Beständig in der Apostel Lehre und in der Gemeinschaft und im Brotbrechen und im Gebet! Apg. 2,42

DER BEKENNTNIS-

LUTHERANER

 

Lutherisches Blatt für Bibelchristentum.

 

 

 herausgegeben von Roland Sckerl,  Leopoldstr. 1, D-76448 Durmersheim; Tel.:07245/83062;

E-mail: Sckerl@web.de; Internet: www.lutherische-bekenntnisgemeinde.de

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32. Jahrgang 2024             Heft 1/2024

 

 

 

 

Inhaltsverzeichnis

 

UNTER BIBEL UND BEKENNTNIS. 1

Busse in Luthers Theologie. 1

Die Busse in den lutherischen Bekenntnisschriften. 5

ZEICHEN DER ZEIT. 9

 

 

 

 

 

 

 

 

 

UNTER BIBEL UND BEKENNTNIS

 

Busse in Luthers Theologie

 

Roland Sckerl

 

    Luther im Besonderen und dem Luthertum im Allgemeinen ist von verschiedenen Kreisen, nicht zuletzt in Anlehnung an den Pietismus, immer wieder der Vorwurf gemacht worden, es habe das persönliche Glaubensleben und auch die persönliche Bekehrung nicht im Blick gehabt. Dies ist aber, schon allein mit Blick auf den Kleinen Katechismus, völlig falsch. Vielmehr spielen Buße und Glauben die zentrale Rolle im Leben und in der Theologie Luthers und daher auch des Luthertums. Gerade das Ringen um die Buße prägte auch Luthers persönliche theologische und Glaubensentwicklung bereits vor dem Thesenanschlag und der reformatorischen Entdeckung, wie er nicht zuletzt in seinem Beibrief zu den Resolutionen zu den 95 Thesen an Johann von Staupitz deutlich macht. Hier soll nun versucht werden, einen kleinen Überblick über Luthers Lehre von der Buße zu geben.

 

    In seinen Anfechtungen hatte Luther von Staupitz als wichtigen Hinweis dies bekommen, dass die wahre Buße beim Christen, also dem, der schon im rechtfertigenden Glauben an Christus steht, aus der Liebe zu Gott und zur Gerechtigkeit Gottes kommt, diese der Anfang jeder rechten Buße des Christen ist und damit die Buße nicht auf das Ich, sondern auf Gott ausgerichtet ist.

    Worum geht es in der Buße? Es geht um das fröhliche Gewissen, das aus der Vergebung der Sünden (dem „himmlischen Ablass“) folgt aufgrund der Versöhnung mit Gott.[1] Erst daraus dann sind gute Werke möglich, nicht umgekehrt, dass gute Werke die Buße fördern oder überhaupt uns vor Gott ein gutes Konto bereiteten: „Die Austreibung der Sünde tut gute Werke.“[2] Die Buße, und das ist ganz wichtig, ist zuerst und vor allem eine innerliche Buße, das heißt eine Sache des Herzens und Gewissens vor Gott; denn alles Äußerliche, einschließlich der Beichte, kann geheuchelt sein. Allerdings muss diese innerliche Buße dann auch äußerliche Folgen zeigen, nämlich in der Abtötung des Fleisches als einer Folge, Frucht der Buße.[3]

    Was gehört nun zur rechten Buße? Zunächst muss der Sünder – und das gilt für den Christen genauso wie für den, der noch nicht im rettenden Glauben steht – Klarheit über seine Fehlleistung bekommen, das heißt, er muss zu rechter, lebendiger Sündenerkenntnis kommen, was der Heilige Geist gerade durch das Gesetz bewirkt[4]. Die wird dann zunächst auch zu einem Kampf gegen die erkannte Sünde führen, auf die Dauer aber auch, trotz einiger äußerer Erfolge, erkennen, dass er die Sünde nicht wirklich überwinden, beseitigen kann. Zu rechter lebendiger Sündenerkenntnis gehört so auch die Erkenntnis der eigenen abgrundtiefen Verdorbenheit und der damit verbundenen Unfähigkeit, Gott irgendetwas zu bringen, also die lebendige Erkenntnis der Verlorenheit, was Luther mit der Verzweiflung an der eigenen Gerechtigkeit beschreibt. Jeder muss vor Gott sich recht als ein Sünder erkennen, als jemand, der Gott nichts bringen kann, der sich als verloren erkennt und begreift, dass er angewiesen ist auf die Gnade Gottes in Jesus Christus. Dazu kommt der Hass, Ekel, Abscheu gegen die Sünde, wovon Luther auch in der Erklärung zur ersten These schreibt.[5] Soweit ist die Buße im engeren oder eigentlichen Sinn beschrieben.

    Zur Buße im weiteren Sinn aber muss dann unbedingt hinzukommen, damit der Sünder nicht in der Verzweiflung stecken bleibt, dass er alle seine Hoffnung allein auf Christus und die Gnade Gottes in Christus setzt, also zum rettenden Glauben an Jesus Christus als seinen alleinigen und einzigen Heiland kommt mittels des Evangeliums in Wort und Sakrament, was dann auch als Frucht, Folge, neues Leben ermöglicht (vivificatio). Hier, bei der Absolution, sind wir beim Zentrum, beim Kern der Buße (im weiteren Sinn) und damit dem, was die Buße (und Beichte) wirklich ausmacht: die Vergebung der Sünden um Christi willen, allein aus Gottes Gnade in Christus, empfangen, ergriffen allein durch den Glauben. Das sind die drei Kernelemente, neben der Sündenerkenntnis und dem aus ihr folgenden Bekenntnis der Sünden (zumindest vor Gott, unter Umständen auch vor Menschen, auf jedem Fall gegenüber denen, an denen man gesündigt hat) Der Glaube hält sich dabei an die Worte der Zusage Christi, die Absolution, Lossprechung durch Christus (in der Beichte mittels des Predigers oder eines Bruders, einer Schwester) – denn allein durch den Glauben wird das ergriffen, empfangen, was Christus schenkt.[6]

    Ganz wichtig ist also, gerade im Gegensatz zur römischen Lehre: Es geht nicht um die Würdigkeit der Reue, nicht um vorhergehende oder nachfolgende Werke, auf die der Sünder bzw. (bei der Beichte) der Beichtvater zu sehen hätte, es geht nicht um die eigene Frömmigkeit, denn all das ist immer unvollkommen und schwach, sondern es geht allein um Christus und seine Zusage, sein Wort des Evangeliums. Die Vergebung steht allein auf Christi Wort. An ihm und seinem Wort liegt alles. „Daraus folgt zum ersten, dass die Vergebung der Schuld und der himmlische Ablass werden niemand gegeben um der Würdigkeit willen seiner Reue für die Sünde, noch um der Werke willen der Genugtuung, sondern allein um des Glaubens willen, auf die Versprechung oder Verheißung Gottes: Alles, was du löst, soll los sein usw. Wiewohl die Reue und gute Werke nicht nachzulassen sind, ist doch auf sie in keiner Weise zu bauen, sondern allein auf die gewissen Worte Christi, der dir zusagt: Wenn dich der Priester löst, sollst du los sein. Deine Reue und Werke können dich betrügen, und der Teufel wird sie gar bald umstoßen im Tod und in der Anfechtung; aber Christus, dein Gott, wird dir nicht lügen noch wanken, und der Teufel wird ihm sein Wort nicht umstoßen. … Darum, so du glaubst des Priesters Wort, wenn er dich absolviert, …, so sind die Sünden gewiss los vor Gott, vor allen Engeln und vor allen Kreaturen; nicht um deinetwillen, nicht um des Priesters willen, sondern um des wahrhaftigen Worts Christi willen, der dir nicht lügen kann, wenn er spricht: Alles, was du löst, soll los sein. … Du sollst aber nicht allererst disputieren, ob deine Reue genugsam sei oder nicht, sondern des gewiss sein, dass nach all deinem Fleiß deine Reue ungenugsam sei, und darum zu Gottes Gnaden fliehen, sein genugsames Wort im Sakrament hören, mit freiem fröhlichem Glauben aufnehmen und gar nicht zweifeln, du seist zu Gnaden gekommen; nicht durch deine Verdienste oder Reue, sondern durch seine gnädige göttliche Barmherzigkeit, die dir laut er umsonst Vergebung der Sünde zusagt, anbietet und erfüllt.“[7]

    Die Folge dieser Buße, die Frucht, ist die Abwendung von der Sünde, das Abtöten der Sünde, Kreuzigen des Fleisches (mortificatio), was allein durch den Glauben an Christus möglich ist, da er uns zur Gerechtigkeit, zur Erlösung und Heiligung gemacht ist, und daraus dann das neue Leben als Braut Christi in der Nachfolge Christi. Buße, und das hat Luther aus dem griechischen Wort metanoia klar erfasst, meint Sinnesänderung, radikale Umkehr, nämlich weg von der eigenen Gerechtigkeit, dem eigenen Bemühen, der Ich-Konzentration, hin zu Christus, dem Retter der Welt, bei dem daher allein auch Rettung ist für jeden einzelnen Sünder und der den überführten und zerbrochenen Sünder durch das Evangelium lockt und ruft zum Glauben, zum herzlichen Vertrauen. Und das ist etwas, was jeden Menschen angeht, er mag groß oder klein, weise oder unweise, mächtig oder schwach, reich oder arm, fromm oder nicht fromm sein.[8] Daraus folgt dann alles andere, nämlich das neue Leben in täglicher Sündenerkenntnis, Reue, Umkehr, Vergebung, Glauben, Erneuerung als dem Weg der Nachfolge. Mit der einen Hand ergreift der Sünde die Gnade Gottes, damit er mit der anderen Hand aus der Fülle Gottes dem Nächsten geben kann.[9] Die Frucht der Buße, das macht Luther im Kleinen Katechismus (s.u.) deutlich, erschöpft sich aber nicht im Abtöten des Fleisches, im täglichen Ersäufen und Sterben des alten Adam, sondern es gilt ja, dass dann auch der neue Mensch hervorkomme, der in Gerechtigkeit und Reinigkeit vor Gott lebe. Und das umfasst das gesamte Leben der Nachfolge, die guten Werke, das Erfüllen der zehn Gebote in den jeweiligen Lebensständen, in die Gott einen Christen hineingestellt hat. Auch dafür hat Luther ja, etwa im Großen Katechismus oder im Sermon von den guten Werken, ausführliche Hilfestellung gegeben. All das ist, wenn wir Luthers Ausführungen im Kleinen Katechismus und im Sermon vom Sakrament der Taufe (1519) folgen, wobei er von Röm. 6,3 ff. sich hat leiten lassen, der tägliche Vollzug der Taufe, im täglichen Kampf gegen die Sünde und täglicher aktiver Nachfolge, und zwar nicht nur gemäß der zweiten Tafel (4.-10. Gebot), sondern auch der ersten (1.-3. Gebot), ist doch der Christ Braut seines Heilandes, des Bräutigams Jesus Christus, dass er daher auch in einer lebendigen Beziehung mit ihm stehe im Hören auf sein Wort (tägliche Bibellese), seiner Unterweisung (Gottesdienst, Bibelstunde) und im täglichen Anrufen (Gebet) und der häufigen Stärkung durch sein Sakrament (Abendmahl).

