Beständig in der Apostel Lehre und in der Gemeinschaft und im Brotbrechen und im Gebet! Apg. 2,42

DER BEKENNTNIS-

LUTHERANER

 

Lutherisches Blatt für Bibelchristentum.

Mit Zustimmung der Lutherischen Kirchen der Reformation (Lutheran Churches of the Reformation, LCR) herausgegeben von Roland Sckerl,  Leopoldstr. 1, D-76448 Durmersheim; Tel.:07245/83062;

E-mail: Sckerl@web.de; Internet: www.lutherische-bekenntnisgemeinde.de

21. Jahrgang 2013  Heft 2/2013

 

 

INHALTSVERZEICHNIS

 

 

Inhalt

UNTER LUTHERS KANZEL UND KATHEDER.. 1

Der Christ und die Obrigkeit 1

UNTER BIBEL UND BEKENNTNIS. 3

Die Lehre von den zwei Reichen, angewandt auf unsere Zeit 3

Der eine Auftrag der Kirche Jesu Christi 4

BLUTZEUGEN DES CHRISTLICHEN GLAUBENS. 4

Siegfried Schulz. 4

Paul Richter 4

THEOLOGISCHE ANMERKUNGEN.. 5

Jesuiten: 5

Evangelical Catholics?. 5

Ist nur der Mensch Jesus Christus für uns gestorben und auferstanden?. 6

ZEICHEN DER ZEIT. 6

Familie neu denken?. 6

 

 

 

 

 

 

 

 

 

UNTER LUTHERS KANZEL UND KATHEDER

 

Der Christ und die Obrigkeit

Roland Sckerl

 

    Luther und den Lutheranern ist, besonders nach dem zweiten Weltkrieg, etwa von dem Journalisten und „Hobbyhistoriker“ William L. Shirer oder dem römischen Katholiken Prinz Hubertus zu Löwenstein, der Vorwurf gemacht worden, sie würden die Obrigkeit in ihrer Macht überhöhen und hätten so zur Obrigkeitshörigkeit – als Paradebeispiel wird Preußen angeführt – und schließlich zur Hitlerdiktatur den Weg bereitet. Diese Behauptung ist allein schon historisch falsch, da Luther selbst, wie aus seinen Briefen zu entnehmen, seinen Kurfürsten gegenüber sich sehr frei, offen, auch deutlich und schroff geäußert hat. Lutherische Pastoren gerade der Reformationszeit haben immer wieder auch Misstände an Fürstenhöfen angeprangert und mussten deshalb ihren Posten räumen, so etwa Joachim Mörlin. Und man denke etwa an Skandinavien, Länder, die ganz überwiegend lutherisch sind und in denen etwa faschistische oder nazistische Bewegungen kaum eine nennenswerte Rolle spielten, die vielmehr stabile Demokratien waren und sind (und unter Bischof Eivind Berggrav die lutherische Kirche Norwegens auch entschieden gegen die Übergriffe des Staates stand) und soziale Wohlfahrtsstaaten. Preußen wurde übrigens seit 1608 nichts von Lutheranern, sondern von Calvinisten regiert, die es sich zum Ziel gesetzt hatten, die lutherische Kirche auszulöschen.

    Vor allem aber zeigt die Beschäftigung mit Luthers Schriften zu dem Thema selbst, wie er und in seiner Folge auch die Lutheraner sich zur Obrigkeit, zum Staat gestellt haben.

    In seiner grundlegenden Schrift „Von weltlicher Obrigkeit, wie weit man ihr Gehorsam schuldig sei“ aus dem Jahr 1523 legt Luther dar, wie das weltliche Schwert der Obrigkeit christlich angewandt werden kann und zeigt zugleich die Grenzen des Gehorsams gegenüber der Obrigkeit auf.

    Obrigkeit, das weist Luther anhand von Römer 13 nach, ist Gottes Ordnung: „Aufs erste müssen wir das weltliche Recht und Schwert wohl gründen, dass nicht jemand daran zweifle, es sei von Gottes Willen und Ordnung in der Welt. Die Sprüche aber, die es gründen, sind diese, Röm. 13,1 ff.: ‚Eine jegliche Seele sei der Gewalt und Obrigkeit untertan; denn es ist keine Gewalt ohne von Gott. Die Gewalt aber, die allenthalben ist, die ist von Gott verordnet. Wer nun der Gewalt widersteht, der widersteht Gottes Ordnung. Wer aber Gottes Ordnung widersteht, der wird für sich selbst die Verdammnis erlangen.’ Ebenso 1. Petr. 2,13 f.: Seid untertan aller menschlichen Ordnung, es sei dem Könige als dem Vornehmsten, oder den Pflegern, als die von ihm gesandt sind zur Rache der Bösen und zu Lob der Frommen.’“ (Luthers Werke. Hrsg. von Buchwald, Kawerau. 3. Aufl. Vierte Folge Bd 1. Berlin 1905. S. 230) In diesem Zusammenhang weist er auch darauf hin, dass selbst die Todesstrafe – die damals noch allgemein in Gebrauch war – von Gott eingesetzt wurde, und zwar nach der Sintflut, bestätigt nochmals in Gottes Gesetzen an Mose (2. Mose 21,14). Dies gilt ebenso für den Militärdienst. Da zeigt etwa, wie Johannes der Täufer die Soldaten behandelt, die zu ihm kommen, dass Gott den Militärdienst nicht ablehnt, denn keiner der Soldaten wird aufgefordert, seinen Dienst zu quittieren. Ähnliches kann für die Polizei daraus gefolgert werden. Luther stellt daher fest, dass das Schwertamt ein göttlicher Stand ist und dass es Gottes Wille ist, dass das weltliche Schwert gehandhabt wird zur Strafe der Bösen und zum Schutz der Frommen. „Wäre das Schwert nicht ein göttlicher Stand, sollte er sie heißen abtreten, da er das Volk sollte vollkommen machen und recht christlich unterweisen; also, dass es gewiss und klar genug ist, wie es Gottes Wille ist, das weltliche Schwert und Recht zu handhaben zur Strafe der Bösen und zu Schutz der Frommen.“ (Luthers Werke, a.a.O., S. 231)

    Aber widerspricht dem denn nicht die Bergpredigt? Dieser Einwand ist oft vorgebracht worden. Luther hält ihm entgegen, dass die christliche Vollkommenheit nicht in äußeren Werken, sondern in der Haltung des Herzens steht, während die äußeren Werke unterschiedlich sein können, je nach dem Stand oder Beruf, in den jemand gesetzt wurde. „Denn die Vollkommenheit und Unvollkommenheit steht nicht in Werken, macht auch keinen besonderen äußerlichen Stand unter den Christen, sondern steht im Herzen, im Glauben und der Liebe, dass, wer mehr glaubt und liebt, der ist vollkommen, er sei äußerlich ein Mann oder Weib, Fürst oder Bauer, Mönch oder Laie. Denn Liebe und Glaube machen keine Sekten noch Unterschiede äußerlich.“ (Luthers Werke, a.a.O., S. 232)

    In der ganzen Welt nun gibt es zwei Teile oder Reiche: Da ist einmal das Reich Gottes. Das umfasst die wahrhaft Gläubigen, ist Christi Königreich, in dem er der HERR ist. Nach dem neuen Menschen brauchen die Christen eigentlich kein weltliches Schwert oder Recht mehr, weil sie nach dem neuen Menschen vollkommen sind. Das heißt: Wenn die gesamte Welt einzig und allein aus wahren Christen bestände, so wäre allerdings keine Obrigkeit mehr nötig. (vgl. Luthers Werke, a.a.O., S. 233). Das weltliche Gesetz ist vielmehr um der Ungerechten, der Gottlosen willen gegeben, 1. Tim. 1,9. Die müssen durch’s Gesetz gezwungen werden. Von Natur aber ist eben keiner gut, sondern alle Sünder – darum muss allen durch das Gesetz und die weltliche Gewalt gewehrt werden, Röm. 7,7; Gal. 3,19.24.

    Im Reich der Welt sind alle, die nicht Christen sind und daher dem Schwert unterworfen, um ihrer Bosheit willen (vgl. Luthers Werke, a.a.O., S. 234).

    So gibt es auch zwei Regimenter in der Welt: das geistliche und das weltliche. „Darum hat Gott die zwei Regimenter verordnet: das geistliche, welches Christen und fromme Leute macht durch den heiligen Geist, unter Christus, und das weltliche, welches den Unchristen und Bösen wehrt, dass sie äußerlich Frieden halten müssen und still sein ohne ihren Dank. Also deutet S. Paulus das weltliche Schwert, Röm. 13,3, und spricht: ‚Es sei nicht bei den guten, sondern bei den bösen Werken zu fürchten.’ Und Petrus spricht 1. Ep. 2,14: ‚Es sei zur Rache über die Bösen gegeben.’“ (Luthers Werke, a.a.O., S. 235) Wenn nun diese beiden Regimenter, die deutlich und klar unterschieden werden müssen, vermischt würden, so hätte das fatale Folgen. Würde die Welt nach dem Evangelium regiert, so wäre das, als ob den bösen Tieren die Ketten gelöst würden; alles würde in Chaos und Unrecht gestürzt. „Darum, ein ganzes Land oder die Welt mit dem Evangelium zu regieren sich unterwinden, das ist eben, als wenn ein Hirt in einen Stall zusammen täte Wölfe, Löwen, Adler, Schafe und ließe jegliches frei unter dem andern gehen und spräche: Da weidet euch und seid fromm und friedsam untereinander, der Stall steht offen, Weide habt ihr genug, Hunde und Keulen braucht ihr nicht fürchten. Hier würden die Schafe wohl Frieden halten und sich friedlich also lassen weiden und regieren; aber sie würden nicht lange leben, noch ein Tier vor dem andern bleiben.“ (Luthers Werke, a.a.O., S. 236) Um seiner selbst willen braucht ein Christ kein Schwert oder Recht. Aber es sind nun eben nicht nur Christen in der Welt, selbst wenn sie getauft sind. Vielmehr sind die Bösen immer sehr viel, mehr als die Christen. Darum kann es auch kein christliches Regiment in der Welt geben. „Darum muss man diese beiden Regimenter mit Fleiß scheiden und beides bleiben lassen, eines, das fromm macht, das andere, das äußerlich Frieden schaffe und bösen Werken wehrt; keines ist ohne das andere genug in der Welt. Denn ohne Christi geistliches Regiment kann niemand fromm werden vor Gott durch’s weltliche Regiment. So geht Christi Regiment nicht über alle Menschen, sondern allezeit ist der Christen am wenigsten, und sind mitten unter den Unchristen. Wo nun weltliches Regiment oder Gesetz allein regiert, da muss eitel Heuchelei sein, wenn’s auch gleich Gottes Gebote selber wären. Denn ohne den Heiligen Geist im Herzen wird niemand recht fromm, er tue, wie feine Werke er mag. Wo aber das geistliche Regiment allein regiert über Land und Leute, da wird der Bosheit der Zaum los und Raum gegeben aller Büberei, denn die gemeine Welt kann’s nicht annehmen noch verstehen.“ (Luthers Werke, ebd.)

    Beide Regimenter sind also wichtig, aber sie sind unbedingt zu trennen. „Da siehst du, wo Christi Worte hinsehen, die wir droben erzählt haben aus Matth. 5,39, dass die Christen sollen nicht rechten, noch das weltliche Schwert unter sich haben. Eigentlich sagt er’s nur seinen lieben Christen. Die nehmen’s auch allein an und tun auch also, machen nicht Räte daraus wie die Sophisten, sondern sind im Herzen also durch den Geist genaturet, dass sie niemand Übel tun und von jedermann willig Übel leiden. Wenn nun alle Welt Christen wäre, so gingen sie alle diese Worte an und sie täte also. Nun sie aber Unchristen sind, gehen sie die Worte nichts an und sie tut auch nicht also, sondern sie gehört unter das andere Regiment, da man die Unchristen äußerlich zwingt und dringt zum Frieden und zum Guten.“ (Luthers Werke, a.a.O., S. 236 f.) Das weltliche Regiment hat also Gewalt, Zwang notwendig als ihre Mittel. „Das meinen die Propheten Ps. 110,3: ‚Dein Volk werden sein die Freiwilligen’; und Jesaja 11,9: ‚Sie werden nicht töten noch schaden auf meinem ganzen heiligen Berge’; und Jesaja 2,4: ‚Sie werden ihre Schwerter zu Pflugscharen und ihre Lanzen zu Sicheln machen, und wird niemand wider den andern ein Schwert aufheben, sich nicht mehr befleißigen zu streiten usw. Wer diese und dergleichen Sprüche wollte so weit ziehen, wie Christi Name genannt wird, der würde die Schrift gar verkehren; sondern sie sind gesagt allein von den rechten Christen, die tun gewisslich untereinander also.“ (Luthers Werke, a.a.O., S. 237 f.)

    Untereinander brauchen die Christen also eigentlich das Schwert nicht, aber als Christen sollen sie ja dem Nächsten dienen. Sie sind daher der Obrigkeit um des Nächsten willen untertan, weil das Schwert in der Welt wichtig ist, um den Frieden zu erhalten, die Sünde zu strafen, den Bösen zu wehren. Darum verbietet Christus mit Matth. 5,39 nicht, denen zu dienen, die die Gewalt haben. Sondern der Christ soll dem Übel nicht widerstreben, soweit es nur ihn persönlich betrifft. Persönlich soll er alles leiden. (vgl. Luthers Werke, a.a.O., S. 238 f.) Darf denn nun ein Christ damit auch das weltliche Schwert führen? Ja, allerdings, eben weil die anderen es benötigen, es ihnen dienlich ist. „… denn in dem Falle gingest du einher ganz in fremden Diensten und Werken, dass nicht dir noch deinem Gut und Ehre, sondern nur dem Nächsten und andern nütze; und tätest’s nicht der Meinung, dass du dich rächen oder Böses um Böses geben wolltest, sondern deinem Nächsten zugut und zur Haltung des Schutzes und Friedens der andern.“ (Luthers Werke, a.a.O., S. 240) Es geht also immer darum, ob es um persönliche Sachen geht – da ist keine Gewalt – oder dem Nächsten dient. „An dir und an dem Deinen hältst du dich nach dem Evangelium und leidest Unrecht als ein rechter Christ für dich; an dem andern und an dem Seinen hältst du dich nach der Liebe und leidest kein Unrecht für deinen Nächsten; welches das Evangelium nicht verbietet, ja, vielmehr gebietet an andern Orten.“ (Luthers Werke, ebd.)

    Darum hat auch, wie schon oben gesagt, Johannes der Täufer den Soldatendienst bestätigt. „… derselbe bestätigt das Amt der Kriegsleute und spricht, sie sollen sich an ihrem Solde begnügen lassen. Wo es nun unchristlich wäre gewesen, das Schwert zu führen, sollte er sie darum gestraft, beide, Sold und Schwert, heißen fahren lassen, oder hätte sie nicht recht den christlichen Stand gelehrt. Also auch S. Petrus, da er dem Cornelius Apg. 10,34 ff. predigte von Christus, hieß er ihn nicht fahren lassen sein Amt, das er doch sollte getan haben, wo es dem Cornelius hinderlich gewesen wäre an seinem Christenstand. Dazu zuvor, ehe er denn getauft ward, kommt der heilige Geist auf ihn, auch lobt ihn S. Lukas als einen frommen Mann vor S. Peters Predigt, und tadelt doch nicht an ihm, dass er der Kriegsleute und des heidnischen Kaisers Hauptmann war. Was nun der heilige Geist an Cornelius hat bleiben lassen und nicht gestraft, ist billig, dass auch wir’s nicht strafen und bleiben lassen.“ (Luthers Werke, a.a.O., S. 242)

    Zudem gilt es zu bedenken, dass Gott selbst ja die Obrigkeit eingesetzt hat – darum kann und soll man ihr auch dienen, denn damit dienen wir Gott selbst (vgl. Luthers Werke, a.a.O., S. 243 f.).

    Ein Christ soll also gemäß Matth. 5,39 alles Übel, das ihn persönlich betrifft, leiden, sich nicht selbst rächen, benötigt für sich selbst auch die richterliche Gewalt nicht. Aber für andere, da soll er das Recht suchen, auch die Gewalt gebrauchen, um ihn zu schützen, das ist das Amt. „Aus diesem allen folgt nun, welches der rechte Verstand sei der Worte Christi Matth. 5,39: ‚Ihr sollt dem Übel nicht widerstreben’ usw. Nämlich der, dass ein Christ soll also geschickt sein, dass er alles Übel und Unrecht leide, nicht sich selbst räche, auch nicht vor Gericht sich schütze, sondern, dass er allerdings nicht bedürfe der weltlichen Gewalt und Rechtes für sich selbst. Aber für andere mag und soll er Rache, Recht, Schutz und Hilfe suchen, und dazu tun, womit er mag. Also soll ihm auch die Gewalt, entweder von ihr selbst oder durch anderer Anregen, ohne seine eigene Klage, Suchen, Anregen, helfen und schützen. Wo sie das nicht tut, soll er sich schinden und schänden lassen und keinem Übel widerstehen, wie Christi Worte lauten. Und sei du gewiss, dass diese Lehre Christi nicht ein Rat für die Vollkommenen sei, wie unsere Sophisten lästern und lügen, sondern ein allgemeines strenges Gebot für alle Christen; dass du wissest, wie die allzumal Heiden sind unter christlichem Namen, die sich rächen oder vor Gericht um ihr Gut und Ehre rechten und zanken; da wird nichts anders aus, das sage ich dir.“ (Luthers Werke, a.a.O., S. 245 f.)

    Die Bergpredigt hebt also nicht das Gesetz auf, sondern zeigt, dass wir als Christen so leben sollen, dass wir das Gesetz nicht bräuchten. Die Obrigkeit aber braucht das Gesetz um der Ungläubigen willen (vgl. Luthers Werke, a.a.O., S. 246). Der Christ soll daher nicht auf sein Recht bestehen, denn er hat ja viel mehr, nämlich das Himmelreich. „… so sollt ihr’s doch für euch und in euren Sachen nicht suchen noch brauchen, denn ihr habt das Himmelreich. Darum sollt ihr das Erdreich lassen, wer es euch nimmt.“ (Luthers Werke, ebd.)

    Zugleich aber soll der Christ der Obrigkeit helfen, die Bösen zu fassen, damit sie nicht noch Ärgeres tun. „So ist nun, meine ich, das Wort Christi vereinigt mit den Sprüchen, die das Schwert einsetzen, und zwar so, dass die Meinung die ist: Schwert soll kein Christ für sich und seine Sache führen noch anrufen; sondern für einen andern mag und soll er’s führen und anrufen, damit der Bosheit gesteuert und Frömmigkeit geschützt werde.“ (Luthers Werke, a.a.O., S. 247) Kann aber ein Christ auch ein Büttel, Henker, Jurist, Rechtsanwalt sein? Ja, denn diese Gewalt und Dienste sind von Gott geordnet, da es in ihnen um das Recht geht. „Hier fragst du weiter, ob denn auch die Büttel, Henker, Juristen, Rechtsanwälte und was des Gesindes ist, Christen sein können und einen seligen Stand haben? Antwort: Wenn die Gewalt und das Schwert ein Gottesdienst ist, wie droben erwiesen ist, so muss auch das alles Gottesdienst sein, das der Gewalt nötig ist, das Schwert zu führen. Es muss je sein, der die Bösen fängt, verklagt, würgt und umbringt, die Guten schützt, entschuldigt, verantwortet und errettet. Darum, wenn sie es der Meinung tun, dass sie nicht sich selbst darinnen suchen, sondern nur das Recht und die Gewalt handhaben helfen, damit die Bösen gezwungen werden, ist’s ihnen ohne Gefahr, und mögen’s brauchen, wie ein anderer eines andern Handwerks, und sich davon nähren. Denn, wie gesagt ist, Liebe des Nächsten achtet nicht ihr Eigenes, sieht auch nicht, wie groß oder gering, sondern wie nutz und nötig die Werke dem Nächsten oder der Gemeinde seien.“ (Luthers Werke, a.a.O., S. 247 f.)

