Beständig in der Apostel Lehre und in der Gemeinschaft und im Brotbrechen und im Gebet! Apg. 2,42

DER BEKENNTNIS-

LUTHERANER

 

Lutherisches Blatt für Bibelchristentum.

Mit Zustimmung der Lutherischen Kirchen der Reformation (Lutheran Churches of the Reformation, LCR) herausgegeben von Roland Sckerl,  Leopoldstr. 1, D-76448 Durmersheim; Tel.:07245/83062;

E-mail: Sckerl@web.de; Internet: www.lutherische-bekenntnisgemeinde.de

 

                                                   25. Jahrgang 2017  Heft 2/2017            

 

 

 

 

Inhaltsverzeichnis

 

 

UNTER BIBEL UND BEKENNTNIS. 3

Um das unverfälschte Evangelium.. 3

THEOLOGISCHE ANMERKUNGEN.. 23

ZEICHEN DER ZEIT. 29

 

 

 

 

 

 

UNTER BIBEL UND BEKENNTNIS

 

Um das unverfälschte Evangelium

(3. Teil)

 

Roland Sckerl

 

5. Die Auseinandersetzung mit dem Pietismus

    Die Auseinandersetzung mit dem Pietismus ist höchst bedeutsam. Einmal, weil er bis heute weitgehende Auswirkungen hat, und zum anderen, weil er, sozusagen als seine „Kinder“, zum Revivalismus und zum Evangelikalismus führt. Er ist grundlegend gekennzeichnet von einer Verlagerung des Schwerpunktes von der Rechtfertigung auf die Heiligung, von den objektiven Gnadenmitteln hin zu subjektiven Erfahrungen, überhaupt davon, die Sakramente in den Hintergrund zu drängen, von einer Verlagerung des Schwerpunktes vom Evangelium zum Gesetz, vom Wirken Gottes zum Menschen (anthropozentrisch anstatt christozentrisch), damit auch von Gott und seinem Handeln zum Ich, von der Lehre zum Leben (bis dahin, dass die Dogmatik überhaupt eher in den Hintergrund gedrängt wird, teilweise Theologie verachtet wird, zumindest aber, wie bei Spener, auf ein paar Fundamentallehren reduziert). Diese Verschiebungen haben gravierende Auswirkungen, so etwa, dass die Reinheit der Lehre nebensächlich wird, lehrmäßige Gleichgültigkeit damit ebenso gefördert wie als Folge ein unionistisches, ökumenistisches Denken; da Spener die Heiligung stärker betonte als die Vergebung, kam eine Sündenangst auf und eine Verängstlichung des Christentums überhaupt. Dazu kam, dass er behauptete, die Gebote könnten gehalten werden. Ob jemand gerechtfertigt sei, könne also aus bestimmten Wirkungen, die eintreten müssten, abgelesen werden („Heiligungsprobe“). Der Blick ist eben nicht mehr auf Christus, das Kreuz gerichtet, sondern auf sich selbst, den Menschen („Charakterbogen“). Da die objektiven Gnadenmittel zurücktreten, das menschliche Verhalten, Erleben dagegen in den Vordergrund, kann es bei Francke dann zu den Forderungen nach einem speziellen „Bußkampf“, mit damit verbundenem Bruch mit dem Geist der Welt und Ja zu einem neuen Leben vor dem Erlangen des Glaubens (was eindeutig synergistisch ist und gemäß der Schrift unmöglich, dass dies nur dem Gläubigen durch Gottes Geist möglich ist) und „Gnadendurchbruch“ kommen, dem „Erlebnis“ der Bekehrung, was sich besonders sowohl auf die herrnhutische Brüdergemeine, vor allem aber auf den Methodismus und Evangelikalismus auswirkte. Bei Francke dringt auch ganz stark synergistisches Denken mit. Gott könne den Glauben nicht schenken, wenn der Mensch nicht willentlich den Entschluss fasse, mit dem alten Wesen zu brechen. Ein menschlicher Willensentschluss wird also entscheidend für die Rechtfertigung. Außerdem spielte das Gefühl für Francke eine große Rolle. Francke betonte, über Spener hinausgehend, ganz stark die Weltflucht, die Askese, bis hin zu einem Präzisismus in der Heiligung.122

    Der Anspruch des Pietismus, schon bei Spener, war, dass er eine neue Reformation bringen bzw. die Reformation Luthers „vollenden“ wollte. Tatsächlich aber verschob er, wie schon oben dargelegt, die gesamte biblische Lehre. Das Leben trat an die Stelle der Lehre, der Geist an die Stelle des Amtes, Kraft an die Stelle von Ordnung. Der Glaube sollte persönlich und lebendig sein, an sich durchaus richtig, aber dass er „lebendig“ ist, sollte an den „Früchten“ abgelesen werden können, also wieder keine objektive Grundlage, sondern subjektivistisch-anthropozentrisch. Hier zeigte sich auch die Neigung zur Vervollkommnung, zum Perfektionismus, wie er dann im Methodismus voll durchbrach. Die Rechtfertigung, die auf objektiven Größen (Gnadenmittel) gründet, trat in den Hintergrund, die Wiedergeburt, die an subjektiven Größen festgemacht wurde, Erfahrung, Erlebnis, Gefühl, Früchte, in den Vordergrund.123 Es ist ja zu bedenken, dass die lutherische Orthodoxie keineswegs so tot war, wie es immer wieder, im Anschluss an den Pietismus, behauptet wurde. Vielmehr sahen gerade die orthodoxen Lutheraner die Bedeutung der praktischen Theologie und drangen auf eine Verbesserung der Sitten, weshalb Speners ‚Pia desideria‘ zunächst durchaus positiv aufgenommen wurde.124

    Als eine besondere Organisationsform traten erstmals im Pietismus die „kleinen Zellen“ auf125, die seither immer wieder vorkommen, etwa im Rahmen der Gemeinschaftsbewegung, der Gemeindewachstumsbewegung. Sie gewannen allmählich so viel Gewicht, dass sie wichtiger wurden als die Ortsgemeinde, mit der Tendenz zur Spaltung der Gemeinde in „Wiedergeborene“ (die in den Zellen sahen sich für solche) und andere Christen, die man als nicht wiedergeboren ansah (die eben nicht in den Zellen waren, ein für pietistische und evangelikale Kreise nicht untypisches Herzensrichten).126

    Verbunden mit diesem Hang zu den Zellen oder Konventikels sind auch der Hang zum Individualismus und die Hervorhebung von „Erfahrungen“. Nicht mehr die Übereinstimmung in der biblischen Lehre ist das Entscheidende, Wichtige, sondern die gemeinsame Erfahrung. Das Schwergewicht wird von den Gnadenmitteln, dem Leben in der Gemeinde, mit der Gemeinde, verschoben auf das innere geistliche Leben, das ja durchaus wichtig ist, auch da sein muss – aber auf dem nicht der Schwerpunkt liegen darf, vor allem, wenn es gegen das „äußere“ Wort ausgespielt und die Gnadenmittel in den Hintergrund gedrängt werden. Der Glaube wird vor allem als Erfahrung gesehen. Das förderte auch die immer stärkere Stellung der guten Werke, denn die guten Werke würden die Gültigkeit des Glaubens ausweisen („lebendiger Glaube“), die „neue Natur“ zeige sich in einem „erneuerten Leben“, und das sei das Ziel des Evangeliums. Nun ist es zwar tatsächlich richtig, dass wir gerechtfertigt werden, um unter Christus in Heiligkeit und Gerechtigkeit zu leben, aber das Ziel des Evangeliums ist und bleibt die Rechtfertigung des Sünders um Christi willen, das ist das Zentrum. Die guten Werke folgen darauf als Frucht. (Eph. 1,16 f.; Eph. 2,8-10). Biblisch-lutherische Lehre ist es, dass die Vergebung der Sünden den Tod des alten Adams und das neue Leben mit seinen Früchten bringt, das aber oft unter dem Kreuz in der Welt verborgen ist. Die ethische Dimension, das ist die lutherische Lehre, zeigt sich im täglichen Kampf zwischen altem und neuem Menschen.127 Der neue Mensch ist dabei Gerechter und Sünder zugleich (simul iustus et peccator). Weder der Sünder noch der Gerechtfertigte können Gottes Forderungen je erfüllen. Wichtig ist nur für den Gerechtfertigten, dass er erkennt und anerkennt, dass er zugleich Sünder ist und seine Gerechtigkeit nur eine zugerechnete ist, die der Glaube empfängt, ergreift. Dieser Glaube bringt dann aber, als Frucht, auch gute Werke hervor, die tatsächlich aber Gottes Werk im Menschen sind, eine angefangene Gerechtigkeit, die hier auf Erden nie vollkommen sein kann. Gerade darum braucht auch der Gerechtfertigte tägliche Sündenerkenntnis, tägliche Buße, tägliche Umkehr und Vergebung, braucht die Verkündigung des Evangeliums und den Trost durch das Abendmahl. Das ist biblisch-lutherische Theologie.128

    Hier kommen wir zu einem Knackpunkt: Im Pietismus, wie dann auch im Evangelikalismus wird der Glaube weniger auf Christus als auf die Wiedergeburt bezogen, Christus tritt in den Hintergrund, der Gläubige dagegen und seine Erneuerung treten in den Vordergrund. Der Gläubige wird nur noch als Gerechter gesehen, das Sündersein vor die Bekehrung verlegt (was sich auch zeigt in der falschen Auslegung von Römer 7, bei der behauptet wird, Paulus spreche hier über sich vor der Bekehrung, nicht als an Christus Gläubiger).

    Wie schon Johann Arnd, der „Großvater“ des Pietismus, hängt auch der Pietismus selbst mit der Mystik zusammen und hat einen Hang zum Mystizismus.129

    Philipp Jakob Spener, der Begründer des Pietismus, war einerseits stark von Johann Arnd beeinflusst, vor allem aber von reformierter Theologie, er hielt sich ja auch einige Zeit in Genf auf, und besonders vom englischen Puritanismus und vom Mystizismus.130 Schon bei ihm treten die entscheidenden Merkmale deutlich hervor: Die Verschiebung vom Bekenntnis und der Lehre hin auf die Buße und das Leben. Besonders zeigt sich bei ihm der Hang zum Mystizismus, die Lektüre von Thomas von Kempen und Johann Arnd wird empfohlen. Die Predigt ist für ihn nicht so sehr Verkündigung als Lebenshilfe. Auch bei ihm findet sich schon deutlich die Verschiebung vom „äußeren Wort“ hin zum „inneren geistlichen Leben“. Es geht ihm in erster Linie um den „inneren“ oder „neuen Menschen“, um die Frucht, die der Glaube bringen soll. Der Glaube allein sei nicht genug, er benötige die Vollendung durch die Werke. (So richtig es ist, dass der rechte Glaube natürlicherweise die Werke hervorbringt, so falsch ist es, zwischen einem Glauben ohne Werke und einem Glauben mit Werken zu unterscheiden und den Schwerpunkt so weg von den Gnadenmitteln, weg vom Evangelium zu verschieben auf Werke, auf Erfahrungen, auf die Heiligung, das Gesetz. Denn nur durch die Rechtfertigung kann die Frucht kommen. Es gilt also, recht vom Glauben zu predigen.) Spener verstieg sich darin zu behaupten, dass solcher „lebendige“ Glaube nicht durch die Schrift allein komme, sondern noch den Geist benötige. (Dabei ließ er völlig außer Acht, dass der Geist Gottes nun einmal allein durch die Schrift, das Wort, an uns wirkt.) Hier spielt auch der verkehrte Ansatz in der Erkenntnislehre eine Rolle. Nicht nur auf dem Bereich der Natur, sondern auch im Bereich der Offenbarung ist für Spener nicht mehr Gottes objektives Wort, sondern vielmehr die Erfahrung, das Erlebnis des Einzelnen Grundlage aller Gewissheit, auch der theologischen Erkenntnis (wie sie sich später wieder in der Erlanger Ichtheologie zeigte). Spener, der meinte, auch ein Nichtwiedergeborener könne das äußere Wissen um die Glaubenslehre sich aneignen, und zwar ohne Hilfe des Heiligen Geistes, behauptete damit auch, dass Gottes Geist nicht unbedingt in der Heiligen Schrift wirkend (und damit erleuchtend) gegenwärtig ist (und griff die Rathmann’sche Irrlehre auf). Spener und der Pietismus haben mit der Auflösung der objektiven Wahrheitsgrundlage und Wirklichkeitsauffasung, mit der Förderung des Subjektivismus und seiner anthropozentrischen Ausrichtung am Einzelnen der Aufklärung und letztlich auch der Postmoderne Vorschub geleistet.

    Auch Luther hat ja sehr wohl, auch wenn das vielfach übersehen wird, auf den persönlichen Glauben gedrängt – aber eben als den Glauben, der durch Wort und Sakrament gewirkt wird und aus Wort und Sakrament lebt. Spener aber ging ja außerdem noch weiter insofern, als er das Absterben von der Welt als Meiden alles Weltlichen definierte und damit auch etwa Vergnügen und Zerstreuungen meinte. Francke ging ja so weit, alle natürlichen Effekte, überhaupt alles Natürliche als sündhaft anzusehen, was nicht nur den Paartanz und das weltliche Theater, sondern sogar das Spiel, auch bei Kindern, betraf.

    Eine Tendenz sollte sich später besonders verhängnisvoll auswirken, nämlich die Behauptung, dass die Erfahrung der frühen Kirche stets wiederholbar sei. Das führte über den Perfektionismus des Methodismus zur Heiligungs- und schließlich zur Pfingstbewegung.

    Bereits bei Spener finden wir viele der Elemente, die den Pietismus ausmachen und seine falsche Richtung prägen: Die Verschiebung des Schwerpunktes weg von den objektiven Größen (Gnadenmittel, Lehre, Bekenntnis), hin zum neuen Menschen, aber auch: von der Kirche hin zum Einzelnen, von der Lehre zum Leben. Das alles förderte auch eine unionistische, ökumenistische Einstellung, nämlich dass die Gemeinschaft nicht auf der Lehreinheit gegründet sei, sondern auf dem gemeinsamen Lebensstil, den gemeinsamen Erfahrungen. Schon Spener hatte starke Tendenzen zu einer Union mit den Reformierten, und die pietistische Gemeinschaftsbewegung hat viel dazu beigetragen, dass das konfessionelle Bewusstsein fasst völlig verschwunden ist.131

    Schon bei Spener steht die menschliche Erfahrung im Zentrum, weshalb der Pietismus anthropozentrisch ausgerichtet ist. An die Stelle des „Christus für uns“ tritt der „Christus in uns“.

