Beständig in der Apostel Lehre und in der Gemeinschaft und im Brotbrechen und im Gebet! Apg. 2,42

DER BEKENNTNIS-

LUTHERANER

 

Lutherisches Blatt für Bibelchristentum.

Mit Zustimmung der Lutherischen Kirchen der Reformation (Lutheran Churches of the Reformation, LCR) herausgegeben von Roland Sckerl,  Leopoldstr. 1, D-76448 Durmersheim; Tel.:07245/83062; Fax: 07245/913886

e-mail: Sckerl@web.de

15. Jahrgang 2007  Heft 2/2007

 

 

 

 

 

I N H A L T S V E R Z E I C H N I S

 

UNTER LUTHERS KANZEL UND KATHEDER     1

Die Grundlagen christlicher Ethik I:. 1

Von der Freiheit eines Christenmenschen.. 1

UNTER BIBEL UND BEKENNTNIS... 4

Die Stellung der christlichen Frau, insbesondere als Mitarbeiterin in der Kirche  4

ERLÄUTERUNGEN ZU... 7

1. KORINTHER 14,34-37.. 7

FRAUENSTIMMRECHT IN DER GEMEINDE?.. 7

Unser NEIN zur Abtreibung.. 9

STELLUNGNAHME ZU GEBURTENBE-. 10

SCHRÄNKUNG UND FORTPFLANZUNG... 10

Zu Geburtenkontrolle und Abtreibung.. 11

                                                                                                                                            

 

 

 

 

 

 

 

 

UNTER LUTHERS KANZEL UND KATHEDER

 

 

Die Grundlagen christlicher Ethik I:

Von der Freiheit eines Christenmenschen

 

Von Roland Sckerl

 

 

Luthers Schrift „Von der Freiheit eines Christenmenschen“ aus dem Jahr 1520 gehört zu seinen grundlegenden reformatorischen Frühschriften und stellt zusammen mit dem „Sermon von den guten Werken“ die Grundlinien einer christlichen Ethik auf.

Luther hat dabei in der ständigen Auseinandersetzung mit der römisch-katholischen Werkgerechtigkeit zunächst herausgearbeitet, wie wir als Sünder überhaupt Christ werden können – und dann, als Erlöste, gute Werke tun. Die These, die er dazu über sein Werk gesetzt hat, um sie dann anhand der Heiligen Schrift auszuführen, lauten:

 

Ein Christenmensch ist ein freier Herr über alle Dinge und niemand untertan;

Ein Christenmensch ist ein dienstbarer Knecht aller Dinge und jedermann untertan.

 

Luther legt dar, dass jeder Christ sowohl geistlich als auch leiblich ist, dass er eine Seele und einen Leib hat. Und er stellt dann die Frage in den Raum: Worin besteht eigentlich die Freiheit des Christen? Wenn es um die Seele des Menschen geht, „so ist offenbar, dass kein äußerliches Ding ihn frei noch fromm machen kann, wie es immer genannt werden mag. Denn seine Frömmigkeit und Freiheit, wiederum seine Bosheit und Gefängnis sind nicht leiblich noch äußerlich. Was hilft es der Seele, dass der Leib ungefangen, frisch und gesund ist, isst, trinkt, lebt, wie er will? Wiederum, was schadet das der Seele, dass der Leib gefangen, krank und matt ist, hungert, dürstet und leidet, wie er nicht gerne wollte? Dieser Dinge reicht keines bis an die Seele, sie zu befreien oder zu fangen, fromm oder böse zu machen.“ (Luthers Werke. Hrsg. von Buchwald, Kawerau ... 3. Aufl. Berlin 1905. Bd. 1. S. 296 f.) Kurz: All die äußeren, materiellen Dinge dieses Lebens können tatsächlich der Seele nicht helfen, von der Sünde frei zu werden und zum Frieden mit Gott zu kommen. Das heißt: Die Seele kann letztlich alle äußeren Dinge entbehren, nur eines nicht: Gottes Wort! „Hat die Seele kein ander Ding, weder im Himmel noch auf Erden, darinnen sie lebe, fromm, frei und Christ sei als das heilige Evangelium, das Wort Gottes von Christus gepredigt, wie er selbst sagt Joh. 11,25: ‚Ich bin das Leben und die Auferstehung, wer da glaubt an mich, der lebt ewiglich’, ferner 14,6: ‚Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben’, ferner Matth. 4,4: ‚Der Mensch lebt nicht allein vom Brot, sondern von allen Worten, die aus dem Munde Gottes gehen.’ So müssen wir nun gewiss sein, dass die Seele alles Dinges entbehren kann, ausgenommen das Wort Gottes, und ohne das Wort Gottes ist ihr mit keinem Ding geholfen. Wo sie aber das Wort hat, so bedarf sie auch keines anderen Dinges mehr, sondern sie hat in dem Worte genug: Speise, Freude, Friede, Licht, Kunst, Gerechtigkeit, Wahrheit, Weisheit, Freiheit und alles Gut überschwänglich.“ (ebd. S. 296) „Und Christus ist um keines anderen Amtes willen, als das Wort Gottes zu predigen, gekommen. Auch alle Apostel, Bischöfe, Priester und der geistliche Stand sind allein um des Wortes willen berufen und eingesetzt, wiewohl es nun leider anders geht.“ (ebd. S. 297) Die Seele lebt also allein aus dem Wort Gottes, und dabei wieder aus dem Evangelium, dem Wort von Christus, und kommt nur so aus allem Verderben und aller Not.

Darum ist es absolut notwendig, dass wir stets, täglich mit Christi Wort umgehen, denn anders können wir nicht Christi Eigentum werden. „Darum sollte das billig aller Christen einziges Werk und Übung sein, dass sie das Wort und Christus wohl in sich bildeten, solchen Glauben stetig übten und stärkten. Denn kein anderes Weerk kann einen Christen machen, wie Christus Joh. 6 zu den Juden sagte.“ (ebd. S. 297) Schon diese Aussagen stellen den schärfsten Gegensatz zur römisch-katholischen Lehre dar, die eben genau das leugnet, dass wir an Christus und seinem Wort genug haben und dass der Glaube – der auch wiederum ein Geschenk Gottes ist – das einzige wahre „Werk“ ist, womit wir wahrhaft Gott wohlgefallen, wodurch allein die Gebote gehalten werden. Rom verweist vielmehr bis heute die Menschen an ihre eigenen Werke, wenn sie in den Himmel kommen wollen. Rom verleugnet Christus zwar nicht völlig, aber es lässt die Rettung nicht durch ihn allein geschehen, sondern behauptet, dass eine Mitwirkung des Menschen nötig sei, dass er, um hier mit Luther zu reden, leibliche Werke tun müsse, um seiner Seele zum völligen Frieden zu helfen. Dagegen macht der Reformator hier deutlich, dass wir durch den Glauben den größtmöglichen Reichtum überhaupt haben, da wir durch ihn – und zwar durch ihn allein – gerecht und fromm und mit Christus vereinigt sind. Der Glaube allein, ohne alle Werke, macht fromm. Darum ist es auch so wichtig, Gesetz und Evangelium deutlich zu unterscheiden. „Hier ist fleißig zu merken und ja mit Ernst zu behalten, dass allein der Glaube ohne alle Werke fromm, frei und selig macht, wie wir hernach mehr hören werden. Und es ist zu wissen, dass die ganze heilige Schrift in zweierlei Worte geteilt wird, welche sind: Gebote oder Gesetze Gottes und Verheißungen oder Zusagungen. Die Gebote lehren und schreiben uns mancherlei gute Werke vor, aber damit sind sie noch nicht geschehen. Sie weisen wohl, sie helfen aber nicht; lehren, was man tun soll, geben aber keine Stärke dazu. Darum sind sie nur dazu geordnet, dass der Mensch darinnen sehe sein Unvermögen zu dem Guten und lerne an sich selbst verzweifeln. Und darum heißen sie auch das alte Testament und gehören alle ins alte Testament. So beweist das Gebot: ‚Du sollst nicht böse Begierde haben’, dass wir allesamt Sünder sind und kein Mensch vermag ohne böse Begierde zu sein, er tue, was er will; daraus lernt er an sich selbst verzagen und anderswo Hilfe zu suchen, dass er ohne böse Begierde sei und also das Gebot durch einen anderen erfülle, das er aus sich selbst nicht vermag. Also sind auch alle anderen Gebote uns unmöglich.

Wenn nun der Mensch aus den Geboten sein Unvermögen gelernt und empfunden hat, dass ihm nun angst wird, wie er dem Gebote Genüge tue, da das Gebot muss erfüllt sein oder er muss verdammt sein: So ist er recht gedemütigt und zunichte geworden in seinen Augen, findet nichts in sich, womit er fromm werden könnte. Dann so kommt das andere Wort, die göttliche Verheißung und Zusagung, und spricht: Willst du alle Gebote erfüllen, deiner bösen Begierde und Sünde los werden, wie die Gebote zwingen und fordern, siehe da, glaube an Christus, in welchem ich dir zusage alle Gnade, Gerechtigkeit, Friede und Freiheit; glaubst du, so hast du, glaubst du nicht, so hast du nicht. Denn was wir unmöglich ist mit allen Werken der Gebote, deren viele sind und doch keines nütze, das wird dir leicht und kurz durch den Glauben. Denn ich habe kurz in den Glauben gestellt alle Dinge, dass, wer ihn hat, alle Dinge haben und selig sein soll; wer ihn nicht hat, soll nichts haben.“ (ebd. S. 298 f.)

Wort und Glaube sind es also, die die Seele regieren, die äußeren Werke helfen nicht zur ewigen Errettung. Das trennt bis heute das biblische, in der Reformation erneuerte Christentum von Rom. „Also sehen wir, dass an dem Glauben ein Christenmensch genug hat; er bedarf keines Werkes, dass er fromm sei. Bedarf er denn keines Werkes mehr, so ist er gewisslich entbunden von allen Geboten und Gesetzen. Ist er entbunden, so ist er gewisslich frei. Das ist die christliche Freiheit, der einzige Glaube, der da macht, nicht, dass wir müßig gehen oder übel tun mögen, sondern dass wir keines Werkes zur Frömmigkeit bedürfen und um Seligkeit zu erlangen, davon wir mehr hernach sagen wollen.“ (ebd. S. 300) Das also ist die wahre christliche Freiheit, dass wir aus Gottes Gnade, um Christi Verdienst willen, befreit sind von dem Zwang, durch eigene Werke unsere Erlösung zu erringen oder zumindest doch daran mitzuwirken. Unser Leben muss sich damit eben nicht mehr um uns selbst, unser Heil, drehen, sondern wir sind frei geworden für Christus und damit auch für den Nächsten.

Und dieser rettende Glaube, der vereinigt die Seele mit Christus, wie die Braut mit dem Bräutigam durch die Ehe vereinigt wird. Das heißt: Die gläubige Seele erhält alles das, was Christus gehört, während Christus alles das, was auf der Seele liegt, also alle Sünde, auf sich nimmt. „Nicht allein gibt der Glaube so viel, dass die Seele dem göttlichen Wort gleich wird, aller Gnaden voll, frei und selig, sondern vereinigt auch die Seele mit Christus, wie eine Braut mit ihrem Bräutigam. Aus welcher ehe folgt, wie St. Paulus sagt, dass Christus und die Seele ein Leib werden; so werden auch beider Güter, Fall, Unfall und alle Dinge gemeinsam; das, was Christus hat, das ist eigen der gläubigen Seele; was die Seele hat, wird eigen Christi. So hat Christus alle Güter und Seligkeit: die sind der Seele eigen. So hat die Seele alle Untugend und Sünde auf sich: die werden Christi eigen.

Hier hebt nun an der fröhliche Wechsel und Streit: Dieweil Christus ist Gott und Mensch, welcher noch nie gesündigt hat und dessen Frömmigkeit unüberwindlich, ewig und allmächtig ist, so macht er denn der gläubigen Seele Sünde durch ihren Brautring, das ist der Glaube, sich selbst zu eigen und tut nicht anders, denn als hätte er sie getan. So müssen die Sünden in ihm verschlungen und ersäuft werden. Denn seine unüberwindliche Gerechtigkeit ist allen Sünden zu stark. Also wird die Seele von allen ihren Sünden lauter durch ihren Mahlschatz, das ist des Glaubens halben ledig und frei und begabt mit der ewigen Gerechtigkeit ihres Bräutigams Christus.“ (ebd. S. 300 f.) Und so ist es der Glaube – und zwar der Glaube allein –, der das erste Gebot erfüllt, und damit auch alle anderen Gebote. „Hier siehst du aber, aus welchem Grunde dem Glauben billig so viel zugeschrieben wird, dass er alle Gebote erfüllt und ohne alle anderen Werke fromm macht. Denn du siehst hier, dass er das erste Gebot erfüllt allein, da geboten wird: Du sollst deinen Gott ehren. Wenn du nun eitel gute Werke wärest bis auf die Fersen, so wärest du dennoch nicht fromm und gäbest Gott noch keine Ehre, und also erfülltest du das allererste Gebot nicht. Denn Gott kann nicht geehrt werden, ihm werde denn Wahrheit und alles Gute zugeschrieben, wie er denn wahrlich ist. Das tun aber keine guten Werke, sondern allein der Glaube des Herzens. Darum ist er allein die Gerechtigkeit des Menschen und aller Gebote Erfüllung.“ (ebd. S. 301 f.) Es liegt also alles daran, wirklich das gesamte Evangelium, dass die Werke aus dem rettenden Glauben absolut ausgeschlossen werden. Darum ist es auch völlig verkehrt, wenn der rettende Glaube beschrieben wird als derjenige Glaube, der durch die Liebe tätig wird. Das ist bereits die Vermengung von Rechtfertigung und Heiligung, das ist gegen Römer 3 und 4 und ist der Übertritt auf römisch-katholisches Gebiet. (Und das ist leider der Irrweg des Pietismus und vieler Evangelikaler, die daher, wie der Vorsitzende des Gnadauer Verbandes, kein Problem hatten, der sogenannten „Gemeinsamen Erklärung“ zur Rechtfertigungslehre zuzustimmen.) Die Werke können uns die Seligkeit nicht erwerben, sie können nicht wirklich die Gebote Gottes erfüllen. Sie sind vielmehr eine Frucht, die aus dem Glauben folgt.

Durch Christus haben wir im Glauben die höchste Ehre: Wir sind Könige und Priester und haben damit allen Reichtum und freien Zugang zu Gott. „Wer mag nun ausdenken die Ehre und Höhe eines Christenmenschen? Durch sein Königreich ist er aller Dinge mächtig, durch sein Priestertum ist er Gottes mächtig. Denn Gott tut, was er bittet und will, wie da geschrieben steht im Psalter: ‚Gott tut den Willen derer, die ihn fürchten, und erhört ihr Gebet.’ Zu diesen Ehren kommt er nur allein durch den Glauben und durch kein Werk. Daraus sieht man klar, wie ein Christenmensch frei ist von allen Dingen und über alle Dinge, also dass er keiner guten Werke dazu bedarf, dass er fromm und selig sei, sondern der Glaube bringt es ihm alles überflüssig.“ (ebd. S. 304) Dies zeigt einen weiteren Aspekt der christlichen Freiheit an: Als Christ bin ich durch den Glauben frei von allen Dingen, nicht mehr abhängig von ihnen, und bin vielmehr ein Herr aller Dinge geworden, denn sie müssen mir nun alle dienen.