    Wie weit nun reicht die Gewalt der Obrigkeit? Da hebt Luther gleich zu Beginn hervor, dass der irrt, der meint, er müsse der Obrigkeit in allem folgen, was sie verlangt. Dies ist gerade da nicht recht, wo es um Sachen des Glaubens geht. In Glaubensdingen hat die Obrigkeit keinerlei Recht, Befehle zu erteilen, etwas, etwa gar mit Gewalt, erzwingen zu wollen (vgl. Luthers Werke, a.a.O., S. 229). Was den Umfang, den Bereich der Macht der Obrigkeit angeht, so hält es Luther für besser, diesen Bereich eher enger zu ziehen als ihr zu viel Raum zu geben. „Denn unerträglicher und greulicher Schaden daraus folgt, wo man ihr zu weit Raum gibt, und auch nicht ohne Schaden ist, so wie zu enge gespannt ist. Hier straft sie zu wenig, dort straft sie zu viel. Wiewohl es erträglicher ist, dass sie auf dieser Seite sündige und zu wenig strafe; da es allezeit besser ist, einen Buben leben zu lassen als einen frommen Mann töten, nachdem die Welt doch Buben hat und haben muss, der Frommen aber wenig hat.“ (Luthers Werke, a.a.O., S. 249)

    Die weltlichen Gesetze, das unterstreicht er dann, gehen nur über Leib und Gut, das, was äußerlich ist – nicht aber über die Seele, die gehört allein Gott. „Das weltliche Regiment hat Gesetze, die sich nicht weiter strecken als über Leib und Gut und was äußerlich ist auf Erden. Denn über die Seele kann und will Gott niemand regieren lassen als sich selbst allein. Darum, wo weltliche Gewalt sich vermisst, der Seele Gesetz zu geben, da greift sie Gott in sein Regiment und verführt und verderbt nur die Seelen. Das wollen wir so klar machen, dass man’s greifen solle, auf dass unsere Junker, die Fürsten und Bischöfe, sehen, was sie für Narren sind, wenn sie die Leute mit ihren Gesetzen und Geboten zwingen wollen, anders oder so zu glauben.“ (Luthers Werke, ebd.) Der Glaube soll sich allein auf Gottes Wort gründen, nicht auf menschliche Gesetze, auf Papst, Väter, Konzile, Tradition. Darum kann und darf niemand der Seele gebieten als eben der, der den Weg zum Himmel weist – und das ist Gott allein. „Der Seele soll und kann niemand gebieten, er wisse denn ihr den Weg zu weisen gen Himmel. Das kann aber kein Mensch tun, sondern Gott allein. Darum in den Sachen, die der Seelen Seligkeit betreffen, soll nichts als Gottes Wort gelehrt und angenommen werden.“ (Luthers Werke, a.a.O., S. 250) Die Obrigkeit hat also keinerlei Recht, in Glaubensdingen irgendetwas zu befehlen. Es muss ja auch jeder für sich selbst glauben, niemand kann für einen anderen glauben. „Auch, so liegt einem jeglichen seine eigene Gefahr daran, wie er glaubt, und muss für sich selbst sehen, dass er recht glaube. Denn so wenig wie ein anderer für mich in die Hölle oder Himmel fahren kann, so wenig kann er auch für mich glauben oder nicht glauben; und so wenig er mir kann Himmel oder Hölle auf- oder zuschließen, so wenig kann er mich zum Glauben oder Unglauben treiben. Weil es denn einem jeglichen auf seinem Gewissen liegt, wie er glaubt oder nicht glaubt, und damit der weltlichen Gewalt kein Abbruch geschieht, soll sie auch zufrieden sein und ihres Dinges warten und lassen glauben anders oder so, wie man kann und will, und niemand mit Gewalt dringen.“ (Luthers Werke, a.a.O., S. 252) In Glaubensdingen, das betont Luther immer wieder, darf es keinen Zwang, keine Gewalt geben. Auch Römer 13 macht deutlich, dass die Gewalt der Obrigkeit nicht über die Seele geht, denn Gott hat die Seelen nicht der Obrigkeit untergeben. Vers 7 sagt vielmehr, dass die weltliche Gewalt nur über die äußeren Dinge geht. Und Matth. 22,21 unterscheidet Christus deutlich zwischen weltlicher und geistlicher Gewalt, ebenso Psalm 115,16. Was zum Himmel und zum ewigen Reich gehört, das ist allein unter dem himmlischen HERRN. Und in 1. Mose 1,26 ist dargelegt, dass Gott dem Menschen nur das Regiment über die äußeren Dinge übertragen hat. Vor allem aber in Apg. 5,29 wird deutlich, dass der weltlichen Macht eine Grenze gesetzt ist – nämlich Gottes Ordnung, Wort, Gebot. Wenn zum Beispiel die Obrigkeit befiehlt, christliche Bücher auszuliefern, darf man ihr nicht gehorchen; nimmt sie diese mit Gewalt, so muss man es leiden. Die Obrigkeit hat damit auch nicht die Aufgabe, der falschen Lehre zu wehren, das ist vielmehr Aufgabe der Bischöfe, also der Hirten der Gemeinde. „So sprichst du abermals: Ja, weltliche Gewalt zwingt nicht zu glauben, sondern wehrt nur äußerlich, dass man die Leute mit falscher Lehre nicht verführe; wie könnte man sonst den Ketzern wehren? Antwort: Das sollen die Bischöfe tun, denen ist solches Amt befohlen, und nicht den Fürsten. Denn Ketzerei kann man nimmermehr mit Gewalt wehren, es gehört ein anderer Griff dazu, und ist hier ein anderer Streit und Handel als mit dem Schwert. Gottes Wort soll hier streiten; wenn’s das nicht ausrichtet, so wird’s wohl undausgerichtet bleiben von weltlicher Gewalt, ob sie gleich die Welt mit Blut füllt.“ (Luthers Werke, a.a.O., S. 257 f.)

    Wenn aber Fürsten zu Tyrannen werden, einen Glauben erzwingen wollen, wo wird Gott sie einst richten (vgl. Luthers Werke, a.a.O., S. 260).

    Pastoren, Bischöfe aber sind keine Obrigkeit wie die Fürsten, sondern haben vielmehr ein Amt des Dienens, keine Herrschaft. „Was sind denn die Priester und Bischöfe? Antwort: Ihr Regiment ist nicht eine Obrigkeit oder Gewalt, sondern ein Dienst und Amt; denn sie sind nicht höher noch besser vor andern Christen.“ (Luthers Werke, a.a.O., S. 261) Darum dürfen sie auch der Gemeinde keine Gesetze auferlegen, die Gemeinde muss vielmehr zustimmen. Alles Leiten durch die Pastoren geschieht allein durch Gottes Wort.

    Einen besonderen Abschnitt widmet Luther noch der Frage, ob es überhaupt Obrigkeit geben kann, die christlich ist? Luther bejaht dies, sieht es aber als eine ganz seltene Sache (vgl. Luthers Werke, a.a.O., S. 265). Wer wirklich als Christ in der Obrigkeit dienen will, der muss uneigennützig sein, sich an Gott, sein Wort halten, von ihm Weisheit erbitten (vgl. Luthers Werke, a.a.O., S. 262). Es soll zusehen, dass er den Untertanen nützlich und dienlich ist, sie mit gutem Frieden schützt, nicht auf Krieg aus ist, sondern den Frieden anbietet. Da aber, wo sein Land angegriffen wird, da soll er es verteidigen, nämlich damit seine Untertanen beschützen. „Und hierin darfst du nicht ansehen das Deine und wie du Herr bleibest, sondern deine Untertanen, denen du Schutz und Hilfe schuldig bist, auf dass solches Werk in der Liebe gehe. Denn weil dein ganzes Land in der Gefahr steht, musst du es wagen, ob dir Gott helfen wollte, dass es nicht alles verderbt werde. Und ob du nicht wehren kannst, dass etliche Witwen und Waisen darüber werden, so musst du doch wehren, dass nicht alles zu Boden gehe und eitel Witwen und Waisen werden.“ (Luthers Werke, a.a.O., S. 269) In einem solchen Fall sind dann auch die Untertanen schuldig, der Obrigkeit in den Kampf zu folgen, denn das ist ein christliches Werk der Liebe. „Denn in einem solchen Fall muss einer um des andern willen sein Gut und sich selbst wagen. Und in solchem krieg ist es christlich und ein Werk der Liebe, die Feinde getrost würgen, rauben und brennen und alles tun, was schädlich ist, bis man sie überwinde nach Kriegsläuften (außer dass man sich vor Sünden soll hüten, Weiber und Jungfrauen nicht schänden, und wenn man sie überwunden hat, denen die sich ergeben und demütigen, Gnade und Friede erzeigen).“ (Luthers Werke, ebd.) Da aber, wo die Obrigkeit Unrecht tun und Unrecht verlangt, da darf das Volk nicht folgen. „Wie, wenn denn ein Fürst Unrecht hätte, ist ihm sein Volk auch schuldig zu folgen? Antwort: Nein, denn wider Recht gebührt niemand zu tun; sondern man muss Gott (der das Recht haben will) mehr gehorchen als den Menschen, Apg. 5,29.“ (Luthers Werke, a.a.O., S. 269 f.) Wenn aber die Sache für die Untertanen nicht klar ersichtlich ist, sollen sie folgen und alles Gott anbefehlen (vgl. Luthers Werke, a.a.O., S. 270).

 

    Es ist schon aus diesen Ausführungen klar, dass es dem Volk, den Untertanen nicht erlaubt ist, einen Aufruhr zu machen und auch nichts in dieser Richtung durch Worte betreiben, wie Luther in seiner „Treuen Vermahnung an alle Christen, sich zu hüten vor Aufruhr und Empörung“ 1522 schreibt. „Aber dem gemeinem Mann ist sein Gemüt zu stillen und zu sagen, dass er sich enthalte auch der Begierden und Worte, so zum Aufruhr lenken, und zur Sache nichts vornehme ohne Befehl der Obrigkeit oder Zutun der Gewalt.“ (Luthers Werke, a.a.O., S. 210)

    Aufruhr ist auch gar nicht nötig, da Gott selbst strafen wird. Aufruhr bringt zweitens aber auch keinen Nutzen, hat keine Vernunft, geht zumeist außerdem zum Schaden der Unschuldigen. Deshalb ist kein Aufruhr recht und folgt aus ihm stets mehr Schaden als Besserung. Denn Aufruhr hat keine Vernunft und geht gemeiniglich mehr über die Unschuldigen als über die Schuldigen. Darum ist auch kein Aufruhr recht, wie rechte Sache er immer haben mag, und folgt allezeit mehr Schaden als Besserung daraus, damit erfüllt wird das Sprichwort: Aus Übel wird Ärgeres.“ (Luthers Werke, a.a.O., S. 211)

    Darum ist die Obrigkeit auch da, die Bösen zu strafen, die Frommen zu schützen, damit so der Aufruhr verhindert wird. Aufruhr schlägt auch immer blind drein, kann nicht unterscheiden. „Aber wenn Herr Omnes aufsteht, der vermag solch Unterscheiden der Bösen und Frommen weder zu treffen noch zu halten, schlägt in den Haufen, wie es trifft, und es kann nicht ohne großes gräuliches Unrecht zugehen.“ (Luthers Werke, a.a.O., S. 212) Wenn aber die Obrigkeit selbst nicht eingreift, so soll man von sich aus nicht tätig werden. „Ich halte und will’s allezeit halten mit dem Teil, der Aufruhr leidet, wie ungerechte Sache er immer habe, und widersein dem Teil, der Aufruhr macht, wie rechte Sache er immer habe: Darum, dass Aufruhr nicht ohne unschuldiges Blut oder Schaden ergehen kann.“ (Luthers Werke, ebd.)

    Vor allem aber: Aufruhr ist von Gott verboten, 5. Mose 16,20; 32,35! „Zum dritten, so ist Aufruhr von Gott verboten, da er sagt durch Mose (5. Mose 16,20): ‚Quod iustum est, iuste exequaris, Was Recht ist, sollst du mit Recht ausführen.’ Ebenso 6. Mose 32,35: ‚Die Rache ist mein, ich will vergelten.’ Daher kommt das wahre Sprichwort: ‚Wer widerschlägt, der ist unrecht.’ Ebenso: Niemand kann sein eigener Richter sein. Nun ist Aufruhr nichts anderes als selbst richten und rächen. Das kann Gott nicht leiden, darum ist’s nicht möglich, dass Aufruhr nicht sollte die Sache allezeit viel ärger machen, weil sie wider Gott, und Gott nicht mit ihr ist.“ (Luthers Werke, ebd.) Aufruhr ist daher vielmehr ein Wirken des Teufels, besonders wenn er in Kirchensachen geschieht. Luther betonte deshalb auch, dass diejenigen, die auf seine Lehre hören, keinen Aufruhr machen. „Welche meine Lehre recht lesen und verstehen, die machen nicht Aufruhr, sie haben’s nicht von mir gelernt.“ (Luthers Werke, a.a.O., S. 213)

    Wie aber ist es mit ungerechten Regierungen? Luther verweist auf das Unrechtsregiment des Papstes und hebt hervor, dass so etwas Gottes Gericht ist. „Es ist eitel unsere Schuld alles, was der Papst mit den Seinen an unserm Gut, Leib und Seele getan hat. Darum musst du zuvor die Sünde bekennen und ablegen, ehe du der Strafe und Plage willst los sein; sonst wirst du wider den Spieß treten, und der Stein, den du über dich wirfst gen Himmel, wird dir auf den Kopf fallen.“ (Luthers Werke, a.a.O., S. 214) Gerade das Papsttum, das ja eine geistlich-weltliche Macht war, wird, das ist Luther wichtig, nicht mit Gewalt, sondern mit dem Mund, mit dem Wort Christi überwunden. „Denn mit Worten muss man ihn zuvor töten; der Mund Christi muss es tun; damit wird er aus der Menschen Herzen gerissen und seine Lüge erkannt und verachtet. … Sieh mein Tun an: Habe ich nicht dem Papst, Bischöfen, Pfaffen und Mönchen allein mit dem Mund, ohne allen Schwertschlag, mehr abgebrochen als ihm bisher alle Kaiser und Könige und Fürsten mit aller ihrer Gewalt haben abgebrochen? Warum das? Darum, dass Daniel 8,25 sagt: ‚Dieser König soll ohne Hand zerstört werden.’ Und S. Paulus 2. Thess. 2,8: ‚Er soll mit dem Mund Christi zerstört werden.’ Nun mag ich und ein jeglicher, der Gottes Wort redet, sich frei rühmen, dass sein Mund Christi Mund sei.“ (Luthers Werke, a.a.O., S. 215 f.) Leiblicher Aufruhr dagegen, gerade in geistlichen Sachen, würde den Sieg nur verhindern.

 

 

UNTER BIBEL UND BEKENNTNIS

 

    In der letzten Zeit ist auch in einst konservativeren Kreisen, gerade auch im evangelikalen Raum, der Trend zu einem sozialen Evangelium, zu einer immer stärkeren Betonung sozialer Tätigkeit, immer größer geworden. Das hat letztlich schon in der Lausanner Erklärung seinen Niederschlag gefunden (die deshalb z.B. auch von Teilen der russischen Evangeliumschristen-Baptisten nicht angenommen wurde)und hat sich fortgesetzt in der Manila-Erklärung der Weltweiten Evangelischen Allianz (WEA), die darin missionarische und soziale Tätigkeit auf eine Stufe stellt und beides gleichermaßen als Auftrag der Kirche Jesu Christi proklamiert. Leider gibt es auch Äußerungen des derzeitigen Präses der Lutheran Church – Missouri-Synod, Matthew Harrison, die in eine ähnliche Richtung gehen. Daher ist es umso wichtiger, dass wir bei der klaren Unterscheidung der beiden Reiche beharren, sie eindeutig trennen und auch den einen Auftrag der Kirche – Mission – nicht verwechseln mit sozialen und diakonischen Diensten, die aus der Nächstenliebe erwachsen.

 

Die Lehre von den zwei Reichen, angewandt auf unsere Zeit

 

Wilhelm Martin Oesch

 

1. Vom Weltreich Gottes

    Gott, der alle Dinge geschaffen hat, erhält und regiert, erhält und regiert auch alle Menschen1, und zwar, entsprechend Seiner Weise auch bei den anderen Kreaturen, nicht mit aufgedeckter Majestät, sondern durch Mittel2. Satan ist seit dem Sündenfall der Fürst dieser Welt, der sein Werk hat in den Kindern des Unglaubens, indem er in ihren Herzen regiert3. Doch dies schließt nicht aus, dass auch Gott noch in allen Leuten, auch in den Widerspenstigsten, regiert, und zwar durch das Gesetz als Riegel4. Die infolge ihres Abfalls von Gott auch in ihrem gegenseitigen Verhältnis auseinandergefallene Menschheit fasst Gott in den Ordnungen, sonderlich in Familie, Volk und Staat, so ehern fest zusammen, dass sie, bei aller inneren Auflehnung gegen Gott, noch einander dienen müssen, sich auch, unter stetem Kampf, Gemeinnutz und Recht einigermaßen durchsetzen5. Trotz der Pestluft auf Erden sichert besagter bürgerlicher Brauch des Gesetzes nach der Vernunft6 den diesseitigen Bestand der menschlichen Gesellschaft, ja verbürgt sogar die Möglichkeit von höher entwickelter menschlicher Gesittung unter den Ungläubigen, erhält und mehrt unablässig Gemeinschaftswerte, die die Menschen aneinander binden und ihrem Zusammenleben zugleich äußere Würde und Weihe geben7. Dessen ungeachtet ist die natürliche Vernunft, die im Weltwesen regiert, im gefallenen Zustand die „Hure“, die es mit dem Teufel hält und nur gezwungenermaßen Gott einen gewissen Dienst tut. Demgemäß kann im Weltreich die Teufelsherrschaft nicht ausgeschaltet, nur ein erträglicher, nie wirklich erfreulicher Zustand der menschlichen Gesellschaft erreicht werden8. Die übergeordnete sichtbare Gewalt ist in der Familie der Hausvater, im Volks- und Staatsganzen die Obrigkeit9. Christen preisen Gott für sein hartes Regiment zur linken Hand und ihren Eltern und Herren, ob gläubig oder ungläubig, als Gottes Stellvertreter10. Christen wissen, dass Christus, der Herr des Himmelreiches, von des Vaters Thron aus auch das Weltreich regiert, und zwar als „Haupt der Gemeinde über alles“, als ein mit der Kirche auf Erden gliedlich verbundenes, das Weltall aber beherrschendes Haupt, und dass ihnen deshalb alle Dinge zum Besten dienen müssen, sie auch dem Weltreich nur bis zum Anbruch des Ehrenreiches äußerlich unterworfen sind11. Christen wissen endlich, dass Gerechtigkeit ein Volk erhöht, die Sünde aber der Leute Verderben ist, dass die Herrschaft der Sünde nur durch den Glauben an Jesus Christus wirklich gebrochen werden kann, dass von ihrem neuen Gehorsam daher auch sittliche Nebenwirkungen auf die sie umgebende ungläubige Menschheit ausgehen, was wieder Segen Gottes auch über ihre Mitmenschen bringt. Sie freuen sich der ungeheuren geschichtlichen Nebenerscheinungen ihres Glaubens, ohne diese für den Zweck desselben zu erklären oder den äußeren Bestand des Weltreichs einfach an den Glauben zu binden oder Ungläubigen und Heiden Vernunft und Moral glatt abzusprechen oder zu vergessen, dass der Gott und Vater unsers Herrn Jesus Christus im geschichtlichen Handeln Deus absconditus bleibt und die  nicht ausbleibende Verachtung des Evangeliums durch die Masse über die mit dem Wort begnadeten Völker sonderliche Gerichte herbeiführt12.

