Beständig in der Apostel Lehre und in der Gemeinschaft und im Brotbrechen und im Gebet! Apg. 2,42

DER BEKENNTNIS-LUTHERANER

 

Lutherisches Blatt für Bibelchristentum.

Mit Zustimmung der Lutherischen Kirchen der Reformation (Lutheran Churches of the Reformation, LCR) herausgegeben von Roland Sckerl,  Leopoldstr. 1, D-76448 Durmersheim; Tel.:07245/83062; Fax: 07245/913886

e-mail: Sckerl@web.de

 

11. Jahrgang 2004                                  Heft 2/2004

 

 

 

 

 

Vorwort

 

Dieses Jahr begeht die evangelisch-lutherische Kirche den 475. Geburtstag der beiden Katechismen, des Kleinen und des Großen, die uns der uns von Gott geschenkte Kirchenreformator Martin Luther hinterlassen hat als die Grundbücher zum Lernen der biblischen Lehre, für den Unterricht und für das Zeugnis des biblischen Evangeliums von unserem Heiland und Herrn Jesus Christus.

Die Bedeutung, die der Katechismus über viele Jahrhunderte für die Christenheit hatte, auch für die missionarische Arbeit, ist leider in den letzten Jahrzehnten zurückgegangen, da die Lehrunterweisung sehr nachgelassen hat. Möge Gott schenken, dass dieses Jubiläumsjahr dazu dient, dass die Bedeutung der Katechismen neu erkannt wird und sich die Gemeinden bewusst und intensiv ihnen wieder zuwendet für die Unterweisung, das Lehrgespräch in den Gemeinden, eventuell auch für Katechismuspredigten, die noch im 19. und frühen 20. Jahrhundert in bibel- und bekenntnistreuen lutherischen Gemeinden durchaus üblich waren.

Es ist sehr erfreulich, dass es doch auch etliche gute Erklärungskatechismen gibt, also den Kleinen Katechismus mit tiefergehenden Fragen und weitergehenden Erklärungen und Beweisstellen aus der Bibel. Erinnert sei insbesondere an den von der Evangelisch-Lutherischen Freikirche herausgegebenen, an denjenigen von Michael Walther, der neu aufgelegt wurde, und an den seit etlichen Jahren, wenn auch leicht verändert, herausgegebenen von P. Schwan.

Der nachfolgende Aufsatz, der ursprünglich eine Arbeit im Kurs über die Bekenntnisschriften war, will unter der Frage, warum es wichtig und wertvoll ist, den Katechismus auswendig zu lernen, zu dem Kleinen Katechismus und seinen Schätzen hinführen.

 

 

 

WARUM IST ES SO WICHTIG, DEN KLEINEN KATECHISMUS WÖRTLICH AUSWENDIG ZU LERNEN?

 

Von

Roland Sckerl

 

  Seit den Tagen Luthers, seit er 1529 den Kleinen Katechismus herausgegeben hat, ist er von Generation zu Generation in lutherischen, teilweise sogar auch in unionistischen, Gemeinden von Kindern und Erwachsenen gelernt worden, ausgenommen die Zeit der Finsternis, die man paradoxerweise "Aufklärung" nannte, als der Mensch meinte, er hätte genug Licht und bedürfe keiner Erleuchtung von Gott.

  Unsere heutige Zeit ist diesem finsteren Zeitalter schon wieder sehr ähnlich geworden. In den sich lutherisch nennenden Landeskirchen ist es keineswegs mehr allgemein üblich, daß der Katechismus Gegenstand des Konfirmandenunterrichts ist; und wie Verfasser dieses von Verwandten von in den letzten Jahren Konfirmierten gehört hat, gibt es viele Konfirmanden, die nicht einmal mehr die zehn Gebote gelernt haben. In evangelikalen Kreisen ist der Katechismus verpönt, da man sich dort für besonders bibeltreu hält, wenn man anstatt seiner nur biblische Geschichte treibt (und gar nicht ahnt, wie nahe man dabei der rationalistischen Herbart-Ziller'schen Pädagogik ist).

  Aber selbst innerhalb dem Bekenntnisluthertum nahestehenden Gemeindebünden, wie der Missouri-Synode, ist es keineswegs mehr selbstverständlich, daß der Kleine Katechismus gelernt wird. Ein Pastor, der neu in eine Gemeinde berufen war, mußte feststellen, daß von fünfundzwanzig Mitgliedern seiner Bibelstunde nur zwei (!) mit dem Kleinen Katechismus unterwiesen worden waren [1].

  Warum aber soll es denn so gut sein, sich diesem Trend der Zeit mit aller Vehemenz entgegenzustemmen und darauf zu bestehen, daß der Kleine Katechismus wahrhaft auswendig gelernt und ausführlich behandelt wird?

 

 

 

I. Was bringt das Auswendiglernen?

 

  Es ist heute keineswegs mehr so üblich, daß es Kindern in der Schule "zugemutet" wird, etwas auswendig zu lernen. Verfasser dieses hat zwar selbst (in den 60er Jahren) noch Kirchenlieder und den Schulkatechismus, im Deutschunterricht einige wenige Gedichte auswendig gelernt, aber verglichen mit dem Pensum seiner Eltern in den 20er und 30er Jahren oder gar dem der Großeltern in den 80er und 90er Jahren des vergangenen Jahrhunderts - da wurden nicht nur der Katechismus, sondern auch große Teile des Psalters und andere Bibelstücke gelernt - war dies schon entsetzlich wenig.

  Aber danach kam in den 70er Jahren dieses Jahrhunderts eine Zeit, in der es schon fast als Kindesmißhandlung galt, einem Schüler etwas zum Auswendiglernen aufzugeben, und ein Lehrer einen Aufstand der Eltern provozieren konnte, wenn er es dennoch versuchte. Nun, das hat sich auch wieder etwas gelegt.

  Aber: was bringt es denn grundsätzlich, das Auswendiglernen? Es bringt für die Entwicklung des Kindes sehr viel. Zezschwitz hebt dazu bei Comenius hervor: "Verstand und Urteil folgen nach ihm erst auf die Gedächtnispflege, und was er dieser vorangestellt wissen will, ist vielmehr nur die Ausbildung "der Sinne". Bei dem religiösen Unterricht aber insbesondere trägt er kein Bedenken, aus jener Stufenfolge der Kräfte gradezu den Grundsatz abzuleiten: "Mögen die Kinder anfangs immerhin nicht verstehen, was sie tun; das Verständnis findet sich späterhin." Daher bezeichnet er nicht nur das Vater-Unser, sondern auch den Glauben als einen entsprechenden Lernstoff für Kinder von sechs Jahren." [2]. Es ist also etwas wahrhaft Gutes, das Gedächtnis der Kinder zu trainieren, selbst wenn sie noch nicht gleich "verstehen" (wobei doch oft fälschlicherweise nur an das reflektierende Verstehen der Erwachsenen gedacht wird), was sie lernen: denn sie haben so einen Hort, an dem sich Verstand und Urteil allmählich bilden. "Das Gedächtnis bekommt grade bei wachsender Selbständigkeit mehr nur die einseitige Bedeutung des Bewahrortes gesammelter Erkenntnisschätze, der geistigen Vorratskammer für die geistige Selbsttätigkeit. Damit schon macht sich das Recht pädagogischer Praxis geltend, daß die Ansammlung dieser Schätze einer früheren Periode zuzuweisen ist, weil mit der zunehmenden Vorliebe und Neigung für Produktivität eine natürliche Abneigung und Unfähigkeit zu rein gedächtnismäßiger Aufnahme Hand in Hand gehen." [3] Hier ersehen wir schon, worauf später nochmals eingegangen werden soll, wie wichtig es ist, dem Kinde frühzeitig den Katechismus zu lehren, und wenn es noch nicht lesen kann, so durch Vorsprechen. Denn: kann es denn Köstlicheres geben, womit das Gedächtnis, womit damit also auch das Gemüt, die Seele, das Denken und also das Leben des heranwachsenden Kindes geprägt werden kann als eben Gottes Wort? (Und was ist der Kleine Katechismus doch anderes als die Heilige Schrift in kürzestmöglicher Form?!) Gerade hier entscheidet sich viel für das spätere Leben, wenn natürlich auch Gott durch viele Irrwege, so ein Kind und später Erwachsener geht, den Menschen auch ohne solches wieder zum Ziel führen kann. Aber wie viel Umwege, wie viel Tränen, wie viel Not kostet das.

  Es ist im 18. und 19. Jahrhundert viel gegen das frühzeitige Auswendiglernen des Katechismus opponiert worden, mit der Behauptung, das Kind dürfe nur das auswendig lernen, was es auch verstehe. Damit haben aber diese Neuerer das Verfahren gerade auf den Kopf gestellt. Nicht zu Unrecht hatte der Straßburger Theologe Johann Schmidt darauf hingewiesen, daß der auswendig gelernte und wirklich eingeprägte Katechismus gerade die Voraussetzung ist, daß er später Stück für Stück tiefergehend erklärt, entfaltet werden kann, denn den Kindern ist er dann vertraut; das Material, mit dem gearbeitet wird, ist allseits bekannt [4]. Und es ist ja nicht so, daß da totes Material im Gedächtnis liegt. Nein, es ist Gottes Heiliges Wort selbst, bei dem der Heilige Geist wirkend gegenwärtig ist. Gottes Geist prägt die Kinder, ihre Seele, ihr Leben durch dieses sein Wort mehr und mehr und entfaltet in ihnen das Verständnis durch Ereignisse in ihrem Leben. Wenn ein Kind seinen Katechismus kann und sein Freund will ihn zum Stehlen verleiten, so wiß es: nein, das darf ich nicht, das ist gegen Gottes Gebot. Und tut es dies dennoch, so wird es brennen im Gewissen und unruhig bleiben und Vater und Mutter werden's bemerken und das Kind wird erst Frieden im Herzen wieder kriegen, wenn es das offengelegt und Vergebung darüber erlangt hat. O, ein Kind wächst sehr schnell in den ganzen Katechismus, Gebote, Glauben, Vaterunser und die Gnadenmittel sowie die Anhänge hinein und begreift wohl den Unterschied zwischen Sünde gegen Gottes Gebot und Verstoß gegen eine menschliche Hausordnung [5].

