Beständig in der Apostel Lehre und in der Gemeinschaft und im Brotbrechen und im Gebet! Apg. 2,42

DER BEKENNTNIS-

LUTHERANER

 

Lutherisches Blatt für Bibelchristentum.

Mit Zustimmung der Lutherischen Kirchen der Reformation (Lutheran Churches of the Reformation, LCR) herausgegeben von Roland Sckerl,  Leopoldstr. 1, D-76448 Durmersheim; Tel.:07245/83062;

E-mail: Sckerl@web.de; Internet: www.lutherische-bekenntnisgemeinde.de

22. Jahrgang 2014  Heft 1/2014

 

 

INHALTSVERZEICHNIS

 

 

Inhalt

UNTER BIBEL UND BEKENNTNIS. 1

Wie ist Offenbarung 20,1-6(-10) zu verstehen?. 1

Auseinandersetzung mit dem Dispensationalismus. 3

BLUTZEUGEN DES CHRISTLICHEN GLAUBENS. 4

Hagop Abuhajatjan. 4

Friedrich Justus Perels. 4

THEOLOGISCHE ANMERKUNGEN.. 4

Anmerkungen zur kanonischen Schriftauslegung: 4

ZEICHEN DER ZEIT. 5

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

UNTER BIBEL UND BEKENNTNIS

 

Wie ist Offenbarung 20,1-6(-10) zu verstehen?

 

Roland Sckerl

 

    1 ¶  Und ich sah einen Engel vom Himmel fahren, der hatte den Schlüssel zum  Abgrund und eine große Kette in seiner Hand 2  und ergriff den Drachen, die alte Schlange, welche ist der Teufel und  der Satan, und band ihn tausend Jahre. 3  Und warf ihn in den Abgrund und verschloss ihn und versiegelte oben darauf,  dass er nicht verführen sollte die Heiden, bis dass vollendet würden  tausend Jahre; und danach muss er los werden eine kleine Zeit.

    4  Und ich sah Stühle, und sie setzten sich darauf, und ihnen ward gegeben  das Gericht; und die Seelen der Enthaupteten um des Zeugnisses Jesu und  um des Wortes Gottes willen, und die nicht angebetet hatten das Tier  noch sein Bild und nicht genommen hatten sein Malzeichen an ihre Stirn  und auf ihre Hand: diese lebten und regierten mit Christo tausend Jahre. 5  Die andern Toten aber wurden nicht wieder lebendig, bis dass tausend Jahre  vollendet wurden. Dies ist die erste Auferstehung. 6  Selig ist der und heilig, der teilhat an der ersten Auferstehung; über  solche hat der andere Tod keine Macht, sondern sie werden Priester Gottes  und Christi sein und mit ihm regieren tausend Jahre.

    7  Und wenn tausend Jahre vollendet sind, wird der Satanas los werden aus  seinem Gefängnis 8  und wird ausgehen, zu verführen die Heiden in den vier Örtern der Erde,  den Gog und Magog, sie zu versammeln in einen Streit, welcher Zahl ist  wie der Sand am Meer. 9  Und sie traten auf die Breite der Erde und umringten das Heerlager der  Heiligen und die geliebte Stadt. Und es fiel das Feuer von Gott aus dem  Himmel und verzehrte sie. 10  Und der Teufel, der sie verführte, ward geworfen in den feurigen Pfuhl  und Schwefel, da das Tier und der falsche Prophet war; und werden gequält  werden Tag und Nacht von Ewigkeit zu Ewigkeit.

 

    Es gibt keinen Text in der Heiligen Schrift, der so kontrovers diskutiert wird wie Offenbarung 20, und zwar vor allem die ersten sechs Verse.1 Gerade über ihn gibt es die unterschiedlichsten Theorien und in seinem Zusammenhang haben sich sehr unterschiedliche Schriftverständnisse entwickelt. Die vier grundlegenden Auffassungen lassen sich so zusammenfassen: Postmillenialismus, historischer Prämillenialismus, dispensationalistischer Prämillenialismus, Amillenialismus.

    Der Postmillenialismus, ein Kind des allgemeinen Fortschrittsglaubens des 19. Jahrhunderts, besagt, dass Christus nicht vor einem sogenannten Tausendjährigen Reich wiederkommen werde, sondern erst nach einer lange andauernden Zeit einer triumphierenden Christenheit. Sie meinten, dass das „Tausendjährige Reich“ (wobei sie die Zeitdauer nicht wörtlich meinten) Ergebnis einer Entwicklung eines immer stärkeren christlichen Einflusses auf die Menschheit sei, ja, christlicher Glaube und christliche Werte würden die Norm für alle Länder und Nationen werden. Leid, Hunger, Krieg würden überwunden werden. Und der Abschluss dieses „goldenen Zeitalters“ wäre die Wiederkunft Christi zur ewigen Herrlichkeit. Diese Auffassung wurde zwar durch die beiden Weltkriege im 20. Jahrhunderts völlig desavouiert2, aber sie ist in Abänderungen auch heute noch, wenn auch nicht als Postmillenialismus, virulent, da sie ja alte Elemente eines irdischen, von Menschen erschaffenen oder miterschaffenen Gottesreiches beinhaltet: Sie findet sich im social gospel, in der Befreiungstheologie, im Gedanken eines „christlichen Staates“, in der missionalen Bewegung und besonders bei der Emerging Church, aber auch in evangelikalen Kreisen, die neben der missionarischen Tätigkeit die soziale Arbeit als einen von Gott gegebenen Auftrag der Gemeinde Jesu Christi proklamieren.

    Der historische Prämillenialismus behauptet, dass Christus wiederkommen werde, um ein Tausendjähriges Friedensreich auf Erden aufzurichten, und zwar nach der großen Trübsal. Die im Glauben an Christus Gestorbenen würden dann auferweckt und mit Christus zusammen auf Erden herrschen. Im Laufe dieser Zeit würde es zu einer allgemeinen Bekehrung der Juden kommen, die dann mit Christus und den Gläubigen aus den Heiden regieren würden. Sünde und Tod wären zwar noch da, aber das Übel wäre sehr eingegrenzt. Dieses Tausendjährige Reich wäre ein nie dagewesenes Reich an sozialer, politischer und wirtschaftlicher Gerechtigkeit und großer Wohlfahrt. Am Ende dieser Zeit würde Satan noch einmal los kommen und die Völker würden sich in einer letzten Erhebung gegen die Gemeinde Jesu Christi stellen. Satan und seine Gefolgschaften werden überwunden, und dann käme es zur leiblichen Auferstehung der Ungläubigen und zum Jüngsten Gericht.

    Diese Auffassung wurde von etlichen in der alten Kirche geteilt, etwa Papias, Justin Martyr, Irenäus, Tertullian, Hippolytus und anderen Chiliasten vor dem 19. Jahrhundert oder auch von Chiliasten im Bereich reformatorischer Kirchen. Die frühe Kirche hatte sie durch Augustinus endgültig überwunden.3

    Der dispensationalistische Prämillenialismus ist die derzeit wohl am meisten verbreitete Variante des Chiliasmus, wie er in fundamentalistischen und evangelikalen Kreisen zu finden ist, und geht zurück auf die Brüderversammlungen und ihre Auffassungen, wie sie im 19. Jahrhundert durch John Nelson Darby (1800-1882) entwickelt und dann besonders durch C.I. Scofield und die Scofield Reference Bible verbreitet wurden. Eine Grundbehauptung dieser Schriftauffassung ist es, dass es angeblich sieben Dispensationen oder Haushaltungen in der Bibel gäbe, die jeweils durch besondere Ereignisse, Prüfungen, Gerichte markiert seien, in denen es jeweils darum gehe, in Verantwortung vor Gott das Leben zu bewältigen. Dabei gehe es jeweils um einen gewissen Fortschritt in der Offenbarung. Ein Kernpunkt in dieser Auffassung ist eine grundsätzliche Unterscheidung zwischen dem völkischen oder leiblichen Israel und der Gemeinde Jesu Christi. Angeblich gebe es nach dieser Auffassung durch die ganze Heilsgeschichte hindurch zwei Grundlinien Gottes, eine irdische mit dem Volk Israel und eine geistliche mit der Gemeinde Jesu Christi.4

    Die Dispensationalisten behaupten, Gott habe Israel ein großartiges irdisches Reich verheißen, das durch den Messias regiert werde. Da die Juden Christus während seines Erdenlebens verworfen hätten, sie diese Zeit verschoben worden. Während dieser Zwischenzeit sei die Kirche aus den Heiden gebildet worden. Zu Beginn der großen Trübsal würde die Gemeinde Jesu Christi in den Himmel genommen und es kämen sieben Jahre Trübsal mit der Herrschaft des Antichristen. Dann würde Gottes Plan mit Israel erfüllt werden. Während der irdischen Schlacht bei Harmageddon würde Christus auf die Erde zurückkommen und das Tausendjährige Reich Israels errichten.5

    Der Amillenialismus ist diejenige Schriftauffassung, die ein wörtlich genommenes Tausendjähriges Friedensreich auf Erden, gleichgültig ob vor oder nach Christi Kommen, ablehnt und 1000 (10x10x10) als eine symbolische Zahl nimmt – wie die anderen Zahlen in der Offenbarung – für die gesamte Zeit des Neuen Testaments, also der Zeit zwischen erstem und zweitem Kommen Christi. Das ist die historische Schriftauffassung der Kirche Jesu Christi durch die Jahrhunderte, wie sie auch von den Reformatoren geteilt wurde.6

 

    Was aber ist nun die Lehre der Schrift? Wie sind die Aussagen in Offenbarung 20 zu verstehen? Rechte Schriftauslegung zieht in Betracht, um welche eine Art von Schrift es sich handelt, sie sieht auch den engeren und weiteren Zusammenhang eines Textes und zieht die Parallelstellen bzw. Paralleltexte heran, die Aussagen zu dem gleichen Thema machen.

    Und da ist es nun wichtig, dass es sich, wie schon die Eingangsverse der Offenbarung, 1,1-3 deutlich machen, um ein apokalyptisches Buch handelt, das ähnliche Themen behandelt, wie wir sie bei Daniel und Hesekiel finden. Und das ist nun ein Buchtyp, auch das wird 1,1 unterstrichen, der in symbolischen Bildern seine Aussagen kleidet, die gedeutet werden müssen.7

    Was ist nun das Ziel des Buches der Offenbarung? Es geht darum, die Christen, gerade angesichts der immer wieder auftretenden Bedrängnisse, Verfolgungen, zu trösten und zu stärken. Dabei ist die Schriftlehre wichtig, wie sie Apg. 14,22 Paulus hervorhebt: Wir müssen durch viel Trübsal in das Reich Gottes eingehen. Schon diese Lehre, die auch 2. Tim. 3,12 wiederholt wird, zeigt an, dass es für die Gemeinde Jesu Christi nie eine besondere Friedenszeit, eine Herrlichkeitszeit hier auf Erden geben wird, sondern dass der Charakter der Gemeinde des HERRN immer der einer Gemeinde unter dem Kreuz sein wird. Im Blick auf die verschiedenen Schriftauffassungen, wie sie oben dargelegt wurden, treffen zwei grundsätzliche Theologien aufeinander: Theologie des Kreuzes und Theologie der Herrlichkeit. Alle chiliastischen Theologien sind letztlich Theologien der Herrlichkeit und wollen die Kreuzeszeit der Kirche verkürzen.

    Von den Chiliasten wird der Eindruck erweckt, als sei die Bibel von der Offenbarung her oder doch von den prophetischen Texten her zu verstehen. Tatsächlich aber sind diese nicht der Schlüssel zur Bibel, sondern die Bibel ist vielmehr von den klaren, nicht in Bildern dargestellten, Texten zu verstehen, die ihrerseits der Schlüssel auch zur Offenbarung und den anderen prophetischen Texten sind. Viele Aussagen in der Offenbarung sind ja Bilder, die wiederum dem Alten Testament, vor allem Jesaja, Hesekiel und Daniel entnommen sind. Zahlen spielen in der Offenbarung eine große Rolle.8

    Gerade der Dispensationalismus greift eine ganze Reihe klarer Schriftlehren an, unter anderem die allgemeine leibliche Auferstehung aller Toten, wie sie Joh. 5,28-29 gelehrt wird, vor allem aber auch den Grundcharakter der Gemeinde Jesu Christi als Gemeinde des Messias durch die gesamte Heilsgeschichte von Adam und Eva an bis zum Jüngsten Tag als Gemeinde derer, die aus den Juden wie derer, die aus den Heiden zum Glauben an den Messias gekommen sind – und dass eben diese Gemeinde das auserwählte geistliche Israel ist.9 Er verkennt, dass durch das Alte wie das Neue Testament hindurch eine klare Unterscheidung ist zwischen dem leiblichen und dem geistlichen Israel und schon im Alten Bund keineswegs alle Israeliten gläubig waren, im Gegenteil. Immer wieder ist, wie Röm. 11 hervorhebt, es nur ein Rest aus Israel, der gerettet wird, eben diejenigen, die von Ewigkeit her erwählt sind zur Rettung durch den Glauben an Jesus Christus. Und um dieses geistliche Israel, die Gemeinde Jesu Christi, um die geht es in der gesamten Heiligen Schrift, um die Rettung der Menschen aus der Sündensklaverei durch den Glauben an den Messias und sein stellvertretendes Opfer. Das tritt im Dispensationalismus mehr und mehr in den Hintergrund. Der vom Dispensationalismus künstlich hochgehaltene Unterschied zwischen Juden und Christen ist in Christus ja tatsächlich aufgehoben, wie besonders Eph. 2,11-18 hervorgehoben wird.

