Beständig in der Apostel Lehre und in der Gemeinschaft und im Brotbrechen und im Gebet! Apg. 2,42

DER BEKENNTNIS-

LUTHERANER _________________________________________________________

 

Lutherisches Blatt für Bibelchristentum.

Mit Zustimmung der Lutherischen Kirchen der Reformation (Lutheran Churches of the Reformation, LCR) herausgegeben von Roland Sckerl,  Leopoldstr. 1, D-76448 Durmersheim; Tel.:07245/83062;

E-mail: Sckerl@web.de; Internet: www.lutherische-bekenntnisgemeinde.de

 

20. Jahrgang 2012  Heft 4/2012

 

 

INHALTSVERZEICHNIS

 

 

Inhalt

UNTER LUTHERS KANZEL UND KATHEDER.. 1

Martin Luther und der Islam.. 1

THEOLOGISCHE ANMERKUNGEN.. 5

Die Verfälschung des christlichen Gottesdienstes im römisch-katholischen Gottesdienst: 5

ZEICHEN DER ZEIT. 5

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

UNTER LUTHERS KANZEL UND KATHEDER

 

Martin Luther und der Islam

von

Roland Sckerl

 

    Der Islam ist, spätestens seit den Anschlägen vom 11. September 2001, immer wieder in vieler Mund, obwohl die Gefahren, die von ihm ausgehen zumeist noch verkannt werden. Wer will schon sehen, dass es sich bei dem Islam keineswegs um eine Religion im Sinne des bundesdeutschen Grundgesetzes handelt, sondern vielmehr um eine totalitäre und dazu noch gewaltgeneigte Weltanschauung, deren Ziel es ist, die ganze Welt zu beherrschen und die Glieder anderer Religionen bestenfalls als Bürger zweiter Klasse leben lässt – und auch dann immer wieder den Benachteiligungen und dem Terror durch die herrschende Weltanschauung ausgesetzt.

 

    Da die Kirche Jesu Christi sich gerade in dieser letzten Zeit umso stärker mit dem Islam auseinandersetzen muss, ist es gewiss hilfreich zu sehen, wie Martin Luther, der Mann, durch den Gott der HERR seine Kirche im 16. Jahrhundert erneuert hat, ihn beurteilt hat. Denn schon zu seiner Zeit musste die Gemeinde des HERRN sich mit ihm auseinandersetzen, war doch immerhin ganz Südosteuropa, einschließlich Ungarns und Rumäniens, von den Türken besetzt und versuchten diese, auch Wien einzunehmen und nach Mitteleuropa vorzudringen, etwas, das sie in unseren Tagen auf andere Art und Weise ja tatsächlich geschafft haben. Die Eroberung Konstantinopels durch die Moslems lag ja bei Luthers Geburt gerade erst 30 Jahre zurück.

    Die Darlegung soll in zwei großen Teilen erfolgen: Im ersten Teil geht es um die Grundlinien der Beurteilung des Islam bei Luther, der zweite Teil beschäftigt sich dann ausführlich mit Luthers Wiedergabe der Widerlegung des Korans durch Raimundus Lullus.

 

 

1. Grundlinien der Beurteilung des Islams durch Martin Luther

 

    Herangetragen wurde die islamische Frage an Luther wie die christliche Welt überhaupt damals durch die Türkenkriege, die die Moslems dem christianisierten Europa durch immer neue expansionistische Angriffe aufzwangen.1 Daher waren die Fragen, die Luther bewegte, nicht zuletzt auch Fragen, warum Gott diese Kriege zuließ. Die Antwort, die er fand, ist aber auch für uns heute von Bedeutung, der wir ja in anderer, vielleicht noch gefährlicherer, weil für viele nicht so offensichtlicher, Weise vom Islam bedroht werden.

 

1.1. Wozu verwendet Gott der HERR den Islam im Blick auf seine Gemeinde?

    Die Kriege, die die Türken führten, das erkannte Luther ganz deutlich, waren Angriffskriege und damit ein Frevel, weil Angriffskriege von Gott verboten sind. Dennoch aber, und das war es ja, was auch seine Zeitgenossen so schockierte, hatten die Türken Erfolg. Warum ließ Gott das zu? Gott straft die Welt, das ist Luthers deutliche Antwort. „Aufs erste, weil das gewiss ist, dass der Türke gar kein Recht noch Befehl hat, Streit anzufangen und die Länder anzugreifen, die nicht sein sind, ist freilich sein Kriegen ein lauter Frevel und Räuberei, dadurch Gott die Welt straft, wie er sonst manchmal durch böse Buben auch zuweilen fromme Leute straft.“2 Der Islam ist also eine Zuchtrute Gottes gegen die Bösen und Unwissenden, um sie aufzuwecken: „… dass ich gesagt hatte, wider den Türken streiten ist eben so viel, als Gott widerstreben, der mit solcher Rute unsere Sünde heimsucht. … So stand’s aber dazumal: Es hatte niemand gelehrt noch gehört, wusste auch niemand etwas von der weltlichen Obrigkeit, woher sie käme, was ihr Amt oder Werk wäre oder wie sei Gott dienen sollte.“3

    Zweierlei kommt dabei zusammen: Zum einen die Wut des Teufels über die Gemeinde Jesu Christi – und der Islam ist dabei der ärgste und letzte Zorn des Teufels gegen Christus, und zum anderen, wozu Gott diese Wut des Teufels verwendet, nämlich als Strafe gegen die Verächter und Verfolger Jesu Christi auf Erden. Luther hat damals den Angriff der Türken ganz eindeutig endzeitlich gedeutet und darin eine Erfüllung von Daniel 7,10 gesehen, wie er gerade in seiner Heerpredigt gegen die Türken Daniel immer wieder anführt.4 „Darum, so halte fest und sei sicher, dass der Türke gewisslich sei der letzte und ärgste Zorn des Teufels wider Christus, damit er dem Fass den Boden ausstößt und seinen Grimm ganz ausschüttet wider Christi Reich; dazu auch die größte Strafe Gottes auf Erden über die undankbaren und gottlosen Verächter und Verfolger Christi und seines Worts, und ohne Zweifel der Vorlauf der Hölle und ewiger Strafe. Denn Daniel sagt, dass nach dem Türken flugs das Gericht und die Hölle folgen soll [Dan. 7,10]. Und man sieht’s auch zwar wohl an der Tat, wie gräulich er die Leute, Kinder, Weiber, Jung und Alt erwürgt, spießt, zerhackt, die ihm doch nichts getan, und so handelt, als sei er der zornige Teufel selbst leibhaftig. Denn nie ein Königreich so getobt hat mit Morden und Wüten wie er tut. … Aber weil dennoch viel in deutschen Landen sind, die das Wort lieben, und Christus nicht eine geringe Zahal Glieder darinnen hat, um derselben willen soll diese Heerpredigt ausgehen, sie zu trösten und zu ermahnen in diesen gräulichen gefährlichen Zeitläufen. Denn der Teufel sucht durch seinen Zeug, den Türken, freilich nicht allein die weltliche Herrschaft, sondern auch das Reich Christi und seine heiligen Glieder vom Glauben zu stoßen, wie Daniel sagt im 7. Kapitel, Vers 8.“5 Diese Beurteilung ist ja auch auf unsere heutige Zeit anwendbar und ist gewiss ein Teil des Wirkens Gottes, nämlich dass der Islam und die islamische Bedrohung eine Strafe und Zuchtrute für die immer gottloser und antichristlicher werdende westliche Welt ist – was durchaus bis dahin führen kann, dass Europa (zumindest Westeuropa) unter islamische Herrschaft kommt, mit allen verheerenden Folgen. Denn wo das Evangelium verfolgt wird, wo man Christus immer mehr von sich stößt, wo die Gottlosigkeit zunimmt, da antwortet Gott. „Es haben Könige und Fürsten, Bischöfe und Pfaffen bisher das Evangelium verjagt und verfolgt, viel Blut vergossen und den dienern Christi alle Plage und Unglück angelegt, und ist die Lästerung und Schmach auch wider die öffentliche erkannte Wahrheit so über die Maßen schändlich und groß gewesen, und das Volk so überaus böse und mutwillig, dass ich habe weissagen müssen, Deutschland müsse in kurzem Gott eine Torheit bezahlen; dasselbe geht jetzt daher und fängt an.“6

    Da Luther den Zustand der Christenheit sehr realistisch betrachtet hat – wie auch den Zustand des Glaubens unter den Moslems – ist er für beide davon ausgegangen, dass die Mehrzahl eher Ungläubige sind und hat, was nun den Krieg mit den Türken angeht, von zwei Türkenheeren gesprochen: „Wenn nun solche zwei Türkenheere gegen einander zögen, eins, das mahmetisch [muslimisch] heißt, das andere, das sich christlich heißt: Lieber, gib unserem HERRN Gott guten Rat (wo er’s nicht wüsste), welchen Türken er solle helfen und Glück geben? Ich, für der geringsten Ratgeber einer, wollt ihm raten, er solle den mahmetischen Türken Glück geben wider die christlichen Türken, wie er bisher, ohne unsern Rat, auch wider unsere Klage und Bitte, dennoch getan hat. Ursach ist die, dass die mahmetischen Türken haben Gottes Wort nicht noch Prediger desselben, sind grobe, unflätige Säue, wissen nicht, was sie leben oder glauben; hätten sie aber Prediger göttliches Worts, möchten sie vielleicht, ja, doch etliche, aus Säuen Menschen werden. Aber unsere christlichen Türken haben Gottes Wort und Prediger, wollen’s gleichwohl nicht hören, und werden aus Menschen eitel Säue, schänden dazu den Namen Christi, dass sie sich Christen und christlich rühmen, und doch ärgere Türken sind, als jene, die sich mahmetisch und nicht christlich nennen.“7 Ist das nicht gerade auch zutreffend auf unsere Zeit, auf die Lage der sogenannten Christenheit in den westlichen Ländern, in denen sich nun, durch Gottes Zulassung, als Gericht (?), der Islam immer mehr breit macht?

 

1.2. Wie soll dem Moslem begegnet werden?

    Die Begegnung mit Muslimen geschah damals, das ist bei Luthers Aussagen zu berücksichtigen, in erster Linie kriegerisch, weil die christlichen Völker Europas von den Türken als der damaligen islamischen Hauptmacht, wiederholt angegriffen wurden. Dies ist gegenwärtig bei uns noch nicht wieder der Fall. Das sollte uns aber nicht über die Absicht des Islam hinwegtäuschen, die Weltherrschaft zu erreichen, aus der ganzen Welt ein „Haus des Islam“ zu machen, in dem dann etwa Christen bestenfalls noch als Bürger zweiter oder dritter Klasse geduldet sind, aber auch immer wieder schikaniert, bedroht, verfolgt werden. Und der Weg dahin ist durchaus, sobald die Anzahl der muslimischen Bevölkerung erst einmal einen Anteil von um die 30 % erreicht hat, auch mit Gewalt verbunden.

    Wie aber können wir als Christen der islamischen Herausforderung und Gefahr begegnen? Zuerst und vor allem, indem wir uns selbst bessern, Buße tun, umkehren zu Jesus Christus, dem Heiland und HERRN. „So gefiel mir das auch nicht, dass man so trieb, hetzte und reizte die Christen und die Fürsten, den Türken anzugreifen und zu überziehen, ehe denn wir selbst uns besserten und als die rechten Christen lebten. Welche alle beide Stücke, und ein jegliches insonderheit, genugsam Ursache ist, allem Krieg zu widerraten. Denn das will ich keinem Heiden noch Türken raten, geschweige denn einem Christen, dass sie angreifen oder Krieg anfangen, welches ist nichts anders als zu Blutvergießen und zu Verderben raten, da doch endlich kein Glück bei ist, wie ich auch im Büchlein von Kriegsleuten geschrieben habe; so gelingt es auch nimmer wohl, wenn ein Bube den andern strafen und nicht zuvor selbst fromm werden will.“8 Das heißt: Es muss erst der Teufel selbst bekämpft werden durch Buße und Umkehr, auch Umkehr von der Irrlehre, sonst ist alles andere umsonst.9 Gerade wenn man bedenkt, was der Islam ist, seinen totalitären, gewaltgeneigten Charakter und sein ausgesprochenes Antichristentum, sind wir aufgerufen, auch heute, kräftig gegen den Islam zu beten, dass er nicht an die Macht kommt. „Welchem frommen christlichen Herzen wollte nun nicht grauen vor solchem Feinde Christi? Weil wir sehen, dass der Türke keinen Artikel unseres Glaubens stehen lässt, außer den einen von der Toten Auferstehung. Da ist kein Christus, kein Erlöser, Heiland, König, keine Vergebung der Sünden, keine Gnade noch Heiliger Geist. Und was soll ich viel sagen: In dem Artikel ist’s alles zerstört, dass Christus unter und geringer soll sein als Mahomet. Wer wollte nicht lieber tot sein als unter solchem Regiment leben, da er seines Christus schweigen und solche Lästerung und Greuel wider ihn sehen und hören muss, und reißt doch so gewaltig ein, wo er ein Land gewinnt, dass man sich auch williglich drein gibt. Darum bete, wer da beten kann, dass solcher Greuel nicht unser Herr werde, und wir nicht mit solcher schrecklichen Rute des göttlichen Zorns gestraft werden.“10

    Und dann ist es die Aufgabe des Christen, gerade auch wenn es zum Krieg kommt, zu beten – denn ohne Gebet kann gar nichts ausgerichtet werden, schon gar nicht in diesen Auseinandersetzungen. „Solches will ich dem ersten Mann, nämlich dem Christenhaufen, haben angezeigt, auf dass er wisse und sehe, was für große Not hier ist zu beten, und dass man zuvor müsste des Türken Allah, das ist, seinen Gott, den Teufel, schlagen, und also seine Macht und Gottheit von ihm stoßen; sonst, habe ich Sorge, wird das Schwert wenig ausrichten. Denn dieser Mann soll nicht leiblich mit dem Türken streiten, wie der Papst und die Seinen lehren, noch ihm mit der Faust widerstreben, sondern den Türken erkennen für Gottes Rute und Zorn, welche den Christen entweder zu leiden ist, so Gott ihre Sünde heimsucht, oder allein mit Buße, Weinen und Gebet wider ihn fechten und verjagen müssen. Wer diesen Rat verachtet, der verachte immerhin, ich will zusehen, was er dem Türken wolle abbrechen.“11 Das ist auch bis heute die Grundhaltung, die wir im Ringen mit dem Islam einnehmen müssen: Buße, Umkehr, Gebet, biblische Erneuerung der Gemeinde Jesu Christi.

    Luther hebt dabei besonders hervor, dass der Krieg, der zu führen ist, wenn wir angegriffen werden, kein Religionskrieg ist, es nicht um den Schutz oder die Verteidigung des christlichen Glaubens mit Waffengewalt gehen darf. Denn als Christen sollen wir uns unter das Übel beugen, das Gott uns auferlegt und ihm nicht widerstreben. Wir haben von Christus nicht den Auftrag, als Christen um des Glaubens willen Krieg zu führen, sondern die Welt selig zu machen. Die Kirche aber hat ihren Schutz in Jesus Christus, denn die Waffen der Obrigkeit haben mit dem Glauben nichts zu schaffen. „… denn der Kaiser ist nicht das Haupt der Christenheit noch Beschirmer des Evangeliums oder des Glaubens. Die Kirche und der Glauben müssen einen andern Schutzherrn haben als der Kaiser und Könige sind; sie sind gemeiniglich  die ärgsten Feinde der Christenheit und des Glaubens, wie der 2. Psalm, V. 2, sagt, und die Kirche allenthalben klagt. … Des Kaisers Schwert hat nichts zu schaffen mit dem Glauben, es gehört in leibliche, weltliche Sachen, auf dass nicht Gott auf uns zornig werde, so wir seine Ordnung verkehren und verwirren, er wiederum sich auch verkehre, und verwirre uns in allem Unglück, wie geschrieben steht: ‚Mit den Verkehrten bist du verkehrt.’ [Ps. 18,27]“12

    Etwas anderes ist es, was die Obrigkeit macht: Sie hat von Gott Amt und Auftrag, auch das eigene Land und Volk gegen Angreifer und Gefahren zu schützen, zu verteidigen. Das ist also sehr zu unterscheiden: „… ich will die Amt und Beruf eigentlich unterschieden und gesondert haben, dass ein jeglicher soll darauf sehen, wozu er von Gott berufen ist, und demselben Amt treulich und herzlich, Gott zu Dienste, Folge und genugtue, wie ich davon überflüssig anderswo, sonderlich im Büchlein von Kriegsleuten und von weltlicher Obrigkeit geschrieben habe.“13 „Der andere Mann, so wider die Türken zu streiten gebührt, ist Kaiser Carol, oder wer der Kaiser ist; denn der Türke greift seine Untertanen und sein Kaisertum an, welcher schuldig ist, die Seinen zu verteidigen, als eine ordentliche Obrigkeit, von Gott gesetzt. Ich bedinge hier abermals, dass ich niemand reizen noch heißen will, wider den Türken zu streiten, es sei denn, dass die erste Weise zuvor gehalten werde, davon oben gesagt ist, das man zuvor büße und Gott versöhne usw. Will darüber jemand kriegen, der wage sein Abenteuer. Mir ziemt nicht weiter zu reden, denn einem jeglichen sein Amt anzuzeigen und sein Gewissen zu unterrichten.“14

    Wenn dann der Kaiser sein Heer aufstellt und auch Christen in die Armee beruft, so muss der Christ auch in den Kampf ziehen – aber als des Kaisers Soldat, nicht als Christi Soldat, das heißt, nicht, um für den Glauben zu kämpfen, sondern um im Gehorsam gegen die Obrigkeit das Land zu verteidigen. Dann ist er dabei sehr wohl Gott gehorsam. „Und erstlich, so man wider die Türken kriegen will, dass man dasselbe tue unter des Kaisers Gebot, Panier und Namen. Denn da kann ein jeglicher sein Gewissen sichern, dass er gewisslich im Gehorsam göttlicher Ordnung geht, weil wir wissen, dass der Kaiser unser rechter Oberherr und Haupt ist; und wer ihm in solchem Fall gehorsam ist, der ist auch Gott gehorsam; wer ihm aber ungehorsam ist, der ist auch Gott ungehorsam; stirbt er aber im Gehorsam, so stirbt er in einem guten Stande, und wo er sonst gebüßt hat und an Christus glaubt, so wird er selig.“15 „Nun wollen wir das andere vor uns nehmen, auch die Faust zu ermahnen, das ist, dass man Leib und Gut dran wage und williglich dran strecken solle; und wo die Obrigkeit zu diesem Streit Schatzung fordert, dass man dieselben gebe, wie man schuldig ist, Röm. 13,7. Desgleichen, wo sie die Person oder Leib fordert, soll man auch zulaufen, denn da hat Gott Gehorsam geboten.“16

 

