IST WILLOW CREEK DIE GEMEINDE DER ZUKUNFT'?

Zusammengestellt von Roland Sckerl

 

 

Inhaltsverzeichnis

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1. Selbstverständnis. 1

2. Hintergrund. 1

3. Die biblische Beurteilung des natürlichen Menschen. 1

4. „Sucherorientiert“. 2

5. Marketing. 2

6. Psychologie. 3

7. Weitere Irrwege bei Bill Hybels und WCCC.. 3

 

 

 

    Willow Creek Community Church (WCCC) macht von sich reden als eine evangelistisch ausgerichtete Gemeinde, die, wie sie von sich selbst sagt, „Erfolg habe“, „funktioniere“. Ist diese Gemeinde ein Vorbild für andere?

 

1. Selbstverständnis

 

   WCCC sagt von sich selbst, daß es nicht konfessionell sei, auch nicht sein will und deutet allein damit schon an, wie wenig wichtig ihm die biblische Wahrheit ist, das Ringen um die Wahrheit, die Theologie, die Lehre. Dem setzt es ‚entgegen’, „sucherorientiert“ zu sein, „besucherorientiert“ (vgl. Pr. S. 11/12).

 

2. Hintergrund

 

    Der Hintergrund von Bill Hybels und WCCC ist, auch wenn das nicht gerne zugegeben wird, Robert Schuller mit seiner Ideologie des ‚Positiven Denkens’, auch wenn dessen Lehre nicht in allem mehr umgesetzt wird. Aber die Grundlagen gelten weiter: Marketing und eine damit verbundene Strategie, der „marktorientierte Ansatz“, der daraus folgt und somit die gesamte Missionsstrategie der Gemeinde anstatt christozentrisch anthropozentrisch macht; die „Bedürfhisorientierung“, die eine weitere Folge davon ist (bei Schuller mit dem Kernwort ‚Selbstachtung’, bei Hybels heißt es ‚persönliche Erfüllung’) (vgl. Pr. 47-55).

 

    Theologisch ist Bill Hybels geprägt worden von Bilezikian, der ihm die Evangelisation in den Mittelpunkt stellte, die dann bei WCCC verabsolutiert wurde und alle anderen Aspekte des Christenlebens in den Hintergrund schiebt (Lehre, Wachsen in der biblischen Erkenntnis, Glauben, Heiligung, Theologie, Dienst im Beruf, Dienst in der Familie, Dienst in der Diakonie, Dienst für Volk und Vaterland, die Schöpfung) (vgl. Pr. 275 ff.)

 

    Welche theologische Richtung nimmt nun Bill Hybels und mit ihm WCCC ein? Dies ist ganz entscheidend, da daraus auch die gesamte Methode, Praxis von WCCC folgt. Theologisch ist WCCC ganz und gar arminianisch, d.h. es leugnet die abgrundtiefe und völlige Verdorbenheit des Menschen, von der etwa Eph. 2,1-3 spricht, leugnet den geistlichen Tod des natürlichen Menschen, leugnet damit, daß der natürliche Mensch vom Geist Gottes, von geistlichen Dingen aus sich gar nichts vernehmen, verstehen kann - behauptet dagegen, daß der Nichtwiedergeborene die Freiheit habe, ‚sich für Christus zu entscheiden’, sich ‚Jesus zu übergeben’, ‚zu Jesus zu kommen’, spricht also eindeutig von einem Mitwirken des Menschen im Blick auf seine Bekehrung, Errettung, Seligmachung. Darum, das ist dann die natürliche Folgerung, die zuvor schon beim Methodismus, bei Charles Finney, bei Moody, bei Bill Graham da war, jetzt aber noch verstärkt wird, darum sei es die Aufgabe des Predigers, des Evangelisten, des Missionars, den Menschen „zu überzeugen“ ihn zu dieser „Entscheidung“ zu bringen. Verbunden damit ist die reformierte Stellung zu den Gnadenmitteln, nämlich daß die alles überwindende Kraft von Wort, Taufe und Abendmahl geleugnet wird und es somit am Verkündiger liegt, den Menschen zu überwinden.