    Die Chiliasten aller Varianten übersehen auch, dass Christi Reich nicht von dieser Welt ist, Joh. 18,36, und wollen stattdessen ein irdisches Reich Christi. Damit tritt Christi Rettungswerk am Kreuz zurück hinter der Hoffnung auf ein irdisches Friedensreich. Außerdem sagt die Schrift immer wieder, sowohl in Jesu Endzeitreden als auch 1. Thess. 5, dass Christi Wiederkunft und der Jüngste Tag überraschend, wie ein Dieb in der Nacht, kommen. Das wäre aber nicht mehr gegeben, wenn man wüsste, dass nach einem „Tausendjährigen Reich“ der Jüngste Tag anbrechen würde. Der Dispensationalismus hat darüber hinaus, hier durchaus seiner reformierten Herkunft folgend, im Zentrum nicht Gottes Gnade und Erbarmen in Christus, sondern die Ehre Gottes und sichtbare Manifestationen Gottes sowie den Gehorsam gegenüber Gott, anstatt des Glaubens an Christi Triumph über die Sünde am Kreuz, s. 1. Kor. 2,2. Er stellt außerdem eine willkürliche Zerstörung der Einheit der Schrift dar, die nur zwei Kommen Christi kennt und sich gliedert in Verheißung und Erfüllung sowie in Gesetz und Evangelium, wobei Gesetz und Evangelium im Alten wie im Neuen Bund vorhanden sind.10

 

    Wie aber ist der Text nun im Einzelnen zu verstehen. In den ersten drei Versen geht es um die Auseinandersetzung Christi mit Satan bzw. das Binden Satans. Da ist ja von einem Engel die Rede, der die Schlüssel zum Abgrund hat und eine große Kette in der Hand. Zum grundsätzlichen Verständnis noch eine Vorbemerkung: Nicht alles, was in der Offenbarung geschildert wird, liegt in der Zukunft. Dies zeigt etwa auch Kap. 12.11 Wer ist nun dieser Engel? Handelt es sich um einen aus dem großen Engelheer des HERRN? Hier ist nun zu bedenken: 1. Der Engel kommt vom Himmel. Das kann natürlich auch auf einen aus dem Engelheer des HERRN hindeuten. 2. Dann aber heißt es von ihm, dass er die Schlüssel zum Abgrund hat. Das schließt nun sehr eng an Offenb. 1,18 an, wo Jesus Christus von sich sagt, dass er die Schlüssel der Hölle und des Todes hat. Das ist ein ganz starker Hinweis darauf, dass es sich bei dem Engel um Christus selbst handelt. 3. Von dem Engel heißt es, dass er Satan ergriff, band und in den Abgrund warf. Der Kampf mit Satan, der Sieg über Satan, das ist Christi Werk, wie auch Luk. 3,27; Joh. 12,31; Matth. 12,29; Luk. 11,21 sowie Offenb. 12,7-9 zeigen. Damit ist es klar: Der Engel, von dem hier die Rede ist, das ist Christus selbst.

    Die nächste Frage ist ja: Wann geschieht dieses Binden? Wenn wir an die Aussagen der Schrift zu Christi Kampf mit Satan, angeführt in den oben genannten Schriftstellen, sowie die Aussagen über seinen Triumph über Satan, dass er die Werke des Teufels zerstört hat, 1. Joh. 3,8, dass er das Gefängnis gefangen geführt hat, Eph. 4,8, dass er ausgezogen hat die Fürstentümer und Gewaltigen und einen Triumph aus ihnen gemacht hat, Kol. 2,15, dann ist klar, dass dies kein zukünftiges Ereignis ist, sondern eines, das während Christi Erdenleben, kulminierend mit seinem Sieg am Kreuz und seiner Himmelfahrt, geschehen ist.

    Wie müssen wir uns das Binden Satans vorstellen? Satan ist ein Geist. Ein Geist kann mit einer Eisenkette nicht gebunden werden. Hier haben wir es also eindeutig mit einem Bild zu tun. Wie also geschieht dann das Binden Satans? Dies wird deutlicher, wenn wir bedenken, zu welchem Zweck, mit welchem Ziel er gebunden wird: um die Heiden nicht zu verführen, d.h. V. 8 f., sie nicht gegen die Gemeinde Christi weltweit zu versammeln, um der Gemeinde endgültig den Garaus zu machen. Daran also soll Satan in diesen 1000 Jahren gehindert werden.

    Was aber ist nun dieses Binden Satans? Heißt das, dass er gar nichts mehr tun kann während dieser Zeit? Das wird ja im Text überhaupt nicht gesagt. Vielmehr heißt es nur, dass er die Heiden nicht weltweit verführen soll gegen die Gemeinde Christi. Wichtig sind dabei auch Texte, die über Ähnliches berichten. So heißt es 2. Petr. 2,4, dass Gott die gefallenen Engel mit Ketten der Finsternis zur Hölle verstoßen hat und behalten zum Gericht, s.a. Jud. 6. Nun wird sicher keiner behaupten, dass der Teufel und seine Dämonen vor der Erdenzeit Christi oder auch während er da war oder auch jetzt nichts machen könnten. Aber wir wissen ebenso, dass die Macht des Teufels begrenzt ist: Er ist zwar wie ein brüllender Löwe, der umhergeht, um zu sehen, wen er verschlingen kann, 1. Petr. 5,8 f., aber andererseits können wir uns in der Kraft Gottes gegen ihn schützen, Eph. 6,10 ff., gerade durch Gottes Wort als dem Schwert des Geistes. Denn wenn wir ihm widerstehen, so muss er fliehen, Jak. 4,7. Das heißt: Satan und seine Dämonen liegen, im Bild gesprochen, an einer Kette wie ein Hund, und haben nur einen stimmten Bereich, in dem sie gefährlich werden können. Wer sich in diesen Bereich begibt, den können sie packen und sich unterwerfen; wer dagegen gegen ihre Anfechtungen, Versuchungen kämpft mit Gottes Wort, vor denen muss er weichen.

    Das heißt also: Das Binden Satans besagt keineswegs, dass Satan und seine Dämonen während dieser 1000 Jahre völlig zur Untätigkeit verurteilt sind, sondern nur, dass sie ihr großes Ziel, den weltweiten Generalangriff auf die Gemeinde Jesu Christi, nicht ausführen können, sonst aber, wenn auch in einer beschränkten Weise, durchaus aktiv und auch für uns als Christen nicht ungefährlich sind.

    Wie aber ist dieses Binden zu verstehen, da es sich ja um einen Geist handelt? Das wird uns nicht im Einzelnen gesagt. Christus hat ihn durch seinen Gehorsam, sein Leiden und Sterben und Auferstehen besiegt. Und er hat ihn gestürzt durch sein Wort, wie wir in den Evangelien lesen. Wie wird in dieser Zeit nun die Macht Satans besonders eingeschränkt? Dadurch, dass Gottes Wort rein und lauter gepredigt wird und viele Menschen dadurch zum rettenden Glauben kommen.12

    Wenn aber durch Gottes Zulassung die Bindung Satans durch Christus wieder gelöst wird, das heißt, Satan noch einmal eine uneingeschränkte Macht über die Menschen weltweit gegeben wird, sie gegen die Gemeinde zu verführen, dann wird er dies auch tun und das Widerstreben der Menschen weltweit gegen die frohe Botschaft wird zunehmen und zu einer weltweiten Feindschaft gegen die Gemeinde Jesu Christi führen. So etwas bereitet sich in der westlichen Welt schon vor, während an vielen anderen Orten, etwa in China, in Afrika, selbst in der islamischen Welt, wir derzeit (2013) auch noch ein rapides Wachstum der Gemeinde Christi finden.

    Eine ganz wichtige Frage aber ist noch: Was ist mit den 1000 Jahren gemeint? Wann sind sie? Der Antwort nähern wir uns, indem wir auf den Anfangs- und den Endpunkt achten. Der Endpunkt, wie wir gesehen haben, ist dies, dass Satan wieder frei wird, die Völker weltweit massiv gegen die Gemeinde Christi zu verführen. Wenn dies aber seinen Höhepunkt erreicht hat, in der großen Trübsal, dann kommt der entscheidende und die gesamte Weltgeschichte für immer beendende Gegenschlag Christi, also der Jüngste Tag. Ob nun diese Kleine Zeit, von der V. 3 die Rede ist, den Abschluss dieser 1000 Jahre bilden oder an sie anzuhängen sind, so dass die gesamte neutestamentliche Zeit also die 1000 Jahre zuzüglich der Kleinen Zeit umfasst, ist eine exegetische Frage, die nicht völlig eindeutig zu lösen ist. Immerhin weisen die Aussageformen in VV. 3 und 7 doch recht deutlich darauf hin, dass die Kleine Zeit anzuhängen ist.13

    Der Beginn dieser 1000 Jahre, das haben wir bereits festgestellt, ist mit dem Sieg Christi über Satan anzusetzen, also seiner Kreuzigung und glorreichen leiblichen Auferstehung am dritten Tag. Das zeigt zugleich auch, dass die 1000 Jahre nicht wörtlich gemeint sein können, umso weniger, als die Zahlen in der Offenbarung durchgängig einen symbolischen Charakter haben. 1000 setzt sich zusammen aus 10x10x10. Zehn ist eine Zahl der vollendeten Abgeschlossenheit (Completeness) und beschreibt hier, in der dreifachen Potenz, dass es sich hier um eine feste, in sich abgerundete Zeit, eine Voll-Zeit, handelt, eben die neutestamentliche Zeit.14 G.K. Beale führt als Argumente dafür, dass es sich hier um eine symbolische Zahl handelt, unter anderem an: der durchgängig bildhafte Gebrauch von Zahlen in der Offenbarung; der bildhafte Charakter des unmittelbaren Kontexts (Kette, Drachen, Schlange, Abgrund, verschließen, versiegeln); der vorherrschend bildhafte Ton der Offenbarung überhaupt (s. 1,1).15

 

    In den Versen 4-6 geht es um das, was in den 1000 Jahren oder der neutestamentlichen Zeit geschieht. Die Frage ist ja: Was sieht der Apostel Johannes im Einzelnen und wo geschieht das? Es ist zunächst die Rede von Stühlen, auf die sich jemand setzt, denen das Gericht gegeben ist. Dann ist die Rede von den Seelen der Enthaupteten um des Zeugnisses Jesu und des Wortes Gottes willen. Steht hier der Begriff „Seelen“ für „Personen“, wie ihn etliche, gerade die Chiliasten, nehmen? Nein, das ist unmöglich, denn hier ist von „Seelen der Enthaupteten“ die Rede, also von Seelen von Personen, so dass hier tatsächlich nur die von den Leibern unterschiedenen Seelen gemeint sind. Und es ist dann von denen die Rede, die nicht angebetet haben das Tier noch sein Bild und das Mahlzeichen nicht genommen haben. Das umfasst damit alle, die im Glauben an Christus treu beharren. Somit können wir sagen, dass diejenigen, die da mit Christus regieren, alle die sind, die im Glauben an Jesus Christus sind, wobei die Märtyrer besonders genannt werden – und zwar ist hier von den Seelen die Rede. Das zeigt wiederum an, dass es sich hier nicht um ein irdisches Reich handeln kann, zu dem man schließlich nicht nur Seelen, sondern wirkliche Personen benötigt, sondern um ein geistliches Reich. Es ist auch nirgends in diesen Versen davon die Rede, dass Christus auf Erden regieren würde. Das wird einfach in den Text hinein gelegt. Ja, es ist überhaupt nicht direkt von der Herrschaft Christi die Rede, sondern der Schwerpunkt liegt vielmehr auf denen, die mit Christus regieren.16

    Es handelt sich also, das ist ganz deutlich, nicht um ein irdisches Reich, das wird aus den Worten in V. 4 ganz deutlich, denn es geht ja um die Seelen, die mit Christus regieren, also um ein geistliches Herrschen und Richten. Dies stimmt auch mit Joh. 18,36 überein, wo Christus ganz deutlich sagt, dass sein Reich nicht von dieser Welt ist. Diesem Vers widersprechen auch all die chiliastischen Behauptungen eines irdischen Friedensreiches. Wie aber ist dieses Herrschen und Richten dann zu verstehen? In Kap. 1,6 ist davon die Rede, dass Christus die Seinen zu Königen und Priestern gemacht hat. Und in 1. Petr. 2,9 wird die Gemeinde Christi beschrieben als das königliche Priestertum, das heilige Volk, das Volk des Eigentums. Die Gemeinde Christi regiert und richtet mit Christus durch lehren und den Gebrauch der Schlüssel, also der Gnadenmittel, die ja nach Joh. 20,21-23 gerade auch das Binden und Lösen mit einschließen.17

    Die Chiliasten sprechen in diesem Zusammenhang und besonders von V. 5 her von einer ersten und zweiten leiblichen Auferstehung und behaupten, dass es sich bei denen, die mit Christus regieren, um solche handelt, die an einer ersten leiblichen Auferstehung teilhaben. Davon aber sagt der Text gar nichts. Das neue Gesicht, das Johannes in den Versen 4-10 hat, spricht eindeutig nur davon, dass er Seelen gesehen hat (was auch bereits deutlich macht, dass es sich hier um bildhafte Rede handelt, eben eine Vision, denn Seelen sind ja eigentlich nicht sichtbar). Was Vers 5 sagt ist dies, dass „die anderen Toten“ in dieser neutestamentlichen Zeit nicht wieder lebendig wurden (vom Griechischen her heißt es ganz genau: „lebten nicht, bis dass …“; was nicht besagt, dass sie es danach lebten18). Dass es keine zwei leiblichen Auferstehungen gibt, ist das klare Zeugnis auch aller anderen Bücher der Bibel. Christus spricht in seinen Endzeitreden eindeutig nur von einer leiblichen Auferstehung am Jüngsten Tag. Mit seinem Wiederkommen ist jegliche Möglichkeit einer Umkehr, einer Bekehrung genommen. Mit seinem Wiederkommen sind vielmehr die Scheidung und das Ende der Weltgeschichte da. Joh. 5,28-29 besagt unmissverständlich, dass alle, an Christus Gläubige wie Ungläubige, zur gleichen Zeit leiblich auferstehen werden. Auch müssen wir bedenken, dass in V. 4 eindeutig von „Seelen“ die Rede ist. Seelen aber sterben nicht, können damit auch nicht leiblich auferstehen.19

