MARTIN LUTHERS KLEINER KATECHISMUS ERKLÄRT

I. ENCHIRIDION.. 5

II. DIE AUSLEGUNG DES KATECHISMUS IN FRAGE UND ANTWORT. 27

EINLEITENDE FRAGEN.. 27

I. VOM KATECHISMUS. 28

II. VON DER HEILIGEN SCHRIFT. 28

III. DER KATECHISMUS ERKLAERT. 41

ERSTES HAUPTSTUECK: 41

VON DEN ZEHN GEBOTEN ODER DEM GESETZ. 42

Vom Gesetz im Allgemeinen. 42

Von der ersten Tafel der heiligen Zehn Gebote im Allgemeinen. 47

Das erste Gebot 48

Das zweite Gebot 55

Vom Eid. 58

Das dritte Gebot 67

Von der zweiten Tafel der heiligen Zehn Gebote. 79

Das vierte Gebot 81

Das fünfte Gebot 88

Das sechste Gebot 95

Das siebente Gebot 102

Das achte Gebot 108

Das neunte Gebot 114

Von der angeborenen und der wirkenden Lust 116

Das zehnte Gebot 118

Der Schluss der Gebote. 121

Von der Erfüllung des Gesetzes. 124

Vom Gebrauch des Gesetzes. 127

Von der Sünde. 128

Von den guten Werken. 144

ZWEITES HAUPTSTÜCK: 151

VOM GLAUBENSBEKENNTNIS ODER DEM EVANGELIUM... 151

Vom Unterschied zwischen Gesetz und Evangelium.. 155

VOM APOSTOLISCHEN GLAUBENSBEKENNTNIS. 160

Von Gott 161

Von der Erkenntnis Gottes. 166

Von der Dreieinigkeit Gottes. 168

Von dem ersten Artikel des Apostolischen Glaubensbekenntnisses. 174

Von der Schöpfung. 178

Von den Engeln. 182

Von dem Ebenbild Gottes im Menschen. 189

Von der Vorsehung oder Erhaltung der Kreaturen. 193

Von dem zweiten Artikel des Glaubensbekenntnisses. 197

I. Von Christi Person. 198

Von den beiden Naturen Jesu Christi 198

Von der persönlichen Vereinigung der Naturen in der einen Person Jesu Christi 210

Von der Mitteilung der Eigenschaften. 211

Von der ersten Art 212

Von der zweiten Art 213

Von der dritten Art 216

II. Von dem Amte Christi 218

Das prophetische Amt Jesu Christi 218

Das hohepriesterliche Amt Jesu Christi 221

Das königliche Amt Jesu Christi 224

Vom Stand der Erniedrigung. 227

Vom Stand der Erhöhung. 232

Vom Jüngsten Gericht 237

Vom Erlösungswerk Christi 248

Von dem dritten Artikel des Glaubensbekenntnisses. 251

I. Vom Heiligen Geist 252

Vom Vermögen des freien Willens. 259

Von der Heils- oder Gnadenordnung. 264

Von der Berufung. 264

Von der Erleuchtung. 268

Von der Wiedergeburt und Bekehrung. 269

Von der Rechtfertigung und Heilsgewissheit 274

Von der Einwohnung des dreieinigen Gottes im Gläubigen. 274

Von der Bewahrung oder Erhaltung zum ewigen Leben. 275

Von der Heiligung im eigentlichen Sinne. 275

Vom Kreuz im Christenleben. 280

II. Von der christlichen Kirche. 285

III. Von der Rechtfertigung und vom Glauben. 299

IV. Von der Auferstehung des Fleisches. 307

V. Vom ewigen Leben. 312

VI. Von der Wahl zum ewigen Leben (Gnadenwahl) 318

VII. Von der Hölle. 327

DRITTES HAUPTSTÜCK: 331

VOM GEBET DES HERRN.. 331

I. Vom Gebet im Allgemeinen. 332

Vom Gebet im Allgemeinen (Fortsetzung) 338

II. Von dem Gebet des Herrn besonders und dessen einzelnen Stücken. 348

Von der ersten Bitte. 351

Von der zweiten Bitte. 352

Von der dritten Bitte. 355

Von der vierten Bitte. 358

Von der fünften Bitte. 362

Von der sechsten Bitte. 365

Von der siebten Bitte. 368

Von dem Schluss des heiligen Vaterunsers. 372

DAS VIERTE HAUPTSTÜCK: 375

VON DEN SAKRAMENTEN IM ALLGEMEINEN UND VON DER HEILIGEN TAUFE IM BESONDEREN   376

Von den Sakramenten im Allgemeinen. 376

Von der heiligen Taufe. 382

Vom Wesen der Taufe. 382

Von der wirkenden Ursache oder dem Urheber der Taufe. 383

Von der dienenden Ursache der Taufe, das ist von der Person, welche die Taufhandlung verrichtet 384

Woraus die heilige Taufe besteht 385

Von der wesentlichen Form der heiligen Taufe. 385

Von der Wirkung der heiligen Taufe. 387

Vom Endzweck oder der Bedeutung der Taufe. 393

Von den Täuflingen, besonders: Von der Kindertaufe. 395

Von den Nebenumständen der heiligen Taufe. 401

DAS FÜNFTE HAUPTSTÜCK: 402

VOM AMT DER SCHLÜSSEL UND VON DER BEICHTE. 402

Vom heiligen Predigtamt oder Amt des Wortes. 404

Vom Bann, der Beichte und der Absolution. 411

DAS SECHSTE HAUPTSTÜCK: 420

VOM HEILIGEN ABENDMAHL. 420

Von der wirkenden Ursache oder dem Stifter des heiligen Abendmahl 422

Von den den Stücken, daraus das Abendmahl besteht 423

Von den irdischen Elementen des heiligen Abendmahls. 423

I. Vom Brot 423

II. Vom Wein. 426

Von den unsichtbaren himmlischen Dingen des heiligen Abendmahls und von der sakramentlichen Vereinigung. 426

Von dem Wesen des heiligen Abendmahls. 432

Von der Transsubstantiation, das ist Wesenswandlung. 436

Von dem Endzweck, Gebrauch und Nutzen des heiligen Abendmahls. 437

Vom Essen der Unwürdigen. 440

Von der Verstümmelung des heiligen Abendmahls und der Kommunion der Laien unter einerlei Gestalt 443

Von denen, welche zum heiligen Abendmahl zugelassen werden sollen, und anderen Nebenumständen desselben  445

Anhang I: Überblick über die Bekenntnisschriften der evangelisch-lutherischen Kirche. 449

Anhang II: Kurze Übersicht über die Unterscheidungslehren. 455

1. Die römisch-katholische Kirche. 456

2. Die reformierten Kirchen. 458

3. Die methodistischen Kirchen. 459

4. Die Baptisten. 459

5. Die Brüdergemeinden. 460

6. Die Freien evangelischen Gemeinden (FeG) 461

7. Die Evangelikalen. 462

8. Die Pfingstler und Charismatiker 462

9. Der Fundamentalismus. 463

10. Die Adventisten. 464

11. Die Neuapostolischen. 465

12. Die Mormonen. 465

13. Die Zeugen Jehovas. 466

Anhang III: Hilfen für ein missionarisches Gespräch eines Christen mit einem Moslem.. 467

Anhang IV: Übersicht über das Kirchenjahr. 472

Anhang V: Der evangelisch-lutherische Hauptgottesdienst 477

. 483

 

K L E I N E R K A T E C H I S M U S,

in

Frage und Antwort

gründlich ausgelegt

Auf der Grundlage des

ausgelegten Katechismus

von Dr. Johann Conrad Dietrich,

mit Zusätzen aus dem erweiterten

Dietrich’schen Katechismus der

Missouri-Synode und einiger

anderer Katechismen.

Gekürzte Fassung

Durmersheim

2010

Vorwort

Dieser Kleine Katechismus mit Fragen und Antworten gründlich erklärt hat zur Grundlage den Kleinen Katechismus von Dr. Martin Luther, dessen Text in den eingerahmten Teilen zu finden ist. Die Auslegung selbst umfasst den Auslegungskatechismus von Dr. Johann Conrad Dietrich, der im 17. Jahrhundert Superintendent in der damaligen Freien Reichsstadt Ulm war, und zwar dessen Fragen und Antworten, ergänzt durch die Erweiterungen, die dieser Katechismus in der Evangelisch-Lutherischen Synode von Missouri empfangen hat, sowie durch Zusätze aus anderen Katechismen, etwa dem Herforder und demjenigen von Michael Walther.

Der Katechismus soll dazu dienen, dass gerade in dieser letzten Zeit, in der die Gemeinde Jesu Christi durch vielerlei falsche Lehre verwirrt wird, Gottes reine und unverfälschte Lehre in kurzer, prägnanter Weise, belegt durch Worte der Heiligen Schrift, dargelegt wird. Er soll dazu helfen in der Unterweisung in der Familie und in der Schule sowie der Christenlehre. Der erste Schritt, vielleicht im Alter von 2 oder 2 ½ bis 5, sollten die Hauptstücke selbst sein, die im Enchiridion in Fettdruck erscheinen, also die zehn Gebote, das Glaubensbekenntnis, das Vaterunser und bei den drei folgenden Hauptstücken die Bibelverse. Von etwa 5 bis 7 oder 8 Jahren können dann auch die Erklärungen aus Luthers Katechismus dazugenommen werden. Dann, bis etwa 12 Jahren, diejenigen Teile aus den Erklärungen, die sich unmittelbar aus dem Wortlaut des Katechismus ergeben („Zergliederungskatechismus“, mit + gekennzeichnet); danach dann die weiteren Erklärungen. Die mit * bezeichneten Fragen stellen den Grundstock dar, der auf jeden Fall in der katechetischen Unterweisung behandelt werden sollte. Die mit * bezeichneten Verse sind diejenigen, die im Laufe der Zeit auswendig gelernt werden sollten. Der Katechismus ist in seiner Gesamtlänge gedacht für den Unterricht in den mittleren Klassen. In den späteren Jahren und im Konfirmandenunterricht kann er in Verbindung mit dem Lehrbuch „Bleibet an Jesu Rede“ verwendet werden. Die Nummern der Fragen in Klammern sind die Nummern der Ausgabe mit der ungekürzten Wiedergabe aller Fragen des Dietrich’schen Katechismus.

Der Herausgeber

(Roland Sckerl)

I. ENCHIRIDION

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Der Kleine Katechismus

für die

gewöhnlichen Pfarrer und Prediger

durch

D. Martin Luther

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D. Martin Luther allen treuen, frommen Pfarrer und Predigern Gnade, Barmherzigkeit und Friede in Christus JEsus, unserm HErrn!

Diesen Katechismus oder christliche Lehre in solche kleine, schlichte, einfältige Form zu stellen, hat mich gezwungen und gedrungen die klägliche, elende Not, so ich neulich erfahren habe, da ich auch ein Visitator war. Hilf, lieber Gott, wie manchen Jammer habe ich gesehen, daß der gemeine Mann doch so gar nichts weiß von der christlichen Lehre, sonderlich auf den Dörfern, und leider viel Pfarrherren fast ungeschickt und untüchtig sind zu lehren, und sollen doch alle Christen heißen, getauft sein und der heiligen Sakramente genießen, können weder Vaterunser noch den Glauben oder die zehn Gebote, leben dahin wie das liebe Vieh und unvernünftige Säue und, nun das Evangelium gekommen ist, dennoch fein gelernet haben, alle Freiheit meisterlich zu mißbrauchen.

O ihr Bischöfe! was wollt ihr doch Christo immermehr antworten, daß ihr das Volk so schändlich habt lassen dahingehen und euer Amt nicht einen Augenblick je erwiesen? Daß euch alles Unglück fliehe! Verbietet einerlei Gestalt und treibet auf eure Menschengesetze, fraget aber dieweil nichts danach, ob sie das Vaterunser, Glauben, zehn Gebote oder einiges Gotteswort kennen. Ach und Weh über euren Hals ewiglich!

Darum bitte ich um Gottes willen euch alle, meine lieben Herren und Brüder, so Pfarrherren und Prediger sind, wollet euch eures Amts von Herzen annehmen und euch erbarmen über euer Volk, das euch befohlen ist, und uns helfen den Katechismus in die Leute, sonderlich in das junge Volk, bringen; und welche es nicht besser vermögen, diese Tafel und Form vor sich nehmen und dem Volke von Wort zu Wort vorbilden, nämlich also:

Aufs erste: Daß der Prediger vor allen Dingen sich hüte und meide mancherlei oder anderlei Text und Form der zehn Gebote, Glauben, Vaterunser, der Sakramente usw., sondern nehme einerlei Form vor sich, darauf er bleibe und dieselbige immer treibe, ein Jahr wie das andere; denn das junge und alberne Volk muß man mit einerlei gewissem Text und Form lehren, sonst werden sie gar leicht irre, wenn man heute so und über ein Jahr anders lehret, als wollte man's bessern, und wird damit alle Mühe und Arbeit verloren.

Das haben die lieben Väter auch wohl gesehen, die das Vaterunser, Glauben, zehn Gebote alle auf eine Weise haben gebraucht. Darum sollen wir auch bei dem jungen und einfältigen Volk solche Stücke also lehren, daß wir nicht eine Silbe verrücken oder ein Jahr anders als das andere vorhalten oder vorsprechen. Darum erwähle dir, welche Form du willst, und bleibe dabei ewiglich. Wenn du aber bei den Gelehrten und Verständigen predigest, so magst du deine Kunst beweisen und diese Stücke so buntkraus machen und so meisterlich drehen wie du kannst. Aber bei dem jungen Volke bleibe auf einer gewissen, ewigen Form und Weise und lehre sie für das allererste die Stücke, nämlich die zehn Gebote, Glauben, Vaterunser usw. nach dem Text hin, von Wort zu Wort, daß sie es auch so nachsagen und auswendig lernen.

Welche es aber nicht lernen wollen, daß man denselbigen sage, wie sie Christum verleugnen und keine Christen sind, sollen auch nicht zum Sakrament gelassen werden, kein Kind aus der Taufe heben, auch kein Stück der christlichen Freiheit gebrauchen, sondern schlicht dem Papst und seinen Offizialen, dazu dem Teufel selbst heimgeweiset sein. Dazu sollen ihnen die Eltern und Hausherren Essen und Trinken versagen und ihnen anzeigen, daß solche rohe Leute der Fürst aus dem Lande jagen wolle usw.

Denn wiewohl man niemand zwingen kann noch soll zum Glauben, so soll man doch den Haufen dahin halten und treiben, daß sie wissen, was Recht und Unrecht ist bei denen, bei welchen sie wohnen, sich nähren und leben wollen. Denn wer in einer Stadt wohnen will, der soll das Stadtrecht wissen und halten, des er genießen will, Gott gebe, er glaube oder sei im Herzen für sich ein Schalk oder Bube.

Zum andern: Wenn sie den Text wohl können, so lehre sie denn hernach auch den Verstand, daß sie wissen, was es gesagt sei. Und nimm abermals vor dich dieser Tafeln Weise oder sonst eine kurze einige Weise, welche du willst, und bleibe dabei und verrücke sie mit keiner Silbe, gleichwie vom Text jetzt gesagt ist, und nimm dir die Weile dazu, denn es ist nicht not, daß du alle Stücke auf einmal vornehmest, sondern eins nach dem andern. Wenn sie das erste Gebot zuvor wohl verstehen, danach nimm das andere vor dich, und so fort. Sonst werden sie überschüttet, daß sie keins wohl behalten.

Zum dritten: Wenn du sie nun solchen kurzen Katechismus gelehret hast, alsdann nimm den Großen Katechismus vor dich und gib ihnen auch reichern und weitern Verstand; daselbst streich ein jeglich Gebot, Bitte und Stück aus mit seinen mancherlei Werken, Nutz, Frommen, Fahr und Schaden, wie du das alles reichlich findest in so vielen Büchern, davon gemacht, und insonderheit treibe das Gebot und Stück am meisten, das bei deinem Volk am meisten Not leidet. Wie: das siebente Gebot, vom Stehlen, mußt du bei den Handwerkern, Händlern, ja auch bei Bauern und Gesinde heftig treiben, denn bei solchen Leuten ist allerlei Untreue und Dieberei groß. Ebenso, das vierte Gebot mußt du bei den Kindern und gemeinem Mann wohl treiben, daß sie still, treu, gehorsam, friedsam seien, und immer viel Exempel aus der Schrift, da Gott solche Leute gestraft und gesegnet hat, einführen. Insonderheit treibe auch daselbst die Obrigkeit und Eltern, daß sie wohl regieren und Kinder ziehen zur Schule, mit Anreizung, wie sie solches zu tun schuldig sind, und wo sie es nicht tun, welch eine verfluchte Sünde sie tun; denn sie stürzen und verwüsten damit beide, Gottes und der Welt Reich, als die ärgsten Feinde beide, Gottes und der Menschen. Und streiche wohl aus, was für greulichen Schaden sie tun, wo sie nicht helfen, Kinder ziehen zu Pfarrern, Predigern, Schreibern usw., daß Gott sie schrecklich darum strafen wird. Denn es ist hie not zu predigen; die Eltern und Obrigkeit sündigen jetzt hierin, daß nicht zu sagen ist; der Teufel hat auch ein Grausames damit im Sinne.

Zuletzt: Weil nun die Tyrannei des Papsts ab ist, so wollen sie nicht mehr zum Sakrament gehen und verachten's. Hier ist aber not zu treiben, doch mit diesem Bescheid: wir sollen niemand zum Glauben oder Sakrament zwingen, auch kein Gesetz, noch Zeit, noch Stätte bestimmen, aber also predigen, daß sie sich selbst, ohne unser Gesetz, dringen und gleichsam uns Pfarrer zwingen, das Sakrament zu reichen, welches tut man also, daß man ihnen sagt: wer das Sakrament nicht sucht noch begehret zum wenigsten einmal oder viermal des Jahres, da ist zu besorgen, daß er das Sakrament verachte und kein Christ sei, gleichwie der kein Christ ist, der das Evangelium nicht glaubet oder höret. Denn Christus spricht nicht: Solches lasset, oder: Solches verachtet, sondern: "Solches tut, sooft ihr's trinket" usw. Er will es wahrlich getan und nicht allerdinge gelassen und verachtet haben. "Solches tut", spricht er.

Wer aber das Sakrament nicht groß achtet, das ist ein Zeichen, daß er keine Sünde, kein Fleisch, keinen Teufel, keine Welt, keinen Tod, keine Fahr, keine Hölle hat; das ist, er glaubet der keines, ob er wohl bis über die Ohren darin steckt, und ist zwiefältig des Teufels. Wiederum, so bedarf er auch keine Gnade, Leben, Paradies, Himmelreich, Christus, Gottes noch einiges Gutes; denn wo er glaubte, daß er so viel Böses hätte und so viel Gutes bedürfte, so würde er das Sakrament nicht so lassen, darin solchem Übel geholfen und so viel Gutes gegeben wird. Man müßte ihn auch mit keinem Gesetz zum Sakrament zwingen, sondern er würde selbst gelaufen und gerannt kommen, sich selbst zwigen und dich treiben, daß du ihm müssest das Sakrament geben.

Darum darfst du hier kein Gesetz stellen, wie der Papst; streich nur wohl aus den Nutz und Schaden, Not und Frommen, Fahr und Heil in diesem Sakrament, so werden sie selbst wohl kommen, ohne dein Zwingen. Kommen sie aber nicht, so laß sie fahren und sage ihnen, daß sie des Teufels sind, die ihre große Not und Gottes gnädige Hilfe nicht achten noch fühlen. Wenn du aber solches nicht treibest oder machst ein Gesetz oder Gift daraus, so ist es deine Schuld, daß sie das Sakrament verachten. Wie sollen sie nicht faul sein, wenn du schläfest und schweigest?

Darum siehe darauf, Pfarrer und Prediger, unser Amt ist nun ein ander Ding worden, als es unter dem Papst war; es ist nun ernst und heilsam worden; darum hat es es nun viel mehr Mühe und Arbeit, Gefahr und Anfechtung, dazu wenig Lohn und Dank in der Welt. Christus aber will unser Lohn selbst sein, so wir treulich arbeiten. Das helf uns der Vater aller Gnaden! Dem sei Lob und Dank in Ewigkeit durch Christum, unsern HErrn! Amen.

DIE ZEHN GEBOTE

wie sie ein Hausvater seinem Hause einfältig vorhalten soll.

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Das erste Gebot.

Ich bin der HERR, dein Gott. Du sollst keine anderen Götter haben neben mir.

Was ist das? Antwort:

Wir sollen Gott über alle Dinge fürchten, lieben und vertrauen.

Das zweite Gebot.

Du sollst den Namen deines Gottes nicht unnütz führen.

Was ist das? Antwort:

Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir bei seinem Namen nicht fluchen, schwören, zaubern, lügen oder trügen, sondern denselben in allen Nöten anrufen, beten, loben und danken.

Das dritte Gebot.

Du sollst den Feiertag heiligen.

Was ist das? Antwort:

Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir die Predigt und sein Wort nicht verachten, sondern dasselbe heilig halten, gerne hören und lernen.

Das vierte Gebot.

Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren, auf daß dir's wohlgehe und du lange lebest auf Erden.

Was ist das? Antwort:

Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unsere Eltern und Herren nicht verachten noch erzürnen, sondern sie in Ehren halten, ihnen dienen, gehorchen, sie lieb und wert haben.

Das fünfte Gebot.

Du sollst nicht töten.

Was ist das? Antwort:

Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unserm Nächsten an seinem Leibe keinen Schaden noch Leid tun, sondern ihm helfen und fördern in allen Leibesnöten.

Das sechste Gebot.

Du sollst nicht ehebrechen.

Was ist das? Antwort:

Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir keusch und züchtig leben in Worten und Werken und ein jeglicher sein Gemahl liebe und ehre.

Das siebente Gebot.

Du sollst nicht stehlen.

Was ist das? Antwort:

Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unsers Nächsten Geld oder Gut nicht nehmen noch mit falscher Ware oder Handel an uns bringen, sondern ihm sein Gut und Nahrung helfen bessern und behüten.

Das achte Gebot.

Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten.

Was ist das? Antwort:

Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unsern Nächsten nicht fälschlich belügen, verraten, nachreden oder bösen Leumund machen, sondern sollen ihn entschuldigen, Gutes von ihm reden und alles zum besten kehren.

Das neunte Gebot.

Du sollst nicht begehren deines Nächsten Haus.

Was ist das? Antwort:

Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unserm Nächsten nicht mit List nach seinem Erbe oder Hause stehen noch mit einem Schein des Rechts an uns bringen, sondern ihm dasselbe zu behalten förderlich und dienstlich sein.

Das zehnte Gebot.

Du sollst nicht begehren deines Nächsten Frau, Knecht, Magd, Vieh oder alles, was sein ist.

Was ist das? Antwort:

Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unserm Nächsten nicht seine Frau, Mitarbeiter oder Vieh abspannen, abdringen oder abwendig machen, sondern dieselben anhalten, daß sie bleiben und tun, was sie schuldig sind.

Was sagt nun Gott von diesen Geboten allen? Antwort:

Er sagt also: Ich, der HERR, dein Gott, bin ein starker, eifriger Gott, der über die, so mich hassen, die Sünde der Väter heimsucht an den Kindern bis ins dritte und vierte Glied; aber denen, so mich lieben und meine Gebote halten, tue ich wohl in tausend Glied.

Was ist das? Antwort:

Gott drohet zu strafen alle, die diese Gebote übertreten; darum sollen wir uns fürchten vor seinem Zorn und nicht gegen solche Gebote tun. Er verheißet aber Gnade und alles Gute allen, die solche Gebote halten; darum sollen wir ihn auch lieben und vertrauen und gerne tun nach seinen Geboten.

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DER GLAUBE,

wie ein Hausvater denselben seinem Hause aufs einfältigste vorhalten soll.

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Der erste Artikel.

Von der Schöpfung.

Ich glaube an Gott den Vater, den Allmächtigen, Schöpfer Himmels und der Erden.

Was ist das? Antwort:

Ich glaube, daß mich Gott geschaffen hat samt allen Kreaturen, mir Leib und Seele, Augen, Ohren und alle Glieder, Vernunft und alle Sinne gegeben hat und noch erhält; dazu Kleider und Schuh', Essen und Trinken, Haus und Hof, Frau und Kind, Äcker, Vieh und alle Güter; mit aller Notdurft und Nahrung des Leibes und Lebens reichlich und täglich versorget, vor aller Gefahr beschirmet und vor allem Übel behütet und bewahret; und das alles aus lauter väterlicher, göttlicher Güte und Barmherzigkeit, ohne alle mein Verdienst und Würdigkeit. Des alles ich ihm zu danken, zu loben und dafür zu dienen und gehorsam zu sein schuldig bin. Das ist gewißlich wahr.

Der andere Artikel.

Von der Erlösung.

Und an JEsus Christus, seinen einigen Sohn, unsern HErrn, der empfangen ist von dem Heiligen Geist, geboren aus Maria, der Jungfrau, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuziget, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage wieder auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel, sitzend zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters, von dannen er kommen wird, zu richten die Lebendigen und die Toten.

Was ist das? Antwort:

Ich glaube, daß JEsus Christus, wahrhaftiger Gott, vom Vater in Ewigkeit geboren, und auch wahrhaftiger Mensch, von der Jungfrau Maria geboren, sei mein HErr, der mich verlornen und verdammten Menschen erlöset hat, erworben und gewonnen von allen Sünden, vom Tode und von der Gewalt des Teufels, nicht mit Gold oder Silber, sondern mit seinem heiligen, teuren Blut und mit seinem unschuldigen Leiden und Sterben, auf daß ich sein eigen sei und in seinem Reich unter ihm lebe und ihm diene in ewiger Gerechtigkeit, Unschuld und Seligkeit, gleichwie er ist auferstanden vom Tode, lebet und regieret in Ewigkeit. Das ist gewißlich wahr.

Der dritte Artikel.

Von der Heiligung.

Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.

Was ist das? Antwort:

Ich glaube, daß ich nicht aus eigener Vernunft noch Kraft an JEsus Christus, meinen HErrn, glauben oder zu ihm kommen kann; sondern der Heilige Geist hat mich durch das Evangelium berufen, mit seinen Gaben erleuchtet, im rechten Glauben geheiliget und erhalten; gleichwie er die ganze Christenheit auf Erden berufet, sammelt, erleuchtet, heiliget und bei JEsus Christus erhält im rechten einigen Glauben; in welcher Christenheit er mir und allen Gläubigen täglich alle Sünden reichlich vergibt und am Jüngsten Tage mich und alle Toten auferwecken wird und mir samt allen Gläubigen in Christus ein ewiges Leben geben wird. Das ist gewißlich wahr.

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DAS VATERUNSER,

wie ein Hausvater dasselbe seinem Hause aufs einfältigste vorhalten soll.

Vater unser, der du bist im Himmel.

Was ist das? Antwort:

Gott will uns damit locken, daß wir glauben sollen, er sei unser rechter Vater und wir seine rechten Kinder, auf daß wir getrost und mit aller Zuversicht ihn bitten sollen wie die lieben Kinder ihren lieben Vater.

Die erste Bitte.

Geheiliget werde dein Name.

Was ist das? Antwort:

Gottes Name ist zwar an sich selbst heilig; aber wir bitten in diesem Gebet, daß er auch bei uns heilig werde.

Wie geschieht das? Antwort:

Wo das Wort Gottes lauter und rein gelehret wird, und wir auch heilig, als die Kinder Gottes danach leben. Das hilf uns,lieber Vater im Himmel! Wer aber anders lehret und lebet, denn das Wort Gottes lehret, der entheiliget unter uns den Namen Gottes. Da behüte uns vor, lieber himmlischer Vater!

Die andere Bitte.

Dein Reich komme.

Was ist das? Antwort:

Gottes Reich kommt wohl ohne unser Gebot, von sich selbst; aber wir bitten in diesem Gebet, daß es auch zu uns komme.

Wie geschieht das? Antwort:

Wenn der himmlische Vater uns seinen Heiligen Geist gibt, daß wir seinem heiligen Wort durch seine Gnade glauben und göttlich leben, hier zeitlich und dort ewiglich.

Die dritte Bitte.

Dein Wille geschehe, wie im Himmel, also auch auf Erden.

Was ist das? Antwort:

Gottes guter, gnädiger Wille geschieht wohl ohne unser Gebet; aber wir bitten in diesem Gebet, daß er auch bei uns geschehe.

Wie geschieht das? Antwort:

Wenn Gott allen bösen Rat und Willen bricht und hindert, so uns den Namen Gottes nicht heiligen und sein Reich nicht kommen lassen wollen, als da ist des Teufels, der Welt und unsers Fleisches Wille, sondern stärket und behält und fest in seinem Wort und Glauben bis an unser Ende. Das ist sein gnädiger und guter Wille.

Die vierte Bitte.

Unser täglich Brot gib uns heute.

Was ist das? Antwort:

Gott gibt täglich Brot, auch wohl ohne unsere Bitte, allen bösen Menschen; aber wir bitten in diesem Gebet, daß er's uns erkennen lasse, und mit Danksagung empfangen unser täglich Brot.

Was heißt denn täglich Brot? Antwort:

Alles, was zur Leibesnahrung und -notdurft gehört, als Essen, Trinken, Kleider, Schuh', Haus, Hof, Acker, Vieh, Geld, Gut, fromm Gemahl, fromme Kinder, fromm Mitarbeiter, fromme und getreue Oberherren, gute Regierung, gut Wetter, Friede, Gesundheit, Zucht, Ehre, gute Freunde, getreue Nachbarn und desgleichen.

Die fünfte Bitte.

Und vergib uns unsere Schuld, wie wir vergeben unsern Schuldigern.

Was ist das? Antwort:

Wir bitten in diesem Gebet, daß der Vater im Himmel nicht ansehen wolle unsere Sünden und um derselben willen solche Bitte nicht versagen; denn wir sind der keines wert, das wir bitten, haben's auch nicht verdienet, sondern er wolle es uns alles aus Gnaden geben; denn wir täglich viel sündigen und nichts als Strafe verdienen. So wollen wir zwar wiederum auch herzlich vergeben und gerne wohltun denen, die sich an uns versündigen.

Die sechste Bitte.

Und führe uns nicht in Versuchung.

Was ist das? Antwort:

Gott versucht zwar niemand; aber wir bitten in diesem Gebet, daß uns Gott wolle behüten und erhalten, auf daß uns der Teufel, die Welt und unser Fleisch nicht betrüge noch verführe in Mißglauben, Verzweiflung und andere große Schande und Laster, und ob wir damit angefochten würden, daß wir doch endlich gewinnen und den Sieg behalten.

Die siebente Bitte.

Sondern erlöse uns von dem Übel.

Was ist das? Antwort:

Wir bitten in diesem Gebet zusammenfassend, daß uns der Vater im Himmel von allerlei Übel Leibes und der Seele, Gutes und Ehre erlöse und zuletzt, wenn unser Stündlein kommt, ein seliges Ende beschere und mit Gnaden von diesem Jammertal zu sich in den Himmel nehme. Amen.

Was heißt Amen? Antwort:

Daß ich soll gewiß sein, solche Bitten sind dem Vater im Himmel angenehm und erhöret; denn er selbst hat uns geboten, also zu beten, und verheißen, daß er uns wolle erhören. Amen, Amen, das heißt: Ja, ja, es soll also geschehen.

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DAS SAKRAMENT DER HEILIGEN TAUFE,

wie dasselbe ein Hausvater seinem Hause soll einfältiglich vorhalten.

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Zum ersten.

Was ist die Taufe? Antwort:

Die Taufe ist nicht allein schlicht Wasser, sondern sie ist das Wasser in Gottes Gebot gefasset und mit Gottes Wort verbunden.

Welches ist denn solch Wort Gottes? Antwort:

Da unser HErr Christus spricht Matthäus im letzten Kapitel: Gehet hin in alle Welt und machet zu Jüngern alle Völker: Taufet sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe.

Zum andern.

Was gibt oder nützt die Taufe? Antwort:

Sie wirket Vergebung der Sünden, erlöset vom Tod und Teufel und gibt die ewige Seligkeit allen, die es glauben, wie die Worte und Verheißungen Gottes lauten.

Welches sind solche Worte und Verheißungen Gottes? Antwort:

Da unser HErr Christus spricht Marcus im letzten Kapitel: Wer da glaubet und getauft wird, der wird selig werden; wer aber nicht glaubet, der wird verdammt werden.

Zum dritten.

Wie kann Wasser solche große Dinge tun? Antwort:

Wasser tut's freilich nicht, sondern das Wort Gottes, so mit und bei dem Wasser ist, und der Glaube, so solchem Wort Gottes im Wasser trauet; denn ohne Gottes Wort ist das Wasser schlicht Wasser und keine Taufe; aber mit dem Worte Gottes ist es eine Taufe, das ist, ein gnadenreich Wasser des Lebens und ein Bad der neuen Geburt im Heiligen Geist, wie St. Paulus sagt zu Titus im dritten Kapitel:

Gott macht uns selig durch das Bad der Wiedergeburt und Erneuerung des Heiligen Geistes, welchen er ausgegossen hat über uns reichlich durch JEsus Christus, unsern Heiland, auf daß wir durch desselbigen Gnade gerecht und Erben seien des ewigen Lebens nach der Hoffnung. Das ist gewißlich wahr.

Zum vierten.

Was bedeutet denn solch Wassertaufen? Antwort:

Es bedeutet, daß der alte Adam in uns durch tägliche Reue und Buße soll ersäuft werden und sterben mit allen Sünden und bösen Lüsten, und wiederum täglich herauskommen und auferstehen ein neuer Mensch, der in Gerechtigkeit und Reinigkeit vor Gott ewiglich lebe.

Wo steht das geschrieben? Antwort:

St. Paulus zu den Römern im sechsten spricht Kapitel: Wir sind samt Christus durch die Taufe begraben in den Tod, auf daß, gleichwie Christus ist von den Toten auferwecket durch die Herrlichkeit des Vaters, also sollen auch wir in einem neuen Leben wandeln.

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DAS AMT DER SCHLÜSSEL,

wie ein Hausvater dasselbe seinem Hause einfältiglich vorhalten soll.

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Was ist das Amt der Schlüssel? Antwort:

Das Amt der Schlüssel ist die besondere Kirchengewalt, die Christus seiner Kirche auf Erden hat gegeben, den bußfertigen Sündern die Sünde zu vergeben, den Unbußfertigen aber die Sünde zu behalten, solange sie nicht Buße tun.

Wo steht das geschrieben? Antwort:

So schreibt der heilige Evangelist Johannes im 20. Kapitel:

Der HErr JEsus blies seine Jünger an und sprach zu ihnen: Nehmet hin den Heiligen Geist! Welchen ihr die Sünden erlasset, denen sind sie erlassen; und welchen ihr sie behaltet, denen sind sie behalten.

Was glaubst du bei diesen Worten? Antwort:

Ich glaube, was die berufenen Diener Christi aus seinem göttlichen Befehl mit uns handeln, besonders wenn sie die öffentlichen und unbußfertigen Sünder von der christliche Gemeine ausschließen und die, so ihre Sünde bereuen und sich bessern wollen, wiederum entbinden: daß es also kräftig und gewiß sei, auch im Himmel, als handelte es unser lieber HErr Christus mit uns selber.

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Wie man die Einfältigen soll lehren beichten.

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Was ist die Beichte? Antwort:

Die Beichte begreift zwei Stücke in sich: eins, daß man die Sünde bekenne; das andere, daß man die Absolution oder Vergebung vom Beichtvater empfange, als von Gott selbst, und ja nicht daran zweifle, sondern fest glaube, die Sünden seien dadurch vergeben vor Gott im Himmel.

Welche Sünden soll man denn beichten?

Vor Gott soll man sich aller Sünden schuldig geben, auch die wir nicht erkennen, wie wir im Vaterunser tun; aber vor dem Beichtvater sollen wir allein die Sünden bekennen, die wir wissen und fühlen im Herzen.

Welche sind die?

Da siehe deinen Stand an nach den zehn Geboten, ob du Vater, Mutter, Sohn, Tochter, Herr, Frau, Knecht seiest; ob du ungehorsam, untreu, unfleißig gewesen seiest; ob du jemand leid getan habest mit Worten oder Werken; ob du gestohlen, versäumet, verwahrloset, Schaden getan habest.

Lieber, stelle mir eine kurze Weise zu beichten! Antwort:

So sollst du zum Beichtvater sprechen: Würdiger lieber Herr, ich bitte Euch, wollet meine Beichte hören und mir die Vergebung sprechen um Gottes willen.

Sage an!

Ich armer Sünder bekenne mich vor Gott aller Sünden schuldig; besonders bekenne ich vor Euch, daß ich ein Knecht, Magd usw. bin. Aber ich diene leider untreulich meinem Herrn; denn da und da habe ich nicht getan, was sie mich hießen, habe sie erzürnet und zu fluchen beweget, habe versäumet und Schaden lassen geschehen, bin auch in Worten und Werken schamlos gewesen, habe mit meinesgleichen gezürnet, wider meine Frau gemurret und gefluchet usw. Das alles ist mir leid und bitte um Gnade; ich will mich bessern.

Ein Herr oder Frau sage also:

Besonders bekenne ich vor Euch, daß ich mein Kind und Mitarbeiter, Frau, nicht treulich erzogen habe zu Gottes Ehren. Ich habe geflucht, böses Exempel mit unzüchtigen Worten und Werken gegeben, meinem Nachbar Schaden getan, übel nachgeredet, zu teuer verkauft, falsche und nicht ganze Ware gegeben - und was er mehr gegen die Gebote Gottes und seinen Stand getan usw.

Wenn aber jemand sich nicht befindet beschweret mit solcher oder größern Sünde, der soll nicht sorgen oder weiter Sünde suchen noch erdichten und damit eine Marter aus der Beichte machen, sondern erzähle eine oder zwei, die du weißest, also: Besonders bekenne ich, daß ich einmal geflucht, ebenso, einmal unhübsch mit Worten gewesen, einmal dies N. versäumet habe usw. Also laß es genug sein.

Weißest du aber gar keine (welches doch nicht wohl möglich sein sollte), so sage auch keine besonders, sondern nimm die Vergebung auf die allgemeine Beichte, so du vor Gott tust gegen den Beichtvater.

Darauf soll der Beichtvater sagen:

Gott sei dir gnädig und stärke deinen Glauben! Amen.

Weiter:

Glaubest du auch, daß meine Vergebung Gottes Vergebung sei?

Ja, lieber Herr!

Darauf spreche er:

Wie du glaubest, so geschehe dir. Und ich, aus dem Befehl unsers HErrn JEsu Christi, vergebe dir deine Sünde im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Gehe hin in Frieden!

Welche aber große Beschwerung des Gewissens haben oder betrübt und angefochten sind, die wird ein Beichtvater wohl wissen mit mehr Sprüchen zu trösten und zum Glauben zu reizen. Das soll allein eine allgemeine Weise der Beichte sein für die Einfältigen.

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DAS SAKRAMENT DES ALTARS,

wie ein Hausvater dasselbe seinem Hause einfältiglich vorhalten soll.

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Was ist das Sakrament des Altars? Antwort:

Es ist der wahre Leib und Blut unsers HErrn JEsu Christi unter dem Brot und Wein, uns Christen zu essen und zu trinken von Christus selbst eingesetzt.

Wo steht das geschrieben? Antwort:

So schreiben die heiligen Evangelisten Matthäus, Markus, Lukas und St. Paulus:

Unser HErr JEsus Christus, in der Nacht, da er verraten ward, nahm er das Brot, dankte und brach's und gab's seinen Jüngern und sprach: Nehmet hin und esset; das ist mein Leib, der für euch gegeben wird. Solches tut zu meinem Gedächtnis!

Desselbigengleichen nahm er auch den Kelch nach dem Abendmahl, dankte und gab ihnen den und sprach: Nehmet hin und trnket alle daraus; dieser Kelch ist das Neue Testament in meinem Blut, das für euch vergossen wird zur Vergebung der Sünden. Solches tut, sooft ihr's trinket, zu meinem Gedächtnis!

Was nützt denn solch Essen und Trinken? Antwort:

Das zeigen uns die Worte: Für euch gegeben und vergossen zur Vergebung der Sünden: nämlich daß uns im Sakrament Vergebung der Sünden, leben und Seligkeit durch solche Worte gegeben wird. Denn wo Vergebung der Sünden ist, da ist auch Leben und Seligkeit.

Wie kann leiblich Essen und Trinken solche große Dinge tun? Antwort:

Essen und Trinken tut's freilich nicht, sondern die Worte, so da stehen: Für euch gegeben und vergossen zur Vergebung der Sünden. Welche Worte sind neben dem leiblichen Essen und Trinken das Hauptstück im Sakrament; und wer denselben Worten glaubet, der hat, was sie sagen und wie sie lauten, nämlich Vergebung der Sünden.

Wer empfängt denn solch Sakrament würdig? Antwort:

Fasten und leiblich sich bereiten ist wohl eine feine äußerliche Zucht; aber der ist recht würdig und wohl geschickt, wer den Glauben hat an diese Worte: Für euch gegeben und vergossen zur Vergebung der Sünden.

Wer diesen Worten nicht glaubet oder zweifelt, der ist unwürdig und ungeschickt. Denn das Wort Für euch! fordert nichts als gläubige Herzen.

Wie ein Hausvater sein Haus soll lehren, morgens und abends sich segnen.

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Der Morgensegen.

Des Morgens, so du aus dem Bette fährst, sollst du dich segnen mit dem heiligen Kreuz und sagen:

Das walte Gott Vater, Sohn und Heiliger Geist! Amen.

Darauf knieend oder stehend den Glauben und Vaterunser beten. Willst du, so magst du dies Gebetlein dazu sprechen:

Ich danke dir, himmlischer Vater, durch JEsus Christus, deinen lieben Sohn, daß du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast, und bitte dich, du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Übel, daß dir all mein Tun und Leben gefalle. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele, und alles in deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde. Amen.

Und alsdann mit Freuden an dein Werk gegangen und etwa ein Lied gesungen, wie "Die zehn Gebote", oder was deine Andacht gibt.

Der Abendsegen.

Des Abends, wenn du zu Bette gehst, sollst du dich segnen mit dem heiligen Kreuz und sagen:

Das walte Gott Vater, Sohn und Heiliger Geist! Amen.

Darauf knieend oder stehend den Glauben und Vaterunser beten. Willst du, so magst du dies Gebetlein dazu sprechen:

Ich danke dir, mein himmlischer Vater, durch JEsus Christus, deinen lieben Sohn, daß du mich diesen Tag gnädiglich behütet hast, und bitte dich, du wollest mir vergeben meine Sünden, wo ich unrecht getan habe, und mich diese Nacht gnädiglich behüten. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele, und alles in deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde. Amen.

Und alsdann flugs und fröhlich geschlafen.

Wie ein Hausvater seinem Hause soll lehren, das Benedicte und Gratias sprechen.

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Das Benedicte (Bittgebet).

Die Kinder und Hausgemeinschaft sollen mit gefaltenen Händen und züchtig vor den Tisch treten und sprechen:

Aller Augen warten auf dich, HErr, und du gibst ihnen ihre Speise zu seiner Zeit. Du tust deine Hand auf und sättigest alles, was da lebet, mit Wohlgefallen.

Danach das Vaterunser und dies folgende Gebet:

HErr Gott, himmlischer Vater, segne uns diese deine Gaben, die wir von deiner milden Güte zu uns nehmen durch JEsum Christum, unsern HErrn! Amen.

Das Gratias (Dankgebet).

Also auch nach den Essen sollen sie gleicherweise tun, züchtig und mit gefaltenen Händen sprechen:

Danket dem HErrn, denn er ist freundlich, und seine Güte währet ewiglich; der allem Fleische Speise gibt, der dem Vieh sein Futter gibt, den jungen Raben, die ihn anrufen. Er hat nicht Lust an der Stärke des Rosses noch Gefallen an jemandes Beinen. Der HErr hat Gefallen an denen, die ihn fürchten und die auf seine Güte warten.

Danach das Vaterunser und dies folgende Gebet:

Wir danken dir, HErr Gott Vater, durch JEsum Christum, unsern HErrn, für alle deine Wohltat, der du lebest und regierest in Ewigkeit! Amen.

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DIE HAUSTAFEL

etlicher Sprüche für allerlei heilige Ordnungen und Stände, dadurch dieselben, als durch eigene Lektion, ihres Amts und Dienstes zu ermahnen.

Den Bischöfen, Pfarrern und Predigern.

Ein Bischof soll unsträflich sein, einer Frau Mann, nüchtern, sittig, mäßig, gastfrei, lehrhaftig, nicht ein Weinsäufer, nicht pochen, nicht unehrliche Hantierung treiben, sondern gelinde, nicht haderhaftig, nicht geizig, der seinem eigenen Hause wohl vorstehe, der gehorsame Kinder habe, mit aller Ehrbarkeit, nicht ein Neuling, der ob dem Worte halte, das gewiß ist und lehren kann, auf daß er mächtig sei, zu ermahnen durch die heilsame Lehre und zu strafen die Widersprecher. 1 Tim. 3,2.3.4.6; Tit. 1,9.

Was die Zuhörer ihren Lehrern und Seelsorgern zu tun schuldig sind.

Esset und trinket, was sie haben; denn ein Arbeiter ist seines Lohnes wert. Luk. 10,7.

Der HErr hat befohlen, daß, die das Evangelium verkündigen, sollen sich vom Evangelium nähren. 1 Kor. 9,14.

Der unterrichtet wird mit dem Wort, der teile mit allerlei Gutes dem, der ihn unterrichtet. Irret euch nicht; Gott läßt sich nicht spotten! Gal. 6,6.7.

Die Ältesten, die wohl vorstehen, die halte man zweifacher Ehre wert, sonderlich die da arbeiten im Wort und in der Lehre. Denn es spricht die Schrift: Du sollst nicht dem Ochsen das Maul verbinden, der da drischt, und: Ein Arbeiter ist seines Lohnes wert. 1 Tim. 5,17.18.

Wir bitten euch aber, lieben Brüder, daß ihr erkennet, die an euch arbeiten und euch vorstehen in dem HErrn und euch vermahnen. Habt sie desto lieber um ihres Werks willen und seid friedsam mit ihnen! 1 Thess. 5,12.13.

Gehorchet euren Lehrern und folget ihnen; denn sie wachen über eure Seelen, als die da Rechenschaft dafür geben sollen, auf daß sie das mit Freuden tun und nicht mit Seufzen; denn das ist euch nicht gut. Hebr. 13,17.

Von weltlicher Obrigkeit.

Jedermann sei untertan der Obrigkeit, die Gewalt über ihn hat. Denn es ist keine Obrigkeit ohne von Gott; wo aber Obrigkeit ist, die ist von Gott verordnet. Wer sich nun wider die Obrigkeit setzet, der widerstrebet Gottes Ordnung; die aber widerstreben, werden über sich ein Urteil empfahen. Denn sie trägt das Schwert nicht umsonst; sie ist Gottes Dienerin, eine Rächerin zur Strafe über den, der Böses tut. Röm. 13,1.2.4.

Von den Untertanen.

Gebet dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist! Matth. 22,21.

So seid nun aus Not untertan, nicht allein um der Strafe willen, sondern auch um des Gewissens willen. Derhalben müsset ihr auch Schoß geben; denn sie sind Gottes Diener, die solchen Schutz sollen handhaben. So gebet nun jedermann, was ihr schuldig seid: Schoß, dem der Schoß gebührt, Zoll, dem der Zoll gebührt, Furcht, dem die Furcht gebührt, Ehre, dem die Ehre gebührt. Röm. 13,5-7.

So ermahne ich nun, daß man vor allen Dingen zuerst tue Bitte, Gebet, Fürbitte und Danksagung für alle Menschen, für die Könige und für alle Obrigkeit, auf daß wir ein ruhig und stilles Leben führen mögen in aller Gottseligkeit und Ehrbarkeit. Denn solches ist gut, dazu auch angenehm vor Gott, unserm Heilande. 1 Tim. 2,1-3.

Erinnere sie, daß sie den Fürsten und der Obrigkeit untertan und gehorsam seien! Tit. 3,1.

Seid untertan aller menschlichen Ordnung um des HErrn willen, es sei dem Könige, als dem Obersten, oder den Hauptleuten, als den Gesandten von ihm zur Rache über die Übeltäter und zu Lobe den Frommen. 1 Petr. 2,13.14.

Den Ehemännern.

Ihr Männer, wohnet bei euren Frauen mit Vernunft und gebet dem weiblichen als dem schwächsten Werkzeuge seine Ehre, als auch Miterben der Gnade des Lebens, auf daß eure Gebete nicht verhindert werden. 1 Petr. 3,7.

Und seid nicht bitter gegen sie! Kol. 3,19.

Den Ehefrauen.

Die Frauen seien untertan ihren Männern als dem HErrn, wie Sarah Abraham gehorsam war und hieß ihn Herr, welcher Töchter ihr worden seid, so ihr wohl tut und nicht so schüchtern seid. 1 Petr. 3,1.6.

Den Eltern.

Ihr Väter, reizet eure Kinder nicht zu Zorn, auf daß sie nicht scheu werden, sondern ziehet sie auf in der Zucht und Vermahnung zu dem HErrn. Eph. 6,4. Kol. 3,21.

Den Kindern.

Ihr Kinder, seid gehorsam euren Eltern in dem HErrn; denn das ist billig. Ehre Vater und Mutter; das ist das erste GEbot, das Verheißung hat: auf daß dir's wohlgehe und du lange lebest auf Erden. Eph. 6,1-3.

Den Knechten, Mägden, Tagelöhnern und Arbeitern.

Ihr Knechte, seid gehorsam euren leiblichen Herren mit Furcht und Zittern, in Einfältigkeit eures Herzens, als Christus; nicht mit Dienst allein vor Augen, als den Menschen zu gefallen, sondern als die Knechte Christi, daß ihr solchen Willen Gottes tut von Herzen, mit gutem Willen. Lasset euch dünken, daß ihr dem HErrn dienet und nicht den Menschen; und wisset, was ein jeglicher Gutes tun wird, das wird er von dem HErrn empfahen, er sei ein Knecht oder ein Freier. Eph. 6,5-8.

Den Hausherren und Hausfrauen.

Ihr Herren, tut auch dasselbige gegen sie und lasset das Drohen; und wisset, daß auch euer HErr im Himmel ist, und ist bei ihm kein Ansehen der Person. Eph. 6,9.

Der allgemeinen Jugend.

Ihr Jungen, seid untertan den Ältesten und haltet fest an der Demut! Denn Gott widerstrebet den Hoffärtigen; aber den Demütigen gibt er Gnade. So demütigt euch nun unter die gewaltige Hand Gottes, daß er euch erhöhe zu seiner Zeit. 1 Petr. 5,5.6.

Den Witwen.

Das ist eine rechte Witwe, die einsam ist, die ihre Hoffnung auf Gott stellet und bleibet am Gebet und Flehen Tag und Nacht. Welche aber in Wollüsten lebet, die ist lebendig tot. 1 Tim. 5,5.6.

Der Gemeinde.

Liebe deinen Nächsten als dich selbst! In dem Wort sind alle Gebote verfasset. Röm. 13,9. Und haltet an mit Beten für alle Menschen! 1 Tim. 2,1.

Ein jeder lern' sein Lektion,

So wird es wohl im Hause stohn.

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CHRISTLICHE FRAGESTÜCKE,

durch D. Martin Luther gestellet für die, so zum Sakrament gehen wollen, mit ihren Antworten.

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Nach getaner Beichte und Unterricht von den zehn Geboten, Glauben, Vaterunser, von den Worten der Taufe und Sakrament mag der Beichtvater oder einer sich selbst fragen:

1. Glaubst du, daß du ein Sünder bist? Antwort:

Ja, ich glaube es; ich bin ein Sünder.

2. Wie weißt du das? Antwort:

Aus den zehn Geboten, die habe ich nicht gehalten.

3. Sind dir deine Sünden auch leid? Antwort:

Ja, es ist mir leid, daß ich wider Gott gesündiget habe.

4. Was hast du mit deinen Sünden bei Gott verdient? Antwort:

Seinen Zorn und Ungnade, zeitlichen Tod und ewige Verdammnis.

5. Hoffst du auch, selig zu werden? Antwort:

Ja, ich hoffe es.

6. Wes tröstest du dich denn? Antwort:

Meines lieben HErrn JEsu Christi.

7. Wer ist Christus? Antwort:

Gottes Sohn, wahrer Gott und Mensch.

8. Wieviel sind Götter? Antwort:

Nur einer; aber drei Personen: Vater, Sohn und Heiliger Geist.

9. Was hat denn Christus für dich getan, daß du dich sein tröstet? Antwort:

Er ist für mich gestorben und hat sein Blut am Kreuz für mich vergossen zur Vergebung der Sünden.

10. Ist der Vater auch für dich gestorben? Antwort:

Nein; denn der Vater ist nur Gott,der Heilige Geist auch; aber der Sohn ist wahrer Gott und wahrer Mensch, für mich gestorben und hat sein Blut für mich vergossen.

11. Wie weißt du das? Antwort:

Aus dem heiligen Evangelio und aus den Worten vom Sakrament und bei seinem Leib und Blut, im Sakrament mir zum Pfande gegeben.

12. Wie lauten die Worte? Antwort:

Unser HErr JEsus Christus in der Nacht, da er verraten ward, nahm er das Brot, dankte und brach's und gab's seinen Jüngern und sprach: Nehmet hin und esset; das ist mein Leib, der für euch gegeben wird. Solches tut zu meinem Gedächtnis!

Desselbigengleichen nahm er auch den Kelch nach dem Abendmahl, dankte und gab ihnen den und sprach: Nehmet hin und trinket alle daraus; dieser Kelch ist das Neue Testament in meinem Blut, das für euch vergossen wird zur Vergebung der Sünden. Solches tut, sooft ihr's trinket, zu meinem Gedächtnis!

13. So glaubst du, daß im Sakrament der wahre Leib und Blut Christi sei? Antwort:

Ja, ich glaube es.

14. Was bewegt dich, das zu glauben? Antwort:

Das Wort Christi: "Nehmet hin und esset, das ist mein Leib; trinket alle daraus, das ist mein Blut."

15. Was sollen wir tun, wenn wir seinen Leib essen und sein Blut trinken und das Pfand also nehmen? Antwort:

Seinen Tod und Blutvergießen verkündigen und gedenken, wie er uns gelehret hat: "Solches tut, sooft ihr's trinket, zu meinem Gedächtnis!"

16. Warum sollen wir seines Todes gedenken und denselben verkündigen? Antwort:

Daß wir lernen glauben, daß keine Kreatur hat können genugtuun für unsere Sünden als Christus, wahrer Gott und Mensch, und daß wir lernen erschrecken vor unsern Sünden und dieselbigen lernen groß achten und uns sein allein freuen und trösten und also durch denselben Glauben selig werden.

17. Was hat ihn denn bewegt, für deine Sünden zu sterben und dafür genugzutun? Antwort:

Die große Liebe zu seinem Vater, zu mir und andern Sündern, wie geschrieben stehet Joh. 15,13; Röm. 5,8; Gal. 2,20; Eph. 5,2.

18. Endlich aber, warum willst du zum Sakrament gehen? Antwort:

Auf daß ich lerne glauben, daß Christus um meiner Sünde willen aus großer Liebe gestorben sei, wie gesagt, und danach von ihm auch lerne Gott und meinen Nächsten lieben.

19. Was soll einen Christen vermahnen und reizen, das Sakrament des Altars oft zu empfahen? Antwort:

Von Gottes wegen soll ihn beide des HErrn Christi Gebot und Verheißung, danach auch seine eigene Not, so ihm auf dem Halse lieget, treiben, um welcher willen solch Gebieten, Locken und Verheißung geschieht.

20. Was soll aber ein Mensch tun, wenn er solche Not nicht fühlen kann oder keinen Hunger noch Durst des Sakraments empfindet? Antwort:

Dem kann nicht besser geraten werden, denn daß er erstlich in seinen Busen greife und fühle, ob er auch noch Fleisch und Blut habe, und glaube doch der Schrift, was sie davon saget Gal. 5,19 ff. und Röm. 7,18.

Zum andern, daß er um sich sehe, ob er auch noch in der Welt sei, und denke, daß es an Sünden und Not nicht fehlen werde, wie die Schrift saget Joh. 15,18.19 und 16,20; 1 Joh. 2,15.16 und 5,19.

Zum dritten, so wird er ja auch den Teufel um sich haben, der ihm mit Lügen und Morden Tag und Nacht keinen Frieden innerlich und äußerlich lassen wird, wie ihn die Schrift abmalet Joh 8,44; 1 Petr. 5,8.9; Eph. 6,11.12; 2 Tim. 2,26.

NOTA.

Diese Fragestücke und Antworten sind kein Kinderspiel, sondern von dem ehrwürdigen und frommen D. Luther für die Jungen und Alten aus einem großen Ernst vorgeschrieben. Ein jeder sehe sich wohl vor und lasse es sich auch einen rechten Ernst sein; denn St. Paulus zu den Galatern am 6. spricht: Irret euch nicht, Gott läßt sich nicht spotten!

II. DIE AUSLEGUNG DES KATECHISMUS IN FRAGE UND ANTWORT

EINLEITENDE FRAGEN

+* 1. (1.) Welches Glaubens bist du?

Ich bin ein Christ.

Apg. 11,26: Und da er [Barnabas] ihn [Paulus] fand, führte er ihn nach Antiochia. Und sie blieben bei der Gemeinde ein ganzes jahr und lehrten viel Volks; daher die Jünger am erste zu Antiochia Christen genannt wurden.

+* 2.(2.) Warum bist du ein Christ?

Darum, weil ich an Gott den Vater, Sohn und Heiligen Geist glaube und auf seinen Namen getauft bin.

* Matth. 28,19: (Jesus sprach zu seinen Jüngern:) Gehet hin in alle Welt und machet zu Jüngern alle Völker, indem ihr sie taufet im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und sie lehret halten alles, was ich euch befohlen habe.

Gala. 3,26.27: Ihr seid alle Gottes Kinder durch den Glauben an Christus Jesus. Denn wie viel euer getauft sind, die haben Christus angezogen.

+* 3.(3.) Was soll die wichtigste und größte Sorge des Menschen sein?

Dass er Gott und sich selbst recht erkenne, christlich lebe und selig sterbe.

* Joh. 14,6: Ich bin der Weg und die wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater denn durch mich.

* Ps. 139,23.24: Erforsche mich, Gott, und erfahre mein Herz, prüfe mich und erfahre, wie ich’s meine; und siehe, ob ich bin auf bösem Wege, und leite mich auf ewigem Wege.

* Phil. 2,12: Schaffet, dass ihr selig werdet, mit Furcht und Zittern.

Joh. 17,3: Das ist das ewige Leben, dass sie dich, dass du allein wahrer Gott bist, und den du gesandt hast, Jesus Christus, erkennen.

+* 4.(4.) Woraus können wir das lernen?

Ausführlich aus der Heiligen Schrift, kurz aus dem Katechismus.

* Ps. 119,105: Dein Wort ist meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Wege.

I. VOM KATECHISMUS

+* 5.(5.) Was ist der Katechismus?

Der Katechismus ist eine kurze und deutliche Unterweisung der Einfältigen in den Hauptstücken der christlichen Lehre, wie man recht glauben und leben soll, zusammengetragen aus den Schriften der Propheten und Apostel.

* 1. Petr. 2,2: Seid gierig nach der vernünftigen lautern Milch, als die jetzt gebornen Kindlein, auf dass ihr durch dieselbe zunehmet.

+* 6.(6.) Woraus ist der Katechismus genommen?

Der Katechismus ist aus der Heiligen Schrift, dem Worte Gottes, genommen

II. VON DER HEILIGEN SCHRIFT

+* 7.(7.) Was ist die Heilige Schrift?

Die Heilige Schrift ist das Wort Gottes, welches von den Propheten, Evangelisten und Aposteln aus unmittelbarer Eingebung des Heiligen Geistes aufgeschrieben worden ist, damit wir daraus in der wahren Erkenntnis und im Dienste Gottes zum ewigen Leben unterwiesen werden.

* 2. Petr. 1,19-21: Wir haben ein festes prophetisches Wort, und ihr tut wohl, dass ihr darauf achtet, als auf ein Licht, das da scheinet in einem dunklen Ort, bis der Tag anbreche und der Morgenstern aufgehe in euren Herzen. Und das sollt ihr für das erste wissen, dass keine Weissagung in der Schrift geschieht aus eigener Auslegung; denn es ist noch nie eine Weissagung aus menschlichem Willen hervorgebracht; sondern die heiligen Menschen Gottes haben geredet, getrieben von dem Heiligen Geist.

Joh. 20,31: Diese aber sind geschrieben, dass ihr glaubet, Jesus sei Christus, der Sohn Gottes, und dass ihr durch den Glauben das Leben habet in sseinem Namen.

* 2. Tim. 3,15-17: Weil du von Kind auf die heilige Schrift weißt, kann dich dieselbe unterweisen zur Seligkeit, durch den Glauben an Christus Jesus. Denn alle Schrift, von Gott eingegeben, ist nütze zur Lehre, zur Strafe, zur Besserung, zur Züchtigung in der Gerechtigkeit, dass ein Mensch Gottes sei vollkommen, zu allem guten Werk geschickt.

* 1. Kor. 2,13: Welches wir auch reden, nicht mit Worten, welche menschliche Weisheit lehren kann, sondern mit Worten, die der Heilige Geist lehret, und richten geistliche Sachen geistlich.

Luk. 10,16: Wer euch höret, der höret mich; und wer euch verachtet, der verachtet mich; wer aber mich verachtet, der verachtet den, der mich gesandt hat.

Joh. 5,46.47: Wenn ihr Mose glaubet, so glaubet ihr auch mir; denn er hat von mir geschrieben. So ihr aber seinen Schriften nicht glaubet, wie werdet ihr meinen Worten glauben?

Hebr. 1,1.2: Nachdem vorzeiten Gott manchmal und auf mancherlei Weise geredet hat zu den Vätern durch die Propheten, hat er am letzten in diesen Tagen zu uns geredet durch den Sohn, welchen er gesetzt hat zum Erben über alles, durch welchen er auch die Welt gemacht hat.

Hebr. 3,7: Wie der Heilige Geist spricht: Heute, so ihr hören werdet seine Stimme.

Ps. 45,2: Mein Herz dichtet ein feines Lied; ich will singen von einem Könige; meine Zunge ist der Griffel eines guten Schreibers.

Apg. 1,16: Ihr Männer und Brüder, es musste die Schrift erfüllt werden, welche zuvor gesagt hat der Heilige Geist durch den Mund Davids, von Judas, der ein Vorgänger war derer, die Jesus fingen.

2. Sam. 23,2: Der Geist des Herrn hat durch mich geredet, und seine Rede ist durch meine Zunge geschehen.

Hauptbeweise für die Göttlichkeit der Heiligen Schrift und christlichen Religion:

1. die Wunder,

Mark. 16,15-20: Und sprach zu ihnen: Gehet hin in alle Welt und prediget das Evangelium aller Kreatur! Wer da glaubet und getauft wird, der wird selig werden; wer aber nicht glaubet, der wird verdammt werden. Die Zeichen aber, die da folgen werden denen, die da glauben, sind die: In meinem Namen werden sie Teufel austreiben, mit neuen Zungen reden, Schlangen vertreiben, und so sie etwas Tödliches trinken, wird’s ihnen nicht schaden; auf die Kranken werden sie die Hände legen, so wird’s besser mit ihnen werden. Und der HErr, nachdem er mit ihnen geredet hatte, ward er aufgehoben gen Himmel und sitzet zur rechten Hand GOttes. Sie aber gingen aus und predigten an allen Orten. Und der HErr wirkte mit ihnen und bekräftigte das Wort durch mitfolgende Zeichen.

Hebr. 2,3.4: Wie wollen wir entfliehen, so wir eine solche Seligkeit nicht achten? Welche, nachdem sie erstlich gepredigt ist durch den Herrn, ist sie auf uns gekommen durch die, so es gehöret haben; und Gott hat ihr Zeugnis gegeben mit Zeichen, Wundern und mancherlei Kräften, und mit Austeilung des Heiligen Geistes nach seinem Willen.

Joh. 10,37.38: Tu ich nicht die Werke meines Vaters, so glaubet mir nicht. Tu ich sie aber, glaubet doch den Werken, wollt ihr mir nicht glauben, auf dass ihr erkennet und glaubet, dass der Vater in mir ist, und ich in ihm.

Joh. 3,2: Der [Nikodemus] kam zu Jesus bei der Nacht und sprach zu ihm: Meister, wir wissen, dass du bist ein Lehrer, von Gott gekommen; denn niemand kann die Zeichen tun, die du tust, es sei denn Gott mit ihm.

2. die Weissagungen,

Jes. 41,22.23.26.27: Lasset sie herzutreten und uns verkündigen, was künftig ist! Verkündiget uns und weissaget etwas zuvor; lasset uns mit unserm Herzen darauf achten und merken, wie es hernach gehen soll; oder lasset uns doch hören, was zukünftig ist! Verkündiget uns, was hernach kommen wird, so wollen wir merken, daß ihr Götter seid. Trotz, tut Gutes oder Schaden, so wollen wir davon reden und miteinander schauen. Wer kann etwas verkündigen von Anfang? so wollen wir’s vernehmen; oder weissagen zuvor? so wollen wir sagen: Du redest recht. Aber da ist kein Verkündiger, keiner, der etwas hören ließe, keiner, der von euch ein Wort hören möge. Ich bin der Erste, der zu Zion sagt: Siehe, da ist’s! und ich gebe Jerusalem Prediger.

Jes. 34,16: Suchet nun in dem Buch des Herrn und leset, es wird nicht an einem derselben fehlen; man vermisst auch nicht dieses noch das. Denn er ist’s, der durch meinen Mund gebietet; und sein Geist ist’s, der es zusammen bringt.

3. das Zeugnis des Heiligen Geistes im Herzen.

Joh. 7,17: So jemand will des Willen tun, der wird inne werden, ob diese Lehre von Gott sei, oder ob ich von mir selbst rede.

Hebr. 4,12.13: Das Wort Gottes ist lebendig und kräftig und schärfer als ein zweischneidig Schwert und durchdringet, bis dass es scheidet Seele und Geist, auch Mark und Bein, und ist ein Richter der Gedanken und Sinne des Herzens. Und ich keine Kreatur vor ihm unsichtbar; es ist aber alles bloß und entdeckt vor sseinen Augen.

+*8.(8.) Wie wird die Heilige Schrift eingeteilt?

Die Heilige Schrift wird eingeteilt in die Bücher des Alten und die Bücher des Neuen Testamentes.

+* 9.(9.) Welches sind eigentlich die Bücher des Alten Testamentes?

Die Bücher des Alten Testamentes sind diejenigen, welche von Mose und den Propheten vor Christi Menschwerdung aus Trieb des Heiligen Geistes in hebräischer Sprache geschrieben und der christlichen jüdischen Kirche anvertraut worden sind.

Luk. 24,27.44: Und (Jesus) fing an von Mose und allen Propheten und legte ihnen alle Schriften aus, die von ihm gesagt waren.... Das sind die Reden, die ich zu euch sagte, da ich noch bei euch war; denn es muss alles erfüllt werden, was von mir geschrieben ist im Gesetz Moses, in den Propheten und in den Psalmen.

Röm. 3,2: Ihnen (den Juden) ist vertraut, was Gott geredet hat.

* 10.(10.) Zähle die Bücher des Alten Testamentes auf!

Die Thora oder der Pentateuch

1. Buch Mose 50 Kapitel

2. Buch Mose 40 Kapitel

3. Buch Mose 27 Kapitel

4. Buch Mose 36 Kapitel

5. Buch Mose 34 Kapitel

Die geschichtsprophetischen Bücher

Buch Josua 24 Kapitel

Buch der Richter 21 Kapitel

Buch Ruth 4 Kapitel

1. Buch Samuel 31 Kapitel

2. Buch Samuel 24 Kapitel

1. Buch der Könige 22 Kapitel

2. Buch der Könige 25 Kapitel

1. Buch der Chronik 29 Kapitel

2. Buch der Chronik 36 Kapitel

Buch Esra 10 Kapitel

Buch Nehemia 13 Kapitel

Buch Esther 10 Kapitel

Die Lehrbücher

Buch Hiob 42 Kapitel

Der Psalter 150 Kapitel

Sprüche Salomos 31 Kapitel

Prediger Salomos 12 Kapitel

Hohelied Salomos 8 Kapitel

Die prophetischen Bücher

a) Die großen Propheten

Buch Jesaja 66 Kapitel

Buch Jeremia 52 Kapitel

Klagelieder Jeremias 5 Kapitel

Buch Hesekiel 48 Kapitel

Buch Daniel 12 Kapitel

b) Die kleinen Propheten

Buch Hosea 14 Kapitel

Buch Joel 3 Kapitel

Buch Amos 9 Kapitel

Buch Obadja 1 Kapitel

Buch Jona 4 Kapitel

Buch Micha 7 Kapitel

Buch Nahum 3 Kapitel

Buch Habakuk 3 Kapitel

Buch Zephanja 3 Kapitel

Buch Haggai 2 Kapitel

Buch Sacharja 14 Kapitel

Buch Maleachi 4 Kapitel

+* 11.(11.) Welches sind die Bücher des Neuen Testamentes?

Die Bücher des Neuen Testamentes sind diejenigen, welche von den Evangelisten und Aposteln nach Christi Geburt aus Trieb des Heiligen Geistes in griechischer Sprache geschrieben und der Kirche Christi anvertraut worden sind.

Eph. 2,19.20: So seid ihr nun nicht mehr Gäste und Fremdlinge, sondern Bürger mit den Heiligen und Gottes Hausgenossen, erbaut auf den Grund der Apostel und Propheten, da Jesus Christus der Eckstein ist.

* 12.(12.) Zähle die Bücher des Neuen Testamentes auf!

Die geschichtlichen Bücher

a) Die Evangelien

Evangelium nach Matthäus 28 Kapitel

Evangelium nach Markus 16 Kapitel

Evangelium nach Lukas 24 Kapitel

Evangelium nach Johannes 21 Kapitel

b) Die Kirchengeschichte

Apostelgeschichte des Lukas 28 Kapitel

Die Lehrbücher

a) Die dreizehn Briefe des Paulus

Der Brief an die Römer 16 Kapitel

Der 1. Brief an die Korinther 16 Kapitel

Der 2. Brief an die Korinther 13 Kapitel

Der Brief an die Galater 6 Kapitel

Der Brief an die Epheser 6 Kapitel

Der Brief an die Philipper 4 Kapitel

Der Brief an die Kolosser 4 Kapitel

Der 1. Brief an die Thessalonicher 5 Kapitel

Der 2. Brief an die Thessalonicher 3 Kapitel

Die Pastoralbriefe

Der 1. Brief an Timotheus 6 Kapitel

Der 2. Brief an Timotheus 4 Kapitel

Der Brief an Titus 3 Kapitel

Der Brief an Philemon 1 Kapitel

b) Die allgemeinen Briefe

Der 1. Brief des Petrus 5 Kapitel

Der 2. Brief des Petrus 3 Kapitel

Der 1. Brief des Johannes 5 Kapitel

Der 2. Brief des Johannes 1 Kapitel

Der 3. Brief des Johannes 1 Kapitel

Der Brief an die Hebräer 13 Kapitel

Der Brief des Jakobus 5 Kapitel

Der Brief des Judas 1 Kapitel

Das prophetische Buch

Die Offenbarung Jesu Christi an Johannes 22 Kapitel

* 13.(23.) Mit welchen Gründen beweist man, dass die Heilige Schrift, welche aus diesen prophetischen und apostolischen Büchern besteht, unzweifelhaft Gottes Wort sei?

Es ist diese Heilige Schrift:

1. nach ihrem eigenen Zeugnis von Gott eingegeben und unwandelbar, irrtumslos;

2. die allerälteste;

3. in einer ganz besonderen Redeweisen geschrieben;

4. voll der tiefsten Geheimnisse, welche eine himmlische Erhabenheit zu erkennen geben;

5. voll rein göttlicher Weissagungen und deren endlicher Erfüllung;

6. mit wunderbarer Übereinstimmung aller Stücke der prophetischen und apostolischen Lehre zusammengefügt;

7. mit allseitiger Vollkommenheit dazu angetan, im Glauben und christlichen Wandel zu unterrichten, jeglichen Irrtum dagegen zu widerlegen;

8. mit wunderbarer Kraft und Wirkung ausgerüstet, der Menschen Herzen zu bewegen, den Glauben zu entzünden und zu stärken, die Frommen zu trösten und zu regieren;

9. vom Heiligen Geist in den Herzen der Gläubigen versiegelt;

10. durch erstaunliche Wunder und den Märtyrertod der Heiligen bestätigt;

11. in stetiger Einhelligkeit der ganzen Kirche und aller einzelnen Frommen in der ganzen Welt angenommen und erhalten;

12. auch selbst von Feinden und durch das Zeugnis ungläubiger Schriftsteller anerkannt worden.

Diese und andere unzweifelhafte Kennzeichen beweisen, dass die Heilige Schrift von Gott eingegeben ist.

2 Tim. 3,14-17: Du aber bleibe in dem, was du gelernet hast und dir vertrauet ist, denn du weißt, von wem du gelrnet hast. Und weil du von Kind auf die Heilige Schrift weißt, kann dich dieselbe unterweisen zur Seligkeit durch den Glauben an Christus Jesus. Denn alle Schrift, von Gott eingegeben, ist nütze zur Lehre, zur Strafe, zur Besserung, zur Züchtigung in der Gerechtigkeit, dass ein Mensch Gottes sei vollkommen, zu allem guten Werk geschickt.

Joh. 10,35: Und die Schrift kann doch nicht gebrochen werden.

Joh. 5,39: Suchet in der Schrift; denn ihr meinet, ihr habt das ewige Leben darinnen; und sie ist’s, die von mir zeuget.

Joh. 20,31: Diese aber sind geschrieben, dass ihr glaubet, Jesus sei Christus, der Sohn Gottes, und dass ihr durch den Glauben das Leben habet in seinem Namen.

Röm. 15,4: Was aber zuvor geschrieben ist, das ist uns zur Lehre geschrieben, auf dass wir durch Geduld und Trost der Schrift Hoffnung habne.

Röm. 1,16.17: Denn ich schäme mich des Evangeliums von Christus nicht; denn es ist eine Kraft Gottes, die da selig machet alle, die daran glauben, die Juden vornehmlich und auch die Griechen.

1 Petr. 1,23: Als die da wiederum geboren sind, nicht aus vergänglichem, sondern aus unvergänglichem Samen, nämlich aus dem lebendigen Wort Gottes, das da ewiglich bleibet.

+* 14.(29.) Wie muss man mit dem Wort Gottes recht umgehen?

1. Man muss es fleißig und unter Gebet lesen, mit der aufrichtigen Begierde, die göttliche Wahrheit zu erkennen.

Apg. 17,11: Sie forschten täglich in der Schrift, ob sich’s also verhielte.

2. Man muss den festen Vorsatz haben, sich in allem nach Gottes Wort und Willen gehorsam zu richten.

Joh. 7,17: So jemand will des Willen tun, der wird inne werden, ob diese Lehre von Gott sei, oder ob ich von mir selbst rede.

* 15.(30.) Dürfen nun auch die Laien die Heilige Schrift lesen?

Warum denn nicht? Es heißt ja

1. Christus alle ohne Unterschied in der Schrift forschen.

Joh. 5,39: Suchet in der Schrift; denn ihr meinet, ihr habt das ewige Leben darinnen; und sie ist’s, die von mir zeuget.

2. Steht von den Beroensern geschrieben, dass sie täglich in der Schrift geforscht haben, ob sich das also verhielte, was Paulus ihnen verkündigt hatte, Apg. 17,11.

Apg. 17,11: Denn sie (die Beröer) waren die edelsten unter denen zu Thessalonich; die nahmen das Wort auf ganz williglich und forschten täglich in der Schrift, ob sich’s so verhielte.

3. Die Apostel haben ihre Briefe geschrieben an ganze Gemeinden und an alle berufenen Heiligen, Röm. 1,7; an alle heiligen Brüder, 1 Thess. 5,17; 1 Kor. 1,2; Gal. 1,2; 1 Petr. 1,1; auch an Väter, Kinder, Jünglinge usw., 1 Joh. 2,13 ff.

Röm. 1,7: Allen, die zu Rom sind, den Liebsten Gottes und berufenen Heiligen: Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserm Vater, und dem Herrn Jesus Christus.

1. Thess. 5,27: Ich beschwöre euch bei dem Herrn, dass ihr diese Epistel lesen lasset allen heiligen Brüdern.

Kol. 4,16: Und wenn die Epistel bei euch gelesen ist, so schaffet, dass sie auch in der Gemeinde zu Laodicea gelesen werde, und dass ihr die von Laodicea leset.