    Da auch der Christ den alten Menschen, den Sünder, immer noch bei sich hat, Gerechter und Sünder zugleich ist (simul iustus et peccator), ist diese Buße nicht nur ein einmaliger Vorgang (grundsätzliche Bekehrung), sondern vielmehr ein das ganze Leben andauernder, wie ja auch Paulus Gal. 5,16 ff. und Eph. 4,22 ff. es beschreibt. Täglich gilt es, die Sünde abzutöten, aus der Vergebung Christi im Glauben zu leben und so erneuert zu werden. Abtöten der Sünde und Lebendigwerden des neuen Menschen prägen den christlichen Alltag (tägliche Buße oder Bekehrung als Kernelement biblisch-lutherischer Frömmigkeit), das zeigt auch die erste These Luthers („Wenn unser Herr und Meister Jesus Christus sagt: Tut Buße! so will er, dass unser ganzes Leben der Gläubigen auf Erden eine stete oder unaufhörliche Buße sei.“). So hat Luther es auch im Kleinen Katechismus im vierten Teil zum Hauptstück von der Taufe ausgeführt: „Was bedeutet denn solch Wassertaufen? Antwort: Es bedeutet, dass der alte Adam in uns durch tägliche Reue und Buße soll ersäuft werden und sterben mit allen Sünden und bösen Lüsten, und wiederum täglich herauskommen und auferstehen ein neuer Mensch, der in Gerechtigkeit und Reinigkeit vor Gott ewig lebe.“[10] Es geht um das tägliche und andauernde Kreuzigen und Abtöten des Fleisches mit seinen Lüsten und Begierden.[11] „Und diese Buße währt bei den Christen bis in den Tod; denn sie beißt sich mit der übrigen Sünde im Fleisch durchs ganze Leben, wie S. Paulus Röm. 7[,14-25] zeugt, dass er kämpfe mit dem Gesetz seiner Glieder, und das nicht durch eigene Kräfte, sondern durch die Gabe des Heiligen Geistes, welche folgt auf die Vergebung der Sünden.“[12] Wo aber die Sünde wieder mächtig geworden ist, etwa durch öffentliche Sünde oder weil eine (oder mehrere) Sünde wieder herrschend geworden ist, wie bei David oder Petrus, so ist die Person aus der Gnade gefallen.[13] Aber auch für sie gilt: In wahrer Buße die Sünde recht als Sünde erkennen, sich selbst als abgrundtief verdorbenen und verlorenen Sünder und mit all dem zu Christus eilen, die Sünde bekennen und die Vergebung ergreifen im Glauben an Jesus Christus, den Heiland und dann wieder als ein Kind Gottes leben, eben in täglicher Buße und Glauben, täglicher Umkehr, täglicher Vergebung und Erneuerung.

    Dabei ist aber wichtig zu bedenken: Im Zentrum der Buße (im weiteren Sinn, also einschließlich des Glaubens) steht die Absolution Christi, die Vergebung, die er dem Sünder schenkt und die der Glaube empfängt, ergreift. Das ist der eigentliche Kern der Buße. „Diese heiligen, tröstlichen, gnadenreiche Worte Gottes [Matth. 16,19] muss ein jeglicher Christenmensch tief und wohl zu Herzen nehmen und mit großem Dank in sich bilden. Denn hier liegt das Sakrament der Buße, Vergebung der Sünde, Trost und Friede des Gewissens, alle Freude und Seligkeit des Herzens wider die Sünde, wider alle Erschreckung des Gewissens, wider Verzweiflung und Anfechtung der Pforten der Hölle.“[14] Denn: Christliche Existenz ist Leben aus der Absolution, aus der Vergebung der Sünden.[15]

 

    So wird deutlich, dass das biblisch-reformatorische Luthertum gerade das persönliche Glaubensleben, einschließlich der grundsätzlichen Bekehrung, sehr wohl im Auge hat, und zwar ganz grundlegend, und alles zusammenfasst unter dem Begriffspaar „Buße“ und „Glauben“ als des Heiligen Geistes Werk, das nicht nur einmal, in der (grundsätzlichen) Bekehrung, geschieht, sondern das ganze Leben betrifft; auch der Blick dabei nicht auf das Ich und seine Handlung, seine Aktion gerichtet ist, sondern vor allem und zuerst auf Christus und das, was er für uns getan hat und was er mir durch das Evangelium schenkt und so eine frohe Nachfolge möglich wird.

    Weiter ist zu bedenken, dass das biblisch-reformatorische Luthertum, der Bibel folgend, das Christenleben mit der Taufe beginnen lässt als dem Bad der Wiedergeburt und Erneuerung des Heiligen Geistes, wodurch Vergebung der Sünden geschenkt, vom Tod und Teufel erlöst und die ewige Seligkeit geschenkt wird – aber nicht magisch, durch die bloße Handlung, sondern „allen, die es glauben, wie das Wort und die Verheißung Gottes lauten“.[16] Nur der Glaube hat das, was Gott in der Taufe gibt. Und wenn ein Säugling getauft wird, so muss er, wie er im profanen Leben wachsen muss, vieles lernen, so auch im geistlichen Leben es lernen, als Christ zu leben, zu lebendiger Sünden-, Verdorbenheits- und Verlorenheitserkenntnis und schließlich zu lebendiger Christuserkenntnis und so von einem unbewussten zu einem bewussten persönlichen Glauben an Christus als seinen Heiland kommen, damit auch bewusst das ergreifen, was er schon unbewusst in der Taufe empfangen hat – und dann auch in täglicher Buße bis an sein Lebensende leben, nicht anders als derjenige, der als Erwachsener getauft wurde, der das ebenfalls bedarf, in täglicher Sündenerkenntnis, Reue, Umkehr, Vergebung, neuer Hingabe zu leben, täglich aus der Kraft der Taufe, im Ausleben, Vollziehen und Umsetzen dessen, was in der Taufe grundsätzlich geschehen ist: Abtöten des alten Menschen, Auferstehen des neuen Menschen.

    „12. Zum ersten, dass du dich ergibst in das Sakrament der Taufe und seiner Bedeutung, das ist, dass du begehrst mit den Sünden zu sterben und am Jüngsten Tag neu gemacht zu werden nach Anzeige des Sakraments; wie gesagt ist. Das nimmt Gott auf von dir und lässt dich taufen und hebt von Stund an, dich neu zu machen, gießt dir ein seine Gnade und Heiligen Geist, der anfängt, die Natur und Sünde zu töten und zu bereiten zum Sterben und zum Auferstehen am Jüngsten Tag.

    13. Zum zweiten. Verbindest du dich also zu bleiben und immer mehr und mehr zu töten deine Sünde, solange du lebst, bis in den Tod: So nimmt dasselbe Gott auch auf und übt dich dein Leben lang mit vielen guten Werken und mancherlei Leiden; damit er tut, dass du begehrt hast in der Taufe, das ist, dass du willst die Sünde los werden, sterben und neu auferstehen am Jüngsten Tag und so die Taufe vollbringen. Darum lesen wir und sehen, wie er seine lieben Heiligen so hart lässt martern und viel leiden, dass sie nur bald getötet, dem Sakrament der Taufe genug täten, stürben und neu würden. Denn so das nicht geschieht und wir nicht leiden noch Übung haben, so überwindet die böse Natur den Menschen, dass er ihm die Taufe unnütz macht und fällt in Sünde, bleibt ein alter Mensch, wie zuvor.

    14. Zum zehnten: Dieweil nun solches dein Verbinden mit Gott steht, tut dir Gott wieder die Gnade und verbindet sich dir, er wolle dir die Sünden nicht zurechnen, die nach der Taufe in deiner Natur sind, will sie nicht ansehen, noch dich darum verdammen. Lässt sich daran genügen und hat ein Wohlgefallen, dass du in steter Übung und Begierde seist, dieselben zu töten und mit deinem Sterben sie loszuwerden. Deshalb, ob sich wohl böse Gedanken oder Begierden regen, ja, ob du auch zuweilen sündigst und fällst; so du doch wieder aufstehst und in den Bund trittst, so sind sie in Kraft des Sakraments und Bundes schon dahin, wie St. Paulus, Röm. 8,1, sagt: „Es verdammt die natürliche böse, sündliche Neigung keinen, der an Christus glaubt und derselben nicht folgt noch drein willigt.“ Und St. Johannes in seiner Epistel [Brief] spricht: „Und ob jemand fiele in Sünde, so haben wir einen Fürsprecher bei Gott, Jesus Christus, der eine Vergebung geworden ist für unsere Sünde“, 1. Joh. 2,1.2. Dasselbe geschieht alles in der Taufe, da wird uns Christus gegeben.“[17]

    So ist die Buße letztlich nichts anderes als das tägliche Leben aus der Taufe, tägliche Umsetzen dessen, was in der Taufe grundsätzlich begonnen hat.[18] Buße und Glauben – mit der Taufe im Hintergrund – beschreibt also nicht etwas, das ab und an mal nötig wäre, sondern vielmehr das gesamte christliche Leben, den stetigen geistlichen Kampf, das stetige In-den-Tod-Geben des alten Menschen und dann stetige Lebendigwerden des neuen Menschen durch den Glauben an Christus, ein täglicher Vollzug dessen, was in der Taufe uns grundsätzlich zugerechnet und auszuführen begonnen wurde. Und da gehören auch alle Anfechtungen, alle Nöte, alles Leid, ja selbst furchtbare Ereignisse und Verfolgung mit hinein, als Kreuz im Christenleben, als Mittel Gottes, uns zu reinigen und vorzubereiten auf die ewige Herrlichkeit, wo es dann keine Sünde und dadurch auch keinerlei Leid mehr geben wird; denn dazu hat sich Gott in der Taufe verbunden, wie er uns darin verpflichtet hat, den alten Menschen steig in den Tod zu geben und uns verheißen, unserer Sünden nicht zu gedenken, so wir nur immer wieder umkehren, sie ihm bekennen und seine Vergebung ergreifen. Und wer, weil die Sünde wieder die Herrschaft bekommen hat, aus der Taufgnade gefallen ist, er sei als Säugling oder als Erwachsener getauft, bedarf der erneuten Umkehr, erneuten Bekehrung durch Buße und Glauben, wie es beschrieben wurde, aber ohne erneute Taufe, denn die Buße ist dann Rückkehr in die Taufe.[19] Der Glaube hält sich dabei gerade an Christus und sein Wort in der Taufe als der objektiven Gabe der Vergebung der Sünden und des neuen Lebens.[20] Luther rechnet durchaus damit, dass es zu diesem Fallen aus der Gnade, zur erneuten Herrschaft der Sünde auch im Leben eins Gläubigen kommen kann. Darum ermahnt er auch so ernsthaft dazu, diesen täglichen Kampf gegen die Sünde mit aller Entschiedenheit zu kämpfen. Dass wir von der Sünde in ihrer vielfältigen Form angefochten werden, das ist normal, es geht nur darum, nicht in die Sünde zu willigen. Wenn dies aber geschehen ist, dann gilt es, nicht in der Sünde zu bleiben, sondern sie wieder als Sünde zu erkennen, sie zu verabscheuen und erneut die Vergebung Christi ergreifen, erneut zurückzukehren zu der Verheißung Gottes in der Taufe (s.a. Luthers Auslegung zu Gal. 5,16 ff. in der großen Galaterbriefvorlesung). „Darum, wenn wir von Sünden aufstehen oder Buße tun, so tun wir nichts anderes, als dass wir wiederkehren zu der Taufe Kraft und Glauben, daraus wir gefallen waren, und wieder kommen zu der Verheißung, die uns damals [in der Taufe] geschehen ist, die wir durch die Sünde verlassen hatten. Denn es bleibt allezeit die Wahrheit der Verheißung, die einmal geschehen ist, die uns mit ausgestreckten Händen aufnehmen will, wenn wir umkehren. … Da siehst du zugleich, wie gefährlich, ja, wie falsch es sei, wenn man vermeint, dass die Buße das zweite Brett sei nach dem Schiffbruch, und wie es ein so schändlicher Irrtum sei, wenn man dafür hält, dass wegen der Sünden die Kraft der Taufe gänzlich vergangen und dieses Schiff zertrümmert sei. Es bleibt dieses Eine, feste und unüberwindliche Schiff und wird niemals in Stücke zerreißen, in welchem alle die geführt werden, die zu dem Hafen der Seligkeit gebracht werden, das ist, die Wahrheit Gottes, die da in den Sakramenten etwas verheißt. Das geschieht freilich, dass viele aus dem Schiff freventlich in das Meer springen und verderben; das sind die, welche den Glauben an die Verheißung fahren lassen und sich in Sünde stürzen. Aber das Schiff selbst bleibt und geht unversehrt hindurch in seinem Lauf. Kann er durch eine Gnade wieder zu dem Schiff kommen, so wird er durch keine Stücke, sondern durch das ganze Schiff zum Leben geführt werden. Das ist der, welcher zu er festen und bleibenden Verheißung Gottes durch den Glauben wieder zurückkehrt. Daher straft Petrus 2. Ep. 1,9 diejenigen, die da sündigen, dass ‚sie vergessen die Reinigung der vorigen Sünden‘, wo er ohne Zweifel die Undankbarkeit in Bezug auf die empfangene Taufe und ihren gottlosen Unglauben straft. “[21]

