Was Christen glauben

 

 

 

Kurze Darlegung der Kernaussagen der Bibel

gemäß dem evangelisch-lutherischen Bekenntnis

 

 

 

 

 

Zusammengestellt

 

von

 

Roland Sckerl

 

 

 

Durmersheim

 

2015

 

 

 

 

 

 

 

Von der Heiligen Schrift

    Evangelisch-lutherische Christen glauben und lehren, dass die Heilige Schrift Gottes Wort ist, weil die heiligen Menschen Gottes, die die Heilige Schrift geschrieben haben, nur das schrieben, was der Heilige Geist ihnen eingab, 2 Tim. 3,16; 2 Petr. 11, 21. Weil die Heilige Schrift Gottes Wort ist, so versteht es sich von selbst, dass sich in ihr keinerlei Irrtümer oder Widersprüche finden, dass sie vielmehr in allen ihren Teilen und Worten unverbrüchliche Wahrheit ist, auch in geschichtlichen, geographischen und andern natürlichen Dingen, Joh. 10, 35.

    Sie glauben und lehren ferner von der Heiligen Schrift, dass sie von Gott der christlichen Kirche zum Glaubensgrund gegeben, Eph. 2,20, und daher die einzige Quelle ist, aus der alle Lehre, die in der christlichen Kirche gelehrt wird, zu schöpfen ist, und somit auch die einzige Regel und Richtschnur, nach der alle Lehrer und Lehren zu beurteilen und zu richten sind.  (aus: Kurze Darlegung, 1.2.)

    Sie glauben und lehren auch, dass Gottes Wort nur recht verstanden werden kann, wenn die beiden Redeweisen Gottes recht unterschieden werden, Gesetz und Evangelium, Gottes Forderung und Strafdrohung und Gottes Gnade und Erbarmen in Christus.

2. Petr. 1,21; 2. Tim. 3,15-17; 1. Kor. 2,13; Gal. 1,7-9; Joh. 20,31; 2. Petr. 1,19; Psalm 119,105.130; 2. Tim. 2,15; Röm. 3,20; 1,16.

 

Von Gott

Evangelisch-lutherische Christen glauben und lehren, dass diejenige Kenntnis von Gott, die wir Menschen von Natur aus haben (aus der Schöpfung und unserem Gewissen), für die Erlösung ungenügend ist; dass sichere und rettende Erkenntnis Gottes nur durch die Heilige Schrift erlangt werden kann, in welcher Gott sich deutlich offenbart hat als die Heilige Dreieinigkeit, Gott Vater, Gott Sohn und Gott Heiliger Geist, drei gleichrangige Personen in einem Wesen, gleich gewaltig, gleich ewig, gleicher Majestät, weil jede Person das eine göttliche Wesen hat, Kol. 2,9; Matth. 28,19; von unermesslicher Macht, Weisheit und Güte, ein Schöpfer und Erhalter aller sichtbaren und unsichtbaren Dinge; und dass jeglicher andere Gott, der durch Menschen verehrt wird, ein Götze ist. Von allen Lehrern und Gemeinschaften, die den Artikel von der heiligen Dreieinigkeit leugnen, halten sie, dass diese außerhalb der christlichen Kirche stehen.

    Röm. 1,19-20; 2,14-15; 5. Mose 6,4; Matth. 28,19; Joh. 5,23; 1. Kor. 8,4-6.

 

Von der Schöpfung

    Evangelisch-lutherische Christen glauben und lehren, dass Gott Himmel und Erde geschaffen hat, und zwar in der Weise und in der Zeit, die in der Schrift und besonders 1. Mose 1 und 2 berichtet ist, nämlich durch Gottes allmächtiges Schöpferwort und in sechs Tagen. Sie verwerfen jede Lehre, wodurch das in der Schrift berichtete göttliche Schöpfungswerk ganz geleugnet oder doch eingeschränkt wird. Dies geschieht zu unserer Zeit von denen, die angeblich der menschlichen Wissenschaft zuliebe behaupten, dass die Welt auf dem Wege der Evolution entstanden sei, das ist, in mehr oder weniger ungeheuren Zeiträumen sich mehr oder weniger aus sich selbst entwickelt habe. (aus: Kurze Darlegung, 5.)

    1. Mose 1; 2; Joh. 1,3; Kol. 1,16-17; Hebr. 1,2.

 

Vom Menschen, von der Sünde und vom Gesetz

    Evangelisch-lutherische Christen glauben und lehren, dass Gott die ersten Menschen nach seinem eigenen Bilde geschaffen hat, 1 Mose 1, 26. 27; Eph. 4, 24; Kol. 3, 10, das ist, in wahrer Gotteserkenntnis und in rechtschaffener Gerechtigkeit und Heiligkeit, auch begabt mit wirklich wissenschaftlicher Naturerkenntnis, 1 Mose 2, 19 23.