1. Joh. 2,13: Ich schreibe euch Vätern, den ihr kennet den, der von Anfang ist. Ich schreibe euch Jünglingen, denn ihr habt den Bösewicht überwunden. Ich schreibe euch Kindeern, denn ihr kennet den Vater.

4. Dieselben wollen, dass das Wort Gottes unter allen mit aller Weisheit wohne. Also sollen alle ohne Unterschied die Schrift lesen.

Kol. 3,16: Lasset das Wort Christi unter euch reichlich wohnen in aller Weisheit. Lehret und vermahnet euch selbst mit Psalmen und Lobgesängen und geistlichen lieblichen Liedern und singet dem Herrn in eurem Herzen.

* 16.(31.) Ist nun aber die Schrift etwa dunkel und kann sie darum von den Laien nicht leicht verstanden werden?

Zwar ist sie uns um unsrer Unwissenheit willen an manchen Stellen dunkel und wegen ihrer Redeweise schwer zu verstehen. Doch können diese sowohl durch deutlichere erhellt als auch erklärt werden. Aber in dem, was zur Unterweisung im Glauben und Leben gehört, ist sie so klar und deutlich, dass sie von allen sowohl gelesen als auch verstanden werden kann.

Ps. 119,105: Dein Wort ist meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Wege.

2 Petr. 1,19.20: Wir haben ein festes prophetisches Wort, und ihr tut wohl, dass ihr darauf achtet als auf ein Licht, das da scheinet in einem dunklen Ort, bis der Tag anbreche, und der Morgenstern aufgehe in euren Herzen. Und das sollt ihr auf’s erste wissen, dass keine Weissagung in der Schrift geschieht aus eigener Auslegung.

2 Kor. 3,16: Wenn es aber sich bekehrete zu dem Herrn, so würde die Decke abgetan.

2 Kor. 4,4.6: Bei welchen der Gott dieser Welt der Ungläubigen Sinn verblendet hat, dass sie nicht sehen das helle Licht des Evangeliums von der Klarheit Christi, welcher ist das Ebenbild Gottes... Denn Gott, der da hieß das Licht aus der Finsternis hervorleuchten, der hat einen hellen Schein in unsere Herzen gegeben, dass durch uns entstünde die Erleuchtung von der Erkenntnis der Klarheit Gottes in dem Angesichte Jesu Christi.

Ps. 19,8.9: Das Gesetz des Herrn ist ohne Wandel und erquicket die Seele. Das Zeugnis des Herrn ist gewiss und machet die Albernen weise. Die Befehle des Herrn sind richtig und erfreuen das Herz. Die Gebote des Herrn sind lauter und erleuchten die Augen.

Röm. 2,17.18: Siehe aber zu, du heißest ein Jude und verlässest dich aufs Gesetz und rühmest dich Gottes und weißt seinen Willen, und weil du aus dem Gesetz unterichtet bist, prüfest du, was das Beste zu tun sei.

Röm. 1,21: Dieweil sie wussten, dass ein Gott ist, und haben ihn nicht gepriesen als einen Gott noch gedanket, sondern sind in ihrem Dichten eitel geworden, und ihr unverständiges Herz ist verfinstert.

Eph. 5,8: Denn ihr waret einst Finsternis; nun aber seid ihr ein Licht in dem Herrn.

Joh. 3,19.20: Das ist aber das Gericht, dass das Licht in die Welt gekommen ist, und die Menschen liebten die Finsternis mehr als das Licht; denn ihre Werke waren böse. Wer Arges tut, der hasset das Licht und kommt nicht an das Licht, auf dass seine Werke nicht gestraft werden.

2. Kor. 4,3.4: Ist nun unser Evangelium verdeckt, so ist’s in denen, die verloren werden, verdeckt. Bei welchen der Gott dieser Welt der Ungläubigen Sinn verblendet hat, dass sie nicht sehen das helle Licht des Evangeliums von der Klarheit Christi, welcher ist das Ebenbild Gottes.

1. Thess. 5,20: Die Weissagung verachtet nicht.

Röm. 12,7: So jemand Weissagung hat, die sei dem Glauben ähnlich.

17.(32.) Du hast gesagt, man müsse die dunklen und schwierigeren Stellen der Schrift durch deutlichere erklären: Woher ist aber diese Erklärung und Auslegung zu nehmen?

Nicht aus den eigenen Gedanken und vorgefassten Meinungen eines Jeden, 2 Petr. 1,20, sondern aus dem Text der Schrift selbst muss sie genommen werden.

* 18.(33.) Welche Regeln sind bei einer rechten Schriftauslegung zu beachten?

Vornehmlich sieben:

1. Alle Schriftauslegung soll dem Glauben gemäß und entsprechend sein.

Röm. 12,7: Hat jemand Weissagung, so sei sie dem Glauben ähnlich.

2. Alle Auslegung der Schrift soll auf die Verherrlichung Gottes und die Erbauung des Nächsten als ihr Ziel gerichtet sein.

1 Kor. 10,31: Ihr esset nun oder trinket, oder was ihr tut, so tut es alles zu Gottes Ehre.

1 Kor. 14,26: Wie ist es denn nun, liebe Brüder? Wenn ihr zusammenkommt, so hat ein jeglicher Psalmen, er hat eine Lehre, er hat Zungen, er hat Offenbarung, er hat Auslegung. Lasset es alles geschehen zur Besserung!

3. In der Schriftauslegung soll man immer an der Eigentümlichkeit des Ausdrucks und an dem buchstäblichen Wortverstand festhalten.

4. Der Zweck des Vorhergehenden und des Nachfolgenden und anderer Umstände muss unter Vergleichung anderer Stellen genau in Betracht gezogen werden.

(Umstände der Person, der Zeit, des Ortes, des Endzwecks, der Materie)

5. Ein jeder Glaubenslehrsatz muss nach den eigentlichen Grundstellen, das heißt denjenigen, wo er ausgesprochenermaßen abgehandelt wird, beurteilt werden.

6. Dunklere Schriftaussprüche sind aus deutlicheren zu erklären.

7. Die Minderzahl der Sprüche ist nach der Mehrzahl zu erklären.

* 19.(34.) Wer soll aber in Glaubensstreitigkeiten Richter sein?

Der oberste Richter ist der Heilige Geist, und die Stimme des obersten Richters soll die Heilige Schrift selbst sein. Denn nicht nur sind in dieser alle Streitfragen endgültig entschieden, sondern es haben auch alle Heiligen zu allen Zeiten alle Streitigkeiten nach derselben erledigt.

* 20.(35.) Wie beweist du das?

Ich beweise es

1. mit dem Beispiel Christi, der den Satan, als er die Schrift verfälschte, Matth. 4,7; die Pharisäer in Betreff der Ehescheidung Matth. 19,4; die Sadduzäer in Betreff der Totenauferstehung Matth. 22,29 aus der Schrift widerlegt;

2. mit dem Beispiel der Apostel, welche die Juden, da sie die Auferstehung Jesu leugnen, aus der Schrift überweisen, Apg 2,25 und sonst öfters;

3. mit dem Beispiel der allgemeinen Kirchenversammlungen, welche alle Ketzereien, die arianische, die nestorianische, die eutychianische, die mazedonische und andre aus der Schrift widerlegt haben.

* 21. Ist die Heilige Schrift auch vollkommen?

Ja, denn sie enthält alles, was zum Glauben und zur Erlangung des ewigen Lebens und zu einem wahrhaft frommen Leben notwendig ist. Daher irren die Römisch-Katholischen, welche dafür streiten, dass die Schrift unzureichend und nicht alles zum seligmachenden Glauben Notwendige darin enthlten sei, sondern aus den ungeschriebenen Traditionen (das heißt, Überlieferungen) genommen werden müsse.

2. Tim. 3,15-17: Und weil du von Kind auf die Heilige Schrift weißt, kann dich dieselbige unterweisen zur Seligkeit durch den Glauben an Christum JEsum. Denn alle Schrift, von GOtt eingegeben, ist nutze zur Lehre, zur Strafe, zur Besserung, zur Züchtigung in der Gerechtigkeit, daß ein Mensch GOttes sei vollkommen, zu allem guten Werk geschickt.

5. Mose 4,2: Ihr sollt nichts dazu tun, das ich euch gebite, und sollst auch nichts davon tun, auf dass ihr bewahren möget die Gebote des Herrn, eures Gottes, die ich euch gebiete.

Offenb. 22,18-19: Ich bezeuge aber allen, die da hören die Worte der Weissagung in diesem Buch: So jemand dazusetzt, so wird GOtt zusetzen auf ihn die Plagen, die in diesem Buch geschrieben stehen. Und so jemand davontut von den Worten des Buchs dieser Weissagung, so wird GOtt abtun sein Teil vom Baum des Lebens und von der heiligen Stadt und von dem, was in diesem Buch geschrieben stehet.

Joh. 16,12.13: Ich habe euch noch viel zu sagen; aber ihr könnet’s jetzt nicht tragen. Wenn aber jener, der Geist der Wahrheit, kommen wird, der wird euch in alle Wahrheit leiten. Denn er wird nicht von ihm selber reden, sondern was er hören wird, das wird er reden, und was zukünftig ist, wird er euch verkündigen.

Matth. 15,1-9: Da kamen zu ihm die Schriftgelehrten und Pharisäer von Jerusalem und sprachen: Warum übertreten deine Jünger der Ältesten Aufsätze? Sie waschen ihre Hände nicht, wenn sie Brot essen. Er antwortete und sprach zu ihnen: Warum übertretet denn ihr GOttes Gebot um eurer Aufsätze willen? GOtt hat geboten: Du sollst Vater und Mutter ehren; wer aber Vater und Mutter flucht, der soll des Todes sterben. Aber ihr lehret: Wer zum Vater oder zur Mutter spricht: Wenn ich’s opfere, so ist’s dir viel nützer, der tut wohl. Damit geschiehet es, daß niemand hinfort seinen Vater oder seine Mutter ehret; und habt also GOttes Gebot aufgehoben um eurer Aufsätze willen. Ihr Heuchler, es hat wohl Jesaja von euch geweissaget und gesprochen: Dies Volk nahet sich zu mir mit seinem Munde und ehret mich mit seinen Lippen, aber ihr Herz ist ferne von mir. Aber vergeblich dienen sie mir, dieweil sie lehren solche Lehren, die nichts denn Menschengebot sind.

+* 22.(43.) Zähle mir nun alle Hauptstücke der christlichen Lehre auf, welche in der Schrift enthalten sind.

Es sind sechs Hauptstücke, die die Zusammenfassung der christlichen Religion ausmachen:

I. die Zehn Gebote.

II. Das Apostolische Glaubensbekenntnis oder die drei Artikel des christlichen Glaubens.

III. Das Gebet des Herrn.

IV. Das Sakrament der Heiligen Taufe.

V. Das Amt der Schlüssel

VI. Das Sakrament des Heiligen Abendmahls.

+* 23.(44.) Wozu dienen diese einzelnen Hauptstücke im Allgemeinen?

Dazu, dass wir erkennen:

1. wer und wie wir beschaffen sind und wie wir mit Gott, unserm Herrn, stehen;

2. wer und wie Gott, unser Herr, beschaffen ist, und wie wir mit ihm versöhnt und vereinigt werden können.

* Joh. 5,39: Suchet in der Schrift; denn ihr meinet, ihr habt das ewige Leben darinnen; und sie ist’s, die von mir zeuget.

* Luk. 11,28: Selig sind, die das Wort Gottes hören und bewahren.

Jak. 1,22-24: Seid aber Täter des Worts und nicht Hörer allein, damit ihr euch selbst betrüget. Denn so jemand ist ein Hörer des Worts und nicht ein Täter, der ist gleich einem Mann, der sein leiblich Angesicht im Spiegel beschauet; denn nachdem er sich beschauet hat, gehet er von Stund’ an davon und vergisset, wie er gestaltet war.

III. DER KATECHISMUS ERKLAERT

ERSTES HAUPTSTUECK:

VON DEN ZEHN GEBOTEN ODER DEM GESETZ

Vom Gesetz im Allgemeinen

+* 24.(45.) Was sind die Zehn Gebote?

Sie sind die feierliche Wiederholung und Erklärung des göttlichen Gesetzes, welches einst bei der Schöpfung den Herzen der Menschen eingepflanzt worden ist, welche Wiederholung und Erklärung von Gott selbst auf dem Berge Sinai auf steinerne Tafeln geschrieben und von Mose als eine Richtschnur des Lebens verkündigt worden ist.

* Röm. 2,14.15: So die Heiden, die das Gesetz nicht haben, und doch von Natur tun des Gesetzes Werk, dieselben, dieweil sie das Gesetz nicht haben, sind sie sich selbst ein Gsetz, damit, dass sie beweisen, des Gesetzes Werk sei beschrieben in ihrem Herzen, da ihr Gewissen sie bezeugt, dazu auch die Gedanken, die sich unter einander verklagen und entschuldigen.

2. Mose 19,1-20,20: Im dritten Mond nach dem Ausgang der Kinder Israel aus Ägyptenland kamen sie dieses Tages in die Wüste Sinai. Denn sie waren ausgezogen von Raphidim und wollten in die Wüste Sinai; und lagerten sich in der Wüste daselbst gegen dem Berg. Und Mose stieg hinauf zu GOtt. Und der HErr rief ihm vom Berge und sprach: So sollst du sagen zu dem Hause Jakob und verkündigen den Kindern Israel: Ihr habt gesehen, was ich den Ägyptern getan habe, und wie ich euch getragen habe auf Adlersflügeln und habe euch zu mir gebracht. Werdet ihr nun meiner Stimme gehorchen und meinen Bund halten, so sollt ihr mein Eigentum sein vor allen Völkern; denn die ganze Erde ist mein. Und ihr sollt mir ein priesterlich Königreich und ein heiliges Volk sein. Das sind die Worte, die du den Kindern Israel sagen sollst. Mose kam und forderte die Ältesten im Volk und legte ihnen alle diese Worte vor, die der HErr geboten hatte. Und alles Volk antwortete zugleich und sprachen: Alles, was der HErr geredet hat, wollen wir tun. Und Mose sagte die Rede des Volks dem HErrn wieder. Und der HErr sprach zu Mose: Siehe, ich will zu dir kommen in einer dicken Wolke, auf daß dies Volk meine Worte höre, die ich mit dir rede, und glaube dir ewiglich. Und Mose verkündigte dem HErrn die Rede des Volks. Der HErr sprach zu Mose: Gehe hin zum Volk und heilige sie heute und morgen, daß sie ihre Kleider waschen. und bereit seien auf den dritten Tag. Denn am dritten Tage wird der HErr vor allem Volk herabfahren auf den Berg Sinai. Und mache dem Volk ein Gehege umher und sprich zu ihnen: Hütet euch, daß ihr nicht auf den Berg steiget, noch sein Ende anrühret; denn wer den Berg anrühret, soll des Todes sterben. Keine Hand soll ihn anrühren, sondern er soll gesteinigt oder mit Geschoß erschossen werden; es sei ein Tier oder Mensch, so soll er nicht leben. Wenn es aber lange tönen wird, dann sollen sie an den Berg gehen. Mose stieg vom Berge zum Volk und heiligte sie, und sie wuschen ihre Kleider. Und er sprach zu ihnen: Seid bereit auf den dritten Tag, und keiner nahe sich zum Weibe. Als nun der dritte Tag kam und Morgen war, da hub sich ein Donnern und Blitzen und eine dicke Wolke auf dem Berge und ein Ton einer sehr starken Posaune. Das ganze Volk aber, das im Lager war, erschrak. Und Mose führete das Volk aus dem Lager GOtt entgegen; und sie traten unten an den Berg. Der ganze Berg aber Sinai rauchte, darum daß der HErr herab auf den Berg fuhr mit Feuer; und sein Rauch ging auf wie ein Rauch vom Ofen, daß der ganze Berg sehr bebete. Und der Posaunen Ton ward immer stärker. Mose redete, und GOtt antwortete ihm laut. Als nun der HErr herniederkommen war auf den Berg Sinai, oben auf seine Spitze, forderte er Mose oben auf die Spitze des Berges, und Mose stieg hinauf. Da sprach der HErr zu ihm: Steig hinab und zeuge dem Volk, daß sie nicht herzubrechen zum HErrn, daß sie sehen, und viele aus ihnen fallen. Dazu die Priester, die zum HErrn nahen, sollen sich heiligen, daß sie der HErr nicht zerschmettere. Mose aber sprach zum HErrn: Das Volk kann nicht auf den Berg Sinai steigen; denn du hast uns bezeuget und gesagt: Mache ein Gehege um den Berg und heilige ihn. Und der HErr sprach zu ihm: Gehe hin, steige hinab; du und Aaron mit dir soll heraufsteigen; aber die Priester und das Volk sollen nicht herzubrechen, daß sie hinaufsteigen zu dem HErrn, daß er sie nicht zerschmettere. Und Mose stieg herunter zum Volk und sagte es ihnen. Und GOtt redete alle diese Worte: Ich bin der HErr, dein GOtt, der ich dich aus Ägyptenland, aus dem Diensthause, geführet habe. Du sollst keine andern Götter neben mir haben. Du sollst dir kein Bildnis noch irgend ein Gleichnis machen weder des, das oben im Himmel, noch des, das unten auf Erden, oder des, das im Wasser unter der Erde ist. Bete sie nicht an und diene ihnen nicht. Denn ich, der HErr, dein GOtt, bin ein eifriger GOtt, der da heimsuchet der Väter Missetat an den Kindern bis in das dritte und vierte Glied, die mich hassen, und tue Barmherzigkeit an vielen Tausenden, die mich liebhaben und meine Gebote halten. Du sollst den Namen des HErrn, deines GOttes, nicht mißbrauchen; denn der HErr wird den nicht ungestraft lassen, der seinen Namen mißbraucht. Gedenke des Sabbattages, daß du ihn heiligest. Sechs Tage sollst du arbeiten und alle deine Dinge beschicken; aber am siebenten Tage ist der Sabbat des HErrn, deines GOttes. Da sollst du kein Werk tun, noch dein Sohn, noch deine Tochter, noch dein Knecht, noch deine Magd, noch dein Vieh, noch dein Fremdling, der in deinen Toren ist. Denn in sechs Tagen hat der HErr Himmel und Erde gemacht und das Meer und alles, was drinnen ist, und ruhete am siebenten Tage. Darum segnete der HErr den Sabbattag und heiligte ihn. Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren, auf daß du lange lebest im Lande, das dir der HErr, dein GOtt gibt. Du sollst nicht töten. Du sollst nicht ehebrechen. Du sollst nicht stehlen. Du sollst kein falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten. Laß dich nicht gelüsten deines Nächsten Hauses. Laß dich nicht gelüsten deines Nächsten Weibes, noch seines Knechts, noch seiner Magd, noch seines Ochsen, noch seines Esels, noch alles, das dein Nächster hat. Und alles Volk sah den Donner und Blitz und den Ton der Posaune und den Berg rauchen. Da sie aber solches sahen, flohen sie und traten von ferne; und sprachen zu Mose: Rede du mit uns, wir wollen gehorchen, und laß GOtt nicht mit uns reden, wir möchten sonst sterben. Mose aber sprach zum Volk: Fürchtet euch nicht; denn GOtt ist kommen, daß er euch versuchte, und daß seine Furcht euch vor Augen wäre, daß ihr nicht sündiget.

Vergl. Apg. 7,53: Ihr habt das Gesetz empfangen durch der Engel Geschäfte.

+* 25.(46.) Was ist denn aber im Allgemeinen das Gesetz?

Das Gesetz ist eine Lehre, welche eine Richtschnur enthält für die Werke und Handlungen, die Gott von den Menschen getan oder nicht getan wissen will.

+* 26.(47.) Wie vielfacher Art ist das Gesetz?

Dreifacher Art: das Moral- oder Sittengesetz; das Zeremonial- oder das auf den Gottesdienst sich beziehende Gesetz und das Judicial- oder bürgerliche Gesetz.

5 Mose 6,1:

+* 27.(48.) Was ist das Moralgesetz?

Das Moralgesetz ist eine Lehre, welche, den Menschen gleich bei der Schöpfung ins Herz geschrieben, hernach in den Zehn Geboten wiederholt und erklärt, allen Menschen insgesamt den Weg zeigt, wie sie ein gerechtes und züchtiges Leben führen sollen, und dieselben entweder zum vollkommensten Gehorsam oder widrigenfalls zur Strafe verbindlich macht.

Röm. 1,18-21: Denn Gottes Zorn vom Himmel wird offenbart über alles gottlose Wesen und Ungerechtigkeit der Menschen, die die Wahrheit in Ungerechtigkeit aufhalten. Denn dass man weiß, dass Gott sei, ist ihnen offenbar; denn Gott hat es ihnen offenbart damit, dass Gottes unsichtbares Wesen, das ist, seine ewige Kraft und Gottheit, wird ersehen, so man des wahrnimmt an den Werken, nämlich an der Schöpfung der Welt, also dass sie keine Entschuldigung haben, dieweil sie wussten, dass ein Gott ist, und haben ihn nicht gepriesen als einen Gott noch gedanket, sondern sind in ihrem Dichten eitel geworden, und ihr unverständies Herz ist verfinstert.

Röm. 2,14.15: Denn so die Heiden, die das Gesetz nicht haben und doch von Natur tun des Gesetzes Werk, dieselben, dieweil sie das Gesetz nicht haben, sind sie sich selbst ein Gesetz damit, dass sie beweisen, des Gesetzes Werk sei beschrieben in ihrem Herzen, denn ihr Gewissen sie bezeuget, dazu auch die Gedanken, die sich untereinander verklagen oder entschuldigen.

3 Mose 18,5: Darum sollt ihr meine Satzungen halten und meine Rechte. Denn welcher Mensch dieselben tut, der wird dadurch leben; denn ich bin der Herr.

Gal. 3,10: Verflucht sei jedermann, der nicht bleibet in alldem, das geschrieben stehet in dem Buch des Gesetzes, dass er’s tue!

* 28.(49.) Was ist das Zeremonialgesetz?

Das Zeremonialgesetz war eine göttliche Verordnung, welche sich auf die Opfergebräuche, den Zeremoniendienst und die äußere Ordnung des ganzen levitischen Gottesdienstes bezog. Siehe 3 Mose 17; 19; 5 Mose 12; 14; 22.

* 29.(51.) Was ist zu verstehen unter dem bürgerlichen oder Judizialgesetz?

Es war eine göttliche Verordnung, welche festsetzte, wie es mit den Rechtssatzungen, Gerichten und gerichtlichen Streitigkeiten im ganzen jüdischen Staate gehalten werden solle.

+* 30.(53.) Sollten aber etwa diese Zeremonial- und bürgerlichen Gesetze dauernde Geltung haben?

Nein, sondern nur eine gewisse Zeit lang bis zur Ankunft Christi im Fleisch; nach seiner Erscheinung sind sie abgeschafft worden.

+* 31.(56.) Ist aber etwa auch das Sittengesetz gleichermaßen aufgehoben worden?

Es ist allerdings aufgehoben,

1. sofern die Gerechtigkeit aus demselben kommt,

Gal. 3,21: Wie? Ist denn das Gesetz gegen Gottes Verheißungen? Das sei ferne! Wenn aber ein Gesetz gegeben wäre, das da könnte lebendig machen, so käme die Gerechtigkeit wahrhaftig aus dem Gesetze.

2. seinem Fluche nach in Christus,

Gal. 3,13: Christus aber hat uns erlöset von dem Fluch des Gesetzes, da er ward ein Fluch für uns (denn es stehet geschrieben: Verflucht sei jedermann, der am Holz hänget!)

3. der Härte der Anforderung nach,

Gal. 5,18: Regieret euch aber der Geist, so seid ihr nicht unter dem Gesetze.

Röm. 8,1: So ist nun nichts Verdammliches an denen, die in Christus Jesus sind, die nicht nach dem Fleisch wandeln, sondern nach dem Geist.

Nicht aber ist es aufgehoben, was seine Lehre und den Gehorsam gegen dasselbe betrifft: Denn wir sind Schuldner.

Röm. 8,12: So sind wir nun, liebe Brüder, Schuldner nicht dem Fleisch, dass wir nach dem Fleisch leben.

+* 32.(57.) Was für einen Gehorsam fordert also das Sittengesetz von uns?

Es fordert

1. die allervollkommenste und mit dem Willen Gottes aufs genaueste übereinstimmende Beschaffenheit und Richtigkeit aller unserer Kräfte, Bewegungen und Neigungen.

5 Mose 6,5: Und du sollst den Herrn, deinen Gott, liebhaben von ganzem Herzen, von ganzeer Seele, von allem Vermögen.

Es gebietet

2. einen vollkommenen und stetigen Gehorsam.

Es erheischt

3. von uns beides, das innerliche wie das äußerliche Tun.

Matth. 19,16-22: Und siehe, einer trat zu ihm und sprach: Guter Meister, was soll ich Gutes tun, daß ich das ewige Leben möge haben? Er aber sprach zu ihm: Was heißest du mich gut? Niemand ist gut denn der einige Gott. Willst du aber zum Leben eingehen, so halte die Gebote. Da sprach er zu ihm: Welche? Jesus aber sprach: "Du sollst nicht töten; du sollst nicht ehebrechen; du sollst nicht stehlen; du sollst nicht falsch Zeugnis geben; ehre Vater und Mutter;" und: "Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst." Da sprach der Jüngling zu ihm: Das habe ich alles gehalten von meiner Jugend auf; was fehlt mir noch? Jesus sprach zu ihm: Willst du vollkommen sein, so gehe hin, verkaufe, was du hast, und gib's den Armen, so wirst du einen Schatz im Himmel haben; und komm und folge mir nach! Da der Jüngling das Wort hörte, ging er betrübt von ihm, denn er hatte viele Güter.

Luk. 10,25-37: Und siehe, da stand ein Schriftgelehrter auf, versuchte ihn und sprach: Meister, was muß ich tun, daß ich das ewige Leben ererbe? Er aber sprach zu ihm: Wie steht im Gesetz geschrieben? Wie lieset du? Er antwortete und sprach: "Du sollst Gott, deinen HERRN, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von allen Kräften und von ganzem Gemüte und deinen Nächsten als dich selbst." Er aber sprach zu ihm: Du hast recht geantwortet; tue das, so wirst du leben. Er aber wollte sich selbst rechtfertigen und sprach zu Jesus: "Wer ist denn mein Nächster?" Da antwortete Jesus und sprach: Es war ein Mensch, der ging von Jerusalem hinab gen Jericho und fiel unter die Mörder; die zogen ihn aus und schlugen ihn und gingen davon und ließen ihn halbtot liegen. Es begab sich aber ungefähr, daß ein Priester dieselbe Straße hinabzog; und da er ihn sah, ging er vorüber. Desgleichen auch ein Levit; da er kam zu der Stätte und sah ihn, ging er vorüber. Ein Samariter aber reiste und kam dahin; und da er ihn sah, jammerte ihn sein, ging zu ihm, verband ihm seine Wunden und goß darein Öl und Wein und hob ihn auf sein Tier und führte ihn in die Herberge und pflegte sein. Des anderen Tages reiste er und zog heraus zwei Groschen und gab sie dem Wirte und sprach zu ihm: Pflege sein; und so du was mehr wirst dartun, will ich dir's bezahlen, wenn ich wiederkomme. Welcher dünkt dich, der unter diesen Dreien der Nächste sei gewesen dem, der unter die Mörder gefallen war? Er sprach: Der die Barmherzigkeit an ihn tat. Da sprach Jesus zu ihm: So gehe hin und tue desgleichen!

+* 33.(58.) Wo findet man den Inbegriff des Sittengesetzes?

In den heiligen Zehn Geboten, welche Gott dem Mose auf dem Berge Sinai gegeben hat.

+* 34.(59.) Wie werden diese Zehn Gebote eingeteilt?

In zwei Teile, nämlich in zwei Tafeln.

2 Mose 31,18: Und da der Herr ausgeredet hatte mit Mose auf dem Berge Sinai, gab er ihm zwei Tafeln des Zeugnisses; die waren steinern und geschrieben mit dem Finger Gottes.

2. Mose 32,15.16: Mose wandte sich und stieg vom Berge und hatte zwei Tafeln des Zeugnisses in seiner Hand, die waren geschrieben auf beiden Seiten. Und Gott hatte sie selbst gemacht und selbst die Schrift drein gegraben.

5. Mose 4,13: Und der Herr verkündigte euch seinen Bund, den er euch gebot zu tun, nämlich die zehn Worte; und schrieb sie auf zwei steinerne Tafeln.

5. Mose 10,1-4: Zu derselben Zeit sprach der HErr zu mir: Haue dir zwo steinerne Tafeln, wie die ersten, und komm zu mir auf den Berg und mache dir eine hölzerne Lade, so will ich auf die Tafeln schreiben die Worte, die auf den ersten waren, die du zerbrochen hast; und sollst sie in die Lade legen. Also machte ich eine Lade von Föhrenholz und hieb zwo steinerne Tafeln, wie die ersten waren, und ging auf den Berg und hatte die zwo Tafeln in meinen Händen. Da schrieb er auf die Tafeln, wie die erste Schrift war, die zehn Worte, die der HErr zu euch redete aus dem Feuer auf dem Berge, zur Zeit der Versammlung; und der HErr gab sie mir.

Matth. 22,40: In diesen zwei Geboten hanget das ganze Gesetz und die Propheten.

Von der ersten Tafel der heiligen Zehn Gebote im Allgemeinen

+* 35.(61.) Welches ist die erste Tafel?

Es ist diejenige, welche die Gebote enthält, die unmittelbar von dem Dienst und der Liebe zu Gott handeln.

+* 36.(62.) Welches ist die Summa oder Zusammenfassung dieser Tafel?

Wir sollen Gott lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von allen unsern Kräften. Matth. 22,37.

+* 37.(63.) Wie viele Gebote enthält sie?

Die ersten drei.

Das erste Gebot

+* 38.(64.) Welches ist das erste Gebot?

„Du sollst keine anderen Götter haben neben mir!“

+* 39.(65.) Was ist das?

Wir sollen Gott über alle Dinge fürchten, lieben und vertrauen.

+* 40.(66a.) Wer ist denn der Herr?

Niemand anders als der wahre, lebendige Gott, der sich selber in seinem Wort offenbart hat, der Gott Abrahams, der Gott Isaaks, der Gott Jakobs, der Vater unsers Herrn Jesus Christus, unser Herr, Gesetzgeber und Richter.

Jes. 42,8: Ich bin der Herr, das ist mein Name, und will meine Ehre keinem andern geben, noch meinen Ruhm den Götzen.

1. Mose 17,1: Ich bin der allmächtige Gott; wandle vor mir und sei fromm.

+* 41.(66b.) Warum nennt er sich deinen Gott?

Zu bezeugen, dass er’s allein ist und kein Gott außer ihm, und dass er mich je und je geliebt hat und ganz mein eigen sein will, und dass ich ganz sein eigen sein soll und mit Leib und Seele und allem Vermögen ihmallein dienen.

Jer. 31,3: Ich habe dich je und je geliebt, darum habe ich dich zu mir gezogen aus lauter Güte.

Ps. 95,6.7: Kommt, lasst uns anbeten, knien und niederfallen vor dem Herrn, der uns gemacht hat. Denn er ist unser Gott und wir das Volk seiner Weide und Schafe seiner Hand.

+* 42.(67.) Was verstehst du unter anderen Göttern?

Alles das, was sich die Menschen anstatt Gottes erdichten und dem sie, gottloser Weise, die Eigenschaften, Werke und den Dienst des wahren Gottes zueignen, als da sind:

1. die Götzen der Heiden;

1. Kor. 12,2: Ihr wisset, dass ihr Heiden seid gewesen und hingegangen zu den stummen Götzen, wie ihr geführet wurdet.

Ps. 115,3-8: Aber unser GOtt ist im Himmel; er kann schaffen, was er will. Jener Götzen aber sind Silber und Gold, von Menschenhänden gemacht. Sie haben Mäuler und reden nicht; sie haben Augen und sehen nicht; sie haben Ohren und hören nicht; sie haben Nasen und riechen nicht; sie haben Hände und greifen nicht; Füße haben sie und gehen nicht und reden nicht durch ihren Hals. Die solche machen, sind gleich also, und alle, die auf sie hoffen.

2. die Bilder und Schnitzwerke, die man zur Verehrung aufstellt;

2. Mose 20,4.5: Du sollst dir kein Bildnis noch irgendein Gleichnis machen, weder von dem, das oben im Himmel, noch von dem, das unten auf Erden, noch von dem, das im Wasser unter der Erde ist. Bete sie nicht an und diene ihnen nicht.

2. Mose 32,1-5: Da aber das Volk sah, daß Mose verzog, von dem Berge zu kommen, sammelte sich’s wider Aaron und sprach zu ihm: Auf, und mach uns Götter, die vor uns hergehen! Denn wir wissen nicht, was diesem Mann Mose widerfahren ist, der uns aus Ägyptenland geführet hat. Aaron sprach zu ihnen: Reißet ab die güldenen Ohrenringe an den Ohren eurer Weiber, eurer Söhne und eurer Töchter und bringet sie zu mir. Da riß alles Volk seine güldenen Ohrenringe von ihren Ohren und brachten sie zu Aaron. Und er nahm sie von ihren Händen und entwarf es mit einem Griffel und machte ein gegossen Kalb. Und sie sprachen: Das sind deine Götter, Israel, die dich aus Ägyptenland geführet haben! Da das Aaron sah, bauete er einen Altar vor ihm und ließ ausrufen und sprach: Morgen ist des HErrn Fest!

3. die verstorbenen Heiligen, sofern man sie anruft;

Jes. 63,16: Bist du doch unser Vater. Denn Abraham weiß von uns nicht, und Israel kennt uns nicht. Du aber, Herr, bist unser Vater und unser Erlöser; von Alters her ist das dein Name.

Offenb. 19,10: Und ich fiel vor ihn zu seinen Füßen, ihn anzubeten. Und er sprach zu mir: Siehe zu, tue es nicht; ich bin dein Mitknecht und deiner Brüder und derer, die das Zeugnis Jesu haben. Bete Gott an.

4. die Gaben des Geistes und des Leibes und die Glücksgüter, ja alles andere, sofern sich die Menschen darauf verlassen und sich dessen rühmen.

Kol. 3,5: So tötet nun eure Glieder, die auf Erden sind: Hurerei, Unreinigkeit, schändliche Brunst, böse Lust und den Geiz, welcher ist Abgötterei.

Eph. 5,5: Denn das sollt ihr wissen, dass kein Hurer oder Unreiner oder Geiziger (welcher ist ein Götzendiener) Erbe hat an dem Reich Christi und Gottes.

Hiob 31,24: Hab ich das Gold zu meiner Zuversicht gestellt, und zu dem Goldklumpen gesagt: Mein Trost?

Phil. 3,19: Die Feinde des Kreuzes Christi; welcher Ende ist die Verdammnis, welchen der Bauch ihr Gott ist, und ihre Ehre zuschanden wird, derer, die irdisch gesinnet sind.

+* 43.(68.) Was heißt aber: andere Götter haben?

Es heißt: Entweder keinen oder mehrere oder andere außer dem einzigen, wahren, geoffenbarten Gott haben, ihn dafür erkennen, ihm vertrauen und von ihm Hilfe und Beistand ohne wahre Furcht des wahren Gottes bitten und hoffen.

* Ps. 14,1: Die Toren sprechen in ihrem Herzen: Es ist kein Gott. Sie taugen nichts und sind ein Gräuel mit ihrem Wesen.

1. Kor. 8,4-6: So wissen wir nun von der Speise des Götzenopfers, daß ein Götze nichts in der Welt sei, und daß kein anderer GOtt sei ohne der einige. Und wiewohl es sind, die Götter genannt werden, es sei, im Himmel oder auf Erden, sintemal es sind viel Götter und viel Herren: so haben wir doch nur einen GOtt, den Vater, von welchem alle Dinge sind und wir in ihm, und einen HErrn, JEsum Christum, durch welchen alle Dinge sind und wir durch ihn.

1. Joh. 2,23: Wer den Sohn leugnet, der hat auch den Vater nicht.

2. Joh. 9: Wer übertritt und bleibet nicht in der Lehre Christi, der hat keinen Gott; wer in der Lehre Christi bleibet, der hat beide: den Vater und den Sohn.

* Jes. 42,8: Ich, der Herr, das ist mein Name; und will meine Ehre keinem andern geben, noch meinen Ruhm den Götzen.

+* 44.(69.) Was wird also in diesem Gebot verboten?

Dass wir irgendeiner Art von Abgötterei, Bilderdienst, Aberglauben, Anrufung der Heiligen oder anderer Kreaturen ergeben seien oder auf irgendeine Weise unser Vertrauen auf dieselben setzen.

* Matth. 4,10: Du sollst anbeten Gott, deinen Herrn, und ihm allein dienen.

* Matth. 10,28: Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten und die Seele nicht können töten. Fürchtet euch aber vielmehr vor dem, der Leib und Seele verderben kann in der Hölle.

* Matth. 10,37: Wer Vater oder Mutter mehr liebt als mich, der ist mein nicht wert. Und wer Sohn oder Tochter mehr liebt als mich, der ist mein nicht wert.

* Jer. 17,5: Verflucht ist der Mann, der sich auf Menschen verlässt, und hält Fleisch für seinen Arm und mit seinem Herzen vom Herrn weicht.

+* 45.(70.) Was ist also ein Abgott?

Alles, was man mehr fürchtet, mehr liebt und dem man mehr vertraut als dem wahren Gott.

1. Joh. 5,21: Kindlein, hütet euch vor den Abgöttern.

* 46.(71.) Wie kann der Mensch sich selbst zu seinem Abgott machen?

Wenn er sich selbst mehr als Gott liebt, seine eigene Ehre, Nutzen, Lust und Willen sucht, oder auf seine eigene Macht, Weisheit und Verstand traut.

* 1. Petr. 5,5: Gott widerstehet den Hoffärtigen, aber den Demütigen gibt er Gnade.

Phil. 3,19: Welchen der Bauch ihr Gott ist, und deren Ehre zuschanden wird, die irdisch gesinnt sind.

Jer. 9,23.24: So spricht der HErr: Ein Weiser rühme sich nicht seiner Weisheit, ein Starker rühme sich nicht seiner Stärke, ein Reicher rühme sich nicht seines Reichtums, sondern wer sich rühmen will, der rühme sich des, daß er mich wisse und kenne, daß ich der HErr bin, der Barmherzigkeit, Recht und Gerechtigkeit übet auf Erden; denn solches gefällt mir, spricht der HErr.

+* 47.(72.) Was wird hingegen darin geboten?

Dass wir allein den einzigen wahren Gott haben, ihn nach dem geoffenbarten Wort erkennen, über alles fürchten, von ganzem Herzen lieben, ihm allein vertrauen, uns ihm in wahrer Demut und Geduld unterwerfen und alles Gute von ihm allein erwarten.

* Joh. 17,3: Das ist das ewige Leben, dass sie dich, dass du allein wahrer Gott bist, und den du gesandt hast, Jesus Christus, erkennen.

Jer. 9,23.24: So spricht der Herr: Ein Weiser rühme sich nicht seiner Weisheit, ein Starker rühme sich nicht seiner Stärke, ein Reicher rühme sich nicht seines Reichtums; sondern wer sich rühmen will, der rühme sich des, dass er mich wisse und kenne, dass ich der Herr bin, der Barmherzigkeit, Recht und Gerechtigkeit übet auf Erden; denn solches gefällt mir, spricht der Herr.

* Ps. 33,8: Alle Welt fürchte den Herrn, und vor ihm scheue sich alles, was auf dem Erdboden wohnet.

* 1. Mose 39,9: Wie sollt ich denn ein solch großes Übel tun und gegen Gott sündigen?

* Ps. 73,25.26: Wenn ich nur dich habe, so frage ich nicht nach Himmel und Erde. Wenn mir gleich Leib und Seele verschmachtet, so bist du doch, Gott, allezeit meines Herzens Trost und mein Teil.

1. Joh. 2,15-17: Habt nicht lieb die Welt, noch was in der Welt ist. So jemand die Welt liebhat, in dem ist nicht die Liebe des Vaters. Denn alles, was in der Welt ist (nämlich des Fleisches Lust und der Augen Lust und hoffärtiges Leben), ist nicht vom Vater, sondern von der Welt. Und die Welt vergehet mit ihrer Lust; wer aber den Willen GOttes tut, der bleibet in Ewigkeit.

* Spr. 3,5: Verlass dich auf den Herrn von ganzem Herzen, und verlass dich nicht auf deinen Verstand.

* Ps. 118,8.9: Es ist gut, auf den Herrn vertrauen und sich nicht verlassen auf Menschen. Es ist gut, auf den Herrn vertrauen und sich nicht verlassen auf Fürsten.

* Ps. 42,12: Was betrübst du dich, meine Seele, und bist so unruhig in mir? Harre auf Gott; denn ich werde ihm noch danken, dass er meines Angesichts Hilfe und mein Gott ist.

+* 48.(73.) Was heißt, Gott über alle Dinge fürchten?

Wir fürchten Gott über alles, wenn wir kein Ding mehr scheuen als Gottes Ungnade, und lieber Ehre, Gut und Leben verlieren wollen, als Gott erzürnen.

* Ps. 111,10: Die Furcht des Herrn ist der Weisheit Anfang.

* Matth. 10,28: Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten und die Seele nicht können töten. Fürchtet euch aber vielmehr vor dem, der Leib und Seele verderben kann in die Hölle.

* Apg. 5,29: Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen.

* Röm. 8,15: Ihr habt nicht einen knechtischen Geist empfangen, dass ihr euch abermals fürchten müsstet; sondern ihr habt einen kindlichen Geist empfangen, durch welchen wir rufen: Abba, lieber Vater.

+* 49.(74.) Was heißt, Gott über alle Dinge lieben?

Das ganze Herz, Seele und Gemüt zu Gott neigen und mit Lust in seinen Geboten wandeln. Das heißt: Gott, den man nach seinem Wesen, Willen und Wohltaten recht erkannt hat, für das höchste Gut halten, ihm anhangen, in ihm allein sich erfreuen, willig seine Geboten halten, um seinetwillen auch alle Trübsale geduldig ertragen.

* Ps. 73,25.26: Herr, wenn ich nur dich habe, so frage ich nichts nach Himmel und Erde. Wenn mir gleich Leib und Seele verschmachtet, so bist du doch, Gott, allezeit meines Herzens Trost und mein Teil.

* Spr. 23,26: Gib mir, mein Sohn, dein Herz, und lass deinen Augen meine Wege wohlgefallen.

* 1. Joh. 4,19: Lasset uns ihn lieben, denn er hat uns zuerst geliebt.

* 1. Joh. 5,3: Das ist die Liebe zu Gott, dass wir seine Gebote halten; und seine Gebote sind nicht schwer.

+* 50.(75.) Was heißt, Gott über alle Dinge vertrauen?

Immer mit ganzem Herzen sich auf ihn allein verlassen und alles Gute für Seele und Leib nur von ihm und seiner Güte erwarten.

* Ps. 37,4.5: Habe deine Lust am Herrn, der wird dir geben, was dein Herz wünschet. Befiehl dem Herrn deine Wege und hoffe auf ihn; er wird’s wohl machen.

* Ps. 91,1.2: Wer unter dem Schirm des Höchsten sitzt und unter dem Schatten des Allmächtigen bleibt, der spricht zu dem Herrn: Meine Zuversicht und meine Burg, mein Gott, auf den ich hoffe.

* 1. Petr. 5,7: Alle eure Sorge werfet auf ihn, denn er sorget für euch.

Spr. 3,5: Verlass dich auf den Herrn von ganzem Herzen, und verlass dich nicht auf deinen Verstand.

Ps. 118,8.9: Es ist gut, auf den Herrn vertrauen und nicht sich verlassen auf Menschen. Es ist gut, auf den Herrn vertrauen und nicht sich verlassen auf Fürsten.

Jes. 40,31: Die auf den Herrn harren, kriegen neue Kraft, dass sie auffahren mit Flügeln wie Adler, dass sie laufen und nicht matt werden, dass sie wandeln und nicht müde werden.

Hebr. 10,35: Werfet euer Vertrauen nicht weg, welches eine große Belohnung hat.

* 51.(76.) Warum sollen wir Gott über alle Dinge vertrauen?

Weil er allmächtig, allgütig und wahrhaftig ist und also allezeit helfen kann und will.

Hebr. 13,5: Er hat gesagt: Ich will dich nicht verlassen noch versäumen.

Jes. 49,15.16: Kann auch ein Weib ihres Kindes vergessen, dass sie sich nicht erbarme über den Sohn ihres Leibes? Und ob sie desselben vergäße, so will ich doch dein nicht vergessen. Siehe, in die Hände habe ich dich gezeichnet.

52.(77.) Ehe ich zum zweiten Gebot übergehe, muss ich fragen: Woher kommt es, dass du nicht alle Worte der heiligen Zehn Gebote mit ebensoviel Worten hersagst wie Gott selbst eigenhändig in die steinernen Tafeln eingeschrieben und Mose auch auf Gottes Befehl verkündigt hat?

Es ist dies nicht gerade nötig:

Weil 1. einiges in den Zehn Geboten enthalten ist, was nicht alle Menschen insgesamt und schlechthin verpflichtet, sondern nur die Juden und das mosaische Staatswesen angeht;

Weil 2. einiges dem Sinne nach dasselbe ist, und es daher nicht nötig ist, eben dieses ganz genau und Wort für Wort herzusagn.

53.(78.) Welches sind diese Stücke?

Im ersten Gebot sind es diese Worte:

1. „Ich bin der Herr, dein Gott, der ich dich aus Ägyptenland, aus dem Diensthause, geführt habe.“ 2. Mose 20,2.

2. „Du sollst dir kein Bildnis noch irgendein Gleichnis machen, weder von dem, das oben im Himmel ist, noch von dem, das unten auf Erden ist, noch von dem, das im Wasser unter der Erde ist. Bete sie nicht an und diene ihnen nicht.“ 2. Mose 20,4.5.

54.(79.) Warum wird dies aber weggelassen?

1. Weil die Ausführung aus Ägypten eine leibliche Wohltat war, die allein die Juden betraf; daher sie die Christen nicht mehr angeht;

2. weil das Gebot, die Bilder nicht anzubeten und zu verehren, im Allgemeinen in den Worten enthalten ist: „Du sollst keine anderen Götter haben neben mir.“

55.(80.) Sollte aber jenes Gebot von den Bildern nicht etwa ein besonderes und der Ordnung nach das zweite Gebot sein?

Welches das erste oder welches das zweite oder das dritte Gebot sei, hat weder Gott noch Mose angezeigt; wir wissen nur, dass es zehn sind.

2 Mose 34,28: Und ere war allda bei dem Herrn vierzig Tage und vierzig Nächte und aß kein Brot und trank kein Wasser. Und er schrieb auf die Tafeln solchen Bund, die zehn Worte.

5. Mose 4,13: Und Gott verkündigte euch seinen Bund, den er euch gebot zu tun, nämlich die zehn Worte.

56.(81.) Was hältst du demnach von dem Gebot über die Bilder?

Es ist ein Anhang oder eine Erklärung zum ersten Gebot und enthält ein besonderes Beispiel dazu.

57.(82.) Wie beweist du das?

Andere Götter, mögen es nun eigentlich oder uneigentlich so genannte sein, werden im ersten Gebot überhaupt verboten; aber Schnitzwerke und Bilder, die zum Gottesdienst gemacht und gebraucht werden, sind nach dem Zeugnis der Schrift andere Götter; also werden sie auch im ersten Gebot verboten.

58.(85.) Könnten aber nicht die Gebote mit gutem Gewissen vollständig mit denselben Worten hergesagt werden, wie sie bei Mose sich finden?

Allerdings. Aber im ganzen Neuen Testament werden sie nirgends so wiederholt, daher wir mit Recht den Aposteln folgen.

Eph. 6,3: Auf dass dir’s wohl gehe und du lange lebest auf Erden.

Vgl. 2. Mose 20,12: Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren, auf dass du lange lebest im Lande, das dir der Herr, dein Gott, gibt.

Röm. 13,9: Denn das da gesagt ist: Du sollst nicht ehebrechen, du sollst nicht töten, du sollst nicht stehlen, du sollst nicht falsch Zeugnis geben, dich soll nichts gelüsten, und so ein ander Gebot mehr ist, das wird in diesem Wort zusammengefasset: Du sollst dienen Nächsten lieben wie dich selbst.

59.(86.) Was hältst du von den Bildern und Schnitzwerk? Können diese Dinge mit gutem Gewissen geduldet werden?

Wenn man sie ausstellt zum Gottesdienst, zur Verehrung und zum Aberglauben, so sind sie abzuschaffen; ist dies aber nicht der Fall und haben sie nichts Schändliches oder Leichtfertiges an sich, so können sie a) zu heilsamen Erinnerungen; b) zur Erbauung; c) dass man die Geschichten fasse und d) solche im Gedächtnis behalten möge und sodann e) zur Zierde – geduldet werden.

Das zweite Gebot

+* 60.(96.) Welches ist das zweite Gebot?

Du sollst den Namen des Herrn, deines Gottes, nicht unnütz führen.

+* 61.(97.) Was ist das?

Wir sollen Gott fürchten und lieben, dass wir bei seinem Namen nicht fluchen, schwören, zaubern, lügen oder trügen, sondern denselben in allen Nöten anrufen, beten, loben und danken.

+* 62.(98.) Was bedeutet der Name Gottes?

1. Gott selbst,

2. Mose 3,13-15: Mose sprach zu Gott: Siehe, wenn ich zu den Kindern Israel komme und spreche zu ihnen: Der Gott eurer Väter hat mich zu euch gesandt, und sie mir sagen werden: Wie heißt sein Name? was soll ich ihnen sagen? Gott sprach zu Mose: ICH WERDE SEIN, DER ICH SEIN WERDE. Und sprach: Also sollst du den Kindern Israel sagen: ICH WERDE SEIN hat mich zu euch gesandt. Und Gott sprach weiter zu Mose: Also sollst du den Kindern Israel sagen: Der HERR, eurer Väter Gott, der Gott Abrahams, der Gott Isaaks, der Gott Jakobs, hat mich zu euch gesandt. Das ist mein Name ewiglich, dabei soll man mein Gedenken für und für.

2. Mose 15,3: Der Herr ist der rechte Kriegsmann. Herr ist sein Name.

2. Gottes Eigenschaften,

2. Mose 34,5-7: Da kam der Herr herinieder in einer Wolke und trat daselbst bei ihn und predigte von des Herrn Namen. Und da der Herr vor seinem Angesicht vorüber ging, rief er: Herr, Herr Gott, barmherzig und gnädig und geduldig und von großer Gnade und Treue; der du beweiest Gnade in tausend Glied und vergibst Missetat, Übertretung und Sünde, und vor welchem niemand unschuldig ist; der du die Missetat der Väter heimsuchest auf Kinder und Kindeskinder bis ins dritte und vierte Glied.

3. Gottes Willen oder Gebot,

5. Mose 18,19: Und wer meine Worte nicht hören wird, die er in meinem Namen reden wird, von dem will ich’s fordern.

4. Alles das, was in der Schrift von Gott geoffenbaret ist und zu seiner Erkenntnis, Verehrung, Ruhm, Lob und Bekenntnis dient.

Ps. 48,11: Gott, wie dein Name, so ist auch dein Ruhm, bis an der Welt Ende; deine Rechte ist voll Gerechtigkeit.

Micha 4,5: Denn ein jegliches Volk wird wandeln im Namen seines Gottes; wir aber werden wandeln im Namen des Herrn, unsers Gottes, immer und ewiglich.

Apg. 21,13: Paulus aber antwortete: Was machet ihr, dass ihr weinet und brechet mir mein Herz? Denn ich bin bereit, nicht allein mich binden zu lassen, sondern auch zu sterben zu Jerusalem um des Namens willen des Herrn Jesu.

+* 63.(99.) Wie wird der Name Gottes unnütz geführt?

Wenn man den Namen Gottes entweder unbedacht, für nichts und wieder nichts und leichtfertig oder fälschlich und lästerlich gebraucht, wie zum Beispiel, wenn man bei seinem Namen flucht, lästert, schmäht, falsch schwört, zaubert, lügt oder trügt.

* Eph. 4,29: Lasset kein faul Geschwätz aus eurem Munde gehen, sondern was nützlich zur Besserung ist, da es not tut, das es holdselig sei zu hören.

* Gal. 6,7: Irret euch nicht; Gott lässt sich nicht spotten.

Dan. 5,2-4: Und da er trunken war, hieß er die güldenen und silbernen Gefäße herbringen, die sein Vater Nebukadnezar aus dem Tempel zu Jerusalem weggenommen hatte, daß der König mit seinen Gewaltigen, mit seinen Weibern und mit seinen Kebsweibern daraus tränken. Also wurden hergebracht die güldenen Gefäße, die aus dem Tempel, aus dem Hause GOttes zu Jerusalem, genommen wären; und der König, seine Gewaltigen, seine Weiber und Kebsweiber tranken daraus. Und da sie so soffen, lobten sie die güldenen, silbernen, ehernen, eisernen, hölzernen und steinernen Götter.

+* 64.(100.) Was wird daher in diesem Gebot verboten?

Dass wir auf keine Weise bei dem Namen Gottes fluchen, schwören, zaubern, lügen oder trügen.

+* 65.(101.) Was heißt: fluchen bei Gottes Namen?

Es heißt, entweder Gott lästern oder bei Gottes heiligem Namen sich selbst oder seinem Nächsten Böses wünschen.

3. Mose 24,10-23: Es ging aber aus eines israelitischen Weibes Sohn, der eines ägyptischen Mannes Kind war, unter den Kindern Israel und zankte sich im Lager mit einem israelitischen Manne und lästerte den Namen und fluchte. Da brachten sie ihn zu Mose (seine Mutter aber hieß Selomith, eine Tochter Dibris, vom Stamm Dan) und legten ihn gefangen, bis ihnen klare Antwort würde durch den Mund des HErrn. Und der HErr redete mit Mose und sprach: Führe den Flucher hinaus vor das Lager und laß alle, die es gehört haben, ihre Hände auf sein Haupt legen und laß ihn die ganze Gemeine steinigen. Und sage den Kindern Israel: Welcher seinem GOtt fluchet, der soll seine Sünde tragen. Welcher des HErrn Namen lästert, der soll des Todes sterben; die ganze Gemeine soll ihn steinigen. Wie der Fremdling, so soll auch der Einheimische sein: wenn er den Namen lästert, so soll er sterben. Wer irgend einen Menschen erschlägt, der soll des Todes sterben. Wer aber ein Vieh erschlägt, der soll’s bezahlen, Leib um Leib. Und wer seinen Nächsten verletzet, dem soll man tun wie er getan hat: Schade um Schade, Auge um Auge, Zahn um Zahn; wie er hat einen Menschen verletzet, so soll man ihm wieder tun. Also daß, wer ein Vieh erschlägt, der soll’s bezahlen; wer aber einen Menschen erschlägt, der soll sterben. Es soll einerlei Recht unter euch sein, dem Fremdling wie dem Einheimischen; denn ich bin der HErr, euer GOtt. Mose aber sagte es den Kindern Israel; und führeten den Flucher aus vor das Lager und steinigten ihn. Also taten die Kinder Israel, wie der HErr Mose geboten hatte.

Matth. 26,74: Da hob er (Petrus) an, sich zu verfluchten und zu schwören: Ich kenne den Menschen nicht. Und alsbald krähte der Hahn.

* Jak. 3,9.10: Durch die Zunge loben wir Gott den Vater, und durch sie fluchen wir den Menschen, nach dem Bilde Gottes gemacht. Aus einem Munde gehet Loben und Fluchen. Es soll nicht, liebe Brüder, also sein.

Röm. 12,14: Segnet, die euch verfolgen; segnet, und fluchet nicht.

2. Sam. 16,13: Also ging David mit seinen Leuten des Weges; aber Simei ging an des Berges Seite neben ihm her und fluchte und warf mit Steinen zu ihm und sprengte mit Erdklößen.

Vom Eid

+* 66.(102.) Was heißt schwören bei Gottes Namen?

Gott zum Zeugen der Wahrheit und zum Rächer der Unwahrheit anrufen.

2. Kor. 1,23: Ich rufe Gott an zum Zeugen auf meine Seele,dass ich euer verschonet habe in dem, dass ich nicht wieder nach Korinth gekommen bin.

+* 67.(103.) Da also das falsche Schwören in diesem Gebot verboten ist, so frage ich: Ist es etwa gar nicht erlaubt zu schwören?

Wenn

1. die Ehre Gottes es erfordert;

2. das Heil des Nächsten es nötig macht;

3. die Obrigkeit es gebietet;

4. die Notdurft des Amtes und Berufes es erheischt:

so kann und soll jeder Christ mit gutem Gewissen zur eigenen Beglaubigung und zur Bezeugung der Wahrheit schwören.

Recht mäßiges Schwören:

5 Mose 6,13: Du sollst den Herrn, deinen Gott, fürchten und ihm dienen und bei seinem Namen schwören.

Jeremia 4,2: Alsdann wirst du ohne Heuchelei recht und heilig schwören: So wayhr der Herr lebet! Und die Heiden werden in ihm gesegnet werden und sich sein rühmen.

Abraham, Mose, David usw. Haben geschworen:

1 Mose 14,22.23: Aber Abram sprach zu dem Könige von Sodom: Ich hebe meine Hände auf zu dem Herrn, dem höchsten Gott, der Himmel und Erde besitzt, dass ich von allem, das dein ist, nicht einen Faden noch einen Schuhriemen nehmen will, dass du nicht sagest, du habest Abram reich gemacht.

1 Mose 24,3: Schwöre mir bei dem Herrn, demGott Himmels und der Erde.

Jos. 14,9: Da schwur Mose desselben Tages und sprach: Das Land, darauf du mit deinem Fuß getreten hast, soll dein und deiner Kinder Erbteil sein ewiglich; darum, dass du dem Herrn, meinem Gott, treulich gefolget hast.

2 Sam. 21,7.17: Aber der König verschonte Mephiboseth, den Sohn Jonathans, des Sohns Sauls, um des Eides willen des Herrn, der zwischen ihnen war, nämlich zwischen David und Jonathan, dem Sohn Sauls.

Gott selbst hat geschworen:

Psalm 110,4: Der Herr hat geschworen, und wird ihn nicht gereuen: Du bist ein Priester ewiglich nach der Weise Melchisedeks.

Jer. 44,26: So höret nun des Herrn Wort, ihr alle aus Juda, die ihr in Ägyptenland wohnet! Siehe, ich schwöre bei meinem großen Namen, spricht der Herr, dass mein namen nicht mehr soll durch einiges Menschen Mund aus Juda gewnannt werden im ganzen Ägyptenland, der da sage: So wahr der Herr Herr lebet!

Amos 4,2.3: Der Herr Herr hat geschworene bei seiner Heiligkeit: Siehe, es kommt die Zeit über euch, dass man euch wird herausrücken mit Angeln und eure Nachkommen mit Fischhäklein.

Christus und die Apostel haben geschworen:

Joh. 16,20: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ihr werdet weinen und heulen; aber die Welt wird sich freuen.

Matth. 26,63.64: Der Hohepriester antwortete und sprach zu ihm (Jesus): Ich beschwöre dich bei dem lebendigen Gott, dass du uns sagest, ob du seiest Christus, der Sohn Gottes. Jesus sprach zu ihm: Du sagst es.

2. Kor. 1,23: Ich rufe aber Gott an zum Zeugen auf meine Seele, dass ich euer verschonet habe in dem, dass ich nicht wieder nach Korinth gekommen bin.

2. Kor. 11,31: Gott und der Vater unsers Herrn Jesus Christus, welcher sei gelobt in Ewigkeit, weiß, dass ich nicht lüge.

Röm. 9,1: Ich sage die Wahrheit in Christus und lüge nicht, des mir Zeugnis gibt mein Gewissen in dem Heiligen Geist.

Zur Bestätigung der Glauibwürdigkeit und Wahrheit, der Kirche und dem bürgerlichen Wesen zum Nutzen, damit allem Hader ein Ende gemacht wird:

* Hebr. 6,16: Die Menschen schöwren wohl bei einem Größeren als sie sind; und der Eid macht ein Ende alles Haders, dabei es fest bleibt unter ihnen.

+* 68.(104.) Was ist denn aber ein Eid?

Ein Eid ist eine Beteuerung bei dem Namen Gottes, mit welchem wir Gott als einen Zeugen unsrer Worte anrufen, dass wir nämlich das, was wir wissen und glauben, ohne jegliche Vorenthaltung ausgesagt haben und ihn, wenn wir wissentlich die Unwahrheit gesagt haben, zur Bestrafung unsers Betruges auffordern.

* 69.(107.) Welches Schwören ist unerlaubt und verboten?

Dasjenige, welches mit dem Worte Gottes streitet, und da man in falschen oder ungewissen oder unerlaubten oder unmöglichen oder geringfügigen oder nichtswürdigen Dingen schwört. S. König Herodes gegenüber seiner Tochter, Matth. 14.

* Matth. 5,33-37: Ihr habt weiter gehört, daß zu den Alten gesagt ist: Du sollst keinen falschen Eid tun und sollst GOtt deinen Eid halten. Ich aber sage euch, daß ihr allerdinge nicht schwören sollt, weder bei dem Himmel, denn er ist GOttes Stuhl; noch bei der Erde, denn sie ist seiner Füße Schemel; noch bei Jerusalem, denn sie ist eines großen Königs Stadt. Auch sollst du nicht bei deinem Haupt schwören; denn du vermagst nicht ein einiges Haar weiß oder schwarz zu machen. Eure Rede aber sei: Ja, ja; nein, nein; was darüber ist, das ist vom Übel.

Matth. 26,72: Und er (Petrus) leugnete abermals und schwur dazu: Ich kenne den Menschen nicht.

1. Sam. 14,24-35: Und da die Männer Israels matt waren desselben Tages, beschwor Saul das Volk und sprach: Verflucht sei jedermann, wer etwas isset bis zu Abend, daß ich mich an meinen Feinden räche! Da aß das ganze Volk nichts. Und das ganze Land kam in den Wald. Es war aber Honig im Felde. Und da das Volk hineinkam in den Wald, siehe, da floß der Honig. Aber niemand tat desselben mit der Hand zu seinem Munde; denn das Volk fürchtete sich vor dem Eide. Jonathan aber hatte nicht gehöret, daß sein Vater das Volk beschworen hatte, und reckte seinen Stab aus, den er in seiner Hand hatte, und tunkte mit der Spitze in den Honigseim und wandte seine Hand zu seinem Munde; da wurden seine Augen wacker. Da antwortete einer des Volks und sprach: Dein Vater hat das Volk beschworen und gesagt: Verflucht sei jedermann, der heute etwas isset! Und das Volk war matt worden. Da sprach Jonathan: Mein Vater hat das Land geirret; sehet, wie wacker sind meine Augen worden, daß ich ein wenig dieses Honigs gekostet habe. Weil aber das Volk heute nicht hat müssen essen von der Beute seiner Feinde, die es funden hat, so hat auch nun die Schlacht nicht größer werden können wider die Philister. ... Und Saul fragte GOtt: Soll ich hinabziehen, den Philistern nach? und willst du sie geben in Israels Hände? Aber er antwortete ihm zu der Zeit nicht. Da sprach Saul: Laßt herzutreten alle Haufen es Volks, und erfahret und sehet, an welchem die Sünde sei zu dieser Zeit; denn so wahr der HErr lebet, der Heiland Israels, und ob sie gleich an meinem Sohn Jonathan wäre, so soll er sterben. Und niemand antwortete ihm aus dem ganzen Volk. Und er sprach zu dem ganzen Israel: Seid ihr auf jener Seite; ich und mein Sohn Jonathan wollen sein auf dieser Seite. Das Volk sprach zu Saul: Tue, was dir gefällt. Und Saul sprach zu dem HErrn, dem GOtt Israels: Schaffe Recht! Da ward Jonathan und Saul getroffen; aber das Volk ging frei aus. Saul sprach: Werfet über mich und meinen Sohn Jonathan. Da ward Jonathan getroffen. Und Saul sprach zu Jonathan: Sage mir, was hast du getan? Jonathan sagte es ihm und sprach: Ich habe ein wenig Honigs gekostet mit dem Stabe, den ich in meiner Hand hatte; und siehe, ich muß darum sterben. Da sprach Saul: GOtt tue mir dies und das, Jonathan, du mußt des Todes sterben. Aber das Volk sprach zu Saul: Sollte Jonathan sterben, der ein solch groß Heil in Israel getan hat? Das sei ferne! So wahr der HErr lebet, es soll kein Haar von seinem Haupt auf die Erde fallen; denn GOtt hat’s heute durch ihn getan. Also erlösete das Volk Jonathan, daß er nicht sterben mußte. (Dieser gottlose Schwur durfte also nicht gehalten werden.)

Apg. 23,12: Da es aber Tag ward, schlugen sich etliche Juden zusammen und verbannten sich, weder zu essen noch zu trinken, bis dass sie Paulus getötet hatten.

Matth. 14,7: Darum verhieß er (Herodes) ihr (der Tochter der Herodias, die vor ihm tanzte) mite einem Eide, er wollt ihr geben, was sie fordern würde.

70.(108.) Soll man jeden Eid halten?

Den erlaubten Eid, welcher gegen die Liebe Gottes und des Nächsten nicht verstößt, soll man allerdings halten; den unerlaubten aber, sei es, dass er aus Irrtum, sei es, dass er auch Schwachheit gegen das Gewissen abgelegt worden ist, soll man nicht halten, sondern vielmehr widerrufen.

+* 71.(114.) Was heißt: zaubern?

Es heißt nicht nur, mit Hilfe des Teufels dem Nächsten an Leib oder Gut Schaden tun; sondern auch, durch abergläubischen Missbrauch des göttlichen Namens oder Wortes, oder andere Mittel, die natürlich das nicht tun können, wozu sie gebraucht werden, Krankheiten bei Menschen und Vieh vertreiben, verborgene Dinge erforschen, Feuer löschen, sich fest machen, und was dergleichen mehr ist.

* 5. Mose 18,10-12: Daß nicht unter dir funden werde, der seinen Sohn oder Tochter durchs Feuer gehen lasse, oder ein Weissager oder ein Tagewähler, oder der auf Vogelgeschrei achte, oder ein Zauberer, oder Beschwörer oder Wahrsager oder Zeichendeuter, oder der die Toten frage. Denn wer solches tut, der ist dem HErrn ein Greuel, und um solcher Greuel willen vertreibt sie der HErr, dein GOtt, vor dir her.

3. Mose 19,31: Ihr sollt euch nicht wenden zu den Wahrsagern, und forschet nicht von den Zeichendeutern, dass ihr nicht an ihnen verunreiniget werdet; denn ich bin der Herr, euer Gott.

1. Sam. 28,5-25: Da aber Saul der Philister Heer sah, fürchtete er sich, und sein Herz verzagte sehr. Und er ratfragte den HErrn; aber der HErr antwortete ihm nicht, weder durch Träume, noch durchs Licht, noch durch Propheten. Da sprach Saul zu seinen Knechten: Suchet mir ein Weib die einen Wahrsagergeist hat, daß ich zu ihr gehe und sie frage. Seine Knechte sprachen zu ihm: Siehe, zu Endor ist ein Weib, die hat einen Wahrsagergeist. Und Saul wechselte seine Kleider und zog andere an; und ging hin, und zween andere mit ihm, und kamen bei der Nacht zum Weibe; und sprach: Lieber, weissage mir durch den Wahrsagergeist und bringe mir herauf, den ich dir sage. Das Weib sprach zu ihm: Siehe, du weißest wohl, was Saul getan hat, wie er die Wahrsager und Zeichendeuter ausgerottet hat vom Lande; warum willst du denn meine Seele in das Netz führen, daß ich ertötet werde? Saul aber schwur ihr bei dem HErrn und sprach: So wahr der HErr lebet, es soll dir dies nicht zur Missetat geraten. Da sprach das Weib: Wen soll ich dir denn heraufbringen? Er sprach: Bringe mir Samuel herauf. Da nun das Weib Samuel sah, schrie sie laut und sprach zu Saul: Warum hast du mich betrogen? Du bist Saul. Und der König sprach zu ihr: Fürchte dich nicht, was siehest du? Das Weib sprach zu Saul: Ich sehe Götter heraufsteigen aus der Erde. Er sprach: Wie ist er gestaltet? Sie sprach: Es kommt ein alter Mann herauf und ist bekleidet mit einem Seidenrock. Da vernahm Saul, daß es Samuel war, und neigte sich mit seinem Antlitz zur Erde und betete an. Samuel aber sprach zu Saul: Warum hast du mich unruhig gemacht, daß du mich heraufbringen lässest? Saul sprach: Ich bin sehr geängstet, die Philister streiten wider mich, und GOtt ist von mir gewichen und antwortet mir nicht, weder durch Propheten noch durch Träume; darum habe ich dich lassen rufen, daß du mir weisest, was ich tun solle. Samuel sprach: Was willst du mich fragen, weil der HErr von dir gewichen und dein Feind worden ist? Der HErr wird dir tun, wie er durch mich geredet hat, und wird das Reich von deiner Hand reißen und David, deinem Nächsten, geben, darum daß du der Stimme des HErrn nicht gehorchet und den Grimm seines Zorns nicht ausgerichtet hast wider Amalek hat dir der HErr solches jetzt getan. Dazu wird der HErr Israel mit dir auch geben in der Philister Hände. Morgen wirst du und deine Söhne mit mir sein. Auch wird der HErr das Heer Israels in der Philister Hände geben. Da fiel Saul zur Erde, so lang er war, und erschrak sehr vor den Worten Samuels, daß keine Kraft mehr in ihm war; denn er hatte nichts gegessen den ganzen Tag und die ganze Nacht. Und das Weib ging hinein zu Saul und sah, daß er sehr erschrocken war, und sprach zu ihm: Siehe, deine Magd hat deiner Stimme gehorchet und habe meine Seele in meine Hand gesetzt, daß ich deinen Worten gehorchte, die du zu mir sagtest. So gehorche auch nun du deiner Magd Stimme. Ich will dir einen Bissen Brots vorsetzen, daß du essest, daß du zu Kräften kommest und deine Straße gehest. Er aber weigerte sich und sprach: Ich will nicht essen. Da nötigten ihn seine Knechte und das Weib, daß er ihrer Stimme gehorchte. Und er stund auf von der Erde und setzte sich aufs Bett. Das Weib aber hatte daheim ein gemästet Kalb; da eilete sie und schlachtete es; und nahm Mehl und knetete es und buk es ungesäuert. Und brachte es herzu vor Saul und vor seine Knechte. Und da sie gegessen hatten, stunden sie auf und gingen die Nacht.

Jes. 8,19.20: Wenn sie aber zu euch sagen: Ihr müsset die Wahrsager und Zeichendeuter fragen, die da schwätzen und disputieren, (so sprecht): Soll nicht ein Volk seinen Gott fragen? Oder soll man die Toten für die Lebendigen fragen? Ja, nach dem Gesetz und Zeugnis. Werden sie das nicht sagen, so werden sie die Morgenröte nicht haben.

Apg. 19,19: Viele aber, die da vorwitzige Kunst getrieben hatten, brachten die Bücher zusammen und verbrannten sie öffentlich und überrechneten, was sie wert waren, und fanden des Geldes 50.000 Groschen.

Offenb. 21,8: Den Verzagten aber und Ungläubigen, den Gräulichen und Totschlägern und Hurern und Zauberern und Abgöttischen und allen Lügnern, deren Teil wird sein in dem Pfuhl, der mit Feuer und Schwefel brennet; welches ist der andere Tod.

Offenb. 22,15: Draußen sind die Hunde und die Zauberer und die Hurer und die Totschläger und die Abgöttischen und alle, die lieb haben und tun die Lüge.

Jer. 19,2: So spricht der Herr: Ihr sollt nicht der Heiden Weise lernen und sollt euch nicht fürchten vor den Zeichen des Himmels, wie die Heiden sich fürchten.

* 72.(114a.) Wie geschieht solches?

Durch allerlei Aberglauben mit Besprechen und Wahrsagen, Zeichendeuten, Geisterbannen und dergleichen, da man das Heilige missbraucht und die hochgelobte Dreieinigkeit, Gottes Wort, Sakrament und Kreuz lästert oder sonst vorwitzige Kunst treibt und damit den Glauben verleugnet und wissenstlich oder unwissentlich mit dem Teufel in Verbindung tritt.

* 5. Mose 18,10-12: Daß nicht unter dir funden werde, der seinen Sohn oder Tochter durchs Feuer gehen lasse, oder ein Weissager oder ein Tagewähler, oder der auf Vogelgeschrei achte, oder ein Zauberer, oder Beschwörer oder Wahrsager oder Zeichendeuter, oder der die Toten frage. Denn wer solches tut, der ist dem HErrn ein Greuel, und um solcher Greuel willen vertreibt sie der HErr, dein GOtt, vor dir her.

Jes. 8,19: Soll nicht ein Volk seinen Gott fragen? Oder soll man die Toten für die Lebendigen fragen?

+* 73.(115.) Was heißt: bei Gottes Namen lügen oder trügen?

Wenn man entweder Gottes Wort durch falsche Auslegung verdreht und falsche Lehre für göttliche Wahrheit ausgibt, oder Gottes Namen im Munde, nicht aber im Herzen führt, oder sonst zur Unwahrheit und Betrug denselben missbraucht.

* Jer. 23,31.32: Siehe, ich will an die Propheten, spricht der HErr, die ihr eigen Wort führen und sprechen: Er hat’s gesagt. Siehe, ich will an die, so falsche Träume weissagen, spricht der HErr, und predigen dieselben und verführen mein Volk mit ihren Lügen und losen Teidingen, so ich sie doch nicht gesandt und ihnen nichts befohlen habe, und sie auch diesem Volk nichts nütze sind, spricht der HErr.

Hes. 13,18.19: Und sprich: So spricht der HErr HErr: Wehe euch, die ihr Kissen machet den Leuten unter die Arme und Pfühle zu den Häupten, beide, Jungen und Alten, die Seelen zu fahen! Wenn ihr nun die Seelen gefangen habt unter meinem Volk, verheißet ihr denselbigen das Leben und entheiliget mich in meinem Volk um einer Hand voll Gerste und Bissen Brots willen, damit daß ihr die Seelen zum Tode verurteilet, die doch nicht sollten sterben, und urteilet die zum Leben; die doch nicht leben sollten, durch eure Lügen unter meinem Volk, welches gerne Lügen höret.

Matth. 5,19: Wer nun eines von diesen kleinsten Geboten auflöset und lehret die Leute also, der wird der Kleinste heißen im Himmelreich; wer es aber tut und lehret, der wird groß heißen im Himmelreich.

Offenb. 22,18.19: Ich bezeuge aber allen, die da hören die Worte der Weissagung in diesem Buch: So jemand dazusetzt, so wird GOtt zusetzen auf ihn die Plagen, die in diesem Buch geschrieben stehen. Und so jemand davontut von den Worten des Buchs dieser Weissagung, so wird GOtt abtun sein Teil vom Buch des Lebens und von der heiligen Stadt und von dem, was in diesem Buch geschrieben stehet.

* Matth. 15,18: Dies Volk naht sich zu mir mit seinem Munde und ehret mich mit seinen Lippen; aber ihr Herz ist ferne von mir.

* Ps. 50,16.17: Aber zum Gottlosen spricht Gott: Was verkündigst du meine Rechte und nimmst meinen Bund in deinen Mund; so du doch Zuchst hassest und wirfst meine Worte hinter dich?

* Matth. 7,21: Es werden nicht alle, die zu mir sagen: Herr, Herr! in das Himmelreich komen, sondern die den Willen tun meines Vaters im Himmel.

+* 74.(116.) Wie gebrauchen wir aber den Namen Gottes richtig?

Wenn wir den Namen Gottes in allen unsern Reden mit Andacht, kindlicher Liebe und Ehrerbietung gebrauchen, ihn in allen Nöten anrufen, beten, loben und danken.

Bekenntnis und Verkündigung:

Matth. 10,32.33: Wer mich bekennet vor den Menschen, den will ich bekennen vor meinem himmlischen Vater. Wer mich aber verleugnet vor den Menschen, den will ich auch verleugnen vor meinem himmlischen Vater.

1 Petr. 3,15.16: Seid aber allezeit bereit zur Verantwortung jedermann, der Grund fordert der Hoffnung, die in euch ist, und das mit Sanftmütigkeit und Frucht; und habt ein gutes Gewissen, auf dass die, so von euch nachreden als von Übeltätern, zuschanden werden, dass sie geschmähet haben euren guten Wandel in Christus.

+* 75.(117.) Was heißt, Gottes Namen anrufen?

In aller Not, sie sei leiblich oder geistlich, sie betreffe uns selbst oder unseren Nächsten, unsere Zuflucht allein zu Gott nehmen und bei ihm in kindlichem Vertrauen Hilfe, Errettung und Stärke im Leiden suchen.

* Matth. 6,9: Dein Name werde geheiligt.