    Speners Theologie führt auch zu einer Trennung von Geist und Wort, Leben und Glauben, innerem Menschen und den Gnadenmitteln. Es ist bei ihm nicht mehr so, dass der Geist durch das Wort, etwa auch das gelesene Bibelwort, wirkt, sondern der Mensch, etwa der Leser, müsse, damit das Wort kräftig würde, den Geist selbst mitbringen.  Vor allem aber sind Wort und Sakrament für Spener nicht  mehr genug, und das ist der entscheidende Fehler. Denn allerdings geht es, was Spener völlig außer Acht gelassen hat, gerade bei Wort und Sakrament um den inneren Menschen und das neue Leben. Aber diese können nur gewirkt und erhalten werden durch Wort und Sakrament. Biblisch-lutherische Lehre ist: Das Wort tötet und macht lebendig, dadurch entsteht lebendiger Glaube, weil das Wort das Leben hat, nämlich durch Gottes darin wirkenden Geist. Dieser so gewirkte Glaube, der hat die Rechtfertigung, die neue Geburt und die Kraft des Heiligen Geistes. Dieser Glaube ist dann auch aktiv, geschäftig, weil er auf Jesus Christus und seinem Wort der Vergebung gründet.132

    Obwohl Spener und der Pietismus großen Wert auf das Bibellesen legten, war die Schrift, das Wort Gottes, nicht mehr das Formalprinzip, es war nur noch eine Norm neben anderen, etwa der Erfahrung, vor allem der Erfahrung der Bekehrung, als der Norm einer inneren Erfahrung, Gefühl. Schrift wie Predigt wurden nur als „äußere Autoritäten“ angesehen, denen nicht so großes Gewicht beigelegt wurden. Die Bekenntnisschriften hatten für den Pietismus faktisch so gut wie gar keine Bedeutung mehr. In der Theologie ging es dem Pietismus daher auch nicht mehr um die biblische Wahrheit, die Lehre, sondern Theologie war ihm mehr eine Sammlung von Glaubenserfahrung und deren praktischen und ethischen Konsequenzen.133

    Da der Schwerpunkt sich von der Rechtfertigung auf die Heiligung verschoben hat, wird die Rechtfertigung nicht mehr als das Lebenselexier angesehen, nicht mehr als das Wasser, in dem der Gläubige schwimmt, sein Leben hat wie ein Fisch, sondern nur noch als eine Durchgangsstation, sozusagen wie eine Dusche im Schwimmbad vor dem eigentlichen Becken, eine Durchgangsstation zur Heiligung als menschlicher Aktivität. Das hängt damit zusammen, dass, wie schon erwähnt, das Hauptgewicht bei Spener nicht mehr auf der Rechtfertigung des Sünders liegt, sondern auf der Wiedergeburt, aus der die Rechtfertigung dann als Frucht hervorgehe, ebenso wie die Heiligung. Rechtfertigung und Heiligung werden so zu einer Einheit verwoben, ähnlich wie in der reformierten Theologie. Das kommt daher, dass Spener die Wiedergeburt nicht mehr, wie in der biblisch-lutherischen Theologie, als Sündenvergebung beschreibt, sondern als eine „innere Wandlung“, Quelle eines neuen Wandels, der für den Menschen charakteristisch sei. Die Rechtfertigung wird so bei Spener direkt mit der Einwohnung Christi verbunden, die nicht mehr nur als Frucht gesehen wird. Der rettende Glaube ist so für Spener nicht mehr nur das Empfangen und Ergreifen des Verdienstes Christi, sondern bewirkt auch die Einwohnung Christi im Herzen des Gläubigen (was an sich nicht falsch wäre, wenn diese Einwohnung Frucht des rettenden Glaubens wäre) – und das wird nun als eine innere Verwandlung beschrieben und zum Wesentlichen und Grundlegenden des Glaubens gemacht. Damit aber wird die Rechtfertigung zur inneren Neuschöpfung erweitert, Rechtfertigung und Heiligung nicht mehr recht unterscheiden. (Speners Lehre ist damit ganz nah bei Rom.) Christian Hoburg ging dann so weit, dass er nicht mehr von Gerechtsprechung, sondern von Gerechtmachung sprach, was eindeutig unbiblisch ist und klar zu Osiander und Rom zurückführt.134

    Die Betonung der Erfahrung, des inneren Lebens führten dazu, dass die Buße eine besondere Bedeutung bekam, verbunden mit Selbstuntersuchung, die aber oftmals zu andauernder Selbstbespiegelung wurde. Weinen, heulen, jammern wurden als Zeichen rechter Buße angesehen. Die Buße wurde praktisch auf die Reue reduziert. Die Gefahr eines Schematismus war groß, besonders dann bei Francke mit seinem „Bußkampf“ und „Gnadendurchbruch“. Buße, und besonders Reue wurden als menschliche Werke angesehen, die der Mensch Gott bringen müsse; Gottes Werk, vor allem das, was er in Christus für uns getan hat, trat dagegen zurück. Die Ziele, die Spener verfolgte, etwa auch mit den ecclesiola in ecclesia, den „Kirchlein in der Kirche“, also seinen Zirkeln oder Konventikeln, war ja nicht die Vertiefung der Schriftgründung, sondern, wie er selbst in den Pia desideria ausführte, ein „Feuer der Liebe“ untereinander zu entzünden, ein „leidenschaftliches Verlangen“, dass andere auch zu diesen Erfahrungen kommen anhand ihres Beispiels. Es geht ihm also um die inneren Werke des geheiligten Herzens. Auch all das spiegelt diese Grundlinie wieder vom Objektiven zum Subjektiven, vom Wirken Gottes zum Menschen, von der Gemeinde zum Einzelnen.

    Damit verbunden war eine Haltung, die Buße, die Errettung des Gegenüber anzuzweifeln: Bereust du „wirklich“? Bist du „wirklich“ gerettet? Das alles führte, wie schon oben ausgeführt, dazu, dass an die Stelle des Wortes Gottes und der Rechtfertigung, die eine so herausragende Bedeutung in biblisch-lutherischer Theologie haben, die Wiedergeburt und Erneuerung traten, an die Stelle des Glaubens die Liebe. Mystische Einflüsse und Einflüsse der Ostkirche spielten dabei auch eine Rolle.135

    Während der frühe Pietismus sich ja äußerlich noch kirchlich gab, war er zugleich von starker Kirchenkritik durchzogen. Die Kirche galt ihm nur als eine äußere Institution, die als „Babylon“ angesehen wurde; deshalb favorisierte man die Zellgruppen (Konventikel), die sich getrennt von der Kirche versammeln. In ihnen spielen Liturgie und die Sakramente, wenn überhaupt, nur eine sehr untergeordnete Rolle, es geht mehr um die Erfahrung der Erweckung und Bekehrung. Auch die Bedeutung der Taufe trat zurück, obwohl Spener immerhin noch die Kindertaufe hoch hielt. Aber die Erfahrung der Bekehrung bekam eine wesentlich größere Bedeutung und ebenso auch die Konfirmation. Auch die Bedeutung der Beichte und Absolution trat zurück, ja, teilweise wurde die Beichte wüst verleumdet und angegriffen. Die Absolutionsformeln bekamen einen teilweise rein deklaratorischen Charakter und hatte die Tendenz, das, was in einem Satz geschenkt wurde, im nächsten wieder zu nehmen. All das ist ja eine Konsequenz der Grundlinie, den Glauben von Gottes objektiven Gnadenmitteln und Tatsachen abzuziehen und ihn vielmehr auf subjektive „innere“ Vorgänge zu verweisen, auch im Blick auf die Frage der Errettung, der Heilsgewissheit, die eben nicht mehr auf Christus und dem Wort gründet, sondern auf dem Menschen, seinem Handeln, seinen Reaktionen, seinen Gefühlen, Erfahrungen, was zugleich zu einer Vergesetzlichung führt.136

 

    August Hermann Francke ging es um eine Welt, die vom Willen Gottes regiert wird, für die Halle mit seinen Einrichtungen ein Plan, ein Modell sein sollte, für das er Teamarbeit mit einem starken Leiter propagierte. Wir haben hier einen eindeutig reformierten Ansatz, der sich in vielfältiger Variante wiederfindet im Methodismus, im Social Gospel, der Befreiungstheologie, inzwischen auch der Evangelischen Allianz mit ihrer Manila-Erklärung und den Beteiligungen an Micha-Initiative und ähnlichem: Es geht eindeutig um ein innerweltliches Gottesreich. Jesus Christus dagegen sagt Joh. 18,36 eindeutig, dass sein Reich nicht von dieser Welt ist. Gottes Reich ist ein geistliches, kein weltliches Reich. Der Auftrag der Gemeinde Christi ist Mission, nicht Weltveränderung, Gesellschaftsveränderung.

    So tritt bei Francke noch stärker an die Stelle der christlichen Lehre das christliche Leben. Die Bibel wird für ihn in erster Linie zu einem Gesetz, einer ethischen Anweisung. In Leipzig hatten die von ihm beeinflussten Studenten homiletische und dogmatische Vorlesungen, überhaupt die Theologie als überflüssig angesehen. Francke hat die schon bei Spener vorhandenen Ansätze des Pietismus noch weiter ausgebaut. Neben die Schrift tritt bei ihm als neue Autorität die Erfahrung. Es geht daher nicht mehr in erster Linie um den, auf dem der Glaube gründet, Christus, sondern um den, der glaubt. Daher wurde Kritik an Halle gleichgesetzt mit Kritik an Gott selbst und jedem, der Halle kritisch gegenüber stand, der Glaube abgesprochen. Auch in der Weise der Schriftauslegung entfernte sich Francke und die Hallesche Universität von der biblischen Lehre, indem nicht mehr nur der einzige, der buchstäbliche Schriftsinn akzeptiert wurde, sondern man von einem doppelten, sogar dreifachen sprach, nämlich einem buchstäblichen, einem geistlichen und einem mystischen, wodurch für „anstößig“ gehaltene Stellen, etwa im Alten Testament, uminterpretiert wurden. Die Dogmatik selbst wurde als nebensächlich angesehen.137

    Das Thema der Reformation war das Thema, das auch in der Heiligen Schrift im Zentrum steht: die Rechtfertigung des Sünders allein um Christi Verdienst willen, allein aus Gnaden, allein mittels des Glaubens. Im Pietismus dagegen geht es, schon bei Spener, zunächst um die Wiedergeburt, die gewiss ihre Bedeutung hat, aber nur ein Element der Gnadenordnung ist, nicht das Element. Für den Pietismus dagegen liegt in der Wiedergeburt die Errettung des Sünders, wobei sie zugleich aber überleitet zu dem fast noch bedeutenderen Thema des Pietismus, der Erneuerung, die als ein fortschreitender Prozess dargestellt wird (was für sich gesehen auch richtig ist) und somit zur Heiligung führt als dem eigentlichen Zentralthema, mit einer Tendenz zum Perfektionismus, die gerade bei Francke stark hervortritt (und sich dann auch im Methodismus Wesleys ganz stark wiederfindet und auch Eingang in Teile des Evangelikalismus fand und über die Heiligungsbewegung den Weg in die Pfingstbewegung ebnete), der die biblisch-lutherische Lehre, dass es unmöglich ist, Gottes Gebote zu halten, als „verderblich“ bezeichnete. Dabei wird sie wiederum stark anthropozentrisch beschrieben, nämlich als Sache der menschlichen Moral. Luther dagegen, der sehr wohl von der Heiligung sprach, verstand sie theozentrisch, von der Vergebung der Sünden in der Gemeinde Christi her. Während so in biblisch-lutherischer Theologie der Mensch in der Heiligung dem Wirken des Heiligen Geistes nachgeordnet ist, ist er Pietismus gleichgeordnet neben dem Heiligen Geist.138

 

    Wie ganz anders sieht doch die lutherische Lehre aus. So, wie schon oben angezeigt, dass der persönliche Glaube durchaus seine Bedeutung hat, haben muss, aber eben als etwas, das Christus durch den Heiligen Geist mittels des Evangeliums in Wort und Sakrament wirkt und erhält. Während im Pietismus – und so ist es auch heute zumeist bei den Evangelikalen, vor allem auch in der charismatischen Bewegung (Lobpreis) – der Sünder zu Gott kommt, kommt in der lutherischen Lehre gemäß der Bibel Gott zum Sünder durch Wort und Sakrament. Dieser Unterschied führt dann im Pietismus dazu, dass der Gehorsam des Menschen, sein Wirken auch für die Erlösung wieder eine Bedeutung bekommt, besonders im Blick auf die Heilsgewissheit, die durch entsprechende Erfahrungen, gute Werke, bestätigt werden soll. Luther dagegen hat, ganz auf der Linie der Bibel, klar gesagt, dass die Rechtfertigung nicht durch die Heiligung bestimmt werden darf. Für den Pietismus dagegen heißt es, dass die Werke den Fortschritt im Glaubens- und Gnadenstand anzeigen würden. So wird etwa die Liebe zu einem Kennzeichen der Kirche, denn nicht selten wird der rettende Glaube definiert als der Glaube, der durch die Liebe tätig ist.139

 

    Der radikale Pietismus ist noch stärker dem Schwärmertum der Reformationszeit und auch dem Sozinianismus verwandt. Mystizismus und Rationalismus verbanden sich zum Teil dabei. Die Theosophie Jakob Böhmes spielte eine große Rolle, etwa bei Dippel. J.W. Petersen war extremer Chiliast, ganz im Anschluss an jüdische Auffassungen. Auch Spener hat das nicht völlig abgelehnt, wenn er auch sich dem nicht ganz anschloss, aber ja, für ihn typisch, keine Lehrzucht übte. Dippel hat ja dann auch die biblisch-lutherische Rechtfertigungslehre verworfen und – ganz im Sinne des heutigen Modernismus – gemeint, Gottes Liebe sei so groß, dass er die Sünde ungestraft lasse und das Herz neu schaffe.140

    Der herrnhutische Pietismus gibt sich zwar kirchenfreundlich, akzeptiert formal sogar das Augsburger Bekenntnis, ist zugleich aber extrem unionistisch, ja, ökumenistisch, umfasst Glieder aller möglichen Konfessionen. Noch stärker als bei Spener und Francke tritt bei Zinzendorf das Gefühl ins Zentrum. Es geht ihm um das „Gefühl der Christusgemeinschaft“, das aus der Betrachtung des Kreuzes erwachsen soll. Er leugnet die natürliche Gotteserkenntnis und hat auch zur Theologie überhaupt keinen Bezug. Seine Kreuzestheologie ist ganz und gar subjektivistisch und emotional ausgerichtet. Die Betrachtung des Leidens Christi soll das Gefühl erwecken, dass Christi Kampf und Leiden und von der Strafe befreien und mit ihm eins werden lassen. Hier sind alle objektiven Glaubensgrundlagen völlig aufgegeben. Zudem hat der herrnhutische Pietismus einen stark antinomistischen Zug.141

 

6. Die Auseinandersetzung mit den Evangelikalen

    Was macht das Luthertum aus? Es hat das Evangelium im Mittelpunkt und es gebracht Gottes evangelische Ordnungen, um sein Reich zu bauen, das Priestertum aller Gläubigen, die Versammlung um Wort und Sakrament und den Gnadenmitteldienst zur öffentlichen Verwaltung der Gnadenmittel, auch wenn es um Mission geht. Dabei ist lutherische Theologie immer eine Theologie des Kreuzes.142

    Das heißt für die bibeltreue lutherische Kirche: Es gibt auch für die Mission keine anderen Mittel als Wort und Sakrament (Matth. 28,18-20; Luk. 24,47), wobei die Missionsarbeit nicht auf den Gnadenmitteldienst reduziert werden darf. Der Gnadenmitteldienst hat dabei nach biblisch-lutherischer Lehre die Aufgabe, das Evangelium zu verkündigen, in Christi Tod und Auferstehung zu taufen, das Wort der Vergebung zuzusprechen, Christi Leib und Blut unter Brot und Wein auszuteilen, für uns gegeben zur Vergebung der Sünden. Gottes Wort allein hat alle Kraft.143

 

    Im tiefgreifenden Unterschied zum Luthertum sind die Evangelikalen größtenteils vom Arminianismus geprägt und vom Pietismus und Revivalismus stark beeinflusst, Richtungen, die alle wenig von den Gnadenmitteln halten. Dabei ist es nicht so, dass das Evangelium unbedeutend wäre bei den Evangelikalen; ihr Fokus liegt durchaus auf dem Evangelium, auch der Autorität der Heiligen Schrift. Dazu sind sie missionarisch. Aber: Bei den Evangelikalen wird das Evangelium zum bloßen Angebot, ist nicht mehr Gabe, wirkmächtige Kraft. Das hängt vielfach auch mit dem reformierten Hintergrund zusammen, da die Reformierten ein gespaltenes Verhältnis zu den Gnadenmitteln aufgrund ihrer Lehre von der doppelten Prädestination haben.144 Das Evangelium wird damit in erster Linie zur Information über Jesus degradiert – und der Hörer muss dann daraus etwas machen, muss mit seinem Willen darauf reagieren. Zum anderen ist ein Trend da, die Sünde mehr moralisch zu sehen. Durch die richtige Entscheidung könne sie aber überwunden werden; es wird behauptet, auch der nichtwiedergeborene Mensch habe einen freien Willen und könne sich „für Jesus entscheiden“ (Entscheidungstheologie). Dass auch der Christ Gerechter und Sünder zugleich ist, wird kaum wahrgenommen. Mit dieser Abschwächung der Sündenverdorbenheit und des ungeheuren Abstandes zwischen Gott und uns Menschen, wird auch die Erlösung abgeschwächt, ist mehr Reparatur als Rettung, verbunden mit menschlicher Mitarbeit mittels seines Willens, der Wahl, die richtige moralische Entscheidung. So könne auch das Gesetz erfüllt werden. Überhaupt findet hier, wie schon bei den Reformierten, eine Vermischung von Gesetz und Evangelium statt, weil beides abgeschwächt wird und das Gesetz nun wieder im Zentrum des Lebens steht. Es geht, vor allem bei den neueren Evangelikalen, weniger um Lehre als um den Lebensstil.145