 

    Diese theologische Grundlage führt zu einer anthropozentrischen Theologie und Praxis, bei der nicht mehr Gott und Christus, nicht mehr Christi Werk und Wille im Mittelpunkt stehen - sondern der Mensch mit seinen ‚Bedürfnissen’, ‚Wünschen’, ‚Empfindlichkeiten’, denen man meint, entgegenkommen zu müssen, um ihn ‚zu überzeugen’ (vgl. Pr. 56 ff.) Darum ist es das Ziel von WCCC, für die „Bedürfnisse“ und „Wünsche“ der Menschen „Lösungen“ anzubieten, eben diese „Bedürfnisse“ zu befriedigen - und das Christentum wird dann als eine solche „Lösung“ dargestellt, das ein Gefühl von Glück und Zufriedenheit vermittle (vgl. Pr. S. 64-67).

 

    Darum ist es eines der Hauptziele von WCCC, Gefühle, Empfindungen anzusprechen, also emotional zu wirken, anstatt, wie es die Schrift sagt, nüchtern zu sein. Es wird behauptet, durch solche emotionale Wirkung würden „geistliche Momente“ „gemacht“ (vgl. Pr. 102-104). Darum haben Marketing und Psychologie eine alles überragende und bestimmende Position.

 

3. Die biblische Beurteilung des natürlichen Menschen

 

    Der Grundansatz von WCCC, wie er sich in der Theologie zeigt, nämlich der Ausgangspunkt, daß der Mensch doch nicht abgrundtief verdorben sei , daß er zumindest noch einen Rest von (geistlicher) Willensfreiheit habe, um, etwa angeregt, unterstützt durch den Heiligen Geist, ‚zu Jesus zu kommen’, ‚sich für Jesus zu entscheiden’, dieser Grundansatz ist falsch und zieht alles andere nach sich, nämlich daß die evangelistische und missionarische Arbeit ‚überzeugen’, ‚zur Entscheidung führen’ müsse.

 

    Gottes Wort bezeugt unmißverständlich, daß der Nichtwiedergeborene geistlich tot ist in Übertretungen und Sünden, Eph. 2,1-3, Kol. 2,12, daß es einer Neuschöpfung von oben, Ps. 51,12, einer neuen Geburt von oben, aus Gott, bedarf, Joh. 1,13; 3,5.6; 1 Joh. 5,1.4, durch das Wort, 1 Petr. 1,23, das Wasserbad im Wort, dem Bad der Wiedergeburt (Taufe), Eph. 5,25; Tit. 3,5, einer Auferweckung von den geistlich Toten, einer Lebendigmachung, Eph. 2,4-9, Kol. 2,12.13. Damit wird ganz klar ausgesagt: Der natürliche, noch nicht bekehrte Mensch kann zu seiner Seligkeit, zu seiner Bekehrung, Wiedergeburt überhaupt nichts beitragen, er erleidet sie nur, ist dabei völlig passiv, sie ist einzig und allein Gottes des Heiligen Geistes Werk durch die Gnadenmittel. Gott bekehrt einen Menschen durch das Wort, überführt ihn zunächst durch das Gesetz von Sünde, Röm. 7; Gal. 3, wirkt so Sündenerkenntnis, Reue, Erkenntnis des Zornes Gottes über die Sünde, der Strafe Gottes, Anerkennung der Strafe Gottes und Erkenntnis der eigenen Verlorenheit und damit den Zerbruch des alten Menschen, wirkt ein geängstetes und zerschlagenes Herz, Ps. 51, tötet den alten Menschen, Joh 12, und wirkt dann durch das Wort des Evangeliums den Glauben an Christus als den alleinigen Heiland, Erretter, Röm. 1, 16.17; 10, 14-17; Eph. 2,9.9: Gott macht den Gottlosen gerecht, Röm. 4,4.5.

 

    Es ist daher in keiner Weise überraschend, daß der Nichtwiedergeborene sich in einem Gottesdienst nicht unbedingt zurechtfindet, wenn man ihm den Gottesdienst nicht erklärt. Nicht eine Änderung des Gottesdienstes ist notwendig: sondern eine Änderung des Herzens des noch Unbekehrten - denn der natürliche Mensch vernimmt nichts vom Geist Gottes, es ist ihm eine Torheit, denn es muß geistlich verstanden werden, 1 Kor. 2,14. Diese Veränderung ist aber allein Gottes Werk; die Prediger, Missionare, Evangelisten, überhaupt jeder Christ, der seinen Glauben bekennt, sie alle sind nur Werkzeuge, Mitarbeiter Gottes, die den Samen des Wortes ausstreuen - aber Gott allein gibt das Gedeihen, 1 Kor. 3; Mark. 4,28-30, wo und wann er will, Joh. 3,8, er läßt sich nicht in unsere Pläne pressen. Bekehrungen, Erweckungen sind weder planbar noch machbar, sondern freie Handlungen des souveränen Gottes durch die Gnadenmittel. Die bibelgemäße Mission ist daher nicht anthropozentrisch, sondern durch und durch christozentrisch.

