Beständig in der Apostel Lehre und in der Gemeinschaft und im Brotbrechen und im Gebet! Apg. 2,42

DER BEKENNTNIS-

LUTHERANER

 

Lutherisches Blatt für Bibelchristentum.

 

 

 herausgegeben von Roland Sckerl,  Leopoldstr. 1, D-76448 Durmersheim; Tel.:07245/83062;

E-mail: Sckerl@web.de; Internet: www.lutherische-bekenntnisgemeinde.de

                                                                                              29. Jahrgang 2020                                                                      Heft 1/2021                                                                                                            

 

 

 

 

 

Inhaltsverzeichnis

 

UNTER BIBEL UND BEKENNTNIS. 1

Lutherische erweckliche Arbeit 1

War die Aufklärung notwendig?. 1

Anmerkungen zu Lessings „Nathan der Weise“. 1

THEOLOGISCHE ANMERKUNGEN.. 1

ZEICHEN DER ZEIT. 1

 

 

 

 

 

 

 

 

UNTER BIBEL UND BEKENNTNIS

 

Lutherische erweckliche Arbeit

 

Roland Sckerl

 

    Dies Thema erscheint mir wichtig, da vielfach der Eindruck vorherrscht, dass Erweckung etwas Besonderes ist, das durch besondere Verkündigung unter besonderen Umständen hervorgerufen wird. Nun ist völlig richtig, dass es Zeiten besonderer geistlicher Aufbrüche gibt, gerade wenn zuvor über längere Zeit geistliche Dürre, Finsternis, kurz, der Unglaube sich in der Kirche ausgebreitet hat. Das gilt etwa für die Erweckungen in den europäischen Ländern im 19. Jahrhundert, eine Antwort Gottes auf die Verwüstung durch Aufklärung und Rationalismus.

    Was dann aber auch wieder auffällt, ist dies, dass solche Bewegungen scheinbar nach einer gewissen Zeit aufhören. Viele sind dann enttäuscht, weil sie meinen, das müsse immer so weiter gehen. Die Frage aber ist: Warum hören solche Bewegungen irgendwann auf? Ist es überhaupt richtig zu erwarten, dass sie unbegrenzt andauern? Und: Was ist überhaupt Erweckung?

    Die folgenden Darlegungen wollen eine lutherische Grundlegung erwecklicher Arbeit darstellen und orientieren sich in ihrem praktischen Bezug vor allem am Réveil Luthérien, der lutherischen Erweckung im Elsass, angestoßen und geprägt von Pastor Friedrich Theodor Horning, der an der Jung-St.-Peter-Kirche in Straßburg im Amt war und an der lutherischen Erweckung in Nordschleswig, deren geistlicher Vater Pastor Emil Wacker war, der an der Evangelisch-lutherischen Diakonissenanstalt in Flensburg diente.

 

    „Erweckung“ oder „Revival“, wie es im Englischen heißt, meint soviel wie „geistliches Erwachen“, „zurückbringen zum geistlichen Leben“. Das heißt dann aber: Es gab einmal Leben, geistliches Leben, das ist dann eingeschlafen und soll wieder erweckt werden.[1] Daher kann der Begriff in der Missionsarbeit eigentlich nur in einem übertragenen, erweiterten Sinn verwendet werden für einen großen geistlichen Aufbruch hin zu Christus. Dagegen finden wir das erste immer wieder in der Bibel, ja, die Propheten des Alten Bundes haben gerade darauf hingearbeitet, ebenso Johannes der Täufer.[2]

    Das heißt aber auch: Eine lebendige Kirche, eine Kirche, in der wirklich geistliches Leben vorhanden ist, benötigt keine Erweckung. Da allerdings, wo ein geistlicher Niedergang, ein geistliches Einschlafen vorhanden ist, da, wo die Kirche der Verweltlichung anheimgefallen ist, da ist auch Erweckung nötig.[3] Daher sollte alle Anstrengung und Arbeit in der Kirche Christi darauf gerichtet sein, das geistliche Leben zu erhalten,[4] was auch heißt, dass die nachwachsenden Generationen durch Wort und Sakrament zum Glauben geführt und darin erhalten werden müssen. Insofern spreche ich hier von „erwecklicher Arbeit“.

    Was heißt das nun? Es geht innerhalb der lutherischen Kirche darum, dass diejenigen, die als Säuglinge getauft wurden, dann auch, wenn sie heranwachsen, mit Gottes Wort erzogen werden, so dass sie Stück für Stück zu rechter lebendiger Sünden- und Verdorbenheitserkenntnis und damit auch Verlorenheitserkenntnis kommen, wenn sie ohne Christus sind, und ebenso auch zu rechter lebendiger bewusster Christuserkenntnis als ihres Heilandes, Retters und damit zu einem bewussten Glauben, Vertrauen auf Jesus Christus als ihrem persönlichen Retter. So werden sie im Taufbund erhalten oder, falls sie durch das Herrschendwerden der Sünde aus der Gnade gefallen waren, wieder erneut in die Gnade zurückgeführt oder bekehrt. Dazu gehört auch, dass sie dann, als Erlöste, als solche, die an Christus glauben, auch zu bewusster Hingabe an Christus, zu bewusster Nachfolge mit ihren täglichen Kämpfen und Entscheidungen geführt werden und darin leben.[5] Pastor Horning hat das in einer Leichenpredigt so ausgedrückt: „Wiedergeboren in der Taufe aus Christi Verdienst, muss der Mensch, so er im irdischen Leben bleibt, auch bekehrt werden, damit der alte Mensch sterbe in Christo – gleichwie ein gezweigter Baum im eingepflanzten Pfropfreise sterben muss und so wiederum hervorkomme ein neuer Mensch, der in Gerechtigkeit und Reinigkeit vor Gott ewiglich lebe!“[6] Hier muss allerdings unterschieden werden zwischen der grundsätzlichen Bekehrung oder dem grundsätzlichen Bewusstwerden des Glaubens und dem bewussten grundsätzlichen Eintreten in die Nachfolge und der täglichen Bekehrung oder täglichen Buße, Umkehr und täglichen Erneuerung des Taufbundes, der Hingabe als Teil der täglichen Nachfolge im täglichen Kampf gegen Teufel, Welt und eigenem Fleisch, altem Menschen.

    Dies sollte eigentlich der „natürliche“ Weg in der Gemeinde sein: Taufe, Glaubenserziehung, bewusster Glaube und bewusste Nachfolge. So ist es auch Matthäus 28,19 dargestellt. Dabei darf nicht vergessen werden, dass Taufe und Lehre zusammengehören. Da, wo Menschen erst dann, wenn sie zu ihrem Bewusstsein gekommen sind, mit Christus in Berührung und dann zum Glauben kamen, geschieht erst die Unterweisung und dann die Taufe. Aber damit ist die Unterweisung ja nicht beendet, so wenig wie sie mit der Konfirmation beendet ist, sondern geht auch danach weiter („Christenlehre“). Es sollte allerdings auch niemand zur Konfirmation zugelassen werden, der nicht wirklich Sündenerkenntnis und Traurigkeit über die Sünde hat und auf Christus als seinen Retter vertraut.[7] (Ob und in wieweit all das echt ist, kann niemand Drittes aussagen. Wir können immer nur nach dem Bekenntnis gehen.)

    Was notwendig ist, ist die klare biblische lehrmäßige Ausrichtung der Kirche, vor allem im Blick auf die Erbsünde und das Erbverderben, im Blick auf Christi Rettungswerk und das Werk des Heiligen Geistes durch Wort und Sakrament (Gnaden- oder Heilsordnung), im Blick dabei vor allem auf die Lehre von der Taufe (Taufwiedergeburt), von Wiedergeburt und Bekehrung als Gottes Werk allein, wie auch der Lehre von der Hingabe und Nachfolge als der Frucht, Folge der Bekehrung, ein Werk des Heiligen Geistes in uns unter nachgeordnetem Mitwirken des Christen, vom täglichen Leben aus der Taufe. Hier geht es um das geistliche Leben in der Familie, in der Sonntagsschule bzw. im Kindergottesdienst, in der Jugendstunde, in der Gemeinde mit Gottesdienst und Christenlehre. Solch eine „lebendige Gemeinde“ braucht keine „Erweckung“ im oben beschriebenen Sinn. Das heißt damit auch: Es ist kein „geistliches Naturgesetz“, dass eine Gemeinde, Kirche immer wieder Perioden geistlichen Niedergangs, geistlicher Kälte, der Abkehr von Gott, der Verweltlichung durchmachen muss. Es kommt vielmehr darauf an, dass die Gnadenmittel recht gebraucht werden.[8] Allerdings ist es leider eine geschichtliche Erfahrung, dass oft nach zwei, drei Generationen, wenn es lange angehalten hat nach etwa 100 Jahren, ein Niedergang kommt, weil Generationen heranwachsen, die nichts mehr wissen von dem, was einst geschah, auch nicht mehr sorgfältig unterwiesen wurden bzw. in der Auseinandersetzung mit der Welt letztlich sich der Welt zugewandt haben oder Christen und Weltmenschen zugleich sein wollen.[9] Das zeigt auch, dass wohl einerseits Christen und Gemeinden in rechter Treue am Glauben festhalten können, aber es wohl doch immer wieder nötig sein wird, um der menschlichen Trägheit und Untreue willen, dass Erweckungen von Zeit zu Zeit nötig sind, um die „eingeschlafenen Jungfrauen“ (Matth. 25) wieder aufzuwecken.

    Eine große Gefahr, gerade in Gemeinden und Kreisen, die aus der Erweckung kommen oder über lange Zeit unter klarer, bibel- und bekenntnistreuer Verkündigung standen, ist dies, dass alles, Gesetz und Evangelium, Sünde und Gnade zu selbstverständlicher Wahrheit werden – und doch keinen wirklichen Widerhall im Herzen hervorbringen, sondern man sich vielmehr mit allem gegen Gottes Ruf „fromm“ abschottet. Es ist wichtig, das deutlich gemacht wird, dass ein Unterschied ist zwischen bloßer Kirchlichkeit und wirklichem, rettenden Glauben, der aus Sinnesänderung und Umkehr kommt und darin lebt. Darum ist es so bedeutsam, gerade in Lehre und Verkündigung, dass immer wieder auch deutlich der Unterschied zwischen lebendigem und eingebildetem Glauben, zwischen wirklichem und eingebildetem Gnadenstand herausgearbeitet wird, wie es ja in der Erweckungszeit, etwa bei Louis Harms, Remmer Janßen, C.F.W. Walther und in der skandinavischen Erweckung geschah.[10] Es geht also um Kennzeichen echter Buße, echter Reue – und was falsche Trostgründe sind (wobei mir bewusst ist, dass all das nicht unproblematisch ist, weil es sehr leicht in Gesetzlichkeit abrutschen kann, in Pharisäismus, bei dem die Kennzeichen aufgesetzt werden, ohne dass das geistliche Leben vorhanden ist). Da die meisten Menschen im Laufe ihrer Entwicklung aus der Taufgnade fallen, ist es wichtig, dass sie erkennen und erfassen, dass eine Änderung mit ihnen nötig ist (und diejenigen, die tatsächlich in der Taufgnade bleiben, dass es zu einer bewussten Sünden- und Christuserkenntnis, zu bewusstem Glauben, zu bewusster Hingabe und Nachfolge kommen muss, was sehr ähnlich gelagert ist). Sehr wichtig ist dabei die Unterscheidung zwischen Erweckung und Bekehrung, und auch die Betonung, dass vor der Bekehrung auch der Erweckte, bei aller Sündenerkenntnis, aller Reue, die er schon haben mag, noch verloren ist. Und dass die Bekehrung allein Gottes Werk ist, ohne jegliches menschliche Dazutun.[11] Ein wichtiges Kennzeichen wirklichen geistlichen Lebens, wirklicher grundsätzlicher Bekehrung ist die tägliche Erneuerung, die tägliche Sündenerkenntnis, Umkehr, Vergebung und erneuerte Hingabe, wie Luther das ja auch im Kleinen Katechismus im vierten Teil vom Hauptstück von der Taufe betont hat.[12] Vor allem aber: Dass der rechtfertigende, der rettende Glaube sich nicht verlässt auf irgendwelche eigenen Anstrengungen, nicht auf irgendwelche Veränderungen im eigenen Leben, nicht auf religiöse Gefühle, nicht auf Leistungen, nicht auf Erlebnisse und Erfahrungen – sondern allein auf Jesus Christus, den für mich Gekreuzigten und wieder Auferstandenen. Denn es gibt einen eingebildeten Glauben, wenn man meint, weil man erweckt wurde, weil man vom alten Weg umgekehrt ist, sich angestrengt hat, die Bibel liest, betet, gute Werke tut, dann sei doch alles recht. Man merkt zwar, dass es auch immer wieder Abstürze gibt, aber Gott vergebe doch den schwachen Menschen, die es gut meinen. Und er helfe doch, auf Kurs zu bleiben. Aber was fehlt? Echte Sündenerkenntnis, lebendige Christuserkenntnis.[13] Wie viele sind wirklich eifrig, sind der Ansicht, sich Christus hinzugeben und ihm zu dienen – und suchen tatsächlich, ihre eigene Gerechtigkeit aufzurichten, wie es Paulus von den Juden Röm. 10,4 schreibt und wie Luther es im Kloster an sich selbst erlebt hatte. Da will der Mensch eifrig für Gott sein – aber sein Christenleben besteht darin, ein bestimmtes „frommes“ Lebensprogramm abzuwickeln, mit dem er meint, vor Gott dann bestehen zu können. Es ist von Seiten des Menschen gewiss ehrlicher Eifer – aber vor Gott ist es Eigenliebe und ein heimliches oder offenes Murren gegen Gott, wenn es nicht so läuft, wie man es sich vorgenommen hat. Die Gefahr ist besonders groß in Verbindung mit der sogenannten „Entscheidungstheologie“ und der damit zusammenhängenden Evangelisationsmethode, wie sie vor allem von Charles Finney entwickelt und dann auch von Dwight D. Moody verwendet und durch Billy Graham weltweit verbreitet wurde. Wenn es gut gegangen ist, haben die Menschen vielleicht eine Erkenntnis über die eine oder andere Sünde (nicht aber unbedingt über ihre abgrundtiefe Verdorbenheit). Aber sie meinen dann, durch ihre „Entscheidung“ sei nun alles in Ordnung gekommen. Sie hätten durch diesen Gehorsamsschritt nun Gott die Möglichkeit gegeben, ihnen zu vergeben. Es ist trotz der verkehrten Theologie, die dahintersteckt, und der falschen Methode gewiss auch da zu echten Bekehrungen gekommen. Aber wenn selbst Billy Graham zugibt, dass bis an die 90 % derer, die bei seinen Veranstaltungen eine „Entscheidung“ getroffen haben, später in keiner Gemeinde zu finden seien, so sagt das sehr viel aus. Aber wie viele von denen, die tatsächlich das, was da geschehen ist, ernst nehmen, kommen wirklich über das Erwecktsein hinaus, kommen zu einer umfassenden Sünden- und Verdorbenheitserkenntnis, einem Zerbrechen aller eigenen Gerechtigkeit, einer Erkenntnis Christi als ihrer einzigen Gerechtigkeit, die vor Gott gilt? Damit das nicht in einer Katastrophe endet, muss es zum Zerbruch des alten Menschen kommen, also dazu, dass Gottes Geist die Augen öffnet über den eigenen Weg, über die falsche Gerechtigkeit – und so der Weg frei wird, sich ganz und völlig in allem an Christus zu klammern.[14]

    Heute liegt die Gefahr allerdings eher auf der anderen Seite. Gottes Heiligkeit, Gottes Gericht, Gottes Zorn und Strafe werden kaum noch verkündigt. Vielmehr geht es häufig nur noch um den „lieben Gott“, der uns alle lieb hat, so, wie wir sind, und zu dem wir deshalb kommen dürfen. Er würde uns helfen, uns zu verwirklichen, so zu sein, wie wir eigentlich sind. Deshalb solle man doch zu diesem Gott kommen und an ihn glauben. Wer darauf so eingeht, wie es gesagt wird, der meint ja auch, er sei ein Christ, er sei gläubig – obwohl er nicht einmal die primären Fundamentalartikel kennt (Augsb. Bek. 1-4). Nach der alten Heils- oder Gnadenordnung, wie sie gerade im skandinavischen Luthertum verbreitet war, liegt hier vielleicht bestenfalls ein erstes Interesse am christlichen Glauben vor, mehr nicht. Das ist nicht gering zu schätzen; darauf sollte weiter aufgebaut werden. Nur: Das geschieht heute vielfach ja nicht, weil bis weit in einst „konservative“ Kreise hinein die klare Erkenntnis über die Gnadenordnung fehlt, weil die Glaubenslehre mehr und mehr ausgehöhlt wurde. Denn all die, die da gemäß der Heilsordnung einen Anfang gemacht haben, interessiert, vielleicht sogar erweckt sind, die müssten ja ermutigt werden, dass sie dran bleiben, da Gott bei ihnen am Arbeiten ist (aber nicht suggerieren, es sei mit ihnen schon alles in Ordnung, denn bekehrt sind sie ja noch nicht). Sie sind zu ermutigen, regelmäßig, treu in Gottes Wort zu lesen und es auf sich anzuwenden, den Gottesdienst und die Bibelstunde zu besuchen als den Mitteln, durch die Gottes Geist sie ja dann zu rechter Sünden- und Heilserkenntnis führen will. Da darf es kein Drängen, kein Herauspressen von Ergebnissen geben, sondern es gilt, Gott sein Werk tun lassen durch seine Gnadenmittel.[15]

    Darum ist es für einen jeden so wichtig, im Gebet zu bleiben, dass Gott bewahren möge vor einem eingebildeten Glauben, vor einer falschen Sicherheit und doch rechte Sündenerkenntnis, rechte Reue und Umkehr und rechten Glauben schenken und erhalten möge.