    Da spielt dann auch die reformierte Bundestheologie hinein, die gerade in den USA seit der Zeit der Pilgerväter eine dominante Prägung auf Glauben und Leben ausübte, und auf die kurze Formel gebracht werden kann: Wenn wir unseren Teil der Vereinbarung einhalten, so hält Gott auch seinen Teil ein; wenn wir als sein Volk handeln, handelt er als unser Gott; wenn wir seinen Willen erfüllen, segnet er uns; wenn wir gegen seinen Willen handeln, straft er uns. Das ist ein sehr platter Synergismus und zugleich eine krasse Gesetzlichkeit.146 Während im stärker reformiert geprägten Bereich dann das Handeln Gottes in der Verkündigung dominiert, steht im stärker evangelikal (und dabei vor allem arminianisch) geprägten Teil das Handeln des Menschen im Vordergrund, der Subjektivismus, verbunden mit einem zumindest teilweise freien Willen auch in geistlichen Dingen: Die Errettung des Einzelnen hat seinen einzigen Grund nicht mehr in Gottes ewiger Erwählung zur Rettung durch den Glauben an Christus, ausgeführt in der Zeit durch den Heiligen Geist mittels Wort und Sakrament als seinen wirkmächtigen Gnadenmitteln, sondern in des Menschen willentlicher Entscheidung.147 Der Mensch ist nicht mehr Empfänger der Gnade Gottes, sondern ist der Handelnde. Damit treten die Sakramente noch mehr in den Hintergrund. Alles liegt dann an der willentlichen „Entscheidung“ des Menschen „für Jesus“ (Entscheidungstheologie). Immerhin wurde dabei die Einschränkung der universalen Gnade im strengen Calvinismus (s.o.) überwunden. Diese anthropozentrische Theologie hat enorme praktische Auswirkungen: In der Evangelisation kommt alles darauf an, den Willen des Menschen zu bearbeiten, wie es schon Charles Finney sehr eindrücklich demonstrierte mit seinen dramatischen Ansprachen, um Antworten herauszufordern, mit direkten Ansprechen, bis hin zum Anschreien, Einzelner, mit dem bedrängenden psychischen Kneten der Hörer, etwa auch durch eine das Gefühl ansprechende, ja, aufpeitschende Musik, um eine „Entscheidung“ zu erreichen („new measures“). Es geht also vor allem um die subjektiven Gefühle des „Gläubigen“, weniger um die Majestät und Gnade Gottes. Die Gewissheit aufgrund der Aussagen der Schrift, auf die der Glaube sich gemäß biblisch-reformatorischer lutherischer Theologie gründet, reichen dabei nicht aus, es komme auf eine letztlich gefühlte oder mit bestimmten Methoden herbeigeführte (Bußkampf, Entscheidung) Neugeburt an oder ein „inneres Licht durch den Heiligen Geist“.148 Dazu kommt, dass in den letzten 30 Jahren im evangelikalen Raum das Verständnis der Gnadenordnung Gottes, das auch zuvor schon gering ausgeprägt war, völlig abhanden gekommen ist. Die abgrundtiefe Verdorbenheit des Menschen, seine Sünden, seine Verlorenheit ohne Christus; die Notwendigkeit von Sündenerkenntnis, Reue, Leid über die Sünde, Zerbruch des alten Ich, alles von Gott gewirkt; die Notwendigkeit der Umkehr weg von der Selbstgerechtigkeit, dem eigenen Ich mit seinen Wünschen, Sehnsüchten, Ideen, Vorstellungen, Zielen hin zu Christus dem HERRN als ebenfalls von Christi Geist gewirkter Frucht der Bekehrung (Hingabe), all das ist mehr und mehr in den Hintergrund getreten oder ganz verschwunden, weil man sich dem Zeitgeist immer mehr angepasst hat. Das hat in den letzten Jahren zu einem völlig verflachten „Christentum“ geführt, in dem hauptsächlich vom „lieben Gott“ gesprochen wird, zu dem die Menschen sich „bekehren“ sollten (Bekehrungen, die in ihrer Tiefe und Echtheit mindestens so zweifelhaft sind wie viele, die zuvor durch die von der Entscheidungstheologie geprägten Evangelisationen hervorgebracht wurden).

    Wie schon beim Pietismus und den Schwarmgeistern der Reformation zu beobachten, ist auch der Evangelikalismus geprägt vom Subjektivismus, von einer Konzentration auf das Ich, vor allem in seiner Anpassung an die individualistische, egozentrische westliche Welt.149 Nicht die objektive Wahrheit ist das entscheidende Kriterium, sondern das religiöse Gefühl, die religiöse Empfindung. Gott werde mehr in menschlichen (religiösen) Erfahrungen als in seinem Handeln in den objektiven Gnadenmitteln.150

 

    Dadurch, dass bei den Evangelikalen die Lehre nicht die zentrale Rolle spielt, sondern das Leben, der Lebensstil, kommt es dann verstärkt entweder zu einer immer stärkeren Abkehr von der Welt, einer Parallelgesellschaft von „Wiedergeborenen“, oder einer völligen Verweltlichung.151 Beides hat gerade in den letzten 25-30 Jahren den evangelikalen Bereich besonders geprägt. Das zeigt sich nicht zuletzt daran, dass rein säkulare Dinge „christianisiert“ wurden, bis hin zu Kochbüchern in christlichen Verlagen und vielen anderen Beratungsdingen für rein säkulare Sachen; es zeigt sich ebenso darin, dass Sozialarbeit immer stärker ins Zentrum gerückt ist und die Stelle von Mission und Evangelisation einnimmt, wie es nicht zuletzt neuere „christliche“ Filme zeigen, die oft wenig bis keine Botschaft enthalten, aber viel Sozialdienst. Verbunden mit westlich-pragmatischem Denken heißt es eben nicht: Ist es wahr? sondern: Funktioniert es? Gott wird dabei, wie schon gesagt, nicht in Wort und Sakrament gesucht, sondern in Erlebnissen, Erfahrungen, Gefühlen, im Herzen und Leben.152

    Vor allem die „neuen Evangelikalen“, die sich in den 1940er Jahren in den USA von den Fundamentalisten trennten und seit 1960 eine neue Offensive begannen, wollten „kultursensitiv“ oder „kulturrelevant“ sein, wie es nicht zuletzt auch in der Gemeindewachstumsbewegung vorangetrieben wird oder bei Willow Creek, Saddleback und ganz extrem der Emerging Church. Das Eingehen auf die „Probleme der Menschen“ oder ihre „Bedürfnisse“, um dafür Lösungen anzubieten, bringt die Gefahr mit sich, dass dadurch das Zentrum aus dem Auge verloren wird, dass Sünde, Sündenverdorbenheit und die damit verbundene Verlorenheit und Christus als der Retter aus eben der ewigen Verdammnis nicht mehr klar und unzweideutig verkündigt wird. Dazu kommt, dass die neuen Evangelikalen sehr stark weltlich aktiv wurden, also in Beeinflussung der Politik, wozu es für die Gemeinde Christi keinen Auftrag gibt. Hier kommt wieder ganz stark der reformierte und pietistische Hintergrund hervor, verbunden in der letzten Zeit mit einem neuen sozialen Evangelium, sie es sich schon leicht andeutete in der Lausanner Erklärung, dann deutlich vernehmbar eingeläutet wurde mit der Manila-Erklärung der Weltweiten Evangelischen Allianz und sich seither immer deutlicher zeigt, besonders da, wo der Einfluss der Emerging Church zu finden ist („Gesellschaftstransformation“), aber auch bei den „neuen Calvinisten“ (Timothy Keller z.B.). Kulturrelevant sein heißt nämlich letztlich, weltlich zu werden, sich der Welt zu öffnen, die Schwelle zwischen Reich Gottes und Welt abzusenken – bis dahin, dass, wie es bereits bei einigen der Fall ist, es nicht mehr um Rechtfertigung, nicht mehr um Wiedergeburt, sondern nur noch um „Christianisierung“ der Welt geht, bis hin zu synkretistischen Verirrungen. Gottesdienst als „Unterhaltung“ (entertainment) ist ein Abdriften in die Welt, denn wirklicher Gottesdienst ist eine geistliche Schlacht zwischen Gott und dem Teufel, und die Waffen, die dabei eingesetzt werden von Gottes Seite, sind Wort und Sakrament.153 In rechter Weise „kulturrelevant“ sein ist dagegen nur möglich im Anschluss an Christus und seine Unterredung mit der samaritischen Frau am Jakobsbrunnen, Joh. 4, und Paulus in Athen, Apg. 17, nämlich das Gedanken, Bedürfnisse des gesellschaftlichen Umfelds als Einstieg, als Anknüpfungspunkt, als Abholung verwendet werden, um dann direkt auf die biblisch wirklich relevanten Fragen zu kommen. Denn unsere Botschaft muss von der Schrift, nicht von der Kultur, Gesellschaft bestimmt sein.

    Das, was die Evangelikalen zusammenhält ist, und das ist das besonders Tragische, nicht die Lehre, denn da ist vieles im evangelikalen Raum möglich, sondern, wie oben schon angezeigt, eine bestimmte Form von Frömmigkeit, beginnend mit einer „Bekehrung durch Entscheidung“ als einer bestimmten persönlichen Erfahrung, und dann ausgreifend in alle möglichen Lebensbereiche, für die es Seminare gibt, um sie „biblisch“ zu bewältigen.

    Wie aber sieht die Heiligung nach evangelikaler Lehre aus? Es geht vor allem um eine „praktische Religion“, um praktische Anweisungen für das alltägliche Christentum, das der einzelne Christ, gemäß ihm vorgegebener Regeln, leben soll.154 Dabei geht es durchaus darum, nach Gottes Willen zu handeln, Gottes Führung zu erkennen – und Christus nachzuahmen. Das ist, übrigens ähnlich wie im spätmittelalterlichen Katholizismus, ein zentrales Anliegen. Da sind auch gute Ansätze dabei, aber die Grundrichtung ist schief, weil Christus zum neuen Gesetzgeber wird, und weil es durch unsere Handlungen ist, dass der Heilige Geist besser in uns wirken könne.155 Die Bibel wird so in erster Linie zu Ansammlung von Regeln für ein richtiges, Gott wohlgefälliges Leben.156 Obwohl die Gnade, die durch Christi Erlösungswerk am Kreuz erworbene Sündenvergebung durchaus gelehrt wird, so ist es nicht durch das Evangelium, dass die erneuerte Gemeinschaft mit dem dreieinigen Gott auch erhalten wird. Vielmehr ist es dafür nötig, dass wir im Gehorsam gegen Gott leben.157 Denn ob Christus die Leitung in deinem Leben hat, das hängt nach evangelikaler Lehre von deiner Entscheidung ab.158 Das scheint logisch, ist aber dennoch schief, da vom Gesetz geprägt. Vielmehr ist es doch biblisch so, dass Christus unser Herz und unseren Willen durch sein Wort prägt und so willig macht, sein eigen zu sein, ihm zu folgen. Das Evangelium, nicht das Gesetz bestimmt das Leben. Hier liegt ein entscheidender Unterschied zwischen evangelikaler, vom Gesetz, von Regeln geprägter, und lutherischer, vom Evangelium geprägter Heiligung.

    Auch da, wo, wie bei Charles Swindoll, durchaus die Lage des Christen, nämlich dass er nie vollkommen sein wird, klar ausgesagt wird, bleibt der Begriff der Sünde unscharf, erscheint mehr als ein moralischer Defekt, der mit gutem Willen überwunden werden könnte. Der Ernst der Sünde, auch im Christenleben, wird so abgeschwächt.159 Damit aber tritt auch das Evangelium eher in den Hintergrund, da es nicht der Heilige Geist mittels des Evangeliums ist, der Triebfeder des neuen Lebens ist, sondern vielmehr der erneuerte Wille des Christen. Das stimmt mit der evangelikalen Grundlinie zusammen, die ja im Willen des Menschen einen entscheidenden Faktor sieht, gerade auch im Blick auf die Rettung des Einzelnen, die davon abhängen soll, dass er im Glauben sich Christus zuwendet. Rettung nicht allein um Christi Opfer auf Golgatha willen, sondern teilweise auch aufgrund der menschlichen Reaktion. Es scheint beim Evangelium dann nicht so sehr um die Erlösung von Schuld als von der Macht der Sünde zu gehen, die nun siegreich überwunden werden kann.160 Das Gesetz wird so mehr zu einem Regelwerk für christliches Verhalten – und es ist nun am menschlichen Willen, entsprechend zu handeln. Immer wieder steht also der Mensch im Zentrum. Evangelikale Lehre und Frömmigkeit ist vor allem anthropozentrisch. Biblisch-lutherische Lehre dagegen ist es gemäß Gal. 3,10, dass es den Gesetz unmöglich ist, irgendeine Änderung in unserem Leben hervorzurufen, da es dazu keine Kraft hat, sondern hat nur die Aufgabe, unser der Sünde zu überführen, das alte Ich zu zerbrechen und das neue Ich über Gottes Willen zu informieren – nicht Leitung unseres neuen Lebens.161 So sprechen die Evangelikalen dem Menschen, dem neuen Ich, seinem Willen es zu, dass er im Glauben beharrt, erhalten wird, nämlich der willentlichen Entscheidung, „Christus jeden Raum des Lebens“ zu öffnen. Geistliches Wachstum komme so aufgrund der richtigen moralischen Entscheidungen auf der Grundlage der Prinzipien, Regeln des Wortes Gottes. Wie anders doch Gottes Wort, etwa Röm. 7, wo es deutlich wird, dass ohne die Leitung des Heiligen Geistes mittels das Wort der menschliche Wille, auch des Wiedergeborenen, unfähig ist, irgendeine richtige Entscheidung zu treffen (Röm. 7,18; 8,14), da das Böse immer noch in uns steckt.162

 

    Wie ganz anders im biblischen Luthertum: Gewissheit gibt es nicht aus uns heraus, ist nicht im Herzen des Menschen, in seinen Erfahrungen zu suchen, sondern allein in dem objektiven Wort Gottes, das den Glauben wirkt. So suchen wir auch Christus nicht in äußeren Erfahrungen, nicht in Gefühlen, nicht in uns, sondern haben ihn allein im Evangelium mittels des Glaubens. Gott wirkt an unseren Herzen, gewiss; Erneuerung, Heiligung ist die natürliche Frucht des Glaubens, wenn er gesund ist, unbedingt: Aber das alles geschieht nicht anders als durch das Wirken des Heiligen Geistes mittels des Evangeliums in Wort und Sakrament. Er kommt nicht zu uns durch unsere Vorbereitungen, Gedanken, Werke. Das ist auch nicht nötig. Denn Gottes Wort ist ein kraftvolles, wirkmächtiges Wort, weil der Heilige Geist darin wirkend gegenwärtig ist, unabhängig vom Menschen (Joh. 6,63; Röm. 1,16-17; 1. Petr. 1,23; Jak. 1,18; Joh. 3,3.5; Tit. 3,4-7). Unsere Verbindung zu Gott ist nicht unser Gefühl, unsere Erfahrung, sondern die Person Jesus Christus, die durch Wort und Sakrament zu uns kommt. So, nur so, können wir zu wirklicher Gewissheit kommen.163 Gott ist in Jesus Christus zu uns gekommen, lag für uns in der Krippe in Bethlehem, starb für uns am Kreuz auf Golgatha. Wir finden Gott im Gottmenschen Jesus Christus, der in diese Welt, die im Argen liegt, gekommen ist. Darum gilt es auch für uns Christen, in dieser Welt zu leben, ohne von dieser Welt zu sein.164 Es geht um Gottes Handeln auch in der Lehre von der Bekehrung. Die Grundfrage ist ja: Ist die Bekehrung Gottes oder des Menschen Werk? Während im evangelikalen Raum dem Mensch zumindest eine mehr oder weniger starke Beteiligung zugesprochen wird (Synergismus, Entscheidungstheologie), lehrt das biblische-reformatorische Luthertum auf der Grundlage der Schrift, dass die Bekehrung einzig und allein Gottes des Heiligen Geistes Werk durch Wort und Sakrament ist, nämlich dass er zunächst durch das Gesetz Sündenerkenntnis, Verdorbenheits- und Verlorenheitserkenntnis, Reue, Leid über die Sünde, Hass, Ekel, Abscheu vor der Sünde, den Wunsch, von ihr los zu kommen, wirkt (Erleuchtung durch das Gesetz) und dann durch das Evangelium Jesus Christus als den Retter der Welt vor die Augen malt, der am Kreuz die Sünden aller Menschen aller Zeiten getragen und so Gott mit jedem Sünder, jedem Menschen versöhnt, in Christus jedem Sünder vergeben hat, so dass in Christus für jeden Menschen Vergebung der Sünden, Freispruch im Jüngsten Gericht und damit ewiges Leben bereit sind. Und das verkündet der Heilige Geist durch Prediger und andere Jünger Christi mittels Wort und Sakrament und wirkt so, durch diese Mittel, den rettenden Glauben in den Herzen der Sünder, bekehrt dadurch auch ihren Willen, ihre Vernunft, so dass sie nun aus Gottes Kraft mit der Sünde brechen und als Frucht des neuen Glaubens, aus der Liebe Christi, sich Christus als ihrem Retter und HERRN hingeben und aus der Kraft und dem Auftrag der Taufe anfangen, in einem neuen Leben zu wandeln, im täglichen Kampf zwischen Geist und Fleisch, Gutem und Bösem, neuem und altem Menschen (Joh. 16,8-11; Röm. 1,16-17; 10,14-17; 1. Petr. 1,23; Jak. 1,18; Joh. 3,3-6; Tit. 3,4-7; 2. Kor. 5,14-15; Röm. 12,1) und so der Heilige Geist durch die Gnadenmittel den Gläubigen auch im Glauben an Christus erhält (1. Petr. 1,5) (Erleuchtung durch das Evangelium). Die Rechtfertigung geschieht also allein aus Gnaden, allein um Christi Verdienst willen, allein mittels des Glaubens, ohne irgendeine menschliche Mitwirkung. Der Sünder empfängt die Wiedergeburt, das neue Leben nur, und ist auch in der Heiligung nur nachgeordnet beteiligt, denn er wirkt die Werke, die Gott zuvor bereitet hat (Eph. 2,10), weil Christus in ihm lebt durch Wort und Sakrament. Der menschliche Wille ist vor der Bekehrung völlig unfähig, irgendetwas beizutragen, irgendwie auf Gottes Ruf einzugehen, denn der Sünder ist vor der Wiedergeburt tot in Übertretungen und Sünden (Eph. 2,1-3) und bedarf ja der geistlichen Lebendigmachung, Auferweckung (Eph. 2,4-9). Wie sollte ein geistlich Toter sich geistlich für irgendetwas entscheiden?