 

    Von daher ist der gesamte Weg von WCCC, trotz des so lobenswerten Eifers für die Evangelisation, falsch, ein Irrweg, und zudem ein sehr gefährlicher, da er ein anderes Evangelium bringt.

 

4. „Sucherorientiert“

 

    WCCC nimmt für sich in Anspruch, „sucherorientiert“, „besucherorientiert“ zu sein, nämlich ausgerichtet auf die Menschen, ihre Denkweise, ihre Wünsche, Bedürfnisse, Lebensformen - um sie so dann durch vielfältige Aktivitäten zu beeinflussen und zu überzeugen (vgl. Pr. 11 f.) Aber gibt es diesen „Sucher“, von dem WCCC spricht, überhaupt? Die Schrift kennt ihn so nicht. Gewiß, es gibt Menschen, die durch Gottes Wort angeregt sind, aber was suchen denn solche Menschen? Suchen sie wirklich Vergebung der Sünden? Suchen sie Rettung, Heil, Erlösung? Ist es die Frage nach dem Freispruch im Jüngsten Gericht, die den natürlichen Menschen umtreibt? Bill Hybels gibt selbst mit seinem Weg und dem Inhalt seiner Predigten die Antwort, daß dem nicht so ist. Er meint ja gerade deshalb, diese zentralen biblischen Themen nicht ebenso in den Mittelpunkt rücken zu dürfen, Buße und Bekehrung, Gesetz und Evangelium, Zorn und Gnade, Gericht und Erlösung zu predigen - obwohl doch gerade das das Thema der Bibel ist, 1 Kor. 2,2; Joh. 20,31. Bill Hybels will lieber Antworten auf solche ‚Fragen’ geben, die die Menschen tatsächlich haben (‚empfundene Bedürfnisse’) - und verweltlicht damit den christlichen Glauben, profanisiert die Gemeinde. (Ist es da verwunderlich, daß auch in den Bibelausgaben von WCCC zwar sehr viele Erklärungen zu Liebe, Miteinander, Beziehungen zu finden sind, aber wenig bis keine zu den wirklich wichtigen dogmatischen Aussagen, zu Buße, Gericht, Rechtfertigung, zum notwendigen und immer neuen Sterben des alten und Auferstehen des neuen Menschen? Hier liegen ganz krasse Verschiebungen der biblischen Schwerpunkte und damit eine Veränderung der biblischen Wahrheit vor.). Wie aber soll denn der natürliche Mensch seinen furchtbaren Zustand erkennen, wenn nicht durch die Verkündigung der unverkürzten Botschaft von Gesetz und Evangelium?! Der natürliche Mensch will nicht Buße, will nicht den Tod des alten Menschen - und doch muß genau das Ziel bibelgemäßer evangelistischer Predigt sein, Röm. 6.

 

    „Sucherorientiert“ heißt für WCCC weiter, das Gewicht auf Erlebnisse, Erfahrungen, auf Eindrücke zu legen, den Besucher also im Unbewußten, emotional, psychisch anzusprechen - und gerade nicht im Gewissen, wo er doch angesprochen werden müßte (vgl. Pr. 19). Gott wird dabei nur zu einem Weg, die Bedürfnisse besser zu befriedigen (vgl. Pr. 20). Damit aber ist der christliche Glaube auf den Kopf gestellt, wird dem Menschen der Eindruck vermittelt, er sei ja so, wie er ist, schon richtig, er müsse das Christentum nur noch seinem Lebensstil zuordnen. Die Welt wird somit sakralisiert (geheiligt), der Glaube aber profanisiert, verweltlicht.

