Gabe sehr
eindrucksvoll zur Schau stellte, und kam und trat vor
ihn und sprach: Dein Sohn Ben-Hadad,
der König von Aram,
hat mich zu dir gesandt und lässt dir sagen: Werde
ich von dieser Krankheit genesen? V. 10. Und Elisa
sprach zu ihm: Geh hin und sage ihm: Du wirst gewiss
genesen [so 18 hebr. Hss. und die Leseform
des Mas.T.],
wörtlich [Schreibform des Mas.T.]: „Du wirst nicht
leben”; aber der HERR
hat mir gezeigt, dass er gewiss
sterben wird, allerdings nicht an
dieser Krankheit, sondern durch Gewalt. V. 11. Und er starrte
unbeweglich vor sich hin und
war aufs äußerste entsetzt.
Wenn dies von Elisa gesagt wird, bedeutet es, dass er Hasaël
so durchdringend ansah, dass dieser sich vor seinem forschenden Blick
zurückzog, weil er wusste, dass Elisa von seiner Ambition und seinem Verrat
wusste, mit denen er seinen Herrn ermorden wollte. Wenn Hasaël
das Subjekt ist, bedeutet es, dass er keinen einzigen Muskel seines Gesichts
bewegte, obwohl er wusste, dass Elisa seine Bosheit kannte. Und der Mann
Gottes weinte, da der prophetische Geist ihm offenbarte, was seinen
Landsleuten in Zukunft widerfahren würde. V. 12. Und Hasaël
sprach: Warum weint mein Herr? Er antwortete: Weil ich das Unheil weiß, das du den Kindern Israel antun wirst, nachdem du den
Thron bestiegen hast. Du wirst ihre Festungen
in Brand stecken, ihre jungen Männer mit dem Schwert erschlagen, ihre Kinder
zerschmettern und ihre schwangeren Frauen aufschlitzen und alle Grausamkeiten der bittersten Kriege
begehen. Vgl. Kap. 10, 32. 33; 13, 3. 4. 7. 22. V. 13. Und
Hasaël,
ein Heuchler und Schauspieler, sagte: Was ist dein Knecht,
der Hund,
ein geringes, verächtliches Geschöpf, dass er solch Großes tun sollte,
solch mächtige Gewalt ausüben? Und Elisa antwortete: Der HERR
hat mir gezeigt, dass du König über Aram
sein wirst, eine Aussage, die die geheimen, ehrgeizigen Pläne
Hasaëls
offenbarte. V. 14. Da ging er von Elisa weg und kam zu seinem Herrn, der zu
ihm sagte: Was hat Elisa zu dir gesagt? Er antwortete: Er hat mir gesagt, dass
du sicherlich genesen wirst, eine Antwort, die nicht der Wahrheit entsprach
und absichtlich so formuliert war, um Ben-Hadad in
Sicherheit zu wiegen. V. 15. Und es geschah am nächsten Tag, dass er eine
Decke nahm,
eine schwere, gewebte Decke, und tauchte sie in
Wasser, wodurch es noch schwerer wurde, und breitete es
über sein Gesicht, sodass er starb. Und Hasaël
wurde König an
seiner Stelle und
usurpierte den Thron. Anmerkung: Es ist Gott, der die Angelegenheiten dieser
Welt lenkt, selbst wenn das Böse scheinbar die Macht hat; denn die Strafen, die
die reuelosen Sünder treffen, dienen dazu, die Herrschaft des einen Herrn in
der Höhe zu betonen.
Die Regierungen von
Joram und Ahasja von Juda
(V. 16-29): V. 16. Und im
fünften Jahr Jorams, des Sohnes Ahabs, des Königs von Israel, als Joschafat König von Juda war, wurde
Joram, der Sohn Joschafats, König von Juda, und
war zwei Jahre lang Mitregent seines Vaters. V. 17. Er war 32
Jahre alt, als er König wurde,
und er regierte acht Jahre in Jerusalem, davon sechs allein.
V. 18. Und er wandelte in den Wegen der Könige Israels in aller ihrer
gottlosen Bosheit, die sie getan hatten, wie das Haus Ahabs
tat; denn die Tochter
Ahabs war seine Frau, wobei auch hier das
Übel der Mischehen offenbar wird; und er tat, was dem HERRN
übel gefiel. V. 19. Aber
der HERR
wollte Juda um seines Knechtes Davids willen nicht
vernichten, Er
wollte nicht, dass es als Nation aufhörte zu bestehen, wie er
ihm versprochen hatte, ihm und seinen Kindern immer eine Leuchte zu
geben, nämlich indem Er seine Nachkommen auf dem Thron
erhielt. Dennoch musste das Land teuer für die Sünde seines Königs bezahlen. V.
20. In seinen Tagen fiel
Edom von
die Herrschaft Judas ab,
erlangte seine Unabhängigkeit zurück und setzte einen König über sich.
V. 21. Da zog Joram nach Zaïr,
einer befestigten Stadt Idumäas, und alle Kriegswagen
mit ihm, die ganze Streitmacht seines Heeres; und er
stand bei Nacht auf und schlug die Edomiter, die ihn
umzingelt hatten und drohten, ihn und sein ganzes Heer gefangen zu nehmen, und
die Wagenführer. Da floh
das Volk, das heißt die Edomiter, in
ihre Zelte, in ihre Häuser und entkam nur knapp einer völligen Niederlage.
V. 22. Doch fiel Edom
von der
Herrschaft Judas ab
bis zum heutigen Tag [aus Gründen, die in
2. Chr. 21,16 dargelegt werden,
die es Joram verwehrten, seinen Sieg zu vollenden]. Damals fiel
(auch) Libna ab,
eine alte Königsstadt der Kanaaniter in der Ebene von Juda,
nahe der Grenze zu Philistäa, zur gleichen Zeit.
So verlor Juda immer mehr an Ansehen und Macht. V.
23. Und die übrigen Taten Jorams und alles, was er getan hat, sind sie nicht
geschrieben in der Chronik der Könige von Juda?
V. 24. Und Joram legte sich zu
seinen Vätern und wurde bei seinen Vätern in der Stadt Davids begraben, und Ahasja
(oder Asarja),
sein Sohn, wurde König an
seiner Stelle.
V.
25. Im zwölften Jahr Jorams, des Sohnes Ahabs, des Königs von Israel, wurde Ahasja,
der Sohn Jorams, des Königs von Juda, König. V.
26. Ahasja
war 22
Jahre alt, als er König wurde, er war der jüngste
Sohn Jorams, 2 Chron. 21, 17; und er regierte ein Jahr lang in Jerusalem.
Und seine Mutter hieß Athalja, die Tochter, das
heißt die Enkelin, Omris, des Königs von
Israel, der hier erwähnt wird, weil er der Gründer des Königshauses war,
dem die Königinmutter angehörte. V. 27. Und er wandelte auf den Wegen des
Hauses Ahabs in götzendienerischer Bosheit und tat, was dem HERRN
übel gefiel, wie das Haus Ahabs; denn er war mit
dem Haus Ahabs
verschwägert
und stand daher unter dem Einfluss der unaussprechlichen Isebel. V. 28. Und
er zog mit Joram, dem Sohn Ahabs, in den Krieg gegen Hasaël,
den König von Aram,
nach Ramoth in
Gilead, der befestigten Stadt im Land östlich des Jordan,
die Ahab bereits zurückzugewinnen versucht hatte; und
die Aramäer
verwundeten Joram, nachdem
sie die Stadt wieder eingenommen hatten, Kap. 9, 14. V. 29. Da
kehrte König Joram zurück,
um sich in Jesreel,
seiner Sommerresidenz, von den Wunden heilen
zu lassen,
die ihm die Aramäer in
Rama,
das ist Ramoth in Gilead, zugefügt
hatten, als er gegen Hasaël,
den König von Aram,
gekämpft hatte. Und
Ahasja, der Sohn Jorams, der
König von Juda, ging hinab, um Joram, den Sohn Ahabs, seinen Schwager, in Jesreel zu besuchen, weil er krank war
und an den Wunden litt, die er erhalten hatte, während die Heere auf dem Feld
blieben. Wenn Menschen die Segnungen Gottes ignorieren und ablehnen und seine
Barmherzigkeit verachten, zeigt Gott ihnen, dass er sehr wohl in der Lage ist,
sie streng zu bestrafen und in ihrem Fall Gerechtigkeit walten zu lassen.
Jehu
wird zum König von Israel gesalbt, tötet Joram, Ahasja
und Isebel
Die Ankündigung der
Erhöhung Jehus und seine Salbung
(V. 1-10): V. 1. Und der
Prophet Elisa rief
einen der Prophetenjünger, einen Schüler einer Prophetenschule, und
sprach zu ihm: Gürte deine Lenden, um dich auf eine schnelle Reise zu Fuß
vorzubereiten, und nimm diesen Ölkrug,
ein kleines Gefäß wie einen Krug, in deine Hand, und geh nach Ramoth in Gilead, in
das Land östlich des Jordan. V. 2. Und wenn du dorthin kommst, halte
Ausschau nach Jehu, den Sohn Joschafats, des Sohnes Nimschis,
und geh hinein, das heißt in sein
Haus oder Zelt, und lass ihn aus der Mitte seiner Brüder, seiner
Waffenbrüder, aufstehen, und bring ihn in die
innerste
Kammer, an einen Ort, wo sie ungestört sein können. V. 3.
Dann nimm den Krug mit Öl
und gieße es auf
sein Haupt, deren Inhalt das übliche Salböl war, und sage:
So spricht der HERR:
Ich habe dich zum König über Israel gesalbt! Vgl. 1 Könige 19, 16. Dann
öffne die Tür und fliehe und zögere nicht, um jede Diskussion
über die Angelegenheit zu vermeiden.
V.
4. Da ging der junge Mann, der Diener des Propheten,
nach Ramoth in Gilead.
V. 5. Und als er kam, siehe, da saßen die
Hauptleute des Heeres, offenbar in einem Kriegsrat; und er sprach: Ich
habe eine Botschaft für dich, Hauptmann! Jehu war ein Offizier des Heeres. Und
Jehu sprach: Für wen von uns allen? Er aber sagte: Für
dich,
Hauptmann, und wählte ihn für
diese besondere Botschaft aus. V. 6. Und er stand
auf und ging in das Haus, wie es zuvor vom
Herrn bestimmt war; und er, der Jünger
des Propheten, goss das Öl auf sein Haupt und sprach zu ihm: So spricht der HERR,
der Gott Israels: Ich habe dich zum König über das Volk des HERRN,
über Israel, gesalbt. V. 7. Und du sollst das
Haus Ahabs, deines Herrn, schlagen, alle seine Verwandten und Nachkommen,
die noch leben, damit ich das Blut meiner Knechte, der Propheten, und das
Blut aller Knechte des HERRN
räche, das Isebel vergossen hat, die es sich zum Ziel
gesetzt hatte, die wahre Anbetung des Herrn
auszurotten. Vgl. 1 Könige 18, 4; 19, 10. V. 8. Denn das ganze Haus Ahabs
soll
umkommen, und ich werde aus Ahab ausrotten, was männlich ist [w.: wer
an die Wand pisst], den Unmündigen und
den Mündigen in
Israel [w.:
wer eingesperrt und in Israel übrig geblieben ist],
vom Jüngsten bis zum Ältesten, bis auf den letzten Mann. V. 9. Und ich will
das Haus Ahabs machen wie das Haus Jerobeams, des
Sohnes Nebats, 1 Könige 14, 10, und
wie das Haus Baesas,
des Sohnes Ahijas, 1 Könige 16, 3. 11. V. 10. Und
die Hunde sollen
Isebel auf
dem Feld von Jesreel fressen, und es wird niemand da sein, der sie
begräbt, um
ihr ein ehrliches
Begräbnis zu geben. Und er öffnete die Tür
und floh,
damit er nicht in Fragen verwickelt würde, mit denen er nicht umzugehen wusste
und zu deren Lösung er keine Vollmacht hatte. Strenger Gehorsam gegenüber dem
Wort Gottes ist die erste Voraussetzung für einen Christen.
Der Tod Jorams von
Israel (V. 11-26): V.
11. Da kam Jehu aus der inneren Kammer zu den Knechten seines Herrn,
seinen Miträten und Waffenbrüdern, und einer
sprach zu ihm: Steht alles gut?
Sie alle waren gespannt, ob er eine günstige Botschaft erhalten hatte. Warum
ist dieser Rasende zu
dir gekommen? Der junge Prophet
hatte sich wild und ungewöhnlich verhalten, was ihnen natürlich nicht entgangen
war. Und er sprach zu ihnen: Ihr kennt den Mann und sein
Geschwätz. Er
wollte sie aushorchen, ob sie bereits von der Information, die er erhalten
hatte, und von seiner versprochenen Erhebung zum König erfahren hatten. V. 12. Aber
sie sprachen: Das sind Ausflüchte; sage
es uns aber!
Sie bestritten
die Anschuldigung, verlangten aber ihrerseits die Wahrheit. Er konnte ihnen
nicht so leicht entkommen. Und er, der sich gegen ihre Aufdringlichkeit
nicht wehren konnte, sprach: So und so hat er zu mir geredet und gesagt: So
spricht der HERR:
Ich habe dich zum König über Israel gesalbt. V.
13. Da eilten sie und nahmen jeder sein Obergewand,
das eigentlich nur ein großes quadratisches Stück Stoff war, und legten es
unter ihn auf die bloßen
Stufen, nämlich die des Hauses, in dem ihre Versammlung
stattgefunden hatte, und improvisierten so einen Thron und eine Treppe und
huldigten ihm und bliesen die
Posaune und riefen:
Jehu ist König! So dienten die
Gewänder der Generäle sowohl als Weg als auch als Teppich von der Stelle, an
der Jehu stand, als er seine Ankündigung machte, bis zur Spitze der Treppe.
V.
14. So machte
Jehu, der Sohn Joschafats, des Sohnes Nimschis, eine Verschwörung gegen
Joram, denn indem er sich zum König ausrufen ließ,
rebellierte er gegen die Autorität des regierenden Monarchen. Nun hatte
Joram Ramoth in
Gilead mit ganz
Israel gehalten gegen
Hasaël,
dem König von Aram,
der erneut versucht hatte, die Stadt in seine Gewalt zu bringen. V. 15. Aber
der König
Joram war gerade zu der Zeit, als dieser Vorfall geschah, nach
Jesreel
zurückgekehrt zur Heilung seiner Wunden, die ihm die Aramäer
zugefügt hatten, als er mit Hasaël,
dem König von Aram,
kämpfte, (Kap. 8, 29). Und Jehu sprach: Wenn es euer
Wille ist, wenn sie mit ihm übereinstimmten, wenn sie aufrichtig in ihrer
Rebellion gegen König Joram waren, dann soll niemand hinausgehen
oder aus der Stadt entrinnen,
um es in Jesreel zu melden, um
die Tatsache bekannt zu machen, dass Jehu zum König ausgerufen worden war, und
damit Joram zu warnen.
V.
16. Und Jehu bestieg
seinen Wagen und
fuhr nach Jesreel; denn Joram lag dort,
praktisch genesen von seinen Wunden, aber noch unfähig oder unwillig, zum Heer
zurückzukehren. Und Ahasja, der König von Juda, war herabgekommen, um Joram zu besuchen,
Kap. 8, 29. V. 17. Und es stand der
Wächter auf dem Turm in Jesreel, und er,
der treu seine Pflicht erfüllte, während die Könige ihren Besuch im Palast
genossen, sah die Schar Jehus kommen und sagte und berichtete sofort,
wie es seine Pflicht war: Ich sehe eine Schar. Und Joram sprach: Nimm einen
Reiter und schick ihn ihnen entgegen und lass ihn sagen: Ist Friede? Die
Frage bezog sich auf die Lage im Lager, ob sein Kommen den Zweck hatte, einen
neuen Angriff der Syrer anzukündigen. V. 18. Da ritt
der Reiter ihm entgegen und
sprach: So spricht der König: Ist Frieden? Jehu,
energisch und einfallsreich wie er war, sagte: Was hast du mit Frieden zu
tun? Er solle sich nicht darum kümmern, es sei nicht seine Sache. Wende
dich hinter mich! Denn wenn er sich seiner kleinen Schar anschloss, würde
er daran gehindert werden, dem König einen beunruhigenden Bericht zu
überbringen. Und der Wächter, der das Verhalten Jehus und des Boten von
seinem Posten aus beobachtete, berichtete und sprach: Der Bote ist zu ihnen
gekommen, aber er kommt nicht zurück. V. 19. Da sandte er einen zweiten Reiter, der
zu ihnen kam, Jehu und seinen Männern, und sprach: So spricht der König:
Ist Frieden? Und Jehu antwortete mit derselben Energie und Absicht wie
zuvor: Was hast du mit Frieden zu tun? Wende dich hinter mich! V. 20. Und
der Wächter, der wieder das seltsame Verhalten des Boten beobachtete, berichtete:
Er ist bis zu ihnen gekommen und kommt nicht zurück; und das Treiben der kleinen Schar mit dem Wagen Jehus an der
Spitze gleicht dem Treiben
Jehus, des Sohnes Nimschis; denn er treibt,
als ob er rasend wäre,
mit der ihm eigenen wilden Rücksichtslosigkeit. V. 21. Und Joram sprach: Spannt
an! was
unserem „Zieht euch an, spannt ein!“ entspricht. Und man
spannte seinen Wagen an. Und Joram, der
König von Israel, und Ahasja, der König von Juda, fuhren hinaus, jeder auf
seinem Wagen, und sie fuhren Jehu entgegen, das heißt, um ihm so
schnell wie möglich zu begegnen, denn sie waren nun besorgt geworden, und
trafen ihn auf dem Acker Nabots
des Jesreeliters,
das nun Teil des königlichen Parks war. V. 22. Und als Joram Jehu sah,
sprach er: Ist es Friede, Jehu? Er war besorgt, den Stand der Dinge zu
erfahren, da er immer noch glaubte, dass Jehus seltsames Verhalten mit dem
Feldzug gegen die Syrer zu tun habe. Und er legte seine Feindseligkeit
gegenüber dem König offen dar und antwortete: Was ist Friede, solange die
Hurerei deiner Mutter Isebel und ihre Zauberei so groß sind? Die Schuld lag
tatsächlich größtenteils bei ihr, denn sie hatte die schlimmsten Formen des
Götzendienstes eingeführt, darunter auch unmoralische Bräuche und andere
heidnische Riten und Zeremonien. V. 23. Und Joram wandte sich und floh,
er versuchte, so schnell wie möglich zu entkommen, denn er erkannte plötzlich
die Ernsthaftigkeit der Lage, und sprach zu Ahasja:
Verrat, Ahasja! Sie waren getäuscht, verraten
worden, sie waren einem Verrat zum Opfer gefallen. V. 24. Und Jehu, als
der König sich zur Flucht wandte, fasste den
Bogen und schoss Joram zwischen die Arme, zwischen die
Schulterblätter, sodass
der Pfeil durch sein
Herz fuhr,
und er sank in seinem Wagen zusammen. V. 25. Da sprach
Jehu zu Bidkar, seinem Ritter: Nimm ihn und wirf ihn
den Acker Nabota,
des Jesreeliters, in den Teil des
königlichen Parks, der früher sein Weinberg gewesen war; denn denke
daran, wie wir beide zweispännig
hinter seinem
Vater Ahab, herfuhren, und
der HERR diese Last auf ihn legte: (1. Könige 21, 29). V. 26. Wahrlich,
das war der Eid des Herrn: Ich habe gestern das Blut Nabots
und das Blut seiner Söhne gesehen, spricht der HERR, denn die Söhne waren offensichtlich auch getötet
worden, als Nabot hingerichtet wurde; und
ich werde dir auf diesem
Acker vergelten, spricht
der HERR, die Strafe würde das Haus Ahabs auf genau diesem
Stück Land treffen. Nun denn, nehmt ihn
und werft ihn auf
die Erde auf dieses Stück Land, nach dem Wort des
HERRN.
Vgl. 1 Könige 21, 19. So wurde die Sünde Ahabs an seinem Sohn Joram
heimgesucht, der seinem Vater in seiner Bosheit folgte, so wie Gott heute die
Sünden der Väter an den Kindern bis in die dritte und vierte Generation derer
heimsucht, die ihn hassen.
Der Tod von Ahasja und Isebel
(V. 27-37): V. 27. Als aber Ahasja, der König von Juda, das
sah, floh er in Richtung
zum Gartenhaus [o.: nach Bet-Gan],
einem Gebäude im oder in der Nähe des Palastgeländes. Und Jehu folgte ihm
nach und sprach: Auch ihn!
Und sie schossen auf ihn auf
dem Wagen an der Auffahrt nach
Gur, das bei Jibleam
liegt, einige Meilen westlich. Und er floh nach
Megiddo und starb dort am Abhang des Berges Karmel.
Aus 2 Chron. 22, 9 geht hervor, dass Ahasja zunächst
Samaria erreicht hatte, aber von Jehus Männern entdeckt wurde und versuchte,
nach Nordwesten zu fliehen, wo er getötet wurde, wie hier berichtet wird. Wer
sich auf die Seite der Feinde Gottes stellt, muss damit rechnen, das Schicksal
dieser Feinde zu teilen. V. 28. Und seine Diener brachten ihn in einem Wagen
nach Jerusalem und begruben ihn in seinem Grab bei seinen Vätern in der Stadt
Davids. V. 29. Und im elften Jahr Jorams, des Sohnes Ahabs, war Ahasja König über Juda
geworden.
Der Unterschied zwischen dieser Aussage und der in Kap. 8, 25 ist auf eine
unterschiedliche Zählung des ersten Regierungsjahres Jorams zurückzuführen.
V.
30. Als Jehu nach Jesreel kam
und Isebel davon
hörte, da schminkte
sie ihr Gesicht, indem sie eine
spezielle Schicht
auf ihre Augenbrauen und Augenlider auftrug, und schmückte ihr Haupt,
indem sie das Stirnband und die Krone aufsetzte, die ihre aufwendige
Kopfbedeckung an ihrem Platz hielten, und schaute aus dem Fenster,
arrogant, eigenwillig und bis zuletzt trotzig, in der Hoffnung, dass die
Majestät ihrer Stellung sie retten würde. V. 31. Und als Jehu unter
das Tor kam, sprach sie: Ist’s Simri
wohl ergangen, der seinen Herrn
erschlagen hat? 1 Könige 16, 9-20,
wörtlich: „Ist es Frieden, du Simri,
Mörder seines Herrn?“ Sie wollte den Rebellen erschrecken, indem sie ihn an das
tragische Ende Simris
erinnerte, dessen Herrschaft nur sieben Tage gedauert hatte. V. 32. Und er
hob sein Gesicht zum Fenster und sprach: Wer ist auf meiner Seite, wer? Und da
schauten zu ihm hinaus, als Antwort auf seinen Ruf, zwei oder drei Hofbeamte
[w.: Eunuchen], zwei Diener des
Palastes an einem Fenster und drei an einem anderen, die seine Absicht zu
erfüllen bereit waren. V. 33. Und er sprach: Stürzt
sie hinunter! Da stürzten
sie sie hinunter und stürzten sie vom
Fenster auf den Boden; und von ihrem Blut spritzte an die Wand und auf die
Pferde; und diese zertraten sie und er
ließ die Räder seines Wagens über sie fahren, bis ihr letzter Lebensfunke
erlosch. V. 34. Und als er hineinkam, aß und trank er, um sich nach
seiner anstrengenden Reise zu erfrischen, und sprach
dann: seht
doch nach dieser Verfluchten
und begrabt sie, denn sie ist eine
Königstochter, eine phönizische
Prinzessin, 1. Könige 16, 31. V. 35. Und sie gingen, um sie zu
begraben, aber sie fanden von ihr nichts mehr als den Schädel und die Füße und
die Hände,
der Rest war von den wilden Hunden, die im Orient häufig vorkommen, gefressen
oder weggezerrt worden. V. 36. Da kamen sie wieder und berichteten es ihm.
Und er, der ihr nicht die Bestattung verweigern oder die Prophezeiung in
Bezug auf sie absichtlich erfüllen wollte, sagte: Das ist das Wort des HERRN,
das er durch seinen Knecht Elia, den Tisbiter,
gesprochen hat: In Jesreel sollen die Hunde das
Fleisch Isebels fressen, 1 Könige 21, 23; V.
37. und der Leichnam Isebels wird wie Mist auf dem Acker
von Jesreel sein, sodass man nicht sagen kann: Das
ist Isebel; es gab keinen bestimmten Ort, an dem man ihr
Andenken bewahren konnte. So werden die Gottlosen bestraft, die andere zur
Sünde verführt und ihren Seelen Schaden zugefügt haben.
Die
Regierung Jehus: Ausrottung des Geschlechts Ahabs und der Baalsdiener
Die Verwandten Ahabs
werden erschlagen (V. 1-14): V.
1. Und Ahab hatte siebzig Söhne in Samaria, alle seine männlichen
Nachkommen. Und Jehu schrieb Briefe und sandte sie nach Samaria, an die Obersten
der Stadt
[so LXX und Vulg.; andere: an die Obersten von Jesreeel], an die Ältesten, an den Obersten des
königlichen Palastes, an den Stadtkommandanten und an die Magistrate, und
die Erzieher
der Söhne Ahabs, die lauteten: ihre Erzieher oder Lehrer: V.
2. Sobald dieser Brief zu euch kommt, da die Söhne eures Herrn bei
euch sind, alle Fürsten königlichen Geblüts, die zu dieser Zeit in Samaria
waren, und die Kriegswagen
und Pferde und eine
befestigte Stadt und Waffen, alle Macht, mit der
sie die Dynastie Ahabs aufrechterhalten konnten, v. 3. So
sucht euch den besten
und geeignetsten unter den Söhnen eures Herrn aus,
den fähigsten unter den Söhnen Jorams, setzt ihn auf den Thron seines Vaters
und kämpft für das Haus eures Herrn! Dies war eine zynische
und verächtliche Herausforderung und zugleich eine List, um die Haltung der
mächtigsten Männer in Samaria gegenüber der Herrschaft Jehus auszukundschaften.