    Luthers Darlegungen zur biblischen Lehre von der Buße oder Sinnesänderung oder Umkehr des Menschen zeigen die Kernpunkte auf, auf die es ankommt, dass ein Sünder zum rettenden persönlichen Glauben kommt und darin erhalten bleibt, denn die Kernpunkte sind für beides die gleichen: Die Taufe als Gottes Werk, in dem der alte Mensch grundsätzlich in den Tod gegeben wird und grundsätzlich ein neuer Mensch hervorgeht, der Gott gehört. Diese Gaben Gottes aber haben für den Sünder nur Relevanz, nutzen ihm tatsächlich nur etwas, wenn er sie im rechten Glauben an Gottes Zusage in Jesus Christus empfängt, ergreift. Denn die Taufe ohne den Glauben ist ihm nichts nütze, im Gegenteil, sie schadet ihm, weil er dann Gottes Verheißung in der Taufe verachtet. Darum ist auch im Blick auf die Taufe das Wichtigste nicht die Taufe selbst, sondern Gottes Zusage der Gerechtigkeit in Christus und der Glaube, der Christus und seine Gerechtigkeit ergreift. Dazu aber ist es nötig, dass er durch den Heiligen Geist zu lebendiger Sündenerkenntnis anhand des Gesetzes, vor allem der Zehn Gebote, gebracht wird und dadurch dann auch zu rechter lebendiger Erkenntnis der eigenen abgrundtiefen Verdorbenheit, Verzweiflung an aller eigenen Gerechtigkeit und der Erkenntnis der Verlorenheit vor Gott ohne Jesus Christus, Hass, Ekel, Abscheu gegen die Sünde. Durch das Evangelium aber schenkt der Heilige Geist lebendige Christuserkenntnis, nämlich dass der Sünder erfasst, dass Christi Menschwerdung, Unterwerfung unter das Gesetz, Gesetzeserfüllung auch ihm galt, auch für ihn geschah; ebenso, dass Christus auch seine Sünden trug, auch für sie am Kreuz das volle Lösegeld Gott bezahlte und so Gott auch mit ihm versöhnte, auch im die Vergebung der Sünden, den Frieden mit Gott, Freispruch im Jüngsten Gericht und das ewige Leben erworben hat und ihm nun anbietet, darreicht, zueignet durch das Evangelium im Wort, in der Taufe und im Abendmahl – und so der Heilige Geist auch den Glauben wirkt, das herzliche Vertrauen, dass Jesus Christus das alles für ihn getan hat und ihm zuruft, einlädt, dies doch eben in rechtem Vertrauen anzunehmen, zu ergreifen. So wird der alte Mensch immer neu in den Tod gegeben, kommt immer wieder der neue Mensch hervor, der vom Heiligen Geist beschenkt ist durch das Evangelium mit einem neuen Leben, einem neuen Willen, neuem Denken, neuem Wünschen, neuem Begehren, ganz ausgerichtet auf Jesus Christus, seinem Retter, Bräutigam und HERRN, um sich ihm nun, als Frucht, aus Dankbarkeit, in herzlicher Liebe, zu weihen, hinzugeben, um ihm zu folgen, ihm zu dienen, seien eigen zu sein. Und dies alles eben nicht nur im Blick auf die grundsätzliche Bekehrung, sondern auch im täglichen Kampf mit der Sünde, im täglichen Ringen um die Nachfolge im herzlichen Vertrauen auf Jesus Christus, im Hängen an seinen Zusagen, wie er es auch in der Taufe Gott versprochen hat.

 

 

Die Busse in den lutherischen Bekenntnisschriften

 

Roland Sckerl

 

    Wie schon die erste der 95 Thesen Luthers zeigt, ist die Buße, neben dem Zentralthema Rechtfertigung, ein bedeutendes Element der evangelisch-lutherischen Theologie und Frömmigkeit, was nicht zuletzt auch durch die Darlegungen im Kleinen Katechismus im Hauptstück von der Taufe verdeutlicht wird. Darum ist es sicher hilfreich zu bedenken, was dazu die lutherischen Bekenntnisschriften sagen.

 

    In der Buße wirkt der Heilige Geist durch das Gesetz als der Donneraxt Gottes, um die Erbsünde mit ihren Früchten zu offenbaren und den Menschen deutlich zu machen, dass sie allesamt Sünder sind und vor Gott keiner gerecht ist. So will der Heilige Geist eine rechte Reue, rechtes Herzeleid, Leiden und Fühlen des Todes hervorbringen. „Aber das vornehmste Amt und Kraft des Gesetzes ist es, dass es die Erbsünde mit den Früchten und allem offenbare und dem Menschen zeige, wie gar tief seine Natur gefallen und grundlos verderbt ist, als dem das Gesetz sagen muss, dass er keinen Gott habe noch achte, und bete fremde Götter an, welcher er zuvor und ohne das Gesetz nicht geglaubt hätte. Damit wird er erschreckt, gedemütigt, verzagt, verzweifelt, wollte gern, dass ihm geholfen würde, und weiß nicht, wo aus, fängt an, Gott feind zu werden und zu murren usw. Das heißt denn Röm. 4,15: ‚Das Gesetz erregt Zorn.‘ Und Röm. 5,20: ‚Die Sünde wird größer durchs Gesetz.‘“ (Schm.Art., III, II,4-5.) „Solch Amt behält das Neue Testament und treibt’s auch, wie S. Paulus Röm. 1,18 tut und spricht: ‚Gottes Zorn wird vom Himmel offenbart über alle Menschen.‘ Ebenso 3,12: ‚Alle Welt ist vor Gott schuldig.‘ Und: ‚Kein Mensch ist vor ihm gerecht.‘ Und Christus Joh. 16,8: ‚Der Heilige Geist wird die Welt strafen um die Sünde.‘ Das ist nun die Donneraxt Gottes, damit er beide, die offenbaren Sünder und falschen Heiligen in einen Haufen schlägt und lässt keinen Recht haben, treibt sie allesamt in das Erschrecken und Verzagen. Das ist der Hammer (wie Jeremia spricht): ‚Mein Wort ist ein Hammer, der die Felsen zerschmettert.‘ Das ist nicht activa contritio, eine gemachte Reue, sondern passiva contritio, das rechte Herzeleid, Leiden und Fühlen des Todes. Und das heißt denn die Buße anfangen, und muss der Mensch hier hören solches Urteil: Es ist nichts mit euch allen, ihr seid öffentliche Sünder oder Heilige, ihr müsst alle anders werden und anders tun, als ihr jetzt seid und tut, ihr seid, wer und wie groß, weise, mächtig und heilig, wie ihr wollt, hier ist niemand fromm.“ (Schm.Art., III, III,1-3.) Das ist also er erste und eigentliche Teil der Buße (im engeren Sinn verstanden), nämlich dass der Heilige Geist durch das Gesetz rechte, lebendige Sündenerkenntnis wirkt, die verbunden ist mit rechtem Leid, Traurigkeit, Erschrecken über die Sünde – und dem Urteil Gottes darüber. So sollst du dich recht als Sünder vor Gott erkennen. Und das betrifft jeden Menschen. Kein Mensch kann aus eigener Kraft Gott gefallen.

    Das heißt aber auch: Wer die biblische Lehre von der Sünde, und zwar auch bereits bei der Erbsünde, abschwächt, der schwächt damit auch Gottes Gesetz ab und verführt die Menschen dazu, sich auf angebliche eigene Kräfte, noch vorhandene natürliche Möglichkeiten, angeblichen teilweise vorhandenen freien Willen zu verlassen und so ihn aufzurufen, an seiner Erlösung mitzuwirken, wie das zur Reformationszeit vor allem durch Rom geschah (und bis heute so gelehrt wird), in unserer Zeit auch durch alle, die mehr oder weniger stark vom Arminianismus herkommen, seien es nun die Methodisten und andere Heiligungskirchen, sei es ein Großteil der Evangelikalen und Pietisten, die mit ihrer Lehre und Evangelisationsmethode bei Wesley anknüpften und dann durch Finney, Moody, Graham sie weiter entfalteten. „Unmöglich ist es gewesen, dass sie [die Römischen] sollten recht von der Buße lehren, weil sie die rechten Sünden nicht erkannten. Denn (wie droben gesagt) sie halten von der Erbsünde nicht recht, sondern sagen, die natürlichen Kräfte des Menschen seien ganz und unverderbt geblieben, die Vernunft könne recht lehren und der Wille könne recht danach tun, dass Gott gewiss seine Gnade gibt, wenn ein Mensch tut, so viel an ihm ist, nach seinem freien Willen.“ (Schm.Art., III, III,10.) Da wird dann eben ein Mitwirken des Menschen als möglich und notwendig erachtet. Rom setzt dahin eine menschlich gemachte Reue, eine Aufzählung aller Sünden und eine Genugtuung, die der Sünder erbringen muss – und gibt dann eine Absolution, die doch keine wirkliche Lossprechung ist, da sie ja abhängig ist von der Haltung des Sünders, seiner Reue, seiner Sündenaufzählung. (In der Entscheidungstheologie wird ein zumindest teilweise freier Wille behauptet, mit dem der Mensch sich noch vor der Wiedergeburt abwende von der Sünde, zu Christus hinwende, d.h. sich für ihn entscheide und sich so selbst bekehre – als Voraussetzung, dass Gott ihn dann wiedergebäre[22].) Damit wird tatsächlich jegliche Heilsgewissheit konterkariert, da der Sünder ja letztlich immer (auch) auf sich selbst geworfen bleibt, nicht einzig und allein auf Christus, sein Rettungshandeln, dargereicht in den Zusagen des Evangeliums. Bei Rom sind in der Bußlehre Christus und der Glaube völlig außen vor. „Hier war kein Christus und nichts vom Glauben gedacht, sondern man hoffte mit eigenen Werken die Sünde vor Gott zu überwinden und zu tilgen.“ (Schm.Art., III, III,14.) „Wenn nun einer hundert Jahre so gebüßt hätte, so hätte er doch nicht gewusst, wann er ausgebüßt hätte. Das hieß, immerdar gebüßt und nimmermehr zu Buße gekommen.“ (Schm.Art., III, III,23.)