 

    WCCC geht es nach eigenem Bekunden darum, den Menschen dabei zu helfen, „eine Beziehung zu Gott aufzubauen“ (vgl. Pr. 21). Wie aber soll der Mensch eine Beziehung zu, Gott aufbauen? Wie wir oben gesehen haben, ist er geistlich tot und kann so etwas gar nicht. Gott ist es vielmehr, der uns sucht und ruft und bekehrt, Joh. 15,16. WCCC, um sein Ziel zu erreichen, verzerrt das Gottesbild der Bibelin dem es Gottes Heiligkeit, Zorn verkürzt, kaum darstellt, seine Liebe dagegen in völlig falscher Weise überhöht, da das Gesetz, Buße fehlt. Die biblische Lehre tritt ja überhaupt sehr stark zurück. (Gregor Dalliard hat von Bill Hybels den schrecklichen Satz gehört, er, Hybels, warne die Menschen vor zu viel Bibellesen), sie hat für WCCC keine große Bedeutung, während der ‚Methode’ alles zugesprochen wird.

 

    Um „zu überzeugen“, wird deshalb das Christentum als etwas dargestellt, das „funktioniert“, „Sinn macht“, also eine „Problemlösung“ sei. (Was nun, wenn der Mensch solche Probleme nicht hat, wenn er eben nicht, wie die Psychologen so gerne behaupten, irgendeinen Knacks hat?) Der christliche Glaube wird so zu einer Lösung von Persönlichkeitsproblemen degradiert - wobei natürlich verschwiegen werden muß, welche Kämpfe, Probleme der Christ im Glauben bekommt und daß christliches Glaubensleben ein Kampfesleben ist und wir durch viel Trübsal ins Reich Gottes gehen müssen, Apg. 14,22. Sünde, Buße, Vergebung, Freispruch im Jüngsten Gericht, das sind bestenfalls noch Randthemen bei WCCC, soweit sie überhaupt vorkommen - aber keineswegs das Zentrum. WCCC will „zum Glauben überreden“ durch eine „Kommunikationsstrategie“ (vgl. Pr. 25 f.), wozu sowohl das gesamte Äußere der Anlage, wie auch die innere Ausstattung des Hauses gehört, vorallem aber das das Gefühl und den Zeitgeist ansprechende, auf Show und Erleben abgestimmte Programm mit moderner Musik und Theater, das eben emotional wirken soll, also tatsächlich manipuliert.

 

    Der Begriff der immer wieder schon erwähnten „empfundenen Bedürfnisse“ (auch von Schuller und der Gemeindewachstumsbewegung übernommen) und der damit verknüpfte der „persönlichen Erfüllung“ zeigt ebenso voll und ganz den anthropozentrischen Ansatz. Auch dadurch leuchtet hell auf - nicht Gottes Wort, nicht die Heilsordnung Gottes bestimmt bei WCCC die evangelistische Arbeit sondern menschliche Aspekte, der Psychologie und dem Marketing entnommen. Das Christentum erscheint dabei als „funktionierende Therapie“ die persönliches Glück bewirkt (Pr. 27). An die Stelle biblischer Verkündigung, die das Gewissen trifft - die Bibel kommt bestenfalls zitierweise in Hybels’ Predigten vor - ist die Unterhaltung getreten (vgl. Pr. 33 ff.)

 

5. Marketing

 

    Der starke Einfluß des Marketing zeigt sich auch in der Auffassung von Gemeinde als einem „Management“ oder einem „geistlichen Unternehmen“ (vgl. Pr. 40 f.) Damit wird die Gemeinde als ein Werk, eine Sache des Menschen beschrieben, während sie doch tatsächlich Christi Leib ist, 1 Kor. 12, regiert von Christus als dem Haupt, Eph. 1, durch das Wort, 2 Tim. 3,14-17. Der Heilige Geist ist es, der herrscht, wir sind nur Gottes Werkzeuge. Weil Gott nicht für uns verfügbar ist, so können wir nichts „unternehmen“ „managen“, sondern sind völlig auf des Herrn Leitung angewiesen. Verstärkt wird die Schieflage noch dadurch, daß in Theorie und Praxis von Bill Hybels und WCCC die Gemeinde im Zentrum steht - nicht Christus und sein Wort.