V. 4. Aber sie, die den Zweck des Briefes erkannten, fürchteten sich
sehr und sprachen: Siehe, zwei Könige bestanden
nicht vor ihm, Kap. 9, 24-27, wie
sollen wir dann bestehen? V. 5. Und der Haushofmeister, der
Vorsteher des königlichen Palastes, und der Stadtkommandant, der
Hauptmann der Stadtwache, und die
Ältesten, die Magistrate, und die Kindererzieher,
alle Lehrer der königlichen Familie, sandten zu Jehu und ließen ihm sagen:
Wir sind deine Knechte und wollen
alles tun, was du uns befiehlst, und unterwarfen
sich damit bedingungslos. Wir wollen keinen König einsetzen; tu, was in
deinen Augen gut ist. V. 6. Da er es für wichtig hielt, dass alle
Leute so schnell wie möglich davon erfuhren, schrieb er ihnen zum zweiten
Mal einen Brief, der
lautete: Wenn ihr mein seid,
wenn sie sich für ihn entschieden hatten und auf
seiner Seite standen, und auf meine Stimme hört,
dann bringt mir die Köpfe der Männer, der Söhne eures Herrn morgen um diese
Zeit zu mir nach Jesreel! Er erwartete von ihnen, dass sie ihm huldigten,
aber nur in einer Weise, die das ganze Volk davon überzeugte, dass die
Thronprätendenten ausnahmslos tot waren und dass die einflussreichsten Männer
des Königreichs vollständig mit dem Hause Ahab gebrochen hatten. Nun
waren die Söhne des Königs, siebzig Personen, bei den großen Männern der Stadt,
die sie aufgezogen,
sie waren in ihrer Obhut, in ihrer Gewalt. V. 7. Und
als der Brief zu ihnen kam, nahmen sie die Söhne des Königs und schlachteten
sie, siebzig Mann,
und legten ihre Köpfe in Körbe und sandten sie ihm nach Jesreel,
ein grausamer Beweis ihrer Treue zu Jehu. V. 8. Und der
Bote kam und berichtete ihm und sprach: Sie haben die Köpfe der Söhne des
Königs gebracht, aller männlichen
Nachkommen Ahabs, aller königlichen Fürsten. Und er sprach: Legt sie in zwei
Haufen an den Eingang des Tores bis zum Morgen, denn es war Sitte zu jener
Zeit, die Köpfe der Besiegten vor den Augen aller zu zeigen. V. 9. Und es
geschah am Morgen, dass er hinausging und trat
hin und sprach zu allem
Volk: Ihr seid gerecht, als
gerechte Männer konnten sie ein richtiges Urteil fällen;
siehe, ich habe mich gegen
meinen Herrn verschworen
und ihn getötet; aber wer hat all diese getötet? Es
war ein weiterer Trick, sich selbst in das günstigste Licht zu rücken, indem er
den wichtigsten Punkt sorgfältig verschleierte, nämlich dass die Männer auf
seinen Befehl hin getötet worden waren. V. 10. So erkennt
nun, dass nichts von dem
Wort des HERRN
das er über das Haus Ahabs gesprochen hat, auf die Erde gefallen
ist;
denn der HERR
hat getan, was er durch seinen Knecht Elia geredet
hat. Selbst wenn einige aus dem Volk geneigt waren, ihn
für das Massaker verantwortlich zu machen, sollten sie daran denken, dass
nichts als der göttliche Ratschluss, das Urteil des Herrn, ausgeführt worden
war (1. Könige 21, 19. 21. 29). V. 11. So erschlug
Jehu, ermutigt durch seinen bisherigen Erfolg und in der
Gewissheit, dass das Volk keinen Widerstand leisten würde, alle, die vom
Hause Ahab in Jesreel übriggeblieben waren, und alle
seine Großen,
alle mächtigen Beamten der gestürzten Dynastie, und seine Verwandten,
seine engsten Freunde und Anhänger, und seine Priester, alle, die von
den heidnischen Priestern an seinem Hof übrig geblieben waren, bis keiner
mehr übrig war.
V.
12. Und er machte sich
auf und ging hin
und kam nach Samaria, wo er keinen
Widerstand mehr zu fürchten hatte. Und als er unterwegs
war bei Bet-Eked-Haraoïm,
wahrscheinlich ein Versammlungsort für die Hirten der ganzen Gegend, v. 13. da
traf Jehu die Brüder Ahasjas, des Königs von Juda, und
sprach: Wer seid ihr? Und sie, die von
dem, was in Jesreel geschehen war, nichts wussten, antworteten:
Wir sind die Brüder Ahasjas, in diesem
Zusammenhang seine Cousins und andere nahe Verwandte; und wir ziehen
hinab, um die Kinder des Königs und die Kinder der Königin-Mutter zu
begrüßen, ihnen unsere Ehrerbietung zu erweisen und ihnen
einen freundlichen Besuch am Hof zu erweisen. V. 14. Aber er
sprach zu seinen Gefährten, den Mitgliedern seiner Wache: Ergreift sie lebendig. Und sie nahmen sie
lebendig, trotz ihres Widerstands, und erschlugen sie bei
der Zisterne von Bet-Eked, 42
Mann; er ließ keinen von ihnen übrig. Da sie dem Hause
Ahab freundlich gesinnt waren, fürchtete er, sie könnten sich seiner
königlichen Autorität widersetzen, und wählte daher die einfachste und
wirksamste Methode, um sie loszuwerden. Es war das Urteil Gottes über das
götzendienerische Volk.
Das Ende der Baalsverehrung
(V. 15-28): V.15. Und als er
von dort weggegangen war, nachdem er die zweiundvierzig Verwandten Ahasjas erschlagen hatte, traf er auf Jonadab, den Sohn Rechabs, der
ihm entgegenkam, Jer. 35, 1-19, ob zufällig oder absichtlich, wird nicht
angegeben. Und er grüßte ihn und sprach zu ihm: Ist dein Herz aufrichtig,
eifrig, rechtschaffen, in Gefühl und Absicht völlig einig, wie mein Herz mit
deinem Herzen ist? Und Jonadab antwortete: Ja.
Die beiden waren sich einig, dass es notwendig war, den Götzendienst im Land
auszurotten. Wenn ja, gib mir deine Hand. Und er gab ihm seine Hand. Und er
hob ihn zu sich in den Wagen und ehrte
ihn so vor allem Volk. V. 16. Und er, Jehu, sagte: Komm mit mir und
sieh meinen Eifer für den HERRN. Und er ließ ihn auf
seinem
Wagen mitfahren,
natürlich nicht mit Gewalt, sondern durch freundliche Überredung und Einladung.
V. 17. Und als er nach
Samaria kam, erschlug er alle, die von Ahab
in Samaria noch übriggeblieben waren, alle Verwandten, die
in dieser Stadt wohnten, bis er ihn vernichtet hatte, nach dem Wort des HERRN,
das er zu Elia gesprochen hatte, 1 Könige 21, 21.
V.
18. Und Jehu versammelte alles Volk und sprach zu ihnen, wobei er sein
eigentliches Ziel unter dem Vorwand der Eifer für den Götzendienst verbarg: Ahab
hat dem Baal ein wenig gedient, aber Jehu wird ihm viel dienen, wobei diese
Aussage dazu diente, jeden Verdacht zu zerstreuen. V. 19. Nun ruft mir alle
Propheten Baals, alle seine Diener
und alle seine Priester herbei, dass keiner fehle; denn ich habe ein großes Schlachtopfer
für Baal zu verrichten. Wer fehlt, jeder der Propheten
und Priester Baals, der fehlt, der soll nicht leben. Aber
Jehu tat dies in List, als eine List, um die
Baalsdiener
auszurotten, indem er sie in Sicherheit wiegte und dann
erschlug. V. 20. Und Jehu sprach: Ruft
eine feierliche Versammlung für Baal aus. Und sie riefen sie aus und
luden alles Volk des Landes ein, an dieser großen Versammlung teilzunehmen. V.
21. Und Jehu sandte durch ganz Israel. Und alle Baalsdiener
kamen, weil sie glaubten, dass sie von Jehu volle Anerkennung erhalten
würden, so dass niemand ausblieb. Und sie kamen in das Haus Baals,
begierig, an dieser feierlichen Versammlung teilzunehmen; und das Haus Baals
war von einem Ende zum anderen voll. Die Menschen betrachteten Jehus
gesamte Verschwörung als eine bloße militärische Revolution und nicht als eine
Reformation der Kirche. V. 22. Und er sprach zu dem, der über die Kleiderkammer
gesetzt war, dem Mann, der für die Gewänder der Baalsdiener
zuständig war: Bringt Gewänder für alle Baalsdiener,
damit sie in der großen Versammlung umso auffälliger sind. Und er brachte
ihnen Gewänder. V. 23. Und Jehu ging mit Jonadab,
dem Sohn Rechabs, in das Haus Baals und sprach zu den
Baalsdienern: Seht zu, dass niemand von den Knechten
des HERRN
hier bei euch ist, sondern nur die Baalsdiener,
denn er wollte nicht, dass aus Versehen ein Knecht des Herrn getötet würde. V.
24. Und als sie, die Knechte des Baal, hineingingen, um zu Schlachtopfer
und Brandopfer
darzubringen, bestellte Jehu achtzig Mann draußen und sprach: Wenn einer von
den Männern, die ich in eure Hände gegeben habe, entkommt, so soll der, der ihn
entkommen lässt, mit seinem Leben für sein Leben büßen.
Sie waren mit ihrem Leben für die Vernichtung der Götzendiener verantwortlich.
V. 25. Und es geschah, als er das Brandopfer vollendet hatte, als die
Vorbereitungen für die üblichen Opfer abgeschlossen waren, da sprach Jehu zu
den Wachen und den Rittern:
Geht hinein und erschlagt sie, lasst keinen entkommen!
Die Mitglieder der königlichen Wache kamen hier der ihnen vom König auferlegten
Pflicht als Henker nach. Und sie erschlugen sie mit der Schärfe des
Schwertes, mit unerbittlicher Strafe; und die Wache und die Ritter
warfen sie hinaus, warfen die Leichen
beiseite, während sie vorwärts drängten, und gingen in das
Innere des Hauses
Baals, sie traten in den Tempel selbst, das Heiligtum
Baals. V. 26. Und sie brachten die Steinmale
aus dem Haus Baals, die Götzenstatuen, und
verbrannten sie. V. 27. Und sie zerbrachen das Steinmal
Baals, sein eigenes Bild, das wahrscheinlich aus Stein
war, und rissen
das Haus Baals nieder und
machten Aborte
daraus bis auf den heutigen
Tag. Die Umwandlung des Tempels in einen öffentlichen
Ort dieser Art machte ihn für immer unrein und abscheulich. V. 28. So
vernichtete Jehu Baal aus Israel und entfernte die schlimmste
Götzenverehrung aus der Mitte des nördlichen Königreichs. Es war ein Gericht
Gottes, ein Vorbild für die letzte große Strafe, die über die götzendienerische
Welt kommen wird.
Die Regierung Jehus
(V. 29-36): V. 29. Jedoch
trotz dieser hervorragenden Leistung wandte sich Jehu nicht von den Sünden Jerobeams, des Sohnes Nebats, der
Israel zur Sünde verführt hatte, ab, nämlich von den goldenen Kälbern
[verächtliches Wort für Stierbild],
die in Bethel und in Dan standen; er schaffte die
Stierverehrung nicht ab, da seine Erkenntnis des wahren Gottes nicht so weit
reichte. V. 30. Und der HERR
sprach zu Jehu, höchstwahrscheinlich
durch einen Propheten: Weil du willig gewesen bist zu
tun, was in meinen Augen
recht ist, und mit dem Haus Ahab getan hast, was
in meinem Herzen war,
und damit eine Tat vollbracht hast, die hier ohne Weiteres anerkannt und
gewürdigt wird, sollen deine Kinder bis in die vierte Generation auf dem
Thron Israels sitzen. V. 31. Aber Jehu achtete nicht darauf, mit ganzem
Herzen nach dem Gesetz des HERRN,
des Gottes Israels, zu leben; seine Begeisterung
für den Herrn war kein Ausdruck uneingeschränkter Hingabe gewesen, sondern
weitgehend von seinem persönlichen Ehrgeiz beeinflusst; denn er wich nicht
von den Sünden Jerobeams, der
Israel zur Sünde verführt hatte. V. 32. In jenen
Tagen begann der HERR infolge der vorherrschenden Götzenverehrung, Teile von Israel loszureißen, indem er feindlichen Völkern erlaubte, abgelegene
Gebiete in Besitz zu nehmen. Und Hasaël
schlug sie im ganzen Gebiet
Israels, wobei seine Überfälle mit Kühnheit durchgeführt
wurden und Erfolg hatten: V. 33. vom Jordan nach
Sonnenaufgang zu, das ganze Land
Gilead, die Gaditer und die Rubeniter
und die Manassiter, von Aroër,
das am Arnon liegt, dem Fluss, der die südliche Grenze bildete, sowohl
Gilead als auch Baschan, das ganze Gebiet
der zweieinhalb Stämme östlich des Jordan. V. 34. Die übrigen Taten Jehus
und alles, was er getan hat, und all seine tapferen
Taten,
seine politischen und militärischen Heldentaten, sind sie nicht geschrieben
in der Chronik der Könige von Israel? V. 35. Und Jehu legte
sich zu seinen Vätern,
und sie begruben ihn in Samaria. Und sein Sohn Joahas
wurde König an
seiner Stelle. V.
36. Und die Zeit, die Jehu über Israel in Samaria regierte, betrug 28
Jahre. Selbst wenn jemand wichtige Dienste im Reich
Gottes geleistet hat, wird all dies übersehen und vergessen werden, wenn er
sich danach dem Willen und dem Wort Gottes widersetzt. Durch das Leugnen oder
Ignorieren besseren Wissens wird die Schuld nur noch vergrößert.
Athaljas
Tyrannei. Joasch
wird zum König gekrönt, Athalja
getötet
Athalja ermordet fast alle
Söhne Ahasjas. Joasch
wird gerettet und zum König
gekrönt
(V. 1-12): V. 1. Und als Athalja,
die Mutter Ahasjas, selbst Tochter Isebels und
Enkelin Omris, Kap. 8, 26. 27, sah, dass ihr Sohn
tot war, Kap. 9, 27, machte sie
sich
auf und vernichtete den ganzen königlichen Samen,
alle männlichen Mitglieder des königlichen Hauses, um ihre Stellung als
Königinmutter und Königinregentin zu behalten. V. 2. Aber Joscheba, die Tochter des Königs Joram, die Schwester Ahasjas, nahm Joasch
(oder
Jehoasch),
den Sohn Ahasjas, und stahl ihn aus der Mitte der
Söhne des Königs, die getötet werden
sollten,
der jüngeren Prinzen, die hier zusätzlich zu den älteren Verwandten, die von
Jehu hingerichtet worden waren, getötet worden waren, Kap. 10, 14; und brachte ihn und seine Amme
in die Bettenkammer.
So verbargen sie ihn vor Athalja, sodass er nicht getötet wurde;
seine Tante rettete ihm das Leben, indem sie ihn in dem Raum versteckte, in dem
die Bettzeug des Palastes aufbewahrt wurde und in dem niemand wohnte. V. 3. Und
er war bei ihr, bei seiner Tante und seiner Amme, die später
seine Dienerin wurde, versteckt im Haus des HERRN, in
der Wohnung des Hohenpriesters, dessen Frau Joscheba
war, 2. Chronik 22, 11, sechs Jahre lang,
während dieser ganzen Zeit im Verborgenen gehalten. Und
Athalja regierte
als Königin über das Land.
V. 4. Und im
siebten Jahr sandte Jojada hin und holte die Obersten
über Hundert
von den Karern
und der
Leibwache [w.: Läufer],
die Beamten und die stärksten Männer des Heeres, und ließ sie zu sich in das Haus des HERRN
kommen,
wobei ihm seine Stellung als Hohepriester diesen Schritt vergleichsweise leicht
machte, und schloss einen Bund mit ihnen und ließ sie im Haus des HERRN einen Eid schwören,
dass sie helfen würden, den rechtmäßigen Thronfolger zu bringen, und zeigte
ihnen den Königssohn, dessen Existenz bis dahin geheim gehalten worden war.
V. 5. Und er gebot ihnen: Das sollt ihr tun: Ein
Drittel von euch, die ihr am
Sabbat antretet,
soll die Wache im Haus des Königs
halten und die königliche Residenz bewachen; V. 6. Und
ein Drittel soll am Tor
von Sur und die Seitentür des
Palastes bewachen; und ein Drittel soll am Tor
hinter der Leibwache stehen,
wo gewöhnlich die Boten des Königs standen, wo sie die Befehle des Königs
empfingen, am Haupttor, dem direkten Zugang zur königlichen Residenz. So
sollt ihr abwechselnd Wache halten am
Haus, um jeden Angriff abzuwehren, der gegen den Palast
gerichtet sein könnte. V. 7. Und zwei Teile von euch, die am Sabbat abtreten,
die am Sabbat vom Dienst im Palast entbunden sind, sollen Wache am Haus des
HERRN um den König herum
halten. V. 8. Und ihr sollt den König ringsum umgeben,
jeder mit seiner Waffe in der Hand; und wer in die Reihen eindringt, um in
ihre Reihen vorzudringen, der soll getötet werden. Und seid mit
dem König, wenn er hinausgeht und wenn er hereinkommt,
denn die sorgfältige Ausführung dieser Befehle ist für den Erfolg des Plans
notwendig. V. 9. Und die Hauptleute über die Hundert taten alles, was der
Priester Joiada geboten hatte. Und jeder nahm seine
Männer, die am Sabbat antraten, um
ihren Dienst anzutreten, mit denen, die am Sabbat abtraten, und
kamen zum Priester Jojada. V.
10. Und der Priester gab den Hauptleuten über Hundert die Speere und
Schilde, die dem
König
David gehört hatten, die im Haus des HERRN waren,
wahrscheinlich von denen dort hinterlegt worden waren, die aus dem Dienst
ausgeschieden waren. V. 11. Und die Leibwächter standen, jeder mit seiner
Waffe in der Hand, rings um den König, als er aus seinem
Versteck gebracht wurde, von der rechten Seite, Südseite, des
Hauses bis zur
linken Seite,
Nordseite, des Hauses, zum Altar und zum
Haus hin,
und hielt den Raum zwischen dem Heiligtum des Tempels und dem Brandopferaltar
frei von allen Eindringlingen. V. 12. Und er führte den Königssohn heraus, setzte ihm die
Krone auf und gab ihm die Ordnung,
entweder bestimmte Abschnitte oder die gesamten fünf Bücher Mose, 5.
Mose
17, 19, und sie machten ihn zum König und salbten ihn; und sie klatschten in
die Hände und sprachen: Es lebe der König!
Dieser Jubelruf des Volkes im Hof war derselbe wie in 1 Könige 1, 25. So waren
die Zeiten der Bedrängnis dazu bestimmt, wieder in Tage des Segens und der
Barmherzigkeit überzugehen; denn Gott ist es, der einem Land gute Herrscher
gibt.
Athalja wird getötet (V. 13-21): V. 13. Und als Athalia das Geschrei der
Leibwache
und des Volkes hörte, die den König mit
Freude begrüßten, kam sie zum Volk in ins
Haus
des HERRN,
getrieben von Neugier, um zu erfahren, was der
Aufschrei bedeutete. V. 14. Und als sie hinsah, siehe,
da stand der König, der noch ein sehr kleiner Junge war, an der Säule,
wie es Sitte war, an dem Ort, der nach altem Brauch für den König reserviert
war, offenbar eine Plattform, und die Obersten und die
Trompeter standen beim König,
wobei letztere Leviten oder Priester waren, die wie zu Festtagen die
Tempelhörner bliesen, und alles Volk des Landes jubelte und blies die Trompeten. Aber Athalja,
die die Lage mit einem Blick erfasste, zerriss ihre Kleider in großer
Furcht und Schrecken und schrie: Verrat, Verrat! V. 15. Aber der
Priester Jojada befahl den Hauptleuten über die
Hundert und den Befehlshabern des Heeres und
sprach zu ihnen: Führt sie hinaus durch die Reihen,
sie sollten sie durch die Reihen hinausführen, damit sie mit keinem ihrer
Anhänger in Verbindung treten konnte; und wer ihr folgt, indem er sich
auf ihre Seite stellt, soll mit dem Schwert getötet werden. Denn
der Priester hatte gesagt: Sie soll nicht im Haus des HERRN
getötet werden, das sonst durch das
Blut der Usurpatorin und Mörderin entweiht worden wäre. V. 16. Und
sie legten Hand an sie,
machten ihr Platz, um sie hinauszuführen, und
sie ging den Weg, den die Pferde zum
Haus des Königs nehmen,
innerhalb der Stadtmauern, und dort wurde sie
getötet.
V. 17. Und Jojada schloss einen Bund zwischen dem HERRN und dem König und
dem Volk, dass sie des HERRN Volk sein sollten; er
erneuerte feierlich den Bund, der durch den Götzendienst Athaljas
gebrochen worden war, auch zwischen dem König und dem Volk, wobei er den
König verpflichtete, nach dem Gesetz zu regieren, und das Volk, seinem
rechtmäßigen Herrscher freudig zu gehorchen. V. 18. Da
ging
alles Volk des Landes in das Haus Baals, den Tempel, der dem
heidnischen Götzen in Jerusalem errichtet worden war, und riss
es
nieder; seine Altäre und seine Götzenbilder zerschlugen sie gründlich,
wodurch alle Zeugnisse des Götzendienstes in der Stadt Gottes beseitigt wurden,
und erschlugen Mattan, den Priester Baals, vor den
Altären. Und der Priester Jojada stellte Wachen
am
Haus des HERRN auf
und erneuerte damit die von David geschaffene Position der Aufseher (1. Chronik
25). V. 19. Und er nahm die
Obersten über Hundert
und die Karer
und die Leibwache
und alles Volk des Landes, und sie führten
den König aus dem Hause des HERRN und
kamen durch das Tor der Leibwache,
den Haupteingang zum königlichen Palast, ins Haus des Königs. Und
er setzte sich auf den Thron der Könige, als anerkannter
Herrscher über das Königreich Juda. V. 20. Und
alles Volk des Landes freute sich, und die Stadt war ruhig. Athalja
aber hatten sie mit dem Schwert getötet
beim
Haus des Königs, und keiner ihrer
Anhänger wagte, sich gegen ihre Hinrichtung aufzulehnen oder eine feindselige
Demonstration zu wagen. V. 21 (12,1). Sieben Jahre alt
war Joasch,
als er König wurde. Das letzte Mitglied
des Hauses Ahab war nun beseitigt, und die rechtmäßige Herrschaft des Hauses
David war wiederhergestellt. Die Kirche Gottes geht aus Verfolgungen, die ihr
die letzte Kraft nehmen sollen, gewöhnlich mit neuer Kraft und Eifer für das reine
Wort und die Sakramente hervor.
Die
Regierung von Joasch,
dem König von Juda
Der Tempel wird
ausgebessert (V. 1-16): V.
1 (2). Im
siebten Jahr Jehus, des Königs von Israel, der den Baalskult
in Israel ausgerottet hatte, wurde Joasch
König;
und er regierte vierzig Jahre lang in Jerusalem. Der Name seiner Mutter,
die wegen des Einflusses der Königinmutter in einem orientalischen Harem
erwähnt wird, war Zibja aus Beerscheba. V. 2
(3). Und Joasch
tat, was recht war in den Augen des HERRN,
solange der Priester Jojada ihn unterwies;
solange dieser standhafte, treue, gottesfürchtige Priester lebte, ließ er sich
von dessen Unterweisung leiten. V. 3 (4). Aber
die Höhen wurden nicht beseitigt; das Volk opferte und räucherte noch immer auf
den Höhen, es beharrte darauf, die Hügel für die Errichtung und
Unterhaltung von Altären zu benutzen, zwar für den
Herrn, aber gegen seinen
Willen. Es war höchst bedauerlich, dass sich nach dem Tod Jojadas
eine Veränderung im Verhalten Joaschs vollzog, 2.
Chronik 24, 17-22.
V.
4 (5). Und
Joasch sprach zu den Priestern, zu Beginn seiner
Herrschaft, als er noch in allen seinen Unternehmungen von dem treuen alten
Hohepriester geleitet wurde: Alles Geld, das
als Weihegabe,
die durch besonderen Gelübde oder Gebot dem Herrn geweiht waren, in
das Haus des HERRN
gebracht wird, sowohl das
Geld, das für jedermann
festgesetzt ist, die halbe
Schekel-Kopfsteuer
[1,80 EUR], 2. Mose 30, 13. 15,und das Geld, das jemand geschätzt wird,
das, was der Priester ihm bei der Erfüllung eines Gelübdes auferlegt hat, 3.
Mose 27, 2ff., wie
das Geld, und alles
Geld, das einem Menschen in sein Herz kommt, um es in das Haus des HERRN zu
bringen, alle freiwilligen Gaben außerhalb der
festgesetzten Beiträge, 2. Mose
13,2. 12. 13; 4. Mose
18, 15-17, v.5 (6). sollen
die
Priester zu
sich nehmen, jeder von seinem Verwalter, von
denen, die für die Gelder zuständig waren. Davon
sollen sie ausbessern, was baufällig ist am Haus des HERRN, wo
der Tempel aufgrund der Verwüstungen durch den Zahn der Zeit und durch die
mutwillige Zerstörung durch Athalja
reparaturbedürftig war, 2 Chron. 24, 7, wo sie
etwas Baufälliges finden. V.
6 (7). Aber
es war so, dass im 23.
Jahr des Königs Joasch
die Priester das Baufällige am
Haus nicht ausgebessert
hatten, wobei der Grund für diese seltsame Nachlässigkeit
nicht angegeben wird. Vgl. 2 Chron. 24, 5. V. 7
(8). Da rief König Joasch
den Priester Jojada und die anderen Priester und
sprach zu ihnen: Warum bessert
ihr nicht das Baufällige am
Haus aus? Da
die Angelegenheit ihrem Ermessen überlassen worden war, hatten die Priester
wahrscheinlich das gesamte Geld für die Bedürfnisse des Gottesdienstes
verwendet. Nehmt nun also kein Geld mehr von euren Verwaltern,
sondern bringt es für die Ausbesserungen am
Haus. Die ganze Angelegenheit war nicht mit der Energie
vorangetrieben worden, die ihre Bedeutung erforderte, und so wurden neue
Maßnahmen beschlossen. V. 8 (9). Und
die Priester willigten ein, kein Geld mehr vom Volk anzunehmen, sie wollten
nicht länger als Sammler und Verwalter dieser Beiträge fungieren, auch nicht
das Baufällige am
Haus ausbessern zu müssen,
die Verantwortung für die Reparaturen lag nicht mehr bei ihnen. Es war der
übliche Fall, dass die Männer im Dienst des Amtes
mit geschäftlichen Angelegenheiten belastet wurden. Vgl. Apostelgeschichte 6,
2. V. 9 (10). Da
nahm der Priester Jojada einen Kasten,
bohrte ein Loch in seinen
Deckel, in das man Geldspenden aller Art werfen konnte, und
stellte ihn
neben den Altar, auf der rechten Seite, wenn man in das Haus des HERRN
kommt, auf der rechten Seite des Eingangs zum
Priesterhof, in der Nähe des Brandopferaltars, vgl. 2 Chron. 24, 9. 10; und
die Priester, die an der Schwelle
wachten,
deren Aufgabe darin bestand, die Schwelle des inneren Vorhofs zu bewachen, legten
alles Geld, das in das Haus des HERRN
gebracht wurde, hinein. V. 10
(11). Und
wenn
sie sahen, dass viel Geld in dem Kasten
war, kamen der Schreiber des Königs, sein oberster Staatssekretär, der in dieser
öffentlichen Angelegenheit den Staat vertrat, und
der Hohepriester, und sie banden es zusammen,
banden es in spezielle Behälter für diesen Zweck und zählten das Geld, das
im Haus des HERRN
gefunden worden war, und schätzten die Summe, die eingegangen war,
indem sie die Säcke wogen. V. 11 (12).
Und sie gaben das abgezählte Geld,
wie ihnen befohlen
war, in die Hände der
Werkmeister, die bestellt waren für das Haus des HERRN,
der Bauleiter, die für die Reparaturen verantwortlich waren und die Aufsicht
über das Haus des Herrn hatten; und sie gaben es aus, wörtlich: „ließen
es gehen“, an die Zimmerleute und Bauleute, die am Haus des HERRN
arbeiteten, V. 12 (13). und
an die Maurer
und Steinmetzen und um
Holz und gehauene
Steine zu kaufen, um das Baufällige am
Haus des HERRN auszubessern,
und für alles, was für die Ausbesserung am
Haus ausgegeben werden
musste.
Der Fonds wurde verwendet, um die Löhne der verschiedenen Arbeiter zu bezahlen
und die notwendigen Baumaterialien zu kaufen. V. 13
(14). Allerdings
wurden für das Haus des HERRN
keine Silberschalen, Messer,
Becken, Trompeten, Goldgeräte
oder Silbergeräte hergestellt,
während die Reparaturarbeiten im Gange waren, vgl. 1 Könige 7, 50, von
dem Geld, das in das Haus des HERRN
gebracht wurde; Vers 14
(15). sondern man
gab es den Arbeitern
und sie besserten
damit das Haus des HERRN aus.
Erst nachdem alle Reparaturarbeiten abgeschlossen waren, wurden mit dem restenden Geld Gold- und Silbergefäße angeschafft, 2 Chron.
