Beständig in der Apostel Lehre und in der Gemeinschaft und im Brotbrechen und im Gebet! Apg. 2,42

DER BEKENNTNIS-

LUTHERANER

 

Lutherisches Blatt für Bibelchristentum.

Mit Zustimmung der Lutherischen Kirchen der Reformation (Lutheran Churches of the Reformation, LCR) herausgegeben von Roland Sckerl,  Leopoldstr. 1, D-76448 Durmersheim

E-mail: Sckerl@web.de; Internet: www.lutherische-bekenntnisgemeinde.de

 

27. Jahrgang 2019  Heft 3/2019

 

 

 

 

 

 

Inhaltsverzeichnis

 

UNTER BIBEL UND BEKENNTNIS. 3

Die Lehre von den zwei Reichen, angewandt auf unsere Zeit 3

Vom Christen, der in beiden Reiche ist 9

Zur Trennung von Kirche und Staat 23

THEOLOGISCHE ANMERKUNGEN.. 25

Die Zwei-Reiche- oder Zwei-Regimenter-Lehre in den lutherischen Bekenntnisschriften  25

ZEICHEN DER ZEIT. 28

 

 

 

 

 

 

UNTER BIBEL UND BEKENNTNIS

 

Die Lehre von den zwei Reichen, angewandt auf unsere Zeit

 

Wilhelm Martin Oesch

 

1. Vom Weltreich Gottes

    Gott, der alle Dinge geschaffen hat, erhält und regiert, erhält und regiert auch alle Menschen1, und zwar, entsprechend Seiner Weise auch bei den anderen Kreaturen, nicht mit aufgedeckter Majestät, sondern durch Mittel2. Satan ist seit dem Sündenfall der Fürst dieser Welt, der sein Werk hat in den Kindern des Unglaubens, indem er in ihren Herzen regiert3. Doch dies schließt nicht aus, dass auch Gott noch in allen Leuten, auch in den Widerspenstigsten, regiert, und zwar durch das Gesetz als Riegel4. Die infolge ihres Abfalls von Gott auch in ihrem gegenseitigen Verhältnis auseinandergefallene Menschheit fasst Gott in den Ordnungen, sonderlich in Familie, Volk und Staat, so ehern fest zusammen, dass sie, bei aller inneren Auflehnung gegen Gott, noch einander dienen müssen, sich auch, unter stetem Kampf, Gemeinnutz und Recht einigermaßen durchsetzen5. Trotz der Pestluft auf Erden sichert besagter bürgerlicher Brauch des Gesetzes nach der Vernunft6 den diesseitigen Bestand der menschlichen Gesellschaft, ja verbürgt sogar die Möglichkeit von höher entwickelter menschlicher Gesittung unter den Ungläubigen, erhält und mehrt unablässig Gemeinschaftswerte, die die Menschen aneinander binden und ihrem Zusammenleben zugleich äußere Würde und Weihe geben7. Dessen ungeachtet ist die natürliche Vernunft, die im Weltwesen regiert, im gefallenen Zustand die „Hure“, die es mit dem Teufel hält und nur gezwungenermaßen Gott einen gewissen Dienst tut. Demgemäß kann im Weltreich die Teufelsherrschaft nicht ausgeschaltet, nur ein erträglicher, nie wirklich erfreulicher Zustand der menschlichen Gesellschaft erreicht werden8. Die übergeordnete sichtbare Gewalt ist in der Familie der Hausvater, im Volks- und Staatsganzen die Obrigkeit9. Christen preisen Gott für sein hartes Regiment zur linken Hand und ihren Eltern und Herren, ob gläubig oder ungläubig, als Gottes Stellvertreter10. Christen wissen, dass Christus, der Herr des Himmelreiches, von des Vaters Thron aus auch das Weltreich regiert, und zwar als „Haupt der Gemeinde über alles“, als ein mit der Kirche auf Erden gliedlich verbundenes, das Weltall aber beherrschendes Haupt, und dass ihnen deshalb alle Dinge zum Besten dienen müssen, sie auch dem Weltreich nur bis zum Anbruch des Ehrenreiches äußerlich unterworfen sind11. Christen wissen endlich, dass Gerechtigkeit ein Volk erhöht, die Sünde aber der Leute Verderben ist, dass die Herrschaft der Sünde nur durch den Glauben an Jesus Christus wirklich gebrochen werden kann, dass von ihrem neuen Gehorsam daher auch sittliche Nebenwirkungen auf die sie umgebende ungläubige Menschheit ausgehen, was wieder Segen Gottes auch über ihre Mitmenschen bringt. Sie freuen sich der ungeheuren geschichtlichen Nebenerscheinungen ihres Glaubens, ohne diese für den Zweck desselben zu erklären oder den äußeren Bestand des Weltreichs einfach an den Glauben zu binden oder Ungläubigen und Heiden Vernunft und Moral glatt abzusprechen oder zu vergessen, dass der Gott und Vater unsers Herrn Jesus Christus im geschichtlichen Handeln Deus absconditus bleibt und die  nicht ausbleibende Verachtung des Evangeliums durch die Masse über die mit dem Wort begnadeten Völker sonderliche Gerichte herbeiführt12.

 

2. Vom Himmelreich Gottes

    Durch den Abfall unserer ersten Eltern von Gott sind alle Menschen von Natur in des Teufels Reich, der sie im Innersten regiert13. Darum sind sie unter dem Gesetz, unter dem Fluch, geistlich blind, taub, tot und Gott feind, und werden, soweit ihre Kräfte in Frage kommen, endlich ihrem Verführer und Fürsten aus gerechtem Verhängnis des heiligen Gottes in die Hölle folgen müssen zu ewiger Pein Leibes und der Seele14. Über solchem Jammer ist Gott selbst das Herz gebrochen. Darum hat er seinen einigen, wesensgleichen Sohn gesandt, geboren von einem Weibe und unter das Gesetz getan, der das heilige Gesetz Gottes als aller Menschen Stellvertreter vollkommen von innen heraus erfüllte, auch uns Menschen alle vom Fluch des Gesetzes erlöste, da er ward ein Fluch für uns15. Die freie Gnade Christi bringt uns ohne unser Verdienst, ohne unsere Mitwirkung Vergebung, Leben und Seligkeit16. Durch das offenbarte Gesetz als Spiegel deckt der Heilige Geist uns unser ganzes Elend außer Christus auf, so dass wir erschrecken; und durch das Evangelium, das ist die Botschaft von Christi stellvertretender Genugtuung, wirkt der Heilige Geist in unseren Herzen den seligmachenden Glauben, so dass wir Gott in Christus vertrauen17. Der Christi freies Verdienst im Evangelium ergreifende Glaube ist also nicht Menschenwerk, sondern eine freie göttliche Gabe18. Mit ihm zieht der Heilige Geist selbst in unsere bis zu diesem Augenblick vom Satan bewohnten Herzen ein, macht sie frei, versetzt uns in seine Herrschaft, ins selige Himmelreich19. In Christi Reich bewähren wir den Glauben an die Gnade in wahrer Liebe und Geduld, kämpfen aufs Äußerste wider Teufel, Welt und Fleisch, und halten uns ans offenbarte Wort, bis wir droben schauen, was wir hier geglaubt haben20. Hienieden werden alle Glieder Christi, obschon sie nach dem Fleisch unter dem Gesetz sind, nur durch das Evangelium regiert21. Droben waltet in den Seligen der vollkommene freie Wille, der nichts sonst will, als was Gott will22. Das Himmelreich, das Reich Gottes zur rechten Hand, ist die eigentliche Herrschaft Gottes, um deren willen Gott die Welt schuf und erhält23, nach dem Fall wieder hergestellt durch Jesus Christus, der für alle gefallenen Menschen ohne Unterschied die ewige Erlösung erfunden hat24. Ein unbegreiflich Geheimnis bleibt es uns, dass, während die Gottesherrschaft aus lauter Gnaden in den einen aufgerichtet wird, die anderen durch eigene Schuld in des Satans Reich verharren25. Die zu Christi Reich gehörende Minderheit wird auf Erden von der vom Teufel angeführten Mehrheit verfolgt26. Der über Himmel und Erde waltende König Christus aber ist bei seiner Schar. Er bleibt in ihnen Sieger, verkündigt durch sie das unüberwindliche Evangelium, das immer neue Seelen aus Satans Reich reißt, und führt sie zum Vollsiege, den der Jüngste Tag offenbaren wird, wenn für uns die Auferstehung des Fleisches und das ewige Leben anbrechen wird27. Wie herrlich Christus, seine Güter und sein Reich sind, werden wir dort sehen, werden Gott selbst sehen, und Gott wird um und in und durch uns vollkommen regieren zu Lob und Preis seines allerheiligsten Namens28.

 

3. Vom Christen, der in beiden Reichen ist

    Sind so die beiden Reiche oder Herrschaften Gottes völlig verschieden, so kommen sie doch in der Person des Christen zusammen; denn alle Menschen sind durch die natürliche Geburt im Weltreiche Gottes, die Christen oder Gläubigen aber durch die Wiedergeburt außerdem im Himmelreiche29. Im Himmel beheimatet, gehen sie durch diese Welt als durch eine Herberge30, erweisen aus Gottes- und Nächstenliebe den vergänglichen,harten, eigentlich für die Bösen bestimmten Herbergsordnungen und –gewalten doppelte Treue, kämpfen Schulter an Schulter mit den Ungläubigen in ihrem irdischen Beruf nach irdischen Regeln für irdische Güter31, wahren aber dabei das Herz, das in Gott mehr als genug hat, um Gottes willen dem andern alles hingibt und selbst die Feinde liebt32. Im Glauben bleibt der Christ ein freier Herr aller dinge und niemand untertan; in der Liebe aber ist er ein dienstbarer Knecht aller Dinge und jedermann untertan; er dient Christus an den Menschen, und zwar erstlich und vornehmlich, um sie aus einer untergehenden Welt zu Christus ins Himmelreich zu bringen, zum andern aber auch, um sie im Weltreich bis zum Jüngsten Tag äußerlich erhalten zu helfen33. Da Christi Kraft in seinen schwachen Jüngern mächtig ist, selbstlose Liebe in ihnen wohnt, treibt sie gerade das Ziel, die Menschen fürs Himmelreich zu gewinnen, es mit der Treue im Weltreich doppelt genau zu nehmen34. Erleuchtet vom Wort und in der Kraft des Heiligen Geistes, üben sie sich ununterbrochen auch gerade in der Kunst zu unterscheiden zwischen dem, was ihnen als Christen, und dem, was ihnen als irdischen Amtsträgern zu tun obliegt, Gott zu geben, was Gottes ist, und dem Kaiser, was des Kaisers ist35. Bleibt auch ihr Tun unvollkommen, so leben sie doch von dem vollkommenen Dienst und Verdienst Christi, ihres Heilandes, und sind hier schon ein unerhörter, aber der Welt weitgehend verborgener Segen36.

 

4. Von der wahren sichtbaren Kirche und ihrem Verhältnis zu den beiden Reichen

    Die Kirche Christi, die Gemeinschaft der Gerechtfertigten, nur der Gläubigen, aber auch aller Gläubigen, ist Christi Braut, sein einer Leib37. Sie ist nicht von der Welt, aber Werk und Werkzeug des Heiligen Geistes in der Welt. Sie ist überall da und nur da, wo das heilige Evangelium neben den beiden heiligen Sakramenten im Schwange geht38. Da Gott nur eine Kirche anerkennt, so hat auch die sichtbare Kirche, d.h. die Kirche oder Gemeinde Christi, sofern sie auf Erden durch die Getauften und Bekenner in Erscheinung tritt, nicht die Art der Weltreiche, sie ist nicht ein Ausschnitt aus der bürgerlichen Gesellschaft. Ihr Wesen ist jenseitig und verborgen. Denn wenn die Welt auch die Personen sieht, die in Raum und Zeit leben und die Gnadenmittel wahrnehmbar handhaben, so können doch Vernunft und Sinne die entscheidende Verbindung der Gläubigen mit Christus und miteinander nicht feststellen, noch die Heuchler von den wahren Bekennern unterscheiden39. Auch der Auftrag der gemischten sichtbaren Kirche ist kein anderer als der, den die in ihrem Rahmen wirkende eigentliche Kirche hat. Auch sie hat keine bürgerlichen Aufgaben, ihr einziger Auftrag besteht in der Predigt von Gesetz und Evangelium zur Rettung unsterblicher Seelen, in dem Bau rechter christlicher Gemeinden auf Erden als der Zellen des Himmelreichs40. Christi Braut bringt wohl den Gemeinwesen, unter denen sie verschleiert und verkleidet wohnt, höchsten Nutzen durch ihren sittlichen Einfluss und durch die Fürbitte für die bürgerlichen Belange41, sucht aber nicht über die Reiche dieser Welt zu herrschen, entzieht auch ihre Glieder als Bürger nicht deren Herrschaft, unterwirft aber hinwiederum auch ihre Verkündigung und ihr Werk niemals dem Gebot oder Verbot einer irdischen Macht42. –

    Sofern eine äußere kirchliche Gemeinschaft dem Auftrag der Kirche Christi treu bleibt, verdient sie den Namen der wahren sichtbaren Kirche, der, auf die geschichtlich ausgebildeten Bekenntnisse gesehen, der Evangelisch-Lutherischen Kirche zukommt. Christen dürfen ihre rechten Prediger und rechten Gemeinden bei ihrer Seelen Seligkeit nicht verlassen noch verleugnen, koste es auch Leib und Leben43. Sofern eine äußere kirchliche Gemeinschaft dem Auftrag der Kirche Christi nicht treu bleibt, trägt sie die Merkmale des Reiches des Satans an sich, der Gottes Affe bleibt und überall neben das Gotteshaus seine Kapelle setzt. Falsche Lehrer und ihre Gemeinschaft sind von rechten Christen bei der Seelen Seligkeit zu meiden, denn bewusster Ungehorsam gegen Christi Wort verdammt44. Das falsche Kirchentum, Satans größtes und gefährlichstes Meisterstück, vermischt gröblich und grundsätzlich Gesetz und Evangelium, Weltreich und Himmelreich, bekämpft zusammen mit den erklärten Gottlosen die wahre Jüngerschaft, stört die Ordnung im Weltreich und hat, geschichtlich gesehen, im „rechten großen Antichristen“, in dem die Rechtfertigung aus Gnaden verfluchenden römischen Papsttum, seine folgerichtigste und nie mehr zu überbietende Gestalt angenommen45.

 

5. Von dem, was in unserer Zeit nötig ist

    In unserer Zeit als der Zeit des dem Ende der Welt vorausgehenden Zerfalls des Protestantismus eineerseits46 und der Zunahme es Nihilismus47 sowie des Romanismus48 andererseits, ist der Kampf der ersten Gemeinden und besonders Dr. Martin Luthers erneut zu führen, mit viel weniger Aussicht auf großen geschichtlichen Erfolg, aber umso höherem Wert der Treue und umso größerer Nähe der ewigen Wende.

    In unserer Zeit, wie zu allen Zeiten, ist das Entscheidende, dass wir das Evangelium rein behalten, mit anderen Worten, über der Unterscheidung von Gesetz (den drei Bräuchen) und Evangelium wachen, und dies reine Evangelium predigen und unerschrocken an den Mannbringen in rechtem missionarischem Angriffsgeist. Das reine Evangelium lässt sich nur bei alleiniger Geltung der Heiligen Schrift in geistlichen Dingen bewahren, weshalb wir diesen siegreichen Grundsatz, dass die Schrift nicht irrt und alle Menschen unter der Schrift stehen, inmitten eines zusammenbrechenden Protestantismus der Vernunft und des Gefühls nach wie vor ernstlich betonen müssen. (Mehr denn je haben wir demgemäß in dieser kirchlichen Umbruchzeit unsere theologische Hochschule, unsere Konferenzen, auch freie Konferenzen, zu pflegen.)

    Aus dem ersten Leitsatz ergibt sich Mahnung und Trost des irdischen, aus dem zweiten Leitsatz Mahnung und Trost des himmlischen Berufs in Krisenzeiten. Aus unserem vierten Leitsatz folgt die unbedingte Verbundenheit der Christen miteinander unter dem einen erhöhten Haupt, die unbedingte Pflicht zur engsten brüderlichen Gemeinschaft und fleißigste Mitarbeit in rechtgläubigen christlichen Gemeinden und zur Treue bis in den Tod gegen das von Gott gestiftete rechtgläubige Predigtamt derselben. Ferner ergibt sich aus dem in unseren Leitsätzen Dargelegten die scharfe, nur vom Evangelium her erkennbare Unterscheidung zwischen staatlichem und kirchlichem Auftrag und die unbedingte, wenn nötig durch Martyrium zu erhärtende Freiheit des Evangeliums und des rechten Kirchenbaus von allen irdischen Rücksichten, Bindungen und Gewalten.