 

2. Vom Himmelreich Gottes

    Durch den Abfall unserer ersten Eltern von Gott sind alle Menschen von Natur in des Teufels Reich, der sie im Innersten regiert13. Darum sind sie unter dem Gesetz, unter dem Fluch, geistlich blind, taub, tot und Gott feind, und werden, soweit ihre Kräfte in Frage kommen, endlich ihrem Verführer und Fürsten aus gerechtem Verhängnis des heiligen Gottes in die Hölle folgen müssen zu ewiger Pein Leibes und der Seele14. Über solchem Jammer ist Gott selbst das Herz gebrochen. Darum hat er seinen einigen, wesensgleichen Sohn gesandt, geboren von einem Weibe und unter das Gesetz getan, der das heilige Gesetz Gottes als aller Menschen Stellvertreter vollkommen von innen heraus erfüllte, auch uns Menschen alle vom Fluch des Gesetzes erlöste, da er ward ein Fluch für uns15. Die freie Gnade Christi bringt uns ohne unser Verdienst, ohne unsere Mitwirkung Vergebung, Leben und Seligkeit16. Durch das offenbarte Gesetz als Spiegel deckt der Heilige Geist uns unser ganzes Elend außer Christus auf, so dass wir erschrecken; und durch das Evangelium, das ist die Botschaft von Christi stellvertretender Genugtuung, wirkt der Heilige Geist in unseren Herzen den seligmachenden Glauben, so dass wir Gott in Christus vertrauen17. Der Christi freies Verdienst im Evangelium ergreifende Glaube ist also nicht Menschenwerk, sondern eine freie göttliche Gabe18. Mit ihm zieht der Heilige Geist selbst in unsere bis zu diesem Augenblick vom Satan bewohnten Herzen ein, macht sie frei, versetzt uns in seine Herrschaft, ins selige Himmelreich19. In Christi Reich bewähren wir den Glauben an die Gnade in wahrer Liebe und Geduld, kämpfen aufs Äußerste wider Teufel, Welt und Fleisch, und halten uns ans offenbarte Wort, bis wir droben schauen, was wir hier geglaubt haben20. Hienieden werden alle Glieder Christi, obschon sie nach dem Fleisch unter dem Gesetz sind, nur durch das Evangelium regiert21. Droben waltet in den Seligen der vollkommene freie Wille, der nichts sonst will, als was Gott will22. Das Himmelreich, das Reich Gottes zur rechten Hand, ist die eigentliche Herrschaft Gottes, um deren willen Gott die Welt schuf und erhält23, nach dem Fall wieder hergestellt durch Jesus Christus, der für alle gefallenen Menschen ohne Unterschied die ewige Erlösung erfunden hat24. Ein unbegreiflich Geheimnis bleibt es uns, dass, während die Gottesherrschaft aus lauter Gnaden in den einen aufgerichtet wird, die anderen durch eigene Schuld in des Satans Reich verharren25. Die zu Christi Reich gehörende Minderheit wird auf Erden von der vom Teufel angeführten Mehrheit verfolgt26. Der über Himmel und Erde waltende König Christus aber ist bei seiner Schar. Er bleibt in ihnen Sieger, verkündigt durch sie das unüberwindliche Evangelium, das immer neue Seelen aus Satans Reich reißt, und führt sie zum Vollsiege, den der Jüngste Tag offenbaren wird, wenn für uns die Auferstehung des Fleisches und das ewige Leben anbrechen wird27. Wie herrlich Christus, seine Güter und sein Reich sind, werden wir dort sehen, werden Gott selbst sehen, und Gott wird um und in und durch uns vollkommen regieren zu Lob und Preis seines allerheiligsten Namens28.

 

3. Vom Christen, der in beiden Reichen ist

    Sind so die beiden Reiche oder Herrschaften Gottes völlig verschieden, so kommen sie doch in der Person des Christen zusammen; denn alle Menschen sind durch die natürliche Geburt im Weltreiche Gottes, die Christen oder Gläubigen aber durch die Wiedergeburt außerdem im Himmelreiche29. Im Himmel beheimatet, gehen sie durch diese Welt als durch eine Herberge30, erweisen aus Gottes- und Nächstenliebe den vergänglichen,harten, eigentlich für die Bösen bestimmten Herbergsordnungen und –gewalten doppelte Treue, kämpfen Schulter an Schulter mit den Ungläubigen in ihrem irdischen Beruf nach irdischen Regeln für irdische Güter31, wahren aber dabei das Herz, das in Gott mehr als genug hat, um Gottes willen dem andern alles hingibt und selbst die Feinde liebt32. Im Glauben bleibt der Christ ein freier Herr aller dinge und niemand untertan; in der Liebe aber ist er ein dienstbarer Knecht aller Dinge und jedermann untertan; er dient Christus an den Menschen, und zwar erstlich und vornehmlich, um sie aus einer untergehenden Welt zu Christus ins Himmelreich zu bringen, zum andern aber auch, um sie im Weltreich bis zum Jüngsten Tag äußerlich erhalten zu helfen33. Da Christi Kraft in seinen schwachen Jüngern mächtig ist, selbstlose Liebe in ihnen wohnt, treibt sie gerade das Ziel, die Menschen fürs Himmelreich zu gewinnen, es mit der Treue im Weltreich doppelt genau zu nehmen34. Erleuchtet vom Wort und in der Kraft des Heiligen Geistes, üben sie sich ununterbrochen auch gerade in der Kunst zu unterscheiden zwischen dem, was ihnen als Christen, und dem, was ihnen als irdischen Amtsträgern zu tun obliegt, Gott zu geben, was Gottes ist, und dem Kaiser, was des Kaisers ist35. Bleibt auch ihr Tun unvollkommen, so leben sie doch von dem vollkommenen Dienst und Verdienst Christi, ihres Heilandes, und sind hier schon ein unerhörter, aber der Welt weitgehend verborgener Segen36.

 

4. Von der wahren sichtbaren Kirche und ihrem Verhältnis zu den beiden Reichen

    Die Kirche Christi, die Gemeinschaft der Gerechtfertigten, nur der Gläubigen, aber auch aller Gläubigen, ist Christi Braut, sein einer Leib37. Sie ist nicht von der Welt, aber Werk und Werkzeug des Heiligen Geistes in der Welt. Sie ist überall da und nur da, wo das heilige Evangelium neben den beiden heiligen Sakramenten im Schwange geht38. Da Gott nur eine Kirche anerkennt, so hat auch die sichtbare Kirche, d.h. die Kirche oder Gemeinde Christi, sofern sie auf Erden durch die Getauften und Bekenner in Erscheinung tritt, nicht die Art der Weltreiche, sie ist nicht ein Ausschnitt aus der bürgerlichen Gesellschaft. Ihr Wesen ist jenseitig und verborgen. Denn wenn die Welt auch die Personen sieht, die in Raum und Zeit leben und die Gnadenmittel wahrnehmbar handhaben, so können doch Vernunft und Sinne die entscheidende Verbindung der Gläubigen mit Christus und miteinander nicht feststellen, noch die Heuchler von den wahren Bekennern unterscheiden39. Auch der Auftrag der gemischten sichtbaren Kirche ist kein anderer als der, den die in ihrem Rahmen wirkende eigentliche Kirche hat. Auch sie hat keine bürgerlichen Aufgaben, ihr einziger Auftrag besteht in der Predigt von Gesetz und Evangelium zur Rettung unsterblicher Seelen, in dem Bau rechter christlicher Gemeinden auf Erden als der Zellen des Himmelreichs40. Christi Braut bringt wohl den Gemeinwesen, unter denen sie verschleiert und verkleidet wohnt, höchsten Nutzen durch ihren sittlichen Einfluss und durch die Fürbitte für die bürgerlichen Belange41, sucht aber nicht über die Reiche dieser Welt zu herrschen, entzieht auch ihre Glieder als Bürger nicht deren Herrschaft, unterwirft aber hinwiederum auch ihre Verkündigung und ihr Werk niemals dem Gebot oder Verbot einer irdischen Macht42. –

    Sofern eine äußere kirchliche Gemeinschaft dem Auftrag der Kirche Christi treu bleibt, verdient sie den Namen der wahren sichtbaren Kirche, der, auf die geschichtlich ausgebildeten Bekenntnisse gesehen, der Evangelisch-Lutherischen Kirche zukommt. Christen dürfen ihre rechten Prediger und rechten Gemeinden bei ihrer Seelen Seligkeit nicht verlassen noch verleugnen, koste es auch Leib und Leben43. Sofern eine äußere kirchliche Gemeinschaft dem Auftrag der Kirche Christi nicht treu bleibt, trägt sie die Merkmale des Reiches des Satans an sich, der Gottes Affe bleibt und überall neben das Gotteshaus seine Kapelle setzt. Falsche Lehrer und ihre Gemeinschaft sind von rechten Christen bei der Seelen Seligkeit zu meiden, denn bewusster Ungehorsam gegen Christi Wort verdammt44. Das falsche Kirchentum, Satans größtes und gefährlichstes Meisterstück, vermischt gröblich und grundsätzlich Gesetz und Evangelium, Weltreich und Himmelreich, bekämpft zusammen mit den erklärten Gottlosen die wahre Jüngerschaft, stört die Ordnung im Weltreich und hat, geschichtlich gesehen, im „rechten großen Antichristen“, in dem die Rechtfertigung aus Gnaden verfluchenden römischen Papsttum, seine folgerichtigste und nie mehr zu überbietende Gestalt angenommen45.

 

5. Von dem, was in unserer Zeit nötig ist

    In unserer Zeit als der Zeit des dem Ende der Welt vorausgehenden Zerfalls des Protestantismus eineerseits46 und der Zunahme es Nihilismus47 sowie des Romanismus48 andererseits, ist der Kampf der ersten Gemeinden und besonders Dr. Martin Luthers erneut zu führen, mit viel weniger Aussicht auf großen geschichtlichen Erfolg, aber umso höherem Wert der Treue und umso größerer Nähe der ewigen Wende.

    In unserer Zeit, wie zu allen Zeiten, ist das Entscheidende, dass wir das Evangelium rein behalten, mit anderen Worten, über der Unterscheidung von Gesetz (den drei Bräuchen) und Evangelium wachen, und dies reine Evangelium predigen und unerschrocken an den Mannbringen in rechtem missionarischem Angriffsgeist. Das reine Evangelium lässt sich nur bei alleiniger Geltung der Heiligen Schrift in geistlichen Dingen bewahren, weshalb wir diesen siegreichen Grundsatz, dass die Schrift nicht irrt und alle Menschen unter der Schrift stehen, inmitten eines zusammenbrechenden Protestantismus der Vernunft und des Gefühls nach wie vor ernstlich betonen müssen. (Mehr denn je haben wir demgemäß in dieser kirchlichen Umbruchzeit unsere theologische Hochschule, unsere Konferenzen, auch freie Konferenzen, zu pflegen.)

    Aus dem ersten Leitsatz ergibt sich Mahnung und Trost des irdischen, aus dem zweiten Leitsatz Mahnung und Trost des himmlischen Berufs in Krisenzeiten. Aus unserem vierten Leitsatz folgt die unbedingte Verbundenheit der Christen miteinander unter dem einen erhöhten Haupt, die unbedingte Pflicht zur engsten brüderlichen Gemeinschaft und fleißigste Mitarbeit in rechtgläubigen christlichen Gemeinden und zur Treue bis in den Tod gegen das von Gott gestiftete rechtgläubige Predigtamt derselben. Ferner ergibt sich aus dem in unseren Leitsätzen Dargelegten die scharfe, nur vom Evangelium her erkennbare Unterscheidung zwischen staatlichem und kirchlichem Auftrag und die unbedingte, wenn nötig durch Martyrium zu erhärtende Freiheit des Evangeliums und des rechten Kirchenbaus von allen irdischen Rücksichten, Bindungen und Gewalten.

    So sehr wir durch Betonung der entsprechend dem ersten Brauch des Gesetzes im ersten Leitsatz ausgesprochenen göttlichen Wahrheiten in unseren Zuhörern ein gesundes Vertrauen in Gottes Wirksamkeit durch natürliche Kräfte und Gewalten in Familie, Volk und Staat wahren müssen, so entschieden müssen wir nach dem zweiten Brauch des Gesetzes vom geistlichen, ewigen Gesichtspunkt aus unerbittlich alle Sünden, auch gerade die Zeitsünden, an unseren Zuhörern strafen, die Bodenlosigkeit des erbsündlichen Verderbens und die Hoffnungslosigkeit all dessen, was Welt heißt, aufdecken, um ihnen nach dem zweiten Leitsatz das Reich Christi als einzige wahre Hoffnung groß zu machen, sie im Jenseits zu beheimaten und so im Diesseits fröhlich zu machen. Das ist unsere wahre Aufgabe und tausendmal mehr als der Hilfsdienst aufklärender Apologetik gegenüber den heute üblichen Angriffen auf das Christentum, dass wir durch die rechte Predigt von Gesetz und Evangelium unsere Zuhörer ausrichten auf die Ewigkeit, sie festmachen in der Hoffnung und in der Geduld der Heiligen. Kommt der Jüngste Tag, dann fällt das Gerüst des Weltreiches. Dann kört alle weltliche Herrschaft auf49. Dann bricht das Ehrenreich an, in dem Gott nicht mehr durch Mittel, sondern in aufgedeckter Majestät herrscht und aller Widerstand des Satans und seiner Schuppen aufhört50. Dann fällt der Unterschied von Gesetz und Evangelium und der dreifache Brauch des Gesetzes51, und bleibt nur noch erfülltes Gesetz bei uns, vollkommene Heiligung des Namens Gottes durch uns, vollkommenes Regiment Gottes in uns, vollkommene Erfüllung des Willens Gottes an, bei und über uns. Eia, wären wir da! Bis dahin lasst uns dem Feldherrn folgen und in seinem Geist mit der Waffe des Worts fröhlich kämpfen! „Das Wort sie sollen lassen stan! Das Feld muss ER behalten! Das Reich muss uns doch bleiben!“ Amen.

 

 

Der eine Auftrag der Kirche Jesu Christi

 

Roland Sckerl

 

    25. Nicht nur der hauptsächliche, sondern der eigentliche und wahre Auftrag der Gemeinde Jesu Christi, ihr von ihrem Heiland und HERRN anvertraut und wozu er sie auch ausgerüstet hat mit seinem Heiligen Geist, ist das Zeugnis von ihm als dem alleinigen Heiland aller Menschen, Apg. 1,8, der Auftrag, in alle Welt zu gehen und das Evangelium aller Kreatur zu predigen, Mark. 16,15, alle Völker zu Jüngern zu machen durch die Taufe im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes und die Lehre alles dessen, was Christus uns anbefohlen hat, Matth. 28,19, nämlich zu predigen Buße und Vergebung der Sünden, Luk. 24,47; Apg. 10,42.43. Dieser Auftrag Jesu Christi an seine Gemeinde und somit jeden einzelnen Christen gilt für alle Zeiten und im Blick auf alle Menschen und Völker ohne Ausnahme, denn es ist in keinem anderen Heil, ist auch kein anderer Name den Menschen unter dem Himmel gegeben, darin sie können selig werden, Apg. 4,12. Wahrhafte biblische Mission als Zeugnis von Jesus Christus, dem Gekreuzigten und Auferstandenen, bedeutet als Botschaft vom Kreuz Kampf, nämlich Gottes Angriff gegen Satan und sein Reich, ein Einbruch in Satans Herrschaftsbereich, Ringen mit den Mächten der Finsternis in der Gewissheit des durch Christus auf Golgatha schon vollbrachten Sieges, aber ebenso in der Gewissheit, dass die Sendung durch Jesus Christus stets auch Leiden und Trübsal mit sich bringt, Apg. 14,22; 2 Tim. 3,12. Mission ist also nicht menschliches Werk, sondern missio Dei, Mission Gottes: Es ist daher z.B. der Heilige Geist, der Saulus und Barnabas beruft und aussenden lässt; er ist es, der durch die Predigt von Menschen Sünden- und Heilserkenntnis wirkt, Joh. 16,5-8.

Apg. 1,8: Ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen, welcher auf euch kommen wird; und werdet meine Zeugen sein zu Jerusalem und in ganz Judäa und Samarien und bis an das Ende der Erde.

Mark. 16,15.16: Gehet hin in alle Welt und prediget das Evangelium aller Kreatur! Wer da glaubet und getauft wird, der wird selig werden; wer aber nicht glaubet, der wird verdammt werden.

Matth. 28,18-20: Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden. Darum gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker: Taufet sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe! Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.

Luk. 24,46.47: Also ist's geschrieben, und also musste Christus leiden und auferstehen von den Toten am dritten Tage und predigen lassen in seinem Namen Buße und Vergebung der Sünden unter allen Völkern und anheben zu Jerusalem.

Apg. 10,42.43: Und er hat uns geboten, zu predigen dem Volk und zu zeugen, dass er ist verordnet von Gott ein Richter der Lebendigen und der Toten. Von diesem zeugen alle Propheten, dass durch seinen Namen alle, die an ihn glauben, Vergebung der Sünden empfangen sollen.

Apg. 4,12: Und ist in keinem andern Heil, ist auch kein anderer Name den Menschen gegeben, darinnen wir sollen selig werden.

    26. Die Werke der Nächstenliebe (Diakonie) sind Ausdruck des Glaubens und werden auch immer Folge des durch die rechte Mission geweckten Glaubens sein, Matth. 25,35-40 - aber sie sind nicht der eigentliche Auftrag der Gemeinde. Biblische Diakonie kann dabei auch immer nur aus dem Glauben kommen und den Glauben wieder zum Ziel haben, also kann nur missionarische Diakonie sein, verbunden mit dem zweischneidigen, dem richtenden und tröstenden Gotteswort, wofür der Diakon Stephanus leuchtendes Vorbild bleibt, Apg. 6,5.8. Darum muss die Gemeinde Jesu Christi vorsichtig sein, dass ihr sozialmissionarischer Dienst nicht verquickt wird mit den Aktivitäten weltlicher Mächte, die vielleicht teilweise ähnliche äußerliche Wirkungen erzielen wollen, aber aus einem anderen Geist kommen und tatsächlich einem anderen Ziel dienen. Auch hier muss die Trennung von Gemeinde und Staat gewahrt bleiben. Die Gemeinde Jesu Christi hat nicht den Auftrag, in dieser Welt soziale Gerechtigkeit herzustellen. Dies gehört vielmehr ins Reich Gottes zur Linken.

    Hier ist auch an den Punkt 5 der Lausanner Verpflichtung von 1974 (Soziale Verantwortung der Christen) eine kritische Anfrage zu stellen. In diesem Punkt werden Evangelisation und politische sowie soziale Arbeit auf eine Ebene gehoben und es wird in keiner Weise unterschieden, dass es sich hier um zwei völlig unterschiedliche Bereiche, um Gottes Reich zur Rechten (Evangelisation) und Gottes Reich zur Linken (Staat, gesellschaftliche Ordnung) handelt. Es ist völlig richtig, dass die Gemeinde Jesu Christi in ihrer Verkündigung Unrecht beim Namen zu nennen und anhand der Gebote Gottes zu beurteilen hat. Aufgabe der Gemeinde Jesu Christi ist es aber nicht, politisch aktiv zu werden. Das gehört in den Lebensbereich des einzelnen Christen, soweit er darin sich von Gott geführt, befähigt und beauftragt sieht, auch aufgrund seiner wirtschaftlichen und sozialen Stellung dazu geführt ist, politisch und sozial aktiv zu werden. Beides ist deutlich zu unterscheiden. Hinter der „Lausanner Verpflichtung“ dürfte ein stark innerweltliches Verständnis des Reiches Gottes stehen, wie es nicht nur dem römischen Katholizismus, sondern auch dem Calvinismus eigen ist.

    Das „Manifest von Manila“ aus dem Jahr 1989 als Ergebnis des II. Weltmissionskongresses macht diesen falschen Ansatz noch deutlicher. Dies kommt etwa hervor in Punkt 9 der „21 Bekräftigungen“, in dem die Botschaft von Gottes Gerechtigkeit und Frieden als unvereinbar mit sozialer und struktureller Unterdrückung (was immer diese politisch-ideologischen Ausdrücke heißen mögen) bezeichnet wird. Diese Vermischung der beiden Reiche wird auch deutlich, wenn unter dem Thema „Das ganze Evangelium“ dann auch ein Punkt „Evangelium und soziale Verantwortung“ steht. Es ist dabei völlig richtig, dass das Evangelium eine andere Sicht für den Nächsten gibt, dass wir aus der Liebe zu Christus und zum Nächsten Ausbeutung, Unterdrückung, Unrecht, Umweltzerstörung nicht einfach verschweigen können. Es ist ebenso auch richtig, dass missionarische Arbeit vielfältig auch zu einer umfassenden Erneuerung des sozialen und Arbeitslebens geführt hat und auch führen muss. Nur sind die beiden Reiche, die unterschiedlichen Herrschaftsweisen Gottes und die verschiedenen Aufgaben der Gemeinde Jesu Christi insgesamt und des einzelnen Christen zu unterscheiden und darf das Evangelium Jesu Christi nicht politisiert werden.

    Dies alles ist in noch viel krasserer Weise geschehen durch die von dem Ökumenischen Rat der Kirchen initiierte Bewegung für „Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung“, die eine völlige Vermischung beider Reiche darstellt, wie auch der noch extremeren, aber mit ihr verbundenen „Theologie der Befreiung“, die eine völlige Politisierung und Umdeutung der Bibel ist. Beide vergessen völlig, dass eine Änderung äußerer Bedingungen nur möglich ist durch eine Änderung der Herzen, was nur geschehen kann durch die Wiedergeburt. Jeder andere Weg führt unweigerlich, wie uns die letzten 250 Jahre gezeigt haben, in den Totalitarismus mit seinem Versuch, den „neuen Menschen“ mit Gewalt herbeizuführen.