 

 

II. Warum soll gerade Luthers Kleiner Katechismus auswendig
gelernt werden?

 

1. Der Kleine Katechismus enthält den Kern der christlichen Lehre

 

  Es sind im Laufe der Jahrhunderte mancherlei christliche Bücher entstanden, die die Bibellehre wiedergeben. Auch sind vor und nach Luther unzählige Katechismen erschienen, auch innerhalb der lutherischen Kirche, mit und ohne Erklärungen. Was ist nun aber das Besondere an Luthers Kleinem Katechismus, daß zu allen Zeiten die Kirche - und von ihren Theologen oft auch solche, die ihn zunächst ersetzen wollten [6]- immer wieder auf das Enchiridion der Reformation zurückgriff?

  Da ist zunächst sein Inhalt. Luther hat nicht irgendetwas in sein Lehrbüchlein aufgenommen, hat nicht hie und da aus der Bibel etwas herausgegriffen, nein, er hat gerade das Wesentliche zusammengestellt [7]. Wer den Kleinen Katechismus liest und versteht, der hat die Bibel in ihrem Grundgehalt, in ihrem Kern verstanden. So kurz dieses Enchiridion auch ist, so schnell man es lesen kann, wenn es nur oberflächlich geschieht, wenn man recht aufmerkt, recht betrachtet, was da alles darinnen ist, so stellt man fest - und gerade das ist das Großartige: auf diesen wenigen Seiten ist wahrhaft die christliche Lehre in ihren wesentlichen Stücken vollständig dargelegt. Wer also den Kleinen Katechismus Luthers lernt, der hat wirklich eine gute Kenntnis der christlichen Lehre [8]. Und sollte nicht gerade dies das Ziel verantwortungsbewußter christlicher Eltern sein, daß sie ihren Kindern das für ihr Leben vor allem andern mitgeben: den Schatz der reinen, unverkürzten Gotteslehre in Gesetz und Evangelium, den Schatz, aus dem ihre Kinder ein ganzes Leben lang schöpfen können und der doch nicht geringer wird, ja, in dem sie im Laufe der Jahre den Glanz der Edelsteine immer besser entdecken? Und ist nicht gerade das die Aufgabe der Kirchen, allen ihnen von Gott anvertrauten Kindern, die Christus ebenfalls mit seinem Blut erworben und gewonnen hat, Apg. 20,28, diese Kenntnis und Erkenntnis zu vermitteln, von der sie zehren können ihr ganzes Leben lang und immer neu dadurch gekräftigt werden?!

  Denn: betrachten wir doch den Inhalt. Nehmen wir nur die ersten drei Hauptstücke, die zehn Gebote, den Glauben, das Vaterunser. Da haben wir, wie es Luther selbst immer wieder betonte, wahrhaft das Gotteswort in Konzentration: wir haben Gottes Gesetz, das uns den Willen des heiligen Gottes im Himmel aufzeigt und so uns überführt, daß wir es nicht gehalten, daß wir gänzlich vor Gott versagt haben und verloren sind, das Gesetz, das uns also verdammt. Wir haben das Evangelium, das uns verkündigt Jesus Christus, den wahren Gott und wahren Menschen, unseren Herrn, der uns "erlöset hat, erworben und gewonnen von allen Sünden, vom Tode und von der Gewalt des Teufels, nicht mit Gold oder Silber, sondern mit seinem heiligen, teuren Blut und seinem unschuldigen Leiden und Sterben", das uns also die Vergebung der Sünden, das ewige Leben, zueignet. Und wir haben das Gebet, durch das wir im alltäglichen Leben bestehen können und sollen  und das uns die Schätze des Evangeliums immer wieder schenkt und bewahrt wider die Anläufe des Teufels. Damit hat ein Mensch ja wahrhaft, was er braucht zur Seligkeit. Und diesen Reichtum sollte man den Kindern vorenthalten oder sonst denen, die wahrhaft Christen sein wollen und einer Gemeinde beitreten? Das wäre ja schier so, wenn jemand einem Verhungernden sagte, er solle ruhig leben, aber ihm zugleich jegliche Nahrung verweigerte. Hier haben wir das, was "ein jeglicher Christ zur Not wissen soll, also, daß, wer solches nicht weiß, nicht könnte unter die Christen gezählet und zu keinem Sakrament zugelassen werden" [9]. Mehr benötigt niemand an Erkenntnis, um wahrhaft Christ zu sein, also wiedergeboren zum ewigen Leben durch das Wort Gottes: aber das ist auch das Minimum. Wer das nicht wissen und lernen will, der soll auch wissen: er kann kein Christ sein, denn er verachtet alles, was Gott ihm geben will. So haben sich ja auch unsere Väter bekannt zu dem Kleinen Katechismus Luthers "als zu der Laienbibel, darin alles begriffen, was in heiliger Schrift weitläufig gehandelt und einem Christenmenschen zu seiner Seligkeit zu wissen vonnöten ist" [10]. So hat's Luther selbst gesagt in der Überschrift zur Vorrede über den Großen Katechismus, den wir ja gewiß als die rechte Erklärung seines Kleinen Katechismus ansehen dürfen, daß der Katechismus "der heiligen Schrift eine kurze Summa und Auszug ist", weshalb man ihn"wohl üben und immer treiben" soll [11]. Und das geht auch die Kinder an, denn sie sind geradeso unter der Sünde wie die Erwachsenen, ja, noch mehr geht es sie an, denn sie wachsen auf und die Sünde wird auch immer wacher und greift aus immer neuen Winkeln nach ihnen, sie hinabzuziehen zur Hölle. Wohl dem Kinde, das seinen Katechismus kann und, geübt durch die tägliche Andacht, ihn gebrauchen gelernt hat und erkennt, wo die Sünde lauert, und sich schützt mit dem Vaterunser und eilt zu seinem Herrn Jesus, der es erlöst hat, wie es im zweiten Artikel gelernt und wes es sich tröstet und anbefiehlt, daß er es auch recht als ein Hirte durch seinen heiligen Geist bewahre. Lassen wir uns daher recht von Luther ermahnen: "In welchen drei Stücken fürwahr alles, was in der Schrift stehet und immer gepredigt werden mag, auch alles, was einem Christen not zu wissen, gründlich und überflüssig begriffen ist. Und mit solcher Kürze und Leichte verfasset, daß niemand klagen noch sich entschuldigen kann, es sei zu viel oder zu schwer zu behalten, was ihm not ist zur Seligkeit. Denn drei Dinge sind not einem Menschen zu wissen, daß er selig werden möge. Das erste, daß er wisse, was er tun und lassen soll. Zum andern, wenn er nun siehet, daß er es nicht tun noch lassen kann aus seinen Kräften, daß er wisse, wo er's nehmen, suchen und finden soll, damit er dasselbe tun und lassen möge. Zum dritten, daß er wisse, wie er es suchen und holen soll." [12]

  Und weil wir hier wirklich die Grundlehre unseres christlichen Glaubens, die Fundamente des Glaubens zu unserer Seligkeit haben, darum sollen wir sie nicht nur selber lernen, sondern all denen, die wir zu unterweisen haben oder ihnen sonst nahebringen können, beibringen, ihn zu lernen, damit alle im täglichen Leben als Christen damit umgehen können.

 

 

2. Der Kleine Katechismus ist in Aufbau und Schwergewicht schriftgemäß

 

  Was der Kleine Katechismus uns lehrt, das ist keine Menschenlehre. Luther hat es sich nicht ausgedacht, es auch nicht, um einen Begriff der rationalistischen Pädagogen ("Sokratiker") zu verwenden, aus der "Heilsgeschichte gefolgert", sondern was er in den Katechismus aufgenommen, das hat er der Bibel Gottes, dem Buch des Heiligen Geistes, entnommen [13]. Die Zehn Gebote haben wir so in der Schrift, von Luther am Neuen Testament geprüft; die Glaubensartikel sind herausgezogen aus der heiligen Schrift; das Vaterunser ist das Gebet, das Christus seine Jünger gelehrt hat; Taufe, Absolution und Abendmahl sind dargelegt mit den Worten Gottes; die Anweisungen für die verschiedenen Stände, ein christliches Leben zu führen, sind lauter Schriftworte.

  Dazu ist der gesamte innere Aufbau des Katechismus schon allein von pädagogischen Gesichtspunkten her hervorragend, denn es geht eines aus dem anderen hervor - und das ist so, weil es geistlich recht aufgebaut ist, wie schon vorgestellt: erst das Gesetz, dann das Evangelium, dann, wie wir als Christen im Alltag leben sollen, dann die Gnadenmittel Gottes, aus denen wir täglich neu genährt werden, dann die Gebete und Anweisungen für die besondren Lebensbereiche [14]. So lernt, wer den Katechismus lernt, den rechten schriftgemäßen Glauben [15], nämlich daß er ein Sünder ist, wie es ihm das Gesetz vorhält; daß er sein Heil in Christo hat, daß er dieses Heil zugeeignet bekommt und täglich neu sich dadurch stärken und vergewissern soll durch die Gnadenmittel; er lernt, wie er dann als ein Christ darnach leben soll im Gebet und in seinem Stand. Und, was das wichtigste ist: er steht damit im Zentrum der Bibel, dem Evangelium, der Rechtfertigungslehre; denn das Evangelium beherrscht alles, ist in jedem Hauptstück anzutreffen und dominiert wahrhaft: denn wenn wir erfaßt haben, was es heißt, einen Gott zu haben, so können wir nicht anders, als ihn fürchten, lieben und vertrauen, denn er ist unser Schöpfer, Erhalter, Regierer, Erlöser und Bewahrer, also der, der uns täglich alles Gute zuwendet. Das zweite Hauptstück ist lauter Evangelium; im Vaterunser bitten wir ja zu unserem Vater im Himmel, der sich unser als seiner Kinder annimmt und dann auf die Gnadenmittel uns weist, durch die er uns seine Schätze gibt, daß wir sie auch ja erlangen [16].