 

    Wenn aber Erweckungen nötig sind – was ist dann rechte Erweckung, was ist rechte erweckliche Arbeit? Für das persönliche Glaubensleben geht es darum, immer wieder und regelmäßig zu Gottes Wort zu kommen, andächtig und aufmerksam Gottes Gesetz zu betrachten und das eigene Leben gemäß dem Gesetz, den Geboten Gottes zu prüfen, dass es zu einer rechten Sündenerkenntnis und Traurigkeit über die Sünde kommt. Dann gilt es, auch das Evangelium zu bedenken, also vor allem zunächst die Bußpsalmen, das siebte Kapitel im Römerbrief, das 53. Kapitel bei Jesaja, das 15. Kapitel bei Lukas und das dritte, fünfte und achte im Römerbrief. Und das alles begleitet von ernstem Gebet. So werden Sinnesänderung (Buße) und Glauben gewirkt und erhalten, so kommt es auch zum täglichen Sterben des alten Menschen und auferstehen des neuen (s.a. Eph. 4,22-24).[16]

    Dazu aber muss auch solch ein Verlangen in der Gemeinde geweckt werden, dass es zu einem Sehnen nach Erneuerung, Erweckung kommt. Dann muss auch die Verkündigung entsprechend wirklich Gesetz und Evangelium klar bezeugen, und zwar in einer persönlichen, den Hörer direkt ansprechenden Weise, damit es zu lebendiger Sünden- und Christuserkenntnis kommen kann. In besonderer Weise können auch die Beichtgottesdienste vor den Abendmahlsfeiern dazu dienen, außerdem die sogenannten „geschlossenen Zeiten“ des Kirchenjahres, also die an sich schon vorgegebenen Bußzeiten, die Advents- und Passionszeit, aber auch der Buß- und Bet-Tag. So können gerade diese Vorbereitungszeiten auf die großen Feste rechte Erweckungszeiten werden.[17] Es geht bei der Predigt des Gesetzes nicht so sehr um konkrete Sünden, obwohl auch diese dargelegt werden sollten anhand der zehn Gebote, sondern vielmehr darum, die abgrundtiefe Sündenverdorbenheit hervorzuheben und die Tat- und Unterlassungssünden dann als Beispiele dessen, was daraus folgt. Auch Gottes Gericht und Hölle sind durchaus zu bezeugen, damit nicht die Buße bloß eine emotionale Entladung ist, die sich vielleicht auch nur auf spezielle Sünden bezieht.[18] Aber, und das darf auch nicht vergessen werden, das Gesetz darf nicht dominieren. Hervortreten muss immer das Evangelium. Und das heißt vor allem: Christi vollendetes Erlösungswerk muss deutlich hervortreten. Es muss den Hörern ganz klar sein, dass nichts mehr hinzuzutun ist, dass die Erlösung vollendet ist, eine historische Tatsache. Vor allem: Begriffe wie Versöhnung, Erlösung, Sühnopfer, Reue, Wiedergeburt, Bekehrung, rettender Glaube müssen erklärt werden, damit die Hörer wirklich wissen, was gemeint ist. Es kann nicht unbedingt davon ausgegangen werden, dass der Inhalt der Begriffe klar ist.[19] Besonders wichtig ist, dass sie sich klar sind, was rettender Glaube ist, damit jegliche menschliche Mitarbeit von vornherein ausgeschlossen wird, ebenso aber auch falsche Glaubensauffassungen, die Glauben auf ein historisches Wissen oder ein Gottvertrauen in besonderen Situationen oder Resultat besonderer menschlicher Handlungen wie Hingabe, Übergabe (die vielmehr in die Heiligung gehören) sein lassen. Es muss ganz deutlich gemacht werden, dass die Errettung, auch die Wirkung des Glaubens, reine Gnade ist.[20] Erweckliche Verkündigung muss auch zu persönlicher Antwort aufrufen. Der Hörer, der in Herz und Gewissen angesprochen wurde, muss wissen, wie er das, worum es geht, Sündenerkenntnis, rettender Glaube, bekommen kann. Der klare Hinweis aufs Gebet da, wo Sündenerkenntnis, wo Vertrauen auf Christus noch fehlen, ist wichtig. Ebenso aber auch, dass es gut und wichtig ist, wenn sie zu dem, was Christus für sie getan hat, bewusst als für sie persönlich gültig Ja sagen, ihm bewusst für seine Rettungstat danken. Es darf dabei um keinerlei Aktionen gehen, die irgendeinen psychologischen Druck ausüben, die durch Musik, Emotionen, Appelle Wirkungen hervorbringen wollen. Da ginge man von einer falschen Auffassung vom Menschen aus, nämlich dass er schon vor der Bekehrung frei wäre, sich für Jesus „zu entscheiden“. So würden vor allem Scheinbekehrungen bewirkt. Hilfreicher ist, den Einzelnen hinzuweisen, dass er das, was ihm klargeworden ist, das, wofür er Christus danken will, er im persönlichen Gebet ausdrückt. Man kann auch ein persönliches Gespräch anbieten, das dann auch Gebete beinhaltet. Auch der Hinweis auf ein bewusstes Mitsprechen des Sündenbekenntnisses, bewusstes Empfangen der Absolution können Wege sein, dass die Hörer das, was sie bewegt, persönlich ausdrücken.[21] Es gilt immer zu bedenken, dass jede Bekehrung, jede Wirkung des rettenden Glaubens ein Wunder Gottes des Heiligen Geistes ist. Es gilt aber, auf Bekehrung hinzuarbeiten, denn Bekehrung ist die christliche Zentralforderung.[22] Dass es dann auch zu einem bewussten Ja zur bewussten Nachfolge kommen sollte, als Frucht der Erlösung, Bekehrung, ist eine andere Sache, aber auch wichtig, gemäß Röm. 12,1.

    Die Verkündigung muss dabei wirklich auch den Heilsweg entfalten, damit so rechte Erkenntnis gewirkt wird, die zu Herzen geht. Es geht um Sünde und Gnade, um Glauben und Empfangen, Ergreifen der Gnade. Dazu gehören auch Hausbesuche des Pastors, bei denen er Gesetz und Evangelium auslegt.[23] Wichtig ist dabei, dass der Schwerpunkt klar auf dem liegt, was Emil Wacker das „Objektive“ nannte, also Gottes Heilshandeln an uns durch die Gnadenmittel, das Evangelium in Wort, Taufe und Abendmahl und vor allem das geschehene Erlösungswerk Christi (allgemeine Rechtfertigung), wodurch dann zum persönlichen Glauben zu rufen ist (persönliche Rechtfertigung).[24] Dabei sind die Stadien der Heilsordnung wichtig, damit es zu wirklicher Sünden-, Verdorbenheits- und Verlorenheitserkenntnis einerseits und lebendiger Christus- oder Heilserkenntnis andererseits und so zu bewusstem persönlichen Glauben und daraus bewusster Nachfolge in der Hingabe an Jesus Christus kommt. Die Bedeutung der Taufe für das christliche Leben darf nicht zu gering geachtet werden. Sie ist das Bad der Wiedergeburt und Erneuerung des Heiligen Geistes (Tit. 3,4 f.). Auf ihr sollen die Eltern in der Erziehung und die Gemeinde im Kindergottesdienst aufbauen. Zu ihr sind die Menschen, wenn sie heranwachsen, auch zurückzurufen, sei es, damit sie bewusst aus der Taufe leben, sei es, dass sie zu ihr zurückkehren. Sie hat also sowohl im Blick auf den Glauben als auch auf die Heiligung ihre Bedeutung. Ebenso das heilige Abendmahl für das Leben im Glauben, zur Vergewisserung der Vergebung der Sünden, zur Stärkung in der Nachfolge. Beide Sakramente sind objektive Zueignung des Heils, das der Sünder aber nur hat, wenn er es sich im persönlichen Heilsglauben aneignet.[25]

 

    Wie konkret lutherische erweckliche Arbeit aussehen kann, zeigt unter anderem der Réveil Luthérien, die lutherische Erweckung im Elsass, bei der Friedrich Theodor Horning, Pastor an Jung-St.-Peter in Straßburg, Gottes Werkzeug war. Worum muss es in der Verkündigung gehen? In seiner Predigt, die er bei seiner Installation in Straßburg über 1. Petr. 2,6-10 hielt, sagte er unter anderem: „Nun zeigte er, dass er nicht einen Naturchristus, einen Vernunftchristus, Gefühlschristus, Phantasiechristus verkündigen werde, sondern den Jesus, der sein Schöpfer sei, den Gott, der am Kreuz sein Blut für ihn vergossen, den Christus der Evangelisten, den Christus, wie ihn die rechtgläubige Kirche in ihrem Bekenntnis preist.“[26] Es geht dabei gerade auch um Lehre: „So lange meine Augen offen stehen, will ich für die alte, biblische, apostolische und reformatorische Lehre einstehen. Und wenn ihr sehen würdet, dass ich dieser Lehre untreu würde, so zerreißt mir mein Kirchengewand!“[27]

    Daher ist rechte lutherische erweckliche Verkündigung lehrhafte Verkündigung, legt auch in der Predigt Gottes Lehre dar etwa von den Sakramenten, von der Beichte, von der Schlüsselgewalt, von der Erbsünde, von der Sünde, von Christi aktivem und passivem Gehorsam, von Christi beiden Naturen, von seinem Erlösungstod, von der Kirche, um nur einige zu nennen.[28] Es geht dabei vor allem aber auch darum, Sünde beim Namen zu nennen, Sünde, die Übertretung der Gebote Gottes aufzuzeigen. „Evangelisches Pfarramt, erhebe deine Stimme wie eine Posaune und zeige den Zeitgenossen ihre Übertretung, damit sie, dieweil es noch ‚heute‘ heißt, der Gnade in Christus Jesus begehren lernen!“[29] Die Sünde muss den Sündern wahrhaft als Sünde, als Ekel erscheinen, sonst drehen sie sich weiter nur um sich selbst, unter Umständen sogar in einem frommen Gewand. Allerdings: Machen kann Erweckung niemand, sie ist und bleibt ein Wunder und eine Gnade Gottes. Daher gibt es auch keine Methode, durch die Erweckung herbeigeführt werden kann, denn sie ist kein menschliches, sondern Gottes Werk.[30] Darum darf es auch nicht sein, dass Menschen bearbeitet werden, um Buße zu tun, wie das etwa durch ständige Aufrufe, durch gefühlsbetonte Musik oder andere psychologische Methoden versucht wird – Gottes Wort allein wirkt Buße und Glauben, Wort und Sakrament allein erhalten ihn auch.[31]

    Es ist aber die Aufgabe der Verkündigung, dass sie den alten, den sündigen Menschen demütigt, indem sie, wie gesagt, Sündenerkenntnis wirkt, damit die Sünde dem Sünder recht eklig, schrecklich erscheint und er so eine Sehnsucht nach dem Heil in Christus erhält: „… es galt, den alten Menschen mit seinen Ansichten, seinem Stolz, seiner Selbstgerechtigkeit, seinen Fehlern und Lastern zu demütigen und zu kreuzigen, um ihm mit der Sehnsucht nach Heil und Heiligung die Gewissheit zu geben, dass dies Werk des Heils und der Heiligung durch Christus vollendet ist, der für unsere Sünden gestorben und um unserer Gerechtigkeit willen auferstanden ist“.[32] Das heißt: Es müssen klar Gesetz und Evangelium geteilt und gepredigt werden, und zwar in ihrer jeweiligen Eigenart.[33]

    Im Blick auf das Evangelium heißt das: Gottes vollen ewigen Erlösungsratschluss ohne Abschwächung predigen, die durch Christus erworbene und uns geschenkte Glaubensgerechtigkeit, die Rechtfertigung allein um Christi Verdienst willen, ohne irgendwelche menschlichen Zutaten, empfangen allein durch den Glauben. Da darf kein Gesetz eingemengt werden.[34]

    Es ist unerlässlich, immer wieder hervorzuheben, dass Christus nicht in Erfahrungen, Gefühlen zu suchen ist, sondern allein in Wort und Sakrament. Da allein begegnet er uns.[35]

    Die Gründung und Vertiefung der Gemeinde in Gottes Wort und Lehre ist nicht eine Sache von ein oder zwei Wochen, sondern langfristig angelegt. Dazu dienen unter anderem auch Katechismuspredigten, die sowohl der lehrmäßigen Festigung der Gemeinde als auch ihrer Anleitung zu täglicher Heiligung, täglicher Buße dienen, auf die Horning großen Wert legte, weil auch der Christ immer zugleich Sünder bleibt. Um ihn recht zum Christenleben anzuleiten, hat er auch die Haustafel ausgelegt. Aber auch in den sonntäglichen Predigten wird der lutherische Prediger immer wieder auf die Hauptstücke des Katechismus zurückkommen. „Wer sich die sechs Hauptstücke recht einprägt, der wird schnell, recht tief und gründlich in die Herrlichkeit der hl. Schrift eingeführt, findet sich in der hl. Schrift zurecht, fährt nicht mit der Stange im Nebel herum, sondern ist ein fröhliches, seliges Kind Gottes, so er das Wort Gottes in den sechs Hauptstücken glaubt.“[36] Rechtfertigung und Heiligung sind daher zu betonen, wobei die Rechtfertigung aber dominieren muss. Es ist aber auf einen heiligen christlichen Wandel zu dringen und auf christliche Zucht und Sitte hinzuarbeiten mit Morgen- und Abendandacht, Tischgebet und täglichem Kampf gegen die Sünde, so dass „der Welt eine feste Mauer sich entgegenstelle“.[37]

    Als lutherische Gemeinde haben auch Taufe und Abendmahl für den Glauben eine eminente Bedeutung, denn sie sind nicht nur Zeichen, sondern Gnadenmittel Gottes.[38]

 