24, 14. V. 15 (16). Auch
forderte man keine
Rechnungslegung von den Männern,
denen sie das Geld für die Arbeiter übergeben hatten,
sie verlangten keine Abrechnung über die erhaltenen und ausgegebenen Gelder von
den Bauaufsehern; denn sie handelten auf
Treu und Glauben,
man vertraute blind auf ihre Integrität. V. 16 (17). Das
Geld von Schuldopfern
und das das Geld von Sündopfern
wurde nicht in das Haus des HERRN
gebracht; es gehörte den Priestern; sie verloren durch
die gesamte Regelung keine Einnahmen, denn die Einkünfte aus diesen beiden
Quellen blieben ihnen erhalten, 4. Mose 5,8.9; 3. Mose 5,16; 6,24. Auch heute
ist es ein Werk, das Gott wohlgefällig ist, wenn Christen dem Herrn mit ihren
Gaben für die Ausbreitung seines Reiches im In- und Ausland dienen. Und die
Leiter der Kirche tun gut daran, den Gläubigen diese Pflicht immer vor Augen zu
halten, damit das Werk des Herrn nicht behindert wird.
Krieg
mit Hasaël, Joasch
liefert die Tempelschätze aus (V. 17-21): V. 17 (18). Damals zog Hasaël,
der König von Aram [Syrien], derselbe König, der Israel so viele Jahre lang
bedrängt hatte, herauf und kämpfte gegen Gat,
die Stadt der Philister, die zu dieser Zeit in der Hand Judas war, 2 Chron. 11,
8, vgl. 2 Chron. 24, 15-24, und nahm sie ein; und Hasaël
richtete sein Gesicht darauf, nach Jerusalem hinaufzuziehen, wobei er, nach
dem Bericht in den Chroniken, dem Heer Joasch,
der nach dem Tod Jojadas den Herrn verlassen hatte,
eine schwere Niederlage zufügte. V. 18 (19). Und Joasch,
der König von Juda, nahm alle Weihegaben, die Joschafat, Joram
und Ahasja,
seine Väter, die Könige von Juda, geheiligt hatten, die Weihegaben für den Herrn, und seine eigenen
Weihegeschenke und alles Gold, das in den Schatzkammern des Hauses des HERRN und im Haus des Königs gefunden wurde, und sandte
es zu Hasaël,
dem König von Aram; da zog er weg von Jerusalem. Die Geräte, die laut 2 Chron. 24, 7 Athalja und ihre Söhne aus dem Tempel genommen und für den
Dienst des Baal zweckentfremdet hatten, waren zweifellos vor dem in Kap. 11, 18
erwähnten Ereignis wieder ihrem ursprünglichen Zweck zugeführt worden.[3] So
war Joasch
gezwungen, die Freiheit der Stadt Jerusalem auf so schändliche Weise von Hasaël
zu erkaufen, und das alles wegen seiner Verleugnung des Herrn in den letzten
Jahren seiner Herrschaft. V. 19 (20). Und die übrigen Taten Joaschs
und alles, was er getan hat, sind sie nicht geschrieben in der Chronik der
Könige von Juda? V. 20 (21). Und seine Knechte, die die Gewalttaten des
Königs an den Söhnen Jojadas nicht vergessen hatten
(2. Chronik 24, 25), empörten
sich und machten eine
Verschwörung und erschlugen Joasch im
Haus des Millo, wo
man nach Silla hinabgeht, wahrscheinlich in der Burg von Jerusalem, wo sie
an die Hauptstraße der Stadt grenzte. V. 21. Denn Josachar,
der Sohn Schimmath, und Josabad,
der Sohn Schomers, seine Knechte, erschlugen ihn, und
er starb. Und man begrub ihn bei seinen Vätern in der Stadt Davids.
Und sein Sohn Amazja wurde König an
seiner Stelle. Obwohl Joasch
in der Stadt Davids begraben wurde, wurde ihm nicht die Ehre zuteil, in den
Gräbern der Könige beigesetzt zu werden, wahrscheinlich wegen der Sünden, die
in 2 Chron. 24, 17-22 genannt werden. Diese Geschichte ist eine ernste Warnung
für alle, die sich begeistert im Dienst des Herrn engagiert haben, aber später
in Sünde gefallen sind. Nur wer bis zum Ende treu bleibt, wird gerettet werden.
Die Regierungen von Joahas
und Joasch
von Israel
Joahas König von Israel (V. 1-9): V. 1. Im 23. Jahr Joaschs,
des Sohnes Ahasjas,
des Königs von Juda, wurde Joahas,
der Sohn Jehus, König über Israel.
Die Regierungszeit Joas dauerte einundzwanzig volle Jahre, wobei die
zusätzlichen Monate nach jüdischer Zeitrechnung als volle Jahre gezählt wurden.
Und regierte siebzehn Jahre in Samaria,
oder sechzehn Jahre und einige Monate nach der heutigen genauen Zeitrechnung.
V. 2. Und er tat, was in den Augen des HERRN böse war, und
folgte den Sünden Jerobeams, des Sohnes Nebats, der
Israel zur Sünde verführt hatte, und wich nicht davon ab. V.
3. Und der Zorn des HERRN entbrannte gegen
Israel, weil sie weiterhin das Kalb anbeteten, und er
gab sie in die Hand Hasaëls,
des Königs von Aram [Syrien], dessen verheerende
Feldzüge Elisa vorausgesehen hatte (Kap. 8, 12), und in die Hand Ben-Hadads,
des Sohnes Hasaëls,
alle ihre Tage, das heißt die Tage
des Joahas. V. 4. Und Joahas
sucht des HERRN Güte,
wie es sogar Ungläubige in großer Gefahr tun, und der HERR erhörte ihn; denn er
sah die Unterdrückung Israels; sein Mitgefühl galt
eher dem Volk als dem König, dass
der König von Aram
sie unterdrückte. V. 5. Und
der HERR gab
Israel nicht sofort, sondern nach einigen Jahren einen
Retter in der Person des
Joasch,
aber besonders in Jerobeam II., sodass sie aus der
Hand der Aramäer frei kamen. Und die Kinder
Israel wohnten in ihren Zelten, sicher in ihren
Häusern, wie zuvor. V. 6. Dennoch ließen sie
nicht ab von den Sünden des
Hauses Jerobeams, der Israel zur Sünde verführt
hatte, sondern lebten darin, und auch die
Ascherasäule in Samaria blieb
stehen, es hörte die Verehrung
der Aschera, der weiblichen Götzenfigur Astarte, der Holzbilder aufgestellt
waren, nicht gänzlich auf. Der Herr zeigte viel Geduld, um das Volk für sich zu
gewinnen und in seiner Verehrung zu halten. V. 7. Denn er,
der König von Syrien, Vers 4, ließ dem Joahas von seinem Heer nur
fünfzig Reiter und zehn Wagen und zehntausend Fußsoldaten übrig; denn der König
von Aram hatte sie vernichtet
und wie Staub beim Dreschen gemacht,
wie Staub, der unter den Füßen zertreten wird, ein Ausdruck, der völlige
Niederlage und Vernichtung bedeutet. So war die Lage, als der
Herr
sich zu seiner barmherzigen und unverdienten Vorgehensweise entschloss. V. 8.
Die übrigen Taten Joahas'
und alles, was er getan hat, und seine tapferen
Taten,
seine militärischen Heldentaten, sind sie nicht geschrieben in der Chronik
der Könige von Israel? V. 9. Und Joahas
legte sich zu seinen Vätern,
und man begrub ihn in
Samaria. Und Joasch,
sein Sohn, wurde König an seiner Stelle.
Der Herr ist voller Langmut und Barmherzigkeit, denn er will nicht den Tod der
Sünder, sondern dass sie umkehren und leben.
Joasch, König von Israel;
letzte Weissagung und Tod Elisas (V. 10-25): V. 10. Im 37. Jahr des Joasch,
des Königs von Juda, wurde Joasch,
der Sohn des Joahas,
in Samaria König über Israel, und
regierte sechzehn Jahre lang. V. 11. Und er
tat, was in den Augen des HERRN böse war; er wich
nicht von allen Sünden Jerobeams, des Sohnes Nebats, der Israel zur Sünde verführt hatte,
die Bilderanbetung wurde wie
zuvor fortgesetzt; sondern er wandelte darin,
er duldete nicht nur den mit diesem Kult verbundenen Götzendienst, sondern
machte sich selbst dessen schuldig. V. 12. Die übrigen Taten Joaschs
und alles, was er getan hat, alle seine tapferen
Taten in
Frieden und Krieg und seine Macht, und wie
er mit Amazja,
den König von Juda, gekämpft hat, sind sie nicht
geschrieben in der Chronik der Könige von Israel? V.
13. Und Joasch legte
sich zu
seinen Vätern, eine Tatsache, die
hier eingefügt wird, um die Erzählung abzurunden; und Jerobeam
[II.]
setzte sich auf seinen Thron; aber Joasch
wurde in Samaria bei den Königen Israels begraben.
Als nächstes werden einige wichtige Ereignisse seiner Herrschaft erzählt.
V. 14. Nun war
Elisa an seiner Krankheit, an
der er starb, erkrankt und lag schon seit
einiger Zeit schwer krank da. Und Joasch,
der König von Israel, kam zu ihm hinab und weinte über seinem Gesicht, denn
er erkannte, welch ein Verlust der Tod Elisas für das ganze Volk sein würde, und
sprach: Mein Vater, mein Vater, der Wagen Israels und seine Reiter! Elisa
war wie Elia ein mächtiger Verteidiger Israels gegen große und mächtige Feinde
gewesen, wie die Geschichte des Königreichs in dieser Zeit gezeigt hatte. V. 15.
Und Elisa, der eine letzte Botschaft für den König hatte,
sprach zu ihm: Nimm Bogen und Pfeile! Und er nahm Bogen und
Pfeile zu sich. V. 16. Und er sprach zum König Israels: Nimm
den Bogen zur Hand! Wörtlich: „Lass deine
Hand auf dem Bogen ruhen“, denn die linke Hand ruht auf dem Bogen, wenn er
gespannt ist.
Und er legte seine Hand darauf. Und Elisa legte
seine Hände auf die Hände des Königs, um damit zu zeigen, dass der Impuls
für diese Handlung vom Herrn kam, dass sie im Namen und mit der Vollmacht des
Herrn
ausgeführt wurde. V. 17. Und er sprach: Öffne das Fenster nach Osten, da
dies die Richtung war, in der die Feinde wohnten. Und er öffnete es. Da
sprach Elisa: Schieße! Und er schoss. Und er, Elisa, sagte, während
der Pfeil vorwärts flog: Der Pfeil der Rettung des HERRN und der Pfeil der
Rettung gegen Aram;
der Pfeil war ein Symbol für die Rettung, die Jehova sicherlich geben würde,
und er war ein Versprechen des Herrn gegenüber den
Streitkräften Arams; denn du wirst
die Aramäer bei Aphek
schlagen, bis du sie vernichtet hast, sie würden eine
entscheidende Niederlage erleiden. V. 18. Und er, Elisa, sagte: Nimm
die Pfeile! Und er nahm sie. Und
er sprach zum König Israels: Schlage auf die Erde,
indem er auf die Erde schlug oder schoss, um anzuzeigen, dass jeder, der von
den Pfeilen getroffen würde, zu Boden gestreckt würde. Und er schlug dreimal
und hielt inne, bevor der Prophet ihm befahl, weiterzumachen. V. 19. Und
der Mann Gottes wurde zornig auf ihn und sprach: Du hättest fünf- oder sechsmal
schlagen sollen, dann hättest du Aram geschlagen, bis du
es vernichtet hättest, bis die Macht der Aramäer endgültig gebrochen
gewesen wäre; so aber wirst du Aram nur dreimal
schlagen, seinen Heeren nur drei Niederlagen zufügen. Joasch
fehlte die Hartnäckigkeit, die notwendig ist, wenn man den Herrn um etwas
bittet.
V. 20. Und Elisa
starb, nachdem er ein gutes Alter erreicht hatte, wahrscheinlich achtzig
Jahre; und man begrub ihn. Und die Streifscharen der Moabiter fielen
zu Beginn des Jahres in das Land ein, kleine Banden, die
auf Beutezug gingen, ähnlich den Überfällen der Beduinen an der Grenze, die zu
Beginn der Kriegszeit kamen. V. 21. Und es begab sich, als sie einen Mann
begruben, dass sie, die mit dieser Arbeit beschäftigt waren, diese
Scharen
erspähten, die sie für einige der Räuber hielten; und sie
warfen den Mann in das Grab Elisas und legten ihn hastig dort ab, da sie
keine Zeit hatten, ein Grab zu graben. Und als der Mann hineinkam
und,
näherte er sich allmählich der Leiche Elischas, die
Gebeine Elisas berührte, wurde er lebendig,
durch ein Wunder Gottes wieder zum Leben erweckt, und stellte
sich
auf seine Füße. Der Herr wollte sein
Volk noch einmal daran erinnern, dass er absolute Macht über den Tod hat und
Menschen nach seinem Willen wieder zum Leben erwecken kann.
V. 22. Aber Hasaël,
der König von Aram, unterdrückte Israel
alle Tage des Joahas, so
war es unter seiner Herrschaft gewesen. V. 23. Aber der HERR war ihnen gnädig und
hatte Erbarmen mit ihnen und wandte sich ihnen zu Er
betrachtete und behandelte sie mit barmherziger Güte, wegen
seines Bundes mit Abraham, Isaak und Jakob und wollte sie nicht vernichten und
sie nicht von seinem Angesicht verwerfen
Seine barmherzige Geduld war noch nicht erschöpft, die Verheißung seiner Güte
galt ihnen noch immer. V. 24. Und Hasaël,
der König von Aram, starb, und sein Sohn Ben-Hadad
wurde König an seiner Stelle. V.
25. Und Joasch,
der Sohn des Joahas, nahm Ben-Hadad,
dem Sohn Hasaëls,
die Städte wieder weg, die dieser seinem Vater Joahas
im Krieg genommen hatte, in den Feldzügen, in
denen er fast das ganze Land Israel erobert hatte. Dreimal, entsprechend
der Anzahl der Schüsse, die er auf den Boden abgab, schlug Joasch
ihn und gewann die Städte Israels zurück. Wie
bei Elisa ist die Erinnerung an alle Lehrer ein Zeugnis für spätere
Generationen. Beachte auch: Der Herr verzögert nicht die Verheißung, wie manche
meinen, die von Verzögerung sprechen, sondern er hat Geduld mit uns und will
nicht, dass jemand verloren geht, sondern dass alle zur Buße kommen, 2 Petr
3,9.
Amazja
und Asarja,
Könige in Juda. Jerobeam
II., König in Israel
Amazja König
in Juda (V. 1-22): V. 1. Im zweiten
Jahr des Joasch,
des Sohnes des Joahas, des Königs von Israel, wurde Amazja, der Sohn des Joasch,
König von Juda, König nach dem Tod seines Vaters.
V. 2. Er war 25 Jahre alt, als er
König wurde, und regierte 29 Jahre in Jerusalem.
Der Name seiner Mutter, der aus dem üblichen
Grund wegen des Einflusses der Königinmutter erwähnt wird, war Joaddan aus Jerusalem. V. 3. Und er tat, was recht
war in den Augen des HERRN, er
war der wahren Verehrung des Herrn ergeben, doch
nicht wie sein Vater David, nicht von ganzem Herzen, nicht mit der ganzen
Kraft seines Wesens; er tat alles, was sein Vater Joasch
getan hatte, in seiner allgemeinen Politik folgte er dem Verhalten seines
Vaters. V. 4. Allerdings wurden die Höhen nicht beseitigt, wo das Volk
Altäre zu Ehren des Herrn errichtet hatte; sondern opferte das Volk und
räucherte auf den Höhen. V. 5. Und es
geschah, sobald das Königtum in seiner Hand
gefestigt war, als seine
Herrschaft fest stand, dass er seine Knechte erschlug, die seinen Vater, den
König, getötet hatten, Kap. 12, 20. V. 6. Aber die Kinder der Mörder
tötete er nicht, obwohl es im Orient Brauch war, auch die Kinder der
Verschwörer zu töten; gemäß dem, was im Buch des Gesetzes Mose geschrieben
steht, 5. Mose 24, 16, wo der HERR geboten hat: Die
Väter sollen nicht für die Kinder sterben, und die Kinder sollen nicht für die
Väter sterben, sondern jeder soll für seine eigene Sünde sterben. In
diesem Punkt zeigte sich Amazja also als ein treuer
König nach den Maßstäben Israels. V. 7. Er schlug die Edomiter,
die sich zur Zeit Jorams, Kap. 8, 20-22, im Salztal
südlich des Toten Meeres, zehntausend Mann und
nahm Sela, offenbar die Hauptstadt des Landes, später bekannt
als Petra, im Kampf ein und nannte sie Joktheel bis auf diesen Tag.
Vgl. 2 Chron. 25, 6-16.
V. 8. Dann sandte Amazja in der letzten Zeit seiner Regierung, nachdem er
Anzeichen von Nachlässigkeit gegenüber dem Götzendienst gezeigt hatte, Boten
zu Joasch,
dem Sohn des Joahas, des Sohnes Jehus, dem König von
Israel, und ließ ihm sagen: Komm, lass uns einander von Angesicht zu Angesicht
sehen. Es war eine kühne Kriegserklärung, denn Amazja fühlte sich wahrscheinlich durch die Plünderung
vieler Städte Judas durch die Söldner Israels gerechtfertigt, 2 Chron. 25, 13.
V. 9. Aber Joasch,
der König von Israel, sandte zu Amazja, dem König von
Juda, und ließ ihm sagen: Der
Dornstrauch, der auf dem Libanon war,
sandte zur Zeder, die auf dem Libanon
war, und ließ ihr sagen: Gib deine
Tochter meinem Sohn zur Frau! Da kam ein wildes Tier, das auf dem Libanon war,
und zertrat den Dornstrauch.
Die Bedeutung dieser Parabel ist klar. So wie der Dornbusch in seiner
Vortrefflichkeit unter dem Zedernbaum steht, so betrachtete Joas Amazja in jeder Hinsicht als unter sich stehend. Kein
wildes Tier kann den Zedernbaum umstürzen und zertreten, aber dem Dornbusch
kann dies sehr leicht geschehen. Ebenso war das Unglück bereit, den arroganten
König von Juda zu treffen, der auf seine mächtige
Armee vertraute und Herausforderungen aussprach, wo er nichts zu suchen hatte.
V. 10. Du hast zwar Edom geschlagen, und dein Herz hat sich hoch erhoben, er
war voller stolzer Überheblichkeit. Rühme dich dessen, er sollte sich
mit dem Ruhm begnügen, der ihm aufgrund seines Sieges über die Edomiter zuteil geworden war, und bleib
zu
Hause: Warum suchst
du dein Unglück, warum solltest du
durch einen unüberlegten und grundlosen Angriff Unglück riskieren, dass du
fällst, und Juda mit dir? V. 11. Aber Amazja, noch immer hochmütig in seinem Herzen, wollte
nicht hören und schenkte der Warnung keine Beachtung. Da zog Joasch,
der König von Israel, hinauf und führte den Feldzug in das Land des
Feindes; und er und Amazja, der König von Juda, sahen einander an und trafen in der Schlacht bei Beth-Schemesch, das zu Juda gehört, an der Südgrenze
des Gebiets von Dan. V. 12. Und Juda wurde vor
Israel geschlagen und erlitt eine entscheidende Niederlage; und sie
flohen, jeder in sein Zelt. V. 13. Und Joasch,
der König von Israel, nahm Amazja, den König von Juda, den Sohn Joas, des Sohnes Ahasjas,
in Beth-Semes gefangen und
kam nach Jerusalem und riss die Mauer Jerusalems vom Efraim-Tor an
der Nordseite bis zum Ecktor im
Nordwesten, vierhundert Ellen
(ca. 193 m) lang
ein. Diese Tat kennzeichnete die Stadt als erobert und
als offen für Israel, dessen Heer jederzeit einmarschieren konnte: V. 14. Und
er nahm alles Gold und Silber und alle Geräte, die im Haus des HERRN und in den
Schatzkammern des Königshauses gefunden wurden,
die alle während der Herrschaft Joaschs hinzugefügt
worden waren, und sandte sie als Tribut an Hasaël,
Kap. 12, 18, aber nun wahrscheinlich infolge des Sieges über Edom wieder
aufgefüllt waren, sowie Geiseln aus den wichtigsten Familien, um Amazja in Schach zu halten, und kehrte nach Samaria
zurück.
V. 15. Nun, die
übrigen Taten des Joasch, die er getan hat, und seine
tapferen Taten,
seine politischen und militärischen Taten und wie er mit Amazja,
dem König von Juda, gekämpft hat, sind sie nicht
geschrieben in der Chronik der Könige von Israel? V. 16. Und Joasch legte sich zu seinen Vätern und
wurde in Samaria bei den Königen von Israel begraben; und Jerobeam,
sein Sohn, wurde König an
seiner Stelle. Die Wiederholung
dieser Aussage aus Kap. 13, 13 dient dazu, die Bemerkung über Amazja in den nächsten Versen einzuleiten.
V. 17. Und Amazja, der Sohn des Joasch,
des Königs von Juda, lebte nach dem Tod des Joasch,
des Sohnes des Joahas, des Königs von Israel,
fünfzehn Jahre, ohne jedoch sein früheres Ansehen wiederzuerlangen. V. 18. Und
die übrigen Taten Amazjas, sind
sie
nicht aufgezeichnet in der Chronik der Könige von Juda? V.
19. Und man machte eine Verschwörung,
die Vornehmen in Juda, gegen
ihn in Jerusalem, und er floh nach Lachisch,
einer Stadt in der Ebene von Juda, nahe der Grenze
der Philister; aber sie sandten nach
ihm nach bis Lachisch
und töteten ihn dort. V. 20. Und sie
brachten ihn auf Pferden, auf dem königlichen Wagen, und er wurde in
Jerusalem bei seinen Vätern in der Stadt Davids begraben.
V. 21. Und alles
Volk von Juda, das dem Hause Davids treu blieb, nahm
Asarja,
der sechzehn Jahre alt war, und machte ihn anstelle seines Vaters Amazja zum König. Asarja
trug auch den Namen Usija, Jes. 1, 1. V. 22 Er
baute Elat, den Hafen an der Spitze des Elanitischen Golfs, der zum Gebiet Edoms gehörte, und brachte es an Juda
zurück, nachdem der König sich zu seinen Vätern gelegt
hatte. Es
scheint, dass er elf Jahre lang mit seinem Vater gemeinsam regierte und nach
seiner Krönung zweiundfünfzig Jahre lang oder nach dem Tod seines Vaters
einundvierzig Jahre lang regierte. Die Geschichte von Amazja
zeigt, dass es Unglück bedeutet, einen Krieg ohne wirklichen Grund zu beginnen.
In geistlichen Angelegenheiten gilt dasselbe. Wer den Feinden der Kirche im
Vertrauen auf seine eigene Kraft begegnet, wird wahrscheinlich besiegt und in
Schande geraten.
Jerobeam II, König von Israel (V. 23-29): V. 23. Im
fünfzehnten Jahr Amazjas, des Sohnes Joaschs,
des Königs von Juda, wurde Jeroboam,
der Sohn Joaschs,
des Königs von Israel, in Samaria König, und regierte 41 Jahre. Er
wird gewöhnlich Jerobeam II. genannt, um ihn vom
ersten König Israels zu unterscheiden. V. 24. Und er tat, was in den Augen
des HERRN böse war,
indem er den Götzendienst sanktionierte; er wich nicht von allen Sünden Jerobeams, des Sohnes Nebats, der
Israel zur Sünde verführt hatte. V. 25. Er stellte die Grenzen Israels
wieder her und setzte die alten Grenzen fest, von der Einfahrt nach Hamat im
äußersten Norden, im Tal des Orontes, bis zum Meer der Ebene, dem Toten
Meer, gemäß dem Wort des HERRN des Gottes Israels,
das er durch seinen Knecht Jona, dem Sohn Amittais, dem Propheten aus Gat-Hefer, wahrscheinlich
derselbe Mann, der das Buch Jona schrieb, gesprochen hatte. V.
26. Denn der HERR
sah das Elend Israels, dass es sehr bitter war,
Kap. 13, 4; denn
es waren dahin Unmündige wie Mündige [w.:
denn
es gab keinen, der verschlossen war, keinen, der übrig geblieben war], und war keinen
Helfer da
für Israel, wie es in 5. Mose 32, 36 vorhergesagt worden war.
V. 27. Und der HERR hatte
nicht gesagt, Er hatte Seine
Absicht noch nicht durch einen Propheten verkündet, dass er den Namen Israels
unter dem Himmel auslöschen würde; so er rettete sie durch
die Hand Jerobeams, des Sohnes Joaschs,
denn ihre Gnadenzeit war noch nicht ganz abgelaufen. V. 28. Und die übrigen Taten Jerobeams und alles, was er tat, und seine tapferen
Taten,
wie er Krieg führte und wie er für Israel Damaskus
zurückeroberte und die Macht Israels
wiederherstellte wie in den Tagen seiner größten Macht, und Hamat, das zu Juda gehörte,
nämlich zur Zeit Davids, 2 Sam. 8, 6, sind sie nicht geschrieben in der
Chronik der Könige von Israel? V. 29. Und Jerobeam
legte sich zu
seinen Vätern, den Königen Israels, und sein Sohn Sacharja wurde
König an
seiner Stelle,
wenn auch nicht sofort, da offenbar mehrere Jahre lang Anarchie herrschte. Gott
ist geduldig mit den Sündern und möchte, dass sie zur Umkehr finden. Oft wartet
er lange, bevor er das Urteil der Verdammnis spricht.
Verschiedene Könige
in Juda
und Israel
Asarja [Usija]
von Juda (V. 1-7): V. 1. Im 27. Jahr Jerobeams, des Königs von Israel, wurde Asarja
[o.: Usija], der Sohn Amazjas,
des Königs von Juda, König,
und zu dieser Zeit wurde er alleiniger Herrscher über Juda.
V. 2. Sechzehn Jahre alt war er, als er König
wurde,
als er allein die Zügel des Königreichs übernahm, und
er regierte insgesamt 52 Jahre in Jerusalem. Und
der Name seiner Mutter war Jecholja
aus Jerusalem. V. 3. Und er tat, was recht war in den Augen des HERRN, ganz wie sein Vater
Amazja getan hatte,
und war sein ganzes Leben lang dem Dienst des Herrn ergeben, V. 4. nur dass
die Höhen nicht beseitigt wurden; das Volk opferte und räucherte noch immer auf
den Höhen, gegen den Willen Gottes, obwohl es zu Ehren des Herrn geschah.
V. 5. Und der HERR schlug den König
mit einer Krankheit, weil er seine Vollmacht überschritten und sich in die
Aufgabe der Priester eingemischt hatte, 2. Chronik 26, 16-20, so dass er bis
zu seinem Tod ein Aussätziger war und in einem besonderen Haus
abseits von anderen Menschen wohnte,
da Aussätzige unrein waren und aus der Gesellschaft der Menschen ausgeschlossen
waren, 3. Mose 13, 46. Und Jotam, der Sohn des Königs, war über das Haus gesetzt, er
war Regent, er hatte die Verwaltung inne, und
richtete
das Volk des Landes und war der
Vertreter seines Vaters in der wichtigsten Ämter des Landes. V. 6. Und die
übrigen Taten Asarjas und alles, was er getan hat,
sind sie nicht geschrieben in der Chronik der Könige von Juda?
Vgl. 2 Chron. 26. V. 7. Und Asarja
legte sich zu seinen
Vätern und
man begrub ihn bei
seinen Vätern in der Stadt Davids, in
dem königlichen Grab, und sein Sohn Jotam
wurde König an seiner Stelle.
Die glückliche Herrschaft Asarjas
oder Usijas war eine Ermahnung des Herrn an das Volk
des Landes, damit es zu den alten Wegen zurückkehrte, so wie Er jetzt Seine
Segnungen sendet, um die Menschen zur Rückkehr zu Seiner Barmherzigkeit zu
führen.