    Was aber ist dann mit der „ersten Auferstehung“ gemeint? Die Bibel verwendet den Begriff der Auferweckung oder Auferstehung oder Lebendigmachung nicht nur für die leibliche Auferstehung, sondern auch geistlich, nämlich für die Wiedergeburt oder Bekehrung, so besonders Eph. 2,4-6; 5,14 und Kol. 2,12-13; 3,1-4. Damit ist auch angezeigt, was in Offenb. 20,5 mit der „ersten Auferstehung“ gemeint ist, nämlich die geistliche Auferstehung oder Wiedergeburt und Bekehrung. Und das passt auch ganz klar in die Aussagen von Offenb. 20,4-7: Denn damit ist ausgesagt, dass es sich bei denen, die mit Christus regieren und richten um die Gläubigen bzw. die Seelen der Gläubigen handelt, also derer, die im Verlauf der 1000 Jahre oder neutestamentlichen Zeit durch das Evangelium geistlich auferweckt, lebendig gemacht werden. Die anderen Toten sind dann die geistlich Toten, sind die Menschen, die nicht an Christus als ihren Retter glauben und auch während der 1000 Jahre oder neutestamentlichen Zeit nicht zum rettenden Glauben an ihn kommen, das heißt, geistlich nicht lebendig werden. Darum ist auch der selig, der Teil hat an der ersten Auferstehung, weil über den der andere Tod keine Macht hat. Der „andere Tod“ ist also nicht der leibliche Tod, sondern der ewige Tod, die Verdammnis, wie V. 14 ganz klar aussagt. Wer durch das Evangelium geistlich lebendig gemacht, wiedergeboren wurde, der ist ja vom Tod zum Leben hindurchgedrungen, an dem hat die Verdammnis keinen Anteil, kein Anrecht mehr. Wer dagegen in diesem Leben nicht wiedergeboren wird, also nicht geistlich auferstanden ist, der kommt vom geistlichen Tod in den ewigen Tod oder die Verdammnis. Die aber Teil haben an der ersten Auferstehung, die sind Priester Gottes und regieren mit Christus, wie schon in V. 4 ausgedrückt. Die Aussage in V. 6 bestätigt damit nochmals, dass es sich in V. 4 um die (Seelen der) Gläubigen handelt, die mit Christus geistlich regieren und richten.

    Von der leiblichen Auferstehung, und zwar aller Toten, ist ja erst in Offenb. 20,11-15 die Rede.20

 

    Die Verse 7-10 sprechen dann von der Kleinen Zeit, wenn also die Beschränkungen, die Satan auferlegt wurden, sein Binden, wieder gelöst werden, so dass er jetzt die Heiden weltweit zum letzten umfassenden Angriff auf die Gemeinde Jesu Christi versammeln kann. Damit tritt das ein, was Christus in Matth. 24 mit der großen Trübsal beschreibt, der großen Verführung weltweit durch Satan. „Gog“ und „Magog“ stehen dabei allgemein für die Feinde der Kirche, die sich ja unter den unterschiedlichsten Gesichtern im Laufe der Geschichte zeigen. Die Schlacht, die dann beschrieben wird, ist identisch mit der schon in Kap. 16,16 und in Kap. 19 dargelegten Schlacht von Harmageddon, von der auch schon Hesekiel in Kap. 39-17-20 schrieb.21

 

 

 

 

 

 

 

Auseinandersetzung mit dem Dispensationalismus

 

Roland Sckerl

    Mit dem Ausbreiten des Gedankengutes der „Brüderbewegung“, die ihren Ursprung in John Nelson Darby hat, auch in Kreise, die nicht zur Brüderbewegung gehören, also vor allem im evangelikalen Bereich, ist auch die Theorie des Dispensationalismus verbreitet worden, nicht zuletzt durch die Scofield-Reference-Bible.1 Es ist daher wichtig zu prüfen, was der Dispensationalismus ist und warum er als schriftwidrig verworfen werden muss.

    Dispensationalismus“ enthält den Begriff „Dispensation“ oder „Haushaltung“ in seinem Namen und drückt damit aus, dass es verschiedene Haushaltungen, man könnte auch sagen ‚Zeitalter’ im wirken Gottes gibt. Das ist grundsätzlich ja richtig. Wenn wir in die Bibel hinein sehen, so unterscheiden wir zwischen dem Alten und dem Neuen Bund, also dem Bund, den Gott mit Mose auf dem Sinai geschlossen hatte – wobei der Bund mit Abraham sozusagen ein Vorläufer dazu war – und der Bund, der durch den Messias Israels und Heiland der Welt, Jesus Christus, durch seinen Gehorsam, Leiden und Sterben für uns geschlossen wurde und nun für ewig gilt, Hebr. 10,10.12.14. Bereits durch den Propheten Jeremia hatte der HERR das Ende des Alten und das Kommen des Neuen Bundes angekündigt, Jer. 31,31 f. Hebr. 1,1-2 macht deutlich, dass Gottes Haushaltungen mit dem Neuen Bund abgeschlossen sind, dass der Neue Bund uns in die Ewigkeit führt.

    Der Dispensationalismus dagegen behauptet, es gäbe sieben „Dispensationen“ oder Haushaltungen, wobei es bei den Dispensationalisten teilweise unterschiedliche Einteilungen, je nachdem, ob man William E. Blackstones „Jesus is coming“ (1908) betrachtet, der eine rein chronologische Einteilung hat, oder Scofields Einteilung, die mehr typologisch ist.2

    Blackstones „Zeitalter“ (er verwendet dafür das griechische Wort aion), sind folgende: 1) Eden oder das Zeitalter der Unschuld, das bis zur Austreibung aus dem Paradies ginge; 2) Antediluvian oder die Vorsintflutzeit als Zeitalter der Freiheit oder des Gewissens, bis zur Sintflut; 3) Postdiluvian oder die Nachsintflutzeit, das Zeitalter der Regierung, bis zur Zerstörung Sodoms und Gomorras: 4) das patriarchalische oder Pilgerzeitalter, bis zum Untergang Pharaos im Roten Meer; 5) das mosaische oder israelitische Zeitalter, bis zur Kreuzigung Christi und Zerstörung Jerusalems; 6) das christliche Zeitalter, das beendet würde mit der großen Trübsal, dem Kommen des HERRN, der Gericht über die Völker und einer weiteren großen Reduktion der Weltbevölkerung, ein Zeitalter, während dessen die Juden über alle Völker zerstreut seien; 7) das „Tausendjährige Reich“, das beendet würde mit dem Gericht vor dem großen weißen Thron.3

    Scofield, dessen Einteilung nicht zuletzt aufgrund seiner Reference-Bible weitere Verbreitung gefunden hat, definiert eine „Dispensation“ als ein Zeitalter oder eine Periode, in welcher der Mensch hinsichtlich einer bestimmten Offenbarung des Willens Gottes geprüft würde. Er bezieht sich dabei auf 1. Mose 1,28.4 Allein das macht schon ein besonderes Merkmal des Dispensationalismus deutlich, nämlich den willkürlichen Umgang mit biblischen Aussagen. Dieser Vers spricht von dem Segen und Auftrag Gottes über Adam und Eva und ihre Nachkommen, fruchtbar zu sein, die Erde zu füllen und sie sich untertan zu machen, ein Auftrag, der übrigens Noah gegenüber nach der Sintflut wiederholt wurde und, da er vor dem Sündenfall gegeben wurde und mit der Schöpfung zusammenhängt, Teil der Schöpfungsordnung ist und somit allen Menschen aller Zeiten gilt. Hieraus ein „Zeitalter“ oder das „Merkmal“ eines Zeitalters ablesen zu wollen, ist schon sehr abenteuerlich und liest gewaltsam Dinge in den Text hinein, die nicht darin zu finden sind.

    Scofield selbst gibt an, seine Theorie von Malachi Taylor, der zur Brüderbewegung gehörte, bekommen zu haben. Er unterscheidet folgende Dispensationen oder Haushaltungen: 1) Zeitalter der Unschuld (über das Scofield nicht viel zu sagen weiß); 2) Zeitalter des Gewissens, das mit der Vertreibung aus dem Paradies begonnen habe; 3) Zeitalter der menschlichen Regierung, von der Sintflut bis zur Berufung Abrahams; 4) das vierte geht von der Berufung Abrahams bis zur Gesetzgebung auf dem Sinai; 5) das fünfte vom Auszug aus Ägypten bis zur Kreuzigung Jesu Christi (Zeitalter des Gesetzes); 6) das Zeitalter der Gnade; 7) das „Tausendjährige Reich“. Die Behauptung, jedes Zeitalter sei von einer bestimmten Idee gekennzeichnet, ist völlig willkürlich und kann nicht aus der Schrift entnommen werden. Die Willkür wird unter anderem auch in der Einteilung der Haushaltungen deutlich, etwa wenn behauptet wird, die Episteln oder Briefe der Apostel gehörten in das Zeitalter der Gnade, die Evangelien, da sie das Leben Jesu bis zur Kreuzigung und Auferstehung beschreiben, zum Zeitalter des Gesetzes, so, als enthielten sie keine Gnade. Außerdem wird in diesem Zusammenhang dann behauptet, gegen Mark. 1,14.15; Joh. 18,36, dass das Reich Gottes noch nicht da gewesen, sondern noch zukünftig gewesen sei.5

    Blackstone wie auch Scofield sind im Blick auf ihre „Haushaltungen“ vor allem an den beiden letzten interessiert. Blackstone leugnet dabei ein umfassendes Endgericht und hat letztlich vier Gerichte (Preisgericht für die Gläubigen nach den Werken; Gericht über die Nationen auf Erden beim Offenbarwerden der Gläubigen (wobei es hier zu einem Selbstwiderspruch in Blackstones System kommt, weil er einerseits behauptet, dass die Gläubigen entrückt würden und schon gerichtet seien und andererseits behauptet, dass nun die Schafe von den Böcken geschieden würden und alle ausgesondert würden, die ein Ärgernis wären und dann Christi Reich erst aufgerichtet würde. Er bezieht sich dabei auf Matth. 13,41-43, Verse, die sich aber tatsächlich auf das Endgericht beziehen und V. 43 keineswegs sagt, dass erst dann Christi Reich aufgerichtet würde, sondern nur, dass die Gerechten dann leuchten in ihres Vaters Reich.); Gericht über die Toten vor dem großen weißen Thron; Gericht über die Engel, die mit Satan in den feurigen Pfuhl geworfen werden.6

    Der Dispensationalismus hängt ganz eng zusammen mit dem Chiliasmus oder Millenialismus, also der Behauptung, dass zukünftig noch, vor dem Endgericht, ein irdisches tausendjähriges Friedensreich käme, in dem Christus auf Erden mit den Seinen herrschen würde. Ebenfalls in diesen Zusammenhang gehört die Sonderstellung, die der Dispensationalismus Israel zuweist und dadurch zum einen zu einer völlig schiefen, verkürzten Betrachtung des Alten Testaments kommt, das in seinen prophetischen Aussagen vielfach nicht mehr auf Christus und seine Gemeinde ausgelegt wird, sondern auf ein irdisches Israel-Reich, und zum anderen zur Behauptung einer „allgemeinen“ Judenbekehrung (wer darunter fallen soll, ist bei den Chiliasten, ob Dispensationalisten oder nicht, selbst sehr umstritten) mit einer Wiederaufrichtung eines irdischen Großreichs Israel und einer „Völkermission“ durch Israel. Auch die zehn Stämme würden wieder zurückgebracht und Gott würde einen neuen Bund mit ihnen machen und auch der Tempel würde wieder errichtet werden, einschließlich der levitischen Opfer.7 Es wird dabei absolut unterschieden zwischen dem ethnischen Israel und der christlichen Kirche oder Gemeinde des Messias. So behauptet etwa Chafer, dass Gott der HERR durch die Heilsgeschichte hindurch immer zwei Ziele verfolgt habe, ein irdisches und ein himmlisches, wobei das irdische auf Israel und das Judentum bezogen wird.7a Dass aber tatsächlich der gesamte Alte Bund, gemäß der Weissagung Jeremias und wie auch Hebr. 8 dargelegt, zum Ende gekommen ist, die Opfer abgetan, endgültig mit der Zerstörung des zweiten Tempels, und auch durch Christi Kreuzestod ja zu ihrem Ziel gekommen sind, wird völlig ausgeblendet. Hier wird deutlich, wie unchristlich der Dispensationalismus vielfach ist und dem leiblichen Israel wie auch dem Land Israel eine völlig falsche Rolle beimisst, beides – für die Zeit des Neuen Bundes – religiös völlig verkehrt überhöht.