 

Bisher hatte Luther von dem inneren oder inwendigen Menschen geredet. Nun geht er auf den äußeren Menschen, der ja nicht eine andere Person ist, sondern eine Person mit dem inwendigen Menschen. Was nun diesen äußeren Menschen angeht, der in dieser Welt lebt, so ist der Christ in ihm ein dienstbarer Knecht und allen untertan. Denn mit dem Leib ist er auch als Christ hier auf Erden und soll Christus in den anderen Menschen dienen, damit der äußere Mensch so dem inneren Menschen immer ähnlicher werde. „Obwohl der Mensch inwendig nach der Seele durch den Glauben genugsam gerechtfertigt ist und alles hat, was er haben soll, außer dass deerselbe Glaube und Genüge immer zunehmen muss bis in jenes Leben, so bleibt er doch noch in diesem leiblichen Leben auf Erden und muss seinen eigenen Leib regieren und mit Leuten umgehen. Da heben nun die Werke an: Hier darf er nicht müßig gehen; da muss fürwahr der Leib mit Fasten, Wachen, Arbeiten und mit aller mäßigen Zucht getrieben und geübt sein, dass er dem innerlichen Menschen und dem Glauben gehorsam und gleichförmig werde, nicht hindere noch widerstrebe, wie seine Art ist, wo er nicht gezwungen wird.“ (ebd. S. 306) Was sagt Luther damit: Es wäre ein Widerspruch in sich, wenn der Mensch meint, weil er ja den Glauben habe, darum brauche er keine Werke mehr zu tun, er habe ja schon alles. Dann wäre er als Mensch völlig gespalten. Vielmehr muss es so sein, dass der inwendige Menschen den äußeren Menschen regiert, dass eer also bestrebt ist, so zu leben, wie es Gottes Wort und Willen entspricht, gegen alle Lüste und Begierden und Sehnsüchte und Ziele des äußeren Menschen. Das ist der tägliche geistliche Kampf, den wir zu führen haben, von dem Paulus Römer 7 und Galater 5 spricht. Die Werke geschehen also nicht damit der Mensch erlöst, fromm wird, sondern weil er erlöst ist, um in der Liebe gehorsam und gereinigt zu werden. „Aber dieselben Werke müssen nicht geschehen in der Meinung, dass dadurch der Mensch fromm werde vor Gott, denn die falsche Meinung kann der Glaube nicht leiden, der allein ist und sein muss die Frömmigkeit vor Gott; sondern nur in der Meinung, dass der Leib gehorsam werde und gereinigt von seinen bösen Lüsten, und das Auge nur sehe auf die bösen Lüste, sie auszutreiben... und doch sind die Werke nicht das rechte Gut, davon er fromm und gerecht sei vor Gott, sondern er tue sie aus freier Liebe umsonst, Gott zu gefallen; nichts anderes darin gesucht noch gesehen, als dass es Gott also gefalle, dessen Willen er gerne täte aufs allerbeste.“ (ebd. S. 307)

Hier kommt sehr deutlich die Triebfeder für das christliche Leben heraus: die freie Liebe zu Gott, ihm, dem lebendigen, dreieinigen Gott, der mich erlöst hat, erworben und gewonnen von allen Sünden und der Herrschaft des Teufels, ihm zu dienen, ihm gehorsam zu sein, ihm zu gefallen.

Aus all dem wird deutlich: Gute Werken machen noch lange keinen frommen Menschen, sondern es ist umgekehrt: Nur ein frommer Mann kann überhaupt Werke tun, die in Gottes Augen gut sind. „Darum sind zwei Sprüche wahr: ‚Gute, fromme Werke machen nimmermehr einen guten, frommen Mann, sondern ein guter, frommer Mann macht gute, fromme Werke.’ ‚Böse Werke machen nimmermehr einen bösen Mann, sondern ein böser Mann macht böse Werke.’ Also dass allewege die Person zuvor gut und fromm sein muss vor allen guten Werken, und gute Werke folgen und ausgehen von der frommen, guten Person; gleichwie Christus sagt: ‚Ein böser Baum trägt keine gute Frucht, ein guter Baum trägt keine böse Frucht.’“ (ebd. S. 308 f.) Immer wieder betont es Luther, dass allein der Glaube fromm macht, und musste es immer wieder betonen, da die Menschen durch die römisch-katholische Lehre von Christus weg auf die Heiligen, Maria und die eigenen Werke verführt worden waren. „So denn die Werke niemand fromm machen, und der Mensch zuvor fromm sein muss, ehe er wirkt, so ist es offenbar, dass allein der Glaube aus lauter Gnade durch Christus und sein Wort die Person genugsam fromm und selig macht, und dass kein Werk, kein Gebot einem Christen not sei zur Seligkeit, sondern er frei ist von allen Geboten und aus lauterer Freiheit umsonst tut alles, was er tut, in nichts damit seinen Nutzen oder Seligkeit zu suchen – denn er ist schon satt und selig durch seinen Glauben und Gottes Gnade – sondern nur, um Gott darinnen zu gefallen.

Wiederum dem, der ohne Glauben ist, ist kein gutes Werk förderlich zur Frömmigkeit und Seligkeit. Wiederum machen in keine bösen Werke böse und verdammt, sondern der Unglaube, der die Person und den Baum bös macht, der tut böse und verdammte Werke. Darum, wwenn man fromm oder böse wird, hebt es sich nicht an den Werken an, sondern an dem Glauben.“ (ebd. S. 309 f.) Die Werke zeigen dann nur nach außen hin an, vor den Menschen, ob die Person wohl fromm oder böse sei. Aber wie die Person wirklich ist, wie ihr Herz aussieht, das lässt sich durch die Werke nicht erkennen. Denn viele mögen zwar, oft in dem Irrwahn der Werkgerechtigkeit, gute Werke tun – aber das Herz bleibt fern von Christus. Sie haben damit nur einen Schein der Frömmigkeit, aber nicht den rechten Grund, Christus. Es geht vielmehr um die Person, sie muss erst gut werden. „Wer nun mit denselben Blinden nicht irren will, muss weiter sehen als in die Werke, Gebote oder Lehre der Werke. Er muss auf die Person vor allen Dingen sehen, wie die fromm werde. Die wird aber nicht durch Gebot und Werk, sondern durch Gottes Wort (das ist durch seine Verheißung der Gnade) und den Glauben fromm und selig, auf dass bestehe seine göttliche Ehre, dass er uns nicht durch unsere Werke, sondern durch sein gnädiges Wort umsonst und aus lauter Barmherzigkeit selig mache.“ (ebd. S. 310) Werke, mit denen der Mensch sich die ewige Rettung erwerben will, sind vor Gott gar nicht gut, weil sie die Gnade Gottes angreifen, schmähen, die doch allein durch den Glauben fromm und selig macht. „Denn wo der falsche Anhang und die verkehrte Meinung darin ist, dass durch die Werke wir fromm und selig werden wollen, sind sie schon nicht gut und ganz verdammlich; denn sie sind nicht frei und schmähen die Gnade Gottes, die allein durch den Glauben fromm und selig macht; welches Werke nicht vermögen, und nehmen es sich doch vor zu tun und greifen damit der Gnade in ihr Werk und ihre Ehre. Darum verwerfen wir die guten Werke nicht um ihretwillen, sondern um desselben bösen Zusatzes und falscher, verkehrter Meinung willen, welche macht, dass sie nur gut scheinen und sind doch nicht gut, betrügen sich und jedermann damit, gleichwie die reißenden Wölfe in Schafskleidern. Aber derselbe böse Zusatz und die verkehrte Meinung in den Werken ist unüberwindlich, wo der Glaube nicht ist. Er muss in demselben Werkheiligen sein, bis der Glaube kommt und ihn zerstöre; die Natur vermag ihn von sich selbst nicht auszutreiben, ja auch nicht zu erkennen, sondern sie hält ihn für ein köstliches, seliges Ding; daxrum werden ihrer auch so viele dadurch verführt.“ (ebd. S. 311)

Luther macht deutlich, dass ohne den Glauben damit auch alle Reue, Beichte und Genugtun, was ja Rom in dem sogenannten „Bußsakrament“ vorgeschrieben hat, teuflisch sind. Warum wird das so wenig erkannt? Weil vielfach Gesetz und Evangelium nicht recht unterschieden und auch nicht sowohl Gesetz als auch Evangelium gepredigt werden. Das ist Luther sehr wichtig. „Man darf nicht einerlei allein predigen, sondern alle beide Worte Gottes. Die Gebote soll man predigen, die Sünder zu erschrecken und ihre Sünde zu offenbaren, dass sie Reue haben und sich bekehren. Aber dabei soll es nicht bleiben, man muss das andere Wort, die Zusagung der Gnade, auch predigen, den Glauben zu lehren, ohne welche die Gebote, Reue und alles andere vergebens geschieht.“ (ebd.) Aus dem Gesetz kommt die Reue – aber der rechte Glauben allein aus dem Evangelium. „Denn die Reue fließt aus den Geboten, der Glaube aus den Zusagungen Gottes, und also wird der Mensch durch den Glauben göttlicher Worte gerechtfertigt und erhaben, der durch die Furcht vor Gottes Gebot gedemütigt und zu seiner Erkenntnis gekommen ist.“ (ebd. S. 311 f.)

Wozu sollen wir überhaupt gute Werke tun? Damit sollen wir den anderen Menschen, unseren Mitmenschen, unserem Nächsten dienen. Denn zur Seligkeit, zur ewigen Errettung, haben wir sie nicht nötig. Vielmehr sollen wir mit ihnen den anderen Menschen dienen, tun, was für sie nützlich ist. „... er muss je mit ihnen zu reden und zu schaffen haben, wiewohl ihm derselben Werke keines not ist zur Frömmigkeit und Seligkeit. Darum soll seine Meinung in allen Werken frei und nur dahin gerichtet sein, dass er anderen Leuten damit diene und nütze sei, nichts anderes sich vornehme, als was den anderen not ist.... Phil. 2,1-3: ‚Ich ermahne euch allen Trostes, den ihr in Christus habt, und allen Trostes, den ihr habt von unserer Liebe zu euch, und aller Gemeinschaft, die ihr habt mit allen geistlichen frommen Christen, ihr wollt mein Herz vollkommen erfreuen, und das damit, dass ihr hinfort wollet eines Sinnes sein, einer gegen den anderen Liebe erzeigen, einer dem anderen dienen und ein jeglicher Acht haben nicht auf sich noch auf das Seine, sondern auf den anderen und was demselben not sei.“ (ebd. S. 312) Alle Werke sollen also auf den Nächsten gerichtet sein, ihm Gutes zu tun. Wir selbst benötigen sie nicht, denn wir haben ja schon am Glauben an Jesus Christus genug. Unser Leben soll ganz dem Vorbild Jesu Christi, Phil. 2,5-8, daher folgen, nämlich für den Nächsten da zu sein. „Siehe, da hat Paulus klärlich ein christliches Leben dahin gestellt, dass alle Werke sollen gerichtet sein dem Nächsten zugut, dieweil ein jeglicher für sich selbst an seinem Glauben genug hat, und alle anderen Werke und Leben ihm übrig sind, seinem Nächsten damit aus freier Liebe zu dienen.“ (ebd.)

Im Glauben, das betont Luther immer wieder, haben wir alles, was wir brauchen, sind damit frei, auch wenn wir dienen. Unser Leben braucht sich damit nicht mehr um uns selbst zu drehen, sondern wir sind frei geworden, dass wir nun ein Diener des Nächsten sein können, und zwar ohne Hintergedanken, frei, umsonst. „Und ob er nun ganz frei ist, soll er sich wiederum willig zu einem Diener machen, seinem Nächsten zu helfen, mit ihm zu verfahren und zu handeln, wie Gott mit ihm durch Christus gehandelt hat. Und das alles umsonst, nichts darinnen zu suchen als göttliches Wohlgefallen, und so zu denken: Wohlan, mein Gott hat mir unwürdigem, verdammtem Menschen ohne alles Verdienst, rein umsonst und aus eitel Barmherzigkeit durch und in Christus vollen Reichtum aller Frömmigkeit und Seligkeit gegeben, dass ich hinfort nichts mehr bedarf als zu glauben, es sei also. Ei, so will ich solchem Vater, der mich mit seinen überschwänglichen Gütern also überschüttet hat, wiederum frei, fröhlich und umsonst tun, was ihm wohlgefällt, und gegen meinen Nächsten auche in Christ werden, wie Christus mir geworden ist, und nichts mehr tun, als was ich nur sehe, das ihm not, nützlich und selig sei, dieweil ich doch durch meinen Glauben alles Dinges in Christus genug habe.“ (ebd. S. 313)

So ist die Liebe eine Frucht des Glaubens, der Gnade Gottes zu uns. Weil Gott uns geliebt hat, können wir ihn wieder lieben und sind frei, in dieser Liebe auch dem Nächsten zu dienen. „Darum, wie uns Gott durch Christus umsonst geholfen hat, also sollen wir durch den Leib und seine Werke nichts anderes tun als dem Nächsten helfen.“ (ebd.)