    Wie grundlegend der Unterschied zwischen dem biblischen Luthertum und den Evangelikalen ist, zeigt sich besonders in der Sakramentslehre. Für die meisten Evangelikalen sind die Sakramente nur Ordnungen Gottes, die die Christen erfüllen müssen. Die Taufe etwa als ein „Zeichen“, dass der Gläubige sich Christus übereignet habe. Wird die Kindertaufe noch geübt, so wird bestenfalls von einem Bund gesprochen, in den das Kind aufgenommen wird, damit es zum Glauben kommen kann (reformierte Lehre) oder von einem „Scheck“, den es bekommen habe, um ihn später (in der Bekehrung) einzulösen. Das Abendmahl ist für die Evangelikalen ein Erinnerungsmahl, das wir halten sollen, bis Christus wiederkommt. Wie ganz anders doch die biblisch-lutherische Lehre. Da steht nicht der Mensch als der Handelnde im Mittelpunkt, sondern Gott. Gott weckt in der Taufe (beim Säugling) den Glauben, schenkt die Vergebung der Sünden, damit Leben und Seligkeit. Der alte Mensch wird mit Christus gekreuzigt und der neue geht aus der Taufe hervor (Röm. 6, 3-7). Aber nur der Glaube empfängt diesen geistlichen Segen. Im heiligen Abendmahl reicht uns Christus durch seinen Diener in, mit und unter dem Brot und Wein mittels der Einsetzungsworte (Segnung oder Konsekration) seinen für uns dahingegebenen Leib und sein für uns vergossenes Blut zum mündlichen Genuss und Vergebung der Sünden.165 Die Evangelikalen haben letztlich ein gebrochenes Verhältnis zu den Sakramenten, da sie in ihnen äußere Werke sehen, die weiter keine größere geistliche Bedeutung hätten. Dagegen bekennt das biblische Luthertum, dass Gott eben durch die Sakramente, mit den Sakramenten an uns wirkt. Überhaupt ist es Gottes evangelische Ordnung, dass er nicht anders als durch die äußeren Mittel – Wort und Sakrament – an uns wirken, uns beschenken, inneres Leben erwecken und erhalten will. Das innere Leben unabhängig von diesen Mitteln zu erwarten, zu suchen, etwa in sich selbst, ist Schwärmerei.166 Für den Großteil der Evangelikalen, und das hängt zusammen mit ihrem reformierten Erbe, ist das, was im Evangelium verkündigt wird, nur eine Information, eine Verheißung, ein Angebot, eine Möglichkeit, aus der dann der Hörer etwas machen muss, eine entsprechende Antwort geben muss (denn ihm wird eine, wenn auch vielleicht eingeschränkte, Freiheit in geistlichen Dingen zugesprochen), nicht eine Zueignung und Versicherung. Nicht dem Evangelium wird eine wirkende, verändernde Kraft zugesprochen, sondern die Läge beim Menschen in seiner Entscheidung, und wenn er Christ ist in seinen Handlungen, seinen guten Werken, mit denen er Gottes Gesetz zu erfüllen trachtet.167

    Das christliche Leben, wie es die Bibel beschreibt und das bibeltreue Luthertum  lehrt, geschieht nicht nach menschlichem Willen und menschlichen Regeln, sondern unter der Leitung Christi mittels Wort und Sakrament.168 Christus ist gegenwärtig, nämlich in seinem Wort, im Sakrament (in besonderer Weise in der Realpräsenz beim heiligen Abendmahl), in der Absolution, auf diese Weise kommt er immer wieder zu uns – und in ihm die Fülle der Gottheit leibhftig.169 Das neue Leben ist ein Leben, gekommen aus dem Mitsterben mit Christus in der Taufe, Röm. 6,3-7, ein Leben, das nun aber auch Leben unter dem Kreuz, mit dem Kreuz ist, denn es ist, durch Christus, geprägt von Selbstverleugnung und dem Kreuz, das es gilt, Christus nachzutragen, Mark. 8. Dabei bleiben wir Gerechte und Sünder zugleich und werden in diesem Leben nie vollkommen. Das neue Leben ist verborgen mit Christus in Gott, Kol. 3,1-4. Heiligung heißt vor allem: Leben in täglicher Erneuerung, die geschieht durch tägliches Sterben des alten und Auferstehen des neuen Menschen durch tägliche Sündenerkenntnis, Reue, Buße, Sündenbekenntnis und Ergreifen der Vergebung Christi und dann Erneuerung der Hingabe. Vertiefend können noch Privatbeichte und Absolution hinzukommen. Es geht dabei um ein vom Evangelium, nicht um ein vom Gesetz bestimmtes neues Leben. Das bedeutet so ein tägliches Leben aus der Kraft der Taufe im Glauben an Christus, der uns zur Heiligung gemacht ist (1. Kor. 1,30).170 Denn wenn Gott uns auch auffordert, dass wir unsere Seligkeit schaffen mit Furcht und Zittern (Phil. 2,12), so macht er doch zugleich deutlich, dass wir dazu nicht die Kraft haben, sondern Gott sie uns geben muss (Phil. 2,13).

    Gerade auch im Blick auf das Leben als Christ geht es also im biblischen Luthertum um Christus, den Gekreuzigten und Auferstandenen, 1. Kor. 2,2, und sein Leben in uns, Gal. 2,20.171 Je mehr es dabei um den Christus für uns geht, den für unsere Sünden Gekreuzigten und für unsere Rechtfertigung Auferweckten, umso stärker wird auch die Heiligung: als der Erlöste bist du sein eigen.172 Glaube und Theologie dürfen nicht auf das Gefühl gegründet sein, sondern müssen fest im Wort wurzeln; dann werden, als Frucht, als Folge, auch religiöse Gefühl kommen, wie der Heilige Geist es will. So, wie es keine Rechtfertigung gibt am Kreuz vorbei, so gibt es auch keine Heiligung am Kreuz vorbei, am täglichen Sterben des alten Menschen vorbei. Das gehört zum Tragen des Kreuzes, das gehört zum Leiden mit Christus und um Christi willen (Phil. 3,10; Röm. 8,17). Es ist durch das Kreuz in unserem Leben, dass der alte Mensch immer wieder getötet wird, damit der neue, durch Christus und in Christus erneuerte Mensch immer stärker hervortrete (2. Kor. 4,10.11.16).173 Dabei ist dieses Leben immer ein Leben in Schwachheit, aber zugleich ein Leben aus der Gnade Gottes und darum in seiner Stärke (2. Kor. 12). Es ist in dieser Schwachheit, dass wir im Gebet vor Gott treten können und dürfen, gerade in dem alltäglichen Ringen mit der Sünde.174 Gerade im Kreuz begegnet uns Gott, der in Schmerz, Not, Leid, Tod zu uns kommt, denn Christus hat für uns gelitten am Kreuz. Im Kreuz begegnet uns der liebende Gott, der an uns arbeitet, um uns immer mehr zu sich zu ziehen. Das ist auch das tägliche Leben aus der Taufe, das tägliche Sterben des alten Menschen und Auferstehen des neuen.175

 

    Wo also ist Gott wirklich zu finden, objektiv? Nirgend anders, das ist die biblisch-lutherische Antwort, als in Jesus Christus, dem Fleisch gewordenen Wort Gottes, den wir wiederum nirgends anders finden, der nicht anders zu uns kommt als in den Gnadenmitteln, Wort, Taufe, Abendmahl. Gottesdienst heißt gerade dies: Christus kommt zu uns in seinem Wort, und, besonders, Christus kommt zu uns im heiligen Abendmahl, wo er uns reich beschenkt mit seinem Leib, den er für uns auf Golgatha dahingegeben, mit seinem Blut, das er dort für uns vergossen hat, um so Gott zu versöhnen, uns die Vergebung der Sünden, den Freispruch im Jüngsten Gericht und so das ewige Leben zu erwerben. Und genau das, was er uns erworben hat, das teilt er uns aus im Wort, in der Taufe, im Abendmahl, in der Absolution. Im Gottesdienst, gerade da ist Gott am Werk. Luther hat es deutlich hervorgehoben, dass Gott in zweifacher Weise an uns handelt: äußerlich durch Wort und Sakrament, innerlich durch den Heiligen Geist, der Glauben wirkt und seine Gaben schenkt. Aber dieses innere Wirken ist nicht unabhängig von Wort und Sakrament, sondern eben diese sind die Mittel, durch die der Heilige Geist wirkt. Denn das mündliche Evangelium ist die Kraft Gottes zur Errettung eines jeden, der da glaubt (Röm. 1,16.17).176

 

7. Die Auseinandersetzung mit der Pfingst- und charismatischen Bewegung (eng angelehnt an einen Teil aus: Sckerl: Die falsche romanistische Lehre Osianders von der Rechtfertigung wird auch heute noch gelehrt. Maschinenschr. S. 24 f.)

    Die Pfingst- und charismatische Bewegung hat viele Elemente aus dem Pietismus und Methodismus übernommen, ja, sie ist vielfach aus der Heiligungsbewegung erwachsen, die wiederum ihre Wurzeln im Methodismus hatte. Hier war eindeutig der Schwerpunkt der Lehre verschoben von der Rechtfertigung auf die Heiligung, verbunden vor allem mit der Lehre des Perfektionismus. Hier ging es wirklich darum, mit Ernst und Entschiedenheit Christ zu sein und auch als solcher zu leben. Aber die Frömmigkeit ist geprägt von einem Hang zu Erfahrungen, Erlebnissen, mit der Neigung, immer neuen Erfahrungen, Erlebnissen nachzujagen. Da die Heiligung dominiert, so ist auch die Glaubensauffassung selbst geprägt vom Glauben, der in der Liebe tätig ist, was sich auch auf die Auffassung vom rechtfertigenden Glauben auswirkt. Der Christus in uns gewinnt eine entscheidende Bedeutung. Eine Gnadenmittellehre im lutherischen Sinne ist in diesen Kreisen nicht vorhanden.

    Aus dieser Frömmigkeitshaltung ergibt sich auch die Neigung zur Selbstbeschauung zu einer ständigen Durchforschung des eigenen Lebens, einem ständigen „geistlichen Pulsfühlen“ – was große Gefahren für die Heilsgewissheit mit sich bringen kann. Weil aber diese Menschen doch oftmals wirklich ehrlich waren, erkannten sie auch, dass die angestrebte Vollkommenheit nicht erreicht wurde, was zu nicht geringen Sorgen über den Glaubensstand führte. Deshalb war man sehr offen für Lehren, die von einer „zweiten und dritten Segnung“ und einer „Geistes- und Feuertaufe“ sprachen, was den Weg für die Pfingstbewegung ebnete, die das subjektivistische, auf das fromme Ich ausgerichtete Christentum noch vertiefte.

    In der Pfingst- und charismatischen Bewegung werden nun, herkommen von der „zweiten und dritten Segnung“, die „Gaben des Geistes“ betont, aber nicht diejenigen, die Paulus im ersten Korintherbrief herausstreicht, nämlich die Lehrgabe, 14,1, und die Liebe als Frucht des Glaubens, Kap. 13, sondern die ‚spektakulären‘ oder Wundergaben wie Zungenrede, Prophetie, Heilung, obwohl es doch von diesen Zeichen heißt, dass sie „Zeichen der Apostel“, 2.Kor. 12,12, waren und aufgehört haben. Für viele in dieser Bewegung sind diese Gaben „Zeichen des Glaubens“177, womit behauptet wird, der Heilige Geist müsse sich in Zungenrede und Heilung offenbaren.178 Käme es nicht zur Heilung, so sei der Glaube nicht klar179, Krankheit sei eine Folge konkreter Sünde180. Wozu aber führt das? Bleibt die Heilung aus, so bricht der Glaube selbst zusammen, kommt es zu Zweifeln an der Errettung, an der Gnade181, denn es wird ja behauptet: „Wir glauben, dass die Erlösung die Heilung von Krankheit durch göttliches Eingreifen einschließt.“182

    Auch hier ist damit das Fundament des Glaubens, der Heilsgewissheit nicht das Wort vom Kreuz, das Evangelium von Christus, sondern der Christus in uns, hier oft eher weniger Christus, der in manchen dieser Gruppen sehr in den Hintergrund tritt, sondern der Heilige Geist, der sich durch Zungenrede, Heilung zeige.

    Damit hängt eines weiteres Charakteristikum zusammen, das sich so früher in dieser Weise im evangelikalen Raum nicht zeigte: An die Stelle der Theologie des Kreuzes ist die Theologie der Herrlichkeit getreten. Schon hier in diesem Leben sollen Erfolg, Freiheit, leibliches Heil erreicht werden. Darum wendet man sich dann weg vom Wort der Gnade, von den Gnadenmitteln, vom Wort vom Kreuz und hin zu Wundern, Erlebnissen, Erfahrungen.183 Die Theologie des Kreuzes ist in ihrem Kern christozentrisch, ist Glaube an den für mich gestorbenen und auferstandenen Christus und nimmt das Leiden aus Gottes Hand, in der Nachfolge Christi. Die Theologie der Herrlichkeit aber ist anthropozentrisch, ist ausgerichtet auf das „Wohlbefinden“ des Menschen in dieser Welt (und hier der Befreiungstheologie nicht unähnlich). Die Erfahrung des Menschen steht also im Zentrum, nicht mehr der Christus für mich, das Heil in Christus, die Tatsache der Gerechtsprechung um Christi Verdienst für mich willen.

(wird fortgesetzt)

 

 

 

THEOLOGISCHE ANMERKUNGEN

 

(Angesichts der verheerenden Entscheidungen des Bundestages der BRD im Blick auf die Gleichstellung der Verbindung Homosexueller mit der von Gott gestifteten Ehe, ist es wichtig, die biblische Lehre von der Ehe wieder ins Gedächtnis zu rufen. Als Christen sind wir an Gottes Wort gebunden und nicht an staatliche Entscheidungen, wenn diese Gottes Wort behindern oder widersprechen.)

 

Von der Ehe und dem Hausstand: Die Ehe als lebenslange Verbindung eines Mannes und einer Frau zu einem Fleisch ist nicht aus menschlicher Willkür, menschlicher Übereinkunft entstanden noch Produkt einer besonderen Kultur, sondern Gottes heilige Stiftung schon in der Schöpfung, 1 Mose 1,27.28; 2,18-24; Matth. 19,4.5. Sie ist aber kein geistlicher, sondern ein bürgerlicher Stand, weshalb nicht nur Christen, sondern auch Heiden diese Ordnung haben. Der Zweck der Ehe liegt darin, dass die Frau dem Mann eine Gehilfin sei, die um ihn sei; dass sie innige Gemeinschaft miteinander haben, bis dahin, dass sie völlig ein Fleisch werden. Dazu gehört auch, aber nicht ausschließlich, nicht einmal primär, dass in dieser ehelichen Gemeinschaft, wenn Gott es schenkt, Kinder geboren werden sollen und so die Menschheit erhalten. Seit dem Sündenfall ist die Ehe dazu auch noch der Schutzort gegen die Hurerei, 1 Kor. 7,2.5.

    4. Die Ehe kommt vor Gott zustande durch ein gegenseitiges freiwilliges Treueversprechen der beiden Eheschließenden. Dieses allein berechtigt aber noch nicht zum Vollzug der ehelichen Gemeinschaft, denn die Ehe betrifft nicht nur diese beiden Menschen, sondern ist eine öffentliche Gottesordnung, die der Achtung und des Schutzes durch die Öffentlichkeit bedarf. Deshalb treten die Eheschließenden mit ihrem Treueversprechen vor die Öffentlichkeit, was heute (in der BRD) durch die standesamtliche Eheschließung geschieht, ordentlicherweise unter Zustimmung der Eltern oder derer, die an ihrer Statt sind (s. Rebecca, 4. Gebot; 1 Kor. 7,36-38). Ausgeschlossen ist eine Ehe zwischen solchen, die schon gebunden sind oder aufgrund der Verwandtschaftsgrade sich nicht verbinden können, 3 Mose 18,8-18; 20,11-17.19-21.