* Psalm 50,15: Rufe mich an in der Not, so will ich dich erretten, so sollst du mich preisen.

Joel 2,32: Und soll geschehen, wer den Namen des Herrn anrufen wird, der soll errettet werden.

Joh. 16,23.24: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: So ihr den Vater etwas bitten werdet in meinem Namen, so wird er’s euch geben. Bisher habt ihr nichts gebeten in meinem Namen. Bittet, so werdet ihr nehmen, dass eure Freude vollkommen sei.

Hebr. 1,6: Und abermals, da er einführet den Erstgeborenen in die Welt, spricht er: Und es sollen ihn alle Gottesengel anbeten.

+* 76.(118.) Was heißt beten?

Beten heißt: mit Gott ein Gespräch halten, darin wir entweder für uns selbst oder für unsern Nächsten etwas von Gott bitten.

* 1. Thess. 5,17: Betet ohne Unterlass.

* Ps. 19,15: Lass die wohlgefallen die Rede meines Mundes und das Gespräch meines Herzens vor dit, Herr, mein Hort und mein Erlöser.

+* 77.(119.) Was heißt, den Namen Gottes loben?

Gottes Herrlichkeit und Liebe, Allmacht, Güte, Barmherzigkeit, Weisheit und Gerechtigkeit, wie auch seine Werke herzlich erkennen und mit Worten und heiligem Leben und geduldigem Leiden preisen und seine Lehre ungescheut bekennen.

Ps. 34,4: Preiset mit mir den Herrn und lasst uns miteinander seinen Namen erhöhen!

* Ps. 50,14: Opfere Gott Dank und bezahle dem Höchsten deine Gelübde.

Ps. 66,2: Lobsinget zu Ehren seinem Namen; rühmet ihn herrlich!

Ps. 69,35: Es lobe ihn Himmel, Erde und Meer und alles, was sich drinnen reget.

* Ps. 103,1.2: Lobe den Herrn, meine Seele, und was in mir ist seinen heiligen Namen. Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat.

+* 78.(120.) Was heißt Gott danken?

Überdenken, was uns der Herr Gutes getan hat, und ihn dafür rühmen.

5 Mose 32,3: Denn ich will den Namen des Herrn preisen. Gebt unserm Gott allein die Ehre!

Ps. 106,1: Danket dem Herrn, denn er ist freundlich, und seine Güte währet ewiglich.

Psalm 147,7: Singet untereinander dem Herrn mit Dank und lobet unsern Gott mit Harfen.

* Kol. 3,16: Lasset das Wort Christi unter euch reichlich wohnen in aller Weisheit. Lehret und vermahnet euch selbst mit Psalmen und Lobgesängen und geistlichen, lieblichen Liedern, und singet dem Herrn in eurem Herzen.

* 79.(121.) Was ist die besondere Drohung und Strafe für die Übertreter dieses Gebotes?

„Der Herr wird den nicht ungestraft lassen, der seinen Namen missbraucht.“ 2 Mose 20,7; 5 Mose 5,11. „Ich will ein schneller Zeuge sein wider die Zauberer, Ehebrecher und Meineidigen.“ Mal. 3,5; Hes. 17,11-20.

Hes. 17,11-20: Und des HErrn Wort geschah zu mir und sprach: Lieber, sprich zu dem ungehorsamen Hause: Wisset ihr nicht, was das ist? Und sprich: Siehe, es kam der König zu Babel gen Jerusalem und nahm ihren König und ihre Fürsten und führete sie weg zu sich gen Babel und nahm von dem königlichen Samen und machte einen Bund mit ihm und nahm einen Eid von ihm; aber die Gewaltigen im Lande nahm er weg, damit das Königreich demütig bliebe und sich nicht erhübe, auf daß sein Bund gehalten würde und bestünde. Aber derselbe (Same) fiel von ihm ab und sandte seine Botschaft nach Ägypten, daß man ihm Rosse und viel Volks schicken sollte. Sollt es dem geraten? Sollt er davonkommen, der solches tut? Und sollte der, so den Bund bricht, davonkommen? So wahr ich lebe, spricht der HErr HErr, an dem Ort des Königs, der ihn zum Könige gesetzt hat, welches Eid er verachtet, und welches Bund er gebrochen hat, da soll er sterben, nämlich zu Babel. Auch wird ihm Pharao nicht beistehen im Kriege mit großem Heer und viel Volks, wenn man die Schütte aufwerfen wird und die Bollwerke bauen, daß viel Leute umgebracht werden. Denn weil er den Eid verachtet und den Bund gebrochen hat, darauf er seine Hand gegeben hat, und solches alles tut, wird er nicht davonkommen. Darum spricht der HErr HErr also: So wahr als ich lebe, so will ich meinen Eid, den er verachtet hat, und meinen Bund, den er gebrochen hat, auf seinen Kopf bringen. Denn ich will mein Netz über ihn werfen, und muß in meiner Jagd gefangen werden; und will ihn gen Babel bringen und will daselbst mit ihm rechten über dem, daß er sich also an mir vergriffen hat.

Siehe Bileam, 4 Mose 22,31; Sanherib, 2 Könige 19,35; Herodes, Apg. 12,23.

+* 80.(122.) Noch eine Frage: Wie kommt es, dass Luther die Erklärung jedes Gebotes mit den Worten beginnt: „Wir sollen Gott fürchten und lieben -?“

Er will uns damit die Quelle zeigen, aus welcher alle guten Werke, die in den Zehn Geboten uns vorgeschrieben sind, fließen müssen, welches ist die Furcht und die Liebe Gottes. Denn wenn sie nicht aus kindlicher Furcht vor Gott und aus wahrer Liebe zu ihm hervorgehen, so sind sie Heuchelei und können Gott in Wahrheit nicht gefallen.

1. Tim. 1,5: Die Hauptsumme des Gebotes ist Liebe von reinem Herzen und von gutem Gewissen und von ungefärbtem Glauben.

Das dritte Gebot

+*81.(123.) Welches ist das dritte Gebot?

Du sollst den Feiertag heiligen.

+*82.(124.) Was ist das?

Wir sollen Gott fürchten und lieben, dass wir die Predigt und sein Wort nicht verachten, sondern dasselbe heilig halten, gerne hören und lernen.

* 83.(125.) Was heißt Sabbath oder Feiertag?

Sabbath bedeutet so viel wie Aufhören oder Ruhen von der Arbeit und wird so genannt, weil es der siebente Tag der Woche war, an welchem der Herr, nachdem er in sechs Tagen Himmel und Erde geschaffen, geruhet hat.

1 Mose 2,2.3: Und also vollendete Gott am siebenten Tage seine Werke, die er machte, und ruhete am siebenten Tag von allen seinen Werken, die er machte; und segnete den siebenten Tag und heiligte ihn, darum, dass er an demselben geruht hatte von allen seinen Werken, die Gott schuf und machte.

Das heißt, der Herr ruhte von der Erschaffung neuer Arten, nicht aber von der Erhaltung und Fortpflanzung der bestehenden durch fortdauernde Neuzeugung von Individuen.

+* 84.(126.) Was bedeutet: den Feiertag heiligen?

Es bedeutet im Allgemeinen: den Feiertag zum heiligen Gottesdienst anwenden, damit Gott sein Werk in uns habe, und wir an demselben heilige Werke vollbringen.

* 85.(127.) Wie kommt es, dass du auch die Worte dieses Gebotes nicht genau so, wie sie im 2. Buch Mose Kapitel 20 stehen, hersagst?

Weil sehr vieles davon zum Zeremonialgesetz gehört und vorbildlicher Art ist, was die Christen im Neuen Testament nicht bindet, sondern allein die Juden im Alten Testament anging.

* Matth. 12,8: Des Menschen Sohn ist ein Herr auch über den Sabbath.

* Kol. 2,16.17: So lasset nun niemand euch Gewissen machen über Speise oder über Trank oder über bestimmte Feiertage oder Neumonde oder Sabbathe, welches ist der Schatten von dem, was zukünftig war; aber der Körper selbst ist in Christus.

Gal. 4,9-11: Nun ihr aber GOtt erkannt habt, ja vielmehr von GOtt erkannt seid, wie wendet ihr euch denn um wieder zu den schwachen und dürftigen Satzungen, welchen ihr von neuem an dienen wollt? Ihr haltet Tage und Monden und Feste und Jahrzeiten. Ich fürchte für euch, daß ich nicht vielleicht umsonst habe an euch gearbeitet.

86.(128.) Welches sind diese Worte?

Sie betreffen hauptsächlich drei Stücke, nämlich:

1. das, dass vom siebenten Tag die Rede ist;

2. das, dass man keine Arbeit verrichten soll;

3. das, dass man den Sabbath heiligen soll.

2. Mose 20,8-11: Gedenke des Sabbattages, daß du ihn heiligest. Sechs Tage sollst du arbeiten und alle deine Dinge beschicken; aber am siebenten Tage ist der Sabbat des HErrn, deines GOttes. Da sollst du kein Werk tun, noch dein Sohn, noch deine Tochter, noch dein Knecht, noch deine Magd, noch dein Vieh, noch dein Fremdling, der in deinen Toren ist. Denn in sechs Tagen hat der HErr Himmel und Erde gemacht und das Meer und alles, was drinnen ist, und ruhete am siebenten Tage. Darum segnete der HErr den Sabbattag und heiligte ihn.

5. Mose 5,15: Du sollst gedenken, dass du auch Knecht im Land Ägypten warst, und der Herr, dein Gott, dich von dort ausgeführt hat mit einer mächtigen Hand und ausgestrecktem Arm. Darum hat dir der Herr, dein Gott, geboten, dass du den Sabbattag halten sollst.

2. Mose 16,23.29: Und er (Mose) sprach zu ihnen: Das ist’s, das der Herr gesagt hat: Morgen ist der Sabbath der heiligen Ruhe des Herrn; was ihr backen wollt, das backt, und was ihr kochen wollt, das kocht; was aber übrig ist, das lasset bleiben,dass es behalten werde bis morgen. Sehet, der Herr hat euch den Sabbath gegeben; darum gibt er euch am sechsten Tag für zwei Tage Brot. So bleibe nun ein jeglicher in dem Seinen, und niemand gehe heraus von seinem Ort am siebten Tag.

2. Mose 35,3: Ihr sollt kein Feuer anzünden am Sabbathtag in allen euren Wohnungen.

Jer. 17,21-27: So spricht der HErr: Hütet euch und traget keine Last am Sabbattage durch die Tore hinein zu Jerusalem und führet keine Last am Sabbattage aus euren Häusern und tut keine Arbeit, sondern heiliget den Sabbattag, wie ich euren Vätern geboten habe. Aber sie hören nicht und neigen ihre Ohren nicht, sondern bleiben halsstarrig, daß sie mich ja nicht hören noch sich ziehen lassen. So ihr mich hören werdet, spricht der HErr, daß ihr keine Last traget des Sabbattages durch dieser Stadt Tore ein, sondern denselbigen heiliget, daß ihr keine Arbeit an demselbigen Tage tut, so sollen auch durch dieser Stadt Tore aus und ein gehen Könige und Fürsten, die auf dem Stuhl Davids sitzen, und reiten und fahren, beide, auf Wagen und Rossen, sie und ihre Fürsten, samt allen, die in Juda und zu Jerusalem wohnen; und soll diese Stadt ewiglich bewohnet werden. Und sollen kommen aus den Städten Judas, und die um Jerusalem her liegen, und aus dem Lande Benjamin, aus den Gründen und von den Gebirgen und vom Mittage, die da bringen Brandopfer, Opfer, Speisopfer und Weihrauch zum Hause des HErrn. Werdet ihr mich aber nicht hören, daß ihr den Sabbattag heiliget und keine Last traget durch die Tore zu Jerusalem ein am Sabbattage, so will ich ein Feuer unter ihren Toren anstecken, das die Häuser zu Jerusalem verzehren und nicht gelöscht werden soll.

* 87.(129.) Warum gehört der Umstand, dass der siebente Tag festgesetzt ist, ins Zeremonialgesetz und ist für uns nicht bindend?

1. Weil der Sabbath des siebenten Tages im Alten Testament ein Zeichen der Heiligung der Kirche durch den zukünftigen Messias war.

2 Mose 31,13: Sage den Kindern Israel und sprich: Haltet meinen Sabbath; denn derselbe ist ein Zeichen zwischen mir und euch auf eure Nachkommen, dass ihr wisset, dass ich der Herr bin, der euch heiliget.

Hes. 20,12.20: Ich gab ihnen auch meine Sabbathe zum Zeichen zwischen mir und ihnen, damit sie leerneten, dass ich der Herr sei, der sie heiliget... Und meine Sabbathe sollt ihr heiligen, dass sie seien ein Zeichen zwischen mir und euch, damit ihr wisset, dass ich der Herr, euer Gott, bin.

2. Weil derselbe ein Vorbild des geistlichen und ewigen Sabbaths war.

Jes. 66,23: Und alles Fleisch wird einen Monat nach dem andern und einen Sabbath nach dem andern kommen, anzubeten vor mir, spricht der Herr.

Hebr. 4,4: Und zwar, da die Werke von Anbeginn der Welt waren gemacht, sprach er an einem Ort von dem siebenten Tag also: Und Gott ruhete am siebenten Tag von allen seinen Werken.

3. Weil er ein Mittel der Zucht war, welches das israelitische Volk an die Wohltaten der Schöpfung erinnern sollte.

2 Mose 20,8: Gedenke des Sabbathtages, dass du ihn heiligest. Sechs Tage sollst du arbeiten und alle dein Dinge beschicken; aber am siebenten Tage ist der Sabbat des HERRN, deines Gottes; da sollst du kein Werk tun noch dein Sohn noch deine Tochter noch dein Knecht noch deine Magd noch dein Vieh noch dein Fremdling, der in deinen Toren ist. Denn in sechs Tagen hat der HERR Himmel und Erde gemacht und das Meer und alles, was darinnen ist, und ruhte am siebenten Tage. Darum segnete der HERR den Sabbattag und heiligte ihn.

Nun aber haben Zeichen, Vorbilden, Schatten und Zuchtmittel mit Christi Ankunft ihr Ende erreicht. Also sind wir nicht gebunden, den Sabbath des siebenten Tages zu halten.

Gal. 4,4.5: Da aber die Zeit erfüllet ward, sandte Gott seinen Sohn, geboren von einer Frau und unter das Gesetz getan, auf dass er die, so unter dem Gesetz waren, erlösete, dass wir die Kindschaft empfingen.

Kol. 2,16.17: So lasset nun niemand euch Gewissen machen über Speise oder über Trank oder über bestimmte Feiertage oder Neumonde oder Sabbathe, welches ist der Schatten von dem, was zukünftig war; aber der Körper selbst ist in Christus.

Gal. 4,9-11: Nun ihr aber Gott erkannt habt, ja vielmehr von Gott erkannt seid, wie wendet ihr euch denn wiederum zu den schwachen und dürftigen Satzungen, welchen ihr von neuem an dienen wollt? Ihr haltet Tage und Monate und Feste und Jahre. Ich fürchte für euch, daß ich vielleicht umsonst an euch gearbeitet habe.

+* 88.(130.) Wäre demnach der Sabbath für uns ganz und gar abgeschafft?

Keineswegs. Nur der Umstand ist aufgehoben, dass es gerade der siebente Tag sein solle. Jedoch gilt das Moralgebot fort, das uns alle verpflichtet, nämlich dass eine gewisse Zeit für den Gottesdienst festgesetzt sein solle.

* 89.(131.) Welches ist denn diese Zeit?

Es steht zwar den Christen frei, diesen oder jenen Tag zum Gottesdienst festzusetzen. Weil jedoch die Apostel und apostolischen Männer, um sich von der jüdischen Synagoge abzusondern, den Sonntag zur Feier und Heilighaltung festgesetzt und beschlossen haben, alle Herrlichkeit des jüdischen Sabbaths auf ihn zu übertragen, so feiern auch wir denselben mit Fug und Recht.

* Röm. 14,5: Einer hält einen Tag vor dem andern; der andere aber hält alle Tage gleich. Ein jeglicher sei seiner Meinung gewiss.

* Apg. 20,7: Am ersten Tag der Woche aber, da wir versammelt waren, das Brot zu brechen, predigte Paulus und wollte des andern Tages weiterreisen und zog die Rede hin bis zur Mitternacht.

1. Kor 16,2: Auf einen jeglichen ersten Wochentag lege bei sich selbst ein jeglicher unter euch und sammle, was ihn gut dünkt, auf dass nicht, wenn ich komme, dann allererst die Steuer zu sammeln sei.

Offenb. 1,10: Der Geist kam über mich an des Herrn Tag.

* 90.(132.) Warum haben sie das getan?

Weil unser Herr Christus an eben diesem Tage von den Toten auferstanden ist und durch seine Auferstehung den geistlichen Sabbath angefangen hat.

Mark. 16,2: Und sie kamen zum Grabe am ersten Tag der Woche sehr frühe, da die Sonne aufging.

Apg. 2,1: Und als der Tag der Pfingsten erfüllt war, waren sie alle einmütig bei einander.

* 91.(133.) Ist es etwa nicht erlaubt, außer dem Sonntag auch noch andere Jahesfeste, wie des Heilandes, der Apostel und anderer Heiligen zu feiern?

Allerdings ist dieses nach christlicher Freiheit erlaubt, wenn es nur ohne Aberglauben und ohne den Wahn geschieht, Gott damit einen Dienst zu tun.

Gal. 5,1: So bestehet nun in der Freiheit, damit uns Christus befreit hat, und lasset euch nicht wiederum in das knechtische Joch fangen.

92.(134.) Warum werden nun die Festtage des Heilandes, wie die zu Ehren der Geburt Christi, seiner Beschneidung, Auferstehung und der Sendung des Heiligen Geistes, feierlich begangen?

1. Damit man die heilige Geschichte der Ordnung nach lerne;

2. damit man die überaus hohen Wohltaten, die uns eben hierdurch zuteil geworden sind, besonders erwäge;

Apg. 2,11: Wir hören sie (die Apostel) mit unsern Zungen die großen Taten Gottes reden.

3. damit wir besonders für diese Wohltaten Gott den schuldigen Dank sagen und derselben zu Gottes Ehre und unsrer Seligkeit gebrauchen.

Ps. 77,12.13: Darum gedenk ich an die Taten des Herrn; ja, ich gedenke an deine vorigen Wunder und rede von allen deinen Werken und sage von deinem Tun.

Ps. 26,6.7: Ich wasche meine Hände mit Unschuld und halte mich, Herr, zu deinem Altar, da man höret die Stimme des Dankens, und da man prediget alle deine Wunder.

93.(135.) Warum werden die Festtage der Apostel und anderer Heiliger gefeiert?

1. Der schicklichen Ordnung wegen, die in der Kirche zu beachten ist.

* 1. Kor. 14,40: Lasset alles ehrlich und ordentlich zugehen.

2. Zu alljährlicher Erinnerung an die Geschichte und die großen Wohltaten Gottes, die er Kirche Christi durch die Heiligen erwiesen worden, welcher nicht gedacht ist, um sie nach der zeitlichen Aufeinanderfolge zu betrachten.

3. Zur Nachahmung, damit wir der Heiligen Leben, Glauben, Bekenntnis, Beständigkeit, Geduld und andere Tugenden gottselig nachahmen.

* Hebr. 13,7: Gedenket an eure Lehrer, die euch das Wort Gottes gesagt haben, welcher Ende schauet an und folget ihrem Glauben nach.

* Phil. 3,17: Folget mir, liebe Brüder, und sehet auf die, die also wandeln, wie ihr uns habt zum Vorbilde.

Hebr. 11: Es ist aber der Glaube eine gewisse Zuversicht des, das man hoffet, und nicht zweifeln an dem, das man nicht siehet. Durch den haben die Alten Zeugnis überkommen. Durch den Glauben merken wir, daß die Welt durch GOttes Wort fertig ist, daß alles, was man siehet, aus nichts worden ist. Durch den Glauben hat Abel GOtt ein größer Opfer getan denn Kain, durch welchen er Zeugnis überkommen hat, daß er gerecht sei, da GOtt zeugete von seiner Gabe; und durch denselbigen redet er noch, wiewohl er gestorben ist. Durch den Glauben ward Enoch weggenommen, daß er den Tod nicht sähe, und ward nicht gefunden, darum daß ihn GOtt wegnahm; denn vor seinem Wegnehmen hat er Zeugnis gehabt, daß er GOtt gefallen habe. Aber ohne Glauben ist’s unmöglich, GOtt gefallen; denn wer zu GOtt kommen will, der muß glauben, daß er sei und denen, die ihn suchen, ein Vergelter sein werde. Durch den Glauben hat Noah GOtt geehret und die Arche zubereitet zum Heil seines Hauses, da er einen göttlichen Befehl empfing von dem das man noch nicht sah; durch welchen er verdammte die Welt und hat ererbet die Gerechtigkeit, die durch den Glauben kommt. Durch den Glauben ward gehorsam Abraham, da er berufen ward, auszugehen in das Land, das er ererben sollte; und ging aus und wußte nicht, wo er hinkäme. Durch den Glauben ist er ein Fremdling gewesen in dem verheißenen Lande als in einem fremden und wohnete in Hütten mit Isaak und Jakob, den Miterben derselbigen Verheißung. Denn er wartete auf eine Stadt, die einen Grund hat, welcher Baumeister und Schöpfer GOtt ist. Durch den Glauben empfing auch Sara Kraft, daß sie schwanger ward, und gebar über die Zeit ihres Alters; denn sie achtete ihn treu, der es verheißen hatte. Darum sind auch von einem, wie wohl erstorbenen Leibes, viele geboren wie die Sterne am Himmel und wie der Sand am Rande des Meeres, der unzählig ist. Diese alle sind gestorben im Glauben und haben die Verheißung nicht empfangen, sondern sie von ferne gesehen und sich der vertröstet und wohl genügen lassen und bekannt, daß sie Gäste und Fremdlinge auf Erden sind. Denn die solches sagen, die geben zu verstehen, daß sie ein Vaterland suchen. Und zwar, wo sie das gemeinet hätten, von welchem sie waren ausgezogen, hatten sie ja Zeit, wieder umzukehren. Nun aber begehren sie eines besseren, nämlich eines himmlischen. Darum schämet sich GOtt ihrer nicht, zu heißen ihr GOtt; denn er hat ihnen eine Stadt zubereitet. Durch den Glauben opferte Abraham den Isaak, da er versucht ward, und gab dahin den Eingebornen, da er schon die Verheißung empfangen hatte, von welchem gesagt war: In Isaak wird dir dein Same geheißen werden, und dachte: GOtt kann auch wohl von den Toten erwecken; daher er auch ihn zum Vorbilde wieder nahm. Durch den Glauben segnete Isaak von den zukünftigen Dingen den Jakob und Esau. Durch den Glauben segnete Jakob, da er starb, beide Söhne Josephs und neigete sich gegen seines Zepters Spitze. Durch den Glauben redete Joseph vom Auszug der Kinder Israel, da er starb, und tat Befehl von seinen Gebeinen. Durch den Glauben ward Mose, da er geboren war, drei Monden verborgen von seinen Eltern, darum daß sie sahen, wie er ein schön Kind war, und fürchteten sich nicht vor des Königs Gebot. Durch den Glauben wollte Mose, da er groß ward, nicht mehr ein Sohn heißen der Tochter Pharaos und erwählete viel lieber, mit dem Volk GOttes Ungemach zu leiden, denn die zeitliche Ergötzung der Sünde zu haben, und achtete die Schmach Christi für größeren Reichtum denn die Schätze Ägyptens; denn er sah an die Belohnung. Durch den Glauben verließ er Ägypten und fürchtete nicht des Königs Grimm; denn er hielt sich an den, den er nicht sah, als sähe er ihn. Durch den Glauben hielt er Ostern und das Blutvergießen, auf daß, der die Erstgeburten würgete, sie nicht träfe. Durch den Glauben gingen sie durch das Rote Meer als durch trocken Land; welches die Ägypter auch versuchten und ersoffen. Durch den Glauben fielen die Mauern Jerichos, da sie sieben Tage umhergegangen waren. Durch den Glauben ward die Hure Rahab nicht verloren mit den Ungläubigen, da sie die Kundschafter freundlich aufnahm. Und was soll ich mehr sagen? Die Zeit würde mir zu kurz, wenn ich sollte erzählen von Gideon und Barak und Simson und Jephthah und David und Samuel und den Propheten, welche haben durch den Glauben Königreiche bezwungen, Gerechtigkeit gewirket, die Verheißung erlanget, der Löwen Rachen verstopfet, des Feuers Kraft ausgelöscht, sind des Schwerts Schärfe entronnen, sind kräftig worden aus der Schwachheit, sind stark worden im Streit, haben der Fremden Heer daniedergelegt. Die Weiber haben ihre Toten von der Auferstehung wieder genommen; die andern aber sind zerschlagen und haben keine Erlösung angenommen, auf daß sie die Auferstehung, die besser ist, erlangeten. Etliche haben Spott und Geißeln erlitten, dazu Bande und Gefängnis. Sie sind gesteiniget, zerhackt, zerstochen, durchs Schwert getötet; sie sind umhergegangen in Pelzen und Ziegenfellen, mit Mangel, mit Trübsal, mit Ungemach (deren die Welt nicht wert war) und sind im Elend gegangen in den Wüsten, auf den Bergen und in den Klüften und Löchern der Erde. Diese alle haben durch den Glauben Zeugnis überkommen und nicht empfangen die Verheißung, darum daß GOtt etwas Besseres für uns zuvor versehen hat, daß sie nicht ohne uns vollendet würden.

+94.(137.) Braucht man also am Sonntag von gar keiner Arbeit zu ruhen?

Dies ist keineswegs geboten. Denn dieses Moralgebot ist gleichwohl für alle bindend, dass man sich nämlich derjenigen Arbeiten enthalten solle, durch welche die Predigt und der Gottesdienst verhindert werden; es sei denn, dass die Not das Arbeiten (Gefahr für Leib, Leben und Gut) erfordere oder die Gottseligkeit es rate oder die christliche Liebe es verlange.

Notwerke: Luk. 13,15.16: Da antwortete ihm der Herr und sprach: Du Heuchler, löset nicht ein jeglicher unter euch seinen Ochsen oder Esel von der Krippe am Sabbath und führet ihn zur Tränke? Sollte aber nicht am Sabbath gelöset werden diese, die doch Abrahams Tochter ist, von diesem Bande, welche Satanas gebunden hatte nun wohl achtzehn Jahre?

Matth. 12,12.13: Wieviel besser ist nun ein Mensch als ein Schaf. Darum mag man wohl am Sabbath Gutes tun. Da sprach er zu dem Menschen: Strecke deine Hand aus! Und er streckte sie aus und sie ward ihm wieder gesund gleichwie die andere.

Werke der Nächstenliebe: Luk. 13,15.16.

Werke der Gottseligkeit im Dienste Gottes: Joh. 7,22.23: Mose hat euch darumg gegeben die Beschneidung, nicht, dass sie von Mose kommt, sondern von den Vätern; dennoch beschneidet ihr den Menschen am Sabbath. So ein Mensch die Beschneidung annimmt am Sabbath, auf dass nicht das Gesetz Moses gebrochen werde, zürnet ihr denn über mich, dass ich den ganzen Menschen habe am Sabbath gesund gemacht?

+* 95.(140.) Mit was für Diensten und guten Werken heiligen wir aber den Feiertag in rechter Weise?

1. Durch gewissenhafte Teilnahme am Gottesdienst in heiliger Versammlung das Wort Gottes gerne hören, betrachten und lernen.

Hebr. 10,25: Lasset uns nicht veerlassen unsere Versammlungen, wie etliche pflegen, sondern untereinander ermahnen, und das so viel mehr, soviel ihr sehet, dass sich der Tag nahet.

* Pred. 4,17: Bewahre deinen Fuß, wenn du zum Hause Gottes gehest, und komm, dass du hörest. Das ist besser als der Narren Opfer; denn sie wissen nicht, was sie Böses tun.

* Ps. 26,6-8: Ich halte mich, Herr, zu deinem Altar, da man höret die Stimme des Dankens, und da man prediget alle deine Wunder. Herr, ich habe lieb die Stätte deines Hauses und den Ort, da deine Ehre wohnet.

* Luk. 11,28: Selig sind, die das Wort Gotte hören und bewahren.

* Jak. 1,22: Seid aber Täter des Wortes und nicht Hörer allein, damit ihr euch selbst betrüget.

Ps. 119,72: Das Gesetz deines Mundes ist mir lieber als viel tausend Stück Gold und Silber.

2. Durch die reine und lautere Predigt des göttlichen Wortes und durch aufmerksames Hören und Betrachten desselben.

* Jes. 66,2: Ich sehe an den Elenden und der zerbrochenen Geistes ist und der sich fürchtet vor meinem Wort.

* 1. Thess. 2,13: Da ihr empfinget von uns das Wort göttlicher Predigt, nahmet ihr’s auf, nicht als Menschen Wort, sondern, wie es denn wahrhaftig ist, als Gottes Wort.

* Matth. 28,19: Gehet hin in alle Welt und machet zu Jüngern alle Völker: Taufet sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe.

* Mark. 16,15: Gehet hin in alle Welt und prediget das Evangelium aller Kreatur.

Apg. 13,44: Am folgenden Sabbath aber kam zusammen fast die ganze Stadt, das Wort Gottes zu hören.

1 Kor. 14,26: Wie ist es denn nun, liebe Brüder? Wenn ihr zusammenkommt, so hat ein jeglicher Psalmen, er hat eine Lehre, er hat Zungen, er hat Offenbarung, er hat Auslegung. Lasset es alles geschehen zur Besserung.

Jak. 1,21: Nehmet das Wort an mit Sanftmut, das in euch gepflanzet ist, welches kann eure Seelen selig machen.

3. Durch richtige Verwaltung und Gebrauch der heiligen Sakramente.

Apg. 20.7: Am ersten Tag der Woche aber, da die Jünger zusammen kamen, das Brot zu brechen, predigte ihnen Paulus und wollte des andern Tages ausreisen und verzog das Wort bis zur Mitternacht.

4. Durch andächtige Bitte, Gebet und Danksagung zu Gott.

1 Tim. 2,1-3: So ermahne ich nun, dass man vor allen Dingen zuerst tue Bitte, Gebet, Fürbitte und Danksagung für alle Menschen, für die Könige und für alle Obrigkeit, damit wir ein ruhiges und stilles Leben führen können in aller Gottseligkeit und Ehrbarkeit. Denn solches ist gut, dazu auch angenehm vor Gott, unserm Heilande.

Apg. 2,42: Sie blieben aber beständig in der Apostel Lehre und in der Gemeinschaft und im Brotbrechen und im Gebet.

1. Kor. 14,26: Wie denn nun, liebe Brüder? Wenn ihr zusammen kommt, so hat ein jeglicher Psalmen, er hat eine Lehre, er hat Zungen, er hat Offenbarung, er hat Auslegung. Lasset es alles geschehen zur Besserung.

5. Durch Erweisung von Liebeswerken gegen den Nächsten, wie: Betrübte trösten, Kranke besuchen und pflegen, Almosen geben.

* Jak. 1,27: Ein reiner und unbefleckter Gottesdienst vor Gott dem Vater ist der: Die Waisen und Witwen in ihrer Trübsal besuchen und sich von der Welt unbefleckt halten.

Luk. 13,10-17: Und er lehrete in einer Schule am Sabbat. Und siehe, ein Weib war da, das hatte einen Geist der Krankheit achtzehn Jahre; und sie war krumm und konnte nicht wohl aufsehen. Da sie aber JEsus sah, rief er sie zu sich und sprach zu ihr: Weib, sei los von deiner Krankheit! Und legte die Hände auf sie; und alsbald richtete sie sich auf und preisete GOtt. Da antwortete der Oberste der Schule und war unwillig, daß JEsus auf den Sabbat heilete, und sprach zu dem Volk: Es sind sechs Tage, darinnen man arbeiten soll; in denselbigen kommt und laßt euch heilen und nicht am Sabbattage. Da antwortete ihm der HErr und sprach: Du Heuchler, löset nicht ein jeglicher unter euch seinen Ochsen oder Esel von der Krippe am Sabbat und führet ihn zur Tränke? Sollte aber nicht gelößt werden am Sabbat diese, die doch Abrahams Tochter ist, von diesem Bande, welche Satanas gebunden hatte nun wohl achtzehn Jahre? Und als er solches sagte, mußten sich schämen alle, die ihm wider gewesen waren. Und alles Volk freuete sich über alle herrlichen Taten, die von ihm geschahen.

Luk. 14,1-6: Und es begab sich, daß er kam in ein Haus eines Obersten der Pharisäer auf einen Sabbat, das Brot zu essen. Und sie hielten auf ihn. Und siehe, da war ein Mensch vor ihm der war wassersüchtig. Und JEsus antwortete und sagte zu den Schriftgelehrten und Pharisäern und sprach: Ist’s auch recht, auf den Sabbat heilen? Sie aber schwiegen stille. Und er griff ihn an und heilete ihn und ließ ihn gehen. Und antwortete und sprach zu ihnen: Welcher ist unter euch, dem sein Ochse oder Esel in den Brunnen fällt, und er nicht alsbald ihn herauszieht am Sabbattage? Und sie konnten ihm darauf nicht wieder Antwort geben.

Matth. 12,1-13: Zu der Zeit ging JEsus durch die Saat am Sabbat; und seine Jünger waren hungrig, fingen an, Ähren auszuraufen, und aßen. Da das die Pharisäer sahen, sprachen sie zu ihm: Siehe, deine Jünger tun, was sich nicht ziemt, am Sabbat zu tun. Er aber sprach zu ihnen: Habt ihr nicht gelesen, was David tat, da ihn und die mit ihm waren, hungerte, wie er in das Gotteshaus ging und aß die Schaubrote, die ihm doch nicht ziemten zu essen, noch denen, die mit ihm waren, sondern allein den Priestern? Oder habt ihr nicht gelesen im Gesetz, wie die Priester am Sabbat im Tempel den Sabbat brechen und sind doch ohne Schuld? Ich sage aber euch, daß hier der ist, der auch größer ist denn der Tempel. Wenn ihr aber wüßtet, was’ das sei: Ich habe Wohlgefallen an der Barmherzigkeit und nicht am Opfer, hättet ihr die Unschuldigen nicht verdammt. Des Menschen Sohn ist ein HErr auch über den Sabbat. Und er ging von dannen fürbaß und kam in ihre Schule. Und siehe, da war ein Mensch, der hatte eine verdorrete Hand. Und sie fragten ihn und sprachen: Ist’s auch recht am Sabbat heilen? auf daß sie eine Sache wider ihn hätten. Aber er sprach zu ihnen: Welcher ist unter euch, so er ein Schaf hat, das ihm am Sabbat in eine Grube fällt, der es nicht ergreife und aufhebe? Wieviel besser ist nun ein Mensch denn ein Schaf! Darum mag man wohl am Sabbat Gutes tun. Da sprach er zu dem Menschen: Strecke deine Hand aus! Und er streckte sie aus; und sie ward ihm wieder gesund gleichwie die andere.

6. Durch Entrichtung von Liebesgaben zur Erhaltung des Predigtamtes.

1 Kor. 16,1: Von der Sammlung aber, die den Heiligen geschieht, wie ich den Gemeinden in Galatien geordnet habe, also tut auch ihr.

* Gal. 6,6: Der aber unterrichtet wird mit dem Wort, der teile mit allerlei Gutes dem, der ihn unterrichtet.

7. Endlich durch Unterweisung unsrer Angehörigen und anderer zu christlichem Leben und Wandel.

Tit. 2,1-10: Du aber rede, wie sich's ziemt nach der heilsamen Lehre: den Alten sage, daß sie nüchtern seien, ehrbar, züchtig, gesund im Glauben, in der Liebe, in der Geduld; den alten Weibern desgleichen, daß sie sich halten wie den Heiligen ziemt, nicht Lästerinnen seien, nicht Weinsäuferinnen, gute Lehrerinnen; daß sie die jungen Weiber lehren züchtig sein, ihre Männer lieben, Kinder lieben, sittig sein, keusch, häuslich, gütig, ihren Männern untertan, auf daß nicht das Wort Gottes verlästert werde. Desgleichen die jungen Männer ermahne, daß sie züchtig seien. Allenthalben aber stelle dich selbst zum Vorbilde guter Werke, mit unverfälschter Lehre, mit Ehrbarkeit, mit heilsamem und untadeligem Wort, auf daß der Widersacher sich schäme und nichts habe, daß er von uns möge Böses sagen. Den Knechten sage, daß sie ihren Herren untertänig seien, in allen Dingen zu Gefallen tun, nicht widerbellen, nicht veruntreuen, sondern alle gute Treue erzeigen, auf daß sie die Lehre Gottes, unsers Heilandes, zieren in allen Stücken.

+* 96.(140a.) Welche Werke darf man also am Sonn- oder Feiertag verrichten?

Dreierlei: Werke der Gottseligkeit (beten, singen, predigen, Gottes Wort lesen und betrachten, taufen, Abendmahl reichen und nehmen, Katechismus wiederholen und dergleichen); Liebeswerke (Unwissende belehren, Betrübte trösten, Kranke besuchen und pflegen, Almosen geben) und unvermeidliche Notwerke (die also keinen Verzug leiden, wie Feuer löschen, Menschen und Vieh aus augenscheinlicher Gefahr retten und dergleichen).

+*97.(141.) Was heißt, Gottes Wort heilig halten?

Wir sollen’s hören als Gottes Wort und es höher achten als alles, was in der Welt ist.

Ps. 19,11: Die Rechte des Herrn sind köstlicher als Gold und viel feines Gold, sie sind süßer als Honig und Honigseim.

+* 98.(142.) Was heißt, Gottes Wort gern hören?

Wir sollen es mit willigem Herzen, mit großem Verlangen, mit Lust und Freude hören und in einem feinen, guten Herzen bewahren.

* Ps. 26,8: Herr, ich habe lieb die Stätte deines Hauses und den Ort, da deine Ehre wohnt.

Pred. 4,17: Bewahre deinen Fuß, wenn du zum Hause Gottes gehst, und komme, dass du hörest.

Jak. 1,21: Darum, so leget ab alle Unsauberkeit und alle Bosheit und nehmet das Wort an mit Sanftmut, das in euch gepflanzt ist, welches kann eure Seelen selig machen.

+* 99.(143.) Was heißt, Gottes Wort lernen?

Wir sollen Glauben daraus schöpfen und mehren, es im Herzen behalten und gottselig danach leben.

* Luk. 11,28: Selig sind, die Gottes Wort hören und bewahren.

* Jak. 1,22: Seid Täter des Wortes und nicht Hörer allein, wodurch ihr euch selbst betrügt.

+* 100.(144.) Mit was für Lastern und Sünden wird aber der Feiertag entheiligt?

Dadurch, dass man 1. die Predigt und Gottes Wort und die Sakramente verachtet und dieselben auf vielfältige Weise missbraucht oder den Gottesdienst ohne Not versäumt oder im Gottesdienst schläfrig und unachtsam ist oder zwar zuhört, aber nichts lernt davon oder, wenn man etwas lernt, nicht danach lebt.

* Luk. 10,16: Wer euch höret, der höret mich; und wer euch verachtet, der verachtet mich; wer aber mich verachtet, der verachtet den, der mich gesandt hat.

* Hos. 4,6: Du verwirft Gottes Wort, darum will ich dich auch verwerfen.

2. Wenn Gottes Wort unlauter gepredigt wird.

3. Wenn man die Schrift nicht liest, Hausandacht, Bitte und Gebet versäumt, Liebeswerke zu tun und Almosen zu geben unterlässt.

* Joh. 8,47: Wer von Gott ist, der höret Gottes Wort. Darum höret ihr nicht, denn ihr seid nicht von Gott.

* Hebr. 10,25: Lasset uns nicht verlassen unsere Versammlungen, wie etlichen pflegen.

4. Wenn man den alltäglichen Arbeiten nachgeht.

5. Wenn man sich mit weltlichen Dingen und Zeitvertreib abgibt, wie: mit Fressen und Saufen, Tanzen, Schauspielbesuch, und überhaupt in Leben und Wandel sich ungebührlich verhält.

* 1. Petr. 4,4: Das befremdet sie, das ihr nicht mit ihnen laufet in dasselbe wüste, unordentliche Wesen, und lästern.

* 101.(145.) Welches ist die besondere Drohung und Strafe dieses Gebots?

„Wer den Sabbath entheiligt, der soll des Todes sterben.“ 2 Mose 31,14; 35,2.

4. Mose 15,32-36: Als nun die Kinder Israel in der Wüste waren, fanden sie einen Mann Holz lesen am Sabbattage. Und die ihn drob funden hatten, da er Holz las, brachten ihn zu Mose und Aaron und vor die ganze Gemeine. Und sie legten ihn gefangen; denn es war nicht klar ausgedrückt, was man mit ihm tun sollte. Der HErr aber sprach zu Mose: Der Mann soll des Todes sterben, die ganze Gemeine soll ihn steinigen außer dem Lager. Da führete die ganze Gemeine ihn hinaus vor das Lager und steinigten ihn, daß er starb, wie der HErr Mose geboten hatte.

Von der zweiten Tafel der heiligen Zehn Gebote

+* 102.(146.) Nachdem die Gebote der ersten Tafel erklärt sind, so frage ich: Wovon handelt die zweite Tafel?

Von der Liebe zum Nächsten.

+* 103.(147.) Was ist die Summe [Zusammenfassung] dieser Tafel?

Wir sollen unsern Nächsten lieben wie uns selbst, Matthäus 22,39. Und alles, was wir wollen, dass uns die Leute tun sollen, das sollen wir ihnen tun. Matthäus 7,12.

+* 104.(148.) Wer ist aber unser Nächster?

Alle Menschen insgesamt, welche unseren Rat, Hilfe und Beistand brauchen, seien es nun Freunde oder Feinde, Bekannte oder Unbekannte, Einheimische oder Fremde, Arme oder Reiche oder welche andere es immer sein mögen.

* Matth. 5,43.44: Ihr habt gehört, dass gesagt ist: Du sollst deinen Nächsten lieben und deinen Feind hassen. Ich aber sage euch: Liebet eure Feinde, segnet, die euch fluchen, tut wohl denen, die euch hassen, bittet für die, so euch beleidigen und verfolgen, auf dass ihr Kinder seid eures Vaters im Himmel. Denn er lässt seine Sonne aufgehen über die Bösen und über die Guten und lässt regnen über Gerechte und Ungerechte. Denn so ihr liebet, die euch lieben, was werdet ihr für Lohn haben? Tun nicht dasselbe auch die Zöllner? Und so ihr euch nur zu euren Brüdern freundlich tut, was tut ihr Besonderes? Tun nicht die Zöllner auch so? Darum sollt ihr vollkommen, gleichwie euer Vater im Himmel vollkommen ist.

Luk. 10,25-37. Und siehe, da stund ein Schriftgelehrter auf, versuchte ihn und sprach: Meister, was muß ich tun, daß ich das ewige Leben ererbe? Er aber sprach zu ihm: Wie stehet im Gesetz geschrieben? Wie liesest du? Er antwortete und sprach: Du sollst GOtt, deinen HErrn, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von allen Kräften und von ganzem Gemüt und deinen Nächsten als dich selbst. Er aber sprach zu ihm: Du hast recht geantwortet; tue das, so wirst du leben. Er aber wollte sich selbst rechtfertigen und sprach zu JEsu: Wer ist denn mein Nächster? Da antwortete JEsus und sprach: Es war ein Mensch, der ging von Jerusalem hinab gen Jericho und fiel unter die Mörder; die zogen ihn aus und schlugen ihn und gingen davon und ließen ihn halbtot liegen. Es begab sich aber ohngefähr, daß ein Priester dieselbige Straße hinabzog; und da er ihn sah, ging er vorüber. Desselbigengleichen auch ein Levit: da er kam zu der Stätte und sah ihn, ging er vorüber. Ein Samariter aber reisete und kam dahin; und da er ihn sah, jammerte ihn sein, ging zu ihm, verband ihm seine Wunden und goß drein Öl und Wein und hub ihn auf sein Tier und führete ihn in die Herberge und pflegete sein. Des andern Tages reisete er und zog heraus zwei Groschen und gab sie dem Wirt und sprach zu ihm; Pflege sein; und so du was mehr wirst dartun, will ich dir’s bezahlen, wenn ich wiederkomme. Welcher dünket dich, der unter diesen dreien der Nächste, sei gewesen dem, der unter die Mörder gefallen war? Er sprach: Der die Barmherzigkeit an ihm tat. Da sprach JEsus zu ihm: So gehe hin und tue desgleichen!

Röm. 12,10: Die brüderliche Liebe untereinander sei herzlich. Einer komme dem andern mit Ehrerbietung zuvor.

1. Tim. 5,8: So jemand die Seinen, besonders seine Hausgenossen, nicht versorget, der hat den Glauben verleugnet und ist ärger als ein Heide.

Gal. 6,10: Als wir denn nun Zeit haben, so lasset uns Gutes tun an jedermann, allermeist aber an des Glaubens Genossen.

Spr. 25,21: Hungert deinen Feind, so speise ihn mit Brot; dürstet ihn, so tränke ihn mit Wasser.

+* 105.(149.) Wie sollen wir unseren Nächsten lieben?

Nicht über alles, denn solche Liebe gehört für Gott, sondern wie uns selbst; dass wir ihm so herzlich, so aufrichtig, so beständig alles Gute wünschen und erweisen im Geistlichen und Leiblichen, auch von ihm alles Gute reden, wie wir uns selbst tun und wünschen, dass andere sich gegen uns verhalten.

Matth. 22,39: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.

Matth. 7,12: Alles nun, was ihr wollet, dass euch die Leute tun sollen, das tut ihr ihnen.

2. Kor. 8,13.14: Nicht geschieht das der Meinung, dass die andern Ruhe haben und ihr Trübsal; sondern dass es gleich sei So diene euer Überfluss ihrem Mangel, diese teure Zeit lang, damit auch ihr Überschwang hernach diene eurem Mangel, und geschehe, das gleich ist.

1. Joh. 3,16: Daran haben wir erkannt die Liebe, dass er sein Leben für uns gelassen hat; und wir sollen auch das Leben für die Brüder lassen.

+* 106.(152.) Wie viele Gebote enthält aber diese zweite Tafel der heiligen Zehn Gebote?

Die sieben letzten, nämlich das 4., 5., 6., 7., 8., 9. und 10.

Das vierte Gebot

+* 107.(153.) Wie lautet das vierte Gebot?

Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren, auf dass dir’s wohl gehe und du lange lebest auf Erden.

+* 108.(154.) Was ist das?

Wir sollen Gott fürchten und lieben, dass wir unsre Eltern und Herrn nicht verachten noch erzürnen, sondern sie in Ehren halten, ihnen dienen, gehorchen, sie lieb und wert haben. [Hausstand und Staat]

+* 109.(156.) Wen verstehst du hier unter dem Namen „Eltern“?

Unter den Eltern sind alle Oberen verstanden, welche Gott anderen zu deren Regierung und Verteidigung vorgesetzt hat, wie da sind:

1. unsere natürlichen Eltern, sowie Groß-, Stief-, Pflege- und Schwiegereltern;

2. die Vormünder und Pfleger von Minderjährigen;

3. die Kirchendiener und Pastoren;

4. die Lehrer an hohen und niederen Schulen;

5. die weltliche Obrigkeit und ihre Beamten;

6. die Hausherren;

7. die alten und betagten Leute.

I. 1. Mose 28,13: Und der Herr stand oben drauf und sprach (zu Jakob): Ich bin der Herr, Abrahams, deines Vaters, Gott.

Luk. 2,48: Und da sie (die Eltern Jesu) ihn sahen, entsetzten sie sich. Und seine Mutter sprach zu ihm: Mein Sohn, warum hast du uns das getan? Siehe, dein Vater und ich haben dich mit Schmerzen gesucht.

1. Sam. 24,12: (David sprach zu Saul): Mein Vater.

II. Esther 2,7.20: Und er (Mardachai) war ein vormund Hadassas, die ist Esther, eine Tochter seines Vetters; denn sie hatte weder Vater noch Mutter. Und sie war ein schönes und feines Mädchen. Und da ihr Vater und Mutter starben, nahm sie Mardachai auf zur Tochter. Und Esther hatte noch nicht angesagt ihre Verwandtschaft, noch ihr Volk; wie ihr denn Mardachai geboten hatte. Denn Esther tat nach dem Wort Mardachais, gleich als da er ihr Vormund war.

Gal. 4,1.2: Ich sage aber, solange der Erbe ein Kind ist, so ist zwischen ihm und einem Knechte kein Unterschied, ob er wohl ein Herr ist aller Güter, sondern er ist unter den Vormündern und Pflegern bis auf die vom Vater bestimmte Zeit.

Joh. 19,26.27: Da nun Jesus seine Mutter sah und den Jünger dabeistehen, den er lieb hatte, spricht er zu seiner Mutter: Weib, siehe, das ist dein Sohn! Danach spricht er zu dem Jünger: Siehe, das ist deine Mutter! Und von der Stund’ an nahm sie der Jünger zu sich.

III. 2 Kge 13,14: Elisa aber ward krank, daran er auch starb. Und Joas, der König Israels, kam zu ihm hinaub und weinte vor ihm und sprach: Mein Vater, mein Vatger, Wagen Israels, und seine Reiter!

Gal. 4,19: Meine lieben Kinder, welche ich abermals mit Ängsten gebäre, bis dass Christus in euch Gestalt gewinne.

1. Kor. 4,15: Denn ob ihr gleich 10.000 Zuchtmeister hättet in Chrisus, so habt ihr doch nicht viele Väter. Denn ich (Paulus) hab euch gezeugt in Christus Jesus durch das Evangelium.

1 Joh. 2,1: Meine Kindlein, solches schreibe ich euch, auf dass ihr nicht sündiget.

IV. 2 Kge 2,12: Elisa aber sah es und schrie: Mein Vater, mein Vater, wagen Israels uns seine Reiter! Und sah ihn nicht mehr. Und er fasste seine Kleider und zerriss sie in zwei Stücke.

V. 1 Sam. 24,12: [David zu Saul:] Mein Vater, sieh doch den Zipfel von deinem Rock in meiner Hand, dass ich dich nicht erwürgen wollte, da ich den Zipfel von deinem Rock schnitt.

Esra 1,5: Da machten sich auf die oberste Väter aus Juda und Benjamin und die Priester und Leviten, alle, deren Geist Gott erweckte, hinaufzuziehen und zu bauen das Haus des Herrn zu Jerusalem.

1. Mose 41,43: Und (Pharao) ließ ihn (Joseph) auf seinem andern Wagen fahren und ließ vor ihm her ausrufen: Der ist des Landes Vater. Und setzte ihn über das ganze Land Ägypten.

1 Mose 45,8: Und nun, ihr habt mich nicht hergesandt, sondern Gott, der hat mich Pharao zum Vater gesetzt und zum Herrn über all sein Haus und einen Fürsten in ganz Ägyptenland.

VI. 2 Kge 5,13: Da machten sich seine Knechte zu ihm, redeten mit ihm und sprachen: Lieber Vater, wenn dich der Prophet etwas Großes geheißen hätte, solltest du es nicht tun? Wie viel mehr, so er zu dir sagt: Wasche dich, so wirst du rein.

Richter 6,11: Und ein Engel des Herrn kam und ssetzte sich unter eine Eiche zu Ophra, die war Joas’, des Vaters der Esriter, und sein Sohn Gideon drosch Weizen an der Kelter, dass er flöhe vor den Midianitern.

VII. 1 Tim. 5,1.2: Einen Alten schilt nicht, sondern ermahne ihn als einen Vater, die Jungen als die Brüder, die alten Frauen als die Mütter, die jungen als die Schwestern mit aller Keuschheit.

+* 110.(157.) Wen verstehst du unter dem Namen Kinder?

Alle Untergebenen, welche Gott anderen unterworfen hat, damit sie von diesen regiert und verteidigt werden; wie da sind:

1. die Kinder;

2. die Minderjährigen;

3. die Hörer des göttlichen Wortes;

4. die Schüler;

5. die Untertanen;

6. die Mitarbeiter und die Hausgenossen;

7. die jungen Leute.

* 111.(159.) Was wird also den Eltern und Oberen in diesem Gebot geboten?

Dass sie sich ihrer Untergebenen mit väterlicher Fürsorge, Liebe und Wohlwollen aller ihrer Untertanen annehmen, dieselben ernähren, verteidigen, in dem Herrn treu unterweisen und ihnen mit unsträflichem Beispiel eines reinen Glaubens, rechtschaffenen Lebens und guter Sitten voranleuchten.

* Eph. 6,4: Ihr Väter, reizet eure Kinder nicht zum Zorn, sondern ziehet sie auf in der Zucht und Vermahnung zum Herrn.

2. Tim. 5,8: So jemand die Seinen, besonders seine Hausgenossen, nicht versorgt, der hat den Glauben verleugnet und ist ärger als ein Heide.

5. Mose 6,6-9: Und diese Worte, die ich dir heute gebiete, sollst du zu Herzen nehmen. Und sollst sie deinen Kindern schärfen und davon reden, wenn du in deinem Hause sitzest oder auf dem Wege gehest, wenn du dich niederlegest oder aufstehest. Und sollst sie binden zum Zeichen auf deine Hand, und sollen dir ein Denkmal vor deinen Augen sein. Und sollst sie über deines Hauses Pfosten schreiben und an die Tore.

Spr. 22,15: Torheit steckt dem Knaben im Herzen; aber die Rute der Zucht wird sie ferne von ihm treiben.

Spr. 23,13.14: Lass nicht ab, den Knaben zu züchtigen; denn wo du ihn mit der Rute bauest, so muss man ihn nicht töten. Du hauest ihn mit der Rute; aber du errettest seine Seele von der Hölle.

1. Mose 18,19: Ich weiß, er (Abraham) wird befehlen seinen Kindern und seinem ganzen Hause nach ihm, dass sie des Herrn Wege halten und tun, was recht und gut ist; auf dass der Herr auf Abraham kommen lasse, was er ihm verheißen hat.

Matth. 18,6.10: Wer aber ärgert dieser Geringsten einen, die an mich glauben, dem wäre besser, dass ein Mühlstein an seinen Hals gehängt und er ersäuft würde im Meer, da es am tiefsten ist. Sehet zu, dass ihr nicht jemand von diesen Kleinen verachtet. Denn ich sage euch, ihre Engel im Himmel sehen allezeit das Angesicht meines Vaters im Himmel.

+* 112.(160.) Was wird den Kindern und allen Untergebenen geboten und verboten?

Dass sie den Eltern und allen über sie gesetzten Herren die schuldige Ehre gebührlich erweisen, ihnen mit Ehrfurcht und Einfältigkeit dienen und Gehorsam leisten; sie nicht verachten noch zum Zorn reizen, sondern sie lieb und wert halten.

+* 113.(161.) Was erfordert die Ehre, die man Eltern und Herren schuldig ist?

Dass man sie in ihrem Amt und Stand für Gottes Ordnung erkenne und wegen göttlicher Ordnung hochachte und sich demütig und ehrerbietig gegen sie erweise, ihnen dient, gehorcht, sie lieb und wert hält.

* Mal. 1,6: Ein Sohn soll seinen Vater ehren und ein Knecht seinen Herrn.

* Eph. 6,2.3: Ehre Vater und Mutter; das ist das erste Gebot, das Verheißung hat: auf dass dir’s wohl gehe und du lange lebest auf Erden.

* 3. Mose 19,3: Ein jeglicher fürchte seine Mutter und seinen Vater.

1. Kge 2,19: Und Bathseba kam hinein zum König Salomo, mit ihm zu reden, Adonais wegen. Und der König stand auf und ging ihr entgegen und beugte sich vor ihr und setzte sich auf seinen Stuhl. Und es ward des Königs Mutter ein Stuhl gesetzt, dass sie sich setzte zu seiner Rechten.

+* 114.(161a.) Wie sollen wir ihnen dienen?

Wir sollen ihnen mit dankbarem Herzen zu Willen sein, ihnen allerlei Guttaten gern erweisen, herzlich für sie beten und sie im Alter verpflegen.

1. Tim. 2,1-3: Ich ermahne, dass man vor allen Dingen zuerst tue Gebet, Fürbitte und Danksagung für alle Menschen, für die Könige und für die Obrigkeit, auf dass wir ein ruhiges und stilles Leben führen mögen in aller Gottseligkeit und Ehrbarkeit; denn solches ist gut, dazu auch angenehm vor Gott, unserm Heiland.

+* 115.(162.) Wie sollen wir ihnen gehorchen?

Wir sollen ihrem Befehl und Willen in allem, was nicht gegen Gottes Gebot ist, gern nachkommen, ihre Zucht annehmen und ihre Strafe uns ohne Widerspenstigkeit und Murren gefallen lassen.

Kol. 3,20: Ihr Kinder, seid gehorsam den Eltern in allen Dingen; denn das ist dem Herrn gefällig.

Apg. 5,29: Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen.

+* 116.(165.) Was erfordert die Liebe gegen die Eltern?

Dass man wegen der Wohltaten,so man von ihnen hat, ihnen alles Gute gönne und, wo möglich, vergelte, ihre Fehler und Schwachheiten in Langmut trage und für sie bete..

1. Tim. 2,1.2: So ermahne ich nun, dass man vor allen Dingen zuerst tue Bitte, Gebet, Fürbitte und Danksagung für alle Menschen, für die Könige und für alle Obrigkeit, auf dass wir ein ruhiges und stilles Leben führen mögen in aller Gottseligkeit und Ehrbarkeit.

1. Tim. 5,4: Den Eltern Gleiches vergelten, das ist wohlgetan und angenehm vor Gott.

+* 117.(163.) Was heißt: Eltern und Herren verachten?

Es heißt, sie im Herzen geringer halten, als sie Gott gehalten haben will, ihnen mit verächtlichen und spöttischen Gebärden und Worten begegnen und den schuldigen Gehorsam entziehen.

* Spr. 30,17: Ein Auge, das den Vater verspottet und verachtet, der Mutter zu gehorchen, das müssen die Raben am Bach aushacken und die jungen Adler fressen.

2. Kge 2,23.24: Und er ging hinauf gen Bethel. Und als er auf dem Wege hinanging, kamen kleine Knaben zur Stadt heraus und spotteten ihn und sprachen zu ihm: Kahlkopf, komm herauf! Kahlkopf, komm herauf! Und er wandte sich um, und da er sie sah, fluchte er ihnen im Namen des HErrn. Da kamen zween Bären aus dem Walde und zerrissen der Kinder zweiundvierzig.

+* 118.(164.) Was heißt: sie zum Zorn reizen?

Es heißt, nicht nur die schuldige Ehre und Gehorsam ihnen entziehen, sondern auch wirklich das Gegenteil tun, sich ihnen widesetzen, sie mit Worten, Werken oder Gebärden beleidigen oder erbittern.

5. Mose 21,18-21: Wenn jemand einen eigenwilligen und ungehorsamen Sohn hat, der seines Vaters und Mutter Stimme nicht gehorchet, und wenn sie ihn züchtigen, ihnen nicht gehorchen will, so soll ihn sein Vater und Mutter greifen und zu den Ältesten der Stadt führen und zu dem Tor desselben Orts und zu den Ältesten der Stadt sagen: Dieser unser Sohn ist eigenwillig und ungehorsam und gehorcht unserer Stimme nicht und ist ein Schlemmer und Trunkenbold. So sollen ihn steinigen alle Leute derselben Stadt, daß er sterbe, und sollst also den Bösen von dir tun, daß es ganz Israel höre und sich fürchte.

Spr. 20,20: Wer seinem Vater und seiner Mutter flucht, dessen Leuchte wird verlöschen mitten in Finsternis.

1. Mose 9,20-25: Noah aber fing an und ward ein Ackermann und pflanzte Weinberge. Und da er des Weins trank, ward er trunken und lag in der Hütte aufgedeckt. Da nun Ham, Kanaans Vater, sah seines Vaters Scham, sagte er’s seinen beiden Brüdern draußen. Da nahm Sem und Japheth ein Kleid und legten es auf ihre beiden Schultern und gingen rücklings hinzu und deckten ihres Vaters Scham zu; und ihr Angesicht war abgewandt, daß sie ihres Vaters Scham nicht sahen. Als nun Noah erwachte von seinem Wein und erfuhr, was ihm sein kleiner Sohn getan hatte, sprach er: Verflucht sei Kanaan und sei ein Knecht aller Knechte unter seinen Brüdern!

+* 119.(166.) Welches ist die diesem Gebot angehängte Verheißung?

Auf dass dir’s wohl gehe und du lange lebest auf Erden. Eph. 6,3.

+* 120.(167.) Warum hat aber Gott demselben diese Verheißung noch besonders beigefügt?

1. Um uns durch diese Belohnung zum Halten desselben desto mehr zu ermuntern;

2. um öffentlich zu bezeugen, wie hoch er die Ehre der Eltern halte;

3. um zu zeigen, wie notwendig der Gehorsam gegen dieses Gebot sei.

* 121.(168.) Welches ist die besondere Drohung und Strafe dieses Gebotes?

„Verflucht sei, wer seinem Vater oder seiner Mutter fluchet.“ 5 Mose 27,16. „Wer Vater oder Mutter fluchet, der soll des Todes sterben.“ 2 Mose 21,17; 3. Mose 20,9.

+* 122.(172.) Aber muss man denn den Eltern, der Obrigkeit und jeglichem Vorgesetzten in allen Stücken ohne Unterschied gehorchen?

In allem soll man ihnen gehorchen, was nicht gegen Gott und die Liebe des Nächsten streitet. Denn wenn sie etwas gegen Gottes Gebot befehlen, so muss man Gott mehr gehorchen als den Menschen, Apg. 5,29.

* Kol. 3,20: Ihr Kinder, seid gehorsam den Eltern in allen Dingen; denn das ist dem Herrn gefällig.

Eph. 6,1: Ihr Kinder, seid gehorsam euren Eltern in dem Herrn, denn das ist billig.

* Spr. 23,22: Gehorche deinem Vater, der dich gezeugt hat, und verachte deine Mutter nicht, wenn sie alt wird.

Spr. 6,20-22: Mein Kind, bewahre die Gebote deines Vaters und laß nicht fahren das Gesetz deiner Mutter! Binde sie zusammen auf dein Herz allewege und hänge sie an deinen Hals: wenn du gehest, daß sie dich geleiten; wenn du dich legest, daß sie dich bewahren; wenn du aufwachest, daß sie dein Gespräch seien.

Luk. 2,51: Und er (Jesus) ging mit ihnen (seinen Eltern) hinab und kam nach Nazareth und war ihnen untertan.

* Apg. 5,29: Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen.

Dan. 6,10: Als nun Daniel erfuhr, dass solch Gebot unterschrieben wäre, ging er hinauf in sein Haus (er hatte aber an seinem Sommerhause offene Fenster nach Jerusalem). Und er fiel des Tages dreimal auf seine Kniee, betete, lobte und dankte seinem Gott, wie er denn vorher zu tun pflegte.

2 Mose 1,17: Aber die Wehmütter fürchteten Gott und taten nicht, wie der König in Ägypten zu ihnen gesagt hatte, sondern ließen die Kinder leben.

Das fünfte Gebot

+* 123.(175.) Welches ist das fünfte Gebot?

Du sollst nicht töten.

+* 124.(176.) Was ist das?

Wir sollen Gott fürchten und lieben, dass wir unserm Nächsten an seinem Leibe keinen Schaden noch Leid tun, sondern ihm helfen und fördern in allen Leibesnöten.

+* 125.(177.) Was heißt „töten“ in diesem Gebot?

Es bedeutet im Allgemeinen, unserm Nächsten an seinem Leben in irgendwelcher Weise Schaden und Leid tun.

+* 126.(178.) Welche Arten, einen Menschen zu töten, gibt es demnach?

Diese: nämlich

1. durch innerliche Bewegungen des Gemüts, wie

* Matth. 15,19: Aus dem Herzen kommen arge Gedanken, Mord, Ehebruch, Hurerei, Dieberei, falsche Zeugnisse, Lästerung.

1a. durch Zorn,

* Matth. 5,22: Ich aber sage euch: Wer mit seinem Bruder zürnet, der ist des Gerichts schuldig; wer aber zu seinem Bruder sagt: Racha! der ist des Rats schuldig; wer aber sagt: Du Narr! der ist des höllischen Feuers schuldig.

1b. Hass,

* 1 Joh. 3,15: Wer seinen Bruder hasset, der ist ein Totschläger; und ihr wisset, dass ein Totschläger nicht hat das ewige Leben bei sich bleibend.

1c. Feindschaft, Eifersucht, Unbarmherzigkeit, Schadenfreude

Gal. 5,20: Offenbar sind aber die Werke des Fleisches, als da sind: ... Feindschaft, Hader, Neid, Zorn, Zank, Zwietracht...

Jak. 5,9: Seufzet nicht gegen einander, liebe Brüder, auf dass ihr nicht verdammt werdet. Siehe, der Richter ist vor der Tür.

1d. Neid, Rachgier,

Röm. 1,28.29: Und gleichwie sie nicht geachtet haben, dass sie Gott erkenneten, hat sie Gott auch dahingegeben in verkehrten Sinn, zu tun, was nicht taugt, voll alles Ungerechten, Huererei, Schalkheit, Geizes, Bosheit, voll Hasses, Mordes, Haders, List, giftig, Ohrenbläser ...

1e. Vorsätze oder Gedanken,

1 Mose 27,41: Und Esau ward Jakob gram um des Segens willen, damit ihn sein Vater gesegnet hatte, und sprach in seinem Herzen: Es wird die Zeit bald kommen, dass mein Vater Leid tragen muss; denn ich will meinen Bruder Jakob erwürgen.

2. durch äußerliche Gebärden, wie a. Verstellung des Antlitzes, Murren, sich ungebärdig stellen,

1. Mose 4,5: Abr Kain und sein Opfer sah er (Gott) nicht gnädig an. Da ergrimmte Kain sehr, und seine Gebärde verstellte sich.

1 Kor. 13,5: Die Liebe ... stellet sich nicht ungebärdig...

2b. sich Aufblähen,

2 Kor. 12,20: Denn ich fürchte, wenn ich komme, dass ich euch nicht finde, wie ich will, und ihr mich auch nicht findet, wie ihr wollet: dass nicht Hader, Neid, Zorn, Zank, Nachreden, Ohrenblasen, Aufblähen, Aufruhr da sei.

3. mit der Zunge, nämlich a. durch Schmähungen,

Matth. 5,22: Ich aber sage euch: Wer mit seinem Bruder zürnet, der ist des Gerichts schuldig; wer aber zu seinem Bruder sagt: Racha! der ist des Rats schuldig; wer aber sagt: Du Narr! der ist des höllischen Feuers schuldig.

Matth. 7,1: Richtet nicht, auf dass ihr nicht gerichtet werdet!

3b. Lästerung, Verleumdung,

Röm. 1,28-30: Und gleichwie sie nicht geachtet haben, dass sie Gott erkenneten, hat sie Gott auch dahingegeben in verkehrten Sinn, zu tun, was nicht taugt, voll alles Ungerechten, Huererei, Schalkheit, Geizes, Bosheit, voll Hasses, Mordes, Haders, List, giftig, Ohrenbläser, Verleumder, Gottesverächter, Frevler, hoffärtig, ruhmredig, schädliche, den Eltern ungehorsam.

Ps. 57,5: Ich liege mit meiner Seele unter den Löwen. Die Menschenkinder sind Flammen, ihre Zähne sind Spieße und Pfeile, und ihre Zungen scharfe Schwerter.

3c. durch Beißen und Fressen,

Gal. 5,15: So ihr euch aber untereinander beißet und fresset, so sehet zu, dass ihr nicht untereinander verzehret werdet.

3d. durch Verwünschungen,

Röm. 12,14: Segnet, die euch verfolgen; segnet, und fluchet nicht.

4. durch die äußere Tat; und zwar a. teils durch Verletzung oder Verstümmelung der Glieder des Leibes (hierzu gehören auch Abtreibung und Euthanasie),

2 Mose 21,24.25: Auge um Auge, Zahn um Zahn, Hand um Hand, Fuß um Fuß, Brand um Brand, Wunde um Wunde, Beule um Beule.

4b. teils auf andere Weise, wodurch Blut vergossen wird.

1. Mose 4,8: Da redete Kain mit seinem Bruder Abel. Und es begab sich, da sie auf dem Felde waren, erhob sich Kain gegen seinen Bruder Abel und schlug ihn tot. (mit eigener Hand)

2. Sam. 11,15: Er (David) schrieb aber also in den Brief: Stellt Uria an den Streit, da er am härtesten ist, und wendet euch hinter ihm ab, dass er erschlagen werde und sterbe. (durch andere)

2. Mose 21,28.29: Wenn ein Ochse einen Mann oder Weib stößet, daß er stirbt, so soll man den Ochsen steinigen und sein Fleisch nicht essen; so ist der Herr des Ochsen unschuldig. Ist aber der Ochse vorhin stößig gewesen, und seinem Herrn ist’s angesagt, und er ihn nicht verwahret hat, und tötet darüber einen Mann oder Weib, soll man den Ochsen steinigen, und sein Herr soll sterben.

5. Mose 22,8: Wenn du ein neues Haus baust, so mache ein Geländer darum auf deinem Dach, auf dass du nicht Blut auf dein Haus ladest, wenn jemand herab fiele. (durch Fahrlässigkeit)

Matth. 26,51.52: Und siehe, einer aus denen, die mit JEsu waren, reckte die Hand aus und zog sein Schwert aus und schlug des Hohenpriesters Knecht und hieb ihm ein Ohr ab. Da sprach JEsus zu ihm: Stecke dein Schwert an seinen Ort; denn wer das Schwert nimmt, der soll durchs Schwert umkommen.

1. Sam. 31,4: Da sprach Saul zu seinem Waffenträger: Zieh dein Schwert heraus und erstich mich damit, dass nicht diese Unbeschnittenen kommen und mich erstechen und treiben einen Spott mit mir. Aber sein Waffenträger wollte nicht, denn er fürchtete sich sehr. Da nahm Saul das Schwert und fiel drein.

2. Sam. 17,23: Als aber Ahitophel sah, dass sein Rat nicht fortgegangen war, sattelte er seinen Esel, machte sich auf und zog heim in seine Stadt und beschickte sein Haus und erhing sich und starb und ward begraben in seines Vaters Grab.

1. Kge 16,18: Da aber Simri sah, dass die Stadt sollte gewonnen werden, ging er in den Palast im Hause des Königs und verbrannte sich mit dem Hause des Königs und starb.

Matth. 27,5: Sie (die Hohenpriester und Ältesten) sprachen: Was gehet uns das an? Da siehe du zu. Und er (Judas) warf die Silberlinge in den Tempel, hob sich davon, ging hin und erhenkte sich selbst.

Spr. 24,8: Wer sich selbst Schaden tut, den heißt man billig einen Erzbösewicht. (Selbstmord)

+* 127.(179.) Wie wird des Nächsten Seele getötet?

1. Durch falsche Lehre,

2. durch böses Beispiel und Ärgernis,

3. durch Versäumung heilsamer Unterweisung.

* Matth. 18,6: Wer aber ärgert dieser Geringsten einen, die an mich glauben, dem wäre besser, dass ein Mühlstein an seinen Hals gehängt und er ersäuft würde im Meer, da es am tiefsten ist.

+* 128.(180.) Was wird also in diesem Gebot verboten?

Unserem Nächsten entweder durch uns selbst oder durch andere auf irgendeine Weise das Leben schwer zu machen oder ihm an seinem Leibe Schaden oder Leid zu tun.

* Eph. 4,7: Zürnet und sündiget nicht; lasset die Sonne nicht über eurem Zorn untergehen.

Gal. 5,14.15: Denn alle Gesetze werden in einem Wort erfüllt, in dem: Liebe deinen Nächsten wie dich selbst. So ihr euch aber untereinander beißet und fresset, so sehet zu, dass ihr nicht unter einander verzehret werdet.

* Röm. 12,19.20: Rächet euch nicht selber, meine Liebsten, sondern gebet Raum dem Zorn; denn es stehet geschrieben: Die Rache ist mein, ich will vergelten, spricht der Herr. So nun deinen Feind hungert, so speise ihn; dürstet ihn, so tränke ihn. Wenn du das tust, so wirst du feurige Kohlen auf sein Haupt sammeln.

Spr. 23,29.30: Wo ist Weh? Wo ist Leid? Wo ist Zank? Wo ist Klagen? Wo sind Wunden ohne Ursache? Wo sind rote Augen? Nämlich, wo man beim Wein liegt und kommt auszusaufen, was eingeschenkt ist. (in Trunkenheit)

Apg. 7,52: Welchen Propheten haben eure Väter nicht verfolgt und sie getötet, die da zuvor verkündigten die Zukunft dieses Gerechten, welches ihr nun Verräter und Mörder geworden seid? (durch andere)

1. Kge 3,19: Und dieser Frau Sohn starb in der Nacht; denn sie hatte ihn im Schlaf erdrückt. (durch Fahrlässigkeit)

Luk. 10,31.32: Es begab sich aber von ungefähr, dass ein Priester dieselbe Straße hinab zog; und da er ihn sah, ging er vorüber. Desselben gleichen auch ein Levit, da er kam zu der Stätte und sah ihn, ging er vorüber. (durch Unterlassung)

* 129.(185.) Da aber dieses Gebot verbietet, den Nächsten zu töten: Sollte es etwa erlaubt sein, sich selbst zu töten?

Ganz und gar nicht. Denn

1. dieses Gebot verbietet es schlechthin, einen Menschen zu töten. Augustinus sagt (l.1. de Civ.Die c. 20.t.5.col.68.B): „Du sollst keinen Menschen töten, also auch dich selbst nicht; denn wer sich selbst das Leben nimmt, der tötet ja gerade einen Menschen.“

2. Wenn es nicht erlaubt ist, den Nächsten zu töten, so ist es folgerichtig noch viel weniger erlaubt, sich selbst zu töten.

Hinzu kommt 3., dass wir in der Heiligen Schrift kein Gebot hierüber haben, noch auch ein Beispiel, das uns zur Nachahmung aufgestellt wäre.

* 130.(186.) Wie kann einer seine eigene Seele töten?

Wenn er Sünden über sich herrschen lässt und die Gnadenmittel (Wort und Sakrament) verachtet.

1. Tim. 5,6: Welche aber in Wollüsten lebt, die ist lebendig tot.

* 131.(187.) Wie tötet einer seinen eigenen Leib?

Wenn er sich selbst vorsätzlich ums Leben bringt oder in Lebensgefahr stürzt oder sein Leben mutwillig verkürzt durch Fressen, Saufen, Unzucht, Zorn, Sorgen und dergleichen.

+* 132.(187a.) Darf ein Christ Notwehr gebrauchen?

Die weltlichen Gesetze erlauben die Notwehr; ein Gotteskind und Jünger Jesu aber erbittet sich die Kraft, Unrecht zu leiden, dem Feind sein Unrecht vorzuhalten und ihn durch Sanftmut zu überwinden.

1. Kor. 6,7: Warum lasst ihr euch nicht lieber Unrecht tun? Warum lasst ihr euch nicht lieber übervorteilen?

Matth. 5,39: Ich aber sage euch, dass ihr nicht widerstreben sollt dem Übel; sondern so dir jemand einen Streich gibt auf deinen rechten Dacken, dem biete den andern auch dar.

Joh. 18,23: Jesus antwortete: Habe ich übel geredet, so beweise es, dass es böse sei; habe icha ber recht geredet, was schlägst du mich?

Matth. 5,5: Selig sind die Sanftmütigen, denn sie werden das Erdreich besitzen.

Röm. 12,21: Lass dich nicht das Böse überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem.

133.(188.) Da aber das Gebot allgemein lautet: Du sollst nicht töten: Sollte es da erlaubt sein, Tiere zu töten?

Gewiss ist solches erlaubt, denn

1. ist es nur verboten, Menschenblut zu vergießen,

1 Mose 9,6: Wer Menschenblut vergießt, des Blut soll auch durch Menschen vergossen werden; denn Gott hat den Menschen zu seinem Bilde gemacht.

2. ist den Menschen ausdrücklich die Erlaubnis gegeben, Tiere zu töten und zur Speise zu schlachten,

1 Mose 9,2.3: Eure Furcht und Schrecken sei über alle Tiere auf Erden, über alle Vögel unter dem Himmel und über alles, was auf dem Erdboden kriecht; und alle Fische im Meer seien in eure Hände gegeben. Alles, was sich reget und lebet, das sei eure Speise; wie das grüne Krauft habe ich’s euch alles gegeben.

Apg. 10,13: Und es geschah eine Stimme zu ich: Stehe auf, Petrus, schlachte und iss!

+* 134.(189.) Da nun dieses Gebot verbietet, dem Nächsten Schaden und Leid zu tun: Was ist uns denn hingegeben in demselben geboten?