    Wie man sich die Vorgänge nach der Entrückung vorstellt, bis hin zum letzten Gericht, wird sehr genau dargestellt.8

    Wie kommen die Dispensationalisten zu ihrer Sicht der Dinge? Das wird besonders deutlich bei Blackstone und Scofield: Sie greifen einfach Bibelverse aus ihrem Zusammenhang heraus, wenn sie darinnen Begriffe finden, die zu ihrer Sache, um die es ihnen geht, verwenden könnten, und behaupten dann, die Verse würden das aussagen, was sie, die Dispensationalisten, darstellen. Tatsächlich wird aber der Zusammenhang, in dem der Vers steht, und was er tatsächlich aussagt, gar nicht beachtet. So muss etwa 2. Petr. 3,8(ein Tag vor Gott wie tausend Jahre und tausend Jahre wie ein Tag) dazu herhalten, die „Tage“ für die tausend Jahre anzugeben; die Entrückung will man in Eph. 5,25-32 finden (ein Abschnitt, der tatsächlich über die Ehe spricht); das Tausendjährige Reich in Apg. 15, 13 ff., wo in Wirklichkeit aber von der Gegenwart die Rede ist und der deutlich zeigt, wie die alttestamentlichen Verheißungen in der Gemeinde Christi erfüllt sind, nicht in einer Wiederherstellung eines Reiches Israel. Aus dem „siebenmal“ in 3. Mose 26,18.21.24.28, was dann mit 2. Petr. 3,8 in Verbindung gebracht wird, will man sieben verschiedene Zeitalter herauslesen. Bei der nur untergeordneten Bedeutung, die der Gemeinde Christi entgegen gebracht wird, vor allem verglichen mit Israel, unterscheidet Blackstone folgerichtig auch zwischen der Kirche und dem Reich Christi, ganz im Gegensatz zur Schrift, etwa den Himmelreichsgleichnissen Matth. 13, und behauptet, dass Christi Reich noch Zukunft sei. Deshalb behauptet er gar, dass Petrus, Jakobus und Johannes bei der Verklärung Jesu nicht den Himmel gesehen hätten, sondern ein zukünftiges tausendjähriges Reich.9

    Dass Christi Reich ein geistliches Reich ist, wie auch Joh. 18,36 deutlich macht, wird völlig verkannt, und so ein zukünftiges physisch-materialistisches Reich erwartet, bei Blackstone wie bei Scofield – eben auch hier wieder, weil die wirklichen Aussagen der Schrift nicht beachtet werden. Gleichzeitig wird der Unterschied zwischen dem leiblichen und dem geistlichen Israel nicht beachtet und dass die Gemeinde Jesu Christi – die Gläubige aus der Judenschaft wie aus der Heidenschaft umfasst – das geistliche und damit wahre Israel darstellt, das im Alten Testament vorhergesagt ist. Man kann sagen, dass der Dispensationalismus als Grundlage eine völlige Missachtung gesunder Hermeneutik hat.10 Nur so ist es möglich, dass das „Himmelreich“ als das „tausendjährige Reich“ verstanden wird. Gerade was die beiden letzten „Haushaltungen“ angeht, stimmen Blackstone und Scofield ziemlich überein, vor allem in der Errichtung eines Groß-Israel und weltweiter Opfer und anderer Dinge des alttestamentlichen Gesetzes. Die Anklänge an jüdischen Chiliasmus, wie er aus der Zeit zwischen den Testamenten bekannt war, ist unverkennbar. Der Zionismus wird als der Beginn der Sammlung der Juden nach Israel angesehen. Christus würde dann in den Lüften kommen – aber angeblich unsichtbar, was Matth. 24,30 widerspricht, und würde die Seinen zu sich sammeln und nur Ungerettete auf Erden lassen und dann würde die große Trübsal kommen (was Matth. 24,21 ff. widerspricht, wo deutlich ausgesagt wird, dass auch die Gläubigen durch diese Trübsal müssen, die aber um ihretwillen verkürzt wird). Erst danach würde Christus sichtbar kommen, die jüdische Nation würde ihn sehen und sich bekehren und dann die Völker missionieren und ein tausendjähriges Friedensreich würde auf Erden existieren. (All das widerspricht auch Joh. 5,28 f., wo klar ausgesagt wird, dass es nur eine leibliche Auferstehung gibt, und ebenso Offenb. 20, wo keineswegs von zwei leiblichen Auferstehungen die Rede ist, auch nicht von einem irdischen Reich, und ebenso Apg. 15,15-17, wo deutlich wird, dass das davidische Königreich und die Wiederherstellung Israels ein geistlicher Akt ist, das geistliche Israel meint, das wir in der Gemeinde Jesu Christi haben.)11 Dass der Dispensationalismus im Papsttum nicht den Antichristen sieht, sondern einen zukünftigen erwartet, ist nur folgerichtig.12

    Die Kritik am Dispensationalismus lässt sich wie folgt zusammenfassen:13

    a) Der Dispensationalismus basiert auf einer Exegese, die die Wörter aus dem Zusammenhang reißt und den Kontext nicht berücksichtigt. Er ignoriert auch völlig die Bedeutung der Typologie in der Bibel und dass alle Prophetie auf Jesus Christus hinausläuft und in ihm und seiner Gemeinde ihre Erfüllung hat. Das Alte Testament ist der Schatten, während in Jesus Christus wir die im AT vorbedeuteten wahren Güter haben.13a

    b) Der Chiliasmus, mit dem der Dispensationalismus eng zusammenhängt, übersieht die grundlegende Lehre der Heiligen Schrift, dass wir jetzt in der letzten „Haushaltung“ Gottes leben, und dass der Heilige Geist die frohe Botschaft von der Erlösung durch Jesus Christus bis zum Ende der Welt bringt, anstatt dass sie durch Christus von einem sichtbaren Thron in Jerusalem verkündigt werde.

    c) Der Dispensationalismus leugnet, dass das Reich Christi jetzt gegenwärtig ist, aufgerichtet durch das Werk der Apostel und Botschafter des Evangeliums, Matth. 12,28; Luk. 11,19, 1. Kor. 4,20.

    d) Der Dispensationalismus unterscheidet zwischen dem Reich Christi und dem Reich Gottes, während die Bibel diese Begriffe austauschbar für das Gleiche verwendet, Eph. 5,5; Kol. 1,13; Röm. 14,17.

    e) Der Dispensationalismus ist judaistisch in seiner Betonung einer materiellen und sichtbaren Natur der Herrschaft Christi im Tausendjährigen Reich.

    f) Der Dispensationalismus gibt den Juden eine weit über die Schrift hinausgehende Bedeutung, Eph. 2,11-22; Gal. 3,27-29.

    g) Die Lehre, dass jede Haushaltung für sich völlig abgeschlossen und ausreichend sei14, widerspricht der Einheit der Kirche des Alten und Neuen Testaments und der Übereinstimmung des Gnadenbundes für die alt- wie die neutestamentlichen Gläubigen, Gal. 3,8.9; Luk. 1,55. Auch der alttestamentliche Bund schloss den Glauben und die Gnade mit ein, obwohl Israel unter dem Gesetz war, Gal. 4,5.9, so, wie auch das Sittengesetz für die neutestamentlichen Gläubigen in Kraft ist.

    h) Es ist völlig schriftwidrig, wenn der Dispensationalismus behauptet, dass Israel am Berg Sinai vor die Wahl zwischen Gesetz und Gnade gestellt worden sei und „überhastet und ohne Überlegung“ das Gesetz gewählt habe. Ebenso schriftwidrig ist die Behauptung, Christus habe die Errichtung seines Reiches verschoben, weil die Juden sich geweigert hätten, es auf der Grundlage von Buße und Glauben anzunehmen, und somit das Neue Testament nicht die Erfüllung des Alten wäre, sondern ein Umweg Gottes in seinem Handeln mit den Menschen.

    i) Der Dispenationalismus ist auch schriftwidrig in seiner Lehre von einer unwiderstehbaren Bekehrung Israels als Nation.

    j) Eine Bekehrung Israels im Tausendjährigen Reich durch eine Herausstellung des Zornes Gottes widerspricht der Schriftlehre, dass der Heilige Geist die Bekehrung durch die Gnadenmittel, also das Evangelium, wirkt, Röm. 1,16.

    k) Der Dispensationalismus verkennt völlig, das der Begriff „letzte Zeit“ in der Bibel sich auf die neutestamentliche Zeit bezieht, in der wir leben, Hebr. 1,1; 1. Joh. 2,18; 1. Petr. 1,20; Apg. 2,17; 1. Tim. 4,1.

    l) Der Dispensationalismus widerspricht der Darstellung der Bibel von der Zeit vor dem Ende, die dort als eine Zeit beschrieben wird, in der die Gottlosigkeit zunimmt.

    m) Gegen die Schrift, Matth. 24,23; 1. Kor. 1,8; 15,24, schiebt der Dispensationalismus mit seinem chiliastischen Schema zwischen das zweite Kommen Christi und dem Ende der Welt tausend Jahre ein.

    n) Die Lehre des Dispensationalismus widerspricht auch der Schriftlehre, dass die Annahme der Heiligen und die Verwerfung der Gottlosen zur gleichen Zeit stattfindet, Offenb. 21,7.8; 22,12-15; Matth. 25,31 ff.; 7,21-33.

    o) Der Dispensationalismus lehrt zwei Auferstehungen, die tausend Jahre auseinander liegen sollen, während die Bibel nur eine leibliche Auferstehung lehrt und eindeutig erklärt, dass die Auferstehung der Gläubigen am Jüngsten Tag im Zusammenhang mit dem Jüngsten Gericht stattfindet, Matth. 24,30.31; 25,31-46; 2. Thess. 1,7-10.

    p) Das Offenbarwerden Jesu Christi und seines Reiches findet nicht vor, sondern nach den tausend Jahren von Offenb. 20 statt und wird nicht in Offenb. 19, sondern in Offenb. 21 beschrieben.

    q) Die Behauptung, Christus würde zur Erde zurückkommen, um hier einen verzweifelten Krieg mit den Mächten des Bösen auszufechten, stimmt nicht mit Christi Stand der Erhöhung und seinem endgültigen Sieg von Golgatha überein. Außerdem ist es völlig unbiblisch, dass die verherrlichten Gläubigen noch einmal vom Himmel herunterkommen sollten, um in einer sündigen Umgebung zu leben. Vgl. auch 1. Kor. 15,23-26.

    r) Die Behauptung, dass ein neuer Tempel aufgerichtet und der levitische Opferdienst wieder eingerichtet und das gesamte mosaische Gesetzessystem wieder in Kraft gesetzt würde widerspricht der im gesamten Neuen Testament, besonders im Brief an die Hebräer (8,6-13), dargelegten Lehre, dass der Alte Bund im Neuen Bund erfüllt und die mosaischen Religions- wie Sozialgesetze abgetan sind, dass sie Schatten waren, die durch Christus und sein Werk nun von den wahren Dingen abgelöst wurden. Siehe auch Gal. 3,19: Das durch Mose gegebene Gesetz sollte nur Gültigkeit haben, bis der Same, nämlich Christus, der verheißene Messias, käme. Mit seinem Kommen aber ist der Alte Bund zum Ende gekommen und mit ihm das mosaische Gesetz.15 Die Irrlehre des Dispensationalismus hängt unter anderem damit zusammen, dass er leugnet, dass die neutestamentliche Heilszeit die Zeit des Neuen Bundes ist, dass durch Christus der Neue Bund aufgerichtet wurde, Luk. 22,20; 1. Kor. 11,25; Hebr. 8,6-10, während die Dispensationalisten behaupten, der Neue Bund käme erst im Tausendjährigen Reich mit Israel. Tatsächlich bezieht sich Jer. 31,31 ff. auf 5. Mose 30,3, ist eine teilweise sogar wörtliche Übernahme, hatte eine erste Teilerfüllung mit der Rückkehr Israels aus der babylonischen Gefangenschaft, die umfassende oder eigentliche Erfüllung aber mit dem Neuen Bund, vollendet in der Herrlichkeit. Die Behauptung, dass der Tempel mitsamt dem Opferdienst wieder aufgerichtet würden, verkennt auch Gottes heilsgeschichtliches Handeln, wäre ein heilsgeschichtlicher Rückschritt und ein Angriff auf Christi Erlösungswerk.16

    s) Der Dispensationalismus verkennt mit seinem Israelismus die gesamte Aussage der alttestamentlichen Prophetie, die auf Christus und seine Kirche des Neuen Bundes zielt, und verkehrt sie in Aussagen über ein angeblich künftiges irdisches, materielles Groß-Israel unter der sichtbaren Herrschaft Christi im „Tausendjährigen Reich“. Das hängt auch damit zusammen, dass der Dispensationalismus weder im Alten noch im Neuen Bund zwischen dem leiblichen und dem geistlichen Israel unterscheidet und daher nicht erkennt, dass es bei den Verheißungen und Prophetien um das geistliche Israel geht, die Gläubigen an den Messias und Heiland der Welt aus der Juden- wie aus der Heidenschaft. Die Behauptung, dass dem leiblichen Israel das Land im Nahen Osten von Gott für immer gegeben sei, übersieht, dass die Landverheißung zum einen mit dem Alten Bund zusammenhing, der mit der Aufrichtung des Neuen Bundes beendet ist, dass dieses Abraham verheißene Land (1. Mose 12,7; 13,15)zugleich ein Hinweis war auf das durch Christus verheißene himmlische Erbe (Hebr. 11,13-16) und damit seine Bedeutung verloren hat, da der Alte Bund beendet ist17, und dass sie vor allem an Bedingungen geknüpft war, die Israel nie erfüllt hat, weshalb Gott die angekündigte Strafe, die Vertreibung aus dem Land, 3. Mose 18,28; 20,22; 5. Mose 28,63-64; 29,28. ausführte. (Dass es heute wieder einen Staat Israel im Nahen Osten gibt, hat mit biblischer Prophetie nichts zu tun, sondern ist ein reiner Gnadenakt Gottes an dem leiblichen Israel als seinem Zeichenvolk, an dem er der Welt sein Handeln in Gericht und Gnade zeigt. Das leibliche Israel selbst hat das in seiner ganz überwiegenden Masse bis heute nicht erkannt und widerstrebt dem Gott des Alten und Neuen Bundes.)

    Die Aussage vom Neuen Bund in Jer. 31,31-34 spricht zunächst einmal von der Rückkehr der Juden aus der babylonischen Gefangenschaft, geht in den angezeigten Wirkungen aber noch darüber hinaus und weist auf den Neuen Bund in Christus hin, wie ja auch der Heilige Geist dies in Hebr. 8 auslegt. Noch deutlicher wird dies in den Paralleltexten in Hes. 36,25 f. und 37,25. An letzterer Stelle ist ja vom ewigen Bund die Rede, von dem ewigen Fürsten David, von dem ewigen Tempel in ihrer Mitte. All dies macht deutlich, dass hier gar nicht von einem irdischen Reich – auch nicht einem „Tausendjährigen Reich“ – die Rede sein kann, sondern dies eindeutig abzielt auf den Neuen Bund in Christus. Es gibt, das macht Eph. 2,11 ff. deutlich, keine zwei Bünde, einen für Messiasgläubige aus den Juden und einen für Christen aus den Heiden (wie es J.N. Darby behauptet hat, der dazu 2. Kor. 3 völlig falsch auslegte, denn da geht es um Gesetz und Evangelium), sondern nur einen Bund, der für die Christusgläubigen aus Juden und Heiden gilt.

