Beständig in der Apostel Lehre und in der Gemeinschaft und im Brotbrechen und im Gebet! Apg. 2,42

DER BEKENNTNIS-

LUTHERANER

 

Lutherisches Blatt für Bibelchristentum.

Mit Zustimmung der Lutherischen Kirchen der Reformation (Lutheran Churches of the Reformation, LCR) herausgegeben von Roland Sckerl,  Leopoldstr. 1, D-76448 Durmersheim; Tel.:07245/83062;

E-mail: Sckerl@web.de; Internet: www.lutherische-bekenntnisgemeinde.de

 

22. Jahrgang 2014  Heft 3/2014

 

 

 

INHALTSVERZEICHNIS

 

 

Inhalt

UNTER BIBEL UND BEKENNTNIS. 1

Von der heiligen Schrift 1

Gottes Gnadenordnung. 2

Taufe und Bekehrung in ihrer Beziehung zueinander 3

THEOLOGISCHE ANMERKUNGEN.. 5

Ordination: 5

ZEICHEN DER ZEIT. 5

Literaturhinweis. 6

 

 

 

 

 

 

 

UNTER BIBEL UND BEKENNTNIS

 

Von der heiligen Schrift

August Gräbner

(entnommen aus: „Der Lutheraner“, 1896, S. 4-5)

 

    Im ersten Korintherbrief schreibt Paulus: „Niemand weiß, was in Gott ist, außer der Geist Gottes“, 1. Kor. 2,11, und dass Paulus selber von geistlichen, göttlichen Dingen reden kann, erklärt er mit den Worten: „Uns hat es Gott offenbart durch seinen Geist“, 1. Kor. 2,10. So können auch wir von geistlichen, göttlichen Dingen etwas wissen, nur wenn es uns Gott hat kund getan, und nur so viel wissen, wie uns Gott hat kund getan.

    Wenn aber Paulus seine Episteln [Briefe, Anm. d. Hrsg.] schrieb und darin denen, für die er schrieb, den Rat Gottes kund tat, nachdem ihm Gott offenbart hatte, was von der Welt her verborgen war, so war die Offenbarung, welche der Apostel vom Heiligen Geist empfing, und die, welche des Apostels Leser durch den Apostel empfingen, dem Inhalte nach dieselbe, aber der Art und Weise nach verschieden. Ihm, dem Apostel Jesu Christi, wurde vom Heiligen Geiste unmittelbar gesagt oder eingegeben, was er schreiben, und in welche Worte er, was ihm offenbart war, fassen sollte; den Lesern aber tat der Heilige Geist mittelbar durch den Apostel und des Apostels Schriften eben das kund, was unter Gottes Eingeben der Apostel in Schrift verfasste. Das bezeugt Paulus aus dem Heiligen Geist mit den Worten: „Welches wir auch reden, nicht mit Worten, welche menschliche Weisheit lehren kann, sondern mit Worten, die der Heilige Geist lehrt“, 1. Kor. 2,13, und als Gottes eigenes Wort nahmen auch die Christen, an welche er schrieb, das Wort des Apostels auf, wie derselbe bezeugt 1. Thess. 2,13: „Da ihr empfingt von uns das Wort göttlicher Predigt, nahmt ihr es auf, nicht als Menschenwort, sondern, wie es denn wahrhaftig ist, als Gottes Wort.“

    Was aber von den Briefen des Paulus gilt, das gilt, wie dieser wiederum aus dem Heiligen Geist bezeugt, von der ganzen heiligen Schrift, wenn er 2. Tim. 3,16 schreibt: „Denn alle Schrift, von Gott eingegeben, ist nütze zur Lehre, zur Strafe, zur Besserung, zur Züchtigung in der Gerechtigkeit.“ Da sagt er ausdrücklich, dass alle Schrift von Gott eingegeben ist, und das bestätigt aus demselben Heiligen Geist der Apostel Petrus, wenn er 2. Petr. 1,20-21 schreibt: „Das sollt ihr für das erste wissen, dass keine Weissagung in der Schrift geschieht aus eigener Auslegung; denn es ist noch nie eine Weissagung aus menschlichem Wissen hervorgebracht, sondern die heiligen Menschen Gottes haben geredet, getrieben von dem Heiligem Geist.“ Solche heiligen Menschen Gottes waren im Alten Testament Mose, Josua, David, Salomo, Jesaja, Jeremia und andere Propheten, im Neuen Testament Matthäus und die anderen Evangelisten, Paulus und die anderen Apostel, von denen wir Schriften im heiligen Bibelbuch überkommen haben. Die haben also geredet, getrieben von dem Heiligen Geist; das heißt, der Heilige Geist trieb sie an zu reden, und wie der Heilige Geist sie trieb, so dachten sie nicht nur, sondern redeten sie, das heißt, fassten sie ihre Gedanken in Worte, die sie nicht selber wählten und setzten, sondern die ihnen der Heilige Geist angab und eingab. Darum ist denn nun die Heilige Schrift, sind die Bücher Moses und der Propheten, der Evangelisten und Apostel ganz und gar und in allen Teilen wirklich und wahrhaftig Gottes Wort, wie ja die Schrift an vielen Stellen auch ausdrücklich als Gottes Wort beschrieben wird, Mark. 7,13; Matth. 22,31; Röm. 3,2. Ja, dass dies nicht nur von den biblischen Büchern im Ganzen, sondern von jedem einzelnen Wort gilt, geht deutlich daraus hervor, dass Gott selbst hier und da in der Schrift auf einzelne Wörter, welche in anderen Teilen der Schrift enthalten sind, mit großem Nachdruck verweist, so z.B. Gal. 3,16 auf die Worte: „Durch deinen Samen“, wobei er hervorhebt, dass 1. Mose 22,18 nicht stehe: „Durch die Samen“, sondern: „Durch deinen Samen“; ferner: Röm. 15,9-12, wo er aus Ps. 18,50; 5. Mose 32,43; Ps. 117,1; Jes. 11,10 das Wort „Heiden“ hervorhebt¸ und der HERR Christus selber nennt Joh. 10,34 und 35 das eine Wort „Götter“ aus Ps. 82,6. „Gottes Wort“ und „Schrift“, die nicht gebrochen werden könne.

    So gewiss nun aber die Bücher Moses und der Propheten, der Evangelisten und Apostel, die kanonischen Bücher des Alten und Neuen Testaments, wirklich und wahrhaftig Gottes Wort sind und wir nichts davon tun sollen, so gewiss sollen wir andererseits auch nichts dazu tun, wie die Papstkirche dazu getan hat, indem sie die Apokryphen, das heißt, die manchen Bibeln beigedruckten Bücher Judith, Weisheit, Tobias, Sirach, Baruch usw. den Schriften der Apostel und Propheten gleichgestellt hat; denn wer sein eigenes oder seines Mitknechts Wort für das Wort seines Herrn und Königs ausgibt, verfällt mit Recht demselben Urteil wie der, welcher, was sein HERR und König geredet hat, nicht als dessen Wort will gelten lassen.

    Wenn wir nun aber die Heilige Schrift als Gottes Wort gelten lassen, so werden wir alles, was in diesem Gotteswort geschrieben steht, als wahr annehmen, allem, was da gelehrt ist, beipflichten, alles, was da verheißen und zugesagt ist, mit fester Zuversicht glauben, alles, was uns da geboten ist, mit willigem Gehorsam befolgen, kurz, die Heilige Schrift als einzige Quelle und Richtschnur der christlichen Lehre und als göttliche Regel des christlichen Lebens gelten lassen. Dass unsere Stamm-Mutter Eva im Paradiese ein Wort, das Gott geredet hatte, zuerst in Zweifel ziehen und dann in Abrede stellen ließ, war der Anfang ihres Sündenfalls, und so gewiss die Schrift Gottes Wort ist, gebührt uns als Christen und Kindern Gottes, dass wir für wahr halten, was sie sagt, zuversichtlich glauben, was sie lehrt und zusagt, und tun, was sie vorschreibt; denn was die Schrift lehrt, ist göttliche Lehre , was die Schrift verheißt und zusagt, ist göttliche Verheißung und Zusage; was die Schrift befiehlt, ist göttliches Gebot, Jes. 8,19.20; 2. Thess. 2,15; 2. Kor. 1,20; Tit. 1,2.3; 1. Kor. 14,37. Wo uns also gepredigt wird, was aus der Schrift genommen ist, wo uns der Trost gespendet wird, den die Heilige Schrift darbietet, wo uns die Pflichten vorgelegt werden, welche uns die Heilige Schrift auferlegt, da haben wir uns nicht mit Fleisch und Blut zu beraten, nicht zu fragen, wie sich solches mit unserer Vernunft reime oder was die Weisen dieser Welt dazu sagen, sondern einfältig in fröhlicher Zuversicht und in kindlichem Gehorsam anzunehmen, was Gott in seinem Worte sagt, und alles andere ihm überlassen. Wiederum aber, wenn jemand kommt und eine andere Lehre, andern Trost, andere Weisungen und Vorschriften bringt, als die in Gottes Wort zu finden sind, und für solche Lehren die Achtung und Beachtung von uns verlangt, die Gottes Wort und Lehre allein gebührt, so sollen wir ihn von uns weisen und mit Paulus nach Gal. 1,8 uns lossagen von aller Lehre, die nicht die Lehre des Wortes Gottes ist, auch bei keiner Kirche oder Gemeinschaft bleiben, deren Lehre und Bekenntnis oder anerkannte kirchliche Praxis in irgendeinem Stücke von dem Worte Gottes als der einigen Regel und Richtschnur des Glaubens und Lebens abweicht, denn das heißt recht nach Gottes Willen sich fürchten vor Gottes Wort, Jes. 66,2; Ps. 119,161, dass man sich mit heiliger Scheu hütet, irgendetwas zu verwerfen, das Gott geredet hat, oder irgendetwas als Gottes Wahrheit anzuerkennen und gelten zu lassen, das in der Schrift nicht geschrieben steht.

    Was nun aber die Schrift lehrt, das lehrt sie so klar und deutlich, dass derjenige, welcher ihre Worte liest oder hört, aus denselben vernehmen und verstehen kann, was der Heilige Geist durch diese Worte sagen und lehren will. Schon ein menschlicher Lehrer weiß seine Worte so zu wählen und zu setzen, dass seine Schüler, wenn sie ihm aufmerksam folgen, die Wahrheiten, welche er ihnen vorträgt, fassen und verstehen können. Wie viel mehr wird der Heilige Geist in der von ihm eingegebenen Schrift, welche nütze sein soll zur Lehre, so geredet haben, dass in seinen Worten deutlich zum Ausdruck kommt, was er lehren will. So wird denn auch die Schrift ausdrücklich ein Licht genannt, wenn der Psalmist sagt: „Dein Wort ist meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Wege“, Ps. 119,105, und: „Das Zeugnis des HERRN ist gewiss und macht die Albernen weise. … Die Gebote des HERRN sind lauter und erleuchten die Augen.“ Ps. 19,8.9. Und Petrus schreibt von dem festen prophetischen Wort: „Ihr tut wohl, dass ihr darauf achtet als auf ein Licht, das da scheint an einem dunklen Ort, bis der Tag anbreche, und der Morgenstern aufgehe in euren Herzen.“ 2. Petr. 1,19. So schreibt auch Paulus, dass aus dem, was er schreibe, das, was ihm Gott offenbart habe, von denen, welche es lesen, erkannt und verstanden werden könne, wenn er Eph. 3,3.4 sagt: „Dass mir ist kund geworden dies Geheimnis durch Offenbarung, wie ich droben aufs kürzeste geschrieben habe; daran ihr, so ihr’s lest, merken könnt meinen Verstand an dem Geheimnis Christi.“ Wenn also ein Mensch die Lehre des ‚Wortes Gottes aus demselben nicht erkennt, so hat dies nicht darin seinen Grund, dass das Wort nicht klar und deutlich wäre, sondern darin, dass, wie der Apostel 2. Kor. 4,4 schreibt, der Gott dieser Welt der Ungläubigen Sinn verblendet hat, dass sie nicht sehen das helle Licht des Evangeliums. Es ist darum auch nicht wahr, was in der Papstkirche gelehrt wird, dass die Heilige Schrift ein dunkles Buch sei, welches die Einfältigen nicht verstehen könnten ohne die Auslegung der Kirche und des Papstes zu Rom. Wie schon ein irdisches Licht nicht erst dadurch leuchtet, dass von außen her Licht auf dasselbe geworfen wird, sondern seinen Schein in sich selber hat und seiner Natur nach hell macht, was dunkel ist, so bedarf auch das Licht des göttlichen Wortes, das der Heilige Geist in der Schrift angezündet hat, nicht erst, dass es von Menschen Licht empfange, sondern es leuchtet in der Finsternis und macht die Albernen weise. Zwar sind nicht alle Stellen der Schrift in gleichem Maße hell und klar, sondern es sind manche Sprüche leichter zu verstehen als andere; aber es gibt keine Lehre, die der Heilige Geist uns offenbaren wollte, welche er nicht irgendwo in der Schrift klar und deutlich und allgemein verständlich niedergelegt hätte. Auch sind nicht alle Geheimnisse Gottes in der Schrift offenbart, sondern Gott hat manches seiner Weisheit vorbehalten, dass wir sprechen müssen, wie Paulus Röm. 11,33: „Wie gar unbegreiflich sind seine Gerichte und unerforschlich seine Wege!“ Wo wir nun auf solche Fragen stoßen, auf welche uns Gott in seinem Worte keine Antwort gegeben hat, da sollen wir nicht die Klarheit der Schrift in Zweifel ziehen oder in Abrede stellen, auch nicht mit unserer eigenen Vernunft ergründen wollen, was uns Gott verborgen hat, sondern uns an das halten, was seine Weisheit und Güte uns im Worte hat kund getan, und geduldig warten, bis einst das Licht der Herrlichkeit uns manches wird erkennen lassen, was wir hienieden nicht erkennen sollten.