    Was ist dabei das Ziel lutherischer erwecklicher Arbeit in der Gemeinde? Wichtig vor allem: die Liebe zur Wahrheit wecken: „Die Kirche oder Gemeinde Gottes ist ‚Ein Pfeiler und Grundfeste der Wahrheit‘ (1. Tim. 3,15). Die Liebe zu ihr in den jetzt lebenden Geschlechtern zu wecken, – das ist eine dringende, zeitgemäße Forderung an das Evangelische Pfarramt. Es sollen zu dieser Liebe wieder erweckt werden die Geringen im Volke, aber auch die Männer der Wissenschaft und Kunst.“[39] Dazu ist bibelgläubige und bekenntnisgebundene Lehrhaftigkeit nötig, damit die Kirche eine Lehrkirche ist, die keine Aufweichung der Lehre duldet, keine „Vermittlungstheologie“.[40] Darum muss die Predigt auch apologetisch sein, sich entsprechend apologetisch zum Zeitgeist, den Zeitstimmen äußern.[41] Das heißt auch: Die Predigt muss sich auch mit den Irrlehren auseinandersetzen, muss auch gegen Unglauben und Aberglauben zu Feld ziehen, nicht nur gegen die Sünde.[42] Die Kirche muss Bekenntniskirche sein, nur das ist bibelgemäß, also Kirche, die einen festen, eindeutigen Lehrstand auf dem Boden der Bibel hat, und zugleich Bekennergemeinde derer, die Zeugnis ablegen für ihren HERRN.[43]

    Erweckung führt auch zur Gemeinschaft der Gläubigen untereinander. Ludwig Harms hat darauf großen Wert gelegt, nicht als ein geheimer Konventikel, sondern als eine für jedermann zugängliche Versammlung, möglichst unter Leitung des Pastors oder, wo das nicht möglich ist, mit Predigtlesen samt Besprechung, Katechismuserklärung lesen, Gesang und Gebet.[44]

    Die Aufgabe des Pastors erschöpft sich aber nicht in der Verkündigung. „Er musste auch im täglichen Verkehr mit den Gemeindegliedern in demselben Geiste wirken und ihnen die entscheidenden Fragen nahe bringen. Darum war sein Predigtamt mit der Seelsorge stets aufs Innigste verbunden, und ohne die letztere schien ihm die erstere – um mit Bengel zu reden – gleich einem Vogel zu sein, der nur Einen Flügel hat. Auf der Kanzel wird ja das Wort Gottes mehr allgemein der versammelten Gemeinde gepredigt. Seine Zucht und sein Trost soll aber auch in Gesetz und Evangelium der einzelnen Seele nahe kommen. Daher die Notwendigkeit spezieller Seelsorge und des Dienstes, den der Pfarrer als Beichtvater einem jeden, je nach seinen Bedürfnissen und seiner geistigen Entwicklung, zu leisten hat.“[45] Dazu gehören auch die Privatbeichte und die Anmeldung zum Abendmahl, die wieder zu besonderer Achtung gelangen sollten.[46]

    Ebenso müssen Religions- und Konfirmandenunterricht auf konfessioneller Grundlage geschehen – und es muss der ganze Katechismus gelten, also auch die Stücke über Taufe, Absolution und Abendmahl.[47]

    Unterricht, Festmachen in der biblischen Lehre kann sich aber nicht nur auf Kinder beziehen. Das geht auch die Erwachsenen an, weshalb Bibelstunden, Christenlehre, Katechismusexamina, in denen der Katechismus behandelt werden, wichtig sind.[48]

 

    Darum müssen auch die Unterrichtswerke und Gesangbücher der Kirche bibel- und bekenntnisgebunden sein. Friedrich Theodor Horning hat deshalb ja auch ein eigenes Gesangbuch herausgebracht (Gesangbuch für Christen Augsburgischer Konfession), das anstelle des rationalistischen der Kirche verwendet wurde.[49]

 

    Rechtes Christentum ist aber kein „Maul- und Kopfchristentum“, sondern zeigt sich dann in der Heiligung, in der bewussten Nachfolge Jesu Christi als Frucht, Folge der Rechtfertigung.[50] Darum müssen auch die Hingabe an Christus, den Retter und HERRN, wie auch die Heiligung als Entfaltung des Christus in uns, als Wachsen in der aktiven Gerechtigkeit (im Unterschied zur passiven oder fremden Gerechtigkeit in der Rechtfertigung) oder Lebensgerechtigkeit gelehrt und gepredigt werden, durchaus auch konkret anhand der Zehn Gebote, des Großen Katechismus, der Haustafeln. Die Gemeinde darf, wie auch Louis Harms es betont hat, dabei nicht im Unklaren gelassen werden über die Gestalt eines heiligen Lebens. So, wie der Prediger Lehrer und Erzieher der Gemeinde ist im Blick auf die biblische Lehre, soll er auch Erzieher der Gemeinde sein im Blick auf das biblische Leben und damit eine christliche Sitte formen helfen – ohne aber in Gesetzlichkeit zu verfallen, was eine große Gefahr ist.[51] Es geht da unter anderem um die tägliche Hausandacht, die persönliche Stille Zeit, das regelmäßige Beten als Einzelner wie als Familie und als Gemeinde, um den Gottesdienstbesuch, den persönlichen Gebrauch des Gesangbuchs, die Gestaltung der christlichen Feste.

 

    Solch eine erneuerte Gemeinde wird auch als Gemeinde Diakonie treiben, etwa Kinderrettungshäuser, Familienpflege, Familienerziehung aufbauen, eine Hilfskasse für Bedürftige einrichten, wie es damals in Straßburg geschah[52], oder Kindergärten, Schulen aller Stufen gründen.

    Sie wird vor allem aber Mission treiben, um Gottes reines Wort und die unverfälschten Sakramente auch zu den Heiden zu bringen, überhaupt zu all den Menschen, die Jesus Christus noch nicht als ihren Retter kennen.[53] Bei der Jung-St.-Peter-Gemeinde in Straßburg hieß das damals, dass sie die deutschen Lutheraner in den USA in Verbindung mit Wilhelm Löhe unterstützte sowie die Arbeit der Leipziger Mission, später, dass sie sich später mit der Hermannsburger Mission verbanden und vor allem die lutherische Arbeit Pera Johannes‘ unter den Nestorianern im Iran unterstützte.[54] Um die Arbeit der erneuerten lutherischen Bekenntnisgemeinden zu bündeln und zusammenzuführen, gründete Pastor Horning 1848 mit anderen Pastoren und Christen die evangelisch-lutherische Missionsgesellschaft (genau: Evangelisch-Lutherische Gesellschaft für innere und äußere Mission).[55] Die Bedeutung der Erweckung für die Mission zeigt besonders ja die Hermannsburger Erweckung, die zur Gründung der Hermannsburger Mission führte, nicht zuletzt deshalb, weil aus dem Kreis der Erweckten selbst Kandidaten für die Mission kamen, die ausgebildet und ausgesandt werden wollten.[56]

 

Thesen Pastor Emil Wackers zur Heilsordnung[57]:

    1. Die Heilsordnung ist die Ordnung, in welcher das Werk des Heiligen Geistes an den Sündern geschieht, dass Er ihnen mittelst Wort und Sakrament in bewusstem Glauben das Heil in Christus aneignet und sie in solchem Glauben bis an das Ende erhält.[58]

    Die Entstehung des bewussten seligmachenden Glaubens ist das Zentrum der Heilsordnung.

    2. Die Berufung ist das Werk des Heiligen Geistes, dass er die Sünder zum Heil in Christus einladet durch das Evangelium (vocatio activa).

    Das Berufungssakrament ist die heilige Taufe.

    Es kann gleich das Ganze der Bekehrung in einem Eindruck die Seele erfassen- Es kann auch ein Stück nach dem andern in langsamerem Aufwachen die Seele erfassen. Aber immer ist mit jeder rechten Erweckung der Anfang der Bekehrung vorhanden.[59]

    Da für die Erweckungszustände das Gefühl besonders in Betracht kommt, so sind es die geistlichen Gefühle, in welchen das falsche Erweckungschristentum vornehmlich besteht. Das Bezeichnende ist nicht, dass diese Gefühle, welche ja an sich ihre Bedeutung haben, da sind, sondern dass man über diese Gefühle nicht hinaus kommt und sich in denselben zur Ruhe begibt. Das Ruhe in den Erweckungszuständen als solchen, ohne dass man weiter kommt und erkennt, dass es überhaupt nicht angeht, statt in Jesus in irgendwelchen bei uns befindlichen inneren Zuständen zu ruhen, ist die Art der falschen, ungenügenden Erweckungen.

    3. Die Erleuchtung ist das Werk des Heiligen Geistes, dass er den Sündern die zur Erlangung und Bewahrung des Heils in Christus notwendige Erkenntnis gibt (illuminatio activa).

    Wir sind ganz und gar an das feste Wort der Propheten und Apostel gebunden in Bezug auf die Erleuchtung durch den heiligen Geist.

    Die Gaben des Heiligen Geistes sind also die durch das Wort Gottes, besonders durch das Gesetz, gewirkte heilsame Erkenntnis der Sünde und die durch das Wort Gottes, besonders durch das Evangelium gewirkte heilsame Erkenntnis der Gnade.

    Die heilsame Erkenntnis der Sünde durch den Heiligen Geist ist die schmerzliche Erkenntnis des Sünders, dass er Fleisch ist vom Fleisch geboren, dass er in sich, in seinem eigenen Leben, wie er von Natur ist, durchaus und ganz und gar vor Gott unwert, sündig und verloren ist.

    Die heilsame Erkenntnis der Gnade ist die freudige Erkenntnis des Sünders, dass für ihn, den verlorenen, aus freier göttlicher Gnade und Barmherzigkeit Heil und Rettung vorhanden ist in Christus, und zwar nicht teilweise, sondern voll und ganz, ohne dass etwas fehlt, umsonst, ohne dass etwas dafür getan oder gegeben werden müsste.

    4. Die Bekehrung ist das Werk des Heiligen Geistes, dass er in den Sündern die Sinnesänderung wirkt, dass sie von eigner Gerechtigkeit lassen und das Heil in Christus ergreifen (conversio activa).

    Es wird von keiner Bekehrung die Rede sein können, wo nicht das Wort vom Kreuz, die Botschaft von der Versöhnung durch das Blut des Lammes gepredigt wird.

    Die Überführung von der Sünde … ist von der Überführung von der Gerechtigkeit nicht zu trennen. Wohl aber ist mit dieser doppelten Überführung noch nicht die Umbiegung des Willens gegeben, dass der Mensch nun auch wirklich von sich lässt und in Christi Blut und Wunden zur Ruhe kommt.

    Es muss hinzukommen ein wirklicher Bruch mit der Sünde und mit dem Weltleben, in welchem die Sünde und der Unglaube Gestalt gewonnen hat.[60]

    Die Bekehrung ist der Durchbruch der Buße und des seligmachenden Glaubens in der Seele. Wir beschreiben die Buße als Erkenntnis der Sünde, Reue über die Sünde und inneren Bruch mit der Sünde. Der entscheidende Bruch mit der Sünde ist, dass der Mensch aufgrund der Erleuchtung, die er erlangt hat, sich innerlich völlig abkehrt von allem Vertrauen auf sich selbst, von aller Selbstklugheit und Selbstgerechtigkeit vor Gott.

    Ist die geistliche Erleuchtung rechter Art, dann führt sie auch zum Vertrauen auf die Gnade. Dieses Vertrauen ist der eigentliche Kern des Glaubens.

    Wir bedürfen einer Gerechtigkeit außer uns, die unsere Sündenschuld bedeckt und uns als Heilige Gott darzustellen vermag, d.h. als solche, deren Sünde weggenommen ist und denen Gerechtigkeit zugerechnet ist.

    Wo wirkliche Buße ist, da braucht man das feste Wort Gottes, das uns Christus offenbart und zeigt, nicht einen Christus, wie wir ihn uns selbst zurecht machen je nach dem Anspruch unserer ungebrochenen Natur, sondern den Christus, den uns Gott gemacht hat zur Weisheit, Gerechtigkeit, Heiligung und Erlösung.

    Und so wird für den Glauben die Schrift als das irrtumslose Wort Gottes, als das vom Heiligen Geist selbst bereitete Zeugnis, fest bestehen bleiben, aller modernen Weltanschauung zum Trotz, und als Kern dieses Worts „die Theologie des Kreuzes Christi“ und als Siegel desselben die heiligen Sakramente.

    Die Rechtfertigung ist die Zurechnung der Gerechtigkeit Christi an den Sünder von Seiten des dreieinigen Gottes in unmittelbarem Anschluss an das bekehrende Werk des Heiligen Geistes und erfolgt allein um Christi willen.

    Gott allein wirkt den Glauben.

    Unter Umständen kann der Mensch gerechtfertigt sein, ehe er es weiß [unbewusster Glaube].

    Rechte Bekehrung muss zur Versiegelung und Heilsgewissheit führen.

    Die Bekehrung ist ein Moment. Vor Gott ist eine Seele entweder bekehrt oder nicht.

    5. Die Versiegelung ist das Werk des Heiligen Geistes, dass er den begnadigten Sünder der erlangten Rechtfertigung gewiss macht.

    Die Versiegelung setzt die Bekehrung und Rechtfertigung voraus und ist zu verstehen in ihrer Beziehung auf die Rechtfertigung.

    Die Heilsgewissheit ist eine Gewissheit vom Zeugnis der Gnadenmittel ebenso sehr wie eine Gewissheit vom Zeugnis des Heiligen Geistes inwendig im Herzen.

    Die Heilsgewissheit ist auch eine Gewissheit der zukünftigen Vollendung.

    Solange die Gewissheit des Heils fehlt, so lange kann es nicht zum neuen Wandel, zum Wandel im Geist kommen im Christenleben.[61]

    [5a. Die mystische Gemeinschaft oder Vereinigung mit der heiligen Dreieinigkeit ist das gnadenvolle substantielle Wohnen der heiligen Dreieinigkeit im Gerechtfertigten als dem Tempel des HERRN.

    Dabei tritt die Gemeinschaft mit Christus in dem Moment ein, in dem der Heilige Geist durch das Evangelium den rettenden Glauben an Christus im Herzen des Sünders wirkt und so Christus dem Sünder Vergebung der Sünden und damit die Rechtfertigung schenkt.

    Die mystische oder gnadenvolle Vereinigung der heiligen Dreieinigkeit mit dem Gläubigen ist eine Frucht des Glaubens, der Rechtfertigung, gewirkt und erhalten durch die Taufe, das Wort des Evangeliums, empfangen im Glauben, der die heilige Dreieinigkeit ergreift.

    Die einwohnende Dreieinigkeit wirkt durch das Wort im Glaubenden zu seiner Erneuerung und Erhaltung mit dem Ziel der Erweckung und Erhaltung des Gebetslebens, der Stärkung im Trost, der Heilsgewissheit zum ewigen Leben.[62]]

    6. Die geistliche Erneuerung ist das Werk des Heiligen Geistes, dass er in dem aufgrund der freien Gnade Gottes gerechtfertigten und zur Heilsgewissheit gelangten Sünder die neue Kreatur zur Entfaltung bringt (renovatio activa).

    Dass der Mensch als die neue Kreatur nicht mehr sich selbst, sondern Christus zu leben sucht und lebt, das ist die Auswirkung, die Entfaltung der neuen Kreatur, die geistliche Erneuerung des Menschen.

    Der Zusammenhang zwischen Rechtfertigung und geistlicher Erneuerung ist stark zu betonen. Es liegt in der Natur des neuen Lebensstandes, dass er sich auswirken muss. Andererseits ist es auch der Wille des HERRN und das Ziel des ganzen Erlösungswerks, dass der neue Lebensstand sich auswirke.

    Sind also Rechtfertigung und Erneuerung nicht zu scheiden, so sind sie doch auch nicht irgendwie zu vermischen und ineinander zu mengen. Denn wenn die Rechtfertigung nicht von der Erneuerung völlig unterschieden wird, kann es überall zu einer Erneuerung ganz und gar nicht kommen. Es bleibt bei dem alten Leben in der Selbstgerechtigkeit.

    Es handelt sich bei der Erneuerung um einen neuen Gehorsam.

    Christen sind durch die Glaube und Taufe mit Christus gestorben und auferstanden (Rechtfertigung und Versiegelung). Darum sollen sie auch mit ihm der Sünde sterben und in einem neuen Leben wandeln (Erneuerung).

    Auch auf den auf die Versiegelung folgenden Stufen wirkt der natürliche Mensch als solcher nicht mit, wohl aber hat der wiedergeborne, seines Gnadenstandes gewiss gewordene Christ jetzt eine Mitwirkung bei dem Werk des Heiligen Geistes in der Erneuerung.