    So sehr wir durch Betonung der entsprechend dem ersten Brauch des Gesetzes im ersten Leitsatz ausgesprochenen göttlichen Wahrheiten in unseren Zuhörern ein gesundes Vertrauen in Gottes Wirksamkeit durch natürliche Kräfte und Gewalten in Familie, Volk und Staat wahren müssen, so entschieden müssen wir nach dem zweiten Brauch des Gesetzes vom geistlichen, ewigen Gesichtspunkt aus unerbittlich alle Sünden, auch gerade die Zeitsünden, an unseren Zuhörern strafen, die Bodenlosigkeit des erbsündlichen Verderbens und die Hoffnungslosigkeit all dessen, was Welt heißt, aufdecken, um ihnen nach dem zweiten Leitsatz das Reich Christi als einzige wahre Hoffnung groß zu machen, sie im Jenseits zu beheimaten und so im Diesseits fröhlich zu machen. Das ist unsere wahre Aufgabe und tausendmal mehr als der Hilfsdienst aufklärender Apologetik gegenüber den heute üblichen Angriffen auf das Christentum, dass wir durch die rechte Predigt von Gesetz und Evangelium unsere Zuhörer ausrichten auf die Ewigkeit, sie festmachen in der Hoffnung und in der Geduld der Heiligen. Kommt der Jüngste Tag, dann fällt das Gerüst des Weltreiches. Dann kört alle weltliche Herrschaft auf49. Dann bricht das Ehrenreich an, in dem Gott nicht mehr durch Mittel, sondern in aufgedeckter Majestät herrscht und aller Widerstand des Satans und seiner Schuppen aufhört50. Dann fällt der Unterschied von Gesetz und Evangelium und der dreifache Brauch des Gesetzes51, und bleibt nur noch erfülltes Gesetz bei uns, vollkommene Heiligung des Namens Gottes durch uns, vollkommenes Regiment Gottes in uns, vollkommene Erfüllung des Willens Gottes an, bei und über uns. Eia, wären wir da! Bis dahin lasst uns dem Feldherrn folgen und in seinem Geist mit der Waffe des Worts fröhlich kämpfen! „Das Wort sie sollen lassen stan! Das Feld muss ER behalten! Das Reich muss uns doch bleiben!“ Amen.

 

 

Vom Christen, der in beiden Reiche ist

 

Wilhelm Martin Oesch DD

 

    Wir kommen nun zum dritten Leitsatz, der folgenden Wortlaut hat [Die ersten beiden Leitsätze mit den dazugehörigen Ausführungen liegen leider nicht vor, Anm. d. Hrsg..]:

    Im Glauben bleibt der Christ ein freier Herr aller Dinge und niemand untertan; er dient Christus an den Menschen, und zwar ernstlich und vornehmlich, um sich aus einer untergehenden Welt zu Christus ins Himmelreich zu bringen, zum andern aber auch, um sie im Weltreich bis zum Jüngsten Tag äußerlich erhalten zu helfen.

    Sind so die beiden Reiche oder Herrschaften Gottes völlig verschieden, so kommen sie doch in der Person des Christen zusammen; denn alle Menschen sind durch die natürliche Geburt im Weltreich Gottes, die Christen oder Gläubigen aber durch die Wiedergeburt außerdem im Himmelreich. Im Himmel beheimatet, gehen sie durch diese Welt wie durch eine Herberge, erweise aus Gottes- und Nächstenliebe den vergänglichen, harten, eigentlich für die Bösen bestimmten Herbergsordnungen und –gewalten doppelte Treue, kämpfen Schulter an Schulter mit den Ungläubigen in ihrem irdischen Beruf nach irdischen Regeln für irdische Güter, wahren dabei aber das Herz, das in Gott mehr als genug hat, um Gottes Willen dem anderen alles hingibt und selbst die Feinde liebt. Da Christi Kraft in seinen schwachen Jüngern mächtig ist, selbstlose Liebe in ihnen wohnt, treibt sie gerade das Ziel, die Menschen fürs Himmelreich zu gewinnen, es mit der Treue im Weltreich doppelt genau zu nehmen. Erleuchtet vom Wort und in der Kraft des Heiligen Geistes üben sie sich ununterbrochen auch gerade in der Kunst zu unterscheiden zwischen dem, was ihnen als Christen und dem, was ihnen als irdischen Amtsträgern zu tun obliegt, Gott zu geben, was Gottes ist, und dem Kaiser, was des Kaisers ist. Bleibt auch ihr Tun unvollkommen, so leben sie doch von dem vollkommenen Dienst und Verdienst Christi, ihres Heilandes, und sind hier schon ein unerhörter, aber der Welt weitgehend verborgener Segen.

    Alle göttliche Lehre ist praktisch. Sie soll nicht als Theorie in der Luft hängen bleiben, sondern angewandt werden. Erst bei der Anwendung der Lehre von den zwei Reichen wird offenbar, wie man sie meint, ob man göttliche Lehre führt in Gesetz und Evangelium, oder ob man eine Philosophie vertritt. Das zeigt das nächstliegendste Beispiel. Die Unterscheidung zwischen Weltlichem und Geistlichem (temporaliaspiritualia; carnaliaspiritualia; visibliainvisiblia; externainterna) hatte Luther nicht erfunden. Auch die Papstkirche hatte sie nicht umgehen können, hatte auch manches Zutreffende dazu gesagt. Und doch wandte die falsche Kirche alles falsch an, weil sie Gesetz und Evangelium nicht scheiden, im Grunde nur Gesetz sehen konnte. Luther aber hatte Gesetz und Evangelium an sich selbst erfahren, war ein fröhlicher, evangelischer Christ geworden, lebte nun in Buße und Glauben und kam nun durch den Geist Gottes mit Gesetz und Evangelium auch richtig an andere Personen heran und fand von den beiden Reichen nun auch den rechten Weg zur kirchlichen Erneuerung. Wie ein klarer Bergstrom riss sein Wort durch die versteppten Gefilde und schuf fruchtbare Auen. Auch bei uns ist das Wichtigste, dass wir in lebendiger Erfahrung von Gesetz und Evangelium leben, im täglichen Sterben und Auferstehen, denn unser Amt hat wohl eine wissenschaftliche Seite, ist aber keine Wissenschaft, sondern muss gelebt werden, ist Praxis. Die praktische, gottergebene Haltung (habitus practicus theosdotos) wirkt aber durch das Wort noch heute Wunder über Wunder, reißt Satans Reich ein, baut Gottes Reich auf, auch im Krieg.

    So haben wir schon in den beiden ersten Thesen diese Lehre aufgefasst. Wollen wir weiter Ernst machen mit der Anwendung der Wahrheit von den zwei Reichen auf die Personen, so können wir die Ungläubigen links liegen lassen. Dass alle Unwiedergeborenen, die im Weltreich Gottes ebenso wohl als in des Teufels Reich sind, das Gottesreich nicht einmal sehen können, haben wir zur Genüge unterstrichen. Nur mit den Christen haben wir es in dieser dritten, weitere Anwendungen machenden These zu tun. Der Christ ist in beiden Reichen Gottes. Darum sagen wir zunächst: „Sind so die beiden Reiche oder Herrschaften Gottes völlig verschieden, so kommen sie doch in der Person des Christen zusammen; denn alle Menschen sind durch die natürliche Geburt im Weltreich Gottes, die Christen oder Gläubigen aber durch die Wiedergeburt außerdem im Himmelreich. Im Himmel beheimatet, gehen sie durch diese Welt als durch eine Herberge, erweisen aus Gottes- und Nächstenliebe den vergänglichen, harten, eigentlich für die Bösen bestimmten Herbergsordnungen und -gewalten, doppelte Treue, kämpfen Schulter an Schulter mit den Ungläubigen in ihrem irdischen Beruf nach irdischen Regeln für irdische Güter, wahren aber dabei das Herz, das in Gott mehr als genug hat, um Gottes willen dem andern alles hingibt und selbst die Feinde liebt.“

    Schon bei der ersten These wurde klar, dass man um des Evangeliums willen die beiden Gottesreiche ganz scharf voneinander unterscheiden muss. Bei der zweiten These sahen wir erst recht: Das Evangelium ist zu hundert Prozent jenseitig, hat es mit der diesseitigen Weisheit der Vernunft nicht zu tun, noch mit den Ordnungen für dieses Leben, die dem Gebiet des Gesetzes angehören. Dabei geht es dem Evangelium wie dem Auge. Es verträgt keinen Fremdkörper, wär’s auch nur ein Stäublein. Wird es nicht unterschieden, so ist es schon mit einem Diesseitsmythos vertauscht. Doch um des Evangeliums willen muss gesehen werden – und das ist eben der Fortschritt der These 3 –, dass in der Person des Christen beide Gottesreiche zusammenkommen. Der Teufel riss die Papstkirche in die Möncherei hinein und trieb sie, die Christenheit nach den Personen und äußeren Werken zu scheiden, zu sagen: „Das eine sind die geistliche Personen oder Kleriker; mit denen hat das Weltreich nichts zu tun; das andere sind die weltlichen Personen oder Laien; mit denen“ – ja, das folgte bei aller Vertuschung – „hat das Himmelreich nichts zu tun.“ So wurde die Kirche als Schiff der Kleriker hingestellt, das die anderen mitzieht. Nicht der Glaube an Christus, sondern der Anschluss an die Kirche (sprich: Klerisei!) macht den Römling selig (das ist unselig). Dem gegenüber muss betont werden: Die beiden Reiche Gottes schließen sich nicht geographisch gegenseitig aus, im Gegenteil: Sie kommen in der Person eines jeden Christen zusammen. Du kannst keinen Christen wandeln sehen, ohne immer zugleich beide Reiche in ihm verkörpert zu sehen. Das hat der Apostel Paulus deutlich gemacht, als er den Christen in Rom, die er gleich am Eingang als im Himmelreich Gottes befindlich anredet, im 13. Kapitel schreibt: „Jedermann sei untertan der Obrigkeit, die Gewalt über ihn hat.“ Die Christen oder Gläubigen aber sind durch die Wiedergeburt außerdem im Himmelreich. Das Himmelreich lässt sie da, wo sie kraft der natürlichen Geburt zusammen mit allen Menschen sind, nämlich in Ordnungen, zieht aber unsichtbarer Weise in ihr Herz ein und schließt sie damit in seine übersinnlichen, ewigen Mauern. Denn: „Das Reich Gottes kommt nicht mit äußerlichen Gebärden, man wird auch nicht sagen: Siehe hier oder da ist es, denn seht, das Reich Gottes ist inwendig in euch“ (etos hymoon, unter euch, obwohl ihr es nicht seht, Luk. 17,20). Freilich, „der Wind bläst, wo er will, und du hörst sein Sausen wohl, aber du weißt nicht, woher er kommt und wohin er fährt. So ist ein jeglicher, der aus dem Geist geboren wird“, spricht Jesus (Joh. 3,8). „Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist“, sagt des Meisters Befehl den Jüngern, „und Gott, was Gottes ist“ (Matth. 22,21). „Denn Kaiserdienst“, sagt er, „macht noch nicht selig, steht aber an sich auch nicht in Widerspruch mit meinem alleinseligmachenden Dienst, sondern in Einklang mit demselben.“

    Ist der Christ in beiden Reichen, so muss feststehen, welches übergeordnet ist; welches die eigentliche Heimat ist, wo der eigentliche Schwerpunkt des Christen liegt und um welche Sonne sein Planet kreist. Das ist bei den D.C., „Deutschen Christen“, jener im deutschen Kirchenkampf 1933 auftauchenden halbpolitischen Sekte (wenn wir ihnen die Gerechtigkeit erweisen, sie nach ihrem Sprecher zu beurteilen) diese Welt, bei allen anderen weltförmigen Christen, besonders auch bei den scheinheiligen Theokraten aller krausbunten Gattungen von Rom bis Canterbury, Genf bis New York, von William Manning bis Karl Barth und bei den geizigen, vergnügungssüchtigen, wollüstigen, selbstgerechten, selbstklugen Scheinchristen aller Gemeinden ebenfalls diese Welt, bei den wahren Christen aber der Himmel. „Niemand kann zwei Herren dienen, ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon.“ „Wo euer Schatz ist, ist euer Herz“, sagt Jesu Bergpredigt (Matth. 6,24.21). „Seid ihr nun mit Christus auferstanden, so sucht, was droben ist, da Christus ist, sitzend zur Rechten Gottes. Trachtet nach dem, was droben ist, und nicht nach dem, was auf Erden ist. Denn ihr seid gestorben, und euer Leben ist verborgen mit Christus in Gott. Wenn aber Christus, euer Leben, sich offenbaren wird, dann werdet auch ihr mit ihm offenbar werden in der Herrlichkeit“, mahnt der Kolosserbrief (3,1 ff.). Deshalb sollen wir uns nicht vorher rebellisch selbst offenbar zu machen suchen durch Entziehungen unseres äußerlichen Lebens aus den irdischen Ordnungen; wohl aber sollen wir von Herzen in uns die fleischlichen Lüste töten, welche wider die Seele streiten. In aller selbstgerechten und selbstherrlichen Weltverchristlichung und –verkirchlichung aber triumphieren die Fleischeslüste, statt zu sterben. „Nein“, spricht derselbe Apostel im Philipperbrief, Kapitel 2,17 ff., „folgt mir, liebe Brüder, und seht auf die, die so wandeln, wie ihr uns habt zum Vorbild. Denn viele wandeln, von welchen ich euch oft gesagt habe, nun aber sage ich auch mit Weinen: Die Feinde des Kreuzes Christi (er meint auch gerade die pharisäischen Feinde des Kreuzes Christi, von denen er eben geredet hat), welchen der Bauch ihr Gott ist, und ihre Ehre zuschanden wird, derer, die irdisch gesinnt sind. Unser Wandel aber ist im Himmel.“ Politeuma ist ein eindeutiges Wort. Es heißt seit Plato Gemeinwesen oder Staat. Der Apostel sagt den Leuten in Philippi, das eine römische Kolonie war (wo also die Einwohner nicht mazedonisch-griechisches, sondern direkt römisches Bürgerrecht besaßen) wortwörtlich: „Wir Christen haben unsere Heimat im Himmel, wir sind auf Erden eine Kolonie, wie ihr eine römische Kolonie in Philippi seid.“ „Darum haben wir auch Heimweh nach dem Himmel“, fährt er fort. Denn „von dannen warten wir des Heilandes Christus, des HERRN, welcher unsern nichtigen Leib verklären wird, dass er ähnlich werde seinem verklärten Leib nach der Wirkung, damit er kann auch alle Dinge ihm untertänig machen“.

    Ja, wir Christen sind hier auf Erden „Fremdlinge und Pilgrime“, wir sind vom Augenblick unserer himmlischen Geburt an nicht mehr von dieser untergehenden Welt. Aber gerade deshalb, weil wir nun bei Gott selbst zuhause sind, erweisen wir aus Gottes- und Nächstenliebe den vergänglichen, harten, eigentlich für die Bösen bestimmten Herbergsordnungen und –gewalten doppelte Treue. Stammen auch die Ordnungen ihrem Grund nach aus der Schöpfung, so doch ihrer jetzigen Form nach aus der Strafe nach dem Fall, und halten so die Ungläubigen in Schach, was wir dem Geist nach nicht mehr nötig haben. Gott aber hat die Welt unter solche Ordnung gesetzt und uns dem Fleisch nach mit. Durch doppelte Treue gegen die Herbergsordnungen und –gewalten, auch wenn diese Gewalten in den Händen der Heiden sind, heiligen wir den Namen unseres himmlischen Vaters. Es ist doch auffällig, dass Petrus (1. Brief 2,11 ff.), gerade nachdem er gesagt hat: „Liebe Brüder, ich ermahne euch, als die Fremdlinge und Pilgrime: Enthaltet euch von fleischlichen Lüsten, welche gegen die Seele streiten“, fortfährt: „und führt einen guten Wandel unter den Heiden, auf dass die, so von euch nachreden als von Übeltätern, eure guten Werke sehen und Gott preisen en heemera episkopeos“ (das heißt: am Tag der Gnadenheimsuchung Gottes, wenn das Christuszeugnis in Wort und Tat ihnen zu mächtig wird). Weiter: „Seid untertan aller menschlichen Ordnung um des HERRN willen, es sei dem König als dem Obersten, oder den Hauptleuten als den Gesandten von ihm zur Rache über die Übeltäter und zu Lob der Frommen. Denn das ist der Wille Gottes, dass ihr mit Wohltun verstopft die Unwissenheit der törichten Menschen als die Freien, und nicht als hättet ihr die Freiheit zum Deckel der Bosheit, sondern als die Knechte Gottes. Tut Ehre jedermann! Habt die Brüder lieb! Fürchtet Gott! Ehrt den König!“ Es folgen die Haustafeln für die Knechte unter dem Joch, Frauen, Männer. Nicht minder auffällig ist, dass Paulus das 12. Kapitel im Römerbrief, das dem 13. Vorangeht, in dem der Gehorsam gegen die Obrigkeit eine solche Rolle spielt, beginnt mit den Worten: „Ich ermahne euch, liebe Brüder, dass ihr eure Leiber begebt zum Opfer, das da lebendig, heilig und Gott wohlgefällig ist, welches sei euer vernünftiger Gottesdienst, und stellt euch nicht dieser Welt gleich, sondern verändert euch durch Erneuerung eures Sinnes, auf dass ihr prüfen mögt, welches da sei der gute, der wohlgefällige und der vollkommene Gotteswille. Der Heiland aber bezeichnet unsern ganzen Dienst an und mit dem Sichtbaren, an und mit den Larven hienieden als das Geringere, an dem sich unsere Treue für das Kommende, Größere erproben muss, wenn er spricht: „Wer im Geringsten treu ist, der ist auch im Großen treu; und wer im Geringsten unrecht ist, der ist auch im Großen unrecht. So ihr nun in dem ungerechten Mammon nicht treu seid, wer will euch das Wahrhaftige anvertrauen? Und so ihr in dem Fremden nicht treu seid, wer will euch geben dasjenige, das euer ist?!“ (Luk. 16,10-12.) Es sind diese Stellen gerader in unserer Zeit den Christen vorzuhalten.