Sacharja und Schallum von Israel (V. 8-15): V. 8. Im 38. Jahr Asarjas, des Königs von Juda,
nach einer elfjährigen Zwischenregierung oder einem Zustand der Anarchie, wurde
Sacharja,
der Sohn Jerobeams, sechs Monate lang König
über
Israel in Samaria, wobei die
Angelegenheiten des Volkes zu dieser Zeit in Unordnung waren. V. 9. Und er
tat, was in den Augen des HERRN böse war, wie seine
Väter getan hatten, es gab keine
Änderung in der Politik in Bezug auf die Kalbskult. Er wich nicht von den
Sünden Jerobeams, des Sohnes Nebats,
der Israel zur Sünde verführt hatte, und damit diese Ära der
Götzenverehrung eingeleitet hatte. V. 10. Und Schallum, der Sohn Jabeschs,
verschwor sich gegen ihn und
erschlug ihn vor dem Volk, nicht heimlich,
sondern öffentlich, und tötete ihn und wurde König an
seiner Stelle. V. 11. Die
übrigen Taten Sacharjas sind aufgezeichnet
in der Chronik der Könige von Israel. V. 12. Dies war
das Wort des HERRN, das er zu Jehu
sprach: Deine Söhne werden bis in die vierte Generation auf dem Thron Israels
sitzen. Und so geschah es. Gemäß dieser
Verheißung in Kapitel 10, Vers 30 hatte Sacharja, der die vierte
Generation repräsentierte, zumindest eine kurze Regierungszeit, bevor er
ermordet wurde.
V. 13. Schallum, der Sohn Jabeschs,
wurde König im 39. Jahr des Usija [o.: Asarja], des Königs von Juda, und regierte einen ganzen Monat in Samaria
und genoss die Herrschaft, die er durch die Ermordung des Königs erlangt hatte,
nur für eine sehr kurze Zeit. V. 14. Denn Menahem, der Sohn
Gadis, der offenbar der Oberbefehlshaber des
israelitischen Heeres war, zog von Tirza
herauf, nur wenige Meilen von Samaria entfernt, wo das
Heer lag, und kam nach Samaria
und erschlug Schallum, den Sohn Jabeschs,
in Samaria, und tötete ihn und wurde an seiner Stelle König
und usurpierte den Thron mit Gewalt. V. 15. Und die übrigen Taten Schallums und seine Verschwörung,
die er gemacht hatte, wie er plante,
seine Verschwörung zum Erfolg zu führen, siehe, das ist geschrieben in der
Chronik der Könige von Israel. Gott billigt keine Verschwörungen und
Attentate, aber manchmal bedient er sich ihrer, um seine Ziele zu erreichen.
Menahem von Israel (V. 16-22): V. 16. Damals
schlug Menahem, der
die
Armee nutze, um das Land unter seine Herrschaft zu bringen, Tifsach,
eine Festung am westlichen Ufer des Euphrat, die sich gegen seine Herrschaft
aufgelehnt hatte, und alle, die darin waren, und ihr
Gebiet, von Tirza aus,
dem Ausgangspunkt seines Feldzugs. Weil sie ihm nicht
öffneten, weil sie sich weigerten, seine Offiziere zu
empfangen und ihm zu huldigen, schlug er sie; und alle schwangeren Frauen
darin schlitzte er auf,
eine höchst bestialische Form der Grausamkeit. V. 7. Im 39. Jahr Asarjas,
des Königs von Juda, wurde Menahem, der Sohn
Gadi, König über Israel, und
regierte zehn Jahre in Samaria, nachdem er sich auf
dem Thron etabliert hatte und seine Position mit Gewalt verteidigte. V. 18. Und
er tat, was in den Augen des HERRN böse war; er
wich sein Leben lang nicht von den Sünden Jerobeams,
des Sohnes Nebats, der Israel zur Sünde verführt
hatte. V. 19. Und Pul
[d.i.: Tiglat-Pileser III.], der König von
Assyrien, unter dem dieses Land die Stellung einer
Weltmonarchie einnahm, kam gegen das Land; und Menahem, der sich
nicht stark genug fühlte, die Eindringlinge abzuwehren, gab Pul tausend Talente Silber (ca.
24,5 Mio EUR), damit seine
Hand mit ihm sei, um das Königreich in seiner Hand zu befestigen, da
eine Menahem feindlich gesinnte Partei wahrscheinlich die Gelegenheit von Puls Herannahen genutzt hatte, um
Anhänger zu gewinnen. Als die Assyrer sich zurückzogen, war Menahem wieder
unangefochtener Machthaber. V. 20. Und Menahem legte das Geld auf Israel, indem
er einfach bestimmte Abgaben erhob, auf alle wohlhabenden
Leute,
von jedem fünfzig Schekel Silber (ca.
180 EUR), um
es dem König von Assyrien zu geben. Da kehrte
der
König von Assyrien,
zufrieden mit diesem reichen Tribut, um und blieb
nicht dort im Land. V. 21. Die übrigen Taten Menahems und alles, was er
getan hat, sind sie nicht geschrieben in der Chronik der Könige von Israel?
V. 22. Und Menahem legte sich zu seinen Vätern,
und sein Sohn Pekachja wurde
König an
seiner Stelle. Das
Königreich Israel eilte seinem Untergang entgegen. Wenn Abtrünnige sowohl die
Güte als auch die Strenge Gottes verachten, dann wird der Herr schließlich
seine Hand zurückziehen und sie ihrer eigenen Verdammnis überlassen.
Pekachja und Pekach von Israel
(V. 23-31): V. 23. Im 50.
Jahr Asarjas,
des Königs von Juda,
wahrscheinlich nach einigen Monaten anarchistischer Unruhen, wurde Pekachja,
der Sohn Menahems, König in
Samaria über Israel zwei Jahre. V. 24. Und
er tat, was in den Augen des HERRN
böse war; er wich nicht von den Sünden Jerobeams, des
Sohnes Nebats, der Israel zur Sünde verführt hatte, dessen Götzendienst mit den Kälbern während der
gesamten Geschichte Israels fortbestanden hatte. V. 25. Aber
Pekach, der
Sohn Remaljas, einer seiner Hauptleute, der
Adjutant des Königs, verschwor sich gegen ihn und erschlug ihn in Samaria,
im Palast des Königshauses, dem befestigten Teil seines Palastes, wohin er
vor den Verschwörern geflohen war, samt Argob und Arje,
die als hohe Beamte Pekachja
treu ergeben waren und mit ihm getötet wurden, und mit ihm, auf der Seite Pekachs,
waren fünfzig
Männer aus Gilead; und er tötete ihn und wurde an
seiner Stelle König. V.
26. Die übrigen Taten Pekachjas
und alles, was er getan hat, siehe, sie sind
aufgezeichnet in der Chronik der Könige von Israel.
V. 27. Im 52.
Jahr Asarjas, des Königs von Juda,
wurde Pekach, der Sohn Remaljas, König
in Samaria über
Israel zwanzig Jahre, nachdem er den König
ermordet hatte. V. 28. Und er tat, was dem HERRN
übel gefiel, und wich nicht von den Sünden Jerobeams,
des Sohnes Nebats, der Israel zur Sünde verführt
hatte,
wobei der immer wiederkehrende Satz dazu dient, die Aufmerksamkeit auf diese
fortwährende Abkehr des Herrschers und des Volkes zu lenken. V. 29. In
den Tagen Pekachs, des Königs von Israel, kam Tiglat-Pileser, der König von Assyrien, und nahm Ijon,
Abel-Bet-Maacha, Janoach, Kedes, Hazor, Gilead und Galiläa, das ganze Land Naphtali mit
einigen Bezirken an seiner Grenze und führte sie,
die Bewohner, gefangen nach
Assyrien. Das war der Anfang vom Ende Israels. V. 30. Und
Hoschea, der Sohn Elas, offenbar als Folge dieses
assyrischen Feldzugs, machte eine
Verschwörung gegen Pekach, den Sohn Remaljas, erschlug
ihn und tötete ihn und wurde an seiner Stelle König im zwanzigsten Jahr Jotams, des Sohnes Usijas,
wobei diese Anmerkung die Statthalterschaft Jotams
berücksichtigt. V. 31. Die übrigen Taten Pekachs
und alles, was er getan hat, siehe, sie sind
aufgezeichnet in der Chronik der Könige von Israel. Es
ist ein großer Trost, dass kurz nach den hier aufgezeichneten Ereignissen
Jesaja das Licht und die Herrlichkeit des Messias prophezeite, der den
Bewohnern der verwüsteten Gebiete in Galiläa erscheinen sollte (Jes 9,1).
Jotam von Juda (V. 32-38): V.
32. Im zweiten Jahr Pekachs, des Sohnes Remaljas, des Königs von Israel, wurde Jotam, der Sohn Usijas, des
Königs von Juda, König. V.
33. 25
Jahre alt war er, als er König wurde,
das heißt, als er nach dem Tod seines Vaters allein die Herrschaft übernahm,
und er regierte sechzehn Jahre in Jerusalem. Der Name seiner Mutter war Jeruscha,
die Tochter Zadoks. V. 34. Und er tat, was recht war in den Augen des HERRN;
er tat alles, wie
sein Vater Usija getan hatte,
und diente nur dem Herrn. V. 35. Doch
die Höhen wurden nicht
entfernt; das Volk opferte und räucherte noch immer auf den Höhen. Er baute das
obere,
das nördlichste Tor des Hauses des HERRN,
einschließlich seiner Restaurierung und Verzierung. V. 36. Die übrigen Taten
Jotams und alles, was er getan hat, sind sie nicht
geschrieben in der Chronik der Könige von Juda?
V. 37. In jenen Tagen begann der HERR, Rezin, den König von Aram,
und Pekach,
den Sohn Remaljas, gegen Juda
zu senden. Die Aramäer,
die das Joch der Assyrer abgeschüttelt hatten, waren froh, das Volk Israel als
Verbündete zu haben, um, wenn möglich, die Oberherrschaft über alle Länder
zwischen dem Euphrat und Ägypten zu erlangen. V. 38. Und Jotam,
während dieses Unglück sich gegen Juda
zusammenbraute, legte sich zu
seinen Vätern und wurde bei seinen Vätern in der Stadt Davids, seines Vaters, in
den königlichen Gräbern begraben; und sein
Sohn Ahas wurde an seiner Stelle König.
Das Ziel der Strafe Gottes ist es, den Sünder zur Umkehr zu führen, solange
noch Gnadenzeit ist. Aber wehe jedem Menschen, den Gott der Verdorbenheit und
Hartnäckigkeit seines eigenen Herzens überlässt!
Ahas
und seine gottlose Regierung in Juda
Ahas ruft Assyrien zu Hilfe (V. 1-9): V. 1. Im
siebzehnten Jahr Pekachs, des Sohnes Remaljas, des vorletzten Königs von Israel, wurde Ahas,
der Sohn Jothams, des
Königs von Juda, König. V.
2. Ahas
war zwanzig Jahre alt, als er König wurde, und regierte sechzehn Jahre lang in
Jerusalem. Er tat nicht, was in den Augen des HERRN, seines Gottes,
recht war, wie sein Vater David, sondern
er wandte sich von der traditionellen Frömmigkeit der Könige von Juda ab, V. 3. sondern er wandelte
auf den Wegen der Könige Israels und folgte ihren
götzendienerischen Bräuchen, ja, er ließ
sogar
seinen Sohn durch das Feuer gehen, in einer Form der
schrecklichen Menschenopfer, wie sie bei den Moabitern und Assyrern
gebräuchlich waren, nach den Greueln der Heiden,
die der HERR vor den Kindern
Israel vertrieben hatte (5. Mose 12,31). V.
4. Und er brachte Schlachtopfer
und Rauchopfer dar mit allen Riten, die
in der wahren Anbetung befolgt wurden, auf
den Höhen und auf den Hügeln, wo es kein Haus des
Herrn gab, sondern nur Götzenaltäre, und unter jedem grünen Baum.
V. 5. Damals zogen Rezin, der König von Aram
[Syrien], und Pekach,
der Sohn Remaljas, der König von Israel,
die sich zur Zeit Jotams verbündet hatten (Kap. 15,
37), nach Jerusalem, um Krieg zu führen; und sie belagerten Ahas, konnten ihn aber nicht überwältigen; sie konnten
die Stadt nicht einnehmen, die von Usija und Jotam stark befestigt worden war. So erfüllte sich eine
Prophezeiung Jesajas, Jes 7,1-9. Doch während die
Verbündeten ihr Ziel, Jerusalem einzunehmen und Juda
in ihren mächtigen Bund einzugliedern, nicht erreichten, hatten sie anderswo
Erfolg. V. 6. Zu dieser Zeit gewann Rezin, der
König von Aram, Elat
zurück, die wichtige Hafen- und Handelsstadt an der Spitze
des Elanitischen Golfs, für Aram [?
Elat hatte zu Edom, nicht zu Aram gehört; die herbr. Schriftzeichen für Aram und Edom sind sehr ähnlich]
und vertrieb die Juden aus Elat, wodurch er eine
der wichtigsten Quellen des Wohlstands Judas abschnitt. Und die Aramäer
[so der hebr. Konsonantentext; Mas.T.:
Edomiter]
kamen nach Elat, gründeten dort eine
Handelskolonie und wohnten dort bis
zum heutigen Tag, bis zu der Zeit, als
dieser Bericht geschrieben wurde. V. 7. Da sandte Ahas
in seiner großen Not Boten zu Tiglat-Pileser, dem König von Assyrien, und ließ ihm sagen:
Ich bin dein Knecht und dein Sohn; komm
und rette mich aus der Hand des Königs von Aram und aus der Hand des
Königs von Israel, die sich gegen mich erhoben haben! Es
scheint also, dass Ahas kein Vertrauen in die
Verheißungen Jesajas hatte. V. 8. Und Ahas nahm das Silber und Gold, das im Haus des HERRN und in den
Schatzkammern des Königs gefunden wurde, alles, was seit der
Plünderung dieser Schatzkammern durch Joasch von
Israel angesammelt worden war (Kap. 14, 13), und sandte es als Geschenk an
den König von Assyrien, um sich so seine Hilfe zu erkaufen und einen
Bündnis einzugehen, vor dem Jesaja gewarnt hatte. V. 9. Und der König von
Assyrien hörte auf ihn. Und der König von
Assyrien zog gegen Damaskus, die Hauptstadt Arams, und nahm sie ein und
führte das Volk gefangen nach Kir, wo er sie in die
Verbannung ins heutige Georgien südlich des Kaspischen Meeres führte, und tötete Rezin. So
erfüllte sich das Wort des Propheten Amos 1, 3-5. Die nachfolgenden Ereignisse
zeigen, dass dieser Schritt Ahas nichts nützte, denn
der assyrische Herrscher betrachtete ihn nicht als Freund und Gleichgestellten,
sondern als Vasallen. Wer sein Vertrauen auf Menschen setzt, hat bestenfalls
eine schwache Stütze für seine Schwäche.
Ahas entweiht den Tempel (V. 10-20): V. 10. Und König Ahas zog um Tiglat-Pileser, dem König von Assyrien, entgegen
nach Damaskus, um
ihm seine Dankbarkeit für die Hilfe auszudrücken, die ihm und seinem Volk
zuteil geworden war. Und als
er den Altar
sah,
der in Damaskus stand, der ihm gefiel, sandte
der
König Ahas zum Priester Uria
die Form des Altars und seine Maße, ganz,
wie er
gemacht war, er gab eine Beschreibung seiner Gestalt und sandte
ein Modell mit den vollständigen Plänen und Angaben, einschließlich derjenigen
für die Verzierungen des Altars. V. 11. Und Uria,
der Priester, nahm dem König diese ungerechtfertigte Handlung keineswegs
übel, sondern baute einen Altar nach allem, was König Ahas
aus Damaskus geschickt hatte, ein genaues Abbild des heidnischen Altars; so
machte Uria, der Priester, ihn, bis König Ahas aus Damaskus zurückkehrte,
und hatte ihn fertig, als der König zurückkam. V. 12. Und als der König aus
Damaskus kam, sah der König den Altar. Und der König trat an den Altar und stieg
hinauf,
offensichtlich persönlich und ohne von einem Priester zurechtgewiesen zu
werden. V. 13. Und er verbrannte sein
Brandopfer und sein Speisopfer und goss sein Trankopfer aus und sprengte das
Blut seiner Friedensopfer an
den Altar, was alles in Wirklichkeit eine Usurpation von
Rechten war, die ihm nicht zustanden, die er aber in Anspruch nahm, um seinen
eigenen Göttern seine Dankbarkeit für seine sichere Rückkehr auszudrücken. V.
14. Aber den bronzenen Altar, der vor dem HERRN stand,
den Brandopferaltar, tat er weg von der Vorderseite
des Hauses, zwischen dem [neuen] Altar,
das heißt dem neuen Altar, und dem Haus des HERRN,
dem eigentlichen Heiligtum, und stellte ihn an die Nordseite des [neuen] Altars, an
einen weniger wichtigen Ort, so dass der neue Altar, wenn überhaupt, dem alten
überlegen war. V. 15. Und König Ahas befahl dem
Priester Uria und sprach: Auf dem großen Altar,
dem neuen Altar, der nun der Hauptaltar war, zünde
an
das Morgenbrandopfer und das Abendspeisopfer,
wobei das entsprechende Opfer in jedem Fall verstanden wurde, 2.
Mose
29, 38-42; 4. Mose 28, 3-8; 7, 87; 15,
2-12, und das Brandopfer des Königs und sein Speisopfer mit dem Brandopfer
des ganzen Volkes des Landes und ihren Speisopfern und ihren Trankopfern und
sprenge alles Blut der Brandopfer und alles
Blut der Schlachtopfer daran,
der neue Altar sollte ausschließlich für all diese Zwecke verwendet werden. Und
der bronzene Altar soll mir zum Nachforschen
[Bedeutung nicht ganz klar]
dienen, was er herausfinden wollte, behielt er sich für einen späteren
Zeitpunkt vor. V. 16. So tat der Priester Uria alles, wie es ihm König Ahas
befohlen hatte; er willigte
bereitwillig in diese ungerechtfertigten Änderungen ein und machte sich damit
mitschuldig mit dem König. V. 17. Und König Ahas brach
die Leisten an den Gestellen ab,
die die Wasserbehälter hielten, 1 Könige 7, 27-37, und nahm die
Kessel
von ihnen herunter und nahm das Meer von den bronzenen Rindern, die darunter
standen, 1 Könige 7, 23-25, und stellte es auf ein Steinpflaster,
auf ein spezielles Fundament aus Stein, wahrscheinlich eine überdachte
Plattform. All dies geschah wahrscheinlich, um alles Wertvolle zu entfernen,
damit der König von Assyrien es nicht für sich beanspruchen konnte [,
aber wohl vor allem auch wegen seines
Götzendienstes, bei dem die Geräte des wahren Gottesdienstes störten]. V. 18. Und die überdachte
Sabbathalle, die man am Haus gebaut hatte,
offensichtlich eine überdachte Halle im Vorhof des Tempels, die für den König
reserviert war, wenn er das Heiligtum besuchte, und den äußeren
Eingang
des Königs, die Auffahrt zum Tempel, die in 1 Könige 10, 5
erwähnt wird, veränderte er am Haus des HERRN für den König von
Assyrien, all dies, damit die Habgier des mächtigen
Herrschers nicht geweckt würde.
V. 19. Und alle übrigen Taten Ahas, die er getan hat, sind
sie nicht aufgezeichnet
in der Chronik der Könige von Juda? V.
20. Und Ahas legte
sich zu
seinen Vätern und wurde begraben bei seinen Vätern in der Stadt Davids, aber
nicht in den Gräbern der Könige, 2 Chron. 28, 27; und
sein Sohn Hiskia wurde König an seiner Stelle. Wehe
jedem Menschen, der sich so sehr von seiner Gottlosigkeit mitreißen lässt, dass
er für Warnungen und Zurechtweisung unempfänglich ist! Selbstverhärtung zieht
Gottes Hartnäckigkeit nach sich, und das Ende ist der ewige Tod.
Unter Hoschea
geht das Nordreich unter und werden die (zehn)
Stämme nach Assyrien
geführt
Das Ende des
Nordreichs Israel als Nation (V. 1-23): V. 1. Im zwölften
Jahr des Ahas, des Königs von Juda,
wurde
Hoschea, der Sohn Elas, nach etwa acht Jahren
einer fast anarchischen Staatslage, in Samaria neun Jahre König über Israel. V.
2. Und er tat, was in den Augen des HERRN böse war,
denn die Kalbskult unter Jerobeam wurde unter ihm
nicht abgeschafft, aber er war nicht wie die
Könige Israels vor ihm,
die ihn in ihren Götzendiensten übertrafen. V. 3. Gegen
ihn zog Salmanassar, der König von Assyrien, und Hoschea
wurde sein Knecht, ein
tributpflichtiger Vasall, und brachte ihm Tribut
und zahlte den von ihm geforderten Tribut. V. 4. Aber der König von
Assyrien, Salmanassar, dessen Feldherr Sargon war, entdeckte
eine Verschwörung bei Hoschea und erhielt Beweise
dafür, dass der König von Israel heimlich plante, seine Macht zu stürzen; denn
er hatte Boten zu So, auch Seveh und Schebek genannt, dem König von Ägypten, der einzigen
anderen Großmacht, die Assyrien Paroli bieten konnte, gesandt und
dem König von Assyrien keinen Tribut gebracht, wie er es
Jahr für Jahr getan hatte; er hatte sich
geweigert, seinen Tribut zu zahlen, und sich damit gegen die assyrische
Vorherrschaft aufgelehnt; Darum ließ ihn der König von Assyrien festnehmen und gefesselt
ins
Gefängnis werfen, und damit endete
seine Herrschaft. V. 5. Dann zog der König von Assyrien durch das ganze
Land, kam nach Samaria und belagerte es drei Jahre lang, da es sehr stark
befestigt war. V. 6. Im neunten Jahr Hoscheas nahm
der König von Assyrien Samaria ein und führte Israel, was nach dem Feldzug Tiglat-Pilesers von den zehn Stämmen übrig geblieben war
(Kap. 15, 29), nach Assyrien weg und siedelte sie in Halach
und am Habor, dem Fluss
von Gosan,
an in Nordassyrien, unweit des Kaspischen Meeres,
und in den Städten der Meder. Zu dieser Zeit wurde
der gefangene König Israels in Ketten nach Assyrien gebracht und dort ins
Gefängnis geworfen. Die Gründe für diese schreckliche Katastrophe, durch die
Israel als Nation aufhörte zu existieren, werden nun genannt.
V. 7. Denn
so hatten die Kinder Israel gesündigt gegen den HERRN,
ihren Gott, der sie aus dem Lande Ägypten, aus der Hand des Pharao, des Königs
von Ägypten, geführt hatte,
woran ihre Propheten sie immer wieder erinnert hatten, und
sie fürchteten andere Götter,
wobei diese Götzenanbetung einer völligen Ablehnung des
Herrn
gleichkam, Vers 8. und wandelten in den Satzungen der Heidenvölker, die der HERR vor den Kindern
Israel vertrieben hatte, indem sie alle ihre
religiösen Vorschriften und Bräuche annahmen, und der Könige Israels, die
sie eingeführt hatten.
Anstatt treu an den Vorschriften festzuhalten, die der
Herr
gegeben hatte, befolgte das Volk die neuen Regeln, die ihm von seinen Königen
ohne göttliche Autorität gegeben worden waren. V. 9. Und
die Kinder Israel ersannen,
was nicht recht war gegen den HERRN,
ihren Gott,
wörtlich: „bedeckten oder hängten an den Herrn“, Dinge, die nicht
recht oder richtig waren, indem sie ihn entweder durch diese Masse fremder
Materialien verdeckten oder ihm Dinge zuschrieben, die ihn dem
Herrn nicht zukamen“, Dinge, die nicht recht und nicht richtig waren,
indem sie ihn entweder durch diese Masse von fremdem Material verdeckten oder
ihm Dinge zuschrieben, die ihn nichts angingen, und sie bauten sich Höhen in allen ihren
Städten, nämlich zum Zwecke der Götzenverehrung, vom
Wachturm, den einsamen Gebäuden, die zum Schutz der Herden errichtet worden
waren, bis zur festen Stadt;
die Orte ihrer Götzenanbetung waren überall zu finden. V. 10. Und sie richteten
sich Steinmale auf,
Statuen des Baal, und Ascheras, Aschera-Götzen, die der
heidnischen Göttin Astarte geweiht waren, auf jedem hohen Hügel und unter
jedem grünen Baum; V. 11. und sie
räucherten
auf allen Höhen wie die Heiden, die
der HERR vor ihnen vertrieben hatte, und taten
Böses, um den HERRN zum Zorn zu reizen; V.
12. und sie dienten Götzen,
Holzklötzen und Steinblöcken, von denen der HERR zu ihnen gesagt
hatte: Das sollt ihr nicht tun! 5. Mose 4, 19. V.
13. Doch der HERR hatte Israel und Juda gewarnt
während all dieser vielen Jahre durch alle Propheten
und alle Seher und sprach: Kehrt um von euren bösen Wegen und haltet meine
Gebote und meine Rechte, nach dem
ganzen
Gesetz, das ich euren Vätern geboten habe und das ich euch durch meine Knechte,
die Propheten, gesandt habe. Sie hatten sowohl
das geschriebene Gesetz als auch die Predigten der Propheten, die sie leiten
sollten, aber sie hatten auf beides nicht gehört. V. 14. Aber
sie hörten nicht, sondern verhärteten ihren Nacken wie der Nacken
ihrer Väter, sie waren hartnäckig und eigensinnig, die
nicht
glaubten an den HERRN, ihren Gott. V.
15. Und sie verwarfen seine Gebote,
die Satzungen des Bundes, und
seinen Bund, den er mit ihren Vätern geschlossen hatte, und seine Warnungen, die er ihnen
gegeben hatte, indem er sie vor den
Folgen ihrer Bosheit warnte; und sie folgten der Nichtigkeit
[d.i. den toten Götzen]
und wurden nichtig,
Röm. 1, 21; denn das Heidentum befasst sich mit Nichtigkeiten, mit Dingen, die
in Wirklichkeit nicht existieren, sondern nur in der törichten Einbildung der
Menschen, und sie folgten den Heiden, die um sie her waren, und ahmten
sie in all ihrer Götzenverehrung und Bosheit nach, von denen der HERR ihnen geboten hatte,
dass sie nicht so tun sollten wie sie, 5. Mose 12, 30. 31.
V. 16. Und sie verließen alle Gebote des HERRN, ihres Gottes, und
machten sich ein Gussbild,
zwei Kälber, die Jerobeam gemacht
hatte, und machten eine Aschera,
hölzerne Aschera-Götzen, und beteten das ganze Heer des Himmels an, die
Sonne, den Mond, die Planeten, denn Spuren dieser Götzenverehrung wurden schon
sehr früh gefunden, und dienten Baal. V. 17. Und sie ließen ihre
Söhne und Töchter durch das Feuer gehen, eine besonders schreckliche Sünde,
und trieben Wahrsagerei und
Zauberei, 5. Mose 18, 10, und verkauften sich, um zu
tun, was böse war
vor
den Augen des HERRN,
Sklaven jeder Art von Bosheit, um ihn zum Zorn zu reizen. V. 18. Da
wurde der HERR sehr zornig über Israel und tat
sie
von seinem Angesicht; nichts blieb übrig als der Stamm Juda, die zehn Stämme
wurden aus dem Land weggeführt, wo der Herr seine Wohnung hatte.
V. 19. Auch Juda hielt sich nicht an die Gebote
des HERRN, seines Gottes,
auch sie machten sich der Abtrünnigkeit schuldig, sondern wandelte nach den
Satzungen Israels, die sie sich eingeführt hatten,
und folgte den götzendienerischen Bräuchen der nördlichen Nation. V. 20. Darum
verwarf
der HERR alle Nachkommen
Israels, womit hier die zehn Stämme gemeint sind, und demütigte sie und gab sie
in die Hand von Plünderern, den heidnischen
Völkern, die sie zu Tributpflichtigen machten und ausplünderten, bis er sie von
seinem Angesicht vertrieben hatte.