    Wir sollen unseren Willen in Gottes Willen geben, nicht damit er vernichtet werden, sondern damit er bekehrt und geheiligt werde.

    Auch die Zucht ist ein Stück des neuen Gehorsams, da wir ihr um unserer fleischlichen Natur willen nie entraten können, unser Wandel hienieden nie vollkommen ist.

    Man hat nach des Apostels Wort auch von bestimmten Sünden das klare Bewusstsein, dass sie sich mit dem Gnadenstand nicht vertragen, d.h., dass sie aufhören müssen, oder der Gnadenstand hört auf. Ebenso darf keinerlei Sünde herrschen, weil die Herrschaft irgendeiner Sünde den Gnadenstand beendet.

    Je länger er unter der Gnade und in der Nähe des HERRN im Glauben lebt, desto tiefer sieht der Christ hinein in das Verderben, das uns allen von Natur anklebt. Und so wird er sich je länger desto mehr allein der Gnade trösten.

    Die Selbstgerechtigkeit in allen Gestalten, und seien sie noch so fein, ist der Todfeind des Christenstandes in der Gnade; alle gesetzliche Heiligung ist gar keine Heiligung; unser Ein und Alles muss die Rechtfertigung bleiben, umsonst und ohne andere Bedingung, als dass wir sie glauben, welches letztere auch die Gnade in uns wirkt.

    Wenn wir auch nicht hienieden vollkommen werden, so darf die Sünde doch nicht zu leicht genommen werden, weil sonst das Verständnis für die rechte geistliche Erneuerung verloren geht. Widrigenfalls hat man auch keine rechte Rechtfertigung mehr, sondern nur noch ein Wissen um Rechtfertigung, aber kein wahres geistliches Gestorben- und Auferstandensein mit Christus.

    7. Die Erhaltung im Glauben ist das Werk des Heiligen Geistes, dass er die Gläubigen im rechten Glauben und im Gnadenstand erhält gegen die Gefahren des Rückfalls und Abfalls (conservatio acitva).

    Wenn Wiedergeborene fallen und darin liegen bleiben, dann sind sie nicht Auserwählte gewesen.

    Die Erhaltung im Glauben hängt aufs engste zusammen mit der geistlichen Erneuerung.

    Die erste Gefahr ist die des Rückfalls in Selbstgerechtigkeit, was Abfall vom rechten Glauben ist.

    Die andere Gefahr ist die des Sündigens auf Gnade, besonders dann, wenn der Zusammenhang zwischen Rechtfertigung und Erneuerung nicht recht betont wird und die Liebe zur Sünde sich Raum schaffen und gerade die Gnade dazu gebraucht, sich umso ungehinderter auszubreiten.

    Der Glaube entsteht aus der Buße und hat die Buße zur Voraussetzung. Darum wird er auch erhalten dadurch, dass die Buße bleibt (tägliche Reue und Buße).

    Alle Gefahren lassen sich zusammenfassen in der einen, dass der Christ aus der Buße herauskommt.

    Das Werk des Heiligen Geistes, dass er die Gläubigen im rechten Glauben erhält, bedarf der Unterstützung durch die Führungen des Lebens.

    Der Kampf mit alten und neuen Sündennöten, das Kreuz, das zu tragen ist, die Versuchungen durch Satan, die Anfechtungen sind Bedingungen des Beharrens, weil sie uns zerbrechen und in die Tiefe der Buße führen.

    Die Anfechtung soll den Glauben fest und völlig machen, dass er ausreift, stark wird und nach allen Seiten hin sich auswirkt.

    Die Erhaltung im Glauben geschieht also durch die geistliche Erneuerung in Verbindung mit den Führungen des HERRN, besonders durch das Kreuz, aus Gottes Macht, in der Weise, dass immer wieder aus der Buße der Glauben hervorgeht, der sich allein an die Gnade Gottes in Christus und an das Wort Gottes hält.

    Wir selbst sind es allein, welche das Werk Gottes in uns vereiteln können.

    Zum Bleiben im Gnadenstand gehört vor allem auch das Bleiben am Wort und Sakrament.

    Wenn eine Versuchung nicht erkannt wird, kann geheime Selbstgerechtigkeit oder geheime Sicherheit, ein geheimer Bann, welcher die Seele gebunden hält, die Ursache sein, und wird dieser Schade nicht offenbar und so nicht überwunden, drohen die Zustände des geheimen Todes (törichte Jungfrauen, Gemeinde zu Laodicea). Wenn gläubige Leute es mit der christlichen Lehre wenig genau nehmen, wenn sie sich einbilden, ohne bewusste Sünde sein zu können, oder dass die Sünden der Heiligen keine Sünden mehr seien, so sind das furchtbare Gefahren. Den Schein des Lebens zu haben und doch tot zu sein, ist der schlimmste geistliche Tod.

    8. Die Vollbereitung im Glauben ist das Werk des Heiligen Geistes, dass er die Gläubigen zum Mannesalter in Christus als dem Stand der christlichen Vollkommenheit bringt (perfectio activa).

    Die Schrift redet von der Vollkommenheit als von einem Ideal, dass in diesem Leben auch von einem Apostel wie Paulus nicht erreicht wird. Die Vollkommenheit in diesem Sinn ist also eine Forderung nach der Art des Gesetzes.

    Eine andere Vollkommenheit, die wir aber erreichen können und sollen, ist die Vollkommenheit im Verständnis.

Sie wird von den Gläubigen im Glauben schon hienieden erreicht und gehört der Gnade, dem Evangelium ganz und gar, ist nicht Gesetz, nicht Forderung, welche hier unerreicht bleibt sondern Gabe, welchen den Suchenden, den Bittenden schon in der Zeit gegeben wird, diejenige Gabe und Wirkung des Heiligen Geistes, welche die Höhe des in der Zeit im Glauben Erreichbaren, also das zeitliche Lebensideal des Christen bezeichnet.

    Sie kann keine andere sein als eben die Vollbereitung, Stärkung, Befestigung und Gründung im Glauben, im Gnadenstand, das feste Herz, der Stand der Bewährung, der Unerschütterlichkeit auf dem Grund der Gnade und des Wortes Gottes. Sie gehört dem Gebiet der Rechtfertigung und Heilsgewissheit und des Beharrens im Glauben an.

    Dass man Gott von Herzen und mit Ernst fürchtet und doch auch eine herzliche Zuversicht und Glaube, auch Vertrauen fasst, dass wir um Christus willen einen gnädigen und barmherzigen Gott haben, dass wir mögen und sollen von Gott bitten und begehren, was uns not ist, und Hilfe von ihm in allen Trübsalen gewiss nach eines jeden Beruf und Stand erwarten, dass wir auch indes sollen äußerlich mit Fleiß gute Werke tun und unsers Berufs warten, darin steht die rechte Vollkommenheit und der rechte Gottesdienst (Augsb. Konf. 27). Das eigene Leben ist ihm nichts mehr; Christus ist sein Leben. Das ist die rechte Vollkommenheit.

   

 

War die Aufklärung notwendig?

Roland Sckerl

(Der folgende Text, einschließlich der Ausführungen zu Lessings „Nathan“, ist entnommen: Roland Sckerl: Johan Melchior Goeze – Zions Wächter gegen Aufklärung und Rationalismus)

 

    Es wird seit Ende des 18. Jahrhunderts immer wieder suggeriert, und vor allem in der heutigen Zeit besonders stark propagiert, dass die Aufklärung notwendig gewesen sei, weil zuvor ein finsteres Zeitalter geherrscht habe, in dem die Kirchen die Naturwissenschaften, die Religions- und Meinungsfreiheit unterdrückt hätten. Dem habe sich die Aufklärung entgegengestellt und dadurch wahre Freiheit gebracht.

    Diese Darstellung ist nichts weiter als eine Verfälschung der Geschichte. Den Naturwissenschaften sind nicht von der Aufklärung zum Durchbruch verholfen worden. Vielmehr gab es seit dem 14. Jahrhundert kontinuierliche naturwissenschaftliche Arbeit und auch entsprechende Fortschritte. Isaac Newton (1643-1727), der teilweise von der Aufklärung beansprucht wird, aber völlig zu Unrecht, denn er war ein zutiefst religiöser Mann, der unter anderem auch am Sechstagewerk der Schöpfung festhielt und auch daran, dass Gott die Welt regiert, betonte selbst, dass er auf den Schultern von Giganten stünde. Dazu gehörten etwa William Ockham (1295-1349), der bereits über das Phänomen arbeitete, das Dinge in Bewegung gesetzt werden, aber nach einer gewissen Zeit diese Bewegung zum Stillstand kommt; Jean Buridan (1300-1358). Auch der lutherische Astronom Johannes Kepler (1571-1630) seit erwähnt, ebenso hingewiesen auf römisch-katholischen Domherrn des Fürstbistums Ermland Nikolaus Kopernikus (1473-1543), der zugleich auch Arzt, Astronom, Mathematiker und Kartograph war. Das Christentum hat die Naturwissenschaft nicht behindert. Wir können vielmehr sagen, dass die Naturwissenschaft sich gerade durch das Christentum so entwickelt hat, weil es die Forscher anreizte, den Geheimnissen Gottes in der Natur nachzugehen.[63]

    Und wie steht es mit der Religions- und Meinungsfreiheit. Richtig ist, dass hier die Entwicklung langsamer vonstatten ging. Andererseits sind es auch hier gerade wieder Christen gewesen, die schon lange vor den Aufklärern sich für sie eingesetzt haben. So hat schon Bischof Martin von Tours sich 385 gegen den Ketzerprozess und die Hinrichtung Priscillians von Avila ausgesprochen. Luther hat 1525 der Obrigkeit das Recht abgesprochen, sich in Glaubenssachen einzumischen. Die Täufer Balthasar Hubmaier (1785-1528) und Sebastian Franck (1499-1542) haben sich für Religionsfreiheit eingesetzt. 1614 hat der Baptist Leonard Busher völlige Religionsfreiheit gefordert. Die Aufklärer reklamieren John Locke (1632-1704) für sich, der 1689 den „Letter concerning toleration“ schrieb. Aber sie vergessen dabei diejenigen, die, wie angezeigt, schon vor ihm dafür gestritten haben. Und: Locke war ein Christ, bekannte sich zum christlichen Glauben, zur Verbalinspiration und auch zu den Wundern der Bibel, Standpunkte, die die Aufklärer keinesfalls teilten. Er war zwar Universalist, weil er von einer speziellen Auffassung des Naturrechts herkam, aber er war kein Aufklärer.[64]

    Und was gar die Entwicklung freiheitlicher politischer Verhältnisse angeht, so sei vor allem auf die nur kurz im 17. Jahrhundert unterbrochene kontinuierliche Entwicklung in England bzw. Großbritannien hingewiesen, die gerade von konservativen Männern wie John Fortescue (1394-1476) und John Selden (1584-1654) betrieben wurde, ebenso wie von Puritanern, und zwar seit der Magna Charta von 1215. Ein besonderer Höhepunkt war die Glorious Revolution von 1688, die die Macht des Monarchen stark beschnitt. Es waren die puritanischen Ansiedlungen in Nordamerika, vor allem Plymouth County und Massachusetts Bay County, in denen die Grundlagen für eine auf gleichen Rechten bestehenden Staatsordnung gelegt wurde, einschließlich Gewaltenteilung, und zwar seit den Pilgrim Fathers 1620. Der Kongregationalist Thomas Hooker (1586-1647) und der Baptist Roger Williams (1603-1683) setzten1635 in Connecticut mit der demokratischen Ordnung auch die Religionsfreiheit durch; so auch die Quäker 1677 in New Jersey und William Penn in Pennsylvania 1682. Darauf haben dann sowohl die Unabhängigkeitserklärung der Vereinigten Staaten als vor allem die Verfassung durch Alexander Hamilton und die US Bill of Rights aufgebaut.[65] 

    War also die sogenannte Aufklärung notwendig? Nein, sie war (und ist) ein antichristliches Projekt. Aber weder für den Fortschritt der Naturwissenschaften, noch für die Religions- und Meinungsfreiheit oder die Demokratie war sie wirklich nötig.

 

 

Anmerkungen zu Lessings „Nathan der Weise“

    Das Stück „Nathan der Weise“ spiegelt einen wichtigen Aspekt der pseudochristlichen Ideologie des Westens wider, die auf der tatsächlich antichristlichen Aufklärung aufbaut wider. Es hat, wie die Aufklärung insgesamt, wesentlich mit zur Entchristlichung vor allem der sogenannten „Gebildeten“ beigetragen, ja, stellte schon im 19. Jahrhundert „das eigentliche religiöse Bekenntnis der großen Mehrzahl unserer Gebildeten aus“.[66] Letztlich drückt es zugleich das Ziel aus, was mit „Weltethos“, einer Welteinheitsreligion an „Frieden“ erreicht werden soll. Darum ist es wichtig, sich mit ihm auseinanderzusetzen.

    Das Stück spielt zur Zeit der Kreuzzüge. Lessing hat mit Bedacht diese Zeit gewählt, weil er der Ansicht war, „dass der Nachteil, welchen geoffenbarte Religionen dem menschlichen Geschlechte bringen, zu keiner Zeit einem vernünftigen Manne müsse auffallender gewesen sein, als zu den Zeiten der Kreuzzüge“.[67] Schon allein dieser Satz zeigt gleich Verschiedenes: Zum einen die Grundeinstellung Lessings zu den Religionen, vor allem den „Offenbarungsreligionen“, nämlich dass er ihnen ablehnend gegenübersteht. Dann aber auch, welch schiefe Sicht er von den Kreuzzügen hatte, an denen er ja wohl, vor allem auch wenn man seiner Darstellung der Christen bei Nathan folgt, den Christen die Schuld gab. Er blendete dabei völlig aus, dass die Kreuzzüge nicht ein Angriff des Westens auf friedliebende Muslime waren, sondern vielmehr eine erbetene Antwort auf die damals schon über 400 Jahre andauernde fortwährende Aggression des Islam gegen das Byzantinische Reich, dessen Kaiser Alexios III. daher den Westen dringend um Hilfe und Unterstützung zur Verteidigung des Abendlandes gegen diesen Aggressor ersucht hatte. Das wird ja leider auch heute fast durchgängig völlig ausgeblendet. Dass die Kreuzfahrer sich in der Kriegführung leider nicht von den heidnischen Völkern unterschieden haben, dass sie wenig christlich aufgetreten sind, ist eine ganz andere Sache. (Auch die Muslime sind, bis auf Ausnahmen, wie Saladin, nicht sehr freundlich mit Besiegten umgegangen; nach dem Koran sind alle Besiegten, vor allem Frauen und Kinder, Sklaven der Sieger. Entsprechend haben die Muslime in ihren Kriegen auch gehandelt. Auch Saladin hat übrigens die lateinischen Christen aus Jerusalem und den eroberten Gebieten vertrieben und nur die orientalischen Christen, die über keinerlei Schutzmacht verfügten, im Land gelassen.) Wie sehen also, dass schon vom Ansatz her das Stück weder historisch sauber vorgeht, noch aus einer objektiven Haltung herkommt, sondern allerdings Propaganda sein will, gegen die „geoffenbarten Religionen“.

    Die Personen, die jeweils für die „geoffenbarten Religionen“ stehen – wobei Lessing ungerechtfertiger Weise den christlichen Glauben, Judentum und Islam damit auf eine Stufe stellt – sind in ihrem Charakter von vornherein so angelegt, dass sie einen für oder gegen die jeweilige Religion einnehmen sollen, bzw. zeigen Lessings Stellung zu der jeweiligen Religion. Dabei ist keine der Personen aber wirklich Vertreter ihrer jeweiligen Religion, das heißt, keine dieser Personen glaubt und vertritt durch Lehre und Leben wirklich das Eigentümliche, Wesentliche, Charakteristische der jeweiligen Religion, für die sie steht.[68] Schon aus diesem Grund ist das Stück völlig ungeeignet, als Aufruf zur Toleranz in der realen Welt zu dienen, da es eine völlig unrealistische Darstellung ist.