    Doch nicht zur Lehre allein hat Gott uns sein Wort gegeben, sondern auch, um dadurch in uns zu wirken, was er zu unserm Heil in uns wirken will. Ihrem Hauptinhalte nach ist die Heilige Schrift teils Gesetz, teils Evangelium. Das Gesetz aber soll Erkenntnis der Sünden wirken, Röm. 3,20, soll ein Hammer sein, der Felsen zerschmeißt, Jer. 23,29, dass der Sünder des Zornes Gottes inne werde und an sich selbst und seinem Tun verzweifle. Das Evangelium aber, die Lehre von der Gnade Gottes in Christus Jesus, ist eine Kraft Gottes, die da selig macht alle, die daran glauben, Röm. 1,16, und ist geschrieben, dass wir glauben, Jesus sei der Christ, der Sohn Gottes, und dass wir durch den Glauben das Leben haben in seinem Namen, Joh. 20,31. Darum wird das Wort Gottes auch genannt der lebendige Same, durch welchen wir wiedergeboren werden, 1. Petr. 1,23, und „wie der Regen und Schnee vom Himmel fällt und nicht wieder dahin kommt, sondern feuchtet die Erde und macht sie fruchtbar und wachsend, dass sie gibt Samen zu säen und Brot zu essen, also soll das Wort, so aus Gottes Munde geht, auch sein. Es soll nicht wieder zu ihm leer kommen, sondern tun, das ihm gefällt, und soll ihm gelingen, dazu er’s sendet“. Jes. 55,10.11.

    In diesen Wortend es Propheten ist aber auch schon dies ausgesagt, dass das Wort, welches uns Gott gegeben hat, genugsam und hinreichend sei, das zu leisten und zu wirken, was uns zu unserm Heile vonnöten ist. So schreibt ja Paulus an Timotheus, dass ihn die Heilige Schrift unterweisen könne zur Seligkeit, und dass durch dieselbe ein Mensch vollkommen werden könne, zu allem guten Werk geschickt. Wer die Heilige Schrift hat und darin fleißig forscht, der hat, wie unser HERR Christus sagt, das ewige Leben darin, Joh. 5,39. Haben wir aber das ewige Leben, was brauchen wir mehr? Kann uns die Heilige Schrift unterweisen zur Seligkeit und ist das Evangelium, welches uns in derselben verkündigt ist, Gottes Kraft zur Seligkeit, so haben wir nicht nötig, außer der Schrift noch Meister und Lehrer und Nothelfer zu suchen. Zwar der reiche Mann in der Hölle war anderer Meinung und wollte, dass der Vater Abraham den verstorbenen Lazarus auf Erden sende mit dem Auftrage, den fünf gottlosen Brüdern des reichen Mannes zu predigen, auf dass sie nicht auch kämen an den Ort der Qual. Aber was antwortet ihm Abraham? „Sie haben Mose und die Propheten; lass sie dieselben hören.“ Luk. 16,29. Das heißt, das Wort der Schrift reicht vollkommen hin, dass ein Mensch, der es gebraucht, wozu es gegeben ist, dadurch selig wird. Und wenn schon die Schrift des Alten Testamentes hierzu genügte, wie viel mehr haben wir, die wir zum Alten Testament noch das Neue besitzen, reichlich und überreichlich, was uns vonnöten ist, der Sünde los und der Gnade Gottes in Christus, der Vergebung der Sünden und somit des Lebens und der Seligkeit teilhaftig zu werden und zu bleiben. Es ist also eine Lüge des Antichrists, wenn der Papst sagt, neben der Schrift sei auch die Überlieferung der Kirche zur Erkenntnis der göttlichen Wahrheit und zur Erlangung der Seligkeit vonnöten; und wenn Hebr. 1,2 geschrieben steht, dass Gott, nachdem er vor Zeiten manchmal und mancherlei Weise geredet hat zu den Vätern durch die Propheten, am letzten in den Tagen der Apostel geredet habe durch den Sohn, so ist damit angezeigt, dass es Gott bei der Offenbarung des Neuen Testaments in den Schriften der Evangelisten und Apostel will bewenden lassen, und sind darum alle diejenigen, welche neue Offenbarungen vorgeben, als Schwärmer zu verwerfen und zu meiden. Wir haben Mose und die Propheten, die Evangelisten und Apostel; die sollen wir hören, nicht als Menschenwort, sondern, wie es denn wahrhaftig ist, als Gottes Wort, dann wird auch das Zeugnis des Heiligen Geistes in unsern Herzen kräftig sein, dass wir inne werden, dass diese Lehre von Gott sei, und uns versiegeln, dass Gott, der Wahrhaftige, im Worte der Schrift zu uns rede und mit uns handle, Joh. 7,17; 3,33, und wird der Zweck der Heiligen Schrift bei uns erreicht werden, dass wir glauben, Jesus sei der Christ, der Sohn Gottes, und dass wir durch den Glauben das Leben haben in seinem Namen.

 

 

Gottes Gnadenordnung

 

Roland Sckerl

 

    Wenn hier die Gnadenordnung Gottes dargelegt wird, so ist es wichtig, dabei zu bedenken: Es handelt sich nicht um eine zeitliche Abfolge, so dass man sozusagen daran ablesen könne, wo man gerade geistlich steht, sondern es handelt sich mehr um eine logische Aufgliederung des Handelns Gottes des Heiligen Geistes am Sünder durch Gesetz und Evangelium. Zeitlich können dabei, und das ist auch oft so, viele Teile durchaus zusammenfallen. Andererseits zeigt diese Gnadenordnung dir aber auch auf, ob du das eine oder andere überhaupt schon in deinem Leben erfahren hast oder ob du vielleicht, obwohl du doch religiös bist, doch noch entfernt bist von Gottes Reich und seiner Gnade. Auch dazu dient diese Gnadenordnung. Denn leider meinen viele, sie seien Christen, ja sogar, sie seien doch bekehrt, und haben tatsächlich nur ein erstes Interesse am christlichen Glauben gewonnen, haben sich vielleicht entschieden, Jesus Christus nachfolgen zu wollen, ohne aber wirklich etwas von Sünden- und Verlorenheitserkenntnis und lebendiger Christuserkenntnis als des Retters für Sünder erkannt, erfahren, begriffen zu haben. Darum ist es so wichtig, die Gnadenordnung Gottes zu kennen, um sich geistlich nichts vorzumachen, sich keiner Illusionen hinzugeben, sondern dass dein Leben auch wirklich zur ewigen Rettung kommt und du den geistlichen Tiefgang empfängst, den Gott dir doch schenken will.

 

1. Unser natürlicher Zustand:

    Seit dem Sündenfall wird jeder Mensch als Sünder geboren, ist ein Kind des Zorns von Natur und steht unter der Herrschaft Satans und seiner Dämonen, ist geistlich tot (Eph. 2,1-3; Kol. 2,13). Gottes Wort sagt über uns: Da ist keiner, der gerecht ist, auch nicht einer; da ist keiner, der verständig ist; da ist keiner, der nach Gott frage. Sie sind alle abgewichen und allesamt untüchtig geworden; da ist keiner der Gutes tue, auch nicht einer. (Röm. 3,10-12). Das heißt: Von unserer natürlichen Geburt her, so, wie wir auch diese Welt gekommen sind, kann niemand Gott gefallen, kann niemand von Herzen Gott über alles lieben, ihn über alles ehren, ihm über alles vertrauen, kann daher niemand wahrhaft an Gott glauben, ihm dienen, gehorchen. Kurz: Wir sind von Natur her alle Sünder, und zwar von Natur, als Sünder geboren, ja, empfangen (Ps. 51,7). Und zunächst bemerken wir es nicht einmal. Der natürliche Mensch läuft als sich sicherer Sünder durch diese Welt, siehe Pharao, ja, er kann dabei sogar religiös sein und merkt nicht, wie weit er von Gott entfernt ist, siehe Saulus.

 

2. Gottes berufende und vorlaufende Gnade:

    Gottes Ruf geht an viele Sünder schon sehr früh, ja, sehr bald nach ihrer Geburt, nämlich dann, wenn sie getauft werden auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und so der Anfang damit gemacht ist, dass sie Jesu Jünger werden (Matth. 28,18-20). In der heiligen Taufe schon wurde grundsätzlich der alte, sündige Mensch mit Christus gekreuzigt, in den Tod gegeben (Röm. 6,3.6), kam ein neuer Mensch aus der Taufe hervor (Röm. 6,3; Kol. 2,11-12), der wiedergeboren wurde durch das Wasserbad im Wort, das Bad der Wiedergeburt und Erneuerung des Heiligen Geistes (Eph. 5,25; Tit. 3,5-7). Wir glauben, dass aufgrund der Gebete der Heilige Geist mittels des Wortes Gottes bei der Taufe auch in dem Säugling den Glauben weckt, spricht doch Jesus Christus den Armkindern, die zu ihm gebracht wurden, also Kleinstkindern, das Himmelreich zu, was wir allein durch den Glauben haben (Mark. 10,13-16; Luk. 18,15-17). Dieser Glaube aber ist, wie alles, was der Säugling macht, auch sein Vertrauen zu seiner Mutter, noch unbewusst. Nun gilt es, und das ist ja Teil des Reichs- oder Missionsbefehls, dass das Kind, wenn es heranwächst, unterwiesen, gelehrt wird in Gottes Wort, damit aus dem unbewussten Glauben ein bewusster Glaube, eine bewusste Nachfolge Jesu Christi wird. Dazu aber muss das Kind, wenn es heranwächst, zu einer klaren Erkenntnis seiner Sünden, seiner Sündenverdorbenheit, seiner Verlorenheit ohne Christi Rettungswerk kommen und so dann auch dazu, im bewussten Glauben, den der Heilige Geist gibt, sich das anzueignen, was Gott in der Taufe schon zugeeignet hat. Es kann durchaus sein, dass dies ein allmählicher Übergang ist aus dem unbewussten in den bewussten Glauben. Vielfach aber ist es leider doch so, dass der Getaufte erst wieder aus der Taufgnade fällt. Denn wer ohne Gottes Wort, ohne Gebet, ohne oder mit nur wenig Gottesdienst lebt, keine Sündenerkenntnis hat, keinen Kampf gegen die Sünde kämpft, der ist geistlich wieder erstorben. Aber es kann auch sein, dass jemand zwar religiös ist, auch im Wort liest, betet, den Gottesdienst besucht oder doch zu keiner lebendigen Sündenerkenntnis und Christuserkenntnis gekommen ist. Auch der ist, trotz aller Religiosität, aus der Taufgnade gefallen und muss wieder bekehrt werden.

    Gott hat vielerlei Wege, einen sicheren Sünder aus dem Sündenschlaf aufzuwecken, damit doch aus dem sicheren Sünder zunächst einmal ein erweckter Sünder, ein fragender Sünder, ein doch zumindest am Christentum interessierter Sünder wird. Das kann durch die Begegnung mit Christen sein, durch die Teilnahme an einer christlichen Freizeit, durch ein christliches Buch oder ein Traktat. Es mag sein, dass zunächst noch gar keine wirkliche Sündenerkenntnis da ist, vielleicht nur so ein Interesse: Ja, so etwas möchte ich auch; oder: Das ist ja ganz interessant, damit will ich mich näher beschäftigen.

 

3. Des Heiligen Geistes erleuchtendes Handeln durch das Gesetz:

    Wichtig ist nun, dass solch ein erstes Interesse, das der Heilige Geist durch solche Begegnungen geweckt hat, weiter ausgebaut wird. Und das kann nur durch das Wort, also die Bibel, und den Gottesdienst, die Bibelstunde, also das Hören von Gottes Wort, geschehen. Denn das ist das Mittel, durch das der Heilige Geist nun gemäß Joh. 16,8 ff. den Sünder erleuchtet, seinen Verstand, seinen Willen, sein Herz, und zwar zunächst einmal in erster Linie durch das Gesetz, also die zehn Gebote, den Willen, die Ordnungen Gottes, damit du Sünder erkennst, dass du Sünde in deinem Leben hast. Hast du das erst einmal erkannt, bist du so recht zu einem erweckten Sünder geworden, jemanden, der nun auch anfängt, gegen seine Sünde zu kämpfen, weil er merkt, dass die Sünde nicht recht ist, dass sie nicht dem Willen Gottes entspricht. Dabei kannst du durchaus äußere Erfolge erzielen, kannst Ausbrüche der Sünde verhindern, fängst auch an, das eine oder andere nicht mehr zu tun. Da hast du den Eindruck, dass du doch ganz gut voran gekommen bist und meinst, du seist ein guter Christ. Bist du schon getauft, so wird dir der Heilige Geist auch durch das Wort vorhalten, wie du meineidig geworden bist gegen dein Taufgelübde und dich auch unter diesem Aspekt zur Umkehr rufen.

    Aber tatsächlich bist du noch weit vom wahren lebendigen biblischen Christentum entfernt, aber du bist auf dem Weg. Wenn du da stehen bliebest, wo du dann bist, so würde aus dir jemand wie die Pharisäer, wie Saulus, also Menschen, die meinen, durch ihre Anstrengungen, ihre Bemühungen Gott zufrieden stellen zu können. Aber das ist ein Irrtum. Durch des Gesetzes Werke wird kein Fleisch gerecht. (Röm. 3,20) Wenn nun der Heilige Geist weiter an dir durch das Wort arbeiten darf, so wird es dir, mit einem immer feineren Gewissen, immer deutlicher, dass du zwar die äußeren Ausbrüche der Sünde einigermaßen in Griff bekommen magst, aber in deinen Wünschen, deinen Begierden, deinen Lüsten, in deinem Herzen, da steckt sie noch tief drinnen. Die Wurzel geht so tief in dein Innerstes hinein, dass du sie nicht ausrotten kannst. Wenn  du dieser Erkenntnis nicht ausweichst, wenn du nun nicht meinst, dann sei ja doch alles vergeblich, so hast du bist du zwar in einem harten Kampf, ein einem schweren Erleben, denn du musst feststellen, dass du nicht nur Sünde tust, sondern dass du ein Sünder bist, ja, du musst feststellen, dass es daher völlig unmöglich ist, dass du Gott etwas bringen kannst, weil du gar nichts hast für Gott, weil du nur mit Sünden beladen vor ihm erscheinen kannst.

    Und genau das ist das Ziel, das der Heilige Geist durch die Erleuchtung durch das Gesetz erreichen will: Er aus dir erwecktem Sünder einen zerbrochenen, einen verzweifelten Sünder machen, dessen Herz und Gemüt und ganzer Sinn ganz zerbrochen ist, dessen einst so stolzes Ich so in den Tod gegeben wird, Ps. 51,19; 34,19. Da beuge dich drunter, das akzeptiere, wie es der Schächer am Kreuz akzeptiert hat, mitsamt der Strafe, die Gott darüber verhängt hat (Luk. 23,40-43), das ist rechte Sinnesänderung (Buße) und Reue (Leid über die Sünde). So stehst du unter der ersten Seligpreisung Christi: Selig sind, die da geistlich arm sind, denn das Himmelreich ist ihrer. (Matth. 5,3)

 

4. Des Heiligen Geistes erleuchtendes Handeln durch das Evangelium:

    Nun ist dein Herz bereitet wie ein zuvor harter Acker durch den Pflug, dass der Same des Evangeliums auf fruchtbaren Boden fallen kann. Nicht, dass der Heilige Geist nicht auch zuvor schon das Evangelium immer wieder verkündigt hätte. Aber erst jetzt kannst du es in seiner ganzen Tiefe verstehen, nachdem du lebendig erkannt hast, dass du ein abgrundtief verdorbener Sünder bist, der unter dem Verdammungsurteil Gottes steht und nichts dagegen tun kann, Gott gar nichts bringen kann und damit natürlicherweise in Ewigkeit verloren ist.