  Denn der Katechismus wird nicht müde, das zu betonen, was auch Gottes Wort betont: allein aus Gnaden werden wir selig, erlöst, errettet, haben wir das ewige Leben [17]. Denn wer ist's denn, den Christus erlöst hat: es ist der verlorene, verdammte Sünder, der auch selbst gar nicht das Heil sich holen könnte, sondern der durch den Heiligen Geist berufen, erleuchtet und im rechten Glauben bei Christus erhalten wird; es ist der, der täglich viel sündiget und eitel Strafe verdienet hat und der deshalb nur um Gnade erbitten kann, daß Gott ihm die Bitten gewähre. Die Rechtfertigungslehre ist wahrhaft das Zentrum, um das alles gruppiert ist, um so den Christen recht anzuleiten zu einem Leben aus Glauben, aus der Gnade, oder, noch konkreter gesagt, zu einem Leben aus der Taufe, als Getaufter, in täglicher Buße [18].

  Und Luther hat zu diesem Leben auch Gottes Ordnungen angegeben: er hat die Gebote nicht nur oberflächlich ausgelegt, sondern greift ins Herz, zeigt damit, daß sie allein durch den Glauben, allein durch rechte Gottesfurcht und Gottesliebe gehalten werden, und lehrt so eine rechte christliche Lebensordnung [19], die eben aus der Furcht und Liebe zu Gott, aus der Gnade kommt, wie Röm. 12,1; 2 Kor. 5,14.15; Tit. 2,11-14 darlegen. So führt er bei den Geboten sehr konkret aus, was damit verboten ist (außer, mit Bedacht, beim sechsten) und was dagegen zu tun, daß wir wahrhaft lernen, was Gott im Alltag will [20].

 

 

3. Der Kleine Katechismus ruft den Einzelnen zu Glauben und Bekennen ...

 

  Luther hat die Verkündigung des Evangeliums durch den Katechismus in besonderer Weise durch den Aufbau nach Frage und Antwort und die direkte Anrede des Einzelnen (Du sollst; Ich glaube) unterstützt. Damit wird der Lesende, noch mehr der Lernende bewußt angesprochen, einbezogen, daß er nicht umhin kann: das Wort meint mich ganz persönlich [21]. Denn es geht ja wahrlich nicht bloß um das Auswendiglernen des Katechismus an sich, sondern das letzte, eigentliche Ziel dabei ist ja immer, daß durch das Evangelium der Glaube im Herzen angezündet, entfacht, bewahrt werde. Das kommt am deutlichsten im zweiten Hauptstück und bei den Christlichen Fragestücken zur Vorbereitung auf das Abendmahl zur Geltung: Es kann gar nicht anders sein, als daß die Kirche lehrt, verkündigt mit dem Ziel, daß der Einzelne, der diesen Katechismus lernt und aufsagt, ihn als sein persönliches Glaubensbekenntnis spricht. Und damit ist der Katechismus auch immer wieder Anfrage an den Einzelnen, ob der denn auch wahrhaftig sein Bekenntnis ist, ob die Antworten, die er in den 'Christlichen Fragestücken' gibt, wahrhaft seine Antworten sind. Wer aber nun den Katechismus auswendig gelernt hat, bei dem wird er weiterwirken, Gottes Geist wird mit ihm arbeiten in den Situationen des Lebens, in die dieser Mensch geführt wird, daß er ihn erinnere: an die Gebote, daß Er ihn bewahre vor Sünde oder aber strafe im Gewissen; an den Glauben, daß Er ihn rufe zur Vergebung und zum Heil, zur Erlösung; an das Vaterunser, daß Er ihn treibe ins Gebet und ihm zeige die Verheißungen Gottes; an die Gnadenmittel Taufe, Absolution, Abendmahl, daß Er ihn hinweise auf die Quelle, da sein Durst nach dem wahren Leben, dem ewigen Leben gestillt wird und er genährt wird, zu bestehen im Alltag dieser Zeit.

  Die reformatorische lutherische Kirche hat intensiv mit dem Kleinen Katechismus auch in dieser Hinsicht gearbeitet und ihn nicht nur der Jugend zum Auswendiglernen gegeben, sondern durch Katechismuspredigten breit erklärt, vorallem aber in den Katechismusexamina, die zumindest einmal jährlich in jeder Gemeinde stattfinden mußten, die aber auch zusätzlich bei der Anmeldung zum Heiligen Abendmahl durchgeführt werden konnten, die Glieder zum einen im Blick auf das Wissen geprüft, zum andern sie damit aber auch immer wieder zum Glauben gerufen [22], wie da auch Zezschwitz schreibt: "Die neue Bekenntniskirche constituierte sich damit, der es nicht minder darum zum thun war, Kirche zu sein als die des wahren schriftgemäßen Glaubens, wie ihre Glieder zu erziehen zum Antheil an der Gemeinschaft der Gläubigen als der wahren Kirche im letzten Sinne. Dort, wo wir von dem stofflichen Ausdrucke dieser Gedanken in Luthers Katechismus zu handeln hatten, wurde dies als der leuchtende Charakter der Auslegung der drei Artikel oder "des Glaubens" als Centralstück im Normalbuche nachgewiesen (II, 1, 275). Da ist nichts bloß Lehrbegriff, vielmehr Alles Ausdruck und Bekenntnis des Heilsglaubens, d.h. es ist angeeignete Erkenntnis für persönlichen Besitz und Genuß." [23]

  Im Gegensatz aber zu den Verfälschungen, die der Katechsimus in der Zeit des Pietismus durch die "Heilsordnungen" bekam [24], die subjektivistisch waren, auf Gefühl, Erfahrungen, Erlebnis, "Entscheidung" hindrängten, haben wir im Kleinen Katechismus die objektive Gotteslehre, klar geteilt in Gesetz und Evangelium, so daß der Glaube des Einzelnen sich nicht auf den schwankenden Boden irgendwelcher Erfahrungen gründen muß, sondern fest steht auf dem Fels des ewigen Gotteswortes [25]. So ist der Einzelne zum glauben gerufen bei den zehn Geboten, die er nur erfüllen kann in wahrer Gottesfurcht, Gottesliebe, Vertrauen auf Gott; so will das Apostolicum selbst ja von Herzen gesprochen, bekannt werden, als Bekenntnis der Kirche und des einzelnen Christen; so kann er das Vaterunser nur beten, wenn er wahrhaft beten kann zu Gott als seinem Vater in Christo, dessen liebes Kind er, durch Christum, ist; so empfängt er die Sakramente und die Absolution recht nur im Glauben - und nur aus Glauben kann er auch leben in den Ständen, die in der Haustafel angeführt sind [26] Der Katechismus will also Anleitung zum Glauben sein und zu einem geordneten christlichen Glaubensleben im Alltag.

Zu diesem christlichen Glaubensleben gehört auch das Bekenntnis zu diesem Glauben gegenüber den Menschen dieser Welt. Welch eine Hilfe gibt doch dazu der Katechismus. Wie faßt gerade die Erklärung zum zweiten Glaubensartikel so unnachahmlich den gesamten Schatz unseres christlichen Glaubens, das, was wir an Christum haben, zusammen und ist eine rechte Antwort, wenn du gefragt wirst: Warum bist du ein Christ? Wie streicht doch die Erklärung zum ersten Glaubensartikel so köstlich heraus, was wir an Gott haben, wie so recht er uns ein allmächtiger Vater ist; wie hilft die Erklärung zum dritten Artikel in den Wirren unserer Zeit, da Pfingstler, Charismatiker, Evangelikale auf Erlebnis und Entscheidung drängen, so recht den Grund zu geben , wie Gott uns zu seinem Kind gemacht und kann dies auch unterstreichen durch das vierte und sechste Hauptstück, Taufe und Abendmahl. Wer aber seinen Katechismus nicht auswendig gelernt hat, welche Hilfen, welche Unterstützungen gehen ihm damit verloren!

 

4. ... und stellt ihn zugleich in die Gemeinschaft der Kirche, denn er ist ein Bekenntnis der Kirche

 

  Und wer diesen Katechismus lernt und ihn bekennt als sein persönliches Glaubensbekenntnis, der weiß auch: er steht damit nicht allein. Gott hat den christlichen Glauben nicht als individualistische Angelegenheit geordnet, so sehr auch jeder nur seines Glaubens leben kann und nicht durch eines anderen Glauben selig wird. Aber Gott hat den Menschen, den er bekehrt hat, damit auch zum Glied der weltweiten Gemeinde der Heiligen gemacht und stellt ihn, Apg. 2,47, (wo dies möglich ist) in eine Ortsgemeinde als der Versammlung um Wort und Sakrament.