    Nicht zu übersehen ist, dass Christen Schulter an Schulter mit den Ungläubigen in ihrem irdischen Beruf nach irdischen Regeln (Vernunft, Natur) für irdische Güter kämpfen. Das ist ja gerade die Art der Ordnungen, dass sie gemeinschaftliche Verpflichtungen festlegen, die Menschen aneinander binden, und wo der Christ so durch seinen irdischen Beruf gebunden ist, sei es in Staat, Familie, Wirtschaft, da muss er um Gottes willen Schulter an Schulter mit den Ungläubigen zusammenstehen, ohne doch ihre innere Art anzunehmen. Denn wir dürfen „diese Welt nicht räumen“ (1. Kor. 5,10). Alle irdischen Güter aber werden durch Kampf erhalten. Der Christ muss deshalb nicht bloß im Geistlichen ein Streiter sein, sondern auch im Leiblichen. Ein falsches Christentum, teil liberalistisch-kulturprotestantischer Art, teils quietistisch-pietistisch eingestellt, hat das rechte Jüngertum verraten und den Eindruck erweckt, als bestünde das christliche Wesen auf beiden Feldern, dem geistlichen und dem weltlichen, in einer gefühlsduseligen, tatenlosen Beschaulichkeit, kurz, als wäre es indische Mystik, während es doch in dem allen das Gegenteil ist. „Gelobt sei, was hart macht.“ Wir können uns dieses Wort aneignen. Es gibt nichts Härteres als das Christentum. Denn es macht Leute, die den Kampf in allen Dimensionen, der überirdischen und der irdischen, führen, die geistlich kämpfen, was die Welt nicht kann, und doch darüber das leibliche Kämpfen nicht versäumen, sondern dabei aus einer doppelten Verpflichtung ihren Mann stehen.

    Freilich, dieser übermenschliche Kampf, dieses „gefährlich Leben auf allen Ebenen“ ist bei den Christen das Gegenteil von allem Fanatismus. Bei allem Fanatismus ist das Herz verkrampft und verbittert. Der Christ aber hat den Frieden Gottes, der höher ist als alle Vernunft, der Herz und Sinne bewahrt in Christus Jesus. Er hat ein Herz, das oben wogt wie der Barock Fischer-Erlachs, aber unten ruhig ist wie der Meeresgrund. Er hat Gott selber aus Gnaden, unabhängig von aller eigenen Leistung, darum einen Herzensreichtum, der ihn unabhängig macht von allem Besitz, von Glück und Unglück in der Zeit. Darum liebt er mitten im Kampf, kämpft grundsätzlich aus Liebe, so sehr das Fleisch auch diesen Tatbestand nach außen verdeckt, liebt Gott über alle Dinge und den Nächsten wie sich selbst nach dem neuen Menschen, gibt um Gottes willen für den andern alles hin und liebt auch die Feinde und ist innerlich bereit, für sie zu sterben, auch wenn er im Amt sie zum Schafott zu bringen hat.

    „Im Glauben bleibt der Christ ein freier Herr aller Dinge und niemand untertan; in der Liebe aber ist er ein dienstbarer Knecht aller Dinge und jedermann untertan; er dient Christus an den Menschen, und zwar erstlich und vornehmlich, um sie aus einer untergehenden Welt zu Christus ins Himmelreich zu bringen, zum andern aber auch, um sie im Weltreich bis zum Jüngsten Tag erhalten zu helfen. Da Christi Kraft in seinen schwachen Jüngern mächtig ist, selbstlose Liebe in ihnen wohnt, treibt sie gerade das Ziel, die Menschen fürs Himmelreich zu gewinnen, es mit der Treue im Weltreich doppelt genau zu nehmen.“ Beides, die Freiheit und die Gebundenheit der Christen, lehrt und veranschaulicht der Heiland Matth. 17,24-27. Es ist schade, dass die Stelle in keiner Biblischen Geschichte vorkommt und dass deshalb auch mancher Pastor sie nicht auswendig vortragen kann. Sie lautet: „Da sie nun nach Kapernaum kamen, gingen zu Petrus, die den Zinsgroschen einnahmen, und sprachen: Pflegt euer Meister nicht den Zinsgroschen zu geben? Er sprach: Ja. Und als er heimkam, kam ihm Jesus zuvor und sprach: Was dünkt dich, Simon: Von wem nehmen die Könige auf Erden den Zoll oder Zinsen, von ihren Kindern oder von den Fremden? Da sprach zu ihm Petrus: Von den Fremden. Jesus sprach zu ihm: So sind die Kinder frei. Auf dass aber wir sie nicht ärgern, so gehe hin an das Meer und wirf die Angel, und den ersten Fisch, der herauffährt, den nimm; und wenn du seinen Mund auftust, wirst du einen Stater finden. Den nimm und gib ihn für mich und dich.“

    Zweierlei wird hier klar: Erstens, dass der Christ als Kind und Erbe des Himmels über den für die Sklaven, die Unfreien, berechneten harten Ordnungen steht; zweitens, dass die Liebe ihn unter sie stellt, und zwar von Gott aus; denn die liebe ist die nie abzutragende Schuld. „Seid niemand etwas schuldig, als dass ihr euch untereinander liebt.“ (Röm. 13,8.) Diese Liebe geht ihrem Quell, der Liebe Gottes entsprechend, aufs Ganze. Sie will die Menschen zeitlich und ewig glücklich machen, will alles in die ewige Gemeinschaft mit dem Vater und dem Sohn hineinziehen, setzt deshalb an erste Stelle das Missionsziel, das der natürliche Mensch gar nicht kennt. Hier eine geschichtliche Bemerkung: Es ist eine der fluchwürdigsten Folgen des Staatskirchentums gewesen, dass Missionsobjekte unter den Volksgenossen nicht zu existieren schienen und entweder nur säkulare Ziele blieben oder höchstens noch „Heidenmission“. Unter „Innerer Mission“ wurde allerlei Anstaltswerk verstanden, aber gerade die Innere oder Volksmission, die das Gebot der Stunde gewesen wäre, auch von den ernsteren Kreisen infolge des volkskirchlichen Wahns vernachlässigt. Nur so konnte es zu der grauenhaften inneren Entkirchlichung unseres Volkes kommen. Selbst unter den Gliedern christlicher Verbände, erst recht in den Parochien, ließ man sich am wenigsten an den vornehmsten Erweis der Liebe erinnern, den der Heiland Matth. 18 schildert. Vergessen wir auch nicht, dass der Zusammenhang jener Stelle vom sündigen Bruder das Gleichnis vom verlorenen Schaf ist, das mit den Worten schließt: „Also auch ist vor eurem Vater im Himmel nicht der Wille, dass jemand von diesen Kindern verloren werde.“ Die Fortsetzung der Stelle ist die den Christen gegebene Bevollmächtigung, die Schlüssel des Himmelreichs zu verwalten. Ja, das ist die eigentliche Beauftragung jedes Christen durch Christus: „Was ich getan hab‘ und gelehrt, das sollst du tun und lehren, damit das Reich Gott’s wird gemehrt zu seinem Lob und Ehren.“ [aus: Nun freut euch, liebe Christen gmein.] Mission ist Angriff, beständiger seelsorgerlicher Angriff auf die unbekehrten Seelen, getragen von allen wahrhaft Bekehrten. Doch gerade wenn er diesem himmlischen Beruf sein Leben weiht, muss der Christ es mit der Treue im Weltreich doppelt genau nehmen, nicht nur aus Gewissensgründen, weil Gott ihn in das Weltreich gestellt hat, ihn nach dem äußerlichen Menschen unter dessen Gesetz getan hat, und ihn so leib-geistig erhält, sondern vor allem, weil hier die einzige Möglichkeit gegeben ist, die treue selbstlose Liebe den Mitmenschen auf Erden zum Bewusstsein zu bringen. Was deine christliche Liebe äußerlich-leiblich dem Nächsten, auch der Familie, auch dem Volk Gutes tut, das allein macht auf die Kinder der Welt Eindruck. Das ist spürbarer Segen für sie. Das schafft bei ihnen erst die Voraussetzung, auf dein Zeugnis von ewigen, unsichtbaren Dingen, von ewiger Not und ewiger Erlösung, ernstlich zu achten. Deshalb hat auch unser Heiland, als er auf Erden war, den Menschen so viel leiblich Gutes getan. Dies leibliche Gutestun ist zwar im weiteren Umfang nicht der Kirche als solcher, wohl aber allen Christen aufgetragen, und zwar gerade auch um des Evangeliums willen. Hierher gehören die Ermahnung des ersten Petrusbriefs und des Titusbriefs, z.B.: „Erinnere sie, dass sie den Fürsten und der Obrigkeit untertan und gehorsam seien, zu allem guten Werk bereit seien“ (Titus 3,1) und besonders der Zusammenhang 1. Kor. Kapitel 9 und Kapitel 10, wo es dann 10,32 ff. heißt: „Seid nicht ärgerlich weder den Juden noch den Griechen nach der Gemeinde Gottes, gleichwie auch ich jedermann in allerlei mich gefällig mache und suche nicht, was mir, sondern was ihnen frommt, dass sie selig werden. Seid meine Nachfolger, gleichwie ich Christi.“

    Damit, dass die beiden Berufe des Christen im Zusammenhang stehen, soll nicht geleugnet werden – was wir fortlaufend feststellen –, dass es zwei getrennte Berufskreise oder –sphären sind und bleiben, so fein sie auch zusammenklingen sollen. Mein Beruf als Gatte und Vater schreibt mir ganz bestimmte Werke in der Familie vor, mein Beruf als Bürger oder Soldat eigentümliche Werke im Staat, usw. Ebenso schreibt mir meine Stellung in der Gemeinde Gottes bestimmten Dienst vor. Was die Bibel in all diesen Sphären mit ihren direkten Worten zur Pflicht macht, das ist alles bloß eine Rahmenbeauftragung, wo die Einzelheiten von Fall zu Fall festgelegt werden. Erst im Beruf und erst durch das Verhältnis zu lebendigen Personen, die mir in demselben gegenübertreten, wird der Wille Gottes für mich greifbar. Da ich als Christ zweierlei grundsätzlich ganz verschiedene Beauftragungen habe – eine innerweltliche und eine überweltliche –, muss ich wissen, wo die eine aufhört und wo die andere anfängt. Nur der Heilige Geist lehrt uns diese Kunst. Christen haben die Salbung, wissen alles, treffen diese für den Verstand so komplizierten Sachen instinktiv. Denn Christentum ist Leben, Leben aus Gott, und Leben handelt organisch. Da aber die Christen nur zum Teil Geist sind, zum Teil auch Fleisch, müssen sie alle sich in dieser ihnen angeborenen Kunst auch noch üben. Sie müssen das Wort als Richtschnur, das Gesetz als Regel gebrauchen (3. Gebrauch des Gesetzes). Darum solche Worte in den Briefen der heiligen Apostel wie Phil. 1,9-11: „Und darum bete ich, dass eure Liebe je mehr und mehr reich werde in allerlei Erkenntnis und Erfahrung, dass ihr prüfen mögt, was das Beste sei, auf dass ihr seid laut er und unanstößig bis auf den Tag Christi, erfüllt mit Früchten der Gerechtigkeit, die durch Jesus Christus geschehen (in euch) zu Ehre und Lobe Gottes.“

    Ja freilich: „Erleuchtet vom Wort und in der Kraft des Heiligen Geistes üben sich die Christen ununterbrochen auch gerade in der Kunst, zu unterscheiden zwischen dem, was ihnen als Christen und dem, was ihnen als irdische Amtsträger zu tun obliegt, Gott zu geben, was Gottes ist, und dem Kaiser, was des Kaisers ist.“

    Man braucht bloß ein paar Schriftstellen zu vergleichen, um zu erkennen, welche ungeheure Bedeutung diese praktischen Unterscheidungen im Leben aller Christen haben. Matth. 5,39 sagt der Heiland allen seinen Jüngern – und es ist kein „Rat“, sondern sie streng verpflichtendes allerheiligstes Gebot: „ Ihr habt gehört, dass zu den Alten gesagt ist: Auge um Auge, Zahn um Zahn. Ich aber sage euch, dass ihr nicht widerstreben sollt dem Übel, sondern so dir jemand einen Streich gibt auf deine rechte Backe, dem biete die andere auch dar.“ Dagegen heißt es Röm. 13,4 von der Obrigkeit, die von Gott geordnet ist: „Sie trägt das Schwert nicht umsonst; sie ist Gottes Dienerin, eine Rächerin zur Strafe über den, der Böses tut.“ Also sollen die Bösen doch leiblich bestraft werden. Also dürfen die Christen, die als Gliedmaßen Christi ein Übel nicht vergelten dürfen, als Gliedmaßen des Kaisers dem Übel mit dem Schwert entgegentreten, ja, müssen es tun, sind beruflich dazu verpflichtet. Und wer ist nicht ein Stück von des Kaisers Reich? Im Fall der Notwehr muss jeder, auch ohne beamtete Stellung, an des Kaisers Statt das Schwert handhaben. Dies hebt Dr. Luther ausdrücklich hervor, und ist sicher richtig gesehen. Deshalb hat man Luther und andere unserer Kirchenväter falsch gelesen, wenn man einzelne Wendungen so auslegt, als handele es sich bei dem Verbot der Gewaltanwendung in der Bergpredigt um die Untertanenstellung im Staat, um das, was dem einfachen Mann oder der Privatperson verboten ist im Gegensatz zu seinem schwerttragenden Magistrat. So ausgelegt, verstand es der Untertanenverstand. In der Bergpredigt geht es um Höheres, um den Gegensatz zwischen himmlischem und irdischem Beruf, um die Verschiedenheit von Christi und des Kaisers Reich. In dem schwerbewaffneten Kaiserreich bleibt freilich der Unterschied zwischen dem 4. und 5. Gebot, aber in gewisser Weise nehmen dort doch alle am Schwert teil, und mit der Verfassung und Ordnung innerhalb des Kaiserreichs hat es Jesus hier nicht zu tun. Christi Reich ist überhaupt kein Schwertreich. Die Klarheit dieser Unterscheidung ist dem späteren Luthertum zwar durch die Erstarrung, die die spätere Ständelehre aufweist, getrübt worden, nie aber gänzlich abhanden gekommen, wie im Gegenlager Roms und Genfs.

    Doch greifen wir vom Hochpolitischen ins Wirtschaftliche hinein! Matth. 5,42 sagt der Heiland auch: „Gib dem, der dich bittet, und wende dich nicht von dem, der dir abborgen will.“ Aber 1. Tim. 5,8 heißt es: „So jemand die Seinen, besonders seine Hausgenossen, nicht versorgt, der hat den Glauben verleugnet und ist ärger als ein Heide.“ So hoch steht also die Ausübung der irdischen Berufspflicht für den Christen, dass ihre mutwillige Vernachlässigung das Christsein aufhebt. Bin ich für meinen und der Meinen ehrlichen Unterhalt verantwortlich, so kann ich nicht alles weggeben, kann nicht einfach „geben dem, der da bittet“. Das fordert aber Jesus doch von den Gliedern des Himmelreichs. Fazit: Die Bergpredigt lässt scheinbar keinen Raum für die Berufspflichten. Deshalb erniedrigte sie die römische Kirche zu einer Sammlung von Räten für die, die nach besonderer Vollkommenheit streben. Luther aber hat da klar erkannt, wen die Bergpredigt anredet. Sie wendet sich nicht einfach an die Christen als Personen auf Erden, sondern an die Christen als von allen anderen geschiedene Personen, an die Christen, sofern sie Christen sind, zeigt ihnen nur das, was das eine ewige Reich von ihnen fordert, ohne damit im geringsten leugnen zu wollen, was schon vorher feststeht, dass sie auch irdische Stellungen innehaben und dort ihren Standes- und Berufspflichten Genüge tun müssen. Ja, die Bergpredigt wendet sich sogar an vielen Stellen dem zu, was sich aus dem Auftrag der Verkündigung des Evangeliums ergibt. Luthers gewaltigste Stellen kommen in der „Auslegung“ jener Kapitel 5-7 in Matthäus vor. Kein lutherischer Theologe kann jene Darlegung ungelesen lassen.