    Hebräer 8-12 unterstreicht dies alles in vielfältiger Weise. So wird in 8,1-4 von dem „wahrhaftigen Zelt“ gesprochen, also dem Urbild der Stiftshütte, im Gegensatz zu der irdischen Stiftshütte des Alten Bundes, und damit auf die himmlische Stiftshütte verwiesen. Christus ist ja gerade kein Priester nach der alten Ordnung, sondern im Neuen Bund. Während im Alten Bund, 9,8, der Weg ins Heiligtum nicht frei war, haben wir im Neuen Bund in Christus freien Zugang, 10,19 – und zwar zum himmlischen Vater. Wir benötigen kein irdisches Heiligtum mehr. Kapitel 9 macht deutlich, dass der Alte Bund mit seinen Satzungen nur vorübergehend war und nun beendet ist. Christus ist, 9,11, der Hohepriester des Neuen Bundes. In dem kann es keinen Opferdienst mehr geben, weil Christi einmaliges Opfer alles vollendet hat, nun keine Opfer mehr nötig sind, 10,10 ff. Der Schatten, Typos, den der Alte Bund darstellte, ist vorbei. Deshalb kann Hes. 43,18 z.B. auch gar nicht wörtlich verstanden werden, da dies ja sonst eine Neuaufrichtung des Alten Bundes bedeutete, sondern ist neutestamentlich zu verstehen.

    Vor allem aber macht Hebr. 12,18 ff. deutlich, wie der Berg Zion, wie das himmlische Jerusalem zu verstehen sind: Eben nicht irdisch, sondern geistlich-himmlisch. Der Berg Zion, zu dem die Gläubigen kommen, ist Christus mit seiner Gemeinde. Die Rückkehr aus der babylonischen Gefangenschaft ist übrigens auch ein Typos auf den Neuen Bund, wie Jer. 3 zeigt, denn da heißt es ausdrücklich, dass es keine Bundeslade mehr gibt und dass nicht nur Israel, sondern auch die Völker gemeint sind. Diese Aussagen im Hebräerbrief zeigen auch, wie Haggai 2 zu verstehen sind, eben nicht von einem irdischen dritten Tempel, wie es viele behaupten, sondern geistlich, auf die Gemeinde Jesu Christi. Das heißt: Es geht tatsächlich eben nicht um die Wiedererrichtung eines irdischen Großreiches Israel, sondern es geht um das geistliche Israel, dem die Vollzahl der Christusgläubigen aus den Juden wie aus den Heiden angehört.18

    t) Der Dispensationalismus und Chiliasmus mit ihrer Lehre von einem „Tausendjährigen Reich“ widersprechen auch der Schriftlehre, dass alle Erwählten bereits zur Gemeinde des HERRN hinzugetan worden sind zu dem Zeitpunkt, wenn Christus in Herrlichkeit wiederkommt, Joh. 6,39.44.54; 1. Thess. 3,13.

    u) Der Dispensationalismus schiebt die Lehre von der Erlösung aus dem Zentrum der Schrift, 1. Kor. 2,2, an den Rand und ersetzt sie im Zentrum durch seine (israelistische) Eschatologie. Das führt auch zu einem Herabsetzen der Bedeutung der biblischen Lehre und kirchlichen Bekenntnisse und damit zu Kirchenmengerei, Unionismus, Diesseitigkeitsdenken, einem diesseitigen Reich-Gottes-Begriff, bis hin zu einem sozialen Evangelium.

 

 

 

BLUTZEUGEN DES CHRISTLICHEN GLAUBENS

 

Hagop Abuhajatjan

(15.09.1838 - 27.12.1895)

 

    Hagop Abuhajatjan, geboren am 15. Septembr 1838 in Urfa (Mesopotamien, im Südosten der heutigen Türkei; früherer Name: Edessa), war zuerst Weber, dann 1865-1868 Zögling des Baseler Missionshauses, seit 1869 Pfarrer der evangelischen Gemeinde in Urfa.Er wurde beim zweiten Blutbad in Urfa, bei dem etwa 3.000 Christen das Leben lassen mussten, mit 94 seiner 600 Seelen zählenden Gemeinde hingemordet [durch Sepzialeinheiten des Sultans Abdulhamid II, den Hamidiye, vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/%C5%9Eanl%C4%B1urfa]. Im ganzen wurden in den Jahren 1895 und 1906 in Türkisch-Armenien auf Anstiften der türkischen Regierung Hunderttausende der christlichen Armenier vor den Großmächten Europas hingemetzelt. In dieser Zeit entstanden die beiden Hilfswerke für Armenien von Pfarrer Lohmann und Pfarrer Dr. Lepsius, die sich zunächst die Unterstützung der armenischen Waisen zum Ziel setzten, aber mit der Zeit auch für die Zukunft des armenischen Volkes zu arbeiten begannen. Seit 1898 bemühte sich ferner um die armenische Kirche das von Dr. Rohrbach ins Leben gerufene „Notwendige Liebeswerk“. Die Amerikaner arbeiteten bereits seit 1831 unter den Armeniern. Die Glieder der protestantischen Gemeinden betrug in den 1920er Jahren bei den Armeniern etwa 40.000, die des ganzen Volkes, [soweit es den Holocaust durch die Türken im ersten Weltkrieg überlebt hatte], damals höchstens drei Millionen [aber vielfach zerstreut in viele Länder].

(nach: Otto Michaelis: Protestantisches Märtyrerbuch. 2., erw. Aufl. Stuttgart: J.F. Steinkopf 1927. S. 213 f.)

 

Friedrich Justus Perels

(13.11.1910 – 23.04.1945)

 

    Friedrich Justus Perels, dessen Großvater vom jüdischen zum christlichen Glauben konvertiert war, wuchs in Berlin auf und kam in einem Schüler-Bibelkreis unter die Botschaft des Evangeliums. Später öffnete er sich in der Deutschen Christlichen Studentenvereinigung (DCSV) noch mehr dem Wort Gottes und lernte, sich diesem Wort zu unterwerfen und war bestrebt, danach zu leben.

    Er studierte Rechtswissenschaften in Heidelberg, unter anderem bei Gustav Radbruch, und wurde bereits während seines Rechtsreferendariats ab 1933 juristischer Berater des Pfarrernotbundes der Bekennenden Kirche, seit 1936 Justitiar und Rechtsberater der Bekennenden Kirche der Altpreußischen Union. Seine Ausbildung hatte er aufgrund seiner Herkunft nur mit großer Mühe fortsetzen können; sein Vater und dessen Brüder verloren ihre Professuren; sein Onkel Leopold kam später ins südfranzösische KZ Gurs. F.J. Perels vertrat außerdem in vielfältiger Weise die Interessen von Verfolgten des NS-Regimes – etwa um Gefangenen die Freiheit zu verschaffen oder ihr Los zu erleichtern, Gefährdete zu beraten, zu verteidigen, verfolgte Christen und Juden zu verbergen oder ihnen zur Flucht zu verhelfen – und gehörte auch dem Freiburger Kreis oder „Freiburger Konzil“ an, das an christlich-ethischen und wirtschaftlichen Entwürfen für ein nicht-nationalsozialistisches Nachkriegsdeutschland arbeitete. Vor allem aber bewegte ihn der Weg der Bekennenden Kirche und ihr schriftgemäßer Aufbau, nämlich dass in allem, was sie macht, in der Verkündigung, im Gebet, in der Diakonie, Christus zu bezeugen ist. Denn er war in großer Sorge, dass die Kirche, wenn erst einmal Frieden ist, wieder in ungeistliche Rechtsverhältnisse zurückfällt, anstatt das Zeugnis von Christus auszurichten.

    Durch seine Freundschaft mit Dietrich Bonhoeffer kam er ab 1940 in Kontakt mit den Widerstandskämpfern um Hans von Dohnanyi und stellte 1941 zusammen mit Bonhoeffer Dokumente über die Deportation der Juden zusammen, die Generaloberst Ludwig Beck übergeben wurden, um die Dringlichkeit von Aktionen gegen Hitler zu unterstreichen. Im Jahr 1942 war er am „Unternehmen Sieben“ beteiligt, das 14 Juden die Flucht ins Ausland ermöglichte. Nach dem gescheiterten Attentat auf Hitler wurde er am 5. Oktober 1944 wegen „Nichtanzeige ihm bekannter Umsturzpläne und illegaler Tätigkeit für die Bekennende Kirche“ verhaftet, körperlich misshandelt und verhöhnt und am 2. Februar 1945 vom „Volksgerichtshof“ zum Tode verurteilt. Obwohl er das Urteil gefasst aufnahm, musste er dann doch noch mancherlei Anfechtungen durchmachen, in denen er sich durch Gottes Wort und Gebet stärkte. In einem Brief an seine Frau schrieb er unter anderem: „Das Entscheidende für uns alle bleibt: Christi Blut und Gerechtigkeit, das ist mein Schmuck und Ehrenkleid. Ich musste ganz zuschanden werden, um das zu verstehen.“ Und im Karfreitagsbrief: „Das ist eine starke und ewige Gewissheit, dass Christus für unsere Sünde dahingegeben ist und dass wir durch seine Wunden geheilt sind. Mit dieser Gewissheit macht er uns in der größten Trübsal fröhlich und reißt uns aus Angst und Qual. Das erfahre ich in reichem Maß, und daran und an nichts anderes dürft und sollt ihr euch halten.“

    In der Nacht vom 22. auf den 23. April 1945 wurde er zusammen mit Klaus von Bismarck, Rüdiger Schleicher und fünf weiteren Gefangenen bei der Verlegung vom Gefängnis in der Lehrter Straße zum Prinz-Albrecht-Palais von einem Sonderkommando des Reichssicherheitshauptamtes erschossen. Sein Vater Ernst Perels kam in Sippenhaft ins KZ Flossenbürg und starb dort kurz nach der Befreiung des KZs.

(nach: Jörg Erb: Die Wolke der Zeugen. Bd. 4. Stuttgart: Evangelische Buchgemeinde o.J. S. 475-478; Zitate auf S. 477;  http://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_Justus_Perels; http://www.deutsche-biographie.de/sfz94592.html )

 

THEOLOGISCHE ANMERKUNGEN

 

Anmerkungen zur kanonischen Schriftauslegung:

Die sogenannte „kanonische Bibelauslegung“ hat ihren Ausgangspunkt in den USA, wo sie zunächst vor allem mit dem Namen Brevard S. Childs verbunden ist.1 Sie ist allerdings keineswegs eine einheitliche Methode, sondern diejenigen, die unter diesem Begriff zusammengefasst werden, weisen erhebliche Unterschiede untereinander auf und haben z.T. auch unterschiedliche Bezeichnungen geprägt (Lohfink und Zenger: kanonische Auslegung; Steins: kanonisch-intertextuelle Lektüre; Dohmen: Biblische Auslegung.2

    Worum geht es bei der kanonischen Bibelauslegung? Grob gesagt geht es darum, die biblischen Bücher nach der Regel zu lesen, die der Kanon vorgibt, d.h. die Bücher von einem „Schriftganzen“ her zu verstehen. Wie dabei das „Schriftganze“ gesehen wird, darauf ist noch näher einzugehen. Dabei soll die Endgestalt der Bücher, so, wie sie vorliegen, nicht unterlaufen werden; vielmehr soll die Auslegung den vorliegenden Texten folgen.3  In sofern wird in der kanonischen Auslegung weniger eine Auslegungsmethode als ein hermeneutischer Zugang gesehen.4 Childs gehört dabei der mehr konservativen Richtung innerhalb der kanonischen Bibelauslegung an und kann davon reden, dass der Kanon durch geistliche Wirkung des Heiligen Geistes entstanden ist, dass er fest steht, eben durch die Inspiration durch den Heiligen Geist einen unwandelbaren und normativen Charakter erhalten hat. Die Texte seien dabei als eine „organische Einheit“ aufzufassen.5 Der Text sei innerhalb des Horizonts des gesamten Kanons zu sehen, der Bibelkanon sei der erste Kontext. (Es ist hier allerdings eine starke Gefahr vorhanden, dass die einzelnen Bücher und Textabschnitte nicht mehr ihre buchstäbliche Aussage haben, sondern ihnen, wie weiter zu sehen ist, von außen ein „Schriftganzes“ übergestülpt wird.) Der Begriff „Kanon“ wird dabei aber nicht so sehr als eine feste Textgestalt als vielmehr die Beschreibung einer inneren Beziehung zwischen einer Glaubensgemeinschaft und ihren Texten.6 Eine weitere Problematik dieses Kanonbegriffs ist, dass, eben weil die Verbalinspiration und Irrtumslosigkeit der Schrift abgelehnt wird, damit auch die einheitliche Autorenschaft des Heiligen Geistes für alle Bücher der Heiligen Schrift, behauptet wird, dass der Kanon an sich ja nicht a priori festgestanden habe, sondern vielmehr erst als „Konsens- bzw. Kompromissdokument“ „allmählich geworden“ sei. Die Frage wird dann auch aufgeworfen, ob denn eine Schrift, solange sie nicht Teil des Kanons ist, anders zu verstehen sei als dann, wenn sie zum Kanon gehört.7

    Als zweite bedeutende Gründerfigur der kanonischen Bibelauslegung gilt James A. Sanders, der sich grundlegend von B.S. Childs unterscheidet. Er versteht den Kanon nicht statisch, sondern fasst ihn als einen „dynamischen Begriff“ auf (progressive Entwicklung der anerkannten Schriften zum Kanon). Der Kanon ist ihm Ausdruck der „Identität einer Glaubensgemeinschaft“. In der Selbstfindung der Glaubensgemeinschaft sei es entsprechend zu einer progressiven Transformation oder Umgestaltung der Texte gekommen, die für Sanders auch noch nicht beendet ist. Vielmehr komme es zu einer Anpassung der Glaubenstradition an das jeweilige Leben (womit willkürlicher „Auslegung“ Tor und Tür geöffnet ist).8

     In der Bundesrepublik Deutschland gibt es eine gewisse Aneignung dieser Richtung der Bibelauslegung etwa in der „Tübinger Schule“ um Peter Stuhlmacher und Hartmut Gese.9 Für sie ist der Ausgangspunkt der religionsgeschichtliche Zusammenhang, wobei die Zeit zwischen den beiden Testamenten für sie eine herausragende Rolle spielt.10

