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Apg. 2,42

DER BEKENNTNIS

LUTHERANER

Lutherisches Blatt für Bibelchristentum. Mit Zustimmung der Lutherischen Kirchen der Reformation (Lutheran Churches of the Reformation, LCR) herausgegeben von Roland Sckerl, Leopoldstr. 1, D-76448 Durmersheim; Tel.:07245/83062; Fax: 07245/913886 e-mail: Sckerl@web.de; Internet: www.lutherischebekenntnisgemeinde.de

17. Jahrgang 2009 Heft 2/2009

UNTER BIBEL UND BEKENNTNIS

Inhaltsverzeichnis

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UNTER BIBEL UND BEKENNTNIS. 1

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DAS WORT IM WORT. 1

ZEICHEN DER ZEIT. 27

 

 

DAS WORT IM WORT

Von Walter R. Roehrs1

Einleitung: Die Aufgabe dieses Aufsatzes besteht darin, das rechte Verhältnis zwischen dem logos ensarkos [fleischgewordenen Wort, Anm. Hrsg.] und dem logos graptos [schriftgewordenen Wort, Anm. Hrsg] darzustellen.

I.DasVerhältnisvonWortzuWortistdaseiner Gegenüberste11ung. Weil diese Gegenüberstellung aber keinen kontradiktorischen Gegensatz enthält, gibt es

A. Gebotene Gegenüberstellungen:

1.     Der seligmachende Glaube ist der Glaube an das fleischgewordene Wort; der Glaube an das geschriebene Wort ist nicht im absoluten Sinn ein Teil dieses seligmachenden Glaubens.

2.     Dem logos ensarkos (Singular) stehen gegenüber das Wort und die Worte (logoi, grapta; Plural), die ihn bezeugen.

3.     Die Menschwerdung des Wortes (incarnatio) als Offenbarung Gottes ist nicht identisch mit der Inspiration des Wortes (inverbatio) als Offenbarung Gottes.

B. Unberechtigte Gegensätze:

1. Das Wort ist lebendige Kraft; die Schrift ist toter Buchstabe.

Dr. Walter R. Roehrs war Professor für alttestamentliche Exegese am Concordia Seninary, St. Louis, Mo. Dieser Vortrag wurde 1953 bei Gelegenheit der Theologentagungen der Missourisynode zu Bad Boll, Paris und London gehalten. In anderen Vorträgen wurde das Evangelium als Gnadenmittel behandelt. Das alle 12 Vorträge umfassende Gesamtthema hatte in Bad Boll den Wortlaut: „Die Kirche in christologischer Schau“, wobei allerdings die Lehre von der Kirche weniger zur Behandlung kam als die Lehre von Christi Person und Werk. Der Vortrag wird hier mit einigen unbedeutenden Veränderungen in der Form geboten, in der er im „Lutherischen Rundblick“, 1954, S. 153 ff., erschien.

1.     Das Wort befreit; die Schrift knechtet.

2.     Das Wort erzeugt die „certitudo“ des Glaubens; in der Schrift sucht man die „securitas“ des Sehens.

II. Das Verhältnis vom Wort zum Wort ist das einer A n a 1 o g i e.

A. Eine falsche Analogie wird konstatiert, wenn behauptet wird: die menschliche Seite der Schrift ist der menschlichen Natur des fleischgewordenen Wortes analog, sofern damit bewiesen werden soll, dass die Schrift irrtumsfähig ist, weil Jesus irrtumsfähig ist.

B. Die rechte Analogie besteht darin, dass in dem logos ensarkos und in dem logos graptos Gott redet zu unserer Seligkeit.

1.     Gott redet in der Fleischwerdung, um seinen ewigen Ratschluss auszuführen; Gott redet im Menschenwort, um uns die Kunde dieser Gnadentat zu bringen.

2.     Gott redet in dem fleischgewordenen Logos nicht ein ohnmächtiges Wort; Gott redet in dem von Menschen geredeten und geschriebenen Wort nicht leere, verhallende Vokabeln und tote Buchstaben, sondern die Kraft Gottes, die den lebendigen Glauben erzeugt.

3.     Was Gott in dem fleischgewordenen und in dem geschriebenen Wort redet, kann nur im Glauben gehört und angenommen werden.

DAS WORT IM WORT

Das Verhältnis vom Wort zum Wort, d. h. das Verhältnis von dem Wort, das Fleisch wurde, und. dem Wort, das uns geschrieben in der Schrift vorliegt, klar darzulegen, scheint mir eine der wichtigsten Aufgaben zu sein, die die Kirche sich stellen muss, wenn sie bekennt: Ich glaube, dass, Jesus Christus mein Herr ist. Eben weil dieselbe Vokabel beide Begriffe bezeichnen kann, begegnet man zuweilen einer verschwommenen -ich möchte fast sagen einer mystischen -theologischen Ausdrucksweise, in der zwischen beiden Begriffen nicht geschieden wird. Wort und Wort werden zu einem Wortspiel mit einem double entendre. Andererseits ist es auch leicht möglich, den entgegen gesetzten Fehler zu begehen, nämlich Wort und Wort so in Gegensatz zueinander zu setzen, dass das eine gegen das andere ausgespielt wird. Bei der Behandlung unseres Themas muss also alte Vorsicht angewandt werden, die feine Balance, die zwischen diesen zwei Begriffen besteht, nicht zu zerstören; es darf auf keiner Seite etwas in die Waagschale geworfen werden, was das Gleichgewicht beeinträchtigt.

Dass es dabei um die Begriffe selbst geht, versteht sich. Wir werden uns klar machen müssen, .was wir jeweilig mit dem Begriff logos ensarkos in die Waagschale legen. Da der Klarstellung dieses Begriffes die ganze Tagung gewidmet ist, werde ich nur an den Stellen auf diese Frage eingehen, wo sie in unser besonderes Thema hineinschlägt. Aber wir müssen uns auch darüber klar sein, was wir in die andere Waagschale legen, wenn wir logos graptos sagen.

Ich bin mir nun bewusst, dass gerade in dieser Sache -in dem Begriff graphee – verschiedene Ansichten unter uns vertreten sind. Das soll mich aber nicht abhalten, diese Unterschiede aufzudecken und zur Sprache zu bringen. Denn dazu sind wir ja hier, um einander zu bekennen, was der Grund unserer Hoffnung ist. Aber es wird sich auch ohne Zweifel herausstellen, dass unsere Ansicht von der Graphee zum Teil von unserem Verständnis und unserer Erkenntnis des logos. ensarkos herrührt und dass auch gerade da unsere Meinungen auseinandergehen, eben weil sie den Begriff Schrift berühren.

I. Gegenüberstellungen und Gegensätze

In dem ersten Teil dieser Arbeit gilt es zunächst, darauf hinzuweisen, dass unser Thema „Das Wort im Wort“ auf einen „Gegensatz“ aufmerksam machen will.. Dieser Gegensatz ist aber nicht als absoluter gemeint. Es liegt hier kein kontradiktorischer Gegensatz vor, sondern vielmehr eine Gegenüberstellung.

A. Gebotene Gegenüberstellungen

1. Die erste große Wahrheit, die bei diesem Gegenüberstellen uns entgegentritt, besteht darin, dass der logos graptos den logos ensarkos bezeugt als das Objekt und den Inhalt des seligmachenden Glaubens. Im eigentlichen, strengen, absoluten Sinn ist es nur der Glaube an Jesus Christus, der uns von der Macht der Finsternis befreit und uns zu Erben des -ewigen Lebens macht. Die Frage: „Was muss ich tun, dass ich selig werde?“ beantwortet die Schrift so: Glaube an den Herrn Jesus Christus, so wirst du und dein Haus selig. Die Schrift kennt keinen anderen Grund des seligmachenden Heils außer dem, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus.

Das wird niemand im Ernst bestreiten. Es dürfte aber gerade dies bei der Besprechung des Verhältnisses von Wort zu Wort betont werden, um dem Missverständnis vorzubeugen, als ob der Glaube an die volle Autorität der Schrift ein Buch an die Stelle von Jesus Christus setzt als Fundament des seligmachenden Glaubens. Dass der logos ensarkos und der logos graptos nicht in dem Sinne identisch sind, haben Vertreter der uneingeschränkten Geltung der Schrift immer erkannt, aber vielleicht nicht immer unterstrichen, eben weil diese Frage nicht der Nerv der Kontroverse ist.

Ich, zitiere z. B. aus der „Theologischen Quartalschrift“ (April 1920, S. 145) der Wisconsin-Synode aus einem Artikel von Prof. John Schaller das folgende: „Dieser Glaube (an die Schrift) ist nicht notwendigerweise (necessarily) an sich ein Teil (a feature) des seligmachenden Glaubens, nicht nur nicht, weil der Fall ganz möglich ist, dass jemand den seligmachenden Glauben haben kann, ohne überhaupt von der Existenz der Bibel als einem Buche der Offenbarung Gottes zu wissen2.... sondern auch, weil ein Glaube. an den göttlichen Ursprung der Schrift sich auch bei Unwiedergeborenen findet, ohne zur Bekehrung zu führen.“3 Schaller lehnt daher Baiers Satz ab: fides iustificans generalem illam fidem p r a e s u p p o n i t et includit.“ [Der rechtfertigende Glaube setzt jenen Glauben voraus und schließt ihn ein. Anm. Hrsg.] Dass der Glaube an die Schrift somit nicht gleichgültig wird, betont Schaller in demselben Zusammenhang, wenn er sagt: „Es ist undenkbar, dass ein Gläubiger einige selbsterwählte Aussagen der Bibel annimmt als von Gott geredet, während er andere verwirft als Erfindung der Menschen.“

Wenn also das Wort Gottes in der Schrift das Objekt des Glaubens genannt wird, dann ist das Wort Gottes im eigentlichen Sinne das seligmachende Evangelium von Jesus Christus. (Schaller führt hier an: Röm. 10,17; Luk. 8,11, Joh. 17,6, Apg. 4,31; 13,46; Röm. 9,8, 1. Kor. 14,36; 1. Joh. 2,14; 1. Petr. 1,23.25.) Aber „obwohl die Schrift sich nicht in diesem Sinne selbst als das Wort Gottes bezeichnet“ (Schaller, S. 144), so wird aus dem folgenden hervorgehen, dass der Ausdruck „das Wort Gottes“ auch auf die Schrift angewandt werden kann als Objekt des Glaubens in dem Sinne nämlich, dass das in der Schrift niedergelegte Wort als Gottes Wort gehört und geglaubt zu werden verlangt.4

2

Als Beispiele erwähnt S c h a 11 e r den Glauben des getauften Kindes; Helmuth S c h r e i n e r weist auf Abraham, der glaubte, „ohne auch nur einen Fetzen von der Bibel in Händen zu haben“ (S. 37 des Buches „Ist die Bibel Gottes Wort?“, 1953).

3

Als Beispiel: die Schriftgelehrten und Pharisäer, wie sie im Neuen Testament beschrieben sind.

4

Hier soll nicht darauf eingegangen werden. dass der Glaube, der nur aus der Evangeliumspredigt entsteht (Röm. 10,17), natürlich aus der g ö t t 1 i c h e n Predigt (l. Thess: 2,13) kommt, die uns nicht durch neue Inspiration. sondern eben durch~ die e i n s t i g e prophetische und apostolische Inspiration erreicht, eben auch in der viva,vox der Kirche.

2. Gebotene Gegenüberstellung von Wort und Wort zielt auch darauf, dass, obwohl logos im Singular beide Begriffe bezeichnet, das Wort als Zeugnis durch und von Christus in der Schrift im Singular und im Plural vorkommt. Es ist der „Gegensatz“ von Wort und Worten, -von Wort und Wörtern.

Dassesnur einen logos ensarkos gibt, versteht sich von selbst, er ist eine Singularerscheinung. Aber gerade der Evangelist Johannes, der mit Vorliebe den Ausdruck Logos gebraucht, um auf diesen Fleischgewordenen hinzuweisen, bezeichnet das in der Schrift enthaltene Wort des Zeugnisses als logos und logoi. Das Wort redet Wort und Worte. Joh. 12,48: „Das Wort (logos), das ich geredet habe, das wird ihn richten am jüngsten Tage.“ Joh. 14,23.24: „Wer mich liebet, der wird mein Wort (logon) halten und mein Vater wird ihn lieben,... wer mich aber nicht liebet, der hält meine Worte (logous) nicht. Und das Wort, welches ihr hört, ist nicht mein, sondern des Vaters, der mich gesandt hat.“

Ferner ist zu beachten, dass derselbe Evangelist das Wort, das das Wort redet, mit dem Synonym rheema im Singular und im Plural ersetzt, das aber nie als Synonym von dem logos ensarkos vorkommt. Joh. 3,34: „Denn welchen Gott gesandt hat, der redet Gottes Worte“ (ta grapta tou theou), und-Joh. 14,4.10-. „Die Worte (ta grapta), die ich zu euch rede, die rede ich nicht von mir selbst.“ Daher kann auch Petrus von dem Wort, das den logos ensarkos bezeugt, sagen: Aber des Herrn Wort (to de rheema Kyriou) bleibet in Ewigkeit. Das ist aber das Wort, welches unter euch verkündigt ist (to rheema ta euaggelisthen en hymin).“ Durch dieses Wort (dia rheematos) kommt der Glaube, Röm. 10,17.

Die Notwendigkeit, dieses Gegenüber zu betonen, liegt auf der Hand, weil heute von Jesus als dem Wort so oft geredet wird, als ob es keine Worte von ihm und über ihn gäbe und als ob logos nur zur Bezeichnung des Fleischgewordenen vorkäme. Wir begegnen dem logos ensarkos durch die Worte, die er und andere durch den „Geist Christi der in ihnen war“ (1. Petr. 1, 11), gesprochen haben und die das geschriebene Wort uns bringt. Das gestorbene, auferstandene, verherr1ichte Wort begegnet seinen Jüngern so auf dem Wege nach Emmaus. In dieser Begegnung gibt er sich zu erkennen, nicht dadurch, dass er vor ihnen steht, sondern aufgrund des geschriebenen Wortes. „Er aber sprach zu ihnen: „Das sind die Reden (hoi logoi mou), die ich zu euch sagte, da ich noch bet euch war, denn es muss alles erfüllet werden, was von mir geschrieben ist im Gesetz Mosis, in den Propheten und in den Psalmen. Da öffnete er ihnen das Verständnis, dass sie die Schrift verstanden, und sprach zu ihnen: Also ist’s geschrieben, und also musste Christus leiden und auferstehen von den Toten am dritten Tage und predigen lassen in seinem Namen Buße und Vergebung der Sünden unter allen Völkern und anheben zu Jerusalem,“, Luk. 24,44-47.

Wenn er sich so zuerkennen gab, so empfiehlt es sich uns auch, ihn als das Wort im Wort und in den Wörtern der Schrift zu finden,. Es wurde z. B. im Jahre 1952 in Hannover viel Schönes und Wahres von dem Wort gesagt. Aber der Unterschied zwischen Wort und Wort wurde verwischt oder wenigstens nicht klar herausgestellt. Die Ausdrucksweise verstieg sich fast zu einem christologischen Spiritualismus „Wort und Wort“ bleibt Wort im Wort, denn das Wort sagt: „So ihr bleiben werdet in meinem Worte (en too logoo too emoo) so werdet ihr die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen“ (Joh. 8,31 f.). Das sagt eben der, der auch sagen konnte: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben, niemand kommt zum Vater denn durch mich“ (Joh. 14,6).

3. Dies führt zu einer Gegenüberstellung, die die Art und Weise der Offenbarung Gottes, die uns in dem logos ensarkos und dem logos graptos begegnet, unterscheidet. Diese Gegenüberstellung finde ich passend ausgedrückt in den Termini: incarnatio und inverbatio.

Diese Termini sollen natürlich wieder keinen wirklichen Gegensatz ausdrücken. Das Wort, das im Fleisch erschien, und das Wort, das in menschlicher Sprache und Schrift erscheint, sind Offenbarungen Gottes. Aber in der Art und Weise und in dem besonderen Zweck sind diese Offenbarungsakte Gottes nicht identisch.

Gott redet „auf mancherlei Weise“ (Hebr. 1, 1). Er hat „am letzten in diesen Tagen zu uns geredet durch den Sohn“ (He br. 1,2). Wie hat er durch den Sohn geredet? Durch die Inkarnation. Diese Fleischwerdung des Logos ist ein hapax. So hat Gott sich nie wieder geoffenbart. Von keinem anderen Menschen heißt es, dass die Fülle der Gottheit in ihm wohnt soomatikoos [leibhaftig, Anm. d. Hrsg.] Daher ist er das Wort der Offenbarung in schlechthin einzigartiger Gestalt und Weise. „Niemand hat Gott je gesehen, der eingeborene Sohn, der in des Vaters Schoß ist, der hat ihn uns verkündigt.“ Daher redet dies Wort in der Autorität seiner eigenen Person: „Ich sage euch.“ Als. Gottessohn kann er sagen: Koh ’amar Jahwäh und braucht nicht auf das ne’um Jahwäh für seine Legitimierung zu warten. Seine Autorität ist: „Ich und der Vater sind eins“, Joh. 10, 30. Nicht nur, was er sagt, ist Gottes Wort; alles, was er ist und tut, ist die Offenbarung des ewigen Ratschlusses Gottes, der gefasst wurde, ehe alles in der. Welt durch ihn gemacht war (Joh. 1, 3). „In ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen“ (Joh. 1, 4). Der Zweck dieser Offenbarung bestand darin, nicht nur uns von Gott authentische Kunde zu bringen, sondern in seinem Fleische uns mit Gott zu. versöhnen. Und das geschah nur einmal.

Aber Gott hat sich außer in dem fleischgewordenen Wart nicht unbezeugt gelassen. In 2. Kor. 5,19 findet sich ein beachtliches kai [und, Anm. d. Hrsg.]. Damit er den Menschen von dem Heil in dem Fleischgewordenen Kunde gebe und es bezeuge vor und nach seinem festgesetzten kairos [Gottes Zeitpunkt, Anm. d. Hrsg.], ging er den Weg eines anderen Offenbarungswunders, des Wunders der I n v e r b a t i o n. Gottes Wort wurde nicht Mensch, sondern Menschen wo r t. Diese Gnadentat Gottes ist und bleibt ein Mysterium gerade wie die Inkarnation. So wenig ich es ergründen kann, dass das Kind in Bethlehems Krippe Marias und Gottes Sohn ist, so wenig kann ich erklären, wie es Gott möglich ist, seine göttlichen Heilsgnaden in die unvollkommene Sprache gebrechlicher Menschen zu fassen. Dazu hat er besondere Werkzeuge bestimmt und in Anspruch genommen. Procksch (im Theologischen Wörterbuch zum Neuen Testament sub legoo C, Band IV, s. v. davar, S. 96) sagt z. B. von einem dieser Organe seiner Offenbarung: „In seiner [Jeremiasl Rede verkörpert sich also von der ersten Offenbarung an (Jer. 1,11.12) Jahwes Wort, und ebenso enthält die Buchrolle, die er durch Baruch schreiben lässt, lauter Gottesworte (36,2 [„nimm ein Buch und schreibe darein alle Reden (Wörter), die ich zu dir geredet habe“ usw.]). Aber das Wort stellt ihn auch unter einen göttlichen Zwang, dem seine Natur widerstrebt (20, 7 ff); es unterscheidet sich dadurch aufs bestimmteste von seinen menschlichen Gedanken…. Das Gotteswort, das nicht aus seiner Seele aufsteigt, sondern wie ein zerstörender Brand in sie hinein fährt, zwingt zur Weitergabe in der Verkündigung.“

Incarnatio und inverbatio sind also darin eins, dass sie beide eine einzigartige Offenbarung Gottes sind. Aber deswegen können sie noch nicht ohne Unterschied auf einen gemeinsamen Nenner gebracht werden. Um ihr Gemeinsames näher zu bezeichnen, verwendet man am besten das Wort Analogie, worauf unser zweiter Teil eingeht.