    Und nun erleuchtet der Heilige Geist durch das Evangelium dein Herz, deinen Verstand, dass du Jesus Christus recht erkennst als den wahren Gott, der auch um deinetwillen zugleich wahrer Mensch wurde, auch um deinetwillen seine göttliche Majestät während seines Erdenlebens zumeist verborgen hielt (Erniedrigung), um so auch für dich stellvertretend das Gesetz Gottes vollkommen zu erfüllen, denn niemand konnte ihn einer Sünde zeihen, kam er doch nicht, um das Gesetz aufzulösen, sondern es zu erfüllen (Matth. 5,17; Joh. 8,46; 1. Petr. 2,22). Noch mehr: Er, der Reine, Sündlose, er nahm dann als das Lamm Gottes die Sünden aller Menschen aller Zeiten, auch deine auf sich (Joh. 1,29), um für sie am Kreuz die Strafe zu erdulden, die eigentlich dir und uns allen galt, die Gottesferne, die Verdammnis, den Tod. Dort am Kreuz, da hat er vollkommen für die Sünden aller Menschen aller Zeiten gebüßt und so durch seinen Gehorsam, sein Leiden und blutiges Sterben, eben durch sein Blut, uns erlöst, losgekauft von der Strafe Gottes (1. Petr. 1,18-19) und so Gott mit uns einem jeden Menschen, auch dir, grundsätzlich versöhnt, dass er in Christus auch dir nicht mehr zürnt, in Christus auch dir deine Sünden nicht zurechnet, sondern sie dir vergibt (2. Kor. 5,17-21). Das ist es, was Christus dir und allen Menschen erworben hat, was wir auch als „allgemeine Rechtfertigung“ bezeichnen.

   Wenn nun der Heilige Geist dies dir durch das Evangelium vor Augen malt, so darum, dass er dein Herz, deinen Verstand und deinen Willen verändert, dass er den rettenden Glauben, das herzliche Vertrauen auf Jesus Christus als deinem alleinigen Retter, in dir entzündet, erweckt, aus einem bis dahin Unwilligen einen Willigen macht, der nun, im Glauben, sich an Christus als seinen Heiland und HERRN hängt. Dieser rettende Glaube, das ist nichts anderes, als dass du das, was Christus für alle Menschen getan hat, dir nun auch für dich persönlich aneignest, im Glauben getrost und lebendig erkennst und ergreifst, dass Christus auch für dich das Gesetz erfüllt hat, dass er auch deine Sünden auf sich nahm, auch für deine Sünden am Kreuz bezahlt hat, Gott auch mit dir versöhnte und so auch dir die Vergebung der Sünden und damit ewiges Leben erworben hat. Das bezeichnen wir auch als die „persönliche Rechtfertigung“. Ja, du bist ein Sünder, aber um Christi Gehorsam, Leiden und Sterben willen, das der Glaube dir zugeeignet hat, bist du nun frei gesprochen, für Zeit und Ewigkeit, sieht Gott dich, wenn er dich ansieht, als gerecht an, bist du nun sein Kind (s. Röm. 4,6-8). All das hast du, ohne dass du irgendetwas dazu beigetragen hättest, keine Vorleistung hast du erbracht, nicht einmal dein Widerstreben, deinen Widerstand konntest du selbst auch nur mildern. Ja, nicht einmal der Glaube ist etwas, was du beiträgst, nein, auch der ist Gottes Werk in dir (Eph. 2,8-9; Joh. 6,29): Gott spricht aus Gnaden den Gottlosen gerecht (Röm. 4,5). Wenn du das also im Glauben ergriffen hast, so ist aus dem zerbrochenen, verzweifelten Sünder ein gläubiger, gerechtfertigter Sünder geworden, bist, wenn du schon getauft wurdest, zu deiner Taufe zurückgekehrt. Das, was der Heilige Geist an dir getan hat, das bezeichnen wir auch als Wiedergeburt, Geburt von oben, Geburt aus Gott (Joh. 3,3.5; 1. Joh. 5,1.4) oder: Der Heilige Geist hat dich durch das Evangelium bekehrt, also deinen Sinn völlig und ganz geändert, dich aus dem Reich Satans in das Reich Christi versetzt (Kol. 1,13). Erst jetzt, indem er den Glauben in dir entzündet hat, ist das wahrhaft geschehen. So sehr er auch an dir zuvor schon gearbeitet hat, so warst du zuvor doch immer noch verloren; erst jetzt bist du gerettet.

 

5. Des Heiligen Geistes heiligendes Handeln am gerechtfertigten Sünder durch Gesetz und Evangelium:

   Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur. Das Alte ist vergangen, siehe, es ist alles neu geworden. (2. Kor. 5,17) Das hat der Heilige Geist grundsätzlich mit der Wiedergeburt bei dir gewirkt. Wie aber mit jeder Geburt erst der Anfang gemacht ist und das Leben sich nun erst entwickeln und entfalten muss, so ist es auch bei dem, der aus Gott geboren, der wiedergeboren, der zum bewussten Glauben gekommen ist. (Es kann auch sein, dass jemand schon im rettenden Glauben steht, aber es ist ihm noch nicht bewusst, weil er vielleicht zu sehr durch das Gesetz bestimmt ist. Dieser Zustand darf aber nur ein vorübergehender sein, sonst wird sein ganzes geistliches Leben irgendwo immer einen krankhaften Zug haben.) Die Erneuerung ist ein Werk des Heiligen Geistes, das bis zu unserem Tod fortdauert. Die Voraussetzungen hat er mit der Wiedergeburt geschaffen, denn da hat er Gottes Gesetz in dein Herz gegeben, in deinen Sinn geschrieben (Jer. 31,33), so dass das Gesetz für dich nun nicht mehr Zwang, Druck, Härte bedeutet, sondern du es liebst, weil es dir ja sagt, was Gott von dir haben will, und du es gerne darum fragst, denn nun willst du ja tun, was Gott von dir will.

    Wenn der Heilige Geist nun deinen Verstand, deinen Willen, dein Herz bekehrt, aus einem Unwilligen einen Willigen gemacht hat, so gilt es nun auch, dass du im Glauben, den er entzündet hat, den Weg der Nachfolge fest machst, das heißt, dass du, so, wie im Alten Testament am Großen Versöhnungstag auf das Sündopfer das Brandopfer folgte, nun du dich selbst, dein Leben deinem Retter Jesus Christus weihst, dich ganz und völlig ihm hingibst, für ihn zu leben und nicht mehr für dich (Röm. 12,1; 2. Kor. 5,14-15; Röm. 6,11), und zwar aus herzlicher Liebe zu deinem Erlöser. Er soll nun dein HERR sein.

    Leben in der Nachfolge Christi ist Leben aus seinem Wort, denn sein Wort unterweist uns zur Rettung durch den Glauben, aber es ist auch nütze zur Lehre, zur Strafe, zur Besserung, zur Züchtigung in der Gerechtigkeit (2. Tim. 3,15-16). Denn Leben in der Nachfolge ist Leben in der Erneuerung und ruft zu einer klaren Absonderung von der Welt, das heißt von dem Geist, dem Denken, der Haltung der Menschen ohne Christus. Das heißt auch: Korrektur des eigenen Denkens, Wollens, der Ziele, Wünsche, Sehnsüchte, die nun nicht mehr vom Ich bestimmt sind, sondern von Christus (Röm. 12,2). Es ist damit auch ein Leben, in dem das alte Ich immer neu in den Tod gegeben wird um Christi willen, damit immer von neuem das neue Leben gestärkt werden kann (Mark. 8,34-38). Das neue Leben ist  nicht mehr geprägt von Selbstliebe, von Egoismus, von Stolz, Hochmut, Karrieredenken, Trachten nach Reichtum, Macht, Ehre, von unreinen Lüsten, Begierden, sondern von Selbstverleugnung, Demut, Hingabe an Christus.

    Aber dieses neue Leben ist noch nicht vollkommen und wird es in diesem Leben nie sein (s. 1. Joh. 1,7-10), denn der alte Mensch bleibt alter Mensch und ändert sich nicht. Von ihm gilt: Denn ich weiß, dass in mir, das ist in meinem Fleisch, wohnt nichts Gutes. Deshalb muss der neue Mensch immer wieder feststellen: Wollen habe ich wohl, aber vollbringen das Gute finde ich nicht. (Röm. 7,18) Als Christ bist du Gerechter und Sünder zugleich. Darum ist das Leben als Christ ein geistlicher Kampf zwischen Fleisch und Geist, zwischen altem und neuem Menschen – aber nicht ein Kampf, den du für dich allein kämpfst, sondern ein Kampf, in dem es darum geht, dass durch Wort und Sakrament der Heilige Geist dich regiert, du im Geist wandelst, nicht im Fleisch, der Sünde (Gal. 5,16-17). Du spürst so einerseits immer wieder die Sünden, wie sie hochkommen, wie sie dich beherrschen wollen; du spürst vielleicht sogar, wie du die eine oder andere Sünde eigentlich magst, wie du Lust zu ihr hast – aber gleichzeitig willst du sie eigentlich nicht. Hier gilt es, dass du in Jesu Namen den Kampf führst, auch im Gebet. Und zu seiner Zeit wird der HERR dir auch Sieg geben.

    Es ist ein täglicher Kampf. Es ist die tägliche Entfaltung, Umsetzung dessen, was in der Taufe und Bekehrung grundsätzlich geschehen ist: Da wurde dein alter Mensch grundsätzlich mit Christus gekreuzigt, kam der neue Mensch hervor. Nun gilt es, den alten Menschen in täglicher Umkehr, in täglicher Buße und Reue in den Tod zu geben, täglich aus Christi Gnade und Vergebung zu leben (Eph. 4,22.24). Das heißt auch, aus der Taufe leben.

 

    Jesus Christus hat seiner Gemeinde, allen, die an ihn glauben, allen, die den Heiligen Geist haben, die Schlüsselgewalt oder Kirchenvollmacht anvertraut (Matth. 16,18; 18,15-18; Joh. 20,21-23; 1. Petr. 2,9) und damit auch die Vollmacht, in seinem Namen den bußfertigen Sündern die Sünden zu vergeben, den unbußfertigen aber sie zu behalten, bis sie umkehren, Buße tun. Im Zusammenhang mit dieser Vollmacht der Lossprechung von Sünden (Absolution) hat die Kirche als Angebot neben der allgemeinen Beichte im Gottesdienst auch die Privatbeichte eingerichtet, nämlich die Möglichkeit, Sünden, die einen schwer drücken, so dass man darüber keinen Frieden finden kann, in Gegenwart des Pastors oder eines christlichen Bruders oder einer christlichen Schwester vor Gott zu bekennen und dann die Vergebung direkt zugesprochen zu bekommen, so, als würde Christus selbst sie zusprechen. Auch das kann eine hilfreiche, stärkende Einrichtung im täglichen Kampf gegen den alten Menschen, die Sünde, sein.

    Vor allem aber hat unser Retter unmittelbar vor seiner Gefangennahme und Kreuzigung zu unserer Stärkung in der Nachfolge, zur Vergewisserung der Vergebung unserer Sünden das heilige Abendmahl gestiftet (Matth. 26,26-28; Mark. 14,22-24; Luk. 22,19-20; 1. Kor. 11,23-32), in dem er in, mit und unter dem Brot uns seinen wahren Leib, für uns am Kreuz dahingegeben, in, mit und unter dem Wein sein wahres Blut, für uns am Kreuz vergossen, zum mündlichen Genuss reicht, um so unseren Glauben zu stärken, uns zu trösten und seiner Vergebung gewiss zu machen. Darum sollen wir häufig zum heiligen Abendmahl in unserer Gemeinde oder in mit ihr in Kirchengemeinschaft stehenden Gemeinden gehen (Abendmahlsgemeinschaft ist identisch mit Kirchengemeinschaft, denn sie ist auch ein Zeugnis der Einheit in Glaube, Lehre und Bekenntnis), aber nach Möglichkeit uns auch recht darauf vorbereiten, damit wir es nicht uns zum Gericht nehmen.

 

6. Gottes Gnadenwahl – eine Grundlage unserer Heilsgewissheit:

    Wenn du wahrhaft im rettenden oder rechtfertigenden Glauben an Jesus Christus als deinen Retter stehst, dann sollst du wahrhaft gewiss sein, dass dir deine Sünden vergeben sind, denn wenn wir unsere Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von aller Untugend (1. Joh. 1,9) und damit auch gewiss sein, dass du einst im Jüngsten Gericht deinen Freispruch hören wirst, dass du hören wirst: Kommet hier, ihr Gesegneten meines Vaters, und ererbt das Reich, das euch bereitet ist von Anbeginn der Welt. (Matth. 25,34), dass du also ewiges Leben in der Herrlichkeit Jesu Christi hast. Der an Jesus Christus Glaubende hat nicht nur eine vage Hoffnung, dass Gott ihm gnädig sein werde, hat nicht nur eine vage Hoffnung, dass schon alles gut werden würde, nein: Solches hab‘ ich euch geschrieben, die ihr glaubt an den Namen des Sohnes Gotts, auf dass ihr wisst, dass ihr das ewige Leben habt, und dass ihr glaubt an den Namen des Sohnes Gottes. (1. Joh. 5,13) Gott will dich über dein ewiges Schicksal nicht im Ungewissen lassen.

    Worauf aber kannst du deine Heilsgewissheit gründen? Welche Basis hast du für deine Gewissheit? Hängt sie von einer „Entscheidung“ deinerseits ab, von deinem Verhalten, deiner Nachfolge, deinen Anstrengungen? Nein! Dann wäre deine ewige Rettung, dein ewiges Leben allerdings völlig ungewiss – denn wie willst du wissen, dass du richtig gehandelt hast, dass du genug getan hast, dass Gott dein Tun angenommen hat?