    Es ist keineswegs so, dass die kanonische Bibelauslegung sich gegen die historisch-kritische Methode stellt. Sie wird vielmehr zumeist mit ihr verbunden. Norbert Lohfink und E. Zenger sehen in ihr die letzte Stufe der Redaktions- und Formkritik.11 Für Pellegrini ist sie nur eine Ergänzung zur HKM als Brücke zwischen Glauben und Wissenschaft.12

    Dies zeigt sich auch bei Egbert Ballhorn und Georg Steins, die sagen, der Bibelkanon sei sachlich der primäre Kontext der Auslegung, aber nicht historisch. Ihnen geht es um einen Vorrang der sogenannten „Rezeptionsperspektive“ vor der historischen Konstruktion, oder, anders ausgedrückt, ihnen geht es darum, wie die Texte empfangen, aufgefasst, transformiert wurden. Sie sind beide römisch-katholische Theologen. Gerade in der römisch-katholischen Kirche spielt die sogenannte „kanonische Bibelauslegung“ eine große Rolle; auch Benedikt XVI. bekannte sich zu ihr in seinem Jesusbuch.13

    Auch Johannes Taschner will nicht hinter die HKM zurück.14 Er behauptet, der Text sei aus der Glaubensgemeinschaft erwachsen durch einen Prozess der Auslegung, des Auswählens und Umgestaltens. Dadurch würden die Texte „relevant“ bleiben.15 Er ist stark von der sogenannten postmodernen Literaturwissenschaft oder „Literaturphilosophie“ geprägt, die dem Leser eine entscheidende Rolle beimisst. Er sieht dabei diesen Prozess keineswegs als abgeschlossen, sondern durchaus offen an, denn der Kanon sei nicht das Ende der „Glaubensgeschichte“. (Hiervon unterscheidet sich Childs entscheidend, denn für ihn stellt die vorliegende Textgestalt eine feste Autorität dar, nach der der Ausleger sich zu richten hat.16) Taschner spricht so von einer „produktiven Rolle des Lesers“. Für ihn ist der Text voller Brüche, Widersprüche, vor allem nicht abgeschlossen.17 Wenn er von „Inspiration“ spricht, so meint er damit den „Lebensvollzug einer Glaubensgemeisnchaft“, behauptet, dass „die Offenbarung über die Inspiration einer bestimmten Schrift als Lebensvollzug der Gemeinschaft entsteht und in dieser Gemeinschaft (produktiv) rezipiert wird“.18 Für ihn kommt es so zu einer Interaktion zwischen Text und Leser, die eigene Erfahrung komme so mit ins Spiel, der Text müsse aus seinem Kontext gelöst werden. Es ist nur folgerichtig, wenn es für ihn keinen absolut gültigen Textsinn gibt, sondern er von einem „offenen Textbegriff“ spricht, ähnlich wie T. Nicklas, der von einer „prozedularen Interpretation“ spricht, einem „leserorientierten Zugang“, d.h. der Prozess des Lesens sei konstitutiv für den Sinn.19

    Dabei geht es einerseits zwar darum, die Theologie so etwas aus der Umklammerung durch die säkulare Geschichtswissenschaft zu lösen, ohne aber sich wirklich von dem, was als „historische Forschung“ bezeichnet wird, abzulösen.20 Dabei drängt sich allerdings der Eindruck auf, dass tatsächlich die Theologie aus der Umklammerung durch die Geschichtswissenschaft in diejenige durch die Literaturwissenschaft bzw. Literaturphilosophie geraten ist mit ihren Modellen der „Rezeptionsästhetik“ und „Intertextualität“. Es geht also tatsächlich gar nicht um die buchstäbliche Auslegung, sondern um eine „Interaktion“ zwischen Text und Lesendem, in die auch die Erfahrungen des Lesenden mit einfließen und nun in einen neuen Zusammenhang gestellt werden.21

    Für die meisten Vertreter der kanonischen Schriftauslegung ist die Schrift durch immer neue „relectures“ zu dem geworden, was sie jetzt sei, indem die Texte immer neu aufgenommen, neu verstanden, neu gelesen wurden. Auch Childs behauptet dies22 und leugnet auch, dass Gott der Autor der Heiligen Schrift ist.23 Damit wird deutlich die Verbalinspiration und Unveränderlichkeit der Heiligen Schrift geleugnet. Dies korrespondiert auch sehr stark mit der römisch-katholischen Lehre, nach der ja nicht die Schrift die Kirche hervorbringt, sondern die Kirche das lebendige Subjekt der Schrift sei, also die Schrift erst zu dem mache, was sie sei.24 Das ist das genaue Gegenteil dessen, was die biblisch-lutherische (und auch die reformierte) Reformation lehren.25

    Aus dem prozessualen Denken kommt dann auch der Ansatz, dass die „Glaubensgemeinschaft“ „Erfahrungen und Maßstäbe“ für die Textauslegung gebe.26 Damit wird aber die „Glaubensgemeinschaft“ oder Kirche zu einer Autorität neben der Schrift erhoben, wie es eindeutig ja in der römisch-katholischen Lehre der Fall ist. Damit wird tatsächlich der Bibeltext zu einem bloßen Interpretament, zu einer Zusammensetzung aus Traditionsschichten mit unterschiedlichem „Sitz im Leben“, als eine Heilsgeschichte, die immer neu zu lesen, neu zu tradieren, damit aber auch umzuinterpretieren ist.27

 

    Immerhin bringt es die kanonische Bibelauslegung mit sich, dass der Text wieder mehr ins Zentrum rückt und wieder stärker betont wird, dass die Schrift sich selbst auslegt. Sowohl Stuhlmacher als auch Steins betonen, dass es darum geht, das zu lesen, was dasteht.28 Auch geht es, unter dem Begriff der „Intertextualität“ darum, die Beziehungen der verschiedenen Texte zueinander zu untersuchen, auch die Verbindung von Altem und Neuen Testament in der einen Bibel.29 Die Fragestellung bei dem Herangehen an den Text ist nicht mehr historisch orientiert, sondern kommt stärker von theologischen Prinzipien her. Dabei kommt es dann darauf an, was der Text sagt, welche Theologie aus ihm folgt.30

 

 

ZEICHEN DER ZEIT

 

 

Lebensrecht:

Spanische Regierung will Abtreibungsrecht verschärfen: Wie in den Nachrichten um 19.00 Uhr im Deutschlandradio am 20.12.2013 verlautete, hat das spanische Kabinett eine Gesetzesvorlage verabschiedet, durch die das Abtreibungsrecht, das bisher eine Abtreibung bis zur 14. Woche straffrei stellt, verschärft und durch eine Indikationslösung, die eine Abtreibung nur in ganz bestimmten Fällen vorsieht, ersetzt werden. Das wäre um des Lebens der Kinder sehr zu begrüßen und zeigt, dass ein Land auch einen anderen als den mörderischen Weg der westlichen Welt gehen kann.

Belgien will Euthanasie ausweiten: Der belgische Senat hat eine Gesetzesvorlage gebilligt, die darauf abzielt, dass „auf Wunsch“ auch unheilbar kranke Minderjährige und Demenzkranke umgebracht werden dürfen, bei Minderjährigen unter Zustimmung der Eltern und des Arztes. (nach: ALfA-newsletter 47/2013 vom 14.12.2013) Damit wird eine weitere Gruppe Menschen dem mörderischen Ansinnen einer materialistisch-kapitalistischen und hedonistischen, auf Glück und Wohlbefinden zentrierten Gesellschaft ausgeliefert. In den Benelux-Staaten zeigt sich die Zunahme der Gottlosigkeit schon seit vielen Jahren, unter anderem in der Offenheit für Drogenkonsum, in den antichristlichen Maßnahmen der Brüsseler Stadtverwaltung, in den Euthanasieregelungen, die etwa in Belgien seit 2002 gelten.

 

Religionsfreiheit, politisch-ideologische Tendenzen, Schulen:

St. Nikolaus – ein Türke? Das ist allen Ernstes von einem Radiosender in der Bundesrepublik Deutschland behauptet worden (nach: Brüdernrufbrief Dez. 2013-Febr. 2014, S. 22 f.), der, wie leider viele in der BRD, darin eifert, den Moslems allgemein und den Türken im Besonderen schon voreilig zu willfahren und damit den erbärmlichen geistlichen und geistigen Zustand dieses Staates offenbart. Denn er unterwirft sich damit nur dem türkisch-islamischen Nationalismus und seiner verbrecherischen Ideologie, die Völkermord – wie den an den Armeniern, Syrern, Assyrern, Griechen und Kurden – rechtfertigt und wieder, wie schon in der frühen Neuzeit, die Vorherrschaft in Europa anstrebt. Dabei wurde von dem Sender völlig übersehen, dass zur Zeit von Nikolaus von Myra es in Kleinasien noch überhaupt keine Türken gab, diese vielmehr noch, und für Jahrhunderte, in Zentralasien sich befanden, während in Kleinasien neben vielen anderen Völkerschaften vor allem die Griechen ansässig waren und ihre Kultur auch diese Gegend prägte, wie ja auch Nikolaus ein griechischer Name ist.

Türken streben Herrschaft in der BRD an: Der SPD (!)-Europa-Abgeordnete Vural Öger hat sehr offen das Ziel der Türken in der Bundesrepublik Deutschland angegeben: „Im Jahr 2100 wird es in Deutschland 35 Millionen Türken geben. Die Einwohnerzahl der Deutschen wird dann bei ungefähr 20 Millionen liegen. Das was Kamuni Sultan Süleyman mit der Belagerung Wiens 1529 begonnen hat, werden wir über die Einwohner, mit unseren kräftigen Männern und gesunden Frauen verwirklichen.“ (in: Mitwissen, Mittun. Pro Conscientia Infobrief Nr. 23, 30.11.2013, S. 35) Das zeigt ganz offen das Ziel vieler Türken – und auch der faschistisch-islamistischen Erdogan-Regierung in Ankara – in der BRD. Es offenbart zugleich die Feigheit und die deutschfeindliche Gesinnung deutscher Parteien, wenn sie solche Menschen als Mitglieder und gar Abgeordnete überhaupt dulden.

Über dem dürfen wir aber nicht vergessen: Gott sitzt im Regiment. Es kann durchaus dazu kommen, als Gericht über die BRD wie über (West-)Europa überhaupt, ähnlich wie er den Islam als Zuchtrute über der orientalischen Christenheit verwendet hat. Aber, wenn es Gottes Willen ist, kann es auch ganz anders kommen, nämlich dass im Laufe der Jahrzehnte viele dieser Türken gläubig werden an den wahren, dreieinigen Gott, der sich in Jesus Christus offenbart hat. Dafür zu beten, das ist Aufgabe der Gemeinde des HERRN, und auch entsprechend Missionare auszubilden und zu senden.

Neomarxistischer Bildungsplan in Baden-Württemberg in der Mache: Die grün-rote Landesregierung in Baden-Württemberg will mit dem „Bildungsplan 2015“ durchsetzen, dass die Schüler unterschiedliche sexuelle Auffassungen nicht nur tolerieren, sondern akzeptieren sollen. Damit soll erreicht werden, dass es keine absoluten Werte mehr gibt, ganz nach der neomarxistischen Ideologie der 68er Bewegung, die alle absoluten, von Gott vorgegebenen, Werte und Ordnungen umstürzen will. Dieses Vorhaben der linken Landesregierung verstößt allerdings gegen die Zulassungsvoraussetzungen des  Bundesverfassungsgerichts für den staatlichen Sexualkundeunterricht, der eindeutig davon spricht, dass die Schüler nicht Wertvorstellungen akzeptieren müssen, die ihren eigenen oder denen ihrer Eltern zuwiderlaufen. Die Neomarxisten, die in Baden-Württemberg an der Macht sind, wollen dabei u.a., dass Homosexualität und Transsexualität als sexuelle Möglichkeiten akzeptiert werden, was eindeutig der Bibel widerspricht. Der Lehrer Staengle hat gegen das Vorhaben eine Petition erarbeitet, die über das Internet unterschrieben werden kann und bis zum 31.01.2014 eingereicht werden soll. (nach: SchuzH-Info vom 22.12.2013)

Wie die ideologische Situation in der BRD aussieht, das machen Äußerungen führenden grüner Funktionäre aus Baden-Württemberg auf die Demonstrationen gegen den Bildungsplan deutlich: Ministerpräsident Kretschmann bezeichnete die Gegner des Bildungsplans als „religiös imprägniert“, behauptete später, er habe nur von religiös imprägnierten Themen gesprochen, was aber tatsächlich nicht viel ändert. Die grüne Vizepräsidentin des Landtages, Lösch, meinte: „Der Initiator der Petition [gegen den Bildungsplan] hat in unserer aufgeklärten toleranten Gesellschaft nichts verloren.“ Später wandelte sie es auf ihrer Internetseite so um, dass „eine solche Petition“ „in unserer aufgeklärten toleranten Gesellschaft nichts verloren“ habe. (nach: idea spektrum, 10/2014, S. 30) Damit stellt sie alle, die die Petition unterschrieben haben, außerhalb dieser Gesellschaft. Nun ist das für uns als Christen, die wir sowieso Fremdlinge in dieser Welt sind und zur ewigen Heimat im Himmel pilgern, an sich nichts Tragisches, umso mehr, als biblisches Christentum einerseits und die antichristliche und gottfeindliche Aufklärung andererseits allerdings nichts miteinander gemein haben. Solche Äußerungen zeigen aber auch, wie deutlich Bevölkerungsteile von den Machthabern ausgegrenzt werden. Werden dann vielleicht eines Tages auch weitere Konsequenzen gezogen – bis hin zur Verfolgung? Wir sollten uns darauf einstellen.