1.3. Wie ist der Islam zu beurteilen?

    Der Islam, das ist die Grundlinie, die Luther in seiner Betrachtung dieser Weltanschauung immer beibehalten hat, steht im Dienst des Teufels. „Denn der Türke (wie gesagt) ist ein Diener des Teufels, der nicht allein Land und Leute verderbt mit dem Schwert, welchen wir hernach hören werden, sondern auch den christlichen Glauben und unsern lieben HERRN Jesus Christus verwüstet.“17 Luther hat die ungeheuere Bedrohung, die der Islam für den christlichen Glauben bedeutet, klar erkannt, nämlich dass er letztlich die Gemeinde Jesu Christi verwüsten, auslöschen will. Auch die Situation der Christen unter der islamischen Herrschaft hat er gesehen: Öffentliches Bekenntnis und öffentliche Predigt, Mission gegen Mohammed ist in islamischen Ländern nicht möglich. Das heißt: Es gibt tatsächlich in islamischen Ländern keine Religionsfreiheit. Das ist auch ein starker Grund, das war Luther deutlich vor Augen, warum mittel- bis langfristig die christliche Kirche in den islamisch beherrschten Ländern auf dem Rückzug ist, ja, völlig unterzugehen droht.18

    Zwei Elemente sieht Luther dabei als eine besondere Bedrohung im Vorgehen der Moslems, auch sie sind bis heute so geblieben: Gewalt und List. „Wie kann man aber mächtiger Christus zerstören als mit diesen zwei Stücken, nämlich mit Gewalt und List? Mit Gewalt: der Predigt und dem Wort wehren; mit List: böse gefährliche Exempel täglich vor Augen stellen und zu sich reizen. Auf dass wir nun unsern HERRN Christus, sein Wort und Glauben nicht verlieren, müssen wir wider den Türken nicht anders bitten, denn als wider andere Feinde unserer Seligkeit und alles Guten, gleich als wider den Teufel selbst.“19

    Die Gefahr, gerade für lehrmäßig nicht gut gerüstete Christen, liegt ja auch darin, dass der Islam auf den ersten Blick manche biblische Geschichte, aus dem Alten wie aus dem Neuen Testament, übernommen zu haben scheint (tatsächlich sie aber aus dem biblischen Zusammenhang reißt und sowohl in der Darstellung wie in der Intention verfälscht) und der islamische Glaube so ist „zusammengeflickt aus der Juden, Christen und Heiden Glauben. Denn von den Christen hat er, dass er Christus und Maria hoch lobt, auch die Apostel und andere Heilige mehr. Von den Juden haben sie, dass sie nicht Wein trinken, etliche Zeit des Jahrs fasten, sich baden und, wie die Nasiräer, auf der Erde essen. Und ahren so daher auf solchen heiligen Werken, wie unsere Mönche eines Teils, und hoffen das ewige Leben am jüngsten Tag. Denn sie glauben dennoch die Auferstehung der Toten, dass heilige Volk, welches doch wenig Papisten glauben“20. Aber das alles Entscheidende, das leugnet er mit aller Macht, und darum ist der Graben zwischen dem christlichen Glauben und der islamischen Weltanschauung unüberwindlich: Der Islam leugnet, ja, verwirft mit Vehemenz, die Gottessohnschaft Jesu Christi, verwirft auch, dass er der Heiland der Welt ist, der Retter aller Menschen, dass er für uns gestorben und auferstanden ist und jetzt lebt und regiert zur Rechten Gottes des Vaters. Damit hat er das Herz des christlichen Glaubens herausgerissen. Dagegen stellt er seinen Mohammed und dessen Werkforderungen, einschließlich der Gewalt gegen Andersgläubige. Auch daran hat sich ja bis heute nichts geändert.21 Erstlich, so lobt er wohl Christus und Maria gar sehr, als die alleine ohne Sünde seien; aber doch hält er nichts mehr von ihm als von einem heiligen Propheten, wie Jeremia oder Jona ist, verleugnet aber, dass er Gottes Sohn und rechter Gott ist. Dazu hält er auch nicht, dass Christus sei der Welt Heiland, für unsere Sünde gestorben, sondern habe zu seiner Zeit gepredigt und sein Amt ausgerichtet vor seinem Ende, gleichwie ein anderer Prophet. Aber sich selbst lobt und hebt er hoch und rühmt, wie er mit Gott und den Engeln geredet habe und ihm befohlen sei, die Welt, nachdem Christi Amt nun aus ist als eines Propheten, zu seinem Glauben zu bringen, und wo sie nicht wollen, mit dem Schwert zu bezwingen oder strafen, und ist das Schwertrühmen viel darinnen. Daher halten die Türken viel höher und größer von ihrem Mahomet als von Christus; denn Christi Amt habe ein Ende, und Mahomets Amt sei jetzt im Schwang. Daraus kann nun ein jeglicher wohl merken, dass der Mahomet ein Verstörer ist unseres HERRN Christus und seines Reichs. Denn wer die Stücke an Christus leugnet, dass er Gottes Sohn ist und für uns gestorben sei und noch jetzt lebe und regiere zur Rechten Gottes, was hat er mehr an Christus? Da ist Vater, Sohn, Heiliger Geist, Taufe, Sakrament, Evangelium, Glaube und alle christliche Lehre und Wesen dahin, und ist an Statt Christi nichts mehr als Mahomet mit seiner Lehre von eigenen Werken, und sonderlich vom Schwert. Das ist das Hauptstück des türkischen Glaubens, darin alle Greuel, aller Irrtum, alle Teufel auf einen Haufen liegen.“22 Wir sehen aus all dem übrigens, dass Luther keineswegs nur einige oberflächliche Kenntnisse über den Islam hatte, sondern die zentralen, wichtigen Aussagen sehr wohl gut kannte.

    Aufgrund dieser ungeheuren Gefährdungen des christlichen Glaubens und des entschiedenen Antichristentums des Islam, sind die folgende Worte nur zu verständlich und die Aufforderung zum Gebet gilt uns heute genauso wie den Menschen damals: „Und was soll ich viel sagen: In dem Artikel ist’s alles zerstört, dass Christus unter und geringer soll sein als Mahomet. Wer wollte nicht lieber tot sein als unter solchem Regiment leben, da er seines Christus schweigen und solche Lästerung und Greuel wider ihn sehen und hören muss, und reißt doch so gewaltig ein, wo er ein Land gewinnt, dass man sich auch williglich drein gibt. Darum bete, wer da beten kann, dass solcher Greuel nicht unser Herr werde, und wir nicht mit solcher schrecklichen Rute des göttlichen Zorns gestraft werden.“23

    Luther sah darin, und das nicht zu Unrecht, die weltlich-geistliche endzeitliche Bedrohung, wie sie schon bei Daniel beschrieben ist, wie er gerade in seiner Heerpredigt gegen die Türken immer wieder darlegt. Der Hauptfeind des Islam ist das Christentum. Das mag der eine oder andere heute anders sehen, da sie ja derzeit vor allem Israel im Visier haben. Aber wer es so meint, der verkennt die Gesamtlage. Israel ist die derzeitige Hauptstoßrichtung, das ist richtig. Denn Israel hat ein Stück Land, das einst schon den Moslems gehört hatte – darum wollen sie es zurück erobern. Aber das Hauptziel bleibt das Christentum, und dabei zunächst vor allem Europa. Das war schon in der Frühzeit des Islam so, gingen die Muslime doch schon 711 von Afrika nach Spanien und konnten nur durch die Schlacht bei Tours und Poitiers 732 durch Karl Martell daran gehindert werden, sich das ganze damalige Europa zu unterwerfen. Später setzten sie von Osten her an und überrannten den Balkan und standen zweimal vor Wien, wurden aber schließlich wieder zurück geworfen. Seit dem späten 19. Jahrhundert aber haben sie sich erneut gegen die Gemeinde gesammelt. Die massive Verfolgung der Armenier zeigt dies, dann die Vertreibung der Griechen aus Anatolien und von der ionischen Küste, so dass fast 30 % der damaligen Bevölkerung auf dem Gebiet der heutigen Türkei entweder ermordet oder vertrieben wurde. Der Kampf gegen das Christentum geht bis heute weiter, etwa gegen die Aramäer, die syrisch-orthodoxen Christen, die Assyrer, auch die verbliebenen Griechisch-Orthodoxen. Und die Ansiedlung von Moslems in den europäischen und (nord-)amerikanischen Staaten ist von den Imamen ja nur gebilligt werden auf dem Hintergrund, dadurch einen Brückenkopf zur Islamisierung dieser Gebiete zu bekommen, sei es aufgrund der demographischen Entwicklung scheinbar demokratisch, sei es schließlich mit Terror und Gewalt, wenn sie nur erst einmal etwa ein Drittel der Bevölkerung stellen – und schon vorher die Mehrheitsbevölkerung durch immer neue Forderungen, mit denen Teile der Scharia durchgesetzt werden sollen, in die Enge getrieben wurden (man denke nur an das Schächten, an die Ehrenmorde, an die Behauptung, bestimmte Straftaten seien eben dem kulturellen Hintergrund zuzuschreiben und daher milder zu beurteilen; überhaupt der Versuch, Delikte und Straftaten ohne die inländische Justiz durch eigene Männer zu regulieren). „Zum vierten, dass er wider die Heiligen des Höchsten Krieg führt. Dies bedarf ja keiner Glosse, ich meine, wir haben’s bisher wohl gesehen und gefühlt. Denn der Türke keinem Volk so feind ist auf Erden wie den Christen, streitet auch gegen niemand mit solchem Blutdurst wie gegen die Christen, auf dass er diese Weissagung Daniels erfülle.“24 Überhaupt sah Luther, neben dem Papsttum, im Islam die geweissagte endzeitliche Gegenmacht zum biblisch-christlichen Glauben: „Denn die Schrift weissagt uns von zwei grausamen Tyrannen, welche sollen vor dem jüngsten Tage die Christenheit verwüsten und zerstören. Einer geistlich, mit Listen oder falschem Gottesdienst und Lehre, wider den rechten christlichen Glauben und Evangelium. Davon Daniel schreibt im 11. Kap., V. 36 ff, dass er sich soll erheben über alle Götter und über alle Gottesdienste usw., welchen auch St. Paulus nennt den Antichrist, 2. Thess. 2,4. Das ist der Papst mit seinem Papsttum, davon wir sonst genug geschrieben.

    Der andere mit dem Schwert, leiblich und äußerlich, aufs gräulichste, davon Daniel im 7. Kapitel, V. 7 f. gewaltiglich weissagt, und Christus Matth. 24,15 von einer Trübsal, dergleichen auf Erden nicht gewesen ist, das ist der Türke.“25

    Luther identifizierte den Islam (Türken) mit dem „kleinen Horn“ bei Daniel, und sein Reich als einen Teil des Römerreiches. „So spricht nun Daniel, dass nach solchen zehn Hörnern erst kommt das kleine Horn zwischen den zehn Hörnern. Hier kommt und findet sich der Türke. Denn gleichwie das kleine Horn unter den zehn aufwächst und stößt derselben drei weg, also musste ja kommen ein Königreich, das in den obgenannten Ländern und Königreichen des vierten Tiers oder Kaisertums wüchse und derselben drei gewinne. Solches alles zeigt und bezeugt auch das Werk und stimmt mit dem Text, dass Mahomet dasselbe kleine Horn sein muss, denn er ist von geringem Anfang aufgekommen. Er ist aber also gewachsen, dass er drei Hörner im römischen Kaisertum hat abgestoßen und eingenommen, nämlich Ägypten, Griechenland und Asien. Denn der Soldan und Sarazenen haben lange Zeit dieser Hörner oder Königreiche zwei innen gehabt, Ägypten und Asien, und sind also drinnen geblieben sitzen, wie auch der Türke drinnen sitzt auf den heutigen Tag, und hat das dritte Horn, Griechenland, gewonnen. Solches hat sonst niemand getan, und wir sehen’s da vor Augen stehen, dass geschehen ist: Das ist Mahomets Reich, da haben wir das kleine Horn gewiss.“26

    Unter diesem Blickwinkel beurteilt er auch Mohammed selbst, und damit den Islam: Der Islam ist ein mächtiges Reich, das mitten im Römischen Reich sitzt. Das Gesetz dieses Reiches aber ist kein göttliches, sondern ein menschengemachtes, von Menschen zusammengefügtes und geändertes, so, wie Daniel es gesagt hat, dass der Antichrist Gottes Gesetz und Ordnung ändert (wie ja geistlicherseits auch das Papsttum). Und der Islam ist extrem antichristlich, voll Lästerung gegen Christus und sein Wort, so, wie Daniel es auch vom Antichristen weissagte. „So wir nun dasselbe kleine Horn, den Mahomet und sein Reich, hier gewisslich haben, so können wir nun leichtlich und klärlich aus Daniel lernen, wofür der Türke und das Mahometische Reich zu halten sei, und auch, was er vor Gott gelte. Erstlich soll er wohl ein mächtiger Herr sein, als der dem römischen Reich drei Hörner, das ist, drei fast die besten Königreiche, wie Ägypten, Griechenland, Asien, abgewinnen und behalten und damit mächtiger sein [soll] als keiner unter den zehn Hörnern ist. Das ist der klare Text, und findet sich also im Werk; denn kein König, so unter den Römern, gewesen, wie Frankreich, Spanien, Welschland [Italien], Deutschland usw., so mächtig ist wie das türkische oder Mahometische Reich, das der Türke jetzt hat. Und sitzt also fast mitten im römischen Reich, ja, in des römischen Kaisers Hause, zu Konstantinopel, wie das kleine Horn unter den zehn Hörnern im vierten Tier bedeutet.

    Zum andern hat das Horn Menschenaugen, das ist des Mahomets Koran oder Gesetz, damit er regiert; in welchem Gesetz ist kein göttlich Auge, sondern eitel menschliche Vernunft, ohne Gottes Wort und Geist. Denn sein Gesetz lehrt nichts anders als was menschlicher Witz und Vernunft wohl leiden kann. Und was er im Evangelium gefunden hat, das zu schwer und zu hoch zu glauben gewesen, das hat er ausgetan, sonderlich aber, dass Christus Gott sei und uns erlöst hat mit seinem Tode usw. Das meint Daniel, da er des Horns Auge deutet und spricht: Er wird sich unterstehen, Gesetz und Ordnung zu ändern, vernimm Gottes Ordnung, wie das Evangelium und christliche Lehre.

    Zum dritten hat’s ein Maul, das redet gräuliche Dinge, das sind die grausamen Lästerungen, damit der Mahomet Christus nicht allein verleugnet, sondern auch ganz aufhebt, und gibt vor, er sei über Christus, viel höher und würdiger vor Gott als alle Engel, alle Heiligen, alle Kreaturen, dazu über Christus selbst.“27

    Luther sah auch klar die geistliche Schwäche des Islam, nämlich dass Mohammed keine Wunder vorweisen konnte, um seinen Anspruch, ein neuer Prophet zu sein und neue Offenbarungen Gottes zu bringen, zu beweisen. Das bestätigt auch der Koran. Was ihnen an den Wundern fehlt, versuchen die Moslems nun durch die nackte Gewalt zu ersetzen. „Wenn aber jemand fragt: Warum er kein Wunderzeichen tue, zu bestätigen solch neues Gesetz? Spricht er: Es sei nicht not und umsonst, denn es haben doch die Leute vorhin viele Wunderzeichen gehabt, da Moses Gesetz und das Evangelium aufging, und glaubten doch nicht.“28 Der Islam, und das hebt Luther deutlich hervor, ist eben nicht von Gott gegeben, sondern ist eine menschliche Erfindung, hat menschliche Ordnungen, ist nicht göttlich.29 Das ist ganz wichtig in der Auseinandersetzung mit dem Islam. Wir dürfen nie vergessen, dass der Islam also tatsächlich eine der furchtbarsten Rebellionen gegen den wahren, dreieinigen Gott ist, gegen Christus und sein Evangelium und Reich.

    Ebenso hat Luther hervorgehoben, dass ja Mohammed in der neunten Sure selbst sagt, dass nur ein Teil seiner Worte wahr sei – wie soll man aber solch einem Buch (eben dem Koran) glauben, wenn man weiß, dass ein großer Teil seiner Aussagen gar nicht stimmen?30 Darum hat er nicht zu Unrecht angenommen, dass auch unter den Moslems viele kluge Männer gewesen sind, die tatsächlich dem Koran nicht geglaubt haben, sondern der Vernunft gefolgt sind, Philosophen, Astronomen, Mediziner, während ein großer Haufe letztlich gar nichts glaubt und sich nur um zeitlicher Güter willen zum Islam halten, wie ähnlich bei den Christen es auch ist.31

    Luther meinte, dass zu seiner Zeit sich Daniel 7 schon in soweit erfüllt habe, dass die Türken (Moslems) als das kleine Horn schon die drei anderen Hörner (andere Mächte) überwunden habe und nun sein Ende zu erwarten sei mit dem Jüngsten Tag. „Demnach ist zu hoffen, dass der Türke hinfort kein Land des römischen Reichs mehr gewinnen wird … Darum der Krieg und Sieg des Mahomet, davon Daniel sagt, ist am meisten geschehen und erfüllt in Asien, Griechenland, Ägypten, und wird also ein Ende nehmen, wenn er am allermächtigsten und aufs allerbeste gerüstet ist, dass er gleich sicher daher schwebt und führt, als dem nun niemand wehren noch widerstehen könne, und noch viel Land zu gewinnen gedenkt. Eben wenn dasselbe Stündlein kommen wird, dass er so viel noch tun will und trotzig und gierig sein wird, da wird Christus mit Schwefel und Feuer über ihn kommen und fragen, warum er seine Heiligen, die ihm kein Leid getan, ohne alle Ursache so gräulich verfolgt und geplagt habe? Amen.“32 Da wir die Prophetie in ihrer Gänze immer nur in der Erfüllung verstehen können, müssen wir aus heutiger Sicht sagen: Wiewohl sicher das Osmanische Reich (mitsamt der heutigen Türkei) eine entschieden antichristliche Kraft war (und ist), und so, mit dem Papsttum, unter dem „kleinen Horn“ (das hier für die geistlichen und weltlichen antichristlichen Mächte zusammen steht) zu verstehen ist, so war doch die Zeit noch nicht völlig erfüllt, waren die drei Hörner noch nicht völlig überwunden. Es ist gut möglich, dass diese drei Hörner für ein Drittel der Welt stehen, die durch den Islam als der antichristlichen weltlichen Macht überwunden wird und beherrscht, unter Umständen auch in Verbindung mit dem Papsttum. Denn diese beide sind furchtbare Feinde des biblischen Christentums, und ist der Islam in schlimmer Weise ein Lästerer Christi und seines Evangeliums. „Bisher haben wir nun gesehen, wofür der Türke und sein Mahometisch Reich zu halten sei nach der heiligen Schrift, nämlich, dass er sei ein Feind Gottes und ein Lästerer und Verfolger Christi und seiner Heiligen durch Schwert und Streit, also, dass er gleich darauf gerichtet und gestiftet ist, mit Schwert und Kriegen gegen Christus und die Seinen zu wüten. Denn obwohl andere Könige vorzeiten auch haben die Christen verfolgt mit dem Schwert, so ist doch ihr Reich und Regiment nicht darauf gestiftet und gerichtet gewesen, dass sie Christus lästern und bekriegen sollten, sondern geschiehts Zufalls, aus einem Missbrauch.“33 Luther zeigt hier einen ganz wichtigen Aspekt des Islam nochmals deutlich auf: Noch viel mehr als die sonstigen Religionen ist der Islam dezidiert, bewusst antichristlich und sucht, die Gemeinde Jesu zu zerstören, auf alle nur erdenkliche Weise.