    Durch den 1. Mose 3 berichteten Sündenfall der ersten Menschen ist die Sünde in die Welt gekommen und haben nicht nur die ersten Menschen, sondern auch alle ihre natürlichen Nachkommen die anerschaffene Weisheit, Gerechtigkeit und Heiligkeit verloren und sind nun in Sünden tot, zu allem Bösen geneigt (Erbsünde) und dem Zorne Gottes verfallen, Röm. 5, 12. 18; Eph. 2, 1 3, und haben daher keinerlei Möglichkeit, sich aus eigener Kraft aus der Sünde zu retten, sich mit Gott zu versöhnen, um Tod und ewige Verdammnis zu überwinden. (aus: Kurze Darlegung, 6.7)

1. Mose 2,7; 3,1-16; 1,27; 5,3; Psalm 53,3; Röm. 5,12; Psalm 143,2; Jes. 64,6.

Was richtig und falsch ist, kann nur im Hinblick auf Gottes heiliges Gesetz festgelegt werden. Jeglicher Gedanke, Wort oder Tat, die gegen Seinen Willen sind, sind falsch und damit Sünde. Jegliche Sünde, Erbsünde oder Tatsünde, ist Rebellion gegen Gott; die Sünde ist die Wurzel allen Übels in der Welt; und  jeder Mensch ist um der Sünde willen von seiner Geburt an dem Tod und der ewigen Verdammnis verfallen.

Gott hat sein Gesetz gegeben, erstens, um der groben Sünde mit Androhung der Strafe zu wehren; zweitens, und das ist sein Hauptamt, dass es die Erbsünde und ihre Sündenfrüchte und damit die abgrundtiefe Verdorbenheit des Sünders offenbar mache; drittens, damit der Christ den Willen Gottes erkenne, den er aus dem Evangelium tun will. Der Kern des Gesetzes ist Liebe von reinem Herzen, gutem Gewissen und ungefärbtem Glauben, 1. Tim. 1,5. (nach: Schmalk. Art., T. 3; Art. II.)

Hes. 18,30; Röm. 8,7; 1. Joh. 3,4; 1. Mose 8,21; Sach. 8,17; Röm. 6,23.

 

Von der Erlösung

Evangelisch-lutherische Christen glauben und lehren, dass Jesus Christus Gott-Mensch ist; dass er als Gottes Sohn von Ewigkeit her vom Vater geboren ist und in jeglicher Hinsicht eines Wesens mit dem Vater und dem Heiligen Geist; dass er als der Menschensohn in der Fülle der Zeit geboren wurde von einer Mutter, die noch Jungfrau war, Maria, und dass er vollkommen sündlos ist, aber sonst in jeder Hinsicht ein wahrer Mensch; wahrer Gott und wahrer Mensch in einer ungetrennten und unzertrennlichen Person; dass der das Gesetz Gottes für alle Menschen erfüllte und dann die Strafe bezahlte für die Schuld aller Menschen durch sein Leiden und Sterben am Kreuz; dass durch sein Opfer die Welt erlöst und Gott mit ihr versöhnt wurde; dass durch seine Höllenfahrt er seinen Triumph über seine Feinde zeigte und dass er durch seine Auferstehung von den Toten zum allgenugsamen Erlöser erklärt wurde; und dass er sichtbar zur Erde wiederkommen wird am Jüngsten Tag, um alle Menschen zu richten, die Lebenden und die Toten.

Joh. 1,1; Matth. 1,18-25; 1. Petr. 2,22; 2. Kor. 5,19; 1. Joh. 2,2; Kol. 2,15; Röm. 1,14; Apg. 10,42.

 

Von der Bekehrung

    Evangelisch-lutherische Christen glauben und lehren, dass die Bekehrung darin besteht, dass der Mensch, nachdem er sich aus dem Gesetz Gottes als einen verdammungswürdigen Sünder erkannt hat, zum Glauben an das Evangelium kommt, das ihm um Christi stellvertretender Genugtuung willen Vergebung der Sünden und die Seligkeit zusagt, Apg. 11, 21; Luk. 24, 46. 47; Apg. 26,18.