Zu einem rechtmäßiges Verlöbnis (Eheschließung) gehört also als Wesentliches das freiwillige gegenseitige Versprechen eines Mannes und einer Frau sowie, ordentlicherweise, die Zustimmung der beiderseitigen Eltern oder derer, die an deren Statt sind. Zu einem rechtmäßigen Verlöbnis gehört aber auch, dass es ordentlich und öffentlich geschieht, also mit Wissen und Willen derer, die Recht und Macht haben, die Ehe zu stiften. In früherer Zeit, und zwar bis zum Aufkommen der sogenannten Zivilehe, lag diese Macht faktisch ausschließlich bei den Eltern oder denen, die an ihrer Statt waren. Darum war das Verlöbnis in der alten Form im Beisein und unter dem Segen der Eltern zugleich die auch rechtlich verbindliche Eheschließung, die keiner weiteren Ergänzung zur rechtlichen Verbindlichkeit bedurfte, auch wenn die Heimholung der Braut oder Hochzeit erst später stattfand. Mit der Einführung der Zivilehe ist dieses Recht und diese Macht auf den Staat übergegangen, das heißt, das gegenseitige Versprechen der Nupturienten gewinnt rechtliche Verbindlichkeit einzig, wenn es in Gegenwart des entsprechenden Vertreters des Staates (Standesbeamter) stattfindet. Ein rechtmäßiges Verlöbnis umfasst also das gegenseitige Versprechen unter Zustimmung der Eltern und in Gegenwart des Standesbeamten, der dies beurkundet. Erst damit ist heute der Akt des Verlöbnisses oder der Eheschließung abgeschlossen. Die Frage, ist aufgekommen, ob denn das gegenseitige Versprechen vor der standesamtlichen Trauung schon bindend sei oder nicht. Dies ist letztlich keine dogmatische, sondern eine kulturelle Frage, die nach der jeweiligen Kultur und Brauch zu beantworten ist. Rechtlich in der BRD vor dem Staat gewiss nicht. Zu beachten ist, dass der „private“ Teil des Verlöbnisses heute vielmals überhaupt nicht mehr den Charakter eines Treueversprechens hat, sondern vielmehr nur eine bedingte Absichtserklärung bedeutet zu heiraten, die erst mit der standesamtlichen Trauung tatsächlich zu einem bindenden Treueversprechen wird.

Da Kinder ihren Eltern in allen Dingen gehorsam sein sollen, Kol. 3,20, suchen sie den Rat, das Einverständnis und den Segen der Eltern zur Ehe. Die Eltern haben kein Recht, ihrem Sohn oder ihrer Tochter die Ehe grundsätzlich oder auf eine bestimmte Zeit zu verbieten. Ebenso können sie nicht die Ehe mit einer bestimmten Person verbieten ohne einen guten, triftigen Grund. Mit dem Verlassen von Vater und Mutter hört zwar die Gehorsamspflicht gegenüber den Eltern auf, nicht aber, sie zu ehren, zu lieben, ihnen, wo nötig, zu dienen. Die Zustimmung und der Segen der Eltern sollte also vorliegen, ist aber kein absolutes Erfordernis.

    Die kirchliche Trauung, bei dem das Paar um den Segen des HERRN bittet, ist dabei kein Sakrament und auch keine göttliche Ordnung, sondern eine gute menschliche kirchliche Ordnung und macht auch die Verbindung nicht erst zur Ehe, sondern erbittet für die Ehe den Segen Gottes.

    Was die ehehinderlichen Verwandtschaftsgrade angeht, so ist gemäß 3 Mose 18 zu unterscheiden zwischen solchen Graden, in denen eine eheliche Verbindung, weil blutschänderisch, von vornherein null und nichtig ist, nämlich in der absteigenden Linie der Verwandtschaft (nämlich zwischen Eltern und Kindern und den Ehegatten der Eltern und Kinder, Großeltern und Enkeln u.s.w.) und solchen, die aus moralischer Ursache um der verwandtschaftlichen Nähe aus Nächstenliebe willen nicht eingegangen werden sollten (in der Seitenlinie der Blutsverwandtschaft und der Schwägerschaft), gleichwohl aber, wenn sie eingegangen wurden, nicht mehr zu lösen sind. Außerdem ist die staatliche Gesetzgebung zu beachten.

    Da die Eheschließung in dem HERRN geschehen soll, 1. Kor. 7,39, und wir nicht am fremden Joch mit den Ungläubigen ziehen sollen, 2. Kor. 6,14-18, sollte ein Christ niemanden außerhalb seines Glaubens und seiner Konfession heiraten, da ansonsten die Gefahr des Abfalls, zumindest aber der Abschwächung des eigenen Bekenntnisses bei ihm und konfessioneller bis religiöser Gleichgültigkeit bei den Kindern sehr groß ist.

    5. Gemäß der heiligen Ordnung Gottes ist der Mann das Haupt der Frau, Eph. 5,22.23; 1 Kor. 11,3, und die Frau soll daher dem Manne untertan sein in dem HERRN, Eph. 5,22.24; Kol. 3,18; 1 Petr. 3,1.6. Der Mann seinerseits aber soll seine Frau lieben, wie Christus die Gemeinde geliebt hat und sich für sie dahingegeben, Eph. 5,25.32.33, und soll nicht bitter gegen sie sein, Kol. 3,19, dem weiblichen Geschlecht als dem schwächsten Werkzeug die Ehre geben und mit Vernunft bei ihr wohnen, 1 Petr. 3,7, und bei allem bedenken, dass er unter Christus ist, also Christus sein Haupt ist, 1 Kor. 11,3.

    Das Hauptsein des Mannes ist keine Folge des Sündenfalls, sondern eine Schöpfungsordnung, 1. Tim. 2,13; 1. Kor. 11,8.9, angezeigt dadurch, dass der Mann ist nicht von der Frau, sondern die Frau ist vom Mann. Und der Mann ist nicht geschaffen um der Frau willen, sondern die Frau um des Mannes willen. Im Sündenfall haben wir auch den ersten Versuch, diese Gottesordnung umzustoßen. Danach hat Gott der HERR diese Ordnung wieder hergestellt, 1. Mose 3,16.

    6. Die Ehe ist eine lebenslange Verbindung eines Mannes und einer Frau und daher ist jegliche Trennung dieser Verbindung außer durch den Tod tatsächlich Sünde vor Gott, Matth. 19,6; 5,32. Scheidung ist, außer bei Ehebruch (dem böswilliges Verlassen, 1 Kor. 7,15 gleichgestellt ist), von Gott untersagt und daher Sünde und eine andere Heirat nach der Scheidung nicht erlaubt, da sie den Ehebruch fortsetzt (außer dem unschuldigen Teil bei der Scheidung wegen Ehebruch), Matth. 5,32, solange der unschuldige Teil noch nicht wieder verheiratet ist und daher die Ehe wieder fortgesetzt werden könnte. Nach der Wiederverheiratung des unschuldigen Teiles oder dessen Tod, oder wenn er die Fortsetzung der Ehe verweigert, kann es dem schuldigen Teil nicht verwehrt werden, wieder zu heiraten, wenn er Buße getan hat.

    Wenn der schuldige Teil wieder heiratet, ohne Buße getan und ohne die Versöhnung mit dem unschuldigen Teil gesucht zu haben, kann solch eine Verbindung nicht kirchlich eingesegnet werden.

    (Dass Gott dem Staat das Recht einräumt, Ehen zu scheiden, widerspricht dem nicht, da der Staat nicht nur über Christen regiert und die Heiden nicht zwingen kann, als Christen zu leben. Die aber, die sich scheiden lassen, begehen dennoch eine Sünde, Matth. 19,8.)

5 Mose 22,23.24: Wenn ein Mädchen jemandem vertraut ist, und ein Mann kriegt sie in der Stadt und schläft bei ihr, so sollt ihr sie alle beide zu der Stadt Tor ausführen und sollt sie beide steinigen, dass sie sterben: das Mädchen darum, dass sie nicht geschrieen hat, obwohl sie in der Stadt war; den Mann darum, dass er seines Nächsten Frau geschändet hat; und sollst das Böse von dir tun.

Matth. 1,18-20: Die Geburt Christi war aber so getan. Als Maria, seine Mutter, dem Josef vertrauet war, ehe er sie heimholte, ... Joseph, du Sohn Davids, fürchte dich nicht, Maria, dein Gemahl, zu dir zu nehmen.

Eph. 5,22.23: Die Frauen seien untertan ihren Männern als dem HERRN. Denn der Mann ist der Frau Haupt, gleichwie auch Christus das Haupt ist der Gemeinde, und er ist seines Leibes Heiland.

1 Kor. 11,3: Ich lasse euch aber wissen, dass Christus ist eines jeglichen Mannes Haupt; der Mann aber ist der Frau Haupt; Gott aber ist Christi Haupt.

Kol. 3,19-21: Ihr Männer, liebet eure Frauen und seid nicht bitter gegen sie! Ihr Kinder, seid gehorsam den Eltern in allen Dingen; denn das ist dem HERRN gefällig. Ihr Väter, erbittert eure Kinder nicht, auf dass sie nicht scheu werden.

Eph. 5,25: Ihr Männer, liebet eure Frauen, gleichwie Christus auch geliebt hat die Gemeinde und hat sich selbst für sie gegeben.

1 Petr. 3,7: Desselbengleichen, ihr Männer wohnet bei ihnen mit Vernunft und gebt dem weiblichen als dem schwächsten Werkzeuge die Ehre, als auch Miterben der Gnade des Lebens, auf daß eure Gebete nicht verhindert werden.

Matth. 5,32: Ich aber sage euch: Wer sich von seiner Frau scheidet (es sei denn wegen Ehebruch), der macht, dass sie die Ehe bricht; und wer eine Abgeschiedene freiet, der bricht die Ehe.

Matth. 19,5.6.8: Darum wird ein Mensch Vater und Mutter verlassen und an seiner Frau hangen, und werden die zwei ein Fleisch sein. So sind sie nun nicht zwei, sondern ein Fleisch. Was nun Gott zusammengefügt hat, das soll der Mensch nicht scheiden... Mose hat euch erlaubt, euch zu scheiden von euren Frauen, von eures Herzens Härtigkeit wegen; von Anbeginn an aber ist's nicht so gewesen.

 

    7. Geschlechtlichkeit: Gott der HERR hat den Menschen von Anfang an als ein geschlechtliches Wesen geschaffen, nämlich als Mann bzw. als Frau, 1 Mose 1,27, und die Geschlechtlichkeit ist an sich nichts Böses, sondern Gottes gute Gabe an den Menschen für die innige Gemeinschaft in der Ehe, 1 Mose 2,18-24. Diese Gabe ist dabei nicht nur auf Fortpflanzung als einzigem Grund oder einziger Berechtigung angelegt, sondern gehört in diese innige Gemeinschaft mit hinein. Durch den Sündenfall unserer Ureltern und die allen Menschen daher anhängenden Erbsünde und Erbverdorbenheit ist gerade dieser Bereich immer wieder von Sünde durchzogen, wie auch schon das bloße Begehren eines anderen Menschen außerhalb der Ehe oder neben der Ehe Sünde ist, Matth. 5,28-30. Gott der HERR hat darum die Ehe nach dem Sündenfall durch das sechste Gebot besonders geschützt als das bergende Haus unter Christus, in dem Mann und Frau einander in rechter Freiheit und Hingabe begegnen können, 1 Kor. 11,3.

    8. Zum Schutz der Ehe und der Geschlechtlichkeit gehört umfassende Keuschheit in Gedanken, Worten und Werken, in der Grundhaltung zum anderen Geschlecht, in rechter Scham, Zurückhaltung und Zucht, auch der Zucht der Kleidung und Gebärden, 1 Tim. 2,9; 1 Petr. 3,3.4 und die gegenseitige Liebe, Ehrerbietung und Achtung der Ehepartner.

    9. Jegliche sexuelle Betätigung außerhalb der von Gott geordneten Ehe ist Sünde und Gott der HERR sieht bestimmte Verhaltensweisungen und Handlungen als Greuelsünden an, die auch gegen die natürliche Ordnung verstoßen und Gottes Gericht über ein Volk, das sie duldet, herabbeschwört, wie Homosexualität, Knabenliebe (Päderastie) und Zoophilie, Röm. 1,24.26.27; 3 Mose 18,22-30. Gottes Wort mahnt und ruft daher dringend zur Buße, 1 Kor. 6,9.10; Eph. 5,3-5.

    Rechte christliche Keuschheit und Jungfräulichkeit vor der Ehe wird nicht dadurch bewahrt, dass zwar der letzte Schritt (Koitus) bei der geschlechtlichen Gemeinschaft nicht vollzogen wird, während man sonst meint, dem geschlechtlichen Verlangen nachgeben zu dürfen (Necking, Petting), sondern meint, dass dem vorhandenen geschlechtlichen Begehren entschieden gewehrt wird und sich die beiden vor der Ehe in geschlechtlicher Zurückhaltung und Distanz in diesem Bereich auch in Gedanken, Worten und Werken begegnen und so lernen, einander zu respektieren, zu schätzen und zu hüten.

1 Petr. 3,3.4: Welcher [der Frauen] Schmuck soll nicht auswendig sein mit Haarflechten und Goldumhängen oder Kleideranlegen, sondern der verborgene Mensch des Herzens unverrückt mit sanftem und stillem Geiste; das ist köstlich vor Gott.

Röm. 1,24.26.27: Darum hat sie auch Gott dahingegeben in ihrer Herzen Gelüste, in Unreinigkeit, zu schänden ihre eigenen Leiber an sich selbst... Darum hat sie Gott auch dahingegeben in schändliche Lüste. Denn ihre Frauen haben verwandelt den natürlichen Brauch in den unnatürlichen. Desselbengleichen auch die Männer haben verlassen den natürlichen Brauch der Frau und sind aneinander erhitzt in ihren Lüsten, und haben Mann mit Mann Schande gewirkt und den Lohn ihres Irrtums (wie es denn sein sollte) an sich selbst empfangen.

    10. Geburtenbeschränkung, Abtreibung: Leibesfrucht, Kinder, sind eine Gabe, ein Segen Gottes, ein Geschenk des HERRN, Ps. 127,3-5, und die Fruchtbarkeit der Frau daher ein besonderer Segen des HERRN, Ps. 128,3, der dem Segen Gottes in der Schöpfung über Mann und Frau entspricht, 1 Mose 1,28.

    Der Hauptzweck (finis primarius) der Ehe ist allerdings nicht die Fortpflanzung, sondern die Ehe hat in ihrem Bestand, in ihrer Gemeinschaft gemäß 1. Mose 2 ihren eigentlichen Zweck, als Gehilfenschaft, Gemeinschaft, Ein-Fleisch-Sein, Totalgemeinschaft nach Leib und Seele. Kinder sind der besondere gottgewollte Segen, die gottgewollte Frucht der Ehe, Ps. 127. Gegenüber der ehelichen Gemeinschaft an sich ist aber dieser Zweck finis secundarius und im Konfliktfall (wo es um das Leben oder die physische oder seelische Gesundheit der Frau oder beider Ehepartner, um die Tragfähigkeit der Ehe geht) daher der Bewahrung der gottgestifteten Gemeinschaft der Ehe nachzuordnen.

    Dies heißt, dass Gott die eheliche Gemeinschaft nicht nur um ihrer selbst willen gestiftet hat, sondern dass er in ihr und durch sie – und zwar nur durch sie – auch die Geschlechterfolge will, 1. Mose 1,28; 3,16, und sein Segen in 1. Mose 1,28 auch die Bereitschaft der Eheleute, ihre Ehe dem gottgewollten Zweck dienstbar zu machen, einschließt. Daher ist die Verhinderung des Kindersegens, die Empfängnisverhütung, grundsätzlich ein eigenmächtiger Eingriff in Gottes Schöpferwalten. Kinder zu haben oder nicht zu haben, ist nicht unserer Willkür freigestellt. Eine Ehe, die Kinder ablehnt oder die Kinderzahl von vornherein beschränken will, hindert an ihrem Teil Gott an der Erhaltung der Welt und an seinen Zielen mit ihr, nämlich die Erde mit Menschen zu erfüllen.