    Und dennoch: Die antichristlichen Mächte, Papsttum wie Islam, werden auf die Dauer nicht den Sieg behalten, sondern, wie schon bei Daniel dargelegt, kommt gleich auf ihr Wüten der Jüngste Tag: „Zum sechsten, soll flugs aufs Türken Reich und Wüten der jüngste Tag und das Reich der Heiligen kommen, wie Daniel hier spricht, dass des Horns Kriege und Siege sollen währen, bis der Alte komme und setze sich zu Gerichte.“34

    Weil der Islam von seiner Grundanlage, ganz im Gegensatz zum neutestamentlichen Christentum, gewaltgeneigt ist, auch in seiner Staatsführung, darum sah Luther nicht zu Unrecht in ihm auch eine Gefahr für die weltliche Regierung, nämlich in dem Sinn, dass eigentliche eine gute weltliche Regierung nach Frieden trachten soll, die Frommen schützen und die Bösen strafen. „Aber nie ist eines dermaßen mit Morden und Rauben aufgekommen und so mächtig geworden wie die Türken, und noch so täglich mordet und raubt. Denn es wird ihnen in ihrem Gesetz geboten als ein gutes göttliches Werk, dass sie rauben, morden und immer weiter um sich fressen und verderben sollen, wie sie denn auch tun, und meinen, sie tun Gott einen Dienst dran. Darum ist’s nicht eine göttliche ordentliche Obrigkeit wie andere, den Frieden zu handhaben, die Frommen zu schützen und die Bösen zu strafen, sondern, wie gesagt, eine lauter Gottes Zornesrute und Strafe über die ungläubige Welt. Und dasselbe Werk, zu morden und rauben, gefällt ohne das dem Fleisch wohl, dass [es] oben schwebe, jedermanns Leib und Gut unter sich werfe; wie gar viel mehr muss es gefallen, wenn ein Gebot dazu kommt, als wolle es Gott so haben und gefalle ihm wohl. Daher sind auch die bei den Türken für die Besten gehalten, so da Fleiß tun, das türkische Reich zu mehren und immer weiter um sich rauben und morden.“35

    Was Luther auch schon auffiel war, wie wenig die Ehe im Islam gilt, gerade wegen der Polygamie. „Das dritte Stück ist, dass des Mahomets Koran den Ehestand nichts achtet, sondern jedermann zugibt, Weiber zu nehmen, wie viel er will36. Daher der Brauch ist bei den Türken, dass ein Mann zehn, zwanzig Weiber hat, und wiederum verlässt und verkauft, welche er will, und wann er will; dass die Weiber aus der Maßen unwert und verachtet in der Türkei sind, werden gekauft und verkauft wie das Vieh. Ob nun vielleicht etliche wenige solches freien Gesetzes nicht gebrauchen, dennoch gilt und geht solch Gesetz frei, wer es tun will. Solch Wesen ist aber keine Ehe und kann keine Ehe sein, weil keiner ein Weib der Meinung nimmt oder hat, ewiglich bei ihr zu bleiben als Ein Leib, wie Gottes Wort spricht 1. Mose 2,24: ‚Der Mann wird an seinem Weibe hangen, und werden zwei Ein Leib sein.’“37

    Luther erkannte dabei durchaus an, dass die Türken damals eine gute äußere Zucht und Ordnung hatten, aber er sah zugleich auch, wie blind sie geistlich waren, weil sie viele ihrer Sünden, wie die Polygamie, die Morde um des Glaubens willen nicht als Sünde erkannten.38

    Zwischen dem römischen Papsttum und dem Islam fand Luther schon damals mancherlei Ähnlichkeiten – wie ja auch heute Rom und der Islam immer mehr zusammenfinden (bis hin zu gemeinsamen Marienwallfahrtsstätten in Italien). So sieht er bei beiden große Bosheit, bei beiden äußere Bekenntnisse zu biblischen Schriften, aber bei beiden ebenso kein wirkliches geistliches Regieren mit Gottes Wort. „Wiederum ist der Papst nicht viel frömmer und sieht dem Mahomet aus der Maßen ähnlich, denn er lobt auch mit dem Munde die Evangelien und ganze heilige Schrift, aber er hält, dass viele Stücke drinnen [zu schwer und unmöglich seien], und eben dieselben, so die Türken und der Mahomet zu schwer und unmöglich achten, wie die Matth. 5,27 ff. Darum deutet er sie und macht Consilia draus, das ist, Räte, die niemand zu halten schuldig sei, außer, welche es gelüstet; wie denn solches unverschämt Paris, samt andern Hochschulen, Stiften und Klöstern bisher gelehrt. … Und Gott drückt auch auf sie alle beide mit gleicher Plage und schlägt sie mit Blindheit, dass es ihnen geht, wie St. Paulus Röm. 1,28 sagt von dem schändlicher Laster der stummen Sünden, dass sie Gott in verkehrten Sinn dahin gibt, weil sie Gottes Wort verkehren. … Und zwar ist’s nicht viel besser bei uns Christen auch gegangen [nämlich mit Lügen und Verfälschen der biblischen Wahrheit, Anm. d. Hrsg.]. Denn da sind so viele Lügen in unsern Alkoranen, Dekretalen, Lügenden, Summen und unzähligen Büchern, da doch niemand weiß, woher sie kommen, wann sie angefangen, wer die Meister sind. … Aber Gott hat seinen letzten endlichen Zorn also lassen gehen, dass der Teufel all sein Vermögen und Bosheit hat sollen ausschütten, bis er nichts mehr Ärgeres hat können tun, nämlich dass er dort gegen Morgen [Osten] durch Mahmets Regiment, und hier gegen Abend [Westen] durch Papsts Regiment eitel wissentliche und auch der Vernunft begreifliche Lügen gestiftet, und dazu zum Überspott und Überhohn uns nicht wert geachtet, dass wir die Meister solcher Lügen wissen noch anzeigen können“39

    Als den Antichristen aber hat Luther Mohammed und den Islam, im Unterschied zum Papsttum, nicht gesehen, weil er’s, Mohammed, zu grob gemacht hat, Altes und Neues Testament, Taufe, Abendmahl, Absolution verworfen und so außerhalb der Kirche steht, während der Papst das alles beibehält, aber verfälscht und daher, wie 2. Thess. 2,4 sagt, im Tempel Gottes, in der Kirche, sitzt, und dadurch viele verführt, auch viele Zeichen und Wunder tut, wie vom Antichristen geweissagt, Matth. 24,15.24; 2. Thess. 2,4, während Mohammed keine getan hat.40

1.4. Wie können Christen unter islamischer Herrschaft überleben?

    Auch damals war es schon so, dass viele Christen unter islamischer Herrschaft leben mussten, teils solche, die in den von den Moslems unterworfenen Ländern lebten – und ziemlich alle Länder, die der Islam damals beherrschte, außerhalb Arabiens, waren zuvor mehrheitlich christlich gewesen – und dann solche, die als Kriegsgefangene oder Verschleppte unter ihre Herrschaft kamen. Wie konnten sie nun dort leben? Wie konnten sie als Christen, treu zu ihrem Heiland, überleben? Wichtig ist hier, das hebt Luther hervor, und das gilt ja für das Leben unter allen Systemen, vor allem den totalitären, aber auch in der Welt überhaupt: den eigenen Glauben, die christliche Glaubenslehre gut kennen. Zuerst und vor allem heißt das: den Katechismus kennen und können. Und in Auseinandersetzung mit dem Islam da besonders den zweiten Glaubensartikel von Christus und seinem Erlösungswerk, der uns ja unterscheidet von allen anderen Religionen. „So lerne nun, weil du noch Raum und Statt hast, die zehn Gebote, dein Vaterunser, den Glauben, und lerne sie wohl, sonderlich diesen Artikel, da wir sagen: ‚Und an Jesus Christus, seinen einigen Sohn, unsern HERRN, der empfangen ist vom Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten hat unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tag auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel, sitzend zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters, von dannen er kommen wird, zu richten die Lebendigen und die Toten.’ Denn an diesem Artikel liegt’s, von diesem Artikel heißen wir Christen, und sind auch auf denselben durchs Evangelium berufen, getauft und in die Christenheit gezählt und angenommen, und empfangen durch denselben den Heiligen Geist und Vergebung der Sünden, dazu die Auferstehung von den Toten und das ewige Leben. Denn dieser Artikel macht uns zu Gottes Kindern und Christi Brüdern, dass wir ihm ewiglich gleich und Miterben werden.

    Und durch diesen Artikel wird unser Glaube gesondert von allen andern Glauben auf Erden. Denn die Juden haben des nicht, die Türken und Sarazenen auch nicht, dazu kein Papist noch falscher Christ, noch kein anderer Ungläubiger, sondern allein die rechten Christen. Darum, wo du in die Türkei kommst, da du keine Prediger noch Bücher haben kannst, da erzähle bei dir selbst, es sei im Bette oder in der Arbeit, es sei mit Worten oder Gedanken, dein Vaterunser, den Glauben und die zehn Gebote. Und wenn du auf diesen Artikel kommst, so drücke mit dem Daumen auf einen Finger oder gib dir sonst etwa ein Zeichen mit der Hand oder Fuß, auf dass du diesen Artikel dir wohl einbildest und merklich machst, und sonderlich, wo du etwa wirst ein türkisches Ärgernis sehen oder Anfechtung haben, und bitte mit dem Vaterunser, dass dich Gott behüte vor Ärgernis und behalte dich rein und fest in diesem Artikel, denn an dem Artikel liegt dein Leben und Seligkeit.“41

    Dabei gilt es auch, sich von dem teilweise strengen Leben, dass etliche Muslime, auch etwa die Imame, führen mögen, wie auch tatsächlichen oder angeblichen Wundern sich nicht irre machen zu lassen, sondern es deutlich vor Augen zu haben, dass es des Teufels Religion und Werkgerechtigkeit ist. Ebenso wenig soll einen Christen die äußere Ordnung ihres Gottesdienstes beeindrucken. „Denn lass sich zieren, stellen, gebärden, wer da will und wie er will, glaubt er nicht an Jesus Christus, so bist du gewiss, dass Gott lieber hat essen und trinken im Glauben als fasten ohne Glauben, lieber wenig Gebet im Glauben als viel Gebet ohne Glauben. … Darum sei gewarnt, wenn du in der Türkei Zeichen sehen oder hören würdest, dass du gedenkst bei dir selbst und sprechest: Und wenn du alle Toten aufwecktest und alle Zeichen tätest, weil du daneben Jesus Christus verleugnest und lästerst oder nicht kennen willst, so glaube dir der Teufel an meiner Statt; ich will viel lieber ohne Zeichen und Wunder bei meinem schwachen Christus bleiben als zu dir starkem und mächtigem Wundertäter fallen. Und ist zwar in der Türkei der Vorteil, dass man solche falschen Wunder leicht kennen und sich davor hüten kann, weil dieselben nicht in Christi Namen geschehen, sondern gegen Christi Namen, in des Mahomets Namen.“42

    Was nun die Gefangenen angeht, die damals dann als Leibeigene dort leben und arbeiten mussten, so ruft Luther sie gemäß Kol. 3 dazu auf, treu zu dienen und nicht zu fliehen. „So merke nun: Wo es Gott verhängt, dass du vom Türken gefangen, weggeführt und verkauft wirst, dass du musst ihres Willens leben und ein Knecht sein, so denke, dass du solch Elend und Dienst, von Gott zugeschickt, geduldig und willig annehmest und um Gottes willen leidest und aufs allertreueste und fleißigste deinem Herrn, dem du verkauft bist, dienst, unangesehen, dass du ein Christ und dein Herr ein Heide oder Türke ist, darum er nicht wert sollte sein, dass du sein Knecht sein solltest. Und beileibe laufe nicht weg, wie etliche tun und meinen, sie tun recht und wohl daran. Etliche auch sich selbst ersäufen oder sonst erwürgen. Nicht, nicht so, lieber Bruder, du musst denken, dass du deine Freiheit verloren hast und eigen geworden bist, daraus du dich selbst, ohne Willen und Wissen deines Herrn, nicht ohne Sünde und Ungehorsam wirken kannst. Denn du raubst und stiehlst damit deinem Herrn deinen Leib, welchen er gekauft hat oder sonst zu sich gebracht, dass er forthin nicht dein, sondern sein Gut ist, wie ein Vieh oder andere seine Habe.

    Denn hier ist’s Zeit, zu gehorchen und zu halten die Sprüche St. Petri und Pauli, da sie lehren, dass die Knechte oder Leibeigenen sollen ihren leiblichen Herren gehorsam, treu, demütig, ehrsam und fleißig sein, nicht anders, denn als dienten sie Christus dem HERRN selbst, obgleich die Herren Unchristen oder böse sind; wie du lesen magst 1. Kor. 7,21 f.; Eph. 6,5.6 und Kol. 3,22: ‚Ihr Knechte seid gehorsam in allen Dingen euren leiblichen Herren, nicht mit Dienst vor Augen, als den Menschen zu gefallen, sondern mit Einfältigkeit des Herzens und mit Gottesfurcht’ usw. Auch 1. Petr. 2,18. Denn wo du sonst ein rechter Christ bist, schadet dir solcher Dienst und Elend nicht. Ja, wo du sein kannst christlich und geduldig gebrauchen, ist dir’s gut und nütz zur Seligkeit, als dein Kreuz, darin dein Glaube geübt und bewährt wird.“43

    Anders ist es dagegen, wenn die Muslime Christen zwingen wollen, gegen Christen zu kämpfen, da gilt es, den Gehorsam zu verweigern. „Doch, dass ich das nicht vergesse, wenn du unter dem Türken bist und dienen musst, wie gesagt ist, so sollst du solchen Dienst nicht weiter verstehen noch deuten, als so fern es deinem Hausherrn nützt zu seinen Gütern. Wenn er dich aber zwingen wollte, gegen die Christen zu streiten, da sollst du nicht gehorsam sein, sondern lieber alles leiden, was er dir tun kann, ja, viel lieber sterben. Denn du hörst hier, dass Daniel vom Türken schreibt, sein Streit sei gegen die Heiligen Gottes, die ihm nichts getan haben, und vergießt eitel unschuldig Blut. Da musst du dich vor hüten, dass du dich des nicht teilhaftig machst, gleichwie du seinem lästerlichen Abgott und Mahomet nicht darfst zufallen, ob du gleich unter ihm dienen musst. … So hat Gott keinem Herrn die Obrigkeit dermaßen gegeben oder die Leute unterworfen, dass er damit solle wider Gott und sein Wort streben oder fechten. Und ist auch in solchem Fall kein Untertan seiner Obrigkeit ein Haarbreit schuldig oder verwandt.“44

 

 

2. Widerlegung des Korans durch Raimundus Lullus

 

    Raimundus Lullus (1236-1315), der durch das Bild des Gekreuzigten von einem unehrenhaften weltlichen Leben bekehrt wurde und sich dann vor allem der missionarischen Tätigkeit unter den Moslems widmete, schrieb für die Arbeit unter Muslimen eine Schrift, die von Luther Luther dann wieder herausgegeben Schrift wurde, in der er den Koran zu widerlegen suchte. Luther selbst hatte, wie er in seiner Vorrede zu dieser Ausgabe schrieb, mit dem Koran beschäftigt, den er in einer lateinischen Ausgabe hatte, und fand seine Erkenntnisse durch die Ausführung von Lullus bestätigt.45

 

2.1. Der scheinbare Erfolg des Islam – Gottes Regierweise über sein Volk

    Dies ist Luther umso wichtiger, als gerade zu seiner Zeit der Islam oder das Osmanische Reich sich im Aufwind befand und seit damals etwa 200 Jahren von Sieg zu Sieg schritt, während die christianisierten Reiche immer mehr zurückwichen. Er wusste, dass dies viele anfechten musste, ja, den Eindruck erwecken konnte, als sei der Islam stärker, sei im Recht, während das Christentum falsch sei. Luther aber stellte heraus, dass dies ein Teil des Lebens unter dem Kreuz ist, dass dies Gottes Weise ist, die Welt zu regieren. „Summa, wo wir nicht können die Sarazenen und nunmehr die Türken bekehren, doch dass wir wiederum auch fest und stark bleiben in unserem Glauben und uns nicht bewegen lassen, dass die Sarazenen und Türken so viel hundert Jahre eitel Sieg und Glück wider die Christen, wir aber viel Unglück wider sie gehabt, bis sie der Welt Herren geworden, immer obliegen mit großen Ehren und Gut, wir aber unterliegen mit großen Schanden und Schaden. Welches doch nicht geschieht darum, dass des Mahmets Glaube recht und unser Glaube unrecht sei, wie die blinden Türken pochen; sondern das ist Gottes Weise, sein Volk zu regieren.“46

    Warum macht Gott es so? Dadurch werden viele zu Märtyrern gemacht, das ist das eine; das andere ist: So straft Gott Ketzerei und Verachtung der Lehre Christi. So ist, wie schon zuvor gesagt (1.1), der Islam eine Gottesgeißel und Zuchtrute, zunächst für die christlichen Kirchen des Ostens, dann auch für die im Westen (und so wird es noch härter kommen angesichts des immer offensichtlicher werdenden Abfalls Europas und vieler anderer Gegenden vom Christentum). „So muss Christi Blut vergossen werden von Anfang der Welt bis ans Ende, auf dass viele Märtyrer gen Himmel kommen, da nicht allein seiner Heiligen Blut (welches alles sein Blut heißt), sondern auch sein eigen persönlich Blut hat müssen vergossen werden. Wehe denen, die es vergießen! Diese zwei Stücke hat er durch Mahmet getrieben und treibt sie noch. Denn Mahmet hat die Christen greulicher geplagt als alle Tyrannen, und die Christen haben solche Strafe wohl verdient, da sie sich trennten mit Ketzerei und Rotten, viel neuer Lehre, und dazu ärgerlich lebten in Undankbarkeit und Verachtung des teuren Bluts Christi, damit sie erlöst sind, und nicht büßten. So macht auch der Mahmet viel Märtyrer, wie nie gemacht sind, dass er so viel unschuldiger Kinder und sonst frommer Christen greulich erwürgt.“47