Darum können wir als Christen uns auch unterwerfen unter den Willen anderer, soweit es nicht den Geboten Gottes widerspricht. „Denn welches Werk nicht dahinaus gerichtet ist, dem anderen zu dienen oder seinen Willen zu leiden, sofern er nicht zwingt, wider Gott zu tun, so ist es nicht ein gutes christliches Werk.“ (ebd. S. 315) So kann ein Christ, wenn es die Obrigkeit verlangt, sogar Geld geben, fasten, nicht, weil er das für sich, für seine Seligkeit benötigen würde, sondern für den anderen, ihm dadurch zu dienen. Und das alles eben einzig und allein aus Liebe, weil wir in Christus alles haben. Ein Christ, das macht Luther hier deutlich, lebt nicht mehr für sich selbst, sondern für Christus und damit für den Nächsten. In Christus sind wir frei, voll und ganz, und gerade damit auch für jeden ein Diener. „Aus dem allen folgt der Beschluss, dass ein Christenmensch lebt nicht sich hselbst, sondern in Christus und seinem Nächsten: in Christus durch den Glauben, in seinem Nächsten durch die Liebe.“ (ebd. S. 316)

 

 

 

 

UNTER BIBEL UND BEKENNTNIS

 

 

Die Stellung der christlichen Frau, insbesondere als Mitarbeiterin in der Kirche

 

 

von

Dr. Paul Edward Kretzmann

 

(Übersetzt von Roland Sckerl)

 

 

 

Die Frau im nichtchristlichen Altertum

 

    Die Stellung der Frau in den meisten heidnischen Völkern und Stämmen ist gekennzeichnet von unglaublicher Erniedrigung und unaussprechlichem Elend. In den meisten Fällen war sie selbst unter den aufgeklärteren Völkern des Altertums nicht viel mehr als ein bloßer Gegenstand. Nach dem alten römischen Gesetz, zum Beispiel, hatte ein Ehemann völlige Gewalt über Leben und Tod seiner Ehefrau und die völlige Kontrolle über ihr Eigentum. (Brace: Gesta Christi. S. 20.) In Athen, im Zeitalter der Redner, war die Frau gezwungen, ohne Widerrede eine Stellung einzunehmen, die in besonderem Maße unter derjenigen der Männer war, sowohl intellektuell als auch sozial. „Das Leben der athenischen Frau war nicht nur außerordentlich eng begrenzt und abgeschlossen, sondern sie wurde auch tatsächlich während ihres Lebens als etwas Geringwertiges behandelt und stand unter ständiger Vormundschaft, sei es nun, je nach der Zeit, unter der Autorität ihres Vaters, Bruders, Großvaters, Ehemannes, Sohnes oder Hüters. Sie hatte praktisch keinerlei Autorität, ausgenommen im Bereich der Hauswirtschaft.“ (Savage: The Athenian Family. S. 25.) Was nun die heutigen Naturvölker in Afrika, Australien, Südamerika und anderswo angeht, so ist es so, daß selbst eingehendste Bekanntschaft mit der Geschichte und der Fortschritt der Missionsarbeit hinsichtlich der Frauen weiterhin eine Haltung von Knechtschaft und Sklaverei belassen, die sie in vielen Fällen unter den Stand eines Tieres in ihrem intellektuellen und sozialen Bereich stellt. Nur in einigen der deutschen und skandinavischen Stämmen war der Frau eine Ehrenstellung gegeben, als der Gemahlin und Gehilfin des Mannes. (vgl. Hastings: Encyclopedia of Religion and Ethics sub vocibus “Emancipation”, “Marriage”, usw.)

 

Die biblische Grundordnung des Verhältnisses von Mann und Frau in der Schöpfung

 

    Wenn wir uns nun der Bibel zuwenden, so finden wir dort Gottes feste und fehlerfreie Ordnung, wie sie dargelegt ist im Zusammenhang mit der Schöpfung von Mann und Frau. Die konzentrierte und wohlabgerundete Aussage von 1 Mose 1,27.28 wird in Kapitel 2 ergänzt durch eine mehr ins Einzelne gehende Beschreibung der Weise, wie der Mensch erschaffen wurde und wodurch Gott Adam die Frau zur Gemahlin gab. Die Worte des HERRN, bevor er die Frau schuf, sind ausdrücklich gegeben: „Und sagte Jahwe Elohim [Gott, der HERR]: Nicht gut ist es dem Manne, allein mit sich zu sein; ich werde ihm eine Gehilfin machen, die ihm entspricht. „ 1 Mose 2,18. Die Frau, die von Gott aus der Rippe, die er aus der Seite des Mannes nahm, geschaffen wurde, sollte eine Helferin oder Gehilfin sein, die seinen Bedürfnissen entsprechen sollte, fähig, ihm zur Seite zu stehen, ihn zu unterstützen. Sie stand jedoch nicht in einem gleichrangigen Verhältnis zu ihm, obwohl beide in jeder Hinsicht auf einer Ebene waren; aber sie war ihm auch nicht, auf der anderen Seite, absolut untergeordnet. Sie sollte an seiner Seite sein, in einer untergeordneten Stellung, aber doch mehr in der Art einer Gehilfin. Luthers Bemerkungen zu dieser Beziehung sind sehr eindrücklich: „Das Weib aber im menschlichen Geschlecht ist also geschaffen, daß sie um ihren Mann überall und allezeit sein soll; ... Da muß sich das Weib dem Manne also verpflichten, daß sie um ihn bleiben und bei ihm als Ein Fleisch wohnen muß. Und so Adam im Stande der Unschuld geblieben wäre, so wäre zwischen Mann und Weib dieses die allerlieblichste Gesellschaft gewesen, ... Das ist wohl gar ein großes Lob und Ruhm des Mannes und Weibes, daß der Mann im Kinderzeugen ein Vater, das Weib aber eine Mutter und Gehilfin des Mannes ist.“ (Walch , I, 143 f.)

 

 

Die Festigung dieser Ordnung nach dem Sündenfall und ihre Ausgestaltung im alttestamentlichen Israel

 

    Mit dem Sündenfall wurde die untergeordnete Stellung der Frau stärker betont. Als der HERR das Urteil über die Frau sprach, sagte Er ihr: „Ich will dir viel Schmerzen schaffen, wenn du schwanger wirst; du sollst mit Schmerzen Kinder gebären; und dein Wille soll deinem Mann unterworfen sein, und er soll dein Herr sein.“ 1 Mose 3,16. Das war eine doppelte Last, die der HERR hiermit auf alle Frauen legte: die Schmerzen der Geburt und die Unterordnung unter ihren Ehemann. Im heiligen Ehestand, der hier als der normale Stand der erwachsenen Frau angenommen wird, soll das Gebären verbunden sein mit Schmerzen der Arbeit, wie auch der Herr JESUS feststellt: „Ein Weib, wenn sie gebiert, so hat sie Traurigkeit“, Joh. 16,21. Aber etwas zweites kam noch zu dieser Last hinzu, närtifich der Wunsch, das innige Verlangen der Frau, der Ehefrau, nach ihrem Ehemann, während er gleichzeitig die Stellung eines Führers und Herrschers einnimmt. Sie hatte sich selbst emanzipiert von seiner Leitung, als sie auf die versuchenden Worte der Schlange hörte, und darum sollte sie immer gezwungen sein, an das schlimme Ergebnis dieses falschen Schrittes zu denken. Das ist eine Tatsache; und kein aufkommender Groll kann diese Tatsache ändern. So wenig die Menschheit als solche sich ehrlicherweise darüber aufregen kann, daß ihr Adams Schuld und die Tatsache der ursprünglichen oder Erbsünde zugerechnet wird, so wenig kann die Tatsache dieser Stellung der Frau gemäß Gottes Anordnung geändert werden. Der Apostel Paulus zieht daher seine Schlüsse hinsichtlich der untergeordneten Stellung der Frau in zwei kurzen Sätzen: „Denn Adam ist am ersten gemacht, danach Eva. Und Adam ward nicht verführet; das Weib aber ward verführet und hat die Übertretung eingeführet“, 1. Tim. 2,13.14.

    Im Alten Testament hielt man sich an den Bericht in 1. Mose 2 und 3 und beachtete die Ordnung Gottes. Die Stellung, die von der Frau in Israel eingenommen wurde, war nach der Ethik der inspirierten Bücher eine solche von Ehre und Respekt. Obowhl die Frau nur eine nachgeordnete, wenn nicht untergeordnete, Rolle im Haus und in der Gesellschaft einnahm, so bewahrten doch die Anordnungen Gottes sie davor, zu einem bloßen Gegenstand zu werden.

    Viele der Gesetze, die die Frauen betreffen, halten ihre Würde hoch und erweisen sich als ein wirksames Hindernis gegenüber den Launen des Mannes. Obwohl die Scheidung, vorallem in der späteren Zeit, vergleichsweise leicht durchgeführt werden konnte, so schützten doch die betreffenden Ordnungen, 5. Mose 24,1-4, die Ehefrau in einem Maße, wie es unter den heidnischen Völkern unbekannt ist, denn das Scheidungsdokument sollte wenigstens den vorgegebenen Grund dafür enthalten, warum die Ehefrau entlassen wurde. Selbst die Anordnung über das bittere Eiferwasser, 4. Mose 5,11-3 1, enthält starke Elemente zugunsten der Frau, denn die Demütigungen, die eine unbegründete Anschuldigung begleiten, sollten den gewöhnlichen Mann davon abgehalten haben, seine Frau einer solchen Prüfung zu unterziehen. Die Beachtung, die der gefangenen Frau entgegengebracht werden mußte, nachdem sie gedemütigt war, stellte sie weit über ihre unglücklichen Schwestern in heidnischer Umgebung, 5. Mose 21,10-14. Polygamie [Vielehe], obwohl unter Gottes Zulassung praktiziert, wurde zwar sorgsam durch Ihn geordnet, 5. Mose 21,15-17, wurde aber nie anerkannt, wie Jesus Matth. 19,4.5 bemerkte, wo Er sich auf.die ursprüngliche Einsetzung bezieht. Die Bibel vertritt beharrlich die Einehe in Übereinstimmung mit Gottes Schöfung und Ordnung, 1. Mose 2 und 3; Ps. 128,3 spricht von „deinem Weib“, nicht von Weibern. Und die gleiche Tatsache wird deutlich aus Spr. 5,18-20, wo durchgehend die Einzahl verwendet wird. Selbst die Encyclopedia of Religion und Ethies bemerkt: „Die Ehefrau wurde ihrem Ehemann untergeordnet; aber die Ehe wurde dennoch ehrbar gehalten und eine tugendsame Ehefrau wurde höher geachtet als köstliche Perlen, Spr. 31,10-31. Die Mutter wurde hoch geschätzt, und die Witwe wurde der Unterstützung wert geachtet.“ (unter „Emancipation“)

 

Mutterschaft - die höchste Ehre einer Frau

 

    Nach der Heiligen Schrift, des Alten wie des Neuen Testamentes, ist die höchste Ehre, die einer gläubigen Frau widerfahren kann die, daß sie eine Ehefrau und Mutter wird; und dieser Stand wurde als der einzig normale Stand für die erwachsene, normale Frau angesehen. Wir wissen, wie sehr Sarah, Rebeka, Rahel, Lea, Hanna, die Sunammitin und andere heilige Frauen der alten Zeit darauf aus waren, Mütter zu werden; und dieser Wunsch wurde von Elisabeth geteilt, der Ehefrau des Zacharias. Von Ruth, der Ehefrau des Boas, wird es ausdrücklich gesagt, daß der HERR ihr gab, daß sie schwanger ward, und sie gebar einen Sohn, Ruth 4,13. Vom HERRN wird gesagt, daß Er „die Unfruchtbare im Hause wohnen macht, daß sie eine fröhliche Kindermutter wird“, Ps. 113,9; und wieder: „Er ist ein GOTT, der den Einsamen das Haus voll Kinder gibt“, Ps. 68,7; und wieder: „Dein Weib wird sein wie ein fruchtbarer Weinstock um dein Haus herum, deine Kinder wie die Ölzweige um deinen Tisch her. Siehe, also wird gesegnet der Mann, der den HERRN fürchtet.“ Ps. 128,3.4. Andererseits wird gesagt, daß der HERR all die Leiber im Hause Abimelechs um Sarahs, Abrahams Frau, willen fest verschlossen hatte, 1. Mose 20,18. Und einer der schlimmsten Flüche des Alten Testamentes wird von Hosea berichtet: „HERR gibt ihnen! Was willst du ihnen aber geben? Gib ihnen unfruchtbare Leiber und versiegende Brüste!“ Kap. 9,14. Die Haltung des HEERN änderte sich nicht in der Zeit des Neuen Testamentes, denn der heilige Apostel schreibt: „So will ich nun, daß die jungen Witwen freien, Kinder zeugen, haushalten, dem Widersacher keine Ursache geben zu schelten.“ 1. Tim. 5,14. Und an Titus schreibt der Apostel Paulus: „... daß sie [die älteren Frauen] die jungen Weiber lehren züchtig sein, ihre Männer lieben, Kinder lieben, sittig sein, keusch, häuslich, gütig, ihren Männern untertan, auf daß nicht das Wort GOTTES verlästert werde.“ Kap. 2,4.5. Und was das allgemeine Verhältnis der Frau zu ihrem Ehemann angeht, so schreibt der heilige Apostel: „Die Weiber seien untertan ihren Männern als dem HERRN. Denn der Mann ist des Weibes Haupt, gleichwie auch Christus das Haupt ist der Gemeinde, ... Aber wie nun die Gemeinde ist Christo untertan, also auch die Weiber ihren Männern in allen Dingen.“ Eph. 5,22-24. So ist, im allgemeinen, die Stellung der christlichen Frau, nach dem Worte Gottes, als Ehefrau und Mutter. Das christliche Haus ist der ideale Raum für die Tätigkeit einer christlichen Frau, der Ort, an dem sie am meisten tun kann, der Kreis, den Gott als ihren besonderen Bereich bestimmt hat.

 

 

Die Frau in der Kirche

 

    Die nächste Frage, die sich wie von selbst in diesem Zusammenhang ergibt, ist: Was sagt die Bibel über die Teilnahme der Frauen im öffentlichen Leben, über ihre direkte Teilnahme in der Regierung und Leitung insbesondere der Kirchenangelegenheiten? Die Antwort ist, zumindest zum Teil, in den positiven Aussagen des HERRN enthalten, die den Bereich und die Aufgaben der christlichen Frau betreffen; denn Er erwartet von ihr, vornehmlich, daß sie das Amt der Hausfrau, einer rechten Heinunacherin, ausübt, 1. Tim. 5, 14; Tit. 2,4.5. Darüber hinaus haben wir aber einige sehr klare Aussagen zur Stellung der Frauen in der christlichen Gemeinde. Der Apostel Paulus schreibt: „Ich lasse euch aber wissen, daß Christus ist eines jeglichen Mannes Haupt; der Mann aber ist des Weibes Haupt; ... Denn der Mann ist nicht vom Weibe, sondern das Weib ist vom Manne. Und der Mann ist nicht geschaffen um des Weibes willen, sondern das Weib um des Mannes willen.“ 1. Kor. 11,3.8.9. Dies sind die göttlichen Grundsätze und sie setzen klar die nachgeordnete Stellung der Frauen in der Kirche fest. Aus diesem Grund will der Apostel, daß die christlichen Frauen Korinths sich in keiner Weise auf eine Stufe stellen mit den emanzipierten heidnischen Frauen der Stadt. Dies wäre nicht in Übereinstimmung mit der Stellung und der Würde der christlichen Frau; es würde sie auf eine Stufe stellen, die unter der wäre, die der Schöpfer beachsichtigte, ihnen zu geben.