    27. Auch dem Staat, den Obrigkeiten, gegenüber hat die Gemeinde Jesu Christi keinen anderen Dienst und Auftrag als den des Wortes und des Gebets, 1 Tim. 2,1.2, Matth. 22,21, nämlich des Gesetzes, das Gottes unumstößliche und natürliche Ordnungen bezeugt und fordert, des Trostes, das den Obrigkeiten, wo sie selbst sich beugen unter das Wort Gottes, Zuspruch schenkt, des Gebetes, mit dem die Gemeinde Jesu Christi und jeder Christ vor Gott eintreten soll für die Regierenden, Vorgesetzten und das Volk und den Staat, ‚der Stadt Bestes zu suchen’, Jer. 29,7. Dies aber kann die Gemeinde Jesu Christi nicht anders und besser tun, als durch das Wort in Gesetz und Evangelium, denn Gerechtigkeit erhöhet ein Volk; aber die Sünde ist der Leute Verderben. Spr. 14,34, weshalb sie immer wieder ausrufen muss: O Land, Land, Land, höre des HERRN Wort! Jer. 22,29. Die Gemeinde Jesu Christi hat keine politischen oder politisch-sozialen Aufgaben. Sobald sie sich in diesen Bereich mengt, greift sie in ein fremdes Amt, 1 Petr. 4,15; Matth. 22,21.

1 Tim. 2,1.2: So ermahne ich nun, dass man vor allen Dingen zuerst tue Bitte, Gebet, Fürbitte und Danksagung für alle Menschen, für die Könige und für alle Obrigkeit, auf dass wir ein ruhig und stilles Leben führen mögen in aller Gottseligkeit und Ehrbarkeit.

Matth. 22,21: So gebet dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist.

Jer. 29,7: Suchet der Stadt Bestes, dahin ich euch habe lassen wegführen, und betet für sie zum Herr; denn wenn's ihr wohlgeht, so gehet es euch auch wohl.

1 Petr. 4,15: Niemand aber unter euch leide als ein Mörder oder Dieb oder Übeltäter oder der in ein fremdes Amt greifet.      

(entnommen aus: Roland Sckerl: Christliche Glaubenslehre. 2., überarb. u. erw. Aufl. Durmersheim 2009. S. 145-147)

 

 

 

 

 

 

 

BLUTZEUGEN DES CHRISTLICHEN GLAUBENS

 

Siegfried Schulz

(24.10.1888-27.08.1926)

 

    Siegfried Schulz wurde in Oberpahlen (Estland) am 24. Oktober 1888 geboren. Seine Kindheit und Jugend verlebte er sorglos, da sein Vater als Steuerbeamter ein auskömmliches Gehalt bezog; von der frommen Mutter wurde er religiös stark beeinflusst. Er bezog die Universität Dorpat, um Theologie zu studieren. In seinem dritten Studienjahr starb der Vater und hinterließ die Familie mittellos. Deshalb musste Schulz das Studium unterbrechen. Er nahm eine Stellung als Hauslehrer bei einem russischen General an, um sich die nötigen Geldmittel zu verdienen zur Beendigung seiner Studien. Da brach der [erste] Weltkrieg aus und warf ihn aus der eingeschlagenen Bahn. Er wurde zur Ableistung der Wehrpflicht einberufen, musste zeitweilig an die Front, kam in den Strudel der revolutionären Bewegung, trat der kommunistischen Partei bei, wurde Mitglied der Roten Armee und brachte es in ihr bis zur Stellung eines Divisionskommandeurs. 1920 gab er sein militärisches Amt auf, trat aus der Partei aus und nahm seine theologischen Studien in Petersburg wieder auf. Nach gut bestandener Prüfung wurde Schulz 1921 zum Pastor von Nowgorod (südlich von Petersburg) ordiniert. Er war für diese Stellung besonders geeignet, weil er gleich gut die deutsche, estnische und russische Sprache beherrschte und dort in allen drei Sprachen zu predigen hatte. Hervorragend organisatorisch begabt, ein guter Redner und energischer Arbeiter, besaß er vor allem das, was ihm bei der Bauernbevölkerung alsbald die Herzen gewann: Er war im Umgang schlicht und einfach und verstand es, sich in deren Denkweise und Lebensauffassung hineinzufinden, so dass er mit ihr „in ihrer Sprache reden“ konnte. Als die Frage der Pastorisierung Westsibiriens an die russisch-evangelische Kirche [Evangelisch-Lutherische Kirche Russlands]  herantrat, schien hierfür niemand geeigneter als Schulz. 1925 wurde er dorthin geschickt, erkrankte jedoch in Omsk nach kurzer Arbeit an Typhus und musste in die Heimat zurück. 1926 zog er aufs neue hin, weil ihn die Leute dort lieb gewonnen hatten und ihn dauernd als Seelsorger wünschten. Die estnische kommunistische Partei dort empfand ihn jedoch als ein Ärgernis und der Leiter der antireligiösen Propaganda schoss ihn hinterrücks nieder, weil Schulz durch den großen Einfluss, den er gewonnen hatte und der sich immer mehr steigerte, die antireligiöse Bewegung schädigte. Es geschah dies in Tara, 300 Werst von Omsk am Irtysch gelegen.

        (aus: Otto Michaelis: Protestantisches Märtyrerbuch. 2., erw. Aufl. Stuttgart 1927. S. 85 f.) 

 

 

Paul Richter

(21.07.1894-13.08.1942)

 

    Paul Richter war das älteste von drei Kindern eines selbständigen Stellmachermeisters in Kaitz (Dresden). Das Elternhaus war christlich geprägt und hielt sich eng an die sächsische Landeskirche. Paul Richter besuchte zunächst die Dorfschule an seinem Ort, wechselte dann auf die Bürgerschule und legte schließlich sein Abitur am Wettiner Gymnasium in Dresden ab. Im Jahr 1914 begann er in Kiel mit dem Studium der Theologie, das er dann in Münster und Erlangen fortsetzte und in Leipzig abschloss, mit dem Ziel, Pfarrer zu werden. 1917 musste er allerdings aufgrund des ersten Weltkrieges sein Studium unterbrechen und diente bis 1919 als Sanitätssoldat. Im Winter 1919/20 konnte er, ohne das Studium wieder aufgenommen zu haben, an der Universität in Leipzig das erste theologische Examen ablegen. Vom Juni 1920 bis September 1921 war er als Diakonatsvikar in Bald Elster tätig, wo er auch im Dezember 1920 an der dortigen Trinitatiskirche zum Pastor ordiniert wurde. Vom Oktober 1921 bis 1928 hatte er dann seine erste Pfarrstelle in Bärenstein im Osterzgebirge, und begann zu Ostern 1928 seinen Dienst an der St. Nicolaikirche in Wilsdruff. Noch in Bärenstein hatte er 1921 die Kantorstochter Johanna Hentsch geheiratet, die ihm eine zuverlässige Stütze in seinen Diensten war.

    Im Zentrum seines persönlichen Lebens wie auch seines Gemeinde- und vor allem Seelsorgedienstes standen das Kreuz Christi und das Wort vom Kreuz. Von daher suchte er bewusst als Christ zu leben und strebte auch nach Gerechtigkeit im Alltag. Sein Dienst war auch geprägt von seiner Hinwendung zu den Bedrängten, den Armen, den Menschen in Not, denen er durch das Wort Gottes, durch Trost und Gebet, aber auch durch praktische Hilfeleistung und materielle Unterstützung beizustehen suchte. Seine Haltung fand unter anderem Ausdruck in dem von ihm selbst angefertigten Eichenkreuz über dem Eingang der Friedhofskapelle in Wilsdruff.

    Seinem konsequent christlichen Denken widerstrebte die nationalsozialistische Ideologie völlig. Daher passte er sich ihr auch nach der Machtergreifung 1933 nicht an und widersetzte sich auch dem Versuch von Staat und Partei, die Kirche zu vereinnahmen. Von Anfang an hielt er sich zum Pfarrernotbund und der Bekennenden Evangelisch-Lutherischen Kirche in Sachsen. Er stellte sich sowohl gegen den Rassenwahn als auch dem Versuch, das Führerprinzip in der Kirche durchzusetzen und wandte sich mit dem Hinweis auf die Bibel sowohl gegen Anweisungen des Staates als auch nationalsozialistisch geprägte Vorgaben der Kirchenleitung. So geriet er früh in das Fadenkreuz der Partei und der Gestapo sowie der staatshörigen Kreise der offiziellen Kirchenleitung. Sehr bald erhielt er Predigtverbot und wurde im März 1934 für sechs Monate von seinem Amt suspendiert und sein Gehalt auf die Hälfte gekürzt. Im März 1939 versuchte man, ihn mit einer Geldstrafe von 200 Reichsmark (heute etwa 3.000 Euro) einzuschüchtern. Im Oktober 1941 wurde er von der Gestapo zunächst verhört und am 10. November 1941 verhaftet. Er war nach einem seelsorgerlichen Gespräch mit einer Witwe, deren Mann an der Front Selbstmord begangen hatte, wegen „Wehrkraftzersetzung“ bei der Gestapo denunziert worden. Er war zunächst im Polizeigefängnis in Leipzig untergebracht; im März 1942 wurde seine Einweisung ins KZ Dachau verfügt. Bereits auf dem Gefangenentransport von Dresden nach Dachau erlitt er wegen der harten Haft- und Transportbedingungen eine schwere Nierenkolik, so dass er für kurze Zeit in das Krankenhaus in Plauen gebracht wurde, wo seine Frau ihn heimlich noch einmal besuchen konnte. Im KZ Dachau wurde er als politischer Gefangener im sogenannten „Pfarrerblock“ mit 20 Evangelischen und 100 katholischen Pfarrern auf einer Stube untergebracht und im Arbeitskommando „Plantage“ eingesetzt. Er war dieser schweren körperlichen Arbeit, vor allem aufgrund der ungünstigen Witterung, der schlechten Kleidung und der unzulänglichen Ernährung auf die Dauer nicht gewachsen. Er kam schließlich ins völlig erschöpft ins Krankenrevier, wo er am 13. August 1942 starb. Nach offizieller Version starb er an Herz- und Kreislaufversagen bei Darmkatarrh. Der für den 23. August 1942 von der Kirchengemeinde Wilsdruff geplante Gedenkgottesdienst für Paul Richter wurde von der NSDAP verboten.

                                              (nach: http://de.wikipedia.org/wiki/Paul_Richter_%28Pfarrer%29)

 

THEOLOGISCHE ANMERKUNGEN

 

Jesuiten:

    Mit dem Argentinier Jorge Bergolgio als „Franziskus I.“ ist erstmals ein Jesuit zum Papst gewählt worden. Nach außen hin tritt er bescheiden, demütig auf, ist außerdem sehr um ökumenische und synkretistische Kontakte bemüht und gibt sich als Vertreter der Armen. Zugleich werden ihm aus seiner Arbeit in Argentinien gute Kontakte zu evangelikalen Kreisen nachgesagt und nicht wenige Evangelikale (z.B. Thomas Schirrmacher und andere Vertreter der Weltweiten Evangelischen Allianz) haben seine Wahl sehr begrüßt und erwecken den Eindruck, als würde Rom auf die Evangelikalen zugehen. Wer aber ist dieser Papst wirklich?

    Ein Schlüssel dazu ist sicher die Tatsache, dass er ein Jesuit ist. Es ist daher durchaus wichtig und hilfreich, sich damit zu beschäftigen, was die Jesuiten, die „Societas Jesú“, wie sie offiziell heißen, sind, wie sie entstanden, wovon sie geprägt werden, was ihre Ziele sind.

    Gründer des Jesuitenordens war der Baske Ignatius von Loyola (1491-1556), ein Adliger, der nach einer schweren Verwundung sich vom weltlichen dem „geistlichen Rittertum“, wie er es sah, zuwandte. Seinen „geistlicher Weg“, den er selbst im „Bericht des Pilgers“ beschrieben hat, hat er mit den darin gemachten Erfahrungen zur Grundlage seiner Exerzitien (geistlichen Übungen) gemacht, die in ihrer Hauptform über vier Wochen gehen und die jeder Jesuit einmal im Jahr über sich ergehen lassen muss. Das, was er da als seine „Buße“ beschreibt, ist vor allem geprägt von innerem Erleben, von Phantasie.1 Die erste Zeit seines „neuen Weges“ war geprägt von Askese, wie er sie bei Franz von Assisi und Dominikus vorfand. Überhaupt war seine geistliche Entwicklung nicht von der Heiligen Schrift, sondern von Heiligenberichten geprägt, die er in Phantasien, Bildern, Gefühlen, Gedanken umzusetzen suchte. Es ging ihm darum „sich zu reinigen, sich zu retten, sich zu erlösen“.2 Für Gewissensqualen, die er durchaus hatte wegen der von ihm begangenen Sünden, suchte er nicht Trost in der Vergebung, die Jesus Christus für uns erworben hat, sondern suchte sie durch Willensanstrengungen und Bußübungen niederzuringen und fühlte sich so von ihnen befreit. Hier wird der diametrale Unterschied zu Luther deutlich, der in seiner Gewissensnot anhand der Heiligen Schrift mit Gott rang und durch das Wort zur Erkenntnis der Gnade Gottes in Jesus Christus, zur Rechtfertigung allein aus Gnaden, allein um Christi Verdienst willen, allein durch den Glauben kam und so zum Reformator wurde. Ignatius ging genau den entgegen gesetzten Weg. Frömmigkeit ist für ihn vor allem Disziplin in Unterwerfung unter die Kirche. So wurde er zum Bekämpfer der Reformation.3

    Ignatius von Loyola ist sehr stark geprägt von der Mystik, die auch seine Exerzitien bestimmen, wobei er sie aber umformte in der Hinsicht, dass sie dazu dienen sollen, die Exerzitanten zu willenlosen Werkzeugen zu prägen. Der Weg des Basken ist nicht zuletzt bestimmt durch Visionen, wie etwa diejenige von La Storta von 1537, die er als seine „Berufung“ zum bedingungslosen Dienst für das Papsttum ansah, oder die „Marienvision“, durch die er in seinen Bußübungen den entscheidenden Trost empfangen haben will.4 All das macht deutlich, dass die jesuitische Frömmigkeit keine von der Bibel geprägte Frömmigkeit ist, vor allem nicht von der Bibel allein, sondern dass es bei ihr um Visionen, Erfahrungen, Phantasien geht. Das heißt: Andere Mächte bekommen hier einen ganz entscheidenden Einfluss.

    Das, worum es Ignatius von Loyola ging und was den Jesuitenorden geprägt hat und prägt, ist die bedingungslose Unterwerfung unter die Heilige Schrift und die Kirche, wobei die Kirche zum entscheidenden Moment wird. „Ich will glauben, dass Weiß Schwarz ist, wenn es die Kirche so definiert.“ Oder, in einer anderen Version: „Wir müssen, um in allem das Rechte zu treffen, immer festhalten: Ich glaube, dass das Weiße, das ich sehe, schwarz ist, wenn die hierarchische Kirche es so definiert.“5 Entgegen allem, was da sonst über die Treue zur Bibel, über die persönliche Christusbeziehung (von der durchaus in Anlehnung an die Reformation immer wieder gesprochen wird) gesagt wird, steht das im Zentrum: absolute Unterwerfung unter die römisch-katholische Lehre, die Hierarchie, bis hin zur Aufgabe der eigenen Vernunft, des Gewissens, um ein willenloses Werkzeug zu sein in der Ausbreitung der Lehre Roms und vor allem im Kampf gegen die Reformation und die aus ihr hervorgegangenen Kirchen.

    Das ist auch das zentrale Ziel der Exerzitien, die geprägt sind von großer psychologischer Kenntnis, um den Menschen völlig umzuformen oder zu manipulieren, und zwar durch intensive Heranziehung, Füllung, Prägung der Sinne, vor allem der Phantasie. So gilt etwa als Höhepunkt der ersten Woche, die unter dem Thema „Sünde“ steht, die „Höllenvision“, in der mit allen Sinnen die Hölle möglichst eindrücklich erlebt, ja, „der Schwefel der Hölle gerochen“ wird. Der Übende soll gar das weite Feuermeer sehen und die in den glühenden Körpern eingeschlossenen Seelen, soll ihr Geheul hören. Fasten und Geißelungen sollen diese Betrachtungen unterstützen. Das Licht der Sonne wird verbannt, alles muss dunkel sein.6 All das hat mit biblischer Buße, mit biblischer Sündenerkenntnis und Sündenbetrachtung nichts zu tun, sondern ist geprägt von Eigenwirken, dazu von einer Öffnung zu fremden Mächten. Es sollen diese „geistlichen Übungen“ ja auch nicht zu biblischer Umkehr, biblischem Glauben führen, die eine Bekehrung von Willen und Vernunft einschließen, sondern zum Töten des Willens und der freien Vernunft, um sie zu Werkzeugen der Vorgesetzten und der Kirchenhierarchie zu machen.

    Wenn in der zweiten Woche das Leben Jesu betrachtet wird, so geht es auch da nicht darum, es anhand der Schrift zu bedenken, sondern es sich mit seiner Phantasie alles vorzustellen, zu erleben. Ähnlich in der dritten Woche beim Betrachten der Leiden Jesu. Hier soll der Übende dann die Leiden und Qualen etwa mitfühlen. In der vierten Woche, in der es um Christi Auferstehung und Herrlichkeit geht, soll ein Gefühl des Friedens und der Seligkeit erzeugt werden. Erst jetzt dürfen dann die Fenster wieder freigemacht, darf das Sonnenlicht wieder eindringen.7

    Worum geht es bei diesen Exerzitien oder „geistlichen Übungen“? Welches Ziel verfolgen Ignatius und der Jesuitenorden damit? Es geht, wie oben schon angezeigt, um die Willensschulung. Durch Füllung, Prägung und damit Beherrschung der Phantasie des Übenden soll auch dessen Willen beherrscht werden. Der Übende soll so zu einem willigen Instrument seiner ihn Leitenden werden – ohne dass er selbst es merkt, wie er manipuliert, wie er „umgedreht“, beherrscht wird. Es gilt das völlige Opfer des Willens und der Vernunft zugunsten der kirchlichen Lehre und Disziplin. Es geht tatsächlich um den Kadavergehorsam, darum, dass der Jesuit sich von seinen Oberen leiten lasse „als ob er ein Leichnam“ wäre. Der Begriff des Kadavergehorsams, der übrigens schon von dem immer so gelobten Franz von Assisi stammt, der ihn auch bereits forderte, wurde von Ignatius von Loyola aufgegriffen, und zu einer Grundregel des Jesuitenordens.8 In der Satzung des Jesuiten heißt es: „Wir sollen uns dessen bewusst sein, dass ein jeder von denen, die im Gehorsam leben, sich von der göttlichen Vorsehung mittels des Oberen führen und leiten lassen muss, als sei er ein toter Körper [wörtlich: ein Kadaver, ein Leichnam], der sich wohin auch immer bringen und auf welche Weise auch immer behandeln lässt, oder wie ein Stab eines alten Mannes, der dient, wo und wozu auch immer ihn der benutzen will.“9 Auch die ebenfalls stark von der Mystik geprägte Katharina von Siena vertrat solche Ansichten.10 Das geht so weit, dass man sich nicht einmal ein eigenes Gewissen bewahren soll. Zwischen Gott und das von ihm geprägte Gewissen schiebt sich die römisch-katholische Kirche mit ihren Befehlen, denen bedingungslos zu gehorchen ist.11 Das hat dann auch zu dem geführt, was man als „Jesuitenmoral“ bezeichnen kann, was verbunden wird mit dem Begriff des „geistigen Vorbehalts“: Danach kann man mit Worten eine Aussage machen, bis hin zum Eid oder einem Versprechen, und tatsächlich etwas ganz anderes meinen, wenn es nur einem „guten Zweck“ dient. In einer jesuitischen Morallehre findet sich daher auch fast wörtlich der berüchtigte Grundsatz: „Der Zweck heiligt die Mittel.“12 Was das bedeutet, was das für eine Art von „Frömmigkeit“ darstellt, kann man sich ausmalen, auch, warum Heinrich Himmler sich beim Aufbau der SS den Jesuitenorden zum Vorbild nahm13. All das ist Welten entfernt von biblischer Frömmigkeit, von biblischen Glaubensgehorsam gegenüber Gott und seinem Wort. Da sollen wir allerdings unsere Vernunft gefangen nehmen unter den Gehorsam Christi (2. Kor. 10,5), aber das geschieht bewusst, willentlich, und aufgrund des Wortes der Heiligen Schrift – nicht manipuliert, nicht menschlichen Forderungen, Befehlen gegenüber.