B. Unberechtigte Gegensätze

Um das rechte Verhältnis vom Wort zum Wort zu erkennen, müssen wir aber nicht nur auf echte Gegenüberstellungen aufmerksam machen, sondern uns auch vorsehen, dass wir nicht falsche Gegensätze aufrichten. Vielerorts glaubt man, dass Gegensätze entstehen, wenn die Bindestriche der Identität zwischen Wort Gottes und Wort der Schrift gesetzt werden, oder anders ausgedrückt, wenn erklärt wird, dass die Schrift nicht nur Gottes Wort e n t h ä 1 t, sondern dass die Schrift Gottes Wort i s t. Der Widerspruch gegen diese Gleichsetzung entspringt zum Teil einem falschen Verständnis dieser Auffassung der Schrift, aber auch zum Teil aus einem falschen logischen „entweder-oder“, das man auf diese Auffassung anwendet nach dem Beispiel: Der Baum ist nicht dick, sondern grün.

1. Der erste solche Gegensatz, den ich erwähnen möchte, ist vernehmbar in dem Missbrauch des Schriftwortes: „Der Buchstabe tötet“ und lautet von daher etwa so: „Das Wort ist lebendige Kraft; die Schrift ist toter Buchstabe.“

Das erste Glied dieses Gegensatzes wird beiderseits angenommen: Das Evangelium ist „die Kraft Gottes, die da selig macht“ (Röm. 1, 16). „Der Geist ist’s, der da lebendig macht; das Fleisch ist kein nütze. Die Worte, die ich rede, die sind Geist und sind Leben“ (Job. 6,63). „So kommt der Glaube aus der Predigt“ (Röm. 10, 17).

Folgt nun daraus: Die Schrift ist nicht dynamisch, sondern statisch und daher tot? Bleibt keine andere Alternative übrig als zu erklären: Das Evangelium wird entkräftet, wird zu einer Buchreligion, wird „dinghaft“ (Schreiner), sobald es in schriftlicher Form niedergelegt und festgehalten wird?

Es ist nicht etwa die Ansicht derer, die die volle Autorität der Schrift festhalten, dass ihnen eo ipso in der Schrift nur Buchstaben vorliegen, die statisch, aber nicht dynamisch sind. Nein, der Baum ist nicht nur dick, sondern auch grün. Die Schrift hat nicht nur eine durch Buchstaben und .Wörter festgelegte Form, sondern sie ist ebenso und gerade auch deswegen lebendig, kräftig, die dynamis Gottes.

Wie aber wird die Schrift zum toten Buchstaben? So, sagt Paulus -und das ist der rechte Gegensatz -, wenn sie nicht als das Evangelium von Jesus Christus gelesen wird, also nicht in ihrem intendierten Sinn benutzt wird. Der Buchstabe der Schrift tötet nur in dem Kontext, dass ihr die .Leben gebende Kraft der Erkenntnis Jesu Christi abgeleugnet wird, dass die graphee nicht von dem Kommenden zeugt, dass das Evangelium von Jesus Christus nicht die Erfüllung der graphee ist, die in grammata niedergelegt ist. Nur dem Unglauben, der sich dem Leben gebenden Geist Christi in der Schrift verschließt, bleibt die graphee ein totes gramma. „Ihre Sinne sind verstockt. Denn bis auf den heutigen Tag bleibt dieselbe Decke unaufgedeckt über dem Alten Testament, wenn sie es lesen, welche in Christus aufhöret. Aber bis auf den heutigen Tag, wenn Mose gelesen wird, hängt die Decke vor ihrem Herzen. Wenn es aber sich bekehrte zu dem Herrn, so würde die Decke abgetan. Der HERR ist der Geist. Wo aber der Geist des HERRN ist, da ist Freiheit“ (2. Kor. 3,14-17).

Es versteht sich dabei, dass forderndes Gesetz und schenkende Verheißung unterschieden werden müssen, auch wenn von der alttestamentlichen Schrift die Rede ist, wenngleich die neutestamentlichen Ausdrücke graphee und grammata an sich generell Schriftoffenbarung bezeichnen (2. Tim. 3,15-17), einerlei, ob Gesetz oder Verheißung darin vorliegt. Dabei war und ist es stets der Zweck des fordernden Gesetzes, den Sünder in die Enge zu treiben, ihn gerade nicht lebendig zu machen, sondern zu töten, ihn unter das Gericht Gottes zu werfen, ihm jeden Ausweg abzuschneiden (Röm. 3, 20; 4,1; 5,20). Dieses tötende Gesetz will Gott in der Predigt seines heiligen Wortes dazu gebrauchen, um der natürlichen Religion des gefallenen Menschen, der die ihm verbliebene teilweise Gesetzeserkenntnis zur Selbstrechtfertigung missbraucht, den Boden zu entziehen, damit der arme Sünder nun zu dem Angebot freier vollkommener Gnade im Evangelium seine Zuflucht nehme. Durch das fremde Werk des Gesetzes will Gott zu seinem eignen Werk kommen, ihm in dem Wort von der Versöhnung den Heiland zu verkündigen und zu schenken (Gal. 3,10-14.21-25). Dazu gibt Gott seinen Heiligen Geist, ohne den niemand Jesus einen HERRN heißen kann (l. Kor. 12,3), lässt sowohl das opus alienum [fremde Werk, Anm. d. Hrsg.] als auch das.opus proprium [eigentliche Werk, Anm. d. Hrsg.] vom Heiligen Geist ausführen, wie die Konkordienformel, sehr stark hervorhebt (Sol. decl. VI, 11-14), und zieht durch den Glauben selbst als Brunnquell neuen Lebens in das Herz ein.

Will nun jemand -wie seinerzeit die Pharisäer in Israel -den Zweck der gesamten Offenbarung, zu Christus zu führen, arme Sünder in dem Heiland, der des Gesetzes Forderung auf sich nahm und sie für alle Welt erfüllte, aus Gnaden selig zu machen, nicht erkennen, so missbraucht er nicht nur das, was ihm natürlicherweise noch vom Gesetz bekannt ist (Röm. 1,19 f), sondern auch die gesamte, ihm gepredigte Offenbarung. Er bricht dem geoffenbarten Gesetz die Spitzen ab, so dass es ihn nicht in seiner Ichreligion tötet, sondern er in selbstgerechter Sicherheit verharrt. In dieser fiducia sui [Glauben an sich, Anm. d. Hrsg.] aber kann er kein freies Gnadenevangelium brauchen. Dasselbe ist seinem selbstischen Sinn ein Ärgernis. Er macht aus der ganzen Offenbarung ein Pseudogesetz, einen Gesetzesweg zum Heil. Er erreicht dadurch freilich nicht, dass Gottes Gesetz aufhört, ihm sein Urteil zu sprechen. Es steht in ewiger Majestät da. Will er Christus nicht, so bleibt er unter dieser ihn verdammenden Totalforderung Gottes und geht verloren durch eigne Schuld trotz des ihm angetragenen freien Gnadenheils, das einst die Verheißung ankündigte, das heute das Wort von der Erfüllung ausruft.5

So kann freilich die jüdische, nicht-pneumatische Auslegung der Schrift in der Schrift nur töten und tötenden Buchstaben finden. Durch die Wirkung des Geistes allein kann die Schrift ihren Leben gebenden Zweck erfüllen. Daher fällt auf das ha gegraptai [es steht geschrieben, Anm. d. Hrsg.] nicht die geringste Kritik, weil Paulus durch den Geist erkannte, dass diese Schrift von Gott gesetzt war, um indirekt ein paidagoogos [Zuchtmeister, Anm. d. Hrsg.] auf Christus zu sein oder direkt von ihm zu zeugen. Lässt man die Schrift aber ihren von Gott gegebenen Zweck nicht an sich erfüllen, dann verschließt man sich ihrer Leben gebenden Kraft, dann ist sie tot, ja dann tötet

Die beiden letzten Absätze wurden dem ursprünglichen Bad-Boll-Manuskript laut Vereinbarung zwischen Autor und Redaktion beigefügt.

sie vernichtend und endgültig. „Das ist ein Jude, der inwendig geboren ist, und die Beschneidung des Herzens ist eine Beschneidung, die im Geist und nicht im Buchstaben geschieht, welches Lob ist nicht aus Menschen, sondern aus Gott“, Röm. 2, 29. Daher will Paulus das Amt führen des Neuen Testaments, nicht des Buchstabens. „Denn der Buchstabe tötet; aber der Geist macht lebendig“, 2. Kor. 3,6.

Dass diese graphee des Alten Testaments sich selbst so verstanden haben will, weiß Paulus auch, vg1. Röm. 10. Denn nachdem er auf das Alte Testament verwiesen hat als Gottes Gesetz und auf Christus als telos nomou eis dikaiosyneen panti too pisteuonti [Ende des Gesetzes; wer an ihn glaubt, der ist gerecht, Anm. d. Hrsg.] sagt er: „Dies ist das Wort vom Glauben, das wir predigen“ (v. 8). „Denn die Schrift sagt: Wer an ihn glaubet, wird nicht zu Schanden werden“ (v. 11). „Denn [wieder ein Zitat aus der Schrift] ‚wer den Namen des Herrn wird anrufen, soll selig werden’“ (v. 13). „Aber sie sind nicht alle dem Evangelium gehorsam. Denn Jesaja spricht: ‚HERR, wer glaubet unserem Predigen?’" (V. 16). Ferner die bekannte Stelle, Gal. 3, 11: „Dass aber durch das Gesetz niemand gerecht wird vor Gott, ist offenbar. denn [wieder Zitat aus der Schrift] ‚der. Gerechte wird seines Glaubens leben’“. 1. Kor. 2,9.10 beweist Paulus noch einmal aus dem, was geschrieben steht, dass diese Erkenntnis durch den Geist -gewirkt werden muss: „Uns aber hat es Gott geoffenbart durch seinen Geist.“

Daß man aber, wenn man Wort. Gottes und Schrift gleichsetzt, damit die dynamische Kraft der Schrift nicht preisgibt, erhellt auch aus vielen anderen Stellen, die den Zweck dieses geschriebenen Wortes angeben. Das inkarnierte Wort, die Evangelisten und die Apostel beweisen durch ihren Gebrauch der Schrift, dass sie nicht ein toter Buchstabe ist.

Am Ende des Logos-Evangeliums sagt Johannes: „Diese [Zeichen] sind geschrieben, dass ihr glaubet, Jesus sei Christus, der Sohn Gottes und dass ihr durch den Glauben das Leben habet in seinem Namen.“ In demselben Sinne sagt Jesus: „Wenn ihr Mose glaubtet, so glaubtet ihr auch mir, denn er hat von mir geschrieben. So ihr aber seinen Schriften nicht glaubet, wie werdet ihr meinen Worten glauben?“ Joh. 5, 46 f. Die Schrift dient Jesus als lebendige Verteidigungswaffe zur Abwehr der Versuchung. Das dreimalige gegraptai schlägt denl Satan in die Flucht (Matth. 4,4-7). Die Schrift ist die Dynamis, durch welche die für den Glauben nötige Buße erzeugt wird: „Durch das Gesetz kommt Erkenntnis der Sünde.“ Paulus denkt dabei an die grammata des Gesetzes: „Denn wir haben droben bewiesen, dass beide, Juden und Griechen, alle unter der Sünde sind. Wie denn geschrieben steht: ‚Da ist nicht, der gerecht sei, auch nicht einer’“ (Röm. 3, 9.10). Dass das Gesetz diesen heilsamen Dienst tut, die Selbstgerechtigkeit zu erschüttern, aber tötender, ewig verdammender Buchstabe ist, wenn man versucht, durch das Gesetz vor Gott gerecht zu werden, diese Erkenntnis bewirkt auch die Schrift: „Denn die mit des Gesetzes Werken umgehen, die sind unter dem Fluch. Denn es steht geschrieben: ‚Verflucht sei jedermann, der nicht bleibet in alle dem, was geschrieben stehet in dem Buche des Gesetzes, dass er’s tue’ [Deut.. 27,26]. Dass aber durchs Gesetz niemand gerecht wird vor Gott, ist offenbar; denn [es steht geschrieben]: ‚der Gerechte wird seines Glaubens leben’“ (Gal. 3, 10. 11) [Röm. 1,17; Hab. 2,4]. Ferner stammt aus der Schrift der seligmachende Glaube an die Erlösung von dem Fluche des Gesetzes, denn Paulus fährt fort (V. 13): „Christus aber hat uns erlöset von dem Fluch des Gesetzes, da er ward ein Fluch für uns, denn es steht geschrieben: ‚Verflucht ist jedermann, der am Holz hängt.’“ Die Versicherung, dass diese Rettung von dem Fluch des Gesetzes niemanden ausschließt, kommt auch aus der Schrift: „Derhalben muss die Gerechtigkeit durch den Glauben kommen, auf dass sie sei aus Gnaden und die Verheißung fest bleibe allem Samen ... wie geschrieben steht: Ich habe dich gesetzt zum Vater aller Heiden, usw.“ (Röm. 4,16.17). Durch die Schrift wird auch dieser Glaube vor Anstoß bewahrt: Denn sie haben sich gestoßen an dem Stein des Anlaufens, wie geschrieben steht: Siehe da, ich lege in Zion einen Stein des Anlaufens und einen Fels der Ärgernis, und wer an ihn glaubet, der soll nicht zu Schanden werden“ Röm. 9,32 f.; Jes. 28,14.16). Aus der Schrift schöpft der unter Trübsal und Anfechtung stehende Glaube die Kraft, sich fest an die Liebe Gottes zu klammern: „Wer will uns scheiden von der Liebe Gottes? Trübsal oder Angst oder Verfolgung oder Hunger oder Blöße oder Fährlichkeit oder Schwert? Wie geschrieben steht: Um deinetwillen werden wir getötet den ganzen Tag, wir sind geachtet für Schlachtschafe. Aber in dem allen überwinden wir weit um des willen, der uns geliebet hat“ (Röm. 8,35-37).

Diese Beispiele könnten beliebig vermehrt werden. Aufgrund derselben darf man also nicht den Gegensatz aufstellen: Das Evangelium ist die Kraft Gottes, die Schrift ist toter Buchstabe. Übrigens, wer bin ich, dass ich dem Geber der Offenbarung, durch die ich selig werden soll, vorschreibe: Deine Offenbarung darfst du nicht in Buchstaben legen; wenn du das tust, dann muss deine Kraft versagen, das zu bewirken, was du dir vorgenommen hast. Unser Thema-Bekenntnis: Ich glaube, dass Jesus Christus sei mein HERR, darf gewiss nicht erweitert werden zu der Behauptung: Aber ich bin der Herr der Schrift.

2. Wenn aber die Schrift nicht toter Buchstabe, sondern dynamisches Wort Gottes ist, dann darf aus demselben Grunde auch der weitere Gegensatz nicht aufgestellt werden: „Das Wort macht frei;, der Buchstabe aber knechtet.“

Ich bringe diesen falschen Gegensatz als besonderen Teil unserer Erörterung, weil der Gehorsam, den diejenigen, die die Schrift mit Gottes Wort gleichsetzen, dem geschriebenen Wort entgegenbringen, oft falsch verstanden und ausgelegt wird. Dass man diesen Gehorsam ganz verkennt, erhellt aus der oft wiederholten Behauptung, dass der Gehorsam gegen die Schrift gesetzlicher Biblizismus ist, dass man damit an Stelle des Papstes zu Rom die Knechtschaft eines „papiernen Papsttums“ (Schreiner

u. a.) setzt, dass der freie Glaube zu einer Buchstabenreligion mit einem papiernen Papst wird.

Dieser Gegensatz besteht aber nicht (er sollte wenigstens nicht bestehen), denn der Gehorsam, zu dem die Schrift verpflichtet, ist nicht Buchstabenzwang, sondern der durch die Schrift gewirkte Gehorsam Christi. Die Stelle von dem tötenden Buchstaben, die wir oben anführten, handelt ja in seinem eigentlichen Kontext von der Freiheit vom Gesetz und vom Buchstaben des Gesetzes. Wie kam es zu dieser Freiheit? Doch nur dadurch, dass Christus den Buchstaben des tötenden Gesetzes erfüllt hat und sich töten ließ, um die tötende Wirkung des in Buchstaben niedergelegten Gesetzes aufzuheben. Der Buchstabe des Gesetzes, den die graphee enthält, verrichtet das Amt, das tötet durch den Fluch, der bis in den ewigen Tod schleudert. Für den Unglauben ist und bleibt die Schrift nicht nur toter, nicht nur knechtender, sondern tötender Buchstabe des Gesetzesfluches. Daher war für Paulus das Damaskuserlebnis nicht Anlass, diese Autorität und diesen Anspruch der Schrift zu leugnen, sondern weil ihm da die Decke des Unglaubens wie Schuppen von den Augen fiel, hat er erkannt, dass er von dem Zwang und dem Fluch des Gesetzes befreit ist durch den, der die knechtende, tötende Wirkung des Gesetzes außer Kraft gesetzt hat dadurch, dass er unter das Gesetz gestellt wurde, dass er uns erlöste von dem Fluch des Gesetzes. Daher kann er das ganze Alte Testament nomos nennen (l. Kor. 14,21; Röm. 3,10-18), aber er kann auch aus demselben nomos den Beweis führen, dass der nomos als Zwang und Fluch aufgehoben ist, sofern er, Paulus, in Christus, dem Gesetzeserfüller, ist durch den Glauben. Es gibt kein knechtendes und verdammendes Gesetz für den Gläubigen, sofern er in Christus ist. Weil das Zeremonialgesetz im Ratschlusse der Offenbarung Gottes nur Hinweis war auf den Vollender des Gesetzes, ist diese skia des Körpers abgetan, als der Logos Fleisch wurde. Das dem Menschen ins Herz geschriebene und dann auch auf Tafeln aufgeschriebene Gesetz hat auch in dem Gesetzeserfüller seinen Fluch und seinen Zwang verloren. Aber nur für den, der sich diesen Gesetzeserfüller im Glauben zu eigen macht. Der Selbstgerechtigkeit, die vor Gott durch eigene Erfüllung des Gesetzes bestehen will, predigt das Gesetz immer noch die ewige Verdammnis, es verflucht den Unglauben; es verdammt die Werke des Fleisches, die aus diesem Unglauben fließen.