    Die geschlechtliche Gemeinschaft ist nicht nur Möglichkeit, sondern gemäß 1. Kor. 7 auch Schuldigkeit ehelicher Gemeinschaft und Zuneigung. Diese geschlechtliche Gemeinschaft soll zugleich aber auch die Frau als den schwächeren Teil berücksichtigen, dass sie es ertragen kann, also ritterlich, vernünftig auf sie Rücksicht nehmen, 1 Petr. 3,7.

    Es können Situationen eintreten, in denen die beiden Mandate Gottes, die eheliche Gemeinschaft an sich und die Fruchtbarkeit der Ehe, in einen Konflikt miteinander treten können, nämlich dann, wenn die Tragfähigkeit der ehelichen Gemeinschaft durch eine größer werdende Familie oder die Schnelligkeit der Geburtenabfolge überbelastet wird. Hier kann es also Situationen geben, in denen Geburtenregelung aus Verantwortung gegenüber der Tragfähigkeit der ehelichen Gemeinschaft begründbar ist und nicht dem Mandat Gottes von vornherein widerspricht. Ritterliche Rücksicht auf die Frau und die eheliche Gemeinschaft achtet darauf, dass der Tragfähigkeit der Gemeinschaft von Mann und Frau nicht zu viel zugemutet wird.

    Geburtenkontrolle zu üben mit dem Zweck, die Fruchtbarkeit überhaupt zu verhindern oder sie ohne Not für den Bestand der ehelichen Gemeinschaft einzuschränken, steht diametral gegen den Willen Gottes mit der Stiftung der menschlichen Ehe, hindert Gott in seinem Schöpfungs- und Erhaltungswillen der Welt. Es ist also Unrecht, Sünde, eine Ehe zu schließen in der Absicht, keine Kinder haben zu wollen. Es ist ebenso Unrecht, die Zahl der Kinder von vornherein willkürlich auf ein Minimum beschränken zu wollen. Es ist auch Unrecht, im Laufe der Ehe, zu irgendeinem Zeitpunkt, aus bloßer Bequemlichkeit und aus Unglauben keine weiteren Kinder haben zu wollen. Im besonderen Fall aber können die Eltern vor der Frage stehen, unter Umständen praktisch von einem Kind jeweils zum anderen, was die Ehe und die in ihr mitgestiftete Gemeinschaft noch zu tragen vermag, ohne zu scheitern.

    Freiheit und Verantwortung stehen also im Dienst der göttlichen Ordnungen und dürfen sie nicht zerstören, weder äußerlich (die Ehe durch Ehebruch, Scheidung) noch innerlich (die Ehe durch das, was ihre Gemeinschaft aufhebt und zerstört). Hier kann es also zu einem Dilemma, einer Pflichtenkollision kommen, wo der Mensch in der Verantwortung vor Gott unter Gebrauch der Vernunft unter dem Gehorsam Christi entscheiden muss.

    11. Abtreibung ist Mord, nämlich das bewusste und vorsätzliche Töten eines von Gott geschenkten Menschen im Mutterleib und darum eine schwere Sünde. (Es kann aber auch hier die Grenzsituation vorkommen, dass beim Ringen um das Leben von Mutter und Kind die Ärzte nach menschlichem Ermessen nur eine der beiden Personen retten und der anderen nicht die lebensnotwendige Hilfe geben können. Wenn dadurch das Kind stirbt, kann nicht von Abtreibung gesprochen werden.)

Ps. 127,3: Siehe, Kinder sind eine Gabe des HERRN, und Leibesfrucht ist ein Geschenk.

    12. Elternschaft: Elternschaft ist ein von Gott gesetzter Stand und ein von Gott geordnetes Amt über den Kindern. Den Eltern sind von Gott die Kinder zu liebevoller, behutsamer, aber auch strenger und ernster Pflege und Erziehung anvertraut, damit sie auferzogen werden in Zucht und Ermahnung zum HERRN, Eph. 6,4; 5 Mose 6,7.20; Ps. 78,4; Spr. 19,18; 23,13; 29,17, damit sie Persönlichkeiten werden, die im lebendigen Glauben an Jesus Christus unter ihm als ihrem Heiland und HERRN wandeln. Die Kinder sind verpflichtet, ihre Eltern oder die, die an ihrer Statt sind, zu lieben, zu ehren, zu achten und ihnen gehorsam zu sein, soweit es nicht gegen Gottes Gebot geht, Spr. 23,22; 30,17; Eph. 6,2.3; 3 Mose 19,32; Kol. 3,20.

Eph. 6,2-4: Ehre Vater und Mutter; das ist das erste Gebot, das Verheißung hat: Auf dass dir's wohlgehe und du lange lebest auf Erden. Und ihr Väter, reizet eure Kinder nicht zum Zorn, sondern ziehet sie auf in der Zucht und Ermahnung zum HERRN.

Spr. 19,18: Züchtige deinen Sohn, solange Hoffnung da ist; aber lass deine Seele nicht bewegt werden, ihn zu töten.

Spr. 23,22: Gehorche deinem Vater, der dich gezeugt hat, und verachte deine Mutter nicht, wenn sie alt wird!

    13. Christus das Haupt des Hausstandes: Auch Ehe, Familie und Hausstand bekommen ihren Segen allein durch das Evangelium Jesu Christi in Wort und Sakrament, 1 Kor. 11,3; Eph. 5,30-32, und darum ist die kostbarste Zeit auch in Ehe, Familie und Hausstand diejenige unter dem Wort und darum ist jeder Christ zu regelmäßiger persönlicher und gemeinschaftlicher Bibellese anzuhalten, Kol. 3,16; Joh. 5,39, und zu regelmäßigem Besuch des Gottesdienstes seiner Gemeinde und eifriger Mitarbeit, Hebr. 10,25.

    14. Ehelosigkeit: Gott der HERR hat neben der Ehe auch etlichen die besondere Gabe der Ehelosigkeit geschenkt, nicht als einen höheren, sondern der Ehe gleichgestellten Stand, Matth. 19,12; 1 Kor. 7,37.40. Dieser Stand hat dabei die Möglichkeit des besonderen Dienstes für den Herrn in Bereichen, in denen es Verheirateten schwer fallen mag, um der notwendigen völligen Hingabe an Kraft und Zeit, 1 Kor. 7,32.34, wie es am Dienst etwa der Diakonissen sichtbar ist. Da aber dieser Stand allein Gabe des HERRN ist und er allein sie schenken und nehmen und auch die Zeit für diese Gabe bestimmen kann, so kann niemand, der in diesem Stand lebt, darüber ein Gelübde der Ehelosigkeit ablegen, denn solches liegt nicht in seiner Hand. Auch ist dieser Stand in keiner Weise besser oder Gott wohlgefälliger als die Ehe oder gar verdienstlich.

Matth. 19,12: Es sind etliche verschnitten, die sind aus Mutterleibe so geboren; und sind etliche verschnitten, die von Menschen verschnitten sind; und sind etliche verschnitten, die sich selbst verschnitten haben um des Himmelreichs willen. Wer es fassen mag, der fasse es.

1 Kor. 7,32.34.35: Ich wollte aber, dass ihr ohne Sorge wäret. Wer ledig ist, der sorget, was dem HERRN angehört, wie er dem HERRN gefalle... Welche nicht freiet, die sorget, was dem HERRN angehört, dass sie heilig sei, beide, am Leibe und auch am Geist; die aber freiet, die sorget, was der Welt angehöret, wie sie dem Manne gefalle. Solches aber sage ich zu eurem Nutz; nicht dass ich euch einen Strick an den Hals werfe, sondern dazu, dass es fein ist, und ihr stets und unverhindert dem HERRN dienen könnt.

(entnommen aus: Roland Sckerl: Christliche Glaubenslehre. 2., überarb. u. erw. Aufl. Durmersheim 2009)

 

ZEICHEN DER ZEIT

 

Aus anderen Kirchen:

EKD für „Ehe für alle“: Die sogenannte „Evangelische Kirche in Deutschland“ hat sich für das von der Mehrheit des Bundestages verabschiedete Gesetz zur „Ehe für alle“ ausgesprochen, denn man sei „offen für neue Formen des Zusammenlebens“. Damit hat die EKD einmal mehr sich unverhohlen gegen Gottes Wort und Ordnungen gestellt und damit unmissverständlich kundgetan, dass sie eine antibiblische Sekte ist, von der sich zu trennen für jeden Christen unbedingt gemäß Röm. 16,17 geboten ist.

Gebetshaus Augsburg und MEHR-Konferenz: Im evangelikalen Bereich werden Johannes Hartl mit seinem Gebetshaus in Augsburg sowie die Mehr-Konferenz hoch gehandelt. Was hat es damit auf sich? Wenn man sich die Liste derer ansieht, die die Vorträge auf der diesjährigen Mehr-Konferenz hielten (sie findet jährlich statt), so wird schon einiges deutlich: Neben Johannes Hartl, der dezidierter römischer Katholik ist (was allerdings im evangelikalen Bereich heute niemanden mehr stört, da römische Katholiken dort geradeso als Christen angesehen werden wie Evangelikale; die haarsträubenden römischen Irrlehren werden einfach ausgeblendet), traten Pater Cantalamessa (ebenfalls römisch-katholischer Theologie und Prediger des Papstes) Ben Fitzgerald von „Awakening Europe“ (eine sehr typische pfinstlerisch-charismatische Gruppierung, die z.B. meint, wir Menschen könnten, etwa durch unsere Teilnahme an bestimmten Veranstaltungen, „Gottes Kraft frei setzen“ und wir würden durch unsere Stärken dazu beitragen, dass „Europa errettet wird“ (http://www.cvents.eu/de/awakening-europe-prague-prag-7-bubenec-29062017/) sowie der Pfingstler Walter Heidenreich (FCJG Lüdenscheid). Allein das macht die Ausrichtung deutlich: römischer Katholizismus, verbunden mit der pfingstlerisch-charismatischen Bewegung. Das ist nicht verwunderlich, denn beide haben stark mystische Elemente in ihrer Religiosität – und beide arbeiten eng zusammen im Blick auf Ökumene und das Endziel einer Welteinheitskirche. (Das zeigt übrigens auch die Jubiläumsfreier der Katholischen Charismatischen Erneuerung an Pfingsten in Rom, zu der Papst Franziskus ausdrücklich Christen aus anderen Konfessionen, einschließlich der Pfingstler, dabeihaben wollte. Cantalamessa betonte auf dieser Veranstaltung die ökumenische Bedeutung der charismatischen Bewegung. Vgl. Zeitruf. 28. Jg., 2/2017, S. 4)

    MEHR – wie auch das Gebetshaus selbst damit – verstehen sich als weder konfessionell noch spirituell gebunden, sondern angestrebt wird „Einheit“. Das heißt: Die Lehre, die biblische Wahrheit wird völlig ausgeblendet. Die Konferenz hat vor allem Eventcharakter, soll Erlebnis sein, wie es im Programm selbst hieß. Es fanden zwei römisch-katholische Messen und eine evangelische Abendmahlsfeier statt. Das Gebetshaus selbst kommt, wie es von sich selbst sagt, aus der Katholischen Charismatischen Erneuerung. Das Gebetshaus ist von Rom geprüft und für fest mit Rom verbunden anerkannt worden, der Augsburger römische Bischof hat einen bischöflichen Beauftragten als Begleitung für das Gebetshaus eingesetzt. Hartl selbst ist ja auch promovierter römischer Theologe und geprägt von der Mystik, was Sätze zeigen wie: „Es gibt einen Ort in dir, an dem du diesem Gott begegnen kannst. Das Bild, das mir dafür am besten gefällt ist das Bild des inneren Gartens.“ (Einfach Gebet – Zwölfmal Training für einen veränderten Alltag, S. 22) Von seinem 11-jährigen Sohn erzählt er: „Vor seinem inneren Auge habe er den Thronsessel Gottes und er wisse, dass wir zu diesem Zutritt haben.“ (S. 49-50), das Reich Gottes könne „gesehen“ werden (S. 51) (nach: Zeitruf, 28. Jg., 2/2017, S. 4 f.) Diese Aussagen sind eindeutig antibiblisch, antichristlich, aber durchaus typisch römisch-katholisch. Gott können wir begegnen, allerdings, nämlich wenn er zu uns kommt – und er kommt zu uns in seinem Wort und Sakrament, nirgendwo anders.

    Hartl ist voll und ganz auf römischer Linie, sieht sich eingebunden in den „Glauben der Kirche“ und behauptet, nur die römischen Bischöfe hätten die Vollmacht zur „richtigen Interpretation der Bibel“. Er akzeptiert auch all die zusätzlichen Lehren und Praktiken Roms als vom Heiligen Geist „nach und nach gezeigt“. Marien- und Heiligenverehrung stehen bei ihm hoch im Kurs. Er ist eindeutig gegen Luther und die Reformation eingestellt. (nach: Topic, 07/2017, S. 4)

Schottische Anglikaner für Trauung Homosexueller: Die Generalsynode der schottischen anglikanischen Kirche hat beschlossen, dass in ihr sich homosexuelle „Paare“ „trauen“ lassen können (die englischen Anglikaner stehen bisher noch gegen diese unbiblische Praxis). Daraufhin hat das konservative anglikanische Netzwerk GAFCON, dem Kirchen aus Amerika, Asien, Afrika angehören, das aber auch mit konservativen anglikanischen Kirchen in Europa verbunden ist, einen Missionsbischof für Schottland ernannt, der solche Gemeinden betreuen soll, die die liberale Richtung der offiziellen Kirche nicht mitgehen. (nach: selk-news, Nr. 433, S. 34)

 

Lebensrecht:

Britisches Gericht erlaubt Abschalten lebensverlängernder Maßnahmen gegen den Willen der Eltern: In Großbritannien hat ein Gericht einem Krankenhaus in London erlaubt, die Geräte abzuschalten, die das Baby Charlie Gard beim Atmen und anderen Handlungen unterstützen. Bei dem Baby wurde wenige Monate nach der Geburt eine Krankheit festgestellt, die die Ärzte als tödlich einstufen. Die Eltern haben ihre Zustimmung zu der Maßnahme, die den Tod ihres Kindes herbeiführen soll, verweigert. Die Gerichtsentscheidung zeigt einmal mehr den mörderischen Grundcharakter des westlichen Ungeistes, der allmählich in allen „westlich“ geprägten Ländern herrscht, und wie wenig die Elternrechte noch gelten, und wie wenig vor allem auch das Lebensrecht. (nach: http://www.lifenews.com/2017/04/12/judge-says-hospital-can-remove-babys-life-support-without-his-parents-consent/)

Alabama will Recht auf Leben in Verfassung festschreiben: Der Gesundheitsausschuss des Senats des US-Bundesstaates Alabama hat mit acht gegen zwei Stimmen einem Zusatz zur Verfassung des Bundesstaates zugestimmt, der das Recht auf Leben gerade auch Ungeborener festschreibt und darlegt, dass es kein Recht auf Abtreibung gibt. Wenn auch das Senatsplenum dem Zusatz zustimmt, muss er 2018 dem Volk von Alabama zur Abstimmung vorgelegt werden. (nach: http://www.lifenews.com/2017/04/12/alabama-senate-panel-passes-pro-life-bill-saying-there-is-no-right-to-abortion/)

US-Präsident hat Obamas Pro-Abtreibungserlass außer Kraft gesetzt: Donald Trump hat einer Vorlage mit seiner Unterschrift Gesetzeskraft verliehen, die einen Erlass seines Vorgängers außer Kraft setzt, mit der Obama den Bundesstaaten zwingen wollte, Abtreibungsorganisationen mit staatlichen Geldern zu unterstützen. Das Repräsentantenhaus hatte das Gesetz angenommen, im Senat kam es zu einer 50:50-Abstimmung, die durch Vizepräsident Pence zu einer Annahme des Gesetzes mit 51:50 gedreht wurde. (nach:  http://www.lifenews.com/2017/04/13/president-donald-trump-to-sign-bill-to-overturn-obama-rule-forcing-states-to-fund-planned-parenthood/) Es geht dabei vor allem darum, dass die Bundesstaaten die Abtreibungsorganisation Planned Parenthood nicht mehr finanziell unterstützen müssen.

Gemäß dem Friday-Fax von C-Fam hat Trump auch beschlossen, den UN Population Fund nicht mehr zu unterstützen, da er vor allem Abtreibungen fördert, u.a. auch das gesundheitsgefährdende contraseptische Mittel Depo Provera finanziert.