Es ist geboten, dass wir dem Nächsten mit Liebe, Freundlichkeit und Wohlwollen helfen und ihn fördern in allen Nöten und Gefahren des Leibes und Lebens, also mit Rat und Tat ihm dienen und seinen Schaden verhüten oder durch andere ihm zu helfen suchen, wo wir ihm selber nicht helfen können; alles so, als ob es uns selbst beträfe.

* Kol. 3,12.13: So ziehet nun an, als die Auserwählten GOttes, Heiligen und Geliebten, herzliches Erbarmen, Freundlichkeit, Demut, Sanftmut, Geduld und vertrage einer den andern, und vergebet euch untereinander, so jemand Klage hat wider den andern; gleichwie Christus euch vergeben hat, also auch ihr.

* Matth. 5,25: Sei willfertig deinem Widersacher bald, dieweil du noch bei ihm auf dem Wege bist, auf dass dich der Widersacher nicht dermaleinst überantworte dem Richter, und der Richter überantworte dich dem Diener und werdest in den Kerker geworfen.

* Jes. 58,7: Brich dem Hungrigen dein Brot, und die, so im Elend sind, führe ins Haus; so du einen nackend siehst, so kleide ihn, und entzieh dich nicht von deinem Fleisch.

* Hebr. 13,16: Wohl zu tun und mitzuteilen vergesset nicht; denn solche Opfer gefallen Gott wohl.

Jak. 2,15.16: So aber ein Bruder oder Schwester bloß wäre und Mangel hätte der täglichen Nahrung, und jemand unter euch spräche zu ihnen: GOtt berate euch, wärmet euch und sättiget euch! gäbet ihnen aber nicht, was des Leibes Notdurft ist, was hülfe ihnen das?

(Von der gebotenen und erlaubten Sorge für die eigene leibliche Wohlfahrt vergleiche

Röm. 13,14: Warte des Leibes, doch so, dass er nicht geil [lüstern] werde.

Kol. 2,23: Welche haben einen Schein der Weisheit, durch selbsterwählte Geistlichkeit und Demut und dadurch, dass sie den Leib nicht verschonen und dem Fleisch nicht seine Ehre tun nach seiner Notdurft.

+* 135.(190.) Sind wir nicht auch schuldig, für des Nächsten Seele zu sorgen?

Ja freilich, und zwar mehr für die Seele als für den Leib; und zwar durch ein gutes Beispiel, durch Ermahnen, Trösten und Beten.

Jak. 5,19.20: Liebe Brüder, so jemand unter euch irren würde von der Wahrheit, und jemand bekehrete ihn, der soll wissen, daß, wer den Sünder bekehret hat von dem Irrtum seines Weges, der hat einer Seele vom Tode geholfen und wird bedecken die Menge der Sünden.

* 136.(191.) Was ist die Verheißung dieses Gebotes?

„Selig sind die Barmherzigen, denn sie werden Barmherzigkeit erlangen. Selig sind die Friedfertigen, denn sie werden Gottes Kinder heißen. Selig sind die Sanftmütigen, denn wie werden das Erdreich besitzen.“ Matth. 5,5.7.9.

2 Mose 1,21: Und weil die Wehmütter Gott fürchteten, baute er ihnen Häuser.

1 Sam. 24,20: Wie sollte jemand seinen Feind finden und ihn lassen einen guten Weg gehen? Der Herr vergelte dir Gutes für diesen Tag, das du an mir getan hast!

+* 137.(192.) Welches ist die Drohung und Strafe dieses Gebotes?

„Wer Menschenblut vergießt, dessen Blut soll auch durch Menschen vergossen werden.“ 1 Mose 9,6.

„Wer das Schwert nimmt, der soll durchs Schwert umkommen.“ Matth. 26,52.

1 Mose 4,10-12: Er aber sprach: Was hast du getan? Die Stimme des Bluts deines Bruders schreit zu mir von der Erde. Und nun verflucht seist du auf der Erde, die ihr Maul hat aufgetan und deines Bruders Blut von deinen Händen empfangen. Wenn du den Acker bauen wirst, soll er dir hinfort sein Vermögen nicht geben. Unstet und flüchtig sollst du sein auf Erden.

3. Mose 24,19.20: Und wer seinen Nächsten verletzet, dem soll man tun wie er getan hat: Schade um Schade, Auge um Auge, Zahn um Zahn; wie er hat einen Menschen verletzet, so soll man ihm wieder tun.

Richter 9,53.56: Aber eine Frau warf ein Stück von einem Mühlstein Abimelech auf den Kopf und zerbrach ihm den Schädel... Also bezahlte Gott Abimelech das Übel, das er an seinem Vater getan hatte, da er seine siebzig Brüder erwürgte.

2 Kge 11: Hinrichtung Athaljas.

Das sechste Gebot

+* 138.(193.) Welches ist das sechste Gebot?

Du sollst nicht ehebrechen.

+* 139.(194.) Was ist das?

Wir sollen Gott fürchten und lieben, dass wir keusch und züchtig leben in Worten und Werken, und ein Jeglicher sein Gemahl liebe und ehre.

+* 140.(195.) Was bedeutet in diesem Gebot: ehebrechen?

Es bedeutet im Allgemeinen: durch unerlaubte Gelüste, Reizungen und Unzucht den Leib und die Seele auf irgendeine Weise beflecken und schänden.

* 141.(196.) Auf wie vielerlei Art und Weise wird demnach Ehebruch begangen?

1. Durch unordentliche innere Neigung des Herzens, unreine Gedanken und böse Gelüste des Herzens.

* Matth. 5,28: Wer eine Frau ansiehet, ihrer zu begehren, der hat schon mit ihr die Ehe gebrochen in seinem Herzen.

2. Durch unzüchtige äußerliche Gebärden, wie durch lüsternes Zuwinken mit den Augen; durch herausforderndes Mienenspiel; durch Hurenschmuck, unverschämtes Küsses, Herzen und Drücken, durch Nacktheit, Zurschaustellung des Körpers, unziemliche Kleidung.

* 2 Petr. 2,14: Sie haben Augen voll Ehebruchs, lassen sich die Sünde nicht wehren, locken an sich die leichtfertigen Seelen, haben ein Herz, durchtrieben mit Geiz, verfluchte Leute.

2. Sam. 11,2: Und es begab sich, dass David gegen Abend aufstand von seinem Lager und ging auf das Dach des Königshauses und sah von dem Dach eine Frau sich waschen, und die Frau war von sehr schöner Gestalt.

Spr. 7,13: Und sie erwischte ihn und küssete ihn unverschämt.

Spr. 5,3: Die Lippen der Hure sind sßer als Honigseim, und ihre Kehle ist glatter als Öl, aber hernach bitter wie Wermut und scharf wie ein zweischneidig Schwert.

Spr. 5,20: Mein Kind, warum willst du dich an der Fremden ergötzen und herzest dich mit einer andern?

1 Tim. 2,9.10: Desselbengleichen die Frauen, dass sie in zierlichem Kleide mit Scham und Zucht sich schmücken, nicht mit Zöpfen oder Gold oder Perlen oder köstlichem Gewand, sondern wie sich’s ziemet den Frauen, die da Gottseligkeit beweisen durch gute Werke.

3. Durch äußerliches Reden, wie: durch schandbare Worte; durch faules, garstiges Geschwätz,

Kol. 3,8: Nun aber leget alles ab von euch: den Zorn, Grimm, bosheit, Lästerung, schandbare Worte aus eurem Munde.

Eph. 4,29: Lasset kein faules Geschwätz aus eurem Munde gehen, sondern was nützlich zur Besserung ist, da es not tut, dass es holdselig sei zu hören.

4. Durch die äußerliche Tat, nämlich durch jeglichen unerlaubten geschlechtlichen Verkehr außerhalb der rechtmäßigen Ehe, wie Unzucht zwischen Männern, Frauen, Hurerei, Notzucht, Ehebruch, Blutschande, Sodomiterei usw.

* Eph. 5,3.4: Hurerei und alle Unreinigkeit oder Geiz lasset nicht von euch gesagt werden, wie den Heiligen zustehet; auch schandbare Worte und Narrenteidinge oder Scherz, welche euch nicht ziemen, sondern vielmehr Danksagung.

* Kol. 3,5.6: So tötet nun eure Glieder, die auf Erden sind, Hurerei, Unreinigkeit, schändliche Brunst, böse Lust und den Geiz, welcher ist Abgötterei; um welcher willen kommt der Zorn Gottes über die Kinder des Unglaubens.

* Matth. 19,9: Ich aber sage euch: Wer sich von einer Frau scheidet (es sei denn um Hurerei willen) und freiet eine andere, der bricht die Ehe. Und wer die Abgeschiedene freiet, der bricht auch die Ehe.

* 1. Kor. 5,1: Es geht ein allgemeines Geschrei, dass Hurerei unter euch ist, und eine solche Hurerei, da auch die Heiden nicht von zu sagen wissen, dass einer seines Vaters Frau habe.

Mark. 6,18: Johannes sprach zu Herodes: Es ist nicht recht, dass du deines Bruders Frau hast.

* Eph. 5,12: Denn was heimlich von ihnen geschieht, das ist auch schändlich zu sagen.

Röm. 1,24.26.27: Darum hat sie auch GOtt dahingegeben in ihrer Herzen Gelüste, in Unreinigkeit, zu schänden ihre eigenen Leiber an sich selbst. Darum hat sie GOtt auch dahingegeben in schändliche Lüste. Denn ihre Weiber haben verwandelt den natürlichen Brauch in den unnatürlichen Desselbigengleichen auch die Männer haben verlassen den natürlichen Brauch des Weibes und sind aneinander erhitzet in ihren Lüsten, und haben Mann mit Mann Schande gewirket und den Lohn ihres Irrtums (wie es denn sein sollte) an sich selbst empfangen.

+* 142.(197.) Da nun in diesem Gebot jegliche Unreinigkeit verboten ist, was wird uns hingegen in demselben geboten?

Dass wir keusch und züchtig leben in Gedanken, Worten und Werken und ein Jeglicher sein Gemahl liebe und ehre.

+* 143.(198.) Wie lebt man keusch im Herzen?

Wenn man die sündliche Lust zur Unzucht durch Gebet, Mäßigkeit, Arbeit und Furcht Gottes dämpft und sich von Gott ein reines, keusches Herz, züchtige Gebärden, Worte und Werke erbittet, damit Seele und Leib rein behalten werden.

* Ps. 51,12: Schaffe in mir, Gott, ein reines Herz, und gib mir einen neuen gewissen Geist.

Matth. 26,41: Wachet und betet, dass ihr nicht in Anfechtung fallet. Der Geist ist willig; aber das Fleisch ist schwach.

* Spr. 23,31-33: Siehe den Wein nicht an, daß er so rot ist und im Glase so schön stehet. Er gehet glatt ein; aber danach beißt er wie eine Schlange und sticht wie eine Otter. So werden deine Augen nach andern Weibern sehen, und dein Herz wird verkehrte Dinge reden.

* Spr. 20,1: Der Wein macht lose Leute und starkes Getränk macht wild; wer dazu Lust hat, wird nimmer weise.

Eph. 5,18: Saufet euch nicht voll Weins, daraus ein unordentliches Wesen folget; sondern werdet voll Geistes.

Röm. 13,13.14: Lasset uns ehrbarlich wandeln, als am Tage, nicht in Fressen und Saufen, nicht in Kammern und Unzucht, nicht in Hader und Neid. sondern ziehet an den HErrn JEsum Christum und wartet des Leibes, doch also, daß er nicht geil werde.

1. Kor. 9,27: Ich betäube meinen Leib und zähme ihn, damit ich nicht den andern predige und selbst verwerflich werde.

3. Mose 34,1: Dina aber, Leahs Tochter, die sie Jakob geboren hatte, ging heraus, die Töchter des Landes zu besehen.

* 1. Mose 39,19: Wie sollte ich denn ein solch großes Übel tun und gegen Gott sündigen?

1. Kor. 6,15: Wisset ihr nicht, dass eure Leiber Christi Glieder sind? Sollte ich nun die Glieder Christi nehmen und Hurenglieder daraus machen? Das sei ferne!

+* 144.(199.) Wie lebt man keusch in Worten?

Wenn man alle unzüchtigen Geschwätze, Zoten und ägerlichen Reden flieht, hingegen alle Zucht in Worten sich befleißigt.

* 1. Kor. 15,33: Böse Geschwätze verderben gute Sitten.

Phil. 4,8: Weiter, liebe Brüder, was wahrhaftig ist, was ehrbar, was gerecht, was keusch, was lieblich, was wohl lautet, ist etwa eine Tugend, ist etwa ein Lob, dem denket nach.

+* 145.(200.) Wie lebt man keusch in Werken?

Wenn man alle unzüchtigen Gebärden, Hurerei und fleischliche Befleckung, samt aller Gelegenheit dazu, meidet, und seinen Leib und Seele unbefleckt erhält, sich einfach und ehrbar kleidet, mäßig ist in Speise und Trank und arbeitsam, damit das Fleisch nicht geil werde.

* 1. Tim. 2,9: Desgleichen die Frauen, dass sie in zierlichem Kleide, mit Scham und Zucht sich schmücken.

2. Kge 9,30: Und da Jehu zu Isebel kam, und Isebel das erfuhr, schminkte sie ihr Angesicht und schmückte ihr Haupt und guckte zum Fenster hinaus.

* 1. Kor. 6,18: Fliehet die Hurerei!

* 1. Tim. 5,22: Halte dich selbst keusch!

* 2. Tim. 2,22: Fliehe die Lüste der Jugend!

* Hiob 31,1: Ich habe einen Bund gemacht mit meinen Augen, dass ich nicht achtete auf eine Jungfrau.

* Spr. 1,10: Mein Kind, wenn dich die bösen Buben locken, so folge nicht.

* Matth. 6,13: Führe uns nicht in Versuchung!

Matth. 14,6: Da Herodes seinen Jahrestag beging, da tanzte die Tochter der Herodias vor ihnen. Das gefiel Herodes wohl.

+* 146.(205.) Was ist die Ehe?

Die Ehe ist die von Gott eingesetzte gesetzmäßige, unauflösliche Zusammenfügung eines Mannes und einer Frau zu einem Fleisch [unter Zustimmung der beiderseitigen Eltern oder ihrer Vertreter], welche geschieht mit der ordentlichen Einwilligung beider zum Zweck a) gegenseitiger Unterstützung und b) der Fortpflanzung des menschlichen Geschlechts sowie c) als ein Mittel gegen die Brunst.

* 1 Mose 2,24: Darum wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und an seiner Frau hangen, und sie werden sein ein Fleisch.

* Matth. 19,6: Was nun Gott zusammengefüget hat, das soll der Mensch nicht scheiden.

* 1 Mose 1,28: Und Gott segnete sie und sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und mehret euch und füllet die Erde und machet sie euch untertan, und herrschet über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über alles Tier, das auf Erden kriecht.

* 1 Kor. 7,2: Aber um der Hurerei willen habe ein jeglicher seine eigene Frau, und eine jegliche habe ihren eigenen Mann.

+147.(205 a.) Worauf sollst du als Christ achten, bevor du eine Ehe eingehst?

Als Christ

a) erbitte Klarheit von Gott, ob du überhaupt heiraten sollst oder ob Gott dir, sei es für eine Zeit oder für immer, die Gabe der Ehelosigkeit gegeben hat;

1. Kor. 7,7: Jeder hat seine eigene Gabe von Gott, der eine so, der andere so.

1. Kor. 7,32: Wer ledig ist, der sorgt sich um die Sache des Herrn, wie er dem Herrn gefalle.

b) erbitte dann Gottes Führung bei der Wahl deines Ehepartners;

Spr. 19,14: Haus und Habe vererben die Eltern; aber eine verständige Ehefrau kommt vom Herrn.

c) achte besonders darauf, dass du mit deinem zukünftigen Ehepartner in voller Einheit des Glaubens und Bekenntnisses stehst;

Spr. 31,10: Lieblich und schön sein ist nichts; ein Weib, das den Herrn fürchtet, soll man loben.

2. Kor. 6,14-18: Ziehet nicht am fremden Joch mit den Ungläubigen! Denn was hat die Gerechtigkeit für Genieß mit der Ungerechtigkeit? Was hat das Licht für Gemeinschaft mit der Finsternis? Wie stimmt Christus mit Belial? Oder was für ein Teil hat der Gläubige mit dem Ungläubigen? Was hat der Tempel GOttes für Gleichheit mit den Götzen? Ihr aber seid der Tempel des lebendigen GOttes, wie denn GOtt spricht: Ich will in ihnen wohnen und in ihnen wandeln und will ihr GOtt sein, und sie sollen mein Volk sein. Darum gehet aus von ihnen und sondert euch ab, spricht der HErr, und rühret kein Unreines an, so will ich euch annehmen. und euer Vater sein, und ihr sollet meine Söhne und Töchter sein, spricht der allmächtige HErr.

Matth. 10,37: Wer Vater oder Mutter mehr liebt als mich, der ist mein nicht wert; und wer Sohn oder Tochter mehr liebt als mich, der ist mein nicht wert.

Bedenke auch das böse Beispiel Salomos 1. Könige 11,4 ff.

d) suche den Rat und das Einverständnis deiner Eltern und das des zukünftigen Ehepartners. (siehe auch das 4. Gebot)

Kol. 3,20: Ihr Kinder, seid gehorsam den Eltern in allen Dingen; denn das ist wohlgefällig in dem Herrn.

1. Kor. 7,38: Endlich, welcher verheiratet, der tut wohl.

Siehe auch das gute Beispiel Isaaks, 1. Mose 24, und das böse Beispiel Esaus, 1. Mose 26, 34 f.

+148.(206.) Wodurch wird die Ehe aufgelöst?

Die Ehe wird aufgelöst

1. durch den Tod;

sie kann aufgelöst werden

2. durch Ehebruch,

Matth. 5,32: Ich aber sage euch: Wer sich von seiner Frau scheidet (es sei denn um Ehebruch), der macht, dass sie die Ehe bricht; und wer eine Abgeschiedene freiet, der bricht die Ehe.

3. durch böswilliges Verlassen,

1 Kor. 7,39: Eine Frau ist gebunden an das Gesetz, solange ihr Mann lebt; so aber ihr Mann entschläft, ist sie frei, sich zu verheiraten, welchem sie will; allein, dass es in dem Herrn geschehe.

1 Tim. 5,14: So will ich nun, dass sie jugen Witwen freien, Kinder zeugen, haushalten, dem Widersacher keine Ursache geben zu schelten.

+* 149.(209.) Was heißt, seinen Gemahl lieben und ehren?

Friedlich und herzlich miteinander leben, sich die Treue halten, einander gebührend ehren, mit des andern Fehlern Geduld haben, ihm in Lieb und Leid bestehen.

* Jos. 24,15: Ich und mein haus wollen dem Herrn dienen.

Eph. 5,24.25: Wie nun die Gemeinde ist Christus untertan, also auch die Frauen ihren Männern in allen Dingen. Ihr Männer, liebet eure Frauen, gleichwie Christus auch geliebt hat die Gemeinde.

* 150.(210.) Was ist die Verheißung dieses Gebotes?

„Wer seines Nächsten Frau nicht befleckt, der soll das Leben haben.“ Hes. 18,6.9.

Beispiel: Joseph, 1 Mose 39,8; 41,40

* 151.(211.) Welches ist die Drohung und Strafe dieses Gebotes?

„Die Hurer und Ehebrecher wird Gott richten.“ Hebr. 13,4. „Lasset euch nicht verführen: Weder die Hurer, noch die Ehebrecher, noch die Weichlinge [Homosexuelle], noch die Knabenschänder, noch die Diebe, noch die Geizigen, noch die Trunkenbolde, noch die Lästerer, noch die Räuber werden das Reich Gottes ererben.“ 1 Kor. 6,9; Gal. 5,21.

Gal. 5,19-21: Offenbar sind aber die Werke des Fleisches, als da sind: Ehebruch, Hurerei, Unreinigkeit, Unzucht, Abgötterei, Zauberei, Feindschaft, Hader, Neid, Zorn, Zank, Zwietracht, Rotten, Haß, Mord, Saufen, Fressen und dergleichen; von welchen ich euch habe zuvor gesagt und sage noch zuvor, daß, die solches tun, werden das Reich GOttes nicht erben.

Beispiele: die Sintflut, 1 Mose 6,4; Sodom, 1 Mose 19; der Stamm Benjamin, Richter 20; die Juden, 4 Mose 25,1; 1 Kor. 10,8.

Das siebente Gebot

+* 152.(212.) Welches ist das siebente Gebot?

Du sollst nicht stehlen.

+* 153.(213.) Was ist das?

Wir sollen Gott fürchten und lieben, dass wir unserm Nächsten sein Geld oder Gut nicht nehmen, noch mit falscher Ware oder Handel an uns bringen, sondern ihm sein Gut und Nahrung helfen bessern und behüten.

+* 154.(214.) Was heißt in diesem Gebot „stehlen“?

Es heißt im Allgemeinen: nach den Gütern des Nächsten auf irgendwelche Weise trachten und dieselben an sich bringen.

+* 155.(215.) Auf wievielerlei Art wird also Diebstahl begangen?

Auf gar mancherlei Art, wie:

1. Durch innerliche Begierde des Herzens, unerlaubte Gedanken und unziemliches Gelüsten nach Geld und Reichtum, Geiz und Missgunst.

* Matth. 15,19: Aus dem Herzen kommen arge Gedanken: Mord, Ehebruch, Hurerei, Dieberei, falsche Zeugnisse, Lästerung.

Micha 2,1.2: Weh denen, die Schaden zu tun trachten und gehen mit bösen Tücken um auf ihrem Lager, daß sie es früh, wenn's licht wird, vollbringen, weil sie die Macht haben. Sie reißen Äcker an sich und nehmen Häuser, welche sie gelüstet; also treiben sie Gewalt mit eines jeden Hause und mit eines jeden Erbe.

2. Durch äußerliches begehrliches Richten der Augen auf fremdes Gut.

* Spr. 23,5: Lass deine Augen nicht fliegen dahin, das du nicht haben kannst; denn dasselbe macht ihm Flügel wie ein Adler und fliegt gen Himmel.

Spr. 27,20: Hölle und Verdammnis werden nimmer voll; und der Menschen Augen sind auch unersättlich.

1. Joh. 2,16: Alles, was in der Welt ist, nämlich des Fleisches Lust und der Augen Lust und hoffärtiges Leben, ist nicht vom Vater, sondern von der Welt.

Jos. 7,21: (Da antwortete Achan Josua: Ich sah unter dem Raube einen köstlichen babylonischen Mantel und zweihundert Schekel Silber und eine goldene Zunge, fünfzig Schekel wert am Gewicht, des gelüstete mich, und ich nahm es. Und siehe, es ist verscharret in der Erde in meiner Hütte und das Silber drunter.

3. Durch die äußerliche Tat und Handlung, nämlich indem man a) fremdes Eigentum auf unerlaubte Weise an sich bringt (durch allerlei Fälschung und falsches Gewicht; durch falsche Elle; durch ungleiches Maß; durch ungleichen Preis; durch falsches Geld; durch falsches Zählen; durch schlechte Ware; durch betrügerischen Vertrag; durch unwahre Worte; durch unwahres Angreifen von Dingen; durch treulose Arbeit; durch schlechte Bezahlung der Arbeit); b) durch Vorwenden eines scheinbaren Rechtsanspruches (etwa von Höhergestellte etwas von ihren Untergebenen begehren, was diese ihnen nicht abzuschlagen wagen); c) durch ungerechtes Wuchern, Aussaugen, Ausrauben, Zinsennehmen; d) durch heimliche Entwendung oder Dieberei; e) durch Gewalttat, Raub und Plünderung jeglicher Art.

* 3 Mose 19,11.12.13: Ihr sollt nicht stehlen noch lügen noch fälschlich handeln einer mit dem andern. Ihr sollt nicht falsch schwören bei meinem Namen und entheiligen den Namen deines Gottes; denn ich bin der HERR. Du sollst deinem Nächsten nicht unrecht tun noch ihn berauben. Es soll des Tagelöhners Lohn nicht bei dir bleiben bis an den Morgen.

5 Mose 25,13-16: Du sollst nicht zweierlei Gewicht in deinem Sack, groß und klein, haben; und in deinem Hause soll nicht zweierlei Scheffel, groß und klein, sein. Du sollst ein völlig und recht Gewicht und einen völligen und rechten Scheffel haben, auf daß dein Leben lange währe in dem Lande, das dir der HERR, dein Gott, geben wird. Denn wer solches tut, der ist dem HERRN, deinem Gott, ein Greuel wie alle, die übel tun.

5. Mose 27,17: Verflucht sei, wer seines Nächsten Grenze ändert. Und alles Volk soll sagen: Amen.

Jer. 9,5: Ein Freund täuscht den andern, und sie reden kein wahres Wort; sie befleißigen sich darauf, wie einer den andern betrüge, und ist ihnen leid, dass sie es nicht ärger machen können.

Spr. 20,23: Unterschiedliches Gewicht ist ein Gräuel dem Herrn, und eine falsche Waage ist nicht gut.

Micha 6,9-12: Es wird des HERRN Stimme über die Stadt rufen; aber wer deinen Namen fürchtet, dem wird's gelingen. Höret, ihr Stämme, was gepredigt wird! Noch bleibt Unrecht Gut in des Gottlosen Hause und das heillose geringe Maß. Oder sollte ich die unrechte Waage und falsche Gewichte im Beutel billigen, durch welche ihre Reichen viel Unrecht tun? Und ihre Einwohner gehen mit Lügen um und haben falsche Zungen in ihrem Halse.

Amos 8,4-6: Hört dies, die ihr den Armen unterdrückt und die Elenden im Lande verderbt und sprecht: "Wann will denn der Neumond ein Ende haben, daß wir Getreide verkaufen, und der Sabbat, daß wir Korn feilhaben mögen und das Maß verringern und den Preis steigern und die Waage fälschen, auf daß wir die Armen um Geld und die Dürftigen um ein Paar Schuhe unter uns bringen und Spreu für Korn verkaufen?"

* 1 Thess. 4,6: Und greife niemand zu weit noch übervorteile seinen Bruder im Handel; denn der Herr ist der Rächer über das alles, wie wir euch zuvor gesagt und bezeuget haben.

Jes. 10,1.2: Weh den Schriftgelehrten, die ungerechte Gesetze machen und die unrechtes Urteil schreiben, auf daß sie die Sache der Armen beugen und Gewalt üben am Recht der Elenden unter meinem Volk, daß die Witwen ihr Raub und die Waisen ihre Beute sein müssen!

Zeph. 3,3: Ihre Fürsten sind unter ihnen brüllende Löwen und ihre Richter Wölfe am Abend, die nichts lassen bis auf den Morgen überbleiben.

Jes. 1,23: Deine Fürsten sind Abtrünnige und Diebsgesellen; sie nehmen alle gerne Geschenke und trachten nach Gaben; dem Waisen schaffen sie nicht Recht, und der Witwen Sache kommt nicht vor sie.

Micha 3,2.3: Aber ihr hasset das Gute und liebet das Arge; ihr schindet ihnen die Haut ab und das Fleisch von ihren Gebeinen und fresset das Fleisch meines Volkes; und wenn ihr ihnen die Haut abgezogen habt, zerbrecht ihr ihnen auch die Gebeine und zerlegt's wie in einen Topf und wie Fleisch in einen Kessel.

2 Mose 22,25: Wenn du Geld leihest meinem Volk, das arm ist bei dir, sollst du ihn nicht zu Schaden dringen und keinen Wucher auf ihn treiben.

Spr. 22,16: Wer den Armen Unrecht tut, dass seines Guts viel werde, der wird auch einem Reichen geben und Mangel haben.

3 Mose 25,37: Du sollst ihm dein Geld nicht auf Wucher tun, noch deine Speise auf Übersatz austun.

* Luk. 3,13: Fordert nicht mehr als gesetzt ist.

* Spr. 28,8: Wer sein Gut mehret mit Wucher und Übersatz, der sammelt es zu Nutz der Armen.

Hes. 18,13: (Wenn jemand) gibt auf wucher, übersetzt: sollte der leben? Er soll nicht leben, sondern, weil er solche Gräuel alle getan hat, soll er des Todes sterben; sein Blut soll auf ihm sein.

Matth. 23,14: Wehe euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, ihr Heuchler, die ihr der Witwen Häuser fresset und wendet lange Gebete vor; darum werdet ihr desto mehr Verdammnis empfangen.

* Hab. 2,6: Wehe dem, der sein Gut mehret mit fremdem Gut! Wie lange wird’s währen? Und ladet nur viel Schlamm auf sich.

Spr. 28,24: Wer seinem Vater oder Mutter nimmt und spricht, es sei nicht Sünde, der ist des Verderbers Geselle.

* Spr. 29,4: Wer mit Dieben Teil hat, hört fluchen und sagts nicht an, der hasset sein Leben.

4. Dadurch, dass man Güter unrechtmäßigerweise besitzt und andere sie unbefugt mitgenießen lässt; dadurch, dass man es entweder ganz unterlässt, gegen den Nächsten die Pflichten der Liebe, der Wohltätigkeit, der Freigibigkeit zu erfüllen; oder, wenn man sie erfüllt, doch entweder es denen nicht zu Gute kommen lässt, denen man es schuldig ist, oder es auf eine andre Weise tut, als man hätte tun sollen.

* Ps. 37,21: Der Gottlose borgt und bezahlet nicht.

* Jer. 22,13: Wehe dem, der sein Haus mit Sünden bauet und seine Gemächer mit Unrecht; der seinen Nächsten umsonst arbeiten lässt und gibt ihm seinen Lohn nicht.

* Jak. 5,4: Siehe, der Arbeiter Lohn, die euer Land eingeerntet haben und von euch abgebrochen ist, der schreiet; und das Rufen der Ernter ist gekommen vor die Ohren des Herrn Zebaoth.

5. Mose 24,14: Du sollst dem Dürftigen und Armen seinen Lohn nicht vorenthalten; er sei von deinen Brüdern oder ein Fremdling, der in deinem Lande und in deinen Toren ist.

* 2. Thess. 3,10-12: Und da wir bei euch waren, geboten wir euch solches, daß, so jemand nicht will arbeiten, der soll auch nicht essen. Denn wir hören, daß etliche unter euch wandeln unordentlich und arbeiten nichts, sondern treiben Vorwitz. Solchen aber gebieten wir und ermahnen sie durch unsern HErrn JEsum Christum, daß sie mit stillem Wesen arbeiten und ihr eigen Brot essen.

Spr. 18,9: Wer lässig ist in seiner Arbeit, der ist ein Bruder des, der das Seine umbringt.

Luk. 19,8: Zachäus aber trat dar und sprach zu dem Herrn: Siehe, Herr, die Hälfte meiner Güter gebe ich den Armen, und so ich jemand betrogen habe, das gebe ich vierfältig wieder.

3. Mose 6,2-5: Wenn eine Seele sündigen würde und sich an dem HErrn vergreifen, daß er seinem Nebenmenschen verleugnet, was er ihm befohlen hat, oder das ihm zu treuer Hand getan ist, oder das er mit Gewalt genommen, oder mit Unrecht zu sich gebracht, oder, das verloren ist, funden hat, und leugnet solches mit einem falschen Eide, wie es der eines ist, darin ein Mensch wider seinen Nächsten Sünde tut: wenn’s nun geschiehet, daß er also sündiget und sich verschuldet, soll er wiedergeben, was er mit Gewalt genommen, oder mit Unrecht zu sich gebracht, oder was ihm befohlen ist, oder was er funden hat, oder worüber er den falschen Eid getan hat; das soll er alles ganz wiedergeben, dazu das fünfte Teil drüber geben dem, des es gewesen ist, des Tages, wenn er sein Schuldopfer gibt.

+* 156.(220.) Was wird daher in diesem Gebot verboten?

Dass wir unserem Nächsten sein Geld oder Gut nicht nehmen, noch mit falscher Ware oder allerlei Betrügereien, unter welchem Vorwand es auch immer geschehen möge, an uns bringen und unrechtmäßiger Weise besitzen.

+* 157.(221.) Was ist dagegen in diesem Gebote uns geboten?

Dass wir uns bemühen, dass das Gut des Nächsten erhalten und ihm seine Nahrung, so viel möglich, gebessert werde; desgleichen, dass wir die Werke unseres Berufs treu verrichten, damit wir anderen in ihrer Bedürftigkeit Unterstützung gewähren können.

+* 158.(222.) Wann geschieht das?

Wenn man ihm nach Möglichkeiten mit Rat und Tat beispringt, Almosen gibt, leiht, vor Schaden warnt, zu dem Seinen hilft und zu diesem Ziel auch fleißig arbeitet und das Seine zur Rate hält, damit man im Fall der Not sich aushelfen könne, und auch in allem des Nächsten Nutzen sucht.

* 1. Joh. 3,17: Wenn jemand dieser Welt Güter hat und siehet seinen Bruder darben und schließt sein Herz vor ihm zu; wie bleibet die Liebe Gottes bei ihm?

* Matth. 5,42: Gib dem, der dich bittet; und wende dich nicht von dem, der dir abborgen will.

Luk. 6,34.35: Und wenn ihr leihet, von denen ihr hoffet zu nehmen, was Danks habt ihr davon? Denn die Sünder leihen den Sündern auch, auf daß sie Gleiches wieder nehmen. Doch aber liebet eure Feinde; tut wohl und leihet, daß ihr nichts dafür hoffet, so wird euer Lohn groß sein, und werdet Kinder des Allerhöchsten sein. Denn er ist gütig über die Undankbaren und Boshaftigen.

2. Mose 23,2.5: Wenn du deines Feindes Ochsen oder Esel begegnest, daß er irret, so sollst du ihm denselben wieder zuführen. Wenn du des, der dich hasset, Esel siehest unter seiner Last liegen, hüte dich und laß ihn nicht, sondern versäume gerne das Deine, um seinetwillen.

5. Mose 22,3: Also sollst du tun mit seinem Esesl, mit seinem Kleide und mit allem Verlorenen, das dein Bruder verliert und du es findest; du kannst dich nicht entziehen.

Eph. 4,28: Wer gestohlen hat, der stehle nicht mehr, sondern arbeite und schaffe mit den Händen etwas Gutes, auf dass er habe, zu geben dem Dürftigen.

Joh. 6,12: Da sie (die Fünftausend) satt waren, sprach er (Jesus) zu seinen Jüngern: Sammelt die übrigen Brocken, dass nichts umkomme.

+* 159.(223.) Wie soll sich ein Christ nach dem siebten Gebot gegen sich selbst verhalten?

Er soll in seinem Stand mit Fleiß tun, was ihm befohlen ist, sich genügen lassen an dem, was ihm Gott gibt, und sorgfältig mit dem umgehen, was ihm Gott gegeben hat.

* 1. Mose 3,19: Im Schweiße deines Angesichts sollst du dein Brot essen, bis dass du wieder zur Erde werdest, davon du genommen bist. Denn du bist Erde und sollst zu Erde werden.

* 1. Tim. 6,6-10: Es ist aber ein großer Gewinn, wer gottselig ist und lässet sich genügen. Denn wir haben nichts in die Welt gebracht, darum offenbar ist, wir werden auch nichts hinausbringen. Wenn wir aber Nahrung und Kleider haben, so lasset uns begnügen. Denn die da reich werden wollen, die fallen in Versuchung und Stricke und viel törichter und schädlicher Lüste, welche versenken die Menschen ins Verderben und Verdammnis. Denn Geiz ist eine Wurzel alles Übels, welches hat etliche gelüstet, und sind vom Glauben irregegangen und machen sich selbst viel Schmerzen.

Hebr. 13,5: Der Wandel sei ohne Geiz, und lasset euch genügen an dem, das da ist, denn er hat gesagt: Ich will euch nicht verlassen noch versäumen.

* 160.(226.) Was ist die Strafe des Diebstahls?

Im Alten Testament war es die Wiedererstattung, und zwar je nach der Beschaffenheit des Vergehens teils des vierfachen, teils des fünfachen, in gewissen Fällen auch des siebenfachen Wertes, Spr. 6,31. Vgl. 1. Kor. 6,10: „Die Diebe werden das Reich Gottes nicht ererben.“

Spr. 6,31: Und ob er (ein Dieb) ergriffen wird, gibt er’s siebenfältig wieder, und legt dar alles Gut in seinem Hause.

Das achte Gebot

+* 161.(227.) Welches ist das achte Gebot?

Du sollst kein falsches Zeugnis reden gegen deinen Nächsten.

+* 162.(228.) Was ist das?

Wir sollen Gott fürchten und lieben, dass wir unsern Nächsten nicht fälschlich belügen, verraten, nachreden oder bösen Leumund machen; sondern sollen ihn entschuldigen, Gutes von ihm reden und alles zum Besten kehren.

+* 163.(229.) Was ist uns in diesem Gebote verboten?

Dass wir unsern Nächsten nicht fälschlich belügen, verraten, nachreden oder bösen Leumund machen, oder ihn ohne Grund oder unverhörter Sache verdammen.

+* 164.(230.) Was heißt „falsches Zeugnis reden“?

Es heißt: Etwas heimlich oder öffentlich argwöhnen, sagen oder bezeugen, was dem guten Namen, der Achtung, dem Ruf und der Person jemandes auf irgendeine Weise Schaden und Abbruch tut.

* Spr. 8,17: Denke keiner etwas Arges in seinem Herzen gegen seinen Nächsten.

Matth. 9,4: Da Jesus ihre (der Schriftgelehrten) Gedanken sah, sprach er: Warum denkt ihr so Arges in euren Herzen?

Pred. 7,30: Alleine schaue das, ich habe gefunden, dass Gott den Menschen hat aufrichtig gemacht; aber sie suchen viel Künste.

* Matth. 15,19: Aus dem Herzen kommen arge Gedanken, Mord, Ehebruch, Hurerei, Diebstahl, falsche Zeugnisse, Lästerung.

+* 165.(231.) Auf wie vielerlei Weise geschieht dieses falsche Zeugnis Reden?

Auf zweierlei Weise: entweder vor Gericht oder außerhalb desselben.

* 166.(232.) Wie geschieht es vor Gericht?

1. Wenn der Kläger jemanden fälschlich und verleumderisch anklagt.

Luk. 23,2: Und (die Hohenpriester usw.) fingen an, ihn (Jesus) zu verklagen und sprachen: Diesen finden wir, dass er das Volk abwendet und verbietet, die Steuer dem Kaiser zu geben, und spricht, er sei Christus, ein König.

Isebel den Naboth, 1 Kge 21,9.10; die Priester Christus, Luk. 23,2; Tertullus den Paulus, Apg. 24,5.

Kein Christ soll den andern vor weltlicher Obrigkeit verklagen:

1. Kor. 6,1-8: Wie darf jemand unter euch, so er einen Handel hat mit einem andern, hadern vor den Ungerechten und nicht vor den Heiligen? Wisset ihr nicht, daß die Heiligen die Welt richten werden? So denn nun die Welt soll von euch gerichtet werden, seid ihr denn nicht gut genug, geringere Sachen zu richten? Wisset ihr nicht, daß wir über die Engel richten werden? wieviel mehr über die zeitlichen Güter! Ihr aber, wenn ihr über zeitlichen Gütern Sachen habt, so nehmet ihr die, so bei der Gemeinde verachtet sind, und setzet sie zu Richtern. Euch zur Schande muß ich das sagen. Ist so gar kein Weiser unter euch oder doch nicht einer, der da könnte richten zwischen Bruder und Bruder? Sondern ein Bruder mit dem andern hadert, dazu vor den Ungläubigen. Es ist schon ein Fehl unter euch, daß ihr miteinander rechtet. Warum lasset ihr euch nicht viel lieber unrecht tun? Warum lasset ihr euch nicht viel lieber übervorteilen? Sondern ihr tut unrecht und übervorteilet, und solches an den Brüdern.

Gegen Prozess-Sucht:

Röm. 12,18: Ist es möglich, so viel an euch ist, so habt mit allen Menschen Friede.

Erlaubter Gebrauch obrigkeitlicher Hilfe:

Apg. 23,12-17: Da es aber Tag ward, schlugen sich etliche Juden zusammen und verbanneten sich, weder zu essen noch zu trinken, bis daß sie Paulus getötet hätten. Ihrer aber waren mehr denn vierzig, die solchen Bund machten. Die traten zu den Hohenpriestern und Ältesten und sprachen: Wir haben uns hart verbannet, nichts zu essen, bis wir Paulus getötet haben. So tut nun kund dem Oberhauptmann und dem Rat, daß er ihn morgen zu euch führe, als wolltet ihr ihn besser verhören; wir aber sind bereit, ihn zu töten, ehe denn er vor euch kommt. Da aber des Paulus Schwestersohn den Anschlag hörete, ging er hin und kam in das Lager und verkündigte es Paulus. Paulus aber rief zu sich einen von den Unterhauptleuten und sprach: Diesen Jüngling führe hin zu dem Oberhauptmann; denn er hat ihm etwas zu sagen.

Apg. 25,11: Habe ich (Paulus) aber jemand leid getan und des Todes wert gehandelt, so weigere ich mich nicht, zu sterben; ist es aber keineswegs so, des sie mich verklagen, so kann mich ihnen niemand ergeben. Ich berufe mich auf den Kaiser.

2. Wenn der angeklagte, schuldige Teil lügnerischer Weise entweder sein Vergehen nicht zugesteht oder gegen die Stimme seines Gewissens seine Sache beschönigt.

Jos. 7,19: Josua sprach zu Achan: Mein Sohn, gib dem Herrn, dem Gott Israel, die Ehre und gib ihm das Lob und sage mir an, was hast du getan? Und leugne mir nichts.

3. Wenn Rechtsanwälte falsche Anklagen übernehmen, dem Rechte zuwider sie verteidigen und durch Kniffe und Ränke den Sieg der guten Sache hintertreiben.

2. Mose 23,1: Du sollst falscher Anklage nicht glauben, dass du einem Gottlosen Beistand tust und ein falscher Zeuge seiest.

Apg. 24,1-8: Über fünf Tage zog hinab der Hohepriester Ananias mit den Ältesten und mit dem Redner Tertullus; die erschienen vor dem Landpfleger wider Paulus. Da er aber herbeigerufen ward, fing an Tertullus zu verklagen und sprach: Daß wir in großem Frieden leben unter dir, und viel redliche Taten diesem Volk widerfahren durch deine Vorsichtigkeit, allerteuerster Felix, das nehmen wir an allewege und allenthalben mit aller Dankbarkeit. Auf daß ich aber dich nicht zu lange aufhalte, bitte ich dich, du wolltest uns kürzlich hören nach deiner Gelindigkeit. Wir haben diesen Mann funden schädlich, und der Aufruhr erreget allen Juden auf dem ganzen Erdboden, und einen Vornehmsten der Sekte der Nazarener, der auch versuchet hat, den Tempel zu entweihen; welchen wir auch griffen und wollten ihn gerichtet haben nach unserm Gesetz. Aber Lysias, der Hauptmann, unterkam das und führete ihn mit großer Gewalt aus unsern Händen und hieß seine Verkläger zu dir kommen, von welchem du kannst, so du es erforschen willst, dich des alles erkundigen, um was wir ihn verklagen.

2 Mose 23,3.6; Joh. 19,16.

4. Wenn Zeugen entweder das, wovon sie nichts wissen, als gewiss darstellen, oder das, was nicht wahr ist, für wahr ausgeben, oder die Wahrheit verkehren, oder dieselbe böswillig verheimlichen.

* Spr. 19,5::Ein falscher Zeuge bleibt nicht ungestraft, und wer Lügen frech redet, wird nicht entrinnen.

Matth. 26,59-61: Die Hohenpriester aber und Ältesten und der ganze Rat suchten falsch Zeugnis wider JEsum, auf daß sie ihn töteten, und fanden keins. Und wiewohl viel falsche Zeugen herzutraten, fanden sie doch keins. Zuletzt traten herzu zwei falsche Zeugen und sprachen: Er hat gesagt: Ich kann den Tempel GOttes abbrechen und in dreien Tagen denselben bauen.

Apg. 6,13.14: Und sie stelleten falsche Zeugen dar, die sprachen: Dieser Mensch höret nicht auf, zu reden Lästerworte wider diese heilige Stätte und das Gesetz. Denn wir haben ihn hören sagen: JEsus von Nazareth wird diese Stätte zerstören und ändern die Sitten, die uns Mose gegeben hat.

1. Kge 21,13: Da kamen die zwei losen Buben und stellten sich vor ihn und zeugten gegen Naboth vor dem Volk und sprachen: Naboth hat Gott und dem Könige geflucht. Da führten sie ihn vor die Stadt hinaus und steinigten ihn, dass er starb.

5. Wenn der Richter von irgendeiner Leidenschaft sich hinreißen lässt, sein Urteil zu verkehren, ungerecht zu richten und leichtsinnig oder ohne den Fall erwogen zu haben, sein Urteil zu fällen.

* 2. Chr. 19,6: Sehet zu, was ihr tut; denn ihr haltet das Gericht nicht den Menschen, sondern dem Herrn; und er ist mit euch im Gericht.

* Spr. 17,15: Wer den Gottlosen gerecht spricht und den Gerechten verdammt, die sind beide dem Herrn ein Gräuel.

5. Mose 1,17: Keine Person sollt ihr im Gericht ansehen; sondern sollt den Kleinen hören wie den Großen, und vor niemandes Person euch scheuen. Denn das Gerichtamt ist Gottes.

2. Mose 23,8: Du sollst nicht Geschenke nehmen; denn Geschenke machen die Sehenden blind und verkehren die Sachen der Gerechten.

3 Mose 19,15; 5 Mose 27,19; Jes. 5,22.

+* 167.(233.) Wie wird außerhalb des Gerichts falsches Zeugnis geredet?

1. Mit dem Gemüt und Herzen, wenn man vom Nächsten unrecht argwöhnt und urteilt, böse im Herzen von ihm denkt.

Matthäus 15,19: Aus dem Herzen kommt falsches Zeugnis.

1 Kor. 13,4: Die Liebe ist nicht argwöhnisch.

2. Mit dem Mund und mit der Zunge: wenn man a) falsch lehrt; b) das, was richtig und wohlmeinend gesagt ist, übel auslegt; c) das Rechte verdreht; d) fälschlich beschuldigt; e) den guten Namen anderer insgeheim oder offen antastet, hinter seinem Rücken Übles ihm nachsagt; f) auf irgendwelche Art lügt; g) Geheimnisse verrät; h) ihn ohne Grund oder ihn angehört zu haben verdächtigt oder verdammt und ihn so um seine Ehre und guten Namen bringt.

* Eph. 4,25: Leget die Lüge ab und redet die Wahrheit, ein jeglicher mit seinem Nächsten, da wir unter einander Glieder sind.

Jes. 5,20: Wehe denen, die Böses gut und Gutes böse heißen, die aus Finsternis Licht und aus Licht Finsternis machen, die aus sauer süß und aus süß sauer machen.

Spr. 10,19: Wo viele Worte sind, da geht es ohne Sünde nicht ab; wer aber seine Lippen hält, ist klug.

* Spr. 11,13: Ein Verleumder verrät,was er heimlich weiß; aber wer eines treuen Herzens ist, verbirgt dasselbe.

Spr. 20,19: Sei unverworren mit dem, der Heimlichkeit offenbart, und mit dem Verleumder und mit dem falschen Maul.

* Jak. 4,11: Nachredet nicht unter einander, liebe Brüder.

* Ps. 50,16.19-22: Aber zum Gottlosen spricht GOtt: Dein Maul lässest du Böses reden, und deine Zunge treibet Falschheit. Du sitzest und redest wider deinen Bruder, deiner Mutter Sohn verleumdest du. Das tust du, und ich schweige. Da meinest du, ich werde sein gleich wie du. Aber ich will dich strafen und will dir’s unter Augen stellen. Merket doch das, die ihr GOttes vergesset, daß ich nicht einmal hinreiße, und sei kein Retter mehr da.

* Lu. 6,37: Richtet nicht, so werdet ihr nicht gerichtet. Verdammet nicht, so werdet ihr auch nicht verdammet.

Luk. 6,41.42: Was siehest du aber einen Splitter in deines Bruders Auge, und des Balkens in deinem Auge wirst du nicht gewahr? Oder wie kannst du sagen zu deinem Bruder: Halt stille, Bruder! Ich will den Splitter aus deinem Auge ziehen; und du siehest selbst nicht den Balken in deinem Auge? Du Heuchler! Zieh zuvor den Balken aus deinem Auge und besiehe dann, daß du den Splitter aus deines Bruders Auge ziehest.

3. Durch Verkleidung, täuschende Winke und Gebärden.

Die Frau Jerobeams, 1 Kge 14,2; der Kuss Joabs, 2 Sam. 20,9; der Kuss des Judas, Matth. 26,49.

4. Durch die Tat und Handlungsweise, wenn man nämlich a) bösen Rat gibt, Dan. 6,6; b) in Bündnissen treulos ist und in Verträgen sein Versprechen nicht hält, 2 Kge 3,5.

+* 168.(238.) Sage ferner an: Was ist hingegen in diesem Gebot befohlen?

Die Liebe zur Wahrheit überhaupt und daraus, dass wir unseren Nächsten

a) gegen die Lügen und Verleumdungen anderer entschuldigen, seinen guten Namen zu retten suchen und helfen zu beweisen, wo ihm Unrecht geschehen;

b) Gutes von ihm denken und reden, ihn gern rühmen, seine Fehler und Gebrechen in Liebe verschweigen oder mit Nachsicht beurteilen, wenn es möglich ist, und zunächst einmal mit ihm selbst besprechen;

c) alles zum Besten kehren und daher das Böse, das ausgestreut wird über den Nächsten, nicht leichtfertig glauben, sondern ihn und andere zunächst darüber fragen;

d) uns in allen unsern Angelegenheiten beständig der Wahrheit befleißigen und

e) den Nächsten, wo er Böses getan hat, mit liebreichem Herzen zu seiner Besserung ermahnen, wenn er aber nicht hört, es denen anzeigen, von welchen er gebessert werden kann.

* Spr. 31,8.9: Tu deinen Mund auf für die Stummen und für die Sache aller, die verlassen sind. Tu deinen Mund auf und richte recht und räche den Elenden und Armen.

1.Sam. 19,4: Und Jonathan redete das Beste von David mit seinem Vater Saul und sprach zu ihm: Es versündige sich der König nicht an seinem Knechte David; denn er hat keine Sünde wider dich getan, und sein Tun ist dir sehr nütze.

1. Sam. 22,13.14: Da machte sich David auf samt seinen Männern, deren bei sechshundert waren, und zogen aus von Kegila und wandelten, wo sie hin konnten. Da nun Saul angesagt ward, daß David von Kegila entronnen war, ließ er sein Ausziehen anstehen. David aber blieb in der Wüste, in der Burg, und blieb auf dem Berge in der Wüste Siph. Saul aber suchte ihn sein Leben lang; aber GOtt gab ihn nicht in seine Hände.

* 1. Kor. 13,7: Die Liebe glaubet alles, sie hoffet alles, sie duldet alles.

* 1. Petr. 4,8: Die Liebe decket auch der Sünden Menge.

* Matth. 5,37: Eure Rede sei: Ja, ja; nein, nein; was drüber ist, das ist vom Übel.

Jak. 5,13: Es sei euer Wort: Ja, das ja ist; und: Nein, das nein ist, auf dass ihr nicht in Heuchelei fallet.

2. Kor. 1,17: Bei mir (Paulus) ist Ja Ja, und Nein ist Nein.

1. Petr. 2,21.22: Dazu seid ihr berufen, da auch Christus gelitten hat für uns und uns ein Vorbild gelassen, dass ihr sollt nachfolgen seinen Fußstapfen; welcher keine Sünde getan hat, ist auch kein Betrug in sseinem Munde erfunden.

* Spr. 2,7: Gott lässt’s den Aufrichten gelingen.

* Matth. 18,15-17: Sündiget aber dein Bruder an dir, so gehe hin und strafe ihn zwischen dir und ihm allein. Höret er dich, so hast du deinen Bruder gewonnen. Höret er dich nicht, so nimm noch einen oder zwei zu dir, auf daß alle Sache bestehe auf zweier oder dreier Zeugen Mund. Höret er die nicht, so sage es der Gemeinde. Höret er die Gemeinde nicht, so halt ihn als einen Heiden und Zöllner.

3. Mose 19,17: Du sollst deinen Bruder nicht hassen in deinem Herzen; sondern du sollst deinen Nächsten strafen, auf dass du nicht seinethalben Schuld tragen müssest.

Spr. 28,23: Wer einen Menschen straft, wird hernach Gunst finden, mehr, als der da heuchelt.

Ps. 141,5: Der Gerechte schlage mich freundlich und strafe mich; das wird mir so wohl tun, wie ein Balsam auf meinem Haupt; denn ich bete stets, dass sie mir nicht Schaden tun. (brüderliche Bestrafung)

* 169.(239.) Was ist die Verheißung dieses Gebotes?

„Wer ohne Fehler einher gehet und recht tut und redet die Wahrheit von Herzen, wer mit seiner Zunge nicht verleumdet und seinem Nächsten kein Arges tut und seinen Nächsten nicht schmähet, der wird wohl bleiben.“ Psalm 15.

* 170.(240.) Was ist die Strafe dieses Gebotes?

„Falsche Mäuler sind dem Herrn ein Gräuel.“ Spr. 12,22. „Du bringest die Lügner um; der Herr hat Gräuel an den Blutgierigen und Falschen.“ Ps. 5,7 (Matth. 12,36).

* Matth. 12,36: Ich sage euch, dass die Menschen müssen Rechenschaft geben am Jüngsten Gericht von einem jeglichen unnützen Wort, das sie geredet haben.

Beispiele: Haman, Esther 7,10; Ananias, Apg. 5,5.

Das neunte Gebot

+* 171.(241.) Welches ist das neunte Gebot?

Du sollst nicht begehren deines Nächsten Haus.

+* 172.(242.) Was ist das?

Wir sollen Gott fürchten und Lieben, dass wir unserm Nächsten nicht mit List nach seinem Erbe oder Hause stehen, noch mit einem Schein des Rechtes an uns bringen, sondern ihm dasselbe zu behalten, förderlich und dienstlich sein.

+* 173.(243.) Was ist uns in diesem Gebot verboten?

Dass wir unserm Nächsten mit List nach seinem Erbe oder Haus (und was dazu gehören mag) stehen oder mit einem Schein des Rechtes auf unrechte Weise an uns bringen.

* Jes. 5,8: Wehe denen, die ein Haus an das andere ziehen und einen Acker zum andern bringen, bis dass kein Raum mehr da sei, dass sie alleine das Land besitzen.

Micha 2,1.2: Wehe denen, die Schaden zu tun trachten und gehen mit bösen Tücken um auf ihrem Lager, daß sie es früh, wenn es licht wird, vollbringen, weil sie die Macht haben! Sie reißen zu sich Äcker und nehmen Häuser, welche sie gelüstet. Also treiben sie Gewalt mit eines jeden Hause und mit eines jeden Erbe.

* 1. Tim. 6,6-10: Es ist aber ein großer Gewinn, wer gottselig ist und lässet sich genügen. Denn wir haben nichts in die Welt gebracht, darum offenbar ist, wir werden auch nichts hinausbringen. Wenn wir aber Nahrung und Kleider haben, so lasset uns begnügen. Denn die da reich werden wollen, die fallen in Versuchung und Stricke und viel törichter und schädlicher Lüste, welche versenken die Menschen ins Verderben und Verdammnis. Denn Geiz ist eine Wurzel alles Übels, welches hat etliche gelüstet, und sind vom Glauben irregegangen und machen sich selbst viel Schmerzen.

Pred. 5,9: Wer Geld liebt, wird an Geld nimmer satt; wer Reichtum liebt, wird keinen Nutz davon haben. Das ist auch eitel.

Spr. 20,21: Das Erbe, darnach man zuerst sehr eilet, wird zuletzt nicht gesegnet sein.

Spr. 23,4: Bemühe dich nicht, reich zu werden, und lass ab von deinen Fündlein.

Spr. 28,20: Ein treuer Mann wird viel gesegnet; wer aber eilet reich zu werden, wird nicht unschuldig bleiben.

* Matth. 23,14: Wehe euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, ihr Heuchler, die ihr der Witwen Häuser fresset und wendet lange Gebete vor; darum werdet ihr desto mehr Verdammnis empfangen.

+* 174.(244.) Was verstehst du unter dem Haus des Nächsten?

Nicht nur die Gebäude und Wohnung des Nächsten, sondern auch all sein Eigentum, das er besitzt, sein Amt, Stand und Gewerbe mit allen Rechten, Ehren und Würden.

Jes. 38,1: Bestelle dein Haus!

+* 175.(245.) Was heißt das in diesem Gebot: das Haus begehren?

Das heißt:

a) nach dem, was des Andern ist, mit einer innerlichen bösen Regung des Herzens und unordentlichen Neigung Verlangen tragen;

b) ihn zu überlisten trachten und mit ungerechten Mitteln ihn zwingen, uns das Seine zu überlassen (List) und

c) wenn man ein Recht vorwendet, das gar keines ist oder auch das befugte Recht allzu scharf gegen den Nächsten treibt, so dass er seine Güter mit Schaden verlassen muss (Schein des Rechts).

Spr. 24,15: Laure nicht als ein Gottloser auf das Haus des Gerechten, verstöre seine Ruhe nicht.

Jak. 1,14.15: Ein jeglicher wird versucht, wenn er von sseiner eigenen Lust gereizt und gelockt wird. Darnach, wenn die Lust empfangen hat, gebiert sie die Sünde; die Sünde aber, wenn sie vollendet ist, gebiert sie den Tod.

Spr. 21,10: Die Seele des Gottlosen wünscht Arges und gönnt seinem Nächsten nichts.

+* 176.(246.) Was ist uns aber in diesem neuten Gebot im Besonderen geboten?

Dass wir mit dem, was wir haben, zufrieden sind und unserem Nächsten sein Erbe, Haus, Stand, Ehre und Brot herzlich gönnen und nach allem unserem Vermögen förderlich und dienstlich seien, damit er sein Hab und Gut unversehrt behalte.

* Gal. 5,13: Durch die Liebe diene einer dem andern.

* Phil. 2,4: Und ein jeglicher sehe nicht auf das Seine, sondern auf das, was des andern ist.

Von der angeborenen und der wirkenden Lust

+* 177.(247.) Was ist denn nun die böse Lust?

Die böse Lust ist die unordentliche Neigung und Regung des Herzens gegen Gottes Gesetz.

Kol. 3,5: So tötet nun eure Glieder, die auf Erden sind: Hurerei, Unreinigkeit, schändliche Brunst, böse Lust und den Geiz, welcher ist Abgötterei.

Röm. 7,7: Ich wusste nichts von der Lust, wo das Gesetz nicht hätte gesagt: Lass dich nicht gelüsten!

+* 178.(248.) Von wievielerlei Art ist diese Lust?

Von zweierlei Art: die angeborene und die wirkende Lust.

+* 179.(249.) Was ist die angeborene Lust?

Es ist der sündhafte, dem Menschen durch den ersten Sündenfall eingepflanzte Hang zum Bösen und zu jeglicher unordentlichen Regung aller Kräfte Leibes und der Seele.

* 180.(250.) Ist denn diese angeborene Lust vor Gott wirklich Sünde?

Ja, gewiss. Denn

1. ist sie eine Übertretung des göttlichen Gesetzes und Unrecht;

* 1 Joh. 3,4: Die Sünde ist das Unrecht.

1 Joh. 5,17: Alle Untugend ist Sünde.

2. erkennt Paulus aus derselben die Sünde und spricht es offen aus, dass sie Sünde sei, Röm. 7,7: „Ich wusste nichts von der Lust (nämlich dass sie Sünde sei), wo das Gesetz nicht gesagt hätte: Du sollst dich nicht gelüsten lassen“;

3. quellen aus derselben wie aus einem vergifteten Brunnen allerlei Sünden hervor, woraus sich mit Notwendigkeit ergibt, dass sie selbst auch Sünde sei,

Jak. 1,14.15: Ein jeglicher wird versucht, wenn er von sseiner eigenen Lust gereizt und gelockt wird. Darnach, wenn die Lust empfangen hat, gebiert sie die Sünde; die Sünde aber, wenn sie vollendet ist, gebiert sie den Tod.

4. sie macht den Menschen der Verdammnis und des Fluchs schuldig.

Gal. 3,10: Denn die mit des Gesetzes Werken umgehen, die sind unter dem Fluch; denn es stehet geschrieben: Verflucht sei jedermann, der nicht bleibet in alledem, das geschrieben stehet in dem Buch des Gesetzes, dass er’s tue.

Matth. 5,22.29.30: Ich aber sage euch: Wer mit seinem Bruder zürnet, der ist des Gerichts schuldig; wer aber zu seinem Bruder sagt: Racha! der ist des Rats schuldig; weer aber sagt: Du Narr! der ist des höllischen Feuers schuldig... Ärgert dich aber dein rechtes Auge, so reiß es aus und wirf’s von dir. Es ist dir besser, dass eins deiner Glieder verderbe und nicht der ganze Leib in die Hölle geworfen werde. Ärgert dich deine rechte Hand, so haue sie ab und wirf sie von dir. Es ist dir besseer, dass eins deiner Glieder verderbe und nicht der ganze Leib in die Hölle geworfen werde.

+* 181.(251.) Was ist denn die wirkende (oder wirkliche) Lust?

Sie ist eine sündhafte Gemütsbewegung und unordentliche Neigung gegen Gottes Gesetz, verbunden mit Wohlgefallen und Beistimmung.

+* 182.(252a.) Wie sollen wir der bösen Lust wehren?

Indem wir allen aufsteigenden bösen Lüsten und Gedanken Widerstand tun und sie durch Gebet und fleißige Betrachtung des Wortes Gottes zu dämpfen suchen, auch an göttlichen und himmlischen Dingen unsere größte Freude und Lust haben.

1. Mose 4,7: Wenn du fromm bist, so bist du angenehm, bist du aber nicht fromm, so ruhet die Sünde vor der Tür; aber lass du ihr nicht ihren Willen, sondern herrsche über sie.

Röm. 8,12.18: So sind wir nun, liebe Brüder, Schuldner nicht dem Fleisch, dass wir nach dem Fleische leben; denn wo ihr nach dem Fleische lebet, so werdet ihr sterben müssen; wo ihr aber durch den Geist des Fleisches Geschäfte tötet, so werdet ihr leben.

Ps. 37,4: Habe deine Lust am Herrn, der wird dir geben, was dein Herz wünschet.

Gal. 5,24: Welche Christus angehören, die kreuzigen ihr Fleisch samt den Lüsten und Begierden.

Das zehnte Gebot

+* 183.(253.) Welches ist das zehnte Gebot?

Du sollst nicht begehren deines Nächsten Frau, Knecht, Magd, Vieh oder alles, was sein ist.

+* 184.(254.) Was ist das?

Wir sollen Gott fürchten und lieben, dass wir unserm Nächsten nicht seine Frau, Mitarbeiter oder Vieh abspannen, abdringen oder abwendig machen, sondern dieselben anhalten, dass sie bleiben und tun, was sie schuldig sind.

+* 185.(255.) Was ist uns in diesemGebot verboten?

Dass wir unserm Nächsten nicht seine Frau, Mitarbeiter oder Vieh

a) abspannen, also durch Worte, Verheißungen, Gaben und andere Mittel sie verlocken und an sich ziehen;

b) abdringen , also mit Gewalt oder Unrecht entreißen und fortführen; oder

c) abwendig machen, also ihnen einen Widerwillen einflößen, dass sie in dem Ihrigen nicht bleiben wollen.

+* 186.(256.) Sollte demnach hier nur das Gelüsten nach des Nächsten Frau, Knecht, Magd, Vieh, nicht aber das nach anderen Dingen verboten seien?

Nein; sondern weil die Menschen insgemein mit größerer Begierde und List nach diesen Dingen stehen als nach anderen, daher werden diese besonders namhaft gemacht; alles Übrige aber wird in dem allgemeinen Verbot untersagt, welches der Herr diesen Worten unmittelbar beifügt: noch alles, was dein Nächster hat. 2. Mose 20,17

5 Mose 5,21: Lass dich nicht gelüsten deines Nächsten Frau. Du sollst nicht begehren deines Nächsten Haus, Acker, Knecht, Magd, Ochsen, Esel noch alles, was sein ist.

* Röm. 13,9: Dich soll nichts gelüsten.

1. Kge 21: Nach diesen Geschichten begab sich’s, daß Naboth, ein Jesreeliter, einen Weinberg hatte zu Jesreel, bei dem Palast Ahabs, des Königs zu Samaria. Und Ahab redete mit Naboth und sprach: Gib mir deinen Weinberg, ich will mir einen Kohlgarten draus machen, weil er so nahe an meinem Hause liegt. Ich will dir einen bessern Weinberg dafür geben; oder, so dir’s gefällt, will ich dir Silber dafür geben, so viel er gilt. Aber Naboth sprach zu Ahab: Das lasse der HErr ferne von mir sein, daß ich dir meiner Väter Erbe sollte geben! Da kam Ahab heim Unmuts und zornig um des Worts willen, das Naboth, der Jesreeliter, zu ihm hatte gesagt und gesprochen: Ich will dir meiner Väter Erbe nicht geben. Und er legte sich auf sein Bett und wandte sein Antlitz und aß kein Brot. Da kam zu ihm hinein Isebel, sein Weib, und redete mit ihm: Was ist’s, daß dein Geist so Unmuts ist und daß du nicht Brot issest? Er sprach zu ihr: Ich habe mit Naboth, dem Jesreeliten, geredet und gesagt: Gib mir deinen Weinberg um Geld; oder, so du Lust dazu hast, will ich dir einen andern dafür geben. Er aber sprach: Ich will dir meinen Weinberg nicht geben. Da sprach Isebel, sein Weib, zu ihm: Was wäre für ein Königreich in Israel, wenn du so tätest? Stehe auf und iß Brot und sei gutes Muts! Ich will dir den Weinberg Naboths, des Jesreeliten, verschaffen. Und sie schrieb Briefe unter Ahabs Namen und versiegelte sie mit seinem Petschier; und sandte sie zu den Ältesten und Obersten in seiner Stadt, die um Naboth wohneten. Und schrieb also in den Briefen: Lasset ein Fasten ausschreien und setzet Naboth oben an im Volk. Und stellet zween loser Buben vor ihn, die da zeugen und sprechen: Du hast GOtt und dem Könige gesegnet. Und führet ihn hinaus und steiniget ihn, daß er sterbe. Und die Ältesten und Obersten seiner Stadt, die in seiner Stadt wohneten, taten, wie ihnen Isebel entboten hatte, wie sie in den Briefen geschrieben hatte, die sie zu ihnen sandte. Und ließen ein Fasten ausschreien und ließen Naboth obenan unter dem Volk sitzen. Da kamen die zween losen Buben und stelleten sich vor ihn und zeugten wider Naboth vor dem Volk und sprachen: Naboth hat GOtt und dem Könige gesegnet. Da führeten sie ihn vor die Stadt hinaus und steinigten ihn, daß er starb. Und sie entboten Isebel und ließen ihr sagen: Naboth ist gesteiniget und tot. Da aber Isebel hörete, daß Naboth gesteiniget und tot war, sprach sie zu Anab: Stehe auf und nimm ein den Weinberg Naboths, des Jesreeliten, welchen er sich weigerte, dir um Geld zu geben. Denn Naboth lebt nimmer, sondern ist tot. Da Ahab hörete, daß Naboth tot war, stund er auf, daß er hinabginge zum Weinberge Naboths, des Jesreeliten, und ihn einnähme. Aber das Wort des HErrn kam zu Elia, dem Thisbiten, und sprach: Mache dich auf und gehe hinab Ahab, dem Könige Israels, entgegen, der zu Samaria ist. (Siehe, er ist im Weinberge Naboths, dahin er ist hinabgegangen, daß er ihn einnehme.) Und rede mit ihm und sprich: So spricht der HErr: Du hast totgeschlagen, dazu auch eingenommen. Und sollst mit ihm reden und sagen: So spricht der HErr: An der Stätte, da Hunde das Blut Naboths geleckt haben, sollen auch Hunde dein Blut lecken. Und Ahab sprach zu Elia: Hast du mich je deinen Feind erfunden? Er aber sprach: Ja, ich habe dich funden, darum daß du verkauft bist, nur Übels zu tun vor dem HErrn. Siehe, ich will Unglück über dich bringen und deine Nachkommen wegnehmen; und will von Ahab ausrotten auch den, der an die Wand pisset und der verschlossen und übergelassen ist in Israel. Und will dein Haus machen wie das Haus Jerobeams, des Sohns Nebats, und wie das Haus Baesas, des Sohns Ahias, um des Reizens willen, damit du erzürnet und Israel sündigen gemacht hast. Und über Isebel redete der HErr auch und sprach: Die Hunde sollen Isebel fressen an der Mauer Jesreels. Wer von Ahab stirbt in der Stadt, den sollen die Hunde fressen; und wer auf dem Felde stirbt, den sollen die Vögel unter dem Himmel fressen. Also war niemand, der so gar verkauft wäre, übel zu tun vor dem HErrn, als Ahab; denn sein Weib Isebel überredete ihn also. Und er machte sich zum großen Greuel, daß er den Götzen nachwandelte, allerdinge, wie die Amoriter getan hatten, die der HErr vor den Kindern Israel vertrieben hatte. Da aber Ahab solche Worte hörete, zerriß er seine Kleider und legte einen Sack an seinen Leib und fastete und schlief im Sack und ging jämmerlich einher. Und das Wort des HErrn kam zu Elia, dem Thisbiten, und sprach: Hast du nicht gesehen, wie sich Ahab vor mir bückete? Weil er sich nun vor mir bückete, will ich das Unglück nicht einführen bei seinem Leben; aber bei seines Sohnes Leben will ich Unglück über sein Haus führen.

+* 187.(259.) Was ist nun weiter in diesem zehnten Gebot uns geboten?

Dass wir unseres Nächsten Frau, Knechte und Mägde ermahnen und dazu anhalten, dass sie bleiben und tun, was sie schuldig sind.

Philem. 11: Welcher (der Knecht Onesimus) einst dir unnütz, nun aber dir und mir wohl nütze ist, den habe ich wieder gesandt.

1. Mose 16,9: Und der Engel des Herrn sprach zu ihr (Hagar): Kehre wieder um zu deiner Herrin und demütige dich unter ihre Hand.

+* 188.(260.) Was wird hier insgemein geboten?

Dass wir ganz heilig, gerecht und ohne irgendeine Begierde oder Zuneigung zum Bösen seien, gleichwie wir anfänglich zu Gottes Bilde geschaffen waren.

* 3. Mose 19,2: Ihr sollt heilig sein; denn ich bin heilig, der Herr, euer Gott.

* Matth. 5,8: Selig sind, die reines Herzens sind; denn sie werden Gott schauen.

189.(261.) Welches ist die Verheißung dieser Gebote?

„Selig sind, die reines Herzens sind; denn sie werden Gott schauen.“ Matth. 5,8.

190.(262.) Was ist die Drohung und Strafe derselben?

„Wenn die Lust empfangen hat, gebieret sie die Sünde; die Sünde aber, wennn sie vollendet ist, gebieret sie den Tod.“ Jak. 1,15.

Der Schluss der Gebote

+* 191.(263.) Was sagt nun Gott von diesen Geboten allen?

Er sagt also: Ich, der Herr, dein Gott, bin ein starker, eifriger Gott, der über die, so mich hassen, die Sünde der Väter heimsucht an den Kindern bis ins dritte und vierte Glied; aber denen, so mich lieben und meine Gebote halten, tue ich wohl in tausend Glied. 2 Mose 20,5.6; 5 Mose 5,9.10.

2. Mose 20,5.6: Bete sie nicht an und diene ihnen nicht. Denn ich, der HErr, dein GOtt, bin ein eifriger GOtt, der da heimsuchet der Väter Missetat an den Kindern bis in das dritte und vierte Glied, die mich hassen, und tue Barmherzigkeit an vielen Tausenden, die mich liebhaben und meine Gebote halten.

5. Mose 5,9.10: Du sollst sie nicht anbeten noch ihnen dienen. Denn ich bin der HErr, dein GOtt, ein eifriger GOtt, der die Missetat der Väter heimsucht über die Kinder ins dritte und vierte Glied, die mich hassen, und Barmherzigkeit erzeige in viel tausend, die mich lieben und meine Gebote halten.

+* 192.(264.) Was ist das?

Gott drohet zu strafen alle, die diese Gebote übertreten; darum sollen wir uns fürchten vor seinem Zorn und nicht gegen solche Gebote tun. Er verheißet aber Gnade und alles Gute allen, die solche Gebote halten; darum sollen wir ihn auch lieben und vertrauen und gerne tun nach seinen Geboten.

193.(265.) Wie kommt es, dass diese Worte von Dr. Luther an den Schluss der zehn Gebote angefügt wurden, da doch Gott dieselben den Worten des ersten Gebotes von den Bildern unmittelbar beigefügt hat?

Das ist darum geschehen,

1. weil sie den allgemeinen Grund enthalten, warum man allen Geboten Gottes gehorchen müsse; nämlich weil der Gesetzgeber der Herr unser Gott ist.

3. Mose 26,2: Haltet meine Sabbathe und fürchtet euch vor meinem Heiligtum. Ich bin der Herr.

3 Mose 26,46: Dies sind die Satzungen und Rechte und Gesetze, die der Herr zwischen sich und den Kindern Israel gestellt hat auf dem Berge Sinai durch die Hand Moses.

2. weil sie die allgemeine Drohung enthalten gegen die Übertreter nicht nur des ersten, sondern auch aller übrigen Gebote;

3. weil sie die allgemeine Verheißung enthalten für diejenigen, welche seine Vorschriften nicht nur in dem ersten, sondern auch in allen übrigen Geboten halten

194.(266.) Hat denn Dr. Luther Macht gehabt, dies zu tun?

Warum nicht? Denn

1. führt auch Mose in der Wiederholung der zehn Gebote, 5 Mose 5,21, das neunte und zehnte Gebot nicht in derselben Ordnung und nicht mit denselben Worten wie 2 Mose 20,17 auf;

5. Mose 5,21: Lass dich nicht gelüsten deines Nächsten Weib. Du sollst nicht begehren deines Nächsten Haus, Acker, Knecht, Magd, Ochsen, Esel noch alles, was sein ist.

2. Mose 20,17: Lass dich nicht gelüsten deines Nächsten Haus. Lass dich nicht gelüsten deines Nächsten Weib, noch seines Knechts, noch seiner Magd, noch seines Ochsen, noch seines Esels, noch alles, das dein Nächster hat.

2. verfährt weder Christus noch Paulus in der Aufzählung der Gebote mit einer ängstlichen Genauigkeit. Denn jener hat, Matth. 19,18.19, das achte dem vierten, dieser aber Röm. 13,9 das sechste dem fünften vorangestellt.

Matth. 19,18.19: Du sollst nicht falsches Zeugnis geben. Ehre Vater und Mutter.

Röm. 13,9: Du sollst nicht ehebrechen. Du sollst nicht töten.

+* 195.(266a.) Warum nennt sich der Herr hier einen eifrigen Gott?

Weil er mit großem Ernst auf seine göttliche Ehre hält und auf den Gehorsam gegen seine Gebote und auf den Bund der Treue, den er mit uns geschlossen hat, und es nicht leiden kann, dass wir unser Herz von ihm abwenden und der Welt und ihren Götzen anhangen.

Jes. 42,8: Ich, der Herr, das ist mein Name, und will meine Ehre keinem anderen geben noch meinen Ruhm den Götzen.

5. Mose 4,23.24: Hütet euch, dass ihr den Bund des Herrn, eures Gottes, nicht vergesset, den er mit euch gemacht hat; denn der Herr, dein Gott, ist ein verzehrend Feuer und ein eifriger Gott.

1. Joh. 2,15-17: Habt nicht lieb die Welt noch was in der Welt ist. So jemand die Welt lieb hat, in dem ist nicth die Liebe des Vaters. Denn alles, was in der Welt ist (nämlich des Fleisches Lust und der Augen Lust und hoffärtiges Leben), ist nicht vom Vater, sondern von der Welt. Und die Welt vergeht mit ihrer Lust; wer aber den Willen Gottes tut, der bleibt in Ewigkeit.

+* 196.(267.) Straft denn Gott die Sünde der Väter an den Kindern?

Die Strafe trifft zwar eigentlich nur den, der gesündigt hat; wo aber die Kinder in ihrer bösen Eltern Fußstapfen treten, wird an ihnen zugleich ihre eigene und ihrer Eltern Bosheit gestraft.

* Hes. 18,20: Welche Seele sündigt, die soll sterben. Der Sohn soll nicht tragen die Missetat des Vaters, und der Vater soll nicht tragen die Missetat des Sohns; sondern des Gerechten Gerechtigkeit soll über ihm sein, und des Ungerechten Ungerechtigkeit soll über ihm sein.