V. 21. Denn
er hatte
Israel vom
Haus Davids
losgerissen, denn die Teilung
des Reiches Salomos erfolgte nach Gottes Ratschluss; und
sie hatten Jerobeam, den Sohn Nebats, zum
König gemacht;
und Jerobeam wandte
Israel davon ab,
dem HERRN zu
folgen, und verführte sie zu einer großen Sünde,
indem er den Götzendienst einführte. V. 22. Denn
die Kinder Israel wandelten in allen Sünden Jerobeams,
die er getan hatte, und wichen nicht davon,
V. 23. bis der HERR
Israel aus seiner Gegenwart entfernte,
da es trotz aller göttlichen Warnungen in seiner Bosheit verharrte, wie
er es durch alle seine Knechte, die Propheten, geredet
hatte. So
wurde Israel aus seinem Land nach Assyrien weggeführt, bis auf den heutigen Tag.
Das war das Ende des einst mächtigen Königreichs. Einige Teile der heutigen
christlichen Kirche ähneln dem Königreich Israel vor dem Exil. Die Erlösung
durch das Blut Christi wird geleugnet, die grundlegenden Tatsachen des Wortes
Gottes werden geleugnet, die Heuchelei erhebt ihr Haupt mit immer größerer
Arroganz. Aber die Zeit wird kommen, da alle solche falschen Christen für immer
vom Angesicht des Herrn verworfen werden.
Der Ursprung der
Samaritaner (V. 24-41): V. 24. Und der
König von Assyrien brachte Menschen aus Babylon, aus Kuta, aus Awa, aus Hamat und aus Sepharwajim,
Kolonisten aus all diesen Städten, Bezirken und Provinzen im Norden und Osten, und
setzte sie in die Städte Samariens anstelle der Kinder Israels, von denen
die große Mehrheit weggeführt worden war und das Land ihrer Geburt nie wieder
sah; und sie nahmen Samarien in Besitz und
wohnten in seinen Städten. V.
25. Als sie anfingen,
dort zu wohnen, und den HERRN nicht fürchteten, es
gab keine Verehrung des Herrn im Land; sandte
der HERR Löwen unter sie,
die sich während der Zeit, da das Land verwüstet war, vermehren konnten, die
einige von ihnen töteten. V. 26. Darum sagte
man dem König von Assyrien
und sandten ihm eine besondere Botschaft und ließen ihm sagen: Die
Völker, die du weggeführt und in die Städte Samariens gesetzt hast, kennen die Verehrung
des Gottes des Landes nicht,
denn sie glaubten, jedes Land habe seinen eigenen Gott; darum
hat er Löwen unter sie gesandt, und siehe, diese töten sie, weil
sie die Verehrung des Gottes des
Landes nicht kennen, keine Ahnung von den
religiösen Bräuchen und dem Gottesdienst hatten, die er wünschte. V. 27. Da
befahl der König von Assyrien: Bringt einen der Priester, die ihr von dort weggeführt habt,
einen von denen, die dem Kalb dienen, und lasst ihn dorthin ziehen und
dort wohnen, das heißt, unter
den
Kolonisten, die das Land nicht verlassen durften, und er soll sie die Verehrung des Gottes des
Landes lehren. V. 28. Da kam
einer der Priester, die sie aus Samaria weggeführt hatten, und wohnte in
Bethel, einem der früheren Zentren der Kalbskult, und lehrte sie, wie
sie den HERRN fürchten sollten. Es
war allerdings nur eine sehr dürftige und unzureichende Unterweisung, da der
Mann selbst nur unvollständige Kenntnisse vom
Herrn
hatte. Daraus entstand eine seltsame Vermischung der Religionen. V. 29. Jedoch
machte sich jedes Volk seine eigenen Götter, behielt seine alten
Götzenbilder und stellte sie in die Häuser der Höhen, die die Samaritaner gebaut hatten, an
den alten Kultstätten, jedes Volk in seinen Städten, in denen es wohnte; da
sie in Gemeinschaften nach den Ländern lebten, aus denen sie gekommen waren,
behielten sie neben dem Gottesdienst für den
Herrn
ihren alten Kult bei. Die Religion Samariens wurde daher zu einer Monstrosität,
wie die weitere Beschreibung zeigt. V. 30. Und die Männer von Babel machten Sukkot-Benot, die Göttin der Siege
und auch der Fruchtbarkeit, und die Männer von Kuta machten Nergal, den Gott der
Schlachten, und die Männer von Hamat machten Aschima,
einen sehr abstoßenden Gott in Gestalt einer Ziege, V. 31. und die Awiter
machten Nibhas
und Tartak, den ersten in Gestalt eines Hundes,
den zweiten in Gestalt eines Esels, und die Sepharwiter
verbrannten ihre Kinder im Feuer dem Adrammelech und Anammelech, den Göttern von Sepharwajim,
Götzenbilder wie der Moloch der südöstlichen Völker. V. 32. So fürchteten
sie auch den HERRN und machten sich aus
allem Volk unter ihnen,
aus der Masse des Volkes, ohne Rücksicht auf levitische Abstammung, Priester
der Höhen, die für sie in den Häusern der Höhen opferten. V. 33. So fürchteten den HERRN und dienten auch
ihren
eigenen Göttern nach der Weise der Völker,
aus denen man sie weggeführt hatte. Es
war eine hybride Religion der abscheulichsten Art, die bis heute ihre Spuren im
Volk dieses Landes hinterlassen hat. V. 34. Bis zum heutigen Tag
handeln sie nach ihren früheren Bräuchen; sie fürchten den HERRN
nicht, denn unter solchen Umständen ist echte Ehrfurcht
und Hingabe unmöglich, noch halten sie sich
an ihre Satzungen und ihre Rechte nach
dem
Gesetz und nach dem Gebot, das der HERR den Kindern Jakobs, dem
er
den Namen
Israel gab, geboten hat,
Vers 35. mit denen (doch) der HERR einen Bund
geschlossen und ihnen geboten hatte in der Versammlung
am Berg Sinai durch Mose, seinen Knecht: Ihr sollt keine anderen Götter
fürchten, euch nicht vor ihnen niederwerfen, ihnen nicht dienen und ihnen keine
Opfer darbringen; Vers 36. sondern den HERRN, der euch mit großer
Kraft und ausgestrecktem Arm aus dem Land Ägypten geführt hat, den sollt ihr
fürchten, ihn sollt ihr anbeten und ihm sollt ihr
opfern, 5. Mose 10, 20. V. 37. Und
die Satzungen und die Rechte und das Gesetz und das
Gebot, die er euch aufgeschrieben
hat, sollt ihr halten und tun allezeit; und ihr sollt keine anderen Götter
fürchten. V. 38. Und den Bund, den ich
mit euch geschlossen habe, sollt ihr nicht vergessen, 5.
Mose 4, 23; und sollt keine anderen Götter fürchten. V. 39. Sondern
den HERRN, euren Gott, sollt
ihr fürchten, und er wird euch aus der Hand aller eurer Feinde retten. V.
40. Aber sie hörten nicht darauf, sondern handelten nach ihren früheren Bräuchen
und setzten den von Jerobeam eingeführten
Gottesdienst fort. V. 41. So fürchteten diese
Völker, die Einwohner Samarias, den HERRN,
sie kannten ihn und fürchteten ihn als einen mächtigen Gott, und
dienten ihren Götzenbildern, denen sie ihren
Glauben und ihre Verehrung schenkten, sowohl ihre Kinder als auch ihre
Kindeskinder; wie ihre Väter, so tun sie bis auf den heutigen Tag. Obwohl
die Samaritaner
nach dem jüdischen Exil den tatsächlichen groben Götzendienst eingestellt
haben, bleiben sie bis heute in ihrer Blindheit und Finsternis und akzeptieren
nur die fünf Bücher Mose als Wort Gottes und lehnen Jesus als Messias ab. Sie
sind der wahren Religion näher als die Heiden, aber das Wissen, das sie
besitzen, ist nicht das rettende Wissen. Es gibt nur einen Weg zum Himmel –
durch die Verdienste Jesu Christi, des Erlösers.
Unter Hiskias
Regierung wird Jerusalem von Sanherib belagert
Hiskia König über Juda (V. 1-8): V. 1. Und
es
geschah im dritten Jahr Hoscheas, des Sohnes Elas,
des Königs von Israel, dass Hiskia, der Sohn Ahas',
des Königs von Juda, König
wurde.
Die offensichtliche Schwierigkeit hinsichtlich der Datierungen in dieser Zeit
lässt sich leicht lösen, wenn man bedenkt, dass die Regierungsjahre der beiden
Könige nicht genau parallel verlaufen. „Wenn wir davon ausgehen, dass Hiskia
gegen Ende des dritten Jahres Hoscheas den Thron
bestieg, dann entsprechen sein viertes und sechstes Jahr weitgehend dem
sechsten und neunten Jahr Hoscheas.“ (Keil.) V. 2. 25 Jahre alt war er,
als er zu regieren begann, und er regierte 29 Jahre in Jerusalem.
Der Name seiner Mutter war Abi (oder Abija, 2 Chron. 29, 1), die Tochter Sacharjas. V.
3. Und er tat, was recht war in den Augen des HERRN, ganz wie sein Vater
David getan hatte. Anstatt seinem bösen
Vater nachzueifern, nahm Hiskia, wahrscheinlich unter dem Einfluss seiner
frommen Mutter, das Beispiel seines berühmten Vorfahren, des Gründers der
Dynastie, vor sich. V. 4. Er beseitigte die Höhen,
etwas, was selbst die aufrichtigen Gläubigen vor ihm nicht vollbracht hatten, zerbrach
die Steinmale,
die Steinstatuen, die den Götzen aufgestellt waren, und hieb die Ascheras um,
die hölzernen Ashera-Götzen oder Astarte-Säulen (1 Kön 14,23), und zerschlug die eherne Schlange, die Mose
gemacht hatte (4. Mose 21, 5-9, die das
Volk im Laufe der Jahre zu einem Gegenstand der Götzenverehrung gemacht hatte; denn
bis zu jenen Tagen räucherten ihr die Kinder Israels
von Zeit zu Zeit, wenn die Leidenschaft für den Götzendienst das Volk ergriff, und nannten sie Nehuschtan,
ein verächtlicher Name, der „ein Stück Messing” bedeutet. Diese Geschichte ist
ein schönes Beispiel für die Reliquienverehrung, die vor allem in der römischen
Kirche noch immer zu finden ist. V. 5. Er vertraute auf den HERRN, den Gott Israels, so
dass nach ihm unter allen Königen von Juda keiner wie
er war, auch keiner vor ihm. Er zeichnete sich durch ein höchst
ungewöhnliches Maß an Zuversicht und Festigkeit im Glauben aus. V. 6. Denn
er hielt sich an den HERRN
und wich nicht von ihm, beging
niemals Götzendienst, und hielt die Gebote,
die der HERR Mose gegeben hatte. V.
7. Und der HERR
war mit ihm, und
er hatte Erfolg, wohin er auch ging, er
hatte Glück in allen seinen Unternehmungen. Und
er lehnte sich gegen den König von Assyrien auf und diente ihm nicht mehr.
Der gottlose Ahas stellte sein Königreich unter die
Macht Assyriens; Hiskia, der dem Herrn treu war, erklärte Juda
zu einer unabhängigen Nation. V. 8. Er schlug die
Philister, den alten Feind Judas im Westen, bis nach Gaza
und dessen Gebiet,
den südlichsten ihrer Stadtstaaten, vom Wachturm bis zur befestigten Stadt,
dem kleinsten Weiler wie der am stärksten befestigten Stadt. Wenn jemand,
insbesondere aber ein mächtiger Herrscher, mit aller Treue am Herrn festhält
und seine Wege nicht verlässt, ist dies eine große Gnade Gottes.
Die
assyrischen
Feldzüge
gegen Samaria
und Jerusalem
(V. 9-16): V. 9. Und es
begab sich im vierten Jahr des Königs Hiskia, das war das siebte Jahr Hoscheas, des Sohnes Elas, des Königs von Israel, dass
Salmanassar, der König von Assyrien, gegen Samaria zog und es belagerte. V.
10. Und nach drei Jahren nahm er es
ein. Im
sechsten Jahr Hiskias, das ist das neunte Jahr Hoscheas,
des Königs von Israel, wurde Samaria eingenommen. V.
11. Und der König von Assyrien führte Israel nach Assyrien weg und setzte
sie nach Halah und an den Habor, den
Fluss Gosans
und in die Städte der Meder, V.
12. weil sie nicht auf die Stimme des HERRN,
ihres Gottes, hörten, sondern seinen Bund übertraten und alles, was Mose, der
Knecht des HERRN,
geboten hatte: Sie
hatten nicht gehorcht
und nicht danach getan.
Vgl. Kap. 17, 5-8. Der Bericht wird hier wiederholt, weil die Katastrophe, die
Israel heimgesucht hatte, für das gesamte Bundesvolk von großer Bedeutung war
und wahrscheinlich Hiskia bei der Durchführung seiner Reformen half, da das
Volk ständig das warnende Beispiel seiner nördlichen Nachbarn vor Augen hatte.
V.
13. Im vierzehnten Jahr des Königs Hiskia zog Sanherib, der König von
Assyrien, gegen alle befestigten Städte Judas und nahm sie ein, alle
befestigten Städte außerhalb Jerusalems, weil er vorhatte, auf seinem Vormarsch
gegen Ägypten ein erobertes Gebiet hinter sich zu lassen. V. 14. Und Hiskia,
der König von Juda, sandte zu dem König von Assyrien
nach Lachisch, einer Stadt etwa fünfzehn Stunden
südwestlich von Jerusalem, auf dem Weg nach Ägypten, wo Sanherib
(oder Sargon, wie er laut Inschriften wirklich hieß) damals lagerte, und
ließ sagen: Ich habe Unrecht getan, er gab zu, dass er töricht gehandelt
hatte, indem er sich den Eindringlingen nicht unterworfen hatte. Wende dich
von mir, und ich will tragen, was du mir auferlegst,
nämlich in Form von Lösegeld oder Tributgeld. Und der König von Assyrien
setzte Hiskia, dem König von Juda, dreihundert
Talente Silber und dreißig Talente Gold auf, eine Summe, die nach heutigem
Geldwert mindestens 15,98 Mio EUR
betragen würde. V. 15. Und Hiskia gab ihm alles Silber, das im Haus des HERRN
und in den Schatzkammern des Königs gefunden wurde. V.
16. Zu dieser Zeit ließ Hiskia das Gold von den Türen des Tempels des HERRN
abschlagen, das er selbst an die Türpfosten angebracht hatte,
2 Chron. 29, 3, und von den Säulen, die Hiskia, der König von Juda, überzogen hatte, und gab es dem König von Assyrien.
Es war ein sehr hoher Tribut, der die Ressourcen Hiskias erschöpfte. Es war
eine momentane Schwäche Hiskias, die ihn sogar dazu veranlasste, Verhandlungen
mit dem Feind aufzunehmen; denn der Herr war durchaus in der Lage, Juda zu bewahren, wie die nachfolgenden Ereignisse zeigten.
Die stärkste Prüfung des Glaubens an Gott kommt in den dunkelsten Tagen; dann
muss das Herz sich an Ihn klammern und alles andere ausschließen.
Sanherib
fordert durch seinen Oberfeldherrn Jerusalem zur Übergabe auf (V.
17-37): V.
17. Aber
der König von Assyrien, der Jerusalem trotz
des hohen Lösegeldes, das er erhalten hatte, einnehmen wollte, sandte den
Tartan
[Oberfeldherrn] und den
Rabsaris
[Obereunuch] und den
Rabschake [wahrscheinl. Mundschenk],
drei seiner höchsten zivilen und militärischen Beamten, von Lachisch, wo sein Vormarsch noch aufgehalten wurde, mit
einem großen Heer gegen Jerusalem zum König Hiskia. Und sie zogen hinauf
und kamen nach Jerusalem, sie traten mit ihrem Heer vor die Stadt. Und
als sie hinaufkamen, kamen sie und standen an der Wasserleitung des oberen
Teiches, der an der Straße des
Walkerfeldes
liegt. Der obere Teich oder das Reservoir der Stadt
Jerusalem war der Gihon, 2 Chron. 32, 30; 1 Könige 1,
33; Jesaja 7, 3, in Richtung Westen. Hiskia hatte den oberirdischen Kanal, der
im Falle einer Belagerung leicht von den Feinden aufgestaut werden konnte,
zugeschüttet und einen Tunnel gebaut, der das Wasser zu einem Reservoir
innerhalb der Mauern leitete, Kap. 20, 20.[4] So
standen die assyrischen Offiziere auf einer Anhöhe nahe der Westmauer der
Stadt. V. 18. Und als sie den König riefen und den Soldaten auf der
Mauer verkündeten, dass sie eine Botschaft für Hiskia hätten, kamen zu ihnen
Eljakim, der Sohn Hilkijas,
der über das Haus des Königs gesetzt war, der Oberhofmeister, und Schebna,
der Schreiber, der Staatssekretär, und der
Kanzler Joach,
der Sohn Asaphs, der Schreiber, der Kanzler des Königreichs, drei
der obersten Beamten des Königs. V. 19. Und der
Rabschake, der
Sprecher der assyrischen Gesandtschaft, sprach zu ihnen: Sagt doch zu
Hiskia: So spricht der große König, der König von Assyrien,
wobei die ganze Botschaft in einem arroganten und hochmütigen Ton gehalten war:
Was ist das für ein Vertrauen, auf das du dich stützt? V. 20. Du sagst
in leerem Geschwätz – aber
sind Worte Rat und Macht zum
Krieg?
wörtlich: „nur Worte der Lippen“): Allein schon der Gedanke, sich der Macht der
Assyrer zu widersetzen, war für sie der Gipfel der Torheit. Auf wen
vertraust du denn,
dass du dich gegen mich auflehnst? V.
21. Siehe, vertraust du
auf den zerbrochenen Rohrstab,
auf Ägypten, das war die einzige Erklärung, die den Assyrern
einfiel, der jedem, der
sich auf ihn
stützt, in seine Hand dringt und sie durchbohrt?
der selbst unter geringstem Gewicht sofort nachgibt. So
ist Pharao, der König von Ägypten, für alle, die auf ihn vertrauen,
jeder, der sich auf ihn verlässt, tut sich selbst Schaden. V. 22. Aber
wenn ihr zu mir sagt: Wir vertrauen auf den HERRN,
unseren Gott, ist das nicht der, dessen Höhen und Altäre Hiskia weggenommen hat
und zu Juda und Jerusalem gesagt hat: Ihr sollt vor
diesem Altar in Jerusalem anbeten?
Das Argument lautet, dass Gott sicherlich nicht mit jemandem sein würde, der
alle Kultstätten im ganzen Land zerstört und die Verehrung des Volkes auf einen
einzigen Ort beschränkt hat, sondern mit dem assyrischen König, der das Land
eingenommen hatte und dessen Erfolg zeigte, dass er Recht hatte. V. 23. Nun
denn, geh doch mit
meinem Herrn, dem König von Assyrien, eine Wette ein,
schließe einen Vertrag mit ihm: Ich
will
dir zweitausend Pferde liefern, ob du
Reiter dafür bereitstellen kannst?
Das war ein Ausdruck höchster Verachtung: Selbst wenn ich dir die Pferde für
die Kavallerie liefern würde, hättest du nicht einmal so viele Männer. V. 24. Wie
willst du denn
einen
einzigen Befehlshaber von den
geringsten Herrn Knechten meines Herrn zurücktreiben? so
behaupten sie spöttisch, dass Hiskia mit seiner ganzen Armee nicht einmal einen
einzigen assyrischen Offizier mit der geringsten Anzahl von Soldaten in die
Flucht schlagen könnte, Und du
setzt dein Vertrauen auf
Ägypten wegen der
Wagen und Reiter? V. 25. Bin ich denn ohne den HERRN
gegen diesen Ort heraufgezogen, um ihn zu zerstören? Der HERR
hat zu mir gesagt: Zieh gegen dieses Land und zerstöre es! Es
war eine dreiste Lüge: Die Assyrer behaupteten, dass sie nicht nur zu Recht auf
den Herrn
vertrauten, sondern dass er sogar auf ihrer Seite stand und sie beauftragt
hatte, Jerusalem zu zerstören. Das Ziel dieser dreisten Rede war natürlich, die Moral der Stadtbewohner
zu untergraben, von denen viele die Botschaft hörten.
V.
26. Da sprachen Eljakim,
der Sohn Hilkijas, und Schebna
und Joach
zum
Rabschake: Rede doch deinen Knechten in der aramäischen
Sprache, die die einfachen
Soldaten und das Volk auf der Mauer nicht verstehen; denn wir verstehen sie;
rede nicht mit uns judäisch
vor den Ohren des Volkes, das auf der Mauer steht. V.
27. Aber Rabschake sprach zu ihnen, immer noch mit dem Ziel, das Volk zu
beeinflussen: Hat mein Herr mich zu deinem Herrn und zu dir gesandt, um
diese Worte zu reden? Hat er mich nicht zu den Männern gesandt, die auf der
Mauer sitzen, damit sie sich unterwerfen und dass sie ihren
eigenen Kot fressen
und ihren eigenen Urin saufen
mit euch?
womit er andeutete, dass die Stadt bald so verzweifelt sein würde, dass die
Einwohner schließlich ihre eigenen Exkremente essen würden. V. 28. Da trat
der Rabschake hin,
näherte sich bedächtig der Mauer, stellte sich ihr gegenüber und rief mit
lauter Stimme auf Judäisch
und sprach: Hört das Wort des großen Königs, der
so viele tributpflichtige Vasallen hat,
des Königs von Assyrien: V. 29. So spricht
der König: Lasst euch von Hiskia nicht täuschen, denn er kann euch nicht aus meiner,
der Hand
des assyrischen Königs, zu retten; V.
30. Lasst euch auch nicht von Hiskia dazu verleiten, auf den HERRN zu
vertrauen, indem er sagt: Der HERR
wird uns gewiss retten, und diese Stadt wird nicht in die Hand des Königs von
Assyrien gegeben werden. V.
31. Hört nicht auf Hiskia, denn so spricht der König
von Assyrien: Schließt Frieden
mit mir, wörtlich: „Schließt
mit mir einen Segen“, das heißt, indem ihr seine Gunst und eine friedliche
Lösung der Schwierigkeiten sucht, und kommt heraus zu mir, und dann soll
jeder von seinem eigenen Weinstock essen und jeder von seinem Feigenbaum,
ein Ausdruck, der den vollkommenen Genuss der idealsten Friedensbedingungen
bezeichnet, die er hiermit dem Volk anbot, und jeder soll das Wasser aus
seiner Zisterne trinken, Vers 32. bis ich komme und euch in ein Land
bringe, das eurem Land gleicht, ein Land mit Korn und Wein, ein Land mit Brot
und Weinbergen, ein Land mit Ölbäumen und Honig, wobei die Beschreibung,
die mit etwas Fantasie
der Beschreibung Kanaans in seiner Blütezeit gleicht, 5.
Mose 8,8; 33, 28, dann werdet ihr am
Leben bleiben
und nicht sterben. Und
hört nicht auf Hiskia, wenn er euch verführt, wenn
er sagt: Der HERR
wird uns retten. V. 33. Hat etwa einer der Götter der Völker,
aller eroberten heidnischen Länder, sein Land aus der Hand des Königs von
Assyrien gerettet? V. 34. Wo sind die Götter von Hamat
und Arpad? Wo sind die Götter von Sepharwajim,
Hena und Awa?
Dies waren die Provinzen im Norden und Osten, die von den assyrischen
Streitkräften erobert worden waren (Kap. 17, 24). Haben sie Samaria aus
meiner Hand errettet? V.
35. Wer sind sie unter allen Göttern der Länder, die ihr Land aus meiner
Hand gerettet
haben, dass der HERR
Jerusalem aus meiner Hand retten
sollte? Er will damit natürlich sagen, dass der
Herr,
der Gott eines so unbedeutenden Volkes, nicht in der Lage sein würde, Juda aus der Hand des assyrischen Königs zu befreien. All
dies sollte das Volk einschüchtern und zur Kapitulation bewegen. V. 36. Aber
das Volk schwieg und antwortete ihm kein Wort; er fand niemanden, der
bereit war, über seinen Vorschlag zu diskutieren; denn der Befehl des Königs
lautete: Antwortet ihm nicht! Seine Gesandten sollten lediglich den Inhalt
der Botschaft wiedergeben. V. 37. Da kamen Eljakim, der Sohn Hilkijas, der
über das Haus des Königs gesetzt war, und Schebna,
der Schreiber, und Joach,
der Sohn Asaphs, der Kanzler, zu Hiskia mit zerrissenen Kleidern,
denn ihre große Trauer und ihr Kummer galten nicht nur der Botschaft, sondern
auch den Beleidigungen des Königs und den Lästerungen gegen den Herrn, die sie
gehört hatten, und berichteten ihm die Worte des
Rabschake. Die stolzen Kinder dieser Welt finden Freude daran,
sich dem Wort und Willen Gottes zu widersetzen und den Herrn zu lästern. Aber
diejenigen, die auf den Erlöser vertrauen, lassen sich durch solche Reden nicht
in ihrer Zuversicht erschüttern, denn das letzte Wort wird auf der Seite des
Herrn sein.
Sanheribs
Trotz und Macht wird auf Hiskias Gebet hin gebrochen und Jerusalem errettet
Die Trauer Hiskias
und der Hochmut des assyrischen Königs
(V. 1-13): V. 1. Und es begab
sich, als König Hiskia das hörte, da zerriss er seine Kleider, voller
Entsetzen über die Gotteslästerung, die die assyrischen Boten ausgesprochen
hatten, und hüllte
sich mit einem Sack, dem Gewand der Buße,
denn er sah in dem ganzen Feldzug der Assyrer eine Strafe Gottes, und ging
in das Haus des HERRN. V.
2. Und er sandte Eljakim,
den Obersten seines Hauses, und Schebna, den
Schreiber,
zwei seiner obersten Beamten, und die Ältesten der
Priester, die angesehensten unter ihnen, mit Sacktuch
bekleidet, zu dem Propheten Jesaja,
dem Sohn des Amoz,
der zwar schon alt war, aber noch immer das Wort des Herrn verkündete. V. 3. Und
sie sprachen zu ihm: So spricht Hiskia: Ein
Tag der Not und der Züchtigung
und der Lästerung ist der heutige Tag, ein Tag, an dem Gott sein Volk verworfen hat; denn
die Kinder sind zur Geburt gekommen, und es ist keine Kraft da, zu gebären,
was auf die Krise bei der Geburt eines Kindes bezogen ist, wenn die Kraft der
Mutter in den Wehen versagt und das Leben sowohl der Mutter als auch des Kindes
in größter Gefahr ist. Die Lage in Juda war ebenfalls
äußerst gefährlich. V. 4. Vielleicht wird der HERR,
dein Gott, alle Worte des Rabschake hören, den der König von Assyrien, sein
Herr, gesandt hat, um den lebendigen Gott zu schmähen
und ihn mit Verachtung zu überhäufen; und er wird die Worte strafen,
die der HERR,
dein Gott, gehört hat; darum erhebe dein Gebet für die Übriggebliebenen,
die noch vorhanden sind und beweg den Herrn, die arrogante Gotteslästerung
zu rächen, die sowohl auf ihn als auch auf sein Volk gehäuft worden war. V. 5. So
kamen die Diener des Königs Hiskia mit dieser Botschaft
zu Jesaja. V. 6. Und Jesaja sprach zu ihnen: So sollt ihr zu eurem
Herrn sagen: So spricht der HERR:
Fürchte dich nicht vor den Worten, die du gehört hast, mit denen die Knechte
des Königs von Assyrien mich gelästert haben;
das Wort, das mit „Knechte” übersetzt wird, bedeutet eigentlich „unreife
Jungen, Lakaien”, die noch nicht in der Lage sind, richtig zu urteilen. V. 7. Siehe,
ich will ihm einen Geist
eingeben,
einen außergewöhnlichen Impuls, der ihn antreibt, dass er
wird ein Gerücht hören, diese beunruhigende
Nachricht, die sein Gemüt in Unruhe versetzt, und in sein Land zurückkehren;
und ich werde ihn in seinem Land durch das Schwert fällen.