    Was aber ist das wirkliche Ergebnis? Können die Moslems sich wirklich freuen über ihren äußeren Erfolg? Nein, sagt Luther, denn aufgrund ihrer falschen Lehre, ihres Irrglaubens, den sie durch ihren scheinbaren äußeren Erfolg noch gestärkt wähnen, gehen sie in die Verdammnis. „Aber der große Zorn geht über ihn selbst, dass er von Gott so schrecklich verstoßen ist, nicht allein solche Strafe und Blutvergießen auszurichten (welches einem christlichen Herzen noch nicht zu hoch ist zu leiden und zu überwinden), sondern auch so viel Leute mit sich an Leib und Seele durch seine Lügen verführt in die ewige Verdammnis, wie der Papst auch getan hat und tut.“48 Dieses ihr Ende ist umso wahrscheinlicher, da gerade Moslems nur sehr schwer zu bekehren sind, sich vielmehr verhärtet haben in ihrem Glauben und allen christlichen Glaubensartikeln massiv widerstreben, sich vor allem gegen das Alte und Neue Testament sperren. „Und wo sollt man sie auch können bekehren, so sie die ganze heilige Schrift, beide Neues und Altes Testament, verwerfen, als nunmehr tot und untüchtig, und gestehen niemand eine Rede noch Disputation von der heiligen Schrift, stopfen die Ohren, Augen und Herzen fest zugegen das selige Buch der heiligen Schrift, bleiben auf ihrem Alkoran. Das heißt Zorn über allen Zorn, davor uns behüte unser lieber Vater im Himmel durch seinen lieben Sohn Jesus Christus und seinen Heiligen Geist.“49

 

2.2. Die Grundaussagen des Korans

    Im Zentrum der Auseinandersetzung zwischen dem Islam und dem biblischen christlichen Glauben steht die Lehre von Gott und besonders die Lehre von Christus, seiner Person und seinem Werk. So widerstrebt er vehement der Lehre von der heiligen Dreieinigkeit und behauptet nur einen Gott (Allah), führt aber eine Zweiheit ein, die sehr an die Arianer und die Ebioniten erinnert, auch an die Zeugen Jehovas: Er spricht von Gott oder Gottes Wesen und dann von Gottes Seele, womit ihr Isa gemeint ist, der aber keineswegs mit dem wahren, dem biblischen Jesus Christus verwechselt werden darf. Denn nach dem Koran ist er ein Wesen, das Gott untertan sei, anderen Wesens als Gott, zwar ein allerheiligster Mensch, ein weiser Prophet, von einer Jungfrau geboren, aber eben nur ein Mensch, nicht wahrer Gott. „Mit Sabellius hält er’s, dass Gott nicht drei Personen sei, doch setzt er ein Gezweit in der Gottheit (das sich doch in der Gottheit nichts reimt); das eine nennt er Gott selbst oder Gottes Wesen; das andere nennt er Gottes Seele, und das soll Christus sein, eines andern und geringern Wesens, als Gott untertan. Darum führt er Gott in dem Alkoran ein, dass er in zweier Personen Namen redet und von sich in der Mehrzahl redet und spricht: Wir haben das getan, wir haben das geboten usw. Und solches hat er von den Arianern, die lehrten, dass Christus Gottes Sohn; der wäre eine Kreatur oder Gottes Geschöpf, doch weit über alle Kreaturen, als durch die Gott hätte alles andere geschaffen. Also setzt auch Mahmet, dass Christus sei der allerheiligste Mensch über alle anderen, und sei eine Kraft weit über alles. Daher nennt er ihn Gottes Wort, Gottes Geist, Gottes Seele; aber dass er sollt ein rechter, natürlicher, wesentlicher Gott sein, das ist ihm sehr lächerlich, und hält die Christen für lächerliche grobe Narren, die solches glauben. … Und so ist also des Mahmets vornehmste Meinung, dass Christus weder Gott noch Gottes Sohn sei, sondern ein weiser heiliger Mensch und großer Prophet, von einer Jungfrau ohne Vater geboren. Denn er sagt, es sei unmöglich, dass Gott einen Sohn habe, weil er keine Frau habe.“50

    So spricht der Koran zwar auch von einer Wiederkunft des Isa am Jüngsten Tag – aber er leugnet die Kreuzigung und damit auch das gesamte Erlösungswerk Christi, das ja allerdings auch schon dadurch hinfällt, dass er Christi Gottheit leugnet. Ebenso verwirft er auch die Gottheit des Heiligen Geistes, der ihm nur Kreatur ist. „Weiter sagt er: Die Juden haben Christus nicht gekreuzigt noch getötet, sondern einen andern, der ihm ähnlich gewesen. Hierin stimmt er fast mit den Manichäern. Weiter sagt er: Gott habe Christus zu sich genommen, und er wird am Ende der Welt wieder offenbart werden und den Antichrist töten. Darnach wird Gott Christus sterben lassen. … Weiter sagt er, dass der Heilige Geist eine Kreatur sei, wie die Mazedonier sagten.“51

    Die ewige Herrlichkeit nun denkt sich der Koran völlig fleischlich, weltlich. So lässt er auch viele Sünden zu, wie etwa die Polygamie, die Ermordung der Andersgläubigen – aber die Tugenden nimmt er weg. „Er lässt zu, viel eheliche Weiber zu haben, dazu Beischläferinnen und Mägde, … Er setzt aber, man solle alle die töten, so diesem Gesetz nicht gehorchen, oder sollen zinsbar sein. … Und ist das die Summa davon: Alles, was in der Schrift schwerlich zu glauben und sauer zu tun ist, schneidet er ab, und lässt zu, wozu man geneigt ist in diesem zeitlichen Leben, wie fleischliche Lüste, Raub und Mord, dazu sonderlich die wilden, rohen Leute, die Araber, Lust haben; denn er ist ein Araber. Aber von den rechten Tugenden, wie Demut, Geduld, Keuschheit, Friede und vom ewigen Leben redet er nichts, das zu lesen wert wäre.“52

    Dabei versucht Mohammed, sich ja eine Legitimation bei den Christen zu verschaffen, indem er behauptet, Christus habe von ihm geweissagt, was aber eine völlige Verdrehung der griechischen Wörter ist. Dabei gibt der Koran aber selbst zu, dass Mohammed seinen Anspruch durch kein einziges Wunder hat beglaubigen können und damit gegen alle Aussagen der Bibel von einem Propheten steht. „Spricht auch, Christus habe im Evangelium viel von ihm geweissagt den Kindern Israel, da er spricht: Ich verkündige euch einen Apostel Gottes, der nach mir kommen wird, der heißt Mahmet. Und rühmt, dass dieser Name sei von Ewigkeit geschrieben am Stuhl Gottes obenan, zur rechten Hand. Solches aber zu beweisen, dass man’s glauben müsse, hat er kein Wunder je getan, sondern zog ein Schwert aus und sprach: Er sei von Gott gesandt, nicht mit Kräften der Wunderwerke, sondern mit Kräften des Schwerts oder Waffen.“53

 

2.3. Wie soll man den Moslems begegnen?

    Raimundus Lullus war der Meinung, dass man den Moslems aufgrund ihrer Einstellung zunächst nicht Gottes Wort bringen könne, sondern vielmehr ihren Koran widerlegen, ihnen die Nichtigkeit ihres Korans zeigen müsse. Dem ist allerdings entgegen zu halten, dass dies tatsächlich nicht weiter führt, da es nur zu Streitgesprächen kommt, ohne dass etwas für die evangelistische Arbeit gewonnen würde. Vielmehr ist auch den Moslems gerade die frohe Botschaft zu bringen, ihnen die Größe Christi, seine Macht, seine Kraft zu zeigen, wie er so völlig anders ist als Mohammed, wie so ganz anders die biblische christliche Botschaft ist als die des Koran, dass sie so Interesse bekommen und vom Heiligen Geist überwunden werden.

    Interessant, dass Lullus darlegt, dass eigentlich uns die Verwerfung des Polytheismus im Koran gar nicht trifft, weil die Auffassung Mohammeds von der Dreieinigkeit völlig an derjenigen der Bibel vorbei geht. „Und obwohl der Alkoran sagt: Ihr sollt nicht drei Götter nennen, Ursach, es ist Ein Gott; das ist nicht wider uns, und beweiset nichts. Denn wir sagen selbst, ja die Heiden auch, dass allein Ein Gott sei, dazu also einig und unzerteilt, dass nichts Einigeres sein könnte. Auch geben wir ihm nicht einen Gesellen, wie sie tun, der Gottes Seele, Gottes Geist, Gottes Wort heiße, als der sein Knecht sei; dass man billig sie fragen möchte, warum der Alkoran Gott reden macht als viele, oder Wir; so sie doch sehr pochen, er sei einig und nicht viel oder Wir.“54

 

2.4. Warum der Koran nicht Gottes Wort ist

    Das Hauptanliegen von Raimundus Lullus war aber, den Koran zu widerlegen, aufzuzeigen, warum er nicht Gottes Wort sein kann. Damit wollte er Argumentationshilfen für Gespräche mit Moslems geben. Ein zentrales Argument dabei, dass, entgegen den Behauptungen Mohammeds, weder das Alte noch das Neue Testament etwas von ihm sagen. „Von Mahmet ist kein Zeugnis, weder im Alten noch im Neuen Testament, sondern er selbst und allein zeugt von sich selbst, ohne Wunderzeichen und ohne Schrift; darum kann er von Gott nicht sein, und lügt, da er sich rühmt, er sei der ganzen Welt Prophet.“55

    Dass er, Mohammed, einerseits die Bibel Alten und Neuen Testaments als verfälscht verwirft, widerspricht sich, da er andererseits im Koran wiederum, etwa im Kapitel von Jona, seine Moslems für die Richtigkeit der Geschichte von Jona an die verweist, die vor ihnen die Bibel gelesen haben, also Juden und Christen. Ebenso auch, dass Gottes „Ermahnungen“, also Gesetz und Evangelium, erhalten bleiben sollen. „Sind nun die Bücher der Bibel verfälscht, warum weist er seine Sarazenen zu falschen Büchern? Ist er ein Prophet der Wahrheit, und haut sich hier selbst in den Backen? So spricht er auch im Kapitel Elagar, das heißt Stein: Wir (Gott) haben hinab gesandt monitiones, Ermahnungen, die wollen wir auch erhalten. Ermahnungen aber heißen bei ihnen das Evangelium und Gesetz Moses. So muss nun Gott das Evangelium und Moses Gesetz beide vor und nach Mahmet erhalten; wie schilt er sie denn verfälscht gegen Gottes Erhaltung, der heilige Prophet?“56 Es macht auch keinen Sinn, dass der Name Mohammeds wäre aus dem Evangelium getilgt worden, wenn er andererseits Christus, seine Mutter und das Evangelium lobt? „Ebenso, warum sollten die Christen den Namen Mahmet aus dem Evangelium zuvor getilgt haben, der doch Christus und seine Mutter, auch das Evangelium lobt? Denn so spricht er im Alkoran: Im Evangelium Christi ist die Wahrheit und Vollkommenheit. Viel mehr hätten sie mögen austilgen die Namen Pilatus, Herodes, Judas, Kaiphas usw. Ebenso, wie reimt sich’s, dass die Christen sollten in das Evangelium geflickt haben, wie Christus gekreuzigt und gestoben sei, (wie Mahmet lügt), so es den Christen gar viel besser wäre gewesen, und der Welt leichter zu glauben, dass sie Christus nicht gekreuzigt noch gestorben hätten gepredigt (wie der Mahmet tut), sonderlich weil es närrisch und aller Vernunft unmöglich zu glauben, dass er sollt sterben, der ein rechter Gott ist?“57 Und wie kann es sein, dass einerseits behauptet wird, die Bibel sei verfälscht, während es andererseits heißt, sie müssten sich aber an das Gesetz und das Evangelium halten? „Ebenso, im Kapitel Elmaida (Tisch) steht also: Es ist nichts mit der Gesellschaft des Buchs, wo sie nicht halten das Evangelium und Gesetz. ‚Gesellschaft des Buchs’ heißen die Sarazenen, die den Alkoran angenommen haben. So müssen sie nun halten das Evangelium und Gesetz Moses, neben dem Alkoran, der ihr eigenes Gesetz ist (wie sie sagen), sonst ist nichts nicht ihnen; wie sollen sie denn nun verfälschte Bücher halten nach Gottes und ihres Mahmets Geboten? Oder gebietet Gott und ihr Prophet zugleich Wahrheit und Lügen ehren? Zuletzt sind sie schuldig, uns zu zeigen, wo doch sie eine unverfälschte Bibel gefunden haben, weil sie alle falsch sein sollen; sie müssen die falschen mit einer wahrhaftigen überzeugen, oder müssen Lügner sein und schuldig, mit uns die Biblia, so in aller Welt gleich ist, zu halten oder ihren Alkoran durch sein eigenes Urteil verdammen als ein Lügenbuch.“58

    Raimundus Lullus führt weiter aus, dass der Koran von seiner ganzen Redeweise sich grundlegend von der Bibel unterscheidet. So ist er insgesamt in einer poetischen Form gesetzt, was bei der Bibel etwa in den Lehrstücken keineswegs der Fall ist. Auch bringt der Koran keine direkte Rede Gottes, im Gegensatz zur Bibel. Und wenn es um sittliche Verfehlungen geht, so spricht die Bibel davon in schamhaften Worten, während der Koran durchaus mit unzüchtigen Ausdrücken redet.59

    Vor allem preist der Koran kaum die wirklichen Tugenden, sondern Raub und Mord und setzt die Seligkeit in fleischliche weltliche Lust. „Aber Mahmet handelt schier gar nichts von Tugenden, sondern von Kriegen, Raugen, dem wweiten Weg zur Hölle. Und wird sie nichts helfen zur Seligkeit (wie sie meinen), wenn sie diese Worte sprechen: Es ist kein Gott als Gott, und Mahmet ist Gottes Apostel. So setzt er auch die Seligkeit des Menschen in fleischlicher Lust, in Essen, Trinken, schönen Kleidern, lustigen Gärten, hübschen reinlichen Frauen.“60

    Nicht zuletzt aber weist der Koran viele Widersprüche auf. So heißt es einmal, Mohammed sei der Prophet der Araber, dann aber, er sei der Prophet für die ganze Welt; einmal, Juden und Christen würden auch selig (Sure Inpakara), dann wieder, nur die Moslems würden gerettet (Sure Abraham); einmal sollen sie am Leben bleiben, dann wieder sollen auch Juden und Christen getötet werden; einmal heißt es, schon Abraham sei Moslem gewesen, dann aber, Mohammed sei der erste Moslem; einmal wird wahrsagen erlaubt, dann ist es wieder verboten.61

    Vor allem, wie schon mehrfach angezeigt: Mohammed hat sein Wort durch kein Wunder beglaubigt. Das bezeugt der Koran selbst: „Darum lass ich dich keine Wunderzeichen tun, dass dir’s nicht um der Wunderzeichen willen gehe, wie es andern Propheten gegangen ist. … Und er, Mahmet, im Alkoran oft spricht, wie die Leute zu ihm gesagt haben: Zeige doch ein Wunder, wie Mose mit den Zeichen kam, und wie Christus und andere Propheten getan haben. Darauf er antwortet: Mose und die Propheten sind von Gott gesandt, sonderlich Christus, der mit großen Zeichen kam; aber die Welt glaubte ihnen nicht, sondern hieß sie Zauberer und Schwarzkünstler Darum hat mich Gott kein Zeichen tun lassen, denn sie hätten doch nicht geglaubt; sondern bin gekommen mit Gewalt der Waffen.“62

    Dass der Koran etliches aus der Bibel an Geschichten übernommen hat, aber eher verzerrt und die tatsächlichen damit verbundenen Lehren völlig verkehrt hat, kommt unter anderem daher, dass im Umfeld Mohammeds mehrere Personen aus jüdischen Hintergrund waren bzw. aus christlichen Sekten, wie aus den Jakobiten und Nestorianern, wobei ja letztere behaupteten, Maria habe nicht Gott geboren, sondern nur den Menschen Jesus Christus. Nach Mohammeds Tod aber sind aus seinem Umfeld unterschiedliche Versionen des Koran in Umlauf gekommen, bis dann durch den Kalifen Omar eine Einheitsversion festgelegt und alle anderen Versionen verbrannt wurden. Und bei den Moslems gibt es Geschichten, die aussagen, dass einzelne Suren früher länger gewesen sind als sie heute sind, und dass Elgas hätte Sprüche hinweggenommen und an anderer Stelle welche hinzugesetzt.63

    Dann ging Lullus darauf ein, was im Koran alles stand und von seiner Art nicht mit der Heiligen Schrift Gottes übereinstimmen konnte. „Es könnte wohl geschehen sein, dass Mahmets Gesetz von der Welt wäre angenommen, auch ohne Wunderzeichen, wo es doch der Vernunft gemäß wäre. Nun aber ist’s keiner Vernunft gemäß. Erstlich des Meisters halben; zum andern des Gesetzes halben an ihm selbst; zum dritten der Werke halben; zum vierten des Endes oder Meinung halben.“64 Er führt dabei an, dass jemand, der ein Mörder, Räuber, Ehebrecher ist und mit anderen Lastern beladen, wie es Mohammed ja war, unmöglich ein heiliges Gesetz stellen kann, denn, im Unterschied zu Mose und David, hat er für seine Sünden keine Buße getan.65 Aber auch der Koran selbst ist in seiner Darstellung von Sachen nicht züchtig und ehrbarlich, sondern eher ohne Scham. Auch ist es ein in sich widersprüchliches Ding, wenn es im Koran heißt, dass zwar ursprünglich alle Menschen einerlei gewesen sind, auch einen Glauben hatten, dass Gott sie dann aber verschieden gemacht habe und ihnen unterschiedliche Propheten gesandt. Denn das kann ja gar nicht sein, weil Gott die Einigkeit haben will und nicht Sekten.66 Auch widerspricht sich der Koran im Blick auf die Religionsfreiheit. Einerseits heißt es, niemand könne glauben, es sei ihm denn von Gott gegeben, deshalb dürfe man auch niemanden zwingen. Dann aber heißt es wieder, wer nicht den islamischen Glauben habe, der solle getötet werden. „Es ist, kurz gesagt, ein Gesetz des Tötens und Wütens. Denn es nicht allein zum ewigen Tode führt, sondern auch durch leiblichen tod die Leute zu glauben zwingt, was Mahmet sagt. Wiewohl er doch im Kapitel Empacara (das ist, Kuh) spricht: Zwang ist nicht in Gottes Gesetz. Denn es ist bereits geschieden Recht und Unrecht. Aber wo kann grö0erer Zwang sein als durch den Mord? Darum kann das Gesetz nicht von Gott sein, das die Leute zwingt … Und daher setzt er in seinem Alkoran ein Gebot, dass man alle die töten solle, so diesem Gesetz widerstreben und nicht glauben.“67 Lullus verweist auch auf die letztlich unsinnigen Kapitel über Ameisen, Spinnen, dem Rauch oder auch die angeordneten Waschungen, wie etwa, dass sie in der Wüste, wenn kein Wasser vorhanden ist, sich mit Staub Hände und Angesicht usw. einreiben sollen; oder auch die letztlich keinerlei Ordnung herstellenden, aber die Frau erniedrigenden Gesetze über Scheidung. Überhaupt widerspricht der Koran auch darin der Bibel, dass er des Menschen höchstes und letztes Gut in die fleischliche Wollust setzt, wie ja ihre „Ewigkeit“ beschrieben wird.68