    Weil nach dem Sündenfall alle Menschen in Sünden tot, Eph. 2,1-3, und nur zum Bösen geneigt sind, 1 Mose 6, 5; 8, 21; Röm. 8, 7, und besonders das Evangelium von dem für die Sünden der Welt gekreuzigten Christus für eine Torheit halten, 1 Kor. 2,14, so ist der Glaube an das Evangelium oder die Bekehrung zu Gott weder ganz noch zum geringsten Teil ein Werk des Menschen, sondern ein Werk der göttlichen Gnade und Allmacht allein, Phil. 1, 29; Eph. 2,8; 1, 19;   Jer. 31, 18. (aus Kurze Darlegung, 10.11.)

2. Mose 11,19; Jer. 31,18; Joh. 1,12-13; Röm. 10,17; Apg. 11,21.

 

Vom rechtfertigenden Glauben

    Unter dem Glauben an Christus, durch den die Menschen der Vergebung der Sünden teilhaftig werden, verstehen evangelisch-lutherische Christen nicht menschliche Versuche, Gottes Gesetz nach dem Vorbilde Christi zu halten, auch nicht einen Akt des Gehorsams oder ein Werk des menschlichen Willens, sondern das Vertrauen des bußfertigen Sünders auf das Evangelium, das ist, dass wir vor Gott gerecht werden aus Gnaden durch den Glauben, wenn wir glauben, dass Christus für uns gelitten hat und dass uns um seinetwillen die Sünde vergeben, Gerechtigkeit und ewiges Leben bereitet sind; und dieser Glaube rechtfertigt, nicht insofern er ein menschliches Werk ist, sondern insofern er die dargebotene Gnade, das ist, die Vergebung der Sünden, ergreift, Röm. 4,16. Dieser Glaube kommt aber nicht aus menschlicher Vernunft oder Kraft, sondern wird gewirkt vom Heiligen Geist mittels des Evangeliums allein aus Gottes Gnade und Erbarmen. (nach: Augsb. Bek. IV.)

Jak. 2,19; Jes. 55,6-7; Mark. 1,15; Joh. 1,12.16; 1. Kor. 12,3; Röm. 10,17; Apg. 16,31; Joh. 3,36.

 

Vom Evangelium

    Evangelisch-lutherische Christen glauben und lehren, dass das Evangelium nichts anderes ist als die frohe Botschaft, dass Gott den Sünder gerecht spricht, das ist, ihm seine Sünden vergibt, allein aus Gnade oder Erbarmen, allein um Christi Verdienst willen, was der Sünder empfängt allein durch den Glauben als die Nehmehand des geistlichen Bettlers. Gott reicht uns dabei seine Gnade vor allem dar durch das mündliche Wort, das die Vergebung der Sünden in aller Welt predigt, das eigentliche Amt des Evangeliums; zweitens durch die Taufe; drittens durch das heilige Abendmahl und viertens durch den Zuspruch der Vergebung in der Absolution. (nach: Schmalk. Art., Teil 3, Art. IV.)

    Röm. 3,21-28; 4,4-25; Joh. 3,3-5; Tit. 3,4-7; 1. Kor. 11,23-32; Matth. 18,15-18.

 

Von der heiligen Taufe

Evangelisch-lutherische Christen glauben und lehren, dass das Sakrament der heiligen Taufe, das ist: Gottes Wort im Wasser, durch Jesus Christus als ein Gnadenmittel eingesetzt wurde, durch das der Heilige Geist Vergebung der Sünden und die Verheißung des ewigen Lebens zueignet; dass durch das Wort Gottes in der Taufe Säuglinge Kinder Gottes und Erwachsene ihrer Annahme durch den Glauben an Christus vergewissert werden; und dass die Taufe ausgeführt werden kann durch Besprengen, Begießen oder Untertauchen, so lange nur Wasser verwendet wird im Namen des dreieinigen Gottes gemäß Christi Befehl.

Matth. 28,19; Tit. 3,5; Mark. 10,14; 7,4 (vgl. die verschiedenen Bedeutungen des ursprünglichen Wortes ‚baptizein’, hier übersetzt als ‚waschen’); Mark. 16,16; Apg. 22,16.

Sie glauben und lehren ferner, dass wir die geistlichen Schätze der Taufe allein durch den Glauben haben und dass daher Taufe und Lehre (Unterweisung) zusammen gehören und dass der, der als Säugling getauft wurde, wenn er heranwächst, zu einer lebendigen Erkenntnis seiner Sünden und seiner Sündenverdorbenheit ohne Christus und zu einem persönlichen lebendigen Glauben an Jesus Christus als seinen Retter kommen muss, um diese Schätze auch weiter zu haben. Wer nicht mit Ernst Christ sein will, nicht mit Ernst Gottes Wort liest, betet und gegen die Sünde kämpft, der ist gewiss schon aus der Taufgnade gefallen und bedarf einer erneuten Bekehrung.