    Noch eindrücklicher ist der Abschnitt 1. Kor. 14,34.35, wo uns gesagt wird: „Eure Weiber lasset schweigen unter der Gemeinde; denn es soll ihnen nicht zugelassen werden, daß sie reden, sondern untertan sein, wie auch das Gesetz sagt. Wollen sie aber etwas lernen, so lasset sie daheim ihre Männer fragen. Es steht den Weibern übel an, unter der Gemeinde zu reden.“ Das Verb lalein beschrieb ursprünglich jegliche Kommunikation durch Laute, dann im besonderen dies, seinen Gedanken Ausdruck zu geben, an irgendeiner Diskussion teilzunehmen, selbst wenn dies nicht durch eine formale Rede geschieht. Alle öffentliche Mitteilung solcher Art ist damit den Frauen in den Versanmilungen der Gemeinde untersagt; sie sollen nicht die Stellung eines Lehrers einnehmen und ebenso auch nicht an der Diskussion teilnehmen. Sie können sehr wohl anwesend sein, und das waren sie auch, nicht nur in den Predigtversammlungen, sondern auch in den Gemeindeversammlungen, in denen die Angelegenheiten des Reiches Gottes besprochen wurden, doch eine öffentliche Teilnahme an solchen Unterredungen in der Gemeinde ist ihnen nicht erlaubt, bei denen Männer anwesend sind, denn den Männern gegenüber sollen die christlichen Frauen sich als in einer nachgeordneten Stellung betrachten. Sie können jedoch ihre Männer zu Hause fragen, denn es wurde angenommen, daß ihr Interesse an den Kirchenangelegenheiten sich auf diese Weise zeigen würde und sollte. Es wurde aber als ein schändlicher Akt für sie angesehen, solche Dinge öffentlich zu besprechen und zu diskutieren.

    Ein anderer Abschnitt, der den betreffenden Grundsatz feststellt, ist 1. Tim. 2,11.12, wo wir lesen: „Ein Weib lerne in der Stille mit aller Untertänigkeit. Einem Weibe aber gestatte ich nicht, daß sie lehre, auch nicht, daß sie des Mannes Herr sei, sondern stille sei.“ Die der gläubigen Frau zugeschriebene Stellung, auch im Neuen Testament, ist die der Unterordnung (Hypotagee), eine Stellung, in der sie aus freier Haltung den Mann das Haupt sein läßt. Das erfordert von ihr, im Blick auf öffentliche Diskussionen irgendwelcher Art zu schweigen. Sie soll an solchen Diskussionen nicht teilnehmen; sie darf nicht als Lehrer der Gemeinde auftreten; sie darf nicht eine leitende Tätigkeit einnehmen, Autorität über Männer ausüben. Wenn immer eine Versammlung stattfindet, die für die gesamte Gemeinde angesetzt ist, sei es nun ein Predigtgottesdienst oder eine Versammlung, in der die Arbeit der Kirche besprochen oder die Heilige Schrift studiert wird, dann ist Gottes Wille deutlich ausgedrückt: die christliche Frau darf nicht die Aufgabe des Lehrers oder Gesprächsleiters übernehmen; sie darf nicht die Angelegenheiten der öffentlichen Versammlung leiten; sie darf keinerlei leitende Rolle einnehmen noch sonst irgendwie über den Mann dominieren. Gott hat die Angelegenheiten der Kirche in die Hände der Männer gelegt. Daher ist jeglicher Versuch einer Frau, öffentlich diese Angelegenheiten zu beeinflussen, eine Anmaßung von Rechten, die nicht mit Gottes klarem Befehl und Verbot in Übereinstimmung gebracht werden kann. Wenn eine Gemeinde oder Gesellschaft nur aus Frauen bestünde, so beträfe sie dieser Abschnitt natürlich nicht.

    Das Ideal, das in den verschiedenen oben angeführten Abschnitten aufgestellt wurde, wird vom HERRN sogar festgehalten im Falle der Witwen. Der Apostel betrachtet ihre Stellung etwas länger in 1. Tim. 5,3 ff. Er will, daß den Witwen alle Ehre erwiesen wird, aber er ermahnt Timotheus, den jungen Witwen nicht die gleiche Achtung zu schenken, da sie doch vielmehr wieder heiraten sollten. Seine einzelnen Ausführungen schließen die Absage an alle Lüsternheit und weltlichen Vergnügen ein von Seiten derer, die Witwen sind, wie sie sein sollen, ebenso schließen sie auch ein, daß sie damit fortfahren, untertan zu sein und Tag und Nacht zu beten. Andere Eigenschaften sind die, daß eine Witwe, um Achtung von Seiten der Gemeinde zu erlangen, einen guten Ruf um ihrer guten Werke willen hat, daß sie Kinder aufgezogen hat, daß sie die Angefochtenen tröstete, daß sie eifrig jeglichem guten Werk nachgegangen ist, selbst bis dahin, daß sie um des selbstlosen Dienstes willen niedrige Arbeiten verrichtete. Daß dieselben Forderungen auch für die älteren Frauen gelten, die offensichtlich ihre eigenen Kinder aufgezogen haben und dann genügend freie Zeit hatten, sich dem Dienste an anderen zu widmen, ergibt sich aus Titus 2,3 ff. Es ist in diesem Abschnitt bezeichnend, daß der Apostel, nachdem er die üblen Gewohnheiten des Lästerns und maßlosen Trinkens abgewiesen hat, von dem Einfluß spricht, den die älteren Frauen dadurch ausüben sollen, daß sie gute Dinge lehren, eine Aussage, die in einer ausführlicheren Darlegung ihrer Beziehung zu den jüngeren Frauen erklärt wird. Ihre Hauptaufgabe sollte ganz offensichtlich sein, das Leben ihrer jüngeren Schwestern in der Gemeinde zu beeinflussen und zu leiten durch Unterweisung und Beispiel. Diese Aufgabe kann mit gutem Erfolg ausgeübt werden in einer Frauenorganisation oder den Frauenhilfevereinen innerhalb einer Gemeinde, vorausgesetzt, daß der Verein in Übereinstimmung mit Gottes Wort geleitet wird.

    Es ist eine Tatsache, daß Dienste dieser Art, nämlich die Arbeit der Gemeinde und Kirche auf die Weise zu unterstützen, den Gottesdienstraum zu verschönern, an verschiedenen Bemühungen der Barmherzigkeit teilzunehmen, stets das Vorrecht der gläubigen Frauen gewesen ist. Als die Stiftshütte in der Wüste gebaut wurde und der Ruf erging um Beiträge der verschiedensten Art, auch für die verschiedenen Kleidungsstücke und Behänge, da hieß es ausdrücklich: „Und welche verständige Weiber waren, die wirkten mit ihren Händen und brachten ihr Werk von gelber Seide, Scharlaken, Rosinrot und weißer Seide. Und welche Weiber solche Arbeit konnten und willig dazu waren, die wirkten Ziegenhaar.“ 2. Mose 35,25.26. Diese Dienste wurden vom HERRN und Mose hoch geschätzt. Wenig später wird uns berichtet: „Und machte das Handfaß von Erz und seinen Fuß auch von Erz, gegen den Weibern, die vor der Tür der Hütte des Stifts dieneten“, 2. Mose 38,8; 1. Sam. 2,22. Hier lernen wir, daß einige Frauen im Hof der Stiftshütte dienten und daß diese Frauen auch ihren Teil beitrugen zu einer der Aufgaben im Hof der Priester, nämlich am Handfaß. Ein anderes Ereignis aus der Wüstenwanderung der Kinder Israel ist hier auch von Interesse, nämlich die Tatsache, daß Miriam, die Schwester von Mose und Aaron, die Prophetin, einen Frauenchor organisierte, der den HERRN im Wechselgesang lobte für die Erlösung von den Ägyptern und die Niederwerfung der Letzteren im Roten Meer.

    Wenn wir uns nun dem Neuen Testament zuwenden, so wird unsere Aufmerksamkeit erneut darauf gelenkt, daß die Frauen der frühen christlichen Kirchen, während sie einerseits die Einschränkungen beachteten, die der HERR ihnen auferlegt hat, sie nichtsdestoweniger ihren Teil im Dienste beitrugen, so daß einige von ihnen hoch gelobt werden für ihren hingebungsvollen Dienst. Uns wird von einigen der Frauen berichtet, die Jesus nachfolgten: „Dazu etliche Weiber, die er gesund hatte gemacht von den bösen Geistem und Krankheiten, nämlich Maria, die da Magdalena heißt, von welcher waren sieben Teufel ausgefahren, und Johanna, das Weib Chusas, des Pflegers des Herodes, und Susanna und viele andere, die ihm Handreichung taten von ihrer Habe.“ Luk. 8,2.3. Die Liebe, die diese Frauen zu ihrem Meister hatten, fand offensichtlich einen entsprechenden Ausdruck darin, daß sie Ihm dienten, und wurde äußerst dankbar aufgenommen und berichtet. Diese gläubigen Frauen nehmen eine beneidenswerte Stellung unter den Gliedern der frühen Kirche ein; und einige von ihnen wurden, zusammen mit anderen Schwestern im Glauben, geehrt durch eine frühe Erscheinung des auferstandenen HERRN, Matth. 28,1 ff.; Mark. 16,1 ff.; Luk. 24,1-6. 22. 23; Joh 20,1. 2. 11-18.

    Dieser Liebesdienst der gläubigen Frauen setzte sich während des apostolischen Zeitalters fort. Besonders Röm. 16 wurde die „Ehrentafel“ der christlichen Frauen genannt. Wir hören zunächst von Phöbe, die eine Dienerin oder Diakonin in der Gemeinde zu Kenchrea war. Zu dieser Zeit war die weibliche Form des Wortes offensichtlich noch nicht in Gebrauch, denn der Apostel nennt sie einen diakonos. Aber weniger als ein Jahrzehnt später beschreibt er das Werk solcher Diakonissen, denn 1. Tim. 3,11 beschreibt ihre Eigenschaften: Ernst, Nüchternheit und Treue. Eine andere Frau auf der Ehrentafel ist Priscilla, die Frau des Aquila, die Paulus in den höchsten Tönen lobt. Diese beiden guten Leute, von denen Prisca oder Priscilla zuerst 2. Tim. 4,19 erwähnt wird, halten einen Rekord in der Geschichte der apostolischen Kirche, denn von zwei Abschnitten und 1 Kor. 16,19 ist es klar, daß sie ihr Haus der Gemeinde zu Korinth, zu Rom und offensichtlich auch zu Ephesus öffneten, während Apg. 18,24-28 zeigt, daß sie auch andere wertvolle Dienste für die Kirche zu verschiedenen Zeiten ausübten. Andere Namen, die in die Tafel auftauchen, sind Maria, "welche viel Mühe und Arbeit mit uns gehabt hat“, Röm. 16,6; Tryphäna und Tryphosa, „welche in dem HERRN gearbeitet haben", auch die liebe Persida, "welche in dem HERRN viel gearbeitet haV, V. 12; die Mutter des Rufus und andere. Und wenn wir uns zum Philipperbrief wenden, Kap. 4,2.3, so finden wir, daß Euodias und Syntyche bedeutende Mitarbeiterinnen in der Kirche gewesen sein müssen. In der Gemeinde zu Philippi haben wir auch Lydia, die Purpurhändlerin, die erste Bekehrte des Apostels auf europäischem Boden, deren Gastfreundschaft von Lukas Apg. 16,15.40 so betont wird. Eine andere Frau, die das Vorrecht der Gastfreundschaft gegenüber einer gesamten Gemeinde ausübte, war Maria, die Mutter des Johannes Markus, Apg. 12,12. Das erschöpft noch nicht die Liste der heiligen Frauen im Neuen Testament; denn Paulus sendet Grüße von Claudia aus Rom, 2. Tim. 4,21, und schließt Apphia ein in die Grüße im Brief an Philemon, während Johannes einen ganzen Brief schreibt „der auserwählten Frau und ihren Kindern“, und er schließt diesen Brief mit den Worten: „Es grüßen dich die Kinder deiner Schwester, der Auserwählten.“ V. 13.

    Daß diese verschiedenen Hinweise und Ermahnungen in der frühen Kirche bekannt waren und beachtet wurden, ist offensichtlich von vielen langen Gesprächen, die oft zu Büchern von einiger Länge anwuchsen, die von frühen christlichen Lehrern geschrieben wurden. Die folgende Bücher oder Sammlungen sind von besonderem Wert für den, der wünscht, dieses Feld ausführlich zu erforschen: Tertullian: Ad Uxorem,- De Virginibus Velandis; Exhortatio ad Castitatem; De Modestia; De Spectaculis; De Cultu Mulierum; Clemens von Alexandrien: Paidagogos; Stromata; Cyprian: De Habitu Virginum; Cyrill von Jerusalem: Mystagogical Lectures; Gregor von Nyssa: De Virginitate; Hieronymus: Briefe an Paula. Die Hauptpunkte der christlichen Ethik, die in diesen Sammlungen und Büchern angeführt werden, sind zu finden, in Zusammenfassung, in der sogenannten Apostolischen Verfassung und Kanons, von der einige Abschnitte auf das zweite Jahrhundert zurückgehen, wenn auch zusätzliche Änderungen und Ergänzungen erst im achten Jahrhundert gemacht wurden. Kapitel 8 von Buch I handelt von der „Untergeordneten Stellung der Frau“, und die Grundsätze der Schrift werden in einer sehr klaren und überzeugenden Weise dargelegt; die Hauptstellen, die betrachtet werden, sind 1. Kor. 11; Spr. 31,10-3 1; 12,4; 14, 1; 18,3; 21,9.19. Im Buch VIII handeln die Teile 19 und 20 von der Einsegnung der Diakonissen, mit einem Gebet, das zu diesem Zweck bis zum heutigen Tage verwendet wird.

 

 

 

 

 

Zusammenfassende Schlußfolgerungen

 

    Auf der Grundlage dieser Abschnitte und der erbrachten historischen Tatsache ist es offensichtlich, daß der [Wirkungs-]Bereich der christlichen Frau in der apostolischen Kirche nicht annähernd so eingeschränkt war, wie einige Hauptvertreter der Emanzipationsbewegung uns glauben machen wollen. Innerhalb der Grenzen der weiblichen Bescheidenheit, Mäßigkeit und Zurückhaltung wurde jeder gläubigen Frau eine große Anzahl an Aktivitäten im Dienste der Kirche angeboten. Ihr natürlicher und hauptsächlicher Kreis von Wirksamkeit blieb, wie es von Alters her gewesen war, das Haus; und ihre Hauptaufgabe und ihr Ruhm war der einer Ehefrau und Mutter. Die Sorge für das Haus und die Kinder, das Führen des Haushaltes und häuslich sein, wie es der HERR nennt, 1. Tim. 5, 14; Tit. 2,5, dem Ehemann untertan sein im Gehorsam gegenüber dem sechsten Gebot, wie es die Bibel lehrt, 1 Ptr. 3, 1; Eph. 5,22 ff., das sind die Werke der „Unterhaltung“ für die christliche Frau, das ist es, wie sie sich gibt und verhält. Das ist die höchste Stellung, die sie anstreben mag.