    Die rechte Verkündigung der Buße, das ist, die rechte Anwendung des Gesetzes aber muss, wie oben schon angezeigt, so scharf und deutlich sein, dass sie nicht nur einige groben Sünden behandle, sondern auch die sogenannten „feinen“ Sünden, die böse Lust, die bösen Gedanken, Worte usw. Denn sonst meinen etliche, sie seien Heilige, es sei alles in Ordnung mit ihnen, sie bräuchten keine Buße. Das ist, weil sie auch die abgrundtiefe Verdorbenheit ihres Herzens nicht kennen. „Denn was wollten sie bereuen, weil sie in böse Gedanken nicht einwilligten? Was wollen sie beichten, weil sie böse Worte vermieden? Wofür wollten sie genugtun, weil sie der Tat unschuldig waren, also, dass sie auch anderen armen Sündern ihre übrige Gerechtigkeit verkaufen konnten? Solche Heiligen waren auch die Pharisäer und Schriftgelehrten zur Zeit Christi. Hier kommt der feurige Engel S. Johannes, der rechte Bußprediger, und schlägt mit einem Donner alle beide in einen Haufen, spricht: ‚Tut Buße.‘ So denken jene: Haben wir doch gebüßt. Diese denken: Wir bedürfen keiner Buße. Spricht Johannes: Tut alle beide Buße, denn ihr seid falsche Büßer, so sind diese falsche Heilige, und bedürft alle beide Vergebung der Sünden, weil ihr alle beide noch nicht wisst, was die rechte Sünde sei, geschweige, dass ihr sie büßen oder meiden solltet. Es ist euer keiner gut, seid voll Unglaubens, Unverstandes und Unwissenheit Gottes und seines Willens. Denn da ist vorhanden, ‚von der Fülle wir alle müssen nehmen Gnade um Gnade‘, und kein Mensch ohne ihn vor Gott kann gerecht sein. Darum, wollt ihr büßen, so büßt recht: Eure Buße tut nichts. Und ihr Heuchler, die ihr keiner Buße bedürft, ihr Schlangengeister, wer hat euch versichert, dass ihr dem künftigen Zorn entrinnen werdet usw.? (Matth. 3,7; Luk. 3,7). So predigt auch S. Paulus Röm 3,12 und spricht: ‚Es ist keiner verständig, keiner gerecht, keiner achtet Gottes, keiner tut Gutes, auch nicht einer; allzumal sind sie untüchtig und abtrünnig.‘ Und Apg. 17,30: ‚Nun aber gebietet Gott allen Menschen an allen Enden, Buße zu tun.‘ Allen Menschen (spricht er), niemand ausgenommen, der ein Mensch ist. Diese Buße lehrt uns, die Sünde erkennen, nämlich dass mit uns allen verloren, Haut und haar nicht gut ist und müssen schlicht neue und andere Menschen werden. … Denn es bleibt nichts da, damit wir könnten etwas Gutes denken, die Sünde zu bezahlen, sondern ein bloßes, gewisses Verzagen an allem, das wir sind, denken, reden oder tun usw.“ (Schm.Art., III, III,29-34.36.)

    Was also ist nun rechte Reue? Nicht nur das Erkennen der Sünden, sondern eine rechte Traurigkeit über die Sünden, ein rechtes Erschrecken und Furcht vor dem heiligen Gott und seinem Zorn über die Sünden und seinem Urteil, dem der reuige Sünder Recht geben muss. „Wir sagen, dass contritio oder rechte Reue das sei, wenn ein Gewissen erschreckt wird und seine Sünde und den großen Zorn Gottes über die Sünde anhebt zu fühlen, und ist ihm leid, dass es gesündigt hat. Und dieselbe contritio geht so zu, wenn unsere Sünde durch Gottes Wort gestraft wird. Denn in diesen zwei Stücken steht die Summe des Evangeliums: Erstens sagt es: Bessert euch, und macht jedermann zu Sündern. Zum zweiten bietet’s an Vergebung der Sünde, das ewige Leben, Seligkeit, alles Heil und den Heiligen Geist durch Christus, durch welchen wir neu geboren werden. so fasst auch die Summe des Evangeliums Christus, da er bei Lukas im letzten Kapitel sagt: ‚Zu predigen in meinem Namen Buße und Vergebung der Sünde unter alle Heiden.‘ Und von dem Schrecken und der Angst des Gewissens redet die Schrift im 38. Psalm: ‚Denn meine Missetaten sind über mein Haupt gegangen, wie eine schwere Last sind sie mir zu schwer geworden.‘ Und im 6. Psalm: ‚Herr, sei mir gnädig, denn ich bin schwach; heile mich, Herr, denn meine Gebeine sind erschrocken, und meine Seele ist sehr erschrocken usw. Ach du, Herr, wie lange?‘ Und Jes. 38,10.13: ‚Ich sprach, nun muss ich zur Hölle Pforten fahren, da ich länger zu leben gedachte usw. Ich dachte, könnte ich bis morgen leben; aber er zerbrach mir alle meine Gebeine wie ein Löwe.‘ Ebenso: ‚Meine Augen wollten mir brechen, Herr, ich leide Not‘ usw. In denselben Ängsten fühlt das Gewissen Gottes Zorn und Ernst gegen die Sünde. … Denn da merkt erst das Gewissen, was die Sünde für ein großer Ungehorsam gegen Gott ist, da drückt erst recht das Gewissen der schreckliche Zorn Gottes, und es ist unmöglich der menschlichen Natur, denselben zu tragen, wenn sie nicht durch Gottes Wort würde aufgerichtet. … Denn das Gesetz klagt allein die Gewissen an, gebietet, was man tun solle, und erschreckt sie.“ (Apol. XII,29-32.34.)

    Darum, dabei, bei dem Erschrecken über die Sünde und Verlorenheit, darf es nicht stehenbleiben, sonst würde der Sünder, der so aufgeweckt wurde und nun verzweifelt ist an aller eigenen Gerechtigkeit, der durch das zerschmetternde Werk des Gesetzes ein zerbrochenes Herz und Gemüt hat (Ps. 51,18), völlig in Verzweiflung stecken bleiben. Darum bringt der Heilige Geist dann dazu das Evangelium, die kostbare Verheißung von der Erlösung allein aus Gnaden, allein aus Gottes erbarmender Liebe in Christus Jesus (Buße im weiteren Sinn, die den rettenden Glauben mit einschließt). Das macht aber auch deutlich: Der rechte, wahre rechtfertigende Glaube kann nur da entstehen, wo zuvor durch den Hammer des Gesetzes rechte Buße, das ist rechtes Herzeleid, Erschrecken über die Sünde, die eigene Verdorbenheit und Verlorenheit, ein Zerbruch aller Selbstgerechtigkeit gewirkt wurde. „Aber zu solchem Amt tut das Neue Testament flugs die tröstliche Verheißung der Gnaden durchs Evangelium, der man glauben soll, wie Christus spricht Markus 1,15: ‚Tut Buße und glaubt dem Evangelium‘, das ist, werdet und macht’s anders und glaubt meiner Verheißung. Und vor ihm her Johannes wird genannt ein Prediger der Buße, doch zur Vergebung der Sünden, das ist, er sollte sie alle strafen und zu Sündern machen, auf dass sie wüssten, was sie vor Gott wären, und sich erkennten als verlorene Menschen, und so dem Herrn bereit würden, die Gnade zu empfangen und der Sünden Vergebung von ihm erwarten und annehmen. So sagt auch Christus Luk. 24,47 selbst: ‚Man muss in meinem Namen in alle Welt predigen Buße und Vergebung der Sünden.‘ Wo aber das Gesetz solches sein Amt allein treibt ohne Zutun des Evangeliums, da sind der Tod und die Hölle und muss der Mensch verzweifeln, wie Saul und Judas, wie S. Paulus sagt: ‚Das Gesetz tötet durch die Sünde.‘ Wiederum gibt das Evangelium nicht einerlei Trost und Vergebung, sondern durchs Wort, Sakrament und dergleichen, wie wir hören werden, auf dass die Erlösung ja reichlich sei bei Gott, wie der 130. Psalm sagt, gegen das große Gefängnis der Sünden.“ (Schm.Art., III, III,4-8.) Das heißt: Nachdem der Heilige Geist durch das Gesetz rechte Sünden-, Verdorbenheits- und Verlorenheitserkenntnis gewirkt, kommt er mit dem Evangelium, um durch die Zusagen des Evangeliums, der Gnade Gottes in Christus, rechten Glauben hervorzubringen, der dieser Zusage von Herzen glaubt, vertraut und damit die Vergebung in Christus, durch Christi Gerechtigkeit, empfängt, ergreift, annimmt. Damit sind die beiden Hauptteile der Buße (im weiteren Sinn) gesagt: Sündenerkenntnis mit Erschrecken, Reue, Leid, Zerbruch sowie Glauben, Vertrauen der Zusage Gottes in Jesus Christus, der die Vergebung in Christus ergreift. „Und ist wahre Buße eigentlich Reue und Leid oder Schrecken haben über die Sünde und doch daneben glauben an das Evangelium und Absolution, dass die Sünde vergeben und durch Christus Gnade erworben sei, welcher Glaube wiederum das Herz tröstet und zufrieden macht. Danach soll auch Besserung folgen und dass man von Sünden lasse, denn dies sollen die Früchte der Buße sein, wie Johannes spricht Matth. 3,8: ‚Wirkt rechtschaffene Früchte der Buße.‘“ (Augsb. Bek. XII,3-6.) „Zur Buße gehören diese zwei: ‚ein reuig zerschlagen Herz und der Glaube‘, dass ich glaube, dass ich Vergebung der Sünde durch Christus erlange.“ (Apol. XII,2.) „Wir aber setzen das andere Stück der Buße dazu, nämlich ‚den Glauben an Christus‘, und sagen, dass in solchen Schrecken den Gewissen soll vorgehalten werden das Evangelium von Christus, in welchem verheißen ist Vergebung der #Sünde aus Gnaden durch Christus. Und solche Gewissen sollen glauben, dass ihnen um Christi willen Sünden vergeben werden. Derselbe Glaube richtet wieder auf, tröstet und macht wieder lebendig und fröhlich solche zerschlagenen Herzen, wie Paulus zu den Römern 5,1 sagt: ‚So wir nun gerechtfertigt sind, so haben wir Frieden mit Gott.‘ Derselbe Glaube zeigt recht an den Unterschied zwischen der Reue des Judas und des Petrus, Sauls und Davids. Und darum ist des Judas und Sauls Reue nichts nütze gewesen. Denn da ist kein Glaube gewesen, der sich gehalten hätte an die Verheißung Gottes. Dagegen sind Davids und des Petrus Reue rechtschaffen gewesen. Denn da ist der Glaube gewesen, welcher gefasst hat die Zusage Gottes, welche anbietet Vergebung der Sünde durch Christus. Denn eigentlich ist in keinem Herzen einige Liebe Gottes, es sei denn, dass wir erst Gott versöhnt werden durch Christus. Denn Gottes Gesetz oder das erste Gebot kann ohne Christus niemand erfüllen noch halten, wie Paulus den Ephesern (2,18; 3,12) sagt: ‚Durch Christus haben wir einen Zutritt zu Gott.‘“ (Apol. XII,35-37.) „Paulus in allen Episteln, so oft er handelt, wie wir bekehrt werden, fasst er diese zwei Stücke zusammen: ‚Sterben des alten Menschen‘, das ist Reue, Erschrecken vor Gottes Zorn und Gericht, und dagegen ‚Erneuerung‘ durch den Glauben. Denn durch den Glauben werden wir getröstet und wieder zum Leben gebracht und errettet von Tod und Hölle.“ (Apol. XII,46.) „Aber in diesem Ort, Mark. 1,15, wie auch anderswo, da unterschiedlich gesetzt wird die Buße und der Glaube an Christus, Apg. 20,2, oder Buße und Vergebung der Sünden, Luk. 24,47, heißt Buße tun nichts anderes als die Sünde wahrhaftig erkennen, herzlich bereuen und davon abstehen; welche Erkenntnis aus dem Gesetz kommt, aber zu heilsamer Bekehrung zu Gott nicht genug ist, wen nicht der Glaube an Christus dazu kommt, dessen Verdienst die tröstliche Predigt des heiligen Evangeliums allen bußfertigen Sündern anbietet, so durch die Predigt des Gesetzes erschreckt sind. Denn das Evangelium predigt Vergebung der Sünden nicht den rohen, sicheren Herzen, sondern den Zerschlagenen oder Bußfertigen, Luk. 4,18. Und dass aus der Reue oder Schrecken des Gesetzes nicht möge eine Verzweiflung werden, muss die predigt des Evangelium dazu kommen, dass es möge sein eine Reue zur Seligkeit., 2. Kor. 7,10.“ (Konk.Formel, Ausf.Darl., V,7-9.)