  Und der Katechismus selbst ist eben nicht nur ein individuelles Glaubensbuch, sondern vielmehr Bekenntnis der Kirche, Teil des Konkordienbuches, der Lutherischen Confessiones. Es ist also nicht nur Ausdruck eines individuellen Glaubens, sondern es ist die objektive Gotteslehre, es ist die Lehre damit der Kirche - und es ist damit das Bekenntnis der Kirche, was mit dem Kleinen Katechismus gelernt wird, womit der Christ dann hineingestellt wird in die Gemeinschaft der lutherischen Bekenntniskirche, mit der er und die mit ihm diese göttliche Lehre und diesen Glauben bekennt. Und es ist der gleiche Glaube, die gleiche Lehre, die dann im Gottesdienst verkündigt und bekannt wird, den er auch im Gesangbuch und den anderen Publikationen der Kirche wiederfindet [27]. Gerade das ist auch das Besondere und Große an Luthers  Katechismus, daß er nicht nur Haus-, sondern auch Kirchen- und Schulbuch ist, daß hier nicht nur der Einzelne die gute Lehre Gottes und seinen christlichen Glauben bezeugt, sondern die Kirche [28]. Das sollte ja erst recht jeden Lutheraner anspornen, nur umso besser mit dem Kleinen Katechismus als Bekenntnis seiner Kirche vertraut zu sein [29].

 

 

5. Der Kleine Katechismus ist auch sprachlich ein Meisterwerk, leicht verständlich und gut einzuprägen

 

  Zu diesen so wichtigen, grundlegenden Aspekten, warum denn gerade der Kleine Katechismus Luthers auswendig gelernt werden sollte, kommt noch hinzu, daß wir, wie auch der Lehrer Johannes Gilhoff bekannte, es bei Luthers Kleinem Katechismus mit einem Meisterwerk der Sprache zu tun haben, das hier die tiefsten Geheimnisse in einfachste Sprache gefaßt sind, so daß auch die einfachen Menschen ihn ohne weiteres verstehen und lernen können [30]. Dazu kommt ja auch die geistlich gute Gliederung in Gesetz, Evangelium, christliches Leben, Stärkung für das christliche Leben, die das Lernen unterstützt, weil damit von einem Punkt zum anderen aufbauend weitergegangen wird [31]. So finden wir auch bei den beiden Sakramentsstücken, Taufe und Abendmahl, die gleiche Struktur mit den gleichen Fragen: Was ist ...; Wo steht das geschrieben; Was nützt ...; Wie kann ... solch große Dinge tun. Auch das hilft außerordentlich beim Einprägen des Katechismus [32]. Es handelt sich bei ihm um ein "wohlgeordnetes System" der Lehre, wie es Katzer ausgedrückt hat - und genau das ist notwendig fürs Lernen [33].

  Nicht nur die Worte an sich sind einfach und verständlich, sondern auch die Grammatik, die verwendet wird. Dazu hat Luther auch noch in einer wahrhaft musischen Sprache mit Wortgruppen und Alliteration (z.B. Wort und Werk) geschrieben, man denke nur an die an sich lange Aufzählung in der Erklärung zum ersten Artikel, die aber in Zweiergruppen gegliedert ist, ähnlich bei der Aufzählung in der Erklärung zur vierten Bitte, die man sich ebenso aufteilen kann. Ein besonderes Kunststück ist die Auslegung des zweiten Glaubensartikels, die ja, von dem Amen abgesehen, nur aus einem Satz besteht, der aber fein gegliedert ist, mit Sprachgruppen, mit Heben und Senken der Stimme und mit Pausen - und gerade so sich besonders leicht einprägt [34].

  Luther hat, das sei noch einmal betont, in jeder Hinsicht den Katechismus mit Bedacht so zusammengestellt, damit schon ein Kind ihn problemlos erlernen kann, und ebenso ein Erwachsener immer noch mit Gewinn aus ihm schöpft.

 

 

III. Wann und in welchem Zusammenhang sollte der Kleine Katechismus gelernt werden?

 

  Damit aber, daß sich viele dazu bekannt hatten, daß der Kleine Katechismus zu lernen ist, ist allerdings noch nicht geklärt, wann und in welchem Rahmen dies denn geschehen sollte. Reu, der sich hier völlig der modernistischen Herbart-Ziller'schen Pädagogik angeschlossen hatte, plädierte in seiner Geschichte des Katechismus dafür, ihn an den Abschluß der Unterweisung, also in den Konfirmandenunterricht, zu legen, während vorher biblische Geschichte dominierend sein sollte, wobei dann einzelne Katechismusstücke daraus "gefolgert" werden könnten [35]. Was aber steckt letztlich hinter dieser pädagogischen Linie, die der des reformatorischen Luthertums, wie auch der mittelalterlichen Kirche, völlig entgegengesetzt ist? Ist das nicht im Grunde die rationalistische Tendenz, dem Kleinkind die Fähigkeit zu geistlicher Erkenntnis abzusprechen? Das hinge dann aber wieder damit zusammen, daß geistliche Erkenntnis gleichgesetzt wird mit verstandesmäßiger Erfassung, reflektierender Einverleibung einer Sache. Genau das aber stimmt ja hinsichtlich des Glaubens nicht. Nicht, daß solches nicht zusätzlich im Laufe der Jahre erfolgen sollte, weshalb der Katechismusunterricht auch keine einmlaige Sache ist, sondern der Katechismus vielmehr während der gesamten Unterrichtszeit bestimmend sein und mit Erklärungen mehr und mehr entfaltet werden sollte. Der Glaube aber ist in seinem Zentrum Vertrauen des Herzens, Röm. 10,8-10, was ja schon ein Säugling kann. Andernfalls wäre ja auch die Kindertaufe zumindest problematisch. (Tatsächlich liegen die Angriffe gegen die Säuglingstaufe und das Kinderkatechumenat auf einer Argumentationsebene.)

  Warum kann und sollte auch kleinen Kindern der Katechismus schon beigebracht werden? Die Gegner behaupten, die Kinder verstünden ihn noch nicht und sie müßten alles, was sie lernen sollten, doch verstehen. Wenn man dann noch die "sokratische Methode", Erkenntnisse aus anderen Erkenntnissen abzuleiten, im Hintergrund hat, die von den Gegnern angewandt wird, so ist allerdings verständlich, daß sie den Katechismus ablehnen müssen, ja, wie auch Reu selbst, überhaupt gegen Lehrunterweisung Weitergabe der biblischen Lehre im Zusammenhang mit dem Katechismus sich wenden. Wie aber hat doch Theodosius Harnack dagegen unterstrichen: "Und zwar halte man streng auf wörtlich genaues Aufsagen der Sprüche, des Katechismus, der Lieder oder Verse, und erkläre dabei nur das Notwendigste. So wird den Kindern der Stoff zwar nur erst unmittelbar gegeben, aber dies ist, wie schon bei anderem Stoffe, namentlich bei dem der Offenbarung schlechterdings notwendig, weil er ganz und gar nicht aus der Schöpfung, darum auch nicht aus dem menschlichen Geiste zu entwickeln und herzuleiten ist. Denn was wir in des Kindes Seele zu legen haben, ist seinem Wesen noch ein absolut Neues, das kein Auge gesehen und kein Ohr gehört hat und das in keines Menschen Herzen gekommen ist (1 Kor. 2,9). So hatte auch Luther seinen Katechismus zunächst zur Memoration hinausgegeben; nur nicht, daß man dabei stehen bleiben solle (vergl. die Vorredung zur deutschen Messe und zum kleinen Katechismus)." [36] Wir haben es hier mit Gottes Lehre zu tun, die allerdings kein Mensch aus sich herausholen kann, sondern die uns verkündigt werden muß, Röm. 10,14-17, weshalb die sokratische Methode an sich schon der Christenlehre entgegen steht. Es ist Gottes Wort stets etwas Neues und kann mit menschlicher Vernunft nicht erfaßt werden, ja, wie Luther es sagt: "Die Vernunft streitet zwar wider den Glauben; je weniger sie aber in den Kindern stark ist, desto mehr glauben sie." [37] " ...  ja, bei den Erwachsenen ist mehr Widersetzlichkeit wider das Wort." [38] Nicht umsonst ruft ja Christus uns Erwachsene auf, uns die Kinder in ihrem Glauben zum Vorbild zu nehmen, Matth. 18,3; Mark. 10,15; Luk. 18,17. Da wäre er bei den Modernisten schön angekommen, die hätten unserem Herrn wohl eine neupädagogische Standpauke zu halten versucht. Wir aber sollen bei Gott und seinem Wort bleiben, denn diese neuen Gelehrten sind "auf einem Haufen nicht so klug als die göttliche Majestät im kleinsten Fingerlein" [39].