    Schließlich legt Lullus den Moslems sechs Fragen vor, von denen er annimmt, dass sie ihnen helfen sollen, die Wahrheit der Bibel gegenüber dem Koran zu erkennen, und zwar durch Aussagen des Koran, die letztlich der islamischen Lehre widersprechen: 1) „Was will der Alkoran damit, dass er so oft Gott einführt redend als in viel Personen? Denn so spricht er im Kapitel Elmpaceram, in Gottes Person: Wir haben den Engeln geboten, dass sie Adam sollten anbeten …“69 2) Der Alkoran gedenkt stets des Heiligen Geistes und des Wortes Gottes. Wer ist der Heilige Geist, und wer ist ds Wort Gottes? Denn im Kapitel Elpalceram spricht Gott: Wir haben gegeben Jesu, dem Sohn Marias, dass er tun sollt öffentliche Wunder und Zeichen, und haben ihn vollkommen gemacht durch den Heiligen Geist. Und solches zieht er immer an durchs ganze Kapitel. Und im Kapitel Elmaide: Maria, wir haben in sie den Heiligen Geist gegossen; und an vielen Orten redet er also. Hier können die Sarazenen nicht sagen, dass er eine Kreatur sei, wie ein Engel oder guter Geist. Denn er (das ist, Gott) redet von Einem Heiligen Geist. Aber die Engel sind viel, alle heilig, und alle Gottes Geister.“70 3) „Ebenso mögen wir auch fragen vom Wort Gottes,, … Und im Kapitel Elnesan spricht er: Sagt nichts von Gott als die Wahrheit, dass Christus Jesus, Marien Sohn, ein Apostel Gottes sei, und Gottes Wort sei, das er in sie gelegt hat durch den Heiligen Geist. So bekennt er nun allerdings, dass Christus Gottes Wort sei. Hier fragt sich’s nun billig: Was solches Gottes Wort sei, ob’s sei ein menschlich vergänglich Wort oder ein wesentliches Wort? Man kann nicht sagen, dass es ein menschlich Wort sei, denn es soll Gottes Wort sein; so ist auch menschlich Wort nicht durch den Heiligen Geist in Maria gelegt, viel weniger von ihr geboren. … Weil er aber vom wesentlichen unvergänglichen Wort redet, so ist’s offenbar, dass es muss sein ein ewiges Wort und wahrhaftiger Gott.“71 4) „Warum lobt Mahmet so hoch Mose, Hiob, David und spricht: Der Psalter sei ein edel Buch? Über alle Bücher aber lobt er das Evangelium, da er bekennt, dass Wahrheit und Seligkeit drinnen sei. Es fragt (sage ich) billig, warum die Sarazenen solche Bücher nicht lesen noch haben noch lehren, die der Mahmet so lobt und dahin weist? Denn die Christen, da sie hörten solche Bücher von Christus gelobt, nahmen sie dieselben von den Juden und verdolmetschten sie in allerlei Sprachen, halten sie noch hoch, lesen und predigen sie in ihren Kirchen.“72 5) „Warum Mahmet diese Worte immer anzieht: Glaubt Gott und dem Apostel; gehorcht Gott und dem Apostel; folgt Gott und dem Apostel usw? Denn daher sieht’s, als wollte Mahmet sich selbst Gott zum Gesellen und Gleichen setzen, so er doch immer treibt, es sei Ein Gott, und habe keinen Gleichen noch Gesellen. Denn dass Christus sagt: Glaubt ihr an Gott, so glaubt auch an mich, das tut er billig; denn er ist natürlicher Gott, und Gott von Ewigkeit gleich. Sonst pflegen die Propheten nicht also zu sprechen, dass sie sich Gott gesellen oder gleichen.“73 6) „Weil der Alkoran von Christus viele und herrliche Dinge sagt, aber von Mahmet wenig und geringe, warum folgen die Sarazenen nicht lieber Christus als Mahmet, und lieber dem Evangelium als dem Alkoran?74

    In diesem Zusammenhang führt er zunächst einen Vergleich aus zwischen Christus und Mohammed nach dem Koran: Christus sei seiner Mutter angekündigt durch einen Engel und geheiligt durch den Heiligen Geist, durch die Kraft des Höchsten empfangen; von Mahmet sagt er nichts Vergleichbares. Von Christus heißt es im Koran, er sei Gottes Wort; von Mahmet aber, er sei ein ungewisser Prophet, der selbst bekennt, er wisse nicht, wie es ihm und den Seinen gehen werde.75

    Dann führt er weiter aus, anhand der Bibel: Christus ist der Nachkomme Abrahams und Isaaks, denen die Verheißung Gottes gegeben war; Mohammed aber aus Ismael, von dem es heißt, er wird ein wilder Mensch sein. Christus hat nie eine Sünde getan; Mohammed dagegen war ein Mörder, Völkermörder, Räuber, hat Frauen geschändet. Christus hat viele, große, heilsame Wunder getan, Mohammed dagegen gar keines, was selbst der Koran so zugibt. Christus lebt, was selbst der Koran aussagt, Mohammed aber ist tot!76 „Nun ist ja besser ein lebendiger Helfer als ein toter. Warum folgen denn nun die Sarazenen nicht lieber Christus als dem Mahmet? Und lieber dem Evangelium als dem Alkoran? Und billig zu glauben ist, dass durch den besten Meister das beste Gesetz gegeben sei.“77

 

 

THEOLOGISCHE ANMERKUNGEN

 

Die Verfälschung des christlichen Gottesdienstes im römisch-katholischen Gottesdienst:

    Für viele besteht eine große Nähe zwischen dem evangelisch-lutherischen und dem römisch-katholischen Gottesdienst. Auf den ersten Blick ist dieser Eindruck ja auch nicht verkehrt. Beide gehen in ihren Grundzügen ja auf den Synagogengottesdienst zurück. Der evangelisch-lutherische Gottesdienst wurzelt außerdem ja in den römisch-katholischen Gottesdienstformen, wie sie zur Reformationszeit ausgeprägt waren, sei es nun der Messe (im norddeutschen und sächsisch-bayerischen Raum), sei es dem Prädikantengottesdienst (im südwestdeutschen Raum). Luthers Reformation war ja auch in dieser Hinsicht eine bewusst konservative Erneuerung, die das beibehielt, was biblisch war, und nur das andere herausnahm und durch Biblisches ersetzte. Darum erscheint der evangelisch-lutherische Gottesdienst rein formal dem der römisch-katholischen Kirche sehr ähnlich, vor allem wenn man noch berücksichtigt, dass bis zum Einbruch von Pietismus und Rationalismus auch im lutherischen Gottesdienst das heilige Abendmahl eine zentrale Rolle spielte.

    Und dennoch bestehen trotz dieser äußerlichen, formalen Ähnlichkeiten diametrale, und zwar grundsätzliche, Unterschiede, und zwar gerade vom Abendmahl herkommend, aber nicht nur in diesem Bereich. Aber gerade was die Feier des heiligen Abendmahls oder Herrenmahls angeht, hatten sich ja bereits in der frühen Zeit der Kirche die einschneidendsten Änderungen gezeigt. Denen obwohl ja der christliche Gottesdienst formal allerdings vom Synagogengottesdienst herkommt, so hatte er bereits diesem gegenüber eine grundlegende Wandlung erfahren. Denn bei allem außerchristlichen Gottesdienst, jüdischem wie heidnischem, geht es doch letztlich darum, dass der Mensch versucht, Gott gnädig zu stimmen, also auf Gott einzuwirken. Genau das aber fehlt im genuin christlichen Gottesdienst, muss fehlen, da der biblische christliche Gottesdienst ja auf dem durch Jesus Christus auf Golgatha für alle Menschen vollbrachten Erlösungswerk beruht. Wir brauchen nicht mehr auf Gott einzuwirken, weil Gott selbst längst aus seiner Gnade in Jesus Christus gehandelt hat und daher der christliche Gottesdienst in erster Linie ein Wirken des dreieinigen Gottes an uns ist durch seine Gnadenmittel, Wort, Taufe und Abendmahl. Nicht der Mensch versucht, irgendwie Gottes Gegenwart zu bewirken, nein, wir begeben uns vielmehr im christlichen Gottesdienst in die Gegenwart des dreieinigen Gottes und erfahren durch die Gnadenmittel seine Gemeinschaft, hören sein Wort in Gesetz und Evangelium, erfahren seinen Willen für unser tägliches Leben und bekommen die Kraft, ihm nachzufolgen.

    Wenn wir das im Auge behalten, wird die Veränderung des christlichen Gottesdienstes, und zwar gerade im Blick auf das heilige Abendmahl, nur umso augenfälliger, und zwar schon vom 3. Jahrhundert an: nämlich durch den Opfergedanken, der mehr und mehr sich Bahn brach.

    Dass das Abendmahl als Opfer bezeichnet wird, das findet sich sogar schon im 1. Clemensbrief (44,4) und in der Didache (14). Und doch zeigt in diesen beiden Schriften noch der Zusammenhang, dass nicht das Abendmahl an sich als Opfer betrachtet wird, sondern dass der Begriff vielmehr mit dem Lobopfer unserer Lippen, also dem Lobpreis Gottes (Eucharistie) zusammenhängt. Dieser Lobpreis eben wurde, durchaus gemäß Hebr. 13,15, als „Lobopfer“ bezeichnet und dieser Begriff nun auf das Abendmahl als ganzes übertragen, so problematisch dies natürlich auch ist, weil hier menschliches Handeln in der Namensgebung vor Gottes Wirken steht!

    Eine weitere Veränderung zeigt sich bei Justin Martyr um die Mitte des 2. Jahrhunderts. Auch er spricht vom Opfer, aber nicht mehr im Blick auf den Lobpreis der Gemeinde, sondern im Blick auf die Gaben, die die Gemeindeglieder bringen, Brot, Wein und andere Dinge, von denen der größere Teil als Liebesgaben verteilt, ein kleinerer Teil aber zum Abendmahl verwendet wurde. Jetzt wurde der Opfergedanke verbunden mit den irdischen Elementen im heiligen Abendmahl, Brot und Wein – eine noch bedenklichere Entwicklung!

    Ein entscheidender weiterer Schritt geschah dann durch Cyprian in der Mitte des 3. Jahrhunderts, der bereits den Übergang zur römisch-katholischen (und ostkirchlichen) Messe zeigt. Vorgearbeitet wurde dem durch Folgerungen, die im hellenistischen Sinne aus der ja tatsächlich vorhandenen und biblisch gelehrten Realpräsenz von Christi Leib und Blut in, mit und unter Brot und Wein etwa durch Ignatius von Antiochien schon zu Beginn des zweiten  Jahrhunderts gezogen wurden: Für ihn wurde die reine Materie zur Speise für das ewige Leben, zu einer Unsterblichkeit wirkenden Arznei (pharmakon athanasias). Der genossene Leib Christi rette uns vom ewigen Tode, so, wie die irdische Medizin vom irdischen Tode rette. Ignatius gründet dabei auf einer völlig falschen Auslegung von Johannes 6, ein Kapitel, das er, wie auch später so viele, fälschlich auf das heilige Abendmahl bezieht. (Es ist sehr interessant, dass Luther sich gegen diese materialistische Abendmahlsauffassung etwa in seinem Kleinen Katechismus ganz entschieden wehrt, indem er herausstellt, dass nicht Essen und Trinken uns Vergebung der Sünden, Leben und Seligkeit geben, sondern Christi Worte „Für euch gegeben und vergossen zur Vergebung der Sünden“, die wir im Glauben ergreifen. Darum ist das Wort neben dem Essen und Trinken das Hauptstück im Sakrament – und nur der Glaube hat auch die geistlichen Gaben des heiligen Abendmahls, eben: Vergebung der Sünden, Leben und Seligkeit.)

    Bei Cyprian nun heißt es schon, dass der Priester in einem opfernden Handeln das Opfer von Golgatha nachahme (imitatur, ep. 63). Und der römische Bischof Gregor I. spricht dann das offen aus, was bis heute römisch-katholische Lehre ist: „Christus wird erneut für uns geopfert.“ (iterum immolatur; dial. IV 58).

    Dieses Opfer nun, so wird behauptet, habe eine Gott versöhnende Wirkung. Das heißt: Hier übt nun wieder der Mensch durch sein Handeln eine Wirkung auf Gott aus. Der Mensch versöhnt Gott durch seine vollzogene Handlung! Wenn wir uns nun daran erinnern, wie zu Beginn der christliche Gottesdienst vom jüdischen und heidnischen Gottesdienst abgegrenzt wurde, so wird deutlich, dass es sich bei der römisch-katholischen Messe tatsächlich gar nicht mehr um einen christlichen Gottesdienst im genuinen Sinn handelt, sondern ein Rückfall in jüdischen oder heidnischen Gottesdienst stattgefunden hat. Gottes Gnadenhandeln, klassisch in Joh. 3,16 ausgedrückt, ist auf den Kopf gestellt: Nicht Gott schenkt uns seinen Sohn – sondern der Mensch ist es, der Gott dessen Sohn darbringt. Deshalb hat Luther völlig zu Recht diese römisch-katholische Messe als antichristlich bezeichnet, als Greuel über alle Greuel. Daher ist es auch völlig unverständlich, warum evangelische Kreise so erpicht darauf sein können, an der römisch-katholischen Messe teilzunehmen und dort die Eucharistie zu empfangen. Im Gegenteil – jeder Christ muss, um seiner Seelen Seligkeit willen, die römisch-katholische Messe fliehen als einen eklatanten Angriff auf das Erlösungswerk Jesu Christi.

    Mit dieser tiefgreifenden, grundlegenden Änderung des Abendmahlsverständnisses und damit auch des Gottesdienstes ist ja auch ebenso eine tiefgreifende Änderung des Verständnisses des öffentlichen Predigtdienstes oder –amtes einher gegangen (einmal abgesehen von der Ausbildung der ebenso unbiblischen Hierarchie): An die Stelle des Dieners an Wort und Sakrament tritt wieder ein Opferpriester. Durch das Amt wird nicht mehr mittels der Gnadenmittel das, was Christus uns durch seinen Gehorsam, Leiden und Sterben auf Golgatha erworben hat, ausgeteilt, sondern vielmehr wird durch das Amt Gott ein Opfer dargebracht, um dadurch seine Versöhnung zu bewirken – bis dahin, dass dieses Opfer für abwesende Personen, ja, selbst für Verstorbene dargebracht wird.

    Ein weiterer Opfergedanke, der durchaus biblischen Hintergrund hat, wird nun mit diesem Opfer noch verworben, nämlich das Selbstopfer der Gemeinde. Aber nicht einmal das können wir tatsächlich Gott darbringen, um damit etwas zu bewirken. Denn es gehört einfach zu unseren natürlichen Pflichten, ist die Grundlage unserer Nachfolge gemäß Röm. 12,1; 2. Kor. 5,14.15.

    Ein weiterer, auch hellenistischer, Gedanke verfälscht die Taufe. Auch hier ist es wieder das materialistische Denken des Hellenismus, das durchdringt. Nicht mehr Gottes Wort ist es, das in der Taufe alles bewirkt, sondern das Wasser soll durch Weihung (Epiklese) zum Träger einer himmlischen Substanz werden, wodurch der Heilige Geist das Wasser durchdringe. Daher dieser Brauch im römisch-katholischen und ostkirchlichen Bereich, Taufwasser mit nach Hause zu nehmen, oder als Schiffer mit auf die Fahrt, weil man der irrigen Meinung ist, es sei ein theophor, Träger einer göttlichen Kraft, und zwar substanziell. In diesem Sinne wird es als ein Gnadenmittel verstanden.

    Damit zusammen hängen weitere Änderungen, die auch das Kirchenverständnis betreffen: Weil der Kirche Jesu Christi ja die Gnadenmittel anvertraut sind, sie sich nun aber, nach dem hellenistisch verbogenen Verständnis im Blick auf die Sakramente als jemand versteht, durch deren Handeln das Heil übertragen werde, sie also Inhaberin nicht nur der Gnadenmittel, sondern des Heils selber sei – und zwar die äußere Versammlung – darum wurde das Heil mit der äußeren Kirchenversammlung und ihrem Handeln durch ihre Priester verbunden. Und das dann auch in Bezug auf die Liturgie. Während im christlichen Gottesdienst, ebenso auch im evangelisch-lutherischen Gottesdienst, die Liturgie eine Gottesdienstordnung darstellt, die helfen soll, die Fülle der Weisen, wie wir Gemeinschaft mit Gott haben, zu ordnen, nämlich in Gebet, Anbetung, Lobpreis, Reden Gottes durch sein Wort und die Predigt, Handeln Gottes durch sein Wort mittels der Sakramente, Bekenntnis zum dreieinigen Gott seitens der Gemeinde, Fürbitte, Segen, und daher die Gottesdienstordnung durchaus unterschiedlich sein kann und auch in lutherischen Kirchen immer war, so ist die römisch-katholische Liturgie Teil des objektiven Vollzuges von etwas, durch das Heil vermittelt werden soll. Darum ist die Liturgie streng festgelegt – und wehe dem Priester, der sich nicht daran hält, er versündigt sich nach römisch-katholischer Auffassung schwer. Durch bestimmte Veränderungen könnte nach römisch-katholischer Behauptung sogar das Abendmahl ungültig werden.

    Im Blick auf die Ostkirche besteht in sofern ein Unterschied zu Rom, als die Ostkirche durch den Hellenismus noch weiter von biblischen Auffassungen entfernt wurde. Bei allen schrecklichen Verzerrungen und Verkehrungen, die durch die römisch-katholische Theologie produziert wurden, geht es doch immerhin noch um die sündentilgende Wirkung, auch bei den Sakramenten. In der Ostkirche ist das anders. Das materialistische Denken des Hellenismus hat hier zu einer physischen Erlösungsauffassung geführt (es wurde dies schon erwähnt im Blick auf das Abendmahl als Arznei der Unsterblichkeit), die dann im Zusammenhang mit dem Abendmahl davon spricht, dass die Teilnehmer der göttlichen Natur teilhaftig würden; das Abendmahl sei eine himmlische Speise, die mit himmlischen Kräften (physisch!) erfülle. Erlösung wird so völlig unbiblisch verstanden als Erlösung von naturhaften Eigenschaften des Menschen (das hat dann auch zur Christus victor-Theologie geführt).