Für den Gläubigen, sofern er im Glauben steht, gibt es daher auch keinen Buchstaben des Gesetzes, der ihn zwingt. Er tut den Willen Gottes aus dem Gehorsam Christi. Und diesen kindlichen, aus der Liebe fließenden Gehorsam bringt er auch den Worten entgegen, die durch Christi Geist entstanden und niedergelegt sind zu seiner Belehrung. Ich glaube an die Schrift, so wie sie lautet, nicht, weil ich muss, sondern weil ich in der Freiheit Christi sein gehorsames Kind sein und auf jedes Wort dieses Erlösers lauschen will.

Ja, die Schrift „knechtet“. Das ist auch das Amt der Schrift, weil, sie das Gesetz enthält. Aber sie knechtet und verdammt nur den Unglauben. Dieser Unglaube bekundet sich aber nicht nur in den groben Werken des Fleisches, sondern in jedem Widerspruch gegen Gottes Willen, der dem Herzen als Quelle des Unglaubens entspringt. Jeder Eigenwille, der sich nicht unter die volle Offenbarung Gottes beugen will, fällt unter das Urteil der Schrift, weil das inkarnierte Wort diesen Gehorsam zum inspirierten Wort verlangt. Den Unglauben seiner Jünger straft Jesus aus der Schrift. „0 ihr Toren und träges Herzens, zu glauben alle dem, was die Propheten geredet haben.... Und fing an von Moses und allen Propheten und legte ihnen alle Schriften aus, die von ihm gesagt waren“ (Luk. 24,25.27). Den Unglauben der Pharisäer straft Jesus mit Worten der Schrift und verlangt die Annahme seiner Person, weil die Schrift dies verlangt: „Habt ihr nie gelesen in der Schrift: Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, der ist zum Eckstein worden. Von dem HERRN ist das geschehen, und es ist wunderbarlich vor unseren Augen“ (Matth. 21, 42). Weil die Pharisäer sich diesem Wort der Schrift verschlossen, trachteten sie darnach, wie sie ihn griffen (Matth. 21, 46). Den Unglauben der Sadduzäer veurrteilt Jesus mit den Worten: „.Ihr irret und wisset die Schrift nicht, noch die Kraft Gottes. Habt. ihr nicht gelesen von der Toten Auferstehung, das euch gesagt ist von Gott?“ (Matth.22,29.31). Und dann heißt es (v.34), dass Jesus mit diesen Worten (der Schrift) den Sadduzäern „das Maul (des Unglaubens) gestopft hat“. Wie können die Brüder des reichen Mannes ihren Unglauben gestraft finden und zur Buße kommen? Antwort: „Sie haben Mose und die Propheten; lass sie dieselben hören ... hören sie Mose und die Propheten nicht, so werden sie auch nicht glauben, ob jemand von den Toten aufstände“ (Luk. 16,29.31). Wollen die Pharisäer wissen, was Gott als Sünde verdammt, so weist Jesus auf die im Gesetz niedergelegte Summe des göttlichen Willens (Matth. 22,37-40). Das „Wehe“ über den Unglauben der Pharisäer spricht Jesus aufgrund und im Namen des geschriebenen Gesetzes aus. Ja, die Schrift knechtet nur den Unglauben und jeden Unglauben.

Nur ein Beispiel, dass die Apostel es dem HERRN nachgemacht haben. Paulus bekämpft die Überhebung (hybris) des Unglaubens, der sich in den Juden als Ärgernis und in den Heiden als Torheit äußert (l. Kor. 11, 23), mit dem Hinweis auf die „göttliche Torheit (Schwachheit)“ in Christus, die „weiser und stärker ist, denn die Menschen sind“ (V. 25), „auf dass, wie geschrieben stehet, wer sich rühmet, der rühme sich des Herrn“ (1., Kor. 1,31)“. Ebenso verurteilt er die Überhebung des Menschen seinem Mitmenschen gegenüber mit dem Verweis: „Lernet, dass niemand höher von sich halte, denn geschrieben steht (über das hinaus, was geschrieben ist), auf dass sich nicht einer wider den anderen aufblase“ (l. Kor. 4,6).

Liebe Brüder, womit wollen wir heute den Unglauben bekämpfen, auch den Unglauben der falschen Lehre, wenn nicht mit der „Knechtung“ unter die Schrift? Wie hätten wir das Recht, die Werkgerechtigkeit der papistischen Lehre zu verdammen? Doch nicht, weil Menschen ein Manifest ergehen ließen, das wir die Augsburgische Konfession nennen? Wo hat Luther das Recht hergenommen, die Predigt der mittelalterlichen Kirche zu verfluchen als Nicht-Kerygma und Nicht-Evangelium? Doch nicht aus der Verkündigung der Kirche, die diese falsche Lehre predigte Woher haben wir die Autorität, ein „damnamus“ [verdammt, Anm. d. Hrsg.] auszusprechen über die reformierte Abendmahlslehre? Doch nicht, weil Luther seine Worte auf den Tisch schrieb. Was halten wir der Irrlehre der Sekten (z. B. den Jehovazeugen) entgegen, die uns in Amerika und auch hier die Schafe stehlen? Doch nicht dies, dass wir uns Lutheraner nennen und sie sich einen anderen Namen geben Woher stammt unser Zeugnis gegen den Materialismus des Kommunismus und gegen unsere ganze fleischlich eingestellte Kultur? Doch nur .daher, dass wir mit Jesus und Paulus sagen können: gegraptai. Wozu überhaupt noch Bibelstellen anführen, wenn wir nicht damit bezeugen wollen, dass die Schrift auch dazu da ist, den Unglauben, und zwar jeden Unglauben, zu „knechten“ und zu besiegen, dass die Schrift allein das Kriterium ist, zu erkennen, was vom Geist ist und was vom Fleisch ist. Ist das Knechtschaft? Ja, der Satan soll unter die Füße getreten werden, aber nicht nur, wenn er mich zum Ehebruch verleiten will, sondern auch, wenn er sagt: „Ja, hat Gott gesagt?“ Aber dieser Gehorsam, den ich der Schrift entgegenbringe, diese Kreuzigung des alten Adams nach Vorschrift der Schrift, stammt nicht aus dem Geist der knechtenden Furcht; dann wäre dieser Gehorsam selber Unglaube Dieser Gehorsam stammt aus dem Geist der Freiheit, der sagt: Abba, lieber Vater!

Nur noch -eine kurze Bemerkung: Ist es nicht gerade darum, weil die lutherische Kirche mancherorts nicht mehr Gotteswort und Schrift gleichsetzt, dass sie nicht mehr imstande ist, diesem Gehorsam Christi Folge zu leisten? Es kam dann keine Lehrzucht mehr getrieben werden. Und nur so ist es möglich, dass Grundlehren des lutherischen Bekenntnisses geleugnet werden. Uns wird dann gewöhnlich gesagt: Ja, das ist aber ein „berechtigtes Anliegen“. Warum wird nicht klipp und klar erklärt: „Das ist Unglaube“? Ist es nicht, weil wir durch die Preisgabe der Schrift alles Recht, den Unglauben zu bekämpfen, auch verloren haben?

3. Das Wort „Gehorsam“ leitet über zu einem anderen Gegensatz zwischen Wort und Schrift, der oft aufgestellt wird. Es wird behauptet: Das Wort bringt die certitudo [Gewissheit, Anm. d. Hrsg.] des geistgewirkten Glaubens; in der Schrift, wenn sie mit Gottes Wort gleichgesetzt wird, sucht man aber die securitas [Sicherheit, Anm. d. Hrsg.] menschlichen Sehens. Dieser falsche Gegensatz wird auch oft irreführend mit den Ausdrücken bezeichnet: fides divina und fides humana [göttlicher und menschlicher Glaube, Anm. d. Hrsg.].

Aber diese Gegensätze gehen von falschen Voraussetzungen aus. Es geht nämlich um die Frage der Offenbarung durch die und in der Schrift. Beiderseits will man die Offenbarung auf eine Inspiration zurückführen, die eine Wunderwirkung Gottes ist. Dies Wunder aber, sagt man, wird zu einer menschlichen Theorie, die das Wunder erklärt, auflöst, „dinghaft“, „erdgebunden“, greiflich macht, wenn man Schrift mit Wort Gottes gleichsetzt. So wird uns in der Missouri-Synode vorgeworfen: „Ihr rationalisiert das Wunder der Inspiration durch eine Theorie der Inspiration. Ihr glaubt nicht mehr, ihr demonstriert.“

Erstens will ich bekennen, dass seitens solcher, die die volle Autorität der Schrift annehmen, zuweilen Ausdrücke und Redewendungen braucht worden sind, die Anlass zu dieser Kritik geben könnten. Dies geschieht noch ab und zu von denen, die wir in Amerika Fundamentalisten nennen. Der Fundamentalismus ist jedoch eine reformierte Bewegung in Amerika und Schreiner sollte die Missouri-Synode nicht mit diesem Namen schmücken.

Zweitens wird das wunder nicht in etwas Demonstrierbares verwandelt durch diese sogenannte Inspirationstheorie. Im Gegenteil, das Wunder wird in eine höhere Potenz gesetzt, wenn es überhaupt erlaubt ist, von großen und kleinen Wundern zu reden.

Drittens, was ist eine Inspirations t h e o r i e ? Wenn man die Behauptung derer eine Theorie nennt, die, glauben, dass die Schrift einerseits von Menschen geschrieben ist, dass aber dieses verbum humanum [menschliche Wort, Anm. d. Hrsg.] durch das Wunder der Inspiration das unfehlbare Wort Gottes ist, wie steht es mit denen, die die Irrtumslosigkeit der Schrift leugnen? Vertreten sie keine Theorie mit ihrer Behauptung, wie die Schrift zustande gekommen ist? Doch, gerade sie vertreten eine Theorie. Ihre Theorie lautet: „Die Inspiration der Autoren geschah durch Zusammenwirken des göttlichen und menschlichen Geistes, und zwar so, dass Gottes Geist den Menschengeist nur teilweise beeinflusste, so dass menschliche Fehler und Irrtümer in diesem Produkt nicht ausgeschlossen sind.“

Da diese letztere Theorie oft mit dem Wort begründet wird: „Wir haben aber solchen Schatz in irdenen Gefäßen“ (2. Kor. 4,7), sei es mir erlaubt, diese zwei „Theorien“ an der Hand dieses Gleichnisses einander gegenüberzustellen, obgleich diese Stelle gar nicht von der Schrift und der Inspiration handelt.

Als Gott sich anschickte, seinen heiligen und gnädigen Willen in permanenter Form kundzutun, goss er das reine, wahre Wasser seiner Offenbarung in einen Krug.

Dieser Krug, erklärt nun die eine „Theorie“, war kein perfektes Medium. In demselben waren böse Risse, so dass viel des eingegossenen Wassers überhaupt nicht festgehalten wurde, sondern ab-und weglief. Ferner: In dem Krug des menschlichen Mediums war auch viel Schmutz und Dreck, so dass das reine Wasser getrübt und unrein wurde. Der Krug enthält nur noch zum Teil das reine Wasser, aber es muss wieder von Menschen filtriert werden. Das ist die eine „Theorie“.

Die andere sagt: Ja, der Krug war rissig und dreckig, aber als Gott sein reines Wasser hineingoss, bewirkte er, dass der Krug für seinen Zweck wasserdicht war und dass keine Mischung mit dem Schmutz stattfand. Anders ausgedrückt: Gott ließ sich nicht dadurch hindern, sein Wort der vollen Wahrheit an den Menschen zu bringen, weil ihm unvollkommene Media zu Gebote standen, sondern er setzte es durch, was er sich vorgenommen hatte: seine Wahrheit unverkürzt und unverfälscht, trotz der Mängel der Media, den Menschen zu vermitteln.

Also bitte, man wolle nicht mehr sagen, dass es nur auf der einen Seite eine „Theorie“ der Inspiration gibt, wenn es überhaupt erlaubt sein soll, Schriftlehre, d.i. das Nachsagen dessen:, was die Schrift von sich selbst bezeugt, ebenfalls als Theorie zu bezeichnen.

Es wird nun eingewendet: Um diese „Theorie“ des, reinen Wassers festzuhalten, muss der Schrift durch Harmonisierung Gewalt angetan werden, eine Harmonisierung auf die Schrift angewendet werden, die sich in menschlicher und nicht göttlicher Logik bewegt. Die nach dem menschlichen Rechenexempel verfährt: zwei mal zwei ist vier.

Wieder frage ich, kommt es nur bei e i n e r „Theorie“ zu diesem „Harmonisieren“? Doch ganz entschieden nicht. Was ist der Unterschied?

Gehen wir aus von dem Anspruch der Schrift: „So spricht der Herr.“ Erkenne ich diesen Anspruch an, lasse ich ihn stehen, wie er lautet, dann liegt mir ob, alles, was so gesprochen ist, als wahr und gültig anzunehmen. Ich muss also zu erkennen suchen, wie die einzelnen Worte dieses Wortes miteinander im Einklang stehen.

Die Aufgabe ist vielgestaltig. Hierhin gehören: Die Frage nach dem Urtext mit allem, was damit in der Textkritik zusammenhängt; die Zitate des Alten Testaments im Neuen Testament; die sachlichen und logischen Aussagen von Spruch und Spruch, die sich scheinbar nicht miteinander reimen wollen; der Vergleich der biblischen und der säkularen Geschichte; die biblischen Angaben und die Erkenntnisse der Wissenschaft auf allen Gebieten; die angebliche rohe und anstößige Sprache besonders im Alten Testament; die Rachepsalmen; die isagogischen Fragen, die Kanonfrage usw.

Welchen Spott hat man nicht auf das Harmonisieren dieser angeblichen Widersprüche ausgegossen! Ich will bekennen, dass es allerdings Erklärungen der Schrift gegeben hat, die nicht Stich halten, ja, die zuweilen in ihrer Beweisführung. grotesk wirken. Ich will ferner gerne zugeben, das diese Harmonisierung nicht glatt und leicht vor sich geht. Auf viele Fragen muss ich ganz ehrlich sagen: nescio, ich verstehe das noch nicht.

Aber ich will jetzt nicht darauf eingehen, wie viele dieser Probleme sich lösen lassen und wie viele noch ungelöst bleiben müssen., Das ist und bleibt die Aufgabe des Bibelstudiums.

Ich möchte aber die grundsätzliche Frage aufwerfen: Kommt es nur bei der „reinen-Wasser-Theorie“ zu einer Harmonisierung? Was tun die Vertreter der anderen „Theorie“ mit dem Satz: „So, spricht der Herr“? Nicht wahr, man h a r m o n i s i e r t ihn. D.h. hier: Man nivelliert ihn mit den eigenen Vorstellungen von dem, was die Schrift sein soll. Ja, hier wird mit e i n e m (zwar nur einem), aber mit einem großen Schlage a 11 es in der Schrift harmonisiert. Womit? Nun doch mit der securitas menschlichen Denkens und nicht mit der certitudo des Glaubens. Weil man menschlich gewiss ist, dass die Worte: „So spricht der, Herr“ nicht wortwörtlich wahr sind, werden alle Aussagen der Schrift, die man nicht aufgrund menschlicher Forschung versteht, oder die man auch ohne Grund gegeneinander ausspielt, harmonisiert und nivelliert mit der Theorie der imperfekten Media der Offenbarung. Nachdem man die Aussagen der Schrift an diesem Maßstab gemessen hat, kann man dann endlich sagen: Dies ist reines Wasser, weil ich den Schmutz beseitigt habe.

Hier entsteht die weitere Frage: Verlangt die Annahme von reinem Wasser im rissigen und schmutzigen Gefäß ein sacrificium intellectus? Die Antwort ist einerseits: „nein“. Die Offenbarung Gottes ist nicht irrational in dem Sinne, dass ich nicht mehr in irdischen Sachen von eins bis zehn zählen darf, wenn die Schrift Zahlen angibt. Aber wie viele Fehler hat man nicht schon gemacht im Namen des menschlichen intellectus in der Beurteilung der Schrift Wie viele Seiten biblischer Geschichte hat man z. B. nicht aus der Schrift geschieden, eben, weil der Stand der damaligen geschichtlichen Wissenschaft diese Angaben der Schrift nicht anerkennen konnte -um sie später aus dem Papierkorb der Legende oder des Mythos wieder herauszuholen und in der Schrift als erwiesene Geschichte wieder einzukleistern!

Und doch gebe ich alles menschliche Denken preis in der Erkenntnis der in der Schrift bezeugten Wahrheit, durch die ich selig werde. Der Glaube ist eben irrational in dem Sinne, dass er sich nicht selbst beweisen oder demonstrieren kann. Das sacrificium intellectus des Glaubens, ist ein Brandopfer, das mich in meinem ganzen Denken und Fühlen verzehrt, aber es ist auch ein Dankopfer; denn dankend nehme ich alles hin, was Gott mir in der Schrift offenbart, damit ich ihn und seine Gnade in Christus erkenne. Was ich da wissen oder nicht wissen soll als zu meiner Seligkeit nötig, welche Grenze und welches Maß der göttlichen Offenbarung zukommt, das zu bestimmen überlasse ich ihm.

Worum geht es letzten Endes? Man möchte z.B. die „Lasterkapitel“ des Alten Testaments aus der Schrift als Gotteswort entfernen, weil sie dem heutigen Christen Anfechtungen bereiten. Liebe Brüder, stecke ich meine Hand in meinen Busen aus Fleisch und Blut, was ist mir immer noch der größte „Anstoß“ der Schrift? Antwort. Joh. 3,16. Da kommt mir immer noch die Anfechtung: Ja, sollte Gott gesagt haben?

Also um diesen Teil zusammenzufassen: Es ist ein falscher Gegensatz wenn behauptet wird: „Das Wort bewirkt die certitudo des Glaubens: Wenn ich die Schrift mit Gottes Wort identifiziere, verlange ich eine securitas des Sehens.“ Diese Gegenüberstellung ist nicht berechtigt. Denn sie löst nicht das grundsätzliche Problem, dass ich nicht mehr weiß: Ist das Esaus oder Jakobs Stimme, die ich vernehme? Genauer: Redet hier der Mensch mit sich selbst oder Gott der HERR mit dem Menschen?

II. Analogie

Wir gehen nun über zu der zweiten aufgestellten Hauptthese: Das Verhältnis vom Wort zum Wort ist das einer Analogie. Und zwar gibt es ein rechtes und ein falsches Analogieverhältnis vom Wort zum Wort.

Was hier zu sagen wäre, ist zum Teil schon im ersten Teil zu Worte gekommen. Es gilt nur noch das Positive des oben e contrario Gesagten herauszustellen. Daher kann dieser Teil bedeutend kürzer sein.

A. Falsche Analogie

Ich erwähne nur einen Vergleich zwischen Wort und Wort, der auf einer falschen Analogie beruht, nämlich: die menschliche Seite der Schrift ist analog der menschlichen Natur des logos ensarkos.

Dass diese Analogie in einem gewissen Sinne zu Recht besteht, wird keiner bestreiten. Der ewige Logos wurde wirklicher Mensch, ein Mensch wie alle Menschen, und daher auch ein Mensch wie die Autoren der Schrift.