 

    Vom Marketing - durch Schuller, McGavran, Wagner und die Gemeindewachstumsbewegung eingeführt in die Kirche - kommen auch all die schon erwähnten Dinge wie „empfundene Bedürfnisse“, Achten auf Wünsche und Meinungen der Menschen, was sich dann auch auf die Gestaltung des Gottesdienstes und den Inhalt der Predigt auswirkt. Dadurch hört der Gottesdienst auf, Einbruch des Reiches Gottes in diese Welt zu sein, hört auf, das völlig Andere Gottes und seines Reiches zu proklamieren, wie wir es doch bei den Propheten, bei Johannes dem Täufer, bei unserem Herrn Jesus Christus selbst, bei Paulus finden (man denke nur an des Letzteren Predigt in Athen, die eben gerade nicht danach fragte, was die Menschen wohl hören möchten, womit sie ‚bei der Stange gehalten’ werden können, sondern die eine Proklamation von Gericht und Heil ist - und damit auch eine Scheidung hervorrief). Marketing will „beeindrucken“ vor allem aber beeinflussen, manipulieren - die biblische Botschaft will ins Herz, ins Gewissen treffen, um zu scheiden Mark und Bein, auch Seele und Leib, Hebr. 4,12, um ein Richter zu sein der Gedanken und Sinne des Herzens, um so das Herz zu bekehren. Die biblische Botschaft muß darum auch immer Ärgernis, Aufruhr, Streit, Trennung hervorrufen, das war schon bei Mose so, bei den Propheten (denken wir nur an die Nöte, die Jeremia erleiden mußte, den Widerspruch gegen Amos), bei Jesus Christus selbst, der auch sagte, daß er nicht gekommen sei, Frieden zu bringen, sondern das Schwert, Matth. 10,34, ebenso bei den Aposteln.

 

    Marketing will beeindrucken, um „zu überzeugen“ will also die große Masse (zahlenmäßige Erfolge sind für WCCC und die Gemeindewachstumsbewegung das wichtigste), während die Bibel von der kleinen Herde spricht. Nach den Maßstäben der Gemeindewachstumsbewegung und von Bill Hybels sind die Propheten gescheitert, ist vorallem unser Herr und Heiland Jesus Christus gescheitert - denn die Massen folgten nicht.

 

    Auch der Gedanke der „Zielgruppe“ (vgl. Pr. 58 ff.) kommt aus dem Marketing, verbunden mit den psychologisierenden Systemen der „Zellen“, „Kleingruppen“. Die Schrift Gottes kennt all das nicht. Jesus und die Apostel haben das Wort ausgebreitet, aus allen Schichten Menschen gerufen zu Gliedern der Gemeinde des Herrn. Die ‚Zielgruppe’ widerspricht völlig dem Missionsbefehl Christi Matth. 28 und Mark. 16.

 

    Während in der Schrift Gottes der Prediger ganz hinter die Botschaft zurücktritt, Joh 1, 1 Kor. 1-3, spielen bei WCCC Image und Imagepflege eine ganz große Rolle - eben auch hier wieder, da dem Wort Gottes nicht zugetraut wird, selbst alles zu schaffen, dann, weil dies für das Marketing wichtig ist (vgl. Pr. 203). Das fordert aber die Heuchelei, Manipulation, das Leistungsdenken - man macht sich und anderen etwas vor. Vorallem aber: nicht mehr Gottes Wort ist entscheidend, nicht mehr das Bestreben, Gott zu gefallen, sondern vielmehr, der Welt zu gefallen. Die Welt wird somit zum Maßstab - für das Handeln, Denken, Verhalten, Reden. Damit ist tatsächlich die Welt der Götze, dem Hybels und WCCC folgen.

 

    Das Marketing gibt somit die biblische Wahrheit preis und relativiert sie, verändert die Botschaft (vgl. Pr. 235 f.): Die Sicht des Ungläubigen ebenso wie die Verkündigung des Evangeliums werden verzerrt; der Nichtwiedergeborene nicht mehr mit den Augen Gottes gesehen als derjenige, der erst (geistlich) sterben muß durch Buße und Reue und neu geboren, um geistlich etwas zu verstehen, sondern er wird einerseits ins Zentrum gerückt mit seinen Ansichten und „Bedürfnissen“, andererseits aber als „Produkt“ betrachtet in einem erfolgsorientierten System. Im Zentrum einer vom Marketing bestimmten Missionsarbeit steht somit nicht mehr die Ehre und Wahrheit Gottes und daraus die Rettung von Menschen, sondern der sichtbare, meßbare äußere Erfolg. Marketing geht von der Machbarkeit der Dinge aus, will beeinflussen - Gottes Geist aber wirkt souverän, ist nicht planbar, uns Menschen verfügbar (vgl. Pr. 239). Es ist ja das Marketingsystem, das auch die biblische Botschaft verändert hat: nicht mehr Heils- und Rettungsbotschaft, sondern das Christentum als Produkt für das alltägliche Leben, für „Selbstwert“, „persönliche Zufriedenheit“, „Erlebnis“, womit die Welt mit ihrer Augenlust,

ihrem hoffärtigen Leben, ihrer Ichfixierung, Eigennutz, ihren Eigeninteressen gefordert wird - und so der christliche Glaube zum Mittel für persönliches Glück verfälscht (vgl. Pr. 245 ff.)