(vergleiche zu diesen Ausführungen: Kurt Dietrich Schmidt: Grundriss der Kirchengeschichte. 7. Aufl. 2., unveränd. Nachdr. der 5., durchges. Aufl. Göttingen 1979. S. 129-134)

 

Muss unbedingt der Pfarrer den Segen sprechen? Diese Frage wurde im Rundbrief des Evangelischen Jugendwerkes Württemberg (ejw) Nr. 58 vom Oktober 2012 aufgeworfen. Sie ist ja aufgrund der mancherlei Varianten, die für die Gottesdienstabläufe inzwischen vorhanden sind, durchaus aktuell. Sie ist aber nicht zuletzt auch aktuell auf dem Hintergrund der Diskussion um die Lehre vom Amt in der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD), wie überhaupt im Luthertum seit dem 19. Jahrhundert.

    Um die Frage beantworten zu können, ist zunächst zu fragen, wer denn überhaupt die Schlüsselgewalt, also den Kirchenschatz, Wort und Sakrament, hat. Und da sagt uns Gottes Wort in Matth. 18,15-18 und auch 1. Petr. 2,9, wie auch Joh. 20,21-23 ganz klar: alle, die den heiligen Geist haben, alle, die an Jesus Christus als ihren Heiland gläubig sind, alle, die das heilige Volk, das Volk des Eigentums, das königliche Priestertum bilden. Wir sprechen da ja auch vom Priestertum aller Gläubigen. Das heißt: Die Gemeinde Jesu Christi als die (verborgene) Schar der an Christus Gläubigen ist die eigentliche und ursprüngliche Inhaberin der gesamten Schlüssel- oder Kirchengewalt. Christus hat aber nicht nur seiner Gemeinde die Schlüssel anvertraut. Er hat vielmehr auch den öffentlichen Predigtdienst oder den öffentlichen Gnadenmitteldienst gestiftet, also geordnet, dass die Christen, und das betrifft zunächst und vor allem die Ortsgemeinde als die primäre, direkte, unmittelbare Versammlung der Christen, Diener an Wort und Sakrament beruft, die von Gemeinschaftswegen, im Auftrag der Gemeinde, die Schlüssel nach innen und außen verwalten. Wem der Dienst am Wort übertragen wird, wird damit der ganze Gnadenmitteldienst übertragen, weil alles durch das Wort ausge-richtet wird, es sei denn, die Gemeinde gliedert die Funktionen auf und schafft verschiedene Dienste oder lässt den Gnadenmitteldienst durch ein Kollegium von Männern ausüben oder wie sie es für sinnvoll hält. Weil der Segen ein Teil des Dienstes mit dem Wort ist, gehört er grundsätzlich mit zu den Teilen, die die Gemeinde übertragen hat.

    Dabei aber ist wichtig zu bedenken: Die Gültigkeit der Sakramente, die normalerweise durch den Diener am Wort, z.B. den Pastor, verwaltet werden, wie auch die Kraft des Segens hängen nicht, wie etliche behaupten, an der Ordination, so, als ob die Ordination besondere Gaben oder Kräfte verleihe, aufgrund deren dann der Diener am Wort das Wort wirkmächtig verkünden, die Sakramente gültig und wirkmächtig austeilen könne. Das ist römisch-katholische Irrlehre. Die Bibel kennt die Ordination als von Christus eingesetzte Ordnung nicht. Sie ist eine bloß kirchliche Einrichtung, eine öffentliche Bestätigung der Berufung durch die Gemeinde unter Gebet. (Wenn zuweilen hingewiesen wird auf Stellen aus den Timotheusbriefen, in denen von der Handauflegung bei Timotheus die Rede ist, bei denen er Gaben bekommen habe, so ist zum einen umstritten, ob er tatsächlich Gaben bekam oder nur die schon vorhandenen ihm aufgetragen wurden, nun auch öffentlich zu gebrauchen. Aber selbst zugestanden, er hat Gaben damals unter Handauflegung bekommen: Es steht nirgends, dass dies bei jeder Amtseinführung so durchgeführt werden müsse, und dass jeder, der unter Handauflegung ins Amt eingeführt werde, dadurch besondere Gaben bekäme. Das kann aus diesen Stellen, die einen rein historischen Bericht im Blick auf Timotheus darstellen, überhaupt nicht geschlossen werden.)

    Wie ist es also nun mit dem Segen? Kann nur der Pastor oder Pfarrer den Segen sprechen? Jeder Christ hat aufgrund seiner Wiedergeburt aus Taufe und Wort die Vollmacht dazu. Aber nicht jeder Christ hat auch das Amt oder den Dienstauftrag dazu. Der kann nur durch die Gemeinde ausgesprochen werden oder den Gremien, die sie damit beauftragt hat. Wenn also ein Gottesdienst gehalten werden soll, bei dem ein Jünger aus der Gemeinde den Segen sprechen soll und der Pastor ist damit einverstanden und die Gemeinde ebenfalls, so steht dem nichts im Wege.

    Die Frage ist ja auch aufgeworfen worden im Blick auf Prädikanten, also solche, die „im Nebenberuf“ berufen sind zum Dienst am Wort, nämlich ob sie auch das Abendmahl verwalten dürfen oder ob dies nur solchen zusteht, die ordiniert sind. Nach dem oben Gesagten, ist der dogmatische Aspekt eigentlich klar: grundsätzlich ja. Ob es so gehandhabt wird und ob sie deshalb ordiniert werden oder nicht, das ist eine Frage der Kirchenordnung, also der menschlichen Übereinkunft. Der Unterschied ist ja früher gemacht worden, im Blick auf die Ordination, dass nur solche ordiniert wurden, die im vollzeitlichen Dienst stehen. Aber dieser Unterschied ist rein historisch, nicht sachlich-dogmatisch begründet. Es würde sicher Sinn machen, alle zu ordinieren, die zum Dienst am Wort berufen sind, ob im Haupt- oder Nebenberuf, ob mit oder ohne Abendmahlsverwaltung. Nicht, also ob die Ordination irgendwie für die Wortverkündigung und Abendmahlsverwaltung notwendig wäre, sondern um nicht den Eindruck zu erwecken, es gäbe Diener am Wort erster und zweiter Klasse. Aber all das ist, wie gesagt, menschliche Ordnung.  

 

 

 

ZEICHEN DER ZEIT

 

Aktuelles: Der ESM – Aufmarsch einer neuen Diktatur? Was ist der „Europäische Stabilitätsmechanismus“ (ESM)? Er ist eine zeitlich unbefristete (!) Finanzinstitution, die den Euro „retten“ soll. (Warum eigentlich? Das deutsche Volk wurde nie gefragt, ob es ihn haben will, auch nicht, ob er „gerettet“ werden soll.) Der ESM hat einen Gouverneursrat und ein Direktorium. Der Gouverneursrat besteht aus den Finanzministern der Euro-Länder. Was nun das Ungeheuerliche an dieser Einrichtung ist, ist Folgendes: Der ESM mit allen seinen Beteiligten besitzt umfassende gerichtliche Immunität, das heißt, sie können für ihre Maßnahmen nicht vor Gericht verklagt werden. Außerdem sind die Archive und sämtliche Unterlagen des ESM unverletzlich, können nicht eingefordert, nicht gerichtlich eingesehen werden. Ebenso sind die Geschäftsräume unverletzlich, können auch nicht gerichtlich durchsucht werden. Das gesamte Eigentum des ESM ist von allen Beschränkungen, Verwaltungsvorschriften, Kontrollen und Moratorien jeder Art befreit. Vor allem: Der ESM ist von jeglicher Zulassungs- oder Lizenzpflicht, die sonst für Kreditinstitute oder Unternehmen befreit. Er ist auch von allen Steuern befreit; seine Bediensteten müssen nicht in ihren Heimatländern die Einkommenssteuer bezahlen.

    Der Gouverneursrat ist beschlussfähig, wenn zwei Drittel der stimmberechtigten Mitglieder, auf die wiederum zwei Drittel der Stimmrechte entfallen, anwesend ist. Das heißt: Er ist auch ohne den bundesdeutschen Finanzminister beschlussfähig, kann damit gegen die Bundesrepublik Deutschland und ihre Interessen Beschlüsse fassen. Nur dann, wenn eine qualifizierte Mehrheit von 80 % der Stimmen erforderlich ist, nur dann läuft ohne den bundesdeutschen Vertreter nichts, da die BRD 27 % des Gesamtstimmengewichts hat.

    Der ESM kann, wenn er es für nötig sieht, mit einfacher Mehrheit das genehmigte, aber noch nicht einbezahlte Kapital (BRD: 167 Milliarden Euro) abrufen – das heißt, die BRD müsste zu den 22 bereits einbezahlten Milliarden Euro dann auch noch die 167 Milliarden bezahlen. Damit ist die BRD schon jetzt faktisch für die Schuldenpolitik der anderen Länder mit 190 Milliarden Euro in der Pflicht. Wenn die Bürgschaften fällig werden, haben weder Bundestag noch Bundesrat ein Einspruchsrecht.

    Der Gouverneursrat kann auch eine Erhöhung dieser Kapitalsummen beschließen, allerdings nur mit qualifizierter Mehrheit. Allerdings: Es besteht außerdem eine Ausfallhaftung. In dem Moment, in dem ein Staat nicht mehr zahlen kann, müssen die anderen einspringen. Im Extremfall könnte der bundesdeutsche Anteil also auf 700 Milliarden Euro steigen (die Höhe des gesamten Stammkapitals).

    Damit ist die sowieso nur bruchstückhaft bestehende bundesdeutsche Souveränität weiter eingeschränkt worden. Der Staatsrechtler Hans-Herbert von Arnim hat festgestellt, dass mit der Zustimmung zum ESM und Fiskalpakt faktisch das Grundgesetz aufgegeben wurde. Dazu wäre nach Art. 146 eine Volksabstimmung nötig gewesen.

    Das Bundesverfassungsgericht hat zwar den bundesdeutschen Beitrag in seiner Entscheidung zunächst bei 190 Milliarden Euro gedeckelt – aber leider zeigt die Erfahrung, dass es letztlich der Politik in ihren Entscheidungen folgt und nicht die bundesdeutsche Souveränität verteidigt. Völkerrechtlich verbindlich sei nur das Abstimmungsverhalten des bundesdeutschen Finanzministers im Gouverneursrat, nicht die Beschlusslage des Bundestages!

    In diesem Zusammenhang ist auch die Ankündigung des italienischen EZB-Chefs Draghi (EZB=Europäische Zentralbank) von Bedeutung, der angekündigt hat, unbegrenzt Staatsanleihen von Krisenstaaten aufzukaufen. Es ist nicht uninteressant, dass dieser Mann zuvor Banker von Goldman Sachs war, jener Bank, die durch deren Mithilfe Griechenland seine tatsächliche Situation gefälscht, verschleiert hatte, um den Euro zu erhalten. Das Resultat werden Inflation und Geldentwertung sein. Der Bundesbankchef, Jens Weidmann, spricht deshalb von der „Zerstörung des Geldwesens“ als Gefahr, wenn so die Politik den Zugriff auf die Notenbank erhält und unbegrenzt Geld druckt. (nach: Beatrix von Storch: Der Europäische Stabilitätsmechanismus ESM, in: Mitwissen, Mittun. Pro Conscientia Infobrief Nr. 22, S. 1 f.)

Die systematische Zerstörung der Familie durch die Politik:  Während die Zahl der Eheschließungen zwischen 1990 und 2005 von 516.388 auf 388.451 zurückging, stieg im gleichen Zeitraum der Prozentsatz der Paare, die wieder geschieden wurden, von 23,8 % auf 51,9 %. Über 50 % der (Ehe-)Paare leben ohne Kinder, 38 % aller Haushalte sind Einpersonenhaushalte; 2,6 Millionen Erwachsene sind Alleinerzieher. Vierzig Prozent der Männer unter 40 Jahren wollen angeblich nicht heiraten und auch keine Kinder bekommen. Die Zahl der Kinder pro Frau liegt bei 1,3. Eine Umkehrung des damit bedingten Bevölkerungsrückganges würde bereits jetzt fast 100 Jahre dauern.

    Wie kam es dazu? Hier ist es wichtig, sich die ideologische Entwicklung in der Bundesrepublik Deutschland seit den 1950er Jahren anzusehen, besonders seit dem Einbruch der 68er Ideologie. Um 1958 war es so, dass die Offenheit zu Berufen und Positionen für Frauen fast hergestellt war, ohne damit die Vielfalt und Unterschiedlichkeit der Geschlechter zu nivellieren. Die Gleichwertigkeit der unterschiedlichen Lebensmuster von Mann und Frau wurde mehr und mehr erreicht. Elisabeth Selber, Mitverfasserin des Grundgesetzes, betonte, dass Gleichberechtigung niemals Gleichheit oder Angleichung der Geschlechter heißen sollte, sondern Gleichwertigkeit, die gerade die Unterschiedlichkeit der Geschlechter anerkennt.

    Dies alles ist spätestens seit 1995 (zur Erinnerung: CDU-geführte Bundesregierung) und dem 2. Gleichberechtigungsgesetz oder Frauenförderungsgesetz nicht mehr so. Es geht nicht mehr um Gleichberechtigung, sondern Abbau einer angeblichen „Frauendiskriminierung“ und Herstellung von „Geschlechtergleichheit“. Dies geht einher mit den Beschlüssen der 4. Weltfrauenkonferenz in Peking. Was ist dabei das Ziel? Die Frauenerwerbsquote und die Zahl der Frauen in Führungspositionen sollen denen von Männern entsprechen. Ob dies aber mit den Ordnungen Gottes, den Aufgaben der Frau, den Wünschen der Frauen entspricht, diese Frage wird nicht gestellt, da sie ideologisch nicht erwünscht ist. Tatsächlich ist es so, dass von 2002 bis 2007 der Anteil von Frauen in IT-Berufen von 14 % auf 9,1 % gesunken ist. Und Tatsache ist, dass 4/5 aller Mütter bei ihren kleinen Kindern bleiben wollen!

    Daher auch der massive Druck auf die Wirtschaft, Führungspositionen mit Frauen zu besetzen, bis hin zu der Tendenz, dies gesetzlich zur Auflage zu machen. Übrigens: Ein weiterer Schritt in den Totalitarismus, in die völlige Bevormundung der Bürger und der Wirtschaft in ihren Handlungen und Einstellungen.

    Hintergrund dieses Wahns – der übrigens, wie es schon 2008 eine norwegische Zeitung meldete, zur Zwangsschließung von Unternehmen führen kann – sind der Radikalfeminismus und die Gender-Mainstream-Ideologie, beide miteinander verwandt. Sie gehen aus von der Behauptung, dass die Geschlechter gleich seien. Die Unterschiede seien angeblich bedingt durch gesellschaftliche Machtstrukturen und die „Sozialisation“ der Menschen. Eine „Selbstverwirklichung“ der Frau als Mutter und Hausfrau kommt in dieser Ideologie nicht vor. Übrigens behaupten die gleichen Ideologen in demselben Atemzug, dass Frauen und Männer sich allerdings unterscheiden würden, nämlich Frauen besser seien als Männer; die Gesellschaft wäre mitfühlender und fürsorglicher, wenn Frauen an der Macht wären. Diese Ziele, die hier verfolgt werden, sind die alten Ziele des Marxismus, wie sie etwa auch Anatoli Lunacharski (1875-1933), Volkskommissar für Erziehung in der Sowjetunion, darlegte: Die Frauen sollen von der Erziehung ihrer Kinder abgelöst werden; die Kindererziehung soll verstaatlicht werden. Begriffe wie „meine Eltern“, „unsere Kinder“ sollen immer mehr verschwinden. Interessant: Michail Gorbatschow hat festgestellt, dass viele Probleme im Blick auf das Verhalten vieler Kinder und Jugendlicher, im Blick auf Moral, die Produktion zu einem großen Teil aus der Lockerung der familiären Bindungen und der Vernachlässigung familiärer Verantwortung kamen, deren Hintergrund das Streben war, Männer und Frauen in allen Bereich gleichzustellen.

 

    Was da politisch-ideologisch läuft, wird deutlich, wenn man sich die immer totalitärer werdenden Maßnahmen ansieht, die von verschiedenen politischen Ebenen ergriffen werden: So soll nach einem Beschluss des EU-Parlaments (504 zu 110 Stimmen) die Hausfrau am Herd oder an der Waschmaschine aus der Fernsehwerbung, überhaupt der Reklame verschwinden, weil Frauen am Herd oder an der Waschmaschine diskriminiert und entwürdigt würden, es sei solches eine „sexistische Beleidigung“. (Allein dies zeigt schon, wie geistig verrottet und verkommen der humanistisch-materialistische Westen inzwischen ist.)

    Immer wieder wird suggeriert, dass die Kinder besser in staatlichen Einrichtungen als in der Familie erzogen werden könnten und dass die Frauen dies wünschten, dass die Kinder vom Staat betreut wurden, damit sie arbeiten könnten. (Es wird aber geflissentlich verschwiegen, dass die Einkommensentwicklung seit den 1970er Jahren in die Richtung ging, dass der Lohn des Mannes immer weniger zur Ernährung einer Familie ausreicht, weshalb immer mehr die Frau gezwungen ist, mitzuarbeiten. Dies ist ganz im Interesse des hemmungslosen Kapitalismus, der ja auf ein möglichst großes Heer von Arbeitskräften aus ist, weil damit die Löhne noch weiter gedrückt werden können.)

    Immer wieder wird in den Raum gestellt, dass die Frauen arbeiten wollen. Tatsächlich wollen viele Frauen mindestens drei Jahre bei ihren Kindern sein, ohne gleichzeitig zu arbeiten, und danach streben sie eher eine Teilzeitbeschäftigung an und wünschen sich dazu Wiedereingliederungshilfen.

    Die Manipulation der öffentlichen Meinung wird unter anderem dadurch gefördert, dass der Begriff „Mutter“ im Blick auf die frühkindliche Bindung durch „primäre Bezugsperson“ ersetzt wird, die dann irgendwer sein kann. Und der Politik geht es nicht mehr um Bindung, sondern um „Bildung“ – und „Bildung“ könnten nur Fachleute verabreichen, sie gebe es nur in Kindertagesstätten.

    Es wurde behauptet, dass Kinder aus der Krippe häufiger aufs Gymnasium gehen würden – die Fakten der Studie konnten das aber nicht belegen. Oder es wird behauptet, dass berufstätige Mütter ihren Kindern mehr Zuwendung geben könnten als nicht berufstätige. Wie kam man zu der Behauptung? Weil man ein Ergebnis einer Studie einfach wegließ und so die Erkenntnisse ins Gegenteil verkehrte.