    Und wenn der HERR ihr nicht diese höchste Stellung gegeben hat, für die er am Anfang die Frau erschuf, so hat Er deutlich angegeben, wo ihr Bestreben sich ordentlicherweise betätigen darf. Das ist in Lehrpositionen in der Kirche, wo sie nicht zum Haupt oder zur Leitung über Männer wird (und so finden wir, daß Frauen, von Anfang an, als Lehrer kleiner Kinder Verwendung fanden); es ist in den Werken der Barmherzigkeit, wie sie Tabitha oder Dorcas, Apg. 9,36.39, einen Namen gemacht haben, die stehen für den köstlichsten Eifer der Barmherzigkeit in unaufdringlichein Dienen; es ist in den Arbeiten einer Diakonin im Kreise einer oder mehrerer Gemeinden (wie es bei Phöbe der Fall war); es ist dadurch, daß sie dem HERRN mit ihrem Hab und Gut dienen, gemäß dem Beispiel der heiligen Frauen im Kreis von Jesu Jüngern. Zu dieser Aufzählung können wir gut den Dienst hinzutun, der mit solcher Anerkennung im Alten Testament angeführt wird, nämlich daß sie sich kümmern um die Kleidung für das Heiligtum des HERRN.

    Die Anwendung all dieser Punkte auf die heutigen Bedingungen kann leicht gemacht werden. Eine christliche Frau hat genügend Gelegenheit, ihre Fähigkeiten und Talente (die nicht im Haus als Tochter, Ehefrau und Mutter Verwendung finden) einzusetzen in solchen Liebesdiensten, die am besten zu ihrer weiblichen Art, Charakter und Fähigkeit passen, zusammen mit der nachgeordneten Stellung, die der HERR ihr angewiesen hat. Die Frauenhilfe, die unter der Aufsicht der Gemeinden eingerichtet und geleitet wird und sich betätigt in der Erziehungsarbeit der eigenen Glieder und in den Werken der Barmherzigkeit und Mission; besondere Hilfsorganisationen, deren Ziel es ist, Einrichtungen und Vereinigungen der Barmherzigkeit oder der Mission spezielle Unterstützung zukommen zu lassen; Altargilden, die sich kümmern um die Paramente und Kleider der Gemeinde und die Verschönerung der Kanzel gemäß dem lutherischen Brauch; Nähkreise für die Armen und Bedürftigen zu Hause und anderswo - all das wird, wenn es richtig durchgeführt und geleitet wird, der Kirche gewiß einen großen Segen einbringen.

    Über diesen Bereich, wie er in der Schrift festgelegt ist, hinauszugehen, ist gefährlich, um es gelinde auszudrücken, besonders wenn Einzelne vorangehen und die Grenzen der einzelnen Gemeinden überschreiten. Die Gemeinde ist, gemäß der Schrift, die Einheit, in der die kirchliche Arbeit stattfindet. Wenn die Kontrolle irgendeiner Bewegung über die Kontrolle durch die einzelne Gemeinde hinausgeht, so ist damit eine Gefahr in einem Grade verbunden, die leicht bedrohliche Ausmaße annehmen kann. Ein lutherischer Synodalverband ist nur, oder sollte es sein, ein Bund von Gemeinden, um diejenige notwendige Arbeit in der Kirche zu erleichtern, die die einzelne Gemeinde nicht genauso gut ausführen oder erfüllen kann. Es bleibt dabei, daß die einzelne Gemeinde unabhängig und autonom bleibt, und unser Synodalverband hat nie angestrebt, diese Beziehungen über die Verpflichtungen hinaus zu stören, die sich dem Christen ergeben aus dem Gesetz der Liebe und den Forderungen der christlichen Einheit. Wenn irgendeine Organisation es versuchte, die Arbeit der Gemeinden, wie sie durch deren eigenen Bund oder Synodalverband ausgeübt werden, zu kopieren, so gefährdete sie den Frieden und die Eintracht der Kirche, wie lobenswert auch immer ihre Motive sein mögen und wie rein ihre Absichten. Und was nun die Frauenvereinigungen angeht, so geht die gesamte Linie der Schrift dahin, wie oben festgestellt, daß sie nicht die öffentliche Initiative oder Führung übernehmen sollten in der Arbeit der Gemeinde oder der Großkirche. Die Grenzen ihrer öffentlichen Wirksamkeit sind zu klar festgelegt, als daß Ausnahmen gestattet werden könnten. Auch dürfen wir einen anderen Punkt nicht übersehen, nämlich daß große Organisationen oder Bünde von Frauenvereinen innerhalb der Kirche in der Gefahr stehen, übereifrig zu werden in den Angelegenheiten anderer, weil ihre Begeisterung für die Sache, an die sie glauben, geeignet ist, sie zu einem öffentlichen Eifer führen, der in die Arbeit der einzelnen Gemeinde eingreifen kann. Die Erfahrung in anderen Kirchenkörpern hat gezeigt, daß das Werben von Mitgliedern Übereifrige zu einem Punkt führen kann, an dem sie in Gemeinden eindringen ohne die Zustimmung derselben oder des Pastors, gar nicht zu sprechen davon, daß Druck auf die ordentlich eingerichteten Leitungskörper in der Gemeinde und Synode ausgeübt wurde, was in ernster Weise in die friedliche und gesegnete Ordnung der Arbeit des HERRN eingriff.

 

                                                (Die Überschriften wurden durch den Übersetzer ergänzt

 

(Dieser Artikel kann auch als Einzelheft vom Herausgeber bezogen werden.)

 

 

 

 

 

ERLÄUTERUNGEN ZU

1. KORINTHER 14,34-37

 

Von Roland Sckerl

 

    1. Korinther 14,34-37: Eure Weiber lasset schweigen unter der Gemeinde; denn es soll ihnen nicht  zugelassen werden, daß sie reden, sondern untertan sein, wie auch das  Gesetz sagt. Wollen sie aber etwas lernen, so lasset sie daheim ihre Männer fragen.  Es stehet den Weibern übel an, unter der Gemeinde reden. Oder ist das Wort GOttes von euch auskommen, oder ist’s allein zu euch  kommen? So sich jemand lässet dünken, er sei ein Prophet oder geistlich, der  erkenne, was ich euch schreibe; denn es sind des HErrn Gebote.

 

Die Aussagen des Apostels Paulus in 1. Korinther 14,34-37 und 1. Timotheus 2,8-15 sind der Sitz der Lehre von der Stellung der Frau in der Gemeinde und daher auch die Kernstellen in der Auseinandersetzung mit den Bestrebungen zum Frauenrede- und –stimmrecht in der Gemeindeversammlung und zur Frauenordination (wobei tatsächlich auch in der Abfolge das erste dem letzteren voran geht). Im Folgenden sollen die Aussagen des Textes im 1. Korintherbrief näher dargelegt werden. Ich lehne mich dabei an eine Ausarbeitung von Walter A. Maier III an: „An Exegetical Study of 1 Corinthians 14:33b-38“ in Concordia Theological Quarterly 2-3/1991.

 

Die Aussage in Vers 34 ist eindeutig: Die Frau soll in der Gemeinde, wenn also die Gemeinde versammelt ist, schweigen. Es soll ihr auch nicht zugelassen werden, dass sie redet, sondern sie soll dem Gesetz untertan sein. Gerade die letzte Aussage ist sehr wichtig, denn sie macht deutlich, dass dieses generelle Schweigegebot für die Frau in der Gemeinde – und es ist wirklich generell, geht über die Aussagen in 1. Timotheus 2,8-15, in der es vor allem um das Lehren der Frau und das Hauptsein geht, noch hinaus – nicht auf einer kulturellen Übereinkunft beruht, nicht auf einem Beschluss der Apostel, nicht zeitbedingt ist, sondern vielmehr auf Gottes Gesetz, auf Gottes Ordnung beruht.

Der Begriff, der im Griechischen für „Frauen“ (alte Übersetzung: „Weiber“) steht, hai gunaikes, ist ein sehr allgemeiner Begriff und bezeichnet Frauen jeglichen Alters, unabhängig davon, ob sie verheiratet, unverheiratet oder verwitwet sind. Es ist daher vom Text her unzulässig zu sagen, diese Aussagen gingen etwa nur verheiratete Frauen an. Das Wort „gunee“ wird zwar in Eph. 5,22 auch für verheiratete Frauen verwendet, aber das ist eine Einschränkung der Bedeutung, die aus dem Zusammenhang hervorgehen muss; solch eine Einschränkung gibt der Zusammenhang aber nicht her. Auch in 1. Tim. 2,11-12 word ‚gunee’ in dieser allgemeinen Weise verwendet, als Gegenüber zu ‚aneer’, einem Begriff, der ganz allgemein ‚Mann’ bedeutet, ohne weitere Einschränkung.

Was ist nun mit dem „schweigen“, „sigatoosan“ gemeint? Es ist, wenn der Zusammenhang des Textes einbezogen wird, eindeutig, dass dieses Schweigen im Gegensatz steht zu dem Reden in der Versammlung, so, wie es zuvor von den verschiedenen gottesdienstlichen Teilnehmern ausgesagt wird. Und wenn wieder auch 1. Timotheus 2,11-12 in Betracht gezogen wird, wo auch der Frau untersagt wird, sich in irgendeiner Weise zum Haupt des Mannes auszuschwingen, wird deutlich, dass dieses Schweigen umfassend gemeint ist, auch in der beratenden Gemeindeversammlung gilt. Dass nicht nur lehren damit gemeint ist, macht ja Vers 35 deutlich, wo es ganz klar heißt, dass sie auch nicht einmal Fragen stellen soll, wenn sie etwas näher erklärt haben will, sondern dies zu Hause tun soll, wenn wo sie ihre männlichen Verwandten ansprechen soll.

Worum es geht, warum die Frau, jegliche Frau, schweigen soll in der Versammlung der Gemeinde, was den Gottesdienst gerade mit einschließt als die Versammlung der Gemeinde, wird am Schluss von Vers 34 deutlich: untertan sein, wie auch das Gesetz sagt. Es geht um die schon in der Schöpfung von Gott aufgerichtete Ordnung der Beziehung von Mann und Frau, der verschiedenen Aufgaben, die Gott den verschiedenen Geschlechtern zugeordnet hat. Und diese Ordnung besagt, dass die Frau dem Manne untertan sein soll (hupotassesthoosan). In 1. Timotheus 2,11 heißt es ja auch, dass die Frau in aller Stille und Untertänigkeit lernen soll. Wenn also eine Frau im Gottesdienst oder in der Gemeindeversammlung etwas sagen würde, sei es, dass sie einen Bibeltext vorliest oder eine Erklärung, sei es gar, dass sie einen Lehrvortrag oder eine Predigt hielte oder an der Austeilung des Abendmahls sich beteiligte, so griffe sie damit die von Gott aufgestellte Ordnung an und maßte sich eine Autorität und Aufgabe an, die ihr von Gott von der Schöpfung her schon verwehrt ist. So ist es Gottes Gesetz, nomos.

In 1. Timotheus 2,11-14 führt der Heilige Geist durch Paulus noch weitere Gründe an, warum der Frau das Lehren und Reden überhaupt in der Versammlung der Gemeinde untersagt ist. Da ist zum einen die Vorordnung des Mannes in der Schöpfung, nämlich dass erst Adam gemacht wurde und dann, und zwar aus der Rippe Adams, die Frau, Eva. Sie wurde ja zur Gehilfin gemacht, die um ihn sein sollte. Damit war die Vorrangstellung Adams von vornherein festgelegt. Diese Vorrangstellung wurde erstmals im Sündenfall angegriffen, denn da ergriff Eva, verführt vom Teufel, die Initiative und verleitete dann auch Adam zur Sünde. Das ist der zweite Grund, den der Heilige Geist in 1. Timotheus 2,14 anführt: Die Frau wurde verführt und hat die Übertretung eingeführt. Die Verführung der Frau, auch zur Irrlehre, ist noch leichter als diejenige des Mannes.

Schon in 1. Korinther 11,2-16 war der Heilige Geist durch den Apostel auf die Stellung von Mann und Frau zu einander eingegangen und hatte schon dort festgestellt, dass Christus ist eines jeglichen Mannes Haupt, der Mann aber ist der Frau Haupt, Gott aber ist Christi Haupt. Diese Ordnung wurde dann näher begründet damit, dass, von der Schöpfung her, der Mann ist nicht von der Frau, sondern die Frau ist vom Mann, das heißt, die Frau ist von Gott aus der Rippe des Mannes gemacht worden, nicht umgekehrt. Und weiter: Der Mann ist nicht geschaffen um der Frau willen, sondern die Frau um des Mannes willen. Diese Schöpfungsordnung und die damit gegebene Vorrangstellung des Mannes ist also unumkehrbar. Diese Vorrangstellung des Mannes wurde also schon in der Schöpfung darin festgelegt, dass a) Adam zuerst geschaffen wurde, dann erst Eva; b) dass Eva aus der Rippe Adams erschaffen wurde; c) dass die Frau um des Mannes willen, als seine Gehilfin, die um ihn sein sollte, erschaffen wurde. Diese Ordnung wurde, wie schon erwähnt, im Sündenfall durch Satan angegriffen, aber nach dem Sündenfall von Gott bestätigt. Diese Ordnung ist daher auch nicht, wie etliche meinen, durch den Neuen Bund, das Evangelium, aufgehoben, sondern ist eine Ordnung für alle Zeiten. Diese Ordnung ist, wie auch 1. Korinther 11,3 deutlich macht, nicht als eine Tyrannei gedacht, sondern als eine gute, helfende, schützende, stärkende Ordnung. Damit ist keine Höher- oder Minderwertigkeit des einen Geschlechts gegenüber dem anderen angegeben, sondern nur die Beziehung der Geschlechter untereinander und ihre unterschiedlichen Aufgaben geregelt. Was die Errettung, das Heil angeht, macht Galater 3,26-28 deutlich, dass Mann und Frau da gleichwertig sind.

Dieses Hauptsein des Mannes zeigt sich im Blick auf die christliche Gemeinde darin, dass der Mann lehrt, redet, liest im Gottesdienst, die Sakramente verwaltet und so Autorität ausübt über die Hörer. Diese Autorität soll dazu ausgeübt werden, dass die geistliche und leibliche Wohlfahrt der Glieder des Leibes Christi, und dazu zählen auch die Frauen, gefördert wird.

Da diese Ordnung Gottes Gesetz ist, so ist jeglicher Versuch, diese Ordnung umzustoßen, etwa dadurch, dass Frauen in der Gemeindeversammlung reden und abstimmen, dass Frauen im Gottesdienst vorlesen, dass sie predigen oder bei der Sakramentsverwaltung helfen, dass sie zu Vorstehern oder Ältesten in der Gemeinde oder zu Mitgliedern von Synoden oder Synodalräten gewählt werden, ein Angriff auf Gottes Gesetz, Gottes Wille, wie er seit der Schöpfung vorgegeben ist für alle Zeiten.