Leihmutterschaft bleibt in der BRD verboten: Das Oberlandesgericht in Braunschweig hat gegen ein deutsches Ehepaar entschieden, das mit einer amerikanischen Frau und deren Mann vereinbart hatte, dass die Amerikanerin ihre Kinder als Leihmutter austragen und diese Kinder (Zwillinge) dann rechtlich dem deutschen Ehepaar zustehen sollten. Diese Vereinbarung war von einem Gericht in Colorado anerkannt worden. Der OLG hob deutlich hervor, dass diese Vereinbarung deutschem Recht widerspricht und mit den vom Grundgesetz geschützten Werten der Menschenwürde und insbesondere der Würde und dem Schutz von Mutter und Kind sowie der besonderen Bindung der Mutter an das Kind durch die Schwangerschaft widerspreche und daher in der BRD ungültig ist. Es wies auch darauf hin, dass das Gericht in Colorado seine Entscheidung ohne Anhörung der „Leihmutter“ und vor deren Austragung der Kinder getroffen habe. (nach: ALfA-newsletter, 22.04.2017)

Geschlechtsselektion bleibt in Australien verboten: Das „Peak Medical Council“, die oberste Behörde im Gesundheitswesen in Australien, hat entschieden, dass IVF (In-vitro-Fertilisation)-Kliniken auch künftig keine Geschlechtsselektion vornehmen dürfen, wenn sie nicht aus gesundheitlichen Gründen geboten ist. Im Unterschied zu den USA und vielen asiatischen Ländern ist Geschlechtsselektion bisher in Australien verboten. Der Arbeitsausschuss für Gesundheit und Ethik hatte die Zulassung solcher Selektion mit Auflagen empfohlen. Allerdings hat der Rat die Tür für Änderungen offen gelassen. (nach: ALfA-newsletter, 22.04.2017) Das macht deutlich, wie gerade in den angelsächsischen Staaten die christliche Würde des Menschen in immer mehr Bereichen mit Füßen getreten und der Willkür menschlicher Entscheidungen unterworfen wird.  

Amerikanische „Demokraten“ akzeptieren nur Abtreibungsbefürworter als Kandidaten: Der Vorsitzende der Demokraten, Tom Perez, teilte am 21.04.2017 mit, dass seine Partei keine Lebensrechtler mehr in ihren Reihen dulden werde. Er bezeichnete den Mord an Kindern im Mutterleib als einen „fundamentalen Wert“, den jeder unterstützen müsse. Früher hatte die Demokratische Partei durchaus Lebensrechtler in ihren Reihen begrüßt; aber seit einiger Zeit ist sie aufs engste mit der Abtreibungsindustrie verbunden. (nach:  http://www.lifenews.com/2017/04/24/democrat-party-chair-no-place-for-pro-life-democrats-get-in-line-with-abortion-of-get-out/)

21 Abtreibungskliniken haben 2017 in den USA geschlossen: Die konsequente Pro-Life-Politik der neuen US-Regierung, die Mittelkürzung vor allem für die Mordorganisation Planned Parenthood, hat dazu geführt, dass allein in diesem Jahr bisher 21 Abtreibungskliniken in den USA geschlossen haben, während nur fünf neu eröffnet wurden; Planned Parenthood hat damit seit 2010 20 ihrer Tötungsfabriken geschlossen. Weitere werden folgen, wie angekündigt, etwa die drei in New Mexico, zwei in Colorado und die eine in Wyoming. (nach: http://www.lifenews.com/2017/05/24/21-abortion-clinics-have-closed-in-2017-planned-parenthood-has-shut-down-20-since-2010/)

Honduras hält an Abtreibungsverbot fest: Gegen den Druck internationaler Organisationen, vor allem der UNO, hat sich das honduranische Parlament mit 77 Stimmen gegen 5, bei acht Enthaltungen, für die Beibehaltung des Abtreibungsverbotes in dem mittelamerikanischen Staat ausgesprochen. (nach: ALfA newsletter vom 21.05.2017)

Sexualkundeunterricht führt zu erhöhten Teenagerschwangerschaften: Wie David Paton von der Nottingham University Business School und Liam Wright von der University of Sheffield anhand einer Studie herausfanden, ist in Gebieten, in denen die Regierung die Ausgaben für Sexualkundeunterricht und Geburtenkontrolle gesenkt hat, auch die Anzahl der Teenagerschwangerschaften rapide zurück gegangen. Sie bezogen sich dabei auf den Zeitraum nach dem Finanzcrash und untersuchten die Jahre 2009-2014 und stellten einen Rückgang der entsprechenden Schwangerschaften um 42,6 % fest, das heißt, sie sanken auf den niedrigsten Stand seit 1969. Die Forscher erklärten die Tatsache, dass also vermehrter Sexualkundeunterricht und entsprechende Programme der Regierung wie „Pille danach“ zu vermehrten Teenagerschwangerschaften führen damit, dass dadurch Schüler und Jugendliche erst dazu veranlasst wurden, vermehrt früher und häufiger sexuell aktiv zu werden als ohne solche Programme. (nach ALfA-newsletter vom 10.06.2017) Das zeigt deutlich, was die 68er ja mit diesen Unterrichten, wie auch den noch mehr sexualisierten neuen Bildungsplänen erreichen wollen: Die Sexualisierung und damit Zerstörung der Gesellschaft, Zerstörung der biblischen, christlichen Wertordnung und damit Vorbereitung für eine dann totalitär gelenkte hedonistische Gesellschaft.

Berliner Katholiken gegen „Marsch für das Leben“: Sowohl der „Diözesanrat der Katholiken“ in Berlin als auch der allgemein als weit links stehend angesehene „Bund des deutschen katholischen Jugend“ (BDKJ) haben sich gegen den „Marsch für das Leben“ ausgesprochen und auch ein Gespräch mit Vertretern der Lebensrechtsbewegung abgelehnt. Dies zeigt deutlich, wie feindselig bestimmte linke Kreise dem Leben und christlich begründeter Lebensrechtsarbeit gegenüber stehen. (nach: ALfA-newsletter vom 18.06.2017)

Zahl der Abtreibungen in der BRD wieder gestiegen: Die Zahl der Abtreibungen ist im ersten Quartal diesen Jahres gegenüber dem Vorjahr um 1,3 % auf 26.600 gestiegen, (nach: ALfA-newsletter vom 18.06.2017) und das trotz des „demographischen Wandels“ und damit der Abnahme geburtsfähiger Frauen.

Linke Kirchen in den USA unterstützen Kindertötungsfabriken: Neben anderen religiösen Organisationen haben auch die United Methodist Church und die sich schon am Rande des Christentums befindliche United Church of Christ an die US-Senatoren gewandt mit der Bitte, sich dem Ende der finanziellen Unterstützung der Abtreibungsorganisation Planned Parenthood zu widersetzen. (nach: http://www.lifenews.com/2017/06/15/methodist-church-and-united-church-of-christ-tell-senate-to-oppose-defunding-planned-parenthood/)

Großbritannien respektiert Gewissensfreiheit von Apothekern: Nach der Intervention christlicher Lebensrechtler hat das General Pharmaceutical Council (GPhC), eine Aufsichtsbehörde über Apotheken im Vereinigten Königreich, die beabsichtigte Änderung seiner Richtlinien korrigiert und gesteht Apothekern zu, nicht gegen ihr Gewissen Abtreibungspräparate abgeben zu müssen. (nach: ALfA-newsletter vom 24.06.2017)

Abgeordnete in Polen wollen vor Verfassungsgericht gehen: Gegen die geltende Abtreibungsregelung in Polen wollen rund 100 Abgeordnete vor den Obersten Gerichtshof ziehen. Sie argumentieren – mit Recht – dass die bestehende Regelung für Kinder im Mutterleib, bei denen ein genetischer Defekt diagnostiziert wird, diskriminierend sei, da die Verfassung auch deren Würde und Recht auf Leben schütze, während sie nach dem geltenden Recht umgebracht werden dürften. Es geht dabei nicht zuletzt um Kinder mit Down-Syndrom.

 

Religionsfreiheit, politisch-ideologische Tendenzen, Schulen:

Zunehmender Antisemitismus in Berlin: Wie der Sprecher des Berliner Vereins „Jüdisches Forum für Demokratie und gegen Antisemitismus“, Levi Salomon, mitteilte, ist eine Zunahme des Antisemitismus in Berlin zu beobachten, vor allem aus muslimischen Umfeld. Jüngstes Beispiel sind die Aggressionen von Schülern gegen einen 14jährigen jüdischen Mitschüler, und zwar bereits seit er auf der Schule in Friedenau war. Die Eltern widersprechen auch der Darstellung der Schulleitung, dass von Beginn an etwas dagegen unternommen wurde. Ihnen sei im Gegenteil sogar ein Gesprächstermin verweigert worden. (nach: http://www.idea.de/gesellschaft/detail/antisemitismus-in-berlin-ist-wieder-hoffaehig-geworden-100483.html) Hat eigentlich jemand irgendetwas anderes erwartet? Der Islam ist zutiefst antichristlich und antijüdisch, und zwar schon im Koran selbst. Und die Erziehung der Kinder im islamischen Umfeld, Familie wie Schule, ist ebenfalls gezielt antichristlich und antijüdisch. Das ist Teil des Islams. Wer das nicht wahrhaben will, läuft einer Chimäre von Islam hinterher, die es tatsächlich nicht gibt. Der aus Ägypten stammende Islamwissenschaftler Hamad Abdel-Samad hat erst kürzlich wieder darauf hingewiesen, dass es im Koran 25 Tötungsbefehle durch „Allah“ gibt. (nach: http://www.idea.de/gesellschaft/detail/bassam-tibi-linksgruene-und-islamisten-sind-ein-buendnis-eingegangen-100470.html)

Grün-linker Nihilismus in Europa: Der aus Syrien stammende Politikwissenschaftler Bassam Tibi hat auf die Gefährdung der europäischen Ordnung nicht nur durch den Islam, sondern auch durch den grün-linken „kulturrelativistischen Nihilismus“ hingewiesen, der bewusst unversöhnliche Parallelgesellschaften herbeiführe, weil er die europäische Kultur zerstören wolle. Er wies weiter auch daraufhin, dass diese Kreise – auch als die 68er bekannt – eine Meinungsdiktatur aufgerichtet hätten und jegliche Kritik als „Rassismus“, „Islamophobie“ und „rechtpopulistisch“ diffamierten. (nach:  http://www.idea.de/gesellschaft/detail/bassam-tibi-linksgruene-und-islamisten-sind-ein-buendnis-eingegangen-100470.html)

Rotgrün in Schleswig-Holstein will konfessionellen Religionsunterricht abschaffen: Die linke Regierung in Schleswig-Holstein aus SPD, Grünen und dem Südschleswigschen Wählerverband will, wenn sie die Wahlen am 7. Mai 2017 gewinnen sollten, den konfessionellen Religionsunterricht abschaffen und ein neues ideologisches Fach kreieren, in dem alle „Weltanschauungsgruppen“ gemeinsam unterrichtet werden sollen. (nach: http://www.idea.de/politik/detail/regierung-in-kiel-will-konfessionellen-religionsunterricht-abschaffen-100476.html) Dass dies Dem Grundgesetz, Art. 7, Abs. 3 widerspricht, der festlegt, dass der Religionsunterricht in Übereinstimmung mit den Grundsätzen der Religionsgemeinschaften stattfinden muss, scheint die Linksregierung nicht weiter zu interessieren, wenn sie nur ihre Ideologie durchsetzen kann. Eine ganz andere Frage ist, ob Religionsunterricht in der bisherigen Form überhaupt sinnvoll und gut ist. Eine strikte Trennung von Staat und Kirche, wie in den USA auf der Grundlage des First Amendment zur US-Verfassung, würde ein solches Fach von vornherein ausschließen und eine Regierung auch nicht auf die Idee kommen lassen, irgendwelche ideologischen Fächer einzuführen. Glaubensunterweisung ist grundsätzlich Sache der Religionsgemeinschaften und nicht des Staates. Wenn eine Weltanschauung, wie der Islam, mit den Grundsätzen der freiheitlich-demokratischen Rechtsordnung nicht übereinstimmt, so darf er nicht geduldet werden, d.h. seine Mitglieder sind in solche Weltgegenden umzusiedeln, in denen der Islam vorherrschend ist.

Muslimische Freitagsgebete in der Garnisonskirche? Die Brandenburgische Kultusministerin Martina Münch hat in einer Diskussionsveranstaltung vorgeschlagen, die Garnisonskirche Freitags den Moslems für ihr Freitagsgebet zur Verfügung zu stellen. (nach: http://www.idea.de/politik/detail/potsdam-die-garnisonkirche-fuer-muslimische-freitagsgebete-nutzen-100555.html) Da wird einmal mehr deutlich, wie verheerend es ist, dass in diesem Staat immer noch keine eindeutige Trennung von Kirche und Staat durchgeführt wurde, aber auch, wie gottlos, wie antichristlich, wie kriechend gegenüber dem Islam die herrschenden Kreise in der BRD sind. Nein, ein christliches Gotteshaus kann unmöglich für Götzenfeste verwendet werden. Das Freitagsgebet ist eine antichristliche Veranstaltung, ist Rebellion gegen den wahren Gott, ist ein Angriff auf den dreieinigen Gott und darf daher auf gar keinen Fall in einer christlichen Kirche stattfinden.

Auf dem Marsch in den totalen Überwachungsstaat? Mit dem sogenannten „Netzwerkdurchsetzungsgesetz“ will Herr Maas alles, was im Internet ist, alle Plattformen, sei es Facebook oder Youtube oder Skype oder was auch sonst überwachen. Da Strafen bei Zuwiderhandeln bis zu 50 Millionen Euro drohen, ist zu erwarten, dass die privaten Zensoren alles, was irgendwie regierungskritisch ist, löschen werden, um nicht unter Strafe gestellt zu werden. Das Justizministerium gleicht sich damit Orwells „Wahrheitsministerium“ an, das festlegt, was wahr ist und was nicht. Somit soll alle Opposition bereits im Keim erstickt werden. Das ist die Linie, wie sie bisher aus China, Nordkorea oder Saudi-Arabien bekannt ist. (nach: Beatrix von Storch, Bürgerrecht Direkte Demokratie, vom 07.04.2017)

Kinder in Staatshänden: Unter dem Vorwand der „Stärkung der Kinderrechte“ will die Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig „Kinderrechte“ im Grundgesetz verankern. Dabei ist die vorgeschlagene Ergänzung so formuliert, dass sie dem Staat alle Handhabe gibt, festzusetzen, was er unter „Kindeswohl“ versteht und so jederzeit in die Familien eingreifen kann, was ja in der BRD bereits jetzt in einem Ausmaß wie in kaum einem anderen westlichen Land geschieht. Es geht, wie es Olaf Scholz vor ein paar Jahren formuliert hat, um die „Lufthoheit über den Kinderbetten“; Eltern, Familie sollen so weit wie möglich ausgeschaltet werden. Denn nicht mehr die Eltern, der Staat soll nun Schutzherr über die Kinderrechte und das „Wohl des Kindes“ werden. Dass dies durchaus die Richtung von Frau Schwesig und ihrer Partei ist, hat ja auch die Hetze gegen das Betreuungsgeld gezeigt und ihr Ziel eines Kindergartenzwangs für alle Kinder. (nach: proKompakt 14/2017, S. 7)

Konservativer Richter zum Obersten Bundesgericht gewählt: Nach zähem Ringen ist der konservative Richter Neil Gorsuch zum Obersten Bundesgericht der USA mit einfacher Mehrheit gewählt worden. Damit gehören diesem Gericht nun wieder fünf als eher konservativ eingestufte Richter an gegenüber vier als linksliberal geltenden. (nach: AlfA-newsletter vom 08.04.2017) Diese Wahl ist gerade für Urteile im Bereich Lebensrecht, aber auch Ehe und Familie sowie Meinungsfreiheit von großer Bedeutung, um den antichristlichen und antifreiheitlichen Tendenzen Widerstand zu leisten und wenn möglich die ursprünglich von der Verfassung garantierten Freiheiten wieder herzustellen.

Rumänisches Parlament votiert für traditionelle Familie: Das rumänische Parlament hat sich für die traditionelle, von Gott geordnete, Ehe und Familie ausgesprochen. Hintergrund ist eine von der rumänisch-orthodoxen Kirche gestartete Initiative „Koalition für die Familie“, die in nur einem knappen Jahr drei Millionen Unterschriften gesammelt hat. Dagegen steht eine Bewegung, die meint, die Homo-Verbindung sei eine „europäische Errungenschaft“ und Rumänien müsse auf „EU-Standard“ kommen. Dagegen ist die ganz überwiegende Mehrheit der rumänischen Bevölkerung für die von Gott geordnete Ehe und Familie. (nach: http://www.idea.de/spektrum/detail/rumaenisches-parlament-votiert-fuer-traditionelle-familie-100969.html) Hier zeigt es sich, was eine Kirche bewirken kann, wenn sie biblischen Ordnungen folgt, ganz im Gegensatz zu den von Schrift und Bekenntnis abgefallenen „evangelischen“ Kirchen in der BRD und anderen westlichen Ländern.