    Der Jesuitenorden war und ist daher gekennzeichnet von einer geradezu militärischen Disziplin, straffer Hierarchie und unbedingtem Gehorsam, vor allem gegenüber Rom.

    Wozu aber wurde er gegründet? Was sind seine Aufgaben? Äußerlich werden sie beschrieben als Predigt, Seelsorge, Beichte hören, dann vor allem Erziehungs- und Schulwesen, bis hin zu Universitäten, in neuerer Zeit auch Sozialarbeit.14 Aber das ist nur das Formale. Das eigentliche Ziel, die eigentliche Absicht dieses Ordens geht auf etwas anderes: Ausbreitung des römischen Katholizismus mit allen nur erdenklichen Mitteln, Zerstörung der Reformation und der daraus erwachsenen Kirchen. Daran hat der Jesuitenorden seit seinen Anfängen mit allen Mitteln gearbeitet – und wenn man die oben angeführten Grundsätze, einschließlich der „Jesuitenmoral“ bedenkt, so kann man sich vorstellen, was das heißt. Offiziell haben die Angehörigen des Ordens zwar nie irgendwelche bedeutenden Ämter anstreben dürfen, tatsächlich aber haben sie schon im 16. Jahrhundert immer mehr wichtige Ämter in der römisch-katholischen Kirche an sich gerissen, so dass von ihrem Ordensgeneral in Rom auch als von dem „schwarzen Papst“ gesprochen wurde.15 Vor allem als Beichtväter haben sie von früher Zeit an einen ungeheuren Einfluss ausgeübt. Zum einen, weil sie durch ihre Jesuitenmoral vielerlei Sünden als geringfügig einstuften, vor allem aber, weil sie aufgrund dessen, was sie als Bußübungen, „Genugtuung“ aufgaben den Kampf gegen alles Reformatorische zu intensivieren suchten. Vor allem sahen sie zu, dass sie an vielen Höfen zu Beichtvätern der bedeutenden Männer, wenn möglich sogar der Fürsten, wurden, und haben so massiven Anteil an der oftmals blutigen Gegenreformation gehabt. Auch ihre Predigt, ihr Schul- und Universitätswesen zielt darauf ab, die Kinder und Jugendlichen mit der römisch-katholischen Irrlehre zu indoktrinieren und sie gegen die Reformation einzunehmen. Da leider auch evangelische Adlige im 17. und 18. Jahrhundert meinten, ihre Kinder auf solche Schulen schicken zu müssen, haben sie viele Einbrüche in evangelische Bereiche erzielt.

    Besonders drastisch zeigte sich ihr Einfluss in diesem Bereich zum einen in den Ländern der Habsburgermonarchie, dann aber vor allem in Polen, einem Land, in dem ein Großteil des Adels zu evangelischen Kirchen gehörte und auch in den Städten vielfach das evangelische Bürgertum dominierend geworden war. Als Beichtväter der Könige und als Prediger setzten sie alles daran, dass der evangelische Glaube möglichst ausgerottet würde. Sie schreckten auch nicht davor zurück, die Massen zu Gewalttaten, die Zerstörung evangelischer Kirchen, anzustacheln, so in Posen, Krakau und Wilna. 1717 setzten sie es durch, dass der Neubau evangelischer Kirchen verboten wurde; außerdem sollten alle seit 1632 gebauten evangelischen Kirchen in Polen wieder abgerissen werden. Auf Austritt aus der römisch-katholischen Kirche stand die Todesstrafe.16 Auch das Thorner Blutbad 1724, bei dem der erste Bürgermeister Rösner und neun weitere angesehene Bürger hingerichtet wurden, wurde von ihnen veranlasst.17 Ebenso haben sie im westfälischen Paderborn, in Verbindung mit dem Fürstbischof Dietrich IV. von Fürstenberg, mit Tücke und brutaler Gewalt die Rekatholisierung dieser einst ganz evangelisch-lutherischen Stadt betrieben, deren Höhepunkt 1604 die Vierteilung des Bürgermeisters Liborius Wichard war.18 Das nur als ein paar Beispiele dessen, was die Ziele der Jesuiten sind, und wie sie diese durchzusetzen versuchten und versuchen.

    Auch wenn nicht damit zu rechnen ist, dass die Jesuiten offen diese brutalen, gewalttätigen Methoden in nächster Zukunft wieder anwenden werden, zumindest in Mitteleuropa, so sollte sich niemand darüber täuschen, was ihr Ziel ist und bleibt: die Durchsetzung der römisch-katholischen Lehre und die Zerstörung der Reformation, die Rekatholisierung nicht nur Europas, sondern aller anderen Länder auch, einschließlich Lateinamerikas, wo der römische Katholizismus sich ja im Rückzug befindet. Da Rom, besonders auch der neue Papst, dabei derzeit ja durchaus verbindend, demütig auftreten und genau die Themen ansprechen, die die Menschen gerne hören wollen – auch große Teile der Evangelikalen, die auf das soziale Evangelium umgeschwenkt sind –, nämlich soziale Gerechtigkeit, das Ringen um eine „bessere Welt“, dazu eine „persönliche Beziehung zu Christus“, so ist die Gefahr durchaus real, dass Rom viele Einbrüche im evangelischen Bereich auch heute verzeichnet. Immer wieder sind ja in den letzten Jahrzehnten aus ethischen Gründen Menschen zur römisch-katholischen Kirche übergetreten, da sie nach außen sich ethisch stabiler gibt, obwohl sie im Inneren mindestens so morbid ist wie die evangelischen Großkirchen.

 

Evangelical Catholics?

Im Nachrichtendienst „idea“ vom 11.06.2013 heißt es, dass in den USA „evangelikale Katholiken“ auf dem Vormarsch seien. Sie werden dabei als Menschen beschrieben, die die „Bedeutung der persönlichen Beziehung zu Jesus Christus durch Bibelstudium, Sakramentsempfang und Evangelisation“ betonen würden. Weiter heißt es in dem Bericht, dass es eine „große Schnittmenge mit der evangelikalen Bewegung im Protestantismus“ gebe. In dem Bericht wird vor allem auf George Weigel und sein Buch „Evangelical Catholicism: Deep Reform in the 21st Century Church“ verwiesen und dabei herausgestellt, dass diese Bewegung, „ähnlich wie die gleichnamige Bewegung im Protestantismus“, auf „Bekehrung, Glaubenstreue, Jüngerschaft und Evangelisation“ setze. Mit diesem Bericht wird der Eindruck erweckt, als gäbe es Evangelikale im Protestantismus und im Katholizismus und als würden sich Rom und die Evangelikalen annähern. Solch eine Annäherung mag nun tatsächlich stattfinden – aber dadurch, dass die Evangelikalen immer mehr auf Rom zugehen (und durch die arminianische Irrlehre vom freien Willen und der Mitwirkung an der Bekehrung im Blick auf die Rechtfertigung ja tatsächlich viele Ähnlichkeiten aufweisen).

    Was aber ist tatsächlich unter diesem verführerischen Begriff „Evangelical Catholics“ zu verstehen? Ein Interview, das George Weigel Catholic World Report am 28.03.2013 gegeben hat (nachlesbar unter: http://www.catholicworldreport.com/Item/2133/evangelical_catholicism_pope_francis_and_the_21stcentury_church.aspx#.Ub3ywNid14w) zeigt dies auf: George Weigel wird dort vorgestellt als jemand, der eine zweiteilige Biographie über den (Marienanbeter) Papst Johannes Paul II. geschrieben hat (was ja schon sehr viel besagt über seine wirkliche geistliche Stellung). Er beschreibt den „evangelikalen Katholizismus“ als die „Form“, in der der Katholizismus im 20. und 21. Jahrhundert erscheine, begonnen mit Papst Leo XII., besonders geprägt durch das zweite Vatikanische Konzil (das sich ja ganz und gar auf Trient gründete und zu den alten Irrlehren noch neue, wie universalistisch-allversöhnerische Tendenzen, die Behauptung, den gleichen Gott wie die Moslems zu haben, hinzufügte), ausgelegt durch Johannes Paul II. und Benedikt XVI. Dabei sieht er diese „Form“ des Katholizismus in Erbfolge auf den patristischen Katholizismus, den mittelalterlichen Katholizismus und die Gegenreformation. Das heißt doch eindeutig, dass er sich ausdrücklich zu diesen Irrwegen, insbesondere auch zur Gegenreformation, bekennt.

    George Weigel hebt weiter hervor, dass vor allem die Aussagen in Verbum Dei des zweiten Vatikanischen Konzils ganz wichtig seien, nämlich dass der römische Katholizismus nicht nur für die eigenen Mitglieder eine Wahrheit habe, sondern dass er die Wahrheit überhaupt vertrete, für die ganze Welt. Das sollte nun doch eigentlich jeden wirklichen (protestantischen) Evangelikalen hellhörig machen und die Alarmglocken schrillen lassen, denn das heißt ja: Auch die „evangelikalen Katholiken“ sind ganz und gar römische Katholiken, die vehement und entschieden die römisch-katholischen Irrlehren vertreten, nur nach außen hin in einem „evangelikalen“ Gewand, so, wie sie zuvor versucht haben, sich ein mehr evangelisches oder reformatorisches anzuziehen. Es geht den „evangelikalen Katholiken“ um römisch-katholische Mission! Das kann man ihnen als römischen Katholiken an sich nicht einmal vorwerfen, sie sind wenigstens ihrer Überzeugung damit treu, aber dass sie nach außen hin so tun, als wären sie doch ähnlich die wie wirklichen Evangelikalen, und den Kontakt zu ihnen suchen, das ist das Hinterhältige, Falsche, aber aus der Jesuitenmoral durchaus nicht Unbekannte. So rät Weigel etwa dazu, die Aussageweise Roms in sofern zu ändern, als es nicht mehr sagen sollte „die Kirche lehrt“, sondern „das Evangelium offenbart“ – ohne dabei aber eine andere Lehre zu vertreten. [Allerdings, das hat er vielleicht dabei nicht bedacht, könnte genau das der Ansatzpunkt sein, dass bisher römische Katholiken solche Aussagen wirklich an der Bibel überprüfen und dann feststellen, dass sie unbiblisch sind. So kann Gott der HERR diese Manöver Roms dazu gebrauchen, dass viele Menschen aus der römischen Irrlehre zu biblischer Wahrheit gelangen und Rom den Rücken kehren.]

   Die „evangelikalen Katholiken“ sehen sich als Vertreter eines missionarischen Katholizismus und betrachten gerade den neuen Papst als jemanden, der ihrer Richtung angehört, sie vorantreiben wird, was Weigel durch Gespräche mit dem jetzigen Papst aus seiner Zeit als Erzbischof in Buenos Aires 2012 bestätigt sieht. Es geht dabei aber immer um die Verbreitung des römischen Katholizismus, wie gerade auch sein starker Hinweis auf Robert Barron und seine Filmserie „Catholicism“ zeigt.

    Gibt es also „evangelikale Katholiken“? Es gibt drei Gruppen, die sich so nennen, nämlich zwei Kirchengemeinschaften (Evangelical Catholic Church, aus hochkirchlich-lutherischem Hintergrund kommend; Evangelical Catholic Church in the USA, gegründet als Katholisch-Apostolische Kirche in Brasilien, aus römisch-katholischem Hintergrund kommend) und eben diese Erneuerungsbewegung innerhalb der römisch-katholischen Kirche, die aber, und das ist ganz wichtig, voll und ganz auf dem Boden Roms und der Konzile steht. Die Meinung, die von etlichen, gerade im evangelikalen Raum, vertreten wird, als handele es sich hier um Geistesverwandte in dem Sinne, dass es hier reformatorisch oder evangelisch gesonnene Christen gäbe, die derzeit noch innerhalb der römisch-katholischen Kirche sind, ist ein gefährlicher Irrtum. Es sind hundertprozentig römische Katholiken, die ihre Lehre ernst nehmen und sie missionarisch vertreten. Das, was Rom und die biblisch-reformatorischen Kirchen seit bald 500 Jahren trennt, das trennt uns auch von denen die sich „evangelical Catholics“ nennen.

    Was in all den Gedanken, die oft von Wünschen geleitet, über Änderungen bei Rom, auch im Blick auf den neuen Papst, völlig ausgeblendet wird, das ist das, was Gottes Wort, gerade in den prophetischen Aussagen, über den Antichristen sagt, unter anderem in Offenbarung 13, in denen wir, wenn wir weitere Aussagen der Offenbarung und auch aus Daniel hinzu nehmen, sehr klar das Papsttum erkennen: einmal in seiner weltlichen Ausprägung, auch in Verbindung mit den weltlichen antichristlichen Mächten, dann in seiner geistlichen antichristlichen Ausprägung. Daraus wird sehr deutlich, dass wir keine Änderung zu erwarten haben, dass vielmehr das Papsttum versuchen wird, sich an die Spitze einer Welteinheitsreligion, eines Weltethos zu setzen, einen Synkretismus unter der Leitung des Papstes zu versuchen. Das wird hinauslaufen auf eine noch massivere Verfolgung der Gemeinde Jesu Christi, nicht zuletzt auch durch das Papsttum und die mit ihm verbundenen Mächte. Ich weise hier auch hin auf mein Heft: „Anmerkungen zur Offenbarung Jesu Christi an Johannes.“

 

Ist nur der Mensch Jesus Christus für uns gestorben und auferstanden?

So heißt es in einem Artikel von René Malgo im „Mitternachtsruf“ vom 08.08.2013 („Ist Jesus Christus immer noch Mensch?“), in dem er immerhin deutlich bekennt, dass auch heute noch beide Naturen in der einen Person Jesu Christi sind, aber zugleich, ganz nach Art der reformierten Theologie, dann die Eine Person zerreißt und die beiden Naturen stark trennt und so behauptet, dass Gott nicht gestorben sei, sondern nur der Mensch Jesus Christus, entsprechend auch nicht Gott auferstanden sei, sondern nur der Mensch Jesus Christus, auch nur der Mensch Jesus Christus gen Himmel gefahren. Damit ist die Einheit der Person aufgegeben.

    Diese Behauptungen widersprechen auch den klaren Aussagen der Bibel: Zunächst werfen sie ja die Frage auf, ob Jesus Christus denn nur nach seiner menschlichen Natur unser Erlöser wäre. Hier dringt leider die reformierte Theologie stark durch, die mit ihrem apriori aufgestellten Axiom (Extra-Calvinisticum), dass die menschliche Natur unfähig sei, die göttliche Natur aufzunehmen (gegen Kol. 2,9), die beiden Naturen in der Einen Person Jesus Christus immer stark geschieden hat – bis dahin dass sie bis heute den Tod Gottes am Kreuz leugnet (auch wenn es richtig ist, dass dies mit unserer Vernunft nicht zu fassen ist, da doch Gott nicht sterben kann). Wir haben aber das klare Zeugnis der Schrift, dass Gott versöhnt wurde durch den Tod seines Sohnes, Röm. 5,10, und dass Er die Kirche Gottes erworben hat durch sein Blut, Apg. 20,28. Johannes schreibt, dass uns das Blut Jesu Christi, seines Sohnes, rein macht von aller Sünde, 1. Joh. 1,7; und Petrus betonte in einer Predigt, dass die Juden „den Fürsten des Lebens“ getötet hatten, was eindeutig eine Bezeichnung für Gott ist, Apg. 3,15. Darum heißt es auch, dass Gott seinen eigenen Sohn nicht verschont hat, Röm. 8,33. Darum konnte Paulus auch schreiben, dass sie den HERRN der Herrlichkeit gekreuzigt haben, Kol. 2,8. Und derjenige, der auferweckt wurde, ist der Sohn Gottes, wie es Röm. 6,4 deutlich heißt, dass er durch die Herrlichkeit des Vaters auferweckt wurde. Und so hat der, den Johannes auf Patmos gesehen hat, nämlich der, der das A und das O ist, der Anfang und das Ende, eben der HERR, Offenb. 1,8, auch von sich gesagt, dass er, der der Erste und der Letzte ist, tot war und lebendig ist von Ewigkeit zu Ewigkeit und die Schlüssel der Hölle und des Todes hat, Offenb. 1,17-18. Damit bezeugt der HERR deutlich, dass er, der wahrer Gott und wahrer Mensch in einer Person ist, unvermischt und unzertrennt, gestorben und auferstanden ist.

    Es ist also ganz wichtig, dass die Eine Person nicht auseinandergerissen wird. Es ist durchaus in Ordnung, die Eigenschaften, die jeweils einer Natur besonders eigen sind, auch von dieser Natur her zu betrachten – aber wir dürfen die Gemeinschaft der Naturen und damit auch ihrer Eigenschaften in der Einen Person nicht zerstören, wie es leider in dem Artikel geschehen ist. Von dieser Gemeinschaft der Naturen schreibt z.B. Paulus im Galaterbrief, wenn er sagt, dass Gott seinen Sohn sandte, geboren von einem Weibe, Gal. 4,4, oder wenn Johannes schreibt, dass das Blut des Sohnes Gottes uns rein macht von aller Sünde, oder wenn Jesus Christus, der ja in sichtbarer Gestalt vor den Jüngern stand, von sich sagt – und das bezieht eben die menschliche Natur mit ein -, dass ihm alle Gewalt gegeben ist (Allmacht) und dass er bei ihnen sein wird alle Tage, bis an der Welt Ende (Allgegenwart).

    So ist es auch richtig, dass die Himmelfahrt Christi vor allem der Inthronisierung nach der menschlichen Natur galt, nämlich dass er nun, im Gegensatz zu seinem Stand der Erniedrigung, auch nach seiner menschlichen Natur nun seine göttliche Majestät nicht mehr verborgen hält. Aber es wäre falsch zu sagen, die menschliche Natur sei im Himmel (der dann als ein begrenzter Raum aufgefasst wird, was auch falsch ist), während die göttliche Natur allgegenwärtig wäre. Damit wäre wieder die Eine Person zerrissen, gegen das Zeugnis der Schrift. Die Eine Person, mit beiden Naturen, ist allgegenwärtig, denn die eine Natur teilt der jeweils anderen Natur ihre Eigenschaften mit und gibt ihr Teil daran.

 

 

 

ZEICHEN DER ZEIT

 

Aktuelles:

Familie neu denken?

Unter dem Titel „Familie neu denken“ hat die sogenannte „Evangelische Kirche in Deutschland“ (EKD) eine „Orientierungshilfe“ herausgegeben, die zeigt, dass diese Organisation selbst überhaupt keine Orientierung mehr hat und sie daher auch niemandem geben kann. Das Papier ist Ausdruck des bibelwidrigen, antichristlichen neomarxistischen Zeitgeistes und ganz ähnlich in seinen Aussagen wie etwa die Kundgebungen der sich „christlich“ nennenden Parteien im Bundestag. So heißt es dann darin: „Wo Menschen auf Dauer und im Zusammenhang der Generationen Verantwortung füreinander übernehmen, sollten sie Unterstützung in Kirche, Gesellschaft und Staat erfahren.“ Und weiter: „Dabei darf die Form, in der Familie und Partnerschaft gelebt werden, nicht ausschlaggebend sein. Alle familiären Beziehungen, in denen sich Menschen in Freiheit und verlässlich aneinander binden, füreinander Verantwortung übernehmen und fürsorglich und respektvoll miteinander umgehen, müssen auf die Unterstützung der evangelischen Kirche bauen können.“ Damit wird die von Gott vorgegebene Stiftung der Ehe als der lebenslangen Verbindung eines Mannes und einer Frau, unter Beachtung der ehehinderlichen Verwandtschaftsgrade, zu gegenseitiger Liebe und Treue, gegenseitiger Unterstützung und zur Fortpflanzung des Menschengeschlechts, (1. Mose 1,26-27; 2,18.21-24; 3. Mose 18; Matth. 5,27-32; 19,3-9; 1. Kor. 7,2-5; Eph. 5,23-32) und damit auch als Grundlage der Familie im Kleinen (Vater, Mutter, Kinder) und der Großfamilie (mit weiteren Generationen) aufgegeben zugunsten des heidnischen Zusammenlebens von Menschen, die keineswegs Vater, Mutter, Kind sein müssen. Die EKD geht so weit zu behaupten, es gehe darum „die neue Vielfalt von privaten Lebensformen unvoreingenommen anzuerkennen und zu unterstützen“. Das aber heißt nichts anderes, als dass keinerlei Orientierung mehr gegeben wird, dass zwischen Gottes Stiftung und Ordnung und der Sünde des Menschen nicht mehr unterschieden wird. Dass auch solche, die in Sünde gefallen sind, Hilfe, auch diakonische Unterstützung, erfahren sollen, steht sicher außer Frage. Aber die richtige Hilfe kann ihnen nur gegeben werden, wenn sie von Gottes Wort her Wegweisung in Gesetz und Evangelium empfangen und so zu rechter Sündenerkenntnis aber auch zur Umkehr, zur rettenden Vergebung in Jesus Christus kommen.