    Nein, deine Gewissheit hat eine viel bessere, eine unumstößliche Grundlage, nämlich Gott selbst und sein Wirken. Denn wenn du gerettet bist, dann nicht, weil du irgendetwas dazu beigetragen hättest, sondern weil Jesus Christus am Kreuz auf Golgatha als das Lamm Gottes durch seinen Gehorsam, Leiden und blutiges Sterben Gottes Versöhnung und die Vergebung der Sünden für jeden Menschen erworben hat (2. Kor. 5,18-21), vor allem aber, weil die heilige Dreieinigkeit schon vor Erschaffung der Welt, also von Ewigkeit her, beschlossen, verordnet hat, wer einst mittels des Evangeliums erlöst werden soll zum ewigen Leben durch den rechtfertigenden Glauben an Jesus Christus. Das ist, was die Bibel auch die Gnadenwahl nennt, nämlich dass Gott von Ewigkeit her diejenigen erwählt hat zur Rettung durch den Glauben an Jesus Christus, die er dann in der Zeit auch durch seine Gnadenordnung in Gesetz und Evangelium durch Umkehr, Buße zum rettenden Glauben an Jesus Christus führt und darin auch erhält zur ewigen Errettung, ja, sie auch einst herrlich machen wird (Röm. 8,29-32; Eph. 1,3-7; 2. Tim. 1,9; 2. Thess. 2,13). Was heißt das nun? Dass du an Jesus Christus als deinen Retter, deinen Heiland glaubst, das ist nicht dein Werk, weder vollständig noch zu irgendeinem Teil; das hängst auch nicht letztlich an dir, sondern das ist völlig und ganz Gottes Werk, der es schon von Ewigkeit her, vor Erschaffung der Welt, beschlossen und nun in der Zeit auch mittels seines Evangeliums ausgeführt hat. Auf Gottes Wahl, auf Gottes Wirken, auf sein Handeln in Christus, auf sein Wirken an dir in Gesetz und Evangelium beruht deine Rettung, dein Heil. Jesus Christus sagt es sehr klar: Ihr habt mich nicht erwählt, sondern ich habe euch erwählt und gesetzt, dass ihr hingeht und Frucht bringt und eure Frucht bleibe. (Joh. 15,16) Darum kannst du getrost sein. Du fragst, wie du denn wissen kannst, dass du auch zu den Erwählten gehörst? Du kannst es nicht dadurch, dass du nachsiehst, ob es in der Bibel eine Liste aller Erwählten gäbe, in der du deinen Namen fändest. Nein, du kannst es allein im Glauben an Jesus Christus. Denn du bist erwählt in Jesus Christus, deinem Retter, zum rettenden Glauben an Jesus Christus. Hältst du dich im rettenden Glauben, wenn es um dein ewiges Heil geht, allein an Jesus Christus, an seinen Gehorsam, Leiden und Sterben, so hast du damit auch Gewissheit deiner Erwählung, denn dazu bist du ja gerade erwählt. Das ist übrigens auch die Aufgabe der Lehre von der Gnadenwahl, dass sie dich bestärke in deiner Heilsgewissheit.

    Außerdem zeigt sie dir auch, dass du als Christ auch berufen, eben dazu erwählt bist, etwas zu sein „zum Lob seiner Herrlichkeit“ (Eph. 1,6.12), eben in der entschiedenen, konsequenten Nachfolge Jesu Christi, in der täglichen Heiligung zu leben aus Liebe zu deinem Retter, der dich gesegnet hat mit allerlei geistlichem Segen in himmlischen Gütern (Eph. 1,3).

 

 

Taufe und Bekehrung in ihrer Beziehung zueinander

 

Roland Sckerl

 

1. Die Taufe

    Die heilige Taufe ist von Jesus Christus selbst eingesetzt, Matth. 28,18-20, und zwar als Nachfolgesakrament der Beschneidung, Kol. 2,11 f., ist die „Beschneidung ohne Hände, und ein entscheidender Teil des Jüngermachens, dabei aber untrennbar verbunden mit dem Lehren, Matth. 28,18-20. Das heißt: Wenn (bei solchen, die in ihrem Bewusstsein leben) keine biblische Unterweisung vorangegangen ist oder (bei Säuglingen) nach menschlichem Ermessen keine biblisch-christliche Unterweisung folgen wird, darf auch nicht getauft wird. Denn die Taufe wirkt nicht ex opere operato, sondern allein der Glaube empfängt, was Gott in der Taufe gibt, Mark. 16,15.

    Das heißt dann aber auch: Auf die Säuglings- oder Kindertaufe muss unbedingt die christliche Erziehung, Unterweisung folgen, damit der Täufling, wenn er heranwächst, zu seinem Bewusstsein kommt, auch weiß, was es mit der Taufe auf sich hat, warum er getauft wurde, was also Wesen und Sinn der Taufe sind. Darum muss er auch durch die Erleuchtung durch das Gesetz zu einer klaren Sündenerkenntnis kommen, einer klaren Erkenntnis seiner Verlorenheit ohne Christus, um so dann durch die Erleuchtung durch das Evangelium zu einer klaren Christuserkenntnis, zu einem bewussten Glauben an den Retter der Welt als seinen persönlichen Retter zu kommen, Joh. 16,8 ff.

 

    In der Taufe wird der Täufling dem dreieinigen Gott übergeben, Matth. 28,18-20, ihm anvertraut, dass er, der HERR, doch sein Werk an ihm tue. Wichtig ist dabei: Der Täufling wird getauft, er tauft sich nicht selbst. Die Taufe ist keine Aktivität des Täuflings, sondern etwas, das ihm widerfährt.

 

    Die Taufe ist das Wasserbad im Wort, Eph. 5,26, ist das Bad der Wiedergeburt und Erneuerung des Heiligen Geistes, Tit. 3,5-7, das heißt, in der Taufe bietet Christus an, reicht dar und eignet zu, schenkt, die Wiedergeburt, die neue Geburt aus Wasser und Geist, ohne die es unmöglich ist, Glied im Reich Gottes zu sein, Joh. 3,3.5-6. Die Taufe ist dabei Taufe der Buße zur Vergebung der Sünden, Apg. 2,38, wächst die Sünden ab, Apg. 22,16.

 

    In der Taufe wird daher der alte Mensch mit Christus gekreuzigt, in den Tod gegeben, Röm. 6,3.6; Kol. 2,11 f. und wird uns in ihr das neue Leben in Christus geschenkt, zugeeignet, Röm. 6,3; Kol. 2,11 f.

 

    Die Taufe ganzer Häuser, Apg. 16,15.33, legt es sehr nahe, auch aus dem schon im Alten Testament deutlichen oikos-Begriff (siehe auch Abrahams Beschneidung und die seines ganzen Haushalts), dass auch zur Zeit der Apostel bereits Kinder getauft wurden, umso mehr, als ja bereits das neugeborne Baby ein Sünder ist, denn was vom Fleisch geboren ist, das ist Fleisch, Joh. 3,6, und bedarf der Wiedergeburt, der Geburt von oben, der Geburt aus Gott, Joh. 1,12 f.; 1. Joh. 5,1.4.

 

    All diese Gaben, die der dreieinige Gott uns in der Taufe gibt, haben wir aber allein mittels des rettenden, rechtfertigenden Glaubens, Mark. 16,15.16, denn ohne den Glauben ist es unmöglich, Gott zu gefallen, Hebr. 11,6, anders als durch den Glauben ist ein Empfang dieser geistlichen Gaben unmöglich. Nicht, dass erst der Glaube die Taufe gültig machen würde. Gültig ist sie, wenn sie schriftgemäß ausgeführt wurde. Aber ob der Täufling den Segen, die Gnade auch empfängt, die ihm angeboten und zugeeignet wurde, das hängt davon ab, ob er es im Glauben nimmt oder nicht. Aber auch dieser rechtfertigende Glaube ist nicht unser Werk, nicht unser Beitrag zu unserer Errettung, sondern vielmehr ganz und gar von Gott geweckt und gewirkt, ist Gottes Gabe und Werk, Joh. 6,29; Eph. 2,8.9. Deshalb rechtfertigt der Glaube auch nicht, weil er eine Tugend sei, weil er besondere Verdienste mit sich brächte, sondern allein instrumental, als die Nehmehand, die Gottes Vergebung empfängt, ergreift.

    Dabei ist der Glaube bei den Säuglingen noch unbewusst, aber, wie Mark. 10,14 mit dem Zuspruch des Himmelreichs an diese Kleinstkinder zeigt, durchaus real. Wenn nun der Säugling heranwächst, zu seinem Bewusstsein kommt, ist es wichtig, dass aus dem bis dahin unbewussten Glauben ein bewusster Glaube wird. Sonst ist die Gefahr groß, dass die Person wieder aus der Taufgnade fällt, wieder verliert, was ihr in der Taufe dargereicht, zugeeignet wurde. Denn wer ohne Sündenerkenntnis, ohne Umkehr, damit auch ohne Vergebung, zumeist auch ohne Gotteswort und Gebet lebt, der hat schon verloren, was ihm einst geschenkt ward. (s. Herzensbeschneidung im Alten Testament, 5. Mose 10,16; 30,6; Jer. 4,4; Hes. 16,30; Röm. 2,29; Gleichnis vom verlorenen Sohn, Luk. 15,11-32).,

 

 

2. Wiedergeburt und Bekehrung

a) Die Wiedergeburt

    Wiedergeburt und Bekehrung beschreiben jeweils das gleiche Geschehen, nur dass „Wiedergeburt“ im engeren Sinne dabei Gottes Handeln am Menschen beschreibt, „Bekehrung“ mehr die Widerfahrnis des Handelns Gottes am Menschen.

    Die Wiedergeburt ist die neue, geistliche Geburt des geistlich toten Menschen aus Wasser und Geist, Joh. 3,3.5, die absolut notwendig ist, denn ohne Wiedergeburt ist es unmöglich, ein Glied im Reich Gottes zu sein, damit auch unmöglich, Vergebung der Sünden, ewiges Leben zu haben. Die Wiedergeburt ist die Geburt von oben, das von Gott geboren werden, Joh. 1,12; 1. Joh. 5,1.4, indem der Heilige Geist durch das Wort den Sünder mit dem seligmachenden Glauben beschenkt, und zwar aus Gnaden, Barmherzigkeit, um Christi Verdienst willen, Tit. 3,5; 1. Petr. 1,31. Sie ist damit die geistlich lebendig machende Tätigkeit Gottes, Joh. 1,13.2

    Gott wirkt die Wiedergeburt durch die Gnadenmittel, nämlich das Evangelium in der Taufe wie auch im Wort. Die Taufe ist also das eine Gnadenmittel, das die Wiedergeburt wirkt, zueignet, Joh. 3,5; Tit. 3,5-7; Eph. 5,26.

    Das andere Mittel, das ebenfalls die Wiedergeburt bewirkt, ist das Wort, 1. Petr. 1,23; Jak. 1,18; Röm.1,16 f.; 10,14-17. Dabei ist aber Gott allein die selbständig wirkende Ursache, Wort und Sakrament sind nur die Mittel, durch die er wirkt.3

    Die Wiedergeburt ist Lebendigmachung, geistliche Auferweckung aus dem geistlichen Tod, dem Sündenschlaf, Eph. 2,4-6, und damit einzig und allein Gottes Werk.

    Sie ist Begabung mit dem rechtfertigenden oder rettenden Glauben, der dem Sünder geschenkt wird: Denn er Unglaube ist der Kern des geistlichen Todes, Joh. 16,9; Eph. 2,2, das Lebendigmachen steht in Parallele zum Gerettetwerden durch den Glauben (Eph. 2,5.8; Joh. 3,3.5/Mark. 1,15)4.

    Somit ist die Wiedergeburt eine Erneuerung von Grund auf (neue Kreatur, 2. Kor. 5,17), aber nicht eine Neuschaffung oder Umschaffung der Substanz des Menschen, sondern gibt vielmehr „den Kräften der Seele, dem Intellekt, Willen, Gemüt und den Affekten, neue, zuvor nicht vorhandene spirituale Qualitäten, verleiht ihnen eine verändernde Richtung, richtet sie nämlich zu Gott hin, wie sie früher von Gott weggerichtet waren.5

    In der Wiedergeburt werden die natürliche Blindheit und der Widerwillen gegen Gott und seine Wahrheit weggenommen und mit dem Glauben Erkennen und Annehmen der Wahrheit des göttlichen Wortes gewirkt (Eph. 2,2.5)6.

    Wenn es trotz des wiedergebärenden Wirkens Gottes nicht zur Wiedergeburt bei einem Menschen kommt, so liegt die Ursache und Schuld daran allein beim Menschen, der dem Handeln Gottes widerstrebt.

 

b) Die Buße

    „Die Buße besteht darin, dass durch Gottes bekehrende Gnade der Mensch seine Sünde erkennt und bereut und durch den Glauben das Verdienst Christi ergreift zur Erlangung der Rechtfertigung des ewigen Lebens.“7

    Mit der Buße wird die Sinnesänderung, die Änderung der Meinung beschrieben, nämlich vor allem die Änderung des Sinnes hinsichtlich der Sünde (Apg. 8,22; Offenb. 2,21.22; 9,20.21), was mit Betrübnis oder Reue einhergeht (2. Kor. 12,21; Luk. 17,3.4). Im engeren Sinne umfasst dabei „Buße“ nur die Reue, die Betrübnis über die Sünde, im weiteren Sinne schließt sie den Glauben mit ein und ist dann ein Synonym für „Bekehrung“.   So gehören also als wesentliche Stücke zur Buße: Reue über die Sünde (Luk. 15,7.17.18.21; KL 3,40; Joel 2,12.13; 2. Kor. 12,21; 7,9; Luk. 17,3.4) und Glauben an die Vergebung der Sünden aus Gottes Gnade (Apg. 11,21; 26,18; Luk. 22,32).8

    Hier ist nun ganz wichtig, dass die Buße nicht aus natürlichen Kräften des Menschen hervorgeht, nicht etwas ist, was der Mensch Gott bringt, etwa gar als Vorausleistung für die Vergebung der Sünden, sondern vielmehr Resultat der wirkenden Gnade Gottes durch den Heiligen Geist ist. Ebenso geht auch der rettende Glaube nicht der Buße voran, sondern ist ein wesentlicher Bestandteil der Buße.9