Aber der Fehler, der in dieser Analogie liegt, besteht nicht so sehr in den Bindestrichen dieser Gleichung, als darin, dass auf beiden Seiten der Bindestriche falsche Begriffe liegen. Wenn „A“ mit falschen Begriffen belastet ist, dann kann der Schluß: „A“ ist gleich „B“, nicht angenommen werden, besonders wenn auch „B“ mit Falschem befrachtet ist.

Dieser Vergleich berührt sich direkt mit dem Hauptthema unserer Tagung: Ich glaube, dass Jesus Christus mein Herr ist. Wer und was ist Jesus Christus? Die Antwort ist zum Teil: Er ist wahrer Mensch. Um die Schrift nun teilweise als hinfälliges, imperfektes Menschenwort zu bezeichnen, wird auf die wahre Menschheit Jesu hingewiesen. Die Schrift für irrtumsloses Gotteswort zu halten, heiße daher die Inkarnation nicht voll anzuerkennen und somit einem Doketismus zu verfallen. Bis ins Kittelsche Wörterbuch (s. v. logos), bis Schreiner (1953) hört man den Mahn'ruf: „Man muss die Inkarnation doch ernst nehmen.“ So auch Heinrich Vogel: „Wie sollte das Wort [der Schrift] nicht seine [Jesu] Gestalt haben?“6 Und Inkarnation, sagt man, muss einschließen: Jesus war irrtumsfähig und hat sich in menschlichen Sachen geirrt, sonst hat man in Jesus nur Gott in einem Scheinleib Vogel: „Das menschliche Denken dessen; in dem Gott einer von uns wurde, ist als das mit dem Worte Gottes geeinte Denken dem Gesetz menschlichen Denkens unterworfen.“7 Daher darf man auch das menschliche Wort der Schrift nicht vergöttlichen.

Ich frage, nun zuerst: Auf welche Gebiete erstreckt sich dieses menschliche Irren des logos ensarkos? Darin ist man sich nicht ganz einig. Meistens sind es harmlose Fehler, sagt man, denn Fehler und Sünde sind doch nicht synonym.

So wird Jesus in seinem Denken als zeitgebunden in seiner unvollkommenen Geschichtskenntnis dargestellt. Er bezeichnet Begebenheiten als geschichtlich, die man zur Zeit als geschichtliche Geschehnisse verstand, z. B. Jona, die Königin vom Osten, ja alles im Alten Testament wird von ihm als geschichtliche Tatsache verwertet. Wenn Jesus heute lebte, würde er nicht so reden, denn jetzt hat die Geschichtsforschung erwiesen, dass die Geschichte des Alten Testamentes vielfach Legende, Fabel, Mythos ist. Ebenso ist Jesus nicht über das damalige Wissen bezüglich der Entstehung des Alten Testamentes hinausgekommen. Er konnte noch sagen: „Mose sagt“ und „Jesaja sagt“. Jetzt könnte die wissenschaftliche Isagogik ihn

6

Christologie“, 1. Band. München 1949, S. 375 7

ebenda, S. 335

eines Besseren belehren. Ob er selber es besser wusste oder ob er sich nur den irrigen Vorstellungen seiner Zeit anbequemte, macht im Grunde nichts aus. -Diese Irrtümer sind aber nicht gefährlich, sagt man; sie entkräften und negieren die eigentliche Botschaft der Offenbarung nicht. Die Wahrheit Gottes besteht trotz dieser technischen Missgriffe. Was er über Gott und Gottes heiligen und gnädigen Willen zu sagen hat, ist nicht mit menschlichem, Irrtum behaftet, sondern. Offenbarung aus dem Herzen des Vaters.

Dass man bei einer solchen Beurteilung des Wissens Jesu als harmlose Unwissenheit nicht stehen zu bleiben braucht, ergibt sich von selbst. Die Leugnung des absoluten Wahrheitsanspruches a 11 e r Worte Jesu darf jeder dann weiter folgern. Das tut z. B.-Vogel, wenn er von dem Denken Jesu sagt, dass „dessen Gedanken, Worte und Wahrheitssätze als solche doch nicht das Wort und die Wahrheit“ sind.8 Also nicht nur in technischen Sachen ist Jesus im Irrtum, seine Worte als solche sind noch nicht die Wahrheit. Da geht die Wahrheit auf in dem Nebel des Mystizismus. Da wird aus der Inkarnation ein „Logotheismus“ (Baillie)9, der weiter nichts ist als Schwärmerei. Das ist doch der gröbste Doketismus. Aber warum nicht? Wer darf Vogel diesen Schluss verwehren, wenn man einen irrtumsfähigen Jesus postulieren kann?

Und endlich, wer darf Eduard v. Hartmann den nächsten Schritt verbieten: Irrtum ist nicht gleichgültig und harmlos; Irrtum kann gefährlich sein. Weil Jesus nicht vor Irrtum geschützt war, war seine Lehre gefährlich. Denn, sagt Hartmann in „Christentum des Neuen Testaments“10: „Jesus war ein Mensch ... von einer zwar immerhin ungewöhnlichen geistigen Begabung, aber auch voll gefährlicher Irrtümer und eingreifender, menschlicher Schwäche (z. B. Missachtung der Arbeit, des Eigentums, der Familienpflichten).“

Zu einer solchen Lästerung unseres HERRN und der Schrift gibt sich gewiss keiner unter uns her. Aber wer kann Lästermäuler stopfen, wenn man ausgeht von dem Grundsatz: „Die Fleischwerdung Jesu muss man ernst nehmen; Jesus war irrtumsfähig, und daher ist die Schrift auch irrtumsfähig“?

Einen irrtumsfähigen, Mensch gewordenen Logos bezeugt nämlich die Schrift nicht. Am wenigsten macht Jesus selber den Unterschied zwischen seinen Worten, die nur menschlichem Denken entspringen, und solchen Worten, die das Wort Gottes

8

ebenda, s. 340 9

D.N. Baille, „God was in Christ“, 1948. (New York: Charles Scribener’s Sons) p. 53. 10

bei von Hartmann a.a.O., S. 317

sind. Auf die Frage der Pharisäer: „Wer bist du?“ sagte er: „Erstlich der, der ich mit euch rede. Ich habe viel von euch zu reden und zu richten, aber der mich gesandt hat, ist wahrhaftig, und was ich von ihm gehört habe, das rede ich vor der Welt“, Joh. 8,25.26. „Nun aber suchet ihr, mich zu töten, einen solchen Menschen, der ich euch die Wahrheit gesagt habe, die ich von Gott gehöret habe; das hat Abraham nicht getan“, Joh. 8,40. Und noch einmal: „Wer aber mich nicht liebet, der hält meine Worte nicht. Und das Wort, das ihr höret, ist nicht mein, sondern des Vaters, der mich gesandt hat... Der heilige Geist ... wird’s euch alles lehren und euch erinnern alles des, das ich euch gesagt habe“, Joh. 14,24.26.

Vogel wäre vor seiner falschen Auffassung der Menschwerdung bewahrt worden, wenn er konsequent geblieben wäre. Von der leiblichen Existenz Jesu sagt er ganz richtig: „Als die Menschheit dessen in dem Gott einer von uns ward, ist sie die Menschheit eines in leiblicher Gestaltwirklichkei.t existierenden, den Bedürfnissen und Verrichtungen des Leibes unterworfenen, leiblich geborenen, gekreuzigten und leiblich auferstandenen Menschen, so aber, dass der Gebrauch seines Leibes durch das Werk, dem er dient, bestimmt ist“11 . Wenn er aber von dem menschlich denkenden Jesus redet, unterschlägt er die sehr wichtigen Worte. „... so aber, dass der Gebrauch seines Geistes und Intellekts durch das Werk, dem er dient, bestimmt ist.“

Bleiben wir hier einmal bei diesem übersehenen wichtigen Gedanken, ohne die ganze Tiefe des Geheimnisses der unio personalis zu behandeln. Jedenfalls sind die getrennten Erfordernisse der beiden Stände zu beachten. Im Stande der Erniedrigung an unserer Statt haben wir es bei allem, was hier vorhanden ist und vor sich geht, ausschließlich mit „Dienstgebrauch“ zu unserem Heil zu tun. Was von Jesus als Propheten im ersten Referat erwähnt wurde, müsste hier wiederholt werden, um dies weiter auszuführen. War es da zu dem Werk unserer Seligkeit nötig, dass er in den Tagen seines Fleisches wusste, wann der Jüngste Tag kommt? Zu unserer Bewahrung zur Seligkeit ist es uns aber allerdings hochwichtig, dass er bei Matthäus, Kap. 25, weiß und uns sagt, was er am Jüngsten Tage sagen wird: „Ererbet das Reich; gehet hin in das ewige Feuer!“

Die Analogie: „die menschliche gelte der Schrift ist wie die menschliche Natur Jesu; beide sind menschlichen Irrtümern nicht enthoben“, gilt also nicht. Denn „A“ ist nicht gleich „B“, weil „A“ an sich nicht wahr ist. Ob die Schrift Irrtümer enthält, ist eine Frage, die sich gar nicht mit der Menschwerdung deckt.

Nur insofern besteht diese Analogie zu Recht: Wie Jesus wirklich wahrer Mensch ist, so sind die Autoren der Schrift ganz menschlich, nicht tote Maschinen, nicht

bei Vogel, a.a.O., S. 317

Automata, sondern redende, denkende Menschen, verschieden im Temperament, Stil, Vokabular, usw. Aber dass diese Menschen Gottes Wort mit ihren Worten. reden, das ist das Wunder der Inspiration, der Inverbation. Dass der ewige Logos Mensch wurde und als Mensch uns Gott offenbart und uns mit Gott versöhnt, das ist das Wunder der Inkarnation.

Ich hätte hier noch andere falsche Analogien erwähnen können, die aber der Sache nach auf dasselbe hinauslaufen. So wird z.B. auch gesagt: „Wir haben es doch mit einer theologia crucis zu tun. Jesus und die Schrift stehen unter dem Zeichen des Kreuzes.“ Oder: „In Jesus begegnet uns die Offenbarung als Enthüllung und auch als Verhüllung, darum wird auch in der Verhüllung des Buchstabens das Wort enthüllt; das Wort (Singular) verhüllt sich in Worte (Plural).“ Diese und ähnliche Behauptungen enthalten dieselben Halbwahrheiten, die dem Satz zu Grunde liegen: „die Schrift hat eine menschliche Seite, so wie Jesus Mensch war“, und erfahren von dem bereits Gesagten her ihre Berichtigung.

B. Rechte Analogie

Die rechte Analogie besteht darin, dass der logos ensarkos und der logos graptos das Wort der Offenbarung Gottes sind. Daher kann dieselbe Vokabel dienen, um diese zwei Offenbarungsakte Gottes zu bezeichnen. Gott redet (und „was er spricht, das geschieht“) redet in seinem Sohne und in der Schrift, und er redet das, was zu unserer Seligkeit nötig ist. Und als Akte göttlicher Offenbarung stehen sie in einem Verhältnis zueinander, dem im Grunde keine Analogie menschlichen Denkens entspricht. Verbum Dei ist eben nicht verbum hominum, es bleibt als verbum humanum verbum Dei. Wir müssen uns daher auch vorsehen, dass wir dieses Gotteswort nicht auflösen, wie wir z. B. einen Tropfen Wasser in seine zwei Elemente auflösen. Nehmen wird den Mensch gewordenen Logos aus der Schrift als dessen Urheber und dessen Inhalt und lebengebende Kraft, dann haben wir beide verloren. Versuchen wir, einen logos ensarkos uns vorzustellen außerhalb des Zeugnisses der Schrift, dann haben wir wieder geschieden, was Gott zusammengefügt hat.

Inwiefern redet Gott zu unserer Seligkeit in dem logos ensarkos und dem logos graptos?

In der Fleischwerdung redet Gott, um den ewigen Ratschluss seiner Liebe an dem von ihm bestimmten kairos und auf die von ihm bestimmte Weise auszuführen.

Gott redet vor und nach der Fleischwerdung in dem von Menschen gesprochenen und geschriebenen Wort in der von ihm bestimmten Weise, um den Menschen die Kunde dieses Heilrates und dieser Heilserfüllung zu bringen und sie durch die Kraft dieses Wortes zum Glauben an das von ihm gestiftete Heil zu bringen.

Es steht uns in beiden Fällen nicht an, zu fragen: Warum redete Gott so und nicht anders? .Fragen wir erstens bezüglich der Inkarnation mit Anselm: „Cur deus homo?“ um damit aus menschlicher Logik zu beweisen, dass Gott so handeln musste, dann kommen wir in Gefahr, sein zu wollen wie Gott, und wir geraten in das Dilemma, auf welches Vogel hinweist12: „Konnte Gott sich nicht anders offenbaren, bzw. nicht anders den gefallenen Menschen erlösen als in solcher Ohnmacht, Todesschande und Todesschuld, dann erscheint seine Allmacht aufgehoben! Wollte er aber sein Werk nicht anders als unter solchen Leiden vollbringen, dann erscheint seine Weisheit in Frage gestellt. Die Preisgabe des Unschuldigen gar an Stelle der Schuldigen, die Verfluchung des Heiligen scheint nicht seine Gerechtigkeit, sondern seine Ungerechtigkeit zu offenbaren1 Was wollen wir antworten?“

Luther hat die rechte Antwort, wenn er uns zu Joh. 1, 14 warnend zuruft: „Darüber sollen wir nicht viel disputieren , ob’s Gottes Schande oder Ehre sei, das Gott ist Mensch worden, ja, ich soll’s von Herzen gerne annehmen, denn es ist mir zu gut und zu Trost geschehen, und soll Gott von Herzen darum danken“ (WA 46,634,32 ff.; EA 46, 17; W2 VII, 1661 § 271).

Diese Analogie ist übertragbar auf das geschriebene Wort, weil darin Gott uns das mysteerion tou euaggelou (Eph. 6,20) offenbart. Gott hätte es einen Menschen reden lassen können. Er hätte es in einem Stil und Vokabular schreiben lassen können. Er hätte es diktieren können. Er hätte es überhaupt nicht schreiben lassen brauchen, sondern von Zeit zu Zeit uns diese Botschaft durch Engel bringen können. Aber darf ich fragen: Cur Logos graptos? [Warum wurde das Wort Schrift? Anm. d. Hrsg.] Denn wie nach Gottes Ratschluss es außerhalb des Mensch gewordenen Logos keine Seligkeit gibt, so gibt es keinen Logos außerhalb der Schrift.

Von der Verkündigung des Evangeliums durch die Apostel sagt daher ganz zutreffend Dr. Hugo Odeberg13: „Alles, was das Evangelium enthält, ist etwas, was ‚nach der Schrift’ geschehen ist.“ Als Beispiel weist er auf 1. Kor. 15 und sagt weiter:

l. Kor. 15, 1-11 gibt Paulus eine zusammenfassende Darstellung davon, wie man das Evangelium verkündigt ... Aber jeder grundlegende Punkt in dem elementaren Unterricht vom Evangelium enthält die Worte, die als das Wesentliche beständig

12

a.a.O., S. 178 f. 13

„Christus und die Schrift“, 3. Aufl., schwedisch, Jöngköping, 1950. vgl. deutsch „Lutherischer Rundblick“, Nr. 11/12, 1953, S. 10

wiederholt werden: ‚nach der Schrift’... Dass all dieses nach der Schrift geschah, gehört zu den eigentlichen Hauptstücken des Evangeliums.“

Stellen wir fest:

1.     Die Analogie besteht also darin: „Im Wort redet Gott“ Ich weiß kein Mittel, wie ich aus der Macht der Sünde befreit werde, wie ich dem Fluch Gottes, der auf der Sünde ruht, entfliehe, wie ich einen gnädigen Gott finde; Gott redet in der Menschwerdung des Logos, der mir wieder den Zugang zur Gemeinschaft mit Gott ermöglicht durch alles, was er ist, sagt, tut und leidet. Ich weiß nichts Authentisches von der Bedeutung dieses Mensch gewordenen Logos; Gott redet in der Schrift in menschlichen Worten, die sein Wort sind, mir als Unterweisung zur Seligkeit gegeben, redet so, dass er mir den Fleischgewordenen bringt und zueignet.

2.     Ohne das Wort der Schrift höre ich nicht Gott in seinem Sohne reden. George Tyrrell14 sagt in diesem Zusammenhang von Adolf von Harnack, um e contrario die Wahrheit zu illustrieren, dass das Wort nur im Wort erkannt wird: „Der Christus, den Harnack erkennt, indem er durch 19 Jahrhunderte katholischer Finsternis zurückschaut, ist nur der Widerschein (reflection) eines liberalen protestantischen Gesichtes, das er auf dem Boden eines tiefen Brunnens erblickt.“

2.     Ferner: Wenn Gott redet, dann redet er nicht leere Vokabeln, sondern T a t worte. Es ergibt sich also diese zweite Analogie: Wie der fleischgewordene Logos nicht hinfälliges, ohnmächtiges, vom Tode zunichte gemachtes Wort in Menschengestalt ist, so ist das von seinem Geiste eingehauchte, von Menschen geredete und geschriebene Wort nicht leerer, verhallender Schall oder toter Buchstabe, sondern die Kraft Gottes, die den seligmachenden Glauben bewirkt und erhält.15

Dass das fleischgewordene Wort seinen von Gott gesetzten Zweck erfüllte, hören wir in dem Siegesschrei vom Kreuz: „Es ist vollbracht“, und bekennt die Kirche, wenn sie sagt: auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel usw.

Ebenso redet Gott in der Schrift nicht nur, um uns Kunde von diesem erfüllten Wort zu geben, sondern er macht durch die Kraft seines Heiligen Geistes, der durch

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„Christianity at the Cross Roads“: „The Christ that Harnack sees, looking back through nineteen centuries of Catholic darkness, is only the reflection of a liberal Protestant face, seen at the bottom of a deep well“ [bei Baille, a.a.O., p. 40]

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Dass es keinen Wechsel der Stände, keinen Stand erst der Erniedrigung, darnach der Erhöhung, beim l o gos graptos gibt,seinebenbeibemerkt.DieErniedrigung an unserer Statt isteinHapaxdes Logos ensarkos.

diese Worte wirkt, das Wort von der Vorsehung dem Menschen hörbar, indem er das taube Ohr öffnet, und die pervertierte Vernunft vernehmend macht. „Die Worte, die ich rede [und die Gott uns in der Schrift erhalten hat], die sind Geist und Leben“ (Joh. 6,63). Dies gilt von allen Worten, die Gott so geredet hat Ich erinnere noch einmal an die Emmausjünger. Was geschah, als Jesus sich ihnen aus der Schrift zu erkennen gab? Sie sagten: „Brannte nicht unser Herz in uns, da er mit uns redete, auf dem Wege, als er uns die Schrift öffnete?“ (Luk. 24,32). Das Wort der Schrift zündet, es brennt ins Herz. In ihrer Verkündigung sind die Apostel ebenso überzeugt von dem Feuer des Wortes. Ich zitiere hier wieder Odeberg: „Man würde erwarten, dass sie (die Apostel) viel von ihren wunderbaren Erlebnissen reden würden. Es war ja in der Tat etwas Einzigartiges, was sie erlebt hatten. Aber wie Christus, als er die Bedeutung der Auferstehung erklären wollte, nicht von seiner eigenen Erfahrung redet, sondern davon, was die Schrift sagt, so nehmen auch sie ihren Ausgangspunkt von der Schrift. Die Verkündigung von Christus n a c h seiner Auferstehung und seinem Hingang entspricht der Verkündigung von ihm v o r seinem Kommen auf die Erde (cf. Apostelgeschichte).16 Philippus z. B. sagt dem Kämmerer nicht: „Lege doch diese alte, tote Schrift beiseite und höre etwas Neues, das ich erlebt habe und dir verkündigen will“, sondern er predigt Christus aus der Schrift. Paulus vor Festus gründet seine „Hoffnung zu Gott“, .die Auferstehung der Toten, beide, der Gerechten und der Ungerechten» nicht auf eine neue Verkündigung, sondern „weil ich glaube allem, was geschrieben steht im Gesetz und in den Propheten“, Apg. 24,14. 15. Dass die Schrift sich selbst dies Zeugnis eines lebendigen Wortes gibt, muss jedem Leser klar sein.