               

    Das ist der Hintergrund solch schriftwidriger Aussagen wie der, Christus garantiere ein glückliches Leben.

 

6. Psychologie

 

    Neben dem Marketing ist die Psychologie das Hauptinstrament der Missionsarbeit bei Bill Hybels und WCCC, eben um durch die Bearbeitung der Menschen ans „Ziel“ zu kommen. Von der Psychologie kommen die dann marketinggerecht aufgemachten Inhalte wie „Selbstachtung“, „persönliche Erfüllung“ her. Aber das ist ein innerweltlicher, anthropozentrischer Irrweg – denn unser Heil liegt außerhalb von uns, in Christus; unser alter Mensch muß sterben, täglich, sonst gehen wir in die ewige Verdammnis. Es geht hier, wie auch Matth. 6 und Mark. 8 zeigen, um die Brisanz und Dynamik des ersten Gebotes, was durch Hybels völlig ausgeschaltet wird (vgl. Pr. 53 ff.).

 

    Der christliche Glaube ist bei WCCC ganz stark psychologisiert worden, ja, als „Therapie“ wird er dargestellt (vgl. Pr. 223). Angeblich geht es um ‚psychologische Identität’, ‚psychologische Beziehungskategorien’, ‚psychischpersönliche Bedürfnisbefriedigung’ - und in Folge davon „Selbstbewußtsein“, „Ichliebe“, „Selbstverwirklichung“ - das genaue Gegenteil des biblischen Wortes, das uns zur Demut, zum Sterben des eigenen Ich aufruft. Damit aber, weil WCCC das umgeht, wird die Hilfe tatsächlich gar nicht mehr bei Christus gesucht, nämlich in der Abkehr von der Sünde, in der Buße und im Glauben - sondern in der Psychologie, letztlich aber dann: in sich selbst (vgl. Pr. 227).

 

    Ist es da verwunderlich, daß biblische Ordnungen, biblische Gebote einfach umgestoßen werden? Scheidung, von Gottes Wort verboten, wird bei. WCCC sogar als „Lösung“ vorgeschlagen. Ehebruch, Hurerei wird nicht als Sünde gebrandmarkt und zur Buße aufgerufen, sondern zwar erwähnt - aber dann geduldet (vgl. Pr. 229).

 

7. Weitere Irrwege bei Bill Hybels und WCCC

 

    Die biblische Lehre gilt nicht nur wenig bei WCCC, Lehre und Bildung werden überhaupt sehr gering geschätzt, ja, als Gefahr angesehen, dagegen ein übertriebener „Aktionismus“ gepflegt (vgl. Pr. 275 ff.) Die Bibel dagegen verlangt gesunde Lehre als DIE Kost für die Gemeinde, Apg. 2,42; 20,20.27; 1 Tim. 3,2; 4,13; 2 Tim. 4,3. Das Sperren gegen die Lehre ist gerade ein Zeichen der antichristlichen endzeitlichen Menschen.

 

    Deshalb spielt die biblische Wahrheit für WCCC keine große Rolle, ist das Bekenntnis völlig nebensächlich. Die Arbeit von WCCC ist daher bewußt „überkonfessionell“ aufgebaut, auch Pfingstler, Charismatiker, Katholiken mit einbeziehend. Bill Hybels sieht die gravierenden Unterschiede zum römischen Katholizismus kaum. Die Willow Creek Association ist so ein bedeutender - und gefährlicher - Teil des Ökumenismus, der ökumenischen und damit gegen die biblische Wahrheit gerichteten Bewegung.

 

    Es verwundert da auch nicht, daß WCCC die biblische Ordnung von der Stellung der Frau umgestoßen und Frauen in der Leitung und im Verkündigungsdienst hat.

 

(Pr. = G.A. Pritchard: Willow Creek - Die Kirche der Zukunft? Bielefeld 1997.)