  Außerdem ist ja, wie wir schon gesehen, der Katechismus allerdings so einfach geschrieben, daß mit einigen wenigen ergänzenden Erklärungen er auch den Kindern ohne weiteres verständlich ist - und was sie noch nicht verstehen, das wird sich allmählich entfalten. Dazu hilft ihnen auch ihre ganzheitliche Auffassungsgabe, die Gott ihnen nicht von ungefähr gegeben hat. Es ist nicht schwierig für ein Kind, aus den Geboten etwa zu erfassen, was es heißt, einen Gott zu haben, daß Gott heilig ist, daß wir Gottes Willen nicht erfüllen können, und daß Gott auch absolut vertrauens- und liebenswert ist. Das Gewissen der Kinder wird dadurch geprägt, geformt, geschärft - und das ist unbedingt wichtig. Aus dem Glaubensbekenntnis aber wird das Kind schon im ersten Artikel die unendliche Güte und Gnade Gottes erkennen, wodurch die Liebe zu Gott in ihm noch stärker entfacht wird; noch tiefer und gründlicher aber wird es Gottes Liebe, Güte und Gnade am Kreuz begreifen, denn es weiß, was Strafe ist und was es heißt, daß die Strafe abgenommen wurde; so bekommt die Liebe zu Gott ihren rechten Grund in Christus, dem Gekreuzigten, und vertraut ihm. Damit aber haben wir ja nichts anderes als den Kern des Christenglaubens. Und es sollte den dritten Artikel nicht erfassen, daß es alles von Gott geschenkt bekommt, weil es selbst viel zu arm und ganz unvermögend ist, um des bösen Herzens willen, irgendetwas zu bringen; sollte nicht erkennen, was die Kirche ist, wenn es regelmäßig zum Gottesdienst mitgenommen wird; sollte nicht beten können, wenn es dies zu Hause gelernt hat? Und was die Sakramente betrifft, so lernt es dieselben ebenfalls im Gottesdienst kennen. Über das Verständnis der Kinder schreibt Zezschwitz: "Das Kind ist in der glücklichen Lage, so lange man es nicht schon verbildet hat, Kopf und Herz ineinander zu haben." [40] "Selbst abgeschlossen wie ein Heiligtum, schließt der Kindesgeist den Stoff, der ihm nahe gebracht wird, mit dem Glauben an eine unbezweifelbare Autorität, mit der Pietät, die man einer Gabe von höherer Hand beweist, mit sich zusammen, bei sich ein, um in innerlicher Hingegebenheit, Andacht und Beschaulichkeit, befruchtende und fördernde Kraft für sein eigenes Geistesleben daraus zu ziehen." [41] Und hinsichtlich des Gedächtnisses: "Wie wir sagten: Herz und Kopf sind bei dem Kinde an sich ineinander, so würde die Kindesnatur, was nur dem Kopf zugehören könnte, aufzunehmen tatsächlich verweigern, so gut wie es kein Sensorium für das rein Gefühlige, Sentimentale hat. Die hauptsächliche Gedächtnistätigkeit beim Kinde ist daher viel weniger ein Erinnern als, so zu sagen, ein Verinnern, eine Kraft, das Äußere sich innerlich zu machen und es innen festzuhalten, - man weiß mit welch wunderbarer Zähigkeit." [42] "Obgleich erst im entwickelten Geistesleben, der lebendigen Imagination und Reflexion des Geistes gegenüber, mehr einseitig als Kraft der Aufbewahrung unterscheidbar, wird also das Gedächtnis, um dies sein zu können, frühe geübt werden müssen." [43] "Das Gedächtnis ist beim Kinde, mehr als man sonst auch dies sagen muß, zugleich das Gewissen." [44]  Später muß dies dann allerdings alles noch vertieft und auch in der Breite ausgelegt werden, weshalb wir ja die Erklärungen zum Katechismus haben, die Reu und viele andere als "theologisch" bezeichnen [45]. Aber Lehre und Glaube, Dogmatik und Glaube, Theologie und Glaube lassen sich nicht trennen. Es gibt keinen bewußten christlichen Glauben ohne Lehrerkenntnis. Wer, wie Pietismus, Rationalismus und Moderne, dies trennen will, der zerstört tatsächlich den christlichen Glauben und die christliche Kirche und bahnt Unionismus und Synkretismus den Weg. Die Erkenntnis des Laien ist grundsätzlich keine andere als die des Theologen (wenn dessen auch tiefer gehen sollte durch die Kenntnisse der Grundsprachen und Auslegung dunklerer Stellen), denn beide haben dieselbe Erkenntnisquelle, nämlich die Heilige Schrift Gottes.

  Auch sind Lehre und Geschichte nicht, wie das die Herbart-Ziller'sche Pädagogik tun wollen, zu trennen, sondern es ist vielmehr so, daß kein heilsgeschichtliches Ereignis ohne göttliche Lehre verständlich wäre. Das, was das heilsgeschichtliche Ereignis bedeutet, läßt sich nicht aus der menschlichen Vernunft folgern. Und Gott hat sein ganzes Wort zur Lehre gegeben, Röm. 15,4, und die ganze Schrift ist uns zur Seligkeit gegeben, Joh. 20,31; 2 Tim. 3,14-17, und zwar nicht nur den Erwachsenen, sondern auch den Kindern, 2 Tim. 3,14.15, weshalb ja Timotheus sie als Kind schon gekannt hat und geglaubt. Wer also Abstriche an dem macht, was er den Kindern lehren will, der vergreift sich an Gottes Majestät und seinem Befehl [46]. Nun aber ist ja, wie gesagt, der Kleine Katechismus nichts anderes als eben diese Lehre der Heiligen Schrift, aufs Knappste zusammengefaßt - und zwar gerade für die Kinder. Wer ihnen den vorenthält, der enthält ihnen Gottes Schatz für sie vor.

  Dabei gilt es zu bedenken, wie wichtig gerade das erste Jahrsiebent für die Entwicklung ist, also mithin jene Jahre, die die neue Pädagogik vom Katechismusunterricht ausschließen will. Tatsächlich aber sind ja jene Jahre von entscheidender Bedeutung für die Geistes- und Charakterbildung; schon ein drei- bis vierjähriges Kind braucht dringend die elterliche Leitung und Erziehung, damit es nicht den ersten Schritt zu Trotz und Zügellosigkeit macht [47]. Gerade darum benötigt es unbedingt die Unterweisung im Katechismus, damit es in Gottes Ordnung und Gottes Schranken laufen lernt - aus der Liebe zu Gott. Denn weil es Gottes Wort ist, darum können wir auch getrost sein, daß Gottes Geist auch wirkt über alles äußere Verstehen. Und dieses Lernen ist ja, auch das wurde schon erwähnt, umso wichtiger, damit in Haus, Schule und Kirche immer wieder erklärend auf dem Grundstock als einem Bekannten aufgebaut werden kann und der Katechismus so entfaltet wird [48].

  Deshalb sollten die Eltern sich keineswegs scheuen, sondern vielmehr die Pflicht ernstnehmen, so früh wie möglich dem kleinen Kinde den Katechismus beizubringen, was gerade im Zusammenhang mit der Familienandacht durch Vorsagen und gemeinsames Sprechen und Beten möglich ist. In der Nürnberger Kirchenordnung war es vorgesehen, daß die Hauptstücke ohne Erklärung von den kleinen Kindern bis zu fünf Jahren auswendig gelernt wurden, die Erklärungen dann für die bis zu acht Jahren, während mit den Älteren die Lektionen des Kinderlehrbüchleins durchgegangen wurden [49]. Das ist durchaus eine gute Anleitung.

 

 

 

IV. Wie soll der Katechismus gelehrt und gelernt werden?

 

1. Was ist das Ziel?

 

  Das letzte Ziel, das mit dem Lernen des Katechismus verfolgt wird, liegt, um dies nochmals zu betonen, ja nicht im bloßen äußerlichen Aufsagenkönnen des Bekenntnisses, sondern vielmehr im bewußten, persönlichen Verständnis desselben, wozu das Auswendiglernen eine Hilfe, ein Dienst ist: es geht also um das geistliche Leben, das durch den Katechismus und die auf ihm aufbauenden Erklärungen gebaut und gestärkt werden soll. Und die Erklärungen, einschließlich der Katechismuspredigten, sollten ja aufbauen können auf dem erlernten Katechismus als dem Fundament [50].

2. Wie sollte beim Lernen vorgegangen werden?

 

  Luther selbst hat in den Prolegomena zum Großen Katechismus beschrieben, wie beim Lernen des Katechismus zweckmäßig vorzugehen wäre: "Das [Gebote, Glauben, Vaterunser, Anm. d. Verf.] sind die nötigsten Stücke, die man zum ersten lernen muß, von Wort zu Wort erzählen und soll die Kinder dazu gewöhnen, täglich, wenn sie des Morgens aufstehen, zu Tische gehen und sich des Abends schlafen legen, daß sie es müssen aufsagen, und ihnen nicht zu essen noch zu trinken geben, sie hättens denn gesagt." [51] Und im Kleinen Katechismus: "... lehre sie für das allererst diese Stück, nämlich die Zehn Gebote, Glauben, Vaterunser etc. nach dem Text hin von Wort zu Wort, daß sie es auch so nachsagen können und auswendig lernen." [52] Zuerst sind also die elementaren Kernstücke zu lernen, ohne die Erklärungen, was ohne weiteres bereits einem Kind von vier bis fünf Jahren zugemutet werden kann, wenn man sie ihm Abschnitt für Abschnitt vorsagt und kurze Worterklärungen und einige Ermahnungen dazu gibt. Es ist, wie Luther hervorgehoben hat, darauf zu achten, daß der Katechismus wirklich Wort für Wort gelernt wird: " ... und dem Volk Wort für Wort vorbilden." [53] und zwar so: "Aufs erste, daß der Prediger vor allen Dingen sich hüte und meide mancherlei oder anderlei Text und Form der Zehn Gebote, Vaterunser, Glauben, der Sakramente etc., sondern nehme einerlei Form vor sich, darauf er bleibe und dieselbe immer treibe, ein Jahr wie das andere. Denn das junge und alberne Volk muß man mit einerlei Text und Form lehren, sonst werden sie gar leicht irre, wenn man heut so und über ein Jahr anders lehret, als wollt man es bessern, und wird damit alle Mühe und Arbeit verloren. Das haben die lieben Väter auch wohl gesehen, die das Vaterunser, Glauben, Zehn Gebote alle auf eine Weise haben gebraucht. Darum sollen wir auch bei dem jungen und einfältigen Volk solche Stücke also lehren, daß wir nicht eine Silbe verrücken oder ein Jahr anders als das andere vorhalten oder vorsprechen." [54] Das ist ganz wichtig, denn wie will sonst etwas auswendig gelernt werden, wenn sich der Text ständig ändert? Es muß ein feststehender Text da sein, wie wir ihn im Kleinen Katechismus haben, an den Lehrer und Schüler sich halten können und sollen. Denn gerade bei Kindern und einfältigen Menschen würde eine Änderung des Textes nur Verwirrung und falsche Meinung hervorrufen und bewirken, daß sie jede, die neue wie die vorige, Form für falsch halten. Es würde alsonur dem Zweifel Raum gegeben, bis keiner Ausgabe mehr geglaubt würde. Wenn aber stets ein und derselbe Text verwendet wird, so prägt er sich ein und mit den Erklärungen kann später darauf aufgebaut werden. Und: warum sollte auch etwas geändert werden? Mit Luthers Kleinem Katechismus haben wir wahrhaft ein Bekenntnis der einen Lehre, das keiner Änderung bedarf.