3. Gott redet im Mensch gewordenen Logos und in der Schrift ein Wort, das nicht von allen vernommen, gehört und angenommen wird. Dies ergibt die letzte Analogie, die ich erwähnen möchte. Wie der Mensch den logos ensarkos nur im Glauben seinen HERRN nennen kann, so ist das geschriebene Wort als die Kraft Gottes nur annehmbar als Glaubensartikel.

Die Kirche bekennt: Ich g 1 a u b e, dass Jesus Christus mein HERR ist. Dies Bekenntnis legt die Kirche also nur deswegen ab, weil sie die Gemeinschaft der Gläubigen ist. Damit hat jeder Bekennende seinem eigenen Herrschaftsanspruch entsagt, der immer in die Erzsünde ausläuft, dass, der Mensch beansprucht, sein zu wollen wie Gott. Weil der Gläubige seinen Widerspruch gegen Gott in Jesus Christus als aufgehoben erkennt, ist ihm dies fleischgewordene Wort kein Widerspruch mehr. Die von ihm „gedachten und gedichteten, spekulierten oder postulierten Gottesbilder und Gottesbegriffe“ (Vogel, S. 196) verschwinden wie der Nebel. „Indem Gott sich

Vgl. auch „Lutherischer Rundblick“, 1953, Nr. 9/10, S. 10.

als den HERRN des Widerspruches mitten im Widerspruch offenbart, offenbart er sich als die einige, einfache Wahrheit, in der kein Widerspruch ist“ (Vogel, S. 197).

Diesen Glauben an das Wort, das Gott im Mensch gewordenen Logos mich hat hören lassen, kann ich nicht logisch oder begrifflich demonstrieren, selbst wenn ich einen Tonfilm des ganzen Lebens und Wirkens dieses Logos hätte.

Ebenso. glaube ich an das Wort, das Gott mich in der Schrift hören lässt. Ich glaube nicht an erster Stelle, dass dies Wort Gottes Wahrheit ist, weil ich beweisen kann, dass es keine sachlichen oder logischen Widersprüche enthält. Ich glaube, dass diese Worte und „Wörter“ Gottes Wahrheit sind, weil sie ihre Kraft mir in meinem Glauben erwiesen haben und weil ich von diesem Glauben lebe.

Dies mag als Zirkelschluss erscheinen: Ich glaube an Jesus Christus, weil ich der Schrift glaube; ich glaube an die Schrift, weil ich an Jesus Christus glaube. Aber ich empfinde dies nicht als circulus vitiosus. Dieser Zirkel besteht nur, weil er um e i n Zentrum kreist. In dem Mittelpunkt steht mein Heiland; die Linien, die von diesem Zentrum in den Worten der Schrift ausgehen, bilden und erhalten diesen Kreis an dem mein Glaube haftet. Ohne dieses Zentrum gibt es keinen Zirkel des Glaubens, ohne die Linien verfehle ich das Zentrum.

So drückt unsere Themaformulierung einen der wichtigsten Bekenntnisartikel der christlichen Kirche aus: Ich glaube an das Wort im Wort.

Möge Gott seiner Kirche Gnade geben, dass sie in beiden, im Logos ensarkos und im logos graptos, den die gesamte Verkündigung nur weitergibt, entfaltet, Gott reden hört und in Glaubensmut sagt: „Rede, Herr, denn dein Knecht hört.“17

„Siehe, ich komme bald, und selig ist, der da hält die Worte der Weissagung in diesem Buche [V. 9 ‚die Worte dieses Buches’]“, Offb. 22,7.

Neben der dem kai in 2. Kor. 5,19 entnommenen g r u n d l e g e n d e n Darstellungsweise der Offenbarung Gottes im Fleisch u n d im Wort ist auch einer Zusammenschau innerhalb des 1 o g o s g r aptos ihrRechtzubelassen:Christus selbst istes(l.Petr.1,11;2.Kor.13,3),derdurchden Heiligen Geist darin redet und so sein Heil, ja s i c h s e 1 b s t als Seligmacher bringt. Dies betont Luthers bekannte Wendung, vom reinen Evangelium ausgesagt. „ubi … Christus Christum purissime docet“. (vgl „Lutherischer Rundblick“, 1954, S. 78; „Luth. Blätter“, 1952, Nr. 28, S. 15 f.).

ZEICHEN DER ZEIT

Aktuelles:

Schöpfung oder Evolution? Da in diesem Jahr der 200. Geburtstag des Begründers der modernen Evolutionstheorie, Charles Darwin, gefeiert wird, ist dies in vielen weltlichen, oftmals dezidiert antichristlich gestimmten, Kreisen Anlass, sich vehement gegen die Lehre von der Schöpfung zu äußern, wie es etwa ‚Financial Times’ im Blick auf die Christliche Bekenntnisschule in Berlin tat, mehr allgemein auf christliche Schulen die ‚Süddeutsche Zeitung’. Dass es dabei aber gerade auch um eine wissenschaftliche Debatte geht, wird von den Evolutionisten zumeist vehement geleugnet. Hingewiesen sei auf die Filme „Hat die Bibel doch recht?“ und „So entstand die Welt“, in denen Naturwissenschaftler (im ersten vor allem Siegfried Scherer, im zweiten Arthur Ernest Wilder Smith) wissenschaftliche Begründungen für die Schöpfung anführen. Im Zusammenhang mit der Debatte haben in den Niederlanden 30 christliche Organisationen, die sich zu der Verbindung „Bibel und Bildung“ zusammengefunden haben, das Büchlein „Evolution oder Schöpfung – was glaubst du?“ herausgegeben, das in einer Anzahl von 6,6 Millionen erscheinen und in jeden Haushalt in den Niederlanden verteilt werden soll. Es ist leider typisch, dass sich die den Landeskirchen in der Bundesrepublik Deutschland vergleichbare „Protestantische Kirche in den Niederlanden“ dagegen aussprach und das Sechstagewerk der Schöpfung leugnet. (nach: pro 08/2009, S. 11)

Tabor jetzt Hochschule: Das Theologische Seminar Tabor in Marburg/Lahn ist seit dem 18.02.2009 „Evangelische Hochschule Tabor“, vom Wissenschaftsrat und Staat entsprechend anerkannt nach einer Änderung des Forschungskonzeptes. Die geistliche Ausrichtung dieser wie der beiden anderen im CTL-Verbund zusammengeschlossenen Bibelschulen ist aber aufgrund deren Verbindung mit einer weltlichen Universität in Großbritannien und der Öffnung für die historisch-kritische Methode zumindest umstritten. (nach: pro 08/2009, S. 18)

Aus dem Luthertum:

Schwedische Kirche will Homosexuellen-„Heirat“ akzeptieren: Die Schwedische Kirche hat eine neue „Trauagende“ entworfen, in der es weder das Wort „Ehe“ noch die Begriffe „Mann“ und „Frau“ gibt. Die Formulierung „Ihr habt nun die Ehe geschlossen“ wird ersetzt durch „Ihr seid nun Eheleute“. Und die alte Erklärung „Die Ehe ist eine Gabe Gottes, gestiftet zur Aufrechterhaltung der Gesellschaft“ wird ersetzt durch „Die Liebe hat ihren Ursprung in Gott. Die Fähigkeit zu lieben ist eine Gabe Gottes an den Menschen“. Diese „Agende“ soll für alle Verbindungen gelten, es sei nun die Eheschließung von Mann und Frau oder die Segnung homosexuellen Zusammenlebens. Erzbischof Anders Weyjryd meinte dazu, dass die Kirchenversammlung die Heirat Homosexueller in der Kirche akzeptieren werde: „Wenn der Staat bestimmt, dass Ehe – was ja ein gesetzlich gültiger Bund bedeutet – auch für ein Paar gleichen Geschlechts gilt, so glaube ich, dass die Schwedische Kirche dem Recht fremd ist, um eine eigene Definition zu haben.“ (nach: Brüdern-Rundbrief. Febr.-April 2009, S. 18 f.) Tatsächlich ist die Schwedische Kirche der Bibel und den Ordnungen Gottes völlig entfremdet und zu einer gewissenlosen Sklavin des gottlosen und antichristlichen schwedischen Staates geworden. Denn was Ehe ist, das ist in der Bibel allerdings eindeutig und unmissverständlich definiert, schon im zweiten Kapitel, mehrfach wiederholt von unserem Herrn und Heiland Jesus Christus, etwa Matth. 4 und 19: nämlich die lebenslange Verbindung eines Mannes und einer Frau durch ein rechtsgültiges öffentliches Eheversprechen unter Beachtung möglicher ehehinderlicher Verwandtschaftsgrade. Homosexualität dagegen ist, gemäß etwa Röm. 1 oder 3. Mose 18, eine Greuelsünde vor Gott, weswegen er auch den Bann an Sodom und Gomorrha sowie an den Kanaanitern vollzogen hatte. Die Schwedische Kirche ist zu einem „stummen Hund“ geworden und heißt Sünde gut, warnt die Menschen nicht mehr vor der Sünde und ihren Folgen und wird damit schuldig vor Gott. (Selbst die Zeitung „Dagen“, die den oben genannten Erzbischof interviewt hatte, bezeichnete die neue Trauagende als eine „erbärmliche Lösung“. Brüdern-Rundbrief, a.a.O., S. 20)

ULMA eröffnet Missionsgemeinde in California: Die altmissourische „United Lutheran Mission Association“ (ULMA), die von zwei aus der Lutherischen Kirche – Missouri-Synode ausgetretenen Gemeinden gegründet wurde, hat ihre inzwischen dritte Missionsgemeinde eröffnet, diesmal in California (die anderen bestehen in Wisconsin und Virginia). Die ULMA bekennt sich zur orthodoxen lutherischen Lehre, wie sie das alte Missouri bis etwa 1932/36 vertrat, und lehnt insbesondere auch die Theologie und Praxis der Gemeindewachstumsbewegung ab. Sie betont außerdem stark die Autonomie der örtlichen Gemeinde und die herausragende Stellung der Gemeindeversammlung und damit des Priestertums aller Gläubigen. Der ULMA liegen sehr viele Anfragen zum Aufbau von Missionsgemeinden aus den USA und anderen Ländern vor.

Darf ein Laie das heilige Abendmahl verwalten? Diese Frage ist in der dogmatischen und praktischen Theologie immer wieder einmal behandelt worden. Adolf Hönecke etwa verneinte sie; C.F.W. Walther führte in seiner Pastoraltheologie immerhin an, dass es in der lutherischen Orthodoxie namhafte Theologen gab, die die Frage bejahten. Johann Gottfried Scheibel, Professor in Breslau und Gründer der Altlutherischen Kirche in Schlesien, bejahte sie ebenfalls und empfahl den im Kampf gegen die Union entstandenen Gemeinden, die oftmals zunächst ohne Pastor waren oder deren Pastoren verhaftet waren, sich Abendmahlsdiakone zu berufen, die ihnen dann das Sakrament austeilen sollten. Diese Frage hat jetzt nach einer über fast vier Jahre gehenden Debatte in der Australian Evangelical Lutheran Church (AELC) zu einer Spaltung geführt. Die Synode der AELC, unter anderem auch unter dem Eindruck von Referaten von John Kleinig, behauptet, dass die Verwaltung des Abendmahls durch Laien unmöglich sei und hat sich sogar dazu verstiegen, denjenigen, die anders lehren, das Luthertum abzusprechen. Pastor Vernon S. Grieger, einer der Gründerväter der AELC, hat sich mit seiner Gemeinde in Gympie von der AELC getrennt, ebenso P. Michael Rosensweig mit den Gemeinden in Tanunda, Horsham und Adelaide; P. Phil Mueller mit der Gemeinde in Hivesville, dem sich auch Teile der Gemeinden in Marburg und Minden (jeweils in Australien) angeschlossen haben, sowie P. Dieter Winkler mit der Gemeinde im Murray Bridge. (nach: AELC-Newsletter, Februar 2009) Von der Heiligen Schrift her gibt es keinen Grund, warum „Laien“ das heilige Abendmahl nicht gültig sollten verwalten können. Vielmehr ist es ja so, dass die Gnadenmittel der Gemeinde Jesu Christi, und damit auch jedem einzelnen Christen, als ursprünglicher und eigentlicher Inhaberin von Jesus Christus anvertraut wurden, Matth. 18,15-18; Joh. 20,21-23; 1. Petr. 2,8.9. Und zu den Gnadenmitteln gehört nun einmal das heilige Abendmahl. Normalerweise wird es in den Gemeinden von dem berufenen Diener am Wort verwaltet. Aber wenn, etwa aufgrund langer Vakanz oder aufgrund extremer Diasporalage bzw. sehr weiter Zerstreuung der Gemeinde eine regelmäßige Bedienung nicht möglich ist, so ist die Gemeinde frei, einen Mann oder mehrere Männer zu berufen, die ihr das heilige Abendmahl austeilen sollen. Die Gültigkeit und eventuell sogar die Wirkung der Konsekration des Abendmahls an die Ordination zu binden, ist gegen die Bibel, denn die Ordination gibt keine besonderen Gaben, keine besonderen Kräfte, sondern ist nur eine öffentliche Bestätigung der Berufung unter Gebet und Segen. Das Abendmahl einzig an das Amt zu binden ist schriftwidrig, ist zugleich ein Verlassen der reformatorischen Lehre vom Amt und vom Priestertum aller Gläubigen und ein Schritt in Richtung Rom, zugleich ein Angriff auf die Rechtfertigungslehre, da damit ja das Heil von bestimmten Menschen abhängig gemacht wird.

Aus dem übrigen Protestantismus:

Welches Schriftverständnis hat der deutsche Pietismus? Der im Herbst aus seinem Amt scheidende Präses des Evangelischen Gnadauer Gemeinschaftsverbandes, der Dachorganisation der pietistischen Gemeinschaftsverbände in der Bundesrepublik Deutschland, Pfarrer Christoph Morgner, grenzte sich auf der Mitgliederlversammlung des Gnadauer Verbandes gegen diejenigen ab, die „bibelgläubig“, „bibeltreu“, „schriftgebunden“ sein wollen. Sie würden damit der Bibel einen Wert geben, der ihr nicht zukomme, würden sie neben Christus stellen und das Christentum zu einer Buchreligion machen. Sie würden auch versuchen nachzuweisen, dass es keine Fehler in der Bibel gäbe. Damit würde die Bibel zu einem Buch degradiert, dessen Geheimnisse man mit der Vernunft erforschen könnte. Er wandte sich auch gegen die historisch-kritische Methode und bekannte sich dazu, dass es unklare Schriftstellen gebe, aufgrund deren es unterschiedliche Sichtweisen geben könne, weshalb sich der Gnadauer Verband an „innerpietistischen Grabenkämpfen“, wie er es nannte, nicht beteiligt habe. (nach: idea-spektrum 7/2009, S. 6) Diese Stellungnahme macht deutlich, wie weit sich der Pietismus in großen Teilen inzwischen von der Heiligen Schrift als dem verbalinspirierten und irrtumslosen Gotteswort entfernt hat, ja, dass Verbalinspiration und Irrtumslosigkeit der Schrift für den organisierten Pietismus zumeist überhaupt kein Thema mehr ist. Der Versuch, unseren Herrn und Heiland Jesus Christus gegen die Bibel auszuspielen, wurde in den letzten Jahren im evangelikalen Bereich immer wieder gestartet, etwa von dem Liebenzeller Theologen Hempelmann, auch von Theologen der Freien evangelischen Gemeinden. Dabei wird völlig vergessen, dass wir Jesus Christus allein durch die Bibel haben, dass es getrennt von der Bibel weder christlichen Glauben noch christliche Kirche oder überhaupt Glauben an Jesus Christus und daraus Gemeinschaft mit ihm geben kann. Der christliche Glaube kennt keinen anderen Heiland als den in der Bibel geoffenbarten und ist gerade von diesem Heiland an die Schrift verwiesen worden, nämlich an Christi Rede zu bleiben, zu lehren alles, was er befohlen hat; Joh. 8,31.32; Matth. 28,18-20. Das macht rechte Jüngerschaft aus. Darum soll die Kirche ein Pfeiler und eine Grundfeste der Wahrheit sein, 1. Tim. 3,15, weshalb wahre Kirche nur da ist, wo Gottes Wort rein und lauter gelehrt, verkündigt wird und die Sakramente schriftgemäß gereicht werden. Unklare biblische Stellen können keine Grundlage irgendeiner Lehre sein; gerade diese Haltung, auf solche Stellen Lehrsätze zu bauen, ist ja einer der Fehler des Pietismus und auch vieler Sekten. Unklare Stellen sind vielmehr durch die hellen Stellen, die zum gleichen Thema sprechen, auszulegen. Gelingt dies nicht, muss die Kirche schweigen. Im Blick aber auf das, was die Bibel sagt, darf sie nicht schweigen, auch keine falsche Lehre zulassen, sondern muss entschieden gegen sie stehen und sich von ihr trennen, Röm. 16,17.18.