    Was soll ich nun im einzelnen Fall tun? Immer soll ich selbstlos handeln. Denn Selbstsucht ist immer das Gegenteil von der Liebe, die aus dem Glauben fließt. An diese Liebe aber bin ich immer gebunden. Ich kann nicht in die Knechtschaft des Hasses zurückkehren, in der der natürliche Mensch gefangen liegt, ohne Christus zu verabschieden. Das Wort: „Wer seinen Bruder hasst, der ist ein Totschläger, und ihr wisst, dass ein Totschläger nicht hat das ewige Leben in sich bleibend“ (1. Joh. 3,1) gilt in jeder Lebenslage. Dies über die Gesinnung, die immer walten soll. Aber ob nun mein äußeres Handeln aus dem himmlischen oder irdischen Beruf fließen soll, das entscheidet die Lage, in der Gott, der lebendige HERR der Geschichte, mich anfordert. Es gibt viele Fälle, wo sich die Art der Pflichten gleichsam am Rande versteht. Meist soll das äußere Handeln aus dem irdischen Beruf fließen, denn wenn ich nicht gerade berufener Diener am Wort bin, regiert er über die meisten meiner Arbeitsstunden, was schon des Paulus Verbot des Herumlungerns in den Thessalonicherbriefen klarmacht. Ein nach allen Seiten klarer Sonderfall tritt ein, wenn ich um meines christlichen Glaubens willen verfolgt werde. Dann mag ich wohl Rechtsmittel wie Paulus gebrauchen, darf ab er nie mit den mir etwa zur Verfügung stehenden weltlichen Waffen mich wehren. Petrus musste das Schwert in die Scheide stecken nicht bloß, weil er Privatperson war – das war er auch –, sondern vor allen Dingen, weil es sich hier um das geistliche Reich handelte. Das zeigt Jesu Wort: „Mein Reich ist nicht von dieser Welt; wäre mein Reich von dieser Welt, meine Diener würden darob kämpfen, dass ich den Juden nicht überantwortet würde; aber nun ist mein Reich nicht von dannen.“ (Joh. 18,36.) Dass der Christ, ohne zurückzuschlagen, das Martyrium um Christi willen über sich ergehen lässt, zeigt die Macht des Reiches der Wahrheit und gewinnt andere für den freien Liebesgehorsam gegen den König der Wahrheit. Daraus ergibt sich aber noch etwas sehr Praktisches, was wohl zu beachten ist: Wenn die sichtbare Kirche als solche handelt, kann sie nicht Waffengewalt anrufen. Das empfand Luther leidenschaftlich, als er von der Bergpredigt aus die mittelalterlichen Kreuzzüge untersuchte und in seiner ersten großen Zeit beim Türkenkrieg wieder derselben theokratischen Idee begegnete. Ein Horror fasste ihn ob solchen Verrats des Evangeliums an sein Widerspiel, das Gesetz. Was? Man kämpft mit Mord und Totschlag zur Verteidigung eines Evangeliums, das man gar nicht hat, das man im gleichen Atemzug unter die Füße tritt! O wehe, wehe: Die Kirche, die Kreuzzüge predigt, hebt das Kreuz auf, tut den Gekreuzigten ab. Es gibt – wir wiederholen es – klare Einzelfälle. Immer muss der Unterschied zwischen Weltreich und Himmelreich, Gesetz und Evangelium, nach unseren ersten Thesen grundsätzlich herausgearbeitet werden. Aber: der ungeheuren Mannigfaltigkeit des praktischen Lebens, dem beständigen lebendigen Handeln des Schöpfers und den zahllosen unerwarteten Fragen, die bei der Lebensführung eines jeden Christen auftauchen, kann man nicht mit Formeln gerecht werden. Christen müssen beständig darauf hingewiesen werden, dass sie sich in zwei ganz verschiedenen Welten bewegen, sonst entsteht Pietismus. Man vergewaltigt sowohl das natürliche wie auch das geistliche Leben. Man trägt ein unechtes Gesicht, das ewig geistlich scheint, zur Schau, wird den mönchischen Heuchlern sehr ähnlich. Viel grundsätzlichen Unterricht sind wir Prediger unsern Hörern schuldig, aber wenig Kasuistik. Es muss das treue Gotteskind Gottes Wort kennen  und um den Heiligen Geist bitten. Die Lehre vom Heiligen Geist, der auf das Gebet der Gläubigen hin ihm als Führer helfen will, die rechte geistliche Linie zu finden, müssen wir ganz hell aufleuchten lassen, und dann die Verantwortung des Handelns ungescheut unseren einfachen Christen aufbürden. Sind sie schwach, so müssen sie doch hindurch, und die Kämpfe sollen ihnen zum Besten dienen. Jeder ist selbst der Mann, und auch der Geistlichste muss innerhalb des irdischen Berufs nach Vernunft, nach Instinkt, in der Ehe z.B. auch nach Geschlechtstrieb, in anderen Berufen nach anderen Trieben, handeln. Der lebendige Schöpfer waltet auch in den Trieben, obschon sich der Teufel da sehr nachhaltig ansässig gemacht hat. Durch den Geist des Fleisches Geschäfte töten, heißt nicht, die Natur vernichten. Luther: „Denn die Gnade zerbricht nicht, hindert auch nicht die Natur und ihre Werke, ja, sie bessert und fördert sie.“ (Walch XI, 123.) Und ferner: „Zu dem Reich Gottes gehört nichts von der weltlichen Weisheit. Es regiert und herrscht allhier anders nichts als allein das reine, lautere Wort Gottes. Aber, sind sonst andere weise und kluge Sprüche in der Vernunft, dieselben zieh heraus in das äußerliche Leben. Da geht’s hin, dass einer mehr Vernunft und Verstand habe als der andere.“ (E.A. 35,249. Ausleg. über etl. Kap des anderen Buches Mosis.)

    „Bleibt auch das Tun der Christen unvollkommen, so leben sie doch von dem vollkommenen Dienst und Verdienst Christi, ihres Heilandes, und sind hier schon ein unerhörter, aber der Welt weitgehend verborgener Segen.“ So sehr betont werden muss: Geistliches Wachstum ist immer gerade auch Wachstum in der Erkenntnis (gnosis), in der Einsicht in den einzelnen Fall (syesis), in der Tüchtigkeit, richtig zu handeln (praxis), und der Heilige Geist und Weisheit wird dem gläubigen Beter gegeben einfältig und ohne Hintergedanken, so deutlich muss uns, auch unseren Gemeinden, immer wieder gesagt werden, dass in dieser altersschwachen Welt und in diesem Madensack des Fleisches die Unvollkommenheit bleibt. Es gibt hier weder einen im Urteilen noch einen im Handeln vollkommenen Christen. „Wer kann merken, wie oft er fehle! Verzeihe mir die verborgenen Fehler!“ (Ps. 19,13.) Sieht man auf das Handeln Luthers in dem ungeheuren Umbruch seiner Zeit, so ist man auf Schritt und Tritt überrascht durch die wunderbare evangelische Linie. Dennoch kann jeder halbwegs Verständige jetzt nachträglich manchen Fehler nachweisen, auch in seinen Gutachten zu öffentlichen Fragen und besonders auch im praktischen Kirchenbau. Es gibt keinen Christen, der den Gefahren seiner Zeit ganz entgeht, der es in der Anwendung des reinen Bekenntnisses auf die wogende Fülle des täglichen Geschehens zur Vollkommenheit brächte. Am meisten wird das der merken, der nicht faul im Winkel sitzt, sondern an der vordersten Front des Handelns steht. Muss Petrus in Antiochien gestraft werden, muss Paulus bekennen: „Nicht, dass ich’s schon ergriffen habe oder schon vollkommen sei“ (Phil. 3,12), wie sollten wir denn von der großen Zahl der schwachen Christen Vollkommenes erwarten dürfen? Die konkrete neue Lage bringt immer wieder neues Ringen. Das sehen wir bei uns selbst. Darum sollen wir milde sein im Urteil über andere Christen, sofern es um’s Persönliche geht. „Ich glaube eine Vergebung der Sünden.“ Davon leben Christen, leben vom vollkommenen Dienst und Verdienst Christi, ihres Heilandes, leben von dem starken Trost: „Das Blut Jesu Christi, des Sohnes Gottes, macht uns rein von aller Sünde.“ (1. Joh 1,7.)

    „Wahre Christen sind hier schon ein unerhörter, aber der Welt weitgehend verborgener Segen.“ Sie sind das Salz der Erde, nicht faul und modrig wie die morsche Welt. Sie scheinen als Lichter in der Welt, wenn ihre Laterne auch noch Ruß ansetzt und täglich blank gemacht werden muss. Denn die Welt wandelt in Finsternis. Die Gotteskinder wandeln im Licht und verbreiten das hell-leuchtende Licht des Worts. Bei allem, was Gott der Welt Gutes tut, sieht er auf seine Auserwählten, wie aus dem Gespräch Gottes mit Abraham vor der Vernichtung Sodoms zu hören ist. Die Welt meint, die Christen seien – trotz ihrer nicht zu leugnenden Liebeswerke – Feinde des Menschengeschlechts, weil sie  nicht mit den selbstherrlichen Ansichten der Welt („ihr werdet sein wie Gott“) übereinstimmen. Der Jüngste Tag wird das Gegenteil offenbaren, nämlich, dass die wahren Christen die Säulen waren, die die gottlose Welt trugen, wie Luther zu Joh. 14,12.23 ausführte. Christen sind der höchste Adel, das auserwählte Geschlecht, das königliche Priestertum, das heilige Volk, das Volk des Eigentums, dass sie verkündigen sollen die Tugenden des, der sie berufen hat von der Finsternis zu seinem wunderbaren Licht. Diese Aufgabe erscheint bei den Gläubigen nicht bloß im Soll, sondern auch im Haben. „Es kann die Stadt, die auf einem Berg liegt, nicht verborgen sein.“ (Matth. 5,14.)

 

Nachwort zu den ersten drei Leitsätzen

 

     Raummangel und scharfe Bezogenheit auf den Unterschied zwischen Gesetz und Evangelium brachten es mit sich, dass von Anfang an die freundlicheren Seiten des Wirkens Gottes im Weltreich nicht so ausgestrichen werden konnten, wie es in einer selbständigen Arbeit über Schöpfung und Erhaltung selbstverständlich gewesen wäre.

    Es wurde nicht als Aufgabe der ersten drei Thesen angesehen, auch die historischen Auswirkungen des Christentums, der wechselvollen Kirchengeschichte oder der modernen antichristlichen Philosophie auf die Kulturwelt, den Staat der Gegenwart und die ganze heutige Situation näher zu berücksichtigen. Der Abschluss dieser Arbeit, besonders unter der 5. These, bringt das Nötigste.

    Dass die zweite These unter der Überschrift „Vom Himmelreich Gottes“ das ganze seligmachende Evangelium an den Mann bringt, sollte nicht befremden. Jesus beginnt seine Predigt nach den Synoptikern mit dem Ruf: „Tut Buße, denn das Himmelreich ist nahe herbeigekommen“, und der Bericht über Paulus schleißt Apg. 28,30: „Er predigte das Reich Gottes und lehrte von dem HERRN Jesus.“ Hier und andern Orts: „keeryssoon teen basileian tou theou“ und Luk. 4,43; 8,1 usw. sogar: „euaggelizemenos teen basileian tou theou“. Das basileia zunächst Königsein, Königsherrschaft bedeutet und auch bei allen Ableitungen, die das Gebiet und die Güter der Herrschaft primär ins Auge fassen, dies noch durchschimmert (vgl. Hermann Cremer, „Biblisch-theologisches Wörterbuch der neutestamentlichen Gräzität“ zu Wort!), so ist bei diesem Ausdruck die Gefahr der gesetzlichen Darstellung größer als bei den in den großen Lehrdarstellungen, Galaterbrief, Römerbrief, Hebräerbrief, in den Mittelpunkt gerückten spezielleren Begriffen „Gnade“, „Vergebung der Sünden“, „Rechtfertigung“ usw. Die rechtgläubige Predigt und ihre Dogmatik haben sich der letzteren überwiegend bedienen müssen, besonders und en Pelagianismus und Synergismus aus den Angeln zu heben, und müssen es noch heute. Doch das Werk Christi ist ein Ganzes. Schaut man es zusammen und stellt man es gar der äußerlichen Welterhaltung Gottes gegenüber, dann ist es so unmöglich, auf den echten, lebendigen Reichsbegriff zu verzichten, dass derselbe vielmehr im Mittelpunkt der gewaltigen Auslegung Luthers zum zweiten Artikel steht im Kleinen wie im Großen Katechismus, wiederholt unter der zweiten Bitte. In Luthers Katechismen ist auch der dritte Artikel, ja alles Weitere im Katechismus nur subordinierte weitere Ausführung. Die Adventsbotschaft bietet den besten Ausgangspunkt: Der König bringt das Reich. „Er kommt zu uns geritten auf einem Eselein und stellt sich in die Mitten für uns zum Opfer ein. Kein zeitlich Gut Er beut, Er will allein erwerben durch Leiden und durch Sterben, was ewig uns erfreut.“ Etc. Die dogmatischen Prägungen: Machtreich, Gnadenreich, Ehrenreich Christi (die letzteren in zeitlicher Aufeinanderfolge Stufen des einen Himmelreichs) geben die wundervollsten Sicherungen gegen jeden Missbrauch ab, dagegen bereitet die Drei-Ämter-Lehre insofern Schwierigkeiten, als die meisten Definitionen vom königlichen Amt meist von vorneherein Raum lassen wollen für das prophetische und hohepriesterliche. Die großen Schriftstellen aber sind unbekümmert darum, stellen gemeiniglich unter dem einen Bild etwa des Priesterkönigs oder des sanftmütig Einreitenden oder des Königs der Wahrheit das gesamte rettende Wirken Christi dar (Ebeling, „Griechisch-deutsches Wörterbuch zum NT“, S. 70: „Den Inbegriff aller Heilstaten Gottes zur Rettung seines Volks, alles Heils und aller Seligkeit“), so auch der zweite Artikel und die meisten Kirchenlieder. Es lässt sich nicht rechtfertigen, wenn man aus Mangel an Blickweite den Schriftausdruck „Reich Gottes und Christi“ vernachlässigen wollte. Man besehe jede Schriftstelle sorgfältig in ihrem Zusammenhang, unterscheide wohl, aber isoliere nicht, was zusammengehört, auch nicht Rechtfertigung und Heiligung. Nur so führen wir erfolgreich den uns verordneten großen Kampf gegen die Weltkirchen aller Art von Rom bis Genf, von Canterbury bis neuerdings wieder Moskau, die das Gesetz an die Stelle des Evangeliums setzen, das Reich Christi in sein antichristliches Widerspiel, ein Weltreich unter christlicher Flagge, verkehren (über die ursprünglichen theologischen Wurzeln des angelsächsischen Jargons „the kingdom of God“, der in seiner Verbindung mit Phrasen der französischen Revolution und mit dem Freimaurertum die Welt beherrscht hat, vgl. Wilhelm Pauck, „Das Reich Gottes auf Erden. Utopie und Wirklichkeit. Eine Untersuchung zu Butzers ‚De Regne Christi‘ und zur englischen Staatskirche des 16. Jahrhunderts“, Walter de Gruyter & Co, Berlin und Leipzig 1928).

    Wie unser Text genügend hervorgehoben hat, bleibt der eine Haupt- und Meisterschlüssel, den Gott uns anvertraut hat, um treue Haushalter über seine Geheimnisse zu sein, die rechte Unterscheidung und Verbindung von Gesetz und Evangelium. O wehe, wie ist dieselbe vernachlässigt worden unter der Herrschaft der falschberühmten Gnosis, der sogenannten wissenschaftlichen Theologie, auch der positiven! Man besaß ein über „das Wort, das in Schriften steht“ hinausgehendes principium cognescendi, die Vernunft, das sittliche Gefühl, und braute alles zusammen. Sogar der formelle locus de lege et evangelio selbst verschwand schier auf den Dogmatiken! Welche Unsicherheit noch heute selbst in den besten Kreisen, welche traurige praktische Unbeholfenheit, selbst wenn neuer Eifer um Gottes Ehre und dem Heil der Seelen erwacht! Wo im Bereich dieser gesamten theologischen Literatur der letzten zwei Jahrhunderte auch nur ein Werk, das Dr. C.F.W. Walther, dem Gründer der Missourisynode, oder dem Schweden Carl Olof Rosenius (1816-1868) das Wasser reichen könnte, vom Vergleich mit Luther zu schweigen? Wir nennen: Dr. C.F.W. Walther: „Gesetz und Evangelium“ (Abendvorlesungen über 13 Thesen aus dem Jahr 1878), Konkordiaverlag (jetzt: Concordia Publishing House, St. Louis, Mo., USA 1893); ferner: „Die rechte Unterscheidung von Gesetz und Evangelium“ (ebenfalls Abendvorträge für angehende Prediger des Evangeliums, diesmal über 25 Thesen aus den Jahren 1884/85, beim gleichen Verlag 1897). In normalen Zeiten zu beziehen durch den Schriftenverein  (E. Klärner), Zwickau (Sa.), Bahnhofstraße 8 [jetzt: Concordia Verlag und –Buchhandlung, ebendort, der „Gesetz und Evangelium“ neu herausgebracht hat].Magister C.O. Rosenius: „Geheimnisse in Gesetz und Evangelium“ … [jetzt zu beziehen über den Lutherischen Missionsverein bzw. die Arbeitsgemeinschaft: Bekennende Gemeinde oder über den Missionsverlag der Evangelisch-Lutherischen Gebetsgemeinschaften]. Für Theologen und Laien zugleich tief und erbaulich.

 

    Wirke hier, Gesetz und Evangelium scheiden zu lehren, wer wirken kann, ehe die Nacht kommt!

 

    Die für den mündlichen Vortrag zur Verfügung stehende Zeit nötigte zu starker Beschränkung der Ausführungen zur dritten These, besonders jenseits der Mitte. Da trotzdem alles Wesentliche gesagt ist, ferner jeder bei Luther zu Matth. 5-7 das Gewaltigste lesen kann, was bis zum Jüngsten Tag dazu geschrieben werden kann, wurde von nachträglicher Erweiterung Abstand genommen.

 

 

Zur Trennung von Kirche und Staat

 

Wilhelm Martin Oesch DD

(Der Text ist entnommen der „Lehre von Kirche und Amt in drei Kapiteln. Einführung“, S. 27-31)

 

    Die weltweite Notlage zwingt also zu schärfster Abklärung auch der Lehre von den zwei Reichen. Nur die lutherische Kirche, sofern sie wirklich als Vertreterin der eigentlichen Ökumene fungiert, hat von der Reformation her Gesetz und Evangelium so klar unterschieden, wie das Neue Testament es tut, zumal in den Episteln des Paulus. Im Grunde besitzt solche Bekenntniskirche für die seit 325-381 Europa bestimmende Ehe der äußeren Kirche mit Staat und Volk überhaupt keinerlei offene Tür. Ihre Lehrhaltung involviert nicht eine gegenseitig feindliche Einstellung; diese fordert sogar, dass das, was wir etwa als selbstverständlichen Rahmen betrachten könnten, nämlich die Respektierung des Gewissens, auch des christlichen Gewissens, seitens eines Staates mit christlichen Einwohnern akzeptiert wird und dass daher modernistische Aufhebung aller Moralbasis abgelehnt wird als feindliche Unterdrückung der eigentlichen von Gott erschaffenen Gewissenshaltung, ja als Staats-Selbstmord. Jedoch direktes Hineinregieren in die Kirche ist Verfolgung Jesu Christi, so wie auch umgekehrt die Kirche von ihrem Auftrag her in keiner Weise den Staat zu zwingen hat. Nichts ist augenblicklich wichtiger für den Bestand lebendigen Christentums bis zum Jüngsten Tag als hier klare Linien zu ziehen, dies gerade, weil nur so die wieder in den Vordergrund tretenden Staatseingriffe, meinst als Volkswille getarnt, geistlich überwunden werden können, sei es auch auf dem Weg des Märtyrertodes.