    Die Reue ist dabei der mittels des Gesetzes „durch Erkenntnis der Sünden und des göttlichen Zorns gewirkte Seelenschmerz, verbunden ebensowohl mit dem willigen Bekenntnis der Sünden und der dadurch nach Gottes gerechtem Gericht verdienten zeitlichen und ewigen Strafe, als mit der ernstlichen Verwerfung und Verabscheuung der Sünde“ (Sündenerkenntnis: Ps. 51,5; KL 3,39.40; Röm. 3,20; Fühlen des Zornes Gottes: Ps. 6,2; 38,2.4; Röm. 3,5; betrübt im Gewissen: Ps. 34,19; Luk. 7,38; 18,13; Sündenbekenntnis: Ps. 32,3.5; Luk. 18,13; Röm. 6,23; 1. Joh. 1,9; Hass gegen die Sünde: Ps. 51,15; Eph. 2,3; Röm. 7,24).10 Der Seelenschmerz oder die Reue ist die von Gottes bekehrender Gnade gewirkte Traurigkeit über die Sünde und das über die Sünde zerknirschte Herz und geht dem Glauben voran.11a Solche Reue, also Erkenntnis der Sünden, lebendiges Erkennen des Zornes Gottes, Verzweiflung an aller eigenen Gerechtigkeit und Hilfe, Traurigkeit über die Sünde ist unerlässliche Voraussetzung für die Bekehrung. Kein sicherer Sünder, also jemand, der keine Sündenerkenntnis hat, keine Traurigkeit über die Sünde, weiß überhaupt etwas über Sünden, und auch kein erweckter Sünder, der noch nicht verzweifelt ist über seine Sündenverdorbenheit und Verlorenheit wird wirklich Vergebung der Sünden in Christus suchen. Denn der Glaube hat keinen Platz in einem sicheren, selbstgerechten Herzen, in einem Herzen, das noch die Sünde liebt, ohne darüber Leid zu tragen. Der Sünder muss erst aus seiner Sicherheit erweckt werden und dann an seinem Zustand verzweifeln, damit er erkennt, dass er einen Retter braucht. Dann aber muss das Evangelium dazukommen, damit der Sünder nicht in seiner Verzweiflung bleibt, wie Saul und Judas, denn das Gesetz tötet (Röm.7,10).11b

    „Der Glaube ist das durch Gottes Wort gewirkte zuversichtliche Vertrauen auf Gottes Wort und insbesondere als rechtfertigender Glaube das Vertrauen auf die Zusage der Vergebung der Sünden in Christus.“12 Gegenstand des rechtfertigenden Glaubens ist also die Gnade Gottes in Christus zur Vergebung der Sünden (Röm. 3,24.25), wobei alle Werke eindeutig abgewiesen werden (Röm. 4,5; 4,2.3.13-15).13

    Die Buße ist also von Gott gewirkt und zwar als unmittelbares Ergebnis des bekehrenden Handelns Gottes (2. Tim. 2,25; Apg. 5,31; 2. Kor. 3,6.8), wobei das Gesetz die Reue wirkt (Röm. 3,20; 7,7), das Evangelium aber den Glauben (Röm. 10,14-17; 1,16-17; Joh. 17,20; 20,31; 1. Tim. 4,6; Gal. 3,2.5), und hat zur unmittelbaren Wirkung die Rechtfertigung, die ja dem Glauben zugeschrieben wird (Röm. 3,28; 4,3.5; 5,1).14

    Da die Sünde mit der Bekehrung nicht aufhört, ist die Buße kein einmaliger Akt, sondern es gilt, in täglicher Buße oder täglicher Bekehrung zu leben, also täglich Reue über die Sünde zu haben, täglich neu die Vergebung der Sünden um Christi willen zu ergreifen (s.a. 1. Joh. 1,8-10).15

 

c) Die Bekehrung

    Mit der Bekehrung wird die Umkehr, die Sinnesänderung des geistlich toten Sünders beschrieben, Mark. 1,15, weg von den Götzen, hin zu dem lebendigen Gott, 1. Thess. 1,9. Dazu ist es notwendig, dass der Sünder zu einer lebendigen Erkenntnis seiner abgrundtiefen Sündenverdorbenheit, seines geistlichen Todes und damit seiner Verlorenheit ohne Christus kommt, Eph. 2,1-3; Kol. 2,12, damit auch zu einer lebendigen Erkenntnis seiner völligen geistlichen Armut und somit sein altes Ich zerbrochen wird, Ps. 51,19; 34,19 (Erleuchtung durch das Gesetz).

    Die Bekehrung ist Tätigkeit des Heiligen Geistes, der „einen geistlich toten Menschen aus dem Stand der Sünde und des Zorns in den Stand der Gnade und des Glaubens versetzt, um ihn des ewigen Lebens teilhaftig zu machen“16. Das heißt: Der Ausgangspunkt ist der geistliche Tod des Menschen, der mit Gottes Zorn beladen ist, Eph. 2,3; 5,6; Röm. 1,18, im Reich der Finsternis lebt, Eph. 2,2.3. Ziel der Bekehrung aber ist der Stand des Glaubens, Apg. 26,18; Eph. 5,8.9, so dass der wahre, lebendige Gott sein, des Menschen, Gott ist (Eph. 2,12.18.22; 1. Petr. 2,10). In der Bekehrung kommt also der Mensch durch den Glauben, den Gott aus Gnaden schenkt, zu Gott17.

    Die Bekehrung ist identisch mit der Wiedergeburt, 1. Petr. 1,23/2,25. Sie ist nicht das Werk des Menschen, weder ganz noch zu irgendeinem Teil, sondern ganz und gar Gottes Werk: nicht der Mensch bekehrt sich, sondern er wird von Gott bekehrt durch sein allmächtiges Wort, Jer. 31,18.

    Die Bekehrung ist geschehen, sobald auch nur ein Fünklein des rettenden Glaubens vorhanden ist, während sie andererseits trotz aller äußeren Veränderung im Leben, selbst gewisser christlicher Zucht nicht vorhanden ist, wenn der rechtfertigende Glaube noch fehlt18.

    Die Bekehrung selbst geschieht wohl in einem Moment, aber Gottes vorbereitendes Wirken kann sich über einen längeren Zeitraum hinziehen. Bis aber die Bekehrung tatsächlich geschehen ist, ist der Mensch, trotz allem vorbereitenden erleuchtenden Handeln des Heiligen Geistes, immer noch unwiedergeboren, immer noch verloren.

    Gottes vorbereitende Tätigkeiten gehen dabei sowohl auf die Kenntnisse des zu Glaubenden und damit auch auf das Erkennen, 1. Kor. 2,14, als auch auf den Willen des Menschen, um das natürliche Widerstreben zu brechen, Phil. 2,13, wirken auch einen gewissen Schmerz über die Sünde. Dieses vorbereitende Wirken des Heiligen Geistes umfasst also vor allem die Erleuchtung durch das Gesetz, womit Sünden- und Verlorenheitserkenntnis gewirkt wird und so auch Betrübnis über die Sünde, auch ein Begehren, dass es doch mit ihm, dem Menschen, anders werde (ohne dass er damit etwas dazutun könne, denn er ist ja immer noch geistlich tot; alles stärker werden des Begehrens, alles Fortschreiten zur Bekehrung ist vielmehr völlig des Heiligen Geistes Werk), und die Erleuchtung durch das Evangelium, die an dem natürliche Gemüt ein Wohlgefallen an Christus wirkt. So werden also Vernunft und Wille vorbereitend bearbeitet. So lange aber der wahre Glauben, das rettende Vertrauen auf Christus, noch nicht gewirkt ist, ist der Mensch noch nicht bekehrt, sondern nur einer, den Gott bekehren will. All das, und das ist wichtig, wirkt der Heilige Geist von außen im Menschen; nichts davon der Mensch selbst aus irgendeiner innewohnenden Kraft, denn die ist erst mit der Lebendigmachung vorhanden. Alle Bewegungen im Menschen, den Gott bekehren will, wie Sündenerkenntnis, Erschrecken über die Sünde, Traurigkeit über die Sünde, Reue über die Sünde, sind zwar nötig, gehen aber der Bekehrung voraus und sind daher nicht Äußerungen des neuen Lebens, das noch gar nicht vorhanden ist. Erst mit der von Gott gewirkten Bekehrung ist auch wahre, nicht nur von außen gewirkte, sondern auch aus dem Herzen mitgewirkte geistliche Reue, ist göttliche Traurigkeit über die Sünde da, wie ja auch wahrhaft gottgewirktes Vertrauen in Christus, das die Erlösung ergreift, als Ausdruck des neuen Lebens möglich19.

    Die Bekehrung ist also für die Errettung notwendig, denn vor der Bekehrung hat der Mensch keine Gnade und Erbarmen Gottes (Jes. 55,7; 2. Chr. 15,4), keine Vergebung (Matth. 13,15; Joh. 12,40), sondern muss vielmehr auf die Strafe (Ps. 7,13), den Tod gefasst sein (Hes. 33,11.14; Jak. 5,20; Luk. 13,3.5)20.

    Ursache der Bekehrung ist kein Verdienst des Menschen, denn ein solches ist vor Gott beim unbekehrten Menschen überhaupt nicht vorhanden, sondern allein Gottes Gnade und Christi Verdienst (Eph. 2,4.5.7; 1. Kor. 1,4), und, wie schon oben gesagt, allein des Heiligen Geistes Werk, ohne irgendein Zutun des Menschen, der die Bekehrung vielmehr völlig passiv an sich erfährt (Jer. 31,18; KL 5,21; Eph. 2,4-9), ohne aber dies von sich aus zuzulassen (denn so lange er noch nicht bekehrt ist, ist der Mensch noch Gott feindlich gesinnt, widerstrebt; er kann dieses Widerstreben weder selbst mildern noch ganz abtun).21

    Gott will wahrhaft die Bekehrung aller Menschen (1. Tim. 2,4; Hes. 18,23.32; 33,11; 2. Petr. 3,9), aber diesem wirksamen Handeln Gottes kann widerstanden werden (Sach. 7,11; Matth. 23,37)22.

 

3. Taufe und Bekehrung

a) Vom unbewussten zum bewussten Glauben

    Muss jemand, der als Säugling, Kleinkind getauft wurde, erst noch bekehrt werden, um gerettet zu sein? Diese Frage kann nicht pauschal beantwortet werden. Wer aus der Taufgnade gefallen ist, gleichgültig, ob er als Säugling oder als Erwachsener getauft wurde, der muss allerdings nochmals (grundsätzlich) bekehrt werden, denn ohne Bekehrung gibt es keine Vergebung, Joh. 12,40.

    Wer als Säugling getauft und dabei durch den Heiligen Geist mittels des Wortes mit dem, zur der Zeit noch unbewussten, Glauben begabt wurde, der muss, das macht auch der Reichs- oder Missionsbefehl deutlich, Matth. 28,18-20, dann, wenn er heranwächst, und vor allem, wenn sein Bewusstsein erwacht, in Gottes Wort unterwiesen werden, das heißt, der muss durch Gesetz und Evangelium erleuchtet werden, auch dann, wenn er noch in der Taufgnade steht. So, wie ein Kind mit seiner natürlichen Geburt zwar wirklich natürlich geboren ist, auf dieser Welt ist, aber noch vieles lernen muss, sich erst entwickeln muss, so ist es auch mit jemandem, der von Gott neu geboren wurde. Auch dieses neue geistliche Leben muss nun entfaltet, entwickelt, gestärkt, geprägt werden Wer heranwächst und letztlich ohne Gottes Wort, ohne Gebet, ohne Gottesdienstbesuch und damit ja auch ohne Sündenerkenntnis, ohne entschiedenen Kampf gegen die Sünde und so auch ohne Sündenvergebung lebt, der ist trotz seiner Taufe wieder tot in Übertretungen und Sünden und bedarf erneut der Wiedergeburt oder Bekehrung, wie wir das auch an dem ja durchaus beschnittenen verlorenen Sohn sahen, Luk. 16,11-32.

    Und doch kann es sein, dass jemand sogar religiös ist, unter dem ersten Wirken des Gesetzes angefangen hat, aus eigener Kraft, gegen die Sünde zu kämpfen, gewisse äußere Wege der Sünde zu verlassen, sich zur Gemeinde hält, ein christliches Leben versucht, vielleicht sogar in der Bibel liest, zum Gottesdienst kommt, das Abendmahl empfängt und so äußerlich durchaus als ein guter Christ erscheint. Und doch kann er sein wie der, der zur Hochzeit geladen war und doch kein hochzeitliches Kleid an hatte, Matth. 22,12, bzw. wie die fünf Jungfrauen, die auch auf den Bräutigam warteten und doch für Zusammentreffen mit ihm das Öl nicht für die Lampen hatten, Matth. 25,3. Kurz: So jemand hat wohl den Namen, dass er lebt, aber ist in Gottes Augen tatsächlich tot, Offenb. 3,1. Was fehlt so jemandem? Christi Gerechtigkeit! Denn wenn du so jemand bist, dann versucht du aus eigener Kraft Christ zu sein, versucht du, deine Gerechtigkeit vor Gott aufzurichten, Gott etwas zu bringen – weil du dann noch nie deine Sünde wirklich richtig erkannt hast, noch nie wirklich dein altes Ich darüber zerbrochen wurde.23

    Was also ist notwendig für einen jeden, gerade aber für den, der als Säugling, als Kleinkind getauft wurde, er sei nun aus der Taufgnade gefallen oder hat aus Gnaden in ihr beharrt? Das, was der Heilige Geist an jedem Menschen ausführt, den er grundsätzlich bekehren will: die Erleuchtung durch das Gesetz und durch das Evangelium, Joh. 16,8 ff. Es ist wichtig, dass du, wenn du als Säugling getauft wurdest, dann, wenn du aufwächst, durch den Heiligen Geist durch das Gesetz Gottes zu einer klaren Erkenntnis deiner Sünden kommst, einzelner Sünden zunächst, gegen die du dann unter der Leitung und aus der Kraft des Geistes kämpfst, um dann, durch weitere Erleuchtung durch das Gesetz, festzustellen, dass da nicht nur einzelne Sündenflecken sind, sondern dass sie alle zusammenhängen und eine furchtbare Fäulnis darstellen, die in deinem Herzen wurzelt, weil du ein Kind des Zorns bist von Natur, Eph. 2,1-3, nicht mehr nach Gottes, sondern nach Adams Bild, 1. Mose 5,3, weshalb auch dein Dichten und Trachten böse ist von Jugend auf, 1. Mose 8,22, du tot bist in Übertretungen und Sünden, Eph. 2,1; Kol. 2,12; Röm. 3,10-12, und daher Gott nichts, gar nichts bringen kannst, nie, denn durch des Gesetzes Werke wird kein Mensch gerecht, Röm. 3,20; Gal. 2,16. Das gilt es, dass du durch die Erleuchtung durch das Gesetz lebendig erkennst, so auch deine abgrundtiefe Verdorbenheit damit erkennst und somit auch deine Verlorenheit ohne Christus. So muss Stück für Stück dein alter Mensch, dein altes Ich auch bewusst zerbrochen werden, denn nur ein zerbrochenes Herz und Gemüt gefallen Gott, Ps. 51,19; 34,19.