V.
8. Da kehrte der Rabschake zurück
und fand den König von Assyrien im Krieg gegen Libna;
denn er hatte gehört, dass er von Lachisch
abgezogen war, nachdem er wahrscheinlich inzwischen die Stadt eingenommen
hatte. V. 9. Und als er, der assyrische König, hörte von Tirhaka, dem
König von Kusch [Äthiopien], dem Herrscher über
Ägypten, dem Nachfolger von Schebek II., siehe, er
ist ausgezogen, um gegen dich zu kämpfen, um Sanheribs
Angriff auf Ägypten zuvorzukommen, sandte er wieder Boten zu Hiskia, in
einem letzten Versuch, Jerusalem und Juda in seine
Gewalt zu bringen, und ließ sagen: V. 10. So sollt ihr zu Hiskia, dem
König von Juda, sprechen: Dein Gott, auf den du
vertraust, soll dich nicht täuschen und sagen: Jerusalem wird nicht in die Hand
des Königs von Assyrien gegeben werden. Die gesamte Botschaft sollte Hiskia
erneut durch eine falsche Machtdemonstration einschüchtern. V. 11. Siehe, du
hast gehört, was die Könige von Assyrien allen Ländern angetan haben, indem sie
an ihnen den Bann
vollstreckten,
was eine prahlerische Übertreibung war; und
du solltest
gerettet werden? V. 12. Haben
die Götter der Völker denen geholfen, die meine Väter vernichtet haben, wie Gosan,
Haran, Rezef und die Kinder Eden, die in Telassar
waren?
Das waren Provinzen nördlich des Tigris, in Mesopotamien und im Bezirk Palmyra,
in Ostsyrien. V. 13. Wo sind der König von
Hamat und der König von Arpad und der König der Stadt
Sepharwajim,
von Hena und Awa? Vgl. Kap. 18, 34. Allen arroganten Lästerungen der
Ungläubigen gegenüber haben die Kinder Gottes die Verheißung und den Trost des
Wortes Gottes, in dessen Kraft sie allen Feinden widerstehen können.
Hiskias Gebet und die
Errettung Jerusalems (V. 14-37): V.
14. Und Hiskia nahm den Brief aus der Hand der Boten und las ihn. Dann
ging Hiskia hinauf in das
Haus des HERRN
und breitete ihn vor dem HERRN
aus. Dies ist ein gutes Beispiel, dem man in jeder
Notlage folgen sollte, nämlich die Angelegenheit zuerst vor den Herrn zu
bringen. V. 15. Und Hiskia betete vor dem HERRN
und sprach: HERR,
Gott Israels, der du zwischen den Cherubim thronst,
das ist der Ort, wo die Herrlichkeit des Herrn seinen Knechten erschien, 2.
Mose 25, 22, du bist
Gott, du allein, aller Königreiche der Erde, nicht nur Judas,
du hast Himmel und Erde gemacht. V. 16. HERR,
neige dein Ohr und höre, in einer Haltung
höchster Aufmerksamkeit; öffne, HERR,
deine Augen und sieh, die ganze Form des
Gebets zeigt die Dringlichkeit der Bitte; und höre die Worte Sanheribs, der hergesandt
hat, um den
lebendigen Gott zu schmähen, um
den lebendigen Gott mit Verachtung zu überhäufen. V. 17. Wahrlich, HERR,
die Könige von Assyrien haben die Völker und ihre Länder verwüstet, V.
18. und ihre Götter ins Feuer geworfen, wodurch sie tatsächlich die
gesamte Nationalität der besiegten Völker ausgelöscht haben, die mit ihren
Göttern verbunden war; denn sie waren nicht
Götter, sondern das Werk von Menschenhänden, Holz und Stein,
Ps. 115, 4; deshalb haben sie sie vernichtet. Es
war die Eitelkeit, die Nichtigkeit der Götzen der Heiden, die ihren Sturz so
leicht machte und auch die Unterwerfung der Völker erklärt, die sie anbeteten.
Aber die Annahme, dass der Jehova Israels auch ein Gott wie die Götzen der
Heiden ist, wird sich schnell als töricht erweisen. V. 19. Nun
denn, HERR,
unser Gott, rette uns aus seiner Hand, damit alle Königreiche der Erde
erkennen, dass du, HERR,
allein Gott bist, du allein, und kein eitler Götze, den Menschen
sich ausgedacht haben. Dies ist ein Mustergebet des Vertrauens auf den Herrn
und den Sieg seiner Sache.
V.
20. Da sandte Jesaja, der Sohn des Amoz, zu Hiskia
und ließ ihm sagen: So spricht der HERR,
der Gott Israels: Was du wegen
Sanherib, dem
König von Assyrien, zu mir gebetet hast, habe ich gehört. V.
21. Dies ist das Wort, das der HERR
über ihn gesprochen hat: Nun folgt eine Prophezeiung in poetischer Form,
voller kraftvoller Schönheit. Der erste Abschnitt ist eine verächtliche
Zurechtweisung von Sanheribs Prahlerei. Die
Jungfrau, die Tochter Zion, die ganze Stadt mit all ihren Einwohnern, also
alle wahren Gläubigen an den Herrn, verachtet
und verspottet dich;
die Tochter Jerusalem schüttelt ihr Haupt
hinter dir her, in
völliger Verhöhnung und Spott. V. 22. Wen hast du geschmäht und gelästert,
und gegen wen hast du deine Stimme erhoben, als er sie erhob, um stolze
Worte zu sprechen, und deine Augen in die Höhe erhoben?
Gegen den Heiligen Israels, dessen Majestät
nicht ungestraft beleidigt werden kann. V. 23. Durch deine Boten, in
beiden Gesandtschaften, hast du den HERRN
geschmäht und gesagt: Mit der Menge meiner Wagen bin ich auf die Höhe der Berge
gestiegen,
an die Seiten des Libanon, und werde die hohen Zedernbäume davon fällen,
die schönsten Exemplare, und die Auslese
seiner Wacholderbäume; und
ich werde bis zur
obersten Herberge in seinem dichtesten Wald kommen,
wörtlich: „den Wald seines Baumgartens“, gesagt von dem dichten Zedernwald nahe
den höchsten Punkten des Libanon. V. 24. Ich habe gegraben und
fremde Wasser getrunken, und mit
meinen Fußsohlen trockne
ich alle Ströme Ägyptens aus,
befestigten Orte ausgetrocknet. Dies war eine angemessene Verhöhnung der
maßlosen Prahlerei des Assyrers, denn er rühmte sich nicht nur damit, dass er
das gesamte Gebiet des Libanon überrannt, Phönizien, Galiläa und Samaria
unterworfen hatte, sondern er behauptete auch mit großer Kühnheit, dass er,
wenn er die Macht Ägyptens überwinden würde, Zisternen in der Wüste graben und
den Nil selbst befehlen würde, vor ihm auszutrocknen. Diese arrogante
Selbstüberschätzung wird nun zu Recht zurechtgewiesen. V. 25. Hast du nicht
gehört, dass
ich, der Herr, lange
vorher es getan habe,
dass es in Wirklichkeit Gott war, der diese Verordnungen über die Völker
geplant und ausgeführt hat, wobei der assyrische König nur ein kleines Werkzeug
in seiner Hand war, und dass ich es seit alters her so bestimmt habe?
Wenn der arrogante Prahler das noch nie gehört hatte, dann war es jetzt an der
Zeit, dass er erkannte, dass der Herr es war, der es geplant und beschlossen
hatte. Nun habe ich es kommen lassen,
dass du befestigte Städte in Trümmerhaufen verwandelst.
Ohne diesen Willen und diese Erlaubnis Gottes hätte der Assyrer nichts
ausrichten können; er führte, ohne es zu wissen, den Plan des Herrn aus. V. 26.
Und, weil der Herr es so beschlossen hatte, ihre
Bewohner waren machtlos
und konnten keinen erfolgreichen Widerstand leisten; sie waren bestürzt und wurden
zuschanden; sie waren wie das
Gras auf dem Feld und wie das grüne Kraut, zart und leicht zu
verbrennen, wie das Gras auf den Dächern, das schnell verdorrt, weil es
keinen Boden hat, und wie Getreide, das verdorrt, bevor es aufgeht, das
schon den Keim des Verfalls in sich trägt, bevor es richtig zu wachsen begonnen
hat. V. 27. Aber ich kenne deine Wohnung, seine ruhige Ruhestätte, und
dein Ausgehen und dein Eingehen,
alle Gewohnheiten des gewöhnlichen Menschen, und dein Toben
gegen mich. V.
28. Weil dein Toben
gegen mich und dein Übermut zu
meinen Ohren gekommen sind, die arrogante
Sicherheit, mit der er geprahlt hat, darum werde ich meinen Ring in
deine Nase legen, wie man es bei der
Zähmung wilder Tiere tut, und mein Zaumzeug an deine Lippen, wie man es
bei ungestümen Pferden tut, und werde dich zurückführen auf dem
Weg, den du gekommen bist, ohne dass du dein
Ziel erreicht hast. Nach dieser Zurechtweisung des Feindes ermutigte der Herr
durch seinen Propheten Hiskia und Juda.
V.
29. Und dies soll dir ein Zeichen sein: nämlich Hiskia, Man wird in
diesem Jahr essen, was von selbst wächst, das freiwillige Korn, das aus den während der
Ernte verlorenen Körnern wächst, und im zweiten Jahr
das, was daraus hervorgeht, die fruchttragenden
Halme, die nach der Ernte wachsen; und im dritten Jahr sollt ihr säen und
ernten und Weinberge pflanzen und ihre Früchte essen, da das Land bis dahin
wieder vollkommenen Frieden haben wird, sodass der Bauer seine Arbeit in
Sicherheit verrichten kann. V. 30. Und die Übriggebliebenen aus dem Haus Juda, die aus Jerusalem und anderen Orten, die der
zerstörerischen Hand der Assyrer entkommen waren, werden wieder nach
unten Wurzeln schlagen und nach
oben Frucht
tragen und fest in dem Land stehen. V. 31. Denn von
Jerusalem wird ein Rest hervorgehen, und die Entronnenen vom Berg Zion,
der die Hauptstadt und das Zentrum der alttestamentlichen Kirche war. Der
Eifer des HERRN
der Heerscharen wird dies tun. Den Worten des
Propheten liegt ein messianischer Gedanke zugrunde, nämlich die Befreiung der
Tochter Zion, der Auserwählten des Herrn, die durch seine Macht für alle
Ewigkeit bewahrt werden sollen. Der Herr verkündet nun seinen Beschluss in der
Krise, die über Juda-Jerusalem hereingebrochen ist.
V. 32. Darum spricht der HERR
über den König von Assyrien: Er wird nicht in diese Stadt kommen, keinen Pfeil
dorthin schießen, nicht mit Schild vor sie ziehen, nicht in geschlossener Formation mit den Schilden
zum Schutz vor ihr angreifen, noch einen Wall
aufwerfen, Gräben ausheben und Wälle aufschütten, gegen
sie. Die vier Aussagen bilden einen Höhepunkt, der die völlige
Sinnlosigkeit der Hoffnungen Sanheribs zeigt. V. 33. Auf
dem Weg, den er gekommen ist, wird er zurückkehren und nicht in diese Stadt
kommen, ist der Ausspruch des HERRN. V. 34. Denn ich
will
diese Stadt beschirmen,
um sie zu retten, um meinetwillen, um meine Ehre gegen
die Lästerung der Assyrer zu wahren und um meines Knechtes
David willen,
wegen des Versprechens, das ich ihm gegeben habe, 1 Könige 11, 13.
V.
35. Und es geschah in derselben Nacht, in der Nacht, nachdem Jesaja
diese Worte gesprochen hatte, dass der Engel des HERRN
ausging, in diesem Fall ein Engel der Rache, ein
Vernichter, und schlug im Lager der Assyrer 185.000
Mann,
was eine außergewöhnliche Zerstörung war und nicht durch bloße natürliche
Ursachen zu erklären war. Und als man
früh am Morgen aufstand, siehe, da waren sie alle tot
als Leichen,
es war ein grauenvoller Anblick, den die vergleichsweise wenigen Überlebenden
erblickten. V. 36. Da zog Sanherib, der König von Assyrien, ab und ging und
kehrte zurück, wobei die Häufung ähnlicher Ausdrücke die Eile seines
Aufbruchs andeutet, und blieb in
Ninive, seiner Hauptstadt. V. 37. Und es geschah, als
er im Haus seines Gottes Nisroch, dem obersten
Gott der Assyrer, der in menschlicher Gestalt mit zwei Flügeln und einem
Adlerkopf dargestellt wurde, anbetete, da erschlugen ihn
seine Söhne Adrammelech und Sarezer mit dem Schwert,
wie der Herr es vorhergesagt hatte (V. 7), und flohen in das Land Ararat
[Armenien]. Und sein Sohn Asarhaddon
wurde König an
seiner Stelle. So
werden alle Feinde des Herrn alle ihre Pläne zunichte gemacht und sich selbst
als Opfer einer schrecklichen Zerstörung wiederfinden.
Hiskias Krankheit,
längeres Leben, Eitelkeit
und Tod
Hiskias Krankheit,
Genesung und längeres Leben (V. 1-11): V. 1. In jenen
Tagen, irgendwann in der zweiten Hälfte seiner Herrschaft, nachdem er
vierzehn Jahre regiert hatte, wurde Hiskia todkrank. Er war damals 39
Jahre alt und in der Blüte seines Lebens. Und der Prophet Jesaja, der
Sohn des Amoz, kam zu ihm und sprach zu ihm: So
spricht der HERR: Bestelle dein Haus,
wörtlich: „Gib Anweisungen bezüglich deines Hauses”; Er sollte die Schritte
unternehmen, die normalerweise jemand unternimmt, der mit dem Tod rechnet,
nämlich die Verfügung über seinen Besitz und die Regelung seiner
Angelegenheiten; denn du wirst sterben und nicht am Leben bleiben, seine
Krankheit war tödlich, sofern nicht eine übernatürliche Kraft eingriff. V. 2. Da
wandte er sein Gesicht zur Wand, um ohne Störung und Unterbrechung mit dem
Herrn zu sprechen, und betete zum HERRN und sprach: V.
3. Ach, HERR, gedenke doch, wie ich vor deinem
Angesicht
gewandelt bin, in seinem ganzen
Leben und Handeln, in Treue und mit ungeteiltem Herzen,
seine Verehrung des Herrn war ohne Heuchelei
gewesen, und er hatte sich ernsthaft jeder Form von Götzendienst widersetzt, und
getan habe, was gut ist in
deinen Augen. In der Blüte des
Lebens zu sterben, war für die gläubigen Juden ein Zeichen für Gottes
besonderen Unwillen. Vgl. Spr. 10, 27. Und Hiskia weinte bitterlich,
tief bewegt von diesem offensichtlichen Zeichen des Missfallens Gottes. V. 4. Und
es begab sich, ehe Jesaja zum mittleren Vorhof
hinausging, er hatte noch nicht die mittlere Stadt, den Berg
Zion, verlassen, wo der königliche Palast stand, da kam das Wort des HERRN zu ihm: V.
5. Kehr um und sage Hiskia, dem Fürsten meines Volkes: So spricht der HERR, der Gott deines
Vaters David, an den sich Hiskia
sein ganzes Leben lang so fest gehalten hatte: Ich habe dein Gebet gehört,
ich habe deine Tränen gesehen, die beide um eine Verlängerung des Lebens
flehten. Siehe, ich will dich heilen; am dritten Tag
wirst du zum Haus des HERRN
hinaufgehen, wobei ihm seine
Gesundheit und Kraft auf wundersame Weise wiedergegeben wurden, wie es auch bei
den Heilungen im Neuen Testament der Fall war. V. 6. Und
ich will
dir fünfzehn Jahre zu deinem Leben hinzufügen und dich und diese Stadt aus der
Hand des Königs von Assyrien retten,
der in diesem Jahr seinen Feldzug gegen Jerusalem begonnen hatte, Kap. 18, 13; und
ich will
diese Stadt um meinetwillen und um meines Knechtes Davids willen beschirmen,
Kap. 19, 34. V. 7. Und Jesaja
kehrte auf Befehl des Herrn in den Palast zurück und sagte: Bringt ein Pflaster,
eine gepresste Masse, von Feigen! Und sie brachten
es
und legten es auf das
Geschwür,
die Entzündung, den Geschwür oder den Karbunkel, der all das Unheil verursacht
hatte; und er wurde gesund, er lebte sofort wieder auf, der Herr gab ihm
Leben und Gesundheit.
V.8. Und Hiskia
sprach zu Jesaja: Was ist das Zeichen, dass
der HERR mich heilen wird und
dass ich am dritten Tag in das Haus des HERRN hinaufgehen werde?
Diese Frage wurde wahrscheinlich gestellt, bevor Jesaja nach den gepressten
Feigen verlangte, als er dem König verkündet hatte, dass er genesen würde.
Hiskia war so besorgt, dass er ein äußeres Zeichen wollte, um seinen Glauben an
die Worte des Propheten zu stärken. V. 9. Und Jesaja sprach: Das soll dir
das Zeichen vom HERRN sein, dass der HERR das tun wird, was er
gesagt hat: Soll der Schatten,
nämlich auf dem Schattenmesser oder der Sonnenuhr, wo die Länge des Schattens
ein Mittel zur Zeitmessung war, zehn Stufen vorwärts
gehen oder zehn Stufen zurückgehen? V.
10. Und Hiskia antwortete: Es ist eine Kleinigkeit,
dass der Schatten zehn Grad vorwärtsgeht,
wenn er nur zehn Schritte vorwärts geht, würde das nicht so außergewöhnlich
erscheinen; nein, sondern der Schatten
soll
zehn Grad zurückgehen, zurück durch den
Raum, den er bereits durchlaufen hat. Wenn wir uns vorstellen, dass die
Sonnenuhr aus einer Säule bestand, die von kreisförmigen Stufen umgeben war,
wobei der Schatten mittags auf die höchste Stufe in der Mitte fiel und morgens
und abends auf die unterste Stufe auf beiden Seiten, dann haben wir eine
Vorstellung davon, wie sie funktionierte. V. 11. Da
rief
der Prophet Jesaja zum HERRN, und er ließ den
Schatten auf der Sonnenuhr des Ahas um zehn Stufen
zurückgehen, um die er vorwärtsgegangen war.
Das Wunder bestand entweder in einer übernatürlichen Brechung der
Lichtstrahlen, die auf die Sonnenuhr trafen, oder, was wahrscheinlicher ist,
darin, dass die Sonne tatsächlich um einige Grad zurückging, wie Jesaja in
Kapitel 38, 8 berichtet. Unser Gott ist der allmächtige Herr des Universums,
der nicht nur die Naturgesetze in seiner Hand hat, sondern auch die Macht über
Leben und Tod. Und was auch immer Gott tut, dient letztendlich dem Wohl seiner
Kinder.
Hiskias Eitelkeit (V. 12-21): V. 12. Zu dieser
Zeit sandte Merodach-Baladan, der
Sohn Baladans, König von Babel, der
erste König von Babylon, das damals noch unter
assyrischer Herrschaft stand und in der Heiligen Geschichte erwähnt wird, Brief
und Geschenk an Hiskia; denn er hatte gehört, dass Hiskia krank gewesen
war. Dies geschah nach der Rückkehr des assyrischen Heeres, und das Ziel
der Gesandtschaft war nicht nur, Hiskia zu seiner Genesung zu gratulieren,
sondern auch freundschaftliche Verhandlungen mit einer Nation aufzunehmen, die
sich der assyrischen Macht widersetzt hatte (2. Chronik 32, 31). V. 13. Und
Hiskia, geschmeichelt durch dieses Zeichen des Interesses seitens einer
Großmacht, hörte auf sie und freute sich über sie und über die Aussicht,
mit dem mächtigen babylonischen Volk verbündet zu werden, und zeigte ihnen sein
ganzes Schatzhaus:
die zunächst zur Aufbewahrung seltener und kostbarer Gewürze und dann für
Schätze aller Art dienten, das Silber und das
Gold und die Spezereien und das kostbare
Salböl, feines Balsamöl, das aus
den Erzeugnissen der königlichen Gärten hergestellt wurde, und sein ganzes Zeughaus, im
Haus des Libanonwaldes, 1 Könige 7, 2, und alles, was sich in seinen
Schatzkammern befand; es gab nichts in seinem Haus und in seiner ganzen Herrschaft, das Hiskia ihnen
nicht zeigte. Die Anwesenheit
solch reicher Schätze in Jerusalem ist nicht überraschend, denn Hiskia hatte
das Land nicht ausgeplündert, um Geschenke an Sanherib zu senden; außerdem mag
er nach dem Abzug der assyrischen Armee reiche Geschenke erhalten haben.
V. 14. Da kam der
Prophet Jesaja zum König Hiskia und sprach zu ihm: Was haben diese Männer
gesagt, und woher sind sie zu dir gekommen? Diese Fragen waren der
Vorbereitung darauf, den König zur Rechenschaft zu ziehen, sowohl dafür, dass
er sich der Eitelkeit hingegeben hatte, als auch dafür, dass er den Gedanken
hegte, ein Bündnis mit Babylon einzugehen. Und Hiskia, der nicht
erkannte, dass er auf einem falschen Weg war, sprach: Sie sind aus einem
fernen Land gekommen, aus Babel. V.
15. Und er, Jesaja, sprach: Was haben sie in deinem Haus gesehen? Und
Hiskia, der immer noch nicht erkannte, dass sein Herz von Eitelkeit erfasst
war, antwortete: Alles, was in meinem Haus ist, haben sie gesehen; es gibt
nichts unter meinen Schätzen, das ich ihnen nicht gezeigt habe. V. 16. Da
sprach
Jesaja tadelte den König für diese Schwäche und zu
Hiskia: Höre das Wort des HERRN! V.
17. Siehe, die Tage kommen, da alles, was in deinem
Hause ist und was deine Väter bis auf den heutigen Tag gesammelt haben, in
Form von Schätzen aller Art, nach Babel gebracht
werden wird; nichts wird übrigbleiben, spricht der HERR.
Die Sünde der Eitelkeit sollte mit dem Wegnehmen der Güter bestraft werden, auf
die das Herz des Königs stolz war. V. 18. Und von deinen Söhnen, deinen
Nachkommen im Allgemeinen, die aus dir hervorgehen, die du zeugen wirst,
werden sie wegführen; und sie werden Kämmerer
[w.:
Eunuchen], Fußknechte, Diener im
Palast des Königs von Babylon sein, in
eine Position großer Erniedrigung versetzt, Dan. 1, 3. V. 19. Da
sprach Hiskia zu Jesaja und unterwarf sich
demütig dem Ratschluss des Herrn: Gut ist das Wort des HERRN, das du gesprochen
hast. Er nahm die Zurechtweisung an. Und er sprach,
als zu sich selbst: Es wird doch Friede
und Sicherheit sein in meinen Tagen! Er
erkannte die Gerechtigkeit, die Treue und die Gnade des
Herrn
an, obwohl es ihm schmerzte, zu wissen, dass die Zukunft solche Übel bringen
würde, wegen denen er nicht überleben oder ihre Ausführung sehen wollte.
V. 20. Und die
übrigen Taten Hiskias und alle seine tapferen
Taten
und wie er den Teich und die Wasserleitung
anlegte und das Wasser in die Stadt geleitet
hat, den
Aquädukt, den er bei der Annäherung des assyrischen Heeres errichtete, um die
Stadt im Falle einer längeren Belagerung mit Trinkwasser zu versorgen, 2 Chron.
32, 30, sind sie nicht geschrieben in der Chronik der Könige von Juda? V. 21. Und Hiskia legte
sich zu
seinen Vätern; und Manasse,
sein Sohn, wurde König an sein Statt. Hiskia
starb im Glauben und erhielt das Zeugnis, dass er ein König nach dem Herzen
Gottes war. Selig ist, wer, nachdem er vom Weg der strengen Rechtschaffenheit
abgewichen ist, sich vom Herrn zurechtweisen lässt und zu den Wegen
zurückkehrt, die dem Meister gefallen.
Die Regierung der
gottlosen Könige Manasse und Amon
Manasses Regierung (V. 1-18): V. 1. Manasse war
zwölf Jahre alt, als er König wurde, denn er war drei Jahre nach der
schweren Krankheit seines Vaters geboren worden, und er regierte 55 Jahre lang in
Jerusalem. Der Name seiner Mutter war Hefzi-Bah. V.
2. Und er tat, was in den Augen des HERRN böse war, und folgte
den Greueln der Heiden, die der HERR vor den Kindern
Israel vertrieben hatte. Es scheint, dass die
bösen Priester und falschen Propheten eine Partei gebildet hatten und sich in
die Gunst des jungen Königs eingeschlichen hatten, der kaum mehr als ein Junge
war, und ihn überredeten, ihre Pläne auszuführen. V. 3. Denn er baute wieder
die Höhen auf, die sein Vater Hiskia zerstört hatte, Kap. 18, 4. die
Kultstätten, die immer gegen den Willen des Herrn genutzt worden waren; und
errichtete Altäre für Baal, den Hauptgott der kanaanitischen Völker, und
machte eine Aschera,
eine Ascherah-Statue, die der
weiblichen Gottheit Astarte geweiht war, wie es Ahab, der König von
Israel, getan hatte,
der für seinen Götzendienst bekannt war (1. Könige 16, 32). 33; und
er betete das ganze Heer des Himmels an und diente ihnen,
was die Sternen- oder Planetenanbetung der Assyrer war. V. 4. Und er baute
Altäre, die der Götzenanbetung geweiht waren, im Haus des HERRN, von
dem der HERR gesagt hatte: In
Jerusalem will ich meinen Namen wohnen lassen.
Er wollte nur seine Verehrung in der Stadt, die er erwählt hatte, und in dem
Tempel, der seinem Namen geweiht war. V. 5. Und
er baute Altäre für das ganze Heer des Himmels,
um seinen Sternen zu dienen, in den beiden Vorhöfen des Hauses des HERRN,
nämlich im Vorhof der Priester und im Vorhof des Volkes. V. 6. Und
er ließ seinen Sohn durch das Feuer gehen, ein Brauch, der von
verschiedenen heidnischen Völkern gepflegt wurde, und
hielt bestimmte Zeiten ein, wobei er vorgab, durch die Deutung
verschiedener Zeichen in der Natur die Zukunft aufzudecken, und trieb Zauberei,
eine andere Form der Zukunftsvorhersage durch bestimmte Zeichen in Verbindung
mit Opfern, und bestellte Totenbeschwörer,
die vorgaben, den Geist der Prophezeiung zu haben, und
Zeichendeuter,
klugen, listigen Männern, Auguren, Männer, die in allen geheimen Künsten des
Ostens bewandert waren. Er tat viel Böses vor den Augen des HERRN, um ihn zum Zorn zu
reizen. V. 7. Und er stellte das Bild der Aschera, das er
gemacht hatte, in das Haus,
in das Heiligtum, von dem der HERR zu David und seinem
Sohn Salomo gesagt hatte: In diesem Haus und in Jerusalem, das ich aus allen
Stämmen Israels erwählt habe, will ich meinen Namen für immer wohnen lassen
(2. Sam. 7, 13); V. 8. und ich werde die Füße Israels nicht mehr aus dem
Land weichen lassen, das ich ihren
Vätern gegeben habe, wenn sie nur darauf achten, alles zu tun, was ich ihnen
geboten habe, und nach dem ganzen Gesetz, das mein Knecht Mose ihnen geboten
hat, was die Bedingung war, die der Herr immer an sein
Versprechen knüpfte. Der Tempel des Herrn wurde somit von Manasse völlig
entweiht, und die Verehrung des Herrn, wenn sie überhaupt
noch praktiziert wurde, wurde zu einer Farce. V. 9. Aber sie hörten nicht,
nämlich auf die warnende Bedingung des Herrn. Und
Manasse verführte sie, noch mehr Böses zu tun als die Völker, die der HERR
vor den Augen der Kinder Israel vernichtet hatte,
sie übertrafen alle diese Völker in ihrer Götzenverehrung und Bosheit. V. 10. Und
der HERR
redete durch seine Knechte, die Propheten,
insbesondere durch Hosea, Nahum, Micha, Amos und
Jesaja, und sprach: V.