Hes. 18,1-4: Und des HErrn Wort geschah zu mir und sprach: Was treibet ihr unter euch im Lande Israel dies Sprichwort und sprechet: Die Väter haben Herlinge gegessen, aber den Kindern sind die Zähne davon stumpf worden? So wahr als ich lebe, spricht der HErr HErr, solch Sprichwort soll nicht mehr unter euch gehen in Israel. Denn siehe, alle Seelen sind mein; des Vaters Seele ist sowohl mein als des Sohnes Seele. Welche Seele sündiget, die soll sterben.

1. Mose 9,25: Noah sprach: Verflucht sei Kanaan und ssei Knecht aller Knechte unter seinen Brüdern.

Matth. 27,25: Da antwortete das ganze Volk und sprach: Sein (Christi) Blut komme über uns und über unsere Kinder.

+* 197.(268.) Was verheißt Gott ihnen?

Gnade und alles Gute an Leib und Seele, zeitlich, geistlich und ewig.

* 1. Tim. 4,8: Die Gottseligkeit ist zu allen Dingen nütze und hat die Verheißung dieses und des zukünftigen Lebens.

Ps. 119,165: Großen Frieden haben, die dein Gesetz lieben.

+* 198.(269.) Wie weit erstreckt sich die Verheißung?

Nicht allein auf die frommen Eltern, sondern auch auf ihre Nachkommen, ins tausendste Glied.

* Spr. 14,34: Gerechtigkeit erhöhet ein Volk, aber die Sünde ist der Leute Verderben.

+* 199.(270.) Wozu dient uns diese Verheißung?

Dass wir unsern Gott lieben, ihm vertrauen und gerne tun nach seinen Geboten.

+* 200.(270a.) Was sollen wir also bei jedem Gebot bedenken?

Sowohl Gottes richterliche Bedrohung gegen die Übertreter des Gesetzes als auch seine väterliche Verheißung für die Täter desselben.

Von der Erfüllung des Gesetzes

+* 201.(271.) Welches ist der Endzweck des Gesetzes und jedes einzelnen von den zehn Geboten?

Der Endzweck des Gebotes ist die Liebe, und zwar aus reinem Herzen, aus gutem Gewissen und aus ungefärbtem Glauben, wie der Apostel sagt.

1 Tim. 1,5: Die Hauptsumme des Gebots ist Liebe von reinem Herzen und von gutem Gewissen und von ungefärbtem Glauben.

+* 202.(272.) Kann der Mensch diesen Zweck erreichen und das Gesetz Gottes vollkommen erfüllen?

Zwar im Stande der Vollkommenheit vor dem Fall konnte er das Gesetz Gottes vollkommen erfüllen, aber jetzt, im Stande der Sünde und der Verdorbenheit nach dem Fall, ist es schlechterdings keinem Menschen möglich, durch vollkommenen Gehorsam dem Gesetz Genüge zu tun.

1 Mose 1,26: Lasst uns Menschen machen, ein Bild, das uns gleich sei.

Eph. 4,23.24: Erneuert euch aber im Geist eures Gemüts und ziehet den neuen Menschen an, der nach Gott geschaffen ist in rechtschaffener Gerechtigkeit und Heiligkeit.

+* 203.(273.) Warum das?

Weil die Heilige Schrift ausdrücklich bezeugt, das Gesetz sei ein Joch, welches weder wir noch unsre Väter haben tragen können, Apg. 15,10; das Fleisch könne dem Gesetz nicht untertan sein, Röm. 8,7; wir alle von Natur seien tot in Sünden, Eph. 2,1; wir seien nicht tüchtig von uns selber, etwas zu denken als von uns selber, 2 Kor. 3,5, von Natur böse und geborne Sünder.

* 1. Mose 8,21: Das Dichten und Trachten des menschlichen Herzens ist böse von Jugend auf.

Spr. 20,9: Wer kann sagen: Ich bin rein in meinem Herzen und lauter von meiner Sünde?

Pred. 7,21: Denn es ist kein Mensch auf Erden, der Gutes tue und nicht sündige.

1 Mose 6,5.6: Da aber der Herr sah, dass der Menschen Bosheit groß war auf Erden und alles Dichten und Trachten ihres Herzens nur böse war immerdar, da reute es ihn, dass er die Menschen gemacht hatte auf Erden, und es bekümmerte ihn in seinem Herzen.

Psalm 14,3: Aber sie sind allesamt abgewichen und allesamt untüchtig; da ist keiner, der Gutes tue, auch nicht einer.

* Ps. 143,2: Gehe nicht ins Gericht mit deinem Knecht; denn vor dir ist kein Lebendiger gerecht.

Jes. 64,6: Wir sind allesamt wie die Unreinen, und alle unsere Gerechtigkeit ist wie ein unflätig Kleid.

Röm. 11,32: Denn Gott hat alles beschlossen unter den Unglauben, auf dass er sich aller erbarme.

Apg. 13,38: So sei es nun euch kund, liebe Brüder, dass euch verkündiget wird Vergebung der Sünden durch diesen und von dem allem, durch welches ihr nicht konntet im Gesetz Moses gerecht werden.

Apg. 15,10: Was versucht ihr denn nun Gott mit Auflegen des Jochs auf der Jünger Hälse, welches weder unsere Väter noch wir haben mögen tragen?

Röm. 8,7: Fleischlich gesinnt sein, ist eine Feindschaft wider Gott, da es dem Gesetze Gottes nicht untertan ist; denn es vermag es auch nicht.

Gal. 3,22: Die Schrift hat es alles beschlossen unter die Sünde.

Röm. 3,9.10: Was sagen wir denn nun? Haben wir einen Vorteil? Gar keinen. Denn wir haben droben bewiesen daß beide, Juden und Griechen, alle unter der Sünde sind, wie denn geschrieben stehet: Da ist nicht, der gerecht sei, auch nicht einer.

+* 204.(274.) Sollen wir uns denn nicht befleißigen, nach Gottes Geboten zu leben?

Ja, freilich, denn die Hauptzusammenfassung aller Lehre ist: Fürchte Gott und halte seine Gebote, denn das gehört allen Menschen zu (Pred. 12,13).

* Ps. 119,9: Wie kann ein Jüngling seinen Weg unsträflich gehen? Wenn er sich hält nach deinen Worten.

+* 205.(276.) In wem haben wir nun eine vollkommene Erfüllung des Gesetzes?

Damit uns geraten werde, hat uns Gott der Vater seinen eingebornen Sohn Jesus Christus geschenkt, welcher keine Sünde je getan und welcher durch seinen allervollkommensten Gehorsam das Gesetz vollkommen erfüllt hat, Röm. 8,3.4, dessen Erfüllung den Gläubigen im wahren Glauben zur Gerechtigkeit gerechnet, Röm. 10,4, und von diesen durch den Anfang des neuen Gehorsams bezeugt wird. Denn wenn wir an Jesus Christus glauben, nimmt uns Gott aus lauterer Gnade um Jesu Christi willen an, als ob wir selbst alle seine Gebote erfüllt hätten.

* Hebr. 7,26: Einen solchen Hohenpriester sollten wir haben, der da wäre heilig, unschuldig, unbefleckt, von den Sündern abgesondert und höher als der Himmel ist.

* Matth. 3,15: Es gebührt uns, alle Gerechtigkeit zu erfüllen.

* Röm. 8,3.4: Denn was dem Gesetz unmöglich war (sintemal es durch das Fleisch geschwächt ward), das tat Gott und sandte seinen Sohn in der Gestalt des sündlichen Fleisches und der Sünde halben und verdammte die Sünde im Fleisch, auf daß die Gerechtigkeit, vom Gesetz erfordert, in uns erfüllt würde, die wir nun nicht nach dem Fleische wandeln, sondern nach dem Geist.

* Röm. 10,4: Denn Christus ist des Gesetzes Ende; wer an den glaubet, der ist gerecht.

+* 206.(275.) Können also auch die Wiedergeborenen das Gesetz Gottes nicht erfüllen?

Nein. Denn

1. gibt es keinen gerechten Menschen auf Erden, der Gutes tue und nicht sündige; auch ist vor Gott kein Mensch gerecht;

* Pred. 7,21: Denn es ist kein Mensch auf Erden, der Gutes tue und nicht sündige.

* Hiob 14,4: Wer will einen Reinen finden bei denen, da keiner rein ist?

* Spr. 20,9: Wer kann sagen: Ich bin rein in meinem Herzen und lauter von meiner Sünde?

1 Kge. 8,46: Es ist kein Mensch, der nicht sündiget.

Psalm 143,2: Und gehe nicht ins Gericht mit deinem Knechte; denn vor dir ist kein Lebendiger gerecht.

Spr. 24,16: Denn ein Gerechter fällt siebenmal und stehet wieder auf; aber die Gottlosen versinken in Unglück.

2. ist das Gesetz geistlich; die Wiedergeborenen aber sind fleischlich;

* Röm. 7,14: Denn wir wissen, dass das Gesetz geistlich ist; ich aber bin fleischlich, unter die Sünde verkauft.

3. die Wiedergeborenen selbst bekennen mit Paulus, dass sie unvollkommen seien; dass in ihrem Fleische nichts gutes wohne; und mit St. Johannes: „So wir sagen, wir haben keine Sünde, so verführen wir uns selbst, und die Wahrheit ist nicht in uns.“ 1 Joh. 1,8.

* Phil. 3,12: Nicht, dass ich’s schon ergriffen habe oder schon vollkommen sei; ich jage ihm aber nach, ob ich’s auch ergreifen möchte, nachdem ich von Christus Jesus ergriffen bin.

* Röm. 7,18: Denn ich weiß, dass in mir, das ist, in meinem Fleische, wohnet nichts Gutes. Wollen habe ich wohl, aber vollbringen das Gute finde ich nicht.

1. Thess. 4,1: Weiter, liebe Brüder, bitten wir euch und ermahnen in dem Herrn Jesus (nachdem ihr von uns empfangen habt, wie ihr sollt wandeln und Gott gefallen), dass ihr immer völliger werdet.

* Jak. 2,10: So jemand das ganze Gesetz hält und sündiget an Einem, der ist es ganz schuldig.

* Jak. 4,17: Wer da weiß, Gutes zu tun, und tuts nicht, dem ist’s Sünde (Unterlassungssünden)

* 1. Kor. 4,4: Ich bin mir wohl nichts bewusst; aber darinnen bin ich nicht gerechtfertigt.

Vom Gebrauch des Gesetzes

+*207.(278.) Wie nun? Wenn demnach das Gesetz von niemand erfüllt werden kann, zu welchem Zwecke sind uns denn die heiligen Zehn Gebote gegeben?

Ihr Zweck ist hauptsächlich ein dreifacher:

Erstens halten sie die Unwiedergeborenen durch äußere Zucht in Schranken, dass sie nicht in äußerliche grobe Sünden fallen. (Riegel)

1 Tim. 1,9: Dem Gerechten ist kein Gesetz gegeben, sondern den Ungerechten und Ungehorsamen, den Gottlosen und Sündern, den Unheiligen und Ungeistlichen, den Vatermördern und Muttermördern, den Totschlägern, den Hurern, den Knabenschändern, den Menschendieben, den Lügnern, den Meineidigen und so etwas mehr der heiligen Lehre zuwider ist.

Zweitens zeigen sie die Sünden an und offenbaren Gottes Zorn gegen die Sünde, um uns dadurch anzutreiben, Vergebung für unsere Sünde und Trost gegen Gottes Zorn und den ewigen Tod in Christus Jesus, unserm Heiland, zu suchen. (Spiegel)

* Röm. 3,20: Durch das Gesetz kommt Erkenntnis der Sünde.

Röm. 7,7: Was wollen wir denn nun sagen? Ist das Gesetz Sünde? Das sei ferne! Aber die Sünde erkannte ich nicht, außer durchs Gesetz. Denn ich wusste nichts von der Lust, wo das Gesetz nicht hätte gesagt: Lass dich nicht gelüsten!

* Gal. 3,24: Das Gesetz ist unser Zuchtmeister gewesen auf Christus, dass wir durch den Glauben gerecht würden.

Zum dritten lehren sie uns, welches die guten Werke sind, die von den Gläubigen und Wiedergeborenen getan werden sollen, um ihren Gehorsam und ihre Dankbarkeit gegen den barmherzigen Vater im Himmel zu beweisen und ein ehrbares Leben zu führen. (Regel)

* Ps. 119,9: Wie wird ein Jüngling seinen Weg unsträflich gehen? Wenn er sich hält nach deinen Worten.

* Ps. 119,105: Dein Wort ist meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinemWEge.

Jos. 1,8: Und lass das Buch dieses Gesetzes nicht von deinem Munde kommen, sondern betrachte es Tag und Nacht, auf dass du haltest und tust allerdinge nach dem, das drinnen geschrieben stehet. Alsdann wird dir’s gelingen in allem, das du tust, und wirst weislich handeln können.

Von der Sünde

+* 208.(279.) Da nun der zweite Zweck des Gesetzes der ist, uns unsre Sünden aus den zehn Geboten zu zeigen und uns unsrer Sündenschuld zu überführen, so sage mir doch: Was ist denn Sünde?

Sünde ist eine Abweichung von der Richtschnur des göttlichen Gesetzes, ist Ungehorsam gegen Gottes Gesetz, dadurch Gott schwer beleidigt und zu ernstlicher Strafe veranlasst wird.

* 1 Joh. 3,4: Wer Sünde tut, der tut auch Unrecht; und die Sünde ist das Unrecht.

* Ps. 5,5: Du bist nicht ein Gott, dem gottloses Wesen gefällt; wer böse ist, bleibt nicht vor dir.

* Spr. 14,34: Die Sünde ist der Leute Verderben.

Ps. 7,12-14: Will man sich nicht bekehren, so hat er sein Schwert gewetzt und seinen Bogen gespannet und zielet, und hat drauf gelegt tödlich Geschoß; seine Pfeile hat er zugerichtet zu verderben. Siehe, der hat Böses im Sinn, mit Unglück ist er schwanger; er wird aber einen Fehl gebären.

+* 209.(280.) Was ist die Ursache der Sünde?

Die Hauptursache ist der Teufel selbst, der sich von Gott zuerst aus freien Stücken abgewendet und gesündiget hat von Anfang;

* 1 Joh. 3,8.10: Wer Sünde tut, der ist vom Teufel; denn der Teufel sündiget von Anfang... Daran wird’s offenbar, welche die Kinder Gottes und die Kinder des Teufels sind. Wer nicht recht tut, der ist nicht von Gott, und wer nicht seinen Bruder liebhat.

Joh, 8,44: Ihr seid von dem Vater, dem Teufel, und nach eures Vaters Lust wollt ihr tun. Derselbe ist ein Mörder von Anfang und ist nicht bestanden in der Wahrheit; denn die Wahrheit ist nicht in ihm. Wenn er die Lügen redet, so redet er von seinem Eigenen; denn er ist ein Lügner und ein Vater derselben.

1. Mose 3,1-7: Und die Schlange war listiger denn alle Tiere auf dem Felde, die GOtt der HErr gemacht hatte, und sprach zu dem Weibe: Ja, sollte GOtt gesagt haben: Ihr sollt nicht essen von allerlei Bäumen im Garten. Da sprach das Weib zu der Schlange: Wir essen von den Früchten der Bäume im Garten; aber von den Früchten des Baumes mitten im Garten hat GOtt gesagt: Esset nicht davon, rühret es auch nicht an, daß ihr nicht sterbet! Da sprach die Schlange zum Weibe: Ihr werdet mitnichten des Todes sterben; sondern GOtt weiß, daß, welches Tages ihr davon esset, so werden eure Augen aufgetan, und werdet sein wie GOtt und wissen, was gut und böse ist. Und das Weib schauete an, daß von dem Baum gut zu essen wäre und lieblich anzusehen, daß es ein lustiger Baum wäre, weil er klug machte, und nahm von der Frucht und aß und gab ihrem Mann auch davon, und er aß. Da wurden ihrer beiden Augen aufgetan und wurden gewahr, daß sie nackend waren, und flochten Feigenblätter zusammen und machten ihnen Schürze.

die andere Ursache ist des Menschen verkehrter Wille, welcher sich freiwillig durch des Teufels Trug und List verblenden lässt und den bösen Lüsten gehorsam leistet.

* Röm. 5,12: Derhalben, wie durch einen Menschen die Sünde ist gekommen in die Welt und der Tod durch die Sünde, und ist also der Tod zu allen Menschen durchgedrungen, dieweil sie alle gesündiget haben.

2 Kor. 4,3.4: Ist nun unser Evangelium verdeckt, so ist's in denen, die verloren werden, verdeckt; bei welchen der Gott dieser Welt der Ungläubigen Sinn verblendet hat, daß sie nicht sehen das helle Licht des Evangeliums von der Klarheit Christi, welcher ist das Ebenbild Gottes.

Jak. 1,14: Niemand sage, wenn er versucht wrid, dass er von Gott versucht werde. Denn Gott ist nicht ein Versucher zum Bösen; er versucht niemand. Sondern ein jeglicher wird versucht, wenn er von seiner eigenen Lust gereizet und gelocket wird.

Ps. 5,5: Du bist nicht ein Gott, dem gottloses Wesen gefällt; wer böse ist, bleibt nicht vor dir.

Ps. 92,16: Dass sie verkündigen, dass der Herr so fromm ist, mein Hort, und ist kein Unrecht an ihm.

+* 210.(282.) Wie vielerlei ist die Sünde?

Zweierlei: Erbsünde und wirkliche Sünde (Tatsünde).

+* 211.(283.) Was ist die Erbsünde?

Die Erbsünde ist das allertiefste Verderben der ganzen menschlichen Natur, vermöge dessen dieselbe der anerschaffenen Gerechtigkeit und Vollkommenheit beraubt und zu allem Bösen geneigt ist; welches Verderben durch die fleischliche Zeugung von Adam auf alle Menschen fortgepflanzt wird und diejenigen Gottes zeitlichen und ewigen Strafen unterwirft, welche nicht durch den Heiligen Geist zum ewigen Leben wiedergeboren werden.

Röm. 5,12: Durch einen Menschen ist die Sünde gekommen in die Welt und der Tod durch die Sünde, und ist also der Tod zu allen Menschen durchgedrungen.

Hiob 14,4: Wer will einen Reinen finden bei denen, da keiner rein ist.

Eph. 2,3: Wir waren auch Kinder des Zorns von Natur, gleichwie auch die andern.

Joh. 3,6: Was vom Fleisch geboren ist, das ist Fleisch.

Psalm 51,7: Siehe, ich bin aus sündlichem Samen gezeuget, und meine Mutter hat mich in Sünden empfangen.

1 Kor. 2,14: Der natürliche Mensch aber vernimmt nichts vom Geist Gottes; es ist ihm eine Torheit, und kann es nicht erkennen; denn es muss geistlich gerichtet seien.

1 Mose 6,5.6: Da aber der HERR sah, daß der Menschen Bosheit groß war auf Erden und alles Dichten und Trachten ihres Herzens nur böse war immerdar, da reute es ihn, daß er die Menschen gemacht hatte auf Erden, und es bekümmerte ihn in seinem Herzen.

Röm. 7,19: Denn das Gute, das ich will, das tue ich nicht, sondern das Böse, das ich nicht will, das tue ich.

Röm. 6,13: Auch begebet nicht der Sünde eure Glieder zu Waffen der Ungerechtigkeit, sondern begebet euch selbst Gott, als die da aus den Toten lebendig sind, und eure Glieder Gott zu Waffen der Gerechtigkeit.

* 212.(284.) Beweise mir, sowohl, dass die Erbsünde sei, als auch, dass sie sich auf alle Nachkommen fortpflanze!

Dies wird unter anderem durch folgende unzweideutige Zeugnisse der Schrift bewiesen: „Es sei denn, dass jemand geboren werde aus dem Wasser und Geist, so kann er nicht in das Reich Gottes kommen. Was vom Fleisch geboren wird, das ist Fleisch.“ Joh. 3,5.6. „Durch einen Menschen ist die Sünde gekommen in die Welt und der Tod durch die Sünde, und ist also der Tod zu allen Menschen durchgedrungen.“ Röm. 5,12. „Wir waren auch Kinder des Zorn von Natur, gleichwie auch die andern.“ Eph. 2,3. „Siehe, ich bin aus sündlichem Samen gezeuget, und meine Mutter hat mich in Sünden empfangen.“ Psalm 51,7. „Wer will einen Reinen finden bei denen, da keiner rein ist.“

1. vom natürlichen Verderben überhaupt:

* Joh. 3,5.6: Es sei denn, dass jemand von neuem geboren werde aus dem Wasser und Geist, so kann er nicht in das Reich Gottes kommen.Was vom Fleisch geboren ist, das ist Fleisch.

* Röm. 3,23: Es ist hier kein Untersxchied; sie sind allzumal Sünder und mangeln des Ruhms, den sie an Gott haben sollten.

* Röm. 7,18: Ich weiß, dass in mir, das ist in meinem Fleische, wohnet nichts Gutes.

* Eph. 2,1: Ihr waret tot in Übertretungen und Sünden.

Luk. 11,13: So denn ihr, die ihr arg seid, könnt euren Kindern gute Gaben geben, wieviel mehr wird der Vater im Himmel den Heiligen Geist geben denen, die ihn bitten?

1. Mose 6,5: Der Herr sah, dass der Menschen Bosheit groß war auf Erden, und alles Dichten und Trachten ihres Herzens nur böse immerdar.

1. Mose 8,21: Das Dichten des menschlichen Herzens ist böse von Jugend auf.

Hiob 14,4: Wer will einen Reinen finden bei denen, da keiner rein ist?

2. im Verstand:

1. Kor. 2,14: Der natürliche Mensch vernimmt nichts vom Geist Gottes; es ist ihm eine Torheit, und kann es nicht erkennen; denn es muss geistlich gerichtet sein.

Eph. 5,8: Ihr waret einst Finsternis; nun aber seid ihr Licht in dem Herrn.

2. Kor. 3,5: Nicht, dass wir tüchtig sind von uns selber, etwas zu denken, als von uns selber; sondern dass wir tüchtig sind, ist von Gott.

Eph. 4,18: Welcher (der Ungläubigen) Verstand verfinstert ist, und sie sind entfremdet von dem Leben, das aus Gott ist, durch die Unwissenheit, so in ihnen ist, durch die Blindheit ihres Herzens.

3. im Willen:

Phil. 2,13: Gott ist’s, der in euch wirket beides, das Wollen und das Vollbringen, nach seinem Wohlgefallen.

Röm. 8,7: Fleischlich gesinnt sein, ist eine Feindschaft wider Gott, denn es dem Gesetze Gottes nicht untertan ist; denn es vermag es auch nicht.

4. Fortpflanzung:

* Ps. 51,7: Siehe, ich bin aus sündlichem Samen gezeuget, und meine Mutter hat mich in Sünden empfangen.

Röm. 5,12: Wie durch einen Menschen die Sünde ist gekommen in die Welt und der Tod durch die Sünde, und ist also der Tod zu allen Menschen durchgedrungen, dieweil sie alle gesündigt haben.

5. Verdammlichkeit:

* Eph. 2,3: Wir waren auch Kinder des Zorn von Natur, gleichwie auch die andern.

+* 213.(286.) Was ist die wirkliche Sünde oder Tatsünde?

Wirkliche Sünde ist alles Tun, Reden, Denken oder Begehren gegen Gottes Gesetz, dadurch etwas Böses begangen oder etwas Gutes unterlassen wird.

Matth. 15,19: Aus dem Herzen kommen arge Gedanken: Mord, Ehebruch, Hurerei, Dieberei, falsche Zeugnisse, Lästerung.

Matth. 12,36: Ich sage euch aber, dass die Menschen müssen Rechenschaft geben am jüngsten Gericht von einem jeglichen unnützen Wort, das sie geredet haben.

1. Kor. 4,5: Richtet nicht vor der Zeit, bis der Herr kommt, welcher auch wird ans Licht bringen, was im Finstern verborgen ist, und den Rat der Herzen offenbaren.

Jak. 4,17: Wer da weiß, Gutes zu tun, und tut’s nicht, dem ist’s Sünde.

+* 214.(287.) Wie vielerlei Art ist die wirkliche Sünde?

Mehrerlei Art: Eine ist die herrschende, die andere die nicht herrschende Sünde; dann die wissentliche und die unwissentliche, Schwachheits- und Bosheitssünde, himmelschreiende Sünde und die Sünde gegen den Heiligen Geist.

4. Mose 15,27-31: Wenn aber eine Seele durch Unwissenheit sündigen wird, die soll eine jährige Ziege zum Sündopfer bringen; und der Priester soll versöhnen solche unwissende Seele mit dem Sündopfer für die Unwissenheit vor dem HErrn, daß er sie versöhne; so wird’s ihr vergeben werden. Und es soll ein Gesetz sein, das ihr für die Unwissenheit tun sollt, beide dem Einheimischen unter den Kindern Israel und dem Fremdlinge, der unter euch wohnet. Wenn aber eine Seele aus Frevel etwas tut, es sei ein Einheimischer oder Fremdling, der hat den HErrn geschmähet. Solche Seele soll ausgerottet werden aus ihrem Volk. Denn sie hat des HErrn Wort verachtet und sein Gebot lassen fahren; sie soll schlecht ausgerottet werden; die Schuld sei ihr.

Luk. 12,47.48: Der Knecht aber, der seines Herrn Willen weiß und hat sich nicht bereitet, auch nicht nach seinem Willen getan, der wird viel Streiche leiden müssen. Der es aber nicht weiß, hat doch getan was der Streiche wert ist, wird wenig Streiche leiden. Denn welchem viel gegeben ist, bei dem wird man viel suchen, und welchem viel befohlen ist, von dem wird man viel fordern.

Ps. 19,13: Wer kann merken, wie oft er fehlet? Verzeihe mir die verborgenen Fehler!

Röm. 6,12.14: So lasset nun die Sünde nicht herrschen in eurem sterblichen Leibe, ihm Gehorsam zu leisten in seinen Lüsten. Denn die Sünde wird nicht herrschen können über euch, da ihr nicht unt er dem Gesetz seid, sondern unter der Gnade.

Joh. 8,34: Wer Sünde tut, der ist der Sünde Knecht.

Jak. 5,4: Siehe, der Arbeiter Lohn, die euer Land eingeerntet haben und von euch abgebrochen ist, das schreiet; und das Rufen der Ernter istr gekommen vor die Ohren des Herrn Zebaoth.

Matth. 12,31: Alle Sünde und Lästerung wird den Menschen vergeben; aber die Sünde wider den Geist wird den Menschen nicht vergeben.

1. Joh. 5,16: Es ist eine Sünde zum tode; dafür sage ich nicht, dass jemand bitte.

Hebr. 6,4-8: Denn es ist unmöglich, daß die, so einmal erleuchtet sind und geschmeckt haben die himmlische Gabe und teilhaftig worden sind des Heiligen Geistes und geschmeckt haben das gütige Wort GOttes und die Kräfte der zukünftigen Welt, wo sie abfallen und wiederum sich selbst den Sohn GOttes kreuzigen und für Spott halten, daß sie sollten wiederum erneuert werden zur Buße. Denn die Erde, die den Regen trinkt, der oft über sie kommt, und bequem Kraut träget denen, die sie bauen, empfänget Segen von GOtt. Welche aber Dornen und Disteln träget, die ist untüchtig und dem Fluch nahe, welche man zuletzt verbrennet.

* 215.(288.) Was ist die herrschende Sünde?

Die herrschende Sünde ist diejenige, welche in den Unwiedergeborenen die Oberhand hat, so dass sie mit Bedacht und aus freien Stücken den Lüsten des Fleisches gehorchen. Gewöhnlich wird sie Todsünde, auch mutwillige Sünde, Sünde gegen das Gewissen, sündigende Sünde genannt.

Röm. 6,12: Lasset die Sünde nicht herrschen in eurem sterblichen Leibe, ihr Gehorsam zu leisten in ihren Lüsten.

* 216.(289.) Was ist die nicht herrschende Sünde?

Sie ist diejenige, welche in den Wiedergeborenen ohne Willen und Vorsatz entsteht, welcher diese jedoch in Kraft des Heiligen Geistes widerstehen, ohne die Lüste des Fleisches zu befriedigen. Insgemein wird sie läßliche, unfreiwillige, nicht sündigende Sünde genannt.

Röm. 8,1: So ist nun nichts Verdammliches an denen, die in Christus Jesus sind.

Röm. 7,19: Das Böse, das ich nicht will, das tue ich.

* 217.(290.) Was ist Sünde, die aus Bosheit geschieht?

Wenn ein Mensch mit Absicht, wissentlich und mit Lust sündigt, in Sünden fortfährt und die Sünde über sich herrschen lässt (wird dann zur herrschenden Sünde).

* Joh. 8,34: Wer Sünde tut, der ist der Sünde Knecht.

* Röm. 6,12: So lasst nun die Sünde nicht herrschen in eurem sterblichen Leibe, ihr Gehorsam zu leisten in seinen Lüsten.

* 218.(291.) Kann man sich auch fremder Sünden teilhaftig machen?

Ja, wenn man andere zu Sünden anreizt, ihre böse Tat lobt, damit durch die Finger sieht, sie nicht warnt, nicht hindert.

1. Tim. 5,22: Mache dich nicht teilhaftig fremder Sünden.

Apg. 3,9: So tut nun Buße und bekehret euch, dass eure Sünden vertilgt werden.

Apg. 2,37.38: Da sie aber das höreten, ging’s ihnen durchs Herz, und sprachen zu Petrus und zu den andern Aposteln: Ihr Männer, liebe Brüder, was sollen wir tun? Petrus sprach zu ihnen: Tut Buße, und lasse sich ein jeglicher taufen auf den Namen JEsu Christi zur Vergebung der Sünden, so werdet ihr empfangen die Gabe des Heiligen Geistes.

+* 220.(294.) Was ist die Buße?

Die Buße ist ein Werk Gottes, dadurch ein armer Sünder zu Gott bekehrt wird durch den Glauben an Jesus Christus, nachdem er durch das Gesetz seine Sünde erkannt und bereut hat.

Oder:

Die Buße ist eines armen Sünders, der seine Sünden aus dem göttlichen Gesetz erkannt hat und darüber Leid trägt, Bekehrung zu Gott durch den Glauben an Christus.

* Luk. 18,13: Der Zöllner stand von ferne, wollte auch seine Augen nicht aufheben gen Himmel, sondern schlug an seine Brust und sprach: Gott, sei mir Sünder gnädig.

Luk. 15,11-32: Und er sprach: Ein Mensch hatte zwei Söhne. Und der jüngste unter ihnen sprach zum Vater: Gib mir, Vater, das Teil der Güter, das mir gehört! Und er teilete ihnen das Gut. Und nicht lange danach sammelte der jüngste Sohn alles zusammen und zog ferne über Land; und daselbst brachte er sein Gut um mit Prassen. Da er nun all das Seine verzehret hatte, ward eine große Teurung durch dasselbige ganze Land, und er fing an zu darben. Und ging hin und hängete sich an einen Bürger desselbigen Landes, der schickte ihn auf seinen Acker, die Säue zu hüten. Und er begehrte seinen Bauch zu füllen mit Trebern, die die Säue aßen; und niemand gab sie ihm. Da schlug er in sich und sprach: Wieviel Tagelöhner hat mein Vater, die Brot die Fülle haben, und ich verderbe im Hunger! Ich will mich aufmachen und zu meinem Vater gehen und zu ihm sagen: Vater, ich habe gesündiget gegen den Himmel und vor dir und bin fort nicht mehr wert, daß ich dein Sohn heiße; mache mich zu einem deiner Tagelöhner. Und er machte sich auf und kam zu seinem Vater. Da er aber noch ferne von dannen war, sah ihn sein Vater, und jammerte ihn, lief und fiel ihm um seinen Hals und küssete ihn. Der Sohn aber sprach zu ihm: Vater, ich habe gesündiget gegen den Himmel und vor dir; ich bin fort nicht mehr wert, daß ich dein Sohn heiße. Aber der Vater sprach zu seinen Knechten: Bringet das beste Kleid hervor und tut es ihm an; und gebet ihm einen Fingerreif an seine Hand und Schuhe an seine Füße; und bringet ein gemästet Kalb her und schlachtet es: lasset uns essen und fröhlich sein! Denn dieser mein Sohn war tot und ist wieder lebendig worden; er war verloren und ist funden worden. Und fingen an fröhlich zu sein. Aber der älteste Sohn war auf dem Felde, und als er nahe zum Hause kam, hörete er das Gesänge und den Reigen und rief zu sich der Knechte einen und fragte, was das wäre. Der aber sagte ihm: Dein Bruder ist kommen, und dein Vater hat ein gemästet Kalb geschlachtet, daß, er ihn gesund wieder hat. Da ward er zornig und wollte nicht hineingehen. Da ging sein Vater heraus und bat ihn. Er antwortete aber und sprach zum Vater: Siehe, so viel Jahre diene ich dir und habe dein Gebot noch nie übertreten, und du hast mir nie einen Bock gegeben, daß ich mit meinen Freunden fröhlich wäre. Nun aber dieser dein Sohn kommen ist, der sein Gut mit Huren verschlungen hat, hast du ihm ein gemästet Kalb geschlachtet. Er aber sprach zu ihm: Mein Sohn, du bist allezeit bei mir, und alles, was mein ist, das ist dein. Du solltest aber fröhlich und gutes Muts sein; denn dieser dein Bruder war tot und ist wieder lebendig worden; er war verloren und ist wieder funden.”

Joh. 5,28.29: „Es wird die Stunde kommen, in welcher alle, die in den Gräbern sind, werden die Stimme des Sohnes Gottes hören und werden hervorgehen, die Gutes getan haben zur Auferstehung des Lebens; die aber Übel getan haben zur Auferstehung des Gerichts.“

Von der Buße Joh. 11,25.26: „Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubet, der wird leben, ob er gleich stirbt. Und wer da lebet und glaubet an mich, der wird nimmermehr sterben.“

1. Kor. 15: Ich erinnere euch, aber, liebe Brüder, des Evangeliums, das ich euch verkündiget habe, welches ihr auch angenommen habt, in welchem ihr auch stehet, durch welches ihr auch selig werdet, welcher Gestalt ich es euch verkündiget habe, so ihr's behalten habt, es wäre, denn, daß ihr's umsonst geglaubet hättet. Denn ich habe euch zuvörderst gegeben, welches ich auch empfangen habe, daß Christus gestorben sei für unsere Sünden nach der Schrift, und daß er begraben sei, und daß er auferstanden sei am dritten Tage nach der Schrift, und daß er gesehen worden ist von Kephas, danach von den Zwölfen. Danach ist er gesehen worden von mehr denn fünfhundert Brüdern auf einmal, -deren noch viel leben, etliche aber sind entschlafen. Danach ist er gesehen worden von Jakobus, danach von allen Aposteln. Am letzten nach allen ist er auch von mir, als einer unzeitigen Geburt, -gesehen worden; denn ich bin der geringste unter den Aposteln, als der ich nicht wert bin, daß ich ein Apostel heiße, darum daß ich die Gemeinde GOttes verfolget habe. Aber von GOttes Gnaden bin ich, das ich bin, und seine Gnade an mir ist nicht vergeblich gewesen, sondern ich habe viel mehr gearbeitet denn sie alle, nicht aber ich, sondern GOttes Gnade, die mit mir ist. Es sei nun ich oder jene, also predigen wir, und also habt ihr geglaubet. So aber Christus geprediget wird, daß er sei von den Toten auferstanden, wie sagen denn etliche unter euch, die Auferstehung der Toten sei nichts? Ist aber die Auferstehung der Toten nichts, so ist auch Christus nicht auferstanden. Ist aber Christus nicht auferstanden, so ist unsere Predigt vergeblich, so ist auch euer Glaube vergeblich. Wir würden aber auch erfunden falsche Zeugen GOttes, daß wir wider GOtt gezeuget hätten, er hätte Christum auferwecket, den er nicht auferwecket hätte, sintemal die Toten nicht auferstehen. Denn so die Toten nicht auferstehen, so ist Christus auch nicht auferstanden. Ist Christus aber nicht auferstanden, so ist euer Glaube eitel, so seid ihr noch in euren Sünden, so sind auch die, so in Christo entschlafen sind, verloren. Hoffen wir allein in diesem Leben auf Christum, so sind wir die elendesten˜unter allen Menschen. Nun aber ist Christus auferstanden von den Toten und der Erstling worden˜unter denen, die da schlafen, sintemal durch einen Menschen der Tod und durch einen Menschen die Auferstehung der Toten kommt. Denn gleichwie sie in Adam alle sterben, also werden sie in Christo alle lebendig gemacht werden. Ein jeglicher aber in seiner Ordnung. Der Erstling Christus, danach die Christo angehören, wenn er kommen wird. Danach das Ende, wenn er das Reich GOtt und dem Vater überantworten wird, wenn er aufheben wird alle Herrschaft und alle Obrigkeit und Gewalt. Er muß aber herrschen, bis daß er alle seine Feinde unter seine Füße lege. Der letzte Feind, der aufgehoben wird, ist der Tod. Denn er hat ihm alles unter seine Füße getan. Wenn er aber sagt; daß es alles untertan sei, ist's offenbar, daß ausgenommen ist, der ihm alles untertan hat. Wenn aber alles ihm untertan sein wird, alsdann wird auch der Sohn selbst untertan sein dem, der ihm alles untertan hat, auf daß GOtt sei alles in allen. Was machen sonst, die sich taufen lassen über den Toten, so allerdinge die Toten nicht auferstehen? Was lassen sie sich taufen über den Toten? Und was stehen wir alle Stunde in der Gefahr? Bei unserm Ruhm den ich habe in Christo JEsu, unserm HErrn, ich sterbe täglich. Hab' ich menschlicher Meinung zu Ephesus mit den wilden Tieren gefochten, was hilft's mir, so die Toten nicht auferstehen? Lasset uns essen und trinken; denn morgen sind wir tot. Lasset euch nicht verführen! Böse Geschwätze verderben gute Sitten. Werdet doch einmal recht nüchtern und sündiget nicht; denn etliche wissen nichts von GOtt, das sage ich euch zur Schande. Möchte aber jemand, sagen: Wie werden die Toten auferstehen; und mit welcherlei Leibe werden sie kommen? Du Narr, was du säest, wird nicht lebendig, es sterbe denn. Und was du säest, ist ja nicht der Leib, der werden soll, sondern ein bloßes Korn, nämlich Weizen oder der andern eines. GOtt aber gibt ihm einen Leib, wie er will, und einem jeglichen von den Samen seinen eigenen Leib. Nicht ist alles Fleisch einerlei Fleisch, sondern ein ander Fleisch ist der Menschen, ein anderes des Viehes, ein anderes der Fische, ein anderes der Vögel. Und es sind himmlische Körper und irdische Körper. Aber eine andere Herrlichkeit haben die himmlischen und eine andere die irdischen. Eine andere Klarheit hat die Sonne, eine andere Klarheit hat der Mond, eine andere Klarheit haben die Sterne; denn ein Stern übertrifft den andern an Klarheit. Also auch die Auferstehung der Toten. Es wird gesät verweslich und wird auferstehen unverweslich. Es wird gesät in Unehre und wird auferstehen in Herrlichkeit. Es wird gesät in Schwachheit und wird auferstehen in Kraft. Es wird gesäet ein natürlicher Leib, und wird auferstehen ein geistlicher Leib. Hat man einen natürlichen Leib, so hat man auch einen geistlichen Leib, wie es geschrieben stehet: Der erste Mensch, Adam, ist gemacht ins natürliche Leben und der letzte Adam ins geistliche Leben. Aber der geistliche Leib ist nicht erste, sondern der natürliche, danach der geistliche. Der erste Mensch ist von der Erde und irdisch; der andere Mensch ist der HErr vom Himmel. Welcherlei der irdische ist, solcherlei sind auch die irdischen; und˜welcherlei der himmlische ist, solcherlei sind auch die himmlischen. Und wie wir getragen haben das Bild des irdischen, also werden wir auch tragen das Bild des himmlischen. Davon sage ich aber, liebe Brüder, daß Fleisch und Blut nicht können das Reich GOttes ererben; auch wird das Verwesliche nicht erben das Unverwesliche, Siehe, ich sage euch ein Geheimnis: Wir werden nicht alle entschlafen wir werden aber alle verwandelt werden, und dasselbige plötzlich, in einem Augenblick, zu der Zeit der letzten Posaune. Denn es wird die Posaune schallen und die Toten werden auferstehenunverweslich, und wir werden verwandelt werden. Denn dies Verwesliche muß anziehen das Unverwesliche, und dies Sterbliche muß anziehen die Unsterblichkeit Wenn aber dies Verwesliche wird anziehen das Unverwesliche, und dies Sterbliche wird anziehen die Unsterblichkeit, dann wird erfüllet werden das Wort, das geschrieben stehet: Der Tod ist verschlungen in den Sieg. Tod, wo ist dein Stachel? Hölle, wo ist dein Sieg? Aber der Stachel des Todes ist die Sünde; die Kraft aber der Sünde ist das Gesetz. GOtt aber sei Dank, der uns den Sieg gegeben hat durch unsern HErrn JEsum-Christum! Darum, meine lieben Brüder, seid fest, unbeweglich und nehmet immer zu˜in dem Werk des HErrn, da ihr wisset, daß eure Arbeit nicht vergeblich ist in dem HErrn.

+* 219.(293.) Wie erkennen wir aus der Aufzeigung der Sünden Gottes Zorn und erlangen Vergebung der Sünden? Joh. 6,40.54: Das ist aber der Wille des, der mich gesandt hat, dass, wer den Sohn siehet und glaubet an ihn, habe das ewige Leben; und ich werde ihn auferwecken am Jüngsten Tag. ... Wer mein Fleisch isset und trinket mein Blut, der hat das ewige Leben, und ich werde ihn am Jüngsten Tag auferwecken.

Durch ernste Herzensbuße und wahre Bekehrung zu Gott. Luk. 20,37.38: Daß aber die Toten auferstehen, hat auch Mose gedeutet bei dem Busch, da er den HErrn heißet GOtt Abrahams und GOtt Isaaks und GOtt Jakobs. GOtt aber ist nicht der Toten, sondern der Lebendigen GOtt; denn sie leben ihm alle.

+* 221.(295.) Wieviele Stücke gehören zur Buße?

Zwei: die Reue und der Glaube [bei der Buße im weiteren Sinne oder Bekehrung].

* Ps. 51,19: Die Opfer, die Gott gefallen, sind ein geängsteter Geist; ein geängstet und zerschlagen Herz wirst du, Gott, nicht verachten.

2. Kor. 7,10: Die göttliche Traurigkeit wirkt zur Seligkeit eine Reue, die niemand gereut; die Traurigkeit aber der Welt wirkt den Tod.

Jes. 66,2: Ich sehe an den Elenden und der zerbrochenen Geistes ist und der sich fürchtet vor meinem Wort.

Joel 2,12.13: So spricht nun der HErr: Bekehret euch zu mir von ganzem Herzen mit Fasten, mit Weinen, mit Klagen! Zerreißet eure Herzen und nicht eure Kleider und bekehret euch zu dem HErrn, eurem GOtt! Denn er ist gnädig, barmherzig, geduldig und von großer Güte und reuet ihn bald der Strafe.

* Apg. 16,30.31: Der Kerkermeister sprach: Liebe Herren, was soll ich tun, dass ich selig werde? Sie sprachen: Glaube an den Herrn Jesus Christus, so wirst du und dein Haus selig.

Joh. 8,24: (Jesus sprach:) So ihr nicht glaubt, dass ich es sei, so werdet ihr sterben in euren Sünden.

+* 222.(296.) Ist denn aber nicht auch der neue Gehorsam ein Stück der Buße?

Eigentlich zu reden, ist er kein Stück, sondern eine Wirkung der Buße, weil er ausdrücklich eine „Frucht der Buße“ genannt wird, Matth. 3,8; Luk. 3,8; Apg. 26,20 und daher erst auf die Bekehrung folgt.

Matth. 3,8: Sehet zu, tut rechtschaffene Früchte der Buße!

Luk. 3,8: Sehet zu, tut rechtschaffene Früchte der Buße und nehmet euch nicht vor zu sagen: Wir haben Abraham zum Vater. Denn ich sage euch: Gott kann dem Abraham aus diesen Steinen Kinder erwecken.

Apg. 26,19.20: Daher, König Agrippa, war ich der himmlischen Erscheinung nicht ungläubig, sondern verkündigte zuerst denen zu Damaskus und Jerusalem und in alle Gegend des jüdischen Landes und auch der Heiden, daß sie Buße täten und sich bekehrten zu Gott und täten rechtschaffene Werke der Buße.

Röm. 14,23: Was nicht aus Glauben gehet, das ist Sünde.

* Röm. 4,5: Dem aber, der nicht mit Werken umgehet, glaubet aber an den, der die Gottlosen gerecht macht, dem wid sein Glaube gerechnet zur Gerechtigkeit.

Joh. 6,37: Wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinaus stoßen.

Jes. 55,1.2.3: Wohlan, alle, die ihr durstig seid, kommt her zum Wasser; und die ihr nicht Geld habt, kommt her, kaufet und esset; kommt her und kaufet ohne Geld und umsonst beides, Wein und Milch! Warum zählet ihr Geld dar, da kein Brot ist, und eure Arbeit, da ihr nicht satt von werden könnet? Höret mir doch zu und esset das Gute, so wird eure Seele in Wollust fett werden. Neiget eure Ohren her und kommt her zu mir; höret, so wird eure Seele leben! Denn ich will mit euch einen ewigen Bund machen, nämlich die gewissen Gnaden Davids.

223.(297.) Wie kann aber der Glaube schon ein Stück der Buße sein, da im Neuen Testament Buße und Glaube oft neben einander gesetzt werden?

Wenn im Neuen Testament Buße und Glauben neben einander gesetzt werden, dann wird Buße nur für Reue genommen.

Mark. 1,15: Tut Buße und glaubt an das Evangelium.

Apg. 20,21: (Paulus zu den Ältesten von Ephesus:) Und habe bezeugt, beide den Juden und Griechen, die Buße zu Gott und den Glauben an unsern Herrn Jesus Christus.

Matth. 21,32: Johannes kam zu euch und lehrte euch den rechten Weg, und ihr glaubtet ihm nicht; aber die Zöllner und Huren glaubten ihm. Und ob ihr’s wohl sahet, tatet ihr dennoch nicht Buße, dass ihr ihm darnach auch geglaubt hättet.

+* 224.(298.) Was ist die Reue?

Die Reue ist die ernstliche und wahrhaftige Traurigkeit des Herzens, welches um seiner aus dem göttlichen Gesetz erkannten Sünden willen vor Gottes Zorn und dessen gerechten Strafen erschrocken und betrübt ist.

* Jer. 3,12.13: Gehe hin und predige gegen der Mitternacht also und sprich: Kehre wieder, du abtrünnige Israel, spricht der HErr, so will ich mein Antlitz nicht gegen euch verstellen; denn ich bin barmherzig, spricht der HErr, und will nicht ewiglich zürnen. Allein erkenne deine Missetat, daß du wider den HErrn, deinen GOtt, gesündiget hast und hin und wieder gelaufen zu den fremden Göttern unter allen grünen Bäumen und habt meiner Stimme nicht gehorchet, spricht der HErr.

* Jes. 38,15: Ich werde mich scheuen alle meine Lebtage vor solcher Betrübnis meiner Seele.

Ps. 38: Ein Psalm Davids zum Gedächtnis. HErr, strafe mich nicht in deinem Zorn und züchtige mich nicht in deinem Grimm! Denn deine Pfeile stecken in mir, und deine Hand drücket mich. Es ist nichts Gesundes an meinem Leibe vor deinem Dräuen, und ist kein Friede in meinen Gebeinen vor meiner Sünde. Denn meine Sünden gehen über mein Haupt, wie eine schwere Last sind sie mir zu schwer worden. Meine Wunden stinken und eitern vor meiner Torheit. Ich gehe krumm und sehr gebückt; den ganzen Tag gehe ich traurig. Denn meine Lenden verdorren ganz, und ist nichts Gesundes an meinem Leibe. Es ist mit mir gar anders und bin sehr zerstoßen. Ich heule vor Unruhe meines Herzens. HErr, vor dir ist alle meine Begierde und mein Seufzen ist dir nicht verborgen. Mein Herz bebet, meine Kraft hat mich verlassen, und das Licht meiner Augen ist nicht bei mir. Meine Lieben und Freunde stehen gegen mich und scheuen meine Plage, und meine Nächsten treten ferne. Und die mir nach der Seele stehen, stellen mir; und die mir übel wollen, reden, wie sie Schaden tun wollen, und gehen mit eitel Listen um. Ich aber muß sein wie ein Tauber und nicht hören, und wie ein Stummer, der seinen Mund nicht auftut. Und muß sein wie einer, der nicht höret und der keine Widerrede in seinem Munde hat. Aber ich harre, HErr, auf dich; du, HErr, mein GOtt, wirst erhören. Denn ich denke, daß sie ja sich nicht über mich freuen. Wenn mein Fuß wankete; würden sie sich hoch rühmen wider mich. Denn ich bin zu Leiden gemacht, und mein Schmerz ist immer vor mir. Denn ich zeige meine Missetat an und sorge für meine Sünde. Aber meine Feinde leben und sind mächtig; die mich unbillig hassen, sind groß. Und die mir Arges tun um Gutes, setzen sich wider mich, darum daß ich ob dem Guten halte. Verlaß mich nicht, HErr, mein GOtt; sei nicht ferne von mir! Eile mir beizustehen, HErr, meine Hilfe!

2 Kor. 7,10: Denn die göttliche Traurigkeit wirket zur Seligkeit eine Reue, die niemand gereuet; die Traurigkeit aber der Welt wirket den Tod.

Psalm 51: Ein Psalm Davids, vorzusingen; da der Prophet Nathan zu ihm kam, als er war zu Bath-Seba eingegangen Gott, sei mir gnädig nach deiner Güte und tilge meine Sünden nach deiner großen Barmherzigkeit. Wasche mich wohl von meiner Missetat und reinige mich von meiner Sünde. Denn ich erkenne meine Missetat, und meine Sünde ist immer vor mir. An dir allein habe ich gesündigt und übel vor dir getan, auf daß du recht behaltest in deinen Worten und rein bleibest, wenn du gerichtet wirst. Siehe, ich bin in sündlichem Wesen geboren, und meine Mutter hat mich in Sünden empfangen. Siehe, du hast Lust zur Wahrheit, die im Verborgenen liegt; du lässest mich wissen die heimliche Weisheit. Entsündige mich mit Isop, daß ich rein werde; wasche mich, daß ich schneeweiß werde. Laß mich hören Freude und Wonne, daß die Gebeine fröhlich werden, die du zerschlagen hast. Verbirg dein Antlitz von meinen Sünden und tilge alle meine Missetaten. Schaffe in mir, Gott, ein reines Herz und gib mir einen neuen, gewissen Geist. Verwirf mich nicht von deinem Angesicht und nimm deinen heiligen Geist nicht von mir. Tröste mich wieder mit deiner Hilfe, und mit einem freudigen Geist rüste mich aus. Ich will die Übertreter deine Wege lehren, daß sich die Sünder zu dir bekehren. Errette mich von den Blutschulden, Gott, der du mein Gott und Heiland bist, daß meine Zunge deine Gerechtigkeit rühme. Herr, tue meine Lippen auf, daß mein Mund deinen Ruhm verkündige. Denn du hast nicht Lust zum Opfer, ich wollte dir's sonst wohl geben, und Brandopfer gefallen dir nicht. Die Opfer, die Gott gefallen, sind ein geängsteter Geist; ein geängstet und zerschlagen Herz wirst du, Gott, nicht verachten. Tue wohl an Zion nach deiner Gnade; baue die Mauern zu Jerusalem. Dann werden dir gefallen die Opfer der Gerechtigkeit, die Brandopfer und ganzen Opfer; dann wird man Farren auf deinem Altar opfern.

* 225.(299.) Was gehört zur Reue?

1. Erkenntnis der Sünden aus dem Gesetz (Röm. 3,20);

* Ps. 90,8: Unsere Missetat stellst du vor dich, unsre unerkannte Sünde in das Licht vor deinem Angesicht.

Jes. 1,6: Von der Fußsohle bis aufs Haupt ist nichts Gesundes an ihm, sondern Wunden und Striemen und Eiterbeulen, die nicht geheftet noch verbunden noch mit Öl gelindert sind.

Jer. 3,13: Erkenne deine Missetat, dass du wider den Herrn, deinen Gott, gesündigt hast.

2. Empfindung des göttlichen Zorns über die Sünde;

* Ps. 6,2: Ach Herr! Strafe mich nicht in deinem Zorn und züchtige mich nicht in deinem Grimm!

3. Angst des Gewissens über die Sünde;

* Ps. 51,19: Die Opfer, die Gott gefallen, sind ein geängsteter Geist; ein geängstetes und zerschlagenes Herz wirst du, Gott, nicht verachten.

4. Demütigung vor Gottes Majestät;

* 2. Kor. 7,10: Die göttliche Traurigkeit wirkt zur Seligkeit eine Reue, die niemand gereut; die Traurigkeit aber der Welt wirkt den Tod.

5. Beichte und Bekenntnis der Sünden;

* 1. Joh. 1,8.9: So wir sagen, wir haben keine Sünde, so verführen wir uns selbst und die Wahrheit ist nicht in uns. So wir aber unsere Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und reinigt uns von aller Untugend.

* Ps. 32,5: Darum bekannte ich dir meine Sünde und verhehlte meine Missetat nicht. Ich sprach: Ich will dem Herrn meine Übertretung bekennen. Da vergabst du mir die Missetat meiner Sünde.

* Luk. 15,21: Vater, ich habe gesündigt gegen den Himmel und vor dir; ich bin hinfort nicht mehr wert, dass ich dein Sohn heiße.

6. Hass und Missfallen gegen die Sünde.

Ps. 119,104: Ich hasse alle falschen Wege.

Röm. 12,9: Hasset das Arge; hanget dem Guten an!

+* 226.(300.) Was ist der Glaube?

Der Glaube ist, so man die Wahrheit des Wortes Gottes erkannt und die göttliche Gnade und Barmherzigkeit in Christus in der evangelischen Verheißung durch den Heiligen Geist zuversichtlich ergreift, die ewige Seligkeit zu erlangen.

Röm. 10,8.9: Dies ist das Wort vom Glauben, das wir predigen. Denn so du mit deinem Munde bekennest Jesus, dass er der Herr sei, und glaubest in deinem Herzen, dass ihn Gott von den Toten auferweckt hat, so wirst du selig.

Hebr. 11,1.6: Es ist aber der Glaube eine gewisse Zuversicht des, das man hofft, und nicht zweifeln an dem, das man nicht sieht.... Aber ohne Glauben ist’s unmöglich, Gott gefallen; denn wer zu Gott kommen will, der muss glauben, dass er sei und denen, die ihn suchen, ein Vergelter sein werde.

* 1. Thess. 2,13: Da ihr empfinget von uns das Wort göttlicher Predigt, nahmet ihr’s auf, nicht als Menschen Wort, sondern, wie es denn wahrhaftig ist, als Gottes Wort.

* Joh. 3,16: Also hat Gott die Welt geliebet, dass er seinen eingebornen Sohn gab, auf dass alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.

* Mark. 16,15.16: Gehet hin in alle Welt und prediget das Evangelium aller Kreatur. Wer da glaubet und getauft wird, der wird selig werden; wer aber nicht glaubt, der wird verdammt werden.

Joh. 4,50: Jesus sprach zu ihm (dem königlichen Beamten): Gehe hin, dein Sohn lebt. Der Mensch glaubte dem Wort, das Jesus zu ihm sagte, und ging hin.

* 1. Kor. 12,3: Niemand kann Jesus einen Herrn heißen außer durch den Heiligen Geist.

* Kol. 2,12: Ihr seid auferstanden durch den Glauben, den Gott wirket.

Matth. 16,17: Jesus antwortete und sprach zu ihm (Petrus): Selig bist du, Simon, Jonas Sohn; denn Fleisch und Blut hat dir das nicht offenbart, sondern mein Vater im Himmel.

Joh. 6,44.65: Es kann niemand zu mir kommen, es sei denn, dass ihn ziehe der Vater, der mich gesandt hat. ... Niemand kann zu mir kommen, es sei ihm denn von meinem Vater gegeben.

Hebr. 12,2: Und (lasset uns) aufsehen auf Jesus, den Anfänger und Vollender des Glaubens.

* 2. Tim. 1,12: Ich weiß, an welchen ich glaube, und bin gewiss, dass er kann mir meine Beilage bewahren bis an jenen Tag.

Dass der Heilige Geist den Glauben durch das Wort des Evangeliums und durch die heiligen Sakramente wirke:

Röm. 10,17: So kommt der Glaube aus der Predigt, das Predigen aber durch das Wort Gottes.

1. Kor. 12,13: Wir sind, durch einen Geist, alle zu einem Leib getauft, wir seien Juden oder Griechen, Knechte oder Freie; und sind alle zu einem Geist getränket.

+* 227.(305.) Kann der Bußfertige der Vergebung seiner Sünden gewiss sein?

Ja, denn

1. Christus hat sie für einen jeglichen Menschen teuer erworben;

2. Gott hat sie in seinem Wort mit einem teuren Eid verheißen;

3. er lässt sie in der heiligen Taufe und im heiligen Abendmahl einem jeglichen besonders mitteilen.

* Röm. 8,1: So ist nun nichts Verdammliches an denen, die in Christus Jesus sind, die nicht nach dem Fleisch wandeln, sondern nach dem Geist.

* Röm. 8,15.16: Ich habt nicht einen knechtischen Geist empfangen, dass ihr euch abermals fürchten müsstet, sondern ihr habt einen kindlichen Geist empfangen, durch welchen wir rufen: Abba, lieber Vater! Derselbe Geist gibt Zeugnis unserm Geist, dass wir Gottes Kinder sind.

* Röm. 8,33.34: Wer will die Auserwählten Gottes beschuldigen? Gott ist hier, der da gerecht macht. Wer will verdammen? Christus ist hier, der gestorben ist, ja vielmehr, der auch auferweckt ist, welcher ist zur Rechten Gottes und vertritt uns.

* 1. Joh. 3,1: Seht, welch eine Liebe hat uns der Vater erzeigt, dass wir Gottes Kinder sollen heißen!

Von den guten Werken

+* 228.(306.) Da als der dritte Zweck und Gebrauch der Zehn Gebote angegeben worden ist, dass sie uns lehren sollen, welche guten Werke die Gläubigen und Wiedergeborenen zu leisten schuldig sind, so sage mir: Was sind denn gute Werke?

Gute Werke sind die Früchte, durch die die wahre Buße gezeigt und erwiesen wird, und sind Handlungen, die da geschehen

1. von Wiedergeborenen,

2. durch den Heiligen Geist,

3. aus dem wahren Glauben,

4. nach Gottes Gebot und Gesetz,

5. allein zu Gottes Ehre und zur Bezeigung unsrer schuldigen Dankbarkeit.

I. Psalm 51,12: Schaffe in mir, Gott ein reines Herz und gib mir einen neuen, gewissen Geist.

Matth. 7,17.18: Ein jeglicher guter Baum bringt gute Früchte; aber ein fauler Baum bringt are Früchte. Ein guter Baum kann nicht arge Früchte bringen, und ein fauler Baum kann nicht gute Früchte bringen.

II. Gal. 5,22: Die Frucht des Geistes ist: Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Gütigkeit, Glaube, Sanftmut, Keuschheit.

III. Hebr. 11,6: Ohne Glauben ist’s unmöglich, Gott zu gefallen; denn wer zu Gott kommen will, der muss glauben, dass er sei und denen, die ihn suchen, ein Vergelter sein werde.

* Röm. 14,23: Was nicht aus dem Glauben geht, das ist Sünde.

* Joh. 15,5: Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibet und ich in ihm, der bringet viel Frucht; denn ohne mich könnt ihr nichts tun.

IV. * Matth. 15,9: Vergeblich dienen sie mir, dieweil sie lehren solche Leren, die nichts ans Menschengebot sind.

V. * 1. Kor. 10,31: Ihr esset nun oder trinket oder was ihr tut; so tut es alles zu Gottes Ehre.

VI. Kol. 3,17: Alles, was ihr tut mit Worten oder mit Werken, das tut alles in dem Namen des Herrn Jesu, und danket Gott und den Vater durch ihn.

* 229.(307.) Können die Wiedergebornen durchaus und vollkommen gute Werke, die kein Fehl und Gebrechen haben, vollbringen?

Nein; denn weil die Erneuerung in diesem Leben eine unvollkommene ist, und auch den Frömmsten, die das Gute tun wollen, das Böse anhangt (Röm. 7,21), so geschieht es auch, dass die guten Werke, welche die Wiedergebornen durch die Kraft des Heiligen Geistes vollbringen, unvollkommen gut und mit den Gebrechen des Fleisches befleckt sind.

Röm. 7,21.24: So finde ich mir nun ein Gesetz, der ich will das Gute tun, dass mir das Böse anhanget.... Ich elender Mensch, wer wird mich erlösen von dem Leibe dieses Todes?

Luk. 17,10: Also auch ihr, wenn ihr alles getan habt, was euch befohlen ist, so sprechet: Wir sind unnütze Knechte; wir haben getan, was wir zu tun schuldig waren.

Hebr. 12,1: Lasset uns ablegen die Sünde, so uns immer anklebt und träge macht.

1. Kor. 4,4: Ich bin mir wohl nichts bewusst, aber darinnen bin ich nicht gerechtfertigt.

Gal. 5,17: Das Fleisch gelüstet gegen den Geist und den Geist gegen das Fleisch. Dieselben sind gegen einander, dass ihr nicht tut, was iht wollt.

* 230.(308.) Warum hat aber Gott Gefallen an den unvollkommenen guten Werken der Wiedergebornen?

Sie gefallen ihm nicht wegen der Würdigkeit des Werkes an sich, auch nicht wegen der Würdigkeit dessen, der es tut, an sich, sondern

1. weil ihm die durch den Glauben mit Gott versöhnte Person gefällt;

* Röm. 8,33: Wer will die Auserwählten Gottes beschuldigen? Gott ist hier, der da gerecht macht.

2. weil die Gebrechen derselben mit dem Mantel der gänzlichen Vollkommenheit Christi, ihres Mittlers, zugedeckt sind;

Röm. 8,1: So ist nun nichts Verdammliches an denen, die in Christus Jesus sind, die nicht nach dem Fleisch wandeln, sondern nach dem Geist.

1. Petr. 2,5: Und auch ihr, als die lebendigen Steine, bauet euch zum geistlichen Hause und zum heiligen Priestertum, zu opfern geistliche Opfer, die Gott angenehm sind durch Jesus Christus.

3. weil sie Wirkungen des Heiligen Geistes in den Wiedergebornen sind;

4. weil sie Zeugnisse sind des Glaubens und angefangenen neuen Gehorsams der geliebten Kinder Gottes.

+* 231.(309.) Warum müssen wir gute Werke tun?

Nicht deswegen, damit wir durch dieselben unsere Sünden abbüßen und das ewige Leben verdienen (denn Christus allein hat unsere Sünden abgebüßt und uns das ewige Leben verdient), sondern darum, auf dass wir durch dieselben unseren Glauben zeigen und Gott für die empfangenen Wohltaten Dank sagen.

Röm. 10,2-4: Denn ich gebe ihnen das Zeugnis, daß sie eifern um GOtt, aber mit Unverstand. Denn sie erkennen die Gerechtigkeit nicht, die vor GOtt gilt, und trachten, ihre eigene Gerechtigkeit aufzurichten, und sind also der Gerechtigkeit, die vor GOtt gilt, nicht untertan. Denn Christus ist des Gesetzes Ende; wer an den glaubet, der ist gerecht.

* 232.(310.) Sind nun etwa die guten Werke für die Wiedergebornen notwendig, und wenn so: Warum?

Allerdings sind sie notwendig, sowohl Gottes als unser selbst als auch des Nächsten wegen. Sie sind nötig

1. um Gottes willen, a. damit wir dem Befehl und Willen Gottes den schuldigen Gehorsam leisten, Matth. 5,16; 1 Thess. 4,3; Röm. 7,12; b. damit der Vater im Himmel gepriesen werde, Matth. 5,16; c. damit wir unsern Dank gegen Gott bezeigen, Röm. 12,1;

2. um unser selbst willen: a. damit wir durch dieselben unsern Glauben vor den Menschen erzeigen, Matth. 7,18; Jak. 2,17;

b. damit wir der Vergebung unsrer Sünden, die uns durch Christus zuteil geworden ist, wie auch unserer Erwählung und Seligkeit gewiss werden;

c. damit wir durch dieselben unsern Glauben üben und fördern, denn wo Sünden gegen das Gewissen im Schwange gehen, da ist kein Glaube, kein gutes Gewissen, kein Vertrauen auf Gott, 1 Tim. 1,19; 2 Tim. 1,5; Tit. 1,16;

d. damit wir durch dieselben unser Leben, unsern Stand und Beruf und unser Bekenntnis zieren, Eph. 4,1;

e. damit wir sowohl zeitlicher als ewiger Strafe entgehen mögen, Matth. 7,19; Röm. 8,13;

f. damit wir von Gott aus Gnaden und ohne unser Verdienst Vergeltung und Lohn sowohl im Geistlichen als auch im Leiblichen empfangen mögen, 3 Mose 26,3; 1 Tim. 4,8, nicht nach Verdienst und Würdigkeit der Werke, sondern nach der gnadenreichen Verheißung Gottes;

3. um des Nächsten willen,

a. damit wir ihn durch dieselben unterstützen;

b. damit wir ihn durch ein gutes Vorbild erbauen, 1 Kor. 9,22;

c. damit wir Ärgernis meiden, Matth. 18,6; Röm. 2,24;

d. damit wir unsern Widersachern das Maul stopfen, Luk. 6,7;

e. damit wir die Ungläubigen gewinnen, Luk. 22,32.

I. * Matth. 5,16: Also lasset euer Licht leuchten vor den den Leuten, dass sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen.

1 Thess. 4,3: Das ist der Wille Gottes, eure Heiligung, dass ihr meidet die Hurerei.

Röm. 7,12: Das Gesetz ist je heilig, und das Gebot ist heilig, recht und gut.

Röm. 12,1: Ich ermahne euch, liebe Brüder, durch die Barmherzigkeit Gottes, dass ihr eure Leiber begebet zum Opfer, das da lebendig, heilig und Gott wohlgefällig sei, welches sei euer vernünftiger Gottesdienst.

* Eph. 2,10: Wir sind sein Werk, geschaffen in Christus Jesus zu guten Werken, zu welchen Gott uns zuvor bereitet hat, dass wir darinnen wandeln sollen.

II. Matth. 7,18: Ein guter Baum kann nicht arge Früchte bringen, und ein fauler Baum kann nicht gute Früchte bringen.

* Jak. 2,17.18: Also auch der Glaube, wenn er nicht Werke hat, ist er tot an sich selber. Aber es könnte jemand sagen: Du hast den Glauben, und ich habe die Werke; zeige mir deinen Glauben mit deinen Werken, so will ich auch meinen Glauben dir zeigen mit meinen Werken.

1 Tim. 1,19: Habe den Glauben und gutes Gewissen, welches etliche von sich gestoßen und am Glauben Schiffbruch erlitten haben.

2 Tim. 1,5: Und ich erinnere mich des ungefärbten Glaubens in dir, welcher zuvor gewohnet hat in deiner Großmutter Lois und in deiner Mutter Eunike, bin aber gewiss, dass auch in dir.

Tit. 1,16: Sie sagen, sie erkennen Gott; aber mit den Werken verleugnen sie es, denn sie sind, an welchen Gott Greuel hat, und gehorchen nicht und sind zu allem guten Werk untüchtig.

Eph. 4,1: So ermahne nun euch ich Gefangener in dem Herrn, dass ihr wandelt, wie sichs gebühret eurer Berufung, darinnen ihr berufen seid.

Matth. 7,19: Ein jeglicher Baum, der nicht gute Früchte bringet, wird abgehauen und ins Feuer geworfen.

Röm. 8,13: Denn wo ihr nach dem Fleisch lebet, so werdet ihr sterben müssen; wo ihr aber durch den Geist des Fleisches Geschäfte tötet, so werdet ihr leben.

Joh. 13,35: Dabei wird jedermann erkennen, dass ihr meine Jünger seid, so ihr Liebe untereinander habt.

2. Petr. 1,10: Darum, liebe Brüder, tut desto mehr Fleiß, euren Beruf und Erwählung fest zu machen. Denn wo ihr solches tut, werdet ihr nicht straucheln.

1 Tim. 4,8:Die leibliche Übung ist wenig nütz; aber die Gottsesligkeit ist zu allen Dingen nütz und hat die Verheißung dieses und des zukünftigen Lebens.

III. 1 Kor. 9,22: Den Schwachen bin ich geworden wie ein Schwacher, auf dass ich die Schwachen gewinne. Ich jedermann allerlei geworden, auf dass ich allenthalben etliche selig mache.

Matth. 18,6: Wer aber ärgert dieser geringsten einen, die an mich glauben, dem wäre besser, dass ein Mühlstein an seinen Hals gehänget und er ersäuft würde im Meer, da es am tiefsten ist.

Röm. 2,24: Denn eurethalben wird Gottes Name gelästert unter den Heiden, wie geschrieben stehet.

Luk. 6,7: Aber die Schriftgelehrten und Pharisäer hielten auf ihn, ob er auch heilen würde am Sabbath, auf dass sie eine Sache wider ihn fänden.

Luk. 22,32: Ich aber habe für dich gebeten, dass dein Glaube nicht aufhöre. Und wenn du dermaleinst dich bekehrest, so stärke deine Brüder.

Tit. 3,8: Solches will ich, dass du fest lehrest, auf dass die, so an Gott gläubig sind geworden, in einem Stand guter Werke erfunden werden. Solches ist gut und nütze den Menschen.

Phil. 2,15: Auf dass ihr seid ohne Tade und lauter und Gottes Kinder, unsträflich mitten unter dem unschlachtigen und verkehrten Geschlecht, unter welchem ihr scheinet als Lichter in der Welt.

+233.(311.) Sind denn aber auch gute Werke zu unserer Rechtfertigung und Seligkeit nötig?

Wenn man auf die wirkende Ursache oder das, was Gerechtigkeit, Heil und ewiges Leben verdient, sieht, so sind gute Werke zur Rechtfertigung und Seligkeit ganz und gar nicht notwendig. Denn wir werden gerecht und selig allein aus Gnaden, allein durch den Glauben an Jesus Christus, Röm. 3,28; Eph. 2,8. Sieht man aber auf den neuen Gehorsam, so sind sie allerdings notwendig als schuldiger Gehorsam und als notwendige Wirkung und Folge der Rechtfertigung.

* Röm. 3,28: So halten wir es nun, dass der Mensch gerecht werde ohne des Gesetzes Werke, allein durch den Glauben.

* Eph. 2,8.9: Denn aus Gnaden seid ihr gerecht geworden durch den Glauben; und dasselbe nicht aus euch, nicht aus den Werken, auf dass sich nicht jemand rühme.

Röm. 3,20: Darum, dass kein Fleisch durch des Gesetzes Werke vor ihm gerecht sein mag; denn durch das Gesetz kommt Erkenntnis der Sünde.

+234.(312.) Sind sie demnach notwendig zur Bewahrung der Gerechtigkeit und Seligkeit?

Auch das nicht. Sondern gleichwie der Glaube das alleinige und einzige Mittel ist, womit wir die Gerechtigkeit und Seligkeit zuerst ergreifen, so ist er auch das alleinige und einzige Mittel, durch welches wir, aus Gottes Macht, die ergriffene Gerechtigkeit und Seligkeit in der Kraft Gottes uns erhalten und bewahren.

* 1 Petr. 1,5: Euch, die ihr aus Gottes Macht durch den Glauben bewahret werdet zur Seligkeit, welche zubereitet ist, dass sie offenbar werde zu der letzten Zeit.

Phil. 1,6: Ich bin desselben in guter Zuversicht, dass, der in euch angefangen hat das gute Werk, der wird’s auch vollführen bis an den Tag Jesu Christi.

235.(313.) So sind also die guten Werke kein Verdienst vor Gott, dass er uns um ihretwillen Gerechtigkeit und Seligkeit zu verleihen schuldig wäre?

Ganz und gar nicht. Denn

1. sie werden im Artikel von der Rechtfertigung ausdrücklich von der Gnade Gottes; vom Verdienst Christi; und vom Glauben ausgeschlossen;

a. Röm. 11,6: Ist’s aber aus Gnaden, so ist’s nicht aus Verdienst der Werke, sonst würde Gnade nicht Gnade sein. Ist’s aber aus Verdienst der Werke, so ist die Gnade nichts, sonst wäre Verdienst nicht Verdienst.

Röm. 4,5: Wer aber nicht mit Werken umgehet, glaubet aber an den, der die Gottlosen gerecht macht, dem wird sein Glaube gerechnet zur Gerechtigkeit.

Eph. 2,8: Denn aus Gnaden seid ihr gerecht geworden durch den Glauben; und dasselbe nicht aus euch, nicht aus den Werken, auf dass sich nicht jemand rühme.

2 Tim. 1,9: Der uns hat selig gemacht und berufen mit einem heiligen Ruf, nicht nach unsern Werken, sondern nach seinem Vorsatz und Gnade, die uns gegeben ist in Christus Jesus vor der Zeit der Welt.

b. Jes. 43,25: Ich, ich tilge deine Übertretung um meinetwillen und gedenke deiner Sünden nicht.

Joh. 1,29: Siehe, das ist Gottes Lamm, welches der Welt Sünde trägt.

c. Röm. 3,28: So halten wir es nun, dass der Mensch gerecht werde ohne des Gesetzes Werke, allein durch den Glauben.

Gal. 2,16: Doch, weil wir wissen, dass der Mensch durch des Gesetzes Werke nicht gerecht wrid, sondern durch den Glauben an Jesus Christus, so glauben wir auch an Christus Jesus, auf dass wir gerecht werden durch den Glauben an Christus und nicht durch des Gesetzes Werke; denn durch des Gesetzes Werke wird kein Fleisch gerecht.

2. sie sind nicht bloß in einzelnen Stücken, sondern auch in allen Graden und Stufen unvollkommen.

Gal. 5,17: Denn das Fleisch gelüstet wider den Geist und den Geist wider das Fleisch. Dieselben sind widereinander, dass ihr nicht tut, was ihr wollt.

Jes. 64,6: Aber nun sind wir allesamt wie die Unreinen, und alle unsere Gerechtigkeit ist wie ein unflätig Kleid. Wir sind alle verwelket wie die Blätter, und unsere Sünden führen uns dahin wie ein Wind.

Phil. 3,8: Denn ich achte es alles für Schaden gegen die überschwengliche Erkenntnis Christi Jesu, meines Herrn, um welches willen ich es alles habe für Schaden gerechnet und achte es für Dreck, auf dass ich Christus gewinne.

3. es ist unsere Schuldigkeit, sie zu leisten;

Röm. 8,12: So sind wir nun, liebe Brüder, Schuldner nicht dem Fleisch, dass wir nach dem Fleisch leben.

Luk. 17,10: Wenn ihr alles getan habt, was euch befohlen ist, so sprechet: Wir sind unnütze Knechte; wir haben getan, was wir zu tunn schuldig waren.

4. es sind nicht unsere, sondern Gottes Werke, der dieselben durch den Heiligen Geist in uns wirkt;

1 Kor. 4,7: Was hast du aber, das du nicht empfangen hast?

Phil. 2,13: Denn Gott ist’s, der in euch wirket beides, das Wollen und das Vollbringen, nach seinem Wohlgefallen.

5. sie folgen der Rechtfertigung nach, gehen aber nicht derselben voraus;

Gal. 5,6.22: Denn in Christo Jesu gilt weder Beschneidung noch Vorhaut etwas, sondern der Glaube, der durch die Liebe tätig ist....Die Frucht aber des Geistes ist: Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Gütigkeit, Glaube, Sanftmut, Keuschheit.

6. unsere Werke stehen in gar keinem Verhältnis zur Gerechtigkeit und ewigen Seligkeit;

7. das ewige Leben ist ein Charisma, das heißt eine Gnadengabe Gottes;

Röm. 6,23: Der Tod ist der Sünde Sold; Gottes Gabe aber ist das ewige Leben in Christus Jesus, unserem Herrn.

ZWEITES HAUPTSTÜCK:

VOM GLAUBENSBEKENNTNIS ODER DEM EVANGELIUM

+* 236.(314.) Welches ist das zweite Hauptstück des Katechismus?

Die drei Artikel des heiligen christlichen Glaubens oder das apostolische Glaubensbekenntnis.

+* 237.(315.) Was ist das Apostolische Glaubensbekenntnis?

Es ist eine kurze und zusammenfassende Form aller Hauptartikel der christlichen Religion und des Glaubens, durch welche sich die Kirche und deren Glieder von anderen, nämlich von den Sekten, unterscheiden.

* 238.(316.) Warum heißt es Symbolum oder Feldzeichen?