    So finden wir in der Buße die beiden Predigten oder Redeweisen Gottes mit uns: Gesetz und Evangelium. „Dies sind nun die vornehmsten zwei Werke, dadurch Gott in den Seinen wirkt. Von den zwei Stücken redet die ganze Schrift, erstlich, dass er unser Here Herzen erschreckt und uns die Sünde zeigt, zum anderen, dass er wiederum uns tröstet, aufrichtet und lebendig macht. Darum führt auch die ganze Schrift diese zweierlei Lehren. Eine ist das ‚Gesetz‘, welche uns zeigt unseren Jammer, straft die Sünde. Die andere Lehre ist das ‚Evangelium‘; denn Gottes Verheißung, da er Gnade zusagt durch Christus, und die Verheißung der Gnaden wird von Adam her durch die ganze Schrift wiederholt. … Denn durch den Glauben an das Evangelium oder die Zusage von Christus sind alle Patriarchen, alle Heiligen von Anbeginn der Welt gerecht vor Gott geworden, und nicht um ihrer Reue oder Leid oder einigerlei Werk willen.“ (Apol. XII,53.54.) „Wir erlangen Vergebung der Sünden nicht ex opere operato oder durch das getane Werk, durch Reue oder Leid, sondern allein durch den Glauben, da ein jeder für sich selbst glaubt, dass ihm die Sünden vergeben sind. Denn dieser Artikel ist der vornehmste und nötigste, darum wir mit den Widersachern streiten, welcher auch der nötigste ist, allen Christen zu wissen.“ (Apol. XII,59.)

    Darum ist so viel an der Absolution gelegen, da in ihr das Evangelium verkündigt wird, die Zusage der Vergebung Gottes, die der Glaube empfängt, ergreift. „Die Gewalt nun der Schlüssel, die verkündigt uns durch die Absolution das Evangelium. Denn das Wort der Absolution verkündigt mir Friede und ist das Evangelium selbst. Darum, wenn wir vom Glauben reden, wollen wir die Absolution mit inbegriffen haben. Denn der Glaube ist ‚aus dem Hören‘, und wen ich die Absolution höre, das ist, die Zusage göttlicher Gnade oder das Evangelium, so wird mein herz und Gewissen getröstet. Und dieweil Gott durch das Wort wahrlich neues Leben und Trost ins herz gibt, so werden auch durch Gewalt der Schlüssel wahrhaftig hier auf Erden die Sünden los gezählt so, dass sie vor Gott im Himmel los sind, wie der Spruch lautet (Luk. 10,16): ‚Wer euch hört, der hört mich.‘ Darum sollen wir das Wort der Absolution nicht weniger achten noch glauben, als wenn wir Gottes klare Stimme vom Himmel hörten. … Also wird der Glaube gestärkt durch das Wort der Absolution, durch die Prediger des Evangeliums, durch Empfang des Sakraments [Abendmahls], damit er in solchem Schrecken und Ängsten des Gewissens nicht untergehe.“ (Apol. XII,39-40.42.)

    Denn beim Glauben geht es zuerst und vor allem um die Vergebung der Sünden. Sie ist der Kern des christlichen Glaubens. Und wenn Christus uns aufruft, mit unserer Last zu ihm zu kommen, so sagt er damit nichts anderes als dies, dass wir unsere Sünden bei ihm ablegen und von ihm Vergebung der Sünden empfangen sollen – und der Glaube vertraut von Herzen dieser Zusage. „Dieweil aber die Widersacher verdammen, dass wir die zwei Teile der Buße gesetzt haben, so müssen wir anzeigen, dass nicht wir, sondern die Schrift diese zwei Stücke der Buße oder Bekehrung so ausdrückt. Christus sagt Matthäus 11,28: ‚Kommt her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid, und ich will euch erquicken.‘ Da sind zwei Stücke. Die Last oder die Bürde, da Christus von redet, das ist der Jammer, das große Erschrecken vor Gottes Zorn im Herzen. Zum anderen das Kommen zu Christus; denn das Kommen ist nichts anderes als glauben, dass um Christi willen uns Sünde vergeben werden und dass wir durch den Heiligen Geist neu geboren und lebendig werden. Darum müssen diese zwei die vornehmsten Stücke in der Buße sein: die Reue und der Glaube. Und in Mark. 1,15 sagt Christus: ‚Tut Buße und glaubt dem Evangelium.‘ Im ersten macht er uns zu Sündern und schreckt uns. Im zweiten tröstet er uns und verkündigt Vergebung der Sünden.“ (Apol. XI,44-45.) „Denn ein erschrockenes Gewissen, das seine Sünde fühlt, merkt bald, dass Gottes Zorn mit unseren elenden Werken nicht zu versöhnen ist, sondern so kommt ein Gewissen recht zum Frieden, wenn es sich hält an den Mittler Christus und glaubt den göttlichen Zusagen.“ (Apol. XII,64.)

 

    Nun aber wäre die Buße falsch verstanden, wenn man sie nur auf die grundsätzliche Umkehr, die grundsätzliche Bekehrung, Wiedergeburt bezöge. Denn der alte Mensch ist trotz allem weiter da und wird in diesem Leben auch keinen Deut besser und verschwindet erst mit unserem leiblichen Tod. Darum ist auch die Anfechtung, Verführung zur Sünde weiter da, stehen wir in täglichen geistlichen Kämpfen, und fallen wir auch immer wieder in Sünde, manche leider so, dass die Sünde wieder die Herrschaft übernimmt und sie Gnade und Heiligen Geist verloren haben und dann tatsächlich einer erneuten grundsätzlichen Buße oder Bekehrung bedürfen (vgl. Schm.Art., III, III,43-44). So aber braucht auch der Christ tägliche Buße, tägliche Sündenerkenntnis, tägliche Traurigkeit über die Sünde, Umkehr, Vergebung Christi und neues Ja zur hingebenden, gehorsamen Nachfolge Christi. Und diese Buße währt, wie Luther schon in der ersten seiner These anzeigte, unser gesamtes Leben. „Und diese Buße währt bei den Christen bis in den Tod; denn sie beißt sich mit der übrigen Sünde im Fleisch durchs ganze Leben, wie S. Paulus Röm. 7,14-25 zeugt, dass er ‚kämpfe mit dem Gesetz seiner Glieder‘ usw., und das nicht durch eigene Kräfte, sondern durch die Gabe des Heiligen Geistes, welche folgt auf die Vergebung der Sünden. Diese Gabe reinigt und fegt täglich die übrigen Sünden aus und arbeitet, den Menschen recht rein und heilig zu machen.“ (Schm.Art., III, III,40.) Denn wer da behauptet, er habe keine Sünde mehr, der betrügt sich selbst und Gott. „Und ist doch auch die Wahrheit (wie S. Johannes schreibt): ‚So wir sagen, dass wir nicht Sünde haben, so lügen wir, und Gottes Wahrheit ist nicht in uns.‘“ (Schm.Art., III, III,45.) Auch nach der Taufe fallen wir oft in Sünde und manche, wie schon erwähnt, auch ganz aus der Gnade. Aber wer immer und wie oft wieder umkehrt, der erlangt auch wieder Vergebung der Sünden. „In dem zwölften Artikel [des Augsburger Bekenntnisses] lassen sich die Widersacher den ersten Teil gefallen, da wir sagen, dass alle diejenigen, die in Sünde fallen, Vergebung der Sünden erlangen, zu welcher Zeit und wie oft sie sich bekehren.“ (Apol. XII,1.) Weil auch der Christ noch den alten Menschen an sich hat und darum nichts Vollkommenes tun kann, stehen wir auch als Christen immer unter der Anklage des Gesetzes und brauchen täglich Christi Vergebung. „Das Gesetz wird uns allezeit anklagen, denn kein Mensch erfüllt das Gesetz, wie Paulus sagt (Röm. 4,15): ‚Das Gesetz richtet Zorn an. … Es ist Gottes Beschluss, Gottes Befehl von Anbeginn der Welt her, dass uns durch den Glauben an den gebenedeiten Samen, das ist, durch den Glauben um Christi willen ohne Verdienst sollen Sünden vergeben werden.“ (Apol. XII,88.)

 

    Wie im Augsburger Bekenntnis (siehe oben) dargelegt, folgen aus der rechten Buße auch entsprechende Früchte, nämlich das Leben in der Nachfolge Christi, in der Liebe zum Heiland und zum Nächsten und den daraus folgenden guten Werken.