Lehrerin darf kein Kreuz an Kette tragen: Eine Schule in Berlin hat es einer Lehrerin untersagt, während des Unterrichts eine Kette mit einem Kreuz zu tragen. Solch eine Kette widerspreche dem Neutralitätsgesetz, dem Lehrer, Polizisten und Justizangestellte in Berlin unterworfen seien. (nach: http://www.idea.de/gesellschaft/detail/bischof-droege-religioese-symbole-nicht-aus-der-schule-verdraengen-101048.html) Hier wird deutlich, wohin der Weg des Westens geht: Er will den „religionslosen“ Staat, letztlich also ein gottloses Gebilde. Er ist dabei ja auch auf dem besten Weg, denn es geht ja vielfach schon zu wie in Sodom und Gomorra. Das Neutralitätsgesetz dürfte allerdings momentan noch dem Grundgesetz widersprechen und hat nichts mit einer in der BRD leider immer noch nicht durchgeführten Trennung von Kirche und Staat zu tun. Denn die würde ja nur besagen, dass es keine Staatsreligion, keine Staatskirche gibt, sondern wirkliche Religions- und Glaubensfreiheit, keine Einmischung des Staates in kirchliche Belange. Wichtig allerdings: Solche Freiheit kann und darf es für solche religiösen oder weltanschaulichen Gruppen nicht geben, die eben diese Freiheit abschaffen wollen, worauf es ja unter anderem letztlich beim Islam hinausläuft.

Italien schafft kleine Münzen ab: Wie die Nachrichten am 28.05.2017 meldeten, schafft Italien zum 01.01.2018 die Ein- und Zweicent-Münzen ab, mit der fadenscheinigen Begründung, ihre Herstellung sei zu teuer und sie seien zu unhandlich. Außerdem hat die EU ja die Abschaffung der 500-Euro-Noten beschlossen, angeblich weil sie vor allem von Kriminellen genutzt würden. Mit ähnlich fadenscheinigen Argumenten haben einige EU-Staaten ja auch die Höhe von Bargeldgeschäften schon sehr eingeschränkt. Was hier tatsächlich abläuft – Schweden macht es, wie in vielen perversen, unguten Dingen auch, bereits vor – ist die allmähliche völlige Abschaffung des Bargeldes. Der bargeldlose Verkehr aber wird den Staat der Totalüberwachung seiner Bürger einen entscheidenden Schritt näher bringen, denn dann kann er jede Handlung genau kontrollieren, damit ist der Mensch in all seinem Tun gläsern, damit kann der Staat auch sehr einfach steuern, wer noch handeln, wer noch kaufen kann und wer nicht. Der bargeldlose Staat ist ein durch und durch totalitärer Staat, ein brutaler Unterdrückerstaat, der, im Westen, Hand in Hand geht mit den Großkonzernen, deren einziges Interesse hohe Gewinne und die Ausbeutung der Beschäftigten ist. Damit entlarvt sich das gottlose, menschenverachtende, brutale System des „Westens“ immer mehr, das nur auf dem Papier eine Demokratie, tatsächlich aber eine durch und durch antichristliche und gottlose Klassenherrschaft ist.

Linksregime will Bibel zensieren: Die linke Schulbehörde (Liberale Partei) im kanadischen Bundesstaat Alberta hat eine christliche (!) Schule aufgefordert, nur noch zensierte Bibelausgaben zu verwenden, d.h. nur solche, die der „politischen Korrektheit“ entsprechen. So dürfen z.B. die Unterschiede von Mann und Frau und ihre entsprechenden unterschiedlichen Aufgaben nicht mehr erwähnt werden. Solches sei „geschlechtsdiskriminierend“. Eine linke Politikerin des Schulaufsichtsrates, Laurie Skori, hat sich sogar erdreistet, die Bibel durchzugehen und alle diejenigen Stellen zu schwärzen, die ihrer linken Ideologie nicht entsprechen. Die Schule beugt sich allerdings diesem Gesinnungsterror nicht und hat sich zur Wehr gesetzt. Die Schulbehörde war auch zuvor schon unliebsam aufgefallen, weil sie das bisherige Benotungssystem an den High Schools (entspricht in etwa den Gymnasien in der BRD) abschaffen wollte. So soll anscheinend der „genderneutrale“ Mensch geschaffen werden, der keinen Leistungsdruck mehr kennt. Übrigens: Kritik an Predigten in Moscheen gilt bei der linken Trudeau-Regierung als „Hate Speech“ und „islamophob“. (nach: http://www.freiewelt.net/nachricht/schulaufsichtsbehoerde-fordert-christliche-schule-darf-nur-zensierte-bibel-im-unterricht-benutzen-10071253/; https://www.youtube.com/watch?v=o-_5r410238) Übrigens widerspricht dieses Vorgehen eigentlich der kanadischen Verfassung, die formal Meinungs- und Religionsfreiheit garantiert. (Das wirft auch ein bezeichnendes Bild auf das Vorhaben des Herrn Maas, mit kräftiger Unterstützung des Herrn Kauder, sogenannte „Hasskommentare“ löschen und gegen sie vorgehen zu lassen. Hier steht nämlich ganz klar die Frage im Raum: Was sind denn „Hasskommentare“? Sind es alle diejenigen Kommentare, die der linken Ideologie des herrschenden Linksblocks in der BRD widersprechen?)

Christen dürfen nicht von staatlichen Programmen in den USA ausgeschlossen werden: Der Supreme Court hat deutlich gemacht, dass christliche Einrichtungen, wie z.B. christliche Gemeindekindergärten, nicht von staatlichen Programmen ausgeschlossen werden dürfen, nur deshalb, weil sie christlich sind. Damit sind diskriminierende Maßnahmen gegen Christen erstmals klar zurückgewiesen worden. Es ging dabei um einen lutherischen Kindergarten in Missouri, der von entsprechenden staatlichen Programmen ausgeschlossen worden war. (nach: http://www.lifenews.com/2017/06/26/supreme-court-government-cant-exclude-christian-groups-from-programs-just-because-theyre-christian/)

Fortschreitende Überwachung in der BRD: Versteckt in einem anderen Gesetz hat der Bundestag die Einsetzung von „Staatstrojanern“ beschlossen, die in alle Bereiche der digitalen Kommunikation eindringen können, um diese vor der Verschlüsselung auszuspähen. Damit soll die totale Überwachung erreicht werden. Es geht dabei vor allem um private PCs und WhatsApp-Mitteilungen auf Smartphones. (nach: http://www.freiewelt.net/nachricht/ueberwachungsstaat-stoppen-gegen-die-ausspaehung-durch-den-staatstrojaner-10071341/; http://www.freiewelt.net/nachricht/neues-gesetz-fuehrt-zur-totalen-ueberwachung-der-buerger-10071286/ )

Luxemburg schafft Religionsunterricht ab: Das linke Regime aus Sozialdemokraten und Liberalen in Luxemburg hat nun auch an den Grundschulen den Religionsunterricht abgeschafft, nachdem er zuvor schon für die weiteren Schulen gestrichen worden war. An seine Stelle soll ein – ideologisch bestimmter – „Werteunterricht“ treten. Dagegen sprach sich die Christlichsoziale Volkspartei aus. (nach: http://www.idea.de/politik/detail/luxemburg-verabschiedet-sich-endgueltig-vom-religionsunterricht-101800.html) Das macht deutlich, wohin der Weg im „Westen“ mehr und mehr geht: in die Gottlosigkeit, überfrachtet von linker Ideologie. Dabei ist nicht einmal das Abschaffen des Religionsunterrichts das Problem, denn der gehört sowieso vollständig in die Hand der Kirchen, sondern dass an seine Stelle ein politisch geprägtes Unterrichtsfach tritt, das dann staatliche Ideologie verbreitet.

 

Islam und islamische Welt:

Mordanschläge auf Kopten in Ägypten: Die Anschläge auf Kopten in Ägypten hat wieder zugenommen. Sie gehen nicht zuletzt auf das Konto des „Islamischen Staates“, der die Christen als „Ungläubige“ bezeichnet, die den Islam beleidigt hätten, und ihnen den Krieg erklärte. So wurde im Februar der Tierarzt Bahgat Zakher erschossen, weil er sich weigerte, zum Islam abzufallen. (nach: http://www.idea.de/menschenrechte/detail/aegypten-is-toetete-einen-christen-weil-er-nicht-moslem-werden-wollte-100547.html)

Pakistan würde 42 Christen freilassen, wenn sie Moslems würden: Der Staatsanwalt von Lahore hat angegeben, dass 42 Christen, die wegen eines angeblichen Lynchmordes an zwei Moslems, die sie verdächtigt haben sollen, an Bombenanschlägen auf zwei christliche Kirchen in der Stadt verwickelt zu sein, freigelassen würden, wenn sie zum Islam übertreten würden. Sie haben das aber abgelehnt. (nach: http://www.idea.de/menschenrechte/detail/freilassung-fuer-42-christen-wenn-sie-muslime-werden-100533.html) Dies zeigt einmal mehr, dass Pakistan Welten entfernt ist davon, ein Rechtsstaat zu sein und vielmehr ein totalitäres islamisches Gebilde ist – und es ein Skandal ist, dass der „Westen“ in diesem Staat einen Verbündeten sieht.

Türkei enteignet massenhaft Christen: Die islamo-faschistische Erdogan-Regierung hat im Südosten der Türkei 50 Kirchen, Klöster und Friedhöfe den christlichen Gemeinden weggenommen und der staatlichen islamischen Religionsbehörde übergeben. Nach Angaben des Bundesverbandes der Aramäer in der BRD sei diese Enteignungsaktion beispiellos. (nach: http://www.idea.de/menschenrechte/detail/tuerkei-enteignet-massenhaft-christen-101569.html) Es ist nicht bekannt, dass von Seiten der BRD-Regierung oder anderer westlicher Regierungen irgendetwas dagegen unternommen wurde. Man will ja den Konzernen ihre Wirtschaftsbeziehungen nicht kaputt machen und ist außerdem der Meinung, man brauche die Türkei wegen der „Flüchtlinge“ und der Nato, was alles allerdings völlig falsch ist. Hier wird vor allem die Vorgehensweise des Islam deutlich, wie sie schon seit bald 1400 Jahren immer die gleiche ist: Terror und Unterdrückung, Willkür gegen Andersgläubige. Und das wird in der BRD und den anderen westlichen Ländern auch kommen, wenn der Islam noch stärker wird.



122 vgl. LSQ, a.a.O., S. 13; KDS, a.a.O., S. 422-425; Bengt Hägglund: Geschichte der Theologie. München: Chr. Kaiser Verlag. 1983. S. 257

123 vgl. LSQ, a.a.O., S. 14

124 vgl. Hägglund, a.a.O., S. 252

125 vgl. LSQ, a.a.O., S. 14

126 vgl. ebd. S. 15

127 vgl. ebd. S. 15-17. Wort und Sakrament reichen dem Pietismus als Kennzeichen der Kirche, als Gnadenmittel, durch die Gott arbeitet nicht aus. Er meint daher, etwa dazutun zu müssen. Vgl. Carter Lindberg: Pietism and the Church Growth Movement. In: Concordia Theological Quarterly. Fort Wayne, Indiana: Concordia Theological Seminary Press. Vol. 52. No. 2-3. 1988. S. 130

128 vgl. Walter, a.a.O., S. 533

129 vgl. LSQ, a.a.O., S. 17

130 So las Spener etwa Lewis Baylys ‚Practice of Piety‘ und Emmanuel Sonthombs ‚Golden Jewel‘; in Frankfurt wurden in den Collegia pietatis Abschnitte aus Bayly vorgelesen. Genf bewunderte Spener sehr. Unter Umständen ist die Idee der ecclesiola beeinflusst von Labadies Versuch, eine Gemeinde der Wiedergeborenen herzustellen. Vgl. Ronald R. Feuerhahn: The Roots And Fruits of Pietism. Pieper Lectures 1998. St. Louis, Mo.: Concordia Seminary. 1998. S. 2; Walter, a.a.O., S. 559 (4. Halbband)

131 vgl. ebd. S. 18-20. 26; Hägglund, a.a.O., S. 254.255.256.257.260

132 vgl. LSQ, a.a.O., S. 20-22

133 vgl. Feuerhahn, a.a.O., S. 6 f.

134 vgl. LSQ, a.a.O., S. 22; Hägglund, a.a.O., S. 254 f.

135 vgl. Feuerhahn, a.a.O., S. 10-11; Harold L. Senkbeil: Sanctification: Christ in Action. 4th printing. Milwaukee, Wisconsin: Northwestern Publishing House. 1992. S. 27 f. (Zitierweise: Sanctificaton)

136 vgl. ebd. S. 8-9; Lawrence R. Rast: Baptism: A Christological Work. In: For the Life oft he Word. Vol. 3. No 3. June 1999. Fort Wayne, IN: Concordia Theological Seminary Press. 1999. https://media.ctsfw.edu/Text/ViewDetails/2730

137 vgl. LSQ, a.a.O., S. 23-34; Hägglund, a.a.O., S. 256 f.; Walter, a.a.O., S. 561

138 vgl. LSQ, a.a.O., S. 24-25; Walter, a.a.O., S. 563

139 vgl. ebd. S. 27

140 vgl. Hägglund, a.a.O., S. 257 f.

141 vgl. ebd. S. 258 f.

142 vgl. LSQ, a.a.O., S. 31 f.

143 vgl. ebd. S. 33 f.

144 vgl. ebd. S. 35; Sanctification, a.a.O., S. 3

145 vgl. LSQ, a.a.O., S. 36; Sanctification, a.a.O.

146 vgl. Sanctification, a.a.O., S. 21

147 vgl. ebd. S. 93 f.

148 vgl. ebd. S. 23 ff. Diese Linien sind nicht erst mit dem Second Great Awakening in den USA aufgetreten, sondern finden sich bereits im wesleyanischen Methodismus und seiner Weise der Evangelisation. John Wesley selbst war ja, beeinflusst durch seine Mutter, Arminianer. Vgl. ebd. S. 29 f. Aber auch die Evangelisationsweise George Whitefields, der formal Calvinist war und sich deshalb auch von Wesley trennte (calvinistischer Methodismus), baut letztlich auf das Bewirken von Emotionen auf, um dadurch zu Ergebnissen zu kommen.

149 vgl. ebd. S. 9

150 vgl. ebd. S. 10

151 vgl. ebd. S. 14 f.

152 vgl. ebd. S. 15 f.

153 vgl. ebd. S. 44-48

154 vgl. ebd. S. 53 f.

155 vgl. ebd. S. 55 f.

156 vgl. ebd. S. 57

157 vgl. ebd. S. 60

158 vgl. ebd. S. 62

159 vgl. ebd. S. 86

160 vgl. ebd. S. 86 f. (So hat Swindoll auch ein völlig schiefes Verständnis der Reformation Luthers. Für ihn war Luthers Entdeckung nicht das durch Christus vollendete Rettungswerk, das zum Vertrauen ruft, sondern mehr die Information darüber, wie man gerettet werden kann – eine Information, die nun dem menschlichen Willen zur Reaktion vorliegt, und historische Information über das, was für uns geschah. (vgl. ebd. S. 87 f.))

161 vgl. ebd. S. 89-91

162 vgl. ebd. S. 94-95

163 vgl. ebd. S. 11 f.

164 vgl. ebd. S. 123-126

165 vgl. ebd. S. 152

166 vgl. ebd. S. 153-155

167 vgl. ebd. S. 166

168 vgl. LSQ, a.a.O., S. 38

169 vgl. ebd. S. 39

170 vgl. ebd. S. 41 f.

171 vgl. ebd. S. 109

172 vgl. ebd. S. 116

173 vgl. ebd. S. 140-143

174 vgl. ebd. S. 144-145

175 vgl. ebd. S. 146-148

176 vgl. ebd. S. 18. 31 (nach Luthers Schrift: Wider die himmlischen Propheten)

177 vgl. Kenneth K. Miller: Die Taufe mit dem Heiligen Geist. Deutsch. 1993. S. 3-4

178 vgl. Arthur J. Clement: Pentecost or pretense? Milwaukee, Wisconsin: Northwestern Publishing House. 1981. S. 203

179 vgl. ebd. S. 210

180 vgl. Theodore Engelder …: Popular Symbolics. St. Louis, Mo.: Concordia Publishing House. 1934. S. 105

181 vgl. Wolfhart Schlichting: Anfragen an die „Geistliche Gemeindeerneuerung“ in der evangelischen Kirche. In: Homiletisch-liturgisches Korrespondenzblatt. Neue Folge. Nr. 28. S. 411

182 Freie Christengemeinde München e.V. in: Aubeck, Braun: Die freikirchlich-christlichen Gemeinden und überkonfessionellen Werke in Süd- und Mittelbayern. Friedberg 1991. S. 55

183 vgl. Schlichting, a.a.O., S. 414