    Saladin etwa wird ja als edelmütig, weitherzig dargestellt.[69] Dabei wird aber der wahre Saladin kaum am Rande erwähnt. Saladin galt allerdings allgemein als freigiebig, was wohl den Tatsachen entsprechen dürfte.[70] Aber Lessing unterschlägt völlig, dass Saladin fest im sunnitischen Islam verwurzelt war. Dass er, nachdem er alleiniger Herrscher in Ägypten geworden war, die sunnitische Lehre dort wieder als alleinberechtigt durchsetzte (zuvor herrschte dort das Fatimiden-Kalifat, das schiitisch ausgerichtet war). Nach seinem Sieg gegen den Kreuzfahrer wurde ein Großteil der Kirchen in Jerusalem in Moscheen oder andere islamische Einrichtungen umgewandelt, ausgenommen die Grabeskirche. Die christlichen Inschriften wurden beseitigt.[71] Überhaupt bleibt völlig unberücksichtigt, dass der Islam von seinen Anfängen an, und zwar auf dem Koran gegründet, sich durch Gewalt aggressiv ausgebreitet hat, andere Völker, Menschen, die nicht sich dem Islam unterwerfen wollten, ausgerottet hat oder, wenn sie Juden bzw. Christen waren, zwar teilweise hat leben lassen, aber als Menschen zweiter oder dritter Klasse, die als „Dhimmis“ weithin benachteiligt und immer wieder in verschiedenen Wellen erheblichem Terror ausgesetzt waren (und sind), mit dem Ziel, sie zum Islam zu zwingen. Mit keiner Silbe wird erwähnt, dass Täuschung, taqqye, gegenüber Andersgläubigen im Islam erlaubt ist, dass das Ziel des Islam die Weltherrschaft ist. Das heißt: Der Saladin Lessings hat zum einen mit dem historischen Saladin nur sehr geringfügig etwas zu tun; mit dem wirklichen Islam faktisch nichts. Feindesliebe, wie sie ja in dem Stück deutlich herausgestellt wird, ist etwas, das dem Islam fremd ist.

     Ebenso wenig entspricht Nathan einem wirklichen Juden, der in seiner Religion gegründet ist. Es wird angenommen, dass Moses Mendelssohn Lessing als Vorbild gegolten hat.[72] Aber auch hier entspricht die Figur im Stück keineswegs dem wirklichen Moses Mendelssohn, der immerhin fest in seinem Judentum verankert war, bis dahin, dass er auch die Speisegesetze einhielt und deshalb etwa am Berliner Montagsclub nicht teilnahm. Andererseits war Mendelssohn auch wieder kein typischer Jude in sofern, als er leugnete, dass es sich beim Judentum um eine durch Wort und Schrift offenbarte Religion handele. Der Ewige tue sich in der Schöpfung kund, war Mendelssohns Auffassung. Er sah sie als mosaische Gesetzesreligion, in der durch Einhaltung der Gesetze der Mensch die ewige Rettung erlange. Religion war für ihn eine rein individuelle Sache, in der es keinen Zwang geben dürfe. Innerhalb der Judenheit selbst war und ist Moses Mendelssohn keineswegs unumstritten. Die orthodoxen Juden, vor allem Osteuropas, haben ihn abgelehnt, da er zum Abfall von jüdischer Lehre und Leben verführe; die Zionisten werfen ihm vor, die Assimilation der Juden in Europa gefördert zu haben.[73] Wir haben es also auch bei dem Nathan Lessings nicht mit einem typischen Juden zu tun, nicht einmal wirklich mit Moses Mendelssohn, auch wenn hier mehr vorkommen mag als in der Figur Saladin vom historischen Saladin. Allerdings, und das ist auch ganz wichtig: Lessing lässt völlig außer Acht, wodurch Mendelssohn, der aus einem eher orthodox jüdischen Elternhaus stammte (er sprach von seinem Vater als „einem Mann aus der alten Welt“[74]), zu seiner Einstellung gekommen war, nämlich durch das aufklärerische Umfeld, das wiederum auf dem Hintergrund des christlichen Abendlandes und der westlichen Philosophie (Mendelssohn hatte u.a. John Locke studiert) entstanden war. Feindesliebe, wie sie gerade bei Nathan vorkommen, ist auch dem Judentum nicht wirklich eigen.

    Noch viel weniger haben die christlichen Figuren etwas mit wirklichen Christen zu tun. Der Patriarch und die Schwester Daja werden als abstoßende, fanatische Personen dargestellt, die keinerlei Mitleid, Erbarmen kennen. Der Tempelritter dagegen ist jemand, der nur äußerlich Christ ist, aber den das Wesentliche, der Kern des christlichen Glaubens nicht wirklich interessiert, daher gar kein wahrer Christ ist, weder um die Sündenverdorbenheit aller Menschen noch um das rettende Heil in Christus weiß noch um die uns aufgetragene und nur im Glauben aus Gnaden durch den Christus in uns mögliche Nächsten- und Feindesliebe eben als Frucht des Glaubens. Wir finden also in Lessings „Nathan“ keine Christen, sondern nur Zerrbilder von Personen, die formal als Christen bezeichnet werden, ohne wirklich etwas vom christlichen Glauben zu haben. Dies entsprach aber Lessings Haltung, der behauptete, „dass Juden und Muselmänner damals die einzigen Gelehrten waren“[75], eine völlig irreale, der Geistesgeschichte widersprechende Ansicht.

 

    Was ist denn Lessings Ziel mit dem Stück? Herder und Goethe meinten ja, Lessing gehe es um einen sittlichen Wetteifer der Religionen zur Religions-, Völker- und Menschenduldung.[76] Dann müsste ja, wenn Lessing wirklich das Christentum jemals verstanden hätte (er stammte aus einem pietistischen Elternhaus, seinen Vater hielt er zeitlebens in hohen Ehren), so hätte er wissen müssen, dass die rechte christliche Haltung es ist, durch Wahrheit und Liebe zu überwinden, dabei auch den anderen zu dulden. Außerdem: Wenn es Lessing wirklich um die Duldung, die wahre Toleranz gegangen wäre, dann hätte er das Stück ja völlig anders aufbauen müssen. Dann hätte er Personen als Vertreter der jeweiligen Religion bringen müssen, die wirklich in ihrer Religion gemäß der jeweiligen Schrift verwurzelt sind, ihre Religion in ihrem Wesentlichen, Charakteristischen wirklich ernst nehmen, wie es ja keine der Figuren bei Lessings „Nathan“ macht. Nur so wäre echte Toleranz darstellbar.[77]

    Dann aber, wenn Lessing die Sache wirklich ernst genommen hätte, hätte er sich mit jeder der Religionen und Ihren Lehren ernsthaft beschäftigen müssen – und hätte dann festgestellt, dass zur wahren Toleranz nur der christliche Glaube befähigt: „Das Christentum aber, die Religion der persönlich erschienenen, die Welt sittlich überwindenden ewigen Wahrheit und Liebe, kennt zwar auch nicht jene schlechte und feige Toleranz, die Jeden nach seiner Facon selig werden oder auch nicht selig werden lassen will, eine Toleranz, die auf dem Unglauben an irgendwelche heiligende Wahrheit und auf dem Mangel an jeder herzhaften erbarmenden Liebe beruht und derzufolge freilich Christus sein Kreuz und die Apostel ihre Martyrien sich besser gespart haben würden; wohl aber kennt es die wahre, sittliche Duldung und Schonung, welche auf der allgemeinen und unbedingten Achtung der menschlichen Persönlichkeit beruht. Indem das Christentum in Jedem, auch dem verkommensten Heiden, den von Gott nach seinem Bilde geschaffenen, von Christus mit seinem Blute erlösten Menschen erkennt und achtet, der nur durch den heiligen Geist, den frei wehenden und frei machenden Geist der Wahrheit und Liebe zum beseligenden Glauben geführt werden kann, so muss es jeden physischen oder moralischen Zwang verwerfen, der aus dem Nichtchristen ja doch nur einen Namenschristen, d.h. einen Unchristen, nimmermehr aber einen wahren Christen zu machen vermöchte.“[78]

    Den Personen aber, die Lessing darstellt, also Nathan, Saladin und dem Tempelritter, geht es, wie schon gesagt, gar nicht im Ernst um ihre jeweilige Religion, sondern nur eine allgemeine Religion der Humanität, bei der die Unterschiede der einzelnen Religionen unwesentlich werden – eine Haltung, die weder der historische Saladin, noch ein wirklicher Jude oder Christ jemals einnehmen kann. Für Lessing, und er sieht sich ja in diesem Stück letztlich als „Prediger“, ist der „Kern“ aller drei Religionen derselbe, nur die Rinde sei verschieden, wie er seinen Saladin sagen lässt (der historische Saladin hätte das nie gesagt, da er allerdings seinen sunnitischen Islam ernst nahm). Für Lessing ist „Religion“ letztlich nur „allgemeine Gottesfurcht“ und „Humanität“. Eigentlich geht es Lessing damit auch gar nicht um die Duldung echter Religionen, sondern darum, eine neue, einigende Religion der allgemeinen Gottesfurcht und Humanität als etablieren.[79] Dabei will er recht eigentlich die christliche Liebe ohne Christus, ohne den christlichen Glauben.[80]

    Dass genau dies seine Haltung ist, hat er selbst ausgesagt: „Nathans Gesinnung gegen alle positive Religion ist von jeher die meinige gewesen.“[81] Er steht in Opposition zu aller offenbarten Religion und behauptet, man könne auch ohne sie ein guter Mensch sein. Er hat dabei nie den Unterschied zwischen bürgerlichem Edelmut, bürgerlicher guter Tat und christlicher Nächstenliebe, die nur aus einem veränderten Herzen kommen kann, verstanden. Ja, er hat nicht einmal begriffen, dass die äußere, bürgerliche Barmherzigkeit, Duldung, Schonung, wie sie durchaus vorkommen kann, ihren wahren Hintergrund im Christentum hat, das unsere Kultur über Jahrhunderte prägte. (Alle anderen Religionen kennen sie entweder gar nicht oder nur in sehr eingeschränktem Maße innerhalb der Familie, Sippe, Stamm, eigenen Religion.) Lessings Religion beruht auf menschlicher Anstrengung, ist menschliche Leistung allgemeiner Humanität. Alle geschichtlich gewordene Religion war ihm, wie dem Rationalismus überhaupt, nur unwesentliches Element zur Vermittlung allgemeiner religiöser Wahrheiten.[82]

    (Dabei findet sich allerdings bei den drei Ringen ein Widerspruch in sich: Denn von dem eigentlichen, dem wahren Ring heißt es ja, dass der Stein die Gabe habe, vor Gott angenehm zu machen. Das heißt, hier wird die Kraft, vor Gott angenehm zu sein, letztlich der Gabe Gottes, also der Gnade, zugeschrieben. Für die beiden nachgemachten Ringe gilt genau das ja nicht. Ihre Träger müssen aus eigener Anstrengung es tun.[83])

 

    Es ist ja behauptet worden, so auch Beyschlag (S. 29 ff.), dass der „Nathan“ nicht Lessings wirkliche Haltung zum Christentum darstelle, da er doch in der „Erziehung des Menschengeschlechts“ es wesentlich besser darstelle. Da vergisst man, dass für Lessing, wie schon dargestellt, das „Positive“ an der Religion nur äußeres Element war, nur Unwesentliches, um das „Eigentliche“, worum es ihm ging, allgemeine Humanität und Gottesfurcht, zu transportieren. Gerade das, was Lessing im Zusammenhang mit dem „Nathan“ über seine eigene religiöse Haltung ausgesagt hat, drückt dies aus und zeigt seine wahre Stellung.[84]

 

 

THEOLOGISCHE ANMERKUNGEN

 

Niedergang der christlich geprägten Ethik in den „westlichen“ Ländern: Der Niedergang der christlich geprägten Ethik in den westlichen Ländern ist seit den 1960er Jahren mit aller Deutlichkeit zu beobachten, so etwa in der Freigabe der Pornographie, der Zulassung der Anti-Baby-Pille, die zugleich eine Einladung zur Hurerei darstellt, später in der Freigabe der Abtreibung, die den Anfang der linken (Un-)Kultur des Todes darstellt, dann der öffentlichen nicht nur Toleranz, sondern Akzeptanz der Homosexualität und in der Folge weiterer sexueller Verirrungen, wie sie durch die LGBTQ-Gruppen dargestellt werden. Neueres Ergebnis dieses Niedergangs ist die Euthanasie. Im heidnischen Rom war sie nicht unüblich, die Stoiker proklamierten Selbstmord, aber das biblische Christentum, das den von Gott proklamierten Schutz des Lebens durchsetzte, mit dem Hintergrund, dass Gott allein der HERR über Leben und Tod ist und es den Menschen nur in ganz begrenzten Fällen delegiert hat (Todesstrafe, Krieg, Polizei). In den sogenannten Benelux-Staaten ist sie schon seit längerer Zeit freigegeben und wird immer mehr ausgeweitet, auch die angelsächsischen Staaten erlauben sie immer mehr. In der BRD ist 2015 das Bundesverfassungsgericht auf die linke Ideologie des Todes eingeschwenkt und hat unter der aufklärerischen, antichristlichen Maßgabe eines „Rechtes auf ein selbstbestimmtes Sterben“ das Verbot geschäftsmäßiger Sterbehilfe gekippt. Nun haben drei Abgeordnete, jeweils einer von FDP, SPD und Linken, einen interfraktionellen Gesetzentwurf eingebracht, der die „Hilfe beim Selbstmord“ rechtlich regeln soll. Damit wird sowohl das Recht auf Selbstmord proklamiert wie auch ein Anspruch, dabei von anderen Unterstützung zu bekommen. Das ist eindeutig ein Rückfall ins Heidentum.

Ein weiteres Zeugnis des Niedergangs stellt der Gesetzentwurf dar, den die FDP eingebracht hat, um das Embryonenschutzgesetz zu ändern, nämlich mit dem Ziel, die sogenannte „Eizellspende“ zu legalisieren. Dabei wird als Rechtfertigung behauptet, dass bei ca. 25 % der kinderlosen Paare diese Kinderlosigkeit ungewollt sei, und dass ein bis zwei Prozent der Frauen unter 40 Jahren keine oder nicht genügend Eizellen hätten, um schwanger werden zu können und deshalb momentan ins Ausland wegen einer Eizell„spende“ gehen müssten. Die Soziologin und Politikwissenschaftlerin Susanne Schultz, die am Institut für Soziologie der Goethe-Universität in Frankfurt am Main forscht und lehrt, sagt dazu, dass dieser Vorstoß schon dem medizin-ethischen Grundsatz widerspreche, nicht zu schaden, was aber genau durch diesen Kauf von Eizellen geschehe. Denn diesem Kauf von Eizellen von einer fremden Frau geht eine zweiwöchige Hormonbehandlung derselben voraus, eine Anästhesie und dann ein operativer Eingriff, der ihre Gesundheit in keiner Weise fördere, vielmehr ein schwerer, risikobehafteter Eingriff in ihren Körper und damit auch ihre Gesundheit darstellt. Auch ist eine Hyperstimulation nicht auszuschließen, da es sich zumeist um jüngere Frauen handele, deren Körper stärker darauf reagiere. Sie wies auch darauf hin, dass der Begriff „Spende“ irreführend ist, da es vielmehr um einen reproduktionsmedizinischen Markt geht, der hier bedient, ausgeweitet werden soll (und die FDP als Partei des hemmungslosen Kapitalismus treibt so etwas allerdings gerne voran). (nach: ALfA-newsletter vom 29.01.2021) Damit wird die Frau, wird vor allem ihr Körper mit seinen von Gott geschenkten Funktionen zur Ware degradiert, wird der Mensch für die Interessen anderer rücksichtslos ausgebeutet. Und dies ist umso schlimmer, weil es vor allem Frauen aus prekären Lebenssituationen sein werden, und aus Ländern, die insgesamt eine prekäre Lebenssituation für einen Großteil ihrer Bevölkerung ausweisen, die sich bereitfinden werden, als „Entnahmestelle“ für Eizellen zu dienen. Es ist dies also ein weiterer abscheulicher Ausdruck der Klassenunterschiede in einer von Gott abgefallenen materialistisch bestimmten Welt.