 

 

 

 

ZEICHEN DER ZEIT

 

Aus anderen Kirchen:

EKD-Frauen wollen Abtreibung liberalisieren: Die „Evangelischen Frauen in Deutschland“ haben auf ihrer Mitgliederversammlung mit großer Mehrheit für eine Abschaffung des § 218 StGB gestimmt und sprechen von einem „Recht auf qualitätsgesicherte Gesundheitsvorsorge“, womit sie vor allem den Mord an Kindern im Mutterleib meinen, den sie auch noch von den Krankenkassen finanziert haben wollen. Auch der „Rat der EKD“ hat sich für eine „Liberalisierung“ ausgesprochen, wenn er auch nicht so weit ging wie die EKD-Frauenschaft. (nach: Topic, November 2023, S. 6.) Damit wird deutlich, dass die EKD weit entfernt ist von Gottes Willen und eine hochgefährliche Sekte.

 

Lebensrecht:

Abtreibung als Verfassungsrecht: Im US-Bundesstaat Ohio wird aufgrund einer Volksabstimmung (56 zu 44 %) der Mord an Kindern im Mutterleib als „Recht“ in die Verfassung geschrieben. (nach: ALfA-newsletter vom 10.11.2023) Einmal mehr wird damit deutlich, dass die vom Neomarxismus dominierten westlichen Staaten ihre ureigenste Aufgabe, nämlich das Urrecht auf Leben zu schützen und zu verteidigen, nicht mehr nachkommen und dass alle Grundwerte in ihnen zur Disposition gestellt werden. Diese Staaten haben völlig vergessen, dass die ursprüngliche westliche Demokratie auf der Grundlage des Christentums errichtet wurde und dass es Grundwerte und Grundordnungen gibt, die von Gott vorgegeben sind und daher nie zur Disposition, auch nicht zu irgendeiner Abstimmung gestellt werden dürfen. Es ist daher nicht verwunderlich, dass, wie in anderen Bereichen ebenfalls sichtbar, die Demokratie schleichend einem neuen Totalitarismus weicht.

Linksregierung will angebliche „Gehsteigbelästigung“ per Gesetz verbieten: Die linke BRD-Regierung hat ein Gesetz auf den Weg gebracht, dass es Lebensrechtlern verbieten soll, Schwangere, die in Abtreibungsberatungsstellen oder Abtreibungskliniken gehen, vor diesen Einrichtungen „gegen ihren Willen“ anzusprechen. Ebenso sollen Darstellungen verboten werden, die stark „emotionalisierend“ auf die Frauen wirken – ein typischer Gummiparagraph, wie in totalitären Systemen üblich, um alles, was den Ideologen nicht passt, damit erfassen zu können. Die grüne Linksaußen-Familienministerin Paus sieht in dem Ansprechen „Belästigungen“, da gebe es keine Meinungsfreiheit mehr. (nach: https://www.pro-medienmagazin.de/ampel-beschliesst-gesetz-gegen-gehsteigbelaestigung) Das zeigt einmal mehr: Die linken Ideologien, gleichgültig, ob sie liberal, grün oder rot daherkommen, sind allesamt lebensfeindlich, Ideologien des Todes. Ob dieses Gesetz allerdings vor dem Verfassungsgericht Bestand haben wird, ist noch eine Frage. Ähnliche regionale Regelungen waren bisher jeweils gekippt worden. Leider aber hat das BVG in jüngerer Zeit nicht mehr den ursprünglichen Geist der Verfassung, sondern eher eine Zeitgeist-gemäße Auslegung geschützt.

Biden-Administration will weltweit Lebensrechtsbewegungen bekämpfen: Die linke Biden-Regierung hat durch das State Department den „Equity Action report“ vorgelegt, in dem es heißt, dass die Biden-Regierung in Verbindung mit anderen Regierungen und Nichtregierungsorganisationen alle die Gruppen bekämpfen will, die in ihren Augen gegen Menschenrechte sind – und dazu zählt sie unter anderem auch Lebensrechtsgruppen, Gegner der LGBTQ- und Gender-Ideologie. Das heißt, dass sie andere Staaten, gerade der südlichen Hemisphäre, durch Verträge in neokolonialistischer Manier – ähnlich der EU – zwingen will, sich der verbrecherischen Abtreibungs- und Familien-, Kirchen- und Nationenzerstörungsideologie zu beugen. Ziel ist unter anderem, Lebensrechtsgruppen aus internationalen Organisationen und Gremien auszuschließen. (nach: https://c-fam.org/friday_fax/biden-state-department-launches-global-campaign-against-pro-life-family-groups/)

Frankreich schreibt „Freiheit zur Abtreibung“ in Verfassung fest: Die linke Macron-Regierung hat ein „Recht auf Abtreibung“ unter dem Begriff „Freiheit zur Abtreibung“ in die französische Verfassung aufnehmen lassen. Von den 902 Abgeordneten von Nationalversammlung und Senat stimmten nur 72 gegen das Recht auf Mord an Babys. Wie der französische Präsident erklärte, will er sich dafür einsetzen, dass ein entsprechender Artikel auch in eine „Europäische Grundrechtecharta“ aufgenommen wird, um so die EU-Staaten zur Öffnung zum Massenmord an Babys zu zwingen. (nach: ALfA-news vom 08.03.2024) Einmal mehr wird deutlich, dass der linke westliche Ungeist ein mörderischer Geist ist, dass linke Ideologie eine Ideologie des Todes ist, an der nur einer seiner helle Freude hat, Satan, der ein erklärter Feind Gottes und seiner Schöpfung und daher auch aller Menschen ist.

EU will Leihmutterschaft unter Strafe stellen: EU-Parlament wie auch Europarat haben eine EU-Richtlinie gegen Menschenhandel verabschiedet, in der ausdrücklich kommerzielle Leihmutterschaft als Menschenhandel eingestuft und darum verboten wird. Die EU will durchsetzen, dass die Mitgliedsländer nicht nur den Verkauf von Babys verbieten, sondern den Handel mit Menschen überhaupt bestrafen. Die Richtlinie beinhaltet übrigens auch, dass ebenfalls derjenige sich strafbar macht, der zu einer Zwangsprostituierten geht. (nach: petionen@citizengo.org vom 30.04.2024) Endlich mal eine gute Nachricht aus dem EU-Parlament. Dadurch wird hoffentlich auch dem unseligen Treiben der FDP in dieser Richtung, die ja unbedingt die Leihmutterschaft schrittweise legalisieren wollte, ein Ende bereitet.

 

Religionsfreiheit, politisch-ideologische Tendenzen, Schulen:

Biden versucht über KI konservative Kritik auszuschalten: Biden hat angewiesen, dass die Sicherheitsvorschriften zum Betreiben von Künstlicher Intelligenz (KI) so ausgerichtet sein soll, dass sie unter anderem gegen all das, was von offizieller Seite als „Desinformation“ bezeichnet wird, vorgehen. Er will auch, dass auf ausländische Staaten Druck ausgeübt wird, dass dort entsprechende Vorschriften erlassen werden. (nach: https://c-fam.org/friday_fax/biden-to-censor-opponents-using-artificial-intelligence/) Das ist letztlich der Aufbau dessen, was George Orwell in „1984“ „Wahrheitsministerium“ nannte, d.h. die Machthaber legen fest, was richtig und was falsch ist (was in der BRD ähnlich ja schon mit dem Netzwerkdurchsetzungsgesetz versucht wird).

Meinungsvielfalt soll unterbunden werden: Auf dem „World Health Summit“ im Oktober 2023 in Berlin diskutierten unter anderem die Herren Drosten und Lauterbach, welche Lehren sie aus der Corona-Pandemie ziehen wollen: Die Meinungsvielfalt in den sozialen Medien und unter den Wissenschaftlern war ihnen zu groß; dies soll in Zukunft unterbunden werden. Drosten verlangte, dass Institutionen bewusst auswählen sollten, wer als „tatsächlicher Experte“ sich öffentlich äußern solle/dürfe und wer nicht. Den Medien warf er vor, nicht gegen „Propaganda und Desinformation“ vorgegangen zu sein – womit er wahrscheinlich all die Äußerungen meinte, die nicht mit den von der Regierung und ihren Helfern vorgegebenen übereinstimmten. (nach: https://apollo-news.net/nicht-jeden-sprechen-lassen-drosten-will-wissenschaftliche-aeusserungen-abseits-des-mainstreams-unterbinden/) Das zeigt einmal mehr, dass die BRD ganz klar auf dem Weg in den Totalitarismus ist, in dem es keine Meinungsfreiheit mehr gibt.

VfL Osnabrück sanktioniert Privatleben der Mitarbeiter: Der derzeitige Zweitligist VfL Osnabrück hat in einer „Geheimklausel“, deren Inhalt (aber nicht genauer Wortlaut) öffentlich geworden ist, festgelegt, dass Mitarbeiter, die mit dem Auto zur Arbeit kommen oder zu viel Fleisch essen, entsprechenden Gehaltsabzug bekämen, da sie angeblich gegen das „Gemeinwohl“ verstießen, einen „zu großen CO2-Abdruck“ hinterließen. Arbeitsrechtler haben bereits darauf hingewiesen, dass diese Klauseln gegen geltendes Recht verstoßen, da der Arbeitgeber sich nicht in das Privatleben seiner Mitarbeiter einmischen darf. (nach: https://www.focus.de/panorama/bizarre-oeko-regel-wenn-fleisch-essenden-mitarbeitern-das-gehalt-gekuerzt-wird_id_234583883.html) Das ist ein Ergebnis des seit Jahren immer mehr forcierten linksgrünen Gesinnungsterrors im Land, der totalitäre Verhältnisse schafft, die dann Erinnerungen an die Hitlerzeit wecken („Eintopfsonntag“).

Klaus Schwab will ab 2030 möglichst keine privaten Autos mehr: Wie der linke Kollektivist, Globalist und Salonsozialist Klaus Schwab u.a. auf dem Weltregierungsgipfel Anfang 2023 in den Vereinigten Arabischen Emiraten aber auch anderswo nicht müde wird zu betonen, sieht er den Autorverkehr 2030 so, dass es dann nur noch Fahrdienste gäbe, die über eine App gerufen würden. In welchem Umkreis sie sich bewegen, ließ er offen. Schwab ist für seine kollektivistisch-globalistische Einstellung bekannt, die auch von dem Davos-Forum (Weltwirtschaftsforum) geteilt wird. (nach:  https://report24.news/klaus-schwab-kuendigt-das-ende-des-privaten-autobesitzes-bis-2030-an/)

UNO treibt globale Machtstrukturen voran: Auf der 78. Generalversammlung der UN 2023 ging es unter anderem um die Agenda 2030 „Transforming our World: the 2030 Agenda for Sustainable Development“. Durch diese Agenda, die die UNO versucht, allen Staaten aufzuzwingen, geht es um die globale Umsetzung der linksextremen Ideologie, für die unter anderem der Generalsekretär Guiterrez steht. So soll weltweit die Genderideologie in der Erziehung durchgesetzt werden; weltweit soll Abtreibung forciert bzw. den Ländern aufgezwungen werden, wobei gerade die USA und die EU Haupttriebkräfte sind. Unter dem Vorwand des Kampfes gegen „Desinformation“ und „Hassrede“ (was immer das jeweils ist, bestimmen die Machthaber) soll weltweit, nicht zuletzt im digitalen Bereich, die Zensur immer weiter verschärft werden (siehe den EU-Digital-Act, der genau dafür steht). Weiter wird ein „Pandemiefond“ verlangt, durch den die WHO bei „Pandemien“ selbständig, unabhängig von den nationalen Regierungen, agieren kann. Eine „Notfallplattform“ (Emergency Platform) soll die UN in die Lage versetzen bei „Pandemien“ und „Wirtschaftskrisen“ unabhängig von den nationalen Regierungen zu handeln, mit Folgen in wirtschaftlichen, sozialen und politischen Bereichen. Dem dubiosen Internationalen Währungsfonds (IWF) sollen weitere Befugnisse zugeschanzt werden, die ihm eine stärkere globale Wirtschaftssteuerung ermöglichen soll. Im Zusammenhang mit dem Klimawandel (der einfach als „menschengemacht“ deklariert und dessen Folgen einfach als negativ dargestellt werden) ist von „Rechten der Mutter Erde“ die Rede, ein eindeutig heidnisch-esoterischer Begriff, mit dem versucht wird, eine globale Klimadiktatur zu ermöglichen. (nach Email von Ordo iuris vom 30.11.2023) Was sich hier abzeichnet ist eindeutig die letzte antichristliche staatliche, diesmal wahrhaft globale, Machtzusammenballung, von der Offenb. 13 ff. die Rede ist. Wie schnell das vor sich geht, darauf haben wir durchaus Einfluss, wenn wir entsprechend mit den uns von Gott gegebenen Mittels dagegen vorgehen.