  Dann, wenn der Text sozusagen in der Schatzkammer, dem Gedächtnis, vorrätig ist, dann geht es darum, damit zu arbeiten, ihn zu entfalten: "Wenn sie den Text wohl können, so lehre sie denn hernach auch den Verstand, daß sie wissen, was es gesagt sei, und nimm abermal vor dich dieser Tafeln Weise oder sonst eine kurze einige Weise, welche du willst, und bleib dabei und verrücke sie mit keiner Silbe, gleichwie vom Text jetzt gesagt ist, und nimm dir Weile dazu. Denn es ist nicht not, daß du alle Stücke auf einmal vornehmest, sondern eins nach dem andern. Wenn sie das erste Gebot zuvor wohl verstehen, darnach nimm das andere vor dich und so fortan, sonst werden sie überschüttet, daß sie keins wohl behalten." [55] Das muß also langsam genug vor sich gehen, damit die Schüler die Erklärung sich auch einprägen können, vorallem: daß sie ihnen so ausgelegt wird, daß sie sie verstehen. Denn: wenn diese schlichten, aber tief gehenden Erklärungen gesitlich verstanden und gelernt sind, dann können die einzelnen Stücke anhand des Großen Katechismus weiter ausgebreitet werden als mit der besten und authentischen Erklärung des Katechismus: "Wenn du sie nun solchen kurzen Katechismus gelehret hast, alsdann nimm den großen Katechismus vor dich und gib ihnen auch reichern und weitern Verstand. Daselbst streich ein jeglich Gebot, Bitte, Stücke aus mit seinen mancherlei Werken, Nutz, Frommen, Gefahr und Schaden, wie du das alles reichlich findest in so viel Büchlein, davon gemacht." [56] So kommt der Katechismus immer mehr ins Leben hinein, wird immer besser verstanden. Dazu sollen ja auch die Katechismuspredigten dienen, die während der luthrischen Reformation, ja, bis zum Einbruch des Pietismus, als Wochenpredigten oder in bestimmten Wochen des Jahres (Quatemberpredigten) üblich waren: "Es soll aber nicht an dem gnug sein, daß mans alleine den Worten nach fasse und erzählen könne, sondern lasse das junge Volk auch zur Predigt gehen, sonderlich auf die Zeit, so dem Katechismus geordnet, daß sie es hören auslegen und verstehen lernen, was ein jeglich Stück in sich habe, also, daß sie es auch können aufsagen, wie sie es gehört haben, und fein richtig antworten, wenn man sie fragt, auf daß es nicht ohn Nutz und Frucht geprediget werde. Denn darum tun wir den Fleiß, den Katechismus oft vorzupredigen, daß man solchs in die Jugend bläue, nicht hoch noch scharf, sondern kurz und aufs einfältigst, auf daß es ihnen wohl eingehe und im Gedächtnis bleibe." [57] Damit kann dann das Katechismusexamen oder Abfragen des Katechismus verbunden werden.

  Wie im vorigen Paragraphen schon hervorgehoben, ist hinsichtlich der Methode die sokratische oder zergliedernd-folgernde Fragemethode abzulehnen, da sie den Eindruck erweckt, die Offenbarung Gottes liege im Menschen darinnen und müsse nur herausgeholt werden. Vielmehr wird vorallem die akroamatische oder Verkündigungsmethode die angebrachte sein, da hier das Verständnis gefördert wird, daß die Offenbarung Gottes außerhalb von uns liegt und wir sie nur über das Wort haben. Im Wiederholungsstadium kann es dann zur Verbindung von erotematischer (allgemeine Frageform) und akroamatischer (mit Beispielen und Ermahnungen) Arbeitsweise kommen.

 

 

3. Wer soll den Katechismus lehren?

 

  Der Katechismus ist gerade und vorallem ein Hausbuch und, wie die Überschriften über die Hauptstücke zeigen, dem Hansvater in die Hand gegeben, daß er seinem Haushalt den Kleinen Katechismus beibringe: "Desgleichen ist auch ein Hausvater schuldig, mit dem Gesinde, Knechten und Mägden zu halten, daß er sie nicht bei sich halte, wo sie es nicht können oder lernen wollen." [58] Ihn zuerst betrifft es, wie wir auch sehen, daß er bei den Hausandachten die Kinder aufsagen lassen oder mit ihnen den Katechismus gemeinsam sprechen soll, ebenso die Kinder zu Tische beten sollen. Dies können auch die Kleinkinder lernen, durch Vorsagen. Ebenso soll der Vater auch darauf achten, daß die Kinder in den Gottesdienst gehen, damit sie dort unterwiesen werden, und soll sie danach fragen, was gepredigt wurde, damit das Verständnis gebessert werde. (Dies hat sich übrigens in Estland gerade während der Jahre der Okkupation sehr bewährt, wo die Eltern im Zusammenhang mit der Taufe ihrer Kinder nicht nur versprechen mußten, diese christlich zu erziehen, sondern sie ihnen tatsächlich den Katechismus und auch die Grundkenntnisse in der Heiligen Schrift und im Gesangbuch beizubringen hatten, worauf dann ein Konfirmandenunterricht von dreimal sechs bis acht Wochen im Jahr aufbaute [59].)

  Aber der Hausvater darf damit nicht allein stehen. Vielmehr muß die Unterweisung mit Erklärung, Vertiefung gerade auch in der Schule (deshalb u.a. ist eine Gemeindeschule so wichtig) und durch den Pastor (Kinderlehre, Konfirmandenunterricht) fortgeführt und intensiviert werden. So wird dann auch deutlich, wie Haus und Kirche zusammengehören und das Haus den Glauben der Kirche bekennt. So wachsen die Kinder im Glauben in die Kirche und ihr Bekenntnis hinein.

 

V. Was haben wir also vom Erlernen des Katechismus?

 

1. Das Gedächtnis ist unsere geistige Schatz- oder Vorratskammer

 

  Abschließend sei nochmals herausgestrichen, wie wichtig und gewinnbringend es ist, den Katechismus auswendig zu lernen. Das Gedächtnis ist wie eine Schatz- oder Vorratskammer, in die wir etwas hineinlegen, womit dann unser Denken, unser Geist, unsere Phatasie sich beschäftigt [60]. Und da ist es ganz wichtig, womit denn diese Kammer gefüllt ist. Ist es mit den Dingen dieser Welt, mit den Begierden nach Reichtum, Ehre, Ansehen oder gar noch schlimmeren Gedanken - oder ist es mit der Lehre Gottes, die wir im Katechismus als der Laienbibel haben, die dann auch das Gewissen prägt?

  Wenn wir aber solche Schätze gesammelt haben in unserer Vorratskammer, dann ist es nicht schwierig, sie gerade in den dunklen Stunden des Lebens zu ergreifen, wenn wir der Erquickung bedürfen, wenn wir die Vergebung, den Trost suchen und umgetrieben sind vom Teufel, der wider uns streitet.

  Welch eine Schatzkammer das Gedächtnis ist, das wird aber gerade im Alter offenbar, dann, wenn wir so viel vergessen, was gerade erst gewesen, das aber, was in der Jugend gelernt wurde, umso klarer uns vor Augen steht [61]. Wie kostbar ist es da, wenn gerade der Lebensabend, der letzte Abschnitt auf der Pilgerreise in die himmlische Heimat, so recht geprägt ist durch Gottes Wort, umso mehr, wenn in den letzten schweren Stunden Trost so not tut. Und wie viele Menschen sind bis zu diesem Zeitpunkt auf ihrem Lebensweg ohne Gott gegangen, aber nun, wenn es ans Sterben geht, da brechen die Qualen des Gewissens auf, da stehen die Sünden, da steht die ganze Verderbtheit lebendig vor Augen: wie herrlich, wenn dann auch die Katechismuswahrheiten, die einst gelernt wurden, wieder hervorbrechen und so Gott einen Menschen noch auf dem Sterbebett zu sich zieht. (Die Väter werden wohl nicht zu Unrecht angenommen haben, daß dies gerade bei dem größeren Teil der Menschen so der Fall ist [62].)

 

2. Der gelernte Katechismus prägt unser Leben

 

  Es kann gar nicht oft genug betont werden: der Katechismus, wenn er frühzeitig gelernt wurde, und zwar nicht bloß äußerlich, sondern mit Verständnis, prägt das Leben. Und er will ja auch gelebt werden in täglicher Buße und Vergebung, mit dem Blick auf den sonntäglichen Gottesdienst, wo wir durch die Gnadenmittel, das Evangelium in Wort und Sakrament, wieder neu gestärkt werden dafür, als Christen im Alltag zu bekennen und zu leben [63]: so leitet der Katechismus unsere Gedanken, daß wir diese Welt, in der wir Leben, recht verstehen, nämlich daß wahrhaft Gott der Herr über alles und jeden ist, und dieser allmächtige Gott doch zugleich unser Vater ist, der für uns in allen Dingen sorgt, der unser Leben in seiner Hand hält, weshalb wir getrost sein können, trotz, ja, gerade angesichts der mannigfaltigen Anfechtungen, wenn wir erkennen müssen, wie der Teufel, die Welt und unser Fleisch Gottes Namen nicht heiligen, sondern seinem Wort widerstreben. Ebenso auch, wenn wir erkennen, wie sie danach trachten, Gottes Reich zu stürzen, seinen Willen zu hindern. Und wir erkennen, daß wir wahrhaft Bettler sind, wir alles einzig und allein von Gott haben, um Christi willen, aus der Gnade, allein aus der Gnade leben. Zugleich aber will der Katechismus uns ja auch anleiten zum Gebet, wie er ja z.T. auch direkt Gebete enthält. Luther hat übrigens dem Meister Peter eine Anleitung geschrieben, wie er Vaterunser, Glauben und Gebote betend betrachten soll [64]. Es ist auch der Katechismus, mitsamt den Haustafeln und den Fragestücken, anhand dessen wir uns auf Beichte und Abendmahl vorbereiten sollen, damit uns immer wieder vor Augen stehe, wer und wie wir wahrhaft sind und warum wir eigentlich Christi Leib und Blut so dringend benötigen.