    Nach dem Pamphlet der EKD gelten auch homosexuelle Verbindungen als „Familie“, obwohl Gott im Alten wie im Neuen Testament Homosexualität eindeutig als Sünde bezeichnet (3. Mose 18,22.24-29; 20,13; Röm. 1,26-27). Damit erklärt die EKD für gut, was Gott für böse erklärt.

    Die EKD geht noch weiter und erdreistet sich zu behaupten, dass die Ehe, wie sie oben beschrieben ist, keine göttliche Stiftung sei, dass auch die Zueinanderordnung von Mann und Frau, mit dem Mann als dem Haupt und der Frau als seiner Gehilfin, die um ihn sei, nicht von Gott geordnet sei. Damit steht die EKD in offener Rebellion geben den dreieinigen Gott und sein Wort und hat sich einmal mehr als eine gefährliche Sekte geoutet, im Blick auf die man nur rufen kann: Fliehet aus Babel!

Aus anderen Kirchen:

Interreligiöse Fußwaschung: Der neue „Papst“ Franziskus I. will im Gottesdienst an Karfreitag bei der Fußwaschung Menschen nicht nur verschiedener Nationalitäten, sondern auch Religionen, die Füße waschen. (nach: http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/papst-franziskus-haelt-am-gruendonnerstag-messe-im-petersdom-a-891450.html.) Damit zeigt sich einmal mehr der synkretistische Charakter des römischen Katholizismus, denn die Fußwaschung, die ja gerade auch Zeichen für die geistliche Reinigung ist, wurde von Christus bewusst nur an den Jüngern durchgeführt. Franziskus I. hatte aber ja bereits kurz nach seiner Wahl sich sehr wohlwollend sowohl gegenüber Juden als auch Moslems geäußert und damit angezeigt, dass er gerade diesen beiden dem Evangelium besonders feindlichen Religionen aufgeschlossen gegenüber steht. Ein engeres Bündnis oder Verbindung dieser drei auf Werkgerechtigkeit und damit Evangeliumsfeindschaft beruhenden Religionen (die Luther als besondere Feinde des Evangeliums erkannt hatte), ist also durchaus möglich. Zugleich zeigt diese Fußwaschung des „Papstes“ aber auch, dass er beansprucht, Oberhaupt über alle Religionen zu sein.

Rick Warren unterstützt Re-Katholisierungskampagne: Der US-Amerikaner Tom Peterson versucht, mit Werbekampagnen der römisch-katholischen Kirche fernstehende Menschen unter dem Schlagwort „Catholics come home“ (Katholiken kommt nach Hause) für Rom zu gewinnen. Er wendet sich dabei nicht nur an (ehemalige) Katholiken, sondern auch an Anglikaner und Protestanten. Der modernistisch-baptistische Pastor Rick Warren hat nun mitgeteilt, dass er diese Kampagne unterstütze. Damit wird deutlich, wie weit der Einfluss Roms auch schon in evangelikale Kreise hineinreicht. (nach: Topic, 5/2013, S. 2 f.)

Homo-Netzwerk in der römisch-katholischen Kirche: Nach Angaben von Dr. Dariuz Oko, Dozent für Theologie und Philosophie an der Philosophischen Fakultät der Päpstliche Universität Johannes Paul II in Krakau existiert in der römisch-katholischen Kirche ein Netzwerk Homosexueller, das Oko als „Homo-Mafia“ beschreibt. Der Trierer Pastoral-Psychologe Alwin Hammers schätzt, dass schon in den 1990er Jahren 25 % der Priester in der Bundesrepublik homosexuell waren. Eine Hauptstütze der Homosexuellen ist die Jesuitenorganisation in den USA (30 % der Jesuiten in den USA gelten als homosexuell). Es wird auch gemutmaßt, dass der vorige Papst Benedikt XVI. aufgrund eines Geheimberichts über die Homo-Mafia in der römisch-katholischen Kirche zurücktrat, nachdem er zuvor versucht hatte, schon als Kardinal, homosexuelle Priester ihrer Ämter zu entheben, wenn ihnen ein Fehlverhalten nachgewiesen werden konnte. (nach: Topic 6/2013, S. 3 f.)

Neuer Ablass durch Papst Franziskus: Der von vielen Evangelikalen so gefeierte Papst Franziskus I. hat sich einmal mehr als echter römischer Katholik gezeigt und im Zusammenhang mit dem römisch-katholischen Weltjugendtag in Rio de Janeiro einen neuen Ablass verkündigt. Den vollständigen Ablass sollen dabei diejenigen erhalten, die an dem Weltjugendtag vor Ort teilnehmen, einen teilweisen solche, die für den Weltjugendtag im öffentlichen Gebetsversammlungen beten. Erstmalig sollte er auch denjenigen zukommen, die in Internetnetzwerken die Botschaften des Papstes lesen und dadurch „geistliche Früchte im Herzen“, etwa „wahrhaftige Reue“ dadurch hervorgebracht würden. Der Ablass bedeutet ja nach römisch-katholischer Auffassung, dass damit „zeitliche Sündenstrafen“ erlassen würden. Davon spricht die Bibel aber an keiner Stelle. Fegfeuer und zeitliche Sündenstrafen sind vielmehr eine Erfindung des antichristlichen Unterdrückungs- und Geldscheffelapparates Roms. Bereits Luther hatte massiv dagegen gewettert; der damalige Ablass im Zusammenhang mit dem Bau des Petersdoms in Rom war einer der Auslöser der Reformation. (nach: proKompakt 30/2013, S. 6)

EKHN stellt Segnung Homosexueller der Trauung gleich: Die Synode der „Evangelischen Kirche“ in Hessen und Nassau (EKHN) hat die weitgehende Gleichstellung der Segnung homosexueller „Paare“ mit der kirchlichen Trauung beschlossen. In den nächsten Monaten soll noch beraten werden, ob man diese „kirchliche Amtshandlung“, als was diese schriftwidrige „Segnung“ nun gilt, auch als „Trauung“ bezeichnet werden soll. Kirchenpräsident Jung erklärte dazu, dass man die Regeln nur an die Praxis angleiche. (nach: http://www.hr-online.de/website/rubriken/nachrichten/indexhessen34938.jsp?rubrik=34954&key=standard_document_48750549) Damit sollte nun auch der Letzte bemerkt haben, dass es sich bei der EKHN um eine Synagoge des Teufels handelt und diese Sekte fliehen.

 

 

Lebensrecht:

North Dakota verschärft Abtreibungsgesetz: Seit März 2013 ist im US-Bundesstaat North Dakota Abtreibung wegen Behinderung des Kindes verboten, ebenso Abtreibungen nach der 6. Schwangerschaftswoche. North Dakota hat damit das strengste Abtreibungsgesetz der USA. (nach: Kurier der Christlichen Mitte, 5/2013, S. 1)

EU-Parlamentsverwaltung verbietet Info-Stand der Jugend für das Leben Österreich: Laut einem Bericht der Organisation auf deren Webseite vom 23.07.2013 plante sie einen Informationsstand in den Räumen des EU-Parlamentsgebäudes, mit dem sie auf das Recht auf Leben und die EU-Bürgerinitiative „One of Us“ aufmerksam machen wollte. Infostände von Lobbyisten und Bürgern sind in den Räumen des EU-Parlaments üblich. Der Stand war unter der Schirmherrschaft des österreichischen EU-Abgeordneten Ewald Stadler und auch offiziell angemeldet. Die EU-Verwaltung begründete die Ablehnung damit, das Thema sei „zu kontrovers“. Es ist dies das erste Mal, dass der Stand einer EU-Bürgerinitiative in den EU-Parlamentsräumen verboten wurde, was die Diskriminierung der Lebensrechtsgruppen und die Grundeinstellung der EU verdeutlicht, die sich als ein verlängerter Arm der Abtreibungs-Massenmörder zeigt. Mit dem Vorfall muss sich nun der Europäische Bürgerbeauftragte und der EU-Parlamentspräsident befassen. Auch Ewald Stadler hat eine Beschwerde eingereicht. (nach: ALfA-Newsletter 27/2013 vom 28.07.2013)

 

Religionsfreiheit, politisch-ideologische Tendenzen, Schulen:

Volker Beck will Therapie an homosexuellen Minderjährigen verbieten: Der parlamentarische Geschäftsführer der „Grünen“, der Homosexuelle Volker Beck, will therapeutische Maßnahmen an Minderjährigen, die dazu dienen, sie von ihrer Homosexualität zu befreien, verbieten. Eine entsprechende Gesetzesinitiative will er im mit den Grünen im Bundestag einbringen. Sie zielt vor allem gegen christliche Einrichtungen wie „Wüstenstrom“, „Offensive Junger Christen“, „Deutsches Institut für Jugend und Gesellschaft“ und den „Bund katholischer Ärzte“, die er auch ausdrücklich benannt hat. (nach: prokompakt 13/2013, S. 6) Dieser Versuch Becks, der sich seit Jahren jeglichem Gespräch etwa mit der Einrichtung „Wüstenstrom“ verweigert, zeigt einmal mehr den totalitären Charakter der „aufgeklärten Humanismus“ und wie in der Bundesrepublik Deutschland immer mehr versucht wird, bestimmte religiöse und politische Ansichten zu kriminalisieren. Die Antwort christlicher Kreise, wie etwa der Allianz durch Michael Diener oder der von Schrift und Bekenntnis abgefallenen EKD durch Nikolaus Schneider, zeigen, wie wenig diese Kreise wirklich noch die Lehre der Schrift verteidigen. Wenn Herr Schneider meint, die Treue zum Evangelium entscheide sich nicht an der Stellung zur Homosexualität, obwohl er immerhin zugibt, dass die Bibel sie ablehnt, so zeigt dies, wie wenig verbindlich für ihn Gottes Wort ist. Homosexualität ist nach der Bibel eindeutig Sünde – aber auch von dieser Gebundenheit kann und will Jesus Christus befreien, auch für diese Sünde hing er am Kreuz und starb auch für Homosexuelle.

Muslime wollen gesetzliche Feiertage in der Bundesrepublik Deutschland durchsetzen: Wie Focus-online am 28.03.2013 meldete, haben einige „Vertreter“ der Muslime (sie stehen ja mit ihren Verbänden nur für eine verschwindende Minderheit unter den Muslimen) gefordert, dass mindestens zwei gesetzliche muslimische Feiertage in der Bundesrepublik eingeführt werden sollen. Tatsächlich wird damit einer weiteren schleichenden Islamisierung der Gesellschaft Vorschub geleistet, mit dem Ziel, mittelfristig auch die Scharia durchzusetzen und die BRD in einen islamischen Staat zu verwandeln. Tatsächlich ist die BRD ja kein Staat mehr, der in der christlich-jüdischen Kultur gegründet ist, will es auch nicht mehr sein. Darum wäre es wichtig, dass es zu einer radikalen und völligen Trennung von Religion und Staat käme, was unter anderem bedeuten würde: Wegfall der Kirchensteuer, Wegfall der staatlichen Zuschüsse an Religionsgemeinschaften, Wegfall des Religionsunterrichts an den Schulen, Wegfall religiöser Fakultäten an staatlichen Hochschulen, Wegfall der religiösen Feiertage und deren Ersetzung durch staatliche, wirkliche Freiheit der Kirche in ihrer Verkündigung, im Blick auf Ordnungen für die Berufung von Dienern am Wort, staatliche Überwachung nur noch im Blick darauf, dass tatsächlich Religionsfreiheit (einschließlich freiem Religionswechsel) vertreten und praktiziert wird, dass jeglichen totalitären und gewaltbereiten Tendenzen sofort gewehrt wird.

Rassismus in der BRD? Der „UN-Ausschuss für die Beseitigung von Rassendiskriminierung“ hat der Bundesrepublik Deutschland vorgeworfen, dass sie nicht gegen Äußerungen von Herrn Sarrazin vorgegangen sei, die rassistisch gewesen seien. Es ging um ein Interview, das noch aus der Zeit stammt, als Sarrazin Finanzsenator des Landes Berlin war. In diesem Interview hatte er unter anderem gesagt, dass sie keine Probleme haben mit Migranten aus Vietnam, die bereits in der zweiten Generation sehr gut Deutsch sprechen und überdurchschnittlich viele Abiturienten hervorbringen. Ähnlich ist es mit solchen aus Russland und der Ukraine, die in der zweiten oder dritten Generation auf diesem Stand sind. Ganz anders aber sieht es mit solchen aus der Türkei und arabischen Ländern aus, die auch in der dritten Generation oft nur über geringe Deutschkenntnisse verfügen und sich gar nicht integrieren wollen. Er hat dann aber gleich im nächsten Satz auch von einem ähnlich hohen Prozentsatz an Deutschstämmigen gesprochen, mit denen man ebenfalls Probleme habe, weil sie nur auf Staatskosten leben wollten. Gegen die Kritik an den Türken und Arabern hatte der „Türkische Bund Berlin-Brandenburg“ geklagt; die Klage war in der BRD abgelehnt worden. Daraufhin hatte er sich an das ominöse UN-Gremium gewandt, in dem unter anderem ein Chinese, ein Türke, ein Algerier, ein Pakistani sitzen, alles Vertreter von Ländern, die nicht gerade Leuchten im Blick auf die Menschenrechte sind. Und dieses Gremium meinte nun, ohne das Interview überhaupt gelesen zu haben, hier von „Rassismus“ sprechen zu wollen. (nach: blu-News vom 17.04.2013; http://www.blu-news.eu/2013/04/17/das-ende-der-freiheit/) Worauf zielt das ab? Es soll keine Kritik an Ausländern geben, vor allem nicht an Moslems, die BRD soll fein kuschtig sein gegenüber den Ausländern, die sozusagen die Herrenrasse jetzt im Lande sind. Das ist die humanistisch-internationalistische Tyrannei, die sich ausbreitet.

Geldgeber von Steaua Bukarest angegriffen wegen Äußerungen zu Homosexualität: Wie in der 17. Kalenderwoche in den Internetnachrichten zu lesen war, hat der Europäische Fußballverband Konsequenzen gegen Steaua Bukarest, einen rumänischen Fußballverein, angedroht, weil der Hauptgeldgeber des Vereins gesagt hat, dass er nicht wünsche, dass Homosexuelle im Verein spielen. Das wird als Diskriminierung angesehen, die es nicht mehr geben dürfe. Dass aber Gott Homosexualität als Sünde ansieht, dass sie in seinen Augen ein Greuel ist und ein Land, das sie duldet, ja, wie jetzt die westlichen Länder, sogar schützt und fördert, Gottes Gericht auf sich herab beschwört, das wird völlig ausgeblendet. Die Meinungsfreiheit, die es auch zu diesen Themen noch vor ein paar Jahren gab, ist in diesen westlichen Ländern, die immer von sich behaupten, frei und eine Demokratie zu sein, längst dahin.

Massiver Angriff gegen das Christentum und die Meinungsfreiheit in Belgien: Sechs Senatoren haben in Brüssel einen Gesetzesentwurf eingebracht, nach dem „Islamophobie“ unter Strafe gestellt werden soll. Unter „Islamophobie“ wird bereits verstanden, wenn jemand den Islam als gewalttätig ansieht oder als eine politische Ideologie beschreibt, die für politische und militärische Zwecke benutzt wird, um eine Hegemonie zu erreichen. [Tatsächlich stellt der Islam aber genau das dar, will aber natürlich nicht, dass dies allgemein bekannt wird. Anm. d. Hrsg.]

In dem französischsprachigen Landesteil Wallonien wurden die Namen von den drei wichtigsten mit christlichen Festen verbundenen Ferien (Allerheiligen, Weihnachten, Ostern) durch weltliche Namen ersetzt. Immerhin gibt es noch Widerstand von Seiten des Mouvement Reformateur (MR), einer rechtsgerichteten, den klassischen Liberalismus vertretenden Freiheitsbewegung, die sich gegen die Entchristianisierung Belgiens, als Kniefall vor den Moslems, wendet. Das neue Gesetz gibt gleichzeitig den Moslems die Möglichkeit, ihre Feiertage dem öffentlichen Schulkalender anzufügen. Die sozialistische Stadtregierung von Brüssel hatte 2012 bereits den traditionellen Weihnachtsbaum auf dem zentralen gotischen Platz abgeschaffen und durch eine New-Age-Lichterstruktur ersetzt. (nach: http://europenews.dk/de/node/67238)

Totalitarismus in der EU: Die EU-Kommission hat einen Antrag der Sozialisten im EU-Parlament aufgegriffen, der darauf abzielt, Parteien, „die nicht die Werte der EU respektieren“ mit Strafzahlungen zu belegen. Offiziell richtet es sich gegen „rechtsradikale“ und „fremdenfeindliche“ Parteien. Solche Parteien sollen auch, selbst wenn sie im EU-Parlament sind, von der Parteienfinanzierung ausgeschlossen werden. Die Behauptung, es gehe dabei nur um „fundamentale Werte der Demokratie, der Rechtstaatlichkeit und dem Respekt gegenüber Minderheiten“, ändert nichts an der Tatsache, dass damit tatsächlich die Demokratie, die freie Meinungsäußerung und die Meinungsvielfalt angegriffen wird. (nach: Deutsche Wirtschafts Nachrichten vom 22.05.2013; http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/05/22/eu-plant-strafen-fuer-parteien-die-nicht-die-werte-der-eu-vertreten/ ) Dies ist ein ganz eklatanter Angriff auf die elementaren Freiheitsrechte, ein entscheidender Schritt in den Totalitarismus, der Versuch, das Denken, die Meinungsäußerung, überhaupt die geistliche, geistige und politische Meinung gleichzuschalten, und zeigt, in welche Richtung die EU marschiert.

Italienische Außenministerin will „Vereinigte Staaten von Europa“: Die Bilderbergerin Emma Bonino, die einst Mitglied der Europäischen Kommission war – ihr wurde damals Unfähigkeit der Amtsführung bescheinigt – fordert, möglichst viele Kompetenzen zu zentralisieren, nach Europa zu verlagern, unter anderem die Einwanderungspolitik, Wirtschaft, Forschung. Sie hat auch schon als extremistische Feministin von sich reden gemacht und scheint auch sehr pro-arabisch zu sein. (nach: Deutsche Wirtschafts Nachrichten 21.05.2013; http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/05/21/italien-will-vereinigte-staaten-von-europa-jetzt-oder-nie/ ) Das ist nur ein weiterer Schritt in die Unfreiheit.

Agrochemie-Konzern Monsanto immer mächtiger: Die Neuordnung der Pflanzgut-Zulassung in der EU ist nicht zuletzt von dem US-Agrochemie-Konzern Monsanto bestimmt worden, der so hofft, faktisch ein Monopol auf das Pflanzgut zu bekommen und zu einer weltweiten Tyrannei zu gelangen. In den USA hat er es sogar geschafft, dass die Obama-Regierung durch ein neues Gesetz es verhindert, dass Gerichte gegen genmanipulierte Pflanzen vorgehen, weil sie nicht umweltverträglich sind. Damit steht ein Kapitalist in den USA über Recht und Gericht. (nach: Deutsche Wirtschafts Nachrichten vom 18.05.2013; http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/05/18/in-den-usa-steht-monsanto-ab-sofort-ueber-dem-gesetz/) Auch das ist ein weiterer Schritt zur antichristlichen, kapitalistischen Weltdiktatur.