Hoffnung gibt dabei zumindest in Teilbereichen die Einstellung der sich entwickelnden Staaten Asiens, Afrikas und zum Teil auch Lateinamerikas, die sich gerade gegen die menschenfeindliche Gender- und Abtreibungsideologie, wie sie von den USA und der EU versucht wird durchzusetzen, massiv wehren und bisher in der UN einiges verhindert haben und sich auch dagegen wehren, dass die neokolonialistische EU diese Ideologie im neuen Handelsabkommen unterbringen will. (nach Email von C-fam vom 30.11.2023)

UN-Convention zur Cyberkriminalität: Seit einigen Jahren versucht die UNO, eine Konvention gegen Cyberkriminalität zu verabschieden. Was zunächst ganz vernünftig sich ansieht, birgt bei näherem Hinsehen größte Gefahren für die Freiheit der Menschen in sich. Der derzeitige Entwurf wurde von Russland mit Hilfe weiterer BRICS-Staaten, wie Rot-China, eingebracht und hat es in sich, indem die Definition dessen, was da alles darunterfallen kann, so weit und ungenau gefasst, dass mit dieser Konvention dann eine umfassende Kontrolle des Internets und der sozialen Medien möglich wird und sie gegen jede Form von Opposition eingesetzt werden kann. Formal sperren sich die „westlichen“ Staaten zwar dagegen, aber da schließlich in der Vollversammlung nach Mehrheit abgestimmt wird, ist es sehr fraglich, ob dieser Entwurf durchfällt, da ja in Afrika und Asien viele Tyrannen herrschen. (nach: https://netzpolitik.org/2024/un-cybercrime-convention-wie-der-traum-eines-autoritaeren-staates/  )

Linker Staatsumbau in Polen: Die Tusk-Regierung in Polen entpuppt sich als linksradikale, ganz auf die linke EU ausgerichtete, Einrichtung. Die linksextreme Partei Lewica, die nur 8,61 % der Stimmen erhielt und sich betont antichristlich und pro-LGBTQ gibt, hat wichtige Schlüsselministerien erhalten: Digitalisierung, Familie, Erziehung, Wissenschaft und Forschung, „Gleichheit“, um einen linksextremen, antichristlichen Staatsumbau systematisch voranzutreiben, was u.a. auch heißt, Abtreibung weitgehend freizugeben. Die neue Familienministerin hat sich immer wieder, etwa mit Hemden, die sie trägt, dahingehend geäußert, dass man „Kinder vor dem Christentum schützen“ müsse. Die Anzahl der Religionsstunden in den Schulen soll halbiert werden, Kreuze und Krippen wurden bereits entfernt. In einer putschähnlichen Aktion hat die Tusk-Regierung den gesamten Führungsstab der öffentlichen-rechtlichen Medien in Fernsehen, Radio und Pressedienst abgesetzt, den Hauptsitz von TVP durch Sicherheitskräfte besetzen und den Kanal abschalten lassen. Alle Dokumentationen über die frühere Tusk-Regierung wurden gelöscht. Um die vom Medienrat ernannte neue Direktion umgehen zu können, soll der Sender nun einfach aufgelöst und dann ein neuer, politisch entsprechen links ausgerichteter, aufgebaut werden. Das Verfassungsgericht wird wohl auch noch umgebaut. Die Türen für „Asylanten“ wird Polen als nun EU-willfähriges Gebilde wohl bald öffnen; die Türkei hat schon eine zusätzliche Fluglinie nach Minsk eingerichtet, damit die „Asylanten“ über Weißrussland in die EU einströmen können. Der EU-Staatsanwaltschaft will sich die neue Regierung auch unterwerfen und damit Polen noch stärker an die EU ausliefern. (nach:

https://www.tichyseinblick.de/kolumnen/aus-aller-welt/grossreinemachen-in-warschau-regierung-tusk/) Es wird hier ganz deutlich: Wenn konservative Regierungen ihr Land vor der linken, übergriffigen EU schützen wollen, dann geht das nur, wenn sie austreten, möglichst gleich mehrere Länder zusammen, und sich dann, etwa mit Großbritannien, Norwegen, der Schweiz und Island, zu einer von der EU unabhängigen Wirtschaftsgemeinschaft verbinden.

WHO will Geschlechtsumwandlungen ohne psychologische Untersuchung: Ganz ähnlich wie die Linksregierung in der BRD strebt auch die sogenannte „Weltgesundheitsorganisation“ WHO in einer Leitlinie für „Trans-Gesundheit“ Geschlechtsumwandlungen ohne psychologische Untersuchungen an, was bedeutet, dass die Personen, vor allem jüngere, der Ideologie der LGBTQ-Gruppen ausgeliefert werden sollen. Das ist nicht verwunderlich, da zwei Drittel der Ausschussmitglieder gar keine Ärzte sind und die Mehrheit politische LGBTQ-Aktivisten. (nach: Email Ignacio Arsuaga vom 07.02.2024) Dies entlarvt die WHO einmal mehr als eine linksextreme Organisation, die eine Gefahr für die Menschheit darstellt.

Totalüberwachung durch digitalen Euro: Die EU plant die Einführung eines digitalen Euro, zunächst „probeweise“ und parallel zum Bargeld. Aber die Gefahr ist sehr groß, dass mittelfristig das Bargeld ganz abgeschafft wird, damit jegliche Geldbewegungen vom Staat kontrolliert, registriert und beeinflusst werden können – immer unter dem Schlagwort der Sicherheit, wie es Gegner der Demokratie und Freiheit, wie der inzwischen verstorbene Wolfgang Schäuble, auch in der Vergangenheit für die Verringerung der Beträge, die mit Bargeld bezahlt werden können, begründet hat. Und das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hat bereits bestätigt, dass Bürger über den digitalen Euro nicht frei und anonym verfügen würden können. Vielmehr wird mit ihm die totale Überwachung eingeführt. (nach: Email Zivile Allianz 22.02.2024)

Kampf gegen „Rechtsextremismus“ als Versuch, Kritik an der Regierung zu diskreditieren und zu delegitimieren: Das von Frau Faeser vorgelegte Programm zur Verschärfung des Kampfes gegen „Rechtsextremismus“ (was ist das eigentlich, „rechtsextrem“, vor allem, wenn man bedenkt, wie weit links Herr Haldenwang steht) versucht tatsächlich, Kritik an der Regierung sowie an der links-grünen Ideologie zu diskreditieren und zu unterbinden, die freie Meinungsäußerung weiter zu beschneiden und die Kontrolle in allen Bereichen zu verschärfen. So wird im Bundeskriminalamt eine Einheit gebildet, die sich um sogenannte „mentale Grenzverschiebungen“ in den sozialen Medien kümmern soll, also darum, Kritik an der Regierung, an der Ideologie, an gesellschaftlichen Zuständen zu verfolgen, zu delegitimieren, als rechtsextrem einzustufen und dagegen vorzugehen, obwohl zugegeben wird, dass das, was als „mentale Grenzverschiebungen“ bezeichnet wird, nicht strafrelevant wäre. Weiter will sie etwa eigentlich unpolitische Sportvereine zur politischen Indoktrination der Mitglieder einspannen. Schon die linke Merkelregierung hatte den Begriff der „verfassungsschutzrelevanten Delegitimierung des Staates“ als verfolgungswürdig eingeführt, wodurch die Kritik an ihren Coronamaßnahmen und allem, was damit zusammenhing, unterbunden werden sollte. Nun soll die „Verhöhnung“ des Staates verfolgt werden, ein weiterer Gummibegriff, mit dem Kritik an den Machthabern, ihrer Politik, ihrer Ideologie verfolgt werden soll. (nach: https://www.msn.com/de-de/nachrichten/politik/gastbeitrag-von-susanne-schr%C3%B6ter-in-wahrheit-verfolgt-faesers-anti-afd-gesetz-eine-links-gr%C3%BCne-agenda/ar-BB1iBc6s?ocid=msedgdhp&pc=U531&cvid=cbc859ddfe6c47d1885321dcee6b570d&ei=82  (Focus online)) Letztlich zielt alles darauf ab, dass die Meinungsfreiheit massiv eingeschränkt, die Kontrolle dagegen so weit wie möglich ausgedehnt, die BRD immer mehr zu einem repressiven Staat werden soll, in dem Kritik nur noch in einem sehr eingeschränkten links-grünen Bereich erlaubt ist („repressive Toleranz“ gemäß Herbert Marcuse).

Macron-Regierung stellt Kritik an ihrer Gesundheitspolitik unter Strafe: Die linke Macron-Regierung hat ein Gesetz durchgedrückt, mit dem die Kritik an medizinischen Maßnahmen sowie die Aufforderung, solche zu unterlassen, mit Gefängnis bis zu drei Jahren oder 45.000 EUR Geldstrafe gestellt werden können, ebenso der Hinweis auf alternative Behandlungsmöglichkeiten, wenn diese in der Sache von der Regierung nicht erwünscht sind. Kritiker des Gesetzes sehen darin vor allem einen Versuch, Kritik an mRNA-Impfungen zu unterbinden sowie den Spielraum für Stellungnahmen in sozialen Medien weiter einzuschränken. (vgl. https://www.berliner-zeitung.de/gesundheit-oekologie/impfung-artikel-pfizer-ist-in-frankreich-kritik-an-behandlungen-kuenftig-strafbar-li.2187658 ) Linke Regierungen neigen anscheinend besonders dazu, die persönlichen Freiheiten, die Meinungsfreiheit einzuschränken und ein autoritäres Staatsmodell zu etablieren. Überhaupt haben die meisten europäischen Staaten, im Unterschied zu den USA, keine freiheitliche Tradition, sondern die Bürger sind über Jahrhunderte eingeübt worden, hörige Untertanen zu sein. Frankreich insbesondere, in dem der Absolutismus hochgezüchtet wurde, kippte auch in der Revolution sehr schnell in eine neue Tyrannei, die dann bald von der Despotie Buonapartes abgelöst wurde. Dieses Land kennt bis heute keinen Unterschied zwischen öffentlichem und privatem Raum, weshalb die Bürger mit Verwaltungsmaßnahmen aller Art gegängelt werden können (ein Rechtssystem, das auch die EU übernommen hat).