Daher ist auch die Haltung des in Schwäbisch Gmünd gewählten Nachfolgers von Herrn Morgner, Herrn Pfarrer Diener, unbiblisch, wenn er den Pietismus weiter in der von Schrift und Bekenntnis abgefallenen, alle Irrlehren tolerierenden „Volkskirche“ festmachen will. Messianische Juden: Auf der Jubiläumskonferenz des Arbeitskreises Israel des Liebenzeller Gemeinschaftsverbandes am 20. und 21. März 2009 wies der Leiter, Prediger Karl-Heinz Geppert, darauf hin, dass es weltweit momentan schätzungsweise 100.000 messianische Juden gibt. Davon sollen etwa 15.000 in Israel leben; in der Bundesrepublik Deutschland ungefähr 2.000. Als messianische Juden werden dabei in erster Linie solche Christen aus der Judenschaft bezeichnet, die sich keiner bestehenden (heiden-)christlichen Kirche anschließen, sondern zu Gemeinden messianischer Juden gehören, die sich neben den heidenchristlichen Kirchen gebildet haben. Prediger Geppert wies darauf hin, dass die eigene Existenz solcher Gemeinden noch immer nicht unumstritten ist, es aber die Christen aus der Heidenschaft denen aus der Judenschaft zugestehen sollten, ihre eigene Lebens-und Existenzweise zu haben. (nach: idea-Newsletter vom 23.03.2009) Es ist allerdings wichtig, dass die Christenheit wieder erkennt und sich bewusst macht, dass die Gemeinde Jesu Christi als das geistliche Israel – und das war sie bereits im Alten Testament, denn auch die Gläubigen des Alten Bundes waren ja gläubig an den damals noch zu kommenden Messias – eine Gemeinde ist aus solchen, die aus der Judenschaft und aus solchen, die aus der Heidenschaft zum rechtfertigenden Glauben an Jesus Christus gekommen sind. Zwischen beiden aber gibt es keine Trennung, der Zaun ist durch Jesus Christus abgetan, Epheser 2. Die Frage, ob messianische Juden eigene Gemeinden bilden sollen oder sich in bestehende Kirchen eingliedern, ist keine dogmatische Frage, sondern steht in christlicher Freiheit. Vor 1933 hat es immerhin etwa 50.000 messianische Juden oder Judenchristen in den evangelischen Landeskirchen im Deutschen Reich gegeben. Wenn aber messianische Juden der Ansicht sind, dass sie in eigenen Gemeinden ihren Glauben in Verbindung mit jüdischem Herkommen besser leben und dadurch auch Juden besser das Evangelium bringen können, so haben sie dazu die uneingeschränkte Freiheit. Die Einheit im Glauben ist zunächst und vor allem eine Einheit in Lehre und Bekenntnis, die sich aber nicht unbedingt auch durch eine einheitliche Organisation ausdrücken muss. Es sollte für christliche Gemeinde selbstverständlich sein, auch für die Bekehrung der Judenschaft zu ihrem Messias und Heiland der Welt, Jesus von Nazareth, wahrer Gott und wahrer Mensch in einer Person, zu beten und auch die entsprechende missionarische Arbeit zu unterstützen.

Lebensrecht:

Zahl der Abtreibungen in Kroatien drastisch gesunken: Laut Angaben des kroatischen Nationalinstituts für öffentliche Gesundheit ist die Zahl der Abtreibungen von 1985 (51.549) bis 2005 (4.563) um 91,1 % gesunken, obwohl die Gesetzgebung selbst nicht geändert wurde. Außerdem ist Kroatien der einzige europäische Staat, in dem die Zahl der Familien mit drei oder mehr Kindern wächst. Erklärt wird dieses Phänomen mit dem Erstarken des christlichen Elementes in der öffentlichen Meinung, was auch durch zahlreiche Organisationen gefördert wird, die die Bevölkerung für die Themen im Bereich Ehe, Familie, Lebensrecht sensibilisieren wollen. (nach: Brüdern-Rundbrief, Febr.-April 2009, S. 22) Große, kinderreiche Familien finden sich ja gerade auch in den konservativen evangelischen Kreisen, die zumeist auch gegen Abtreibung und für die Unterstützung von Familien und Schwangeren engagiert sind. Obamas neuer Kurs in den USA: Bereits kurz nach seiner Amtseinführung hat der neue US-Präsident deutlich gemacht, wie sein neuer Kurs aussieht. Erklärungen zur Abtreibung, Familienpolitik sowie zu Homo-, Bi-und Transsexuellen wurden auf der Internetseite des Weißen Hauses geändert. Er hatte sich schon in der Vergangenheit für Abtreibungen, und zwar auch mit den grausamsten Methoden, ausgesprochen. So versuchte er etwa als Senator von Illinois ein Gesetz zu blockieren, das Kinder schützen sollte, die trotz Abtreibungsversuchen lebendig geboren werden. Obama hat auch vor, das Gesetz zur Verteidigung der Ehe, das 1996 von Bill Clinton in Kraft gesetzt worden war, rückgängig zu machen. Dieses Gesetz gibt den Bundesstaaten die Möglichkeit, „Homo-Ehen“, die in dem einen Bundesstaat gelten, im anderen nicht anzuerkennen. Auch die Gesetze gegen sogenannte „Hasspredigten“ will er verschärfen, was einer weiteren Einschränkung der Meinungs-und insbesondere der Religionsfreiheit gleichkommt. (nach: Topic, 2/2009, S. 6.7)

Euthanasiedebatte in Italien: Der Tod der Koma-Patientin Eluana Englaro hat die Euthanasie-Debatte auch in Italien wieder angeheizt. Die junge Frau hatte 17 Jahre im Wachkoma gelegen, d.h. sie schlief nachts, wachte morgens auf, wurde gepflegt, künstlich ernährt und im Rollstuhl spazieren gefahren. Sie war lebendig, nur konnte sie sich nicht verständigen und nicht selbständig ernähren. Ihr Vater hatte sieben Gerichtsprozesse angestrengt, um schließlich die Erlaubnis zu erzwingen, dass die künstliche Ernährung beendet werden darf. (nach: Alfa-Nachrichten, 14.02.2009) Die Meinung, dass Wachkomapatienten nichts mitbekommen, wird mehr und mehr durch neuere Erkenntnisse angezweifelt. Wie viel gerade auch ein Patient im Wachkoma wieder lernen kann, zeigt die Geschichte von Christian Kahr, siehe: www.christian-ein-leben-im-wachkoma.de. In der Euthanasiedebatte sind verschiedene Gesichtspunkte zu beachten: 1) Im Gegensatz zur Aufklärung und den säkularen Menschenrechten kennt der christliche Glaube keine ‚absolute Ehrfurcht vor dem Leben’, sondern weiß vielmehr darum, dass Gott der Herr ist über Leben und Tod, dass Er Leben gibt und auch wieder nimmt – und dass er als der allmächtige Schöpfer und Herr die Gewalt, Leben zu nehmen, auch in besonderen Fällen Menschen überträgt (siehe z.B. Todesstrafe, Landesverteidigung, Verteidigung der inneren Sicherheit). Leben und Tod sind also keine selbständige Größen, sondern in der Hand Gottes. 2) Da Gott der Herr ist über Leben und Tod, hat er auch das fünfte Gebot gegeben: Du sollst nicht töten, und damit dem Menschen, bis auf die besonderen Fälle, die Macht, über Leben oder Tod zu entscheiden, grundsätzlich entzogen. Dies gilt für das Leben anderer Menschen wie für das eigene Leben. 3) Darum hat auch die Medizin kein recht, Leben eigenmächtig zu beenden; sie hat aber ebenso wenig das Recht, Leben eigenmächtig und beliebig zu verlängern. In dieser Spannung liegt die Frage, um die es geht. 4) Die Problematik in der Debatte liegt weiter darin, dass der ideologische Hintergrund dieser Debatte die antichristliche Grundrichtung der von der Aufklärung geprägten westlichen Gesellschaft ist. Ihr geht es um „Selbstverwirklichung“, „Selbstentscheidung“ (Autonomie), „Sterben in Würde“ – ihr geht es nicht darum, dass Gott der Herr zu seinem Zeitpunkt Leben geben und Leben nehmen kann. Es geht zumeist in dieser Debatte nicht darum, dass eine Behandlung beendet wird, damit ein Mensch zu dem von Gott gegebenen Zeitpunkt stirbt, sondern darum, weil Menschen wollen (unter Umständen auch der Patient), dass Leben beendet wird. Und diese Haltung widerspricht eindeutig dem fünften Gebot. Die Grundlinie wäre: Verlängerung des Lebens, ja; Verlängerung der Agonie, nein. 5) Wenn die Behandlung beendet wird, damit ein Mensch sterben kann, heißt dies nicht, dass keine medizinische Begleitung mehr stattfinden darf. Vielmehr ist auch dann der Patient weiter zu betreuen, etwa zu ernähren, zu waschen, zu pflegen, die Schmerzen zu lindern. 6) Die „Würde eines Menschen“ hängt nach biblischem Verständnis nicht davon ab, was er „selbständig“ kann oder nicht kann, sondern hängt vielmehr daran, dass er Gottes Geschöpf ist, für das Gott der Vater seinen Sohn in den Tod gegeben hat zur Rettung von den Sünden. Aufgrund des Sündenfalls gehört zum Leben der leibliche Tod unweigerlich dazu, gehören auch Schmerzen, Leid, Not dazu. Dies sollen und dürfen wir lindern – aber den Verfall der äußeren Hülle des Menschen können wir nicht verhindern und sollen es auch nicht. Auch das gehört zu unserem Menschsein dazu und will uns helfen, dass wir verstehen, wie sehr wir in allen Dingen auf Gott geworfen sind. (siehe auch: Heil oder Heilung. Hrsg. von Wolfgang Nestvogel; Manfred Weise. Oerlinghausen 2007. S. 85-88.94)

Wann ist ein Mensch tot? Diese Frage steht vor allem im Zusammenhang mit der Entnahme von Organen im Raum. Die Organtransplantation ist darauf angewiesen, Organe von Menschen zu entnehmen, die tatsächlich noch leben. Um nun an solche Organe zu kommen, wurde in den 1960er Jahren der Tod neu definiert, und zwar auf der Grundlage der Erklärungen eines Adhoc-Komitees der Harvard Medical School aus dem Jahr 1968 über ein „irreversibles Koma“. Auf dieser Grundlage wurde der „Hirntod“ zum „Tod des Menschen“ erklärt. Tatsächlich aber besagt der Hirntod nur, dass das Gehirn, also etwa 3 % der Körperzellen, nicht mehr arbeitet, was allerdings dann zum wirklichen Tod führt, nämlich dazu, dass das Herz-Kreislauf-System unwiderruflich stillsteht. 97 % der Körperzellen arbeiten aber zunächst weiter. Diese angeblichen „Toten“ atmen noch, schwitzen oder frieren, können Fieber haben, mit den Zähnen knirschen, sich im Bett aufrichten, um sich schlagen; das Herz schlägt noch, das Stoffwechselsystem ist intakt, die Glieder beweglich, der Brustkorb hebt und senkt sich. Sie können Ausscheidungen haben. Männliche „Leichen“ dieser Art könnten noch Kinder zeugen, weibliche „Leichen“ noch drei bis vier Monate Kinder austragen. Der Hirnforscher Gerhard Roth hat deshalb im Blick auf den „Hirntod“ gesagt, dass diese Definition eine völlig willkürliche ist. Man hätte genauso gut ein anderes Organ nehmen können, das lebenswichtig ist, wie etwa die Nieren, deren Ausfall ebenfalls zum Tod führt. Auch bei dieser Diskussion wird wieder deutlich, wie weit sich die moderne westliche Gesellschaft vom biblischen Gottes-und Menschenbild entfernt hat und den Menschen hier auf seine Hirnfunktion reduziert, anstatt ihn als Geist-Seele-Leib-Einheit zu verstehen. (siehe: Heil oder Heilung, a.a.O. S. 147-149) Zu diesem Thema fand am 19.02.2009 in Rom eine Tagung unter dem Thema statt „Zeichen des Lebens – Ist der Hirntod noch Leben?“, veranstaltet von der ‚Assoziatione Famiglia Domani“, unterstützt unter anderem von dem Verein KAO (Kritische Aufklärung über Organtransplantationen e.V.) Die etwa 200 Wissenschaftler aus verschiedenen Ländern hoben hervor, dass der Begriff „Hirntod“ kein wissenschaftlich belegbarer Begriff sei, vor allem kein wirklicher Tod vorliege. Der Begriff habe aber dazu geführt, dass Menschen, deren sogenannter „Hirntod“ festgestellt werde, damit rechtlos würden und mit Medikamenten dann auch willenlos gemacht würden. Besonders betroffen sind Menschen mit einem Schädel-Hirn-Trauma, die sozusagen bevorzugt für Explanationen vorgesehen werden, also Organentnahmen. Tatsächlich aber sei in vielen Fällen die Rettung dieser Patienten, oftmals auch eine zumindest teilweise, nicht selten auch völlige, Heilung möglich, wenn sie richtig behandelt würden, etwa durch Unterkühlung und Gabe bestimmter Hormone. Ein polnischer Arzt, der auf diesem Gebiet mit großem Erfolg arbeitet, berichtete, wie er aufgrund seiner Arbeit großen Problemen durch Transplantationsmediziner ausgesetzt sei. In 50 % der Fälle, in denen in diesem Zusammenhang durch das Abschalten der künstlichen Beatmung festgestellt werden solle, ob der Patient tot sei, führt dieses Abschalten tatsächlich erst zum Tod. (nach: ALFA-Newsletter 08/2009 vom 01.03.2009)

Ausschuss des EU-Parlaments für Selektion durch PID: Der Ausschuss für Umweltfragen, Volksgesundheit und Lebensmittelsicherheit des EU-Parlaments hat auf einer Sitzung am 31. März 2009 gegen die Stimmen der christdemokratischen Abgeordneten der Bundesrepubliken Deutschland und Österreich empfohlen, auf Selektion bei Embryonen durch Präimplantationsdiagnostik hinzuwirken, um dadurch „seltene Krankheiten“ auszumerzen, an denen ca. 6-8 % der EU-Bevölkerung, immerhin 25-37 Millionen Menschen, leiden würden. (nach Alfa-Newsletter 13/2009 vom 05.04.2009). Im Klartext heißt dies, dass darauf hingewirkt werden soll, dass Kinder im Mutterleib, bei denen man davon ausgeht, dass sie eine sogenannte „seltene Krankheit“ haben, man geht von 5000-8000 solcher Krankheiten aus, getötet werden sollen, um dadurch diese Krankheiten zu beseitigen. Dass es hier tatsächlich um Mord geht, erkennen die meisten dieser Abgeordneten anscheinend nicht mehr, oder es ist ihnen ähnlich gleichgültig wie den Naziverbrechern, die am Euthanasie-Programm beteiligt waren. Letztlich liegen hier erschreckende Parallelen vor, nur dass die EU in einem „früheren Stadium des Lebens“ eingreifen will.

Religionsfreiheit, politisch-ideologische Tendenzen, Schulen:

Tendenzen zur Weltregierung: Die weltweite Finanz-und Wirtschaftskrise hat auch Tendenzen wieder stärker in die Öffentlichkeit treten lassen, die sonst mehr verdeckt verfolgt werden: nämlich die Souveränität der Nationalstaaten durch überstaatliche, mehr und mehr weltweite übernationale Organisationen einzuschränken. Dies zeigte nicht zuletzt der Vorschlag der bundesdeutschen Kanzlerin Merkel, eine weltweite Finanzbehörde, angegliedert an die Vereinten Nationen, zu schaffen, die die Finanzströme und das Finanzgebaren regulieren und kontrollieren soll. Ein erster Schritt wurde auf dem G20-Gipfel dazu unternommen, mit einer ungeheuren Machtzusammenballung beim Internationalen Währungsfond. Auch im Bereich der Umweltpolitik tritt dies immer deutlicher hervor, nicht zuletzt auch in der massiven öffentlichen Kritik an solchen Staaten, die sich nicht dem Diktat der UN-Konferenzen unterwerfen. Die Tendenzen sind in Europa mit der Europäischen Union, insbesondere dem Lissabon-Vertrag, schon weiter fortgeschritten. Was sich hier abzeichnet, ist die Zusammenballung politischer, wirtschaftlicher und militärischer Macht zu einer antichristlichen weltweiten Größe, die dann parallel zum geistlichen Antichristen, und in Verbindung mit ihm, die letzte große, umfassende Christenverfolgung organisieren wird, die aber beendet werden wird durch Christi Wiederkunft und dem Vergehen dieser Erde im Feuer.

Schleichende Durchsetzung einer „Neuen Weltordnung“ durch Veränderung der Schulen: Ausgehend von den USA wird seit den 1990er Jahren Stück für Stück versucht, die (damals von George Bush sen. propagierte) „Neue Weltordnung“ durchzusetzen, die sich vor allem gegen die traditionellen, vom christlichen Glauben geprägten, Werte und Ordnungen richtet. In den USA wurde dazu ein umfangreiches „Bildungsprogramm“ entwickelt, angefangen bei der ersten Bush-Regierung, dann weiter verfolgt unter Bill Clinton. Es sieht vor, durch gruppendynamische und verhaltenspsychologische Prozesse die Kinder massiv heidnisch zu beeinflussen, sie vom christlichen Glauben zu lösen, sie, wenn nötig, auch gegen die Eltern zu indoktrinieren. Berit Kjos, deren Familie einst aus Norwegen einwanderte, hat darüber ein ausführliches Buch geschrieben, „Brave New Schools“, das inzwischen von Dagmar Schubert ins Deutsche übersetzt wurde, „Prächtige neue Schulen“, und auf ihrer Internet-Seite abrufbar ist: http://bravenewschools.worldpress.com. Auch in der Bundesrepublik Deutschland sind solche Tendenzen verstärkt zu beobachten. Es ist daher sehr zu empfehlen, dieses Buch zu lesen und in christlichen Gemeinden zu besprechen, um diesen Tendenzen entgegen treten zu können. Massive Christenverfolgung in Nord-Korea: Wie Open Doors berichtet, führt das kommunistische Nord-Korea seit sieben Jahre die Liste der Länder an, die Christen bedrohen und verfolgen. Das Christentum wird in diesem Land als eine Gefahr für die kommunistische Ideologie und das totalitär-terroristische System gesehen, besonders seit dem Zusammenbruch der kommunistischen Regime in Osteuropa. Es wird geschätzt, dass es etwa 200.000 Christen im Untergrund gibt und dass etwa 50.000 bis 70.000 Christen in einem der berüchtigten 30 Straflager interniert sind. (nach: pro 5/2009, S. 8) Lage der Christen in Vietnam verschlechtert sich weiter: Die Lage für die Christen hat sich im kommunistischen Vietnam auch in 2008 weiter verschlechtert. Den evangelischen Hausgemeinden in Thanh Hoa ist es bisher nicht gelungen, sich registrieren zu lassen, obwohl sie es seit Jahren versuchen. Eine geplante Weihnachtsfeier konnte nicht stattfinden, weil die Polizei die Vermieter der Räumlichkeiten unter Druck setzten, so dass sie kurzfristig die Vermietung kündigten. (Der von der Regierung anerkannten „Evangelischen Kirche Vietnam (Süd) wurde eine Weihnachtsfeier in Saigon erlaubt.) Eine katholische Kirche in Hanoi wurde von einer Bande verwüstet. Die Polizei hinderte die durch das Glockengeläut herbeigerufenen Christen daran, die Bande zu vertreiben und unternahm selbst nichts gegen die Verbrecher. Da zugleich der zuständige Pfarrer kurz vor dem Anschlag zu den Behörden gerufen worden war, handelte es ich wohl von einer von der Regierung organisierten Aktion gegen die Christen. Dennoch wächst die Gemeinde Jesu in Vietnam! (nach: HMK, Stimme der Märtyrer, 2/2009, S. 8 f.; 12) Lage der Christen im südlichen Libanon: Die Lage der Christen im südlichen Libanon, in der Gegend von Tyrus, ist dramatisch schlecht; die christliche Gemeinde scheint sich seit 30 Jahren im Niedergang zu befinden. Sozial sind die Christen vielfach arm. Dazu wird diese Gegend von der von Syrien und dem Iran finanzierten und vom Westen tolerierten Terrororganisation Hisbollah beherrscht, die mit allen Mitteln versuchen, die Christen gewaltsam oder durch Geldgeschenke zum Islam zu „bekehren“ oder sie zu vertreiben. Besonders Notlagen versuchen sie auszunutzen, etwa indem Familien Geld für die Operation eines Kindes nur bekommen, wenn sie zum Islam übertreten. Leider gibt es auch politische christliche Kreise, die mit der Hisbollah und Syrien verbündet sind und so gegen die eigene Religionsgemeinschaft Politik betreiben. (nach: HMK, Stimme der Märtyrer, 2/2009, S. 11) Großbritannien lässt Geert Wilders nicht einreisen: Das britische Außenministerium hat die Einreise des niederländischen Abgeordneten Geert Wilders verhindert. Wilders hatte den Film „Fitna“ produziert und damit auf den gewaltorientierten Charakter des Islam aufmerksam gemacht. Der britische Außenminister Miliband beschuldigt ihn daher eines „extremen antimuslimischen Hasses“. Seine Einreise würde die „Harmonie der Gemeinschaft“ stören. Wilders war von Angehörigen des Oberhauses eingeladen worden, um seinen Film vorzuführen. (nach: pro 07/2009, S. 21) Dieses Vorkommnis und der Kommentar des britischen Außenministers zeigen einmal mehr die völlige und gewollte Blindheit der Verantwortlichen in den westlichen Ländern gegenüber dem wahren Charakter des Islam und der Gefahr, die von ihm für die westliche Kultur und die freiheitlich-demokratische Grundordnung ausgehen. Dies zeigt außerdem, wie stark die Meinungsfreiheit in den angeblich freiheitlich-demokratischen Staaten des Westens tatsächlich schon beschnitten wird und wie groß die Dhimmi-Haltung der Verantwortlichen in den westlichen Staaten ist, also die Kapitulation vor dem Islam.