Schutz der Familie in der BRD immer mehr ausgehöhlt: Durch Entscheidungen von Bundesgerichten wie dem Bundesverfassungsgericht und dem Bundesverwaltungsgericht ist der eigentlich grundgesetzlich garantierte Schutz von Ehe und Familie immer mehr ausgehöhlt und ausgehebelt worden. So hatte das Bundesverwaltungsgericht mit einer Entscheidung im Herbst 2013 eine Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts in Münster aufgehoben und damit die elterliche Einflussnahme auf die staatliche Indoktrination der Schüler in der Schule faktisch unmöglich gemacht. Es ging dabei um die zwangsweise Teilnahme an Filmveranstaltungen – ähnlich verhält es sich bei Lektüren im Unterricht – bei denen es eindeutig um die Verbreitung okkulter Inhalte geht.

Gegen das Elterngeld in seiner im Jahr 2007 von der damaligen großen Koalition beschlossenen Form, das bei mehreren Kindern (vier) anstatt der vollen Höhe des Elterngeldes nur noch einen Bruchteil davon vorsieht, hatten mehrere kinderreiche Mütter beim Bundesverfassungsgericht (BVG) geklagt. Das BVG hat diese Klagen überhaupt nicht zur Verhandlung zugelassen, zumeist ohne jegliche Begründung. In einem Fall aber wurde die „Nichtzulassung“ begründet: Der Gesetzgeber habe die Pflicht, „überkommene Rollenverteilungen zu überwinden“ (1 BvR 1853, Randnummer 18). Es wird dabei auf Art. 3 Abs. 2 Satz 2 des Grundgesetzes verwiesen, der in seiner derzeitigen Fassung besagt, der Gesetzgeber habe „die Gleichberechtigung der Geschlechter in der gesellschaftlichen Wirklichkeit durchzusetzen“. Hier wird schon in diesem Wortlaut, wie auch in dem Urteil des Gerichts deutlich, wie die BRD immer mehr zu einem linkstotalitären Gebilde wird, in dem Nach dem Willen und den Wertvorstellungen der Eltern nicht mehr gefragt wird, sondern der linksideologisch verortete Staat seine Vorstellungen durchsetzen will, die Menschen bevormundet. In einem anderen Beschluss der gleichen Kammer (1 BvL 15/11, Randnummer 22) wird „Gleichberechtigung der Geschlechter“ uminterpretiert in „gleiche Teilhabe am Erwerbsleben“. Da aber in kinderreichen Familien nicht beide Elternteile am „Erwerbsleben“ teilnehmen können, durch das der linksbürgerliche kapitalistische Staat anscheinend allein noch seine Bürger definiert, gelten solche Mütter nicht als gleichberechtigt.

Diese Urteile zeigen, dass das BVG frühere Urteile, wie eines aus dem Jahr 2002, in dem es noch eine private Lebenssphäre für Ehe und Familie garantierte, die staatlicher Einflussnahme entzogen ist (BVerfGE 107, 27 (53)), selbst nicht mehr beachtet und zeigt den Marsch in den immer mehr sich vollendeten totalen Staat, der gemäß der neomarxistischen Ideologie Ehe und Familie in der überkommenen, von der Bibel begründeten, Weise zerstören und die von Gott vorgegebenen unterschiedlichen Aufgaben von Mann und Frau in Familie, Volk und Staat nicht mehr achten sondern einebnen will. (nach: Mitwissen, Mittun. Pro Conscientia Infobrief Nr. 23 v. 30.11.2013, S. 9-10)

EU treibt Unterwerfung der Staaten unter Finanzoligarchie voran:  Nachdem die EU im Zuge der volks- und staatsfeindlichen neoliberalen Ideologie bereits den Energiebereich dem Volk geraubt und Spekulanten und Finanzoligarchen zugespielt hat, beabsichtigt sie gleiches auch mit dem „Strategic Implementation Plan“ (SIP) für die Wasserwirtschaft, was dann als „innovativ“ bezeichnet wird. War bisher die Wasserwirtschaft in kommunaler und regionaler Regie und damit in der Hand von Organen des Volkes, orientiert an optimaler Wasserversorgung für die Bevölkerung und die Wirtschaft, so soll jetzt die Wasserwirtschaft für die Finanzmärkte „erschlossen“ werden. Was das zu bedeuten hat, kann am Mississippi betrachtet worden, an dem nach diesen „neuen Konzept“ gearbeitet wird: Es geht um Wasserverknappung und Vermarktung verschiedener Wasserqualitäten, damit internationale Investmentgruppen ihre Profite daraus ziehen können. Der EU ist es besonders ein Dorn im Auge, dass moderne Wasserversorgung, abgesehen von geschlossenen Kühlsystemen und ähnlichen Anlagen, generell eine Aufbereitung in Trinkwasserqualität vorsieht. Angeblich sei das „sinnlos“, „teuer“ – aber gerade das hat in Mitteleuropa dazu geführt, dass es sauberes, trinkbares und bezahlbares Wasser für alle Bürger gab. Ein System unterschiedlicher Wasserqualitäten dagegen wird zu separaten Systemen, Zusatztechniken, zusätzlichen Sicherheitsvorschriften und Gesetzen und in Folge zu Kostenlawinen führen, wie sie ähnlich beim Strom schon zu beobachten sind. (nach: Mitwissen, Mittun. Pro Conscientia Infobrief Nr. 23 v. 30.11.2013, S. 28-30) Es wird Zeit, dass die EU zerschlagen wird, die Völker wieder frei werden und es bestenfalls einen Europäischen Bund souveräner Vaterländer gibt, und die Völker wieder Eigentümer all der Güter werden, die ihnen durch den Neoliberalismus geraubt wurden, vor allem im Energie-, Medien- und Transportbereich. Nur so ist dem Totalitarismus auf nationaler, internationaler und weltweiter Ebene entgegen zu treten.

EU-Abgeordnete strebt privilegierte Stellung für Homosexuelle an: Die österreichische Abgeordnete der Grünen, Ulrike Lunacek, hat in einem Ausschuss des EU-Parlaments einen Entschließungsantrag durchgesetzt, der auf eine Sonderstellung der Homosexuellen hinausläuft, nämlich dass Homosexuellenverbände im Gesetzgebungsverfahren europaweit ein Vetorecht bekommen sollen. Damit griffe die EU in ihrer dezidiert antichristlichen und gottlosen Politik, wenn die Entschließung im EU-Parlament durchkäme, noch tiefer in die Freiheit und Werteordnung der Völker ein und würde versuchen, Werte und Normen neu zu setzen. Ziel des Berichtes ist es, die sogenannten „Yogyakarta-Prinzipien“ von 2006 der Homosexuellen-Bewegung durchzusetzen, in denen behauptet wird, Ehe und Familie für Homosexuelle seien ein Menschenrecht, wer ihnen solches verweigere, würde gegen die Menschenrechte verstoßen. Der genaue Wortlaut des Entschließungsantrages liegt bisher immer noch nicht vor. Soweit verlautet, haben die sogenannten „bürgerlichen Parteien“ sich völlig blamiert, indem einige von ihnen dem Antrag zustimmten, andere von der Abstimmung fern blieben – alles aus Angst davor, sonst mit einer Kampagne der Homosexuellen im Wahlkampf zum EU-Parlament rechnen zu müssen. (nach: Die Freie Welt, http://www.freiewelt.net/reportage/eu-abgeordnete-plant-sonderrechte-fur-homosexuelle-10021735/) Wieder einmal zeigt es sich, dass die sogenannten bürgerlichen Parteien weder willens noch bereit sind, die christlich-jüdische Wertordnung zu verteidigen und das von den Linken aufgezwungene System zu beseitigen, weil sie selbst auch schon viel zu stark bolschewistisch infiziert sind. Wie der EU-Abgeordnete Tobias Teuscher in einem Interview mit den Deuschlandfunk sagte (ebenfalls nach: Die Freie Welt), versuchen die Grünen, über die EU die extremistischen Ansichten verschwindender Minderheiten zur Norm zu erheben, bis hin zur Pädophilie.

Darmstädter Familie darf nicht nach Frankreich auswandern: Die Darmstädter Familie Wunderlich, in der die Eltern ihre Kinder längere Zeit selbst unterrichtet haben – und die nun auch von der Schule einen hohen Leistungsstand bescheinigt bekommen haben – darf nicht nach Frankreich auswandern. Auf Betreiben der Landesregierung waren in einer Gewaltaktion die Kinder den Eltern im Herbst 2013 weggenommen und in Heime gesteckt worden, sehr zum Missfallen auch der Kinder, wie es gerade die 14-jährige Tochter sehr deutlich ausgedrückt hat. Nachdem die Eltern eingewilligt haben, die Kinder auf eine Schule zu schicken, durften diese wieder zu ihren Eltern. Diese haben nun den Wunsch geäußert, mit ihren Kindern nach Frankreich auszuwandern, das ein wesentlich freieres Land als die BRD ist. Das wurde ihnen vom Amtsgericht Darmstadt untersagt, was, wie so oft, mit dem „Kindeswohl“ begründet wird. Was das allerdings ist, wird von einem ideologisch verrannten Staat gegen die Eltern festgelegt. Dabei bestätigen auch die Nachbarn, die bescheinigen, dass die Eltern einen guten Einfluss auf die Kinder hätten, diese viel in der Natur wären oder läsen und nicht nur am Computer säßen.  Der Anwalt der Familie hat beim Oberlandesgericht inzwischen Beschwerde eingelegt. (nach: proKompakt 03/2014, S. 15). Dies zeigt einmal mehr, dass die BRD immer noch Welten von einem wirklich freien Land entfernt ist und das Elternrecht immer mehr ausgehöhlt wird. Die Zustände gleichen in diesem Bereich mehr und mehr denen unter dem Hitlerfaschismus und der kommunistischen Tyrannei in der DDR.

US-Militär tritt gegen den christlichen Glauben an: Die amerikanische Organisation MRFF, die sich angeblich für „Religionsfreiheit innerhalb des Militärs“ einsetzt, hat durchgesetzt, dass auch US-Stützpunkten keine Spezialausgaben der Bibel mehr an Soldaten verkauft werden dürfen. Bei der US-Luftwaffe dürfen Soldaten keine Bibel mehr auf dem Schreibtisch liegen haben; geistliche Gespräche sind nur noch erlaubt, wenn „kein anderer belästigt wird“. Der Aufsatz eines Militärseelsorgers, der auf die Bedeutung der Militärseelsorge im Zweiten Weltkrieg einging, wurde umgehend von der Internetseite des Stützpunktes entfernt, weil der christliche Glaube positiv dargestellt wurde. Der Grund – MRFF, eine von dem sehr einflussreichen Juden Mikey Weinstein geleitete Organisation behauptet, Religion beruhe auf Hass. Sie hat sogar gefordert, den Militärseelsorger zu bestrafen. Überhaupt werden die USA zunehmend antichristlicher. An einer staatlichen Grundschule durfte ein Mädchen nicht ein selbstverfasstes Gedicht vortragen, weil darum der Begriff „Gott“ vorkommt. (nach: Topic, 01/2014, S. 3). Das macht deutlich, dass es mit der Religionsfreiheit in der westlichen Welt insgesamt nicht weit her ist. Darum braucht sich auch niemand wundern, wenn westliche Staaten mit totalitär-islamistischen Regimen wie denen in Saudi-Arabien, den Golfstaaten oder Pakistan eng kooperieren oder auch der dezidiert antichristlichen Türkei.

IWF will Weltregierung: Die Forschungsabteilung des Internationalen Währungsfonds (IWF) hat im Dezember 2013 ein Papier vorgelegt, in dem die Bildung einer Weltregierung gefordert wird, um die weltweiten Probleme zu lösen. Zunächst wollen sie ein Welt-Überwachungsgremium mit Gutachtern, die die Politik der Staaten überwachen sollen und Vorschläge unterbreiten, damit die Staaten in eine Welteinheitspolitik hineingepresst werden können. Ganz offen wird darinnen gefordert, die Staaten zu zwingen, eine nationale Politik aufzugeben und die Macht einer „Weltelite“ zu übertragen, also einer Art Weltdiktatur. (nach: Topic, 01/2014, S. 5). Was sich da abzeichnet – und Funktionäre wie Frau Merkel oder Herr Schäuble sind diesen Dingen ja sehr positiv gegenüber – ist das, was wir in der Offenbarung lesen von der letzten Zusammenballung der politischen antichristlichen Mächte, die einher gehen wird mit einer letzten Zusammenballung der religiösen antichristlichen Mächte, wohl unter dem Papst, in Verbindung wahrscheinlich mit dem Islam, um die Gemeinde Jesu Christi auszulöschen als Störenfried dieser Welteinheit, des neuen „Friedens“, der neuen „Toleranz“.

Hirnforschung widerspricht Gender Mainstreaming: Die Gender Mainstream-Ideologie bestreitet die schöpfungsmäßig vorgegebene Verschiedenheit von Mann und Frau in körperlicher und vor allem auch seelischer Hinsicht und damit auch die Verschiedenheit der ihnen zugedachten Aufgaben in Familie und Volk. Eine Studie der University of Pennsylvania hat nun festgestellt, das die Gehirne von Mann und Frau unterschiedlich arbeiten, männliche Hirnhälften mehr Nervenbahnen aufweisen aus weibliche, während das weibliche Gehirn mehr Brücken zwischen den Hirnhälften hat. Sie stellten auch fest, dass bei Männern das Gehirn stärker auf die Kommunikation zwischen den Hirnhälften ausgerichtet ist. Eine frühere Studie hatte ergeben, dass Frauen sich Wörter und Gesichter besser merken können und ein besseres soziales Erkenntnisvermögen haben, während Männer räumliche Informationen besser verarbeiten und Bewegungen besser koordinieren können. Der christliche Hirnforscher Prof. Manfred Spreng sagt dazu, dass dies alles in der „Optimierungsabsicht“ des „genialen Schöpfers“ begründet ist, der will, dass Mann und Frau sich ergänzen. Gleichmacherei ist Vergewaltigung der Geschlechter. In Schweden sieht er als eine Folge der Genderpolitik, die vor allem Frauen ihrer Identität beraubt den hohen Anteil depressionskranker Mädchen und Frauen. (nach: Topic, 01/2014, S. 6 f.)