    Röm. 6,4-23.

 

Vom heiligen Abendmahl

Evangelisch-lutherische Christen glauben und lehren, dass im heiligen Abendmahl der Herr Jesus Christus, gemäß Seinem eigenen klaren Wort, uns Seinen wahren Leib und Sein wahres Blut zur Vergebung der Sünden gibt; dass die „Realpräsenz“ nicht beinhaltet, dass die irdischen Elemente irgendwie verändert würden, sei es durch Verwandlung (Transsubstantiation) oder Dabeisein (Konsubstantiation); dass vielmehr das Brot Brot und der Wein Wein bleiben; dass aber aufgrund der Einsetzungsworte Jesu dieses Brot Sein Leib und dieser Wein Sein Blut ist, so dass alle, die am Tisch des Herrn essen und trinken Seinen Leib und Sein Blut in, mit und unter Brot und Wein mündlich empfangen; dass solche, die glauben, es empfangen zur Stärkung ihres Glaubens, diejenigen aber, die nicht glauben, zu ihrer Verdammnis; und dass daher das Sakrament denen nicht gereicht werden darf, die nicht in der Lage sind, sich in ihrem christlichen Glauben selbst zu prüfen oder in öffentlicher Sünde beharren. Da es zugleich ein Zeichen der Gemeinschaft im Glauben und der Lehre ist, darf es auch denen nicht gereicht werden, die nicht in kirchlicher Gemeinschaft verbunden sind.

Matth. 26,26-28; Mark. 14,24; 1. Kor. 11,24-25.26-28; Matth. 7,6; 1. Kor. 11,29; 10,16-17.

 

Vom neuen Gehorsam oder dem neuen Leben in Christus

    Evangelisch-lutherische Christen glauben und lehren, dass der Glaube, wenn er recht ist, gute Früchte und damit gute Werke hervorbringt, denn er will aus Dankbarkeit und Liebe zu Gott das tun, was Gott will. Darum ist ihm das Gesetz keine Last mehr, sondern er liebt es, weil es ihm Gottes Willen kund macht, denn er lebt nun nicht mehr nach dem eigenen Willen, für eigene Ziele, Interessen, sondern lebt für Gott, dem er sich ganz übergeben, geweiht hat. (nach: Augsb. Bek. VI.)

    Röm. 12,1; 2. Kor. 5,14-15; Tit. 2,14; Hebr. 13,16.

 

Von der täglichen Buße oder Bekehrung und von der Beichte

    Evangelisch-lutherische Christen glauben und lehren, dass auch der wiedergeborene Christ weiterhin den „alten Menschen“, den Menschen der Sünde, noch bei sich hat und daher Gerechter und Sünder zugleich ist und deshalb in einem täglichen Kampf steht zwischen dem auf Christus gerichteten Geist und dem der Sünde dienen Fleisch, daher auch täglich die Lust zur Sünde und die bösen Begierden bekämpfen muss und dennoch noch oft fällt und darum täglich rechte Sündenerkenntnis, Leid über die Sünde (Reue), Umkehr zu Christus und seiner Gnade und Ergreifen der Vergebung Christi im Glauben und als Frucht Erneuerung des neuen Gehorsams benötigt. (siehe auch Augsb. Bek. XII.)

    Röm. 7,15-25; Gal. 5,16-24; Eph. 4,22.24.

    Um denjenigen, denen ihre Sünde besonders drückt, zu helfen, hat die Kirche aufgrund der ihr verliehenen Schlüsselvollmacht die Einrichtung der Privatbeichte geschaffen, damit der erweckte und der zerbrochene Sünder in Gegenwart seines Pastors oder eines Bruders/einer Schwester im Glauben Gott seine Sünden bekennt und dann die Lossprechung von den Sünden (Absolution) im Auftrag Christi zugesprochen bekommt und darauf gewiss ist, dass ihm seine Sünden auch im Himmel vergeben sind. (siehe auch Augsb. Bek. XI.)

    Matth. 18,15-18; Joh. 20,21-23.