Wie schon angedeutet, sollte die Frau auch keine Fragen im Gottesdienst stellen, was das Schweigegebot noch einmal unterstrich. Wahrscheinlich gab es in den frühen Gemeinden die Möglichkeit, im Zusammenhang mit dem Gottesdienst Fragen zu stellen. Aber dies sollten Frauen nicht machen, sie sollten sich nicht auf eine Ebene mit den Männern stellen. Vielmehr sollen sie zu Hause männliche Verwandte fragen. Das griechische Wort „andras“ meint ganz allgemein „Männer“ und nicht „Ehemänner“, denn es gibt vom Zusammenhang her keinen Grund, warum die Bedeutung des Wortes eingeschränkt werden sollte. Und wenn eine Frau nun keine männlichen Verwandte mehr hat? Dann kann sie privat Vorsteher oder Prediger der Gemeinde fragen. Paulus legt hier den Grundsatz dar.

In den Versen 36 und 37 hebt der Apostel noch einmal seine Autorität hervor, mit der er über diese Dinge geschrieben hat. Er hat als der geschrieben, der Gottes Wort bringt, also unter Inspiration, Worte, eingehaucht durch den Heiligen Geist, des Herrn Gebote.

 

 

 

FRAUENSTIMMRECHT IN DER GEMEINDE?

 

Von Jeffrey C. Kinery +

(entnommen aus: Christian News Encyclopedia, Vol. II, p. 1730)

(übersetzt von Roland Sckerl)

 

Viele Gemeinden innerhalb der Lutherischen Kirche – Missouri-Synode wurden seit der Synodalversammlung in Denver 1969 [damals wurde die Zulassung des Frauenstimmrechtes von der Lutheran Church – Missouri Synod (LCMS) beschlossen, Anm. d. Übers.] über das Frauenstimmrecht beunruhigt. Diese Synodalversammlung, die letzte mit einem nennenswerten liberalen Einfluss [dieser Aufsatz wurde 1980 geschrieben; seither haben die Liberalen, bis auf die kurze Periode der Präsidentschaft von A. Barry, wieder herrschenden Einfluss auf die Missourisynode gewonnen, Anm. d. Übers.], nahm die Resolution 2-17 an, die überschrieben war: „Um Frauen das Stimmrecht und die Mitgliedschaft in Gremien zu gewähren“. Diese Resolution wurde den örtlichen Gemeinden freigestellt, und bis jetzt sind die meisten Gemeinden der Synode bei der ehrwürdigen Haltung der LCMS-Väter geblieben, wie derjenigen von C.F.W. Walther, der sagte: „Zu tätigem Anteil am Reden, Beraten, Abstimmen und Beschließen in solchen Gemeindeversammlungen haben alle erwachsenen männlichen Gemeindeglieder das Recht; ausgeschlossen sind die Frauen und die Jugend.“ (1. Petr. 5,5; 1. Kor. 14,34-35) (Die rechte Gestalt einer vom Staate unabhängigen evangelisch-lutherischen Ortsgemeinde. St. Louis, Mo. 1864. S. 50)

Die Frage ist: Stimmt solch eine Haltung wie die Walthers auch heute noch, da die Synode eine andere Anschauung erlaubt, die Frauenemanzipationsbewegung und ERA voran gehen und andere Gemeinden eine andere Praxis angenommen haben? Halten wir es noch mit Dr. Martin Luther, dass „Der Heilige Geist die Frauen von der Leitung der Kirche ausgeschlossen hat“ (Walch 2, SVI, Sp. 2280)?

Wir halten fest, dass das Frauenstimmrecht [und übrigens mit den gleichen Stellen auch die Frauenordination, Anm. d. Übers.] in der Gemeindeversammlung der örtlichen Gemeinde mindestens durch 15 Bibelstellen ausdrücklich und eindrücklich verboten wird. Lasst uns die Bibel in dieser Sache befragen:

Das Frauenstimmrecht wird von all denjenigen Bibelstellen untersagt, die sprechen von:

1. Der Schöpfungsordnung:

„Und Gott schuf den Menschen ihm zum Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn; und schuf sie einen Mann und eine Frau.“ 1. Mose 1,27. „Er antwortete aber und sprach zu ihnen: Habt ihr nicht gelesen, dass, der im Anfang den Menschen gemacht hat, der machte, dass ein Mann und eine Frau sein sollte.“ Matth. 19,4.

„Denn Adam ist am ersten gemacht, danach Eva.“ 1. Tim. 2,13.

Es gibt eine Vorrangstellung, göttlich geordnet, in der Schöpfung, von der Gott will, dass sie im christlichen Haus und in der Kirche sich widerspiegelt.

2. Dass die Frau vom Mann kommt:

„Da ließ Gott der Herr einen tiefen Schlaf fallen auf den Menschen, und  er entschlief. Und nahm seiner Rippen eine und schloß die Stätte zu mit  Fleisch. Und Gott der Herr bauete ein Weib aus der Rippe, die er von dem Menschen  nahm, und brachte sie zu ihm. Da sprach der Mensch: Das ist doch Bein von meinem Bein und Fleisch von  meinem Fleisch. Man wird sie Männin heißen, darum daß sie vom Manne  genommen ist.“ 1. Mose 2,21-23.

„Denn der Mann ist nicht von der Frau, sondern die Frau ist vom Manne... Denn wie die Frau von dem Manne, also kommt auch der Mann durch die Frau, aber alles kommt von Gott.“ 1. Kor. 11,8.12.

Da alle Männer von Frauen geboren werden, gibt es einen göttlichen Ausgleich zur Erinnerung in unserer Praxis in den Häusern und Gemeinden, dass ursprünglich die Frau vom Mann genommen wurde und also von ihm herkommt.

3. Der Zweck der Frau:

„Und Gott der Herr sprach: Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei; ich will ihm eine Gehilfin machen, die um ihn sei.“ 1. Mose 2,18.

„Der Mann aber soll das Haupt nicht bedecken, da er ist Gottes Bild und Ehre; die Frau aber ist des Mannes Ehre... Und der Mann ist nicht geschaffen um der Frau willen, sondern die Frau um des Mannes willen.“ 1. Kor. 11,7.9.

Die Frau, die genommen wurde aus der Seite des Mannes, wurde erschaffen, um dem Manne zu helfen und beizustehen und nicht, um über ihn oder mit ihm zu regieren.

4. Die Ordnung des Sündenfalls:

„Da sprach das Weib zu der Schlange ... Und das Weib schaute an, dass von dem Baum gut zu essen wäre und lieblich anzusehen, dass es ein lustiger Baum wäre, weil er klug machte, und nahm von der Frucht und gab ihrem Mann auch davon, und er aß... Da sprach Gott der Herr zur Frau: Warum hast du das getan? ... Und zu Adam sprach er: Dieweil du gehorcht hast der Stimme deiner Frau ...“ 1. Mose 3,2a.6.13a.17a.

„Ich fürchte aber, dass nicht, wie die Schlange Eva verführte mit ihrer Schalkheit, also auch eure Sinne verrücket werden von der Einfältigkeit in Christus.“ 2. Kor. 11,3.

„Und Adam ward nicht verführet; die Frau aber ward verführet und hat die Übertretung eingeführet.“ 1. Tim. 2,14.

Der Herr will, dass wir uns an diese Ordnung des Sündenfalls erinnern, wenn wir unsere gemeinde- [und kirchen-]leitenden Versammlungen einrichten.

5. Der Unterordnung der Frau unter den Mann:

„Ich lasse euch aber wissen, dass Christus ist eines jeglichen Mannes Haupt; der Mann aber ist des Weibes Haupt; Gott aber ist Christi Haupt.“ 1. Kor. 11,3.

„Die Frauen seien untertan ihren Männern als dem Herrn. Denn der Mann ist des Weibes Haupt, gleichwie auch Christus das Haupt ist der Gemeinde, und er ist seines Leibes Heiland.“ Eph. 5,22.23.

„Ihr Frauen, seid untertan euren Männern in dem Herrn, wie sich’s gebührt.“ Kol. 3,18.

„Eine Frau lerne in der Stille mit aller Untertänigkeit.“ 1. Tim. 2,11.

Untertänigkeit oder Unterordnung meint nicht Minderwertigkeit. Das ist ein Unterschied. (Ein Unteroffizier kann in vieler Hinsicht – moralisch, intellektuell, physisch – all seinen kommandierenden Offizieren überlegen sein, aber was die Leiter des Befehls und der Autorität angeht, ist er ihnen untergeordnet.) Frauen, die abstimmen, handeln so nicht als solche, die unter der Autorität des Mannes und ihm untergeordnet sind.

6. Der Gehorsam, der von den Frauen gefordert wird:

„Und dein Wille soll deinem Mann unterworfen sein, und er soll dein Herr sein.“ 1. Mose 3,16b.

„Sie [die Frauen] sollen untertan sein, wie auch das Gesetz sagt.“ 1. Kor. 14,34b.

„Aber wie nun die Gemeinde ist Christus untertan, also auch die Frauen ihren Männern in allen Dingen.“ Eph. 5,24.

    „Den alten Weibern desselbigengleichen, daß sie sich stellen, wie den  Heiligen ziemet, nicht Lästerinnen seien, nicht Weinsäuferinnen, gute  Lehrerinnen, daß sie die jungen Weiber lehren züchtig sein, ihre Männer lieben, Kinder  lieben, sittig sein, keusch, häuslich, gütig, ihren Männern untertan, auf daß  nicht das Wort Gottes verlästert werde.“ Tit. 2,3-5.

    Wenn Frauen über eine Resolution abstimmen würden, die die Aufgaben irgendeines Mannes ordnete, dann würde er ihnen gehorchen und nicht sie ihm.

7. Das Schweigen, das den Frauen in der Gemeinde verordnet ist:

„Eure Frauen lasset schweigen unter der Gemeinde; denn es soll ihnen nicht zugelassen werden, dass sie reden; ... Wollen sie aber etwas lernen, so lasset sie daheim ihre Männer fragen. Es stehet den Frauen übel an, unter der Gemeinde zu reden.“ 1. Kor. 14,34a.35.

(Der Abschnitt 1. Korinther 14 ist besonders bedeutsam, weil er zeigt, dass dies nicht eine Sache von einem Vorurteil des Paulus ist oder ein jüdischer Brauch, denn die göttliche Autorität eines solchen Befehls ist fünffach: 1) Das Alte Testament – „wie auch das Gesetz sagt“, V. 34b; 2) „das Wort Gottes“, V. 36; 3) das vom Heiligen Geist inspirierte prophetische Amt – „So sich jemand lässt dünken, er sei ein Prophet oder geistlich“, V. 37a; 4) die apostolische Autorität – „was ich euch schreibe“, V. 37b; 5) „denn es sind des Herrn Gebote“, V. 37c.)

Eine Frau lerne in der Stille mit aller Untertänigkeit.“ 1. Tim. 2,11.

Paulus sprach unter Inspiration (1. Kor. 2,4.5.13; 1. Thess. 2,13) und ging gegen die vorherrschende heidnische (griechisch-hellenistische, römische und orientalische) Kultur jener Tage vor, die Priesterinnen, Orakelfrauen und weibliche Göttinnen erlaubte.

8. Das Verbot, dass Männer von Frauen gelehrt werden:

„Einer Frau aber gestatte ich nicht, dass sie lehre, auch nicht, dass sie des Mannes Herr sei, sondern stille sei.“ 1. Tim. 2,12.

Dieser Abschnitt schließt Frauen eindeutig davon aus, irgendeine gemischte oder ausschließlich männliche Erwachsenengruppe in der Gemeinde zu lehren oder Männern Anweisungen zu geben, wie Gemeindebedienstete tun würden. Dieser Abschnitt verbietet natürlich nicht, dass Kinder oder Frauengruppen von Frauen gelehrt werden.

9. Das Verbot, dass Frauen über Männer Autorität ausüben:

„Einer Frau aber gestatte ich nicht, dass sie lehre, auch nicht, dass sie des Mannes Herr sei, sondern stille sei.“ 1. Tim. 2,12.

„Herr sein“ oder Autorität ausüben heißt im Griechischen authentein (von autos – selbst, und entea – Waffen), also „jemand, der mit seinen eigenen Waffen handelt“ – also Rechte ausüben, die ihm nicht zustehen. Wenn eine Frau die Autorität stiehlt, indem sie abstimmt, was ihr ursprünglich nicht zukommt, dann schwingt sie sich zum Herrn auf, beherrscht und reißt Autorität an sich über den Mann. Das Recht abzustimmen schließt das gleichberechtigte Ausüben von Autorität durch Männer und, wenn es ihnen gegeben wird, Frauen ein und führt damit zu Situationen, in denen Frauen abstimmen (Autorität ausüben), unabhängig oder über oder sogar in Opposition zu Männern. Aufgrund ihrer zahlenmäßigen Stärke könnten Frauen Männer überstimmen oder die Waage sich zuneigen und so Autorität über Männer an sich reißen. Die Stimme einer Frau würde die Stimme eines Mannes aufheben, der gegenteilig abgestimmt hat. Ein besonderes Problem entsteht, wenn eine Ehefrau oder Tochter oder Verlobte oder Freundin anders anbstimmt als ihr Ehemann, Vater, Verlobter oder Freund. Unsere Gemeindeversammlungen, was immer auch sonst ihre Fehler sein mögen, sind nicht Stätten des Geschlechterkampfes gewesen.

10. Das Beispiel gottesfürchtiger Frauen:

    „Desselbigengleichen sollen die Weiber ihren Männern untertan sein, auf  daß auch die, so nicht glauben an das Wort, durch der Weiber Wandel ohne  Wort gewonnen werden, wenn sie ansehen euren keuschen Wandel in der Furcht; welcher Schmuck soll nicht auswendig sein mit Haarflechten und Goldumhängen  oder Kleideranlegen, sondern der verborgene Mensch des Herzens unverrückt mit sanftem und  stillem Geiste; das ist köstlich vor Gott. Denn also haben sich auch vorzeiten die heiligen Weiber geschmückt, die  ihre Hoffnung auf Gott setzten und ihren Männern untertan waren, wie die Sara Abraham gehorsam war und hieß ihn Herr, welcher Töchter ihr  worden seid, so ihr wohl tut und nicht so schüchtern seid.“ 1. Petr. 3,1-6.

„Wem eine tugendsame Frau bescheret ist, die ist viel edler als die köstlichsten Perlen. Ihres Mannes Herz kann sich auf sie verlassen, ... Ihr Mann ist berühmt in den Toren, wenn er sitzt bei den Ältesten des Landes. ... Lieblich und schön sein ist nichts; eine Frau, die den Herrn fürchtet, soll man loben.“ Spr. 31,10.11.23.30.

Die Prophetinnen der Bibel, Deborah, die Richterin, die Königin Esther, Lydia, die Purpurkrämerin, Priscilla, die Lehrerin von Apollos, Phöbe, die Diakonin, Euodia und Syntiche, die mit Paulus arbeiteten, die Frauen, die unter Jesus dienten und denen er nach seiner Auferstehung erschien, sie sind alle sehr bedeutend, aber dennoch hat keine von ihnen jemals in der Gemeinde Israels gelehrt oder Autorität über Männer ausgeübt. Sie teilten das Evangelium aus mit ihrem privaten, individuellen und persönlichen evangelistischen Zeugnis. Im Alten Testament konnte eine Frau nicht Priester werden und war auf den Frauenhof im Tempel beschränkt. Im Neuen Testament ist es bezeichnend, dass Christus nie Frauen als Apostel oder eine seiner 70 Prediger auswählte.