Schwedische Banken rücken vermehrt vom Bargeld ab: Mit der Swedbank will nun auch die größte schwedische Bank dazu übergehen, kein Bargeld mehr auszugeben oder entgegen zu nehmen, sondern nur noch bargeldlosen Verkehr zu üben, wie auch schon etwa ein Viertel der schwedischen Banken. Die EU strebt ja ebenfalls an, den Geldverkehr über Bankkonten abzuwickeln und spricht in ihrer verlogenen Art von einen „sozialen Grundrecht“ auf ein Bankkonto, will aber tatsächlich die 30 Millionen Menschen in der EU, die bisher über kein Konto verfügen, auch zu einem solchen zwingen. Denn das dient der Tyrannei, der totalen Überwachung der Menschen, ihres Verhaltens, ihrer Einkäufe und soll sie unfähig machen, finanziell von den Machthabern und ihren Lakaien, wie den Banken, unabhängig zu sein, weil ja dann niemand mehr für sich zu Hause sein Geld aufbewahren könnte. (nach: Deutsche Wirtschafts Nachrichten vom 09.04.2013; http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/04/09/bargeld-verbot-in-schweden-die-rentner-laufen-sturm/)

Christenfeindlicher Vandalismus in Jerusalem: Allem Anschein nach jüdische Extremisten aus extremistischen Kreisen der Siedlerbewegung haben in Jerusalem die Benediktiner-Abtei Dormitio mit antichristlicher Graffiti beschmiert („Christen sind Affen“; „Jesus ist ein Affe“; „die Affen durchlöchern“), ebenso auch mehrere Autos mit Ölfarbe besprüht und die Reifen eines Autos durchstochen. Die Täter hinterließen ein Blatt mit der Aufschrift „Chavat Maon“, was die Bezeichnung einer illegalen Siedlung ist, die abgerissen werden soll. Solche Vorfälle haben sich in letzter Zeit in Jerusalem und Latrun gehäuft. Die Polizei hat zu mancher Verwunderung bisher wenig greifbare Ergebnisse zutage gefördert. (nach: http://www.idea.de/detail/menschenrechte/detail/christenfeindlicher-vandalismus-in-jerusalem.html. am 08.06.2013)

„Allianz der Zivilisationen“ als Unterbau für einen antichristlichen Welteinheitsstaat? Die von der UNO 2004 ins Leben gerufene „Allianz der Zivilisationen“ (Alliance of Civilisations, AoC) soll die westliche und islamische Welt verschmelzen, „Extremismus“ bekämpfen und kulturelle, soziale und religiöse Barrieren überwinden. Hauptinitiatoren waren der UNO-Generalsekretär Ban Ki-Moon, der türkische Ministerpräsident Erdogan und der sozialistische spanische Ministerpräsident Zapareto. Diese Organisation hat inzwischen ein riesiges Netzwerk geknüpft mit einem „Hohen Beauftragten“ an der Spitze, von 2007-2013 war dies der portugiesische Freimaurer und ehemalige Staatspräsident Sampaio. Es geht darum, Normen für das „Miteinander“ der Religionen zu entwickeln und politisch zu verankern (was darauf hinausläuft, die absolute Wahrheit, die Jesus Christus und sein Wort ist, zu relativieren, das Heil allein in Christus damit zu verfolgen). Unter anderem gehört zu den Beratern dieses Hohen Beauftragten der südafrikanische Bischof Tutu, ein Vertreter einer Welteinheitsreligion. Beobachtern dieser Allianz ist vor allem eine Stoßrichtung aufgefallen: gegen die westliche Kultur und gegen das Christentum. Vor allem die islamischen Vertreter in der Allianz wollen jegliche Kritik am Islam unterbinden. So wurden auf dem 5. Globalen Forum der AoC in Wien nur Mahlzeiten auf islamischer Halal-Basis angeboten, Gebetsräume gab es nur für Muslime. Der türkische Islamist und Ministerpräsident Erdogan behauptete gar, Kritik am Islam (er nannte das „Islamophobie“ sei ein „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“, „so wie Zionismus, Antisemitismus und Faschismus“ (man beachte, das er ganz deutlich damit auch gegen Israel gerichtet ist). Die österreichische Islam-Kritikerin Sabaditsch-Wolff stellte auch fest, dass die AoC vor allem in Europa agiere, als gegen das Christentum und die westliche Kultur, dagegen nicht in China, Russland oder Südamerika. Die Verfolgung Andersgläubiger durch Muslime wird nie diskutiert. Es soll inzwischen eine „Freundesgruppe“ von 90 Staaten geben, die die Ziele der Allianz politisch umsetzen sollen, was aber nur 14 von ihnen bisher begonnen haben. Interessanterweise gehören weder die USA noch Israel zu dieser „Freundesgruppe“. Erdogan will durchsetzen, dass der Sitz der AoC in Istanbul sein soll. (nach: Topic, 5/2013, S. 5)

CIA-Programm speichert Daten über Christen und christliche Gemeinden in den USA: Der CIA, der US-amerikanische Geheimdienst, hat Daten über alle christlichen Gemeinden und Kreise gesammelt, und dabei u.a. festgehalten, welche Richtung sie vertreten, ob es Meinungsverschiedenheiten in ihnen gibt und zu welchen Themen, ebenso auch persönliche Daten von Gemeindemitgliedern gesammelt. Wird damit die Christenverfolgung in den USA vorbereitet? Hängt es vielleicht auch damit zusammen, dass immer neue Kampagnen von „christlichen“ Kreisen in den USA ausgehen in andere Länder, die das biblische Christentum immer stärker unterminieren, wie Emerging Church, Neues Soziales Evangelium? Die Frage ist, ob dahinter nicht andere staatliche bzw. freimaurerische Kräfte stehen. (nach: Topic, 6/2013, S. 2 f.)

Freimaurer versuchen über Einfluss in den Medien ihre Ziele durchzusetzen: Wie der ehemalige Freimaurer Maurice Cailet in einem Interview mit dem Internetradio „Cultura-cattolica.it“ am 20.02.2013 mitteilte, sei ein wesentliches Ziel der Freimaurer, die Medien zu beeinflussen. Als er noch aktiv dazu gehörte (er erreichte den 18. von 33. Graden), ging es darum, die Ermordung von Kindern im Mutterleib (Abtreibung) salonfähig zu machen und die Akzeptanz von Verhütungsmitteln zu fördern. Cailet, der Arzt ist, war der erste, der in der Bretagne Kinder im Mutterleib tötete. Es sei damals erheblicher Druck auf die Medien ausgeübt worden, um die Ziele durchzusetzen. Heute geschieht gleiches im Blick auf die Homo-Ehe, die die Linksregierung gegen den Willen eines großen Teils der Bevölkerung in Frankreich durchgesetzt hat. Cailet sagte auch, dass seit dem zweiten Weltkrieg über 50 französische Minister Freimaurer waren und die derzeitige Linksregierung besonders stark freimaurerisch ist. Ziel der Freimaurerei sei eine Gesellschaft des totalen Genusses. Er betonte auch, dass die Freimaurerei ohne Esoterik nicht existieren könne. Er teilte auch mit, dass viele, die in Logen einträten, gar nicht wüssten, welche Ziele die Freimaurer wirklich verfolgen, und dass diese erst denen preisgegeben würden, die oben in der Grade-Hierarchie angelangt sind. (nach: Topic, 6/2013, S. 6) Hier wird deutlich, welche Kräfte hinter den verheerenden Veränderungen stehen, die in der Welt vor sich gehen. Freimaurerei und Neomarxismus sind es, die in vielen der heutigen Machtkreise bestimmend sind, seien es Bilderberger, Trilaterale Konferenz oder auch die herrschenden Parteien in der Bundesrepublik Deutschland.

NSA bereitet Totalüberwachung aller Menschen vor: Die „Nationale Sicherheitsbehörde“ der USA, NSA, bereitet nach Angaben des „Vertraulichen Schweizer Briefs“ in der Wüste von Utah ein gigantisches Spionagezentrum auf einer Fläche von 8.000 Quadratmetern vor, dessen einer Teil Ende 2013 in Betrieb gehen soll, der Rest 2018. Dadurch will die NSA jeden Menschen der Erde, zumindest in der „zivilisierten Welt“ gläsern bekommen, und dazu weltweit alle Emails, Telefonate, Google-Suchanfragen, Internetbewegungen, Reiserouten, Bucheinkäufe auswerten. Auch Querverbindungen in die Geschäftswelt sowie Freundes- und Bekanntenkreise sollen dazu gehören. (nach: Topic 6/2013, S. 6) Das passt gut zusammen mit der Sammlung von Daten über die christlichen Gemeinden in den USA, wie auch die Datensammelwut der Bundesregierung. Damit wird eine Totalüberwachung aller Menschen für eine weltweite Diktatur vorbereitet – also die Installation der letzten, jetzt globalen, antichristlichen Macht im weltlichen (wie auch geistlichen) Bereich. Erinnert sei nur daran, dass bereits Papst Johannes XXIII. in der Enzyklika „Pacem in terris“ eine „supranationale oder globale Macht“ forderte; Benedikt XVI. in seiner Weihnachtsbotschaft 2005 die Menschen zur Errichtung einer „neuen Weltordnung“ aufrief und in seiner Enzyklika „Veritas in Caritate“ 2009 die Einrichtung einer „Weltpolitischen Behörde“ forderte.

Stören Kinder im Kapitalismus? Nach Ansicht des Philosophen Dieter Thomä ist das „Lebensmodell Kapitalismus“ einer der Gründe für die sinkende Kinderzahl. „Aus den Augen eines Kapitalisten betrachtet, ist der Einsatz für eine Familie Zeitverschwendung“, sagte der Professor für Philosophie an der Universität St. Gallen – denn an einer Familie verdient ein Kapitalist nichts. Ein Kapitalist aber will verdienen, seinen Besitz vermehren, Vorteile erheischen – und das bietet ihm eine Familie nicht. (nach: WO am Sonntag, Rastatt/Murgtal, vom 02.06.2013, S. 1)

Ermordung eines Christen in Indien: In Teliamura im ostindischen Staat Tripura wurde ein Christ wegen seines Glaubens von seinem hinduistischen Schwiegervater mit Hilfe eines Schamanen in Form eines hinduistischen Stammesrituals geköpft. Der Schwiegervater hatte die Ehe abgelehnt, weil der Schwiegersohn Christ ist und eine gesellschaftlich „niedrigere Stellung“ inne hatte.

Im Bundesstaat Andhra Pradesh wurden Baptisten bei einem Gebetstreffen von radikalen Hindus verprügelt. (nach: idea, 14.06.2013) Übergriffe auf Christen häufen sich in Indien in den letzten Jahren. Es zeigt sich auch hier, dass alle Religionen außerhalb des biblischen Christentums gerade in religiösen Dingen zur Gewalt neigen und es echte Toleranz nur im Bereich des biblisch-christlichen Glaubens geben kann.

Straßenevangelist in London wegen Predigt gegen sexuelle Unmoral verhaftet: Der amerikanische Straßenevangelist Tony Miano ist in London während einer Straßenevangelisation des Wimbledon-Tennisturniers verhaftet worden. Er hatte unter anderem gegen den Verfall der Sexualmoral gepredigt und ganz biblisch Homosexualität als Sünde bezeichnet. Einige Zuhörer hätten sich durch „homophobe Aussagen“ (homophob nennt man im vom antichristlichen westlichen Ungeist geprägten Ländern Aussagen gegen Homosexualität) verängstigt gefühlt. Miano wurde von der Polizei abgeführt und verhört und saß einige Stunden in einer Zelle, bevor er freigelassen wurde. Miano machte danach deutlich, dass er verhaftet wurde, weil er vom christlichen Glauben erzählt hatte. Er hält er für durchaus möglich, dass irgendwann Christen auch einfach wegen ihres Glaubens verhaftet werden. (nach: proKompakt 28/2013, S. 9)

Finnische Innenministerin bekennt, dass man Gott mehr gehorchen muss als den Menschen: Die Vorsitzende der finnischen Christdemokraten und Innenministerin ihres Landes, die lutherische Christin Päivi Räsänen hat auf einer kirchlichen Veranstaltung in Kankaanpää erklärt, dass wir als Christen Gott, der Bibel, mehr gehorchen müssen als den Menschen, vor allem, wenn es zu Konfliktsituationen kommt. Sie sprach offen an, dass Tiere besser geschützt werden als Babys im Mutterleib. Tieren dürften bei der Schlachtung keine Schmerzen zugefügt werden, während über die Schmerzen der Babys bei der Abtreibung nicht einmal diskutiert werden dürfe. Päivi Räsänen ist Ärztin und Mutter von fünf Kindern und mit einem Pastor verheiratet und wies in einem Interview auch darauf hin, dass sie ihren Beruf aufgegeben hat, weil sie sich an Abtreibungen nicht beteiligen will. In Finnland und Schweden ist es medizinischem Personal nämlich untersagt, die Mitwirkung bei Abtreibungen zu verweigern. Der Auftritt der Ministerin soll dazu geführt haben, dass innerhalb eines Tages anstatt 100 nun 960 Personen per Internet ihren Austritt aus der Kirche erklärten, wahrscheinlich weil sie sowieso weit weg von der Bibel stehen. Leider meinte der Erzbischof der Kirche, Kari Mäkinen, sogleich sich vor dem gottlosen Staat platt auf den Boden werfen zu müssen und zu erklären, dass die Haltung der Ministerin nicht diejenige der Kirche sei. (nach: http://www.idea.de/detail/politik/detail/finnische-ministerin-gott-mehr-gehorchen-als-den-menschen-25426.html) Nach Wikipedia hatte Frau Räsänen 2010 im finnischen Fernsehen auch bekannt, dass die Homoehe nicht mit der Bibel vereinbar ist. Es ist erfreulich, dass es doch in einigen Ländern noch Christen in öffentlichen Ämtern gibt, die unverkürzt die biblischen Ordnungen vertreten, auch wenn dies in den von Schrift und Bekenntnis abgefallenen Kirchen nicht mehr der Fall ist. Der „Erzbischof“ kann wahrscheinlich nur für einen begrenzten Teil der finnischen Kirche sprechen, da es in den letzten 250 Jahren immer wieder lutherische Erweckungen gegeben hat, die den Glauben und die Frömmigkeit der finnischen lutherischen Christen sehr geprägt haben. Auch gibt es zwei von der Staatskirche unabhängige Bekenntniskirchen, die Finnische Konfessionelle Lutherische Kirche (in Gemeinschaft mit den unabhängigen lutherischen Gemeinden in der BRD) sowie die mit der Wisconsin-Synode verbundene Lutherische Bekenntniskirche. Außerdem hat sich inzwischen parallel zur schwedischen Missionsprovinz auch eine entsprechende in Finnland gebildet. Daneben gibt es starke lutherische Gemeinschaften innerhalb der Kirche; zu nennen ist da vor allem die konsequent lutherisch ausgerichtete Lutherische Evangeliumsvereinigung, die aus der Erweckung um Frederik Gabriel Hedberg hervorging, und auch in der Außenmission aktiv ist, ähnlich wie die Finnische Lutherische Mission, die Finnische Lutherische Überseeische Mission und einige andere.

Staatmacht entführt vier Kinder im Raum Darmstadt: Nach einer Mitteilung der Home School Legal Defense Association (HSLDA) vom 30.08.2013 stürmte am 29.08.2013 eine Gruppe von etwa 20 Polizisten und Sozialarbeitern das Haus von Dirk und Petra Wunderlich in der Nähe von Darmstadt – bereit, auch mit Gewalt die Tür aufzubrechen, nachdem Herr Wunderlich nicht sogleich geöffnet hatte, weil er wissen wollte, worum es sich handelt – und verschleppten, zum Teil unter Anwendung von brutaler Gewalt, vor allem gegenüber der ältesten Tochter, die vier Kinder der Wunderlichs im Alter von 7-14 Jahren an einen für die Eltern bisher unbekannten Ort. Das Verhalten der Polizisten gegenüber dem Vater war äußerst rüde. Er kam sich, nach eigenen Angaben, vor, als würde er wie ein Terrorist behandelt. Das „Verbrechen“ der Wunderlichs: Sie unterrichten ihrer Kinder selbst, etwas, was in fast allen europäischen Staaten – einschließlich des sonst nicht gerade freien Russland – erlaubt ist, in Norwegen sogar im Grundrechteteil der staatlichen Gesetze verankert ist. Nur in der Bundesrepublik Deutschland gilt weiter das unter dem Hitlerfaschismus erlassene Schulgesetz von 1938 – inzwischen etwas modifiziert – das erstmals auf deutschem Boden den Unterricht der Kinder zu Hause verboten hat. (Bis in die 1970er Jahre war das Gesetz sogar wortwörtlich noch in Gültigkeit, nur der Begriff „Nationalsozialismus“ war durch drei Punkte ersetzt worden.) Die Wunderlichs hatten in den letzten Jahren immer wieder im europäischen Ausland, in dem ja Homeschooling erlaubt ist, versucht, Fuß zu fassen; das Problem war nur, dass Herr Wunderlich dort keine Arbeit fand, weshalb sie in die BRD zurückkehrten. In den letzten Jahren hat das oftmals sehr brutale Vorgehen der Staatsbehörden immer wieder für Aufsehen gesorgt. Die Rechtsprechung, bis in die höchsten Gerichte, hat aber bisher die rigorose, totalitäre Einschränkung der Elternrechte in keiner Weise angetastet, sondern, mit in den Formulierungen sehr an ähnliche Urteile in der Hitlerzeit erinnernd, stets die unbedingte Eingliederung der Kinder in die staatliche Einheitsideologie verlangt, unter dem Vorwand, dass keine „Parallelgesellschaften“ entstehen dürften. Mit anderen Worten: Es darf nicht sein, dass Menschen anders denken, als es die öko-humanistische Staatsideologie haben will. Außerdem geht es bestimmten Parteien darum, rücksichtslos ihr Machtstaatsprinzip durchzusetzen und Freiheit und Demokratie so weit wie möglich einzuschränken.  

 

Islam und islamische Welt:

Lage in Kirgistan: Mit dem Religionsgesetz aus dem Jahr 2009 hat sich die Lage für die Gemeinde Jesu Christi in Kirgistan dramatisch verschlechtert. Und das jetzige islamistische Regime hat angekündigt, die Gesetze weiter zu verschärfen, um christliche Mission praktisch unmöglich zu machen. Dennoch kamen bis jetzt immer wieder Menschen zum Glauben an Jesus Christus, den Retter der Welt. Für Missionare wird es immer schwieriger, da sie alle Vierteljahre einen neuen Antrag auf Aufenthaltsgenehmigung stellen oder ins Ausland reisen und wieder einreisen müssen. Bischof Alfred Eichholz von der Evangelisch-Lutherischen Kirche hat sein sieben Monaten keine Arbeitserlaubnis für religiöse Tätigkeit. (nach: Rundbrief der Kirchlichen Gemeinschaft e.V. 2/2013, S. 2-4)

Verstärkte Islamisierung der Gesellschaft in Marokko: Die seit über einem Jahr herrschende islamistische Regierung in Marokko versucht, die Gesellschaft immer mehr zu islamisieren, etwa dadurch, dass sie den Islam noch stärker im Bildungssystem zu verankern sucht und Lehrer bedrängt in die neu gegründete islamistische Lehrergewerkschaft zu gehen und den Kindern lesen und schreiben anhand von Koran und Hadithen (Darstellung des Lebens Mohammeds) zu lehren. Auch im Gesundheits- und Bankwesen wird versucht, den Islam durchzusetzen. Interessant ist, dass gleichzeitig momentan die Untergrundgemeinden sich ohne größere Störungen durch die Polizei treffen und auch evangelistisch tätig sein können. Die Gemeinde Jesu Christi wächst trotz der sehr schwierigen Umstände! (nach: Gebetsbrief der Evangelischen Karmelmission, Ostern 2013, S. 2)

Versuch verstärkter Islamisierung Ost- und Südafrikas: Saudi-Arabien, Pakistan und der Iran versuchen seit Jahren massiv, den Islam in Ost- und Südafrika auszuweiten und vor allem auch politisch an die Macht zu bringen. Vor allem wird versucht, die Scharia zunehmend in den Verfassungen afrikanischer Staaten durchzusetzen. Dies ist etwa 2010 in Kenia gelungen. Auch in Tansania wird es derzeit versucht. Die Regierung versucht Kirchenführer, die auf die negativen Folgen aufmerksam machen, einzuschüchtern. Christliche Gemeinden werden zum Teil massiv bedroht. Al-Schabab-Terroristen ermorden und bedrohen gezielt Pastoren in Tansania. Zuletzt haben Scheichs aus den Golfstaaten Zimbabwe besucht, dessen neue Verfassung ebenfalls als islamfreundlich eingestuft wird und wollen dort verstärkt wirtschaftlich ein Einfluss gewinnen. Momentan arbeitet die Karmelmission daran, evangelistische Literatur in der Shona-Sprache, der Hauptsprache in Zimbabwe, herzustellen. (nach: Gebetsbrief der Evangelischen Karmelmission, Ostern 2013, S. 6-7)

Islamischer Terror in Tansania: Der Versuch der Moslems, Tansania völlig zu islamisieren, nimmt immer gewalttätigere Formen an. So wurde jetzt der Versuch unternommen, die gesamte Fleischindustrie unter die Sharia zu zwingen. Im Zusammenhang mit den Demonstrationen wurde in Buseresere Pastor Kachili von den Assemblies of God von den Moslems enthauptet; denn sie fordern auch, dass Christen gezwungen werden, ihre Metzgereien zu schließen. Die Moslems griffen dabei Christen mit Schlagstöcken und Macheten an. Am 17.02.2013 wurde in Sansibar, der dem Festland vorgelagerten Insel, Evarist Mushi ermordet, nachdem bereits am Christfest Ambrose Mkenda niedergeschossen worden war. Eine Gruppe, die sich „Muslim Renewal“ nennt, bekannte sich zu den Verbrechen. (nach: Frontline Fellowship News, 1/2013, S.1-2)

Islamischer Terror in Ägypten: Die Rechtlosigkeit der Christen in Ägypten nach dem Sturz Mubaraks und der Installierung der Islamisten-Regierung wird immer gravierender. Am 15.02.2013 wurde die St. Georgs-Kirche in Sarsena von Moslems zerstört, die Polizei sah zu, ohne einzuschreiten. Erst nachdem die Kirche zerstört war, riegelte sie das Gelände ab und zwang die Christen dann zu einer „Versöhnungskonferenz“, in der sie gezwungen wurden, nichts gegen die Moslems zu unternehmen. Außerdem wurden sie gezwungen zu unterschreiben, dass die Kirche, wenn sie wieder aufgebaut wird, nicht höher als drei Meter ist, dass sie so schalldicht sein müsse, dass keine Gebete oder Gesänge nach außen dringen, und dass sie keinen Kindergarten auf dem Grund und Boden bauen. Gegen die islamischen Terroristen ist von Seiten des Staates nichts unternommen worden. (nach: Frontline Fellowship News, 1/2013, S. 3) Das ist auch nicht verwunderlich, denn das ist genuiner Islam, und Ägypten hat eine entsprechende Regierung. Islam und westliche Werte, westliche Demokratie, westliche Religionsfreiheit sind unvereinbar. Nur verschließt der Westen davor die Augen.