  Nicht zuletzt aber hilft der Katechismus uns, durch seine klare Unterscheidung von Gesetz und Evangelium und die christozentrische Ausrichtung, die Bibel recht zu verstehen. Ebenso kann der Pastor in der Privatseelsorge auf die Stücke des Katechismus zurückgreifen [65].

  Der Katechismus ist, wie Löhe es richtig gesehen, ein Hausbuch für das alltägliche Leben [66]. Und wie Gott 5 Mose 6,6-9; 11,18-21 uns ermahnt, sein Wort täglich vor Augen zu haben, so hilft dazu gerade der Katechismus, eben daß er uns im alltäglichen Glaubenskampf beistehe - "Und ob solches nicht gnug wäre zur Vermahnung, den Katechismus täglich zu lesen, so sollt doch uns allein gnugsam zwingen Gottes Gebot, welcher Deuter. 6. ernstlich gebietet, daß man soll sein Gebot sitzend, gehend, stehend, liegend, aufstehend immer bedenken und gleich als ein stetigs Mal und Zeichen vor Augen und Händen haben. Ohn Zweifel wird er solches umsonst nicht so ernstlich heißen und fordern, sondern weil er weiß unser Gefahr und Not, dazu der Teufel stetiges und wütendes Stürmen und Anfechtung, will er uns davor warnen, rüsten und bewahren, als mit gutem Harnisch wider ihre feurige Pfeile und mit guter Arznei wider ihr giftiges böses Geschmeiß und Eingeben." [67] - besonders auch, daß wir vor falscher Lehre bewahrt werden. Wenn er auch nicht direkte Polemik gegen die Irrlehren enthält, so führt er doch andererseits die reine Lehre klar und deutlich aus, so daß jeder auftauchende Lehren an ihm messen kann. Der erste Artikel bekennt Gott als den Schöpfer, Erhalter und Regierer gegen alle Evolutionstheorie und Behauptungen von einem "geschlossenen innerweltlichen System"; der zweite Artikel unterstreicht die Einheit der beiden Naturen in der einen Person Christi, betont die Verlorenheit aller Menschen ohne Christus gegen die Allversöhnung und die synkretistischen Behauptungen einer allgemeinen Erlösung, hebt überhaupt unser Sündersein und Christi Kreuzestod hervor - gerade auch gegen die modernistische Leugnung ("Entmythologisierung") dieser Tatsachen; verkündigt das Heil allein in Christus gegen alle Werkgerechtigkeit. Der dritte Artikel lehrt, daß wir nicht aus eigener Vernunft und Kraft glauben können, sondern dies allein des Heiligen Geistes Werk ist, womit jeglicher Synergismus, alle calvinistisch-pietistisch-evangelikale "Entscheidungstheologie", alle Methodik, Menschen zu überzeugen (Gemeindewachstumsbewegung), dahinfällt. Dies wird unterstützt von den Hauptstücken über die Gnadenmittel, die anzeigen, wie Gott uns bekehrt und im Glauben erhält - er allein, eben durch diese der Welt so unscheinbaren und unverständlichen Mittel. Damit wird alle Lehre abgewehrt, die dem Menschen einen Heilsweg, außerhalb der von Gott geordneten Gnadenmittel, dem Evangelium im Wort und Sakrament, anbietet. Die Erklärungen im Vaterunser fordern das unbedingte Festhalten an der reinen Gotteslehre - als rechtes Heiligen des Namens Gottes - gegen jeglichen Unionismus, betont aber ebenso auch, gegen jeglichen Antinomismus und selbsterwählte Frömmigkeitsübungen, das heilige, Gott wohlgefällige Leben nach den göttlichen Geboten [68].

 

 

3. Der Katechismus ist ein christliches Gebetbuch

 

  Nicht zuletzt aber ist der Katechismus, worauf schon mehrfach hingewiesen, ein Gebetbuch [69], denn er leitet uns dazu, Gott unsere Sünden zu bekennen, die uns anhand des ersten Hauptstückes vor Augen treten, ihn um Vergebung zu bitten und es von ihm zu erflehen, daß er uns helfen möge, konkret anhand der Gebote, unser Leben nach seinem Wohlgefallen zu ordnen. Er ist Gebetbuch hinsichtlich der Erklärungen zum Glauben, denn sie können ohne große Schwierigkeit zu Dank und Anbetung, wozu ja auch die Erklärung zum ersten Glaubensartikel uns aufruft, verwendet werden. Das Vaterunser ist ja das Gebet des Herrn selbst, das er uns gelehrt und die Erklärungen, die selbst auch immer wieder Gebetssätze enthalten, helfen uns, die einzelnen Bitten noch konkreter für unser Leben zu fassen, sie anzuwenden auf unseren Glauben. Die Abschnitte über Taufe und Abendmahl wollen uns auch anleiten dazu, zum einen Gott für seine Gaben zu danken, zum anderen, ihn zu bitten, daß wir recht mit ihnen leben. Der Abschnitt über die Absolution gibt eine ganz konkrete Anleitung für das Beichtgebet vor Gott im angesicht des Pastors, das aber jeder ebenso auch im stillen Kämmerlein verwenden kann.

  Und so wird der Katechismus auch zu einem rechten Trostbuch un zu einer Waffenrüstung in den Kämpfen wider den Teufel: "Dazu hilfets über die Maßen gewaltiglich wider den Teufel, Welt, Fleisch und alle bösen Gedanken, so man mit Gottes Wort umgehet, davon redet und dichtet, weshalb auch der erste Psalm selig preiset die, so Tag und Nacht vom Gesetze Gottes handeln. Ohn Zweifel wirst du keinen Weihrauch oder ander Räuchern stärker wider den Teufel anrichten, als so du  mit Gottes Geboten und Worten umgehest, davon redest, singest oder denkest. Das ist freilich das rechte Weihewasser und Zeichen, davor er flieht, und damit er sich jagen läßt. Nun solltest du doch ja allein um deswillen solche Stücke gern lesen, reden, denken und handeln, wenn du sonst keine andere Frucht und Nutz davon hättest, denn daß du den Teufel und böse Gedanken damit kannst verjagen. Denn er kann Gottes Wort nicht hören noch leiden, und Gottes Wort ist nicht, wie ein ander loses Geschwätz, wie von Dietrich von Bern etc., sondern, wie S. Paulus Röm. 1. sagt: Eine Kraft Gottes, Ja freilich eine Kraft Gottes, die dem Teufel das gebrannte Leid antut und uns über die Maßen stärket, tröstet und hilft." [70]70) Wie stehen ja allerdings täglich in diesem Kampf, wie es Luther in den Erklärungen zum Vaterunser im Großen Katechismus klar hervorhebt. Und da hilft uns der Katechismus, auf Gottes Grund zu bleiben und uns in unserer Stellung nicht verrücken zu lassen.

 

 

4. Der Katechismus hilft zum Bekennen

 

  Der Katechismus ist, das sollen wir nicht vergessen, Bekenntnis. Er ist Bekenntnis der lutherischen Kirchen. Wer ihn gelernt hat, bewußt gelernt hat und dazu steht in Lehre und Praxis, der steht auf dem Boden des lutherischen Bekenntnisses. Und dieses Bekenntnis hilft auch zum eigenen Bekennen, will anleiten, das Sündersein den Menschen anhand der Gebote vorzuhalten, vorallem aber die gewisse Hoffnung zu verkündigen, die wir in Christus haben, entfaltet in der Erklärung zum zweiten Artikel, und wie Gott sie uns zueignet, durch das Evangelium in Wort und Sakrament.

 

 

 

Abkürzungsverzeichnis:

 

 

Bd          = Band

CT          = Concordia Triglotta

ebd.        = ebendort

FC, Epit. = Formula Concordiae, Epitome (Konkordienformel, Kurzfassung)

GK          = Großer Katechismus

Hrsg.       = herausgegeben

Jg            = Jahrgang

KK          = Kleiner Katechismus

M            = Konkordienbuch, Müller'sche Ausgabe

Prol.        = Prolegomena

vgl.          = vergleiche

Vol.         = Volume

Vorr.       = Vorrede

 

 

 

Quellenverzeichnis:

 

 

Bente, Friedrich: Historical Introduction to the Symbolic Books of the Evangelical Lutheran Church. in: Concordia Triglotta. Repr. Milwaukee, WI 1988. S. 73. 74. 92. 119

 

Bente, Friedrich: Der Religionsunterricht in der modernen Pädagogik. in: Lehre und Wehre. 45. Jg. Nr 7/8. St. Louis, Mo. 1899. S. 197-199. 214

 

(Concordia Triglotta. Die symbolischen Bücher der evangelisch-lutherischen Kirche, deutsch, latein, englisch ... Repr. Milwaukee, WI 1988. S. 432. 534. 566. 568. 570. 574. 576. 578. 754. 776

Die Verweisstellen der CT sind lediglich als Parallelverzeichnis zur Müller'schen Ausgabe des Konkordienbuches angegeben. Alle Zitate sind der Müller'schen Ausgabe entnommen und, wo nötig, dem heutigen Sprachgebrauch behutsam angeglichen.)