11. Der Fluch über Frauen, die Männer beherrschen:

„Kinder sind Treiber meines Volks und Weiber herrschen über sie. Mein Volk, deine Tröster verführen dich und zerstören den Weg, den du gehen sollst.“ Jes. 3,12.

So, wie es Sünde und Unheil ist, wenn Kinder über Erwachsene regieren (4. Gebot, Eph. 6,1-3; Kol. 3,20), so ist es zu tadeln, wenn Frauen über Männer in Gottes Volk regieren. So etwas zu machen heißt „verführen“ und „den Weg zerstören“, der Gottes Absicht für uns ist.

12. Die Vorbilder in den ersten Gemeindeversammlungen in der Bibel:

Ihr Männer (andrees – Männer) und Brüder ...“ Apg. 1,16.21. „Darum, ihr lieben Brüder, sehet unter euch nach sieben Männern, die ein gutes Gerücht haben...“ Apg. 6,3.

„Da man sich aber lange gezankt hatte, stand Petrus auf und sprach zu ihnen: Ihr Männer, liebe Brüder ... Danach, als sie geschwiegen hatten, antwortete Jakobus und sprach: Ihr Männer, liebe Brüder, höret mir zu! ... Und es erschien gut den Aposteln und der Ältesten samt der ganzen Gemeinde, aus ihnen Männer zu erwählen und zu senden nach Antiochien mit Paulus und Barnabas, nämlich Judas, mit dem Zunamen Barsabas, und Silas, welche Männer Lehrer waren unter den Brüdern.... und es erschien uns gut, einmütiglich versammelt, Männer zu erwählen und zu euch zu senden mit unsern Liebsten, Barnabas und Paulus.“ Apg. 15,7.13.22.25.

„Eure Frauen lasset schweigen unter der Gemeinde.“ 1. Kor. 14,34a.

„So will ich nun, dass die Männer beten an allen Orten und aufheben heilige Hände, ohne Zorn und Zweifel.“ 1. Tim. 2,8.

„Es soll aber ein Bischof ... sein, einer Frau Mann... Die Diakone lass einen jeglichen sein einer Frau Mann ...“ 1. Tim. 3,2.12.

    „Derhalben ließ ich dich in Kreta, daß du solltest vollends anrichten, da  ich’s gelassen habe und besetzen die Städte hin und her mit Ältesten,  wie ich dir befohlen habe; wo einer ist untadelig, eines Weibes Mann, der gläubige Kinder habe,  nicht berüchtiget, daß sie Schwelger und ungehorsam sind. Denn ein Bischof soll untadelig sein, als ein Haushalter GOttes, nicht  eigensinnig, nicht zornig, nicht ein Weinsäufer, nicht pochen, nicht  unehrliche Hantierung treiben.“ Tit. 1,5-7.

    Hier sehen wir, dass es nur den Männern erlaubt war, Entscheidungen zu fällen, als Pastoren (Bischöfe und Älteste) und Gemeindebeamte (Diakone) zu führen und den öffentlichen Gottesdienst in den ersten Gemeinden zu leiten.

13. Viele Frauen werden leicht verführt:

„Ich fürchte aber, dass nicht, wie die Schlange Eva verführte mit ihrer Schalkheit, also auch eure Sinne verrücket werden von der Einfältigkeit in Christus.“ 2. Kor. 11,3.

„Und Adam ward nicht verführet; die Frau aber ward verführet und hat die Übertretung eingeführet.“ 1. Tim. 2,14.

„Aus denselben sind, die hin und her in die Häuser schleichen und führen die Weiblein gefangen, die mit Sünden beladen sind und mit mancherlei Lüsten fahren.“ 2. Tim. 3,6. „Desgleichen, ihr Männer, wohnet bei ihnen mit Vernunft und gebet dem weiblichen als dem schwächsten Werkzeug seine Ehre ...“ 1. Petr. 3,7.

Gewiss sind nicht alle und nicht einmal die meisten Frauen leichtgläubig, naiv oder dumm, aber es gibt ein emotionales Element in der Psyche des schwächsten Werkzeugs, das sie geneigt macht, zu vertrauensselig zu sein und dadurch leichter auf falsche Wege verführt zu werden.

14. Die streitsüchtige Frau:

„Es ist aber ein töricht, wild Weib, voll Schwätzens und weiß nichts.“ Spr. 9,13.

„... und ein zänkisches Weib ist ein stetiges Triefen.“ Spr. 19,13. „Ein holdselig Weib erhält die Ehre ... Ein schönes Weib ohne Zucht ist wie eine Sau mit einem goldenen Halsband.“ Spr. 11,16.22.

„Es ist besser im Winkel wohnen auf dem Dach als bei einem zänkischen Weibe in einem Hause beisammen.“ Spr. 21,9.

„Ein zänkisches Weib und stetiges Triefen, wenn’s sehr regnet, werden wohl miteinander verglichen.“ Spr. 27,15.

„Ein Land wird durch dreierlei unruhig und das vierte mag es nicht eertragen: ... eine Feindselige, wenn sie geehelicht wird; ...“ Spr. 30,21-23.

Die Bibel warnt vor dem streitsüchtigen, agressiven und zänkischen Wesen von Frauen, das sich auch bei einer Gemeindeversammlung zeigen würde, würde diese für sie geöffnet. Sich vor solchen Personen zu hüten ist die Ermahnung und Warnung der Schrift. Die gottesfürchtigen Frauen werden zu Hause bleiben und von ihren Männern (Ehemann, Onkel, Sohn, Brüder, Älteste, Gemeindebeamte und Pastor) lernen über die Vorgänge in der Gemeinde. Sie werden fortfahren, ihre Gaben und Dienste für die Arbeit und Mission der Gemeinde zu geben, ohne Beklagen oder Drohungen. Gewiss sind diese gottesfürchtigen Frauen die wahren Mitarbeiter und Helfer in der Gemeinde und nicht die „Frauenrechtler“.

15. Die Dauerhaftigkeit der göttlich gegebenen Ordnung:

„Ein jeglicher bleibe in dem Beruf, darinnen er berufen ist. ... Ein jeglicher, liebe Brüder, worinnen er berufen ist, darinnen bleibe er bei Gott.“ 1. Kor. 7,20.24.

Christen sollen nicht die Ordnungen zerstören, die Gott in der Schöpfung gesetzt hat. Die Heilsordnung, in der es „weder Mann noch Frau“ gibt (Gal. 3,28), löst die Ordnung der Schöpfung nicht ab und hebt sie auch nicht auf. Nur weil die Männer nicht immer die Arbeit ausführen, soll dies nicht dazu führen, dass wir das Falsche noch vermehren, denn die Bibel sagt: „Verflucht sei, wer des Herrn Werk lässig tut.“ (Jer. 48,10) Obwohl die Arbeit des Herrn durch Frauen ausgeführt werden könnte, wenn Gottes Grundsätze und Methoden verletzt würden – sie würden „lässig“ getan – kann sie doch nicht Gottes Segen erwarten. Wir sollen mit der Berufung zufrieden sein, die Gott uns gegeben hat.

Anhand dieser fünfzehn Schriftgründe sehen wir klar, dass Gott nicht will, dass Frauen in der Gemeinde/Kirche herrschen. Wir stimmen mit einer kürzlich erschienen Studie der Professoren des Concordia Theological Seminary, Fort Wayne, überein, die feststellt: „Nach sorgfältigem Studium des Zeugnisses der Heiligen Schrift schließt die Exegetische Abteilung einstimmig, dass das Frauenstimmrecht in der Gemeinde/Kirche ist grundsätzlich gegen Gottes Wort.“ (abgedruckt in Concordia Theological Quarterly, 41,3, Juli 1977, S. 36-45).

 

 

 

 

 

Unser NEIN zur Abtreibung

 

Stellungnahme der Lutheran Churches of the Reformation,

angenommen durch die Delegiertenversammlung der LCR 1989

 

(übersetzt von Roland Sckerl)

 

Weil        die Bibel gebietet, dass Christen für solche deutlich ihre Stimme erheben, die sich nicht selbst in einer gerechten Sache verteidigen können, Spr. 31,8.9,

                und

 

weil         Gott alles menschliche Leben erschaffen und dieses Leben erlöst hat in Jesus Christus, Apg. 17,26; 1. Mose 2,1.2; Röm. 5,12.19; 1. Kor. 15,22,

                und

 

weil         in der Empfängnis durch die Verbindung des Samens des Mannes und des Eies der Frau, durch die Kraft Gottes, eine neue individuelle Person hervorgebracht wird, die aus Körper, Seele und Geist besteht,

                Hiob 10,8: Deine Hände haben mich gearbeitet und gemacht alles, was ich um und um bin.

                Hiob 31,15: Hat ihn nicht aud er gemacht, der mich in Mutterleibe machte, und hat ihn im Leib ebensowohl bereitet?

                Hiob 33,4: Der Geist Gottes hat mich gemacht und der Odem des Allmächtigen hat mir das Leben gegeben.

                Ps. 127,3: Siehe, Kinder sind eine Gabe Gottes, und Leibesfrucht ist ein Geschenk.

                Ps. 139,13-16: Denn du hast meine Nieren in deiner Gewalt, du warest über mir in Mutterleibe. Ich danke dir darüber, dass ich wunderbarlich gemacht bin; wunderbarlich sind deine Werke, das erkennet meine Seele wohl. Es war dir mein Gebein nicht verhohlen, da ich im Verborgenen gemacht ward, da ich gebildet ward unten in der Erde. Deine Augen sahen mich, da ich noch unbereitet war, und waren alle Tage auf dein Buch geschrieben, die noch werden sollten, und derselben keiner da war.

                1. Mose 25,21-23a; 30,1.2; 38,27-30; Hiob 1,21a; 3,3.10-13; 10,18; Ps. 22,4.10; 51,7; 119,73; Pred. 11,5; Jes. 44,2.24; 49,1.2.5; Jer. 1,4.5; 20,17.18; 31,22; Hos. 12,4; Luk. 1,15.41.42.44; Gal. 1,15; Matth. 1,18.20.33 (Jes. 7,14); Luk. 1,31; Joh. 1,1.2,

                und

 

weil         die Heilige Bibel diejenigen verdammt, die Geld nehmen, um die Hilflosen zu schlagen, 5. Mose 27,25,

                und

 

weil         die Heilige Bibel voll ist von Beispielen, die zeigen, welch ein Übel Kindesmord ist, Matth. 2,13-20; 1. Kge 16,3; 21,6; 23,10; Jer. 19,3-8; Jes. 13,18; 2. Kge 6,24-30; 2. Mose 1,7-22,

                und

 

weil         die Heilige Schrift ohne Einschränkung und ausdrücklich den Mord an Kindern verdammt,

                2. Mose 20,13: Du sollst nicht töten.

                2. Mose 21,22-25; Matth. 19,18,

                und

 

weil         der HERR die Errettung der Kinder nicht weniger will als die der Erwachsenen, Matth. 18,14; Joh. 3,16; 1. Tim. 2,4; 2. Petr. 3,9,

                und

 

weil         die Schrift lehrt, dass alle Kinder Sünder sind und das Bad der Wiedergeburt und Erneuerung des Heiligen Geistes benötigen, 1. Mose 8,21; 5,3; Hiob 14,14; Ps. 51,7; 58,3; 25,7; Joh. 3,6; 9,34a; Röm. 3,23; 5,12; Eph. 2,3,

                und

 

weil         die Bibel befiehlt, dass die Kinder Christus in der Taufe zu bringen sind, Matth. 28,19; Apg. 2,38.39; Kol. 2,11.12; Luk. 18,17; Mark. 10,13-16; Joh. 3,5,

                und

 

weil         die Gründe, mit denen die Abtreibung gerechtfertigt wird, aus selbstsüchtiger Haltung, humanistischer Logik und einer Entwertung des menschlichen Lebens stammen,

                wird

 

beschlossen, dass die LCR die Handlung einer gewollten Abtreibung als Mord verdammt und

                wird

 

weiter beschlossen, dass in solchen Fällen, in denen es notwendig werden kann, zwischen dem Leben des Kindes und dem Leben der Mutter zu wählen, wir unsere jeweilige Entscheidung im Gebet der Weisheit und Gnade Gottes anbefehlen (vgl. 1. Mose 35,16-19)

                und wird

schließlich beschlossen, dass wir die trostvolle Gnade und Vergebung Gottes in Christus allen denen anbieten, die es bereuen, das entsetzliche Verbrechen der Abtreibung erwogen, gefördert, daran teilgenommen oder es unterstützt zu haben.

 

 

 

STELLUNGNAHME ZU GEBURTENBE-

SCHRÄNKUNG UND FORTPFLANZUNG

 

(Angenommen durch die Lutheran Churches of the Reformation, 1991,

in: The Faithful Word, 2/1992, S. 31-33)

 

Gott ist der Schöpfer des menschlichen Lebens (1. Mose 30,2; 1. Sam. 2,5 f.; 2. Kge 5,7; Apg. 17,25.28) und will geistliches Leben in allen sündlichen menschlichen Lebewesen schaffen, damit jedermann zur Erkenntnis der Wahrheit kommt und gerettet werde (1. Tim. 2,4). Verheiratete Paare1 sollen sich fortpflanzen unter Beachtung der folgenden biblischen Grundsätze:

 

1. Der Befehl Gottes: Seid fruchtbar und mehret euch! (1. Mose 1,28; 9,1.17; 35,11; 1. Tim. 5,10.14; Augsb. Bek. XXIII, 5.82; Apol. XXIII, 7-83; Gr. Kat., 6. Gebot4)

 

2. Kinder sind ein Segen vom Herrn. (1. Mose 1,28; 15,2-5; 17,5 f; 24,60; 33,5; 48,9; 49,25; 3. Mose 26,9; 5. Mose 28,4; Jos. 24,3; Ruth 4,11 f.; Psalm 107,38; 127,3-5; 128,3-6; 147,13; Spr. 5,18; 17,6; Gr. Kat. 4. Gebot5)

 

3. Gott ist derjenige, der den Schoß der Frau öffnet oder verschließt. (1. Mose 16,1-2; 17,15-19; 20,18; 21,1-2; 25,21; 29,31; 30,2-6.23 f.; 5. Mose 32,18; 3. Mose 20,20 f.; Ri. 13,3; Ruth 4,13; 1. Sam. 1,19 f.; 2,21; Hiob 10,8-12; Psalm 22,9-10; 113,9; 139,13-16; Pred. 11,5; Jes. 8,18; 43,1.7; 44,2.24; 49,1.5; 66,9; Jer. 1,5; Luk. 1,36 f. 57 f.; Hebr. 11,11)

 

4. Kinder zu haben ist ein gutes Werk für Christen. (1. Tim. 2,15; Apol. XXIII, 326)

 

5. Christen sollten daran denken, dass sie nicht nur fruchtbar sein und die Erde bevölkern sollen, sondern ihre Kinder auch als Christen erziehen und dadurch den Himmel bevölkern. (spr. 3,21 f.; 4,3 f. 20-22; Mark. 10,13-16; Apg. 2,38 f.; Eph. 6,1.4; Hebr. 2,10)

6. In der Heiligen Schrift wird Unfruchtbarkeit als ein Kümmernis angesehen. (1. Mose 11,30; 15,2; 16,2; 18,11 f.; 25,21; 30,1.22 f.; 1. Sam. 1,2.5-7.10 f.; spr. 30,15 f.; Luk. 1,7.24 f. 58)

 

7. Es gibt viele Beispiele in der Heiligen Schrift von fruchtbaren Eltern unter den Gläubigen. (1. Mose 3,20; 4,1.25; 5,4; 24,60; 30,1-24; Ri. 13,2 f.; Hiob 1,2; 42,13-16)

 

8. Das Wort Gottes verbietet uns, die Ehe aufzulösen (Matth. 19,4-6), einschließlich ihres Zweckes (1. Kor. 7,2.5; 1. Mose 2,24).