Nach Angaben von Martin Lessenthin, dem Vorstandssprecher der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) häufen sich die Anklagen gegen Christen wegen angeblicher Blasphemie in Ägypten sprunghaft. Dass Präsident Mursi den Weg in einen islamischen Gottesstaat geht und wie die gefährlich die Muslimbruderschaft ist, da sei ganz offensichtlich, führte er weiter aus. Zur Zeit Mubaraks hätte es im Jahr ein bis zwei Prozesse wegen „Blasphemie“ gegeben, inzwischen seien unter der Herrschaft der Muslimbruderschaft bereits sieben Todesurteile wegen angeblicher Beleidigung des Islam verhängt worden. Momentan steht eine christliche Grundschullehrerin vor Gericht, weil sie angeblich im Unterricht den Islam und Mohammed beleidigt habe, unter anderem durch einen angeblichen Vergleich zwischen dem verstorbenen koptischen Papst Shenuda III. und Mohammed. (nach: http://www.idea.de/detail/menschenrechte/detail/aegypten-blasphemie-prozesse-gegen-christen-haeufen-sich.html. am 08.06.2013)

Antisemitische Attacke auf jüdischen Rabbiner in Offenbach: In Offenbach hat eine Schar mutmaßlich islamischer Rabbiner am verkaufsoffenen Sonntag, dem 02.06.2013, in Offenbach in einem Einkaufszentrum den jüdischen Rabbiner Menachem Mendel Gurewitz rüde beschimpft und beleidigt. Der Sicherheitsdienst des Einkaufszentrums griff nicht ein, im Gegenteil, er forderte Gurewitz auf, die Fotos, die er von den Angreifern gemacht hatte, zu löschen. Die Moslems verfolgten den Rabbiner zu Ausgang, beschimpften und bedrängten ihn. Er konnte dann im Auto eines Freundes flüchten. Nach seinen Angaben vergeht keine Woche, in denen seine Kinder nicht wegen ihres Judentums beleidigt werden, nach den Angaben wohl vor allem von Moslems. (nach: http://www.idea.de/detail/menschenrechte/detail/antisemitische-attacke-auf-juedischen-geistlichen.html. am 08.06.2013) Es ist für den erbärmlichen Zustand der Bundesrepublik Deutschland bezeichnend, dass die Polizei nicht von Moslems, sondern nur von Jugendlichen südländischen Typs spricht und dieser Vorfall auf in der weiteren Öffentlichkeit nicht publik gemacht wird. Wäre etwas ähnliches von Gruppen geschehen, die man meint, der „rechten Szene“ zurechnen zu können, wäre das wahrscheinlich durch alle Nachrichtensender gelaufen. Neben einem allerdings immer noch vorhandenen einheimischen Antisemitismus ist vor allem der islamische Antisemitismus in der Bundesrepublik und weltweit sehr stark im Anwachsen und wird immer gewalttätiger.

Islamischer Terror in Libyen: Das durch den Bombenterror der NATO installierte Islamisten-Regime in Libyen hat am 12.02.2013 ein Verlagsgebäude überfallen lassen und vier ausländische Christen aus Südafrika, Süd-Korea, Ägypten und Schweden verhaftet. In diesem Verlagsgebäude wurden ca. 45.000 christliche Schriften gefunden; die Behörden gehen davon aus, dass weitere 25.000 schon verteilt wurden. Nach einem Gesetz aus der Gaddhafi-Zeit, auf das verwiesen wurde, stehe auf dem Versuch, Moslems zu einer anderen Religion zu bekehren, die Todesstrafe. Außerdem wurde darauf verwiesen, dass Libyen – angeblich – zu 100 % ein islamischer Staat sei. Und der Präsident des Allgemeinen Nationalkongresses, Mohammed El Magariaf betonte, dass im „neuen Libyen“ die Sharia Grundlage der Gesetzgebung sein werde. Der Terror der Salafisten in Libyen richtet sich unterdessen auch gegen andere islamische Richtungen, wie die Sufis. So wurden mit Bulldozern Sufi-Moscheen zerstört, Friedhöfe der Allierten einplaniert. Außerdem bombardierten sie ein Rotkreuz-Krankenhaus, schossen auf eine griechisch-orthodoxe Kirche und warfen Bomben gegen eine koptische Kirche, wobei zwei ägyptische Christen getötet wurden. (nach: Frontline Fellowship News, 1/2013, S. 2-3)

Sharia über Sudan: Das Islamisten-Regime im Sudan versucht mit allen Mitteln, die Sharia durchzusetzen. Eine Welle von Repressionen geht deshalb über die Christen in diesem Land. Der koptische Bischof von Khartum wurde verhaftet, weil er sich geweigert hatte, sich dafür zu entschuldigen, dass zwei Priester eine Araberin, die Christin geworden war, getauft hatte. (nach: Frontline Fellowship News, 1/2013, S. 3)

Überfall auf Kirche in Türkei: Zehn türkische Jugendliche im Alter von 15 – 18 Jahren, die selbst nicht von der Insel stammen, sind auf der Istanbuler Antigone-Insel in die St. Johannes-Kirche eingedrungen und haben dort Zerstörungen und Schäden angerichtet. Sie wurden von den Christen schließlich festgehalten und die Polizei alarmiert. Diese ließ die Randalierer wieder frei, da sie noch unter 18 Jahren seien. „Die ökumenische Föderation von Konstantinopel verurteilte den Angriff und sagte dazu: ''Religiöser und nationalistischer Fanatismus, der durch verschiedene Kreise in der Türkei, die eng mit der gegenwärtigen Regierung verbunden sind, gefördert werden, sind die treibende Kraft hinter der Attacke.''“ (nach: http://europenews.dk/de/node/67199)

Muslime wollen Scharia: Nach einer Studie des amerikanischen Pew Research Centers „The World’s Muslims“, in der von 2008 bis 2012 38.000 Menschen in 39 Ländern befragt wurden, befürwortet eine Mehrheit der Muslime die Einführung der Scharia. Was allerdings dabei unter der Scharia verstanden wird, geht sehr auseinander. In Ländern, in denen der Islam die Mehrheit hat, sind etwa 60 % für die Scharia als Gesetzesgrundlage, in Afghanistan und dem Irak gar 90 %. Viele meinen allerdings, dass sie nur für Moslems gelten sollte. (Was aber heißt, dass es für sie keine Religionsfreiheit gibt, da ja Muslime nach der Scharia ihre Religion nicht verlassen dürfen; und Mission unter Muslimen ist damit auch verboten – und da wird ein weiterer Teil der Religionsfreiheit und Menschenrechte angegriffen und betrifft dann sehr wohl auch Menschen außerhalb des Islam.) In Europa, Klein- und Zentralasien ist die Zustimmung geringer, im Kosovo wünschen sich 20 % die Scharia aus Grundlage, in der Türkei 12 %, in Aserbeidschan 8 % der Befragten. Die meisten Moslems finden die Scharia gut für Eigentums- und Familienfragen. (Was die Freiheit der Frau und der Jugendlichen erheblich einschränkt.) Was Konvertiten angeht, so war in sechs der untersuchten Länder mehr als die Hälfte der Befragten für die Todesstrafe, in Ägypten sogar 86 %! Dagegen war die Befürwortung der Todesstrafe für Konvertiten in Kasachstan und Europa mit 15 % und weniger am niedrigsten.

    Im Rahmen der Befragung behauptete eine Mehrheit der Muslime, sie würden Religionsfreiheit für Andersgläubige befürworten; dreiviertel der in Pakistan befragten behaupteten gar, in ihrem Land herrsche entsprechende Freiheit. (Tatsache ist, dass gerade in Pakistan die christliche Minderheit massiver Verfolgung und Drangsalierung durch die Moslems ausgesetzt ist; durch das Blasphemiegesetz ist der Willkür Tor und Tür geöffnet. Die Entführung christlicher Mädchen und deren Zwangsverheiratung mit Moslems ist sehr häufig. Hier wird deutlich, was „Religionsfreiheit“ auf islamisch wirklich heißt und wie wenig deren Befürwortung durch Moslems tatsächlich bedeutet.) (nach proKompakt 18/2013, S. 6)

Muslimbruderschaft strebt weltweites Kalifat an: Der ägyptische Journalist und Regisseur Abd al-Gelil al-Sharnoby, der im Alter von 13 Jahren Mitglied der Muslimbruderschaft geworden war und sich 2011 von ihr trennte, hat in einem Interview mit der Tageszeitung „Die Welt“ darauf hingewiesen, dass die MB wesentlich gefährlicher ist als Al-Quaida und ein weltweites Kalifat anstrebt. Er führte aus, dass die Muslimbruderschaft zwar viel von Reform rede, tatsächlich aber keine Reform, sondern die Macht wolle, und zwar weltweit. In 88 Ländern hat sie bereits Organisationen und hält Konferenzen in Europa, den USA und der Türkei ab. (nach: proKompakt 28/2013, S. 11)

Hassparolen gegen Israel: Bei einer Veranstaltung der „Union europäisch-türkischer Demokraten“ in Düsseldorf am 7. Juli 2013 wurde von den Teilnehmern in Sprechchören gerufen: „Verflucht sei Israel!“, und zwar während einer Rede eines Abgeordneten der islamistischen türkischen Regierungspartei AKP. Dieser ging in keiner Weise auf die Sprechchöre ein und rief den in der BRD lebenden Türken zu, dass die Türkei ihr Vaterland sei. Auch Pro-Mursi-Rufe waren auf der Veranstaltung zu hören. Das ARD-Magazin „Report“ berichtete am 09. Juli über den Vorfall, der sonst in den Medien – wie üblich in der BRD – totgeschwiegen wurde. Auch von Seiten der Behörden in Nordrhein-Westfalen wurde bisher nichts unternommen. Die Vorsitzende des Amerikanisch-Jüdischen Komitees, Deidre Berger, hat sie zu einer Untersuchung der Vorfälle aufgerufen. Der ägyptische Politologe und Historiker Hamel Abdel Samad sagte, dass sowohl die islamistische AKP als auch deren Gesinnungsgenossen, die ägyptischen Muslimbrüder, von einer „Weltverschwörung gegen den Islam“ sprächen und die AKP vor allem drei Hauptfeinde ausgemacht habe: den Westen, die USA und Israel. (nach: http://www.idea.de/detail/politik/detail/tuerkische-nationalisten-bei-demonstration-verflucht-sei-israel-25391.html) Diese Vorkommnisse machen einmal mehr den aggressiven, antichristlichen, antijüdischen und antiwestlichen Charakter des Islam deutlich und zeigen, dass der Islam einerseits und die auf christlichen Werten gründete westliche Ordnung andererseits unvereinbar sind. Ebenso wird deutlich, dass die Türken, soweit sie nicht Alewiten oder Christen sind, sowie die Moslems überhaupt nicht integrierbar sind und daher in die islamischen Länder zurückgeführt werden sollten. Dass es immer noch Politiker gibt, die an einem EU-Beitritt der Türkei festhalten, ist völlig unverständlich und zeigt nur die völlige Verblendung im Westen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 



1 Apg. 17,25; Ps. 33,13-15

2 1. Mose 1,28 ff.; 2. Thess. 3,10

3 Joh. 12,31 u. Parallelen; 2. Kor. 4,3 u. 4; Eph. 2,2;  1. Joh. 5,19

4 Ps. 33,13-15; „allen“; Ps. 32,9; Gal. 5,18

5 Joh. 8,44; 1. Joh. 3,12 – Familie und Staat: 1. Mose 3,15 ff.; 9,6; die zweite Tafel – „einigermaßen“: Röm. 1,18-32; 2,14 f.; 13,1 ff.

6 „Nach der Vernunft“: 1. Petr. 2,13; Luk. 12,14; Matth. 19,8

7 Röm. 1,3; 1- Petr. 2,13 f.: „Strafe … Lobe“; Phil. 4,8; Luk. 6,32 ff. unterscheidet die Gerechtigkeit der Welt und der Gotteskinder.

8 vgl. „einigermaßen“ unter Fußnote 5.

9 4. Gebot

10 Haustafel

11 Eph. 1,22 ff.; Röm. 8,28; 8,18-25

12 Spr. 24,34 – Röm. 8,3 f. – Matth. 5,13-16 (durch Folgerung) – Phil. 3,20 – 1. Petr. 2,13 – Röm. 9-11

13 Eph. 2,1-3

14 „Unter dem Gesetz, unter dem Fluch“: Gal. 3,22 ff.; 3,10; 5,18; 1. Tim. 1,9 ff.; „blind, tot und feind“; 1. Kor. 2,14; Eph. 2,1; Röm. 8,7 – verdammt: Röm. 5,18 a

15 Joh. 3,16; Eph. 2,4 f.; Gal. 4,4 f.; Röm. 5,19; Gal. 3,13

16 Röm. 11,6; Eph. 2,8 f.; Röm. 4,6 f.

17 Röm. 3,20; 7,7; Joh. 16,8; Mark. 16,16 – Apg. 2,37 – Röm. 10,17; 1. Kor. 12,3; Röm. 8,15

18 Joh. 6,44; Eph. 2,8; Phil. 1,29

19 Apg. 2,38; Joh. 8,36; Kol. 1,12 ff.; Röm. 14,17 ff.

20 Gal. 5,6; Röm. 5,1-5; 1. Joh. 5,4; 2. Petr. 1,18-21; Joh. 8,31 f.

21 Röm. 8,10 – Joh.20,27; Gal. 5,18; 2. Kor. 9,7; Röm. 12,1

22 Röm. 8,11; 1. Kor. 13,10

23 1. Mose 1,27; Eph. 4,24; Kol. 3,10 – 1. Mose 3,15 – Mark. 1,15; Luk. 12,32

24 2. Kor. 5,18 ff.; Hebr. 9,12

25 Röm. 4,5; 9,16; Matth. 23,37

26 Joh. 15,18 ff.; Gal. 4,29

27 Matth 28,20; 1. Joh. 5,4 – Matth. 28,19; 2. Kor. 5,18; 1. Petr. 2,9; 2. Kor. 2,15 f.; Joh. 16,8-11; Jes. 55,10; Joh. 14,12 ff. – Luk. 22,29 f.; 1. Kor. 15,17 ff.; 1. Joh. 3,2

28 Kol. 3,3 f.; 1. Kor. 13,12; 2. und 3. und 7. Bitte [des Vaterunsers] mit Schluss

29 Röm. 13,1; Matth. 22,21; Joh. 18,36 f.; Joh. 3,5 f.

30 Phil. 3,20 f.

31 1. Petr. 2,11-21; Luk. 16,10-12

32 Matth. 6,21; Gal. 5,6; Matth. 4,21-42

33 Matth. 17,24-27; Gal. 2,5; 5,13; - Phil. 2,5 ff.; 1. Kor. 13 – Matth. 18,10-20; Tit. 3,1

34 1. Kor. 10,32 f.

35 Matth. 5,39 vs. Röm. 13,4; Matth. 5,42 vs. 1. Tim. 5,8 – Phil. 1,9-11

36 Ps. 19,13; 1. Joh. 1,7; Matth. 5,13-16

37 Eph. 1,22 f.; 2.8 f.; 2,19 ff.; 4,3-6

38 Joh. 17,14 f. – Joh. 3,6.8; Jes. 55,10; Matth. 13,8 – Joh. 20,22 f.

39 Joh. 18,36 f.; Gal. 4,26 f.; Luk. 17,20 f.; Matth. 13,24 ff. 36 ff.

40 Luk. 12,14; Joh. 20,21 ff.; 2. Kor. 10,4 ff.; Matth. 28,19 f.; Luk. 10,16; Tit. 1,5

41 Matth. 5,13-16; Spr. 14,34; 1. Tim. 2,1-4

42 Matth. 20,25-28; 28,19; Gal. 1,10 ff.; Apg. 5,29

43 Joh. 13,20; Apg. 20,.28; Luk. 10,16; 3. Joh. 8 ff. – Röm. 15,7; Hebr. 10,24 f.; 1. Thess. 5,11-14; 1. Joh. 2,19

44 Tit. 3,10; Röm. 16,17; 2. Joh. 10 f. – 1. Joh. 2,8.9; 2. Kor. 6,14-18

45 Gal. 4,21-31; 1. Joh. 2,18; 2. Thess. 2,3-12; Offenb. 13,11-17; 17,18

46 Luk. 18,8; Offenb. 20,3.7

47 2. Petr. 2,9-19

48 2. Thess. 2

49 1. Kor. 15,24

50 Matth. 25,31-46; 2. Thess. 1,5-10; Offenb. 20,9-22,21

51 1. Kor. 13,9-13

1 vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Ignatius_von_Loyola (Zitierweise: Loyola)

2 vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Bericht_des_Pilgers (Zitierweise: Bericht)

3 vgl. Walther von Loewenich: Die Geschichte der Kirche. 4. Aufl. Witten/Ruhr 1954. S. 282

4 vgl. Bericht, a.a.O.

5 Ignatius von Loyola: Die Exerzitien. 13. Aufl. Einsiedeln, Freiburg 2005. Randziffer 365; in: http://de.wikipedia.org/wiki/Jesuiten (Zitierweise: Jesuiten)

6 vgl. Loewenich, a.a.O., S. 283

7 vgl. Loewenich, a.a.O., S. 284

8 vgl. ebd.

9 Peter Knauer (Hrsg.), Ignatius von Loyola: Satzungen der Gesellschaft Jesu, 3. Aufl. Frankfurt/Main 1980, S. 547; in: http://de.wikipedia.org/wiki/Kadavergehorsam

10 vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Kadavergehorsam

11 vgl. Loewenich, a.a.O., S. 284 f.

12 vgl. Loewenich, a.a.O., S. 285 f.

13 vgl. Heinz Höhne: Der Orden unter dem Totenkopf. Bd. 1. o.O. 1969. (Fischer Bücherei. 1052.) S. 143

14 vgl. Jesuiten, a.a.O.

15 vgl. Loewenich, a.a.O., S. 285

16 vgl. Jesuiten, a.a.O.

17 vgl. Kirchliches Handlexikon. Begr. von Carl Meusel. Bd. 6. Leipzig 1900. S. 683

18 vgl. Otto Michaelis: Protestantisches Märtyrerbuch. 2., erw. Aufl. Stuttgart 1927. S. 44 f.