Weil dieses öffentliche Bekenntnis des Glaubens ein unzweifelhaftes Kennzeichen ist, an welchem die Christen erkannt und von den Feinden der Kirche unterschieden werden.

+* 239.(317.) Warum heißt es aber das Apostolische?

Weil es

1. die Zusammenfassung der apostolischen Lehre enthält – und darauf, als auf einem unterschütterlichen festen Grunde, ruht, oder

2. weil die Apostel dasselbe zusammengetragen und der Kirche gleichsam von Hand zu Hand überliefert haben.

Sonst heißt es auch das allgemeine, weil es der Eine Glaube aller in der ganzen Welt zerstreuen Christen ist.

+* 240.(318.) Woraus ist aber diese Lehre des apostolischen Glaubensbekenntnisses genommen?

Aus dem Evangelium.

+* 241.(320.) Was ist das Evangelium?

Das Evangelium ist die göttliche Lehre von der gnädigen Vergebung der Sünden durch den Glauben an Jesus Christus zum ewigen Leben.

Jes. 52,7: Wie lieblich sind die Füße derer, die Frieden verkündigen.

Luk. 4,18: Der Geist des Herrn ist bei mir, derhalben er mich gesalbet hat und gesandt, zu verkündigen das Evangelium den Armen.

Luk. 2,10: Siehe, ich verkündige euch große Freude, die alles Volke widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids.

* Röm. 1,16: Ich schäme mich des Evangeliums von Christus nicht; denn es ist eine Kraft Gottes, die da selig macht alle, die daran glauben.

1. Tim. 1,15: Das ist je gewisslich wahr und ein teuer wertes Wort, dass Christus Jesus gekommen ist in die Welt, die Sünder selig zu machen, unter welchen ich der vornehmste bin.

1. Der Urheber und Stifter des Evangeliums ist Gott selbst, daher es auch das Evangelium Gottes und eine göttliche Lehre genannt wird.

Röm. 1,1: Paulus, ein Knecht Jesu Christi, berufen zum Apostel, ausgesondert, zu predigen das Evangelium Gottes.

Joh. 1,18: Niemand hat Gott je gesehen. Der eingeborne Sohn, der in des Vaters Schoß ist, der hat es uns verkündiget.

Matth. 4,23: Und Jesus ging umehr im ganzen galiläischen Lande, lehrete in ihren Schulen und predigte das Evangelium von dem Reich und heilete allerlei Seuche und Krankheit im Volk.

2. Das, was den Inhalt des Evangeliums ausmacht, ist die Vergebung der Sünden aus Gnaden durch den Glauben an Jesus Christus.

3. Der Endzweck dieser evangelischen Vergebung ist das ewige Leben, dass wir nämlich durch den Glauben das ewige Leben erlangen.

Joh. 20,31: Diese aber sind geschrieben, dass ihr glaubet, Jesus sei Christus, der Sohn Gottes, und dass ihr durch den Glauben das Leben habet in seinem Namen.

242.(324.) Wird denn nun das Evangelium auch im Alten Testament vorgetragen?

Ganz gewiss! Denn alles, was im Alten Testament uns Vergebung der Sünden, Versöhnung mit Gott und Wiedergeburt verheißt, das alles bezieht sich eigentlich auf Christus und das Evangelium.

1 Mose 3,15: Und ich will Feindschaft setzen zwischen dir und dem Weibe und zwischen deinem Samen und ihrem Samen. Derselbe soll dir den Kopf zertreten und du wirst ihn in die Ferse stechen.

1 Mose 12,3: In dir sollen gesegnet werden alle Geschlechter auf Erden.

1 Mose 18,18: Alle Völker auf Erden sollen in ihm gesegnet werden.

1 Mose 49,10: Es wird das Szepter von Juda nicht entwendet werden, noch ein Meister von seinen Füßen, bis dass der Held komme; und demselben werden die Völker anhangen.

5 Mose 18,15: Einen Propheten wie mich wird der Herr, dein Gott, dir erwecken aus dir und aus deinen Brüdern, dem sollt ihr gehorchen.

Jes. 52,13-53,12: Siehe, mein Knecht wird weislich tun und wird erhöht und sehr hoch erhaben sein. Gleichwie sich viele an dir ärgern werden, weil seine Gestalt häßlicher ist denn anderer Leute und sein Ansehen denn der Menschenkinder, also wird er viele Heiden besprengen, daß auch Könige werden ihren Mund vor ihm zuhalten. Denn welchen nichts davon verkündigt ist, die werden's mit Lust sehen; und die nichts davon gehört haben, die werden's merken. Aber wer glaubt unsrer Predigt, und wem wird der Arm des HERRN offenbart? Denn er schoß auf vor ihm wie ein Reis und wie eine Wurzel aus dürrem Erdreich. Er hatte keine Gestalt noch Schöne; wir sahen ihn, aber da war keine Gestalt, die uns gefallen hätte. Er war der Allerverachtetste und Unwerteste, voller Schmerzen und Krankheit. Er war so verachtet, daß man das Angesicht vor ihm verbarg; darum haben wir ihn für nichts geachtet. Fürwahr, er trug unsere Krankheit und lud auf sich unsre Schmerzen. Wir aber hielten ihn für den, der geplagt und von Gott geschlagen und gemartert wäre. Aber er ist um unsrer Missetat willen verwundet und um unsrer Sünde willen zerschlagen. Die Strafe liegt auf ihm, auf daß wir Frieden hätten, und durch seine Wunden sind wir geheilt. Wir gingen alle in der Irre wie Schafe, ein jeglicher sah auf seinen Weg; aber der HERR warf unser aller Sünde auf ihn. Da er gestraft und gemartert ward, tat er seinen Mund nicht auf wie ein Lamm, das zur Schlachtbank geführt wird, und wie ein Schaf, das verstummt vor seinem Scherer und seinen Mund nicht auftut. Er aber ist aus Angst und Gericht genommen; wer will seines Lebens Länge ausreden? Denn er ist aus dem Lande der Lebendigen weggerissen, da er um die Missetat meines Volkes geplagt war. Und man gab ihm bei Gottlosen sein Grab und bei Reichen, da er gestorben war, wiewohl er niemand Unrecht getan hat noch Betrug in seinem Munde gewesen ist. Aber der HERR wollte ihn also zerschlagen mit Krankheit. Wenn er sein Leben zum Schuldopfer gegeben hat, so wird er Samen haben und in die Länge leben, und des HERRN Vornehmen wird durch seine Hand fortgehen. Darum, daß seine Seele gearbeitet hat, wird er seine Lust sehen und die Fülle haben. Und durch seine Erkenntnis wird er, mein Knecht, der Gerechte, viele gerecht machen; denn er trägt ihr Sünden. Darum will ich ihm große Menge zur Beute geben, und er soll die Starken zum Raube haben, darum daß er sein Leben in den Tod gegeben hat und den Übeltätern gleich gerechnet ist und er vieler Sünde getragen hat und für die Übeltäter gebeten.

243.(325.) Ist denn aber im Alten und im Neuen Testament ein und dasselbe Evangelium vorgetragen?

Ja freilich! Nämlich „Jesus Christus gestern und heute und derselbe auch in Ewigkeit.“ Hebr. 13,8. Es ist auch „das Lamm (nämlich Christus) geschlachtet (in den Opfern) von Anbeginn der Welt“ (nämlich der Kraft und Wirkung nach, nicht durch die Tat selbst), Offenb. 13,8. Und wir glauben, durch die Gnade unsern Herrn Jesus Christus selig zu werden, gleichwie auch die Väter, Apg. 15,11.

Röm. 1,1.2: Paulus, ein Knecht Jesu Christi, berufen zum Apostel, ausgesondert, zu predigen das Evangelium Gottes, welches er zuvor verheißen hat durch seine Propheten in der Heiligen Schrift.

Es gibt folglich

1. nur einen Mittler;

2. nur ein Versöhnungsopfer;

3. nur eine Art der Rechtfertigung und Seligmachung im Alten und im Neuen Testament.

Vom Unterschied zwischen Gesetz und Evangelium

+* 244.(327.) Was für ein Unterschied ist aber zwischen dem Gesetz und dem Evangelium selbst, wenn von jedem eigentlich geredet wird?

Ein vielfacher. Sie unterscheiden sich

1. hinsichtlich der Art und Weise, wie sie bekannt geworden sind und erkannt werden. Das Gesetz ist allen Menschen in der ersten Schöpfung eingepflanzt und daher denselben von Natur bekannt, Röm. 2,15; 1,19. Das Evangelium aber ist ein Geheimnis, das von der Welt her verschwiegen gewesen ist, Joh. 1,18; Röm. 16,25;

Röm. 1,19; 2,14.15: Denn dass man weiß, dass Gott sei, ist ihnen offenbar; denn Gott hat es ihnen offenbart damit, dass Gottes unsichtbares Wesen, das ist seine ewige Kraft und Gottheit, wird ersehen, so man des wahrnimmt an den Werken, nämlich an der Schöpfung der Welt, also dass sie keine Entschuldigung haben. ... Denn so die Heiden, die das Gesetz nicht haben, doch von Natur tun des Gesetzes Werk, sind dieselben, dieweil sie das Gesetz nicht haben, sich selbst ein Gesetz, als die da beweisen, des Gesetzes Werk sei geschrieben in ihren Herzen, da ihr Gewissen ihnen zeugt, dazu auch die Gedanken, die sich untereinander verklagen oder entschuldigen).

Joh. 1,18: Niemand hat Gott je gesehen. Der eingeborne Sohn, der in des Vaters Schoß ist, der hat es uns verkündiget.

Röm. 16,25-27: Dem aber, der euch stärken kann laut meines Evangeliums und der Predigt von Jesu Christo, durch welche das Geheimnis offenbart ist, das von der Welt her verschwiegen gewesen ist, nun aber offenbart, auch kundgemacht durch der Propheten Schriften nach Befehl des ewigen Gottes, den Gehorsam des Glaubens aufzurichten unter allen Heiden: demselben Gott, der allein weise ist, sei Ehre durch Jesum Christum in Ewigkeit! Amen. (Ursprung)

2. hinsichtlich der Ordnung, in welcher ein jedes offenbart worden ist. Das Gesetz nämlich geht voran, das Evangelium folgt, sowohl der Natur als auch der Verkündigung, wie dem Amte nach;

Gal. 3,24: Das Gesetz ist unser Zuchtmeister gewesen auf Christus, dass wir durch den Glauben gerecht würden.

3. hinsichtlich der Personen, deren Dienste gebraucht wurden. Das Gesetz nämlich ist durch Mose gegeben, die Gnade und Wahrheit ist durch Jesus Christus geworden, Joh. 1,17; (Mittler)

4. hinsichtlich des Inhalts. Das Gesetz nämlich enthält Gebote, wie wir beschaffen sein, was wir tun und was wir unterlassen sollen, 5 Mose 6,1. Das Evangelium aber enthält die Predigt von der Vergebung der Sünden, der Gnade Gottes und der Wohltaten Christi, Joh. 3,16;

5 Mose 6,1: Dies sind aber die Gesetze und Gebote und Rechte, die der Herr, euer Gott, geboten hat, dass ihr sie lernen und tun sollt im Lande, dahin ihr ziehet,dasselbe einzunehmen.

Joh. 3,16: Also hat Gott die Welt geliebet, dass er seinen eingebornen Sohn gab, auf dass alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.

Eph. 2,14-18: Denn er ist unser Friede, der aus beiden eins hat gemacht und hat abgebrochen den Zaun, der dazwischen war, in dem, daß er durch sein Fleisch wegnahm die Feindschaft, nämlich das Gesetz, so in Geboten gestellet war, auf daß er aus zweien einen neuen Menschen in ihm selber schaffete und Frieden machete, und daß er beide versöhnete mit GOtt in einem Leibe durch das Kreuz; und hat die Feindschaft getötet durch sich selbst und ist kommen, hat verkündiget im Evangelium den Frieden euch, die ihr ferne waret, und denen, die nahe waren. Denn durch ihn haben wir den Zugang alle beide in einem Geiste zum Vater.

5. dem Wesen nach. Denn das Wesen des Gesetzes besteht im Gebieten und Befehlen, welchem ein Tun und Werkeverrichten entspricht, Gal. 3,12; Röm. 2,23. Das Wesen des Evangeliums aber besteht im Verheißen, Anbieten und Schenken, welchem das Beistimmen, Glauben und Annehmen entspricht, Röm. 3,22; Joh. 1,12;

Gal. 3,12: Das Gesetz aber ist nicht des Glaubens, sondern der Mensch, der es tut, wird dadurch leben.

Röm. 2,23: Du rühmest dich des Gesetzes und schändest Gott durch Übertretung des Gesetzes.

Röm. 3,22: Ich sage aber von solcher Gerechtigkeit vor Gott, die da kommt durch den Glauben an Jesus Christus zu allen und auf alle, die da glauben.

Joh. 1,12: Wie viele ihn aber aufnahmen, denen gab er Macht, Gottes Kinder zu werden, [denen,] die an seinen Namen glauben.

2. Kor. 5,19.20: Gott war in Christus und versöhnte die Welt mit ihm selber und rechnete ihnen ihre Sünden nicht zu und hat unter uns aufgerichtet das Wort von der Versöhnung. So sind wir nun Botschafter an Christi Statt; denn Gott vermahnet durch uns. So bitten wir nun an Christi Statt: Lasset euch versöhnen mit Gott!

6. hinsichtlich der Beschaffenheit und Bedingung der daran geknüpften Verheißungen. Denn die Verheißungen des Gesetzes sind bedingte: Sie haben nämlich die Bedingung einer ganz vollkommenen Erfüllung bei sich, Luk. 10,28: „Tue das, so wirst du leben.“ Aber die Verheißungen des Evangeliums sind Gnadenverheißungen, die dem Glauben gegeben sind, Röm. 3,24: „Wir werden ohne Verdienst gerecht, aus seiner Gnade, durch die Erlösung, so durch Jesus Christus geschehen ist.“

Luk. 10,28: Er (Jesus) sprach zu ihm (dem Schriftgelehrten): Du hast recht geantwortet; tue das, so wirst du leben.

Röm. 3,24: Wir werden ohne Verdienst gerecht aus seiner Gnade durch die Erlösung, so durch Christus Jesus geschehen ist. (Verheißung)

7. hinsichtlich ihrer eigentümlichen und zwar einander entgegengesetzten Wirkungen. Denn

a. das Gesetz lehrt gute Werke, gibt aber keine Kräfte dazu, 5 Mose 29,4.9. Das Evangelium aber versiehet uns mit dem Heiligen Geiste, durch den das Gesetz in unser Herz geschrieben und vollbracht wird, Jer. 31,33;

5 Mose 29,4.9: Und der Herr hat euch bis auf diesen heutigen Tag noch nicht gegeben ein Herz, das verständig wäre, Augen, die da sähen, und Ohren, die da höreten.... So haltet nun die Worte dieses Bundes und tut danach, auf dass ihr weislich handeln möget in all eurem Tun.

Jer. 31,31-33: Siehe, es kommt die Zeit, spricht der HERR, da will ich mit dem Hause Israel und mit dem Hause Juda einen neuen Bund machen; nicht wie der Bund gewesen ist, den ich mit ihren Vätern machte, da ich sie bei der Hand nahm, daß ich sie aus Ägyptenland führte, welchen Bund sie nicht gehalten haben, und ich sie zwingen mußte, spricht der HERR; sondern das soll der Bund sein, den ich mit dem Hause Israel machen will nach dieser Zeit, spricht der HERR: Ich will mein Gesetz in ihr Herz geben und in ihren Sinn schreiben; und sie sollen mein Volk sein, so will ich ihr Gott sein.

Gal. 3,21: Wenn ein Gesetz gegeben wäre, das da könnte lebendig machen, so käme die Gerechtigkeit wahrhaft aus dem Gesetz.

b. das Gesetz zeigt die Sündenkrankheit an, verklagt, erschreckt, verkündigt Gottes Zorn, verdammt, die keinen vollkommenen Gehorsam leisten, nimmt aber den Zorn nicht hinweg, Röm. 4,15; Gal. 3,10. Das Evangelium aber deckt die Sünde zu, heilt die Krankheit, richtet die Erschreckten auf und verheißt denen, die da glauben, Gnade und ewiges Leben, Röm. 3,22; Jes. 61,1;

Röm. 4,15: Denn das Gesetz richtet nur Zorn an; denn wo das Gesetz nicht ist, da ist auch keine Übertretung.

Gal. 3,10: Denn die mit des Gesetzes Werken umgehen, die sind unter dem Fluch; denn es stehet geschrieben: Verflucht sei jedermann, der nicht bleibet in alledem, das geschrieben stehet in dem Buch des Gesetzes, dass er’s tue.

Röm. 3,22: Ich sage aber von solcher Gerechtigkeit vor Gott, die da kommt durch den Glauben an Jesus Christus zu allen und auf alle, die da glauben.

Jes. 61,1.2: Der Geist des HERRN HERRN ist über mir, darum daß mich der HERR gesalbt hat. Er hat mich gesandt, den Elenden zu predigen, die zerbrochenen Herzen zu verbinden, zu verkündigen den Gefangenen die Freiheit, den Gebundenen, daß ihnen geöffnet werde, zu verkündigen ein gnädiges Jahr des Herrn und einen Tag der Rache unsers Gottes, zu trösten alle Traurigen.

2. Kor. 3,6: Welcher auch uns tüchtig gemacht hat, das Amt zu führen des neuen Testaments, nicht des Buchstabens, sondern des Geistes. Denn der Buchstabe tötet, aber der Geist macht lebendig. (Wirkung)

8. hinsichtlich ihrer Anwendung und Verkündigung für verschiedene Personen. Das Gesetz nämlich ist zu predigen den Sicheren, Ungerechten, Gottlosen, Unheiligen und Ungeistlichen, 1 Tim. 1,9; das Evangelium dagegen den betrübten Gewissen, die da dürstet nach der Gnade Gottes, Matth. 11,28.

1 Tim. 1,8-10: Wir wissen aber, daß das Gesetz gut ist, so es jemand recht braucht und weiß solches, daß dem Gerechten kein Gesetz gegeben ist, sondern den Ungerechten und Ungehorsamen, den Gottlosen und Sündern, den Unheiligen und Ungeistlichen, den Vatermördern und Muttermördern, den Totschlägern den Hurern, den Knabenschändern, den Menschendieben, den Lügnern, den Meineidigen und so etwas mehr der heilsamen Lehre zuwider ist.

Matth. 11,28-30: Kommet her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken. Nehmet auf euch mein Joch und lernet von mir; denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen. Denn mein Joch ist sanft, und meine Last ist leicht.

245.(328.) Stimmen denn nun beide, Gesetz und Evangelium, in gar nichts mit einander überein?

Freilich stimmen sie mit einander überein, nämlich

1. hinsichtlich der Urheberschaft, sofern ein und derselbe Gott der Urheber sowohl des Gesetzes als des Evangeliums ist;

2. hinsichtlich der Allgemeinheit des Gegenstandes, auf den sie sich beziehen. Denn gleichwie das Gesetz alle Menschen ohne Ausnahme entweder zum Gehorsam verpflichtet oder der Strafe für verfallen erklärt, so verkündigt das Evangelium allen Menschen ohne Ausnahme Vergebung der Sünden durch den Glauben an Christus;

3. hinsichtlich ihres letzten Zweckes. Denn der Endzweck sowohl des Gesetzes als des Evangeliums ist die völlige, vollkommene geistliche Gerechtigkeit zum ewigen Leben, welche das Gesetz fordert, das Evangelium allein aber in denen vollbringt, die da glauben;

Hes. 33,11: Ich begehre nicht den Tod des Sünders, sondern dass er sich bekehre und lebe.

2 Petr. 3,9: Gott will nicht, dass jemand verloren gehe, sondern dass sich jedermann zu Buße kehre.

Röm. 3,31: Wie? Heben wir denn das Gesetz auf durch den Glauben? Das sei ferne! Sondern wir richten das Gesetz auf!

4. hinsichtlich der Dauer. Denn gleichwie beiderlei Predigt, sowohl die des Gesetzes als auch die des Evangeliums, von Anfang in der Kirche erschollen ist, so werden sie auch beide bis zum Ende der Welt in derselben verbleiben.

246.(329.) Findet sich aber beides, Gesetz und Evangelium, sowohl im Alten wie im Neuen Testament?

Ja; so, wie die Gnadenverheißungen im Alten Testament zum Evangelium gehören, so gehören wiederum die Gesetzesvorschriften im Neuen Testament zum Gesetz (Matth. 5-7: Bergpredigt).

* 1. Mose 3,15: Ich will Feindschaft setzen zwischen dir und dem Weibe und zwischen deinem Samen und ihrem Samen. Derselbe soll dir den Kopf zertreten, und du wirst ihn in die Ferse stechen.

1. Mose 22,18: Durch deinen Samen sollen alle Völker auf Erden gesegnet werden.

1. Mose 49,10: Es wird das Zepter von Juda nicht entwendet werden, noch ein Meister von seinen Füßen, bis dass der Held komme; und demselben werden die Völker anhangen.

5. Mose 18,18.19: Ich will ihnen einen Propheten, wie du bist, erwecken aus ihren Brüdern und meine Worte in seinen Mund geben; der sollzu ihnen reden alles, was ich ihm gebieten werde. unds wer meine Worte nicht hören wird, die er in meinem Namen reden wird, von dem will ich’s fordern.

Jes. 53: Aber wer glaubt unserer Predigt, und wem wird der Arm des HErrn offenbaret? Denn er schießt auf vor ihm wie ein Reis und wie eine Wurzel aus dürrem Erdreich. Er hatte keine Gestalt noch Schöne; wir sahen ihn, aber da war keine Gestalt, die uns gefallen hätte. Er war der Allerverachtetste und Unwerteste, voller Schmerzen und Krankheit. Er war so verachtet, daß man das Angesicht vor ihm verbarg; darum haben wir ihn nichts geachtet. Fürwahr, er trug unsere Krankheit und lud auf sich unsere Schmerzen. Wir aber hielten ihn für den, der geplagt und von GOtt geschlagen und gemartert wäre. Aber er ist um unserer Missetat willen verwundet und um unserer Sünde willen zerschlagen. Die Strafe liegt auf ihm, auf daß wir Frieden hätten, und durch seine Wunden sind wir geheilet. Wir gingen alle in der Irre wie Schafe, ein jeglicher sah auf seinen Weg; aber der HErr warf unser aller Sünde auf ihn. Da er gestraft und gemartert ward, tat er seinen Mund nicht auf, wie ein Lamm, das zur Schlachtbank geführt wird, und wie ein Schaf, das verstummet vor seinem Scherer und seinen Mund nicht auftut. Er ist aber aus der Angst und Gericht genommen; wer will seines Lebens Länge ausreden? Denn er ist aus dem Lande der Lebendigen weggerissen, da er um die Missetat meines Volks geplagt war. Und er ist begraben wie die Gottlosen und gestorben wie ein Reicher, wiewohl er niemand unrecht getan hat, noch Betrug in seinem Munde gewesen ist. Aber der HErr wollte ihn also zerschlagen mit Krankheit. Wenn er sein Leben zum Schuldopfer gegeben hat, so wird er Samen haben und in die Länge leben; und des HErrn Vornehmen wird durch seine Hand fortgehen. Darum daß seine Seele gearbeitet hat, wird er seine Lust sehen und die Fülle haben. Und durch seine Erkenntnis wird er, mein Knecht, der Gerechte, viele gerecht machen; denn er trägt ihre Sünde. Darum will ich ihm große Menge zur Beute geben, und er soll die Starken zum Raube haben, darum daß er sein Leben in den Tod gegeben hat und den Übeltätern gleich gerechnet ist und er vieler Sünde getragen hat und für die Übeltäter gebeten.

VOM APOSTOLISCHEN GLAUBENSBEKENNTNIS

+247.(330.) In welchem Hauptstück des Katechismus ist die Lehre vom Evangelium enthalten?

Im zweiten Hauptstück, nämlich im Apostolischen Glaubensbekenntnis (Symbolum).

+* 248.(331.) Wie lauten die Worte dieses Apostolischen Glaubensbekenntnisses?

I. 1. Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, Schöpfer Himmels und der Erden;

II. Und an Jesum Christum, seinen einigen Sohn, unsern Herrn;

3. der empfangen ist von dem Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria;

4. gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuziget, gestorben und begraben;

5. niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage wieder auferstanden von den Toten;

6. aufgefahren gen Himmel, sitzend zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters;

7. von dannen er kommen wir, zu richten die Lebendigen und die Toten.

III. 8. Ich glaube an den Heiligen Geist;

9. Eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen;

10. Vergebung der Sünden;

11. Auferstehung der Fleisches;

12. und ein ewiges Leben. Amen.

+* 249.(332.) Wovon wird im Allgemeinen in diesem Glaubensbekenntnis gehandelt?

Vornehmlich von zwei Stücken, nämlich 1. von Gott; 2. von den vornehmsten Werken Gottes, das sind: a) von der Schöpfung; b) von der Erlösung; c) von der Heiligung (siehe die drei Artikel des Apostolischen Glaubensbekenntnisses).

* 250.(333.) Worin besteht der Gebrauch und Nutzen dieser Artikel?

Dass wir aus denselben unseren Gott erkennen lernen, wer und wie er in seinem Wesen, und welches sein guter gnädiger Wille gegen uns sei.

251.(334.) Warum ist an der Erkenntnis Gottes so viel gelegen?

Weil daran das ewige Leben hängt.

Joh. 17,3: Das ist das ewige Leben, dass sie dich, dass du allein wahrer Gott bist, und den du gesandt hast, Jesus Christus, erkennen.

Von Gott

+* 252.(335.) Was ist Gott?

Gott ist ein Geist, ewig, verständig, wahrhaftig, gut, allgegenwärtig, heilig, gerecht, keusch, barmherzig, wohltätig, vollkommen frei, von unermesslicher Weisheit und Macht, von allen Kreaturen abgesondert; der ewige Vater, der seinen Sohn, als sein Ebenbild, von Ewigkeit geboren hat; und der Sohn, des Vaters gleich ewiges Ebenbild; und der Heilige Geist, welcher vom Vater und vom Sohne ausgeht; der alle Dinge erschafft, erhält, erlöst und heiligt.

Geist: * Joh. 4,24: Gott ist ein Geist; und die ihn anbeten, die müssen ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten.

Joh. 1,18: Niemand hat Gott je gesehen. Der eingeborne Sohn, der in des Vaters Schoß ist, der hat es uns verkündiget.

Luk. 24,39: Sehet meine Hände und meine Füße, ich bin’s selber; fühlet mich und sehet; denn ein Geist hat nicht Fleisch und Bein, wie ihr sehet, dass ich habe.

ewig: * Psalm 90,2: Herr Gott, du bist unsere Zuflucht für und für. Ehe denn die Berge wurden und die Erde und die Welt geschaffen wurden, bist du, Gott, von Ewigkeit zu Ewigkeit.

verständig: Psalm 38,10: Herr, vor dir ist alle meine Begierde, und mein Seufzen ist dir nicht verborgen.

wahrhaftig: Joh. 8,26: Der mich gesandt hat, ist wahrhaftig, und was ich von ihm gehöret habe, das rede ich vor der Welt.

* Ps. 33,4: Des Herrn Wort ist wahrhaftig, und was er zusagt, das hält er gewiss.

1. Sam. 15,29: Auch lügt der Held in Israel nicht und es gereut ihn nicht; denn er ist nicht ein Mensch, dass ihn etwas gereuen sollte.

Hebr. 6,18: Es ist unmöglich, dass Gott lüge.

Jer. 54,10: Es sollen wohl Berge weichen und Hügel hinfallen; aber meine Gnade soll nicht von dir weichen, und der Bund meines Friedens soll nicht hinfallen, spricht der Herr, dein Erbarmer.

gut: Luk. 18,19: Niemand ist gut als der einige Gott.

allgegenwärtig: *Jer. 23,23.24: Bin ich nicht ein Gott, der nahe ist, spricht der Herr, und nicht ein Gott, der ferne sei? Meinst du, dass sich jemand so heimlich verbergen könne, dass ich ihn nicht sehe? spricht der Herr. Bin ich’s nicht, der Himmel und Erde füllet? spricht der Herr.

Ps. 139,7-10: Wo soll ich hingehen vor deinem Geist und wo soll ich hinfliehen vor deinem Angesicht? Führe ich gen Himmel, so bist du da. Bettete ich mir in die Hölle, siehe, so bist du auch da. Nähme ich Flügel der Morgenröte und bliebe am äußersten Meer, so würde mich doch deine Hand daselbst führen und deine Rechte mich halten.

Ps. 145,18.19: Der Herr ist nahe allen, die ihn anrufen, allen, die ihn mit Ernst anrufen. Er tut, was die Gottesfürchtigen begehren und hört ihr Schreien und hilft ihnen.

Ps. 91,14-16: Er begehrt mein, so will ich ihm aushelfen; er kennet meinen Namen, darum will ich ihn schützen; er rufet mich an, so will ich ihn erhören. Ich bin bei ihm in der Not; ich will ihn herausreißen und zu Ehren machen. Ich will ihn sättigen mit langem Leben und ihm zeigen mein Heil.

Ps. 23,4: Und ob ich schon wanderte im finsteren Tal, so fürchte ich kein Unglück; denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab tröten mich.

Jes. 43,1.2: Und nun spricht der HErr, der dich geschaffen hat, Jakob, und dich gemacht hat, Israel: Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöset; ich habe dich bei deinem Namen gerufen; du bist mein! Denn so du durch Wasser gehest, will ich bei dir sein, daß dich die Ströme nicht sollen ersäufen, und so du ins Feuer gehest, sollst du nicht brennen, und die Flamme soll dich nicht anzünden.

heilig: * Jes. 6,3: Heilig, heilig, heilig ist der Herr Zebaoth; alle Lande sind seiner Ehre voll!

3. Mose 19,2: Ihr sollt heilig sein; denn ich bin heilig, der Herr, euer Gott.

gerecht: Psalm 11,7: Der Herr ist gerecht und hat Gerechtigkeit lieb, darum, dass ihre Angesichte schauen auf das da recht ist.

* Dan. 9,7: Du, Herr, bist gerecht, wir aber müssen uns schämen.

keusch und heilig: 1 Thess. 4,7: Denn Gott hat uns nicht berufen zur Unreinigkeit, sondern zur Heiligung.

barmherzig: Psalm 103,8-14: Barmherzig und gnädig ist der Herr, geduldig und von großer Güte. Er wird nicht immer hadern, noch ewiglich Zorn halten. Er handelt nicht mit uns nach unsern Sünden und vergilt uns nicht nach unserer Missetat. Denn so hoch der Himmel über der Erde ist, läßt er seine Gnade walten über die, so ihn fürchten. So ferne der Morgen ist vom Abend, lässet er unsere Übertretung von uns sein. Wie sich ein Vater über Kinder erbarmet, so erbarmet sich der HErr über die, so ihn fürchten. Denn er kennet, was für ein Gemächte wir sind; er gedenket daran, daß wir Staub sind.

* 2. Mose 34,6-7: Und da der HErr vor seinem Angesicht überging, rief er: HErr, HErr GOtt, barmherzig und gnädig und geduldig und von großer Gnade und Treue; der du beweisest Gnade in tausend Glied und vergibst Missetat, Übertretung und Sünde, und vor welchem niemand unschuldig ist; der du die Missetat der Väter heimsuchest auf Kinder und Kindeskinder bis ins dritte und vierte Glied.

Luk. 6,36: Darum seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist.

Micha 7,18.19: Wo ist solch ein GOtt, wie du bist? der die Sünde vergibt und erlässet die Missetat den Übrigen seines Erbteils; der seinen Zorn nicht ewiglich behält; denn er ist barmherzig. Er wird sich unser wieder erbarmen, unsere Missetat dämpfen und alle unsere Sünden in die Tiefe des Meers werfen.

Klagel. Jer. 3,22-24.31-33: Die Gute des HErrn ist, daß wir nicht gar aus sind; seine Barmherzigkeit hat noch kein Ende, sondern sie ist alle Morgen neu, und deine Treue ist groß. Der HErr ist mein Teil, spricht meine Seele, darum will ich auf ihn hoffen. ... Denn der HErr verstößt nicht ewiglich, sondern er betrübet wohl und erbarmet sich wieder nach seiner großen Güte; denn er nicht von Herzen die Menschen plaget und betrübet.

wohltätig: Jer. 32,18: Du tust wohl viel Tausenden und vergiltst die Missetat der Väter in den Busen ihrer Kinder nach ihnen, du großer und starker Gott; Herr Zebaoth ist dein Name.

vollkommen frei: Psalm 115,3: Aber unser Gott ist im Himmel; er kann schaffen, was er will.

unendliche Weisheit und Macht: Jes. 66,1: So spricht der Herr: Der Himmel ist mein Stuhl und die Erde meine Fußbank; was ist’s denn für ein Haus, das ihr mir bauen wollt, oder welches ist die Stütte, da ihr ruhen soll?

* Luk. 1,37: Bei Gott ist kein Ding unmöglich.

Ps. 115,3: Unser Gott ist im Himmel, er kann schaffen, was er will.

2. Kge 7: Elisa aber sprach: Höret des HErrn Wort! So spricht der HErr: Morgen um diese Zeit wird ein Scheffel Semmelmehl einen Sekel gelten und zween Scheffel Gerste einen Sekel unter dem Tor zu Samaria. Da antwortete der Ritter, auf welches Hand sich der König lehnte, dem Mann GOttes und sprach: Und wenn der HErr Fenster am Himmel machte, wie könnte solches geschehen? Er sprach: Siehe da, mit deinen Augen wirst du es sehen und nicht davon essen. Und es waren vier aussätzige Männer an der Tür vor dem Tor; und einer sprach zum andern: Was wollen wir hie bleiben, bis wir sterben? Wenn wir gleich gedächten, in die Stadt zu kommen, so ist Teurung in der Stadt, und müßten doch daselbst sterben; bleiben wir aber hie, so müssen wir auch sterben. So laßt uns nun hingehen und zu dem Heer der Syrer fallen. Lassen sie uns leben, so leben wir; töten sie uns, so sind wir tot. Und machten sich in der Frühe auf, daß sie zum Heer der Syrer kämen. Und da sie vorne an den Ort des Heers kamen, siehe, da war niemand. Denn der HErr hatte die Syrer lassen hören ein Geschrei von Rossen, Wagen und großer Heerkraft, daß sie untereinander sprachen: Siehe, der König Israels hat wider uns gedinget die Könige der Hethiter und die Könige der Ägypter, daß sie über uns kommen sollen. Und machten sich auf und flohen in der Frühe; und ließen ihre Hütten, Rosse und Esel im Lager, wie es stund, und flohen mit ihrem Leben davon. Als nun die Aussätzigen an den Ort des Lagers kamen, gingen sie in der Hütten eine, aßen und tranken und nahmen Silber, Gold und Kleider und gingen hin und verbargen es; und kamen wieder und gingen in eine andere Hütte und nahmen draus und gingen hin und verbargen es. Aber einer sprach zum andern: Laßt uns nicht also tun! Dieser Tag ist ein Tag guter Botschaft. Wo wir das verschweigen und harren, bis daß licht Morgen wird, wird unsere Missetat funden werden; so laßt uns nun hingehen, daß wir kommen und ansagen dem Hause des Königs. Und da sie kamen, riefen sie am Tor der Stadt und sagten es ihnen an und sprachen: Wir sind zum Lager der Syrer kommen, und siehe, es ist niemand da, noch keine Menschenstimme, sondern Rosse und Esel angebunden und die Hütten, wie sie stehen. Da rief man den Torhütern, daß sie es drinnen ansagten im Hause des Königs. Und der König stand auf in der Nacht und sprach zu seinen Knechten: Laßt euch sagen, wie die Syrer mit uns umgehen. Sie wissen, daß wir Hunger leiden, und sind aus dem Lager gegangen, daß sie sich im Felde verkröchen, und denken: Wenn sie aus der Stadt gehen, wollen wir sie lebendig greifen und in die Stadt kommen. Da antwortete seiner Knechte einer und sprach: Man nehme die fünf übrigen Rosse, die noch drinnen sind überblieben (siehe, die sind drinnen überblieben von aller Menge in Israel, welche alle dahin ist), die laßt uns senden und besehen. Da nahmen sie zween Wagen mit Rossen; und der König sandte sie dem Lager der Syrer nach und sprach: Ziehet hin und besehet! Und da sie ihnen nachzogen bis an den Jordan, siehe, da lag der Weg voll Kleider und Geräte, welche die Syrer von sich geworfen hatten, da sie eileten. Und da die Boten wiederkamen und sagten es dem Könige an, ging das Volk hinaus und beraubte das Lager der Syrer. Und es galt ein Scheffel Semmelmehl einen Sekel und zween Scheffel Gerste auch einen Sekel nach dem Wort des HErrn. Aber der König bestellete den Ritter, auf des Hand er sich lehnte, unter das Tor. Und das Volk zertrat ihn im Tor, daß er starb, wie der Mann GOttes geredet hatte, da der König zu ihm hinabkam. Und geschah, wie der Mann GOttes dem Könige sagte, da er sprach: Morgen um diese Zeit werden zween Scheffel Gerste einen Sekel gelten und ein Scheffel Semmelmehl einen Sekel unter dem Tor zu Samaria; und der Ritter antwortete dem Mann GOttes und sprach: Siehe, wenn der HErr Fenster am Himmel machte, wie möchte solches geschehen? Er aber sprach: Siehe, mit deinen Augen wirst du es sehen und nicht davon essen. Und es ging ihm eben also; denn das Volk zertrat ihn im Tor, daß er starb.

* Ps. 139,1-4: Ein Psalm Davids, vorzusingen. HErr, du erforschest mich und kennest mich. Ich sitze oder stehe auf, so weißest du es: du verstehest meine Gedanken von ferne. Ich gehe oder liege, so bist du um mich und siehest alle meine Wege. Denn siehe, es ist kein Wort auf meiner Zunge, das du, HErr, nicht alles wissest.

Mal. 3,16: Die Gottesfürchtigen trösten sich untereinander also: Der Herr merkt es und hört es; und ist vor ihm ein Denkzettel, geschrieben für die, so den Herrn fürchten und an seinen Namen gedenken.

Ps. 94,7-11: (Die Gottlosen) sagen: Der HErr siehet’s nicht und der GOtt Jakobs achtet’s nicht. Merket doch, ihr Narren unter dem Volk, und ihr Toren, wann wollt ihr klug werden? Der das Ohr gepflanzet hat, sollte der nicht hören? Der das Auge gemacht hat, sollte der nicht sehen? Der die Heiden züchtiget, sollte der nicht strafen? der die Menschen lehret, was sie wissen. Aber der HErr weiß die Gedanken der Menschen, daß sie eitel sind.

abgesondert von allen Kreaturen: Jes. 42,8: Ich, der Herr, das ist mein Name, und will meine Ehre keinem andern geben noch meinen Ruhm den Götzen.

Von der Erkenntnis Gottes

+* 253.(336.) Wie vielfacher Art ist die Erkenntnis Gottes?

Zweierlei Art: die eine ist die natürliche, die andre die geoffenbarte.

+* 254.(337.) Welches nennst du die natürliche Erkenntnis Gottes?

Diejenige, welche

1. den Herzen aller Menschen von Natur eingepflanzt ist und

aus dem Gewissen: Röm. 2,14.15: Denn so die Heiden, die das Gesetz nicht haben, doch von Natur tun des Gesetzes Werk, sind dieselben, dieweil sie das Gesetz nicht haben, sich selbst ein Gesetz, als die da beweisen, des Gesetzes Werk sei geschrieben in ihren Herzen, da ihr Gewissen ihnen zeugt, dazu auch die Gedanken, die sich untereinander verklagen oder entschuldigen).

2. aus den Werken Gottes in der Schöpfung und in der ganzen Natur erlangt wird.

aus den Kreaturen selbst und ihrer weisen Ordnung. * Röm. 1,18-20: Gottes Zorn vom Himmel wird offenbart über alles gottlose Wesen und Ungerechtigkeit der Menschen, die die Wahrheit in Ungerechtigkeit aufhalten. Denn was man von Gott weiß, ist ihnen offenbar; denn Gott hat es ihnen offenbart, damit daß Gottes unsichtbares Wesen, das ist seine ewige Kraft und Gottheit, wird ersehen, so man des wahrnimmt, an den Werken, nämlich an der Schöpfung der Welt; also daß sie keine Entschuldigung haben.

Psalm 19,1-7: Die Himmel erzählen die Ehre Gottes, und die Feste verkündiget seiner Hände Werk. Ein Tag sagt’s dem andern, und eine Nacht tut’s kund der andern. Es ist keine Sprache noch Rede, da man nicht ihre Stimme höre. Ihre Schnur gehet aus in alle Lande und ihre Rede an der Welt Ende; er hat der Sonne eine Hütte in denselben gemacht. Und dieselbe gehet heraus, wie ein Bräutigam aus seiner Kammer, und freuet sich wie ein Held, zu laufen den Weg. Sie gehet auf an einem Ende des Himmels und läuft um bis wieder an dasselbe Ende; und bleibt nichts vor ihrer Hitze verborgen. Das Gesetz des HErrn ist ohne Wandel und erquicket die Seele. Das Zeugnis des HErrn ist gewiß und macht die Albernen weise.

Hebr. 3,4: Ein jegliches Haus wird von jemand bereitet; der aber alles bereitet, das ist Gott.

+* 255.(338.) Kann ein Mensch durch die natürliche Erkenntnis Gottes die Seligkeit erlangen?

Keineswegs; denn die natürliche Erkenntnis Gottes ist sehr unvollkommen und schwach und zur Seligkeit gänzlich untüchtig.

+* 256.(339.) Wozu dient denn die natürliche Gotteserkenntnis?

Die natürliche Gotteserkenntnis ist seit dem ersten Sündenfall sehr unvollkommen und schwach und hilft gar nichts zur Seligkeit, denn sie reicht zur heilsamen Erkenntnis Gottes nicht hin, 1 Kor. 1,21, und bahnt nur den Weg zur Erforschung der im Worte geoffenbarten Erkenntnis Gottes. Die natürliche Erkenntnis hat ihre bestimmten Endzwecke, nämlich diese:

1. dass äußerliche Zucht und Ehrbarkeit erhalten werden;

1. Kor. 5,1: Es geht ein allgemeines Geschrei, dass Hurerei unter euch ist, und eine solche Hurerei, da auch die Heiden nicht von zu sagen wissen, dass einer seines Vaters Frau habe.

2. dass man Gott suche, Apg. 17,27;

Apg. 17,26.27: Und (Gott) hat gemacht, dass von einem Blut aller Menschen Geschlechter auf dem ganzen Erdboden wohen, und hat Ziel gesetzt, zuvor versehen, wie lange und weit sie wohnen sollen; dass sie den Herrn suchten sollten, ob sie ihn doch fühlen und finden möchten. Und zwar, er ist nicht ferne von einem jeglichen unter uns.

3. dass die Menschen keine Entschuldigung haben, Röm. 1,20.

1 Kor. 1,21: Denn dieweil die Welt durch ihre Weisheit Gott in seiner Weisheit nicht erkannte, gefiel es Gott wohl, durch törichte Predigt selig zu machen die, so daran glauben.

Röm. 1,19.20: Denn was man von Gott weiß, ist ihnen offenbar; denn Gott hat es ihnen offenbart, damit daß Gottes unsichtbares Wesen, das ist seine ewige Kraft und Gottheit, wird ersehen, so man des wahrnimmt, an den Werken, nämlich an der Schöpfung der Welt; also daß sie keine Entschuldigung haben.

+* 257.(340.) Welches nennst du die geoffenbarte Erkenntnis Gottes?

Diejenige, welche durch das geschriebene Wort Gottes geoffenbart wird, in welchem Gott sowohl sich als seinen Willen geoffenbart hat.

5 Mose 31,11: Wenn das ganze Israel kommt, zu erscheinen vor dem Herrn deinem Gott, an dem Ort, den er erwählen wird, sollst du dies Gesetz vor dem ganzen Israel ausrufen lassen vor ihren Ohren.

Joh. 5,39: Suchet in der Schrift, denn ihr meinet, ihr habet das ewige Leben darinnen; und sie ist’s, die von mir zeuget.

1. Kor. 1,21: Dieweil die Welt durch ihre Weisheit Gott in sseiner Weisheit nicht erkannte, gefiel es Gott wohl, durch törichte Predigt selig zu machen die, so daran glauben.

Joh. 1,18: Niemand hat Gott je gesehen. Der eingeborne Sohn, der in des Vaters Schoß ist, der hat es uns verkündiget.

Matth. 11,27: Niemand kennt den Sohn als nur der Vater; und niemand kennt den Vater als nur der Sohn und wem es der Sohn will offenbaren.

* 258.(341.) Wie wird daraus erwiesen, dass ein Gott sei?

Aus dieser geoffenbarten Erkenntnis wird auf verschiedene Weise erwiesen, dass ein Gott sei:

1. aus den zahllosen Zeugnissen, welche nicht nur aussagen, dass ein Gott sei, sondern auch sowohl das Wesen als den Willen Gottes uns beschreiben;

2. aus den vielfachen Erscheinungen, in welchen sich Gott in sichtbarer Gestalt vor den Menschen hat sehen lassen, wie zum Beispiel vor Adam, 1 Mose 1,28; 2,15; vor Noah, 1 Mose 6,13; vor Abraham zehnmal, 1 Mose 12,1 usw.; vor Isaak zweimal, 1 Mose 26,2 usw.; vor Jakob siebenmal, 1 Mose 31,3 usw.; vor Mose öfters, 2 Mose 3,2 usw.

3. aus dem wunderbaren Werk der Schöpfung dieses ganzen Weltalles aus Nichts, 1 Mose 1,4.

4. aus unterschiedlichen erstaunlichen Wundertaten, wie nur Gott sie verrichten kann. Dergleichen sind: die Befreiung des Volkes Israel aus Ägypten, 2 Mose 20,2; die Führung desselben durchs Rote Meer, 2 Mose 14,21; seine 40jährige Erhaltung in der Wüste, 2 Mose 14,4; das Stillstehen der Sonne, Josua 10,13; die Rückwärtsbewegung der Sonne, 2 Kge 20,11 usw.

5. durch prophetische Weissagungen und deren wunderbares Eintreffen, wie zum Beispiel von der Verheißung, Erscheinung und vom Amte des Messias; von der Verkündigung des Evangeliums über den ganzen Erdkreishin, von der Aufeinanderfolge der Weltreiche. Alles dieses kann auf nichts anderes als nur auf Gott zurückgeführt werden, Jes. 41,23.

259.(342.) Worin besteht denn die geoffenbarte Erkenntnis Gottes?

In zweierlei: 1. in der Erkenntnis des Wesens Gottes; 2. in der Erkenntnis des Willens Gottes.

Von der Dreieinigkeit Gottes

+* 260.(343.) Wer ist nun der wahre Gott in seinem Wesen?

Er ist Gott der Vater, Gott der Sohn und Gott der Heilige Geist; drei unterschiedliche Personen in einem einigen, ganz ungeteilten und unzertrennlichen Wesen.

* 261.(344.) Sind also drei Götter, weil du Gottes des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes Erwähnung getan hast?

Keineswegs; es ist nur ein einiger Gott, einig dem Wesen, einig der Natur, einig der Zahl nach; aber derselbe Gott, der einig ist dem Wesen, der Natur, der Zahl nach, ist dreieinig in Personen, nämlich Gott Vater, Gott Sohn, Gott Heiliger Geist.

+* 262.(345.) Beweise, dass Gott dem Wesen nach einig sei!

Dieses wird bewiesen durch folgende unzweifelhafte Zeugnisse der Schrift:

„Höre, Israel, der Herr, unser Gott, ist ein einiger Herr.“ 5 Mose 6,4.

„Der Herr allein ist Gott und keiner mehr.“ 5 Mose 4,35.

„So spricht der Herr, der König Israels, und sein Erlöser, der Herr Zebaoth: Ich bin der Erste und ich bin der Letzte, und außer mir ist kein Gott.“ Jes. 44,6.

„Es ist kein Gott außer der Einige.“ 1 Kor. 8,4.

„Es ist ein Gott und Vater unser aller, der da ist über euch alle.“ Eph. 4,6.

„Es ist ein Gott und ein Mittler zwischen Gott und den Menschen, der Mensch Jesus Christus.“ 1 Tim. 2,5.

+* 263.(346.) Beweise mir, dass Gott dreieinig in Personen sei!

Dies wird bewiesen:

1. aus der herrlichen Offenbarung jeder einzelnen Person der heiligen Dreieinigkeit, die bei der Taufe Christi geschehen ist, da der Vater vom Himmel herab ruft: „Dies ist mein lieber Sohn“; der Sohn im Jordan steht und sich taufen lässt; der Heilige Geist in der sichtbaren Gestalt einer Taube herabfährt und auf Christus ruht, Matth. 3,16; Mark. 1,10; Luk. 3,22; Joh. 1,32;

Eine andere Person ist deswegen die des Vaters, eine andere die des Sohnes, eine andere die des Heiligen Geistes.

Matth. 3,16.17: “Und da JEsus getauft war, stieg er bald herauf aus dem Wasser; und siehe, da tat sich der Himmel auf über ihm. Und Johannes sah den Geist GOttes gleich als eine Taube herabfahren und über ihn kommen. Und siehe, eine Stimme vom Himmel herab sprach: Dies ist mein lieber Sohn, an welchem ich Wohlgefallen habe.

Joh. 1,32: Johannes zeugte und sprach: Ich sah, dass der Geist herabfuhr wie eine Taube vom Himmel, und blieb auf ihm.

2. aus der Verklärung Christi: Da steht der Sohn auf dem Berge, die Stimme des Vaters wird vom Himmel gehört, und mit einer „Wolke“, welche den Heiligen Geist bedeutet, wird Christus überschattet, Matth. 17,5;

Matth. 17,5: Da er noch also redete, siehe, da überschattete sie eine lichte Wolke. Und siehe, eine Stimme aus der Wolke sprach: Dies ist mein lieber Sohn, an welchem ich Wohlgefallen habe, den sollt ihr hören.

3. aus der Taufformel, da geboten wird, dass alle Völker im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes getauft werden, Matth, 28,19.

In dem Namen, und nicht: in den Namen; denn die Einzahl soll die Wesenseinheit der drei Personen andeuten.

Matth. 28,19: Darum gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker, indem ihr sie taufet im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und sie lehret halten alles, was ich euch befohlen habe.

1. Mose 1,1-3: Am Anfang schuf GOtt Himmel und Erde. Und die Erde war wüst und leer, und es war finster auf der Tiefe; und der Geist GOttes schwebete auf dem Wasser. Und GOtt sprach: Es werde Licht! Und es ward Licht.

Vgl. Ps. 33,6: Der Himmel ist durch’s Wort des Herrn gemacht, und all sein Heer durch den Geist seines Mundes.

4. Mose 6,24-26: Der Herr segne dich und behüte dich; der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig; der Herr hebe sein Angesicht über dich und gehe dir Friede.

Jes. 6,3: Heilig, heilig, heilig ist der Herr Zebaoth, alle Lande sind seiner Ehre voll.

Eph. 4,6: Ein Gott und Vater unser aller, der da ist über euch alle und durch euch alle und in euch allen.

Röm. 11,36: Von ihm und durch ihn und zu ihm sind alle Dinge.

1. Mose 1,26: Gott sprach: Lasst uns Menschen machen.

1. Mose 3,22: Gott der Herr sprach: Siehe, Adam ist geworden wie unser einer.

1. Mose 11,7: Wohlauf, lasst uns hernieder fahren.

Jes. 6,8: Und ich hörte die Stimme des Herrn, dass er sprach: Wen soll ich senden? Weer will unser Bote sein? (Gott redet von sich in der Mehrzahl.)

4. Aus dem Spruche 1 Joh. 5,7: „Drei sind, die da zeugen im Himmel: der Vater, das Wort und der Heilige Geist, und diese Drei sind Eins.“ Vergleiche damit Joh. 14,26; 15,26; Eph. 2,18; 2 Kor. 13,13; Gal. 4,4.6 u.a.

2. Kor. 13,13: Die Gnade unsers Herrn Jesu Christi und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heilgen Geistes sei mit euch allen! Amen.

+* 264.(348.) Wer ist demnach Gott der Vater?

Er ist die erste Person der Gottheit, welche von Ewigkeit den Sohn als ihr Ebenbild gezeuget hat, und alles erschaffen hat, erhält und regiert.

+* 265.(349.) Wer ist Gott der Sohn?

Er ist die zweite Person der Gottheit, vom Vater in Ewigkeit geboren, welche menschliche Natur angenommen hat und also der Christ, unser Erlöser und Mittler, geworden ist.

+* 266.(350.) Wer ist Gott der Heilige Geist?

Er ist die dritte Person der Gottheit, welche von Ewigkeit vom Vater und Sohn ausgehet, und uns durch das Wort und die Sakramente wiedergebiert und heiliget.

267.(351.) Wie ist aber der Vater die erste, der Sohn die zweite, der Heilige Geist die dritte Person?

In der heiligen Dreieinigkeit ist keine Person die erste oder letzte, keine die größere oder kleinere. Man sagt daher: „erste, zweite, dritte Person“ nur in Absicht auf die Ordnung und den Ursprung, nicht in Absicht auf Zeit, Grad oder Würde. Denn die einzelnen Personen sind gleich ewig und gleich herrlich.

Dem widerspricht nicht, dass Christ sagt, Joh. 14,28: „Der Vater ist größer als ich.“ Denn kleiner ist Christus als der Vater, nach der Regel des Athanasius, der Menschheit nach; gleich ist er dem Vater der Gottheit nach.

268.(352.) Worin sind nun diese drei Personen der Gottheit einander gleich?

Die Antwort lautet nach dem Glaubensbekenntnis des Athanasius: „Eine andre Person zwar ist der Vater, eine andre der Sohn, eine andre der Heilige Geist. Aber Vater und Sohn und Heiliger Geist ist ein einiger Gott, gleich in der Herrlichkeit, gleich in ewiger Majestät.“ Also ist das der rechte christliche Glaube, dass wir einen einige Gott in drei Personen und drei Personen in einiger Gottheit ehren.

269.(353.) Da also eine andre Person ist des Vaters, eine andre des Sohnes, eine andre des Heiligen Geistes: Wie sind denn nun die Personen von einander unterschieden?

Auf zweierlei Weisen, sowohl nach innen oder innerlich, wie auch nach außen oder äußerlich.

Joh. 5,32: Ein anderer ist’s, der von mir zeuget.

Vgl. V. 37: Der Vater, der mich gesandt hat, derselbe hat von mir gezeugt.

Joh. 14,16: Und ich will den Vater bitten, und er soll euch einen anderen Tröster geben.

270.(354.) Was nennst du den Unterschied nach innen?

Denjenigen, nach welchem die Personen unter sich ohne Rücksicht auf die Kreaturen, durch ihre persönlichen Eigenschaften unterschieden sind.

* 271.(355.) Welches sind jene persönlichen Eigenschaften?

Die persönliche Eigenschaft des Vaters ist, dass er von niemand geboren ist; die des Sohnes, dass er geboren ist; die des Heiligen Geistes, dass er von beiden ausgeht.

* Ps. 2,7: Du bist mein Sohn, heute habe ich dich gezeuget.

Joh. 1,14.18: Das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des eingebornen Sohnes vom Vater. ... Der eingeborne Sohn, der in des Vaters Schoß ist, der hat es uns verkündiget.

* Joh. 15,26: Wenn aber der Tröster kommen wird, welchen ich euch senden werde vom Vater, der Geist der Wahrheit, der vom Vater ausgehet, der wird zeugen von mir.

Gal. 4,6: Weil ihr denn Kinder seid, hat Gott gesandt den Geist seines Sohnes.

* 272.(357.) Was nennst du ferner den Unterschied nach außen?

Denjenigen, nach welchem die Personen durch die äußerlichen Eigenschaften der Wohltaten und vornehmlichen Werke unterschieden werden, die Gott den Kreaturen, namentlich aber der Kirche erwiesen.

* 273.(358.) Worin besteht denn nun das Eigentümliche der Werke, wodurch die Personen nach außen unterschieden sind?

Dem Vater kommt zu das Erschaffen, dem Sohn das Erlösen, dem Heiligen Geiste das Heiligen und Wiedergebären.

+* 274.(359.) Ist somit allein der Vater der Schöpfer, der Sohn allein der Erlöser, der Heilige Geist allein der Heiligmacher?

Keineswegs. Denn diese Werke sind den einzelnen Personen gemeinsam, doch so, dass eine jede Person ihre Eigenschaft behält und der Name derjenigen Person beigelegt wird, welche in dem betreffenden Werke sich vornehmlich kundgetan hat.

I. Die Werke der Dreieinigkeit nach außen sind nicht von einander getrennt, d.h. die Werke, welche Gott außerhalb seines Wesens an den Kreaturen vollbringt, sind den drei Personen gemeinsam, weil die drei Personen zugleich tätig sind, und nur ein Vollbringer und Schöpfer ist. In diesem Sinne sagt Christus, Joh. 16,15: „Alles, was der Vater hat, ist mein.“ Augustinus drückt sich so aus: „Die Tätigkeit der Dreieinigkeit ist eine ungeteilte.“ Desgleichen: „Alle Werke der Dreieinigkeit sind unzertrennlich.“

II. Wenn die Werke nach außen schlechthin und allgemein gefasst werden, so werden sie der ganzen Dreieinigkeit ohne Unterschied beigelegt; werden sie aber beziehungsweise und in besonderem Sinn gefasst, so ist die Eigenschaft einer jeden einzelnen Person in Betracht zu ziehen, sowie auch die Ordnung, in welcher jede Person das Ihrige verrichtet.

III. Bei den Werken nach außen ist die ganze Dreieinigkeit gemeint, wenn eine Person genannt ist.

IV. In den Werken nach außen wird dieselbe Verrichtung bald dem Vater, bald dem Sohn, bald dem Heiligen Geiste beigelegt, und zwar wegen der Wesenseinheit. So erleuchtet der Vater, Jak. 1,17; und der Sohn, Joh. 1,9; und der Heilige Geist, Eph. 3,9.

V. Die Schrift macht zuweilen die drei Personen namhaft, wie: „Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.“ Matth. 28,19; bisweilen nur zwei, wie: „Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserm Vater, und dem Herrn Jesu Christo.“ Röm. 1,7; zuweilen nur eine, wie: „Die Gnade des Herrn Jesu Christi sei mit euch.“ 1 Kor. 16,23. Alles das zum Zeugnis, dass eine jede einzelne Person vollkommen derselbe einige Gott sei.

VI. Wenn die Gottheit den Götzen entgegengesetzt und nur eine Person genannt wird, so sind damit nicht die übrigen Personen von der Wesensgleichheit der Gottheit ausgeschlossen, sondern nur die Kreaturen und Götzen sind es.

VII. Wenn die ausschließenden Wörter (allein, einzig, nur, usw.) einer Person der Dreieinigkeit beigefügt werden, so schließen sie die übrigen Personen nicht aus, sondern schließen sie wegen der Weseneinheit vielmehr mit ein. Zum Beispiel: „Niemand kennt den Vater, denn nur der Sohn; und niemand kennt den Sohn, denn nur der Vater.“ Matth. 11,27. Hier ist der Heilige Geist nicht ausgeschlossen; denn dieser weiß, was in Gott ist, 1 Kor. 2,11.

+* 275.(360.) Gib nun noch kurz an, welches denn der gnädige Wille Gottes sei?

Es ist dieser, dass Gott uns unsre Sünden (aus Gnaden um Christi willen) verzeihen und unser barmherziger Vater sein und bleiben will.

+* 276.(361.) Wo ist uns dieser Wille Gottes geoffenbart?

Er ist uns in seinem himmlischen Worte eröffnet und durch unzweifelhafte Zeugnisse bestätigt:

Hes. 33,11: „So wahr als ich lebe, spricht der Herr Herr, ich habe keinen Gefallen am Tode des Gottlosen, sondern dass sich der Gottlose bekehre von seinem Wesen und lebe.“

Joh. 3,16: „Also hat Gott die Welt geliebet, dass er seinen eingebornen Sohn gab, auf dass alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.“

1 Tim. 2,4: „Gott will, dass allen Menschen geholfen werde und sie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen.“

2 Petr. 3,9: „Gott will nicht, dass jemand verloren werde, sondern dass sich jedermann zur Buße kehre.“

Röm. 11,32: Gott hat alles beschlossen unter den Unglauben, auf dass er sich aller erbarme.

+* 277.(362.) Was nützt uns aber jene Erkenntnis des göttlichen Wesens und Willens?

Dass wir daraus den wahren Glauben schöpfen und durch den Glauben die ewige Seligkeit erlangen.

Joh. 17,3: Das ist das ewige Leben, dass sie dich, dass du allein wahrer Gott bist, und den du gesandt hast, Jesus Christus, erkennen.

Von dem ersten Artikel des Apostolischen Glaubensbekenntnisses

+* 278.(363.) Wie viele sind die vornehmsten Werke, welche im Apostolischen Glaubensbekenntnis aufgezählt werden?

Es sind deren drei: 1. die Schöpfung; 2. die Erlösung; 3. die Heiligung.

+* 279.(364.) Wo wird das erste Werk, nämlich die Schöpfung, gelehrt und erklärt?

Im ersten Artikel.

+* 280.(365.) Wie lautet der erste Artikel?

Ich glaube an Gott den Vater, den Allmächtigen, Schöpfer Himmels und der Erden.

+* 281.(366.) Warum sagen wir: ich glaube, und nicht: wir glauben?

Weil ein jeglicher für seine Person glauben muss, will er wirklich selig werden.

* Hab. 2,4: Der Gerechte lebt seines Glaubens.

Gal. 2,20: Was ich jetzt lebe im Fleisch, das lebe ich in dem Glauben des Sohns Gottes, der mich geliebt hat und sich selbst für mich dargegeben.

+* 282.(367.) Was heißt in diesem Artikel „glauben“?

Glauben heißt: nicht nur

1. davon Erkenntnis haben, und

* Röm. 10,14: Wie sollen sie glauben, von dem sie nichts gehört haben?

2. dem Beifall geben, was in den Artikeln des Glaubens und in dem Evangelium vorgelegt wird, sondern auch vornehmlich,

* Joh. 3,36: Wer dem Sohne nicht glaubt, der wird das Leben nicht sehen.

Joh. 20,29: Selig sind, die nicht sehen und doch glauben.

Röm. 4,20.21: Er (Abraham) zweifelte nicht an der Verheißung Gottes durch Unglauben, sondern ward stark im Glauben und gab Gott die Ehre und wusste auf’s allergewisseste, dass, was Gott verheißt, das kann er auch tun.

Apg. 8,37: Philippus sprach (zu dem Kämmerer): Glaubst du von ganzem Herzen, so mag es wohl sein. Er antwortete und sprach: Ich glaube, dass Jesus Christus Gottes Sohn ist.

3. demselben mit ungezweifelter Zuversicht des Herzens beistimmen und dessen sich trösten.

* Hebr. 11,1: Es ist aber der Glaube eine gewisse Zuversicht des, das man hoffet, und nicht zweifeln an dem, das man nicht sieht.

Hiob 19,25: Ich weiß, dass mein Erlöser lebet; und er wird mich hernach aus der Erde auferwecken.

Jes. 9,6: Uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns gegeben.

2. Tim. 1,12: Ich weiß, an welchen ich glaube, und bin gewiss, dass er kann mir meine Beilage bewahren bis an jenen Tag.

Joh. 20,28: Thomas antwortete und sprach zu ihm: Mein Herr und mein Gott.

* Apg. 15,9: Er machte keinen Unterschied zwischen uns und ihnen und reinigte ihre Herzen durch den Glauben.

* Gal. 5,6: In Jesus Christus gilt werder Beschneidung noch Vorhaut etwas, sondern der Glaube, der durch die Liebe tätig ist. (Der lebendige tätige Herzensglaube)

* Jak. 2,19.20: Du glaubest, daß ein einiger GOtt ist; du tust wohl daran; die Teufel glauben’s auch und zittern. Willst du aber wissen, du eitler Mensch, daß der Glaube ohne Werke tot sei?

Jak. 1,3: Wisset, dass euer Glaube, so er rechtschaffen ist, Geduld wirket.

Tit. 1,16: Sie sagen, sie erkennen Gott; aber mit den Werken verleugnen sie es, da sie sind, an welchen Gott Gräuel hat, und gehorchen nicht und sind zu allem guten Werk untüchtig.

2. Tim. 3,5: Die da haben den Schein eines gottseligen Wesens; aber seine Kraft verleugnen sie. Und solche meide. (Der historische, tote, Kopf- und Maulglaube)

+* 283.(368.) Was heißt „an Gott glauben“?

An Gott glauben heißt: mit fester Zuversicht des Herzens dafürhalten, dass Gott, der Vater unsers Herrn Jesus Christus, der wahre, einige und lebendige Gott sei, und dass derselbe auch mein Vater, Beschirmer und Beschützer durch und um Christi willen sei, in welchem er mich zu seinem Kinde angenommen hat.

Die Ausdrücke: Gott Glauben schenken, einen Gott glauben und an Gott glauben, sind ganz und gar verschieden. Denn „Gott glauben oder Glauben schenken“ heißt: glauben, dass das wahr sei, was Gott redet. „Einen Gott glauben“ betrifft die Erkenntnis Gottes und heißt: glauben, dass ein Gott sei, und dass er ein solcher sei, wie er sich im Worte geoffenbart hat. „An Gott glauben“ setzt ein besonderes Zutrauen und Zutun des Herzens voraus und bedeutet: glauben, dass er mein Gott sei und alles, was er hat, auf mein Heil abzwecken lasse. Jenes ist Sache aller Berufenen ohne Unterschied, auch der Bösen; dieses findet sich nur bei den Wiedergeborenen.

Röm. 8,15: Ihr habt nicht einen knechtischen Geist empfangen, dass ihr euch abermals fürchten müsstet; sondern ihr habt einen kindlichen Geist empfangen, durch welchen wir rufen: Abba, lieber Vater!

+* 284.(369.) Warum nennst du Gott „Vater“?

1. Hinsichtlich des eingebornen Sohnes, welchen er von Ewigkeit aus sich selbst geboren hat;

Eph. 3,14.15: Derhalben beuge ich meine Knie gegen den Vater unsers Herrn Jesus Christus, der der rechte Vater ist über alles, was da Kinder heißt im Himmel und auf Erden.

2. in Rücksicht auf uns, weil er uns

a) geschaffen,

Mal. 2,10: Haben wir nicht alle einen Vater? Hat uns nicht ein Gott geschaffen?

5. Mose 32,6: Dankst du also dem Herrn, deinem Gott, du toll und töricht Volk? Ist er nicht dein Vater und dein Herr? Ist’s nicht er allein, der dich gemacht und bereitet hat?

b) in seinem lieben Sohne zu seinen Kindern angenommen hat, und

Joh. 1,12: Wie viele ihn aber aufnahmen, denen gab er Macht, Gottes Kinder zu werden, denen,die an seinen Namen glauben.

(Joh. 8,41-44: Ihr tut eures Vaters Werke. Da sprachen sie zu ihm: Wir sind nicht unehelich geboren; wir haben einen Vater, GOtt. JEsus sprach zu ihnen: Wäre GOtt euer Vater, so liebetet ihr mich; denn ich bin ausgegangen und komme von GOtt; denn ich bin nicht von mir selber kommen, sondern er hat mich gesandt. Warum kennet ihr denn meine Sprache nicht? denn ihr könnt ja mein Wort nicht hören. Ihr seid von dem Vater, dem Teufel, und nach eures Vaters Lust wollt ihr tun. Derselbige ist ein Mörder von Anfang und ist nicht bestanden in der Wahrheit; denn die Wahrheit ist nicht in ihm. Wenn er die Lügen redet, so redet er von seinem Eigenen; denn er ist ein Lügner und ein Vater derselbigen.

5. Mose 32,5: Die verkehrte und böse Art fällt von ihm ab; sie sind Schandflecken und nicht seine Kinder. (Gottlose sind keine Kinder Gottes))

c) uns mit väterlicher Liebe und Fürsorge, wie ein Vater seine Kinder, umfasst und uns mit allem Nötigen versorgt.

Ps. 103,13: Wie sich ein Vater über Kinder erbarmt, so erbarmt sich der Herr über die, so ihn fürchten.

+* 285.(370.) Warum setzt du hinzu: „den Allmächtigen, Schöpfer Himmels und der Erden“?

Anzuzeigen die unendliche Majestät und Allmacht, Weisheit, Gerechtigkeit und Güte Gottes, welche er eben im Werke der Schöpfung am allerdeutlichsten geoffenbart hat.

* Ps. 104,24: Herr, wie sind deine Werke so groß und viel! Du hast sie alle weislich geordnet, und die Erde ist voll deiner Güter.

Ps. 92,6.7: Herr, wie sind deine Werke so groß! Deine Gedanken sind so sehr tief. Ein Törichter glaubt das nicht, und ein Narr achtet solches nicht.

+* 286.(371.) Was ist nun der Inhalt dieses Artikels?

Ich glaube, dass mich Gott geschaffen hat samt allen Kreaturen, mir Leib und Seele, Augen, Ohren und alle Glieder, Vernunft und alle Sinne gegeben hat und noch erhält; dazu Kleider und Schuh, Essen und Trinken, Haus und Hof, Frau und Kind, Acker, Vieh und alle Güter, mit aller Notdurft und Nahrung des Leibes und Lebens reichlich und täglich versorget, gegen alle Gefahr beschirmet und vor allem Übel behütet und bewahret; und das alles aus lauter väterlicher, göttlicher Güte und Barmherzigkeit, ohne alle mein Verdienst und Würdigkeit, das alles ich ihm zu danken, zu loben und dafür zu dienen und gehorsam zu sein schuldig bin; das ist gewisslich wahr.

+* 287.(372.) Welche Wohltaten werden in der Katechismuserklärung dieses Artikels aufgezählt?

Vornehmlich zwei:

1. im Allgemeinen die Schöpfung aller Dinge;

2. die Erhaltung der erschaffenen Dinge oder die Vorsehung.

+288.(373.) Mit welchen Worten werden die Wohltaten der Schöpfung aufgezählt?

Mit den Worten: „Ich glaube, dass mich Gott geschaffen hat samt allen Kreaturen, mir Leib und Seele, Augen, Ohren und alle Glieder, Vernunft und alle Sinne gegeben hat.“

Von der Schöpfung

+* 289.(374.) Was heißt „schaffen“?

„Schaffen“ heißt: Etwas aus Nichts, durch das bloße Wort hervorbringen.

+* 290.(375.) Was ist also die Erschaffung oder Schöpfung?

Die Schöpfung ist eine Gott allein eigene und den drei Personen der Dreieinigkeit ungeteilt zustehende Handlung, durch welche der Vater zugleich mit dem gleich ewigen Sohn und dem Heiligen Geist alle guten Dinge, sichtbare und unsichtbare, innerhalb von sechs Tagen mit freiem Willen aus Nichts geschaffen hat, seine Allmacht, Weisheit und Güte zu bezeugen.

1 Mose 1: Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde. Und die Erde war wüst und leer, und es war finster auf der Tiefe; und der Geist Gottes schwebte auf dem Wasser. Und Gott sprach: Es werde Licht! und es ward Licht. Und Gott sah, daß das Licht gut war. Da schied Gott das Licht von der Finsternis und nannte das Licht Tag und die Finsternis Nacht. Da ward aus Abend und Morgen der erste Tag. Und Gott sprach: Es werde eine Feste zwischen den Wassern, und die sei ein Unterschied zwischen den Wassern. Da machte Gott die Feste und schied das Wasser unter der Feste von dem Wasser über der Feste. Und es geschah also. Und Gott nannte die Feste Himmel. Da ward aus Abend und Morgen der andere Tag. Und Gott sprach: Es sammle sich das Wasser unter dem Himmel an besondere Örter, daß man das Trockene sehe. Und es geschah also. Und Gott nannte das Trockene Erde, und die Sammlung der Wasser nannte er Meer. Und Gott sah, daß es gut war. Und Gott sprach: Es lasse die Erde aufgehen Gras und Kraut, das sich besame, und fruchtbare Bäume, da ein jeglicher nach seiner Art Frucht trage und habe seinen eigenen Samen bei sich selbst auf Erden. Und es geschah also. Und die Erde ließ aufgehen Gras und Kraut, das sich besamte, ein jegliches nach seiner Art, und Bäume, die da Frucht trugen und ihren eigenen Samen bei sich selbst hatten, ein jeglicher nach seiner Art. Und Gott sah, daß es gut war. Da ward aus Abend und Morgen der dritte Tag. Und Gott sprach: Es werden Lichter an der Feste des Himmels, die da scheiden Tag und Nacht und geben Zeichen, Zeiten, Tage und Jahre und seien Lichter an der Feste des Himmels, daß sie scheinen auf Erden. Und es geschah also. Und Gott machte zwei große Lichter: ein großes Licht, das den Tag regiere, und ein kleines Licht, das die Nacht regiere, dazu auch Sterne. Und Gott setzte sie an die Feste des Himmels, daß sie schienen auf die Erde und den Tag und die Nacht regierten und schieden Licht und Finsternis. Und Gott sah, daß es gut war. Da ward aus Abend und Morgen der vierte Tag. Und Gott sprach: Es errege sich das Wasser mit webenden und lebendigen Tieren, und Gevögel fliege auf Erden unter der Feste des Himmels. Und Gott schuf große Walfische und allerlei Getier, daß da lebt und webt, davon das Wasser sich erregte, ein jegliches nach seiner Art, und allerlei gefiedertes Gevögel, ein jegliches nach seiner Art. Und Gott sah, daß es gut war. Und Gott segnete sie und sprach: Seid fruchtbar und mehrt euch und erfüllt das Wasser im Meer; und das Gefieder mehre sich auf Erden. Da ward aus Abend und Morgen der fünfte Tag. Und Gott sprach: Die Erde bringe hervor lebendige Tiere, ein jegliches nach seiner Art: Vieh, Gewürm und Tiere auf Erden, ein jegliches nach seiner Art. Und es geschah also. Und Gott machte die Tiere auf Erden, ein jegliches nach seiner Art, und das Vieh nach seiner Art, und allerlei Gewürm auf Erden nach seiner Art. Und Gott sah, daß es gut war. Und Gott sprach: Laßt uns Menschen machen, ein Bild, das uns gleich sei, die da herrschen über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über das Vieh und über die ganze Erde und über alles Gewürm, das auf Erden kriecht. Und Gott schuf den Menschen ihm zum Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn; und schuf sie einen Mann und ein Weib. Und Gott segnete sie und sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und mehrt euch und füllt die Erde und macht sie euch untertan und herrscht über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über alles Getier, das auf Erden kriecht. Und Gott sprach: Seht da, ich habe euch gegeben allerlei Kraut, das sich besamt, auf der ganzen Erde und allerlei fruchtbare Bäume, die sich besamen, zu eurer Speise, und allem Getier auf Erden und allen Vögeln unter dem Himmel und allem Gewürm, das da lebt auf Erden, daß sie allerlei grünes Kraut essen. Und es geschah also. Und Gott sah alles an, was er gemacht hatte; und siehe da, es war sehr gut. Da ward aus Abend und Morgen der sechste Tag.

Jes. 45,7: Ich mache das Licht und schaffe die Finsternis, ich gebe Frieden und schaffe das Übel. Ich bin der Herr, der solches alles tut.

Hebr. 1,10: Du, Herr, hast von Anfang die Erde gegründet, und die Himmel sind deiner Hände Werk.

Joh. 1,1-3: Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort. Dasselbe war im Anfang bei Gott. Alle Dinge sind durch dasselbe gemacht, und ohne dasselbe ist nichts gemacht, was gemacht ist.

Hebr. 1,2: Durch den Sohn hat er auch die Welt gemacht.

Hiob 33,4: Der Geist Gottes hat mich gemachrt, und der Odem des Allmächtigen hat mir das Leben gegeben.

Ps. 33,6: Der Himmel ist durchs Wort des Herrn gemacht und all sein Heer durch den Geist seines Mundes.

Hebr. 11,3: Durch den Glauben merken wir, dass die Welt durch Gottes Wort fertig ist, dass alles, was man siehet, aus nichts geworden ist.

+* 291.(376.) Hat Gott durch Entwicklung (Evolution) geschaffen?

Nein; Schöpfung und Evolution oder Entwicklungstheorie schließen sich vielmehr aus. Denn die Heilige Schrift bezeugt:

1. Gott hat alles durch sein allmächtiges Wort erschaffen, und zwar ein jegliches nach seiner Art; die Arten sind nicht aus einander entstanden durch Zufall, Veränderung und Auslese (Selektion), wie es auch vor dem Sündenfall ja keinen Tod oder Zerstörung gab. (Weg der Schöpfung)

1. Mose 1,11.12: Und Gott sprach: Es lasse die Erde aufgehen Gras und Kraut, die Samen bringen, und fruchtbare Bäume, da ein jeglicher nach seiner Art Frucht trage und habe seinen eigenen Samen bei sich selbst auf Erden. Und es geschah also. Und die Erde ließ aufgehen Gras und Kraut, die Samen brachten, ein jegliches nach seiner Art, und Bäume, die da Frucht trugen und ihren eigenen Samen bei sich selbst hatten, ein jeglicher nach seiner Art. Und Gott sah, dass es gut war.