Wie hat die Gemeinde Christi sich zu dieser Entwicklung zu stellen? Nur darum, weil der Staat vor dem Zeitgeist kapituliert, weil die Masse der Menschen den Weg zurück ins Heidentum eingeschlagen hat, kann und darf die Gemeinde des HERRN diesen Weg nicht mitgehen. Gerade wie es in der Zeit der frühen Kirche im Römerreich der Fall war, muss auch heute wieder die Gemeinde Jesu Christi einen alternativen Lebensstil, ein Kontrastprogramm zu der gottlosen, materialistischen Welt darstellen und der linken Ideologie des Todes eine Kultur des Lebens und des Schutzes der Würde des von Gott erschaffenen Menschen entgegensetzen. Das kann und darf nicht damit enden, sich für das Recht auf Leben und gegen Abtreibung und Euthanasie einzusetzen, es muss auch darum gehen, solchen, die schwanger geworden sind, auch wenn sie es ungewollt wurden, zu helfen, sie zu unterstützen, ihnen beizustehen, das Kind auszutragen, unter Umständen auch mit der Maßgabe, dass es dann zur Adoption freigegeben wird. Die Gemeinde Christi sollte sich daher für eine Erleichterung der Adoption einsetzen und außerdem ihre Familien anregen, sich als Pflegefamilien für die vielen Kinder und Jugendlichen anzubieten, die, aus welchen Gründen auch immer, nicht in ihren Familien sein können. Weiter ist es wichtig, dass die Gemeinde Christi die Hospizarbeit unterstützt und selbst anbietet, um ältere Menschen, gerade solche, die krank sind, vielleicht auch unheilbar krank sind, in würdevoller Weise zu begleiten und ihnen auch die Rettungsbotschaft zu bringen. Es sollte auch eine Neubelebung des Diakonissen- oder Diakoninnenwesens diskutiert werden (das aber nur aus einer geistlichen Erneuerung her möglich ist, wie ja das einstige Diakonissenwesen eine Frucht der Erweckung war). Wir müssen als Christen aber ebenso verkünden, dass es kein Recht gibt auf ein schmerzfreies, ein leidfreies Leben, dass vielmehr in der gefallenen Welt Leiden, Krankheit, Schmerzen dazugehören, wir allerdings Hilfe, Unterstützung und Linderung anbieten sollten. Ebenso müssen wir verkünden, dass Kinder eine Gabe Gottes sind – aber es andererseits keinen Anspruch auf ein Kind gibt und Kinderlosigkeit, so traurig sie auch ist, auch zur gefallenen Welt gehört. Hier ist auf die Möglichkeit der Adoption und der Pflegeelternschaft hinzuweisen. Die Gemeinde Jesu Christi muss sich auch fragen, warum es so gut wie keine christlichen Kinderdörfer vergleichbar den SOS-Kinderdörfern gibt, während doch noch im frühen 19. Jahrhundert es Christen waren, die in erster Linie Waisenhäuser, Orte für die Aufnahme von Kindern gegründet haben.

 

 

ZEICHEN DER ZEIT

 

Lebensrecht:

Polnisches Verfassungsgericht schützt Lebensrecht behinderter Kinder im Mutterleib: Das polnische Verfassungsgericht hat in einem wegweisenden Urteil die Abtreibung möglicherweise behinderter Kinder untersagt und damit der Euthanasie einen wichtigen Riegel vorgeschoben. Leider sind nicht wenige Kreise des polnischen Volkes bereits vom mörderischen westlichen Ungeist infiziert, die er für ein „Recht“ hält, möglicherweise behinderte Kinder abzutreiben und damit Behinderten faktisch das Lebensrecht abspricht. Daher ist es in Polen nach dem Urteil zu größeren Demonstrationen gekommen, weshalb die Regierung zunächst zögert, das Urteil umzusetzen, vor allem es zu veröffentlichen, womit es Rechtskraft bekäme. Dass die Darstellung in den linksgerichteten offiziellen westlichen Medien negativ über das Urteil ist, kann nicht verwundern. (Inzwischen ist das Urteil in ein Gesetz übertragen und dieses in der KW 4/2021 im Gesetzblatt veröffentlicht worden und damit in Kraft.)

Niederlande will nun Euthanasie für alle: Der niederländische Gesundheitsminister Hugo de Jonge hat angekündigt, dass die letzte „Lücke“ im Altersbereich für Euthanasie geschlossen werden soll: Auch 1-12jährige sollen durch Euthanasie ermordet werden können. Bisher war es so, dass Babys und alle über 12jährigen mit dieser Begründung umgebracht werden können. Die übliche Argumentation ist, dass man auch bei dieser Gruppe den Ärzten die Möglichkeit geben wolle, das Leiden zu verkürzen. (nach: Email Eduard Pröls vom 06.12.2020) Das, was 2001 begonnen wurde mit dem verharmlosenden Satz, solche „unerträglichen“ Leiden zu beenden, bei denen es keine Aussicht auf Besserung gäbe, hat nun zur Freigabe des Mordes an allen Lebenden mit irgendwelchen fadenscheinigen Gründen geführt. Zuvor, das darf auch nicht vergessen werden, war ja schon der Massenmord an den Kindern im Mutterleib erlaubt worden – ohne dass darum irgendwelche politischen und weitergehenden Konsequenzen von irgendeiner Seite gegen solche Staaten erwogen wurde. Wie anders war das noch, als mit der französischen Revolution und die Ermordung des Königs und der Königin der Dammbruch, der Umsturz der geistlichen, geistigen und weltanschaulichen Ordnungen, Werte, Maßstäbe, auf denen das christlich geprägte Europa beruhte, deutlich wurde: Die europäischen Mächte, herausgefordert durch Frankreich, griffen ein, um diesem Ungeist entgegen zu treten. Heute, da die „westlich“ geprägten Staaten tatsächlich weithin durch den Neomarxismus verseucht sind, greift niemand gegen Abtreibung und Euthanasie ein, obwohl der grauenvolle Massenmord, der da geschieht, bereits zig Millionen Tote gefordert hat. Das zeigt den Niedergang dessen, was einst vom Christentum geprägt war.

Aktive Sterbehilfe in Spanien: Die Linksregierung in Spanien hat in einem „Expressverfahren“ (so die römisch-katholischen Bischöfe) ihr Gesetz durchs Parlament gepeitscht, in dem mit 198 gegen 138 Stimmen die aktive Sterbehilfe erlaubt wird. Christliche Kreise haben sich entschieden dagegen ausgesprochen und den Ausbau der Pallativmedizin gefordert. (nach: https://www.idea.de/spektrum/spanien-christen-kritisieren-neues-sterbehilfe-gesetz) Einmal mehr wird deutlich, dass die linke Ideologie eine mörderische Ideologie, eine Ideologie des Todes ist.

Governor von Massachusetts legt Veto gegen radikales Abtreibungsgesetz ein: Der Pro-Abtreibungs-Governor von Massachusetts, Charlie Baker, Republikaner, hat sein Veto gegen ein von beiden Häusern des Staates gebilligtes Gesetz eingelegt, das Abtreibung bis zur Geburt aus praktisch jeglichem Grund vorsah und es minderjährigen Mädchen erlaubt hätte, ohne Zustimmung ihrer Eltern abzutreiben. Baker wandte sich vor allem dagegen und gegen die Spätabtreibungen. Umfragen zeigen, dass die Mehrheit der Amerikaner Spätabtreibungen und Abtreibungen bei Minderjährigen ohne Zustimmung der Eltern ablehnt. (nach: https://www.lifenews.com/2020/12/26/massachusetts-gov-charlie-baker-vetoes-bill-legalizing-abortions-up-to-birth/) Leider hat nach dem Repräsentantenhaus auch der Senat in Massachusetts das Veto des Governors überstimmt. (nach: https://www.lifenews.com/2020/12/29/massachusetts-legislature-passes-bill-legalizing-killing-babies-in-abortions-up-to-birth/)  Das neue Gesetz ist ein weiteres Zeichen für die mörderische Ideologie der US-Demokraten.

Missouri erster Staat ohne Abtreibungseinrichtungen: Aufgrund der strengen Pro-Leben-Gesetze im US-Bundesstaat Missouri hat nun auch die letzte Tötungsfabrik von Planned Parenthood in St. Louis schon seit einigen Monaten mit Abtreibungen aufgehört. Allerdings nicht aus besserer Einsicht, sondern nur um der strengen Gesetze willen. Denn im benachbarten Illinois sind sie kräftig weiter am morden. Aber Missouri zeigt, dass es geht, Abtreibung kann unterbunden werden. (nach: https://www.lifenews.com/2021/01/11/missouri-is-the-first-abortion-free-state-after-last-abortion-center-stops-killing-babies/ )

Neuer US-Präsident will weltweiten Kindesmord vorantreiben: Der neue US-Präsident Joe Biden hat bei der UN durch Anthony Fauci bereits kurz nach seinem Amtsantritt erklären lassen, dass er die Pro-Life-Politik von seinem Vorgänger Donald Trump rückgängig machen wird und wieder dazu übergehen, wie die früheren Präsidenten der sogenannten „Demokraten“, den bestialischen Massenmord an Kindern im Mutterleib in den USA und weltweit durch Steuergelder voranzutreiben. Unter ihm sind die USA nach seinem Regierungsantritt auch sogleich der UN-Abtreibungsorganisation WHO („Weltgesundheitsorgansiation“) wieder beigetreten. Da Biden Kindesmord im Mutterleib als „wesentliche medizinische Maßnahme“ ansieht, will er auch durchsetzen, dass die Krankenversicherung für das Verbrechen aufkommt. Seine linksextreme Vizepräsidentin Harris, die in California Undercover-Journalisten verfolgt hat, die den Handel mit Teilen abgetriebener Babys aufdeckten, will ja die Abtreibungsregelungen durch ein Bundesgesetz zementieren, um so die Bundesstaaten zu hindern, eigene Pro-Life-Gesetze zu erlassen. (nach: https://www.lifenews.com/2021/01/21/fauci-confirms-joe-biden-will-make-americans-fund-planned-parenthoods-global-abortion-agenda/) Allein in den USA hat das in den letzten über 50 Jahren ca. 62 Millionen Kindern das Leben gekostet. Die neue Politik zeigt wieder einmal, dass linke Ideologie eine Ideologie des Todes ist und die Freiheit der Menschen massiv einschränkt.

Nicht von ungefähr hat Biden zu dem Schandurteil des Supreme Court in Roe vs. Vade sich offen bekannt und auch klar ausgesagt, dass er die Ermordung von Babys im Mutterleib unter allen Umständen landesweit vorantreiben will. Dass in den letzten vier Jahren das Leben massiv geschützt wurde, war für Biden „extrem“, die Möglichkeit der „Wahl“ zwischen Leben oder Mord sei „extremem Angriff“ ausgesetzt gewesen. (nach: https://www.lifenews.com/2021/01/22/joe-biden-celebrates-roe-vs-wade-decision-that-has-killed-62-million-babies-in-abortions/) Es bleibt abzuwarten, was das für die USA bedeuten wird, denn Kansas z.B. hat gerade einen Zusatz zu seiner Verfassung angenommen, in dem es heißt, dass es kein Recht auf Abtreibung gibt; auch Arkansas und Iowa haben ähnliche Gesetze verabschiedet.

Seine extrem linke Linie hat Biden auch dadurch unterstrichen, dass er mit Samantha Power jemanden zur Leiterin Entwicklungshilfeorganisation USAID ernannt hat, die besonders die Interessen der LGBTQ-Gruppen und die Abtreibung international durchsetzen will, wie sie das besonders im Blick auf Homosexuelle, schon unter Obama machte. (nach: https://www.lifenews.com/2021/01/22/joe-bidens-usaid-nominee-samantha-power-is-a-radical-abortion-activist/) Damit wird einmal mehr deutlich: Internationalistische Politik, gleichgültig, ob kapitalistisch oder marxistisch geprägt, ist immer imperialistisch und unterdrückt die Freiheit der Völker.

Honduras bestätigt Lebensrecht der Babys im Mutterleib: Gegen allen internationalen Druck hat der honduranische Kongress mit 88 gegen 28 Stimmen das Lebensrecht der Kinder im Mutterleib, das auch in der honduranischen Verfassung geschützt ist, bekräftigt. Abtreibung soll damit dauerhaft in Honduras verboten sein. (nach: https://www.lifenews.com/2021/01/22/honduras-congress-passes-bill-to-make-abortion-ban-permanent-every-human-has-the-right-to-life/)

 

Religionsfreiheit, politisch-ideologische Tendenzen, Schulen:

BBC und andere britische Einrichtungen schwenken auf kulturmarxistischen Kurs ein: Das Britische Museum, die Britische (National-)Bibliothek und der National Trust meinen, unter dem Eindruck teilweise gewalttätiger Aktionen der pro-kommunistischen Black-Lifes-Matter-Bewegung, ihren Bestand kritisch untersuchen zu müssen. Der mit Zwangsgebühren finanzierte Sender BBC erklärte, dass zum Ende der „Last Night of the Proms“ (Abschlussabend der Promenadenkonzerte) patriotische Lieder wie „Rule Britannia“ und „Land of Hope and Glory“ nicht mehr gespielt werden. Nach Protesten dagegen ruderte der Sender etwas zurück und sagte, es werde zwar die Melodie gespielt, aber nicht der Text gesungen. Auf Initiative des Schauspielers Laurence Fox ist es gelungen, „Land of Hope and Glory“ in die Spitze der iTunes-Hitliste zu bringen. Das konservative New Culture Forum fordert nun von der Regierung, Gebührenschuldner wie angekündigt zu entkriminalisieren und in einem weiteren Schritt die Zwangsgebühren abzuschaffen, da BBC nicht mehr die Wertvorstellungen und Haltung der Mehrheit der Briten widerspiegelt. (nach: https://www.achgut.com/artikel/auch_in_england_wird_es_enger_fuer_die_oeffentlich_rechtlichen_volkspaedago)

Auf dem Weg in einen anderen Staat? Die Corona-Maßnahmen der BRD-Regierung (und in anderen Ländern sieht es sehr ähnlich aus) geben zu erheblichen Bedenken Anlass: Da sind zum einen die erheblichen Einschränkungen der Grundrechte, noch dazu ohne Parlament; dann die damit verbundenen zeitweiligen Berufsverbote für gesamte Branchen, die zum Ruin vieler (Klein-)Firmen führen werden; die Tendenz zu einer immer stärkeren Überwachung immer weiterer Teile der Gesellschaft und des privaten Lebens (biometrische Gesichtserkennung, digitale Immunitätsnachweise, Kontaktverfolgung, digitale Identitäen). Das alles tendiert genau in die vom Weltwirtschaftsforum angestrebten „Neuen Globalisierung“ oder dem „Great Reset“, wozu Frau Merkel sich bereits 2019 in Davos bekannte, als sie erklärte, ein vollständiger Umbau der Gesellschaft sei nötig. Dazu gehört unter anderem eine faktische Ausschaltung des Mittelstandes, eine Verstärkung der wirtschaftlichen Konzentration, eine Aushebelung der Nationalstaaten, eine weitere Machtzentralisierung bei EU („Wirtschafts- und Finanzunion“) und darüber hinaus. Die Macht der (Digital- und Finanz-)Konzerne wächst dadurch, während die der Bürger und der nationalen Parlamente immer mehr abnimmt. Eine totale Kontrolle wird möglich (wie sie jetzt schon in Rot-China praktiziert wird). Der Einfluss des Finanzsektors nimmt durch die hohe Staatsverschuldung noch mehr zu – und gerade dieser Kreis will die Entnationalisierung, Konzentration bei EU und IWF sowie die Bargeldabschaffung. Schon heute hat dieser Sektor ungeheure Macht, besetzt (über Frau Lagarde) die Spitze der Europäischen Zentralbank und will (durch Friedrich Merz, ehemaliger BlackRock-Manager) auch einen der Kanzlerkandidaten in der BRD stellen. Auch die Gefahr weiterer neoliberaler Privatisierungsbestrebungen ist gegeben. Es besteht die Gefahr, dass eine „Rückkehr zur ‚Normalität‘“ mit digitaler Überwachung erkauft wird. Man bedenke, dass Microsoft und die Rockefeller-Stiftung seit Jahren unter „ID2020“ die Sammlung der biometrischen Daten der Weltbevölkerung verfolgt (wozu wohl?), wozu dann auch die angestrebten digitalen Immunitätsnachweise dienen könnten.