Intoleranter Westen? Der katholische Philosoph Robert Spaemann äußerte in einem Interview mit der christlichen Zeitschrift Pro die Ansicht, dass in den letzten Jahren die Intoleranz in den westlichen Ländern immer mehr zugenommen habe. Dabei gehe es heute nicht mehr um die Frage nach der Wahrheit – ja, diese Frage selbst werde schon bekämpft -, sondern nur noch darum, wer gerade die Macht hat und festlegen darf, wie gedacht und geredet zu werden hat. (nach: pro 07/2009, S. 10) Spaemann hat damit das ausgesprochen, was viele, besonders Christen, seit einigen Jahren beobachten und was durch Gesetzesmaßnahmen wie das Antidiskriminierungsgesetz oder die Anti-Hassgesetze durchgesetzt wird: Die immer stärkere Einschränkung der Religions-, Meinungs-und Redefreiheit in der von der öko-humanistischen Ideologie geprägten westlichen Hemisphäre. Dies wird ja deutlich etwa in den Auseinandersetzungen um Homosexualität, Schöpfung oder Evolution, Islam, überhaupt die öffentlichen Äußerungen zum christlichen Fundamentalismus und konservativen evangelischen Kreisen. Wie Spaemann feststellte, herrschte Ende der 1950er Jahre die größte Freiheit. Intoleranz gegenüber Christen nimmt zu: Auf einer OSZE-Konferenz in Wien zum Thema „Intoleranz gegenüber Christen“, an der auch der reformierte Theologe Thomas Schirrmacher teilnahm, wurde festgestellt, dass die Intoleranz gegenüber Christen, und zwar nicht nur im Osten (Zentralasien), zunimmt. Besonders wurde auf die totalitären Tendenzen in den westlichen Staaten hingewiesen, etwa die Einschränkung der Gewissensfreiheit, wodurch christliche Mitarbeiter zu medizinischen Behandlungen gezwungen würden, die sie ethisch nicht vertreten könnten, und die Einschränkung der Meinungsfreiheit, wenn Christen nicht mehr öffentlich klar zu Homosexualität und Abtreibung äußern könnten. Auch auf den Aspekt der „sozialen Marginalisierung“ wurde aufmerksam gemacht, indem mehr und mehr in der Öffentlichkeit christliche Symbole entfernt würden oder die öffentlichen Medien zunehmend ablehnend bis feindselig über das Christentum berichteten. Zurückgeführt wurden diese Tendenzen auf eine „radikale Säkularisierung“, auf „extreme Formen der policital correctness“ sowie einzelne Aspekt der „Antidiskriminierungsgesetzgebung“. Die Konrad-Adenauer-Stiftung will zu diesem Thema vom 17.-19.04.2009 in Wendgräben bei Magdeburg eine Tagung abhalten. (nach: pro 10/2009, S. 16 f.) Öffentliche Stimmungsmache gegen Christen: In einem siebenminütigen Beitrag in dem Fernsehsender 3sat vom 07.04.2009 wird den Evangelikalen vorgeworfen, sie seien „radikal, sendungsbewusst und ideologisch“. Nun ist gegen die ersten beiden Ausdrücke, objektiv betrachtet, nichts einzuwenden, denn „radikal“ heißt „wurzelhaft“, das heißt also, fest verwurzelt, und das sollen Christen allerdings im Wort Gottes sein; und unserer Sendung als Christen in diese Welt sollen wir ebenso bewusst sein. Die Moderatoren der Sendung aber meinten es ganz anders, nämlich als extremistisch, als eine Bewegung, die nur gegen andere sei: gegen andere Religionen, gegen Abtreibung, gegen Homosexualität, gegen Sex vor der Ehe, gegen die Evolution. Nun ist dies alles an sich durchaus richtig – auch wenn es den Vertretern der political correctness nicht passen mag. Aber das allein macht das biblische Christentum nicht aus. Wenn dann der Vorwurf erweitert wird dahin, dass sie die Bibel als Lebens-und Glaubensgrundlage verwenden, dann zeigt sich schon, was diesen Fernsehmachern nicht gefällt: nicht nur eine bestimmte Richtung, sondern das Christentum an sich. Denn das ist allerdings, was unseren christlichen Glauben bestimmten soll, nämlich die Bibel soll uns wirklich Glaubens-und Lebensgrundlage sein. Hier werden die Evangelikalen herausgegriffen und dabei das Christentum an sich gemeint. Als Kronzeuge wurde dann noch ein „Theologe“ (Uwe Birnstein) angeführt, der behauptete, wenn man sich so wie die Evangelikalen auf die allein biblische Wahrheit berufe, führe das zur Gewalt – was also heißen soll: Wer den biblischen Wahrheits-und Absolutheitsanspruch vertritt, neige zur Gewalt (was aber genau der Botschaft der Bibel widerspricht, was aber Herrn Birnstein entgangen zu sein scheint) und sei damit eine Gefahr für Frieden und Toleranz, überhaupt für die Gesellschaft. Zur Untermauerung wurde dann noch ein Homosexueller angeführt, der nach seinem Outen anonyme Anrufe bekommen habe – wobei stillschweigend der Eindruck vermittelt wurde, diese seien von Evangelikalen gekommen, ohne dass es auch nur irgendein Anzeichen dafür gibt. Alles das, was durch das Christentum bewirkt wurde, von der Änderung der öffentlichen Einstellung, der Ethik, der Lebensrechtsbewegung, der Annahme der Behinderten, dem Bau von Krankenhäusern, alles, was mit Innerer Mission und Diakonie, mit Schulwesen und Kindergartenbewegung zusammen hängt, ganz zu schweigen von dem Zentralen, der Überwindung der heidnischen Angstreligion durch den Glauben an den wahren Gott, dessen Liebe uns in Jesus Christus bezeugt wird, all das wurde verschwiegen. (nach pro 14/2009)

Wenn man dazu dann die Kampagne nimmt, die von den Grünen und Homosexuellenverbänden gegen eine Tagung über Seelsorge und Psychotherapie in Marburg stattfand, weil man nicht akzeptieren will, dass die Bibel Homosexualität als Sünde ansieht und die Menschen davon frei machen will; und die Kampagne der Kommunisten (Linke) in Chemnitz gegen Pro Christ mit der Behauptung, Mission sei grundgesetzwidrig, so zeigt sich, wie in der Öffentlichkeit vermehrt versucht wird, ein zutiefst negatives Bild des biblischen Christentums zu zeigen, um so, Schritt für Schritt, Maßnahmen gegen bibeltreues Christentum (Fundamentalismus) vorzubereiten. Dies alles sollte uns nicht verwundern, denn es ist nur das, was unser Heiland und HERR Jesus Christus schon Joh. 15 angekündigt hat: der Hass der Welt, der schon ihn traf, die Verfolgung, die jeder erleiden muss, der gottselig leben will (2. Tim. 3,12). Dies ist eine Tendenz, die nicht mehr nur regional sich zeigt, sondern mehr und mehr globale Züge hat und damit eindeutig endzeitlich zu sehen ist. Bereitet sich hier schon etwas vor den dem Sammeln der Feinde gegen die Gemeinde Jesu Christi durch den Satan in der „kleinen Zeit“, wovon Offenbarung 20 die Rede ist? Niedrige Geburtenrate und Feminismus: In einem Interview mit der Wochenzeitung „Die Zeit“ sagte der Sozialforscher Neil Gilbert (schrieb u.a. „A Mother’s Work), dass die niedrige Geburtenrate in den westlichen Ländern mit dem Einfluss der feministischen Ideologie zu tun habe, die sich, obwohl nur von wenigen wirklich vertreten, zum Meinungsmacher emporschwang und die Aufgaben der Frau als Mutter und Hausfrau negativ darstellte, dagegen den Frauen einredete, unbedingt Beruf und Karriere erreichen zu müssen. Das habe selbst bei Feministinnen später, hingewiesen wurde auf Germaine Greer, zu einem bösen Erwachen geführt, die im Alter von 48 Jahren bedauerte, keine Kinder zu haben. Neil Gilbert kritisierte auch familienpolitische Maßnahmen, wie sie auch durch Ursula von der Leyen propagiert werden, die Familie und Beruf vereinen wollen. Er sieht auch darin eine Abwertung der Mutterschaft, da auch sie davon ausgehen, dass für den Wert und die Definition der Persönlichkeit Erwerbsarbeit nötig sei. Deren Wert werde viel zu hoch angesetzt. Er sieht es vielmehr als wichtig an, Müttern später die Rückkehr zur Erwerbsarbeit zu erleichtern und die finanziellen Risiken von Müttern, die sich um ihre Kinder kümmern, zu erleichtern. (nach: pro 09/2009, S. 5 f.) Wann beginnt die Ehe? Diese Frage ist von großer Relevanz, weil die Ehe nach Gottes Ordnung eine verbindliche Gemeinschaft eines Mannes mit einer Frau ist, freiwillig durch gegenseitiges Ja-Wort öffentlich geschlossen unter Beachtung eventueller ehehinderlicher Verwandtschaftsgrade, bindend bis zum Tod eines der beiden Partner. Bisher galt in der Bundesrepublik Deutschland, im Anschluss an die Zivilstandsgesetzgebung unter Bismarck, dass eine kirchliche Trauung oder religiöse Feierlichkeit zur Eheschließung erst nach der Erklärung der Verlobten vor dem Standesamt, die Ehe miteinander führen zu wollen, durchgeführt werden durfte. Dieser Passus wurde jetzt aufgehoben. Vor der Einführung der Zivilehe wurde die Ehe verbindlich durch die Pfarrer der Staatskirchen geschlossen. In einigen Ländern, wie etwa Finnland oder auch Bundesstaaten der USA, kann die verbindliche Eheschließung entweder von einem Standesbeamten oder einem Pastor durchgeführt werden. Die jetzige Regelung in der Bundesrepublik, dass religiöse Zeremonien auch vor oder unabhängig von dem Gang zum Standesamt stattfinden können darf aber nicht falsch interpretiert werden: Rechtlich wird damit tatsächlich keine Ehe geschlossen. Sie sind staatlich nicht als Ehepaar registriert. Wie ist die biblische Ordnung? Hier ist zunächst festzuhalten, dass es eine feste biblische Ordnung nicht gibt, da die Ehe nicht Teil der Heils-, sondern der Schöpfungsordnung ist. (Luther: Die Ehe ist ein „weltlich Ding“.) Gott hat die Formalitäten nicht vorgeschrieben. Deutlich aus der Heiligen Schrift sind aber bestimmte Kriterien, die erfüllt sein müssen: Die Ehe kann nur von einem Mann und einer Frau eingegangen werden, die beide nicht bereits anderweitig gebunden sind, die den Bund außerdem freiwillig eingehen und auch nicht in enger Verwandtschaft zueinander stehen. Die jeweiligen Eltern sollten zudem ihre Zustimmung geben. Außerdem hat der Ehebund einen öffentlich-rechtlichen Charakter. Wie dieser öffentlich-rechtliche Charakter aussieht, das ist kulturell durchaus unterschiedlich. Wie wir aus der Bibel entnehmen, entsprach in biblischer Zeit die Verlobung der heutigen öffentlichrechtlichen verbindlichen Eheschließung, weshalb auch Verlobte bereits Verheiratete rechtlich angesehen wurden, allerdings die Ehe noch nicht vollziehen durften. Letzteres war erst nach der Hochzeit möglich. Diese Auffassung von der Stellung der Verlobung wurde im bekenntnistreuen Luthertum bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts beibehalten. Da allerdings Gott in der Bibel keine Vorschriften über die Art und Weise gemacht hat, wie der öffentlichrechtliche Akt der Verbindung auszusehen hat, der rechtliche Charakter der Verlobung dazu sich stark gewandelt hat, ist die Auffassung heute differenzierter. Zumeist gilt die Verlobung nicht mehr als ein verbindliches Versprechen zur Hochzeit, sondern als eine noch auflösbare Absichtserklärung. Rechtlich verbindlich ist dagegen die Eheschließung vor dem Standesamt, die allein den rechtlich anerkannten öffentlichen Rahmen hat. Die Trauung, von der die Bibel nichts weiß, die aber eine gute kirchliche Einrichtung ist, wurde in der bekenntnistreuen lutherischen Kirche nie als Akt der Eheschließung angesehen, sondern nur als Einsegnung der Ehe durch den dreieinigen Gott. Eine religiöse Zeremonie, wie sie jetzt unabhängig vom Standesamt in der Bundesrepublik Deutschland möglich ist, stellt keine verbindliche Eheschließung nach biblischen Maßstäben dar. Es fehlt ihr zum einen der öffentliche Charakter, es fehlt ihr auch die rechtliche Verbindlichkeit mit den dazugehörenden Konsequenzen. Es wird also durch diese religiöse Zeremonie tatsächlich keine Ehe nach dem öffentlich-rechtlichen Status eingegangen. Geistlich könnte diese Zeremonie bestenfalls als Verlobung angesehen werden, das heißt, als gegenseitiges Eheversprechen, das dann noch einzulösen wäre. Das Zusammenleben der Partner ist aber, bevor das Eheversprechen öffentlich-rechtlich eingelöst wird, Unzucht. (siehe auch: Topic, 3/2009, S. 3) Atheistische Propaganda nimmt zu: Massiv antichristliche atheistische Kreise haben in Großbritannien auf Bussen Sprüche finanziert, auf den behauptet wird, dass es wahrscheinlich keinen Gott gebe. Auch für die Schweiz und die Bundesrepublik Deutschland sind solche Aktionen geplant. Das Echo darauf soll allerdings bisher für die Initiatoren nicht sehr erfreulich sein. Allerdings zeigen solche Maßnahmen, wie auch vieles andere, was im öffentlichen Bereich durch die Staaten läuft, dass der Widerstand gegen alles Christliche in den westlichen Staaten massiv im Wachsen ist, auch dies ein eindeutig endzeitlicher Hinweis.

Zur römisch-katholischen Kirche:

Römischer Bischof („Papst“) nimmt Traditionalisten-Bischöfe wieder in die römischkatholische Kirche auf: Anfang Februar 2009 hat Benedikt XVI. vier von Erzbischof Marcel Lefevre „geweihte“ Bischöfe aus dem Kreis der katholischen Traditionalisten (Piusbruderschaft) wieder in die römisch-katholische Kirche aufgenommen. Dies hat vor allem deshalb öffentliches Aufsehen erregt, weil einer derselben, Bischof Williamson, ein Holocaust-Leugner ist. Dadurch ist etwas in den Hintergrund gerückt, worum es sich bei diesen „Traditionalisten“ handelt. Sie sind Gegner der Resultate des zweiten vatikanischen Konzils, und lehnen unter anderem die Menschenrechte und dabei besonders das Recht auf Religionsfreiheit ab und befürworten, das der römische Katholizismus Staatsreligion (ähnlich wie in Spanien zur Zeit Francos) sein sollte. Außerdem lehnen sie die neue Liturgie ab, die in Landessprache gehalten wird, und verwenden weiter die alte, in Latein gehaltene, die die meisten Gottesdienstbesucher nicht verstehen. Sie sind als vehementer Anhänger der Lehren des Trienter Konzils (das übrigens das zweite vatikanische Konzil nie in Frage gestellt hat; vielmehr sind alle Konzilsteilnehmer zu Beginn auf dessen Erklärungen vereidigt worden) entschiedene Gegner der Reformation. (nach: Badische Neueste Nachrichten, 04.02.2009, S. 3) Die von den Traditionalisten vertretenen Ansichten zeigen eine starke Nähe zum Islam mit seiner Verquickung von Kirche und Staat, und sind durch und durch unbiblisch, denn Christus proklamiert mit den Worten: ‚Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist’, die konsequente Trennung von Kirche und Staat. Wenn sie auch eine „Toleranz“ in sofern akzeptieren, dass sie Andersgläubige nicht umbringen würden (auf wie lange Sicht das wohl gelten würde, ist eine andere Frage, wenn man in die Geschichte sieht), wären sie doch Bürger zweiter oder dritter Klasse. Dass Benedikt XVI. sie wieder aufgenommen hat zeigt, dass Rom solche Ansichten toleriert und ihnen Raum bei sich gibt. Zugleich wird die falsche Lehre vom Gottesdienst deutlich, wenn es nicht darauf ankomme, ob die Hörer das verstehen, was gesagt wird, wenn sie nur anwesend sind und eine Zeremonie über sich ergehen lassen. Hier steht nicht mehr Gottes Wort im Zentrum, der zu uns spricht, sondern der Mensch, der Gott bestimmte, von der Kirche vorgeschriebene, Werke bringt, wozu auch die Liturgie und überhaupt der römisch-katholische Ritus zählen. Römisch-katholischer Kardinal leugnet Gottes Schöpfungswerk: Auf einer Tagung der Österreichischen Akademie für Wissenschaft aus Anlass des Darwin-Jahres hat Kardinal Schönborn sich eindeutig gegen die biblische Lehre von der Erschaffung der Erde und allen Lebens innerhalb von sechs 24-Stunden-Tagen gewandt und in diesem Zuge auch die biblische Lehre von einer „jungen Erde“ sowie das historische Faktum der Sintflut geleugnet und dargelegt, dass der „Kreationismus“ (wie auch „Intelligent Design“) nicht zur Lehre der römisch-katholischen Kirche gehören. (nach: pro 10/2009, S. 3) Diese Stellungnahme ist an sich nicht verwunderlich, denn die römisch-katholische Kirche ist genauso von der Bibelkritik geprägt wie die evangelischen Großkirchen. Dies macht aber auch deutlich, dass bibeltreues Christentum im Bereich der Christenheit wie auch der Gesellschaft einen mehr und mehr ausgegrenzten und bedrängten Bereich ausmachen wird, wir uns auf noch stärkere Feindseligkeit christlicher und weltlicher Kreise einstellen müssen, mittel- bis langfristig auch auf Verfolgung. Römischer Papst behauptet, Christen und Moslems würden zum gleichen Gott beten: Im Verlauf seiner Ansprache vor islamischen Religionsführern, Diplomaten und anderen hochrangigen Personen des öffentlichen Lebens in Jordanien am 09.05.2009 hat Benedikt XVI., getreu den falschen Lehren des Zweiten Vatikanischen Konzils, behauptet, die Muslime würden zu „Gott, dem Schöpfer Himmels und der Erden“ beten; Christen und Muslime sprach er als „Gläubige“ an, die beide „den Allmächtigen“ anriefen. In seiner gesamten Ansprache, die über www.kath.net in autorisierter deutscher Übersetzung eingesehen werden kann, hat er Jesus Christus nicht ein einziges Mal erwähnt oder auch nur von der Dreieinigkeit Gottes gesprochen. Vielmehr hat er den Eindruck zu erwecken versucht, als würden Christen und Moslems den gleichen Gott anbeten. Die römisch-katholische Kirche verkennt völlig den zutiefst antichristlichen Charakter des Islam und dessen totalitäre Tendenzen. Schon jetzt gibt es in Italien gemeinsame römisch-islamische Pilgerstätten, wobei vor allem der Marienkult als Bindeglied auftritt. Hier bahnt sich eine Verbindung der beiden antichristlichen Mächte an.