11. Weil Manasse, der König von Juda,
diese Greuel
begangen hat, die ärger sind als alles,
was die
Amoriter getan haben,
dieser Name steht für alle Völker Kanaans, die vor ihm waren, und auch Juda mit seinen Götzen zur Sünde verführt hat, Vers 12.
Darum spricht der HERR, der Gott Israels:
Siehe, ich will Unheil über
Jerusalem und Juda
bringen,
das gesamte südliche Volk, zu dem auch der kleine Stamm Benjamin und der Rest
von Simeon gehörten, dass dem, der davon hört, beide
Ohren gellen sollen,
vor dem scharfen Schmerz, den die Nachricht von der harten und schrecklichen
Strafe, die der Herr geplant hatte, verursachte. V. 13. Und
ich werde über Jerusalem die Messschnur von Samaria und das Senkblei des Hauses
Ahab ausspannen,
wobei es sich um einen Brauch handelt, bei dem Menschen in einer Reihe
aufgestellt und ein bestimmter Prozentsatz getötet wurde (2 Sam 8,2), wobei
hier offenbar die Idee der vollständigen Vernichtung enthalten ist. Und
ich werde Jerusalem auswischen, wie man
eine Schüssel auswischt,
indem er sie auswischt und wills auf ihre
Oberseite umkehren, sodass kein Tropfen
zurückbleibt, alles reinigend, was die vollständige Zerstörung Jerusalems mit
all seinen Einwohnern bedeutet. V. 14. Und
ich werde den Rest meines Erbes verstoßen,
auch die verbliebenen südlichen Stämme aufgeben und wegwerfen, und sie in
die Hand ihrer Feinde geben; und sie werden allen ihren Feinden zur Beute und
zum Raub werden, vgl. Jes. 42, 22, V. 15. weil sie getan haben, was in
meinen Augen böse ist, und mich zum Zorn gereizt haben, seit dem Tag, da ihre
Väter aus Ägypten gezogen
sind,
bis auf diesen Tag, wobei die gesamte
historische Darstellung von den Klagen und Ermahnungen des Herrn über den
Ungehorsam des Volkes erfüllt ist. V. 16. Außerdem vergoss Manasse viel
unschuldiges Blut und tötete diejenigen, die sich seiner Gottlosigkeit
widersetzten. Die jüdische Überlieferung besagt, dass Jesaja zu Tode gesägt
wurde, bis er Jerusalem damit von einem Ende bis
zum
anderen füllte; neben seiner Sünde, mit der er Juda
zur Sünde verführte, nämlich der
Einführung des Götzendienstes in seiner schlimmsten Form, zu
tun,
was in den Augen des HERRN böse war. In
2 Chronik 33,11-17 wird berichtet, dass Manasse von den Assyrern verschleppt
wurde und seine Sünden bereute, woraufhin er versuchte, das von ihm
angerichtete Unheil wieder gutzumachen, jedoch nur mit geringem Erfolg, was das
Volk insgesamt betraf. V. 17. Die übrigen Taten Manasses und alles, was er
getan hat, und seine Sünde, die er begangen hat, sind sie nicht geschrieben in
der Chronik der Könige von Juda? V. 18. Und
Manasse legte sich zu seinen Vätern und
wurde begraben im Garten seines Hauses, im Garten Usas,
der nach dem früheren Besitzer dieses Sommerhauses oder Lustschlosses benannt
war; und sein Sohn Amon wurde König an
seiner Stelle. Manasse ist ein
warnendes Beispiel für alle Gläubigen; denn es gibt keine größere Strafe als
die, die diejenigen trifft, die bewusst besseres Wissen verwerfen und sich
allen möglichen Sünden zuwenden. Es ist am besten, sich nicht auf die Gnade des
Herrn zu verlassen, denn wir wissen nicht, wann seine Gnadenzeit abläuft.
Amons Regierung (V. 19-26): V. 19. Amon war 22 Jahre alt, als er
König wurde, und er regierte zwei Jahre in Jerusalem. Seine Mutter hieß Meschullemet,
die Tochter des Haruz
aus Jotba, einer Stadt in Juda. V. 20. Und er tat, was in den Augen des HERRN böse war, wie sein
Vater Manasse getan hatte,
nämlich während des größten Teils seiner Herrschaft. V. 21. Und er wandelte
auf allen Wegen, auf denen sein Vater gewandelt war, und diente den Götzen,
denen sein Vater gedient hatte, nicht nur denen Kanaans und Phöniziens,
sondern auch denen Assyriens und Chaldäas, und betete sie an. V. 22. Und
er verließ den HERRN, den Gott seiner
Väter, und wandelte nicht auf dem Weg des HERRN. V.
23. Und die Knechte Amons, offenbar seine Diener, da es sich um eine
Verschwörung im Palast handelte, verschworen sich gegen ihn und töteten den König in seinem
Haus. V. 24. Aber das Volk des Landes,
die Einwohner Judas, erschlug alle, die sich gegen
den König Amon
verschworen hatten, offensichtlich mit
der Absicht, einen Mann aus ihrer Mitte auf den Thron zu setzen; und das
Volk des Landes machte Josia, seinen Sohn, an seiner
Stelle zum König. V. 25. Die übrigen Taten Amons, die er getan hat, sind
sie nicht geschrieben in der Chronik der Könige von Juda?
V. 26. Und er wurde in seinem Grab im Garten Usas
begraben, neben seinem Vater, und sein Sohn Josia
wurde an seiner Stelle König. Das Beispiel des
Bösen ist immer mächtig, mächtiger als das Beispiel des Guten. Umso mehr ist es
notwendig, dass wir dem Bösen in jeder Form widerstehen und ihm nicht die
Oberhand gewinnen lassen.
Unter Josia
wird das Gesetzbuch wieder gefunden
Josias gute Regierung (V. 1-9): V. 1. Josia war acht Jahre alt, als
er König wurde, denn sein Vater war
im Alter von vierundzwanzig Jahren gestorben, und
er regierte 31
Jahre lang in Jerusalem. Seine Mutter hieß Jedida,
die Tochter Adajas aus Bozkat,
einer Stadt in der Ebene von Juda. Zweifellos war es
dem Einfluss seiner gottesfürchtigen Mutter zu verdanken, dass Josia dazu erzogen wurde, die Wege des Herrn zu befolgen.
V. 2. Und er tat, was recht war in den Augen des HERRN, und wandelte in dem Weg seines Vaters
David und wich nicht zur Rechten noch zur Linken; er
hielt an allen Geboten des Herrn mit unerschütterlicher Festigkeit fest. V. 3. Und
es geschah im achtzehnten Jahr des Königs Josia, dass
der König den Schreiber Schafan,
den Sohn Azaljas, des Sohnes Meschullams, den
Staatssekretär, der für die Finanzen zuständig war, zum Haus des HERRN sandte und sprach: V.
4. Geh hinauf zu dem Hohenpriester Hilkija, damit er das Geld bereit
macht, es
zur Auszahlung bereitstellt, indem er es durch die zuständigen Priester in
Säcke füllen und wiegen lässt, das in das Haus des HERRN gebracht worden
ist,
wobei die alte Regel für die Einzahlung von Geldern in die Tempelkasse noch
immer gilt, das die Türhüter vom Volk gesammelt haben; V. 5. damit
man es
in die Hand der Werkmeister gebe, die als Aufseher am Haus des HERRN bestellt
sind,
die Aufseher und Bauunternehmer, die für die verschiedenen Reparaturen
zuständig waren, die der König plante; und sie es den Arbeitern geben, die am Haus des HERRN arbeiten, um die Schäden des Hauses auszubessern,
wobei die Inspektoren für die Bezahlung der Arbeiter sorgten, V. 6. den Zimmerleuten und Bauleuten und Maurern
und um
Holz und behauene Steine zu kaufen, um das Haus auszubessern.
Vgl. Kap. 12, 11-16. Da der Tempel seit mehr als zwei Jahrhunderten nicht mehr
repariert worden war, war die Idee des Königs sehr angebracht. V. 7. Allerdings
sollten
sie keine Rechnung legen über das Geld, das
ihnen ausgehändigt worden war, denn sie handelten
auf Treu und Glauben; da
vertrauenswürdige Männer für das Geld verantwortlich waren, wurde keine
besondere Abrechnung verlangt.
V. 8. Und Hilkija, der Hohepriester, der von dem Plan des Königs
wusste und sich vorgenommen hatte, Ordnung in das Heiligtum zu bringen, sagte
zu Schafan, dem Schreiber: Ich habe das Buch des
Gesetzes im Haus des HERRN gefunden.
Die Existenz dieses Buches, offenbar die von Mose angefertigte Abschrift, war
bekannt, aber es war eine Zeit lang in Vergessenheit geraten; mit anderen
Worten, Hilkija war fast zufällig darauf gestoßen,
als er im Heiligtum aufräumte. Und Hilkija gab das
Buch Schafan, und der las es. V.
9. Und der Schreiber Schafan kam zum König und
berichtete ihm und sprach: Deine Knechte haben das Geld, das im Haus befand,
bereit gemacht, die Priester hatten
das Geld aus der großen Truhe in kleine Säcke geschüttet, und haben es den
Werkmeistern übergeben, die zu
Aufsehern am Haus des HERRN bestellt
sind. Es
war eine besondere Gnade Gottes, dass dieses heilige Buch, die authentische
Abschrift, entdeckt wurde, denn es half dem König bei seinem Bestreben, den
reinen Gottesdienst wiederherzustellen, sogar mehr als die Abschriften, die gewöhnlich
verwendet wurden. Es war eine besondere Gnade Gottes, dass die Reformation uns
die Bibel in ihrer ganzen Reinheit zurückgab und uns den richtigen Weg zur
Erlösung lehrte.
Das Verlesen des
Gesetzbuches vor dem König und die Folgen (V. 10-20): V. 10. Und der
Schreiber Schafan berichtete dem König weiter: Der Priester Hilkija hat mir ein Buch gegeben. Und Schafan
las es vor dem König, diesmal nicht die
ganze Rolle, sondern bestimmte Passagen. V. 11. Und es geschah, als der
König die Worte des Gesetzesbuches hörte, das Original, das wie üblich
einen viel tieferen Eindruck auf den Zuhörer machte als die oft
vernachlässigten Abschriften, da zerriss er seine Kleider, denn seine
ganze Seele war bewegt von den eindrucksvollen Geboten und voller Trauer, als
er seine Unzulänglichkeiten erkannte. V. 12. Und der König befahl dem
Priester Hilkija und Ahikam,
dem Sohn Schafans,
und Achbor, dem Sohn Michaias,
und Schafan, dem Schreiber, und Asaja,
dem Knecht des Königs,
einem seiner Beamten, und sprach: V. 13. Geht hin und befragt den HERRN für mich und für das
Volk und für ganz Juda,
das ganze Volk, über die Worte dieses Buches, das gefunden worden ist; denn
groß ist der Zorn des HERRN, der gegen uns
entbrannt ist, wie er aus Passagen
wie 3. Mose 26 und 5.
Mose 28
sehen konnte, weil unsere Väter nicht auf die Worte dieses Buches gehört
haben, um alles zu tun, was über uns geschrieben steht. Die Anfrage
hatte also in erster Linie den Zweck, herauszufinden, ob noch Hoffnung auf
Gnade bestand, ob die angedrohten Strafen noch abgewendet werden konnten.
V. 14. Da gingen
der Priester Hilkija, Ahikam,
Achbor, Schafan und Asaja zu der Prophetin Hulda, die zu dieser Zeit die
einzige in der Stadt war, die die Gabe der Weissagung hatte, der Frau Schallums, des Sohnes Tikwas, des
Sohnes Harhas, des Hüters der Kleidung, entweder
der priesterlichen Gewänder im Tempel oder der königlichen Gewänder für
staatliche Anlässe; und sie wohnte in
Jerusalem im zweiten Bezirk
der Unterstadt oder Neustadt, der später
innerhalb der Stadtmauern lag; und sie redeten mit ihr. V.
15. Und sie sprach zu ihnen: So spricht der HERR, der Gott Israels:
Sagt dem Mann, der euch zu mir gesandt hat, wobei der erste Teil
der Botschaft allgemeiner Natur war, V. 16. So spricht der HERR: Siehe, ich will
Unheil
über diesen Ort bringen,
Jerusalem als Hauptstadt der Nation, und über seine Bewohner, alle Worte des
Buches, das der König von Juda gelesen hat, die
Flüche wegen des Ungehorsams würden sich gewiss erfüllen, V. 17. weil sie mich
verlassen und anderen Göttern Rauchopfer
dargebracht haben, sich grober und
schamloser Götzenverehrung hingegeben haben, damit sie mich mit allen Werken
ihrer Hände erzürnen, mit den Götzenbildern, die sie gemacht haben. Darum
wird mein Zorn gegen diesen Ort entbrennen und nicht erlöschen, die Strafe
würde mit Sicherheit kommen. V. 18. Aber dem König von Juda,
der euch gesandt hat, um den HERRN zu befragen, sollt
ihr so sagen, in einer besonderen Botschaft, die nur seine
Herrschaft betrifft: So spricht der HERR, der Gott Israels:
Was die Worte betrifft, die du gehört hast, Vers 19. weil
dein Herz weich geworden ist,
nicht verhärtet in Hartnäckigkeit und Sünde wie das einiger seiner Vorgänger, und
du dich vor dem HERRN gedemütigt hast,
indem du dich in Reue und Demut an ihn gewandt hast, als du gehört hast, was
ich gegen diesen Ort und gegen seine Bewohner geredet habe, dass sie zur Entsetzen und zum Fluch werden
sollen, und du deine Kleider zerrissen und vor mir geweint hast, in
Schrecken, Bestürzung und Reue, so habe ich dich auch gehört, ist
der Ausspruch des HERRN,
nämlich sein Flehen um Gnade. V. 20. Darum
siehe, ich will dich
zu deinen Vätern versammeln, und du sollst in Frieden in dein Grab kommen, ohne
die Verwüstung Jerusalems zu sehen,
obwohl er selbst in der Schlacht getötet wurde, Kap. 23, 29; und deine Augen
sollen nicht all das Unheil sehen, das
ich über diesen Ort bringen werde,
er würde seine Zerstörung mit all ihren Schrecken nicht mitansehen müssen. Und
sie berichteten das dem König und
erzählten ihm, was sie von der Prophetin gehört hatten. Diejenigen, die sich
wirklich unter das Wort Gottes demütigen, werden dem Gericht entrinnen, das die
ungehorsamen und mutwilligen Übeltäter treffen wird.
Josia
reinigt den Gottesdienst,
feiert Passah, fällt gegen Necho. Juda
von Ägypten erobert.
Regierungen
von Joahas
und Jojakim
Die Erneuerung des
Bundes (V. 1-20): V.
1. Und der König sandte hin, besorgt um das Wohlergehen seines ganzen Volkes, und
man
versammelte zu ihm alle Ältesten von Juda und
Jerusalem als Vertreter des Volkes. V. 2. Und der König
ging hinauf in das Haus des HERRN,
und alle Männer von Juda und alle Einwohner
Jerusalems mit ihm, in einer großen
Volksversammlung, und die Priester und die Propheten, wobei sich das
Wort hier wahrscheinlich auf alle diejenigen bezieht, deren Aufgabe es war, das
Gesetz in der Öffentlichkeit zu predigen und zu erklären, und das ganze
Volk, klein und groß, sowohl die unteren Schichten als auch die angesehenen
und reichen Leute. Und man
las vor ihren
Ohren alle Worte des
Buches des Bundes, das im Haus des HERRN
gefunden worden war, den Bund, den das
Volk durch Mose geschlossen hatte. V. 3. Und der König trat an die
Säule, wahrscheinlich eine erhöhte Plattform oder
Tribüne, und schloss einen Bund vor dem HERRN,
dem HERRN nachzufolgen,
ihm zu gehorchen und seinen Willen zu tun, und seine Gebote und seine
Zeugnisse und seine Rechte zu
halten, die Gebote des Bundes sowie die allgemeineren
Verpflichtungen gegenüber Gott und dem Nächsten, mit ganzem Herzen und
ganzer Seele, um
die Worte dieses Bundes zu erfüllen, die in diesem Buch geschrieben stehen,
gelobte oder versprach er die Treue des ganzen Volkes, der ganzen Nation. Und
das ganze Volk trat in den
Bund und erklärte seine Bereitschaft, sich an seine
Bestimmungen zu halten. V. 4. Und der König befahl dem
Hohenpriester Hilkija, und
den Priestern der zweiten Ordnung, die gewöhnlich für
die Opfer zuständig waren, und den Hütern
der Schwelle,
den Leviten, deren Aufgabe es war, den Tempel zu bewachen, alle Geräte,
die für Baal und für Aschera,
für die Aschera-Statuen und für das ganze Heer
des Himmels hergestellt
worden waren, aus dem Tempel des HERRN
herauszubringen alle
Geräte und Ausrüstungen an Altären und Gefäßen, die der Götzenverehrung geweiht
waren, und verbrannte sie
außerhalb Jerusalems auf den Feldern von Kidron
als Material, das unter dem Fluch des Herrn stand, und ließ
ihre Asche nach
Bethel bringen, wodurch dieser alte Ort der Götzenverehrung in
den Augen aller Gläubigen unrein wurde. V. 5. Und
er setzte
die Götzenpriester ab, er
setzte ihren schädlichen Tätigkeiten ein Ende, die die Könige von Juda eingesetzt hatten, um auf den Höhen in den Städten
Judas Rauchopfer
darzubringen,
denn in diesem Ausmaß war der Götzendienst unter Manasse und Amon sanktioniert
worden, und an den Orten rings um Jerusalem; auch diejenigen, die dem Baal,
der Sonne, dem Mond und den Planeten, den zwölf Sternbildern des
Tierkreises und dem ganzen Heer des Himmels Rauchopfer
darbrachten,
denn der Götzendienst, der in jenen Tagen praktiziert wurde, war eine seltsame
Mischung aus kanaanitischem und chaldäischem Kult. V. 6. Und
er brachte die
Aschera aus dem Haus des HERRN, die von Manasse aufgestellten Aschera-Statuen, hinaus
vor Jerusalem
zum Bach Kidron, der zwischen der
Stadt und dem Ölberg floss, und verbrannte sie am
Bach Kidron und zermahlte
sie,
das verbrannte Metall, zu
Pulver und streute den Staub auf die Gräber des Volkes, auf die Friedhöfe
des gemeinen Volkes, um die Asche der zerstörten Götzenbilder noch mehr zu
entehren. V. 7. Und er brach die Häuser der Tempelhurer
ab,
der männlichen Prostituierten, die beim Haus des HERRN
standen, in denen
die Frauen, die mit diesen unzüchtigen Praktiken verbunden
waren, Gewänder für die
Aschera webten,
Zeltdecken als Bedeckung für die Aschera-Götzenbilder. V. 8. Und er ließ
alle Priester aus den Städten Judas kommen, wo
sie sich mit dem lokalen Gottesdienst beschäftigten, und machte
die Höhen, wo die Priester Rauchopfer
dargebracht hatten,
unrein, von Geba an
der Nordgrenze Judas bis nach Beerscheba an seiner äußersten Südgrenze, und
riss die Höhen der Bocksgeister
nieder, die am Eingang des Tores Joschuas
standen, des
Statthalters
der Stadt, der in der Nähe von Millo,
der Festung Jerusalems, lag, die sich oder auch die, die sich zur
Linken wenn man zum
Stadttor hineinkommt, wobei dieser zweite Altar und Kultstätte in der
Nähe eines Tores lag, durch das viele Fremde ein- und ausgingen, wahrscheinlich
um diesen Menschen die Möglichkeit zu geben, ihre eigenen Götter anzubeten. V.
9. Doch durften
die Priester der Höhen, die an der vom Herrn
verbotenen Anbetung teilgenommen hatten, nicht auf
dem Altar des HERRN in
Jerusalem opfern; sie durften nicht am reinen Gottesdienst des
Herrn teilnehmen, aber
sie aßen das ungesäuerte Brot unter ihren Brüdern, wie die Priester, die
wegen einer körperlichen Entstellung dienstunfähig waren (3. Mose 21, 17-22),
einen Teil der Gaben erhielten, die für die Opfer gebracht worden waren. V. 10.
21, 17-22, erhielten einen Teil der Opfergaben. V. 10. Und er, Josia, machte Tofet
unrein, das im Tal Ben-Hinnom lag, südlich
der Stadt, wo Kinder dem Moloch geopfert worden waren, Jes. 30, 33, damit
niemand mehr seinen Sohn oder seine Tochter dem
Moloch durch das Feuer gehen
ließ. V.
11. Und er beseitigte
die Pferde, die die Könige von Juda der Sonne aufgestellt
hatten,
die im Tempel für den Sonnenkult gehalten wurden, am Eingang des Hauses des
HERRN,
bei der Kammer Nethan-Melechs,
des Kämmerers, des
Kammerherrn,
dem Eunuchen, der für die Pflege dieser Pferde zuständig war, die sich am Pawarhaus
befand, in
der Säulenhalle oder Flügel, in Zellen, die zur Aufbewahrung verschiedener
Materialien dienten, die für den Tempelkult verwendet wurden, und verbrannte
die Sonnenwagen mit Feuer,
die in feierlichen Prozessionen zu Ehren der Sonne verwendet wurden. V. 12. Und
die Altäre, die oben auf dem Dach des
Obergemachs des Ahas standen, auf dem Dach des
königlichen Palastes, wie sie von Manasse und Amon wiederhergestellt worden
waren, die die Könige von Juda gemacht hatten,
und die Altäre, die Manasse in den beiden Vorhöfen des Hauses des HERRN
gemacht hatte, alle dem
Götzendienst geweiht, Kap. 21, 5, zerstörte der König und
befahl, sie mit aller Eile zu entfernen, wahrscheinlich indem man sie in das
Tal Kidron warf, und zerbrach sie und warf ihren
Staub, da sie am Fuße des Abgrunds verbrannt waren, in den Bach Kidron. V. 13. Und die Höhen, die vor
[d.i. östlich] Jerusalem lagen, zur
Rechten des Berges des Verderbens,
dem südlichen Gipfel des Ölbergs, auch bekannt als Berg der Vergehen, die
Salomo, der König von Israel, für Astarte, dem
Greuel
der Sidonier, die Göttin, deren
Verehrung mit groben Unmoralpraktiken verbunden war, und
für Kemosch, dem Greuel der
Moabiter, und Milkom, dem Greuel
der Ammoniter, gemacht hatte, machte
der König unrein. V.
14. Und er zertrümmerte
die Steinmale,
die steinernen Statuen der Götzen, und hieb die Ascheren
um, die hölzernen Säulen, die Ascher-Astarte geweiht
waren, und füllte ihre Stätte
mit Menschenknochen, so dass er die Orte
entweihte, an denen sie gestanden hatten. V. 15. Außerdem zerstörte er den
Altar in Bethel, innerhalb der früheren Grenzen Israels, heute nahe der
südlichen Grenze Samarias, die Höhe, die Jerobeam,
der
Sohn Nehats, der Israel zur Sünde verführt hatte, errichtet hatte, auch
diesen Altar und
die Höhe
riss er nieder, und zerstörte den ganzen Ort der Anbetung, und
verbrannte die Höhe, offenbar ein auf
dieser Anhöhe erbautes Haus, und zermalmte sie zu Staub und verbrannte die
Aschera,
das Aschera-Götzenbild,
das an die Stelle des Kalbes getreten war oder zusätzlich zu diesem aufgestellt
worden war. V. 16. Und als Josia sich umwandte
und nach weiteren Greueln suchte, sah er die
Gräber, die dort auf dem Berg waren, da die Umgebung als Begräbnisstätte
diente, und sandte hin und ließ die Gebeine aus den Gräbern holen und auf
dem Altar verbrennen und ihn verunreinigen, denn der Kontakt mit
menschlichen Gebeinen und ihrer Asche verunreinigte ihn, gemäß dem Wort des
HERRN,
das der Mann Gottes ausgerufen
hatte, der diese Worte verkündet hatte und Jerobeam den Namen des Mannes genannt hatte, der den Ort
seiner Götzenanbetung zerstören würde, 1 Könige 13, 2. V. 17. Und
er sprach: Was ist das
für ein Grabmal, das
ich da sehe? Er bezog sich auf den Grabstein oder das Denkmal
eines Grabes in der Nachbarschaft. Und die Männer der Stadt sagten zu ihm:
Es ist das Grab des Mannes Gottes, der aus Juda
gekommen ist und diese Dinge verkündet hat, die du gegen den Altar von Bethel
getan hast, eine der bemerkenswertesten Prophezeiungen des gesamten Alten
Testaments. V. 18. Und er, Josia, sagte:
Lasst ihn in Ruhe; niemand rühre seine Gebeine an; seine
Gebeine durften nicht dazu verwendet werden, das Heiligtum der Götzenverehrung
zu entweihen. Da ließen sie seine Gebeine unberührt und
retteten sie vor der allgemeinen Entweihung, zusammen mit den Gebeinen des
Propheten, der aus Samaria gekommen war (1. Könige 13,11). V. 19. Und
alle Häuser auf den Höhen, die in den Städten Samarias waren, alle
Heiligtümer, die zu Götzendiensten errichtet worden waren, die die Könige
Israels gemacht hatten, um den HERRN zu
erzürnen, nahm Josia weg und tat mit ihnen, wie er in
Bethel getan hatte: Er zerstörte und
entweihte sie alle. V. 20. Und er schlachtete
alle Priester der Höhen, die dort waren, heidnische Priester,
die sich im Land niedergelassen hatten, auf den Altären, die so zu ihren
Hinrichtungsstätten wurden, und verbrannte die Gebeine der Menschen darauf
und kehrte nach Jerusalem zurück. Obwohl militante Methoden dieser Art vom
Herrn nicht mehr erlaubt sind, ist der Geist, der sie veranlasste, noch immer
notwendig. Es ist die Pflicht jeder christlichen Gemeinde, alle Vergehen aus
ihrer Mitte zu entfernen und keine Form von Gottlosigkeit oder Weltlichkeit zu
dulden. Die konservative Reformation Luthers und seiner Mitarbeiter zeigt uns,
wie wir vorgehen sollen.
Das Passahfest wird
gefeiert (V. 21-30). – V. 21. Und der
König, wahrscheinlich in den ersten Jahren seiner Reformbemühungen, befahl
dem ganzen Volk: Haltet das Passah für den HERRN, euren Gott, wie es
in dem Buch dieses Bundes geschrieben steht! 2.
Mose 12,3; 3. Mose 23,5; 4. Mose 9,2; 5. Mose 16,2. Dieser Befehl wurde
ausgeführt, wie wir in 2. Chronik 35, 1-19. V. 22. Denn
es
wurde seit den Tagen der Richter, die Israel gerichtet
hatten,
und in allen Tagen der Könige Israels und der Könige Judas kein solches Passah wie
dieses gefeiert,
V. 23. sondern im achtzehnten Jahr des Königs Josia,
wurde dieses Passah dem HERRN in Jerusalem
gefeiert wurde. Was die Teilnahme
und die strikte Einhaltung der Gebote des Gesetzes betrifft, war dies das
außergewöhnlichste Fest dieser Art, das je gefeiert wurde.