    Um die ideologischen Ziele zu erreichen, wird das Elternrecht immer weiter ausgehöhlt. So wurde bei der Neuregelung des Kinderförderungsgesetzes beschlossen, dass ein Anspruch auf einen öffentlichen Betreuungsplatz ab Vollendung des ersten Lebensjahres bestehen soll und ein Kind bereits ab der Geburt in einer Einrichtung zu fördern sei, „wenn dies für seine Entwicklung förderlich ist“ (ein Gummibegriff, der jeglichen Eingriff des Staates in die Familie rechtfertigt – und wie massiv brutale Eingriffe des Staates in die Familien angestiegen sind, zeigen die entsprechenden Zahlen: von 2006 auf 2007 stieg die Zahl um 12,5 %, gegenüber 2005 sogar um 23 %). Damit hängt zusammen, dass der Begriff des „elterlichen Versagens“ aus dem BGB gestrichen wurde, damit nicht mehr die Betätigung der elterlichen Erziehung an sich überwacht wird, sondern auch deren Qualität. Es soll zukünftig ausreichen, dass, wenn Eltern „nicht in der Lage oder gewillt sind“ Gefahren abzuwenden, die das Jugendamt sieht, der Staat die Kinder unter seine Kontrolle nimmt. Der Staat will bestimmen, wie zu erziehen ist, zu was zu erziehen ist. (Bei der Abstimmung sollen nur etwas über 20 von über 600 Parlamentariern anwesend gewesen sein; wie dann ein Gesetz überhaupt in Kraft treten kann ist eine andere Frage, die mit der Perversion des Parlamentarismus in der BRD zu tun hat.) Tatsächlich ist dies grundgesetzwidrig, da das Grundgesetz nur verlangt zu überwachen, dass erzogen wird, nicht aber wie.

    So drohte man den Eltern in einer neunköpfigen Familie gemäß FAZ vom 17.03.2008 den Entzug des Sorgerechts an, weil man 140 qm Wohnraum, die der Familie zur Verfügung stehen, das Kindeswohl gefährden können. Die Macht der Jugendämter wird allmählich zur Allmacht, wie eine Panoramasendung vom 22.01.2009 darlegte.

 

    Und was ist das Ziel? Die „Lufthoheit des Staates über den Kinderbetten“, wie es der derzeitige Hamburger Bürgermeister Olaf Scholz einmal formuliert hat. Der Staat will die Kinder so lange indoktrinieren, wie es möglich ist. Und: Möglichst viele Frauen sollen Teil des Erwerbsprozesses sein. So will es die Gender-Mainstream-Ideologie. Dabei ist diese Ideologie völlig unwissenschaftlich und menschenfeindlich. Denn sie verdrängt einfach die mannigfaltigen Unterschiede zwischen Mann und Frau, die nicht nur körperlich-biologisch, sondern auch seelisch und mental vorhanden sind, wie Studien von Louann Brizendine und Susan Pinker (übrigens eine Feministin) zeigen. Experten weißen auch immer wieder darauf hin, dass Kinder, die ab dem 12. Lebensmonat der Mutter entzogen sind, weil sie in einem Kollektiv erzogen werden, Stress haben und unter der Situation leiden, mangelndes Selbstbewusstsein zeigen und es am Urvertrauen fehlt. Als Spätfolgen werden auf Depression, Alkohol- und Drogenabhängigkeit, berufliche und partnerschaftliche Erfolglosigkeit, Gewaltbereitschaft hingewiesen. Denn die ersten drei Jahre sind die Rüstjahre für das ganze Leben. Nur stabile Zuwendung baut ein stabiles Urvertrauen auf. Schon heute leiden Kinder vermehrt unter Ess-Störungen (30 % der Mädchen, 15 % der Jungen), sind verhaltensauffälliger (etwa ein Drittel der Kinder).

    Tatsächlich ist es das Beste für das Kindeswohl, wenn die Kinder bei ihren verheirateten leiblichen Eltern aufwachsen – so ist es auch Gottes Ordnung. (nach: Maria Steuer: Familienpolitik und Manipulation. In: Mitwissen Mittun. Pro Conscientia Infobrief Nr. 22, S. 4-8)

 

Aus anderen Kirchen:

Römisch-katholische Kardinäle für Homosexualität: Drei römisch-katholische Kardinäle haben sich für eine positive Würdigung der Homosexualität ausgesprochen: Carlo Maria Martini (Mailand), Christoph Schönborn (Wien), Rainer Maria Woelki (Berlin). (nach: Zeitspiegel, Nr. 254, S. 2) Das macht deutlich, dass die immer wieder verbreitete Behauptung, die römisch-katholische Kirche sei in ethischen Fragen konservativer als die liberalen evangelischen Landeskirchen, falsch ist. Die Situation ist bei Rom nicht anders, aufgrund des Zölibats in der Praxis wahrscheinlich sogar noch schlimmer.

Neuer Ablass vom Papst bekannt gegeben: Zum sogenannten „Jahr des Glaubens“ vom 11.10.2012 – 24.10.2013 hat der römische Bischof einen „vollständigen Ablass“ verkündet, der also einen Erlass aller angeblichen zeitlichen Sündenstrafen in dem von Rom phantasierten Fegfeuer. Den kann der römische Katholik sich erarbeiten, indem er an einem hohen kirchlichen Feiertag einen Gottesdienst besucht oder eine „Pilgerfahrt“ zu einer päpstlichen Basilika, einer christlichen Katakombe oder einer Kathedrale durchführt, oder drei Predigten im Rahmen besonderer „Missionen“ besucht oder drei Betrachtungen über das zweite Vaticanum oder den römischen Katechismus. Im Zusammenhang der Pilgerfahrten muss eine Meditation oder ein Gebet erfolgen. Voraussetzung ist, dass die Tilgung der Schuld durch Beichte, Abendmahlsempfang, Gebete und Werke der Buße. (nach: SELK.info Nr. 381, November 2012, S. 18) Das unterstreicht einmal mehr, wie klar Rom auch weiterhin im Blick auf die Rechtfertigung des Sünders vor Gott die Werkgerechtigkeit, das menschliche Bemühen, Mitarbeiten lehrt und dass eben auch und gerade im Zentrum des christlichen Glaubens weiterhin ein unüberbrückbarer Unterschied zwischen römisch-katholischer und biblisch-reformatorischer Lehre und Kirche besteht und deshalb eine Kirchengemeinschaft und damit auch gemeinsames Abendmahl unmöglich ist. 

 

Lebensrecht:

Kürzungen bei Fallpauschalen gefährdet Pallativmedizin: Die von der Regierung vorgesehene Kürzung von Fallpauschalen bei pallativmedizinischer Behandlung um bis zu 20 % gefährdet nach Aussage der Deutschen Gesellschaft für Pallativmedizin, also für Einrichtungen, die Todkranke und Sterbende betreuen, diesen Dienst akut. Denn dadurch sei eine kostendeckende Weiterführung vieler Dienste, auch in den Krankenhäusern, nicht mehr möglich. (nach: ALfA-Newsletter 43/2012, 11.11.2012) Was also das Geschwätz der Politiker und Ideologen von der „Selbstbestimmung“ und der Würde des Lebens gerade im Blick auf den letzten Lebensabschnitt wert ist, wird hier deutlich. Das sollte aber auch nicht verwundern in einer un- bis antichristlichen, völlig materialistisch (kapitalistisch) ausgerichteten Gesellschaft, in der vor allem zwei Regeln gelten: Gewinnmaximierung und Kostenreduzierung. Der Mensch ist da oft nur noch im Wege.

Erfreulich: BGH untersagt Tötung von Embryonen für Gewinnung von Patenten: Am 27.11.2012 hat der zehnte Zivilsenat des Bundesgerichtshofs in einem Urteil verboten, dass Zellen, für deren Gewinnung menschliche Embryonen getötet werden müssen, nicht patentiert werden dürfen. Er folgt hier einer Entscheidung des Europäischen Gerichtshofes (EuGH) und wendet sich gegen Forderungen wie etwa des Herrn Brüstle, für den embryonale Stammzellen kein menschliches Leben darstellen, und der sie daher meinte, für die Forschung „ausschlachten“ zu können. (nach: ALfA-Newletter 46/2012 vom 02.12.2012)

 

Religionsfreiheit, politisch-ideologische Tendenzen, Schulen:

Einstellung der Türken in der Bundesrepublik: Nach einer Befragung von Ifo GmbH wünschen sich 48 % der türkischen Muslime in der BRD einen Sieg des Islam, das heißt, sie wollen, dass in der BRD einmal mehr Muslime als Christen wohnen und sie so die BRD in einen islamischen Staat umwandeln können. 62 % der Türken wollen nur mit Türken zusammen sein. 8 % beurteilen Christen als „minderwertige Menschen“, 87 % fordern von den Deutschen noch mehr Rücksicht auf die türkischen „Einwanderer“. Dabei hat die jüngere Generation religiös etwas radikalere Ansichten als die ältere. (nach: Zeitspiegel, Nr. 254, S. 7) Diese Erhebung macht deutlich, dass der Islam eine ernsthafte Bedrohung der freiheitlich-demokratischen Grundordnung darstellt und dass eine Integration gerade von Seiten der Türken gar nicht gewollt ist.

Islamunterricht in NRW: In Nordrhein-Westfalen ist mit dem Schuljahr 2012/2013 islamischer Religionsunterricht eingeführt worden, obwohl es überhaupt keine Lehrpläne dafür gibt. Ebenso wenig findet eine wirksame Kontrolle statt, ob die Lehrkräfte überhaupt grundgesetztreu sind. Das Hauptproblem aber ist, dass der Unterrichtsinhalt ja von den jeweiligen Religionsgemeinschaften gemäß ihren Grundsätzen durchzuführen ist, das heißt für den Islam, gemäß Koran und Scharia. Damit wird unter anderem Hass gegen Christen und Juden gelehrt, die Tötung Andersgläubiger, die Ermordung von Menschen, die den Islam verlassen, die Unterdrückung der Frau, die massive Einschränkung der Menschenrechte. Ein korantreuer Unterricht kann gar nicht grundgesetzkonform sein. (nach: Zeitspiegel, Nr. 254, S. 7 f.)

Religionsmengerischer Unterricht in Hamburg: In einem Staatsvertrag, den die Bürgerschaft noch beraten und beschließen muss, hat der Hamburger Senat (vorbereitet schon durch den vorherigen CDU/Grünen-Senat) die islamischen Gruppen den sogenannten „Großkirchen“ gleichgestellt. Eingeführt werden soll ein „christlich-muslimischer Religionsunterricht“, der abwechselnd von evangelischen und muslimischen Lehrkräften erteilt werden soll (die römisch-katholische Kirche hat sich nicht beteiligt). Dieser Unterricht widerspricht eindeutig dem Grundgesetz, da damit kein bekenntnisgebundener evangelischer Religionsunterricht mehr an den Hamburger Schulen erteilt wird. Außerdem werden evangelische Schüler der islamischen Indoktrination ausgesetzt. Es ist bisher nicht geklärt, weshalb der Hamburger Senat mit dem DITIB, der Organisation der Religionsbehörde der Türkei, verhandelte, obwohl all diese Verbände nur einen Bruchteil der Muslime in der BRD vertreten, während die weitaus meisten gar nicht organisiert sind. Auch die Stellung der alevitischen Gemeinschaft ist nicht geklärt. Vor allem ist überhaupt nicht geklärt, wie mit all den grundgesetzwidrigen Aussagen des Koran, der eine totalitäre Ordnung ansteuert, umgegangen werden soll. (nach: Zeitspiegel, Nr. 254, S. 8 ff.)

Hetze in taz gegen frommen Pfarrer: Pastor Olaf Latzel an St. Martini in Bremen hielt auf der Maritimen Woche in Bremen im September eine Predigt, in der er, völlig zu Recht, auch von der Hölle sprach, in der jeder komme, der nicht an Jesus Christus glaube. Daraufhin schrieb die linksgerichtete „Tageszeitung“ (taz) von „Hass im Gottesdienst“ und einem „aggressiven Gottesverständnis“. (nach: Topic. 11/2012, S. 3) Hier wird deutlich, wie wenig die un- bis antichristliche Gesellschaft bereit ist, biblische Aussagen noch zu ertragen und was all das Gerede von „Toleranz“ tatsächlich wert ist. Aber machen wir uns nichts vor: Das ist erst der Anfang, es wird noch schlimmer kommen.

Süddeutsche Zeitung macht gegen christliche Schule mobil: Die ebenfalls linksgerichtete „Süddeutsche Zeitung“ begann am 19.10.2012 eine Kampagne gegen die gar nicht so konservative Lukas-Schule in München. Ihr passt es nicht, dass an dieser Schule Homosexualität als Sünde bezeichnet (das wertet die SZ als „schwulenfeindlich“, etwas, das in Leserkommentaren auf ihrer Online-Seite nicht erwünscht ist) und auch vom Teufel gesprochen wird. Als besonders schlimm wurde auch gewertet, dass den Schülern die MacArthur-Studienbibel geschenkt wurde. (nach: Topic, 11/2012, S. 3) Der Rektor der Schule wurde in weiteren Artikeln, etwa im Online-Dienst der SZ in der 46. Kalenderwoche, als jemand bezeichnet, der „Hassartikel“ gegen Homosexuelle auf den Seiten eines „christlich-fundamentalistischen“ Mediendienstes geschrieben habe. Als „Kronzeugen“ gegen die Schule führte die SZ dabei zwei Schüler an, denen (oder deren Eltern) die Richtung der Schule nicht passt – eine geradezu lächerliche Zahl, wenn man bedenkt, dass an dieser Schule über 900 Schüler lernen, und zwar seit vielen Jahren, also die Zahl der Schüler, die durch diese Schule gingen, ohne sich bedrängt oder bedroht gesehen zu haben, noch weit höher ist. Aber die Richtung ist durchaus klar, ob es sich nun um taz, SZ oder auch Fernsehmedien (SWR und eine Sendung über die „Bibelgemeinde“ in Pforzheim) handelt: gegen konservative Christen. Die öffentliche Meinung soll eindeutig antichristlich aufgeheizt werden, um eines Tages hübsch scheindemokratisch dann auch Gesetze und staatliche Gewaltmaßnahmen gegen bibeltreue Christen durchsetzen zu können.

    In Nordrhein-Westfalen hatte man einer christlichen Schule, der man vorwarf „fundamentalistisch“ zu sein, mit der Schließung gedroht. Die Freiheit der Lehre an den christlichen Schulen gemäß ihrem Bekenntnis ist in der Bundesrepublik immer mehr ernsthaft gefährdet. (nach: Rundbrief der Freien Christlichen Schule Heidelberg vom 13.11.2012) Die Erziehungshoheit der Eltern ist in dem Machtstaat Bundesrepublik Deutschland schon lange beseitigt, da sie als Hindernis für die Allmacht der Parteifunktionäre und Ideologen gilt.

Sexbuch als Pflichtlektüre in Baden-Württemberg? Die grün-rote Linksregierung in Baden-Württemberg will ab dem Schuljahr 2013/14 für den Deutschunterricht ab der 10. Klasse eine „Novelle“ des Spiegelredakteurs Dirk Kurbjuweit einführen, die eindeutig sexistisch ist und an etlichen Stellen Sexszenen unter Jugendlichen deutlich beschreibt und auch Bisexualität sowie Selbstmordlust „wertfrei“ darstellt. In den einschlägigen Kreisen wird das Buch gelobt, weil es „die Gefühlslagen in der Pubertät literarisch reizvoll erfasse und widerspiegele“ – aber es gibt keinerlei moralische Orientierung. Aufgrund der in den Bundesländern seit einiger Zeit herrschenden Ordnung, dass Lehrer nicht mehr aus einem Pool an Lektüren wählen können, sondern ihnen die Titel zwangsweise vorgegeben werden, einschließlich der zu behandelnden literarischen Aspekte, heißt dass, dass alle Schüler in BW zukünftig ab der 10. Klasse dies lesen müssten. Proteste christlicher Schulen dagegen waren bisher erfolglos. (nach: Topic, 11/2012, S. 4) Es sollte niemanden verwundern: Die 68er sind jetzt auch in BW an der Macht und wollen ihrer Ideologie voll und ganz zum Durchbruch verhelfen (und käme je wieder eine CDU-Regierung an die Reihe, würde sie die Dinge nicht mehr rückgängig machen). Hier rächt es sich, dass für die christlichen Schulen keine alternative Pädagogik entwickelt wurde, sondern man nur „Ersatzschule“ anstatt „Alternativschule“ (wie die Waldorfschulen) sein will. Dadurch ist man weiter dem staatlichen Lehrplanzwang unterworfen.

EU-Kommission verbietet Heiligenschein auf Gedenkmünze der Slowakei: Die Slowakei wollte für das Jahr 2013 zum Gedenken an die Ankunft der Missionare Kyrill und Methodius in der Gegend der heutigen Slowakei vor dann 1150 Jahren eine 2-Euro-Gedenkmünze herausbringen, die auf der Rückseite ein Bildnis der beiden Missionare mit Heiligenschein zeigt. Gegen diesen Heiligenschein haben sich zwei andere EU-Staaten und die EU-Kommission unter dem Deckmantel der „religiösen Neutralität“ gewandt und die Slowakei angewiesen, die Gedenkmünze ohne den Heiligenschein herauszubringen. Wie verlautet, hat sich die Slowakei wohl dem Druck der Tyrannen in Brüssel gebeugt. (nach: medrum.de vom 22.11.2012) Dieser Vorfall zeigt einmal mehr, dass die EU alles andere als ein freies Gebilde ist, vielmehr eine antichristliche, totalitäre Konstruktion. Hätte die Slowakei eine eigene Währung, dann hätten die Tyrannen ihr nicht hineinreden können. So wird mit dem Euro sowohl nationale und kulturelle Identität als auch nationale Souveränität und Freiheit zerstört.

Hessen prüft, ob es weiter mit OJC zusammenarbeiten will: Wie der hessische Sozialminister Stephan Grüttner (CDU) mitteilte, überprüfe die Landesregierung, ob eine Zusammenarbeit mit der „Offensive Junger Christen“ (OJC) und ihrem „Deutschen Institut für Jugend und Gesellschaft“ weiter möglich sei, da beide die Therapierbarkeit von Homosexualität vertreten. Deshalb wollte man prüfen, ob sie weiter Partner für das Freiwillige soziale Jahr sein können. Hintergrund ist die Anfrage eines grünen homosexuellen hessischen Landtagsabgeordneten, der meint, dadurch würden Homosexuelle diskriminiert und Jugendliche verunsichert. Der CDU-Minister beeilte sich auch zu betonen, dass Homosexualität keine Krankheit sei. (nach: proKompakt 49/2012, S. 6) Hier zeigt sich einmal mehr zum einen, dass die CDU, trotz aller anderslautender Beteuerungen tatsächlich eine bolschewistische Partei ist, die keinerlei christliche Werte wirklich vertritt. Zum anderen aber macht diese Sache deutlich, dass die Bundesrepublik Deutschland kein freiheitliches Land mehr ist, sondern mehr und mehr ein totalitäres Gebilde, das die Ideologie des aufgeklärten, antichristlichen Humanismus durchzusetzen versucht. Es wird Zeit, dass diejenigen Kreise, die wirklich bibeltreu sein wollen, dies endlich begreifen und daher mit diesem Staat nur noch so weit zusammenarbeiten, wie es gerade noch vertretbar ist, ohne gegen Gottes Wort zu verstoßen, aber ansonsten so wenig wie irgend möglich mit dem Staat, seinen Einrichtungen und seinen Geldern zu tun haben und eine Parallelgesellschaft aufbauen.