     Wenn so der Herzensacker durch den Heiligen Geist durch das Gesetz vorbereitet wurde, dann kann auch der Samen des Evangeliums auf fruchtbaren Boden fallen, kann der Heilige Geist mit seiner Erleuchtung durch das Gesetz zu seinem Ziel kommen, indem er dir Jesus Christus als deinen Retter vorstellt, der auch für dich die Herrlichkeit beim Vater verlassen hat, auch für dich in Niedrigkeit, Armut, seine göttliche Majestät verborgen haltend, in diese Welt gekommen ist; auch für dich das Gesetz stellvertretend erfüllt hat, auch deine Sünden auf sich nahm, auch um deinetwillen sich gefangen nehmen, verhöhnen, geißeln, kreuzigen ließ, als das Lamm Gottes auch für deine Sünden am Kreuz starb, bezahlte, und so Gott auch mit dir versöhnte und so auch dir die Vergebung der Sünden, damit den Freispruch im Jüngsten Gericht, das ewige Leben erworben hat, 2. Kor. 5,18-21. So entzündet der Heilige Geist in dir den rettenden, den rechtfertigenden Glauben, der eben dies empfängt, ergreift, dass Christus für dich in diese Welt kam, für dich das Gesetz erfüllte, auch deine Sünden auf sich nahm, auch für dich am Kreuz starb, Gott auch mit dir versöhnte und so auch dir die Vergebung der Sünden und das ewige Leben erworben hat (persönliche Rechtfertigung). So eignest du dir durch den Glauben, den der Heilige Geist gewirkt, dir geschenkt hat, dir persönlich das an, was der HERR dir einst in der Taufe geschenkt, zugeeignet hat. Wenn der Glaube gesund ist, ist er bewusster Glaube.

    Gibt es also bei denen, die zu ihrem Bewusstsein gekommen sind, keinen unbewussten Glauben mehr? Das wäre verkehrt. Denn wenn du schläfst, lebst du nicht bewusst und bist während dieser Zeit dennoch nicht aus dem Glauben gefallen; oder wenn du durch irgendein Ereignis dein Bewusstsein verloren hast, so bist du während dieser Zeit nicht verloren. Auch sonst, wenn du arbeitest, denkst du nicht immer bewusst über deinen Glauben nach, lebst aber dennoch Gott in Christus. Ja, es kann sogar so sein, dass du, weil dein Christsein so vom Gesetz, von der Heiligung geprägt ist, du zwar tatsächlich im herzlichen Glauben an Christus stehst, und es dir doch nicht bewusst ist, dass du wahrhaft bekehrt bist und immer noch um die volle Bekehrung bittest.24 Dahinter steht eine falsche bzw. schiefe Erkenntnis von der Bekehrung, vom Glauben. Auch ein Erwachsener kann also aus bestimmten Gründen zeitweilig noch in einem unbewussten Glauben stehen. Dieser Zustand sollte aber überwunden werden, weil sonst das Christenleben krankhafte Züge annehmen wird, besonders die Heilsgewissheit fehlt und es auch zu Mängeln in der Heiligung kommen kann. Der aber steht auch nicht mehr im unbewussten Glauben, wer ohne Gottes Wort, ohne Gebet, ohne Gottesdienst, ohne Sündenerkenntnis, ohne Ringen gegen die Sünde lebt – so jemand ist vielmehr aus der Taufgnade gefallen und bedarf unbedingt der grundsätzlichen Bekehrung. Es ist falsch, wenn etliche sagen, dass nur derjenige die Taufgnade verliere, der sich bewusst von Gott lossage.

 

b) Tägliche Bekehrung – aus der Taufe leben

    Mit Wiedergeburt und (grundsätzlicher) Bekehrung ist es aber nicht getan, so wenig, wie mit der natürlichen Geburt eines Babys man dasselbe sich selbst überlassen kann. In Röm. 6 gibt der Apostel klar an, was in der Taufe grundsätzlich geschehen ist: Wir sind in Christi Tod getauft, sind mit ihm begraben durch die Taufe in den Tod, unser alter Mensch wurde mit Christus gekreuzigt – damit nun, als solche, die aus der Taufe hervorgekrochen sind, wir nun in einem neuen Leben wandeln sollen, nicht mehr uns selbst leben, sondern Gott in Christus Jesus, unserem HERRN (Röm. 6,3-6.11). Das, was in Taufe und Bekehrung grundsätzlich geschehen ist, das gilt es, nun im täglichen Leben zu entfalten. Die Taufe, und das ist ganz wichtig, hat ihre Bedeutung eben nicht nur für den Tauftag, sondern vielmehr für unser gesamtes Leben, das von ihr her geprägt sein will.

    Das heißt zuerst und vor allem: Dass wir es festmachen mit dem HERRN, dass wir, gedrungen durch die Liebe Christi, der für uns gestorben ist und wieder auferstanden, nun nicht mehr uns selbst leben wollen, sondern eben ihm (2. Kor. 5,14-15), dass wir also uns selbst, unser Leben ihm, dem dreieinigen Gott, weihen, hingeben aus Gottes Barmherzigkeit heraus, zu einem Opfer, das da lebendig, heilig und Gott wohlgefällig ist (Röm. 12,1). Diese Hingabe muss einmal grundsätzlich geschehen, so, wie beim Großen Versöhnungstag auf das Sündopfer das Brandopfer als Ausdruck der Hingabe erfolgte (3. Mose 16), dann aber auch täglich wiederholt werden. Denn unsere Lage ist ja, bis wir sterben, dass wir Gerechtfertigte und Sünder zugleich sind, dass in unserem Fleisch nichts Gutes wohnt (Röm. 7,18), weshalb wir immer wieder das Gute, das wir eigentlich, als Christen, tun wollen, nicht tun, dagegen aber das Böse tun, das wir eigentlich nicht wollen (Röm. 7,19). Wir stehen daher als Christen in einem täglichen geistlichen Kampf, in dem der Heilige Geist gegen das Fleisch und seine Lüste kämpft (Gal. 5,16-18) und es gilt, dass wir im Geist wandeln, damit uns der Geist regiert.

    Darum ist es auch täglich nötig, den alten Menschen, den Menschen der Sünde, abzulegen und den neuen Menschen, der nach Gott geschaffen ist in rechtschaffener Gerechtigkeit und Heiligkeit, anzuziehen und so im Geist immer wieder und immer mehr erneuert zu werden (Eph. 4,22-24).

    Die damit verbundene Selbstverleugnung ist ein Grundzug des biblisch-christlichen Lebens und gehört zu dem Kreuz, das wir auf uns nehmen müssen in der Nachfolge Christi. Nicht nur einmal grundsätzlich also gilt es, den alten Menschen in den Tod zu geben, sondern es muss täglich vollzogen, entfaltet werden (Mark. 8,34-35). Das ist es auch, was als tägliches Leben aus der Taufe, täglicher Vollzug des Kreuzigens des alten Menschen, in den Tod geben des alten Menschen verstanden wird oder als tägliche Bekehrung oder Buße, also tägliche Abkehr vom Teufel, der Welt, dem Fleisch, der Sünde, tägliches Ergreifen der Vergebung Christi, tägliche Erneuerung. Wenn also auf die grundsätzliche Bekehrung nicht die tägliche Bekehrung folgt, so wird auch die grundsätzliche Bekehrung über kurz oder lang wieder hinfällig sein, da du dann wieder aus der Gnade gefallen, wieder unter der Herrschaft der Sünde bist. Es geht um das tägliche Nein zur Sünde in all den Facetten, in denen sie an uns im Alltag herantritt; es geht um das tägliche Ja zu Christus und seinem Weg, in all den verschiedenen Bereichen unseres Lebens, so schwer es uns zuweilen auch sein mag, vor allem aber: täglich aus der Vergebung leben, die Christus uns durch seinen blutigen Gehorsam, Leiden und Sterben erworben hat. Es geht, und das wird damit ganz deutlich, um ein bewusstes Glaubensleben, um ein Leben in bewusster, entschiedener Nachfolge Jesu Christi – denn unbewusst kann dieses Leben nicht gelebt, kann dieser Kampf nicht geführt werden. Dabei kommen wir nie darüber hinaus, dass wir täglich uns dessen bewusst sein müssen, dass wir Sünder sind, täglich daher auch uns unserer Sündenverdorbenheit und Verlorenheit ohne Christus bewusst sind, täglich unsere Sünden erkennen und bereuen, und zwar nun mit der Reue des Christen, der Reue auch aus Liebe zu Christus, einer Reue, die niemand gereut (2. Kor. 7,10), und so täglich neu die Vergebung Christi ergreifen, täglich aus der Rechtfertigung leben, die Christus uns erworben hat.25

    Dieses Leben der Nachfolge ist dabei vor allem ein Leben aus dem Wort, das uns ja wiedergeboren hat, 1. Petr. 1,23, und nun uns auch gegeben ist zur Lehre, zur Strafe, zur Besserung, zur Züchtigung in der Gerechtigkeit, eben mit dem Ziel, dass ein Mensch Gottes so vollkommen werde, zu allem guten Werk geschickt (2. Tim. 3,16-17), weshalb wir das Wort Gottes reichlich unter uns wohnen lassen sollen (Kol. 3,16), also eifrig und begierig lesen. Ebenso aber in der innigen Gemeinschaft mit dem dreieinigen Gott im Gebet stehen, hat doch Christus uns den Weg frei gemacht in das Heiligtum (Hebr. 10,19-20).

    Aber auch dieser Weg der Nachfolge, der Heiligung, ist nun nicht ein Weg, den der Christ aus eigener Kraft geht. Nein, vielmehr ist es auch hier so, dass er der Kraft und Leitung durch den Heiligen Geist unbedingt bedarf, nur nun mit dem Unterschied, dass er, der Christ, hier in einer untergeordneten Weise mitwirkt, während er ja bei allem rettenden Handeln des Heiligen Geistes rein passiv ist.

 

 

 

THEOLOGISCHE ANMERKUNGEN

 

Ordination:

Was ist die Ordination? Wozu dient sie? Ist sie eine „Weihehandlung“, wie es in der römisch-katholischen Kirche und auch in einigen romanisierenden Kirchen, wie der SELK, immer wieder behauptet wird – womit suggeriert wird, dass damit die Ordinierten einen anderen Status hätten als die sonstigen Jünger Jesu? Wird den Ordinanden in der Ordination ein „unverlierbarer Charakter“ eingeprägt, wie es die Papstkirche lehrt, oder werden ihnen zumindest besondere Geistesgaben verliehen, wie es einige Lutheraner, etwa in der SELK, behaupten? Ist sie gar ein Sakrament, vergleichbar also mit Taufe und Abendmahl? Auch das wird ja nicht nur von Rom behauptet, sondern auch hochkirchliche Lutheraner tendieren immer wieder in diese Richtung.

    Um mit Letzterem zu beginnen, weil dann ja immer wieder auf Art. 13 der Apologie des Augsburger Bekenntnisses verwiesen wird: In diesem Artikel wird die Ordination nicht in der engen Fassung, wie sie heute verstanden wird – also die Einsegnung des Ordinanden unter Handauflegung – als ein Taufe und Abendmahl vergleichbares Sakrament bezeichnet, sondern hier wird zum einen der Sakramentsbegriff weiter gefasst, all das umfassend, wodurch Gott der HERR mittelbar oder unmittelbar seine Gnade mitteilt. Und dann wird der Begriff der Ordination weiter gefasst, nämlich meint eigentlich das heilige Predigtamt und alles, was damit zusammenhängt, damit jemand in dieses von Christus eingesetzte Amt kommt, also Sendung, Ausbildung, Prüfung, Berufung und Einsegnung. Und weil der HERR durch die vom Amt öffentlich verwalteten Gnadenmittel sein Heil mitteilt, darum könnte man in diesem weiteren Sinne von einem Sakrament sprechen, könnte auch den Begriff auf die Einsegnung als den feierlichen Abschluss des Weges in das heilige Predigtamt konzentrieren, aber immer mit den anderen Faktoren im Hintergrund. Aber, wie gesagt: Hier handelt es sich um einen erweiterten Sakramentsbegriff, der mit unserem üblichen nicht identisch ist. Diese Auffassung ist auch in der lutherischen Kirche nie weiter verfolgt worden, weil sie nur verwirrend wäre und allerdings die Gefahr mit sich brächte, dass römisch-katholisches Denken wieder eindringen würde. Auch Johann Gerhard hat dies bestätigt: „Ein jeder sieht ein, dass die Apologie nicht sowohl von der Zeremonie der Ordination als von dem Amt des Worts und der Sakramente selbst handle.“1    

   Wie steht es also nun mit der Ordination im engeren oder eigentlichen Sinne, also der Einsegnung der berufenen Diener an Wort und Sakrament nach ihrer ersten Berufung? Hier müssen wir ganz eindeutig sagen: Die Ordination ist nicht von Christus eingesetzt, ist daher keine göttliche Ordnung, sondern kommt aus menschlicher Übereinkunft, ist eine gute kirchliche Ordnung. Sie kann daher auch gar kein Sakrament im engeren Sinne sein, weil sie ja gar nicht von Christus eingesetzt wurde. Weil Christus sie nicht eingesetzt hat, hat sie auch keinerlei Verheißung in der Schrift, ist auch nicht Sakrament, hat damit auch keinerlei Verheißung, dass durch sie irgendwelche besonderen Gaben vermittelt, übertragen würden.

    In diesem Zusammenhang wird von denen, die behaupten, in der Ordination würden Geistesgaben für das Amt weitergegeben, auf 1. Tim. 4,14 und 2. Tim. 2,6 verwiesen. Dabei wird aber vergessen a) dass die Gabe Timotheus gegeben wurde aufgrund einer besonderen Weissagung für ihn; b) dass nirgends steht, dass ebenso bei anderen Einsetzungen zu verfahren sei und bei solchen dann auch durch Handauflegung Gaben weitergegeben würden. Es ist gegen den Bibeltext, diese speziell auf Timotheus bezogenen Aussagen zu verallgemeinern. Dazu besteht keinerlei Veranlassung aufgrund des biblischen Textes.