Islam und islamische Welt:

Christliches Kloster in der Türkei gefährdet: Das vor 1600 Jahren gegründete Kloster Mor Gabriel im Tur Abdin ist durch ungerechtfertigte Landansprüche und absurde Anschuldigungen gefährdet. Die Kampagne geht aus von den muslimischen Bürgermeistern der umliegenden Dörfer und stellt eine gezielte Aktion gegen eines der wichtigsten christlichen Zentren in der Südosttürkei dar. Es wird behauptet, das Kloster habe ich fremden Boden angeeignet und stehe auf Weideland. Außerdem werden ihm „reaktionäre“ und „missionarische“ Aktivitäten vorgeworfen und eine „Gefährdung der nationalen Einheit“. Außerdem wird es als ein „Museum“ bezeichnet und bräuchte deshalb eine Sondergenehmigung für die Gottesdienste. (nach: Brüdern-Rundbrief, Febr.-April 2009, S. 21) Dies zeigt einmal mehr das wahre Gesicht der Türkei, die weder demokratisch noch frei ist, sondern eine typische islamische Tyrannei. Extremistische Haltung von Islam-Lehrern in Österreich: Nach einer Studie des Islamlehrers und Imams Mouhanad Khorchide lehnen 21 Prozent der Islamlehrer die demokratische Staatsordnung ab; 27 Prozent sind gegen die Menschenrechte, weil sie dem Islam nicht entsprächen; 18 Prozent seien dafür, dass jemand, der die islamische Weltanschauung aufgibt, mit dem Tod bestraft wird; 28 Prozent sehen es als unvereinbar, Moslem und zugleich Europäer zu sein. Von den etwa 380 Islam-Lehrern haben etwa 200 bei der Befragung geantwortet – was darauf schließen lässt, dass bei denen, die die Antwort verweigerten, die Negativhaltung noch größer ist. Wie weiter berichtet wurde, wurden von der „Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGÖ)“ Lehrer aus der Türkei und arabischen Ländern nach Österreich geholt, die oft über gar keine Deutschkenntnisse verfügen, ganz zu schweigen von ihrer sonstigen Einstellung. 73 Prozent der Islamlehrer in der Alpenrepublik verfügen über keine Ausbildung. Der Vorsitzende der IGGÖ behauptete gar, die private Einstellung der Lehrer tue nichts zur Sache. (nach: pro 5/2009 vom 05.02.2009, S. 3 f.) Hier wird deutlich, welches Gefahrenpotential der Islam überhaupt ist (denn auch hinsichtlich derjenigen, die sich jetzt positiv geäußert haben, sollte man skeptisch sein; es ist nicht unwahrscheinlich, dass dies Takiye war, also Lügen als Tarnung) und wie sehr dies noch durch den von den Politikern geförderten Islamunterricht gefördert wird. Dies unterstreicht einmal mehr, wie notwendig einerseits eine völlige Trennung von Kirche/Religion und Staat ist, was einerseits das Ende des Religionsunterrichtes (und auch des staatlichen Ideologieunterrichtes, der unter den Begriffen „Ethik“ oder „LER“ läuft) bedeuten würde, andererseits aber diesen dann von den Kirchen völlig selbständig zu betreibenden Unterricht auch von staatlichen inhaltlichen Vorschriften befreien würde. Die Frage muss ja gestellt werden, ob es sich beim Islam überhaupt um eine Religion im Sinne des Grundgesetzes handelt und nicht vielmehr um eine totalitäre Weltanschauung, die von einem freiheitlichen Staat nicht geduldet werden darf. Keine Religionsfreiheit in Saudi-Arabien und im Iran: Weder in dem eng mit dem Westen liierten Saudi-Arabien noch im Iran gibt es Religionsfreiheit. Wie Open Doors berichtet, sind allein 2008 50 Christen wegen ihres Glaubens im Iran verhaftet worden. In beiden Ländern steht auf dem Übertritt vom Islam zu Christentum die Todesstrafe. (nach: pro 5/2009, S. 8) Übergriffe gegen Christen in Pakistan mehren sich: Wie Open Doors mitteilt, haben sich in den letzten Jahren die gewaltsamen Angriffe gegen Christen in Pakistan, einer Drehscheibe des islamischen Terrors, stark vermehrt. Von der Regierung ist kaum Schutz zu erwarten. Als besonders gefährlich gilt das perfide „Blasphemiegesetz“, das es jedermann ermöglicht, einen ihm unliebsamen Mitmenschen wegen irgendeiner Beleidigung des Islam anzuklagen. (Es genügt schon das Verbrennen einer Tageszeitung, in der ein Koranvers stand oder das Aufheben eines Papierfetzens, der von jemand anders aus einem religiösen Buch gerissen worden war – denn es ist durchaus möglich, dass ersterer dann beschuldigt wird, das Blatt herausgerissen zu haben.) Angriffe auf Kirchen und das Eigentum von Christen kommen fast jede Woche vor; Diskriminierung der Christen ist in Pakistan alltägliche Praxis. (nach: pro 5/2009, S. 8) Besonders bedroht ist die Lage der christlichen Frauen und Mädchen in Pakistan, da sie sozusagen zu zwei verachteten Gruppen gleichzeitig gehören: Sie sind Christen und sie sind weiblich. Im Sommer 2008 entführten Moslems die 13-jährige Saba und ihre 10-jährige Schwester Aneela. Beide wurden gezwungen, zum Islam überzutreten und wurden mit muslimischen Männern verheiratet. Die Eltern konnten mit Hilfe einer Hilfsorganisation eine gerichtliche Untersuchung durchsetzen. Die „Bekehrung“ und Verheiratung der 10-jährigen Aneela wurde tatsächlich gerichtlich aufgehoben, nicht aber diejenige der 13-jährigen Saba. Jeder Kontakt der Eltern zu ihr wurde verwehrt. Formal haben christliche Eltern keinerlei Rechte an muslimisch gewordenen Kindern, nicht einmal ein Besuchsrecht. Entführungen christlicher Kinder häufen sich in Pakistan; die Polizei nimmt Anzeigen der Christen dagegen oft nicht ernst, Gerichte rechtfertigen die Untat. Für entführte und missbrauchte Mädchen und Frauen gibt es inzwischen ein Schutzhaus, in dem sie Hilfe, Seelsorge, rechtliche Unterstützung und auch eine berufliche Ausbildung erhalten. (nach: HMK, Stimme der Märtyrer, 2/2009, S. 3 f.) Diese Praktiken sind im Islam nichts Neues, sondern seit Jahrhunderten so üblich, wie die Darlegungen Bat Y’eors in ihrem Buch „Der Niedergang des orientalischen Christentums“ zeigen. Sie sind Teil der islamischen Vorgehensweise, das Christentum vollständig zu zerstören. Islamlehrer in Wien abgesetzt: Der Wiener Stadtschulrat hat einen Islamlehrer der Islamischen Gemeinschaft in Österreich (IGGÖ) abgesetzt, nachdem dieser antisemtische Blätter in der Schule verteilt hatte, auf denen er die Namen von Firmen aufführte, die tatsächlich oder angeblich von Juden geführt würden und bei denen man deshalb nicht kaufen würde. Das österreichische Kultusministerium hat veranlasst, dass die Sache der Staatsanwaltschaft übergeben wird, damit überprüft werden kann, ob der Straftatbestand der „Verhetzung“ gegeben ist. Die IGGÖ, die erst durch die oben angeführte Studie ins Zwielicht geraten war, versuchte auch in dieser Sache abzuwiegeln und betonte, es sei ein Disziplinarverfahren eingeleitet worden; ansonsten handele es sich um einen Einzelfall. (nach: pro 07/2009, S. 6) Tatsächlich sind Islam und Hadithe voll von Antisemitismus, Christenfeindlichkeit und Aufforderung zum Mord an Christen und Juden. Kopten in Ägypten zu Zwangsarbeit verurteilt: Sechs koptische Brüder sind am 22. Januar zu drei Jahren Zwangsarbeit verurteilt worden, weil sie im islamischen Fastenmonat Ramadan ihr Café tagsüber geöffnet hatten. Sie waren im September 2008 von der ägyptischen Polizei zusammengeschlagen und verhaftet worden. Die Beamten verwüsteten das Café in Port Said und warfen den Brüdern unter völliger Verdrehung der Vorkommnisse angebliche „Angriffe auf Behördenvertreter“ vor. Nach ägyptischem Recht ist es nicht vorgeschrieben, im islamischen Fastenmonat Ramadan tagsüber Cafés und Restaurants geschlossen zu halten, zumal die religiöse Vorschrift nur Muslimen gilt, nicht der christlichen Minderheit. (nach: Stimme der Märtyrer, 03/2009, S. 9) Die Vorkommnisse reihen sich ein in die Art und Weise des Vorgehens des Islam gegen nichtislamische Kreise, die eingeschüchtert, vertrieben bzw. dadurch zum Übertritt zum Islam gezwungen werden sollen. Christ in Ägypten muss sich verborgen halten: Mohammed Hegazy muss sich mit seiner Frau und seinem Kind versteckt halten. Seit bekannt wurde, dass Hegazy 1999 vom Islam zum christlichen Glauben bekehrt wurde, fordern Moslems die Todesstrafe für ihn – und einige sind auch bereit, sie zu vollziehen. Lange Zeit blieb Hegazy heimlich ein Christ. Erst als seine Frau 2007 ein Kind erwartete, beantragte Hegazy die offizielle Anerkennung seines Religionswechsels und wollte deshalb den Vermerk der Religionszugehörigkeit im Personalausweis ändern lassen, weil nur so sein Kind getauft und als Christ erzogen werden kann. Diese Änderung wurde ihm verweigert. Als er deshalb vor Gericht ging, urteilte der Richter, dass es gegen das Gesetz sei, dass er den Islam verlassen habe. Zwei Rechtsgelehrte der Al-Azhar-Universität in Kairo forderten unmissverständlich die Todesstrafe für Hegazy. Seither lebt die Familie im Untergrund und muss immer wieder ihren Aufenthaltsort wechseln. Hegazy hatte noch gehofft, dass das ägyptische Verfassungsgericht das Recht auf Religionswechsel bestätigen würde. Aber die Richter weigerten sich, Hegazys Klage anzunehmen. (nach: Stimme der Märtyrer, 03/2009, S. 10) In Indonesien wird vermehrt die Scharia eingeführt: Regionale und kommunale Parlamente führen vermehrt in Indonesien Gesetze ein, die Bestimmungen der Scharia durchsetzen. Offiziell ist die Scharia nur in einer Provinz, Aceh, in Kraft, aber in 16 weiteren Provinzen haben 50 Regierungsbezirke ähnliche Vorschriften eingeführt, so etwa in Padang, dass sowohl muslimische wie nichtmuslimische Frauen ein Kopftuch tragen müssen. In Tangerang können Frauen, die nach 22.00 Uhr „herumlungernd“ auf der Straße angetroffen werden, festgenommen und der Prostitution angeklagt werden. (nach: Stimme der Märtyrer, 03/2009, S. 9) Nach der Gründung Indonesiens galt die sogenannte „Pantasila“ als Staatsgrundlage, die unter anderem die Gleichberechtigung der verschiedenen in Indonesien vorhandenen Religionen vorsah. Nach dem von den westlichen Staaten erzwungenen Systemwechsel, der rein formal eine „Demokratie“ bringen sollte, ist es tatsächlich zu einer immer stärkeren Islamisierung gekommen. Etwa 80 % der Bevölkerung gehört dem Islam an. Einmal mehr wird die Blindheit der westlichen Staaten deutlich, die überall, ohne Rücksicht auf Kultur, Religion und damit zusammenhängende Umstände, ihr System – ein Mensch, eine Stimme – durchsetzen wollen. Insbesondere in Staaten mit islamischer Bevölkerungsmehrheit muss dies fast automatisch zur Diskriminierung anderer Bevölkerungsteile führen, da der Islam keine Trennung von Religion und Staat kennt.

Islamischer Terror in Nigeria: Was es bedeutet, wenn in einer Gegend die Muslime die Mehrheit haben, müssen immer die Christen im Norden Nigerias erfahren. So sind am 28.11.2008 aufgebrachte, durch ihre Prediger aufgehetzte Moslems durch die Straßen der Stadt Jos gezogen und haben Kirchen niedergebrannt, Wohnungen von Christen zerstört und Jagd auf Christen gemacht. Mindestens 800 sind ihnen zum Opfer gefallen. Hintergrund waren bevorstehende Wahlen, bei denen die christlichen Kandidaten gute Aussichten hatten zu gewinnen. Am 20.02.2009 kam es im Nachbarstaat Bauchi zu Unruhen. Muslime töteten mindestens elf Christen, zündeten Kirchen an, plünderten Geschäfte, raubten Wohnungen aus. Zuvor hatten die Moslems in der Wohngegend der Christen eine Moschee und eine Koranschule gebaut. Jeden Freitag predigte der Imam gegen die Christen. Es wird bemutet, dass die Gewalttäter von höchster Stelle geschützt und ermutigt werden. (nach: Stimme der Märtyrer, 04/2009, S. 3-5) Wer sich mit dem Koran, den Hadithen (Leben Mohammeds) und der Geschichte des Islam im Vorderen Orient beschäftigt hat, für den sind diese Vorgänge nicht überraschend. Terror gegen nichtislamische Bevölkerungsteile gehört mit zur Strategie der Ausbreitung der Islam, teils, um diese Bevölkerung zu vertreiben, teils um sie umzubringen, teils, um sie durch die Gewalt zum Übertritt zum Islam zu zwingen. Solche Vorgehensweise wird vor allem dann sich zeigen, wenn die Muslime eine gewisse zahlenmäßige Stärke erreicht haben oder die politische Macht besitzen. Auch die europäischen Staaten müssen sich, wenn sie nicht die Moslems in islamische Staaten zurückführen, auf ähnliche Gewaltakte in nicht allzu ferner Zukunft gefasst machen, vor allem in den Großstädten. Einstellung gegenüber Christen in der Türkei: Die Einstellung des muslimischen Teils der türkischen Bevölkerung gegenüber den Christen in ihrem Land hat sich eindeutig verschlechtert. Während 2004 „nur“ 44% den Christen negativ gegenüber standen, sind es 2008 bereits 74% gewesen, mehr sogar als etwa in Pakistan. Als Grund wird vor allem die Papstrede in Regensburg genannt, bei der der römische Bischof die Gewaltgeneigtheit des Islam ansprach. (nach: idea Nachrichten vom 12.04.2009). Mit dazu beigetragen haben dürfte aber auch die bewusste antichristliche Kampagne in den türkischen Medien, unterstützt auch zumindest von Teilen der regierenden AKP, die seit Jahren läuft und auch das entsprechende Umfeld für die Morde an Christen in den vergangenen Jahren geschaffen hat. Es darf dabei nicht vergessen werden, dass das Ziel des Islam die weltweite „Umma“ ist, also die islamische Welteroberung und Weltherrschaft, in der andere Religionen keinen Platz haben bzw., wenn überhaupt (das beträfe Christen und Juden) nur als Bürger zweiter Klasse, die jederzeit auf jegliche Weise drangsaliert werden können. Neues Religionsgesetz in Kirgistan: Am 12. Januar 2009 hat der kirgisische Präsident ein neues Religionsgesetz unterschrieben. In diesem Gesetz heißt es unter anderem, dass religiöse Organisationen nur durch die Initiative von mindestens 200 Bürgern der Kirgisischen Republik gegründet werden dürfen. Die Arbeit mit Kindern in religiösen Organisationen ist untersagt. Der Vertrieb von religiösen Medien an öffentlichen Orten (einschließlich Wohnungsbesuchen zu diesem Zweck) ist verboten. Handlungen, die darauf zielen, dass jemand seine Religion wechselt, sind verboten. Alle Bildungseinrichtungen müssen eine staatliche Lizenz haben. Ausländische Missionare und Mitarbeiter dürfen nur noch drei Jahre im Land bleiben. (nach: Rundbrief der Kirchlichen Gemeinschaft e.V. 2/2009, S. 2) Es ist offensichtlich, dass mit diesem Gesetz die christliche Mission und die Ausbreitung der Gemeinde Jesu Christi in Kirgistan verhindert werden soll. In seinem Inhalt erinnert das Gesetz sehr an die Bestimmungen in totalitären Staaten.

Literaturhinweis:

-Carl Manthey-Zorn: Handbuch für den ersten Selbstunterricht in Gottes Wort. DINà-4. 199 S. Spiralbindung. Die unabhängige evangelisch-lutherische Immanuel-Gemeinde in Steeden hat dieses Buch neu herausgegeben, in dem zunächst die wichtigsten biblischen Geschichten des Alten und Neuen Testamentes wiedergegeben und erläutert werden und dann die biblische Lehre gemäß dem lutherischen Katechismus dargelegt wird. Das Buch wurde nun ergänzt durch erklärende Anmerkungen zu den biblischen Geschichten und Fragen zu den einzelnen Lektionen, um dadurch ein intensives Durcharbeiten zu erleichtern. Außerdem wurde es durch verschiedene Anhänge erweitert: apostolisches, nicänisches und athanasianisches Bekenntnis, Augsburgisches Bekenntnis, Kurze Darlegung der Lehrstellung der bibeltreuen evangelisch-lutherischen Kirche (1932), einem Überblick über das Kirchenjahr, einer Einführung in den lutherischen Hauptgottesdienst und einer Zeittafel zur Heilsgeschichte.