    Dabei müssen Lutheraner der Tatsache ins Auge sehen, dass im Verlauf der Reformation nach dem Bauernkrieg Luther und seine Mitarbeiter lutherische Fürsten und Städte um ihren Beistand angingen, damit äußere Gemeinde- und Kirchenordnung ermöglicht werde bzw. bliebe. So wie das Heilige Römische Reich Deutscher Nation blieb, so war auch der juristisch herrschende Begriff des ursprünglichen Konstantinismus im Reich nicht aufgehoben, noch weniger in den beiden großen westlichen Trabantenstaaten. Auch die Territorialgewalten waren nach diesem Recht tätig gewesen. Luther sprach nur von dem Kurfürsten Hans als „Notbischof“ und verwahrte sich von vornherein gegen jedes kaiserliche, fürstliche oder städtische Recht, in die kirchlichen Belange hineinzuregieren, wollte nur von der Verpflichtung nach christlicher Liebe in der durch den Bauernkrieg entstandenen Notsituation etwas wissen, die zu verschwinden hätte. Doch schon 1539 rief er aus: „Wir müssen die Konsistorien wieder zerreißen, den wir wollen den Papst und die Juristen nicht in der Kirche haben.“ Aber man hörte nicht. Keine fürstlicherseits durchgeführte Veränderung des Bekenntnisstandes, kein Eingriff der Hohenzollern, um äußere Kirchenunion zwischen geltendem lutherischen Bekenntnis und ihrer reformierten Haltung herzustellen, die sich schließlich in halb Deutschland ausbreitete, keine sonstige Preisgabe echter Aktionsfreiheit Christi und der nur von ihm regierten Kirche, kein Einzug des Unglaubens oder restloser Verwaschenheit in die oberen, äußerlich die Kirchen regierenden Schichten hat bis zum heutigen Tag die evangelisch bzw. lutherisch sich nennenden Europäer dazu bewegen können, den Wahn des Volkskirchentums aufzugeben und den Vorrechten, die speziell heute Milliarden rollen lassen, preiszugeben, obwohl der Zeiger der Uhr kurz vor zwölf steht.

    Es kommt noch ein Moment hinzu. Will Gemeinde, will Kirche schriftgemäß selbständig-verantwortlich handeln, so muss Erfahrung erworben werden, wie die Dinge, die bisher ein Volksganzes bzw. Staat tat oder mittat, nunmehr einzurichten sind. Viele tiefeingebürgerte Einrichtungen dienten vordem schriftwidrigen Vorstellungen. Es ist lutherische Lehre, dass in den äußeren Ordnungen der Kirche weitgehend Freiheit herrscht, also nach den jeweiligen örtlichen Verhältnissen verschieden optiert werden kann, sofern nämlich die Schrift nicht etwa strikt vorschreibt, wie zu handeln ist (wie z.B., dass als Pastoren nicht Frauen in Betracht kommen). Der Teufel versteckt sich jedoch im Handumdrehen im sog. Detail. Wie das Amt bestellt wird, steht sehr deutlich in der Heiligen Schrift. Dass die an der rechten Verkündigung und Sakramentsverwaltung erkennbare Gemeinde, für die die wirklich Gläubigen in göttlicher Sicht gelten, selbst Kirche, Ekklesia, ist, dass sie aber im Zusammenwirken mit anderen Gemeinden wiederum Kirche darstellt und solche auch sich gegenüber sieht, ist ebenfalls Schrift- und Bekenntnislehre, es ist aber in den Bekenntnisschriften dies Nebeneinander weniger ausführlich dargelegt und, sobald lutherische Kirche auf sich gestellt ist und eigenem Volk gegenübersteht, muss das alles so sorgfältig ausgeführt werden, dass im reißenden Strom der Geschichte sowohl Vergewaltigung der Freiheit von außen als auch der Verwirrung der Begriffe von innen entgegengetreten werden kann. Demokratismus kann als Feind im Inneren auftreten, sobald Volksherrschaft angesehen wird als Gottes Wille in der Kirche, statt Christus und die Heilige Schrift über jede menschliche Konzeption zu stellen. Das Dogmatik und Ethik nicht grundsätzlich zu trennen sind, ist bei der Lehre von der Kirche auch auf diese Dinge einzugehen.

 

 

THEOLOGISCHE ANMERKUNGEN

 

Die Zwei-Reiche- oder Zwei-Regimenter-Lehre in den lutherischen Bekenntnisschriften

 

Roland Sckerl

 

    Da auch in der neueren Zeit immer wieder einerseits massive Einflussversuche der Kirchen auf den politischen Bereich zu verzeichnen sind, andererseits aber auch die Politik versucht, ihre ideologischen Anschauungen den Kirchen aufzuzwingen, ist es wichtig, sich die deutlichen Aussagen der evangelisch-lutherischen Bekenntnisschriften zur Zwei-Reiche- oder Zwei-Regimenter-Lehre vor Augen zu führen.

 

    Da ist es zunächst einmal wichtig zu sehen, dass, wenn auch die beiden Regimenter sehr klar unterschieden werden, dies keineswegs bedeutet, dass der weltliche Bereich sozusagen in eine von Gott losgelöste Autonomie entlassen wurde, wie dies zuweilen, vor allem seit dem frühen 20. Jahrhundert, dargestellt bzw. der lutherischen Kirche, etwa von Barth, vorgeworfen wird. Vielmehr betont ja bereits das Augsburger Bekenntnis, dass alle Obrigkeit von Gott eingesetzt ist und daher auch ein Christ Teil der Obrigkeit sein kann. Ebenso, dass diese weltliche Obrigkeit dann eben nicht mit der Bibel regiert, denn die gibt dafür keine Vorschriften über das natürliche Recht hinaus, sondern eben nach den weltlichen Rechtsordnungen handelt, bis hin zur Handhabung der Todesstrafe, Kriegführung.

    „Von Polizei und weltlichem Regiment wird gelehrt, dass alle Obrigkeit in der Welt und geordnetes Regiment und Gesetze gute Ordnung, von Gott geschaffen und eingesetzt, sind und dass Christen können in der Obrigkeit, in Fürsten- und Richteramt ohne Sünde sein, nach kaiserlichen und andern üblichen Rechten Urteil und Recht sprechen, Übertäter mit dem Schwert strafen, gerechte Kriege führen, streiten, kaufen und verkaufen, auferlegte Eide tun, Eigenes haben, ehelich sein usw.“ (Augsburger Bek., Art. XVI, 1-3.)

    Von solcher weltlichen Obrigkeit ist das Evangelium streng zu unterscheiden, denn es lehrt eben nicht zeitliche, äußerliche Dinge, sondern innerliche, ewige Weisen, die Gerechtigkeit des Herzens, und stößt daher keine weltliche Ordnung um, kann auch nicht als Grundlage für weltliche Ordnung genommen werden, wie das etwa Karl Barth mit der Ableitung seiner Vorstellungen für weltliche Ordnung aus dem Evangelium in seinen Vorträgen „Christengemeinde und Bürgergemeinde“ getan hat.1

    Das heißt damit nicht, dass der Christ, im Blick auf die irdischen Stände, in denen er lebt, von Gott losgelöst wäre. Keineswegs. Er lebt vielmehr sein Christsein in diesen Ständen – aber eben nicht in dem Sinn, dass er das Evangelium zur weltlichen Ordnung macht, denn Christi Reich ist nicht von dieser Welt. Er wird aber die christliche Liebe in diesen Ständen ebenfalls leben und sich in ihnen durch gute Werke betätigen. Denn Gott wirkt in beiden Regimenten.

    „Denn das Evangelium lehrt nicht ein äußerliches, zeitliches, sondern ein innerliches, ewiges Wesen und Gerechtigkeit des Herzens und stößt nicht um weltliches Regiment, Polizei und Ehestand, sondern will, dass man solches alles halte als wahrhaftige Ordnung und in solchen Ständen christliche Liebe und rechte gute Werke, ein jeder nach seinem Beruf, beweise. Derhalben sind die Christen schuldig, der Obrigkeit untertan und ihren Geboten gehorsam zu sein, wenn es ohne Sünde geschehen kann. Denn so der Obrigkeit Gebot ohne Sünde nicht geschehen kann, soll man Gott mehr gehorsam sein als den Menschen. Apg. 5[,29].“2  (Augsburger Bek., XVI, 6-7.)

    „So nun Gott der Allmächtige durch seine Heiligen, als besonderen Leuten, viele große Dinge gewirkt in beiden Regimenten, in der Kirche und in weltlichen Händeln, so sind viele große Beispiele an der Heiligen Leben, welche Fürsten und Herren, rechte Pfarrherrn und Seelsorger, beide zum Weltregiment und Kirchenregierung, vornehmlich zur Stärkung des Glaubens gegen Gott ganz nütz wären, …“ (Apol., XXI, 36.)

    Darum ist es auch wichtig, dass zu beiden Reichen oder Regimenten tüchtige Menschen ausgebildet werden.

    „Da die Stifte und Klöster vorzeiten in guter Meinung gestiftet wurden, zu erziehen gelehrte Leute und züchtige Weibsbilder, sollten wiederum in solchem Brauch geordnet werden, damit man Pfarrer, Prediger und andere Kirchendiener haben möge, auch sonst nötige Personen zu weltlichem Regiment in Städten und Ländern, auch wohlerzogene Jungfrauen zu Hausmüttern und Haushalterinnen usw.“ (Schmalk. Art., II, Art. III, 1.)

 

    Es ist also ganz wichtig, den Unterschied zwischen geistlichem und weltlichem Regiment oder Gottes Reich zur Rechten und zur Linken klar zu unterscheiden. Christi Reich, gemeint ist damit sein Gnadenreich, ist nämlich ein geistliches Reich, in dem er durchs Wort durch den Heiligen Geist wirkt, Glauben und Gottesfurcht hervorbringt und erhält. Die Welt dagegen hat ihre Gesetze und Ordnungen, die nicht aus dem Evangelium stammen, denn das Evangelium gibt keine Gesetze für das Weltregiment, sondern will, dass wir den jeweiligen Gesetzen gehorsam sind (soweit sie nicht Gottes Grundordnung oder natürlichem Recht widersprechen). Stadt, Land, Volk können nicht mit der Bibel regiert werden. Daher verbietet das Evangelium auch nicht weltliche Strafen, Polizei, Militär.

    „Den XVI. Artikel lassen sich die Widersacher gefallen ohne alle weitere Fragen, da wir in der Konfession sagen und lehren, dass ein Christ mit Gott und Gewissen in der Obrigkeit sein mag, Land und Leute regieren, Urteil und Recht sprechen, aus kaiserlichen und anderen landläuftigen Rechten die Übeltäter mit dem Schwert und sonst nach der Schärfe strafen, Kriege führen, kaufen und verkaufen, Haus, Hof und sonst Eigenes haben und behalten, aufgelegte Eide in Gerichten schwören. … Dieser ganz wichtige, nötige Artikel vom Unterschied des geistlichen Reichs Christi und weltlichen Reichs, welcher sehr nötig ist zu wissen, ist durch die Unsern ganz eigentlich, richtig und klar gegeben, vielen Gewissen zu merklichem großen Trost. Denn wir haben klar gelehrt, dass Christi Reich geistlich ist, da er regiert durch das Wort und die Predigt, wirkt durch den Heiligen Geist und mehrt in uns den Glauben, Gottesfurcht, Liebe, Geduld inwendig im Herzen und fängt hier auf Erden in uns Gottes Reich und das ewige Leben an. So lange aber dieses Leben währt, lässt er uns nichtsdestoweniger gebrauchen die Gesetze, die Ordnung und Stände, so in der Welt gehen, danach eines jeden Beruf ist. … Und das Evangelium bringt nicht neue Gesetze im Weltregiment, sondern gebietet und will haben, dass wir den Gesetzen sollen gehorsam sein und der Obrigkeit, unter der wir wohnen, es seien Heiden oder Christen, und dass wir in solchem Gehorsam unsere Liebe erzeigen sollen. … Denn das Evangelium zerreißt nicht weltliches Regiment, Haushaltung, Kaufen, Verkaufen und andere weltliche Polizei, sondern bestätigt Obrigkeit und Regiment und befiehlt, denselben gehorsam zu sein als Gottes Ordnung, nicht allein um der Strafe willen, sondern auch um des Gewissens willen.“ (Apologie XVI, 54.54.55.57.)

    Die weltliche Regierung soll Land und Leuten dienlich sein, soll den Frieden bewahren und die Armen vor Unrecht schützen.

    „Dazu tu auch gute Werke, nämlich warte deines Amts, sei nicht ein Tyrannei, sondern siehe zu, dass dein Regiment Land und Leuten nützlich sei, halte Frieden und schütze die Armen gegen ungerechte Gewalt.“ (Apol. III, 143.)

    Der Gehorsam gilt auch dann, wenn die Obrigkeit eine Tyrannei ist, soweit sie noch Gottes natürliches Recht einhält, denn Gott kann auch durch Tyrannen Gutes geschehen lassen.

    „… darin Gott auch wohl durch einen Tyrannen und Buben lässt einem Volk viel Gutes geschehen ….“ (Schmalk. Art., II, Art. IV, 3.)

 

    Christi Reich dagegen ist, wie schon erwähnt, ein geistliches Reich, kein weltliches, äußerliches, sondern regiert in den Herzen der Menschen und unterscheidet sich damit grundlegend von allem weltlichen Regiment.

    „Denn so wir würden sagen, dass die Kirche allein eine äußerliche Polizei wäre, wie andere Regimente, darinnen Böse und Gute wäre usw., so wird niemand daraus lernen noch verstehen, dass Christi Reich geistlich ist, wie es doch ist, darin Christus inwendig die Herzen regiert, stärkt, tröstet, den Heiligen Geist und mancherlei geistliche Gaben austeilt, sondern man würde denken, es sei eine äußerliche Weise, gewisse Ordnung etlicher Zeremonien und Gottesdienst.“ (Apol. VII/VIII, 13.)

 

 

ZEICHEN DER ZEIT

 

Aus anderen Kirchen:

Lee Strobel Center for Evangelism and Applied Apologetics: Lee Strobel, früher Journalist bei der Chicago Tribune und Atheist, der nach intensiven historischen Studien zum rettenden Glauben an Christus kam, hat in Verbindung mit der Colorado Christian University ein Zentrum für Evangelisation und Apologetik aufgebaut, das Gemeinden, Pastoren, Laien helfen soll, ihren Glauben mit Gründen zu verteidigen und zu bezeugen (Apologetik). Lee Strobel sieht das 21. Jahrhundert mit Recht als eine Zeit, in der der Gemeinde Christi ein rauer Wind entgegenschlägt und sie daher in der Lage sein muss, ihren Glauben deutlich zu bezeugen, aber auch zu begründen, warum sie was glaubt. Dazu soll die neue Einrichtung helfen, denn er sieht in dieser Richtung einen Mangel in der traditionellen theologischen Ausbildung. Das Wirken der Einrichtung soll dabei stark praxisorientiert sein. (nach: https://www.christianpost.com/education/lee-strobel-unveils-new-center-for-evangelism-and-apologetics-it-can-make-great-progress-for-god.html) Das ist etwas, was auch die BRD und Europa angeht. Früher (vor 1933) gab es in Berlin die Apologetische Centrale mit Friedrich Brundstäd und Walter Künneth als bedeutenden Mitarbeitern. Etwas Vergleichbares ist heute unbekannt. Immerhin wird die Bedeutung der Apologetik hier und da schon wieder erkannt.

Sächsischer Landesbischof tritt zurück: Der Landesbischof Carsten Rentzing hat erklärt, dass er zum nächstmöglichen Zeitpunkt sein Amt niederlegt. Hintergrund ist eine Hetze, die gegen ihn veranstaltet wurde wegen seiner Mitgliedschaft in einer Burschenschaft sowie Kontakten zu konservativen und nationalen Kreisen und wohl auch wegen seiner eher konservativen theologischen Haltung, wegen der er vor allem von dem Westler Christian Wolff, der zeitweilig Pastor an der Nicolai-Kirche in Leipzig war, angegriffen wurde. Rentzing sagte, er wolle die „Einheit der Kirche“ nicht gefährden. (nach: https://www.idea.de/frei-kirchen/detail/ruecktritt-von-rentzing-hier-hat-ein-kesseltreiben-stattgefunden-110704.html) Dieser Vorgang zeigt, wie linksextrem die BRD inzwischen ist. Jeder, der konservativ denkt und sich entsprechend äußert und dazu noch ein Amt inne hat, ist zur Hetze und Verleumdung freigegeben. Konservatives und nationales Gedankengut ist in diesem Staat nicht erwünscht. Die Aussage von Herrn Rentzing, die „Einheit der Kirche“ nicht gefährden zu wollen, zeigt aber auch, wie wenig er von der biblischen Lehre von der Einheit in der Wahrheit und der Trennung um der Wahrheit willen verstanden hat. Diese Landeskirche ist, wie alle anderen, schon lange keine „Einheit“ mehr. Eine Einheit könnte nur hergestellt werden, indem alle nicht bibel- und bekenntnistreuen Kreise ausgeschlossen würden, was aber in der Praxis wohl nicht möglich ist, oder andererseits endlich die bibel- und bekenntnistreuen Kreise diese falschgläubige Kirche verlassen und eine wirklich einzig auf Bibel und Bekenntnis gegründete Kirche aufbauen. Dass dies nicht geschieht, ist die eigentliche Tragik.