    Darum heißt es schon in den Schmalkaldischen Artikeln im zweiten Anhang: „ …; dazu kam der Bischof am selben Ort, oder in der Nähe gesessen, bestätigt den gewählten Bischof durch Auflegen der Hände, und ist dazumal die Ordinatio nichts anders gewesen als solche Bestätigung.“ (Tract. 70-71)

    Und Chemnitz schreibt dazu: „Obgleich die Ordination die Vokation nicht macht, jedoch, wenn jemand rechtmäßig berufen worden ist, so ist jener Gebrauch eine Erklärung und öffentliche Bestätigung, dass jene Berufung, welche vorhergegangen ist, eine rechtmäßige sei.“2 Das bestätigt auch Balduin: „Die Ordination ist nichts anderes als eine öffentliche und feierliche Bestätigung der rechtmäßigen Berufung, … Die Ordination ist nicht schlechterdings und unbedingt notwendig …; denn sie ist weder von Gott befohlen, dass sie nicht unterlassen werden könnte, noch ist ihre Wirkung so groß, wie man im Papsttum fälschlich vorgibt, … noch hängt die Wirksamkeit des Amtes von der Ordination ab, … sie ist ein kirchlicher Brauch, welcher den Diener des Wortes empfiehlt und gewisser Pflichten erinnert.“3

    All das macht deutlich: Die Ordination ist nichts als eine menschliche Einrichtung, um die durch die Berufung durch Gott mittels der Gemeinde, durch die ein Mann ins heilige Predigtamt oder Pfarr- bzw. Missionsamt kommt, öffentlich zu bestätigen. Keine seiner Amtshandlungen ist in ihrer Gültigkeit abhängig von der Ordination, auch nicht die Absolution von den Sünden oder die Konsekration im heiligen Abendmahl, was ja von etlichen fälschlicherweise behauptet wird. Auch hat das heilige Predigtamt keine andere Vollmacht als das Priestertum aller Gläubigen, bekommt es doch vielmehr seine Vollmacht übertragen von der Gemeinde und unterscheidet sich daher nicht wesensmäßig vom allgemeinen Priestertum aller Gläubigen, stellt insbesondere keinen besonderen Stand in der Kirche dar, abgesondert von den anderen Jüngern, sondern ist nur ein – allerdings von Gott eingerichteter – Berufsstand neben anderen in der Gemeinde Jesu Christi.

 

 

ZEICHEN DER ZEIT

 

 

Aus anderen Kirchen:

Rom und die Weltweite Evangelische Allianz (WEA) wollen enger zusammenarbeiten: Bei einer Rede des Papstes Franziskus in einer Pfingstgemeinde in Italien am 28.07.2014, in der er auch um Entschuldigung bat, für Maßnahmen, die Pfingstler verfolgt und denunziert hätten, bekannte er sich zu einer „Einheit in der Vielfalt“ und bezeichnete Spaltungen als Werk des Teufels. Damit hat er sich eindeutig gegen die Heilige Schrift Gottes gestellt, die keine Einheit in der Vielfalt, sondern in der Wahrheit will, und gegen die Reformation, die für Rom ja Kirchenspaltung ist. Aber evangelische und evangelikale Christen merken das schon gar nicht mehr. Umgekehrt meinte bei einem Interview mit Radio Vatikan der Generalsekretär der WEA, Geoff Tunicliffe, ausdrücken zu müssen, dass es ihm leid tue, dass in der Vergangenheit Protestanten, auch Evangelikale, Katholiken ausgegrenzt hätten. Dass aber tatsächlich die Trennung von Rom, die Bezeugung, dass das Papsttum der Antichrist ist, dass die römisch-katholische Lehre eine verheerende Irrlehre ist, absolut notwendig sind – das wird damit nicht nur verschwiegen, es wird sogar als negativ hingestellt.

Die Blindheit der Evangelikalen wird besonders bei Thomas Schirrmacher deutlich, der behauptete, Papst Franziskus sei in der Rechtfertigungslehre „erstaunlich eng am evangelischen Verständnis“ und sehe auch die Bibel eher wie die reformatorische Theologie. Dabei verschweigt er, dass auch dieser Papst sich zum Trienter Konzil bekennt, Ablass verkündet, dem Marien- und Heiligenkult huldigt und somit in vielfältiger Form Christi Verdienst angreift. Auch hat er an der römischen Messe nichts geändert, hat nicht die römische Hierarchie in Frage gestellt und vor allem nicht die Werkgerechtigkeitslehre, die Rom eindeutig vertritt.

Es wird dabei völlig vergessen, dass Rom – und die Jesuiten, zu denen Franziskus gehört besonders – immer als Endziel die Welteinheitskirche unter der Leitung des Papstes anstreben. Ebenso wird verkannt, dass Rom seit dem zweiten Vatikanischen Konzil nur die Ausdrucksformen und Vorgehensweisen, nicht das Ziel selbst geändert hat. (nach: BWL-Regionale Informationen. Nr. 174. November-Dezember 2014, S. 35 ff.)

Wie weit die WEA schon geht, zeigt etwa dies, dass sie zwar, was begrüßenswert ist, eine Bibellese-Bewegung anstoßen will, aber meinte, dieses Projekt auch mit dem Papst besprechen zu müssen. Was das aber heißt, machte der Papst gleich deutlich, als er seine Katholiken zur Bibellese aufforderte „unter Führung und Begleitung der Jungfrau Maria“. (nach: Topic, Nov. 2014, S. 3)

 

Religionsfreiheit, politisch-ideologische Tendenzen, Schulen:

Erzwingungshaft für stillende Mutter: Wie in den Informationen von „Schule zu Hause“ Anfang September (09.09.2014) mitgeteilt wurde, sollte Anfang September Elisabeth Thiessen, die unter anderem Mutter eines noch zu stillenden elfmonatigen Babys ist, in Erzwingungshaft genommen werden. Hintergrund ist, dass die Eltern ihren 12-jährigen Sohn auf dessen Wunsch aus dem aufgrund der politischen Vorgaben auf „sexuelle Vielfalt“ ausgerichteten Sexualkundeunterricht genommen haben und auch nicht bereit sind, das vom Staat dafür verhängte Bußgeld zu bezahlen. Aus dem Grund war bereits der Vater einen Monat in Erzwingungshaft genommen worden. Dabei ist es eigentlich vom Gesetz nicht einmal vorgeschrieben, dass die Erzwingungshaft unbedingt anzusetzen ist, nämlich dann nicht, wenn es wahrscheinlich ist, dass auch damit das Ziel, das Bußgeld einzutreiben, nicht erreicht werden kann. Dennoch setzen die Behörden in Nordrhein-Westfalen, nicht zuletzt auch CDU-Landräte, dieses Instrument rücksichtslos ein. (nach: SchzH-info vom 09.09.2014). Hier wird deutlich, mit welcher Brutalität inzwischen in der BRD versucht wird, die gottlose und menschenverachtende linke Ideologie staatlicherseits durchzusetzen und damit der Staat in immer mehr Bereichen totalitäre Züge annimmt.

Familienkonferenz in Moskau: Am 10. Und 11. September 2014 fand in Moskau ein internationaler Familienkongress statt unter dem Thema „Große Familien und die Zukunft der Menschheit“. Vertreter von Familien- und Lebensrechtsorganisationen aus über 50 Staaten nahmen an diesem Treffen teil, aus der BRD unter anderem Gabriele Kuby, die in ihrem Vortrag dazu aufrief, den besonderen Wert von Vater- und Mutterschaft wieder zu erkennen, großen Familien eine materielle Basis zu verschaffen, im Grundgesetz Ehe eindeutig als die verbindliche Verbindung eines Mann und einer Frau zu definieren, die Kinder und Jugendlichen zu erziehen zu Ehe und Familie und das Leben von der Empfängnis bis zum natürlichen Ende unter besonderen staatlichen Schutz zu stellen.

Das Schlusskommuniqué dieser Veranstaltung rief Regierungen und internationale wie nationale Organisationen, auch die UNO, dazu auf, den besonderen Wert der Familie als einer natürlichen Grundlage für die Menschheit und ihre Erhaltung zu erkennen und sie daher besonders zu fördern, gerade im Unterschied zu anderen Formen sexueller Verbindungen, aus denen natürlicherweise keine Kinder hervorgehen und die deshalb der Erhaltung der Menschheit, der Kultur und Zivilisation nicht dienen. Es wurde auch auf die besorgniserregende Tendenz in vielen Staaten hingewiesen, aus ideologischen Gründen der Mehrheit der Gesellschaft die Vorstellung solcher schöpfungswidriger Sexualität als „normal“ aufzuoktroyieren.

Erschreckend in diesem Zusammenhang, in wieweit in der BRD über diesen Kongress berichtet wurde. Die meisten Medien schwiegen völlig dazu. In der FAZ wurde er nur am Rande erwähnt, ohne auf seinen Inhalt und seine Aussagen einzugehen, und er mehr als eine Propagandaveranstaltung Putins hingestellt. Noch abfälliger äußerte sich Andreas Püttmann in „Christ und Welt“, der die Teilnehmer als „nützliche Idioten Putins“ beschimpfte und ihnen „Familismus“ vorwarf. (nach: http://www.medrum.de/content/zum-diskurs-ueber-den-welt-familien-kongress-in-moskau; http://www.medrum.de/content/abschlusserklaerung-des-world-congress-of-families-moscow-11-september-2014)

Daran wird deutlich, wie geistig und geistlich verkommen die BRD in weiten Kreisen bereits ist, vor allem in ihrer veröffentlichten Meinung und den diese verbreitenden Organen. Im Unterschied etwa zu der von Schrift und Bekenntnis abgefallenen sogenannten „Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD)“ setzt sich die Russisch-Orthodoxe Kirche sehr für den Wert, den Erhalt und die Unterstützung der Familie ein.

Donald Feder aus den USA, jüdischer Berater des World Congress of Families, hob hervor, was das Hauptproblem der demographischen Entwicklung sei, nämlich dass Sexualität in erster Linie als Mittel zur Vergnügung angesehen werde und dabei ohne Folgen, also Kinder, bleiben solle. Dass sie aber zunächst einmal zur Fortpflanzung uns gegeben ist, werde verdrängt. Auch der völlig missverstandene westliche Freiheitsbegriff kam zur Sprache, der nur noch die bindungslose Freiheit des Individuums propagiert, wobei dann im Namen der Gender-Ideologie Gott und seine Schöpfungsordnung geleugnet wird. Eine der Folgen: Jährlich werden weltweit etwa 50 Millionen Kinder im Mutterleib ermordet (so viel, wie im zweiten Weltkrieg in sechs Jahren Menschen umkamen).

Es war nicht verwunderlich, dass die russischen Teilnehmer auch auf die von den westlichen Staaten gegen Russland geführte ideologische Hetze zu sprechen kamen, mit der die im Genderismus-Sumpf verkommenden Staaten Russland angreifen, weil es sich eindeutig in seiner Politik für die Familie ausspricht und die damit verbundenen Familienwerte und gegen all das vorgeht, was eine andere Ausrichtung propagiert. Alle Religionen Russlands unterstützen dies, und 95 Prozent der russischen Bevölkerung lehnen Homosexualität ab. (nach: http://www.medrum.de/content/russland-und-pro-family-leader-setzen-auf-die-familie)

Nordrhein-Westfalen will staatliche Bekenntnisschulen abschaffen: Die rot-grüne Landesregierung in NRW sucht nach Wegen, die staatlichen Bekenntnisschulen in konfessionslose Gemeinschaftsschulen umzuwandeln. NRW ist das einzige Bundesland, in dem es Bekenntnisschulen in der Hand des Staates noch gibt; in den ersten beiden Jahrzehnten nach dem zweiten Weltkrieg waren sie allgemein verbreitet, weshalb – ein grundsätzlicher Fehler – die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) sich entschieden dagegen wandte, eigene Schulen aufzubauen. Inzwischen haben, bis auf NRW, alle Bundesländer den Kirchen diese Schulen aus der Hand genommen, um sie völlig der staatlichen Ideologie zu unterwerfen. (nach: http://www.idea.de/startseite vom 04.10.2014) Der Ansatz geht noch weiter: Es soll auch versucht werden, den privaten Schulen, vor allem den freien christlichen Schulen, den Geldhahn abzudrehen; in Espelkamp versuchen die Grünen auch mit aller Macht, ein freies evangelikales Gymnasium zu verhindern. All das zeigt, wohin die Reise in der angeblich so freien BRD geht: Immer mehr in den totalitären Einheitsstaat.

Sexualkunde in Niedersachsen: Die rot-grüne Linksregierung in Niedersachsen will verpflichtend Homo-, Bi-, Trans- und Intersexualität zum Thema an den Schulen machen, wobei Vertreter dieser von Gott verworfenen Praktiken in den Schulen auftreten und von ihren „Erfahrungen“ berichten sollen. (nach: http://www.idea.de/nachrichten/detail/politik/detail/der-streit-um-sexualkunde-wird-schaerfer-88220.html ) Die Tendenzen sind ganz ähnlich wie im grün-rot regierten Baden-Württemberg oder im schwarz-rot regierten Saarland. Petitionen helfen dagegen nichts, sondern nur die Abwahl der Regierung, Evangelisation und Mission, um durch Bekehrungen und Unterweisung die biblische Orientierung zu erneuern, sowie die umfangreiche Neugründung christlicher Schulen.

Massive politische Kampagne gegen Vorsitzenden des Philologenverbandes in BW: Berd Saur, der Vorsitzende des Baden-Württembergischen Philologenverbandes, hatte in einem Gastbeitrag in Focus völlig zu recht die „Pornografisierung“ des Unterrichts beklagt und das durch Beispiele aus Nordrhein-Westfalen untermauert. Baur ist daraufhin massiv vom baden-württembergischen Kulturminister Stoch angegriffen worden, der ihm vorwarf, zu einer „Verschärfung“ des öffentlichen Diskurses beigetragen zu haben. Sie SPD-Fraktion forderte den Verband auf, sich von Baur zu distanzieren und will andernfalls mit dem Verband nicht mehr reden. Die Bildungsexpertin der Grünen meinte, was Baur von sich gebe, sei „ekelhaft“ (dass dies vielmehr auf „Bildungsinhalte“ an den Schulen zutrifft, verschwieg sie geflissentlich). (nach: proKompkat 42/2014, S. 15) Der Umgang mit Bernd Saur zeigt einmal mehr, dass die BRD keineswegs ein demokratischer Staat ist, in dem Meinungsfreiheit herrscht. Mehr und mehr wird von den 68er Ideologen, die derzeit die Macht im Staat haben, versucht, alles, was ihren Ansicht widerspricht, zu diffamieren, mundtot zu machen, auszugrenzen. Das Verhalten der SPD-Fraktion zeigt ein klares undemokratisches Denken, ein klares Fehlen der sonst immer so beschworenen „Toleranz“. Übrigens erschien vor Kurzem aus anderer Feder auch ein ähnlicher Bericht zu diesem Thema in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, in der da Dilemma ebenfalls untermauert wurde. Es wird Zeit, zum einen für eine umfassende und tiefgreifende geistliche Erweckung sowie geistlich-geistige Erneuerung zu beten und dafür, dass bibeltreue Christen Verantwortung übernehmen in den Bereichen Journalismus, Medien, Pädagogik, Schulen, Politik, damit so eine Gegenbewegung gegen die 68er entsteht.