2. Gott hat alles innerhalb von sechs Tagen (wie unsere Tage sind) geschaffen und die Pflanzen und Lebewesen sind nicht durch zufällige Entwicklungen in Jahrmillionen entstanden. (Dauer der Schöpfung)

1. Mose 1,5: Da ward aus Abend und Morgen der erste Tag.

1. Mose 2,2: Und so vollendete Gott am siebten Tage seine Werke, die er machte, und ruhte am siebten Tage von allen seinen Werken, die er machte.

2. Mose 20,9-11: Sechs Tage sollst du arbeiten und alle deine Dinge beschicken; aber am siebenten Tage ist der Sabbat des HErrn, deines GOttes. Da sollst du kein Werk tun, noch dein Sohn, noch deine Tochter, noch dein Knecht, noch deine Magd, noch dein Vieh, noch dein Fremdling, der in deinen Toren ist. Denn in sechs Tagen hat der HErr Himmel und Erde gemacht und das Meer und alles, was drinnen ist, und ruhete am siebenten Tage. Darum segnete der HErr den Sabbattag und heiligte ihn.

3. Gott hat dabei zuerst die Wasser- und die Lufttiere erschaffen, danach die Landtiere, alle jeweils nach ihrer Art, und als Krone der Schöpfung den Menschen. (Reihenfolge der Schöpfung)

1. Mose 1,20-27: Und GOtt sprach: Es bringe hervor das Wasser sich regende, lebendige Tiere und Vögel, die auf Erden unter der Feste des Himmels fliegen. Und GOtt schuf große Walfische und allerlei Tier, das da lebet und webet und vom Wasser erreget ward, ein jegliches nach seiner Art; und allerlei gefiedertes Gevögel, ein jegliches nach seiner Art. Und GOtt sah, daß es gut war. Und GOtt segnete sie und sprach: Seid fruchtbar und mehret euch und erfüllet das Wasser im Meer; und das Gevögel mehre sich auf Erden. Da ward aus Abend und Morgen der fünfte Tag. Und GOtt sprach: Die Erde bringe hervor lebendige Tiere, ein jegliches nach seiner Art: Vieh, Gewürm und Tier auf Erden, ein jegliches nach seiner Art. Und es geschah also. Und GOtt machte die Tiere auf Erden, ein jegliches nach seiner Art, und das Vieh nach seiner Art und allerlei Gewürm auf Erden nach seiner Art. Und GOtt sah, daß es gut war. Und GOtt sprach: Laßt uns Menschen machen, ein Bild, das uns gleich sei, die da herrschen über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über das Vieh und über die ganze Erde und über alles Gewürm, das auf Erden kreucht. Und GOtt schuf den Menschen ihm zum Bilde, zum Bilde GOttes schuf er ihn; und schuf sie einen Mann und eine Frau.

4. Der gesamte Kosmos, also die gesamte Schöpfung, ist ein hochkompliziertes Gebilde, in dem alle Teile aufeinander abgestimmt sind und genauestens zusammen passen, was deutlich macht, dass allem ein genaues Programm oder Plan zugrunde liegen muss, was eindeutig auf den allwissenden und allmächtigen Schöpfer verweist. Gott, der Schöpfer, konnte beim Abschluss der Schöpfung urteilen: „Siehe, es war sehr gut.“ (1. Mose 1,31) Krankheit, Leid, Tod gehören nicht automatisch zum Kosmos dazu, sondern sind vielmehr eine Folge des Sündenfalls. (Qualität der Schöpfung)

Röm. 1,19.20: Denn daß man weiß, daß GOtt sei, ist ihnen offenbar; denn GOtt hat es ihnen offenbart damit, daß GOttes unsichtbares Wesen, das ist, seine ewige Kraft und Gottheit, wird ersehen, so man des wahrnimmt an den Werken, nämlich an der Schöpfung der Welt, also daß sie keine Entschuldigung haben.

Röm. 6,23: Der Tod ist der Sünde Sold; Gottes Gabe aber das ewige Leben in Christus Jesus, unserem Herrn.

5. Die Evolutionstheorie stellt einen direkten Angriff auf den biblischen Glauben und die biblische Lehre dar, denn die Bibel geht, etwa auch in der Lehre von der Rechtfertigung (Röm. 5), von der geschichtlichen Tatsache von Adam und Eva als den ersten Menschen aus. Sie leugnet letztlich den Sündenfall und damit die Verantwortlichkeit des Menschen für die Sünde und ist der Versuch, die allen Menschen innewohnende natürliche Gotteserkenntnis zu zerstören. Biblische Lehre und Evolutionstheorie sind daher unvereinbar.

Röm. 1,22: Da sie sich für weise hielten, sind sie zu Narren geworden.

Ps. 19,2-4: Ein Tag sagt’s dem andern, und eine Nacht tut’s kund der andern. Es ist keine Sprache noch Rede, da man nicht ihre Stimme höre. Ihre Schnur gehet aus in alle Lande und ihre Rede an der Welt Ende; er hat der Sonne eine Hütte in denselben gemacht.

+* 292.(377.) Wie vielerlei sind die Geschöpfe?

Zweierlei: 1. die unsichtbaren, als da sind die Engel oder Geister; 2. die sichtbaren, als da sind alle andern Kreaturen in dieser ganzen Welt.

Kol. 1,16: Denn durch ihn isdt alles geschaffen, das im Himmel und auf Erden ist, das Sichtbare und Unsichtbare, beide, die Thronen und Herrschaften und Fürstentümer und Obrigkeiten; es ist alles durch ihn und zu ihm geschaffen.

Von den Engeln

+* 293.(378.) Was sind denn nun die Engel?

Die Engel sind erschaffene Geister, mit Verstand begabt, von Gott gut, gerecht, heilig, mächtig geschaffen, damit sie ihn preisen, dem Menschen dienen und die ewige Seligkeit genießen.

Ps. 104,4: Du machest deine Engel zu winden und deine Diener zu Feuerflammen.

Hebr. 1,14: Sind sie nicht allzumal dienstbare Geister, ausgesandt zum Dienst um derer willen, die ererben sollen die Seligkeit?

Kol. 1,16: Durch ihn ist alles geschaffen, was im Himmel und auf Erden ist, das Sichtbare und Unsichtbare, beide, die Throne und Herrschaften und Fürstentümer und Obrigkeiten; es ist alles durch ihn und zu ihm geschaffen.

Offenb. 19,10: Und ich fiel vor ihn zu seinen Füßen. Und er sprach zu mir: Siehe zu, tu es nicht; ich dein Mitknecht und deiner Brüder und derer, die das Zeugnis Jesu haben. Bete Gott an!

+* 294.(379.) Wie mancherlei sind die Engel?

Zweierlei: gute und böse.

Judas 6: Auch die Engel, die ihr Fürstentum nicht behielten, sondern verließen ihre Behausung, werden behalten zum Gericht des großen Tages mit ewigen Banden in Finsternis.

+* 295.(380.) Welche nennst du gute Engel?

Diejenigen, welche so geblieben sind, wie sie Gott erschaffen hat, und die nunmehr in ihrer Seligkeit und im Guten bestätigt und so fest geworden sind, dass sie nicht mehr fallen können.

* Matth. 18,10: Ihre Engel sehen allezeit das Angesicht meines Vaters im Himmel.

Matth. 25,31: Wenn aber des Menschen Sohn kommen wird in seiner Herrlichkeit und alle heiligen Engel mit ihm, dann wird er sitzen auf dem Stuhl seiner Herrlichkeit. (heilig)

Luk. 15,10: Also auch, sage ich euch, wird Freude sein vor den Engeln Gottes über einen Sünder, der Buße tut.

2. Sam. 14,10. Aber mein Herr ist weise, wie die Weisheit eines Engels Gottes, dass er merkt alles auf Erden. (weise)

2. Kge 19,35: Und in derselben Nacht fuhr aus der Engel des Herrn und schlug im Lager von Assyrien 185.000 Mann. Und da sie sich des Morgens früh aufmachten, siehe, da lag es alles eitel tote Leichname. (mächtig)

Dan. 7,10: Tausendmal tausend dienen ihm, und zehntausendmal zehntausend standen vor ihm. (große Zahl)

1. Mose 3,24: Und (der Herr) ... lagerte vor den Garten Eden den Cherub.

Jes. 6,2: Seraphim standen über ihm, ein jeglicher hatte sechs Flügel; mit zwei deckten sie ihr Antlitz, mit zwei deckten sie ihre Füße, und mit zwei flogen sie.

Kol. 1,16: Durch ihn ist alles geschaffen, das im Himmel und auf Erden ist, das Sichtbare und Unsichtbare, beide, die Thronen und Herrschaften und Fürstentümer und Obrigkeiten.

Dan. 10,13: Michael, der vornehmsten Fürsten einer, kam mir zu Hilfe.

Luk. 1,19: Der Engel antwortete und sprach zu ihm (Zacharias): Ich bin Gabriel, der vor Gott stehet. (Namen)

+* 296.(383.) Was ist aber das Amt dieser guten Engel?

Ihr Amt ist vornehmlich, Gott und den Menschen zu dienen. Gott dienen sie

1. mit Psalmen und Lobgesängen, in denen sie sein Lob verkündigen, Jes. 6,3; Ps. 103,20; Luk. 2,13; Ps. 104,4;

* Ps. 103,20: Lobet den Herrn, ihr seine Engel, ihr starken Helden, die ihr seinen Befehl ausrichtet, dass man höre die Stimme seines Worts.

Jes. 6,3: Und einer (der Seraphim) rief zum andern und sprach: Heilig, heilig, heilig ist der Herr Zebaoth, alle Lande sind seiner Ehre voll!

Luk. 2,13.14: Und alsbald war da bei dem Engel die Menge der himmlischen Heerscharen, die lobten GOtt und sprachen: Ehre sei GOtt in der Höhe und Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen!

2. durch Dienstleistung, indem sie seine Befehle ausrichten, Ps. 104,4.

* Ps. 104,4: Der du machst deine Engel zu Winden und deine Diener zu Feuerflammen.

Den Menschen dienen sie auf mancherlei Weise:

1. indem sie denen behilflich sind, die die Seligkeit ererben sollen, Hebr. 1,14;

* Hebr. 1,14: Sind sie nicht allzumal dienstbare Geister, ausgesandt zum Dienst um derer willen, die ererben sollen die Seligkeit?

2. indem sie sie behüten, Ps. 91,11;

* Ps. 91,11.12: Er hat seinen Engeln befohlen über dir, dass sie dich behüten auf deinen Wegen, dass sie dich auf den Händen tragen und du deinen Fuß nicht an einen Stein stößest.

* Ps. 34,8: Der Engel des Herrn lagert sich um die her, so ihn fürchten und hilft ihnen aus.

3. indem sie ihre Seelen in Abrahams Schoß tragen, Luk. 16,22.

Luk. 16,22: Es begab sich aber, dass der Arme starb und ward getragen von den Engeln in Abrahams Schoß.

1. Mose 19: “Die zween Engel kamen gen Sodom des Abends. Lot aber saß zu Sodom unter dem Tor. Und da er sie sah, stund er auf ihnen entgegen und bückte sich mit seinem Angesicht auf die Erde und sprach: Siehe, HErr, kehret doch ein zum Hause eures Knechts und bleibet über Nacht; lasset eure Füße waschen, so stehet ihr morgens frühe auf und ziehet eure Straße. Aber sie sprachen: Nein, sondern wir wollen über Nacht auf der Gasse bleiben. Da nötigte er sie fast; und sie kehrten zu ihm ein und kamen in sein Haus. Und er machte ihnen ein Mahl und buk ungesäuerte Kuchen; und sie aßen. Aber ehe sie sich legten, kamen die Leute der Stadt Sodom und umgaben das Haus, jung und alt, das ganze Volk aus allen Enden, und forderten Lot und sprachen zu ihm: Wo sind die Männer, die zu dir kommen sind diese Nacht? Führe sie heraus zu uns, daß wir sie erkennen. Lot ging heraus zu ihnen vor die Tür und schloß die Tür hinter ihm zu und sprach: Ach, lieben Brüder, tut nicht so übel! Siehe, ich habe zwo Töchter, die haben noch keinen Mann erkannt; die will ich herausgeben unter euch, und tut mit ihnen, was euch gefällt; alleine diesen Männern tut nichts, denn darum sind sie unter die Schatten meines Dachs eingegangen. Sie aber sprachen: Komm hieher! Da sprachen sie: Du bist der einige Fremdling hie und willst regieren? Wohlan, wir wollen dich baß plagen denn jene! Und sie drangen hart auf den Mann Lot. Und da sie hinzuliefen und wollten die Tür aufbrechen, griffen die Männer hinaus und zogen Lot hinein zu ihnen ins Haus und schlossen die Tür zu. Und die Männer vor der Tür am Hause wurden mit Blindheit geschlagen, beide klein und groß, bis sie müde wurden und die Tür nicht finden konnten. Und die Männer sprachen zu Lot: Hast du noch irgend hie einen Eidam und Söhne und Töchter, und wer dir angehöret in der Stadt, den führe aus dieser Stätte. Denn wir werden diese Stätte verderben, darum daß ihr Geschrei groß ist vor dem HErrn; der hat uns gesandt, sie zu verderben. Da ging Lot hinaus und redete mit seinen Eidamen, die seine Töchter nehmen sollten: Machet euch auf und gehet aus diesem Ort; denn der HErr wird diese Stadt verderben. Aber es war ihnen lächerlich. Da nun die Morgenröte aufging, hießen die Engel den Lot eilen und sprachen: Mache dich auf, nimm dein Weib und deine zwo Töchter, die vorhanden sind, daß du nicht auch umkommest in der Missetat dieser Stadt. Da er aber verzog, ergriffen die Männer ihn und sein Weib und seine zwo Töchter bei der Hand, darum daß der HErr sein verschonete, und führten ihn hinaus und ließen ihn außen vor der Stadt. Und als sie ihn hatten hinausgebracht, sprach er: Errette deine Seele und sieh nicht hinter dich; auch stehe nicht in dieser ganzen Gegend. Auf dem Berge errette dich, daß du nicht umkommest. Aber Lot sprach zu ihnen: Ach nein, HErr! Siehe, dieweil dein Knecht Gnade funden hat vor deinen Augen, so wollest du deine Barmherzigkeit groß machen, die du an mir getan hast, daß du meine Seele bei dem Leben erhieltest. Ich kann mich nicht auf dem Berge erretten; es möchte mich ein Unfall ankommen, daß ich stürbe. Siehe, da ist eine Stadt nahe, darein ich fliehen mag, und ist klein, daselbst will ich mich erretten; ist sie doch klein, daß meine Seele lebendig bleibe. Da sprach er zu ihm: Siehe, ich habe auch in diesem Stück dich angesehen, daß ich die Stadt nicht umkehre, davon du geredet hast. Eile und errette dich daselbst, denn ich kann nichts tun, bis daß du hinein kommest. Daher ist diese Stadt genannt Zoar.

1. Mose 28,12: Und ihm (Jakob) träumte, und siehe, eine Leiter stand auf Erden, die rührte mit ihrer Spitze an den Himmel, und siehe, die Engel Gottes tiegen daran auf und nieder.

1. Mose 32,1.2: Jakob zog seinen Weg; und es begegneten ihm die Engel Gottes. Und da er sie sah, sprach er: Es sind Gottes Heere; und hieß dieselbe Stätte Mahanaim.

2. Kge 2,11: Und da sie (Elia und Elisa) mit einander gingen, und er redete, siehe, da kam ein feuriger Wagen mit feurigen Rossen, und schieden die beiden von einander; und Elia fuhr also im Wetter gen Himmel.

2. Kge 6,15-17: Und der Diener des Mannes GOttes stund frühe auf, daß er sich aufmachte und auszöge; und siehe, da lag eine Macht um die Stadt mit Rossen und Wagen. Da sprach sein Knabe zu ihm: Awe, mein Herr! Wie wollen wir nun tun? Er sprach: Fürchte dich nicht; denn derer ist mehr, die bei uns sind, denn derer, die bei ihnen sind. Und Elisa betete und sprach: HErr, öffne ihm die Augen, daß er sehe! Da öffnete der HErr dem Knaben seine Augen, daß er sah; und siehe, da war der Berg voll feuriger Rosse und Wagen um Elisa her.

Dan. 6,22: (Daniel sprach:) Der Herr hat seinen Engel gesandt, der den Löwen den Rachen zugehalten hat, dass sie mir kein Leid getan haben.

Apg. 5,18: Und (die Sadduzäer) legten die Hände an die Apostel und warfen sie in das allgemeine Gefängnis. Aber der Engel des Herrn tat in der Nacht die Tür des Gefängnisses auf und führte sie heraus und sprach: Gehet hin und tretet auf und redet im Tempel zum Volk alle Worte dieses Lebens.

Apg. 12,5-: “Und Petrus ward zwar im Gefängnis gehalten; aber die Gemeinde betete ohne Aufhören für ihn zu GOtt. Und da ihn Herodes wollte vorstellen, in derselbigen Nacht schlief Petrus zwischen zwei Kriegsknechten, gebunden mit zwo Ketten, und die Hüter vor der Tür hüteten das Gefängnis. Und siehe, der Engel des HErrn kam daher, und ein Licht schien in dem Gemach; und schlug Petrus an die Seite und weckte ihn auf und sprach: Stehe behende auf! Und die Ketten fielen ihm von seinen Händen. Und der Engel sprach zu ihm: Gürte dich und tu deine Schuhe an! Und er tat also. Und er sprach zu ihm: Wirf deinen Mantel um dich und folge mir nach! Und er ging hinaus und folgte ihm und wußte nicht, daß ihm wahrhaftig solches geschähe durch den Engel, sondern es deuchte ihn, er sähe ein Gesicht. Sie gingen aber durch die erste und andere Hut und kamen zu der eisernen Tür, welche zur Stadt führet; die tat sich ihnen von selber auf. Und traten hinaus und gingen hin eine Gasse lang; und also bald schied der Engel von ihm. Und da Petrus zu sich selber kam, sprach er: Nun weiß ich wahrhaftig, daß der HErr seinen Engel gesandt hat und mich errettet aus der Hand des Herodes und von allem Warten des jüdischen Volks. (Beispiele)

+* 297.(384.) Welche nennst du böse Engel?

Diejenigen, welche nicht gut und heilig geblieben sind, wie sie von Gott erschaffen wurden, sondern welche aus freien Stücken ihre Behausung verlassen haben, Brief Judas’ V. 6, und böse geworden sind und beständig so bleiben und also Gottes und der Menschen abgesagte Feinde geworden sind, daher sie Gott zu beleidigen und die Menschen zu verführen und um ihre Seligkeit zu bringen sich bemühen.

2 Petr. 2,4: Denn so Gott die Engel, die gesündiget haben, nicht verschonet hat, sondern hat sie mit Ketten der Finsternis zur Hölle verstoßen und übergeben, dass sie zum Gerichte behalten werden. (verblendet)

* Judas 6: Auch die Engel, die ihr Fürstentum nicht behielten, sondern verließen ihre Behausung, werden behalten zum Gericht des großen Tages mit ewigen Banden in Finsternis.

Luk. 8,30: Und Jesus fragte ihn und sprach: Wie heißest du? Er sprach: Legion. Denn es waren viele Teufel in ihn gefahren.

Offenb. 12,7: Und es erhob sich ein Streit im Himmel: Michael und seine Engel stritten mit dem Drachen. Und der Drache stritt und sseine Engel.

Joh. 8,44: Ihr seid von dem Vater, dem Teufel, und nach eures Vaters Lust wollt ihr tun. Derselbe ist ein Mörder von Anfang und ist nicht bestanden in der Wahrheit; denn die Wahrheit ist nicht in ihm. Wenn er die Lügen redet, so redet er von seinem Eigenen; denn er ist ein Lügner und ein Vater derselben.

Matth. 13,28: Das hat der Feind getan.

Eph. 6,11: Ziehet an den Harnisch Gottes, dass ihr bestehet könnet gegen die listigen Anläufe des Teufels. (listig)

Luk. 11,21: Wenn ein starker Gewappneter seinen Palast bewahrt, so bleibt das Seine mit Frieden. (stark)

Matth. 8,31.32: “Da baten ihn die Teufel und sprachen: Willst du uns austreiben, so erlaube uns, in die Herde Säue zu fahren. Und er sprach: Fahret hin! Da fuhren sie aus und fuhren in die Herde Säue. Und siehe, die ganze Herde Säue stürzete sich mit einem Sturm ins Meer und ersoffen im Wasser. (ohnmächtig)

Mark. 5,9: Und er (Jesus) fragte ihn (den unsauberen Geist): Wie heißest du? Und er antwortete und sprach: Legion heiße ich, denn unser ist viel. (große Anzahl)

Luk. 11,15: Er treibt die Teufel aus durch Beelzebub, den Obersten der Teufel. (Oberster)

* 1. Petr. 5,8: Seid nüchtern und wachet; denn euer Widersacher, der Teufel, gehet umher wie ein brüllender Löwe und suchet, welchen er verschlinge.

Matth. 4,1: Da ward Jesus vom Geist in die Wüste geführt, auf dass er von dem Teufel versucht würde.

1. Mose 3,1: Und die Schlange war listiger als alle Tiere auf dem Felde, die Gott der Herr gemacht hatte, und sprach zu der Frau: Ja, sollte Gott gesagt haben: Ihr sollt nicht essen von allerlei Bäumen im Garten?

Vgl. Offenb. 12,9: Und es ward ausgeworfen der große Drache, die alte Schlange, die da heißt der Teufel und Satanas, der die ganze Welt verführt.

* Jak. 4,7: Widerstehet dem Teufel, so flieht er von euch.

Eph. 6,12: Wir haben nicht mit Fleisch und Blut zu kämpfen, sondern mit Fürsten und Gewaltigen, nämlich mit den Herren der Welt, die in der Finsternis dieser Welt herrschen, mit den bösen Geistern unter dem Himmel.

Luk. 8,12: Die an dem Wege sind, das sind, die es (das Wort) hören; darnach kommt der Teufel und nimmt das Wort von ihrem Herzen, auf dass sie nicht glauben und selig werden.

Luk. 11,24-26: Wenn der unsaubere Geist von dem Menschen ausfähret, so durchwandelt er dürre Stätten, suchet Ruhe und findet sie nicht; so spricht er: Ich will wieder umkehren in mein Haus, daraus ich gegangen bin. Und wenn er kommt, so findet er’s mit Besemen gekehret und geschmücket. Dann gehet er hin und nimmt sieben Geister zu sich, die ärger sind denn er selbst; und wenn sie hineinkommen, wohnen sie da; und wird hernach mit demselbigen Menschen ärger denn vorhin.

Luk. 22,31: Der Herr aber sprach: Simon, Simon, siehe, der Satanas hat euer begehrt, dass er euch möchte sichten wie den Weizen.

Hiob 1; 2: Es war ein Mann im Lande Uz, der hieß Hiob. Derselbe war schlecht und recht, gottesfürchtig und meidete das Böse. Und zeugete sieben Söhne und drei Töchter. Und seines Viehes waren siebentausend Schafe, dreitausend Kamele, fünfhundert Joch Rinder und fünfhundert Eselinnen und sehr viel Gesindes; und er war herrlicher denn alle, die gegen Morgen wohneten. Und seine Söhne gingen hin und machten Wohlleben, ein jeglicher in seinem Hause auf seinen Tag; und sandten hin und luden ihre drei Schwestern, mit ihnen zu essen und zu trinken. Und wenn ein Tag des Wohllebens um war, sandte Hiob hin und heiligte sie; und machte sich des Morgens frühe auf und opferte Brandopfer nach ihrer aller Zahl. Denn Hiob gedachte: Meine Söhne möchten gesündiget und GOtt gesegnet haben in ihrem Herzen. Also tat Hiob alle Tage. Es begab sich aber auf einen Tag, da die Kinder GOttes kamen und vor den HErrn traten, kam der Satan auch unter ihnen. Der HErr aber sprach zu dem Satan: Wo kommst du her? Satan antwortete dem HErrn und sprach: Ich habe das Land umher durchzogen. Der HErr sprach zu Satan: Hast du nicht achtgehabt auf meinen Knecht Hiob? Denn es ist seinesgleichen nicht im Lande, schlecht und recht, gottesfürchtig und meidet das Böse. Satan antwortete dem HErrn und sprach: Meinest du, daß Hiob umsonst GOtt fürchtet? Hast du doch ihn, sein Haus und alles, was er hat, rings umher verwahret. Du hast das Werk seiner Hände gesegnet, und sein Gut hat sich ausgebreitet im Lande. Aber recke deine Hand aus und taste an alles, was er hat; was gilt’s, er wird dich ins Angesicht segnen? Der HErr sprach zu Satan: Siehe, alles, was er hat, sei in deiner Hand; ohne allein an ihn selbst lege deine Hand nicht. Da ging Satan aus von dem HErrn. Des Tages aber, da seine Söhne und Töchter aßen und tranken Wein in ihres Bruders Hause, des Erstgeborenen, kam ein Bote zu Hiob und sprach: Die Rinder pflügeten, und die Eselinnen gingen neben ihnen an der Weide; da fielen die aus Reicharabien herein und nahmen sie und schlugen die Knaben mit der Schärfe des Schwerts; und ich bin allein entronnen, daß ich dir’s ansagte. Da der noch redete, kam ein anderer und sprach: Das Feuer GOttes fiel vom Himmel und verbrannte Schafe und Knaben und verzehrete sie; und ich bin allein entronnen, daß ich dir’s ansagte. Da der noch redete, kam einer und sprach: Die Chaldäer machten drei Spitzen und überfielen die Kamele und nahmen sie und schlugen die Knaben mit der Schärfe des Schwerts; und ich bin allein entronnen, daß ich dir’s ansagte. Da der noch redete, kam einer und sprach: Deine Söhne und Töchter aßen und tranken im Hause ihres Bruders, des Erstgebornen; und siehe, da kam ein großer Wind von der Wüste her und stieß auf die vier Ecken des Hauses und warf’s auf die Knaben, daß sie starben; und ich bin allein entronnen, daß ich dir’s ansagte. Da stund Hiob auf und zerriß sein Kleid und raufte sein Haupt; und fiel auf die Erde und betete an und sprach: Ich bin nackend von meiner Mutter Leibe kommen, nackend werde ich wieder dahinfahren. Der HErr hat’s gegeben, der HErr hat’s genommen; der Name des HErrn sei gelobt! In diesem allem sündigte Hiob nicht und tat nichts Törichtes wider GOtt. Es begab sich aber des Tages, da die Kinder GOttes kamen und traten vor den HErrn, daß Satan auch unter ihnen kam und vor den HErrn trat. Da sprach der HErr zu dem Satan: Wo kommst du her? Satan antwortete dem HErrn und sprach: Ich habe das Land umher durchzogen. Der HErr sprach zu dem Satan: Hast du nicht acht auf meinen Knecht Hiob gehabt? Denn es ist seinesgleichen im Lande nicht, schlecht und recht, gottesfürchtig und meidet das Böse und hält noch fest an seiner Frömmigkeit; du aber hast mich bewegt, daß ich ihn ohne Ursache verderbet habe. Satan antwortete dem HErrn und sprach: Haut für Haut; und alles, was ein Mann hat, läßt er für sein Leben. Aber recke deine Hand aus und taste sein Gebein und Fleisch an; was gilt’s, er wird dich ins Angesicht segnen? Der HErr sprach zu dem Satan: Siehe da, er sei in deiner Hand; doch schone seines Lebens! Da fuhr der Satan aus vom Angesicht des HErrn und schlug Hiob mit bösen Schwären von der Fußsohle an bis auf seine Scheitel. Und er nahm einen Scherben und schabte sich und saß in der Asche.

Von dem Ebenbild Gottes im Menschen

+* 298.(387.) Was verstehen wir unter den sichtbaren Kreaturen?

Alle lebendigen und leblosen Geschöpfe Gottes, als: die wilden und zahmen Tiere, die Vögel, die Fische, das Gewürm, die Sonne, Mond und Sterne, das Gras, die Blumen, Kräuter, Bäume und dergleichen, davon das 1. Kapitel des 1. Buchs Moses zu lesen, vornehmlich aber den Menschen.

+* 299.(388.) Wie beweist du, dass der Mensch unter den sichtbaren Kreaturen die vornehmste sei?

Die vornehmste unter allen (sichtbaren) Kreaturen ist der Mensch, weil ihn Gott nicht allein gleich den übrigen lebenden Wesen erschaffen, ihm Leib und Seele, Augen, Ohren und alle Glieder kunstvoll zubereitet, Vernunft und alle Sinne gegeben, sondern ihn auch aus besonderer Gnade zu seinem Ebenbild und Gleichnis geschaffen hat.

1. Mose 2,7.21.22: Und Gott der Herr machte den Menschen aus einem Erdenkloß, und er blies ihm ein den lebendigen Odem in seiner Nase. Und also ward der Mensch eine lebendige Seele. Da ließ GOtt der HErr einen tiefen Schlaf fallen auf den Menschen, und er entschlief. Und nahm seiner Rippen eine und schloß die Stätte zu mit Fleisch. Und GOtt der HErr bauete ein Weib aus der Rippe, die er von dem Menschen nahm, und brachte sie zu ihm.

Ps. 139,14: Ich danke dir darüber, dass ich wunderbar gemacht bin; wunderbar sind deine Werke, und das erkennt meine Seele wohl.

* 1. Mose 1,26.27: Und GOtt sprach: Laßt uns Menschen machen, ein Bild, das uns gleich sei, die da herrschen über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über das Vieh und über die ganze Erde und über alles Gewürm, das auf Erden kreucht. Und GOtt schuf den Menschen ihm zum Bilde, zum Bilde GOttes schuf er ihn; und schuf sie einen Mann und eine Frau.

+* 300.(390.) Was und welcherlei ist denn aber das Ebenbild Gottes?

Es ist nichts anderes als die wahre Gerechtigkeit und Heiligkeit, in welcher der erste Mensch erschaffen worden ist, Eph. 4,24; welche in der höchsten Vollkommenheit des ganzen Menschen, in der rechten Beschaffenheit, Unversehrtheit und Reinheit aller Kräfte Leibes und der Seele und deren Gleichförmigkeit mit dem göttlichen Gesetz bestand.

* Eph. 4,24: Ziehet den neuen Menschen an, der nach Gott geschaffen ist in rechtschaffener Gerechtigkeit und Heiligkeit.

* Kol. 3,10: Ziehet den neuen [Menschen] an, deer da erneuert wird zu der Erkenntnis nach dem Ebenbilde des, der ihn geschaffen hat.

Pred. 7,30: Alleine schaue das, ich habe gefunden, dass Gott den Menschen hat aufrichtig gemacht.

1. Mose 1,31: Und Gott sah an alles, was er gemacht hatte; und siehe da, es war sehr gut. (Wille)

1. Mose 2,19.20.23: Denn als GOtt der HErr gemacht hatte von der Erde allerlei Tiere auf dem Felde und allerlei Vögel unter dem Himmel, brachte er sie zu dem Menschen, daß er sähe, wie er sie nennete; denn wie der Mensch allerlei lebendige Tiere nennen würde, so sollten sie heißen. Und der Mensch gab einem jeglichen Vieh und Vogel unter dem Himmel und Tier auf dem Felde seinen Namen; aber für den Menschen ward keine Gehilfin gefunden, die um ihn wäre. ... Da sprach der Mensch: Das ist doch von meinem Bein und Fleisch von meinem Fleisch. Man wird sie Männin heißen, darum, dass sie vom Manne genommen ist. (Verstand)

1. Mose 1,26: Und Gott sprach: Lasst uns Menschen machen, ein Bild, das uns gleich sei, die da herrschen über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über das Vieh und über die ganze Erde und über alles Gewürm, das auf Erden kriecht. (Herrschaft)

1. Mose 2,8: Und Gott der Herr pflanzte einen Garten in Eden, gegen Morgen [Osten], und setzte den Menschen drein, den er gemacht hatte. (seliger Ort)

1. Mose 2,17: Von dem Baum der Erkenntnis von Gutem und Bösen sollst du nicht essen. Denn an welchem Tag du davon isst, wirst du sterben. (unsterblich)

1. Mose 2,25: Und sie waren beide nackt, der Mensch und seine Frau; und schämten sich nicht. (ohne böse Lust)

+* 301.(392.) Ist dieses Ebenbild von Adam auf seine Nachkommen fortgepflanzt worden?

Keineswegs. Sondern durch den Sündenfall desselben ist es verloren und ist diese anerschaffene Vollkommenheit der Natur gräulich zerrüttet und verderbt worden. Daher es folgerichtig von Adam heißt, dass er Kinder (nicht nach dem ursprünglich ihm anerschaffenen göttlichen Ebenbilde, sondern) nach seinem (durch die Sünde verdorbenen) Bilde gezeugt habe.

1 Mose 5,1-3: Dies ist das Buch von des Menschen Geschlecht [von den Fortpflanzungen Adams]. Da Gott den menschen schuf, machte er ihn nach dem Gleichnis Gottes und schuf sie einen Mann und eine Frau und segnete sie und hieß ihren Namen Mensch, zur Zeit, da sie geschaffen wurden. Und Adam war hundertunddreißig Jahre alt und zeugte einen Sohn, der seinem Bilde ähnlich war, und hieß ihn Seth.

Eph. 2,1-3: Und auch euch, da ihr tot waret durch Übertretungen und Sünden, in welchen ihr weiland gewandelt habt nach dem Lauf dieser Welt und nach dem Fürsten, der in der Luft herrscht, nämlich nach dem Geist, der zu dieser Zeit sein Werk hat in den Kindern des Unglaubens, unter welchen auch wir alle weiland unsern Wandel gehabt haben in den Lüsten unsers Fleisches und taten den Willen des Fleisches und der Vernunft und waren auch Kinder des Zorns von Natur, gleichwie auch die andern.

Eph. 5,8: Ihr waret einst Finsternis; nun aber seid ihr ein Licht in dem Herrn.

Röm. 8,7: Fleischlich gesinnet sein ist eine Feindschaft gegen Gott, denn es dem Gesetze Gottes nicht untertan ist; denn es vermag es auch nicht.

Kol. 2,13: Er hat auch euch mit ihm lebendig gemacht, da ihr tot waret in den Sünden und in der Vorhaut eures Fleisches, und hat uns geschenkt alle Sünden.

1. Mose 3,1-24: Und die Schlange war listiger denn alle Tiere auf dem Felde, die GOtt der HErr gemacht hatte, und sprach zu dem Weibe: Ja, sollte GOtt gesagt haben: Ihr sollt nicht essen von allerlei Bäumen im Garten. Da sprach das Weib zu der Schlange: Wir essen von den Früchten der Bäume im Garten; aber von den Früchten des Baumes mitten im Garten hat GOtt gesagt: Esset nicht davon, rühret es auch nicht an, daß ihr nicht sterbet! Da sprach die Schlange zum Weibe: Ihr werdet mitnichten des Todes sterben; sondern GOtt weiß, daß, welches Tages ihr davon esset, so werden eure Augen aufgetan, und werdet sein wie GOtt und wissen, was gut und böse ist. Und das Weib schauete an, daß von dem Baum gut zu essen wäre und lieblich anzusehen, daß es ein lustiger Baum wäre, weil er klug machte, und nahm von der Frucht und aß und gab ihrem Mann auch davon, und er aß. Da wurden ihrer beiden Augen aufgetan und wurden gewahr, daß sie nackend waren, und flochten Feigenblätter zusammen und machten ihnen Schürze. Und sie höreten die Stimme GOttes des HErrn, der im Garten ging, da der Tag kühl worden war. Und Adam versteckte sich mit seinem Weibe vor dem Angesicht GOttes des HErrn unter die Bäume im Garten. Und GOtt der HErr rief Adam und sprach zu ihm: Wo bist du? Und er sprach: Ich hörete deine Stimme im Garten und fürchtete mich, denn ich bin nackend; darum versteckte ich mich. Und er sprach: Wer hat dir’s gesagt, daß du nackend bist? Hast du nicht gegessen von dem Baum, davon ich dir gebot, du solltest nicht davon essen? Da sprach Adam: Das Weib, das du mir zugesellet hast, gab mir von dem Baum, und ich aß. Da sprach GOtt der HErr zum Weibe: Warum hast du das getan? Das Weib sprach: Die Schlange betrog mich also, daß ich aß. Da sprach GOtt der HErr zu der Schlange: Weil du solches getan hast, seiest du verflucht vor allem Vieh und vor allen Tieren auf dem Felde. Auf deinem Bauch sollst du gehen und Erde essen dein Leben lang. Und ich will Feindschaft setzen zwischen dir und dem Weibe und zwischen deinem Samen und ihrem Samen. Der selbe soll dir den Kopf zertreten, und du wirst ihn in die Ferse stechen. Und zum Weibe sprach er: Ich will dir viel Schmerzen schaffen, wenn du schwanger wirst; du sollst mit Schmerzen Kinder gebären; und dein Wille soll deinem Mann unterworfen sein, und er soll dein Herr sein. Und zu Adam sprach er: Dieweil du hast gehorchet der Stimme deines Weibes und gegessen von dem Bäume, davon ich dir gebot und sprach: Du sollst nicht davon essen; verflucht sei der Acker um deinetwillen; mit Kummer sollst du dich drauf nähren dein Leben lang. Dornen und Disteln soll er dir tragen, und sollst das Kraut auf dem Felde essen. Im Schweiß deines Angesichts sollst du dein Brot essen, bis daß du wieder zu Erde werdest, davon du genommen bist. Denn du bist Erde und sollst zu Erde werden. Und Adam hieß sein Weib Heva, darum daß sie eine Mutter ist aller Lebendigen. Und GOtt der HErr machte Adam und seinem Weibe Röcke von Fellen und zog sie ihnen an, Und GOtt der HErr sprach: Siehe, Adam ist worden als unsereiner und weiß, was gut und böse ist. Nun aber, daß er nicht ausstrecke seine Hand und breche auch von dem Baum des Lebens und esse und lebe ewiglich: da ließ ihn GOtt der HErr aus dem Garten Eden, daß er das Feld bauete, davon er genommen ist, und trieb Adam aus und lagerte vor den Garten Eden den Cherub mit einem bloßen hauenden Schwert, zu bewahren den Weg zu dem Baum des Lebens.

+* 302.(393.) Wird es denn aber nicht irgendwie in uns wieder hergestellt?

In diesem Leben wird es wieder hergestellt in den Gläubigen dem Anfang nach vermöge Christi gnädiger Erstattung, 2 Kor. 6,17; 1 Kor. 15,49, und mittelst der Erneuerung des Lebens durch den Heiligen Geist, Eph. 4,23; Kol. 3,10. Im zukünftigen Leben aber wird es vollkommen wieder hergestellt werden, Psalm 17,15; Phil. 3,21; 2 Kor. 3,18.

2. Kor. 5,17: Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen; siehe, es ist alles neu geworden.

2. Kor. 3,18: Nun aber spiegelt sich in uns allen des Herrn Klarheit mit aufgedecktem Angesichte; und wir werden verklärt in dasselbe Bild von einer Klarheit zu der andern, als vom Geist des Herrn.

Eph. 4,23-24: Erneuert euch aber im Geist eures Gemüts und ziehet den neuen Menschen an, der nach Gott geschaffen ist in rechtschaffener Gerechtigkeit und Heiligkeit.

Kol. 3,10: Ziehet den neuen [Menschen] an, deer da erneuert wird zu der Erkenntnis nach dem Ebenbilde des, der ihn geschaffen hat.

Psalm 17,15: Ich aber will schauen dein Antlitz in Gerechtigkeit; ich will satt werden, wenn ich erwache nach deinem Bilde.

1. Kor. 15,49: Wie wir getragen haben das Bild des irdischen (Menschen), also werden wir auch tragen das Bild des himmlischen.

Phil. 3,20.21: Unser Wandel aber ist im Himmel, von dannen wir auch warten des Heilands Jesu Christi, des HERRN, welcher unsern nichtigen Leib verklären wird, daß er ähnlich werde seinem verklärten Leibe nach der Wirkung, mit der er kann auch alle Dinge sich untertänig machen.

1. Joh. 3,2: Meine Lieben, es ist noch nicht erschienen, was wir sein werden. Wir wissen aber, wenn es erscheinen wird, dass wir ihm gleich sein werden; denn wir werden ihn sehen, wie er ist.

Von der Vorsehung oder Erhaltung der Kreaturen

+* 303.(394.) Mit welchen Worten werden ferner in der Katechismuserklärung die Wohltaten der Vorsehung und der Erhaltung der Kreaturen aufgezählt?

„Ich glaube, dass mich Gott samt allen Kreaturen noch erhält; dazu [gibt] Kleider und Schuh, Essen und Trinken, Haus und Hof, Frau und Kind, Äcker, Vieh und alle Güter; mit aller Notdurft und Nahrung des Leibes und Lebens reichlich und täglich versorget, gegen alle Gefahr beschirmet und vor allem Übel behütet und bewahret.“

+* 304.(395.) Warum wird dies dem Artikel von der Schöpfung beigefügt?

Weil Gott sein Werk nicht, wie ein Baumeister das von ihm erbaute Haus, sich selbst überlassen hat, sondern die von ihm erschaffenen Dinge erhält und nach seiner väterlichen Vorsehung regiert.

Joh. 5,17: Der Vater wirket bisher.

Apg. 17,25: Er selbst gibt jedermann allenthalben Leben und Atem.

* Apg. 17,27.28: Er ist nicht ferne von einem jeglichen unter uns; denn in ihm leben, weben und sind wir.

+* 305.(396.) Was ist die göttliche Vorsehung?

Es ist diejenige Handlung Gottes, nach welcher er alle von ihm erschaffenen Dinge im Himmel und auf Erden zu seines Namens Ehre und zu der Frommen Heil und Seligkeit frei, weise, mächtig und gut erhält und regiert.

* Hebr. 1,3: Er trägt alle Dinge mit seinem kräftigen Wort.

Röm. 11,36: Von ihm und durch ihn und zu ihm sind alle Dinge.

* Kol. 1,17: Es bestehet alles in ihm.

1. Mose 8,22: So lange die Erde stehet, soll nicht aufhören Samen und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht. (Erhaltung)

* Ps. 145,15.16: Alle Augen warten auf dich; und du gibst ihnen ihre Speise zu seiner zeit. Du tust deine Hand auf und erfüllst alles, was lebet, mit Wohlgefallen.

Ps. 104,27-32: Es wartet alles auf dich, daß du ihnen Speise gebest zu seiner Zeit. Wenn du ihnen gibst, so sammeln sie; wenn du deine Hand auftust, so werden sie mit Gut gesättiget. Verbirgest du dein Angesicht, so erschrecken sie; du nimmst weg ihren Odem, so vergehen sie und werden wieder zu Staub. Du lässest aus deinen Odem, so werden sie geschaffen, und verneuerst die Gestalt der Erde. Die Ehre des HErrn ist ewig; der HErr hat Wohlgefallen an seinen Werken. Er schauet die Erde an, so bebet sie; er rühret die Berge an, so rauchen sie.

Hiob 10,12: Leben und Wohltat hast du an mir getan, und dein Aufsehen bewahret meinen Odem.

1. Petr. 5,7: Alle eure Sorge werfet auf ihn; denn er sorget für euch.

Matth. 6,25-32: Darum sage ich euch: Sorget nicht für euer Leben, was ihr essen und trinken werdet, auch nicht für euren Leib, was ihr anziehen werdet. Ist nicht das Leben mehr denn die Speise und der Leib mehr denn die Kleidung? Sehet die Vögel unter dem Himmel an: sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln nicht in die Scheunen; und euer himmlischer Vater nähret sie doch. Seid ihr denn nicht viel mehr denn sie? Wer ist unter euch, der seiner Länge eine Elle zusetzen möge, ob er gleich darum sorget? Und warum sorget ihr für die Kleidung? Schauet die Lilien auf dem Felde, wie sie wachsen! Sie arbeiten nicht, auch spinnen sie nicht. Ich sage euch, daß auch Salomo in aller seiner Herrlichkeit nicht bekleidet gewesen ist als derselbigen eins. So denn GOtt das Gras auf dem Felde also kleidet, das doch heute stehet und morgen in den Ofen geworfen wird, sollt’ er das nicht viel mehr euch tun, o ihr Kleingläubigen? Darum sollt ihr nicht sorgen und sagen: Was werden wir essen, was werden wir trinken, womit werden wir uns kleiden? Nach solchem allem trachten die Heiden. Denn euer himmlischer Vater weiß, daß ihr des alles bedürfet.

Matth. 5,45: Er (euer himmlischer Vater) lässt seine Sonne aufgehen über die Bösen und über die Guten, und lässet regnen über Gerechte und Ungerechte.

Apg. 14,17: Und zwar hat er sich selbst nicht unbezeugt gelassen, hat uns viel Gutes getan und vom Himmel Regen und fruchtbare Zeiten gegeben, unsere Herzen erfüllt mit Speise und Freuden. (Versorgung)

* Matth. 10,29.30: Kauft man nicht zwwei Sperlinge um einen Pfennig? Noch fällt derselben keiner auf die Erde ohne euren Vater. Nun aber sind auch eure Haare auf dem Haupt alle gezählt.

Apg. 17,26: Gott hat gemacht, dass von einem Blut aller Menschen Geschlechter auf dem ganzen Erdboden wohnen, und hat Ziel gesetzt, zuvor versehen, wie lang und weit sie wohnen sollen.

Spr. 16,9: Des Menschen Herz schlägt seinen Weg an; aber der Herr allein gibt, dass er fortgehe.

Jes. 28,29: Solches geschieht auch vom Herrn Zebaoth; denn sein Rat ist wunderbar, und er führt es herrlich hinaus.

Jer. 10,23: Ich weiß, Herr, dass des Menschen Tun stehet nicht in seiner Gewalt, und stehet in niemands Macht, wie er wandele oder seinen Gang richte.

Ps. 31,16: Meine Zeit stehet in deinen Händen.

Hiob 14,5: Er hat seine bestimmte Zeit, die Zahl seiner Jahre steht bei dir; du hast ein Ziel gesetzt, das wird er nicht übergehen. (Regierung des Lebens)

* Ps. 33,13-15: Der Herr schauet vom Himmel und siehet aller Menschen Kinder. Von seinem festen Thron siehet er auf alle, die auf Erden wohnen. Er lenkt ihnen allen das Herz, er merket auf alle ihre Werke.

Spr. 21,1: Des Königs Herz ist in der Hand des Herrn wie Wasserbäche; und er neigt es, wohin er will. Herzenslenkung)

* 1. Mose 50,20: Ihr gedachtet es böse mit mir zu machen; aber Gott gedachte es gut zu machen. (Regierung des Bösen)

Röm. 8,28: Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen, die nach dem Vorsatz berufen sind.

+* 306.(401.) Womit verdienen wir denn aber solch große Wohltaten, wie der himmlische Vater nach dieser seiner Vorsehung sie uns erweist?

Wir verdienen deren keine, sondern der gütige himmlische Vater gibt uns „das alles aus lauter väterlicher, göttlicher Güte und Barmherzigkeit, ohne alle unser Verdienst und Würdigkeit“.

* 1. Mose 32,10: Ich bin zu geringe aller Barmherzigkeit und Treue, die du an deinem Knecht getan hast.

Ps. 144,3: Herr, was ist der Mensch, dass du dich sein so annimmst? Und des Menschen Kind, dass du ihn so achtest?

1. Kor. 4,7: Denn wer hat dich vorgezogen? Was hast du aber, das du nicht empfangen hast? So du es aber empfangen hast, was rühmest du dich denn, als der es nicht empfangen hätte?

+* 307.(402.) Was sind wir also diesem allermildesten Vater schuldig?

Wir sind schuldig:

1. Ihm für alles dieses von Herzen Dank zu sagen.

Ps. 106,1: Danket dem Herr, denn er ist freundlich, und seine Güte währet ewiglich.

2. Mit lautem Munde Lob darzubringen.

Ps. 103,1.2: Lobe den Herrn, meine Seele, und was in mir ist, seinen heiligen Namen; lobe den Herrn, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat.

3. Ihm mit kindlicher Ehrfurcht zu dienen.

Ps. 95,6.7: Kommt, lasst uns anbeten und knien und niederfallen vor dem Herrn, der uns gemacht hat. Denn er ist unser Gott und wir das Volk seiner Weide und Schafe seiner Hand.

4. Ihm das ganze Leben hindurch in allem treu gehorsam zu sein.

Matth. 22,37: Du sollst lieben Gott, deinen Herrn, von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt.

5. Gottes Gaben und Wohltaten zu erkennen und zu preisen, dieselben nicht zu Hoffart, Geiz und Wohlleben zu missbrauchen, sondern Leib und Seele, Augen, Ohren und alle Glieder, Vernunft und alle Sinne unter den Gehorsam seiner Gebote zu stellen.

Röm. 12,1: Ich ermahne euch, liebe Brüder, durch die Barmherzigkeit Gottes, dass ihr eure Leiber begebet zum Opfer, das da lebendig, heilig und Gott wohlgefällig sei, welches sei euer vernünftiger Gottesdienst.

+* 308.(403.) Warum wird der Erklärung dieses Artikels beigefügt: „Das ist gewisslich wahr“?

Um die Freudigkeit und unerschütterliche Gewissheit dieses unsers Glaubens zu bezeugen, da wir an demselben durchaus nicht zweifeln dürfen.

Von dem zweiten Artikel des Glaubensbekenntnisses

+* 309.(404.) Wovon handelt der zweite Artikel des Glaubensbekenntnisses?

Von dem Werke der Erlösung.

+* 310.(405.) Wie lauten die Worte desselben?

Und an Jesus Christus, seinen einigen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist von dem Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuziget, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage wieder auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel, sitzend zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters, von dannen er kommen wird, zu richten die lebendigen und die Toten.

+* 311.(406.) Was ist das?

Ich glaube, dass Jesus Christus, wahrhaftiger Gott, vom Vater in Ewigkeit geboren, und auch wahrhaftiger Mensch, von der Jungfrau Maria geboren, sei mein Herr, der mich verlornen und verdammten Menschen erlöset hat, erworben, gewonnen von allen Sünden, vom Tod und von der Gewalt des Teufels, nicht mit Gold oder Silber, sondern mit seinem heiligen, teuren Blut und mit seinem unschuldigen Leiden und Sterben, auf dass ich sein eigen sei und in seinem Reich unter ihm lebe und ihm diene, in ewiger Gerechtigkeit, Unschuld und Seligkeit; gleichwie er ist auferstanden vom Tode, lebet und regieret in Ewigkeit; das ist gewisslich wahr.

+*312.(407.) Wieviel Glieder enthält dieser Artikel und die Auslegung desselben?

Hauptsächlich zwei: 1. von der Person unsers Herrn Jesus Christus; 2. von dem Amt Christi.

I. Von Christi Person

Von den beiden Naturen Jesu Christi

+* 313.(408.) Welche Worte dieses Artikels handeln besonders von Christi Person?

Die zu Anfang des Artikels: „Und an Jesus Christus, seinen einigen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist von dem Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria.“

+* 314.(409.) Wer ist also Jesus Christus?

Jesus Christus ist die zweite Person der Gottheit, wahrer Gott, in Ewigkeit vom Vater geboren, und auch wahrhaftiger Mensch, in der Zeit von der Jungfrau Maria geboren, der einige Erlöser des menschlichen Geschlechts.

Oder:

Er ist Gottes und Mariens Sohn, wahrhaftiger Gott, vom Vater in Ewigkeit geboren, und auch wahrhaftiger Mensch, von der Jungfrau Maria geboren; mein Herr.

* 2. Sam. 7,19: Das ist eine Weise eines Menschen, der Gott der Herr ist.

* Röm. 9,5: Welcher auch sind die Väter, aus welchen Christus herkommt nach dem Fleische, der da ist Gott über alles, gelobet in Ewigkeit. Amen.

+* 315.(411.) Warum wird denn nun der Sohn Gottes „Jesus“ genannt?

Jesus, das ist: Seligmacher oder Heiland, wird er von dem Engel genannt, weil er sein Volk selig machen sollte von allen Sünden, Matth. 1,21; und weil in keinem anderen Heil ist, auch kein anderer Name den Menschen gegeben ist, darinnen wir sollen selig werden, Apg. 4,12.

* Matth. 1,21: Und sie wird einen Sohn gebären, des Namen sollst du Jesus heißen; denn er wird sein Volk selig machen von ihren Sünden.

1 Joh. 1,7: So wir aber im Licht wandeln, wie er im Lichte ist, so haben wir Gemeinschaft untereinander, und das Blut Jesu Christi, seines Sohnes, acht uns rein von aller Sünder.

1 Joh.2 ,2: Und derselbe ist die Versöhnung für unsere Sünde, nicht allein aber fürdie unsere, sondern auch für die der ganzen Welt.

Röm. 8,2: Es ist nichts Verdammliches an denen, die in Christus Jesus sind.

* Apg. 4,12: Es ist in keinem andern Heil, ist auch kein anderer Name den Menschen gegeben, darinnen wir sollen selig werden.

+* 316.(412.) Warum wird er Christus genannt?

Christus, das ist Gesalbter, heißt er, weil er von dem Heiligen Geist zu unserem Propheten, Hohenpriester und König ohne Maß gesalbt worden ist, Joh. 3,34; Apg. 10,38; Psalm 45,8.

Joh. 3,34: Denn welchen Gott gesandt hat, der redet Gottes Wort; denn Gott gibt den Geist nicht nach dem Maß.

Apg. 10,38: Wie Gott denselben Jesus von Nazareth gesalbet hat mit dem Heiligen Geist und Kraft.

* Psalm 45,8: Du liebest Gerechtigkeit und hassest gottloses Wesen; darum hat dich, Gott, dein Gott gesalbet mit Freundeöle, mehr als deine Gesellen.

Jes. 61,1-3: Der Geist des HErrn HErrn ist über mir, darum hat mich der HErr gesalbet. Er hat mich gesandt, den Elenden zu predigen, die zerbrochenen Herzen zu verbinden, zu predigen den Gefangenen eine Erledigung, den Gebundenen eine Öffnung, zu predigen ein gnädiges Jahr des HErrn und einen Tag der Rache unsers GOttes, zu trösten alle Traurigen, zu schaffen den Traurigen zu Zion, daß ihnen Schmuck für Asche und Freudenöl für Traurigkeit und schöne Kleider für einen betrübten Geist gegeben werden, daß sie genannt werden Bäume der Gerechtigkeit, Pflanzen des HErrn, zum Preise.

Luk. 4,17-21: Da ward ihm das Buch des Propheten Jesaja gereicht. Und da er das Buch herumwarf, fand er den Ort, da geschrieben stehet: Der Geist des HErrn ist bei mir, derhalben er mich gesalbet hat und gesandt, zu verkündigen das Evangelium den Armen, zu heilen die zerstoßenen Herzen, zu predigen den Gefangenen, daß sie los sein sollen, und den Blinden das Gesicht und den Zerschlagenen, daß sie frei und ledig sein sollen, und zu predigen das angenehme Jahr des HErrn. Und als er das Buch zutat, gab er’s dem Diener und setzte sich. Und aller Augen, die in der Schule waren, sahen auf ihn. Und er fing an, zu sagen zu ihnen: Heute ist diese Schrift erfüllet vor euren Ohren.

Vgl. 1. Kge 19,15.16: Aber der HErr sprach zu ihm: Gehe wiederum deines Weges durch die Wüste gen Damaskus; und geh hinein und salbe Hasael zum Könige über Syrien und Jehu, den Sohn Nimsis, zum Könige über Israel und Elisa, den Sohn Saphats, von Abel–Mehola, zum Propheten an deiner Statt.

Dan. 9,24: Siebzig Wochen sind bestimmt über dein Volk und über deine heilige Stadt; so wird dem Übertreten gewehrt und die Sünde zugesiegelt und die Missetat versöhnet und die ewige Gerechtigkeit gebracht und die Gesichte und Weissagung zugesiegelt und der Allerheiligste gesalbt werden.

Vgl. 2. Mose 28,41: Und sollst sie deinem Bruder Aaron samt seinen Söhnen anziehen und sollst sie salben und ihre Hände füllen und sie weihen,d ass sie meine Priester seien.

Joh. 1,41-49: Derselbige findet am ersten seinen Bruder Simon und spricht zu ihm: Wir haben den Messias funden (welches ist verdolmetscht: der Gesalbte). Und führete ihn zu JEsu. Da ihn JEsus sah, sprach er: Du bist Simon, Jonas Sohn; du sollst Kephas heißen (das wird verdolmetscht: ein Fels). Des andern Tags wollte JEsus wieder nach Galiläa ziehen und findet Philippus und spricht zu ihm: Folge mir nach! Philippus aber war von Bethsaida, aus der Stadt des Andreas und Petrus. Philippus findet Nathanael und spricht zu ihm: Wir haben den funden, von welchem Mose im Gesetz und die Propheten geschrieben, JEsum, Josephs Sohn, von Nazareth. Und Nathanael sprach zu ihm: Was kann von Nazareth Gutes kommen? Philippus spricht zu ihm: Komm und siehe es! JEsus sah Nathanael zu sich kommen und spricht von ihm: Siehe, ein rechter Israelit, in welchem kein Falsch ist. Nathanael spricht zu ihm: Woher kennest du mich? JEsus antwortete und sprach zu ihm: Ehe denn dich Philippus rief, da du unter dem Feigenbaum warest, sah ich dich. Nathanael antwortet und spricht zu ihm: Rabbi, du bist GOttes Sohn, du bist der König von Israel.

Vgl. 1. Kge 19,15: Aber der Herr sprach zu ihm(Elia): Gehe wiederum deines Weges durch die Wüste nach Damaskus; und gehe hinein und salbe Hasael zum Könige über Syrien.

+* 317.(413.) Wie viele und welche Naturen sind aber in Christus?

Zwei: die göttliche, welche ihm der Vater durch die Zeugung von Ewigkeit her mitgeteilt hat, nach welcher er wahrhaftiger Gott ist; und die menschliche, welche er durch besondere Wirkung des Heiligen Geistes in der Jungfrau Maria empfangen und in der Zeit angenommen hat, nach welcher er wahrhaftiger Mensch ist.

* 318.(414.) Wie beweisest du, dass Christus wahrhaftiger Gott ist?

Ich beweise es mit folgenden Gründen:

1. weil er in der Schrift ausdrücklich und ohne alle Beschränkung Jahwe (Herr), Jer. 23,6, und Gott genannt wird, Joh. 20,28; Röm. 9,5; 1 Joh. 5,20;

* Jer. 23,6: Und dies wird sein Name sein, dass man ihn nennen wird: Herr, der unsere Gerechtigkeit ist.

1. Mose 4,1: Und Adam erkannte seine Frau Eva, und sie ward schwanger und gebar den Kain und sprach: Ich habe den Mann, den Herrn.

Luk. 2,11: Euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids.

* Joh. 20,28: Thomas antwortete und sprach zu ihm: Mein Herr und mein Gott!

* Röm. 9,5: Welcher auch sind die Väter, aus welchen Christus herkommt nach dem Fleische, der da ist Gott über alles, gelobet in Ewigkeit! Amen.

* 1 Joh. 5,20: Wir wissen aber, dass der Sohn Gottes gekommen ist und hat uns einen Sinn gegeben, dass wir erkennen den Wahrhaftigen und sind in dem Wahrhaftigen, in seinem Sohn Jesus Christus. Dieser ist der wahrhaftige Gott und das ewige Leben.

Gal. 1,1.12: Paulus, ein Apostel (nicht von Menschen, auch nicht durch Menschen, sondern durch Jesus Christus und Gott, den Vater, der ihn auferweckt hat von den Toten.)... Denn ich hab es von keinem Menschen empfangen noch gelernt, sondern durch die Offenbarung Jesu Christi.

2. weil er ist und genannt wird Gottes eigener Sohn, Röm. 8,32, und eingeborner Sohn Gottes, Joh. 1,18; 3,16, der Erstgeborne vor allen Kreaturen, Kol. 1,15; Hebr. 1,6, und kraft der ewigen Zeugung der ewige Sohn Gottes, Psalm 2,7;

* Röm. 8,32: Welcher auch seines eigenen Sohnes nicht hat verschonet, sondern hat ihn für uns alle dahingegeben, wie sollte er uns mit ihm nicht alles schenken?

* Joh. 1,18: Niemand hat Gott je gesehen. Der eingeborne Sohn, der in des Vaters Schoß ist, der hat es uns verkündiget.

Joh. 3,16: Also hat Gott die Welt geliebet, dass er seinen eingebornen Sohn gab, auf dass alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.

Kol. 1,15: Welcher ist das Ebenbild des unsichtbaren Gottes, der Erstgeborene vor allen Kreaturen.

* Hebr. 1,5.6: Zu welchem Engel hat er jemals gesagt: Du bist mein Sohn, heute habe ich dich gezeuget? Und abermals, da er einführet den Erstgeborenen in die Welt, spricht er: Und es sollen ihn alle Gottesengel anbeten.

Psalm 2,7: Ich will von einer solchen Weise predigen, dass der Herr zu mir gesagt hat: Du bist mein Sohn, heute habe ich dich gezeuget.

3. weil ihm die Gott allein zukommenden Eigenschaften beigelegt werden. Denn er ist

a. ewig, Spr. 8,23; Joh. 1,1;

* Spr. 8,22.23: Der Herr hat mich gehabt im Anfang seiner Wege; ehe er was machte, war ich da. Ich bin eingesetzt von Ewigkeit, von Anfang vor der Erde.

Micha 5,1: Und du Bethlehem Ephrata, die du klein bist unter den Tausenden in Juda, aus dir soll mir der kommen, der in Israel Herr ist, welches Ausgang von Anfang und von Ewigkeit her gewesen ist.

Jes. 9,6: Uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns gegeben, welches Herrschaft ruht auf seiner Schulter; und er heißt Wunder-Rat, Kraft-Held, Ewig-Vater, Friede-Fürst.

* Joh. 1,1.2: Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort. Dasselbe war im Anfang bei Gott.

Joh. 8,58: Jesus sprach zu ihnen (den Juden): Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ehe denn Abraham ward, bin ich.

Hebr. 13,8: Jesus Christus gestern und heute und derselbe auch in Ewigkeit.

b. unveränderlich, Hebr. 1,11;

Hebr. 1,11: Dieselben werden vergehen, du aber wirst bleiben; und sie werden alle veralten wie ein Kleid.

Ps. 102,26-28: Sie werden vergehen, aber du bleibest. Sie werden alle veralten wie ein Gewand; sie werden verwandelt wie ein Kleid, wenn du sie verwandeln wirst. Du aber bleibest, wie du bist, und deine Jahre nehmen kein Ende. Die Kinder deiner Knechte werden bleiben, und ihr Same wird vor dir gedeihen.

Vgl. Hebr. 1,10-12: Und: Du, HErr, hast von Anfang die Erde gegründet, und die Himmel sind deiner Hände Werk. Dieselbigen werden vergehen, du aber wirst bleiben; und sie werden alle veralten wie ein Kleid, und wie ein Gewand wirst du sie wandeln, und sie werden sich verwandeln. Du aber bist derselbige, und deine Jahre werden nicht aufhören.

c. allgegenwärtig, Matth. 18,20; 28,20;

* Matth. 18,20: Denn wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen.

* Matth. 28,20: Und siehe, ich bin bei euch alle Tage, bis an der Welt Ende.

d. allmächtig, Matth. 11,27;

* Matth. 28,18: Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden.

e. allwissend, Joh. 2,25; 16,30;

Matth. 11,27: Alle Dinge sind mir übergeben von meinem Vater. Und niemand kennet den Sohn als nur der Vater; und niemand kennet den Vater als nur der Sohn, und wem es der Sohn will offenbaren.

* Joh. 2,25: Und er bedurfte nicht, dass jemand Zeugnis gäbe von einem Menschen; denn er wusste wohl, was im Menschen war.

Joh. 16,30: Nun wissen wir, dass du alle Dinge weißt und bedarfst nicht, dass dich jemand frage.

Vgl. 1. Kge 8,39: Du (Gott) allein kennest das Herz aller Kinder der Menschen.

Joh. 21,17: Herr, du weißt alle Dinge.

* Kol. 2,3: In ihm liegen verborgen alle Schätze der Weisheit und der Erkenntnis.

f. gut, barmherzig, wahrhaftig, gerecht usw.;

g. Gott gleich;

* Joh. 14,9: Philippus, wer mich siehet, der siehet den Vater.

* Joh. 10,30: Ich und der Vater sind eins.

Joh. 5,18: Darum trachteten ihm die Juden nun viel mehr danach, das sie ihn (Jesus) töteten, dass er nicht allein den Sabbath brach, sondern sagte auch, Gott sei sein Vater und machte sich selbst Gott gleich.

4. weil er wahrhaft göttliche Werke aus eigener Kraft zu seiner Ehre wirkt;

Joh. 5,19: Da antwortete Jesus und sprach zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Der Sohn kann nichts von sich selber tun, als was er siehet den Vater tun; denn was derselbige tut, das tut gleich auch der Sohn.

a. die Schöpfung

* Joh. 1,3: Alle Dinge sind durch dasselbe gemacht, und ohne dasselbe ist nichts gemacht, was gemacht ist.

Kol. 1,16: Durch ihn ist alles geschaffen, das im Himmel und auf Erden ist, das Sichtbare und Unsichtbare, beide, die Thronen und Herrschaften und Fürstentümer und Obrigkeiten; es ist alles durch ihn und zu ihm geschaffen.

Hebr. 1,2: Nachdem vorzeiten GOtt manchmal und mancherlei Weise geredet hat zu den Vätern durch die Propheten, hat er am letzten in diesen Tagen zu uns geredet durch den Sohn, welchen er gesetzt hat zum Erben über alles, durch welchen er auch die Welt gemacht hat.

b. die Erhaltung;

Kol. 1,17: Es bestehet alles in ihm.

Hebr. 1,3: Er trägt alle Dinge mit seinem kräftigen Wort.

c. Wunderwerke;

* Luk. 7,14: Jüngling, ich sage dir: Stehe auf!

Vgl. Apg. 3,6.12.16: Petrus sprach: Silber und Gold habe ich nicht; was ich aber habe, das gebe ich dir: Im Namen Jesu Christi von Nazareth, stehe auf und wandle. ... Als Petrus das sah, antwortete er dem Volk: Ihr Männer von Israel, was wudert ihr euch darüber, oder was sehet ihr auf uns, als hätten wir diesen wandeln gemacht durch unsere eigene Kraft oder Verdienst? ... Und durch den Glauben an seinen Namen hat er an diesem, den ihr sehet und kennet, bestätigt seinen namen; und der Glaube durch ihn hat diesem gegeben diese Gesundheit vor euren Augen.

Joh. 2,11: Das ist das erste Zeichen, das Jesus tat, geschehen zu Kana in Galiläa, und offenbarte seine Herrlichkeit. Und seine Jünger glaubten an ihn.

Apg. 10,38: Gott hat denselben Jesus vonNazareth gesalbet mit dem Heiligen Geist und Kraft; der umhergezogen ist und hat wohlgetan und gesund gemacht alle, die vom Teufel überwältigt waren; denn Gott war mit ihm.

d. Verkündigung zukünftiger Dinge;

* Luk. 18,31-33: Er nahm aber zu sich die Zwölfe und sprach zu ihnen: Sehet, wir gehen hinauf gen Jerusalem, und es wird alles vollendet werden, was geschrieben ist durch die Propheten von des Menschen Sohn. Denn er wird überantwortet werden den Heiden; und er wird verspottet und geschmähet und verspeiet werden; und sie werden ihn geißeln und töten. Und am dritten Tage wird er wieder auferstehen.

Matth. 21,2.3: Und sprach zu ihnen: Gehet hin in den Flecken, der vor euch liegt, und bald werdet ihr eine Eselin finden angebunden und ein Füllen bei ihr. Löset sie auf und führet sie zu mir! Und so euch jemand etwas wird sagen, so sprechet: Der HErr bedarf ihrer; sobald wird er sie euch lassen.

Luk. 22,10-13: Er sprach zu ihnen: Siehe, wenn ihr hineinkommt in die Stadt, wird euch ein Mensch begegnen, der trägt einen Wasserkrug; folget ihm nach in das Haus, da er hineingehet, und saget zu dem Hausherrn: Der Meister läßt dir sagen: Wo ist die Herberge, darinnen ich das Osterlamm essen möge mit meinen Jüngern? Und er wird euch einen großen gepflasterten Saal zeigen; daselbst bereitet es. Sie gingen hin und fanden, wie er ihnen gesagt hatte, und bereiteten das Osterlamm.

Matth. 24: Und JEsus ging hinweg von dem Tempel, und seine Jünger traten zu ihm, daß sie ihm zeigeten des Tempels Gebäu. JEsus aber sprach zu ihnen: Sehet ihr nicht das alles? Wahrlich, ich sage euch, es wird hier nicht ein Stein auf dem andern bleiben, der nicht zerbrochen werde. Und als er auf dem Ölberge saß, traten zu ihm seine Jünger besonders und sprachen: Sage uns, wann wird das geschehen, und welches wird das Zeichen sein deiner Zukunft und der Welt Ende? JEsus aber antwortete und sprach zu ihnen: Sehet zu, daß euch nicht jemand verführe! Denn es werden viele kommen unter meinem Namen und sagen: Ich bin Christus! und werden viele verführen. Ihr werdet hören Kriege und Geschrei von Kriegen; sehet zu und erschrecket nicht! Das muß zum ersten alles geschehen; aber es ist noch nicht das Ende da. Denn es wird sich empören ein Volk über das andere und ein Königreich über das andere, und werden sein Pestilenz und teure Zeit und Erdbeben hin und wieder. Da wird sich allererst die Not anheben. Alsdann werden sie euch überantworten in Trübsal und werden euch töten. Und ihr müsset gehasset werden um meines Namens willen von allen Völkern. Dann werden sich viele ärgern und werden sich untereinander verraten und werden sich untereinander hassen. Und es werden sich viel falsche Propheten erheben und werden viele verführen. Und dieweil die Ungerechtigkeit wird überhandnehmen, wird die Liebe in vielen erkalten. Wer aber beharret bis ans Ende, der wird selig. Und es wird geprediget werden das Evangelium vom Reich in der ganzen Welt zu einem Zeugnis über alle Völker; und dann wird das Ende kommen. Wenn ihr nun sehen werdet den Greuel der Verwüstung, davon gesagt ist durch den Propheten Daniel, daß er stehet an der heiligen Stätte (wer das lieset, der merke darauf!), alsdann fliehe auf die Berge, wer im jüdischen Lande ist; und wer auf dem Dach ist, der steige nicht hernieder, etwas aus seinem Hause zu holen; und wer auf dem Felde ist, der kehre nicht um, seine Kleider zu holen. Wehe aber den Schwangern und Säugerinnen zu der Zeit! Bittet aber, daß eure Flucht nicht geschehe im Winter oder am Sabbat, Denn es wird alsdann eine große Trübsal sein, als nicht gewesen ist von Anfang der Welt bisher und als auch nicht werden wird. Und wo diese Tage nicht würden verkürzt, so würde kein Mensch selig; aber um der Auserwählten willen werden die Tage verkürzt. So alsdann jemand zu euch wird sagen: Siehe, hier ist Christus oder da! so sollt ihr’s nicht glauben. Denn es werden falsche Christi und falsche Propheten aufstehen und große Zeichen und Wunder tun, daß verführet werden in den Irrtum (wo es möglich wäre) auch die Auserwählten. Siehe, ich hab’s euch zuvor gesagt! Darum wenn sie zu euch sagen werden: Siehe, er ist in der Wüste! so gehet nicht hinaus; siehe, er ist in der Kammer! so glaubt nicht. Denn gleichwie der Blitz ausgehet vom Aufgang und scheinet bis zum Niedergang, also wird auch sein die Zukunft des Menschensohnes. Wo aber ein Aas ist, da sammeln sich die Adler. Bald aber nach der Trübsal derselbigen Zeit werden Sonne und Mond den Schein verlieren, und die Sterne werden vom Himmel fallen, und die Kräfte der Himmel werden sich bewegen. Und alsdann wird erscheinen das Zeichen des Menschensohnes am Himmel. Und alsdann werden heulen alle Geschlechter auf Erden und werden sehen kommen des Menschen Sohn in den Wolken des Himmels mit großer Kraft und Herrlichkeit. Und er wird senden seine Engel mit hellen Posaunen, und sie werden sammeln seine Auserwählten von den vier Winden, von einem Ende des Himmels zu dem andern. An dem Feigenbaum lernet ein Gleichnis. Wenn sein Zweig jetzt saftig wird und Blätter gewinnet, so wisset ihr, daß der Sommer nahe ist. Also auch, wenn ihr das alles sehet, so wisset, daß es nahe vor der Tür ist. Wahrlich, ich sage euch, dies Geschlecht wird nicht vergehen, bis daß dieses alles geschehe. Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen. Von dem Tage aber und von der Stunde weiß niemand, auch die Engel nicht im Himmel, sondern allein mein Vater. Gleich aber wie es zu der Zeit Noahs war, also wird auch sein die Zukunft des Menschensohnes. Denn gleichwie sie waren in den Tagen vor der Sintflut: sie aßen, sie tranken, sie freieten und ließen sich freien bis an den Tag, da Noah zu der Arche einging, und sie achteten’s nicht, bis die Sintflut kam und nahm sie alle dahin: also wird auch sein die Zukunft des Menschensohnes. Dann werden zwei auf dem Felde sein; einer wird angenommen und der andere wird verlassen werden. Zwo werden mahlen auf der Mühle; eine wird angenommen und die andere wird verlassen werden. Darum wachet! Denn ihr wisset nicht, welche Stunde euer HErr kommen wird. Das sollt ihr aber wissen: Wenn ein Hausvater wüßte, welche Stunde der Dieb kommen wollte, so würde er ja wachen und nicht in sein Haus brechen lassen. Darum seid ihr auch bereit; denn des Menschen Sohn wird kommen zu einer Stunde, da ihr nicht meinet. Welcher ist aber nun ein treuer und kluger Knecht, den sein Herr gesetzt hat über sein Gesinde, daß er ihnen zu rechter Zeit Speise gebe? Selig ist der Knecht, wenn sein Herr kommt und findet ihn also tun! Wahrlich, ich sage euch, er wird ihn über alle seine Güter setzen. So aber jener, der böse Knecht, wird in seinem Herzen sagen: Mein Herr kommt noch lange nicht, und fähet an zu schlagen seine Mitknechte, isset und trinket mit den Trunkenen: so wird der Herr desselbigen Knechts kommen an dem Tage, des er sich nicht versiehet, und zu der Stunde, die er nicht meinet, und wird ihn zerscheitern und wird ihm seinen Lohn geben mit den Heuchlern. Da wird sein Heulen und Zähneklappen.

e. Gewalt, Sünden zu vergeben und das Gericht zu halten;

* Matth. 9,6: Des Menschen Sohnhat Macht auf Erden, die Sünden zu vergeben.

Matth. 9,2: Und siehe, da brachten sie zu ihm einen Gichtbrüchigen, der lag auf einem Bette. Da nun Jesus ihren Glauben sah, sprach er zu dem Gichtbrüchigen: Sei getrost, mein Sohn, deine Sünden sind dir vergeben.

* Joh. 5,27: Der Vater hat dem Sohn Macht gegeben, auch das Gericht zu halten, darum, dass er des Menschen Sohn ist.

5. weil ihm Gott allein gebührende Ehre zugeschrieben wird;

Psalm 97,7: Betet ihn an, alle Götter!

* Hebr. 1,6: Und abermals, da er einführt den Erstgeborenen in die Welt, sprichte r: Und es sollen ihn alle Gottesengel anbeten.

* Joh. 5,23: Alle sollen den Sohn ehren, wie sie den Vater ehren. Wer den Sohn nicht ehret, der ehret den Vater nicht, der ihn gesandt hat.

Röm. 14,11: So wahr als ich lebe, spricht der Herr, mir sollen alle Knie gebeugt werden, und alle Zungen sollen Gott bekennen.

Phil. 2,9-11: Darum hat ihn auch Gott erhöhet und hat ihm einen Namen gegeben, der über alle Namen ist, dass in dem Namen Jesu sich beugen sollen alle derer Knie, die im Himmel und auf Erden und unter der Erde sind, und alle Zungen bekennen sollen, dass Jesus Christus der Herr sei, zur Ehre Gottes des Vaters.

Apg. 7,58.59: Und sie steinigten Stephanus, der anrief und sprach: Herr Jesu, nimm meinen Geist auf! Er kniete aber nieder und schrie laut: Herr, behalte ihnen diese Sünde nicht!

Apg. 9,14: Und er (Saulus) hat allhier Macht von den Hohenpriestern, zu binden alle, die deinen Namen anrufen.