Linker Transterror nimmt immer absurdere und gefährlichere Formen an: In der 12. „Woche wurden erstmals Leitlinien für die ärztliche Behandlung minderjähriger Trans-Patienten vorgestellt. Das Ergebnis ist jedoch keine Wissenschaft, sondern pure Trans-Ideologie.

    Laut den Leitlinien, die für Ärzte nicht verbindlich sind, steht die „Selbstbestimmung“ im Vordergrund: Die Selbstwahrnehmung des Kindes soll die ärztliche Diagnose ersetzen. Auch soll der minderjährige Patient selbst darüber entscheiden, ob er eine transgender-medizinische Behandlung will oder nicht – inklusive Pubertätsblockern, gegengeschlechtlichen Hormonen und operativen Eingriffen.

    Diese werden von den Leitlinien empfohlen. Ein wissenschaftlicher Nachweis für deren Nutzen und Ungefährlichkeit wird jedoch nicht erbracht. Dafür beziehen sich die Leitlinien ausgerechnet auf die Trans-Organisation WPATH, die jüngst wegen ihres gesundheitsgefährdenden Umgangs mit Minderjährigen einen riesigen Skandal ausgelöst haben. …

    Wenn es nach der LSBT-Lobby geht, soll ohnehin alles, was nicht trans-affirmativ ist, demnächst als Straftat gelten: Der Bundesverband Trans, der Bundesverband Queere Bildung, der Lesben- und Schwulenverband u.a. fordern eine umfassende Nachschärfung des „Gesetzes zum Schutz vor Konversionsbehandlungen“.

    Statt „Behandlungen“ sollen künftig – viel weiter und unbestimmter – alle „Maßnahmen“ einer angeblichen „Konversion“ verboten werden. Außerdem soll die bisher geltende Straffreiheit für Eltern wegfallen, da sie diese als Hauptschuldige ausgemacht haben.

    Macht sich also bald ein fürsorglicher Vater strafbar, wenn er seine Tochter überzeugen möchte, sich nicht die Brüste abzuschneiden? In den USA und Kanada gibt es diese Fälle bereits.“ (aus: Email Hedwig von Beverfoerde vom 28.03.2024) Dies zielt eindeutig auf einen linken Genderterrorstaat ab, in dem nur noch die linke Genderideologie berechtigt ist. Es sieht dann ganz ähnlich aus wie im Islam: Es gibt nur noch die „Freiheit“ zur „Konversion“ zu Trans, aber nicht mehr die Freiheit, dies wieder rückgängig zu machen oder die Freiheit, jemandem den ideologischen Unsinn auszureden. Von einem „freiheitlich-demokratischen Rechtsstaat“ kann im Blick auf die BRD dann keineswegs mehr die Rede sein (der auch durch andere Maßnahmen ja schon weithin massiv eingeschränkt wurde).

Brüsseler Stadtteilverwaltung versucht, NatCon-Versammlung zu unterdrücken: In Brüssel fand im April 2024 die diesjährige Versammlung der weltweiten Bewegung der National Conservatives statt, bei der es diesmal vor allem um die Bewahrung der nationalen Souveränität, gerade auch angesichts vielfältiger gegenläufiger Bestrebungen durch EU, UNO, NATO. Am ersten Tag versuchte der Chef der Verwaltung des Brüsseler Stadtteils, Emir Kir, die Versammlung zu sprengen, indem er in den Raum, die Veranstaltung hatte gerade begonnen, Polizei eindringen ließ – obwohl die Veranstaltung genehmigt war – und durch sie auffordern ließ, den Saal zu verlassen, dem die Veranstalter, da die Genehmigung ja vorlag, nicht Folge leisteten. Den gesamten Tag über belagerte die Polizei faktisch das Gebäude; selbst Essen kam nur auf Umwegen hinein. Schließlich setzte das zuständige Verwaltungsgericht durch, dass die Versammlung weiter stattfinden konnte. Der linksextreme Stadtteilchef begründete seine Maßnahme damit, dass auf der Veranstaltung Personen seien, die gegen die Legalisierung der Abtreibung und homosexueller Partnerschaften und für die nationale Souveränität einträten. Das ist anscheinend in der Linksaußen-EU für viele inzwischen ein Problem und darf nicht sein. (Man stelle sich vor, das alles wäre so in Ungarn geschehen oder in Polen unter der PiS-Regierung – welch ein Aufschrei der linken EU-Kommission hätte dann stattgefunden; so aber war von ihr und den Mainstream-Medien gar nichts in dieser Sache zu hören.) Dies zeigt, wie es um Meinungsfreiheit in der EU und im Westen überhaupt bestellt ist. (nach: Email Lukomski/citizengo vom 28.04.2024)

Linke Trudeau-Regierung versucht, Christen per Gesetz mundtot zu machen: Die linksextreme Trudeau-Regierung hat einen Gesetzentwurf (C-367) vorgelegt, mit dem das Strafgesetzbuch geändert werden soll, wobei unter dem Gummibegriff „undefinierte Hassrede“ alles, was gegen die Genderideologie, was für die biologische Tatsache von nur zwei Geschlechtern, was für die einzig wahre Ehe von einem Mann und einer Frau gesagt, kurz, alles, was mit den biblischen Werten, Ordnungen und Maßstäben zu tun hat, unter Strafe gestellt wird, wenn es öffentlich geäußert wird. Schon 2017 wurde in dem Bundesstaat Ontario ein Gesetz verabschiedet, das es ermöglicht, Eltern ihre Kinder wegzunehmen, wenn die Eltern sich weigern, die (von außen beeinflusste) LGBTQ-Identität ihrer Kinder anzuerkennen; ein Vater wurde 2021 inhaftiert, weil er weiter seine Tochter, die biologisch ein Mädchen ist (und, wissenschaftlich klar erwiesen, es auch immer bleibt) weiter seine „Tochter“ genannt hat. Seit 2022 geht die Linksregierung in Kanada gegen alles vor, was die Vorstellung vertritt, dass der Mensch von Geburt an ausschließlich Mann oder Frau ist. Man muss in diesem Zusammenhang wissen, dass Justin Trudeau ein typischer ideologischer Ziehsohn von Klaus Schwab und der „Young Davos Leadership“ ist, die den Great Reset, die antichristliche Weltregierung mit Zerstörung von Ehe und Familie und (neomarxistische Ideologie) Revolution durch „Minderheiten“ durchsetzen will. Auch in Schottland wird dies durch die von einem linken Moslem geleitete Scottish National Party bereits versucht. (nach: Zeitruf 1/24, S. 5)

Großbritannien entfernt Genderideologie aus Sexualkunde: Die britische Regierung hat neue Richtlinien für den Sexualkundeunterricht erlassen. Er darf generell erst ab der fünften Klasse erteilt werden und muss faktenbasiert und „angemessen“ sein; Einzelheiten sexueller Handlungen dürfen erst ab der neunten Klasse thematisiert werden; die Transgender-Ideologie wurde komplett verboten. Im vergangenen Jahr war es zu einer heftigen Debatte im UK über die WHO-Richtlinien zur Sexualkunde gekommen. (nach Email Hedwig von Beverfoerde, 29.05.2024)



[1] Vgl. Martin Luther: Sermon vom Sakrament der Buße. 1519. In: Martin Luther: Sämtliche Schriften. Hrsg. von Joh. Georg Walch. Neue rev. Ausg. Bd. 10. St. Louis, Mo.: Lutherischer Concordia-Verl. 1885. Sp. 1230 ff. (2.)

[2] Ebd. (4.)

[3] Vgl. Martin Luther: Erklärung und Beweis der Thesen von der Kraft des Ablasses. 1518. In: Luthers Werke. Hrsg. von Otto von Gerlach. Bd. 1. Berlin: Karl Wiegandt. 1848. S. 79 f. (zur 2. Th.)

[4] Luther: Schmalkaldische Artikel, III, II,4-5; III,1-2; in: Die symbolischen Bücher der evangelisch-lutherischen Kirche, Deutsch und Latein. Hrsg. von J.T. Müller. 12. Aufl. Gütersloh: C. Bertelsmann. 1928. S. 312

[5] Vgl. Erklärung der Thesen, a.a.O., S. 77 (zur 1. Th.); Schm.Art., a.a.O., III, III, 5-6, S. 313; 33-35, S. 317 f.

[6] Vgl. Sermon von der Buße, a.a.O. (6.)

[7] Ebd. (7.10.12.)

[8] Vgl. Erklärung der Thesen, a.a.O., S. 77 (zur 1. Th.); Schm.Art., a.a.O., III, III,3-4, S. 312 f.

[9] Vgl. Martin Luther: Sermon von der doppelten Gerechtigkeit. 1518.

[10] Zitiert nach dem Kleinen Katechismus, abgedruckt in: Kurze Auslegung des Kleinen Katechismus D. Martin Luthers. St. Louis, Mo.: Concordia Publishing House. 1912. S. 21; sprachlich leicht angepasst; Luther: Großer Katechismus, IV,64-65.71-73; in: Die symbolischen Bücher …, a.a.O., S. 495 f.

[11] Erklärung zu seinen Thesen, a.a.O., S. 77 f. (zur 1. Th.); 83 f. (zur 4. Th.)

[12] Schm.Art., a.a.O., III, III,40, S. 318

[13] Vgl. ebd. 43-45, S. 319

[14] Sermon von der Buße, a.a.O. (5.)

[15] Vgl. Martin Brecht: Luthers neues Verständnis der Buße und die reformatorische Entdeckung. In: Zeitschrift für Theologie und Kirche. Bd. 101. Tübingen: Mohr Siebeck. 2004. S. 288

[16] Vgl. Luther: Kleiner Katechismus. IV,10.6; in: Die symbolischen Bücher …, a.a.O., S. 361 f.

[17] Martin Luther: Sermon von dem Sakrament der Taufe. 1519. In: Martin Luther: Sämtliche Schriften. Hrsg. von Joh. Georg Walch. Neue rev. Ausg. Bd. 10. St. Louis, Mo.: Lutherischer Concordia-Verl. 1885. Sp. 2112 ff.

[18] Vgl. Luther: Großer Katechismus, IV,74-76; in: Die symbolischen Bücher …, a.a.O., S. 496 f.

[19] Vgl. ebd. 77-79.84-86, S. 497. 498

[20] Vgl. ebd. 28-29, S. 489

[21] Martin Luther: Sämtliche Schriften. Hrsg. von Joh. Georg Walch. Neue, rev. Ausg. Bd. 19. St. Louis, Missouri: Concordia Publishing House. 1907. Sp. 56.58 (Von der babylonischen Gefangenschaft der Kirche)

[22] Vgl. dazu: Wilhelm Stoll: Billy Graham’s Theology of Conversion in the Light of the Lutheran Confessions. Master of Sacred Theology Thesis. 555. https://scholar.csl.edu/stm/666