    Dazu kommt die bewusste und gewollte Desinformation durch die Medien, wie etwa über angebliche Corona-Massengräber in den USA, wobei es sich wohl tatsächlich eher über die von Obdachlosen handeln dürfte, die seit Jahren in solchen Gräbern beigesetzt werden, und die 2016 aufgenommen wurden; oder die Sargtransporte durchs Militär in der Region Bergamo, was aber ein einmaliger Transport von 60 Särgen war, da 70% der Bestattungsunternehmen wegen Quarantäne ihre Arbeit einstellen mussten. Kritik an den Impfstoffen wird z.B. von youtube gelöscht, da nur noch die Ansichten von WHO und RKI gelten lässt. (nach: Sebastian Friebel: Wie soll es weitergehen?)

Gesundheitsministerium will Meinungshoheit im Internet: Der BRD-Gesundheitsminister Spahn strebt eine Zusammenarbeit mit google an, um dadurch bei Gesundheitsfragen die Meinungshoheit zu bekommen, oder, anders ausgedrückt, kritische Ansichten, die nicht mit den Maßnahmen der Merkel-Regierung übereinstimmen, vor allem im Zusammenhang mit Corona, sollen entweder gelöscht oder so weit hinten platziert werden, dass sie kaum jemand findet. Der Verband Deutscher Zeitungsverleger (VDZ) hat bereits dagegen protestiert, weil er darin eine Einschränkung der Pressefreiheit sieht. (nach: Email Meinungsfreiheit für Bürger vom 21.11.2020)

Dies reiht sich ein in die extrem tendenziöse Berichterstattung etwa über die Demonstrationen von Kritikern der Corona-Politik der Regierung. Während die offiziellen Medien immer wieder versuchen, die Demonstranten als Extremisten oder zumindest Mitläufer von Extremisten hinzustellen und ihnen gewalttätige Eskalation von Demonstrationen vorwerfen, geben immer wieder Journalisten, wie etwa im Blick auf die Demonstration in Leipzig vom 14.11.2020, an, dass der schwarze Block von der Polizei zur Demonstration eskortiert wurde und dass just am Ort, als er dann gewalttätig wurde, bereits ZDF-Reporter anwesend waren. Journalisten, die Osteuropa-Erfahrung haben, sehen immer stärker Parallelen zu Abläufen bei Demonstrationen etwa in Weißrussland oder Russland. (siehe auch infos bei reitschuster.de)

Einwanderung als Staatsziel: Die BRD-Grünen haben auf ihrem virtuellen Parteitag am 21.-22.11.2020 unter anderem beschlossen, dass sie dafür eintreten, dass Einwanderung „Staatsziel“ werden soll. Sie wollen, dass möglichst niemand abgeschoben wird, dafür aber möglichst schnell die BRD-Staatsbürgerschaft erhält. (nach: https://www.welt.de/politik/deutschland/plus221070928/Migrationspolitik-Gruene-fuer-Staatsziel-Einwanderungsgesellschaft.html) Das zeigt einmal mehr das wahre Gesicht der Grünen: antideutsch seit ihrer Gründung, immer darauf aus, das deutsche Volk, die deutsche Kultur „aufzumischen“, die deutsche Nation auszulöschen durch einen Multikulti-Staat. Es geht ihnen gar nicht um Assimilierung der sogenannten „Migranten“, sondern vielmehr, dass sie anders bleiben, damit das deutsche Element in der BRD immer schwächer wird.

Weiter zur totalen Überwachung? Die EU-Regierungschefs sind bestrebt, die Verschlüsselung der Messengerdienste wie Signal oder Whatsapp zu verbieten, damit Polizei und Geheimdienste die Bürger noch besser ausspionieren können. (Email Meinungsfreiheit jetzt vom 05.12.2020). Der Weg geht also zu einem ähnlichen Ziel, wie es das totalitäre Regime in Rot-China mehr und mehr erreichen will: Die völlige Überwachung der Bürger in jedem Bereich.

California muss Gottesdienste in Räumen zulassen: Der linke Gouverneur in California hatte ja im Zusammenhang mit der Corona-Krise auch Gottesdienste verboten, während etwa etliche Vergnügungsstätten weiter aufhaben durften. Die Gemeinde von John MacArthur (Grace Community Church) hatte ja daraufhin, nachdem sie längere Zeit den Anweisungen gefolgt war, schließlich beschlossen, dass dies nicht länger hinnehmbar ist und dies auch in einem offenen Brief angezeigt, woraufhin ihr das Abschalten von Wasser und Elektrizität angedroht wurde. Inzwischen hat nun der Supreme Court entschieden, dass Gottesdienste in Räumen in California wieder zugelassen werden müssen. (nach: https://www.lifenews.com/2020/12/03/supreme-court-strikes-down-gavin-newsoms-lockdown-ban-on-church-worship-services/) Leider hatten ja auch in der BRD etliche Teile der Evangelikalen entsetzt auf die Entscheidung der Gemeinde reagiert, wahrscheinlich, weil man sich gar nicht die Mühe gemacht hat, die Hintergründe und die gesamte Situation in California vor Augen zu führen.

Rechtsstaatsmechanismus als Instrument zur Unterwerfung: Vor allem gegen Polen und Ungarn versucht die EU unter Zuhilfenahme des sogenannten „Rechtsstaatsmechanismus“ Druck auszuüben, damit sie ihre Souveränität immer mehr zugunsten der EU einschränken. Es geht dabei unter anderem um sogenannte Justizreformen und andere Bestimmungen, etwa im Blick auf Ehe und Abtreibung, die der EU nicht passen, weil sie nicht in ihr linkes Weltbild passen. Dabei muss man wissen, dass in anderen Staaten die Justiz auch nicht politikfrei ist. In der BRD etwa werden die Richter des Bundesverfassungsgerichts von den Parteien vorgeschlagen und eingesetzt. Die Staatsanwälte sind in der BRD an Weisungen der Politik gebunden, was die EU auch schon gerügt hat, ohne dass die BRD etwas geändert hätte – und ohne dass es zu einem Rechtsstaatsverfahren gekommen wäre. (Dass manche der Maßnahmen in Polen und Ungarn in einem freiheitlichen Land so nicht hätten eingeführt werden sollen, ist eine andere Sache; aber das ist die souveräne Entscheidung der demokratisch gewählten Regierunen.) (nach Email CitizenGo vom 09.12.2020)

Soziale Medien schränken Meinungsfreiheit weiter ein: Die regierungstreue Zensur in den sozialen Medien, wie Facebook, Twitter, youtube, geht weiter und wird immer umfassender. Immer wieder werden Artikel, die nicht der offiziellen Richtung entsprechen, gelöscht, wie jetzt etwa auch von Prof. Bhakdi (mit dessen Ansichten ich nicht übereinstimme). Twitter hat auch angekündigt, das, was sie als „fake news“ einstufen im Blick auf Corona und den Impfstoff zu löschen. (nach: Beatrix von Storch, Bericht aus dem Bundestag, 18.12.2020) Die Einstufung, was „fake news“ oder was „Hassrede“ ist, ist oft sehr willkürlich. (Natürlich gibt es Videos zu den Impfstoffen, die den wissenschaftlichen Fakten klar widersprechen und daher gelöscht werden können und auch sollten, wie diejenigen von Dr. Carrie Madej.)

Auf dem Weg in den Totalitarismus? Der Sturm auf das Capitol in Washington war völlig undiskutabel, da gibt es keinerlei Zweifel dran. Und dass gegen diejenigen, die daran teilgenommen haben, besonders diejenigen, die Gewalt angewendet haben, hart vorgegangen wird, sollte eigentlich selbstverständlich sein. Diesen Vorfall aber benutzen nun die großen Digitalkonzerne Amazon, Facebook, Twitter, Apple und Google, die ja allesamt John Biden im Wahlkampf unterstützt hat, um eine gesamte politische Richtung digital auszuschalten (über 30 konservative Gruppen sind betroffen) (vgl.: https://www.lifenews.com/2021/01/11/30-conservative-groups-blast-amazon-google-facebook-and-apple-for-censoring-conservatives/). Auch viele Pro-Life-Gruppen wurden bei Twitter abgeschaltet (insgesamt über 70.000 Konten!), ebenfalls das des libertären ehemaligen Präsidentschaftskandidaten Ron Paul. Selbst Elon Musk geht es jetzt zu weit. Er hat offen gesagt, dass diese Tech-Konzerne die Meinungsfreiheit bedrohen. (nach: Freie Welt vom 15.01.2021) Dabei ist z.B. überhaupt nicht nachweisbar, dass Donald Trump die Demonstranten zur Gewalt aufgestachelt hat, es ist sogar sehr unwahrscheinlich; es hat seitdem immer wieder zum Frieden gemahnt. Aber hier wird ein Rundumschlag versucht, der parallel läuft zu dem Amtsenthebungsverfahren, das die linken „Demokraten“, allen voran die Abtreibungspropagandistin Nancy Pelosi, gegen einen nur noch wenige Tage amtierenden Präsidenten anstrengen. Nicht, weil es wirkliche Gründe dafür gäbe, sondern wohl doch eher aus Hass und Rachegedanken, weil er 2016 Hillary Clinton besiegt hat. All das lässt nichts Gutes ahnen für die nächsten Jahre. Trump hatte sich mit Händen und Füßen dagegen gewehrt, die durch die Pandemie und die Floyd-Unruhen aufgebrochenen Krisen zu einer autoritäreren Herrschaft zu nutzen. Bei Biden und Harris ist wohl solch eine Zurückhaltung nicht zu erwarten.

    Und in der BRD? Das Vorgehen der Polizei ist immer öfter von einer Rücksichtslosigkeit und Brutalität gekennzeichnet, gegen friedliche Demonstranten wie auch gegen Bürger, die spazieren gehen und, teilweise aus gesundheitlichen Gründen, keine Maske tragen. Eine kritische Diskussion über die Impfstoffe findet in der offiziellen Öffentlichkeit nicht statt. Dagegen erheben sich Stimmen, (Hr. Söder), die einen Impfzwang für bestimmte Berufsgruppen fordern und ansonsten die Bevölkerung durch Gesinnungsterror (Impfen als „Bürgerpflicht“) bearbeiten wollen. Und gleichzeitig sind die Firmen als neue Sündenböcke ausgemacht, wenn sie ihre Mitarbeiter nicht ins Homeoffice schicken. Sie wären schuld, dass die Zahlen nicht runter gingen. Dass im April eine völlig andere Situation herrschte, nämlich die Erkältungssaison zu Ende war, es wärmer wurde, daran denkt niemand, zumindest wird es offiziell verschwiegen. Und dass die Situation in den Krankenhäusern und Krematorien 2018/19 bei der Grippeepidemie nicht anders war, vielleicht sogar noch schlimmer, wird auch ausgeblendet. Dafür aber überlegt man schon, Firmen zwangsweise zu schließen. Die Grundrechte, die man doch angeblich schützen will, werden seit bald einem Jahr ausgehebelt und nur noch Manövriermasse. Und Davos steuert den „Great Reset“ an, wie es ganz offiziell als Thema für die Tagung dieses Jahres gilt.

Biden will Blick auf US-Geschichte verdunkeln: Der von Donald Trump eingesetzten 1776-Kommission, die auf der Grundlage historischer Tatsachen darlegen sollte, was die Grundlagen der USA aufgrund ihrer Unabhängigkeitserklärung, Verfassung und Bill of Rights sind – auch unter Berücksichtigung der Defizite, die immer noch blieben – sind als einem der ersten Regierungsmaßnahmen Bidens die finanziellen Mittel entzogen worden. Es ging darum, dass die heranwachsenden Amerikaner die Grundlagen, die Herkunft ihres Landes besser verstehen sollten. Daran aber haben die sogenannten „Demokraten“ als ausgewiesene Linke in der Tradition der 68er, für die alle Geschichte falsch gelaufen und böse ist, kein Interesse. Sie wollen die Menschen durch Rasse, Ethnie, sexuelle Orientierung, Gender (sogenanntes „soziales Geschlecht“) definieren, was, so Michael Gonzales, zu einer Fragmentierung der Gesellschaft führen wird. (nach: https://www.lifenews.com/2021/01/21/joe-biden-deletes-president-trumps-1776-project-because-his-leftist-agenda-is-anti-american/) Welche Gefahr damit aufzieht, hatte Trump dargelegt, als er die Kommission ins Leben rief: Dass an die Stelle vom Recht auf Leben, Freiheit und Glückseligkeit autoritäre Systeme treten werden, also Unfreiheit, noch mehr Zentralismus. Genau diesen Weg haben Biden und Harris betreten. Immerhin hat die Kommission am 19. Januar 2021, in den USA Dr. Martin Luther King Jr. Day, ihren Bericht noch vorlegen können, der dann in den linken Medien, wie CNN und New York Times, heftig kritisiert wurde, ohne dass sie konkrete Belege für ihre Behauptungen gebracht hätten oder bringen könnten. Michael Gonzales, der Mitglied der Kommission war, zeigte deutlich auf, was der Hintergrund der linken Kritik ist: Sie verleugnen absolute und transzendente Wahrheit und meinen, durch die Änderung der Geschichte auf die Zukunft verändern zu können. (nach: https://www.dailysignal.com/2021/01/19/presidents-1776-commissions-report-defending-nations-history-draws-leftist-fire/)

Massive Einschränkung der Religionsfreiheit durch neue Corona-Maßnahmen in BRD: Dass die Abstandsregeln und die Maskenpflicht eingehalten werden müssen, sollte für Christen eigentlich selbstverständlich sein; wenn Verstöße geahndet werden, sollte sich niemand wundern. Dass aber nun gottesdienstliche Versammlungen mit mehr als zehn Teilnehmer gemeldet werden müssen, wenn nicht „eine generelle Absprache“ mit den Behörden besteht, ist ein massiver Angriff auf das Recht auf Religionsfreiheit und das Versammlungsrecht und zeigt totalitäre Tendenzen. Das Schlimme dabei: Dieser freiheitsfeindliche Eingriff in die Grundrechte wurde aufgrund von Druck seitens der von Schrift und Bekenntnis abgefallenen Großkirchen EKD und Römisch-Katholische Kirche vorgenommen. (nach: https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/kirche/2021/01/21/auflagen-fuer-gottesdienste-verschaerft-freikirchen-im-visier-der-politiker/) So wird es auch in Zukunft laufen: Christenverfolgung wird gerade auch von diesen Sekten vorangetrieben werden.

RTL verändert Aussagen in Interviews, wenn sie nicht der offiziellen Linie entsprechen: RTL hat aus einem Interview mit Bestattern diejenigen Passagen herausgeschnitten, in denen diese sich kritisch zu der Art und Weise geäußert haben, wie die Corona-Totenzahlen zustande kommen, etwa dass Tote in Heimen faktisch grundsätzlich als Corona-Tote gelten, auch wenn sie überhaupt nicht infiziert waren. Bestatter hatten auch angemerkt, dass es kaum noch andere Todesarten gebe, was schon sehr auffällig sei. Auch das wurde herausgeschnitten. (nach:  https://www.compact-online.de/rtl-schneidet-interview-saetze-wo-bestatter-der-corona-propaganda-widerspricht/) Das ist die Zensur in der heutigen BRD.