V. 24. Außerdem ließ Josia die Totenbeschwörer, die
Zeichendeuter und die Terafim,
die Hausgötter, denen magische Kräfte zugeschrieben wurden, und die Götzen
kleine Götter, die auch hauptsächlich in den Häusern verwendet wurden, und
alle Greuel, die im Land Juda
und in Jerusalem zu sehen waren, entfernen, er
beendete alle abergläubischen Praktiken und den Götzendienst, die in
Privathäusern betrieben wurden, damit er die Worte des Gesetzes erfüllen
konnte, die in dem Buch geschrieben standen, das der Priester Hilkija im Haus des HERRN gefunden hatte. Er
wollte, dass alle Gebote des Herrn im ganzen Land tatsächlich befolgt wurden.
V. 25. Und wie er war kein König vor ihm, der so von ganzem Herzen und
von ganzer Seele und mit aller Kraft zum HERRN umkehrte, gemäß dem ganzen
Gesetz Moses,
das er mit aller Strenge durchsetzen wollte; auch nach ihm kam keiner wie
er, er stand allein in dieser Hinsicht. V. 26. Dennoch wandte sich der HERR nicht von der
Heftigkeit seines großen Zorns ab, mit dem er gegen Juda
entbrannt war wegen all der Ärgernisse, mit denen Manasse
ihn erbittert hatte.
Die Verfehlung Manasses war so groß und die Folgen seiner vielen Übertretungen
so tief verwurzelt, dass selbst diese Besserung mit all ihrem äußeren Erfolg
die Welle des Zorns Gottes nicht aufhalten konnte. V. 27. Und
der HERR
sprach: Ich will
auch Juda von meinem Angesicht
entfernen, wie ich Israel entfernt habe, und diese Stadt, die
ich erwählt habe, Jerusalem,
und das Haus, von dem
ich gesagt habe: Dort soll mein Name sein,
werde ich verwerfen. 1 Könige 8, 29.
V. 28. Die
übrigen Taten Josias und alles, was er getan hat, sind sie nicht geschrieben in
der Chronik der Könige von Juda?
Vgl. 2 Chron. 35, Vers 29. In seinen Tagen zog der Pharao Necho,
der König von Ägypten, gegen den König von Assyrien an den Euphrat,
wahrscheinlich Nabopolassar, der sowohl Babylon als
auch Assyrien beherrschte. Und König Josia zog gegen ihn, um ihn daran zu
hindern, durch sein Land zu ziehen; und Necho
tötete
ihn in Megiddo, als er ihn sah, sie trafen in dieser
Stadt, in der Ebene von Jesreel, am Fuße des Berges Karmel, in der Schlacht aufeinander. V. 30. Und seine
Knechte trugen ihn tot in einem Wagen von Megiddo und brachten ihn nach
Jerusalem und begruben ihn in seinem Grab. So endete Josias Versuch, das
Unglück von seinem Land abzuwenden, mit einer Katastrophe, und er starb bei der
Verteidigung seiner Position. So werden die Gerechten gnädig hinweggenommen,
bevor das Unglück über sie hereinbricht, und finden Frieden im Grab bis zum
großen Tag der Auferstehung. Und das Volk des Landes nahm Joahas,
den Sohn Josias, und salbte ihn und machte ihn anstelle seines Vaters zum
König.
Die Regierungen von Joahas und Eljakim (V. 33-37): V. 31. Joahas,
den das Volk des Landes seinem Bruder Eliakim vorgezogen und zum König gesalbt
hatte, war 23 Jahre alt, als er
König wurde, und er regierte drei Monate lang in Jerusalem. Seine Mutter hieß Hamutal, die Tochter Jeremias aus Libna.
Vor seiner Thronbesteigung hatte er den Namen Schallum
getragen, Jer. 22, 11. V. 32. Und er tat, was in den Augen des HERRN böse war,
ein gottloser Sohn eines gottesfürchtigen Vaters, nach allem, was seine
Väter getan hatten, besonders Ahas, Manasse und
Amon. V. 33. Und der Pharao Necho,
der zu dieser Zeit die Oberherrschaft über Juda
erlangt hatte, setzte ihn gefangen,
nahm ihn gefangen in Ribla, im Lande Hamath, da er offenbar seinen Feldzug gegen den
östlichen König fortsetzte, dass er nicht mehr
in
Jerusalem regiere, denn Pharao war mit
der Wahl des Königs durch das Volk nicht zufrieden und freute sich, Jojachin in seine Gewalt zu bringen; und er legte dem
Land einen Tribut von hundert Talenten Silber und einem Talent Gold (ca.
2,73 Mio EUR) auf, wobei diese
Zahlung verlangt wurde, um seine Vorherrschaft zu unterstreichen. V. 34. Und
der Pharao Necho
machte Eljakim,
den Sohn Josias, zum Thronfolger und König anstelle seines
Vaters Josia, und änderte seinen Namen in Jojakim und führte Joahas weg.
Und er kam nach Ägypten und starb dort, und nichts mehr ist
bekannt über sein Alter oder die Dauer seiner Gefangenschaft. V. 35. Und Jojakim, der völlig von Pharao abhängig war, gab das
Silber und das Gold, das als Tribut verlangt worden war, an Pharao, aber
er besteuerte das Land, um das Geld gemäß dem Befehl Pharaos aufzubringen; er
forderte das Silber und das Gold von
jedem unter dem Volk des Landes, je
nach seiner Besteuerung, entsprechend seiner
Schätzung, um es Pharao-Necho zu geben.
V. 36. Jojakim war 25 Jahre alt, als er
König wurde, und er regierte elf Jahre lang in Jerusalem. Seine Mutter hieß Sebuda, die Tochter Pedajas aus Ruma, einer Stadt in der
Nähe von Sichem. V. 37. Und er tat, was in den Augen des HERRN böse war, ganz wie
seine Väter getan hatten. Jeremia
spricht von ihm als einem gewissenlosen, habgierigen Fürsten, der darauf aus
war, auf Kosten seiner unglücklichen Untertanen Reichtum und Macht zu erlangen
(Jer. 22, 13-19). Der Weg wurde bereitet für Gottes zorniges Gericht über das
Volk, das ihn abgelehnt hatte. Ebenso wird das Kommen des großen Tages des
Gerichts durch die Zeichen angekündigt, die der Herr Jesus uns zu beachten
geboten hat (Mt. 24).
Drei Könige als
Vasallen Nebukadnezars: Jojakim, Jojachin, Zedekia
Nebukadnezar
unterwirft Juda; die
Regierung Jojakims (V. 1-7): V. 1. In seinen
Tagen, im fünften oder sechsten Jahr seiner Herrschaft, kam
Nebukadnezar, der König von Babel [Babylon], nachdem er den
ägyptischen Streitkräften bei Karkemisch am Euphrat
eine entscheidende Niederlage zugefügt hatte, Jer. 46, 2, und Jojakim wurde nach
der Übergabe Jerusalems sein Knecht, sein tributpflichtiger Vasall, drei
Jahre lang. Dann wandte er sich von ihm ab und lehnte sich gegen ihn auf.
V. 2. Und der HERR sandte gegen ihn
als Strafe für seine Sünden Streifscharen von Chaldäern, Streifscharen von Aramäern, Streifscharen von Moabitern und Streifscharen von Ammonitern,
zunächst nicht in einer organisierten Armee, sondern in Räuberbanden; denn alle
diese Völker, obwohl sie die Oberhoheit Nebukadnezars anerkannten, nutzten die
Gelegenheit, um ihren Hass gegen Juda zu befriedigen,
und er sandte sie gegen Juda, um es zu vernichten, gemäß dem Wort des HERRN, das er durch seine Knechte, die Propheten, in
Kapitel 20, 17; 21, 12-14; 23, 27 verkündet hatte.
V.3. Wahrlich, auf Befehl des HERRN,
weil Gott es so wollte, wie hier noch einmal zur Betonung gesagt wird, kam
dies über Juda, um sie von
seinem Angesicht zu entfernen, wegen der Sünden
Manasses, nach allem, was er getan hatte, da seine Bosheit das ganze Volk
verunreinigt hatte, Vers 4. und auch wegen des unschuldigen Blutes, das er
vergossen hatte; denn er hatte Jerusalem mit unschuldigem Blut erfüllt. Das
wollte
der HERR nicht vergeben,
Kap. 21, 16.
V. 5. Die übrigen
Taten Jojakims und alles, was er getan hat, sind sie
nicht geschrieben in der Chronik der Könige von Juda?
V. 6. So legte Jojakim
sich zu seinen Vätern,
Jer. 22, 19; 36, 30; und sein Sohn Jojachin wurde
König an
seiner Stelle. V.7. Und der
König von Ägypten zog nicht mehr aus
seinem Land, nach der entscheidenden Niederlage am Euphrat; denn
der König von Babel hatte vom Fluss
Ägyptens bis zum Fluss
Euphrat alles genommen, was dem König von Ägypten gehörte,
alle Länder, die Ägypten tributpflichtig geworden waren. Die Verderbtheit
dieser letzten Tage der Welt ähnelt derjenigen, die der ersten Zerstörung
Jerusalems vorausging, und so muss das Gericht nahe sein.
Die Regierung Jojachins und die Wegführung
der ersten Gruppe nach Babel (V. 8-16): V. 8. Jojachin
war achtzehn Jahre alt, als er König wurde, und er regierte drei Monate lang in
Jerusalem. Sein Name wird auch Jechonja
genannt, 1 Chron. 3, 16; Jer. 24, 1, und Konja,
Jer. 22, 24. 28. Und seine Mutter hieß Nehuschta,
die Tochter Elnathans aus Jerusalem, Elnathan war einer der obersten Beamten am Hof, Jer. 26,
22; 36, 12. 25. V. 9. Und er tat, was in den Augen des HERRN böse war, ganz wie
sein Vater getan hatte. V. 10. Zu dieser
Zeit, im Frühjahr, als die Kriegshandlungen begannen, zogen die Knechte
Nebukadnezars, des Königs von Babel, gegen Jerusalem,
und die Stadt wurde belagert, wobei seine
Offiziere die allgemeine Leitung der Belagerung hatten. V. 11. Und
Nebukadnezar, der König von Babel, kam gegen die
Stadt und übernahm persönlich die Leitung des Feldzugs,
da der Fall der Stadt unmittelbar bevorstand, und seine Knechte belagerten
sie. V. 12. Und Jojachin, der König von Juda, erkannte die Sinnlosigkeit weiteren Widerstands
und ging zum König von Babel hinaus, er und
seine Mutter und seine Großen und seine Obersten und seine Hofbeamten,
alle einflussreichen Männer des Volkes; und der König von Babel nahm ihn im achten
Jahr seiner Herrschaft gefangen, entthronte ihn und
machte ihn zum Gefangenen. V. 13. Und er nahm alle Schätze des
Hauses des HERRN und die Schätze des
Königshauses, alles Geld und alle
Geschenke, die dort in den letzten zehn Jahren hinterlegt worden waren, fort und
brach, oder besser gesagt, riss (das Gold) von allen goldenen Gefäßen
ab,
die Salomo, der König von Israel, im Tempel des HERRN gemacht hatte, wie
der HERR geredet hatte (Jer 20,5). V. 14. Und er führte ganz Jerusalem weg,
alle angesehenen Bürger, alle Obersten und alle kriegstüchtigen Männer, zehntausend
Gefangene, alle Handwerker und Schmiede, die dem Volk Juda Waffen verschaffen konnten; und
ließ
nichts übrig als nur das geringe Volk des Landes,
der für seine Herrschaft keine Gefahr darstellte. V. 15. Und
er führte Jojachin nach Babylon weg, auch die Mutter
des Königs und die Frauen des Königs,
denn er hatte auch einen Harem nach orientalischer Sitte, und
seine Beamten und die Mächtigen des Landes; diese führte er aus Jerusalem nach
Babel als
Gefangene,
etwa zweitausend an der Zahl. V. 16. Und alle kriegstüchtigen Männer,
die wehrfähigen Männer, die zum Militärdienst tauglich waren, 7.000, und Handwerker und
Schmiede, 1.000, alle, die kriegstüchtig und streitbar waren, führte der
König von Babel
als Gefangene nach Babel, in
das Land, in dem seine Hauptstadt lag, wo sie angesiedelt wurden, Jer. 29.
Jeder moralische Verfall geht gewöhnlich von den Führern eines Volkes aus, und
deshalb trifft die Strafe des Herrn zuerst diese. Gott ist gerecht in allen
seinen Urteilen und belohnt jeden nach seinen Taten.
Zedekia beginnt seine
Regierung
(V. 17-20): V. 17. Und der König von Babylon machte Mattanja, seinen [Jojachins]
Onkel, den dritten
Sohn Josias, zum König an seiner Stelle
und änderte seinen Namen in Zedekia („die Gerechtigkeit des
Herrn“,
der, durch den Herr Gerechtigkeit übt).
V. 18. Zedekia war 21 Jahre alt, als er
König wurde, und er regierte elf Jahre lang in Jerusalem. Seine Mutter hieß Hamutal, die Tochter Jeremias aus Libna.
Vgl. Kap. 23, 31. V. 19. Und er tat, was in den
Augen des HERRN
böse war, ganz wie Jojakim getan hatte,
und erfüllte so das Maß der Schuld Judas. V. 20. Denn
durch den Zorn des HERRN
geschah es so in
Jerusalem und Juda, bis er sie von
seinem Angesicht vertrieben hatte. Und
Zedekia lehnte
sich gegen den König
von Babel
auf. Die endgültige
Vollstreckung des Gerichts des Herrn fand während seiner Herrschaft statt,
wobei die Rebellion, die im siebten oder achten Jahr der Herrschaft Zedekias
stattfand, lediglich der Anlass war, der die Katastrophe herbeiführte. Wenn
alle Bemühungen, die Herzen durch Ermahnung und Zurechtweisung zu gewinnen,
vergeblich sind, übergibt der Herr die Menschen schließlich dem Gericht, das
ihre Sünde verdient.
Zerstörung
Jerusalems; babylonische Gefangenschaft
Jerusalem wird zerstört
und Juda nach
Babel in Gefangenschaft geführt (V. 1-21): V. 1. Und es
geschah im neunten Jahr seiner Regierung, im zehnten Monat, am zehnten Tag des
Monats, als Zedekia sich gegen die babylonische Oberherrschaft auflehnte, dass
Nebukadnezar, der König von Babel, mit seinem ganzen
Heer gegen Jerusalem zog, sich dort lagerte und es
belagerte; und sie bauten
ringsum einen Belagerungswall
und Wachtürme, wie man sie bei der Belagerung einer Stadt zu errichten pflegte.
Obwohl Nebukadnezar nicht persönlich anwesend war oder zumindest nicht blieb,
leitete er doch alle Operationen und trieb sie mit aller Energie voran. V. 2. Und
die Stadt wurde bis ins elfte Jahr des
Königs Zedekia belagert, denn die Mauern und
Befestigungen der Stadt waren sehr stark. V. 3. Und am neunten Tag des
vierten Monats, nach fast anderthalb Jahren, wurde
der
Hunger übermächtig in der Stadt, und es
gab kein Brot mehr für das Volk des
Landes, das einfache Volk war wegen der Schwere der
Hungersnot in solcher Not, dass es zu den schrecklichsten Mitteln griff, um
sich am Leben zu erhalten, Klgl. 2, 11-19; 4, 3-10; Hes.
5, 10; Jer. 37, 21. V. 4. Da brach man in die
Stadt ein; die Bresche war an der Nordseite der Außenmauer
geschlagen, Jer. 39, 3-5, und alle Kriegsleute,
die Soldaten, die die Stadt verteidigten, flohen bei Nacht durch das Tor
zwischen den beiden Mauern, der Außen- und der Innenmauer, das beim
Garten des Königs liegt, im unteren Teil der Stadt, denn sie glaubten, dass
eine Flucht nach Süden noch möglich sei. Aber die Chaldäer lagen rings um die
Stadt, obwohl ihre Linien auf dieser Seite vielleicht
nicht so stark waren; und der König zog den Weg zur Jordanebene,
Jer. 39, 4, zu den Wiesen des Jordan bei Jericho. V. 5. Aber das Heer der
Chaldäer verfolgte den König und holte ihn in der Ebene von Jericho ein,
denn der König hatte offensichtlich die Absicht, über den Fluss in die Wüste zu
fliehen; und sein ganzes Heer zerstreute sich von ihm. Vgl. Hes. 12, 3-16. V. 6. So nahmen sie den König und
brachten ihn zum König von Babel nach Ribla, einer Stadt in einer
fruchtbaren Ebene im Norden, wo Nebukadnezar sein Hauptquartier eingerichtet
hatte; und sie fällten ein Urteil über ihn, nämlich ein vom König
eingesetztes Gericht, da Zedekia seinen
Treueeid gebrochen und sich aufgelehnt hatte. V. 7. Und
sie schlachteten die Söhne Zedekias
vor seinen Augen, denn sie waren mit
ihrem Vater schuldig und hätten die Dynastie fortsetzen können, und blendeten Zedekia die Augen,
sie blendeten ihn, wahrscheinlich indem sie ihm eine erhitzte Metallstange über
die offenen Augen führten, und banden ihn mit bronzenen Fesseln, doppelt
gefesselt an Händen und Füßen, und führten ihn nach Babel. So
wurde Zedekia für sein Leben gezeichnet und musste alle Hoffnung aufgeben,
jemals wieder herrschen zu können.
V. 8. Und im
fünften Monat, am siebten Tag des Monats, das war im neunzehnten Jahr des
Königs Nebukadnezar, des Königs von Babel
[Babylon], kam Nebusaradan,
der Oberste der Leibwache, ein Knecht des Königs von Babel,
einer seiner obersten Beamten und sein vertrautester Mann, nach Jerusalem;
V. 9. Und er verbrannte das Haus des HERRN,
den wunderbaren Tempel Salomos, dessen oberer Teil ganz aus Holz war, und
das Haus des Königs, den schönen königlichen Palast, und alle Häuser
Jerusalems, alle Paläste der Reichen, und alle großen
Häuser
verbrannte er mit Feuer, so dass er die
Eroberung der Stadt vollendete und nur die Häuser für das arme Volk des Landes
übrig ließ. V. 10. Und das ganze Heer der Chaldäer, das bei
dem Obersten der Leibwache zu
diesem Zweck unterstellt war, riss die Mauern
Jerusalems ringsum nieder,
die Befestigungsanlagen, die die Stadt fast uneinnehmbar gemacht hatten. V. 11.
Nun führte Nebusaradan,
der Oberste der Leibwache, den
Rest des Volkes, das in der Stadt geblieben war,
die wenigen, die dem Schwert und dem Hunger entkommen waren, und
die Überläufer, die zum König von
Babylon übergelaufen waren, diejenigen, die
während der Belagerung zum Feind übergelaufen waren, mit dem Rest der Menge,
wahrscheinlich die verbliebenen wehrfähigen Männer, die noch Waffen tragen
konnten, weg. V. 12. Aber der Oberste der Leibwache ließ
die Geringen des Landes,
die keinen Grundbesitz hatten, als Weingärtner und Ackerbauern zurück,
damit sie die Weinberge und Felder bebauten, damit das Land nicht verwilderte.
V. 13. Und die bronzenen Säulen, die im Hause
des HERRN standen,
die beiden auffälligen hohlen Säulen, 1 Könige 7, 15, und die Gestelle, 1
Könige 7, 22, von denen Ahas die Ränder entfernt
hatte, Kap. 16, 17, und das bronzene Meer, das im Hause
des HERRN stand,
das auf einem steinernen Sockel ruhte, seitdem die Rinder entfernt worden
waren, zerbrachen die Chaldäer und brachten die
Bronze
davon nach Babel. V. 14. Und die
Töpfe, die Schaufeln, die Messer, die Schalen und alle bronzenen Geräte, mit denen man diente,
die zum Dienst am Brandopferaltar im Vorhof verwendet wurden, nahmen sie
weg. Vgl. 2. Mose 27,3; 1. Kön. 7,45-50. V. 15. Dazu die Feuerpfannen und
die Schalen 1. Kön. 7,50, alles, was
aus reinem Gold,
die Geräte, die im Heiligtum verwendet wurden, und aus reinem
Silber
war, einschließlich aller Gefäße aus Edelmetallen, nahm
der Oberste der Leibwache mit; V.
16. und beiden Säulen, das
Meer und die Gestelle, die Salomo für das
Haus des HERRN gemacht hatte;
sie
waren aus Bronze, und die
Bronze
all dieser Gefäße war nicht zu wiegen, unermesslich;
es war so groß, dass es sinnlos war, es zu wiegen, 1 Könige 7, 47. V. 17. Die
Höhe der einen Säule betrug achtzehn Ellen
[ca. 8,71 m],
und die Kapitelle darauf waren aus Bronze, und die Höhe der Kapitelle betrug
drei Ellen [ca. 1,43 m],
oder fünf Ellen insgesamt, 1 Könige 7, 16; 2 Chron. 3, 15; Jer. 52, 22; und
die Flechtwerke und Granatäpfel auf dem Kapitell ringsum, alles aus Bronze,
diese kunstvolle Arbeit machte die Säulen sehr kostbar; und ebenso war die
zweite Säule mit Flechtwerken. Vgl. Jer. 52, 17-22. V. 18. Und der Oberste der Wache nahm den
obersten Priester Seraja, und
Zephanja, den zweiten Priester, einen derjenigen,
die gewöhnlich mit den Opfern befasst waren, aber offensichtlich eine wichtige
Person, und die drei Hüter
an der Schwelle, die obersten Beamten
der Tempelwache, von denen einer an jedem der drei Haupteingänge stand, vgl.
Jer. 38, 14; V. 19. und aus der Stadt nahm
er einen Hofbeamten, der über die
Kriegsleute gesetzt war, den
Stadtkommandanten, und fünf Männer die
ständig um den König waren, die in der Stadt
gefunden wurden, aus den engen
Vertrauten des Königs, und den Schreiber des Feldhauptmanns,
einen Offizier im direkten Dienst des Oberbefehlshabers, der das Volk des
Landes musterte und zum Militärdienst einteilte, Diese sieben
repräsentierten die Zivilbevölkerung, und sechzig Männer aus dem Volk des
Landes, die in der Stadt gefunden wurden, entweder die Anführer der
Rebellion oder solche, die sich bei der Verteidigung der Stadt ausgezeichnet
hatten; V. 20. Und Nebusaradan,
der Oberste der Leibwache, nahm
sie und brachte sie zum König von Babel nach Ribla, wo Nebukadnezar noch
lagerte. V. 21. Und der König von Babel erschlug sie
wegen ihrer Beteiligung an der Rebellion und tötete sie in Ribla, im Lande Hamat,
der syrischen Provinz im äußersten Norden Palästinas. So wurde Juda aus seinem Land gefangen
weggeführt.
Dies war der Beginn der großen Gefangenschaft, mit der der alte Ruhm Judas
verblasste, denn es erlangte nie wieder seine Unabhängigkeit und Macht. Die
Zerstörung Jerusalems ist ein Vorbild für das letzte große Gericht, das über
die Welt kommen wird.
Gedalja Statthalter in Juda,
von Ismael ermordet (V. 22-30): V. 22. Und über
das Volk, das im Land Juda übriggeblieben war und das
Nebukadnezar, der König von Babylon, übriggelassen hatte, setzte er Gedalja, den Sohn Ahikams, des
Sohnes Schaphans, als Statthalter ein. Ahikam war unter Josia ein Mann
von Bedeutung gewesen und hatte einst, indem er sich auf die Seite Jeremias
stellte, dessen Leben gerettet (Jer. 26, 24). Offensichtlich war Gedalja in die Fußstapfen seines Vaters getreten, indem er
sich gegen die Politik Zedekias auf die Seite des Propheten stellte, und
deshalb erhob Nebukadnezar ihn nun in diese Vertrauensstellung und vertraute
ihm Jeremia an (Jer. 39, 14; 40, 6. V. 23. Und als alle Hauptleute der
Heere, sie und ihre Männer, die während der Flucht des Königs zerstreut und
verstreut worden waren und sich seitdem versteckt gehalten hatten, hörten,
dass der König von Babylon Gedalja
zum Statthalter, seinem eigenen Vertreter in der eroberten Provinz, eingesetzt
hatte, kamen sie zu Gedalja
nach Mizpa, der alten
befestigten Stadt wenige Meilen nordwestlich von Jerusalem, wo er sein
Hauptquartier eingerichtet hatte, nämlich Ismael, der Sohn Netanjas, und Johanan, der Sohn Kareachs,
und Seraja, der Sohn Tanhumeths,
der Netofatiter,
und Jaasanja, der Sohn des Maachatiters,
alle diese waren Mitglieder des Adels und einflussreiche Männer, sie und ihre
Männer. V. 24. Und Gedahja schwor ihnen und ihren
Männern, um sie zu beruhigen und sie bereit zu machen, die Oberhoheit des
Königs von Babylon anzuerkennen, und sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht,
Knechte der Chaldäer zu sein, euch der neuen Ordnung zu fügen und euch
bereitwillig zu unterwerfen. Bleibt in dem Land und dient dem König von Babel, so wird es euch
gut gehen. Dies zu tun, bedeutete nicht nur, sich dem
Unvermeidlichen zu fügen, sondern stand auch im Einklang mit der Politik, die
der Herr durch Jeremia empfohlen hatte.
V. 25. Aber es
geschah im siebten Monat, nur zwei Monate nach der Zerstörung Jerusalems, dass
Ismael, der Sohn Netanjas, der Enkel des
Staatssekretärs unter König Jojakim, Jer. 36, 12. 20,
der Sohn Elischamas, aus königlichem Geschlecht,
ein Nachkomme des Königshauses, aufgrund dessen er glaubte, Anspruch auf das
Amt des Statthalters zu haben, mit zehn Männern kam
und
erschlug Gedalja und die Juden und Chaldäer, die bei
ihm in Mizpa waren.
Dies war möglich, weil Gedalja die Warnung, die er
erhalten hatte, nicht beachtete und weil Ismael durch Baalis,
den König der Ammoniter, zu diesem Mord angestiftet wurde. Die Geschichte wird
ausführlicher von Jeremia erzählt, Jer. 41. V. 26. Und alles Volk, klein und
groß, ob mächtig und einflussreich oder nicht, und die Hauptleute des
Heeres machten sich auf und kamen,
nachdem sie eine Weile bei Bethlehem verweilt hatten, nach
Ägypten; denn sie fürchteten sich vor den Chaldäern.
Vgl. Jer. 42 und 43.
V. 27. Und es
geschah im 37. Jahr der
Gefangenschaft Jojachins, des Königs von Juda, im zwölften Monat, am 27. Tag des Monats,
das Datum wurde wegen der Bedeutung des Ereignisses mit großer Genauigkeit
notiert, dass Ewil-Merodach,
der Sohn Nebukadnezars, der König von Babel, in dem Jahr, als
er König wurde, das
Haupt Jojachins, des Königs von Juda,
aus dem Gefängnis erhob und ihn aus seiner Gefangenschaft mit ihrer
Verzweiflung und ihrem Elend befreite, 1.
Mose
40, 13. 20; V. 28. und er redete freundlich mit ihm und setzte seinen Thron
über den Thron der Könige, die mit ihm in Babel waren,
und schätzte ihn höher, gab ihm den Vorzug und
einen höheren Rang als den anderen. V. 29. und er
durfte
seine Gefängniskleidung ablegen, Jojachin erschien in den königlichen Gewändern, die seinem
Rang entsprachen; und er aß alle Tage seines Lebens täglich vor ihm, er
nahm an der Güte des Königs teil und erhielt eine Zuwendung, die es ihm
ermöglichte, Diener zu haben. V. 30. Und sein Unterhalt war ein ständiger Unterhalt, der ihm vom König
gegeben wurde, ein regelmäßiges
Einkommen, auf das er sich verlassen konnte, Tag
für Tag sein
ganzes
Leben. Dieser Vorfall war
ein günstiges Zeichen für die gefangenen Juden und erinnerte sie daran, dass
der Herr beabsichtigte, ihre Gefangenschaft zu beenden, wenn sie nur ihre
Sünden anerkennen und sich in wahrer Reue zu ihm bekehren würden. Er wies
auf den noch glorreicheren Tag hin, an dem der Herr den verheißenen Messias
senden würde.