 

Lebensrecht:

Tod durch Euthanasie soll in Luxemburg als „natürlicher Tod“ deklariert werden: Die antichristliche linke Regierung in Luxemburg hat einen Gesetzentwurf eingebracht, nach dem „Tod auf Verlangen“ und „assistierter Suizid“ künftig als „natürlicher Tod“ deklariert werden sollen. Luxemburg hatte die Euthanasie 2009 „legalisiert“. Begründet wird der Gesetzentwurf damit, dass Hinterbliebene dadurch leichter Ansprüche auf Auszahlungen aus Lebensversicherungen geltend machen könnten. (nach: ALfA-Newsletter 22.07.2019). Das zeigt einmal mehr den Grundcharakter der gottlosen materialistischen Ideologie, die den Westen beherrscht und den tödlichen Charakter der linken Ideologie überhaupt.

Mischwesen in Japan: In Japan sind Tierversuche genehmigt worden, mit denen menschliche Organe in Tieren heranwachsen sollen, um sie dann zur Organtransplantation zu verwenden. Dem Wissenschaftler Nakauchi wurde die Erlaubnis erteilt, in Leihmuttertieren Mensch-Tier-Mischwesen heranwachsen zu lassen, die dann anschließend auch zur Welt gebracht werden sollen. Der Labormediziner und Molekularbiologe Dr. Paul Cullen, Vorsitzender der „Ärzte für das Leben“ sprach in diesem Zusammenhang von einer „Horrorvision“ und einem Verbrechen gegen die Gattungswürde des Menschen. (nach: ALfA-newsletter vom 12.08.2019) Dies ist ein weiterer Schritt, die besondere Würde des Menschen anzugreifen, Gottes Schöpfungsordnung aufzulösen und schrittweise zu zerstören.

FDP-Politikerin will Embryonenspende und Leihmutterschaft legalisieren: Die FDP-Abgeordnete Katrin Helling-Plahr fordert, dass Embryonenspende und Leihmutterschaft aus „altruistischen Motiven“, wie sie sich ausdrückt, erlaubt werden sollten. Überhaupt sollte jeder, der „Verantwortung für ein Kind“ übernehmen wolle, dies auch ermöglicht bekommen, „unabhängig davon, ob er ein klassisches Familienbild lebt oder nicht“. (nach: ALfA-newsletter vom 12.08.2019) Einmal mehr zeigt sich die FDP und damit der Liberalismus als eine Bewegung, die vor allem Gottes Ordnungen in Schöpfung, Volk und Staat umstürzen will. Auch wenn man zunächst „altruistische Motive“ vorgibt, so werden damit Druck, Erpressung und vielem mehr Tor und Tür geöffnet – und ist dies letztlich der Hebel, um dies später auch kommerziell zu ermöglichen. Darum: Wehret den Anfängen!

Massive Einschränkung der Versammlungsfreiheit in Hessen: Der hessische Innenminister Peter Beuth (CDU) hat einen Erlass in Kraft gesetzt, durch den die Versammlungsfreiheit im Blick auf Mahnwachen vor Schwangerschaftsberatungsstellen massiv eingeschränkt wird. Bei den Mahnwachen singen und beten Christen, halten Plakate hoch und bieten Traktate an. Solche Mahnwachen soll es künftig nicht mehr in Sicht- oder Rufkontakt solcher Beratungsstellen geben, Flyer dürften dort nicht verteilt werden (so etwas sei angeblich eine „Belästigung“), Schwangere dürften auf ihrem Weg in die Beratungsstellen von Demonstranten nicht angesprochen werden. Auch die Dauer der Mahnwachen will der Minister einschränken. (nach: proKompakt 35/2019, S. 14). Das Linksregime in Wiesbaden ist damit weitgehend auf eine Forderung der Partei „Die Linke“ eingegangen. Das Vorgehen zeigt einmal mehr den zunehmend linkstotalitären Charakter der BRD mit der weitgehenden massiven Einschränkung der Meinungs- und Versammlungsfreiheit für diejenigen, die die linke Politik kritisieren.

Bernie Sanders für Geburtenkontrolle wegen „Klimawandel“: Bei einer Klimaveranstaltung von CNN hat Bernie Sanders, einer der Bewerber um die Präsidentschaftskandidatur der linken „Demokraten“ in den USA sehr deutlich gemacht, dass er als ein Mittel der Geburtenkontrolle und Geburtenbeschränkung Abtreibung sehe, und dass er sie auch wegen des „Klimawandels“ für nötig halte, da auch deshalb die Zahl der Geburten eingeschränkt werden sollten. (nach: https://www.lifenews.com/2019/09/05/bernie-sanders-backs-abortion-for-population-control-kill-more-babies-to-combat-climate-change/) Alle Bewerber der Demokraten haben sich als vehemente Befürworter des Massenmordes an Kindern (Abtreibung) gezeigt. Bernie Sanders ist dabei allerdings der erste, der das mit dem neuen linken Massenwahn, dem „Klimawandel“, der „Klimaschutz“ zu einer neuen Zivilreligion macht, verbindet. Das zeigt einmal mehr, wohin der Mensch, wenn er meint, ohne Gott klug sein zu können, hinkommt – er wird zum Narren (Röm. 1,20) und handelt unmoralisch und verbrecherisch. Der angeblich menschengemachte Klimawandel ist tatsächlich ja nur ein Vorwand, um unter dem Schlagwort „Klimaschutz“ neue, immer weitere Teile des Lebens umfassende, Restriktionen, Überwachungen und Regulierungen zu erlassen und die private und öffentliche Freiheit immer weiter einzuschränken.

US-Demokraten gegen Schutz für Kinder, die ihre Abtreibung überlebt haben: Die linken US-Demokraten weigern sich weiter, einem Gesetz zuzustimmen, das solche Kinder, die ihre Abtreibung überlebt haben, davor schützt, sie danach einfach unbeachtet, unversorgt zu lassen, damit sie sterben. Allein in den vergangenen Monaten haben die Demokraten 80 Mal (!) gegen ein solches Gesetz gestimmt. (nach: https://www.lifenews.com/2019/09/05/republicans-will-hold-hearing-on-bill-to-stop-infanticide-after-democrats-block-vote-80-times/) Das zeigt einmal mehr den mörderischen Grundcharakter der linken Ideologie (nicht nur in den USA, sondern weltweit).

SPD-Kandidaten für völlige Aufhebung des § 218 StGB: Das Duo Kampmann/Roth, das für Wahl zum SPD-Vorstand antritt, hat offen erklärt, dass es für die Abschaffung der Paragraphen 218 und 219a des Strafgesetzbuches ist und damit für die völlige Freigabe der Abtreibung. (nach: https://www.familien-schutz.de/2019/09/26/straftat-ungeborenentoetung-spd-will-legale-abtreibung/) Noch ist zwar die CDU dagegen, aber bei der Art, wie diese Partei Politik betreibt, ist es nur eine Frage der Zeit, bis sie auch in dieser Frage umfällt. Die Linke hat, nicht anders zu erwarten, bereits Zustimmung signalisiert. Nicht verwunderlich, denn das ist ja eine alte marxistische Forderung. Linke Ideologie ist eine Ideologie des Todes, wie es ebenso auch die „Demokraten“ in den USA beweisen, deren potentielle Präsidentschaftskandidaten allesamt für Abtreibung bis zur Geburt sind.

New South Wales gibt Abtreibung frei: Das Parlament des australisches Teilstaates New South Wales hat als letzter der australischen Teilstaaten die Abtreibung freigegeben. Ohne Gründe ist sie bis zur 22. Woche möglich, mit Zustimmung zweier Ärzte und eines Krankenhauses bis zur Geburt. Das Gesetz wurde erst im August eingebracht und dann durch das Parlament gepeitscht. (nach: https://www.lifenews.com/2019/09/26/australian-state-passes-bill-allowing-abortions-up-to-birth-pro-abortion-politicians-hug-and-cheer/) Das ist ein weiteres Indiz für die gottlose, verbrecherische westliche Ideologie, den neomarxistischen westlichen Ungeist, der die Welt verseucht und das Gericht Gottes geradezu herausfordert.

 

Religionsfreiheit, politisch-ideologische Tendenzen, Schulen:

Angriff auf die Wissenschaftsfreiheit: Der Gender-kritische Evolutionsbiologe Prof. Dr. rer. Nat. Ulrich Kutschera wurde aufgrund eines Interviews, das er 2017 der römisch-katholischen Internetplattform kath.net gegeben hat wegen „Volksverhetzung“ und „Beleidigung“ vor dem Amtsgericht Kassel angeklagt. Prof. Kutschera hatte sich in dem Interview gegen ein Adoptionsrecht für Homosexuelle ausgesprochen und dies mit der Gefahr pädophiler Neigungen bei Homosexuellen begründet, wobei er sich auf den US-Psychologen John Money berief, der dabei Pädophilie als „übersteigerte Elternliebe“ definiert hatte. In seinem Buch „Das Gender-Paradoxon“ ist Prof. Kutschera dann allgemein auf die homoerotische von Kindern unter 16 Jahren auf Männer zu sprechen gekommen, ebenfalls mit Verweis auf Fachliteratur. In den systemtreuen Medien wie Spiegel, FAZ oder Bild wurde ihm vorgeworfen, er würde grundsätzlich Homosexuellen pädophile Neigungen unterstellen. Der Prozess wurde inzwischen ausgesetzt. In einem Interview mit der Initiative Familienschutz machte Prof. Kutschera deutlich, dass die Gender-Ideologie völlig unwissenschaftlich ist, ebenso auch das Gerede von einer „kindlichen Sexualität“, die wissenschaftlich längt widerlegt ist. (nach: https://www.familien-schutz.de/2019/06/20/interview-mit-gender-kritiker-prof-dr-rer-nat-ulrich-kutschera-das-strafverfahren-gegen-mich-ist-eine-art-buecherverbrennung-2019/) Hier zeigt sich wieder einmal, wie weit der Marsch in ein linkstotalitäres System die BRD bereits ist, wie sehr die Meinungs- und Wissenschaftsfreiheit in diesem Land bereits eingeschränkt und in noch weiterem Umfang bedroht ist.

Buchvorstellung aufgrund von islamistischem Druck abgesagt: Der ägyptisch-koptische Schriftsteller Raymond Ibrahim sollte eigentlich am 19.06.2019 sein neuestes Buch „Fourteen Cemturies of War between Islam and the West“ am US Army War Collegle in Carlisle Barracks vorstellen. Dazu aber ist es auf Druck des CAIR (Council for American-Islamic Relations) nicht gekommen. In geradezu hysterischer Weise hat diese Organisation, die eindeutig islamistisch ist und bekanntermaßen Verbindungen zu Terrororganisationen hat, behauptet, Ibrahim sei ein „Rassist“ und „white nationalist“, der amerikanische Soldaten aufhetzen wolle, Moslems umzubringen. Der farbige Oberstleutnant Allen West hat sich mit aller Deutlichkeit gegen diese Unterwerfung unter islamistisch-terroristische Organisationen gewandt und gefordert, dass die US-Armee in allen ihren Teilen ihrer Aufgabe, die Heimat und die Verfassung gegen innere und äußere Feinde zu verteidigen, wieder eingedenk werde und sie auch wahrnehme und solche Organisationen verboten und aus dem Land getrieben werden. (nach:  https://www.raymondibrahim.com/2019/06/26/allen-west-my-army-has-just-emboldened-and-encouraged-the-enemy-and-they-are-laughing-at-us/)

UNO auf neomarxistischem Anti-Familienkurs: UN-Frauen behaupten, die Ehe sei „ein ambivalenter Platz für Frauen und Mädchen“ und preisen dem gegenüber Scheidung, Homosexualität, außereheliche Geburt, Teenagersex als „positiven Ausdruck der Kraft von Frauen“. In ihrem Bericht verstiegen sie sich weiter darin, dass sie behaupteten, erst Feministinnen hätten Familienfragen überhaupt auf die politische Bühne gebracht. Selbst die Polygamie wird, aufgrund afrikanischer Realität, nicht ausgeschlossen. (nach: https://c-fam.org/friday_fax/un-women-calls-families-dark-place-for-women/) Die UN ist ein Teil der vom westlichen neomarxistischen Ungeist geprägten Welt und ein Instrument des weltweiten neomarxistischen Gesinnungsterrors, mit dem die Freiheit der Rede, die Freiheit der Meinung, die Freiheit der Gewissen, die Freiheit der Nationen und Völker unterdrückt werden soll. Sie ist ein durch und durch antichristliches Instrument, um die abschließende weltweite staatliche antichristliche Macht, eventuell in Verbindung mit einer entsprechenden geistlichen antichristlichen Macht unter dem Papst, aufzurichten, was in weltweiter Verfolgung der Gemeinde Christi gipfeln wird – und dann mit der Wiederkunft Christi zum Jüngsten Gericht seinen Abschluss findet, wie der HERR uns in seiner Offenbarung an Johannes lehrt.

In Schottland wurde ein Schüler aus der Klasse entfernt, um die Genderideologie durchzusetzen: In Schottland wurde ein 17-jähriger Schüler aus der Klasse geworfen, weil er gesagt hatte, mit Mann und Frau gäbe es nur zwei Geschlechter. Der Lehrer hat gemäß einem heimlich gedrehten Video wutschnaubend entgegnet, dass Gender nationale Politik sei und er, der Schüler, daher solche Äußerungen in der Schule nicht machen dürfe. (nach: Email Initiative Familienschutz vom 19.07.2019)

Lesbische BRD-Justizministerin will zwei Mütter für ein Kind durchsetzen: Die lesbische bisherige BRD-Justizministerin Katarina Barley will lesbische Paare bei der Geburt eines Kindes gleichstellen. Die „Partnerin“ der Frau soll dann als „Mit-Mutter“ eingetragen werden, mit allen Rechten und Pflichten, soweit das „Paar“ in einer „eingetragenen Partnerschaft“ oder „Ehe“ lebt. (nach: Informationsbrief der Bekenntnisbewegung „Kein anderes Evangelium“ Nr. 317, S. 3) Damit soll etwas völlig Widernatürliches, in Gottes Augen Perverses rechtlich ausgezeichnet werden. „Mit-Mutter“ ist ebenso widernatürlich, wissenschaftlich völlig absurd.

Zahl der Übergriffe gegen Christen in Indien wächst weiter: Allein in den ersten sechs Monaten kam es nach Angaben von United Christian Forum for Human Rights zu 158 Übergriffen gegen Christen, vor allem, wenn diese sich in Kirchen oder Hausgemeinden versammeln. Fast immer laufe es so ab, dass ein wilder, von der Polizei begleiteter Mob erscheine, die Gemeindemitglieder verprügle und die Polizei dann unter falscher Beschuldigung, etwa wegen Bekehrungsversuchen, die Pastoren verhafte. In 23 der 29 indischen Bundesstaaten ist die Religionsfreiheit massiv eingeschränkt, in 90 Prozent Indiens ist es lebensgefährlich, als Christ zu leben. (nach: https://www.idea.de/menschenrechte/detail/indien-158-christenfeindliche-uebergriffe-in-sechs-monaten-110108.html) Das ist nicht zuletzt das Resultat des von den westlichen Kapitalisten hofierten hindu-faschistischen Modi-Regimes, das ja ein rein hinduistisches Indien anstrebt, am liebsten wieder mit der alten Kastenordnung.

Gottesdienst zum Christopher-Street-Day in Darmstadt: In der evangelischen Marienkirche in Darmstadt fand am Vorabend des sogenannten „Christopher-Street-Days“ extra aus diesem Anlass ein Gottesdienst statt. Wie die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau mitteilte, wolle man damit deutlich machen, dass Homosexualität und Glaube sich nicht ausschlössen. (nach: https://www.idea.de/frei-kirchen/detail/pietisten-kritisieren-gottesdienst-zum-christopher-street-day-110109.html?tx_newsideade_pi1%5Buuid%5D=110109&cHash=24dbddc6495eb967d5a608d901dd7eb0) Dies macht einmal mehr deutlich, dass es sich bei der EKD und ihren Gliedkirchen um eine Sekte handelt, die die Sünde propagiert und segnet und aus der daher jedem Christen durch Gottes Wort (Röm. 16,17.18) geboten ist zu fliehen.

Schweizer Kirchenpräsident für Segnung von Verbindung Homosexueller: Der Präsident des reformierten Schweizer Kirchenbundes, Locher, hat sich für eine Segnung homosexueller Paare ausgesprochen, da nach seiner Meinung Homosexualität Gottes Schöpfungswille sei. Außerdem sei die Ehe in der reformierten Kirche keine Bekenntnisfrage, sondern werde vom Staat festgelegt, dem dann die Kirche folge. Immerhin sieht er aber erheblichen Widerstand in ländlichen Gemeinden. (nach: https://www.idea.de/frei-kirchen/detail/kirchenpraesident-befuerwortet-homo-trauung-110125.html) Die schweizerischen Landeskirchen sind geistlich genauso kaputt wie die deutschen. Anscheinend hat Herr Locher eine andere Bibel als die, die Luther oder Zwingli übersetzt haben, wenn er in der Homosexualität einen Schöpfungswillen Gottes sieht, denn die wahre Bibel sagt das genaue Gegenteil. Was die Ehe ist, definiert Gottes Wort eindeutig, darum gehört das zu dem, was die Kirche zu lehren hat, ist ein Dogma. Etwas ganz anderes ist es, wie die Ehe zustande kommt. Das ist ein weltlich Ding, das kann der Staat festlegen. Anscheinend ist es jetzt so, dass, nachdem die Reformierten den Staat zu ihrem Büttel machten (so in Calvins Genf), sie nun zum Büttel des Staates geworden sind.