Ein ähnlich gravierender Eingriff in die Unverletzlichkeit der Person und die Meinungsfreiheit liegt vor in Schleswig-Holstein, wo sieben Pflegerinnen entlassen wurden, weil sie sich zunächst nicht impfen lassen wollten, sondern abwarten, wie sich das mit dem Impfstoff und den Nebenwirkungen entwickelt. (nach:  https://www.nordkurier.de/politik-und-wirtschaft/pflegedienst-kuendigung-wegen-impf-ungehorsams-2042133501.html

Politische Indoktrination in Schulen: Wie auf der Seite des Bayerischen Rundfunks entfaltet wird, gibt es inzwischen Lehrunterlagen, um sogenannte „Verschwörungstheorien“ bzw. „Verschwörungstheoretiker“ zu entlarven. (nach: https://www.br.de/sogehtmedien/stimmt-das/wilde-theorien/unterrichtsmaterial-un-wahrheiten-wilde-theorien-stundenablauf-100.html) Tatsächlich ist das politische Indoktrination, da damit suggeriert wird, dass diejenigen, die nicht regimekonforme Ansichten vertreten, „Verschwörungstheoretiker“ seien. Andersdenkende werden dadurch diffamiert und ausgegrenzt. Ursachen und Hintergründe von Ereignissen sollen nicht mehr hinterfragt werden, sondern es soll nur noch das akzeptiert werden, was regierungsoffiziell verlautbart wird. Das ist der Weg in den Totalitarismus.

Biden will Genderideologie international durchsetzen: Der linke US-Präsident Joe Biden, der besondere Unterstützung während des Wahlkampfes durch die LGBTQ-Gruppen erfuhr, hat in einer Anweisung angeordnet, dass die USA und ihre Botschaften weltweit sich für die „Rechte“ der LGBTQ-Gruppen einsetzen und sich gegen die christlichen (und sonstigen) Kreise stellen sollen, die dieser widernatürlichen, unwissenschaftlichen und antichristlichen Ideologie entgegen stehen. Es ist gut möglich, dass sich daraus eine schwarze Liste ergibt, die Vertreter solcher Kreise daran hindern soll, die USA zu betreten. (nach: https://c-fam.org/friday_fax/biden-funds-program-to-block-foreign-religious-leaders-who-oppose-lgbt/) Bereits unter Obama waren die USA zu einem Stoßtrupp des Linksextremismus und Antichristentums geworden; Biden wird das noch verschärfen. Der weltweite Kultur- und Geisteskampf wird härter werden. Aber wir Christen wissen, dass Gott im Regiment sitzt. Wir sind Fremdlinge in dieser Welt, unsere wahre Heimat ist weder die BRD, noch die USA oder Frankreich oder Russland oder China, sondern Christi Gemeinde und der Himmel, in dem wir ewiges Bürgerrecht haben. Noch alle Staaten, die sich gegen Gott und seine Ordnung gestellt haben, sind schließlich dahingefallen, so wird es am Ende auch mit den USA, China, Russland, den westlichen, buddhistischen, hinduistischen und islamischen Ländern sein, so wird es auch mit der letzten antichristlichen Weltmacht sein, die noch eine Kulmination all dessen sein wird, was wir gerade erleben. Auch sie wird, in Nu, stürzen, wenn Christus wiederkommt und sein ewiges Reich mit neuem Himmel und neuer Erde errichtet.

Linker Gesinnungsterror in den USA: In den „neuen“ USA der Biden-Linksregierung wird immer deutlicher, was linke Regierung bedeutet: Nachdem die sozialen Medien tausenden von Konservativen und Lebensrechtlern ihre Konten gelöscht haben, ist jetzt die Schauspielerin Gina Carrano von Disney Plus entlassen worden, weil sie in sozialen Medien sich kritisch zu dem linken Gesinnungsterror, der linken Diffamierung politisch Andersdenkender geäußert hatte. So etwas sei „entsetzlich und unannehmbar“ wurde von Lucasfilm und UTA behauptet. Carrano hatte sich zuvor schon kritisch zu linksextremen Organisationen wie Black Lifes Matter geäußert. Gleichzeitig erstellt Disney aber in Rot-China den Film /
Mulan“ und fragt nicht nach dem Völkermord, der politischen, ethnischen und religiösen Verfolgung in diesem Land. (nach:
https://www.lifenews.com/2021/02/11/gina-carano-fired-for-being-conservative-but-disney-filmed-mulan-in-china-where-it-commits-genocide/) Hier wird einmal mehr deutlich, worauf der Westen zusteuert, allen voran die USA: auf eine linke Despotie.

 

Islam und islamische Welt:

Islamwissenschaftler: Islamistischer Terror hat Wurzeln im Islam: Der Islamwissenschaftler Carsten Polanz hat der Behauptung, die immer wieder geäußert wird, widersprochen, dass der islamistische Terror nichts mit dem Islam zu tun habe. (nach: https://www.idea.de/spektrum/wissenschaftler-islamistischer-terror-hat-seine-wurzeln-im-islam) Herr Polanz hat damit erfreulich klar ausgedrückt, was auch viele ehemalige Moslems, wie etwa Mark Gabriel, dargelegt haben: Der Terror ist ein Ergebnis dessen, was in Koran und Scharia steht.

Christ in Pakistan freigesprochen: Der 2010 zu lebenslanger Haft wegen angeblicher Verbrennung von Koranseiten und einem arabischen Lehrbuch verurteilte Christ Imran Masih ist vom Obersten Gericht in Lahore freigesprochen worden. Er hatte 2009 seinen Buchladen ausgefegt und Blätter und verschiedene Bücher verbrannt. Darunter war auch ein arabisches Buch, über das er seinen muslimischen Nachbarn befragte, der ihm sagte, er solle es verbrennen, was er dann auch machte. Dann aber hatte dieser Nachbar das schon angebrannte Buch aus dem Feuer gezogen und Masih angezeigt, wohl weil er das Gebäude und Gelände für sich haben wollte. Das Blasphemiegesetz in Pakistan, das für die Beleidigung Mohammeds die Todesstrafe und Beleidigung des Koran lebenslange Haft vorsieht, wird immer wieder benutzt, um religiösen Hass, persönliche Feindschaft, Rachsucht, Habgier und Neid auszuleben. (nach: https://www.idea.de/spektrum/pakistan-zu-lebenslanger-haft-verurteilter-christ-freigesprochen)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 



[1] vgl. George Henry Gerberding: The Way of Salvation in the Lutheran Church. Philadelphia: Lutheran Publication Society. 1887. Chap. XXIII

[2] vgl. ebd.

[3] vgl. ebd.

[4] vgl. ebd.

[5] vgl. dazu auch: ebd.

[6] Wilhelm Horning: Friedrich Theodor Horning. 3. Aufl. Würzburg: A. Stuber. 1884. S. 216

[7] vgl. Gerberding, a.a.O., Chap. XI

[8] vgl. Gerberding, a.a.O., Chap. XXIII

[9] Ich beziehe mich da etwa auf die Entwicklung der lutherischen Missouri-Synode, die 1838 gegründet wurde und etwa 100 Jahre später bereits die Anfänge geistlichen Niedergangs erlebte, der sich dann noch verschlimmerte und erst um 1972 etwas abgefangen werden konnte, ohne dass je die einstige geistliche und lehrmäßige Höhe bisher wieder erreicht worden wäre. Ich denke ebenso an den erwähnten Réveil Luthérien, der in den 1840er Jahren begann und schon um 1910 mit den Vorgängen in Schillersdorf bedenkliche Zeichen des Niedergangs zeigte, wiewohl der Missionsverein noch bis in den zweiten Weltkrieg aktiv war, um danach rapide an geistlicher Kraft zu verlieren und heute nur noch ein Schatten dessen ist, was er einst war. Luther ist auch davon ausgegangen, dass spätestens mit der dritten Generation der Niedergang kommt. Ganz ähnlich sehen wir das ja bei Israel, nachdem Josua und die Ältesten, die zu seiner Zeit lebten, gestorben waren (Ri.2,10). Auch in den sieben Sendschreiben lesen wir nur von zwei Gemeinden, dass sie in der rechten Treue blieben, während fünf auf Abwegen waren, schon nach wenigen Jahrzehnten.

[10] vgl. Roland Sckerl: Die Heilsordnung bei Bo Giertz. Durmersheim 2005. S. 5; vgl. auch: Bo Giertz: Fundamente einer lebendigen Kirche. Bielefeld, Gießen, Basel 1995. S. 96 f.

[11] vgl. Sckerl, a.a.O., S. 6-7; Giertz, a.a.O., S. 98-100

[12] vgl. Sckerl, a.a.O., S. 7 f.; Giertz, a.a.O., S. 100 f.

[13] vgl. Carl Olof Rosenius: Wegweiser zum Frieden. Neuhausen-Stuttgart: Hänssler-Verl. o.J. S. 88 f.

[14] vgl. Giertz, a.a.O., S. 104 f.

[15] vgl. ebd. S. 106

[16] vgl. Gerberding, a.a.O., Chap. XXVII

[17] vgl. ebd.

[18] vgl. Donald Ehlers: Evangelistic Preaching in the Missouri Synod. St. Louis 1976. Master of Sacred Theology Thesis. 350. https://scholar.csl.edu/stm/350. S. 36-38

[19] vgl. ebd. S. 38 f.

[20] vgl. ebd. S. 40 f.

[21] vgl. ebd. S. 41 ff.

[22] vgl.  Roland Sckerl: Pastor Emil Wacker. Durmersheim 2006. S. 17

[23] vgl. Gerberding, a.a.O.

[24] vgl. Sckerl, a.a.O., S. 8

[25] vgl. ebd. S. 16

[26] Horning, a.a.O., S. 91

[27] ebd.

[28] vgl. ebd. S. 93

[29] ebd. S. 94

[30] vgl. Heinrich Kemner: Da kann ich nur staunen. 2. Aufl. Wuppertal: R. Brockhaus Verl. 1984. S. 51-53

[31] vgl. Theodor Harms: Lebensbeschreibung des Pastor Louis Harms. Unveränd. Nachdr. der 8. Aufl. von 1911. Hermannsburg: Missionshandlung. 1978. S. 88

[32] Témoignage. Paris 1832; in: Horning, a.a.O., S. 95

[33] vgl. Horning, a.a.O., s. 95.96.100

[34] vgl. ebd. S. 102.105-106

[35] vgl. ebd. S. 107

[36] vgl. ebd. S. 108-110

[37] vgl. Harms, a.a.O., S. 89. 92

[38] vgl. Horning, a.a.O., S. 114

[39] vgl. ebd. S. 115

[40] vgl. ebd. S. 116

[41] vgl. ebd. S. 117

[42] vgl. ebd. S. 118

[43] vgl. ebd. S. 211

[44] Harms, a.a.O., S. 94 f.

[45] Horning, a.a.O., S. 131

[46] vgl. ebd. S. 134. 151 f.

[47] vgl. ebd. S. 137 f.

[48] vgl. ebd. S. 141

[49] vgl. ebd. S. 153. Es erlebte die letzte, völlig erneuerte, erweiterte Auflage 1936 und wurde in der lutherischen Freikirche im Elsass noch bis in die 1980er Jahre verwendet, als dann das SELK-Gesangbuch eingeführt wurde. Der mit Immanuel-Gemeinde in Steeden verbundene Kreis in Woerth hat es noch bis in die Anfangsjahre des 21. Jahrhunderts verwendet. Da ging man dann völlig zur französischen Sprache über.

[50] vgl. Hugald Grafe: Die volkstümliche Predigt des Ludwig Harms. 2., durchges. Aufl. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht. 1974. S. 188

[51] vgl. ebd. S. 194

[52] vgl. ebd. S. 167.170.174 f. 177.178 f.

[53] vgl. ebd. S. 181 f.

[54] vgl. ebd. S. 197 f. 200.202

[55] vgl. ebd. S. 188. Sie hat später dann auch, in Verbindung mit der zusätzlich gegründeten Gesellschaft für Bauten, die Protestgemeinden unterstützt, die sich an vielen Orten im Elsass bildeten, und dafür gesorgt, dass sie sich eigene Versammlungshäuser bauen konnten. Formal besteht die Gesellschaft heute noch, ist aber nur noch ein Schatten dessen, was sie einst war. Während die Gründer noch unverrückt für das lutherische Bekenntnis eintraten, hat die Gesellschaft sich 2006 in keiner Weise gerührt, als die Èglise de la Confession d’Augsburg en Alsace-Lorraine (ECAAL) mit den Reformierten sich unter der Bezeichnung EPCAAL zur „Union des Églises protestantes d’Alsace et de Lorraine“ zusammenschloss und damit die seit der Reformation bestehende lutherische (Landes-)Kirche im Elsass auslöschte.

[56] vgl. Harms, a.a.O., S. 96 ff.

[57] entnommen aus: Emil Wacker: Die Heilsordnung. 2., verb. Aufl. Gütersloh: C. Bertelsmann. 1905

[58] Wacker fasst in dieser These das gesamte Werk des Heiligen Geistes zusammen: a) Das Werk der Zueignung der Versöhnung, Vergebung der Sünden, des ewigen Lebens durch Wort und Sakrament, b) den dadurch bewirkten Glauben, der normalerweise bewusster Glaube ist (aber in bestimmten Grenzfällen, etwa wenn ein Mensch stark vom Gesetz bestimmt war und so bewusst die Wirkungen des Evangeliums an sich noch gar nicht wahrnimmt), und sich das, was durch Wort und Sakrament zugeeignet ist, für sich persönlich aneignet.

[59] Wenn Wacker hier von einem „Anfang der Bekehrung“ spricht, so meint er nicht, dass die Bekehrung ein sich über längere Zeit hinziehender Vorgang sei, sondern dass der Bekehrung, die in einem Moment geschieht, vieles vorausläuft, was ihr vorarbeitet.

[60] Hier packt Wacker zu viel hinein. Dieser Bruch mit der Sünde ist unbedingt notwendig, kann aber vor der Bekehrung noch nicht vollzogen werden, da der noch nicht bekehrte Sünder dazu nicht in der Lage ist. Er muss aber unmittelbar nach der Bekehrung als Frucht des Glaubens folgen, als bewusste und völlige Abkehr von den alten Götzen.

[61] Damit ist nicht gesagt, dass überhaupt keine Frucht zu sehen ist, sondern dass das, was gewirkt wird, eher aus dem Gesetz als aus dem Evangelium kommt.

[62] Wacker hat diesen Punkt nur als Unterpunkt der Heiligung. Der hier wiedergegebene Text lehnt sich an David Hollaz‘ Ausführungen zur mystischen Vereinigung an.

[63] vgl. Daniel von Wachter: Die Aufklärung existiert nicht. Erschienen im „Jahrbuch des Denkens. Bd. 1. 2017. Verl. Bautz. Anm. d. Hrsg. http://creativecommons.org/licenses/by/3.0/de/. Oder: http://www.von-wachter.de/papers/Wachter- Aufklaerung1-2014.pdf.  ., S. 19-20

[64] vgl. ebd. S. 21

[65] vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/Puritanismus

[66] vgl. Willibald Beyschlag: Lessings Nathan der Weise und das positive Christentum. Berlin: Ludwig Rauh. 1863. S. 6

[67] Gottfried Ephraim Lessing: Zu Nathan dem Weisen. In: Lessing’s Werke. Hrsg. von Richard Gosche. 3., verb. Aufl. Bd. 7. Berlin: G. Grote’sche Verlagsbuchhdlg. 1884. S. 545

[68] vgl. Beyschlag, a.a.O., S. 12 f.

[69] vgl. ebd. S. 7

[70] vgl. ebd. S. 18

[71] vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/Saladin

[72] vgl. Beyschlag, a.a.O., S. 19

[73] vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/Moses_Mendelssohn

[74] vgl. Britta L. Behm: Moses Mendelssohn und die Transformation der jüdischen Erziehung in Berlin. Münster: Waxmann. 2002. S. 83; in: wikipedia, a.a.O.

[75] vgl. Lessing, a.a.O., S. 545

[76] vgl. Beyschlag, a.a.O., S. 9

[77] vgl. ebd. S. 10

[78] ebd. S. 11 f.

[79] vgl. ebd. S. 14

[80] vgl. ebd. S. 24

[81] Lessing, a.a.O., S. 544 (Betonungen im Original)

[82] vgl. Beyschlag, a.a.O., S. 29

[83] vgl. ebd. S. 22

[84] Und Beyschlag selbst zitiert dies auch, S. 29, und widerspricht damit seinen eigenen weiteren Ausführungen, die wahrscheinlich eher auf der Haltung des Bildungsbürgertums des 19. Jahrhunderts und des damit verbundenen Kulturprotestantismus beruhen, die meinten, Christliches, Antike und deutsche Klassik vereinen zu müssen.