 

Harnack, Theodosius: Katechetik. Erlangen 1882. (Harnack: Katechetik und Erklärung des kleinen Katechismus Dr. Martin Luthers. Bd 1.) S. 89. 122. 144. 145

 

Koch, Paul G.: An appreciation of Luther's Small Catechism as a compendium of Christian doctrine. in: The Faithful Word. Vol. 25. No 1. Hood River, Oregon 1988. S. 31-35. 39

 

D. Martin Luthers Sämtliche Schriften. Hrsg. von Joh. Georg Walch. Nachdr. der 2., überarb. Aufl. St. Louis, Missouri 1880-1910.

  Bd 9. Groß Oesingen 1987. Die erste Epistel St. Johannis ausgelegt. Sp. 1429

  Bd 10. Groß Oesingen 1987. Kurze Form, die zehn Gebote, Glauben und Vater-Unser zu betrachten. Sp. 149. 150

         Eine einfältige Weise zu beten. Sp. 1394-1415

  Bd 15. Groß Oesingen 1987. Sp. 2613

 

Lutherische Kirche im baltischen Raum. Hrsg. von Wilhelm Kahle. Erlangen 1985. S. 53-55

 

Miller, Kenneth K.: Why has Luther's Catechism lasted 450 years? [Fort Wayne, IN 1979.] S. 5. 7

 

Reu, J. Michael: D. Martin Luthers Kleiner Katechismus. München 1929. S. 119. 120. 124-131. 134-138. 144-148. 154. 155. 159. 176-178. 192-195. 204. 221-225. 306. 319. 325. 326. 335

 

Die symbolischen Bücher der evangelisch-lutherischen Kirche. Deutsch und Lateinisch. Besorgt von J.T. Müller. 12. Aufl. Gütersloh 1928. S. 350. 351. 375. 377. 378. 380. 384. 385. 501. 518

 

Thompson, William E.: Catechesis: The Quiet Chrisis. in: Concordia Theological Quarterly. Vol. 56. No 2/3. Fort Wayne, IN 1992. S. 99. 102. 103. 106. 118

 

Zezschwitz, Carl Adolph Gerhard von: Die Katechese oder der kirchlich-katechetische Unterricht nach seiner Methode. 1. Hälfte. Leipzig 1869. (Zezschwitz: System der christlich kirchlichen Katechetik. Bd 2.) S. 35-39. 40. 41

 

Zezschwitz, Carl Adolph Gerhard von: Die Katechese oder der kirchlich-katechetische Unterricht nach seiner Methode. 2. Hälfte. Leipzig 1872. (Zezschwitz: System der christlich kirchlichen Katechetik. Bd 2.) S. 39. 47

 

 

 

 

Der Kleine Katechismus Luthers, da er eine kurze, aber prägnante, Zusammenfassung der biblischen Lehre ist, lässt sich auch gut für missionarische Zwecke einsetzen. Der Herausgeber hat daher angefangen, Katechismen in verschiedenen Sprachen zu sammeln, um sie für den Missionsdienst unter Menschen verschiedener Zungen zur Verfügung zu stellen.

Derzeit können beim Herausgeber Katechismen in folgenden Sprachen bestellt werden:

Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Polnisch, Portugiesisch, Russisch, Spanisch, Türkisch.

 

 



[1] vgl. Thompson, William E.: Catechesis: The Quiet Crisis. in: Concordia Theological Quarterly. Vol. 56. No 2/3. Fort Wayne, IN 1992. S. 99

[2] Zezschwitz, Carl Adolph Gerhard von: Die Katechese oder der kirchlich-katechetische Unterricht nach seiner Methode. 1. Hälfte. Leipzig 1869. (Zezschwitz: System der christlich kirchlichen Katechetik. Bd 2.) S. 35

[3] ebd. S. 38

[4] vgl. Reu, J. Michael: D. Martin Luthers Kleiner Katechismus. München 1929. S. 159

[5] vgl. Bente, Friedrich: Der Religionsunterricht in der modernen Pädagogik. in: Lehre und Wehre. 45. Jg. Nr 7/8. St. Louis, Mo. 1899. S. 214; Harnack, Theodosius: Katechetik. Erlangen 1882. (Harnack: Katechetik und Erklärung des kleinen Katechismus Dr. Martin Luthers. Bd 1.) S. 144.145

[6] vgl. Reu, a.a.O. S. 325.326

[7] vgl. Miller, Kenneth K.: Why has Luther's Catechism lasted 450 years? [Fort Wayne, IN 1979.] S. 5

[8] vgl. Koch, Paul G.: An appreciation of Luther's Small Catechism as a compendium of Christian doctrine. in: The Faithful Word. Vol. 25. No 1. Hood River, Oregon 1988. S. 33

[9] GK, Kurze Vorrede, 2; M 380; CT 574

[10] FC, Epit. Vorr., 5; M 518; CT 776

[11] GK, Überschrift Vorrede; M 375; CT 566

[12] Luther, Martin: Kurze Form, die zehn Gebote, Glauben und Vater-Unser zu betrachten. in: Dr. Martin Luthers Sämtliche Schriften. Hrsg. von Joh. Georg Walch. Nachdr. der 2., überarb. Aufl. St. Louis, Missouri 1880-1910. Bd 10. Groß Oesingen 1987. Sp. 149.150

[13] vgl. Koch, a.a.O. S. 33

[14] vgl. ebd. S. 31

[15] vgl. ebd. S. 39 

[16] vgl. Koch, a.a.O. S. 35

[17] vgl. ebd. S. 37.38.42

[18] vgl. Thompson, a.a.O. S. 103

[19] vgl. Reu, a.a.O. S. 119.120

[20] vgl. Koch, a.a.O. S. 34

[21] vgl. ebd. S. 31

[22] vgl. Reu, a.a.O. S. 134-138.144-148

[23] Zezschwitz, Carl Adolph Gerhard von: Die Katechese oder der kirchlich-katechetische Unterricht nach seiner Methode. 2. Hälfte. Leipzig 1872. (Zezschwitz: System der christlich kirchlichen Katechetik. Bd 2.) S. 47

[24] vgl. Reu, a.a.O. S. 176-178

[25] vgl. Miller, a.a.O. S. 5

[26] vgl. Reu, a.a.O. S. 124-131

[27] vgl. ebd. S. 335

[28] vgl. Zezschwitz, Die Katechese. 2. Hälfte, a.a.O. S. 39

[29] vgl. Koch, a.a.O. S. 33

[30] vgl. Bente, Friedrich: Historical Introduction to the Symbolical Books of the Evangelical Lutheran Church. S. 92. in: CT

[31] vgl. Koch, a.a.O. S. 33

[32] vgl. ebd. S. 31.32

[33] vgl. Reu, a.a.O. S. 319

[34] vgl. Miller, a.a.O. S. 5

[35] vgl. Reu, a.a.O. S. 306

[36] vgl. Harnack, a.a.O. S. 144.145

[37] Luther: Die erste Epistel St. Johannis ausgelegt. in: D. Martin Luthers Sämtliche Schriften. ... Bd 9. Groß Oesingen 1987. Sp. 1429

[38] D. Martin Luthers Sämtliche Schriften. ... Bd 15. Groß Oesingen 1987. Sp. 2613

[39] GK, V, 12; M 501; CT 754

[40] Zezschwitz: Die Katechese. 1. Hälfte. a.a.O. S. 36

[41] ebd. S. 41

[42] ebd. S. 38

[43] ebd. S. 39

[44] ebd. S. 40

[45] vgl. Reu, a.a.O. S. 154.155.192-195.212-225

[46] vgl. Bente: Der Religionsunterricht ... a.a.O. S. 197-199

[47] vgl. Harnack, a.a.O. S. 122

[48] vgl. Bente, Der Religionsunterricht, a.a.O. S. 214

[49] vgl. Harnack, a.a.O. S. 89

[50] vgl. Bente, Historical Introduction, a.a.O. S. 73.74

[51] GK, Prol., 15.16; M 384; CT 576

[52] KK, Vorr., 10; M 350; CT 534

[53] KK, Vorr., 6; M 350; CT 532

[54] KK, Vorr., 7.8; M 350; CT 532.534

[55] KK, Vorr., 14-16; M 351; CT 534

[56] KK, Vorr., 17; M 351; CT 534.536

[57] GK, Prol., 26; M 385; CT 578

[58] GK, Prol., 17; M 384; CT 576

[59] vgl. Lutherische Kirche im baltischen Raum. Hrsg. von Wilhelm Kahle. Erlangen 1985. S. 53-55

[60] vgl. Zezschwitz, Die Katechese. 1. Hälfte. a.a.O. S. 37

[61] vgl. ebd. S. 38

[62] vgl. Bente, Historical Introduction. a.a.O. S. 119

[63] vgl. Thompson, a.a.O. S. 106

[64] vgl. Luther: Eine einfältige Weise zu beten. in: D. Martin Luthers Sämtliche Schriften. ... Bd 10. Groß Oesingen 1987. Sp. 1394-1415

[65] vgl. Thompson, a.a.O. S. 118

[66] vgl. Reu, a.a.O. S. 204

[67] GK, Vorr., 14; M 378; CT 570

[68] vgl. Miller, a.a.O. S. 5.7

[69] vgl. Thompson, a.a.O. S. 102

[70] GK, Vorr., 10-13; M 377.378; CT 568.570