Klimaschutz als „religiöse Aufgabe“: Einer der Co-Präsidenten der synkretistischen Veranstaltung „Religions for Peace“, der jüdische Rabbiner David Rosen, behauptete, Klima- und Umweltschutz seien eine „religiöse Aufgabe“, um die sich „religiöse Leiter“ kümmern müssten. (nach: proKompakt 35/2019, S. 15). Nun ist es zwar richtig, dass ein Christ, der weiß, dass ihm die Schöpfung von Gott anvertraut ist, mit ihr anders umgehen wird als jemand, der sie nur als Ausbeutungsobjekt ansieht. Dennoch aber ist es nicht Aufgabe der Gemeinde Jesu Christi, konkrete Schritte im Blick auf Umwelt- oder Klimaschutz zu unternehmen, umso weniger, als selbst die Wissenschaftler sich in vielen Punkten, besonders im Blick auf den sogenannten „Klimawandel“ völlig uneins sind, ja, die tatsächlich vorliegenden objektiven Daten einen „vom Menschen verursachten Klimawandel“ ziemlich klar ausschließen. Was hier wieder einmal geschieht ist, dass Zeitgeistgedanken religiös überhöht und zu einer Ersatzreligion erhoben werden, wie es früher etwa mit der Nation oder der Arbeiterklasse der Fall war.

Australien will Gesetz über religiöse Freiheit erlassen: Auf dem Hintergrund, dass der christliche australische Rugby-Spieler Israel Folau, nachdem er auf Instagram geschrieben hatte, dass auf Homosexuelle, Ehebrecher, Lügner, Vergewaltiger, Götzendiener, Diebe die Hölle warte, vom Verband suspendiert worden war aufgrund der restriktiven „Antidiskriminierungs“-Gesetze in Australien, soll im Oktober ein Gesetzentwurf in das australische Parlament eingebracht werden (Religious Freedom Bill), in dem ermöglicht wird, dass religiöse Äußerungen, „die den Arbeitgeber nicht schädigen“ nicht durch das Antidiskriminierungsgesetz verfolgt werden sollen. Der derzeitige australische Ministerpräsident Scott Morrison gilt als evangelikal. (nach: https://www.christianpost.com/news/australia-considering-religious-freedom-bill-after-israel-folaus-firing-over-hell-post.html) Auch dieses Gesetz ist mit so viel dehnbaren Aussagen verknüpft, dass echte Religionsfreiheit damit nicht wieder hergestellt wird. All das zeigt, wie sehr durch die 68er die Freiheit und der (westlichen) Welt eingeschränkt wurde.

Personen, die im Weißen Haus über Verfolgung in ihren Heimatländern sprachen, werden in ihren Ländern jetzt angeklagt: Präsident Trump hatte im Juli 2019 Personen aus verschiedenen Ländern bei sich im Weißen Haus, um mit ihnen über die Religionsfreiheit in ihren Ländern zu sprechen. Zu ihnen gehörte der Baptisten-Pastor Hkalam Samson von einer Kachin-Gemeinde im Norden Birmas (Myanmars), der berichtete, dass Christen in Birma vom Militär verfolgt und gefoltert würden, was wohl besonders auf die Christen aus den Minderheiten-Völkern zutrifft. Er wurde nun durch Oberstleutnant Than Htike angezeigt, weil er angeblich falsch über das Land berichtet habe. Ihm droht eine Strafe von mehreren Monaten oder Jahren. In den letzten drei Jahren hat es Dutzende solcher Anklagen, initiiert durch Militärs, in Birma gegeben. Ähnlich ergeht es Priya Saha aus Bangladesh, die für den Vereinigten Rat der Hindus, Buddhisten und Christen sprach und auf die zunehmende Unterdrückung durch Moslems in Bangladesh aufmerksam machte und darauf verwies, dass 37 Millionen das Land bereits verlassen hätten, aber immer noch Minderheiten von etwa 18 Millionen im Land wohnten und bedroht seien. Auch sie selbst hatte ihr Land und Haus durch Moslems verloren. (nach: https://www.christianpost.com/news/myanmar-pastor-facing-imprisonment-for-telling-trump-horrors-religious-persecution.html

Rot-China verschärft Druck auf Christen: Das totalitäre kommunistische Regime in Rot-China fordert, dass in der staatsoffiziellen Drei-Selbst-Kirche die Pastoren die Predigten auf ein von dem Regime herausgegebenen Buch gründen, in dem die Bibel mit den Lehren von Konfuzius verglichen wird. So solle das Christentum „sinisiert“ werden, besser, auf Linie des kommunistischen Unterdrücker-Regimes gebracht werden. Letztlich soll dies zu einer Veränderung des Christentums selbst führen, ähnlich wie einst bei den Deutschen Christen in Nazi-Deutschland. Das Regime hat letztes Jahr die Drei-Selbst-Bewegung, die mit dem Regime zusammenarbeitet, aufgefordert, die Bibel und auch Kommentare neu zu übersetzen und dabei zu „sinisieren“. In Qingdao in der Shandong-Provinz war den Kirchen der Drei-Selbst-Bewegung dieses Jahr befohlen worden, neue patriotische Lieder, die der vom Regime gelenkte chinesische Christenrat herausgegeben hat, anstelle von Chorälen zu singen. Der Menschenrechtsanwalt Bob Fu sagte bei einer Kongressanhörung in Washington, dass die jetzige Zeit die schlimmste für die Christen seit der Kulturrevolution sei. (nach: https://www.christianpost.com/news/chinese-pastors-ordered-base-sermons-book-comparing-bible-confucianism.html) Das liegt auf der Linie der Xi Jinping-Tyrannei, dessen Regime sich immer mehr dem von Mao anpasst. Das Schlimme dabei ist, dass es den Westen, der so viel von Freiheit redet, letztlich nicht interessiert (siehe den Umgang der BRD-Kanzlerin Merkel mit dem Hongkonger Dissidenten Wong), da er sich seine Geschäfte mit China nicht stören lassen will. Das zeigt, wie ethisch minderwertig das nihilistische bürgerlich-kapitalistische System ist.

In einer Gegend der Provinz Henan wurden Gemeinden der staatlich registrierten Drei-Selbst-Kirche gezwungen, die Zehn Gebote zu entfernen und an ihre Stelle Aussprüche des Staats- und Parteichefs Xi Jinping zu setzen. Das ist das des Sinisierungsprogramms, durch das die Partei die Religionen unterwandern und die Allmacht der Partei in allen Bereichen wieder herstellen will. Etliche Drei-Selbst-Kirchen, die sich geweigert haben, wurden geschlossen. (nach: https://www.christianpost.com/world/china-makes-churches-replace-ten-commandments-with-xi-jinping-quotes-this-is-what-the-devil-has-always-done.html)

Ex-Homosexuelle und Ex-Transgender demonstrieren für religiöse Freiheit in den USA: Ehemalige Homosexuelle und Transgender-Personen, die ihre Befreiung in Christus gefunden haben, werden in Orlando, Florida, für religiöse Freiheit demonstrieren, vor allem dafür, dass Konversionsangebote nicht kriminalisiert werden (wie es ja auch das Linksregime in der BRD vorantreibt). Im vergangenen Jahr hatten sie in Kalifornien demonstriert. Das hatte unter anderem mit dazu geholfen, dass das angestrebte Gesetz zum Verbot vom Angebot von Konversionskongressen, -hilfen, -büchern gestoppt wurde. Allerdings hat jetzt im September 2019 der Senat in Kalifornien ein Gesetz durchgedrückt, das religiöse Einrichtungen zwingen soll, Homosexuellen und Transgender gegenüber mit Liebe, Mitgefühl und in Kenntnis der psychischen und sonstigen Schmerzen im Zusammenhang mit Konversionstherapien zu agieren. Das Gesetz verstößt tatsächlich gegen die eindeutige Trennung von Kirche und Staat in den USA und zeigt, wohin es führt, wenn die linken Demokraten dort die Macht bekommen. (nach: https://www.christianpost.com/voice/ex-gay-march-shows-need-religious-freedom-counseling.html)

Moderne Sklaverei: Während die Welt sich wegen angeblich menschengemachten Klimawandel aufregt, begehen Christen am 22. September den „Freedom Day“, um an den notwendigen Kampf gegen einen wirklichen globalen Übelstand zu erinnern, nämlich den Kampf gegen die moderne Sklaverei. Für 2016 ging man von 40,3 Millionen Sklaven weltweit aus, davon 24,9 Millionen Arbeitssklaven und 15,4 Millionen in Zwangsehen. 2018 haben bereits 18.000 christlichen Gemeinden in 52 Ländern sich an dem Freedom Day in Verbindung mit International Justice Mission (IJM) beteiligt. (nach: https://www.christianpost.com/news/freedom-sunday-thousands-of-churches-to-raise-awareness-of-global-slavery-crisis.html)

Massive Einschränkung der Religionsfreiheit in Angola: Durch neue Gesetze und weitere Maßnahmen der linken Regierung ist die Religionsfreiheit in Angola massiv eingeschränkt worden. So sind seit November 2018 allein 4.000 Kirchen geschlossen worden. Außerdem können neue Kirchenbünde nur registriert werden, wenn sie über 60.000 Glieder haben und in zwei Drittel des Landes vertreten sind. (Kirchen wie die SELK oder die FeG z.B. könnten nach solchen Gesetzen dort wegen der Mitgliederzahl nicht registriert werden.) Das Registrierungsverfahren ist dabei hoch kompliziert und äußerst kostspielig. 94 % der Menschen in Angola gehören christlichen Gemeinden an, die Hälfte etwa protestantischen. Es gibt etwa 4.000 Kirchenvereinigungen, von denen ganze 89 vom Staat anerkannt (registriert) sind. (nach: https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/menschen/2019/09/26/al-shabab-moechte-ein-kalifat-errichten/)

„Klimawandel“ als Weg in den grünen Totalitarismus: Unter dem Schlagwort „Klimawandel“ – ein völlig unwissenschaftlicher Begriff, da es „das Klima“ gar nicht gibt, denn es stellt nichts weiter als einen Mittelwert mehrerer Jahre dar – hat sich ein Wahn breit gemacht, der inzwischen pseudoreligiöse Züge trägt, im Stil des Club of Rome (der hinter dieser Bewegung, unter anderem auch Greta Thunberg, steckt) der 1970er Jahre wieder den Weltuntergang proklamieren, wenn nicht die als notwendig deklarierten Maßnahmen durchgeführt würden (die ebenso von einer Vielzahl von Wissenschaftlern, im Unterschied zu den offiziell veröffentlichten Berichten von Wissenschaftlern, als völlig falsch, da unnötig, bezeichnet werden, da eine Veränderung dessen, was wir als „Klima“ bezeichnen, völlig normal ist, mit Warm-Kalt-Phasen innerhalb eines 60-Jahre-Zyklus sowie stärkeren Warm- und Kalt-Zeiten im Rahmen eines 1000-Jahre-Zyklus. Zu bedenken sind dabei z.B. die mittelalterliche Warmzeit, die römische Heißzeit, beides Zeiten, in denen es wesentlich wärmer war als jetzt, und auch die Kleine Eiszeit vor 1700. Seit etwa 1700 haben wir wieder eine Erwärmung, d.h. wir sind auf dem Weg in eine neue Warmzeit, ein ganz natürlicher Vorgang, der nichts mit angeblicher menschlicher Beeinflussung zu tun hat.) Dies alles wird benutzt, um das Denken, Verhalten der Menschen, die Struktur von Staat und Gesellschaft, vor allem die Wirtschaft radikal zu verändern, den Dirigismus, die immer weitergehende Reglementierung des Lebens voran zu bringen. Die Grünen geben offen zu, dass sie im „Makrobereich“ wesentliche Verbote durchsetzen wollen (vgl.  https://www.epochtimes.de/meinung/analyse/salamitaktik-zum-oekosozialismus-gruene-setzen-auf-verbote-erziehung-und-schrittweise-gewoehnung-a3024474.html). Extremistische Gruppierungen wie „Extinction Rebellion“ sagen dagegen ganz offen, dass sie für diese Wahnziele auch das Grundgesetz außer Kraft setzen würden, denn die Klimafrage sei größer als die Demokratie (vgl. ebd.). Den Grünen geht es bei ihren Reglementierungen, Verboten darum, das gesamte Leben unter ihre Kontrolle zu bringen, bis hin zu den Essgewohnheiten (Fleischessen gilt dann als verpönt). Hier wird der totalitäre Ansatz der 68er ganz deutlich. Zugleich treibt ihr Kurs mittel- bis langfristig ganze Wirtschaftszweige in den Ruin, was dann die staatliche Dirigierung der Wirtschaft vorantreiben dürfte. So hat die Grünen-Politikerin Canan Bayram offen vom Ziel einer „staatlich kontrollierten Wohnungswirtschaft“ gesprochen; der Berliner Mietendeckel sei dahin nur ein Zwischenschritt. Verbote beziehen sich etwa auf Öl- und Gasheizungen, die nach 2025 nach grünen Vorstellungen nicht mehr neu eingebaut werden sollten; auch sollen nach 2025 keine neuen Bundesstraßen mehr gebaut werden. Es ist, das wird deutlich, der Weg in den grünen Totalstaat, die neue Tyrannei.

Die Grünen wollen unter anderem durch „Umerziehung“ ihre Ziele erreichen. Schon heute wird ja, wie etwa durch Rezzo und sein Filmchen, die grün-rote Einstellung zum „Klimawandel“ in den offiziell veröffentlichten Medien so vermittelt, dass es nur „eine legitime Einstellung“, eben die grün-rote, geben könne. Andere Einstellungen werden totgeschwiegen oder diffamiert.

Professor Nir Shaviv z.B., Leiter des Racah Institute of Physics der Hebräischen Universität in Jerusalem, sagt sehr deutlich, dass es keinerlei gesicherte wissenschaftliche Erkenntnisse für einen „menschengemachten“ Klimawandel, eine „menschengemachte Erderwärmung“ gibt, wohl aber sehr deutliche Hinweise dafür, dass die zunehmende Erwärmung natürliche Ursachen, etwa in der Sonnenintensität, hat. CO2 hat dagegen mit den Temperaturänderungen so gut wie gar nichts zu tun. (nach: https://www.epochtimes.de/umwelt/klima/physiker-ueber-klimahysterie-wie-pseudowissenschaften-ueber-den-klimawandel-oeffentlich-akzeptiert-wurden-a3013838.html)

Wie unwissenschaftlich das Gerede vom „Klimawandel“ ist, wie „kindisch“ die Modelle des Weltklimarates, darauf haben 500 Wissenschaftler hingewiesen, die vor der Sitzung der UNO zu diesem Thema einen Brief an den UN-Generalsekretär schrieben. Sie haben weiter darauf verwiesen, dass CO2 kein Schadstoff ist, sondern notwendig für das Leben und mehr CO2 die Erde grüner macht, da es das Wachstum fördert. Diese Wissenschaftler lehnen daher auch konsequent das Ziel von netto 0 CO2 im Jahr 2050 ab, da es schädlich und unrealistisch ist. Professor Klaus D. Döhler aus Hannover hat sich bisher schon mit drei Briefen an die Bundesregierung gewandt und diese auf seine Forschungen hingewiesen, die den offiziellen Darstellungen widersprechen. Er wies auch darauf hin, dass „Klima“ nur ein statistischer Mittelwert ist, daher nicht „gerettet“ werden kann. Er konnte auch darauf verweisen, dass sogar der umstrittene Weltklimarat (IPCC) noch 2001 zugegeben hatte, dass langfristige Voraussagen zum Klima nicht möglich sind. Herr Döhler hob weiter hervor, dass der IPCC klare politische Absichten habe. Schon seit 25 Jahren wehren sich Experten gegen die unsinnigen Behauptungen im Blick auf das Klima – stoßen aber bei den Verantwortlichen in Berlin auf taube Ohren.

In seinem ersten Brief vom 23.04.2019 an das BRD-Kabinett schrieb Döhler u.a.: „Halten Sie es wirklich für berechtigt, 1.300 Milliarden (das sind 1,3 Billionen) Euro auszugeben für die Hemmung einer CO2-gesteuerten Klimaerwärmung, von der die meisten seriösen Wissenschaftler bezweifeln, dass es sie überhaupt gibt? Was, wenn es sich auch weiterhin bestätigt, dass die Sonne für das Auf und Ab der Temperaturen auf der Erde verantwortlich ist und nicht das CO2? Dann wären die 16.250 Euro pro Einwohner der Bundesrepublik Deutschland unnütz ausgegeben worden, aber Sie als die dafür Verantwortlichen, können dann ja nicht mehr zur Rechenschaft gezogen werden. Leider!

CO2 hilft, den Hunger in der Welt zu bekämpfen. Haben Sie sich jemals gefragt, wo der Sauerstoff herkommt, den die gegenwärtigen 7,6 Milliarden Menschen auf der Erde atmen? Es sind die Pflanzen, die diesen Sauerstoff herstellen und dafür brauchen sie CO2, Wasser und Sonne. Ohne CO2 gäbe es keinen Sauerstoff. Ohne CO2 gäbe es kein Leben auf der Erde!!! Was also soll das Geschwätz über „klimaschädliches“ CO2? CO2 unterstützt viele lebenswichtige Prozesse.