 

Von der Kirche

Evangelisch-lutherische Christen glauben und lehren, dass die Kirche im eigentlichen Sinne nicht eine äußere Organisation ist, sondern die Gemeinschaft oder Versammlung aller Gläubigen, die von all denen gebildet wird, unabhängig von Denomination, Sprache oder Hautfarbe, die in ihrem Herzen an Jesus Christus als ihren Gott und Retter glauben. Diese Kirche wird überall da gefunden, wo das Evangelium von Christus rein gepredigt und die Sakramente gemäß des Evangeliums gereicht werden (Augsb. Bek. VII u. VIII); sie ist Gott bekannt, aber verborgen für den Menschen, da es den Menschen unmöglich ist festzustellen, wer von denjenigen, die angeben, Christen zu sein, den wahren Glauben in seinem Herzen hat; und dass kein Kirchenkörper das Recht hat von sich zu behaupten, die „allein seligmachende Kirche“ zu sein, außerhalb von der es keine Rettung gäbe.

Die äußere Versammlung der christlichen Kirche um Wort und Sakrament besteht aus denen, die den christlichen Glauben bekennen und Gottes Wort und Sakrament gebrauchen, unter denen es aber Heuchler gibt und solche Lehrer, die schriftwidrige Lehre bringen. Es die Pflicht eines jeden ernsthaft Gläubigen, sich demjenigen Kirchenkörper anzuschließen, der die Bibel vollständig und rein lehrt und geistliche Gemeinschaft mit denjenigen zu meiden, die von Gottes Wort abweichen.

Joh. 18,36; Eph. 1,22-23; Jes. 55,10.11; Luk. 17,20-21; 2. Tim. 2,19; Matth. 13,47-48; 15,9; Röm. 16,17; 2. Thess. 3,6.14; 2. Kor. 6,14-18.

 

Vom Priestertum aller Gläubigen und dem heiligen Predigtamt

    Evangelisch-lutherische Christen glauben und lehren, dass Gott die gesamte Vollmacht oder Schlüsselgewalt seiner Kirche nicht nur einzelnen Personen oder einem Stand in der Kirche gegeben hat, sondern jedem Gläubigen, allen, die den Heiligen Geist haben.

    Sie glauben und lehren ferner, dass Christus zur öffentlichen Verwaltung dieser Vollmacht das heilige Predigtamt oder den Dienst des Wortes und der Sakramente im Auftrag einer christlichen Gemeinde geordnet hat, weil es der Wille Gottes ist, dass die Christen nicht nur für sich die Gnadenmittel verwenden, sondern sie gemeinsam zur gegenseitigen Erbauung (Gemeinde) wie zur Mission und Evangelisation verwalten und sie dafür Diener an Wort und Sakrament berufen, die keine andere Gewalt haben als die Gewalt des Wortes Gottes, 1. Petr. 4,11. Die Berufung durch die Gemeinde und nicht die nachfolgende Handlung der Ordination (die kirchliche, aber nicht göttliche Ordnung ist) macht zum Prediger; die Ordination selbst teilt keine besonderen Gaben mit. In diesen Dienst an Wort und Sakrament dürfen Frauen nicht berufen werden; ihr Auftrag ist der Dienst an Kindern und anderen Frauen.

    Matth. 18,15-18; Joh. 20,21-23; 1. Petr. 2,9. – Apg. 20,28; 14,23; Eph. 4,11; Tit. 1,5; 2. Tim. 2,2.

 

Von Christi Wiederkunft, dem Weltgericht und dem ewigen Leben

Evangelisch-lutherische Christen glauben und lehren, dass am Jüngsten Tag Christus mit seiner himmlischen Engelschar sichtbar wiederkommen wird und die Körper aller Menschen, die getrennt sind von ihrer Seele, auferweckt und mit ihrer Seele vereint werden; dass in dem folgenden Gericht durch Christus, das alle Menschen einschließen wird, der bestimmende Faktor nicht Moral, sondern der Glaube an Christi Erlösungswerk sein wird; dass alle Gläubigen wie Christus auffahren werden, um mit Gott für immer im Himmel (in der Gottesgemeinschaft) zu leben, während alle Ungläubigen zur ewigen Strafe in die Hölle (die Gottesferne, Qual und Pein ohne Ende) geschickt werden.

Joh. 5,28-29; Apg. 10,42; 1. Kor. 15,51-52; Röm. 8,18; Matth. 10,28; Jes. 66,24.

 

(Dieses Heft wurde zum Teil in Anlehnung an What Lutherans believe der Evangelical Lutheran Church of England zusammengestellt.)

 

Augsb. Bek. = Augsburger Bekenntnis von 1530

Kurze Darlegung = Kurze Darlegung der Lehrstellung der Evangelisch-Lutherischen Synode von Missouri, Ohio und anderen Staaten. 1932.

Schmalk. Art. = Schmalkaldische Artikel von 1537.