1. Kor. 1,2: Der Gemeinde Gottes zu Korinth, den Geheiligten in Christus Jesus, den berufenen Heiligen, samt allen denen, die anrufen den Namen unsers Herrn Jesus Christus.

Matth. 10,37: Wer Vater oder Mutter mehr liebt als mich, der ist mein nicht wert. Und wer Sohn oder Tochter mehr liebt als mich, der ist mein nicht wert.

Joh. 3,16: Also hat Gott die Welt geliebet, dass er seinen eingebornen Sohn gab, auf dass alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.

6. weil endlich außer ihm, als der Heilsquelle, keine Seligkeit zu finden ist, Apg. 4,12; 10,43. Dieses und anderes beweist unzweifelhaft, dass Christus wahrhaft, eigentlich und von Natur Gott ist.

Apg. 4,12: Und ist in keinemandern Heil, ist auch kein anderer Name den Menschen gegeben, darinnen wir sollen selig werden.

Apg. 10,43: Von diesem zeugen alle Propheten, dass durch seinen Namen alle, die an ihn glauben, Vergebung der Sünden empfangen sollen.

* 319.(415.) Wie beweisest du, dass Christus ein wahrer Mensch sei?

Ich beweise es mit folgenden Gründen:

1. weil er ausdrücklich, wahrhaft und eigentlich Mensch genannt wird;

Luk. 23,47: Da aber der Hauptmann sah, was da geschah, pries er Gott und sprach: Fürwahr, dieser ist ein frommer Mensch gewesen!

* 1 Tim. 2,5.6: Denn es ist ein Gott und ein Mittler zwischen Gott und den Menschen, nämlich der Mensch Christus Jesus, der sich selbst gegeben hat für alle zur Erlösung, dass solches zu seiner Zeit gepredigt würde.

Ps. 45,3: Du bist der Schönste unter den Menschenkindern.

2. weil ihm die Beschreibung eines Menschen zukommt;

1. Mose 3,15: Ich Feindschaft setzen zwischen dir und dem Weibe und zwischen deinem Samen und ihrem Samen.

1. Mose 22,18: Durch deinen Samen sollen alle Völker auf Erden gesegnet werden.

2. Sam. 7,12: Wenn nun deine Zeit hin ist, dass du mit deinen Vätern schlafen liegst, will ich deinen Samen nach dir erwecken, der von deinem Leibe kommen soll.

Jes. 7,14: Siehe, eine Jungfrau ist schwanger und wird einen Sohn gebären, den wird sie heißen Immanuel.

Matth. 1,1.16: Dies ist das Buch von der Geburt Jesu Christi, der da ist ein Sohn Davids, des Sohns Abrahams. ... Jakob zeugte Joseph, den Mann Marias, von welcher ist geboren Jesus, der da heißt Christus.

3. weil ihm die wesentlichen Teile eines Menschen zugeschrieben werden, nämlich

a. eine vernünftige Seele

* Matth. 26,38: Meine Seele ist betrübt bis an den Tod.

Luk. 23,46: Und Jesus rief laut und sprach: Vater, ich befehle meinen Geist in deine Hände.

b. und ein wahrer natürlicher Leib;

Matth. 20,28: Gleichwie des Menschen Sohn nicht gekommen ist, dass er sich dienen lasse, sondern dass er diene und gebe sein Leben zu einer Erlösung für viele.

Matth. 26,28: Das ist mein Blut des Neuen Testaments, welches vergossen wird für viele zur Vergebung der Sünden.

Matth. 27,58: Der ging zu Pilatus und bat ihn um den Leib Jesu. Da befahl Pilatus, man solle ihm ihn geben.

* Luk. 24,39: Sehet meine Hände und meine Füße, ich bin’s selber; fühlet mich und sehet; denn ein Geist hat nicht Fleisch und Bein, wie ihr sehet, dass ich habe.

Hebr. 2,14: Nachdem nun die Kinder Fleisch und Blut haben, ist er’s gleichermaßen teilhaftig geworden.

4. weil ihm, was diesen Teilen eigen ist, zukommt, als da ist: an Alter und Weisheit zunehmen, trauern, weinen, bewegt werden, Matth. 26,38; dürsten, hungern, müde werden usw.; desgleichen

Matth. 26,38: Da sprach Jesus zu ihnen: Meine Seele ist betrübt bis an den Tod; bleibet hier und wachet mit mir!

5. menschliche Werke und Verrichtungen, als da sind: erkennen, wollen, erwählen, reden, lehren, essen, trinken, gehen, ruhen, leiden, sterben usw.

Dieses aber und anderes zeigt, dass Christus wahrhaftig und eigentlich ein Mensch ist.

+* 320.(416.) Warum ist der Heiland wahrer Mensch geworden?

Auf dass er sein Blut vergießen, leiden und sterben könnte, denn ohne Blutvergießen geschieht keine Vergebung.

Hebr. 9,22: Und wird fast alles mit Blut gereinigt nach dem Gesetz. Und ohne Blutvergießen geschieht keine Vergebung.

+* 321.(417.) Was hat der Heiland als wahrer Gott für uns getan?

Er hat den Zorn Gottes gestillt, die Sünde und den Fluch des Gesetzes getragen, Tod und Teufel überwunden und ein völliges Lösegeld für uns erworben.

* 2. Kor. 5,19: Gott war in Christus und versöhnte die Welt mit ihm selber und rechnete ihnen ihre Sünden nicht zu.

Ps. 49,8.9: Kann doch einen Bruder niemand erlösen, noch ihn mit Gott versöhnen: Denn es kostet zu viel, ihre Seele zu erlösen; man muss es lassen anstehen ewiglich.

322.(418.) Wenn nun Christus wahrer Gott und wahrer Mensch ist, sind nicht auch zwei Personen und folglich auch zwei Christi in ihm?

Keineswegs. Denn es ist ein Herr, Jesus Christus, 1 Kor. 8,6, und ein Mittler, der Gott und Mensch ist, 1 Tim. 2,5, und nur eine Person desselben. Er hat aber zwei verschiedene Naturen, die mit einander vereinigt sind.

1 Kor. 8,6: So haben wir doch nur einen gott, den Vater, von welchem alle Dinge sind und wir in ihm, und einen Herrn, Jesus Christus, durch welchenalle Dinge sind und wir durch ihn.

1 Tim. 2,5: Denn es ist ein Gott und ein Mittler zwischen Gott und den Menschen, nämlich der Mensch Christus Jesus.

Von der persönlichen Vereinigung der Naturen in der einen Person Jesu Christi

+* 323.(420.) Was ist die persönliche Vereinigung?

Die persönliche Vereinigung besteht darin, dass der Sohn Gottes die wahre und vollkommene Menschheit aus dem Wesen der Jungfrau Maria, seiner Mutter, in seine Person aufgenommen hat, so dass Gott und Mensch eine Person ist ohne Vermischung der Naturen.

* Kol. 2,9: In ihm wohnet die Fülle der Gottheit leibhaftig.

* Joh. 1,14: Das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des eingebornen Sohnes vom Vater, woller Gnade und Wahrheit.

* 1. Tim. 3,16: Kündlich groß ist das gottselige Geheimnis: Gott ist offenbart im Fleisch.

2. Kor. 5,19: Gott war in Christus und versöhnte die Welt mit ihm selber.

Gal. 4,4: Da aber die Zeit erfüllet ward, sandte Gott seinen Sohn, geboren von einem Weibe.

1. Joh. 4,2.3: Daran sollt ihr den Geist GOttes erkennen: Ein jeglicher Geist, der da bekennet, daß JEsus Christus ist in das Fleisch kommen, der ist von GOtt; und ein jeglicher Geist, der da nicht bekennet, daß JEsus Christus ist in das Fleisch kommen, der ist nicht von GOtt. Und das ist der Geist des Widerchrists, von welchem ihr habt gehöret, daß er kommen werde, und ist jetzt schon in der Welt.

* 324.(421.) Ist jene persönliche Vereinigung ohne alle Mitteilung geschehen?

Das sei ferne! Denn da diese Vereinigung eine ganz vollkommene ist, so besteht sie nicht bloß in der gegenseitigen Mitteilung der Naturen, was die wesentliche Form der persönlichen Vereinigung ist; sondern es folgt aus derselben auch die wahrhafte und wirkliche Mitteilung der Eigenschaften beider Naturen als ihre Wirkung.

+* 325.(422.) Was ist jene Mitteilung der Naturen?

Es ist die allerinnigste und zwar gegenseitige Durchdringung und unaussprechliche Gemeinschaft der Naturen selbst, um welcher willen man sagt: „Gott ist Mensch“, und „Mensch ist Gott“.

* 2 Sam. 7,19: Das ist eine Weise eines Menschen, der Gott der Herr ist.

* Jer. 23,5: Und dies wird sein Name sein, dass man ihn nennen wird: Herr, der unsere Gerechtigkeit ist.

Jer. 33,15: In denselben Tagen und zur selben Zeit will ich dem David ein gerecht Gewächs aufgehen lassen; und soll ein König sein, der wohl regieren wird, und soll Recht und Gerechtigkeit anrichten auf Erden.

* Jes. 9,6: Uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns gegeben, welches Herrschaft ist auf seiner Schulter; und er heißt Wunder-Rat, Kraft-Held, Ewig-Vater, Friede-Fürst.

* Matth. 16,16: Du bist Christus, des ebendigen Gottes Sohn.

Matth. 22,43: Der Sohn Davids ist Davids Herr.

Luk. 1,32: Was von Maria geboren ist, ist ein Sohn des Allerhöchsten.

Röm. 1,3: Der Sohn Gottes ist geboren aus dem Samen Davids.

* 1. Kor. 15,47: Der andere Mensch ist der Herr vom Himmel.

Von der Mitteilung der Eigenschaften

* 326.(424.) Was ist die Mitteilung der Eigenschaften?

Die Mitteilung der Eigenschaften ist die aus der persönlichen Vereinigung entstandenen Teilnahme an dem, was der göttlichen und was der menschlichen Natur eigen ist, die da geschehen ist in Christus dem Gottmenschen, der bald von der einen oder andern, bald von beiden Naturen zugleich benannt wird.

* 1. Joh. 6,62: Ihr werdet sehen des Menschen Sohn auffahren dahin, da er zuvor war.

* Röm. 1,3: Der Sohn Gottes ist geboren von dem Samen Davids, nach dem Fleisch.

* Hebr. 13,8: Jesus Christus gestern und heute und derselbe auch in Ewigkeit.

* Röm. 9,5: Christus kommt her aus den Vätern, nach dem Fleisch.

327.(425.) Von welcher Beschaffenheit ist jene Mitteilung der Eigenschaften?

Sie ist eine wirkliche und wahrhaftige, ja, eine persönliche. Denn „von welcher Beschaffenheit die Vereinigung ist, von solcher Beschaffenheit ist auch die Mitteilung der Eigenschaften“.

* 328.(426.) Gibt es aber nur eine einzige Art dieser Mitteilung der Eigenschaften?

Nein, sondern es gibt deren drei verschiedene Arten, davon

die erste die Mitteilung der Eigenschaften heißt,

die zweite die Mitteilung der Majestät,

die dritte die Mitteilung der Amtswerke (Apotelesmata).

Von der ersten Art

* 329.(427.) Welches ist die erste Art der Mitteilung der Eigenschaften?

Wenn das,was den Naturen eigen ist, der ganzen Person beigelegt wird. So heißt es: „Gott hat gelitten“; „Der Sohn Gottes ist von einem Weibe geboren“, Gal. 4,4; „Der Sohn der Maria ist eher denn Abraham“, Joh. 8,58; „Christus hat alle Dinge geschaffen“, Eph. 3,9.

Zu dieser Art der Mitteilung gehören folgende Sätze:

1. Wenn eine göttliche Eigenschaft von Christus als Gott (von der nach der Gottheit benannten Person) ausgesagt wird, wie: „Was der Vater tut, das tut zugleich auch der Sohn.“ Joh. 5,19.

2. Wenn eine menschliche Eigenschaft von Christus als Menschen (von der nach der Menschheit benannten Person) ausgesagt wird, wie: „Des Menschen Sohn wird überantwortet werden den Heiden.“ Luk. 18,32.

3. Wenn eine göttliche Eigenschaft von Christus als Menschen ausgesagt wird, wie: „Der andere Mensch ist der Herr vom Himmel.“ 1 Kor. 15,47.

4. Wenn eine menschliche Eigenschaft von Christus als Gott ausgesagt wird, wie: „Der Sohn Gottes ist von einem Weibe geboren.“ Gal. 4,4.

5. Wenn endlich eine entweder göttliche oder menschliche Eigenschaft von Christus, das heißt, von der ganzen Person, die nach beiden Naturen benannt ist, ausgesagt wird, wie: „In Christus wohnt die Fülle der Gottheit leibhaftig.“ Kol. 2,9.

* 1. Joh. 1,7: Das Blut Jesu Christi, des Sohnes Gottes, macht uns rein von aller Sünde.

Joh. 8,58: Jesus sprach zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ehe denn Abraham war, bin ich.

Von der zweiten Art

* 330.(430.) Welches ist die zweite Art der Mitteilung der Eigenschaften?

Wenn Christus nach der menschlichen Natur göttliche Herrlichkeit und Majestät in der Zeit durch und wegen der persönlichen Vereinigung zugesprochen wird. So heißt es: „Das Fleisch Christi gibt Leben.“ Joh. 6,53. „Das Blut Jesu Christi machet uns rein von aller Sünde.“ 1 Joh. 1,7.

331.(431.) Welches ist jene Christus gegebene Majestät und Herrlichkeit, und wie ist sie beschaffen?

Sie ist eine wahrhaft göttliche, unermessliche und unendliche, nämlich

1. Allmacht,

Matth. 28,18: Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden.

Matth. 11,27: Alle Dinge sind mir übergeben von meinem Vater.

Hebr. 2,8: Alles hast du untertan zu seinen Füßen. In dem, dass er ihm alles hat untertan, hat er nichts gelasssen, das ihm nicht untertan sesi; jetzt aber sehen wir noch nicht, dass ihm alles untertan sei.

2. Allwissenheit,

Kol. 2,3: In ihm liegen verborgen alle Schätze der Weisheit und der Erkenntnis.

Joh. 2,25: Denn er wusste wohl, was im Menschen war.

* Joh. 21,17: Herr, du weißt alle Dinge.

Vgl. Jes. 11,1.2: Und es wird eine Rute aufgehen von dem Stamm Isais, und ein Zweig aus seiner Wurzel Frucht bringen. Auf welchem wird ruhen der Geist des HErrn, der Geist der Weisheit und des Verstandes, der Geist des Rats und der Stärke, der Geist der Erkenntnis und der Furcht des HErrn.

3. Kraft, lebendig zu machen;

* Joh. 6,51: Ich bin das lebendige Brot, vom Himmel gekommen. Wer von diesem Brot essen wird, der wird leben in Ewigkeit. Und das Brot, das ich geben werde, ist mein Fleisch.

* Joh. 6,54: Wer mein Fleisch isset und trinket mein Blut, der hat das ewige Leben.

* Joh. 5,26.27: Wie der Vater das Leben hat in ihm selber, also hat er dem Sohn gegeben, das Leben zu haben in ihm selber, ... darum, dass er des Menschen Sohn ist.

4. Gewalt, das Gericht zu halten und Sünden zu vergeben;

Matth. 9,6: Des Menschen Sohn hat Macht auf Erden, Sünden zu vergeben.

Matth. 9,2: Und siehe, da brachten sie zu ihm einen Gichtbrüchigen, der lag auf einem Bette. Da nun Jesus ihren Glauben sah, sprach er zu dem Gichtbrüchigen: Sie getrost, mein Sohn, deine Sünden sind dir vergeben.

Joh. 5,27: Der Vater hat dem Sohn Macht gegeben, auch das Gericht zu halten, darum, dass er des Menschen Sohn ist.

Apg. 17,31: „Gott hat einen Tag gesetzt, auf welchen er richten will den Kreis des Erdbodens mit Gerechtigkeit, durch einen Mann, in welchem er’s beschlossen hat, - nachdem er ihn hat von den Toten auferweckt.“ –

Vergleiche: Matth. 25,31 ff.; Apg. 10,42; Offenb. 1,7; Dan. 7,13 ff.

5. Ehre der Anbetung,

Hebr. 1,6: Da er einführet den Eingebornen in die Welt, spricht er: Und es sollen ihn alle Gottesengel anbeten.

Joh. 5,23: Alle sollen den Sohn ehren, wie sie den Vater ehren. Wer den Sohn nicht ehret, der ehret den Vater nicht, der ihn gesandt hat.

Phil. 2,10: Dass in dem Namen Jesu sich beugen sollen alle derer Knie, die im Himmel und auf Erden und unter der Erde sind.

Apg. 7,58.59: Und sie steinigten Stephanus, der anrief und sprach: Herr Jesu, nimm meinen Geist auf! Er kniete aber nieder und schrie laut: Herr, behalte ihnen diese Sünde nicht.

Apg. 9,14: Und er (Saulus) hat allhier Macht von den Hohenpriestern, zu binden alle, die deinen Namen anrufen.

Matth. 10,37: Wer Vater oder Mutter mehr liebt als mich, der ist mein nicht wert. Und wer Sohn oder Tochter mehr liebt als mich, der ist mein nicht wert.

Joh. 3,16: Also hat Gott die Welt geliebet, dass er seinen eingebornen Sohn gab, auf dass alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.

Vgl. Ps. 72,11: Alle Könige wwerden ihn anbeten, alle Heiden werden ihm dienen.

Offenb. 5,12: Das Lamm, das erwürget ist, ist würdig zu nehmen Kraft und Reichtum und Weisheit und Stärke und Ehre und Preis und Lob.

6. Allgegenwart.

* Joh. 3,13: Niemand fähret gen Himmel als der vom Himmel hernieder gekommen ist, nämlich des Menschen Sohn, der im Himmel ist.

Joh.. 1,48: Nathanael spricht zu ihm: Woher kennst du micht? Jesus antwortete und sprach zu ihm: Ehe denn dich Philippus rief, da du unter dem Feigenbaum warest, sah ich dich.

* Eph. 4,10: Christus ist aufgefahren über alle Himmel, auf dass er alles erfüllte.

Matth. 18,20: Wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen.

Matth. 28,20: Siehe, ich bin bei euch alle Tage, bis an der Welt Ende.

Eph. 1,22: „Alle Dinge hat er unter seine Füße getan und hat ihn gesetzet zum Haupt der Gemeinde über alles, welche da ist sein Leib, nämlich die Fülle dessen, der alles in allem erfüllet.“ Vergleiche Vers 20.21

332.(433.) Da nun diese unendliche und wahrhaft göttliche Majestät Christus mitgeteilt worden ist, so erkläre mir nunmehr, nach welcher Natur ihm dieselbe mitgeteilt worden ist.

Sie ist Christus mitgeteilt worden nach seiner menschlichen Natur.

333.(434.) Beweise aber dieses mit festen und unzweifelhaften Gründen.

Ich beweise es mit der allgemeinen und unumstößlichen Regel aller rechtgläubigen alten Kirchenlehrer: „Wovon die Schrift sagt, dass es Christus in der Zeit gegeben worden sei, das muss so verstanden werden, dass es ihm nicht nach der Gottheit, sondern nach der angenommenen Menschheit mitgeteilt worden sei.“

* Ps. 102,28: Du bleibst, wie du bist.

Dan. 7,13.14: Ich sah in diesem Gesichte des Nachts, und siehe, es kam einer in des Himmels Wolken wie eines Menschen Sohn bis zu dem Alten und ward vor denselbigen gebracht. Der gab ihm Gewalt, Ehre und Reich, daß ihm alle Völker, Leute und Zungen dienen sollten. Seine Gewalt ist ewig, die nicht vergehet, und sein Königreich hat kein Ende.

Phil. 2,9: Darum hat ihn auch Gott erhöht und hat im einen Namen gegeben, der über alle Namen ist.

Hebr. 1,4: So viel besser geworden als die Engel, so gar viel einen höhern Namen er vor ihnen ererbt hat.

Von der dritten Art

* 334.(436.) Welches ist die dritte Art der Mitteilung der Eigenschaften?

Wenn Christus die Verrichtungen seines Amtes nach beiden Naturen zugeschrieben werden. So heißt Christus unser Mittler, Prophet, Hoherpriester, Erlöser, Heiland, König, Herr usw.

335.(437.) Wirken also beide Naturen auf eine und dieselbe Weise bei diesen Verrichtungen des Amtes?

Nein; sondern nach der Regel des Konzils von Chalcedon wirkt in Christus jede der beiden Naturen in Gemeinschaft mit der andern das, was einer jeden eigen ist.

* 336.(438.) Wirkt denn nun aber in einer und derselben Person die menschliche Natur nur menschliche -, die göttliche dagegen nur göttliche Werke, und bringen sie auf diese Weise eine gemeinsame Wirkung oder Amtsverrichtung zustande?

Jede Natur verrichtet das Ihre zwar unterschiedlich, aber nicht getrennt für sich, sondern vereint in Gemeinschaft – und teilnehmend an der Verrichtung der andern.

* 337.(439.) Wenn daher Christus die Werke seines Amtes nach beiden Naturen verrichtet, wird er darum auch nach beiden Naturen unser Mittler sein?

Allerdings nach beiden Naturen, der göttlichen und der menschlichen, weil die Schrift dieses mit ausdrücklichen Zeugnissen bestätigt.

338.(440.) Zähle etliche Zeugnisse auf, mit welchen du beweisest, dass Christus unser Mittler sei nach der göttlichen Natur.

* Gal. 4,4: „Gott sandte seinen Sohn, geboren von einem Weibe und unter das Gesetz getan, auf dass er die, so unter dem Gesetz waren, erlösete.“

1 Joh. 1,7: „Das Blut Jesu Christi, des Sohnes Gottes, reinigt uns von aller Sünde.“

* 1 Joh. 3,8: „Dazu ist erschienen der Sohn Gottes, dass er die Werke des Teufels zerstöre.“

(Vgl. Röm. 5,10: Denn so wir Gott versöhnt sind durch den Tod seines Sohnes, da wir noch Feinde waren; viel mehr werden wir selig werden durch sein Leben, so wir nun versöhnt sind.

Röm. 8,32: Gott hat auch seines eigenen Sohnes nicht verschonet, sondern hat ihn für uns alle dahin gegeben.

2. Kor. 5,19: Gott war in Christus und versöhnte die Welt mit ihm selber und rechnete ihnen ihre Sünden nicht zu und hat unter uns aufgerichtet das Wort von der Versöhnung.

Jer. 23,6: Dies wird sein Name sein, dass man ihn nennen wir: Herr, der unsere Gerechtigkeit ist.

Jer. 33,16: Man wird ihn nennen: Der Herr, der unsere Gerechtigkeit ist.

Jes. 35,4: Saget den verzagten Herzen: Seid getrost, fürchtet euch ncht! Sehet, euer Gott, der kommt zur Rache; Gott, der da vergilt, kommt und wird euch helfen.

Hos. 1,7: Ich will mich erbarmen über das Haus Juda und will ihnen helfen durch den Herrn, ihren Gott.

Apg. 20,28: So habt nun Acht auf euch selbst und auf die ganze Herde, unter welche euch der Heilige Geist gesetzt hat zu Bischöfen, zu weiden die Gemeinde Gottes, welche er durch sein eigen Blut erworben hat.)

339.(441.) Gib Zeugnisse dafür an, dass Christus unser Mittler sei nach der menschlichen Natur.

* 1. Mose 3,15: Des Weibes Same wird der Schlange den Kopf zertreten.

* Luk. 9,56: „Des Menschen Sohn ist nicht gekommen, der Menschen Seelen zu verderben, sondern zu erhalten.“

1 Tim. 2,5: „Es ist ein Gott und ein Mittler zwischen Gott und den Menschen, nämlich der Mensch Christus Jesus, der sich selbst gegeben hat für alle zur Erlösung, dass solches zu seiner Zeit geprediget würde.“

Hebr. 2,14: „Nachdem die Kinder Fleisch und Blut haben, ist er’s gleichermaßen teilhaftig geworden, auf dass er durch den Tod die Macht nähme dem, der des Todes Gewalt hatte, das ist, dem Teufel, und erlöste die, so durch Furcht des Todes im ganzen Leben Knechte sein mussten.“

Siehe auch Hebr. 4,15 ff.

* 340.(442.) Warum aber musste Christus zugleich Gott und Mensch sein?

Ein Mensch musste er sein, weil der Mensch gesündigt hatte und es darum sich geziemte, dass auch ein Mensch für die Sünde genugtäte, nämlich leiden und sterben. Weil es aber für einen bloßen Menschen, auch den heiligsten, unmöglich war, Gottes unendlichen Zorn zu versöhnen, die Vergebung der Sünden zu erlangen, den Fluch des Gesetzes zu tragen und der unendlichen göttlichen Gerechtigkeit genug zu tun, auch den Tod, Teufel und Hölle zu überwinden, darum war es notwendig, dass der Vermittler auch Gott wäre, damit er so in dem angenommenen Fleisch das Amt des Mittlers und Erlösers ausrichtete, denn, wie Faustus schön sagt, Gott allein den Tod nicht hätte schmecken, noch ein Mensch allein den Tod hätte überwältigen können.

* Ps. 49,8.9: Kann doch ein Bruder niemand erlösen, noch Gott jemand versöhnen; denn es kostet zu viel, ihre Seele zu erlösen, dass er’s muss anstehen lassen ewiglich.

Röm. 8,3.4: Denn was dem Gesetz unmöglich war (sintemal es durch das Fleisch geschwächet ward), das tat GOtt und sandte seinen Sohn in der Gestalt des sündlichen Fleisches und verdammte die Sünde im Fleisch durch Sünde, auf daß die Gerechtigkeit, vom Gesetz erfordert, in uns erfüllet würde, die wir nun nicht nach dem Fleische wandeln sondern nach dem Geist.

II. Von dem Amte Christi

+* 341.(443.) Was ist Christi Amt?

Christi Amt ist, uns von Sünden erlösen, uns mit seinem himmlischen Vater versöhnen, uns zu regieren und zu schützen und endlich ewig selig zu machen.

Matth. 1,21: Und sie wird einen Sohn gebären, des Namen sollst du Jesus heißen; denn er wird sein Volk selig machen von ihren Sünden.

1 Joh. 3,8: Dazu ist erschienen der Sohn Gottes, dass er die Werke des Teufels zerstöre.

1 Tim. 2,5: Es ist ein Gott und ein Mittler zwischen Gott und den Menschen, nämlich der Mensch Christus Jesus, der sich selbst gegeben hat für alle zur Erlösung.

+* 342.(444.) Wie vielfach ist dieses Amt Christi?

Dreifach: das prophetische, hohepriesterliche und königliche.

Das prophetische Amt Jesu Christi

+* 343.(445.) Was ist das prophetische Amt Christi?

Es ist das, dadurch uns Christus den Willen seines himmlischen Vaters offenbart und uns den Weg zur Seligkeit lehrt.

Luk. 7,16: Es ist ein großer Prophet unter uns aufgestanden.

Prophet:

* 5 Mose 18,15.18.19: Einen Propheten wie mich wird der Herr, dein Gott, dir erwecken aus dir und aus deinen Brüdern, dem sollt ihr gehorchen.... Ich will ihnen einen Propheten, wie du bist, erwecken aus ihren Brüdern und meine Worte in sseinen Mund geben; der soll zu ihnen reden alles, was ich ihm gebieten werde. Und wer meine Worte nicht hören wird, die er in meinem Namen reden wird, von dem will ich’s fordern.

* Joh. 1,18: Niemand hat Gott je gesehen. Der eingeborne Sohn, der in des Vaters Schoß ist, der hat es uns verkündigt.

Meister:

Matth. 23,10: Einer ist euer Meister, Christus.

Joh. 3,2: Meister, wir wissen, dass du bist ein Lehrer, von Gott gekommen; denn niemand kann die Zeichen tun, die du tust, es sei denn Gott mit ihm.

Jes. 33,22: Denn der Herr ist unser Richter, der Herr ist unser Meister, der Herr ist unser König, der hilft uns.

Hirte:

Joh. 10,12: Ich bin der gute Hirte; der gute Hirte lässet sein Leben für die Schafe.

Bischof unserer Seelen:

1 Petr. 2,25: Denn ihr waret wie die irrenden Schafe; aber ihr seid nun bekehret zu dem Hirten und Bischof eurer Seelen.

Lehrer der Heiden:

Jes. 55,4: Siehe, ich habe ihn den Leuten zum Zeugen gestellet, zum Fürsten und Gebieter den Völkern.

Licht, zu erleuchten die Heiden:

Luk. 2,32: Dein Heiland, ein Licht, zu erleuchten die Heiden, und zum Preis deines Volks Israel.

Engel des Bundes:

Mal. 3,1: Siehe, ich will meinen Engel senden, der vor mir her den Weg bereiten soll. Und bald wird kommen zu seinem Tempel der Herr, den ich suchet, und der Engel des Bundes, des ihr begehret. Siehe, der kommt! spricht der Herr Zebaoth.

Verkündiger des Friedens:

Eph. 2,17: Und er ist gekommen, hat verkündiget im Evangelium den Frieden euch, die ihr ferne waret, und denen, die nahe waren.

Prediger:

Jes. 61,1.2: Der Gesit des Herrn Herrn ist über mir, darum hat mich der Herr gesalbet. Er hat mich gesandt, den Elenden zu predigen, die zerbrochenen Herzen zu verbinden, zu predigen den Gefangenen eine Erledigung, den Gebundenen eine Öffnung, zu predigen ein gnädiges Jahr des Herrn und einen Tag der Rache unsers Gottes, zu trösten alle Traurigen.

+344.(446.) Wie verwaltet Christus dieses prophetische Amt?

Auf zweierlei Weise:

1. dadurch, dass er den Rat Gottes von der Erlösung des menschlichen Geschlechts durch sich selbst im Evangelium verkündigt hat;

Joh. 1,18: Niemand hat Gott je gesehen; der eingeborne Sohn, der in des Vaters Schoß ist, der hat es uns verkündiget.

Eph. 2,17: Und (Christus) ist gekommen, hat verkündigt im Evangelium den Frieden,euch, die ihr ferne waret, und denen, die nahe waren.

Matth. 17,5: Da er (Petrus) noch also redete, siehe, da überschattete sie eine lichte Wolke. Und siehe, eine Stimme aus der Wolke sprach: Dies ist mein lieber Sohn, an welchem ich Wohlgefallen habe; den sollt ihr hören.

2. dadurch, dass er das Amt des Wortes und den Gebrauch der Sakramente eingesetzt hat und dadurch in der Kirche kräftig wirkt;

Mark. 16,15.16.20: Gehet hin in alle Welt und prediget das Evangelium aller Kreatur! Wer da glaubet und getauft wird, der wird selig werden; wer aber nicht glaubet, der wird verdammt werden.... Sie aber gingen aus und predigten an allen Orten. Und der Herr wirkte mit ihnen und bekräftigte das Wort durch mitfolgende Zeichen.

2. Kor. 5,18-20: “Aber das alles von GOtt, der uns mit ihm selber versöhnet hat durch JEsum Christum und das Amt gegeben, das die Versöhnung prediget. Denn GOtt war in Christo und versöhnete die Welt mit ihm selber und rechnete ihnen ihre Sünden nicht zu und hat unter uns aufgerichtet das Wort von der Versöhnung. So sind wir nun Botschafter an Christi Statt; denn GOtt vermahnet durch uns. So bitten wir nun an Christi Statt: Lasset euch versöhnen mit GOtt!

Joh. 4,1.2: Da nun der Herr inne ward, dass vor die Pharisäer gekommen war, wie Jesus mehr Jünger machte und taufte als Johannes. Wiewohl Jesus selber nicht taufte, sondern seine Jünger.

Das hohepriesterliche Amt Jesu Christi

+* 345.(447.) Was ist das hohepriesterliche Amt Christi?

Es ist das, dadurch er

1. dem göttlichen Gesetze den vollkommensten Gehorsam geleistet,

2. sich selbst für die Sünden der ganzen Welt zum Opfer dargebracht hat und

3. uns fortwährend bei seinem himmlischen Vater vertritt.

Priester:

Psalm 110,4: Der Herr hat geschworen und wird ihn nicht gereuen: Du bist ein Priester ewiglich nach der Weise Melchisedeks.

Mittler:

Hebr. 9,15: Und darum ist er auch ein Mittler des Neuen Testaments, auf dass durch den Tod, so geschehen ist zur Erlösung von den Übertretungen, die unter dem ersten Testament waren, die, so berufen sind, das verheißene ewige Erbe empfangen.

Hoherpriester:

Hebr. 2,17: Daher musste er allerdings seinen Brüdern gleich werden, auf dass er barmherzig würde und ein treuer Hoherpriester vor Gott, zu versöhnen die Sünde des Volks.

Hebr. 5,10: Genannt von Gott ein Hoherpriester nach der Weise Melchisedeks.

Gesetzeserfüller und Erlöser:

* Gal. 4,4.5: Da aber die Zeit erfüllet ward, sandte Gott seinen Sohn, geboren von einem Weibe und unter das Gesetz getan, auf dass er die, so unter dem Gesetz waren, erlösete, dass wir die Kindschaft empfingen.

Matth. 5,17: Ihr sollt nicht wähnen, dass ich gekommen bin, das Gesetz oder die Propheten aufzulösen. Ich bin nicht gekommen aufzulösen, sondern zu erüfllen.

Röm. 5,19: Gleichwie durch eines Menschen Ungehorsam viel Sünder geworden sind: also auch durch eines Gehorsam werden viel Gerechte. (tätiger Gehorsam)

* Jes. 53,4.5: Führwahr, er trug unsere Krankheit und lud auf sich unsere Schmerzen. Wir aber hielten ihn für den, der geplagt und von Gott geschlagen und gemartert wäre. Aber er ist um unserer Missetat willen verwundet und um unserer Sünde willen zerschlagen. Die Strafe liegt auf ihm, auf dass wir Frieden hätten, und durch seine Wunden sind wir geheilt.

Phil. 2,8: Christus erniedrigte sich selbst und ward gehorsam bis zum Tode, ja zum tode am Kreuz. (leidender Gehorsam)

Lamm Gottes:

Joh. 1,29: Siehe, das ist Gottes Lamm, welches der Welt Sünde trägt!

* 1. Petr. 2,24: Christus hat unsere Sünden selbst geopfert an seinem Leibe auf dem Holz, auf dass wir, der Sünde abgestorben, der Gerechtigkeit leben; durch welches Wunden ihr seid heil geworden.

* Hebr. 7,26: Einen solchen Hohenpriester sollten wir haben, der da wäre heilig, unschuldig, unbefleckt, von den Sündern abgesondert und höher als der Himmel ist.

Hebr. 4,15: Wir haben nicht einen Hohenpriester, der nicht könnte Mitleiden haben mit unserer Schwachheit, sondern der versucht ist allenthalten gleichwie wir, doch ohne Sünde.

Fürsprecher:

Röm. 8,34: Wer will verdammen? Christus ist hier, der gestorben ist, ja vielmehr, der auch auferwecket ist, welcher ist zur Rechten Gottes und vertritt uns.

* 1. Joh. 2,1.2: Ob jemand sündigt, so haben wir einen Fürsprecher bei dem Vater, Jesus Christus, der gerecht ist. Und derselbe ist die Versöhnung für unsere Sünde; nicht allein aber für unsere, sondern auch für der ganzen Welt.

Röm.8,34: Wer will verdammen? Christus ist hier, der gestorben ist, ja vielmehr, der auch auferweckt ist, welcher ist zur Rechten Gottes und vertritt uns.

Hebr. 7,23-25: Und jener sind viel, die Priester wurden, darum daß sie der Tod nicht bleiben ließ; dieser aber darum, daß er bleibet ewiglich, hat er ein unvergänglich Priestertum; daher er auch selig machen kann immerdar, die durch ihn zu GOtt kommen, und lebet immerdar und bittet für sie.

Seligmacher:

Luk. 2,11: Euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus der Herr, in der Stadt Davids.

Versöhner:

Röm. 3,25: Welchen Gott hat vorgestellt zu einem Gnadenstuhl durch den Glauben in seinem Blut, damit er die Gerechtigkeit, die vor ihm gilt, darbiete, in dem, dass er die Sünde vergibt, welche bis anher geblieben war unter göttlicher Geduld.

2 Kor. 5,19: Denn Gott war in Christus und versöhnte die Welte mit ihm selber und rechnete ihnen ihre Sünden nicht zu und hat unter uns aufgerichtet das Wort von der Versöhnung.

Vorbilder dieses Amtes waren die Priester im Alten Testament, wie der Brief an die Hebräer durchweg sehr schön zeigt.

+346.(448.) Worin besteht dieser Gehorsam Christi?

Er besteht

1. darin, dass er dem Gesetz sich unterworfen und dasselbe in allen seinen Teilen aufs allervollkommenste erfüllet hat, was uns zu leisten unmöglich war;

Matth. 5,17: Ihr sollt nicht wähnen, dass ich gekommen bin, das Gesetz oder die Propheten aufzulösen. Ich bin nicht gekommen aufzulösen, sondern zu erfüllen.

Röm. 5,19: Denn gleichwie durch eines Menschen Ungehorsam viel Sünder geworden sind, also auch durch eines Gehorsam werden viel Gerechte.

Gal. 4,4.5: Da aber die Zeit erfüllet ward, sandte Gott seinen Sohn, geboren von einem Weibe und unter das Gesetz getan, auf dass er die, so unter dem Gesetz waren, erlösete, dass wir die Kindschaft empfingen.

2. darin, dass er den allerschmählichsten Tod auf dem Altar des Kreuzes für uns erlitten hat, auf dass er uns vom Tod und von der ewigen Verdammnis erlösete,

Phil. 2,8: Er erniedrigte sich selbst und ward gehorsam bis zum Tode, ja zum Tode am Kreuz.

1 Petr. 2,24: Welcher unsere Sünden selbst geopfert hat an seinem Leibe auf dem Holz, auf dass wir, der Sünde abgestorben, der Gerechtigkeit leben; durch welches Wunden ihr seid heil geworden.

1 Joh. 2,2: Und derselbe ist die Versöhung für unsere Sünde, nicht allein aber für die unsere, sondern auch für die der ganzen Welt.

+347.(449.) Worin besteht aber Christi Fürbitte für uns?

Darin, dass er in Kraft seines Verdienstes und seiner eingelegten Fürbitte vor dem Vater unser Fürsprecher ist, uns vertritt unf für uns bittet.

1 Joh. 2,1: Meine Kindlein, solches schreibe ich euch, auf dass ihr nicht sündiget. Und ob jemand sündiget, so haben wir einenFürsprecher bei dem Vater, Jesus Christus, der gerecht ist.

Röm. 8,34: Wer will verdammen? Christus ist hier, der gestorben ist, ja vielmehr, der auch auferwecket ist, welcher ist zur Rechten Gottes und vertritt uns.

Das königliche Amt Jesu Christi

+* 348.(450.) Was ist das königliche Amt Christi?

Es ist das, durch welches er über alles im Himmel und auf Erden mächtiglich herrschet, besonders aber seine Kirche regieret und schützet.

König:

Hes. 37,24: Mein Knecht David soll ihr König und ihr aller einiger Hirte sein.

Jes. 33,22: Denn der Herr ist unser Richter, der Herr ist unser Meister, der Herr ist unser König, der hilft uns.

Psalm 2,6: Aber ich habe meinen König eingesetzt auf meinem heiligen Berg Zion.

Sach. 9,9: Aber du, Tochter Zion, freue dich, und du, Tochter Jerusalem, jauchze! Siehe, dein König kommt zu dir, ein Gerechter und ein Helfer, arm, und reitet auf einem Esel und auf einem jungen Füllen der Eselin!

* Joh. 18,37: Pilatus sprach zu ihm: So bist du dennoch ein König? Jesus antwortete: Du sagst es, ich bin ein König. Ich bin dazu geboren und in die Welt gekommen, dass ich die Wahrheit zeuge. Wer aus der der Wahrheit ist, der höret meine Stimme.

Ps. 2: Warum toben die Heiden, und die Leute reden so vergeblich? Die Könige im Lande lehnen sich auf, und die Herren ratschlagen miteinander wider den HErrn und seinen Gesalbten: Lasset uns zerreißen ihre Bande und von uns werfen ihre Seile! Aber der im Himmel wohnet, lachet ihrer, und der HErr spottet ihrer. Er wird einst mit ihnen reden in seinem Zorn, und mit seinem Grimm wird er sie schrecken. Aber ich habe meinen König eingesetzt auf meinem heiligen Berg Zion. Ich will von einer solchen Weise predigen, daß der HErr zu mir gesagt hat: Du bist mein Sohn, heute hab ich dich gezeuget. Heische von mir, so will ich dir die Heiden zum Erbe geben und der Welt Ende zum Eigentum. Du sollst sie mit einem eisernen Zepter zerschlagen; wie Töpfe sollst du sie zerschmeißen. So laßt euch nun weisen, ihr Könige, und laßt euch züchtigen, ihr Richter auf Erden! Dienet dem HErrn mit Furcht und freuet euch mit Zittern! Küsset den Sohn, daß er nicht zürne und ihr umkommet auf dem Wege; denn sein Zorn wird bald anbrennen. Aber wohl allen, die auf ihn trauen!

Fürst:

Hes. 37,25: Mein Knecht David soll ewiglich ihr Fürst sein.

Apg. 3,15: Den Fürsten des Lebens habt ihr getötet.

Herzog:

Matth. 2,6: Und du, Bethlehemim jüdischen Lande bist mitnichten die kleinste unter den Fürsten Judas, denn aus dir soll mir kommen der Herzog, der über mein Volk Israel ein Herr sei.

Herr:

1 Kor. 1,2: Der Gemeinde Gottes zu Korinth, den Geheiligten in Christus Jesus, den berufenen Heiligen samt allen denen, die anrufen den Namen unsern Herrn Jesus Christus an allen ihren und unsern Orten.

* 349.(451.) Wie vielfach ist Christi Reich?

Dreifach:

1. das Machtreich;

2. das Gnadenreich;

3. das Ehrenreich.

* 350.(452.) Was ist das Machtreich?

Es ist die allgemeine Herrschaft über alle Kreaturen im Himmel und auf Erden.

Dan. 7,14: Der gab ihm Gewalt, Ehre und Reich, dass ihm alle Völker, Leute und Zungen dienen sollten. Seine Gewalt ist ewig, die nicht vergehet, und sein Königreich hat kein Ende.

Psalm 8,7-9: Du wirst ihn zum Herrn machen über deiner Hände Werk; alles hast du ihm unter seine Füße getan: Schafe und Ochsen allzumal, dazu auch die wilden Tiere, die Vögel unter dem Himmel und die Fisher im Meer und was im Meer gehet.

Eph. 1,20.21: Gott hat ihn (Christus) gesetzt zu seiner Rechten im Himmel, über alle Fürstentümer, Gewalt, Macht, Herrlichkeit und alles, was genannt mag werden, nicht allein in dieser Welt, sondern auch in der zukünftigen.

1. Kor. 15,27: Er hat ihm alles unter seine Füße getan.

Psalm 110,1: Setze dich zu meiner Rechten, bis dass ich deine Feinde zum Schemel deiner Füße lege! Der Herr wird das Zepter deines Reiches senden aus Zion. Herrsche unter deinen Feinden.

Psalm 2,9: Du sollst sie mit einem eisernen Zepter zerschlagen; wie Töpfe sollst du sie zerschmeißen.

1 Kor. 15,25: Er muss aber herrschen, bis dass er alle seine Feinde unter seine Füße lege.

* 351.(453.) Was ist das Gnadenreich?

Es ist das besondere Wirken der Barmherzigkeit und Gütigkeit in der Kirche durch die Predigt des Wortes und die Spendung der Sakramente ohne unser Verdienst.

* Matth. 21,5: Saget der Tochter Zion: Siehe, dein König kommt zu dir sanftmütig und reitet auf einem Esel und auf einem Füllen der lastbaren Eselin.

Jer. 23,5.6: Siehe, es kommt die Zeit, spricht der HErr, daß ich dem David ein gerecht Gewächs erwecken will; und soll ein König sein, der wohl regieren wird und Recht und Gerechtigkeit auf Erden anrichten. Zu derselbigen Zeit soll Juda geholfen werden, und Israel sicher wohnen. Und dies wird sein Name sein, daß man ihn nennen wird: HErr, der unsere Gerechtigkeit ist.

* 352.(454.) Was ist das Ehrenreich?

Es ist der völlige Besitz der himmlischen Seligkeit, wo Christus die Auserwählten, nachdem er sie von den Toten auferweckt hat, mit himmlischer Herrlichkeit krönen wird, dass sie ewig mit ihm leben und herrschen.

* 2. Tim. 4,18: Der Herr wird mich erlösen von allem Übel und aushelfen zu seinem himmlischen Reich.

* 353.(455.) Wie ist Christi Reich beschaffen?

Es ist kein weltliches Reich, Joh. 18,36, sondern

1. ein geistliches, weil es durch die Kraft des Wortes in diesem Leben verwaltet wird, 2 Kor. 10,4.5; und

2. ein ewiges, weil seines Königreichs kein Ende sein wird, Luk. 1,33; Dan. 2,44.

* Joh. 18,36: Mein Reich ist nicht von dieser Welt. Wäre mein Reich von dieser Welt, meine Diener würden darob kämpfen, dass ich den Juden nicht überantwortet würde; aber nun ist mein Reich nicht von dannen.

2 Kor. 10,4.5: Denn die Waffen unserer Ritterschaft sind nicht fleischlich, sondern mächtig vor Gott, zu zerstören die Befestigungen, damit wir zerstören die Anschläge und alle Höhe, die sich erhebet gegen die Erkenntnis Gottes, und nehmen gefangen alle Vernunft unter den Gehorsam Christi.

Luk. 1,33: Und er wird ein König sein über das Haus Jakob ewiglich, und seines Köngreichs wird kein Ende sein.

Dan. 2,44: Aber zur Zeit solcher Königreiche wird Gott vom Himmel ein Königreich aufrichten, das nimmermehr zerstöret wird; und sein Königreich wird auf kein anderes Volk kommen. Es wird alle diese Königreiche zermalmen und verstören, aber es wird ewiglich bleiben.

Vom Stand der Erniedrigung

+* 354.(456.) Hat Christus dieses sein Amt immer auf gleiche Weise verwaltet?

Nein; denn das apostolische Glaubensbekenntnis erwähnt aus der Schrift zwei unterschiedliche Stände, davon der eine der Stand der Erniedrigung, der andere der der Erhöhung heißt.

+355.(457.) Welches ist der Stand der Erniedrigung?

Er ist das sichtbare Wandeln Christi allhier auf Erden, darin er seine göttlichen Majestät die er nach seiner menschlichen Natur empfangen, nicht gebraucht, sondern um unseretwillen sich freiwillig aufs tiefste erniedrigt und Knechtsgestalt angenommen hat und dem Vater gehorsam gewesen ist bis zum Tode, ja zum Tod am Kreuz, damit er uns in solchem seinem Stande mit seinem Gehorsam und Leiden erlösen könne, welches bei stetigem völligen Gebrauch seiner Herrlichkeit nicht hätte geschehen können.

* Phil. 2,5-8: Ein jeglicher sei gesinnet, wie Jesus Christus auch war. Welcher, ob er wohl in göttlicher Gestalt war, hielt er's nicht für einen Raub, Gott gleich sein, sondern entäußerte sich selbst und nahm Knechtsgestalt an, ward gleich wie ein andrer Mensch und an Gebärden als ein Mensch erfunden; er erniedrigte sich selbst und ward gehorsam bis zum Tode, ja zum Tode am Kreuz.

Hebr. 12,2: Und (lasst uns) aufsehen auf Jesus, den Anfänger und Vollender des Glaubens, welcher, da er wohl hätte mögen Freude haben, erduldete er das Kreuz und achtete die Schande nicht.

Joh. 10,18: Niemand nimmt es (mein Leben) von mir, sondern ich lasse es von mir selber. Ich habe es Macht zu lassen, und habe es Macht wieder zu nehmen.

Luk. 2,51.52: Und er ging mit ihnen hinab und kam gen Nazareth und war ihnen untertan. Und seine Mutter behielt alle diese Worte in ihrem Herzen. Und JEsus nahm zu an Weisheit, Alter und Gnade bei GOtt und den Menschen.

Matth. 8,20: Die Füchse haben Gruben, und die Vögel unter dem Himmel haben Nester; aber des Menschen Sohn hat nicht, da er sein Haupt hinlege.

Joh. 1,14: Und das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns; und wir sahen seine herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des eingebornen Sohnes vom Vater, voller Gnade und Wahrheit.

Joh. 2,11: Das ist das erste Zeichen, das Jesus tat, geschehen zu Kana in Galiläa, und offenbarte seine Herrlichkeit. Und seine Jünger glaubten an ihn.

Joh. 11,40: Jesus spricht zu ihr (Martha): Hab ich dir nicht gesagt, so du glauben würdest, du würdest die Herrlichkeit Gottes sehen?

Joh. 18,6: Als nun Jesus zu ihnen sprach: Ich bin’s, wichen sie zurück und fielen zu Boden. (Strahlen der Herrlichkeit im Stand der Erniedrigung)

+* 356.(458.) Was gehört zum Stand der Erniedrigung?

Was sich mit Christus von seiner Empfängnis an bis zu seinem Begräbnis nach Inhalt unseres christlichen Glaubens zugetragen hat.

+* 357.(459.) Was ist die Empfängnis des Sohnes Gottes?

Da der Sohn Gottes durch sonder- und wunderbare Wirkung des Heiligen Geistes in dem Leibe seiner Mutter, der Jungfrau Maria, ein wahrer Mensch ist empfangen worden, ganz heilig und rein, und hat uns hiermit von unserer sündlichen Empfängnis gereinigt und geheiligt.

* Luk. 1,35: Der Heilige Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten; darum auch das Heilige, das von dir geboren wird, wird Gottes Sohn genannt werden.

Ps. 51,7: Siehe, ich bin aus sündlichem Samen gezeuget, und meine Mutter hat mich in Sünden empfangen.

+* 358.(460.) Was ist die Geburt unseres Herrn Jesus?

Da er von der Jungfrau Maria, unverletzt ihrer Jungfrauschaft, wahrhaftig uns zu Gut und Trost ist geboren.

* Jes. 9,6: Uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns gegeben.

* Luk. 2,11: Euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids.

Jes. 7,14: Siehe, eine Jungfrau ist schwanger und wird einen Sohn gebären, den wird sie heißen Immanuel.

+* 359.(461.) Was glauben wir von dem Leiden Christi?

Dass er wahrhaftig, sowohl äußerlich an seinem ganzen Leibe, als auch innerlich an seiner Seele, für uns und unsere Sünden gelitten habe. Und das alles ist geschehen unter Pontius Pilatus, welches, die Gewissheit der Passionsgeschichte anzudeuten, ist hinzugesetzt worden.

+* 360.(462.) Warum hat Christus gelitten und warum ist er gekreuzigt worden und gestorben?

Dass er mich verlorenen und verdammten Menschen mit seinem heiligen und teuren Blut und mit seinem unschuldigen Leiden und Sterben erlösete und von allen Sünden, vom Tod, von der Gewalt des Teufels und der ewigen Verdammnis erwürbe und gewänne. Außerdem hat er uns ein Beispiel gelassen, willig zu leiden, was Gott uns auflegt:

1. Am Kreuz wurde er ein Fluch für uns und erlöste uns vom Fluch des Gesetzes und lehrt uns, unseren alten Menschen zu kreuzigen.

2. Durch seinen Tod wendete er das Todesurteil von uns ab und lehrt uns, der Sünde abzusterben.

Christus, ein unschuldiges und unbeflecktes Lamm:

* 1 Petr. 1,18.19: Und wisset, dass ihr nicht mit vergänglichem Silber oder Gold erlöset seid von eurem eitlen Wandel nach väterlicher Weise, sondern mit dem teuren Blut Christi, als eines unschuldigen und unbefleckten Lammes.

1 Petr. 2,22: Welcher keine Sünde getan hat, ist auch kein Betrug in seinem Munde erfunden.

Jes. 53,4-6: Fürwahr, er trug unsere Krankheit und lud auf sich unsere Schmerzen. Wir aber hielten ihn für den, der geplagt und von GOtt geschlagen und gemartert wäre. Aber er ist um unserer Missetat willen verwundet und um unserer Sünde willen zerschlagen. Die Strafe liegt auf ihm, auf daß wir Frieden hätten, und durch seine Wunden sind wir geheilet. Wir gingen alle in der Irre wie Schafe, ein jeglicher sah auf seinen Weg; aber der HErr warf unser aller Sünde auf ihn.

Für uns geschehen:

* 2 Kor. 5,21: Denn er hat den, der von keiner Sünde wusste, für uns zur Sünde gemacht, auf dass wir würden in ihm die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt.

* Ps. 69,5: Ich muss bezahlen, das ich nicht geraubt habe.

2. Kor. 8,9: Ihr wisset die Gnade unsers Herrn Jesus Christus, dass, ob er wohl reich ist, ward er doch arm um euretwillen, auf dass ihr durch seine Armut reich würdet.

Jes. 53,12: Darum will ich ihm große Menge zur Beute geben, und er soll die Starken zum Raube haben; darum, dass er sein Leben in den Tod gegeben hat, und den Übeltätern gleich gerechnet ist, und er vieler Sünde getragen hat und für die Übeltäter gebeten.

2. Kor. 5,14: Wir halten, dass, so einer für alle gestorben ist, so sind sie alle gestorben.

Jes. 43,24.25: Mir hast du nicht um Geld Kalmus gekauft; mich hast du mit dem Fetten deiner Opfer nicht gefüllet. Ja, mir hast du Arbeit gemacht in deinen Sünden und hast mir Mühe gemacht in deinen Missetaten. Ich, ich tilge deine Übertretung um meinetwillen und gedenke deiner Sünden nicht.

Offenb. 5,9-10: Und sangen ein neu Lied und sprachen: Du bist würdig, zu nehmen das Buch und aufzutun seine Siegel; denn du bist erwürget und hast uns GOtt erkauft mit deinem Blut aus allerlei Geschlecht und Zungen und Volk und Heiden und hast uns unserm GOtt zu Königen und Priestern gemacht, und wir werden Könige sein auf Erden.

Gal. 3,13: Christus hat uns erlöst von dem Fluch des Gesetzes, da er ward ein Fluch für uns (denn es stehet geschrieben: Verflucht sei jedermann, der am Holz hänget.)

* Hebr. 2,14.15: Nachdem nun die Kinder Fleisch und Blut haben, ist er’s gleichermaßen teilhaftig worden, auf daß er durch den Tod die Macht nähme dem, der des Todes Gewalt hatte, das ist, dem Teufel, und erlösete die, so durch Furcht des Todes im ganzen Leben Knechte sein mußten.

Hos. 13,14: Aber ich will sie erlösen aus der Hölle und vom Tod erretten. Tod, ich will dir ein Gift sein; Hölle, ich will dir eine Pestilenz sein.

+* 361.(463.) Wen hat Christus erlöst?

Mich verlornen und verdammten Menschen, und also alle anderen Menschen, da alle wegen der Sünden auch verloren und verdammt waren.

* Matth. 18,11: Des Menschen Sohn ist gekommen, selig zu machen, was verloren ist.

* Joh. 1,29: Siehe, das ist Gottes Lamm, welches der Welt Sünde trägt.

1. Joh. 2,1.2: Ob jemand sündiget, so haben wir einen Fürsprecher bei dem Vater, Jesus Christus, der gerecht ist. Und derselbe ist die Versöhnung für unsere Sünde; nicht allein aber für die unsere, sondern auch für der ganzen Welt.

1. Tim. 2,5.6: Es ist ein Gott und ein Mittler zwischen Gott und den Menschen, nämlich der Mensch Christus Jesus, der sich selbst gegeben hat für alle zur Erlösung, dass solches zu seiner Zeit gepredigt würde.

* 2. Petr. 2,1: Sie verleugnen den Herrn, der sie erkauft hat, und werden über sich selbst führen eine schnelle Verdammnis.

+* 362.(464.) Warum sagen wir aber: Ich glaube, dass er mich erlöst hat?

Weil ich seine allgemeine Erlösung mir zueignen und im Glauben gewiss sein muss, dass er auch mich verlornen und verdammten Menschen von Sünde, Tod und Teufel erlöst hat.

Gal. 2,20: Ich lebe aber; doch nun nicht ich, sondern Christus lebet in mir. Denn was ich jetzt lebe im Fleisch, das lebe ich in dem Glauben des Sohnes Gottes, der mich geliebet hat und sich selbst für mich dargegeben.

+* 363.(465.) Wozu hat er dich aber erlöst, erworben und gewonnen?

„Auf dass ich sein eigen sei und in seinem Reich unter ihm lebe und ihm diene in ewiger Gerechtigkeit, Unschuld und Seligkeit.“

* 2. Kor. 5,15: Christus ist darum für alle gestorben, damit die, so da leben, hinfort nicht sich selbst leben, sondern dem, der für sie gestorben und auferstanden ist.

Luk. 1,74.75: Dass wir, erlöset aus der Hand unserer Feinde, ihm dieneten ohne Furcht unser Leben lang, in Heiligkeit und Gerechtigkeit, die ihm gefällig ist.

Röm. 14,8.9: Leben wir, so leben wir dem HErrn; sterben wir, so sterben wir dem HErrn. Darum, wir leben oder sterben, so sind wir des HErrn. Denn dazu ist Christus auch gestorben und auferstanden und wieder lebendig worden, daß er über Tote und Lebendige HErr sei.

+* 364.(466.) Warum ist er begraben worden?

Damit es

1. gewiss sei, dass er wahrhaftig gestorben ist,

2. damit er unsre Gräber zu Schlafkämmerlein bis zur künftigen Auferstehung des Leibes weihete.

* Jes. 57,2: Die richtig vor sich gewandelt haben, kommen zum Frieden und ruhen in ihren Kammern.

Vgl. 1. Mose 3,19: Im Schweiß deines Angesichts sollst du dein Brot essen, bis dass du wieder zu Erden werdest, davon du genommen bist. Denn du bist Erde und sollst zu Erde werden.

Matth. 12,40: Gleichwie Jona war drei Tage und drei Nächte in des Wales Bauch; also wird des Menschen Sohn drei Tage und drei Nächte mitten in der Erde sein.

Vom Stand der Erhöhung

+* 365.(467.) Welches ist der Stand der Erhöhung?

Derjenige Stand, in welchem er nach seiner Auferweckung von den Toten, nach der Höllenfahrt, durch seine Himmelfahrt zur Rechten der Majestät Gottes erhöhet, herrschet und alles im Himmel und auf Erden regieret, da er also nach seiner menschlichen Natur zum völligen und unaufhörlichen Gebrauch seiner mitgeteilten göttlichen Majestät ist erhöht worden.

* Phil. 2,9-11: Darum hat ihn auch GOtt erhöhet und hat ihm einen Namen gegeben, der über alle Namen ist, daß in dem Namen JEsu sich beugen sollen alle derer Kniee, die im Himmel und auf Erden und unter der Erde sind, und alle Zungen bekennen sollen, daß JEsus Christus der HErr sei, zur Ehre GOttes des Vaters.

Luk. 24,26: Musste nicht Christus solches leiden und zu seiner Herrlichkeit eingehen?

Hebr. 2,9: Den aber, der eine kleine Zeit der Engel gemangelt hat, sehen wir, dass es Jesus ist, durch Leiden des Todes gekrönt mit Preis und Ehren, auf dass er von Gottes Gnaden für alle den Tod schmeckte.

Mark. 16,19: Und der Herr, nachdem er mit ihnen geredet hatte, ward er aufgehoben gen Himmel und sitzet zur rechten Hand Gottes.

Luk. 22,69: Darum, von nun an wird des Menschen Sohn sitzen zur rechten Hand der Kraft Gottes.

Apg. 1,9: Und da er solches gesagt, ward er aufgehoben zusehends, und eine Wolke nahm ihn auf vor ihren Augen weg.

+* 366.(468.) Durch welche Worte des apostolischen Glaubensbekenntnisses wird dieser Stand der Erhöhung ausgedrückt?

Durch diese: 4. „Niedergefahren zur Hölle;

5. am dritten Tage wieder auferstanden von den Toten;

6. aufgefahren gen Himmel, sitzend zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters;

7. von dannen er kommen wird, zu richten die Lebendigen und die Toten.“

+* 367.(470.) Warum ist denn aber Christus zur Hölle gefahren?

Damit er sich den höllischen Geistern als Überwinder des Teufels, der Hölle und aller höllischen Feinde zeigete und über dieselben mächtiglich triumphierte.

Hos. 13,14: Ich will sie erlösen aus der Hölle und vom Tod erretten. Tod, ich will dir ein Gift sein; Hölle, ich will dir eine Pestilenz sein!

1 Kor. 15,55: Der Tod ist verschlungen in den Sieg. Tod, wo ist dein Stachel? Hölle, wo ist dein Sieg?

Eph. 4,9.10: Dass er aber aufgefahren ist, was ist’s, denn dass er zuvor ist hinuntergefahren in die untersten Örter der Erde? Der hinuntergefahren ist, das ist derselbe, der aufgefahren ist über alle Himmel, auf dass er alles erfüllte.

Kol. 2,15: Und [er] hat ausgezogen die Fürstentümer und die Gewaltigen und sie Schau getragen öffentlich und einen Triumph aus ihnen gemacht durch sich selbst.

* 1 Petr. 3,18-20: Und [er] ist getötet nach dem Fleisch, aber lebendig gemacht nach dem Geist. In demselben ist er auch hingegangen und hat geprediget den Geistern im Gefängnis, die etwa nicht glaubeten, da Gott einstmals harrete und Geduld hatte zu den Zeiten Noahs, da man die Arche zurüstete, in welcher wenig, das ist, acht Seelen, behalten wurden durchds Wasser.

+* 368.(471.) Warum ist Christus am dritten Tage von den Toten auferstanden?

1. Damit er sich durch die Auferstehung von den Toten kräftiglich als der Sohn Gottes erweise.

* Joh. 2,19: Brechet diesen Tempel, und am dritten Tage will ich ihn aufrichten.

(Vgl. V. 18-22: Da antworteten nun die Juden und sprachen zu ihm: Was zeigst du uns für ein Zeichen, daß du solches tun mögest? JEsus antwortete und sprach zu ihnen: Brechet diesen Tempel, und am dritten Tage will ich ihn aufrichten. Da sprachen die Juden: Dieser Tempel ist in sechsundvierzig Jahren erbauet, und du willst ihn in dreien Tagen aufrichten? Er aber redete von dem Tempel seines Leibes. Da er nun auferstanden war von den Toten, gedachten seine Jünger daran, daß er dies gesagt hatte, und glaubten der Schrift und der Rede, die JEsus gesagt hatte.

Joh. 10,17.18: Darum liebet mich mein Vater, dass ich mein Leben lasse, auf dass ich’s wieder nehme. Niemand nimmt es von mir, sondern ich lasse es von mir selber. Ich habe es Macht zu lassen, und habe es Macht wieder zu nehmen. Solch Gebot habe ich empfangen von meinem Vater.

Röm. 1,4: Und kräftiglich erweiset ein Sohn Gottes nach dem Geist, der da heiliget, seit der Zeit er auferstanden ist von den Toten, nämlich Jesus Christus, unser Herr.

2. Damit er erweise, dass er für unsere Sünden genuggetan und uns die wahre Gerechtigkeit erworben habe.

* 1. Kor. 15,17.18: Ist Christus aber nicht auferstanden, so ist euer Glaube eitel, so sseid ihr noch in euren Sünden; so sind auch die, so in Christus entschlafen sind, verloren.

* Röm. 4,25: Welcher ist um unserer Sünden willen dahingegeben und um unserer Gerechtigkeit willen auferwecket.

Röm. 5,18: Wie durch eines Sünde die Verdammnis über alle Menschen gekommen ist: Also ist auch durch eines Gerechtigkeit die Rechtfertigung des Lebens über alle Menschen gekommen.

Röm. 8,33.34: Wer will die Auserwählten Gottes beschuldigen? Gott ist hier, der da gerecht macht. Wer will verdammen? Christus ist hier, der gestorben, ja vielmehr, der auch auferwecket ist.

3. Damit er endlich auch unsere Leiber am jüngsten Tage auferwecke und uns zu Miterben aller Wohltaten seines Reiches und seiner Herrlichkeit mache.

* Joh. 11,25.26: Jesus spricht zu ihr: Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubet, der wird leben, ob er gleich stürbe; und wer da lebet und glaubet an mich, der wird nimmermehr sterben. Glaubest du das?

Joh. 14,3: Und ob ich hinginge, euch die Stätte zu bereiten, will ich doch wiederkommen und euch zu mir nehmen, auf dass ihr seid, wo ich bin.

* Joh. 14,19: Ich lebe, und ihr sollt auch leben.

1 Kor. 15,21.22: Denn durch einen menschen der Tod und durch einen Menschen die Auferstehung der Toten kommt. Gleichwie sie in Adam alle sterben, also werden sie in Christus alle lebendig gemacht werden.

Röm. 5,10: So wir Gott versöhnt sind durch den Tod seines Sohnes, da wir noch Feinde waren; viel mehr werden wir selig werden durch sein Leben, so wir nun versöhnet sind.

Röm. 8,11: So nun der Geist des, der Jesus von den Toten auferwecket hat, in euch wohnet, so wird auch derselbe, der Christus von den Toten auferwecket hat, eure sterblichen Leiber lebendig machen um deswillen, dass sein Geist in euch wohnet.

1. Petr. 1,3.4: Gelobet sei GOtt und der Vater unsers HErrn JEsu Christi, der uns nach seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung JEsu Christi von den Toten zu einem unvergänglichen und unbefleckten und unverwelklichen Erbe, das behalten wird im Himmel.

Hiob 19,25-27: Aber ich weiß, daß mein Erlöser lebet; und er wird mich hernach aus der Erde auferwecken; und werde danach mit dieser meiner Haut umgeben werden und werde in meinem Fleisch GOtt sehen. Denselben werde ich mir sehen, und meine Augen werden ihn schauen, und kein Fremder.

Endlich 4. damit er gen Himmel führe und zur Rechten des Vaters im Himmel das Mittleramt verwalte.

Röm. 8,34: Wer will verdammen? Christus ist hier, der gestorben ist, ja vielmehr, der auch auferwecket ist, welcher ist zur Rechten Gottes und vertritt uns.

+* 369.(475.) Warum ist er gen Himmel gefahren?

Dass er sich zur Rechten seines Vaters setze und das Amt des Mittlers und Fürsprechers für uns bei ihm verwalte.

Mark. 16,19: Und der Herr, nachdem er mit ihnen geredet hatte, ward er aufgehoben gen Himmel uns sitzet zur Rechten Gottes.

Apg. 1,9: Und da er solches gesagt, ward er aufgehoben zusehens, und eine Wolke nahm in auf vor ihren Augen weg.

* Ps. 68,19: Du bist in die Höhe gefahren und hast das Gefängnis gefangen, du hast Gaben empfangen für die Menschen, auch die Abtrünnigen.

(Vgl. Eph. 4,8: Darum spricht er: Er ist aufgefahren in die Höhe und hat das Gefängnis gefangen geführet und hat den Menschen Gaben gegeben.)

* Joh. 12,26: Wo ich bin, da soll mein Diener auch sein.

* Joh. 14,2: Ich gehe hin, euch die Stätte zu bereiten.

Röm. 8,34: Wer will verdammen? Christus ist hier, der gestorben ist, ja vielmehr, der auch auferwecket ist, welcher ist zur Rechten Gottes und vertritt uns.

Hebr. 7,24.25: Dieser aber darum, daß er bleibet ewiglich, hat er ein unvergänglich Priestertum; daher er auch selig machen kann immerdar, die durch ihn zu GOtt kommen, und lebet immerdar und bittet für sie.

* 370.(476.) Wo ist jener Himmel, in welchen Christus aufgefahren ist, und wie ist er beschaffen?

Wo dieser Himmel und wie er beschaffen und wie der Leib des Herrn im Himmel sei, ist eine vorwitzige und unnütze Frage; denn es hat’s kein Auge gesehen, kein Ohr gehört und ist in keines Menschen Herz gekommen.

1. Kor. 2,9: Das kein Auge gesehen hat, und kein Ohr gehört hat und in keines Menschen Herz gekommen ist, das Gott bereitet hat denen, die ihn lieben.

+* 371.(477.) Was ist denn die rechte Hand Gottes?

Es versteht die Schrift unter der Rechten Gottes die ewige und wahrhaft unendliche Macht und göttliche Majestät, durch welche er alles wirkt, regiert und erfüllt.

Ps. 77,11: Aber doch sprach ich: Ich muss das leiden; die rechte Hand des Höchsten kann alles ändern.

Ps. 118,16: Die Rechte des Herrn ist erhöht; die Rechte des Herrn behält den Sieg.

2 Mose 15,6: Herr, deine rechte Hand tut große Wunder; Herr, deine rechte Hand hat die Feinde zerschlagen.

Jes. 48,13: Meine Hand hat den Erdboden gegründet und meine rechte Hand hat den Himmel umspannet: Was ich rufe, das stehet alles da.

Ps. 139,9.10: Nähme ich Flügel der Morgenröte und bliebe am äußersten Meer, so würde mich doch deine Hand daselbst führen und deine Rechte mich halten.

Hebr. 1,3: Er hat sich gesetzt zu der Rechten der Majestät in der Höhe.

Matth. 26,64: Jesus sprach zu ihm: Du sagst es. Doch sage ich euch: Von nun an wird’s geschehen, dass ihr sehen werdet des Menschen Sohn sitzen zur Rechten der Kraft und kommen in den Wolken des Himmels.

Hebr. 8,1: Das ist die Zusammenfassung, davon wir reden: Wir haben einen solchen Hohenpriester, der da sitzet zu der Rechten auf dem Stuhl der Majestät im Himmel.

Eph. 1,20: Er hat ihn von den Toten auferweckt und gesetzt zu seiner Rechten im Himmel.

+* 372.(478.) Was bedeutet: zur Rechten Gottes sitzen?

Zur Rechten Gottes sitzen ist nichts anderes, als kraft der persönlichen Vereinigung und der hierauf folgenden Erhöhung mit unendlicher und ewiger Majestät und Macht über alle Kreaturen und Werke der Hand Gottes gewaltiglich herrschen und regieren.

* Ps. 110,1: Der Herr sprach zu meinem Herrn: Setze dich zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde zum Schemel deiner Füße lege.

(Vgl. Matth. 22,41-45: Da nun die Pharisäer beieinander waren, fragte sie JEsus und sprach: Wie dünket euch um Christus? Wes Sohn ist er? Sie sprachen: Davids. Er sprach zu ihnen: Wie nennet ihn denn David im Geist einen HErrn, da er sagt: Der HErr hat gesagt zu meinem HErrn: Setze dich zu meiner Rechten, bis daß ich lege deine Feinde zum Schemel deiner Füße.)

1 Kor. 15,25: Er muss aber herrschen, bis dass er alle seine Feinde unter seine Füße lege.

Eph. 1,20-22: Er hat ihn gesetzt zu seiner Rechten im Himmel über alle Fürstentümer, Gewalt, Macht, Herrschaft und alles, was genannt mag werden, nicht allein in dieser Welt, sondern auch in der zukünftigen, und hat alle Dinge unter seine Füße getan.

373.(479.) Nach welcher Natur ist Christus zur Rechten Gottes erhöht worden?

Nach derjenigen Natur, nach welcher er geboren, gelitten, gekreuzigt, gestorben und begraben, auferstanden und gen Himmel gefahren ist und erhöhet werden konnte. Denn dies zeigt die Reihenfolge der Glaubensartikel klar. Nun aber kommt Christus dies alles allein nach der angenommenen menschlichen Natur zu. Also ist er auch nach der menschlichen Natur erhöht worden.

374. Glaubst du daher, dass Jesus Christus, dein Erlöser, der gen Himmel gefahren ist, bei dir auf Erden gegenwärtig sein könne?

Allerdings glaube ich dies von ganzem Herzen, weil mein Herr Jesus Christus, wahrer Gott und Mensch, ein Herr über alles, nach seiner Verheißung bei mir und allen Gläubigen ist. Derselbe ist auch mein Herr und König. Und wie er mich erlöst hat, so regiert und schützt er mich auch und wird mich endlich einmal mit allen Gläubigen in sein ewiges Reich aufnehmen.

Matth. 18,20: Wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen.

Matth. 28.20: Siehe, ich bin bei euch alle Tage, bis an der Welt Ende.

Vom Jüngsten Gericht

+* 375.(481.) Was besagen die letzten Worte dieses Artikels: Von dannen er kommen wird, zu richten die Lebendigen und die Toten?

Sie besagen, dass Christus, unser Seligmacher, in sichtbarer Gestalt am Jüngsten Tag vom Himmel wiederkehren, Apg. 1,11, und mit höchster Herrlichkeit und Majestät die Lebendigen und die Toten richten werde, Matth. 25,31. Denn das Wörtlein „von dannen“ bezeichnet keine räumliche Einschließung Christi im Himmel, sondern zeigt an, dass Christus, unser Heiland, in sichtbarer Gestalt vom Himmel wiederkommt.

Apg. 1,11: Dieser Jesus, welcher von euch ist aufgenommen gen Himmel, wird kommen, wie ihr ihn gesehen habt gen Himmel fahren.

Matth. 24,30: Und alsdann wird erscheinen das Zeichen des Menschensohnes am Himmel. Und alsdann werden heulen alle Geschlechter auf Erden und werden sehen kommen des Menschen Sohn in den Wolken des Himmels mit großer Kraft und Herrlichkeit.

Matth. 25,31: Wenn aber des Menschen Sohn kommen wird in seiner Herrlichkeit und alle heiligen Engel mit ihm, dann wird er sitzen auf dem Stuhl seiner Herrlichkeit.

Joh. 5,27: Und er hat ihm Macht gegeben, auch das Gericht zu halten, darum, dass er des Menschen Sohn ist.

Apg. 10,42: und er hat uns geboten, zu predigen dem Volk und zu zeugen, dass er ist verordnet von Gott ein Richter der Lebendigen und der Toten.

Dan. 7,9.10: Solches sah ich, bis dass Stühle gesetzt wurden; und der Alte setzte sich, des Kleid war schneeweiß und das Haar auf seinem Haupt wie reine Wolle; sein Stuhl war eitel Feuerflammen, und desselben Räder brannten mit Feuer. Und von demselben ging aus ein langer feuriger Strahl. Tausendmal tausend dienten ihm, und zehntausendmal zehntausend standen vor ihm. Das Gericht ward gehalten, und die Bücher wurden aufgetan. [auch der Vater ist daran beteiligt]

Joh. 16,8: Und wenn derselbe [der Tröster, der Heilige Geist] kommt, der wird die Welt strafen um die Sünde und um die Gerechtigkeit und um das Gericht. [auch der Heilige Geist ist beteiligt]

* Apg. 3,21: Welcher muss den Himmel einnehmen.

* Eph. 4,10: Der hinunter gefahren ist, das ist derselbe, der aufgefahren ist über alle Himmel, auf dass er alles erfüllte.

* 376.(482.) Glaubst du also, dass das Gericht über die Lebendigen und die Toten gewiss erfolgen wird?

Allerdings glaube ich das, weil es mit unzweifelhaften Zeugnissen der Heiligen Schrift Alten und Neuen Testaments bewiesen wird.

Psalm 9,9: Der Herr hat seinen Stuhl bereitet zum Gericht, und er wird den Erdboden richten in Gerechtigkeit.

Pred. 12,14: Gott wird alle Werke vor Gericht bringen, auch das verborgen ist, es sei gut oder böse.

* Apg. 17,31: Der Herr hat einen Tag gesetzt, auf welchen er richten will den Kreis des Erdbodens durch einen Mann, in welchem er’s beschlossen hat.

Röm. 14,10: Wir werden alle vor dem Richterstuhl Christi dargestellt werden.

Hebr. 9,27: Den Menschen ist gesetzt, einmal zu sterben, danach aber das Gericht.

Apg. 10,42: Christus ist verordnet von Gott, ein Richter der Lebendigen und der Toten.

Joh. 5,22: Der Vater richtet niemand, sondern alles Gericht hat er dem Sohn gegeben.

Matth. 24,30: Und alsdann wird erscheinen das Zeichen des Menschensohnes am Himmel. Und alsdann werden heulen alle Geschlechter auf Erden und werden sehen kommen des Menschen Sohn in den Wolken des Himmels mit großer Kraft und Herrlichkeit. (Der Richter)

* 1. Thess. 4,16: Er selbst, der Herr, wird mit einem Feldgeschrei und Stimme des Erzengels und mit der Posaune Gottes hernieder kommen vom Himmel, und die Toten in Christus werden auferstehen zuerst.

Matth. 13,41: Des Menschen Sohn wird seine Engel senden; und sie werden sammeln aus sein