Ein hoher Anteil von CO2 in der Luft stellt beim Wachsen der Weltbevölkerung einen entsprechend hohen Ertrag in der Landwirtschaft zur Ernährung der kommenden Generationen sicher. Bei  0,034 % CO2 in der Atmosphäre sind wir an der unteren Grenze dessen, was Pflanzen zum Atmen und Wachsen benötigen. In den Gewächshäusern sorgt eine CO2-Begasung von 0,1 %, also dem 2,5-fachen der derzeit in der Luft vorherrschenden CO2-Konzentrationen von etwa 0,04 % für optimales Wachstum unserer Kulturpflanzen.“ (nach: https://www.epochtimes.de/umwelt/klima/500-experten-rebellieren-vor-un-klimagipfel-co2-ist-fuer-alles-leben-auf-der-erde-unerlaesslich-a3013089.html)

Forscher an der Stanfort University in California haben bei der Untersuchung der Klimamodelle des Weltklimarates festgestellt, dass diese Modelle wissenschaftlich wertlos sind, schon allein deshalb, weil sie ohne Berücksichtigung der Fehlerraten arbeiten, d.h. es sind Schwankungen von bis zu +/- 15 Grad möglich. (nach: https://www.epochtimes.de/genial/wissen-genial/fehleranalyse-zeigt-unzuverlaessigkeit-globaler-temperaturprognosen-klimamodelle-abweichung-a3012168.html)

Eisbären zählen zwar, nicht zuletzt wohl auch aufgrund der unseriösen Propaganda von National Geographic, seit 2008 zu den „bedrohten Tierarten“, aber in demselben Jahr stellte die New York Times fest, dass es in der Arktis 25.000 Eisbären gibt (davon 15.000 allein in Kanada), gegenüber 5.000 weltweit im Jahr 1950. Ihre Zahl hat sich 2018 auf 26.00-31.000 erhöht, so u.a. die Schätzungen des IUCN. (nach: https://www.epochtimes.de/genial/tiere/die-eisbaeren-sterben-wegen-des-klimawandels-aus-a3004618.html)

    Es ist im Blick auf diese „Klimabewegung“ vor allem zu bedenken, dass diese Bewegung eindeutig religiöse, und damit antichristliche, Züge trägt. Sie wurzelt dabei in der Aufklärung, die die Natur aus der Ordnung Gottes, der sie dem Menschen untertan gemacht hat, herauslöste und ihr ein Eigenrecht zuschrieb. Genau das wird immer mehr hervorgehoben und so die Natur immer mehr zu einer eigenständigen Größe neben dem Menschen – und letztlich vergöttert, wie es im Heidentum bereits der Fall war, wie auch der gerade die indianischen Religionen zeigen und wie die Einstellung von Teilen der Klimabewegung zu Mensch und Natur deutlich machen, die ja bereits die Beschränkung der Kinderzahl oder überhaupt Verzicht auf Kinder um des Klimas willen fordern. Dass dabei die „Kirchen“, bis hinein in evangelikale Kreise, auf diesen Zug aufgesprungen sind, zeigt nur einmal mehr, wie sehr der Zeitgeist viele christliche Kreise bestimmt, wie weit der Abfall von der Bibel um sich greift. Hier wird ein weiteres bedeutsames Element deutlich beim Aufbau des letzten, globalen, antichristlichen Reiches, bei dem die Großkirchen ja eine nicht unbedeutende Rolle spielen wegen – wie immer, wenn es um die Verfolgung von Christen ging, man denke nur an die Zeit der Reformation. Das, was Vordenker der Klimabewegung formulieren, zeigt deutlich, dass wieder einmal der Versuch gemacht wird, ein „Reich Gottes auf Erden“ zu bauen. Solche Versuche hat es seit der französischen Revolution immer wieder gegeben – die Terrorherrschaft Robespierres und Saint Justs in Frankreich, die kommunistischen Regime bis heute, den Nationalsozialismus – und sie sind allesamt totalitäre Systeme gewesen, die durch Terror und Umerziehung den „neuen Menschen“ produzieren wollten. Gerade die Umerziehung ist ja schon angelaufen und geht mit vielfältigem Meinungsterror einher („repressive Toleranz“).

SPD-Finanzminister will reinen Männervereinen die Gemeinnützigkeit streichen: Der Vorstoß von Herrn Scholz, der im Hintergrund ein Urteil des Bundesfinanzhofs gegen eine Männer-Freimaurerloge hat (gemäß Nachrichten im Deutschlandradio vom 10.11.2019, 07.00 Uhr), zeigt einmal mehr, wie die linke Indoktrinierung der BRD vorangetrieben wird, wie die 68er versuchen, in totalitärer Manier alle Lebensbereiche ihrer Ideologie zu unterwerfen. Denn zum einen steht natürlich die Frage im Raum: Was ist mit reinen Frauenvereinen, wie den Landfrauen, der Frauenhilfe u.ä.? Zum anderen: Seit wann wird die Gemeinnützigkeit eines Vereins an der Geschlechterzugehörigkeit der Mitglieder festgemacht? Die Gemeinnützigkeit eines Vereins ergibt sich aus den Vereinszielen und aus nichts anderem.

 

Islam und islamische Welt:

Zwei Kirchen in Indonesien geschlossen: In den Städten Jogjakarta und West-Jakarta sind jeweils eine Kirche durch die Behörden geschlossen worden. In dem einen Fall wurde fadenscheinig damit argumentiert, dass die Baugenehmigung eine andere Nutzung vorsehe, im anderen Fall, dass sie zu nah an einer Moschee sei – obwohl alle Auflagen erfüllt worden waren. Im ersten Fall waren der Schließung Proteste islamischer Gruppen vorausgegangen. Der Islam gebärdet sich in Indonesien immer radikaler und antichristlicher. (nach: https://www.idea.de/menschenrechte/detail/indonesien-behoerden-ordnen-schliessung-von-zwei-kirchen-an-110063.html) Dies ist nicht zuletzt das Ergebnis der irrsinnigen Politik der früheren Militärregierung, die Stipendien an Studenten vergab, die in Saudi-Arabien studierten. Dadurch wurde der extremistische wahabitische Islam faktisch nach Indonesien übertragen.

Erstmals seit 96 Jahren Kirchenbau in der Türkei: Erstmals seit fast 100 Jahren wird in der Türkei eine neue Kirche gebaut, und zwar eine aramäische (syrisch-orthodoxe) in Istanbul. Die Genehmigung war bereits 2015 erteilt worden, am 03.08.2019 fand nun die Grundsteinlegung statt. Dennoch darf das nicht überbewertet werden, worauf vor allem Martin Lessenthin vom Vorstand der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte hinwies. Denn allein von der Genehmigung bis zur Grundsteinlegung hat es vier Jahre gedauert. Dann darf nicht vergessen werden, dass die Vertreibung der aramäischen Christen aus ihren Heimatgebieten im Südosten der Türkei weiter geht, dass christliche Stiftungen enteignet werden und dass die Türkei an der Vertreibung von Christen und Jesiden in Nordsyrien beteiligt ist. Zwar ist unter der Erdogan-Regierung auch Eigentum zurückgegeben worden, andererseits werden ständig neue Prozesse angestrengt, um christliches Eigentum zu enteignen. Und eine Wiedereröffnung des seit 1971 geschlossenen griechisch-orthodoxen Priesterseminars ist immer noch nicht genehmigt worden, trotz mehrfacher gegenteiliger Versprechen. (nach: proKompakt 32/2019, S. 9) Die Türkei ist alles andere als ein demokratischer Staat nach westlichem Muster, auch ohne Erdogan nicht. Auch die kemalistische Türkei war ein antichristliches Gebilde, das zum einen die Vertreibung der christlichen Bevölkerung aus den Ägäis-Gebieten betrieb, die Schwarzmeergriechen zwangsislamisierte und zwangstürkisierte und die Vertreibung der Christen im Südosten der Türkei weiter forcierte. Und der Völkermord an den Armeniern, Assyrern und Aramäern ist bis heute in der Türkei nicht als solcher anerkannt worden. Dass die Kirchen für eine Renovierung der Gebäude eine staatliche Genehmigung benötigen (die, wenn überhaupt, oft erst nach mühsamen bürokratischen Prozessen erteilt wird) und ebenso für den Betrieb eines Seminars, zeigt, dass die Türkei Welten von Religionsfreiheit entfernt ist.

Buchhändler wegen Bibelverkauf im Iran verurteilt: Der iranische Wächterrat hat den kurdischen Buchhändler Mostafa Rahimi zu drei Monaten Gefängnis verurteilt, weil er in seiner Buchhandlung Bibeln verkauft habe. (nach: proKompakt 35/2019, S. 6)

Islamischer Hetzprediger freigesprochen: Der nationale Rat der Islamgelehrten hat den islamischen Prediger Somad freigesprochen, der in einer auch im Internet verbreiteten Rede behauptet hatte, christliche Kreuze seien vom Teufel besessen. Daraufhin hatten ihn Christen wegen Blasphemie angezeigt. Eigentlich sind die Hauptreligionen in Indonesien gleichberechtigt. Aber seit Jahren wird der Islam immer militanter und aggressiver. Nun hat der Nationale Rat Somad freigesprochen und gefordert, dass seine Kritiker „Ruhe geben“ sollten. Als aber der christliche Gouverneur von Jakarta 2017 bei einer Wahlkampfveranstaltung sagte, Muslime sollten sich nicht irre machen lassen, dass der Koran verbiete, Nichtmuslime zu wählen, war er von demselben Gremien zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt worden. (nach:  https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/gesellschaft/hetze-gegen-christen-endet-mit-freispruch/) Das zeigt, wie tatsächlich Indonesien immer mehr zu einem islamischen Unrechtsstaat wird.

Islamistischer Terror im nördlichen Burkina Faso: Die Angriffe von Moslems auf Christen im nördlichen Burkina Faso, wie überhaupt in der westlichen Sahel-Zone haben massiv zugenommen (ohne dass irgendein Medienorgan in der BRD darüber berichtet). Seit Jahresbeginn sind laut UNO ca. 30.000 Christen geflohen, (seit 2015 etwa 300.000, 500 wurden ermordet), 2.024 Schulen wurden zerstört, 330.000 Kinder sind daher ohne schulische Versorgung, 35 % der medizinischen Einrichtungen wurden geschlossen (die Lage ist darin in Burkina Faso überhaupt katastrophal, da inzwischen im Land insgesamt 60 % der medizinischen Einrichtungen geschlossen sind). Der Terror geht vor allem von drei Moslem-Gruppen aus: Islamischer Staat in der Größeren Sahara; Macina Befreiungsfront, Ansaroul Islam. (nach: https://www.christianpost.com/news/christians-told-to-convert-or-flee-in-burkina-faso-as-extremist-violence-continues-report.html) Es ist schon eigenartig und eigentlich pervers: Da finden weltweit Demonstrationen wegen eines angeblich menschengemachten Klimawandels statt, da hat es einen Aufschrei gegeben, als die Rohingyas fliehen mussten, teilweise mitverursacht durch Aggressionen muslimischer Terrorgruppen – aber wenn Christen massenweise bedroht und vertrieben werden, ganze Länder dadurch destabilisiert, so findet das so gut wie keinen Raum in den westlichen Medien (immerhin hat die Washington Post darüber berichtet) und interessiert keinen der Verantwortlichen. Das zeigt uns Christen einmal mehr: Wir sollen unsere Hoffnung nicht auf Menschen setzen, sondern auf Christus allein, an ihm sollen wir genug haben.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 



1 Apg. 17,25; Ps. 33,13-15

2 1. Mose 1,28 ff.; 2. Thess. 3,10

3 Joh. 12,31 u. Parallelen; 2. Kor. 4,3 u. 4; Eph. 2,2;  1. Joh. 5,19

4 Ps. 33,13-15; „allen“; Ps. 32,9; Gal. 5,18

5 Joh. 8,44; 1. Joh. 3,12 – Familie und Staat: 1. Mose 3,15 ff.; 9,6; die zweite Tafel – „einigermaßen“: Röm. 1,18-32; 2,14 f.; 13,1 ff.

6 „Nach der Vernunft“: 1. Petr. 2,13; Luk. 12,14; Matth. 19,8

7 Röm. 1,3; 1- Petr. 2,13 f.: „Strafe … Lobe“; Phil. 4,8; Luk. 6,32 ff. unterscheidet die Gerechtigkeit der Welt und der Gotteskinder.

8 vgl. „einigermaßen“ unter Fußnote 5.

9 4. Gebot

10 Haustafel

11 Eph. 1,22 ff.; Röm. 8,28; 8,18-25

12 Spr. 24,34 – Röm. 8,3 f. – Matth. 5,13-16 (durch Folgerung) – Phil. 3,20 – 1. Petr. 2,13 – Röm. 9-11

13 Eph. 2,1-3

14 „Unter dem Gesetz, unter dem Fluch“: Gal. 3,22 ff.; 3,10; 5,18; 1. Tim. 1,9 ff.; „blind, tot und feind“; 1. Kor. 2,14; Eph. 2,1; Röm. 8,7 – verdammt: Röm. 5,18 a

15 Joh. 3,16; Eph. 2,4 f.; Gal. 4,4 f.; Röm. 5,19; Gal. 3,13

16 Röm. 11,6; Eph. 2,8 f.; Röm. 4,6 f.

17 Röm. 3,20; 7,7; Joh. 16,8; Mark. 16,16 – Apg. 2,37 – Röm. 10,17; 1. Kor. 12,3; Röm. 8,15

18 Joh. 6,44; Eph. 2,8; Phil. 1,29

19 Apg. 2,38; Joh. 8,36; Kol. 1,12 ff.; Röm. 14,17 ff.

20 Gal. 5,6; Röm. 5,1-5; 1. Joh. 5,4; 2. Petr. 1,18-21; Joh. 8,31 f.

21 Röm. 8,10 – Joh.20,27; Gal. 5,18; 2. Kor. 9,7; Röm. 12,1

22 Röm. 8,11; 1. Kor. 13,10

23 1. Mose 1,27; Eph. 4,24; Kol. 3,10 – 1. Mose 3,15 – Mark. 1,15; Luk. 12,32

24 2. Kor. 5,18 ff.; Hebr. 9,12

25 Röm. 4,5; 9,16; Matth. 23,37

26 Joh. 15,18 ff.; Gal. 4,29

27 Matth 28,20; 1. Joh. 5,4 – Matth. 28,19; 2. Kor. 5,18; 1. Petr. 2,9; 2. Kor. 2,15 f.; Joh. 16,8-11; Jes. 55,10; Joh. 14,12 ff. – Luk. 22,29 f.; 1. Kor. 15,17 ff.; 1. Joh. 3,2

28 Kol. 3,3 f.; 1. Kor. 13,12; 2. und 3. und 7. Bitte [des Vaterunsers] mit Schluss

29 Röm. 13,1; Matth. 22,21; Joh. 18,36 f.; Joh. 3,5 f.

30 Phil. 3,20 f.

31 1. Petr. 2,11-21; Luk. 16,10-12

32 Matth. 6,21; Gal. 5,6; Matth. 4,21-42

33 Matth. 17,24-27; Gal. 2,5; 5,13; - Phil. 2,5 ff.; 1. Kor. 13 – Matth. 18,10-20; Tit. 3,1

34 1. Kor. 10,32 f.

35 Matth. 5,39 vs. Röm. 13,4; Matth. 5,42 vs. 1. Tim. 5,8 – Phil. 1,9-11

36 Ps. 19,13; 1. Joh. 1,7; Matth. 5,13-16

37 Eph. 1,22 f.; 2.8 f.; 2,19 ff.; 4,3-6

38 Joh. 17,14 f. – Joh. 3,6.8; Jes. 55,10; Matth. 13,8 – Joh. 20,22 f.

39 Joh. 18,36 f.; Gal. 4,26 f.; Luk. 17,20 f.; Matth. 13,24 ff. 36 ff.

40 Luk. 12,14; Joh. 20,21 ff.; 2. Kor. 10,4 ff.; Matth. 28,19 f.; Luk. 10,16; Tit. 1,5

41 Matth. 5,13-16; Spr. 14,34; 1. Tim. 2,1-4

42 Matth. 20,25-28; 28,19; Gal. 1,10 ff.; Apg. 5,29

43 Joh. 13,20; Apg. 20,.28; Luk. 10,16; 3. Joh. 8 ff. – Röm. 15,7; Hebr. 10,24 f.; 1. Thess. 5,11-14; 1. Joh. 2,19

44 Tit. 3,10; Röm. 16,17; 2. Joh. 10 f. – 1. Joh. 2,8.9; 2. Kor. 6,14-18

45 Gal. 4,21-31; 1. Joh. 2,18; 2. Thess. 2,3-12; Offenb. 13,11-17; 17,18

46 Luk. 18,8; Offenb. 20,3.7

47 2. Petr. 2,9-19

48 2. Thess. 2

49 1. Kor. 15,24

50 Matth. 25,31-46; 2. Thess. 1,5-10; Offenb. 20,9-22,21

51 1. Kor. 13,9-13

1 vgl. dazu: https://de.wikipedia.org/wiki/Christengemeinde_und_B%C3%BCrgergemeinde

2 Der deutsche Text des Augsburger Bekenntnisses hat Apg. 4 und bezieht sich damit auf V. 19; der lateinische Text hat Actor. 5 und bezieht sich dort dann auch V. 29.