Linke Bürgermeisterin in Houston will Kirchen überwachen: Die homosexuelle Bürgermeisterin von Houston, Annise Parker, versuchte, Pastoren, die gegen das von der Stadt verordnete „Antidiskriminierungsgesetz“ mobil gemacht hatten, in dem es unter anderem darum ging, dass Männer auf Damentoiletten und Frauen auf Männertoiletten gehen könnten, dazu zu zwingen, Predigten, in denen sie über Homosexualität und „sexuelle Identität“ predigen würden, ihr vorzulegen und wollte des weiteren einen der Pastoren zwingen, seine gesamte Kommunikation über diese Themen mit seinen Gemeindegliedern offen zu legen. Inzwischen ist sie zurückgerudert und verlangt nicht mehr, dass ihr die Predigten vorgelegt werden. Eine Unterschriftenaktion zu einer Volksabstimmung über das Gesetz, bei der über 50.000 Unterschriften gesammelt wurden – 17.000 wären erforderlich – wurde von der Stadt einfach ignoriert mit der Begründung, sie sei manipuliert – und diese Manipulation sei unter anderem durch die Predigten erfolgt. Inzwischen hat sich die Amerikanische Bürgerrechtsvereinigung in Texas, ACLU, hinter die Pastoren gestellt. Vertreten werden die Pastoren gerichtlich jetzt von der Alliance Defending Freedom (ADF). (nach: proKompakt 42/2014, S. 16) Diese Vorgänge weisen ein grelles Licht auf die Lage in der sogenannten „westlichen Welt“, gerade in dem angeblich so freien Amerika. Hier wird massiv versucht, die Trennung von Kirche und Staat aufzuheben und die Kirche aus ideologischen Gründen zu knebeln, um so eine bedeutende Gegnerschaft gegen Gender Mainstream und die Pervertierung des Denkens auszuschalten. Auch hier wird wieder von 68er Ideologen versucht, die Meinungsfreiheit abzuschaffen.

Linke Hetze in Hannover gegen Demonstranten, die gegen den Bildungsplan demonstrierten: Nachdem nun auch die niedersächsische Landesregierung ähnlich wie die saarländische und die baden-württembergische sexuelle Entartungen  unter dem Schlagwort „sexuelle Vielfalt“ im Unterricht in den Schulen verankern will, ist es am 22.11.2014 zu einer Demonstration besorgter Eltern und anderer Gegner dieses antichristlichen und unnatürlichen Vorhabens gekommen. Am 14.11.2014 hatte der zuständige Ausschuss des Landtages in Hannover ohne Aussprache, ohne überhaupt die Stellungnahmen von Verbänden zu beachten, zu diskutieren, das Vorhaben der rot-grünen Regierung einfach durchgewunken. (nach: Email von Hedwig von Beverförde vom 19.11.2014). Familienschützer gingen am 22.11.2014 für Ehe und Familie und gegen Genderideologie und Sexualisierung der Kinder auf die Straße. Gegen sie war von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, SPD, Grünen und Linken mobil gemacht worden, die auch Abgeordnete aus Hannover, Berlin und dem Europaparlament aktivierten. Die Stadt Hannover hatte sich eindeutig gegen die Familienschützer gestellt und im Bereich des Versammlungsortes Steintor Regenbogenfahnen gehisst. Der Personaldezernent der Stadt Hannover verunglimpfte auf der Gegendemonstration die Familienschützer als „Dumpfbacken“ und überbrachte den linken Demonstranten die Grüße des Oberbürgermeisters von Hannover. Die Parolen der Gegendemonstranten – wie „Scheiß Kinder“ – und Ärgeres, zeigten das entsetzlich niedrige Niveau der Vertreter des offiziellen politischen Systems in der BRD. Auch die Medienberichterstattung war wie gewohnt extrem einseitig, zum Teil diffamierend. (nach: Bericht des Familienschutzbundes vom 27.11.2014)

 

Islam und islamische Welt:

Islamisten bedrohen in der BRD Aufklärer mit dem Tod: Islamisten haben die Betreiber des You-Tube-Kanals Al-Hayat-TV mit dem Tod bedroht. Der Kanal wird von Christen und ehemaligen Muslimen betrieben, die über den Islam aufklären wollen. (nach: http://www.idea.de/nachrichten/detail/menschenrechte/detail/islamisten-drohen-aufklaerern-mit-dem-tod-88103.html)  Inzwischen wurde der Kanal in typischem Dhimmi-Verhalten von YouTube abgeschaltet, womit sich YouTube zum willfährigen Erfüllungsgehilfen des islamischen Totalitarismus gemacht hat.

Pakistanisches Berufungsgericht bestätigt Todesurteil gegen Asia Bibi: Das Berufungsgericht in Lahore hat das Todesurteil gegen die Christin Asia Bibi wegen angeblicher „Gotteslästerung“. Wie ihr Anwalt Naeem Sakir mitteilte, ist ein großes Problem, dass das Gerichtswesen in Pakistan inzwischen weitgehend in Händen von muslimischen Extremisten ist. Er will aber versuchen, einen weiteren Berufungsantrag an das Oberste Gericht, die dritte und letzte Instanz, zu richten. Asia Bibi war 2010 zum Tode verurteilt worden. (nach: proKompakt 42/2014, S. 10) Immer wieder kommt es in Pakistan zu Verurteilungen auf der Grundlage des Gummiparagraphen „Gotteslästerung“, der vor allem gegen Christen angewandt wird. Pakistan ist ein typisch islamisches Land, in dem es keine Religionsfreiheit gibt, keine freie und objektive Justiz. Schlimm nur, dass dieses Land mit dem „Westen“ verbündet ist.

Vergewaltigung als Waffe im Islam: Der saudische Fernsehprediger Muhammad al-Arifi hat eine Fatwa verkündet, in welcher er die syrischen Aufrührer ermunterte, nichtmuslimische Frauen zu entführen und in Gruppen zu vergewaltigen. Auch der jordanische Islamgelehrte Salafi Scheich Yasir a-Ajlawni hat eine Fatwa erstellt, in der er behauptet, Moslems sei es in islamischen Staaten erlaubt, christliche Frauen zu vergewaltigen, da sei durch den Koran gedeckt.

Der ägyptische Islamgelehrte Scheich Ishaq Huwaini forderte gar, nichtmuslimische Frauen auf orientalischen Märkten ganz offen als „Sexsklavinnen“ zu verkaufen. Die muslimischen Gelehrten der Stadt Mekka haben diese Auffassung bestätigt und gar behauptet, es sei die Pflicht aller Muslime, nichtmuslimische Frauen zu vergewaltigen und wie Sexsklavinnen zu behandeln. Und die kuwaitische Politikerin Salwa el-Matayri – die als „Frauenrechtlerin“ gilt – hat solche Forderungen ganz offen unterstützt und sich auf sunnitische Religionsgelehrte berufen. (nach: BWL-Regionale Informationen Nr. 170. März-April 2014, S. 13)

Islamischer Terror in Hamburg: Auf der Grundlage des Staatsvertrages, den die Hansestadt Hamburg mit u.a. mit den Muslimen geschlossen hat, versuchen vermehrt die Salalfisten, u.a. der nach Hamburg übergsiedelte Salafistenprediger Pierre Vogel, ihre Anhänger gegen „Ungläubige“ aufzuwiegeln. So wurde erzwungen, dass die Stadtreinigung auf ihren Betriebshöfen Extra-Duschen für muslimische Mitarbeiter einrichteten. Solche führen auch stets ihren Gebetsteppich mit sich und beten während der Touren willkürlich in Hausfluren und Kellern. Während des Ramadan sind sie kaum einsetzbar, da sie aufgrund ihrer Essgewohnheiten dann für die Arbeit zu schwach sind.

Besonders bedrohlich ist die Situation an den Schulen, an denen sie z.B. versuchen durchzusetzen, dass die Schüler nur noch bestimmte Kleidungsstücke anziehen. Es wird Druck auf Lehrer und Schulleitungen ausgeübt und auch Schutzgeld von alevitischen Eltern erpresst unter der Androhung, sonst deren Kinder zu verprügeln. Von der Polizei wird kaum noch etwas gegen die Salafisten unternommen. Die Linksregierung in Hamburg unternimmt nichts, da sie Hamburg als „weltoffene, tolerante Stadt“ darstellen will. (nach: Topic. November 2014, S. 6 f.)

Christenverfolgung in Usbekistan: In dem mit den bürgerlich-kapitalistischen Staaten des Westens verbündeten Usbekistan nimmt die Verfolgung von Christen zu. Nach Aussagen der Menschenrechtsorganisation Forum 18 (Oslo) führte die Polizei in letzter Zeit mehrere Razzien in Häusern von Christen durch. So wurden zwei Angehörige einer Pfingstgemeinde wegen Besitz von religiösen Schriften verurteilt und unter anderem angeordnet, dass ihre Bibeln, religiöse Literatur und Videokassetten zerstört werden. Einem Mitglied der wurde zur Last gelegt, eine religiöse Versammlung abgehalten und eine Bibel in der Landessprache besessen zu haben. Ein nichtchristlicher Wohnungsbesitzer erhielt eine Geldstrafe, weil er eine Wohnung an Christen vermietet hatte.

Auch Muslime sind im Visier des Terrorregimes. So wurde etwa der Druck der von Imamen benehmigten poetischen Übersetzung des Koran verboten. Religionsausübung ist in Usbekistan nur mit Zustimmung des Regimes erlaubt. Es ist nicht bekannt, dass die mit diesem Regime paktierenden kapitalistischen Staaten irgendetwas gegen die Zustände unternehmen. (nach: http://www.idea.de/nachrichten/detail/menschenrechte/detail/usbekistan-laesst-bibeln-vernichten-88803.html)

 

 

 

Literaturhinweis

 

- C.F.W. Walther: Die Lehre von der Gnadenwahl in Frage und Antwort. Faksimile der Ausgabe St. Louis, Mo. 1881. 59 S. € 2,95. In diesem Heft hat Walther während des Gnadenwahlstreites in den 1880er Jahren in für die Gemeindeglieder verständlicher Weise die wichtige, für die Heilsgewissheit bedeutsame biblische Lehre von der Gnadenwahl dargelegt.

- Roland Sckerl: Die Gnadenordnung Gottes. Nach den Ausführungen von Henric Schartau und Bo Giertz. 72 S. € 3,40

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 



1 vgl. Adolf Hönecke: Ev.-Luth. Dogmatik. Bd. 3. Milwaukee, Wis.: Northwestern Publishing House. 1912. S. 255. 264

2 vgl. ebd. S. 258

3 vgl. ebd. S. 265

4 vgl. ebd. S. 257

5 ebd. S. 259

6 vgl. ebd. S. 260

7 ebd. S. 299

8 vgl. ebd. S. 300 f.

9 vgl. ebd. S. 303 f.

10 ebd. S. 309 f.; vgl. Franz Pieper: Christliche Dogmatik. Umgearb. Von J.T. Mueller. St. Louis, Missouri: Evangelisch-Lutherische Synode von Missouri, Ohio und anderen Staaten. 1946. S. 478

11a vgl. Conrad Dieterich: Institutiones Catecheticae. Aus dem Lat. übers. von Friedrich Wilhelm August Notz. 2., verb. und verm. Aufl. St. Louis, Mo., Leipzig: Verlag von F. Dette. 1896. S. 151

11b vgl. Edward W.A. Koehler: A Summary of Christian Doctrine. 2nd, rev. Ed. St. Louis: Concordia Publishing House. 1952. S. 131

12 Hönecke, a.a.O., S. 316

13 vgl. ebd. S. 327

14 vgl. ebd. S. 328 f.

15 vgl. ebd. S. 329

16 ebd. S. 267 f.

17 vgl. ebd. S. 269 f.

18 vgl. ebd. S. 270

19 vgl. ebd. S. 273-279. 289 f. Die Reue vor der Bekehrung, die unbedingt notwendig ist, ist eine allein durch den Heiligen Geist durch das Gesetz von außen gewirkte Reue, geprägt vor allem von Sündenerkenntnis, Erschrecken über die Sünde, den Zorn Gottes und Gottes Gericht. Die Reue nach der Bekehrung ist ebenfalls vom Heiligen Geist gewirkt, aber nun ist der geistlich neugeborne Mensch mit daran beteiligt, denn nun ist auch sein Herz erfüllt mit der Liebe zu Gott und die Reue kommt nicht allein aus Erschrecken über die Sünde, sondern auch aus Liebe zu Gott.

20 vgl. ebd. S. 279

21 vgl. ebd. S. 281. 292

22 vgl. ebd. S. 295. 296

23 vgl. Tägliches Seelenbrot. Betrachtungen für jeden Tag des Jahres, gesammelt aus den Schriften von Carl Olof Rosenius. Aus dem Schwedischen übers. Von Christian Bau. 8., neu durchges. Aufl. Elmshorn: Lutherischer Missionsverein. 1987. S. 371 f.

24 So erging es dem Vater der Berliner Erweckung, Hans Freiherr von Kottwitz, der selbst kurz vor seinem Tode noch darum betete, doch nun endlich ganz bekehrt zu werden. Vgl. dazu: Emil Wacker: Wiedergeburt und Bekehrung in ihrem gegenseitigen Verhältnis. Gütersloh: C. Bertelsmann. 1893. S. 50

25 Genau das ist es auch, was Luther im Kleinen Katechismus im vierten Abschnitt vom Hauptstück von der Taufe über die Bedeutung der Taufe schreibt, nämlich „dass der alte Adam in uns durch tägliche Reue und Buße soll ersäuft werden und sterben mit allen Sünden und bösen Lüsten, und wiederum täglich herauskommen und auferstehen ein neuer Mensch, der in Gerechtigkeit und Reinheit vor Gott ewig lebe“. Auch Luthers „Sermon von der Taufe“ behandelt in erster Linie diese wichtige Bedeutung der Taufe für unser alltägliches Christenleben, ein Leben in täglicher Bekehrung, täglicher Buße, täglicher Erneuerung, täglicher Hingabe, ein Leben im neuen Gehorsam.

1 Conf. cath, fol. 1328; in: C.F.W. Walther: Die Stimme unserer Kirche in der Frage von Kirche und Amt. 4. Aufl. Zwickau i.S.: Verlag des Schriftenvereins der sep. evang.-luth. Gemeinden in Sachsen. 1894. S. 290

2 Loc. de eccl. f. 126; in: Walther, a.a.O., S. 302 f.

3 Tr. de casibus consc. p. 1032 f.; in: Walther, a.a.O., S. 304