 

Islam und islamische Welt:

Türkisches Gericht nimmt Kloster Land weg: Ein Berufungsgericht in Ankara hat das Kloster Mor Gabriel zur Herausgabe von 24,4 Hektar Land an das Schatzamt und damit den türkischen Islamistenstaat verurteilt. Die vom Kloster vorlegten Besitzdokumente wurden von dem Gericht überhaupt nicht berücksichtigt. Beobachter sprechen von einem von den staatlichen Behörden gewollten politischen Urteil. Die syrisch-orthodoxen Christen hätten nun noch die Möglichkeit, vor den Europäischen Menschenrechtsgerichtshof zu gehen. Interessanterweise haben sich auch türkische Intellektuelle und Künstler gegen das Urteil gewandt. (nach: Brüdern-Rundbrief. Okt./Nov. 2012, S. 28) Dieses Urteil macht einmal mehr deutlich, dass der türkische Staat sich keineswegs Richtung Europa geändert hat, sondern eindeutig seinen islamischen Kurs fährt, der auf eine Vernichtung der christlichen Kirchen hinzielt.

„Arabischer Frühling“ hat zu verstärkter Christenverfolgung geführt: Der von den westlichen Staaten gefeierte sogenannte „arabische Frühling“ hat tatsächlich zu einer Radikalisierung, vor allem Islamisierung geführt, wodurch die Christenverfolgung zugenommen hat. Dies zeigt sich stark in Ägypten und nun auch in Syrien, wo die von den Westlern, besonders den Nato-Staaten, unterstützten Terroristen immer mehr Christen aus ihren angestammten Gebieten vertreiben – ohne dass die westlichen Medien oder Politiker sich dazu äußern. (nach: Brüdern-Rundbrief, Okt./Nov. 2012, S. 29)

Abbas erhebt Anspruch auf ganz Jerusalem: Auf einer „Siegesfeier“ in Ramallah nach dem Abstimmungssieg in der UNO sagte Abbas, dass eines Tages ein junger Palästinenser die palästinensische Flagge über Jerusalem hissen werde, da dies die „ewige Hauptstadt“ des palästinensischen Staates sei. (nach: amzi, Gebets- und Informationsdienst vom 06.12.2012). Dies zeigt einmal mehr, wie wenig sich letztlich die Ziele der Hamas und der Fatah unterscheiden. Beide sind entschieden antiisraelisch, beide wollen die Vernichtung des Staates Israel. Nur dass die Fatah dabei hinterhältiger vorgeht und momentan so tut, als sei sie für eine Zwei-Staaten-Lösung und die Anerkennung Israels. So etwas kann sie nach islamischer Auffassung sogar unterschreiben, als eine Haltung während einer Periode der Schwäche, um später das genaue Gegenteil zu tun.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 



1 Ziemlich überall, wo der Islam in Afrika und Asien heute sitzt, ist er durch Gewalt, durch Krieg, hingekommen, wie ja die kriegerische Ausbreitung sowohl im Koran vorgegeben als auch in den Hadithen (Darstellungen des Lebens Mohammeds, faktisch verbindliche Auslegung des Islams als Vorbild für die Moslems) vorgebildet ist. Auf diesem Hintergrund sind auch die Kreuzzüge politisch-historisch zu sehen (ihre theologische Beurteilung muss eine andere sein, da unser Heiland Jesus Christus sowohl die gewaltsame Verteidigung wie auch die gewaltsame Ausbreitung des Glaubens kategorisch verbietet, und wir als Christen unsere Feinde lieben sollen). Sie waren zunächst einmal die militärische Antwort auf die islamische Aggression, die fortdauernd vor allem das Byzantinische Reich traf. Deshalb hatte Kaiser Alexios III. den Westen um militärischen Beistand gegen diese Angriffe gebeten, mit dem Ziel, durch die Moslems unterworfene byzantinische Gebiete zurückzugewinnen. Die Art des Vorgehens der Lateiner im Orient, bis hin zur Gründung eigener Staaten, war keineswegs im Sinne von Byzanz.

2 Vom Krieg wider die Türken. 1529. in: Dr. Martin Luthers sämtliche Schriften. Hrsg. von Johann Georg Walch. Nachdr. der 2., überarb. Aufl. Bd. 20. Groß Oesingen 1986. Sp. 2118

3 Krieg …, a.a.O., Sp. 2110 f.

4 Die immer wieder von pietistischer Seite angeführte Behauptung, dass das reformatorische und orthodoxe Luthertum sich nicht um die biblische Prophetie und Endzeitfragen gekümmert habe, ist schlicht falsch. Es hat allerdings keine chiliastische Sicht dieser Dinge anerkannt. Dagegen hat es, besonders Luther selbst, in einer teilweise geradezu intensiven Endzeiterwartung und Naherwartung der Wiederkunft Christi gestanden und viele endzeitliche Aussagen, auch aus den Prophetien, auf Vorgänge ihrer Zeit hinsichtlich Papsttum, Islam und Judentum gedeutet.

5 Heerpredigt wider die Türken. 1529. in: Dr. Martin Luthers …, a.a.O., Sp. 2158; 2157

6 Heerpredigt, a.a.O., Sp. 2156

7 Bruder Richards Widerlegung des Alkoran (Zitierw.: Widerlegung), in: Dr. Martin Luthers sämtliche Schriften. Hrsg. von Johann Georg Walch. Nachdr. der 2., überarb. Aufl. Bd. 20. Groß Oesingen 1986. Sp. 2277 f.

8 Krieg, a.a.O., Sp. 2113

9 vgl. Krieg, a.a.O., Sp. 2118. „Sollen wir nun Glück haben wider den Mahmet, den äußerlichen Feind der Christenheit, so werden wir zuvor müssen dem inwendigen Feind, dem Antichristen mit seinem Teufel, absagen durch rechtschaffene Buße, und uns zu unserm HERRN und Heilande Jesus Christus mit rechtem Ernst und einfältigem Herzen kehren, damit wir recht und mit Wahrheit beten können, und also der Erhörung gewiss sein mögen. Sonst werden wir Glück haben wie unsere Vorfahren.“ Widerlegung, a.a.O., Sp. 2284 f. Damit widerlegt Luther auch alle menschlichen Gedanken, dass die christlichen Konfessionen gegen die Herausforderung des Islam zusammenrücken müssten. Nein, nicht Ökumene, sondern Rückkehr zur biblischen Wahrheit, Umkehr, weg von der Ökumene, der Vermischung von Wahrheit und Irrlehre. Sonst kann die Gemeinde Jesu Christi weder gegen den inneren noch gegen den äußeren Antichristen bestehen.

10 Krieg, a.a.O., Sp. 2126

11 Krieg, a.a.O., Sp. 2132

12 Krieg, a.a.O., Sp. 2134. Hier wird deutlich, wie sehr Luther, gemäß der Bibel, Gewalt in geistlichen Dingen ablehnt. Damit wird auch deutlich, dass das biblisch-reformatorische Luthertum die Kreuzzüge, was ihren geistlichen Charakter angeht, nicht akzeptieren kann. Als Mittel, um den Glauben zu verteidigen oder auszubreiten, waren sie widergöttlich, Sünde. Etwas anderes ist, wie oben schon erwähnt, ihr politischer Charakter, der aber in der Propaganda des Papsttums fast völlig unterging. Auch heute darf deshalb die Auseinandersetzung mit dem Islam, solange er nicht selbst zu physischer Gewalt greift – Terror, Krieg – nicht gewalttätig geführt werden, sondern allein geistlich, mit Buße, Umkehr, Gebet und Gottes Wort.

13 Krieg, a.a.O., Sp. 2114; vgl. auch Heerpredigt, a.a.O., Sp. 2167

14 Krieg, a.a.O., Sp. 2132

15 Krieg, a.a.O., Sp. 2133

16 Heerpredigt, a.a.O., Sp. 2176

17 Krieg, a.a.O., Sp. 2123

18 vgl. Krieg, a.a.O., Sp. 2123 f.

19 Krieg, a.a.O., Sp. 2124

20 Krieg, a.a.O., Sp. 2125 f.

21 Die Unterscheidung, wie sie in den westlichen Ländern propagiert wird, zwischen Islam und Islamismus, ist künstlich und übersieht, ob bewusst oder unbewusst, das sei dahingestellt, die Tatsache, dass die Gewalt gegen Andersgläubige ihre Grundlage im Koran hat, der dazu an vielen Stellen auffordert, ebenso auch zur Unterdrückung der „Völker des Buches“, also von Juden und Christen, die zwar unter Umständen in einem islamischen Staat leben dürfen, aber Menschen zweiter oder dritter Klasse sind. Und dass der Koran so zu verstehen ist, wird durch die Hadithe veranschaulicht, die Darstellungen des Lebens Mohammeds, der faktisch authentischen Auslegung des Koran. Es sei nur daran erinnert, dass Mohammed an die 60 Raubkriege führte, zwei jüdische Stämme in Medina durch Völkermord beseitigte, Verträge schloss und brach, wie es ihm gerade beliebte.

22 Krieg, a.a.O., Sp. 2124 f.

23 Krieg, a.a.O., Sp. 2126

24 Heerpredigt, a.a.O., Sp. 2163

25 Heerpredigt, a.a.O., Sp. 2157

26 Heerpredigt, a.a.O., Sp. 2161. In wieweit Luthers Identifizierung des kleinen Horns mit dem Islam zugestimmt werden kann, ist eine andere Frage. Der Islam ist sicher ein Teil der antichristlichen Mächte, und zwar eine sehr bedeutende, geistliche wie weltliche allerdings, aber auch nicht die einzige weltliche Gegenmacht. Überhaupt sieht ja die Offenbarung Jesu Christi an Johannes die weltlichen Mächte als solche als antichristliche Kräfte, mit denen der geistliche Antichrist immer wieder paktiert. Und diese weltlichen Mächte nehmen immer wieder auch quasi-religiösen Charakter an, wie die Ideologien in den totalitären Systemen zeigen, und wie der Islam dies in Vollendung darstellt. In sofern ist Luthers Aussage einerseits auf die weltlichen Mächte insgesamt zu beziehen, andererseits aber die herausragende Stellung die gerade dem Islam in der antichristlichen geistlichen wie weltlichen Bedrohung zukommt, zu beachten. So, wie sich die Dinge heute abzeichnen, kann es durchaus zu einer geistlichen Verbindung zwischen Rom und dem Islam kommen, und zugleich auch zu einer weltlichen Machtübernahme des Islam mittel- bis langfristig in Europa. Richtig ist auch jeden Fall, dass der Islam eine bedeutende, bedrohliche antichristliche Macht ist, und sicher auch zu dem kleinen Horn zu zählen ist. Das „kleine Horn“ steht ja für die antichristliche Macht, und zwar gerade die geistliche antichristliche Macht, den Antichristen, also das Papsttum.

27 Heerpredigt, a.a.O., Sp. 2162 f.

28 Krieg, a.a.O., Sp. 2146

29 vgl. Heerpredigt, a.a.O., Sp. 2162

30 vgl. Widerlegung, a.a.O., Sp. 2274 f.

31 vgl. Widerlegung, a.a.O., Sp. 2276 f.

32 Heerpredigt, a.a.O., Sp. 2166

33 Heerpredigt, a.a.O., Sp. 2166 f.

34 Heerpredigt, a.a.O., Sp. 2165

35 Krieg, a.a.O., Sp. 2126 f.

36 Luthers Beobachtung ist durchaus richtig. Denn die vier Frauen, die oft angeführt werden, sind ja nur die Hauptfrauen. Die Zahl der Nebenfrauen dagegen ist nicht begrenzt.

37 Krieg, a.a.O., Sp. 2129 f.

38 vgl. Heerpredigt, a.a.O., Sp. 2185. 2187

39 Krieg, a.a.O., Sp. 2146 f.; Widerlegung, a.a.O., Sp. 2278 f.

40 vgl. Widerlegung, a.a.O., Sp. 2282 f.

41 Heerpredigt, a.a. O., Sp. 2181 f.

42 Heerpredigt, a.a.O., Sp. 2183. 2184 f.

43 Heerpredigt, a.a.O., Sp. 2188 f.

44 Heerpredigt, a.a.O., Sp. 2192 f.

45 vgl. Widerlegung, a.a.O., Sp. 2218

46 Widerlegung, a.a.O., Sp. 2219 f.

47 Widerlegung, a.a.O., Sp. 2220

48 Widerlegung, a.a.O., Sp. 2220 f.

49 Widerlegung, a.a.O., Sp. 2221

50 Widerlegung, a.a.O., Sp. 2223 f.

51 Widerlegung, a.a.O., Sp. 2224

52 Widerlegung, a.a.O., Sp. 2224 f.

53 Widerlegung, a.a.O., Sp. 2225

54 Widerlegung, a.a.O., Sp. 2226

55 Widerlegung, a.a.O., ebd.

56 Widerlegung, a.a.O., Sp. 2227

57 Widerlegung, a.a.O., Sp. 2227 f. Aufgrund der Sure 7,157 meinen Moslems, in der Bibel gäbe es Vorhersagen auf Mohammed. Sie haben aber trotz vielem Suchen keine gefunden. So behaupten sie nun, in 5. Mose 18,18 sei von Mohammed die Rede oder in Joh. 14-16. So meinen sie, 5. Mose 18,18 rede von Mohammed, da er ein Volksführer wie Mose gewesen sei und doch von „ihren Brüdern“, den Ismaeliten, komme. Aber sie übersehen, dass Apg. 3,17-23 diese Stelle eindeutig auf Christus auslegt, der viel mehr Ähnlichkeit mit Mose aufweist als Mohammed: beide waren Mittler eines Bundes Gottes an die Menschen; beide kannten Gott von Angesicht zu Angesicht; beide vollbrachten große Zeichen und Wunder. Keines kann von Mohammed ausgesagt werden (was die Wunder angeht, sagt dies selbst Sure 28,48, dass Mohammed keine getan hat). Und was „ihre Brüder“ angeht, so wird dieser Begriff im Alten Testament eindeutig für die Israeliten verwendet, siehe Richter 20,13, nicht für die Ismaeliten. Außerdem widerspricht Mohammeds Anspruch, ein Prophet zu sein wie Mose und die anderen alttestamentlichen Propheten dem, was ein wahrer Prophet gemäß der Bibel aufweisen muss: Er muss prophezeien und seine Prophezeiungen müssen sich erfüllen; seine Prophezeiungen und Lehren müssen mit den Aussagen der anderen Propheten Gottes und damit der Bibel übereinstimmen; er muss Wunder vollbringen, um den Beweis zu erbringen, dass er von Gott sei (s. 5. Mose 13,5; 18,19-22; Jer. 14,14-16; 23,16-22).

Am häufigsten beziehen Moslems die Aussagen Christi auf den Parakletos, den Tröster, den Heiligen Geist, Joh. 14-16, auf Mohammed. Aber stimmt das? Nein! Denn wenn die Aussagen im Zusammenhang gelesen werden, so ist ja festzustellen, dass der Parakletos Christus verherrlichen wird, Joh. 16,14, die Jünger an Christi Lehren erinnert, Joh. 14,26, was von Mohammed ja nicht gesagt werden kann. Die Behauptung der Moslems, es könne nicht vom Heiligen Geist die Rede sein, weil vom Parakletos hier in der dritten Person Einzahl gesprochen werde, sticht nicht, da so immer im Neuen Testament von Gott und vom Heiligen Geist gesprochen wird (übrigens auch von Allah im Koran, Sure 59,22-24). Außerdem sagt Jesus Christus in Joh. 14,26 eindeutig, dass der Parakletos, der Tröster, der Heilige Geist ist. Und vor allem: Er, Christus, weissagte, dass er ihn, den Heiligen Geist, den Parakletos, zu seinen eigenen Jüngern senden werde, nicht erst 600 Jahre später.

Schließlich behaupten Moslems noch, dass der Begriff im Neuen Testament geändert sei, es dürfe nicht „Parakletos“ heißen, sondern müsse „Periklytos“ dort stehen, „der Gepriesene“, wie die Bedeutung des Namens Mohammeds sei. Aber dafür haben sie keinerlei Beweise. Und wenn man probehalber an die Stellen, an denen „Tröster“ steht, den Namen Mohammeds setzte, so wird schnell deutlich, dass dies nicht passt, dass in ihm die Erfüllung dieser Stellen nicht liegen kann. Und vor allem: Joh. 14,17 besagt, dass der Heilige Geist in den Jüngern leben wird. Wie kann das auf Mohammed passen, der doch ein Mensch war und erst 600 Jahre nach den Jüngern lebte? Und wie soll es mit Mohammed stimmen, dass der Heilige Geist von der Welt weder gesehen noch erkannt wird (Joh. 14,17), während doch Mohammed von seinen Zeitgenossen gesehen und erkannt wurde? Tatsächlich also kann in der Bibel keinerlei Hinweis auf den islamischen Propheten Mohammed als eines von Christus angekündigten noch zu kommenden Propheten zu finden sein. (vgl.: Andreas Maurer: Basiswissen Islam. Holzgerlingen 2002. S. 93-97.) Mohammeds Behauptung widerspricht übrigens auch Hebr. 1,2, wo es heißt, dass Gott zwar vormals durch Propheten geredet hat, nun aber am Ende der Zeit durch seinen Sohn. Damit wird hervorgehoben, dass damit die Offenbarung abgeschlossen ist.

58 Widerlegung, a.a.O., Sp. 2228

59 vgl. Widerlegung, a.a.O., Sp. 2228 f.

60 Widerlegung, a.a.O., Sp. 2231

61 vgl. Widerlegung, a.a.O., Sp. 2232-2234

62 Widerlegung, a.a.O., Sp. 2235. Lullus führt weiter aus, dass aber auch das Argument mit den Waffen nichts ist, da Mohammed ja keineswegs immer gesiegt hat, vielmehr auch selbst schwer verwundet wurde und zuweilen unterlegen ist.

63 vgl. Widerlegung, a.a.O., Sp. 2245 f. 2258-2261

64 Widerlegung, a.a.O., Sp. 2237

65 vgl. Widerlegung, a.a.O., Sp. 2237-2239

66 vgl. Widerlegung, a.a.O., Sp. 2239-2240

67 vgl. Widerlegung, a.a.O., Sp. 2240; 2251 f.

68 vgl. Widerlegung, a.a.O., Sp. 2240 f.

69 Widerlegung, a.a.O., Sp. 2264

70 Widerlegung, a.a.O., Sp. 2265

71 Widerlegung, a.a.O., Sp. 2266 f.

72 Widerlegung, a.a.O., Sp. 2268

73 Widerlegung, a.a.O., Sp. 2268 f.

74 Widerlegung, a.a.O., Sp. 2269

75 vgl. Widerlegung, a.a.O., Sp. 2269

76 vgl. Widerlegung, a.a.O., Sp. 2269 f.

77 Widerlegung, a.a.O., Sp. 2270