UN-Ausschuss setzt Vatikan unter Druck: Der UN-Ausschuss für die Rechte des Kindes (CRC) hat aggressiver Weise die römisch-katholische Kirche angegriffen, ihr trotz ihrer Maßnahmen zur Aufklärung der Missbrauchsfälle Vertuschungstaktik vorgeworfen und vor allem gefordert, sie solle ihre Haltung zur Abtreibung und Verhütungsmitteln überdenken. Außerdem sei der Ausschuss „besorgt“ über die Haltung Roms zur Homosexualität und dass der Vatikan unterschiedliche Formen von Familien ablehne. (nach: http://www.citizengo.org/de/3841-uno-ausschuss-greift-katholische-kirche?sid=MzgxNDYwODYwNzI2MjM3) Diese Aussagen des UN-Ausschusses zeigen eindeutig die antichristliche und totalitäre Ausrichtung der UNO und ihrer Organisationen und stellen einen eklatanten Angriff auf die Religionsfreiheit und die Souveränität des Vatikans dar. Auch wenn wir als bibeltreue evangelisch-lutherische Christen die Lehre Roms in sehr vielen Punkten nicht teilen – hier geht es grundsätzlich um die Religionsfreiheit, um die Freiheit der kirchlichen Lehre und die Akzeptanz Andersdenkender. Alles das aber wird von der UNO mit Füßen getreten. Tatsächlich wird es damit deutlich, dass die UNO mitsamt ihrer Unterorganisationen eine Bedrohung wahrer Freiheit und Demokratie darstellt.

 

Islam und islamische Welt:

Araber verhindern UNESCO-Veranstaltung zu Israel: Eine von der UNESCO vorbereitete Veranstaltung, die die jüdischen Bindungen und Verbindungen zu Israel/Palästina behandeln sollte, wurde auf Druck arabischer Staaten kurz vor der Ausführung abgesagt, unter dem fadenscheinigen Argument, solch eine Veranstaltung würde die „Friedensverhandlungen schädigen“. Tatsächlich passt den Arabern nicht, dass es tatsächlich jahrtausende alte jüdische Bindungen und Verbindungen zu diesem Land gibt, denn die Muslime beanspruchen es vollständig für sich. (nach: Jerusalem Post vom 17.01.2014)

Abbas verweigert Anerkennung Israels als jüdischen Staat: Bei den Verhandlungen über einen Frieden zwischen Israel und den Palästinensern hat der Präsident der Autonomie-Verwaltung vehement abgelehnt, Israel als einen jüdischen Staat anzuerkennen. Das ist durchaus verständlich: Er will kein jüdisches Israel, sondern einen multireligiösen Staat, in der Hoffnung, in einigen Jahrzehnten durch die demographische Entwicklung scheindemokratisch aus Israel einen islamisch-palästinensischen Staat zu machen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 



1 vgl. Laurence White: The Book of Revelation. Excursus: The Millenium. http://www.osl.cc/believe/revhome.htm

2 vgl. ebd.

3 vgl. ebd.

4 vgl. Lewis Sperry Chafer: Dispensationalism, S. 107, in: White, a.a.O.

5 vgl. White, a.a.O.

6 vgl. ebd.

7 vgl. Andreas Drechsler: Revelation 20. CELC Europe – Regional Meeting in Pilsen, Czech Republic, 19-21. April 2007. S. 1

8 vgl. Drechsler, a.a.O., S. 2. 3

9 vgl. John Stephenson: Eschatology (Confessional Lutheran Dogmatics), in: White, a.a.O.

10 vgl. Missouri Synod, Commission on Theology and Church Relations: Eschatology, S. 42-43; in: White, a.a.O.

11 vgl. Drechsler, a.a.O., S. 4

12 vgl. Drechsler, a.a.O., S. 5. Dies Binden allerdings, wie es bei Siegbert Becker und Drechsler geschieht, allein mit der Verkündigung des Evangeliums zu umschreiben, erscheint mir zu kurz, da es gewiss auch in der Kleinen Zeit noch verkündigt wird, nur der Widerstand immer größer wird.

13 Siegbert Becker weist allerdings in seinem Kommentar, S. 303, darauf hin, dass es sich bei der Zeitform um einen subjunktiven Aorist handelt und nicht um einen vollendeten Aorist, so dass die Möglichkeit offen bleibt, dass mit dem, was vollendet wird, nur die vorangegangenen Ereignisse umschrieben werden, während das Folgende, hier die Kleine Zeit, deshalb aus dem Gesamtzeitraum nicht ausgeschlossen sein muss. Vgl. Drechsler, a.a.O., S. 6 f.

14 vgl. Drechsler, a.a.O., S. 6.

15 vgl. White, a.a.O., zu 20,2

16 vgl. Drechsler, a.a.O., S. 8

18 Der hier im Griechischen verwendete Begriff für „leben“, „zao“, wie auch das Substantiv dazu, „zoe“, wird im Neuen Testament im Allgemeinen und besonders auch bei Johannes nur verwendet für das wahre, ewige Leben, das wir nur in der Gemeinschaft mit Jesus Christus haben. Auch das macht es unmissverständlich deutlich, dass es sich hier bei „leben“ und „auferstehen“ nicht um das irdische, natürliche Leben und die leibliche Auferstehung handelt, sondern um das geistliche Leben, in das ein Mensch eben nur durch die „erste Auferstehung“, also die Wiedergeburt, die geistliche Auferweckung oder Auferstehung kommt. vgl. White, a.a.O., u 20,5

19 vgl. Drechsler, a.a.O., S. 9

20 vgl. Adams, a.a.O., zu 20,4-6. Einige, wie Lenski oder auch White, a.a.O., zu 20,6, meinen, dass die „erste Auferstehung“ den Übergang der Seelen beim leiblichen Tod des Gläubigen in den Himmel bedeute. Dies ergibt sich aber aus dem Text hier nicht und stimmt auch nicht mit den anderen Schriftstellen überein, von Auferstehung, Auferweckung oder Lebendigmachung in einem geistlichen Sinne sprechen, nämlich von der Wiedergeburt, Bekehrung.

21 vgl. Drechsler, a.a.O., S. 10-11

1 vgl. Popular Symbolics. By Th. Engelder, W. Arndt, Th. Graebner, F.E. Mayer. St. Louis, Mo. 1934. S. 371

2 vgl. ebd.

3 vgl. Popular Symbolics, a.a.O., S. 368

4 „a period of time during which man is tested in respect to some specific revelation of the will of God“; Popular Symbolics, a.a.O., S. 371

5 vgl. ebd.

6 vgl. Popular Symbolics, a.a.O., S. 368 f.

7 Das spielt auch in der aktuellen Politik im Blick auf den Staat Israel und seine Siedlungspolitik eine wichtige Rolle, denn die Dispensationalisten und Chiliasten sind die eifrigsten Vertreter der Behauptung, das leibliche Israel habe dieses Land „für ewig“ von Gott zugesprochen bekommen und habe daher ein Anrecht auf dieses Land und dürfe es daher besiedeln; eine Besatzung würde gar nicht stattfinden, da es ihnen ja rechtmäßig gehören würde. Die Geschichte wird dabei vielfach ebenso verkürzt oder ausgeblendet wie die Tatsache, dass das Land vor der Alija oder Rückkehr von Juden nicht menschenleer war und auch die Juden, einschließlich des Staates Israel, dem Völkerrecht unterworfen sind. Dass außerdem die Landzusage in fast allen Stellen an Bedingungen gebunden ist, nämlich die Treue Israels zu seinem Gott, und ebenso auch Gottes Gericht der Vertreibung aus dem Land mehrfach angesprochen wird (und damit die Bedeutung des Begriffs „ewig“ in diesem Zusammenhang relativiert), wird völlig ausgeblendet. Vgl. z.B. Rainer Schmidt: Besetzt oder befreit – der Kampf um das Verheißene Land. In: Aufblick und Ausblick, 4/2013, S. 6-7.

Vgl. auch Popular Symoblics, a.a.O., S. 369 f.

7a vgl. Lewis Sperry Chafer: Dispensationalism, S. 109, in: Laurence White: The Book of Revelation. o.O. o.J. S. 181. http://www.osl.cc/believe/revhome.htm

8 vgl. dazu Popular Symoblics, a.a.O., S. 369

9 vgl. Popular Symbolics, a.a.O., S. 370

10 vgl. Popular Symbolics, a.a.O., S. 371 f.

11 vgl. Popular Symbolics, a.a.O., S. 372 f.

12 vgl. Popular Symoblics, a.a.O., S. 369. Eine Folge davon ist, dass heutzutage große Teile der Evangelikalen sich immer mehr Rom gegenüber öffnen, die Weltweite Evangelische Allianz (WEA) betont romfreundlich ist und es vor allem auf der Schiene des „sozialen Evangeliums“ zu immer stärkerer Annäherung kommt.

13 vgl. Popular Symbolics, a.a.O., S. 373-375

13a vgl. Commission on Theology and Church Relations of the Lutheran Church-Missouri Synod on Dispensation Premillenialism, in: White, a.a.O., S. 182

14 wholly complete and sufficient in itself“, in: Popular Symbolics, a.a.O., S. 374

15 vgl. C.M. Zorn: Die geistliche und selige Freiheit eines Christenmenschen. Zwickau (Sachsen) o.J. S. 53

16 vgl. Vortrag von Hans Werner Deppe: Wird Israel wiederhergestellt? Teil 5. (Der neue Bund. Teil 1); auf: http://www.betanien.de

17 vgl. Zorn, a.a.O., S. 51

18 vgl. Vortrag von Hans Werner Deppe: Wird Israel wiederhergestellt? Teil 6. (Der neue Bund und die neue Schöpfung); auf: http://www.betanien.de 

1 vgl. Childs, Brevard S.: Biblical Theology of the Old and New Testaments. 1992/94. deutsch: Die Theologie der Einen Bibel. 1994/96; in: Sierzyn, Armin: Christologische Hermeneutik. Eine Studie über historisch-kritische, kanonische und biblische Theologie mit besonderer Berücksichtigung der philosophischen Hermeneutik von Hans-Georg Gadamer. (Studien zu Theologie und Bibel. 3.) LIT-Verlag. 2010. S. 69 f. http://books.google.de/books?id=ReDpOnwOKR4C&pg=PA69&hl=de&source=gbs_toc_r&cad=4#v=onepage&q&f=false Seine Richtung wird unter dem Begriff „canonical approach“ zusammengefasst.  Vgl. Ruth Scoralick: Kanonische Schriftauslegung. In: SKZ 38/2009. S. 645 http://www.bibelwerk.ch/upload/20091127104302.pdf

2 vgl. Scoralick, ebd.

3 vgl. Stuhlmacher, Peter: Der Kanon und seine Auslegung; in: C. Landmesser u.a. (Hrsg.): Jesus Christus als Mitte der Schrift. 1997. S. 275; in: Sierzyn, a.a.O., S. 69; Scoralick, ebd.

4 vgl. Scoralick, ebd. S. 645 f.

5 vgl. Childs, Theology I, S. 93 f.; in: Sierzyn, a.a.O., S. 70

6 vgl. Scoralick, a.a.O., S. 646

7 vgl. Kirchschläger, Walter: Kanonische Exegese – Was ist das? 2009 : http://www.wir-sind-kirche.at/content/index.php?option=com_content&task=view&id=377&Itemid=27

8 vgl. Sierzyn, a.a.O. s.a. Sanders: Canon and Community. 1984. ders.: From Sacred Story to Sacred Text. 1987; in: Sierzyn, ebd. S. 70203  Die von ihm vertretene Richtung wird als „canonical criticism“ bezeichnet. Vgl. Scoralick, a.a.O.

9 vgl. Peter Stuhlmacher, 1997; in: Sierzyn, ebd. S. 69197

10 vgl. Sierzyn, ebd. S. 70

11 vgl. Lohfink, Norbert: Was wird anders bei kanonischer Schriftauslegung? 1988. E. Zenger: Das Erste Testament 1991; in: Sierzyn, ebd. S. 71204

12 vgl. Sierzyn, ebd. S. 75

13 vgl. Sierzyn, ebd. S. 71

14 vgl. Taschner, Johannes: Kanonische Bibelauslegung – Spiel ohne Grenzen? in: Egbert Ballhorn, Georg Steins: Der Bibelkanon. 2007. S. 31; in: Sierzyn, ebd. S. 77

15 vgl. Taschner, a.a.O.; in: Sierzyn, ebd.

16 vgl. Childs, Brevard S.: Introduction to the Old Testament as Scripture. 2. Aufl. 1983. S. 75 f.; in: Sierzyn, ebd. S. 77248

17 vgl. Taschner, a.a.O., S. 39; in: Sierzyn, ebd. S. 77

18 vgl. Taschner, ebd. S. 38; in: Sierzyn, ebd.

19 Nicklas schließt sich hier eng an die Literaturphilosophie von Umberto Eco und letztlich die philosophische Hermeneutik von H.-G. Gadamer an. Vgl. Sierzyn, ebd. S. 78

20 vgl. Steins, Georg: Der Kanon ist der erste Kontext. in: ZS Bibel und Kirche 2.2007. S. 118; in: Sierzyn, ebd. S. 72

21 vgl. Scoralick, a.a.O., S. 646

22 vgl. Childs, a.a.O., S. 13; Ballhorn, Steins: Bibelkanon, a.a.O., S. 118 f.; in: Sierzyn, a.a.O.

23 vgl. Joachim Vette: Kanonische Auslegung. 2007. https://www.bibelwissenschaft.de/stichwort/40706/

24 vgl. Benedikt XVI.: Jesus von Nazareth. S. 19 f.; in: Sierzyn, a.a.O.

25 vgl. Sierzyn, ebd. S. 72217

26 vgl. Taschner, a.a.O., S. 42 f.; in: Sierzyn, ebd. S. 78

27 vgl. Sierzyn, ebd. S. 87

28 vgl. Sierzyn, ebd. S. 76

29 vgl Scoralick, a.a.O., S. 646

30 vgl. Kirchschläger, a.a.O.