 

9. Die Bibel zeigt Gottes Zorn an über diejenigen, die seinem Willen widerstreben. (1. Mose 38,8-10; 2. Mose 21,22; Röm. 1,18)

 

10. Gott will, dass wir ihm in allen Dingen vertrauen, auch auf seinen Willen und seine Möglichkeit, für die Kinder zu sorgen, die er uns gibt. (2. Mose 23,20.26; Psalm 30,7; 37,25 f.; Phil. 4,13; 1. Petr. 5,7)

 

Die Pastoren sollen die Familien öffentlich und privat beraten, diese Grundsätze zu beachten. Die Gemeinden und Pastoren sollen sich aber nicht von sich aus in das Privatleben ihrer Glieder eindrängen (8. Gebot). Die Verweigerung der Fortpflanzung sollte erst durch geduldige Unterweisung und Beratung behandelt werden. Wenn aber eine Situation zu einem öffentlichen Ärgernis wird, dann muss evangelische Zucht geübt werden (Matth. 18,17).

Wir lassen exegetische Unterschiede zu wie auch Sonderfälle (Kasuistik), müssen aber auf den Grundsätzen in dieser Sache bestehen und sie lehren (Matth. 28,20; Apg. 20.27). So war auch das gemeinsame Lehren Martin Luthers und der „altmissourischen“ Väter (C.F.W. Walther, F. Pieper, A.L. Gräbner; C.M. Zorn; W.H.T. Dau; J.T. Müller; W. Dallmann; F. Bente; E.W.A. Köhler; L. Fürbringer; T. Engelder; Th. Laetsch; G. Lücke; W.A. Maier, M.J. Naumann u.a.) und der Leiter der LCR wie P.E. Kretzmann und W.H. McLaughlin.

 

Die Gründe, die angegeben werden, um die Verhinderung der Schwangerschaft zu rechtfertigen, basieren oft auf Mythen, Egoismus, Materialismus, Hedonismus (Lust am Wohlleben), Bequemlichkeit, Eingriff in Gottes Vorrechte oder auf humanistischen Begründungen und zeigen allgemein ein Misstrauen gegenüber dem allmächtigen Gott und seinem Wort.

 

 

Zu Geburtenkontrolle und Abtreibung

 

Von Roland Sckerl

 

    Leibesfrucht, Kinder, sind eine Gabe, ein Segen Gottes, ein Geschenk des Herrn, Ps. 127,3-5, und die Fruchtbarkeit der Frau daher ein besonderer Segen des Herrn, Ps. 128,3, der dem Segen Gottes in der Schöpfung über Mann und Frau entspricht, 1 Mose 1,28.

    Der Hauptzweck (finis primarius) der Ehe ist allerdings nicht die Fortpflanzung, sondern die Ehe hat in ihrem Bestand, in ihrer Gemeinschaft gemäß 1 Mose 2 ihren eigentlichen Zweck, als Gehilfenschaft, Gemeinschaft, Ein-Fleisch-Sein, Totalgemeinschaft nach Leib und Seele. Kinder sind der besondere gottgewollte Segen, die gottgewollte Frucht der Ehe, Ps. 127. Gegenüber der ehelichen Gemeinschaft an sich ist aber dieser Zweck finis secundarius und im Konfliktfall (wo es um das Leben oder die physische oder seelische Gesundheit der Frau oder beider Ehepartner, um die Tragfähigkeit der Ehe geht) daher der Bewahrung der gottgestifteten Gemeinschaft der Ehe nachzuordnen.

    Dies heißt, dass Gott die eheliche Gemeinschaft nicht nur um ihrer selbst willen gestiftet hat, sondern dass er in ihr und durch sie – und zwar nur durch sie – auch die Geschlechterfolge will, 1 Mose 1,28; 3,16, und sein Segen in 1 Mose 1,28 auch die Bereitschaft der Eheleute, ihre Ehe dem gottgewollten Zweck dienstbar zu machen, einschließt. Daher ist die Verhinderung des Kindersegens, die Empfängnisverhütung grundsätzlich ein eigenmächtiger Eingriff in Gottes Schöpferwalten. Kinder zu haben oder nicht zu haben, ist nicht unserer Willkür freigestellt. Eine Ehe, die Kinder ablehnt oder die Kinderzahl von vornherein beschränken will, hindert an ihrem Teil Gott an der Erhaltung der Welt und an seinen Zielen mit ihr, nämlich die Erde mit Menschen zu erfüllen.

    Die geschlechtliche Gemeinschaft ist nicht nur Möglichkeit, sondern gemäß 1 Kor. 7 auch Schuldigkeit ehelicher Gemeinschaft und Zuneigung, wobei beide sich aber in gegenseitiger Abstimmung auch eine Zeitlang enthalten können. Diese geschlechtliche Gemeinschaft soll zugleich aber auch die Frau als den schwächeren Teil berücksichtigen, dass sie es ertragen kann, also ritterlich, vernünftig auf sie Rücksicht nehmen, 1 Petr. 3,7.

Es können Situationen eintreten, in denen die beiden Mandate Gottes, die eheliche Gemeinschaft an sich und die Fruchtbarkeit der Ehe, in einen Konflikt miteinander treten können, nämlich dann, wenn die Tragfähigkeit der ehelichen Gemeinschaft durch eine größer werdende Familie oder die Schnelligkeit der Geburtenabfolge überbelastet, besonders wenn die physische oder psychische Belastbarkeit der Frau überfordert wird. Hier kann es also Situationen geben, in denen Geburtenregelung aus Verantwortung gegenüber der Tragfähigkeit der ehelichen Gemeinschaft und aus rechter Sorge um die Frau begründbar ist und nicht dem Mandat Gottes von vornherein widerspricht. Ritterliche Rücksicht auf die Frau und die eheliche Gemeinschaft achtet darauf, dass der Tragfähigkeit der Gemeinschaft von Mann und Frau nicht zu viel zugemutet wird, denn die Sorge und der Schutz für die Angehörigen ist Gottes Gebot, 1. Tim. 5,8; Gal. 6,10. Hier ist jedes Paar aufgerufen, vor Gott seine wahren Motive zu prüfen.

    Dies aber ist ein Grenzfall. Denn Geburtenkontrolle zu üben mit dem Zweck, die Fruchtbarkeit überhaupt zu verhindern oder sie ohne Not für den Bestand der ehelichen Gemeinschaft einzuschränken, steht diametral gegen den Willen Gottes mit der Stiftung der menschlichen Ehe, hindert Gott in seinem Schöpfungs- und Erhaltungswillen der Welt. Es ist also Unrecht, Sünde, eine Ehe zu schließen in der Absicht, keine Kinder haben zu wollen. Es ist ebenso Unrecht, die Zahl der Kinder von vornherein willkürlich auf ein Minimum beschränken zu wollen. Es ist auch unrecht, im Laufe der Ehe, zu irgendeinem Zeitpunkt, aus bloßer Bequemlichkeit und aus Unglauben keine weiteren Kinder haben zu wollen. Im besonderen Fall aber können die Eltern vor der Frage stehen, unter Umständen praktisch von einem Kind jeweils zum anderen, was die Ehe und die in ihr mitgestiftete Gemeinschaft noch zu tragen vermag, ohne zu scheitern.

    Freiheit und Verantwortung stehen also im Dienst der göttlichen Ordnungen und dürfen sie nicht zerstören, weder äußerlich (die Ehe durch Ehebruch, Scheidung) noch innerlich (die Ehe durch das, was ihre Gemeinschaft aufhebt und zerstört). Hier kann es also zu einem Dilemma, einen Pflichtenkollision kommen, wo der Mensch in der Verantwortung vor Gott unter Gebrauch der Vernunft unter dem Gehorsam Christi entscheiden muss.

    Abtreibung ist Mord ist, nämlich das bewußte und vorsätzliche Töten eines von Gott geschenkten Menschen im Mutterleib und darum eine schwere Sünde. (Es kann aber auch hier die Grenzsituation vorkommen, daß beim Ringen um das Leben von Mutter und Kind die Ärzte nach menschlichem Ermessen nur eine der beiden Personen retten und der anderen nicht die lebensnotwendige Hilfe geben können. Wenn dadurch das Kind stirbt, kann nicht von Abtreibung gesprochen werden.)

Ps. 127,3: Siehe, Kinder sind eine Gabe des Herrn, und Leibesfrucht ist ein Geschenk.

 

 

 

 

 

 

 

Literaturhinweis:

 

- Roland Sckerl: Volkskirche oder Bekenntniskirche? Ein Wort zur Klärung. 20 S. geheftet. € 0,55. In diesem Heft geht es darum, wie denn Gottes Konzept für die Kirche aussieht, das er uns in der Bibel dargelegt hat. Anhand der Bibel und mit Erläuterungen aus der Kirchengeschichte wird entfaltet, dass die pluralistische Volkskirche völlig unbiblisch ist und wir als Christen aufgerufen sind, bibel- und bekenntnistreue Gemeinden und Kirchen aufzubauen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 



1 Unverheiratete sollen sich nicht fortpflanzen, da sie keinen legitimen Geschlechtsverkehr haben können.

2 „Denn Gott hat den Menschen als Mann und Frau geschaffen, Gen. 1,28.“ (im Lat.: zur Fortpflanzung)

3 „Erstlich ist geschrieben Gen. 1, dass Mann und Frau also geschaffen von Gott sind, dass sie sollen fruchtbar sein, Kinder zeugen usw., die Frau geneigt sein zum Mann, der Mann wieder zur Frau. Und wir reden hier nicht von der unordentlichen Brunst, die nach Adams Fall gefolgt ist, sondern von natürlicher Neigung zwischen Mann und Frau, welche auch gewesen wäre in der Natur, wenn sie rein geblieben wäre. Und das ist Gottes Geschöpf und Ordnung, dass der Mann zur Frau geneigt sei und die Frau zum Mann. So nun die göttliche Ordnung und die angeschaffene Art niemand ändern kann noch soll als Gott selbvst, so folgt, dass der Ehestand durch kein menschliches Statut oder Gelübde kann abgetan werden.

Gegen diesen starken Grund spielen die Widersacher mit Worten; sagen: Im Anfang der Schöpfung habe das Wort noch stattgehabt: ‚Wachset und mehret euch und erfüllet die Erde’; nun aber, so die Erde erfüllt ist, sei die Ehe nicht geboten. Seht aber, wie weise Leute sind da die Widersacher! Durch dies göttlich Wort: ‚Wachset und mehret euch’, welches noch immer geht und nicht aufhört, sind Mann und Frau also geschaffen, dass sie sollen fruchtbar sein, nicht allein die Zeit des Anfangs, sondern solange diese Natur währt. Denn gleichwie durch das Wort Gen. im 1. Kapitel, da Gott sprach: ‚Es lasse die Erde aufgehen Gras und Kraut’ usw. die Erde also geschaffen ist, dass sie nicht allein im Anfang Frucht brachte, sondern dass sie alle Jahre Gras, Kräuter und ander Gewächs brächte, solange diese Natur währt: Also sind auch Mann und Frau geschaffen, fruchtbar zu sein, solange diese Natur währt. Wie nun das Menschengebot und –gesetz nicht ändern kann, dass die Erde nicht sollte grün werden usw., also kann auch kein Klostergelübde, kein Menschengebot die menschliche Natur ändern, dass eine Frau nicht sollte eines Mannes begehren, ein Mann einer Frau, ohne ein besonderes Gotteswerk.“

4 „Darum will er ihn [den Ehestand] auch von uns geehrt und also gehalten und geführt haben als einen göttlichen, seligen Stand, weil er ihn erstlich vor allen andern eingesetzt hat und darum unterschiedlich Mann und Frau geschaffen (wie vor Augen), nicht zur Büberei, sondern dass sie sich zusammen halten, fruchtbar seien, Kinder zeugen, nähren und aufziehen zu Gottes Ehren.“

5 „Diesem Vater- und Mutterstand hat Gott sonderlich den Preis gegeben vor allen Ständen, die unter ihm sind, dass er nicht bloß gebietet, die Eltern lieb zu haben, sondern zu ehren. .., also, dass er Vater und Mutter ausnimmt und auswählt vor allen andern Personen auf Erden und neben sich setzt.“

6 „Paulus sagt, die Frau werde selig durch Kindergebären. Was hätte doch der heilige Apostel gegen die schändliche Heuchelei der unflätigen, erlogenen Keuschheit Trefflicheres reden können, als dass er sagt, sie werden selig durch die ehelichen Werke, durch Gebären, durch Kindersäugen und –ziehen, durch Haushalten usw.? Ja, wie meint das Paulus? Er setzt dazu mit klaren Worten: ‚So sie bleibt im Glauben’ usw. Denn die Werke und Arbeit im Ehestande für sich selbst ohne den Glauben werden hier allein nicht gelobt. So will er nun vor allen Dingen, dass sie Gottes Wort haben und gläubig seien, durch welchen Glauben (wie er denn allenthalben sagt) sie empfangen Vergebung der Sünden und Gott versöhnt werden. Danach gedenkt er des Werkes ihres weiblichen Amtes und Berufs, gleichwie in allen Christen aus dem Glauben sollen gute Werke folgen, dass ein jeder nach seinem Beruf etwas tue, damit er seinem Nächsten nütz werde; und wie dieselben guten Werke Gott gefallen, also gefallen auch Gott solche Werke, die eine gläubige Frau tut ihrem Beruf nach; und eine solche Frau wird selig, die also ihrem Beruf nach im ehelichen Stand ihr weiblich Amt tut.“